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74. In die Wildnis - Ulrike Juese

// Ulrike Juese, Lucian Haas · 2022-01-21 · 01:15:21 · original episode

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[show notes]
Ulrike Jüse lebt und fliegt in Norwegen. Dort hat sie schon die XC-Liga gewonnen. Am liebsten fliegt sie aber einfach nur raus in die Wildnis, weitab der Zivilisation. +++ Norwegen. Das Land der Fjorde. Das Land der Zuchtlachse. Das Land des Erdöl-Reichtums. Das Land der Strickpullis. Das Land der Skispringer und Langläufer. Aber das Land der Gleitschirmflieger? Das kommt einem in dieser Reihe erst einmal nicht in den Sinn. Dennoch wird natürlich auch in Norwegen mit dem Gleitschirm geflogen. Und eine der besten Pilotinnen des Landes ist eine Deutsche: Ulrike Jüse. Bei der norwegischen XC Liga stand sie schon mehrfach auf dem Treppchen, 2019 sogar auf dem ersten Platz – overall, also vor allen Männern wohlgemerkt. Ulrike lebt seit fast 17 Jahren in Norwegen, was sogar zuweilen schon in einem sympathisch-dezenten norwegischen Akzent in ihrer Muttersprache hörbar wird. Nach Norwegen kam sie wegen einer Promotion als Pharmakologin, vor allem aber der wilden Schönheit des Landes wegen. Denn Ulrike ist durch und durch ein Naturmensch. Ihr kann es im Grunde nicht draußen und abseits von Siedlungen genug sein. Und so pflegt die 41-jährige viele sportliche Hobbies, mit denen sie in die Wildnis aufbrechen kann: Wandern, Klettern, Eislaufen oder Skitourengehen sind darunter – und eben auch das Gleitschirmfliegen. Das am liebsten ganz allein, im Hike-and-Fly-Stil und auf Biwaktouren ausgelegt. In dieser 74. Folge von Podz-Glidz erzählt Ulrike Jüse von dieser Leidenschaft. Es geht unter anderem um einsame Flugtouren durch die Wildnis norwegischer Nationalparks und ihre bewusste Routenwahl abseits von Straßen und anderer einfacher Rückkehrmöglichkeiten. Wir sprechen über den Reiz, diese imposanten Naturlandschaften aus dem Blickwinkel unterschiedlichster Sportarten zu erfahren, aber auch ihren Umgang mit den damit verbundenen Risiken. Ein weiteres Thema ist die Gleitschirmszene in Norwegen, die in manchen Punkten schon etwas anders tickt als in den Alpenländern. Ulrike gibt dabei auch wertvolle Tipps für all jene, die am Ende des Podcasts auch Lust verspüren sollten, mal mit dem Gleitschirm die norwegische Wildnis zu erleben. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Natural Light | Künstler: Chris Haugen No Copyright Audio Library Watch & Download: https://www.youtube.com/watch?v=-U--itxDo5s +++

[transcript]

0:08Ulrike Juese

Immer wieder faszinierend, wenn man weit geflogen ist und irgendwo landet und dann die Einheimischen da trifft, um irgendwie zu trampen oder so und die dann fragen, bist du unterwegs, zu Fuß wandern und so mit deinem großen Rucksack, wo kommst du denn her? Und dann sagst du, ich bin geflogen, ich komme von Oslo und bin gestern da 150 Kilometer von Oslo nach irgendwo, da wo ich gelandet bin, geflogen. Die gucken einen immer ganz groß an. Und wo ist dein Motor? Der Motor ist da oben am Himmel. Das ist die Sonne.

0:50Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Ulrike

1:00Ulrike Juese

Jüse und

1:02Lucian Haas

Lucian Haas am Mikrofon.

1:07Lucian Haas

Norwegen. Das Land der Fjorde, das Land der Zuchtlachse, das Land des Erdölreichtums, das Land der Strickpullis, das Land der Skispringer und Langläufer. Aber das Land der Gleitschirmflieger? Das kommt einem in dieser Reihe erst einmal nicht in den Sinn. Dennoch wird natürlich auch in Norwegen mit dem Gleitschirm geflogen. Und eine der besten Pilotinnen des Landes ist eine Deutsche. Ulrike Jüse. Bei der norwegischen XC -Liga stand sie schon mehrfach auf dem Treppchen. 2019 sogar auf dem ersten Platz. Overall, also vor allen Männern wohlgemerkt. Ulrike lebt seit fast 17 Jahren in Norwegen, was sogar zuweilen schon in einem sympathisch -dezenten norwegischen Akzent in ihrer Muttersprache hörbar wird.

1:51Lucian Haas

Nach Norwegen kam sie wegen einer Promotion als Pharmakologin. Vor allem aber der wilden Schönheit des Landes wegen. Denn Ulrike ist durch und durch ein Naturmensch. Ihr kann es im Grunde nicht draußen und abseits von Siedlungen genug sein. Und so pflegt die 41 -Jährige viele sportliche Hobbys, mit denen sie in die Wildnis aufbrechen kann. Wandern, Klettern, Eislaufen und Skitouren gehen sind darunter. Und eben auch das Gleitschirmfliegen. Das am liebsten ganz allein im heiligen Land. Es ist in einem Park -and -Fly -Stil und auf Biwaktouren ausgelegt. In dieser 74. Folge von Podz-Glidz erzählt Ulrike Jüse von dieser Leidenschaft. Es geht unter anderem um einsame Flugtouren durch die Wildnis norwegischer Nationalparks und ihre bewusste Routenwahl abseits von Straßen und anderer einfacher Rückkehrmöglichkeiten.

2:40Lucian Haas

Wir sprechen über den Reiz, diese imposanten Naturlandschaften aus dem Blickwinkel unterschiedlichster Sportarten zu erfahren, aber auch ihren Umgang mit den damit verbundenen Risiken. Ein weiteres Thema ist die Gleitschirmszene in Norwegen, die in manchen Punkten schon etwas anders tickt als in den Alpenländern. Ulrike gibt dabei auch wertvolle Tipps, für all jene, die am Ende des Podcasts auch Lust verspüren sollten, mal mit dem Gleitschirm die norwegische Wildnis zu erleben. Wenn dir dieser Podcast gefällt, dann wäre es klasse, wenn du meine Arbeit daran unterstützt, als Förderer. Das geht ganz einfach und ohne jede Verpflichtung. Wie? Das erfährst du auf der Website meines Blogs Sluglides. Und zwar dort auf der Seite. Natürlich kannst du Podz-Glidz auch einfach weiterempfehlen.

3:25Lucian Haas

Mit einem guten Rating auf Apple Podcast oder Spotify, einem Post auf Facebook oder Instagram oder am besten einfach im direkten Gespräch mit deinen Fliegerfreunden.

3:38Lucian Haas

Ulrike, ich habe in deinem Online -Flugbuch ein bisschen gestöbert und der letzte Flugeintrag, der da zumindest drin ist, der ist vom 31. Oktober 2021. Wird im Winter in Norwegen nicht Gleitschirm geflogen?

3:52Ulrike Juese

Doch, eigentlich schon. Aber ich bin da sehr selektiv, was das Fliegen angeht. Und ich habe so viele andere Hobbys, die da im Winter das Fliegen einfach mal auskonkurrieren. Also ich wähle dann eigentlich andere Aktivitäten, andere Freizeithobbys, die ich auch habe, die im Winter schöner sind, finde ich.

4:14Lucian Haas

Das wären?

4:15Ulrike Juese

Ski und Schlittschuhfahren zum Beispiel. Das sind meine Hauptbeschäftigungen neben der Arbeit natürlich da im Winter.

4:22Lucian Haas

Schlittschuhfahren? So richtig Ice -Skating mit schönen Pirouetten drehen und sonst was alles? Oder was ist Schlittschuhfahren für dich?

4:29Ulrike Juese

Ohne Pirouetten. Schlittschuhfahren hier oben im hohen Norden ist Touren -Schlittschuhfahren.

4:35Lucian Haas

Touren -Schlittschuh.

4:36Ulrike Juese

Genau, das macht man dann auf Seen oder auf Fjorden oder auf Flüssen. Das ist dann auf Natureis oder auch Black -Eis, wie wir das nennen. Also durchsichtiges, schönes, natürliches Eis, wo man dann sich drauf bewegt. Gerne den ganzen Tag lang sich über einen ganzen See weg bewegt oder einen Fluss entlang oder mehrere Seen dazwischen wandert. Im Prinzip wie Wasserwandern, nur eben auf einer Eisschicht.

5:04Lucian Haas

Du hast gerade Black -Eis gesagt. Genau. Also schwarzes Eis. Ist das wirklich schwarz oder wie hat man sich das vorzustellen?

5:11Ulrike Juese

Genau, das ist richtig schwarz, wenn es richtig schön neues Eis ist. Also dünnes, neues, durchsichtiges Eis und durch das Wasser unten drunter hat es dann einen schwarzen Anschein. Also das nennt man dann. Black -Eis auf gut Deutsch. Also auch auf Norwegisch oder Schwedisch nennt man das so.

5:28Lucian Haas

Aber man kann schon durchgucken.

5:29Ulrike Juese

Du kannst durchgucken. Also wenn du an der Strandzone entlang fährst, also wo das Wasser nicht sehr tief ist, dann siehst du auch unten einen Seeboden oder Meeresboden und Steine und Fische und Pflanzen und sowas durchs Eis durch. Das ist komplett durchsichtig. Aber wenn du weiter draußen auf einem See bist, wo es tieferes Wasser ist, dann hat das einen schwarzen, dunklen Eindruck. Auf manchen Seen, die sehr, wo du Gletscherwasser zum Beispiel hast oder sehr, sehr klares Wasser, kann es auch bläulich, blau -grün schimmern. Also das hast du auch einige solche Seen hier in den Bergen, Gebirgsseen.

6:02Lucian Haas

Das klingt sehr magisch irgendwie.

6:05Ulrike Juese

Absolut. Es ist gar nicht so unterschiedlich vom Fliegen, finde ich immer. Weil es auch im Prinzip, du bewegst dich da durch eine Landschaft und du musst genau wissen, was du machst. Du musst die Bedingungen kennen. Du musst die Techniken können. Du musst das Eis lesen können. Da ist niemand gewesen, der dir jetzt sagt, hier darfst du langfahren, hier ist das Eis dick genug, hier hält es dich. Du musst alles selber machen. Du musst das können und du musst die Risiken bewerten und verstehen. Und dann macht das richtig Spaß. Also wenn du das alles im Prinzip gelernt hast und das beachtest, was man beachten muss, dann ist es richtig, richtig schön. Und auch ganz spezielle Geräusche und Erlebnisse, die eigentlich recht speziell sind für die Aktivität, die du eigentlich nirgendwo anders findest.

6:58Ulrike Juese

Also wenn du dünnes Eis belastest und auf dem du dich bewegst, Schlittschuh läufst, dann hast du ganz andere Geräusche.

7:04Lucian Haas

Knackt das? Genau,

7:05Ulrike Juese

das macht Risse, da entstehen Risse und werden Spannungen entlastet. Also Eis ist ja im Prinzip immer unter Spannung. Weil wenn Wasser gefriert, dann erweitert sich das. Das wissen wir alle. Wenn eine Regenrinde zum Beispiel verstopft oder ein Wasserfass oder irgendwas, dann erweitert sich das. Das Eis hat eine geringere Dichte und ein größeres Volumen als das Wasser, was da vorher war. Und das passiert auch in der Eisschicht. Also das Eis ist unter Spannung. Und wenn du dann dein Körpergewicht darüber bewegst, dann entstehen Risse. Und das sind dann wie so Star -Wars -Geräusche. Ganz fantastisch, wenn du dann auf einem See fährst und hast dann Felswände neben dir, die das reflektieren. Das sind Geräusche, die man woanders eigentlich gar nicht hört.

7:50Ulrike Juese

Sehr speziell. Und man kann es auch eigentlich fast nicht aufzeichnen. Auf Videos wirkt das alles mehr so metallisch und man muss es erleben.

8:00Lucian Haas

Also es klingt jetzt nochmal magischer, wenn du das jetzt so erzählst. Ist das denn deine Lieblings -Winterbeschäftigung, dieses Schwarz -Eis -Skaten?

8:08Ulrike Juese

Doch, das hat die letzten Jahre mehr und mehr an Priorität gewonnen eigentlich. Aber auch Skifahren finde ich sehr interessant. Also da Ski außerhalb von Läupen und Alpinanlagen natürlich. Also sich durch die Landschaft per Ski bewegen. Was ja auch hier in Norwegen sehr, sehr schön ist. Weil diese großen Weiten, die da im Winter noch größer und noch weiter werden. Weil im Prinzip große Gelände oder Gebiete im Prinzip nur mit Ski zu erreichen sind. Da ist keinerlei menschlichen Eingriff, die da im Prinzip wehtun. Es gibt so Wege oder Straßen, die da geräumt sind. Also du hast da eigentlich nur Ski als Fortbewegungsmittel. Und das ist sehr, sehr schön auch.

8:50Lucian Haas

Sehr wild.

8:51Ulrike Juese

Recht wild, ja.

8:54Lucian Haas

Wann fängt dann denn für dich die Flugsaison wieder an, so normalerweise?

9:00Ulrike Juese

Also ich bin ja am liebsten beim Streckenfliegen. Also meine Lieblingsflugaktivität ist ja da nicht unbedingt Abgleiter oder Hang, Soaring.

9:14Ulrike Juese

Sondern Thermikfliegen. Strecke, gerne auch Mehrtagestouren. Und da braucht man dann Thermik. Und die fängt ja dann in Norwegen erst recht spät an. Also ich bin ab Ende März bereit, um die ersten Flüge zu machen. Thermikflüge. Aber ich fliege auch gerne mal im Winter mit Ski. Und Abgleiter mit Ski, das ist auch schön. Gehe auch gerne Skitouren, wo ich einen Schirm dabei habe. Für den Fall, dass man irgendwo runterfliegen kann. Weil das gibt ja dann auch ganz neue, schöne Möglichkeiten dafür. Neue Routen, die man mit nur Ski und Klettern zum Beispiel nicht machen kann. Wenn du über irgendwelche Bergseiten runter willst, wo alles vergletschert ist. Große Gletscherspalten und so. Dann könnte man da drüber fliegen. Das ist eine ganz andere Möglichkeit für eine ganz neue Route, die man da machen kann.

10:03Ulrike Juese

Also ganz ohne Fliegen den ganzen Winter geht auch nicht. Aber jetzt der, das hast du ganz richtig gesehen. Diesen Frühwinter war ein sehr, sehr guter. Sehr seltsames Wetter hier im Norden. Mit sehr viel Wind, ständig neue Fronten. Also es war eigentlich sehr wenige Fenster im Wetter geschehen, die da Möglichkeiten gegeben hätten. Und es war auch eine sehr lange, sehr, sehr kalte Periode. Und wenn es da minus 20 Grad und windig ist, dann hat man eigentlich nicht wirklich Lust, da auf dem Berg zu stehen und die Ausrüstung zu sortieren und dann runter zu fliegen. Es wird dann einfach sehr kalt.

10:38Lucian Haas

Ich möchte gleich mit dir noch ein bisschen intensiver oder ausführlicher über das Gleitschiff reden. Aber erst mal erzähl mal, wie bist du überhaupt als Deutsche nach Norwegen gekommen? Und wie bist du zum Gleitschirmfliegen gekommen?

10:53Ulrike Juese

Lange Geschichte. Nein, ich mag ja sehr gerne draußen sein. Das ist jetzt schon so ein bisschen angedeutet gewesen, denke ich mal. Also ich mag gerne alle möglichen Aktivitäten, naturnah, Freizeitaktivitäten. Also sei es Wandern, sei es Angeln, Bergsteigen. Klettern, Skifahren. Schlittschuh ist dann später gekommen, natürlich erst hier oben. Das ist ja in Deutschland nicht ganz so ausgebreitet, kann man sagen. Und da ist ja eigentlich Norwegen ein Eldorado für solche Aktivitäten. Und da liegt es ja auch recht nahe, dass man, wenn man so ein starkes Interesse an diesen Aktivitäten hat, dass man dann mal guckt, ja, könnte man vielleicht hier in Norwegen leben? Ja, und dann kam dazu eigentlich, dass ich gerne promovieren wollte.

11:39Ulrike Juese

Und da muss man ja an einer Universität sein. Und da wäre das ja nicht schlecht, wenn diese Universität da ganz nah an der Natur und an Bergen und solchen Möglichkeiten, dass man das kombinieren kann. Und da gibt es nicht so viele Städte in Deutschland eigentlich, die das zulassen. Und da dachte ich, na gut, Norwegen ist ja eigentlich eine sehr gute Idee. Das probieren wir einfach mal. Dann habe ich mich rundum beworben und habe dann eigentlich eine Doktorandenstelle in Oslo bekommen. Und da bin ich nach Oslo gezogen und dann bin ich hier geblieben. Seitdem. Das ist mittlerweile... Einige Jahre her, 2005 bin ich umgezogen.

12:12Lucian Haas

Also 16 Jahre Norwegen bist du jetzt schon.

12:15Ulrike Juese

Ja, genau. Kurz nachgerechnet, ja. Das Fliegen habe ich schon vorher angefangen. Ende der 90er Jahre habe ich mit Drachen angefangen im Chiemgau und bin da einige Jahre geflogen, bis ich dann mal nach Neuseeland umgezogen bin. Eine Periode, da habe ich dann im Prinzip aufgehört mit dem Fliegen, weil das alles, mit Drachen umziehen nach Neuseeland, Neuseeland ist nicht ganz so praktisch.

12:39Ulrike Juese

Und dann war ich nochmal kurz in Deutschland, habe in Rosenheim gearbeitet. Da habe ich dann Drachen weitergemacht. Und wo ich dann nach Norwegen gezogen bin, habe ich ihn auch nicht mitgenommen, weil es auch wieder etwas unpraktisch war. Und gerade hier oben ist ja von der Infrastruktur her mehr anspruchsvoll, mit dem Drachen unterwegs zu sein. Also du hast ja fast keine Liftanlagen, zum Beispiel in den Bergen bist du im Prinzip auf Autotransport oder Muskelkraft angewiesen. Naja. Und dann nach einigen Jahren immer wieder ganz sehnsüchtig an den Himmel geguckt, wenn ich mal jemanden fliegen gesehen habe. Und dann irgendwann ist mir aufgefallen, dass Gleitschirmfliegen ja mittlerweile einige Fortschritte gemacht hat. Und das war dann in 2013 habe ich mich eigentlich dann entschlossen, dass man vielleicht doch mal Gleitschirm probieren könnte.

13:25Ulrike Juese

Weil die Schirme haben ja um einiges um Leistung gewonnen in dieser Zwischenzeit da. Und auch die Sicherheit hat sich ja um einiges verbessert, sodass man im Prinzip selbst als Drachenflieger dann, den Gleitschirm nicht mehr so als abwegig empfunden hat. Und er hat ja unglaubliche Vorteile.

13:43Lucian Haas

Du hast gerade gesagt 2013 war das, da bist du auf Gleitschirm gekommen. Hast du dann das Gleitschirm, da warst du ja schon in Norwegen, hast du dann das Gleitschirmfliegen in Norwegen gelernt?

13:51Ulrike Juese

Genau, ich habe ganz einfach einen normalen Kurs hier gemacht, einen Anfängerkurs und habe davon ganz vorne angefangen.

14:00Lucian Haas

Gibt es in Norwegen, ist das genauso organisiert wie in Deutschland? Da geht man also zu einer Gleitschirmschule und muss dann einen A -Schein machen? Und später vielleicht einen B -Schein? Oder ist da das System ein anderes?

14:11Ulrike Juese

Es ist ein ganz anderes System. Viel weniger strukturiert eigentlich, kann man vielleicht so sagen wie in Deutschland. Also du hast hier keine Schulen, die das organisieren und handeln. Das ist alles kluborganisiert. Das sind Freiwillige, die im Prinzip eine Art Lehrerschein machen. Also da können auch Piloten, die seit einem Jahr ihren eigenen Schein haben können, dann eine Zusatzausbildung machen und können dann neue Piloten ausbilden. Also es ist ein ganz anderes System, als man es in Deutschland gewohnt ist. Und es hat mich so ein bisschen am Anfang mild schockiert, dass das hier so ein bisschen einfacher gehandelt wird. Hat auch seine Vorteile, aber als Deutscher findet man das doch schon sehr seltsam, dass es keine professionellen Ausbilder gibt eigentlich.

15:05Lucian Haas

Das heißt, das sind alles? Das sind alles Clubs. Und du gehst zu irgendeinem Club und sagst du, ich habe gesehen, ihr fliegt hier Gleitschirm, ich möchte das auch mal können. Kann mir das einer von euch beibringen? Und dann sagen die, ja, hier der Ole, das ist unser, der euch das beibringt. Und dann gehst du mal mit dem fünfmal mit und dann weißt du ungefähr, wie es geht? Oder wie geht das dann?

15:24Ulrike Juese

So kann man es machen, aber die meisten Clubs haben mittlerweile Kurse. Also die haben mehr oder weniger feste Kurspläne, also zumindest die größeren Clubs. Oslo Paragliderclub ist ja einer der größten hier in Norwegen. Und wenn man in Oslo wohnt, ist es ganz natürlich, da einen Kurs zu machen. Und die haben dann jeden Sommer fünf, sechs Intensivkurse, wo man dann innerhalb von einer Woche einen, wie auf Deutsch heißt das, L -Schein, also diesen ersten Schein, dass du dann im Prinzip selbstständig fliegen kannst danach. Mehr oder weniger selbstständig in einem Fluggebiet, wo du mit einem Ausbilder eine Tour geflogen bist oder wo ein Ausbilder dir im Prinzip die Stadt - und Landeinweisung gegeben hat. Die musst du haben mit L -Schein und dann darfst du dort fliegen.

16:10Ulrike Juese

Und wenn du dann, ich glaube, 30 Flüge oder so die Drehe hast, dann bist du im Prinzip ein freier Pilot. Machst noch eine Theorieprüfung und dann darfst du fliegen, wo immer du willst.

16:20Lucian Haas

Wo immer du willst. Heißt das, auch in Norwegen darf man starten, wo man will? Oder ist man da auch festgelegt und es gilt, ja, Startplatzzwang und es gibt halt so typische Club -Startplätze. Und darauf ist man dann beschränkt?

16:33Ulrike Juese

Nein, du kannst fliegen, wo du willst. Das ist das Wunderschöne hier im Land. Du kannst starten, wo du willst. Du kannst landen, wo du willst. Natürlich haben wir auch ein Luftrecht. Das soll man natürlich einhalten. Also TMA gibt es auch hier oben und Control Areas und so weiter. Also da natürlich nicht. Also das muss man natürlich können. Genauso wie auch in Deutschland. Aber ansonsten, wenn du keinerlei Luftraumsbeschränkungen hast, darfst du starten und landen, wo du möchtest.

17:02Lucian Haas

Welche Gleitschirmfliegen gibt es überhaupt so in Norwegen? Nur um mal so eine Vorstellung zu haben. So ungefähr vielleicht. Weißt du ja, so eine Pi mal Daumen Zahl. Oh. Sind das ein paar Hundert, ein paar Tausend? Gute

17:13Ulrike Juese

Frage.

17:15Ulrike Juese

Also ein paar Tausend ganz bestimmt nicht. Sagen wir mal ein paar Hundert. Aber das mit einer Prise Salz. Ich weiß es nicht.

17:26Lucian Haas

Und wie viele Clubs gibt es dann so, wenn du sagst, man ist meistens in Clubs organisiert?

17:30Ulrike Juese

Es sind so in etwa fünf große Clubs und dann viele kleine. Also ein Club kann ja schon einfach eine Handvoll Piloten sein, die dann sagen, wir machen uns unseren eigenen Club. Es ist keine große Community hier. Das ist wirklich sehr überschaubar.

17:45Lucian Haas

Das heißt, du kennst auch die meisten davon. Bisschen übertrieben gesagt.

17:50Ulrike Juese

Ich würde behaupten, ich kenne die meisten Streckenflieger. Oder ich kenne alle Streckenflieger. Mehr oder weniger.

17:57Lucian Haas

Ja. Okay, dann sag mal, wie viele Streckenflieger gibt es denn in Norwegen?

18:04Ulrike Juese

Oh, schwierige Frage.

18:07Ulrike Juese

Durchzählen.

18:10Ulrike Juese

Tja, sagen wir mal 50 Aktive vielleicht.

18:14Lucian Haas

Das ist so gesehen nicht viel. Das heißt, die aktiven Streckenflieger sind die, die auch in irgendwelchen Streckenflug -Liga mitfliegen. Oder irgendwie sagen, hier, ich stelle meine Flüge auf dem Server ein. Wo man sehen kann. Okay, das sind immer die 50 gleichen Namen, die dort auftauchen.

18:30Ulrike Juese

Ja, also sagen wir mal 50 bis 100. Das ist ja dann doch wieder. Manche machen dann drei, vier tolle Flüge im Jahr und dann was anderes das restliche Jahr. Oder setzen mal ein Jahr aus und so weiter. Aber die meist Aktiven, die da wirklich um die ersten Plätze kämpfen, sind so etwa 50 vielleicht. Nicht unbedingt um die ersten Plätze kämpfen, aber die halt mit aktiv in diesen Ligas fliegen.

18:57Lucian Haas

Ist es denn besonders schwer in Norwegen auf Strecke zu gehen? Dass das so wenige machen, wenn du sagst, es gibt ein paar hundert Flieger, aber nur 50 gehen quasi dann auf Strecke so. Ist das eine besondere Herausforderung?

19:11Ulrike Juese

Ja und nein. Ich glaube eigentlich, dass es doch ein bisschen bis vor ein paar Jahren noch recht exotisch war. Aber da passiert gerade was. Also die letzten Jahre sind es einige mehr als vorher, die das überhaupt vorantreiben. Oder in Erwägung ziehen. Also ich glaube, das ist schon ein gewisser Trend zu sehen, dass es mehr und mehr interessant wird, für mehr Piloten auf Strecke zu gehen. Aber du hast ja auch viele Gebiete, wo es nicht ganz so einfach ist oder nicht ganz so trivial ist, auf Strecke zu gehen durch die fehlende Infrastruktur, kann man sagen. Also wenn du in manche Gegenden reinfliegst, dann weißt du nicht, ob du an dem Tag noch wieder rauskommst oder gar zurückkommst, da wo du angefangen hast.

19:56Ulrike Juese

Also das ist nicht wie in den alten Jahren. Es ist nicht so einfach, die Strecke zu halten, dass im Prinzip in jedes Tal da eine Straße geht, wo du dich an die Straße stellen kannst und zurücktrempen kannst. Und das gibt dir im Prinzip so eine gewisse Hemmschwelle da für Streckenfliegen. Das schon.

20:09Lucian Haas

Hast du diese Hemmschwelle auch?

20:11Ulrike Juese

Das Gegenteil. Ich sehne mich dazu, nicht wieder zurückzukommen.

20:19Lucian Haas

Das heißt, du gehst einfach an den Startplatz, startest irgendwo, lässt dich von der Thermik auftreiben und sagst jetzt egal. Ich gehe einfach. Fliegt meiner Nase nach. Egal, ob da unten eine Straße ist oder gar nichts. Also nur Wildnis.

20:34Ulrike Juese

Das ist das, was ich am liebsten mache, ja. Also an der Straße landen ist eigentlich der schlimmste Abschluss für eine Tour, finde ich. Irgendwo schön im Hinterland versenken, wenn spät am Abend. Das ist das Beste. Zelt aufbauen und bleiben. Am besten da, wo man neu starten kann am Tag danach. Das ist mein Favorit.

20:54Lucian Haas

Über dieses wilde Fliegen sprechen wir gleich nochmal. Eine Frage noch vorneweg. Ich habe ja gesehen, als Streckenfliegerin, die du ja auch bist, nimmst du auch an dieser norwegischen XC -Liga teil. Und das sogar sehr erfolgreich, wenn ich das richtig gesehen habe. Erzähl mal, was hast du da eigentlich schon gewonnen?

21:12Ulrike Juese

Ich hole ein klein wenig mehr aus. Weil ursprünglich habe ich das Gleitschirmfliegen angefangen, um Hike and Fly zu machen. Um das in meine anderen Aktivitäten einzubauen im Prinzip. Weil das fand ich den größten Reiz da. Dass man auf Berge steigen, klettern kann. Und dann wieder runterfliegen, damit man nicht runterlaufen muss. Weil das runterlaufen, absteigen ist ja immer so der langweilige Teil, finde ich. Habe dann aber ganz schnell herausgefunden, dass eigentlich Thermikfliegen super interessant ist. Dass es im Prinzip noch interessanter ist. Und dann dachte ich, na gut, wenn man das und Zelten oder von Hütte zu Hütte fliegen. Also in Norwegen geht man ja gerne wandern von Hütte zu Hütte. Und gerne auch mit Zelt dazwischen. Und wenn man das mit dem Fliegen kombinieren könnte, das wäre ziemlich genial. Und da dachte ich, na, da muss ich erst mal richtig gut werden im Fliegen. Und um richtig gut zu werden im Fliegen, muss ich erst mal richtig gut werden im Fliegen.

21:58Ulrike Juese

Und um richtig gut zu werden im Fliegen, muss ich erst mal richtig gut werden im Fliegen. Braucht man ja im Prinzip so einen Anreiz oder Punkte sammeln. Braucht man ja im Prinzip so einen Anreiz oder Punkte sammeln. In solchen Ligas ist immer eine ganz gute Strategie, dachte ich. In solchen Ligas ist immer eine ganz gute Strategie, dachte ich. Na, da habe ich halt das dann irgendwann, wo ich so einigermaßen Strecke gemeistert habe, habe ich mich dann in so eine Liga mit angemeldet. Das war in 2017, kann das stimmen? Das war in 2017, kann das stimmen? 17, 18, 19? Ja,

22:18Lucian Haas

ich glaube 2017 hast du die ersten Erfolge gemacht. Ja, ich glaube 2017 hast du die ersten Erfolge gemacht. Genau, 2017.

22:26Ulrike Juese

Ja, also das ist gleich die erste Saison eigentlich, wo ich mich in der Liga angemeldet habe. Da war ich dritter und war so, oi, wie, hä?

22:34Ulrike Juese

Also fast aus Versehen eigentlich, aber das hat ja dann schon doch das Interesse gesteigert, da weiterzumachen.

22:41Lucian Haas

Dritte der Frauenwertung?

22:44Ulrike Juese

Nein, Frauenwertung gibt es hier nicht. So viele Piloten sind wir gar nicht. Also wir haben nur eine Wertung. Und das sind alle Klassen und Männer und Frauen alles in einem Sammeltopf. Alles

22:56Lucian Haas

in einem Sammeltopf. Das heißt, es gibt eh nur diese 50 Flieger oder Fliegerinnen und da kann man gar nicht viele Wertungen machen, sondern es gibt dann eh nur eine, in der alle mitfliegen. Werden denn dann da auch die verschiedensten Schirmklassen irgendwie mit einem Faktor gewertet oder fliegt da einer, wenn da ein ENA -Schirm fliegt, dann hat er halt Pech gehabt, leistungsmäßig gesehen?

23:14Ulrike Juese

Da hast du Pech gehabt. Und wenn du einen kleinen C -Schirm hast und die ganzen anderen haben, alle anderen haben D -Schirme, dann hast du im Prinzip auch Pech gehabt, dann musst du halt besser fliegen. Ganz einfach. Dann

23:25Lucian Haas

verstehe ich richtig, du fliegst einen kleinen C -Schirm. Genau. Und die meisten leistungsmäßig orientierten anderen Streckenflieger in Norwegen fliegen gestrecktere Sicheln mit einem D davor. Genau. Dann warst du aber wohl ziemlich gut, weil du hast ja dann 2017, wenn du da schon Dritte warst, ich glaube 2018 oder 2019, irgendwann hast du ja sogar mal diese XC -Liga gewonnen.

23:47Ulrike Juese

Ja, das war glaube ich mein zweites Jahr in der Liga. Da habe ich dann sogar gewonnen. Das war schön. Wie

23:55Lucian Haas

ist das angekommen, dass da eine Frau plötzlich gewinnt? Oder ist das in Norwegen, wo Frauen viel mehr vielleicht als in, also in den nordischen Ländern, wo Frauen eh auch in der Politik und sonst was viel normaler ist, dass das alles gleich gewertet ist, wird das auch völlig akzeptiert, dass da auch eine Frau unter Fliegern vorne an der Spitze steht? Oder ist das auch in Norwegen noch was Besonderes?

24:18Ulrike Juese

Also wie das angenommen oder wie das kommuniziert wird, weiß ich gar nicht. Oder wie man darüber denkt, weiß ich auch nicht. Also das war nicht groß, das ist nie ein Gesprächsthema. Aber es gibt wenig, leider auch hier wenig Frauen, die überhaupt Strecke fliegen. Sehr wenig.

24:34Lucian Haas

Das wären jetzt die Streckenflieger. Und wenn du so die Gesamtflieger anguckst, ist da die Frauenquote auch in Norwegen nur so die 10 Prozent, die es auch im Alpenraum so gibt? Oder ist die in Norwegen vielleicht höher?

24:44Ulrike Juese

Nein, auch das Gleiche. Zu wenig, zu niedrige Frauenquote. Leider, leider.

24:51Lucian Haas

Könntest du da nicht als Beispielfrau mehr Leute anrufen? Leider, leider. Wo verbringst du eigentlich auch diese Anlocken in Norwegen, dann fliegen zu kommen?

24:56Ulrike Juese

Das hoffe ich ja. Das wäre ja schön, das wäre ein schöner Bay -Effekt.

25:01Lucian Haas

Gehst du denn bei deinen Streckenflügen eigentlich immer alleine fliegen? Oder macht man das dann in Norwegen, dass man viel zusammen fliegen geht? Gerade, weil es auch so eine Wildnis ist, wo man sagt, da will ich mich vielleicht gar nicht so alleine hineinbewegen?

25:14Ulrike Juese

Ja, das ist schon. Wir verabredeten uns schon zum Starten. Das ist wahrscheinlich auch nicht anders als in anderen Ländern, dass man da im Prinzip meistens so eine Gruppe ist, die dann sich am Stadtplatz trifft frühs und dass man dann zusammen losfliegt und viele oder die meisten, würde ich auch fast behaupten, fliegen auch gerne zu zweit oder zu dritt oder in einer Gruppe da zumindest am Anfang oder den ersten Teil oder einen Großteil der Strecke. Ich fliege meistens meine eigenen Dinge. Ich habe irgendwie einen anderen Flugstil und passe da nicht so gut rein und habe so meine eigenen Ideen, wie ich den Tag am besten fliege und setze mich dann eigentlich meistens nach der...

26:01Lucian Haas

Dann erzähl mal, was ist das Besondere an deinem Flugstil?

26:04Ulrike Juese

Das Erste haben wir ja schon kurz besprochen. Das ist, dass ich einen C -Schirm fliege und dann auch den kleinsten dazu. Also ich bin ein leichter Pilot. Und wir sind ja dann meistens doch langsamer, deutlich langsamer. Das heißt, wenn ich jetzt mit einem D -Schirm mithalten möchte, dann fliege ich vollbeschleunigt den ganzen Tag und das mag ich nicht unbedingt.

26:26Ulrike Juese

Mich stresst das. Ich merke auch, dass ich mich da nicht mehr so richtig um das Drumherum konzentrieren kann, dass ich im Prinzip nur damit beschäftigt bin, da den Anschluss nicht zu verlieren. Und das mag ich gar nicht. Das stresst mich sehr. Und das nimmt auch so ein bisschen den Fokus. Weg von den schönen Dingen des Fliegens, diesen spielerischen und entdeckerischen und dass man im Prinzip seinen eigenen Intuitionen folgt und nicht anderen. Also meistens fliege ich eigentlich alleine. So bestimmt 80, 90 Prozent meiner Flüge fliege ich ganz alleine nach dem Start. Und dann auch natürlich meine Einstellung, dass ich am liebsten weg von Straßen und weg von Tänen...

27:12Ulrike Juese

... und rein in Gebiete, wo ich vorher noch nicht geflogen bin oder wo vorher noch niemand geflogen ist. Während viele andere Piloten dann doch mehr den Rennstrecken folgen. Das ist im Prinzip auch hier nicht anders als in den Alpen, dass dann im Prinzip einige Strecken sich besonders da eignen, um weit zu kommen, um viele Kilometer zu machen und viele Punkte zu machen. Und mich ziehen dann doch mehr die abgelegenen Ecken an, die normalerweise keine lang fliegt und wo ich noch nicht lang geflogen bin.

27:42Ulrike Juese

Also der Kopf braucht irgendwie neue Blickwinkel und neue Aussichten. Also wenn ich eine Strecke vorher schon mal geflogen bin, dann habe ich die gemacht, dann bin ich fertig damit. Dann brauche ich was Neues das nächste Mal. Wenn ich am gleichen Stadtberg stehe, dann will ich eine andere Richtung ausprobieren und was Neues entdecken und nicht nochmal das Gleiche machen. Aber da bin ich, glaube ich, ein bisschen seltsam.

28:06Lucian Haas

Fliegst du dann nie eine Strecke zweimal?

28:08Ulrike Juese

Also manche Strecken muss man öfter fliegen. Und das allein aus dem Grund, wenn man im Frühjahr anfängt zu fliegen hier oben, also die ersten guten Flugtage, da ist man sehr eingeschränkt durch den Schnee. Und da hast du im Prinzip, also ich fliege ja meistens im Südosten des Landes, da hast du einige Haupttäler, also eigentlich drei, vier Haupttäler. Und da ist dann schon kein Schnee mehr im Tal, aber oben auf den Hochplateaus, die diese Täler voneinander abgrenzen, hast du noch geschlossene Schneedecke. Und du kannst da im Prinzip gar nicht drüber fliegen. Also du bist eigentlich den ersten Monat. Also bis Ende Mai auf jeden Fall bist du gezwungen, den Tälern entlang zu fliegen. Da kannst du nichts anderes machen. Weil sobald du dich davon entfernst, dann geht es nur noch Richtung Landung. Und da landest du im Schnee und da hast du dann echte Probleme.

28:56Lucian Haas

Das wäre dann aber nur das Frühjahr. Im Sommer ist dann der Schnee weggetaut und du kannst weitgehend fliegen, wo du willst. Also musst du jetzt gar keine Rücksicht mehr leben?

29:05Ulrike Juese

Genauso. Und da fliege ich dann dahin, wo ich gerne möchte. Ich fliege recht viel. Also freie Strecke heißt es auf Deutsch, oder? Also wenn man keine Dreiecke fliegt. Also von A nach B im Prinzip. Und das aus dem Grund, weil ja Norwegen doch recht windig ist. Also Dreiecke fliegen hier. Da bist du oftmals sehr im Gegenwind gefangen. Und es lohnt sich eigentlich, wenn du ein Stückchen wegfliegen willst, eigentlich mit dem Wind zu fliegen. Und dann lasse ich eigentlich meine Strecke vom Wind bestimmen.

29:37Lucian Haas

Das heißt, du steigst auf, hängst dich in den Wind, lässt dich verblasen und guckst dir dabei die Landschaft an.

29:43Ulrike Juese

Ja. Ich weiß natürlich, wo der Wind hinbläst. Ich habe Wettercheck vorher gemacht. Also ich habe schon eine Idee vorher, welche Windrichtung da ist und was sich da lohnt zu fliegen. Und man muss ja auch, ich meine, Norwegen ist ja nicht so groß. Man muss ja auch im Prinzip den Stadtplatz intelligent wählen. Wenn man weit fliegen möchte, muss man ja den Stadtplatz so weit verschieben, dass man im Prinzip genug Strecke hat, bevor man irgendwo am Meer steht.

30:09Lucian Haas

Wenn du jetzt solche Flüge machst, dann weißt du, woher der Wind kommt und sowas. Was bereitest du das auch noch anderweitig größer vor, indem du dir auch Wegpunkte setzt? Oder sagst du, nein, das ist ein wildes Fliegen, ein wildes drauf losfliegen. Ich gucke mal einfach, wo es mich hintreibt und dann schaue ich mal, wo ich lande. Und dann muss ich von dort aus mal gucken, wie ich auch wieder zurückkomme.

30:32Ulrike Juese

Nicht, nein, eigentlich nicht. Weder noch. Ich setze mir selten feste Wegpunkte. Also auf jeden Fall setze ich mir nichts ins Instrument oder irgendwelche Turnpoints oder sowas. Seitdem ich fliege in ein Dreieck und möchte gerne Punkte jagen, dann braucht es natürlich sowas. Aber ich plane schon genau, auf jeden Fall Plan A, Plan B, vielleicht noch ein Plan C, was der Tag bringen könnte. Weil wir haben ja auch zum Beispiel hier einen Luftraum, der nicht ganz so einfach ist. Man muss sich ja auch um alle diese Luftraumseinschränkungen rumnavigieren und sich da nicht irgendwo in eine blöde Situation setzen, dass du irgendwo landen musst, weil du nicht drumherum kommst. Also das schränkt ja so einiges die Möglichkeiten ein, leider.

31:19Ulrike Juese

Und dann ist ja auch das Wetter nicht überall ideell an einem Tag. Also man versucht ja dann auch die Route so zu legen, dass du im Prinzip das beste Wetter den ganzen Tag hast oder die beste Thermik durch den ganzen Tag hinweg, auch abends noch und die gleiche Windrichtung. Also es ist schon ein sehr detaillierter Wettercheck, der da, bevor ich überhaupt fliegen gehe, notwendig ist. Also in der Saison. Flugsaison benutze ich sehr viel Zeit für Wettercheck, fast täglich.

31:49Lucian Haas

Wenn du jetzt fliegen gehst und sagst, okay, ich weiß, wo ich starte, ich weiß, wo mein Wind mich wahrscheinlich in ungefähr hinwehen wird, der Wind wird erträglich sein. Was nimmst du denn, gerade wenn es so in die Wildnis geht, was nimmst du denn da als Ausrüstung dann mit, auch sicherheitstechnisch? Wenn du sagst, das ist ja abseits der Zivilisation, wo du dann teilweise vielleicht da rum bist. Also hast du dann einen InReach, einen Satellitentracker oder sonst was alles dabei? Was gehört für deine Ausrüstung allein aus Gründen der Wildnis, was gehört dazu?

32:22Ulrike Juese

Also ich habe einen Spot dabei, das ist richtig. Seit einigen Jahren habe ich immer den dabei. Telefon natürlich, auch wenn man ja nicht überall Netz hat, auch wie in den Alpen im Prinzip. Und ich habe immer Übernachtungsausrüstung dabei und genug Essen für zwei, drei Tage eigentlich. Das heißt, ich kann da schon einige Tage unterwegs sein und recht spontan auch mich umentscheiden, wenn das Wetter anders oder der Wind und die Bedingungen anders sind, als der Wetterbericht das vorausgesagt hat. Weil das stimmt ja nicht immer alles, gerade hier oben nicht immer. Also ich habe alles dabei, genug Klamotten und so weiter. Einzige, was man nicht dabei haben muss, ist Wasser. Das gibt es ja überall, wo man landet. Egal, wo man landet, hat man Wasser. Das, was man mithaben muss, ist ein Bier. Das gibt es garantiert nicht, da wo man landet, also wo ich lande.

33:11Ulrike Juese

Ja, das sind so die Grundausrüstung.

33:15Lucian Haas

Ein Zelt ist dabei? Ja. Ein Schlafsack ist dabei immer? Ja, genau. Das ist so ein ganz kleines Ein -Mann -Zelt, oder wie hat man sich das vorzustellen?

33:22Ulrike Juese

Genau, das ist ein Zelt, was man auch gleichzeitig als Regenklamotte benutzen kann. Also ein Poncho -Zelt nennt sich das.

33:30Lucian Haas

Und dann hast du halt einen Wanderstock, den du dann zum Aufstellen von deinem Poncho dann nutzt und darunter kannst du dann schlafen. Das

33:39Ulrike Juese

ist sehr richtig, genauso. Und eine kleine Luftmatratze. Und da hat man im Prinzip... Im Prinzip alles, was man braucht.

33:46Lucian Haas

Bei wie vielen deiner Flügel passiert dir das, dass du das wirklich auch einsetzen musst? Jetzt nicht geplant, weil du sagst, ich will eh zwei, drei Tage mehrere Strecken vielleicht aneinanderhängen, also so einen Hike -and -Fly -Trip machen, sondern wirklich, dass du sagst, ich bin jetzt losgeflogen und letzten Endes musste ich irgendwo in der Wildnis übernachten und bin erst am nächsten Tag oder wann auch immer zurückgekommen.

34:11Ulrike Juese

Also müssen kommt drauf an, was... Also man kann ja jederzeit... Man kann ja jederzeit die Nacht durchlaufen. Also die Tage sind ja hier so lang. Im Hochsommer wird es ja fast gar nicht dunkel. Also es wird dann irgendwann um elf dämmerig und um zwei fängt es wieder an, hell zu werden. Also im Prinzip kannst du ja... Brauchst du das gar nicht. Du kannst jederzeit, auch egal, wenn du dich richtig mitten in Jotunheimen versenkst, kannst du schon innerhalb von acht Stunden oder so zurückwandern zu einer Straße und dann da zurücktrempen, wenn du das gerne möchtest. Aber ich finde es eigentlich... schöner, da zu bleiben, wo ich lande. Also ich habe es eigentlich nie drauf angelegt. Und außerdem kann man ja auch, wenn man das Land und die Gegenden gut genug kennt und das kann ich mittlerweile, weiß man ja auch, wo man wieder starten kann am nächsten Tag.

35:00Ulrike Juese

Also eigentlich ist es ja das Schönste, da einfach dort zu bleiben oder auch die Landung so zu legen, dass man weiß, es ist eine kleine Wanderung zum nächsten Startplatz. Oder man landet einfach da, wo man am nächsten Tag starten kann. Das finde ich eigentlich interessanter, als da alles drauf zu setzen, wieder rauszukommen. Es sei denn, klar, wenn man natürlich am nächsten Tag arbeiten muss, man muss zurückkommen, dann muss man das halt machen. Aber das ist noch nie passiert, dass ich eigentlich zurück musste und es nicht geschafft habe oder dass ich da übernachten musste, auch wenn ich es nicht wollte. Das ist mir Gott sei Dank noch nie passiert, nein.

35:38Lucian Haas

Wenn du eine Arbeit hast, die wahrscheinlich von Montag bis Freitag geht, dann hast du immer das Wochenende zum Fliegen. Dann ist aber das, was du da machst, das ist das, was du da machst. Das ist aber der Hauptproblem. Der Hauptflugtag, der Samstag, weil du sonntags immer sagen musst, ich muss irgendwie dann doch wieder zurückkommen.

35:50Ulrike Juese

Ja, ich habe ja Gott sei Dank eine Arbeit, die recht flexibel ist. Also ich versuche dann schon immer, wenn die guten Flugtage, das sind ja nicht viele gute Flugtage hier oben. Und die richtig guten Flugtage versuche ich dann schon, dass ich die freinehme, auch wenn es unter der Woche ist und dann auch gerne den Tag darauf noch frei habe, damit ich eben die Möglichkeiten habe, das zu verbinden.

36:13Lucian Haas

Jetzt gerade im vergangenen Jahr, also 2021 habe ich gesehen, da hast du auch einige Hike -and -Fly -Touren unternommen und bist dann durch Nationalparks in Norwegen unterwegs gewesen. Darf man da überhaupt ganz normal fliegen in solchen Nationalparks?

36:30Ulrike Juese

Nicht in allen. Das ist etwas unterschiedlich. Das heißt, es gibt einen Nationalpark, wo das Starten verboten ist und das geplante Landen verboten ist. Also das ist der Rondane -Nationalpark. Das ist wegen den wilden Renntieren dort, die sehr scheu sind. Und da möchte man, also im Ausgangspunkt möchte man Kiten im Winter verbieten. Und da hat der Gesetzgeber Kiten und Paragleiten oder Gleitschirm da im Prinzip in eine Kategorie da reingestellt. Und da ist jetzt leider Gottes zurzeit das Starten verboten. Ansonsten kann man ja dorthin fliegen von woanders und durchfliegen und machen sich das. Und das ist ein sehr guter Ort. Da muss man landen, so ist das erlaubt.

37:16Ulrike Juese

Aber an allen anderen Nationalparks ist es erlaubt, sowohl zu starten als auch zu landen. Da sind eigentlich keine weiteren Einschränkungen.

37:24Lucian Haas

Das heißt, man kann in einen solchen Nationalpark reisen, dann sagen, ich laufe jetzt hier irgendwo einen Berg hoch und sage, das ist jetzt mein Startberg und dann starte ich dort.

37:33Ulrike Juese

Ja, genau. Wenn es startbar ist. Norwegen ist ja recht steinig, zumindest auf Bergspitzen ist ja meistens so steinig, dass du gar nicht starten kannst. Und in Norwegen die Baumgrenze auf etwa, also jetzt rede ich von Südnorwegen, das ist ja die Gegend, wo ich am meisten fliege eigentlich, also südlich von Trondheim, da liegt die Baumgrenze auf etwa 1000 Meter und über 1400 in etwa hast du dann eigentlich nur noch Geröll und Stein und Fels. Die höchsten Berge sind auf 2400 und die Täler liegen so im Schnitt, also zumindest im Hochgebirge im Schnitt auf 600, 700 Höhenmeter. Also du hast eigentlich gar nicht so viele Höhenmeter. Das ist eine sehr effektive Starthöhe.

38:17Lucian Haas

Weil man eben aus dem Fels nicht raus kann, man kann nicht bis ganz oben.

38:20Ulrike Juese

Genau, ein Geröllhaufen.

38:23Lucian Haas

Wie sieht das dann aus, also wonach wählst du dann solche Startplätze aus? Wenn du sagst, ich gehe jetzt in so einen Nationalpark, da war ich vielleicht vorher noch nie, bin da noch nicht gestartet, guckst du dann sowas auch in Google Earth oder sonst was an, wo man sagen könnte, da kann ich vielleicht dann starten, dort wandere ich mal hin und hoffe mal, dass ich dort auch eine geröllfreie Fläche für mich finde?

38:43Ulrike Juese

Genau. Nun bin ich schon sehr, sehr viele Gegenden zu Fuß gewesen oder per Ski, auch per Ski sieht man sehr gut, wie in Bergen ist ja oftmals alles verblasen, der Schnee verblasen, also du siehst dann schon, ob das sehr steinig ist oder ob da die Mose und sowas rausgucken oder auch im Sommer halt zu Fuß. Also ich kenne ja sehr, sehr viele Gegenden, sehr viele Berge auch von vorher schon und weiß, wie die ausschauen, aber ansonsten Google Earth ist sehr gut, Instagram ist perfekt. Um sowas rauszufinden.

39:18Ulrike Juese

Im frühen Sommer hat man ja Schneefelder noch, die man benutzen kann, aber die gehen ja dann nicht, wenn du Südwind hast zum Beispiel, dann ist das wieder schwieriger, aber bei allen anderen Wetterlagen kann man auch Schneefelder benutzen. Oder man versucht halt, man geht halt auf gut Glück und weiß, also über so etwa 1400 ist die Grenze, wo man starten kann und wenn man dann einen Startplatz auf 1400 findet, dann ist meistens irgendwo ein kleines Fleckchen mit Mosen, wo man noch den Schirm auslegen kann, aber man muss im Prinzip sehr genügsam sein und auf kleinstem Areal starten können, das ist schon ein Vorteil.

39:52Lucian Haas

Und wie sieht das mit dem Landen aus, wenn du sagst, ich fliege da einfach in die Wildnis hinaus, ist da viel Wald, wo man sagen muss, das ist eigentlich unlandbares Gebiet oder ist es, weil viel Flechten, Mosen, sonstiges niedriges Gebüsch da ist, wo man eigentlich sagen kann, man könnte fast überall dort dann landen, wenn es einen in welcher Form auch irgendwie dann dort absetzt?

40:11Ulrike Juese

Naja, das kommt auch wieder ganz darauf an, wo du bist und wo du landest, in welcher Region in Norwegen, das ist ja doch sehr unterschiedliche Geografie und Topografie von Landsteil zu Landsteil. Östlich der Hauptgebirge im Prinzip, so östlich von, ich weiß nicht, ob der Jotunheimen ein Begriff ist, also du hast ja ganz Südnorwegen ist im Prinzip, kann man ganz grob einteilen, in Westland, also das typische Fjordland, was man dann auf den ganzen Reklameplakaten sieht, also wo du die Fjorde hast und schöne Berge. Und dann hast du den Osten des Landes, das ist dann mehr Hochebenen mit U -Tälern bis hin zum Flachland und zwischen Ost und West hast du im Prinzip ein Hochgebirgsgebiet, was so die Wetterscheide zwischen West und Ost bildet.

41:00Ulrike Juese

Und in der Gegend hast du halt relativ hochgelegene Täler, die bis zu über der Baumgrenze liegen und da ist teilweise gut landbar und teilweise Geröll fällt ohne Ende. Wo du eigentlich gar nicht landen kannst, also entweder oder.

41:17Ulrike Juese

Während östlich von diesen Gebirgen doch meistens auch Täler mit Landwirtschaft, Feldern oder Wäldern hast, niedriger gelegene Täler, wo es sehr, sehr einfach ist zu landen, also meistens sehr, sehr einfach ist, was zu finden. Während im Westen ist ja dann die Fjordlandschaft und da hast du dann Wasser im Talboden, also im Fjord landen ist keine gute Idee und viele Ecken dort sind auch sehr anspruchsvoll, um Landungen zu finden.

41:45Lucian Haas

Das heißt, dein Lieblings - oder wahrscheinlich auch Hauptfluggebiet ist dieses Mittelgebiet, wo du sagst, in den Bergen, wo man dann am besten dort fliegen kann.

41:52Ulrike Juese

Ja, für Streckenfliegen ist eigentlich der Osten das Beste, weil es doch um einiges trockener ist. Also das ist oft im Regenschatten, die ganzen Fronten, die da reinkommen vom Westen, die regnen sich im Westland ab und auch zum großen Teil im Hochgebirge, wo sich die Wolken stauen. Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Dann hinter dieser Wand im Prinzip hast du doch die ganzen trockenen Gebiete mit den Hochebenen. Da ist schon vom Streckenfliegen her die besten Bedingungen und die längste Saison vor allem. In dem Hochgebirgsgebiet hast du eine sehr, sehr kurze Saison. Also das fängt dann irgendwann im Juli an und hört Ende August auf. Sehr, sehr kurz.

42:37Lucian Haas

Du hast jetzt gerade schon oder vorhin mal diesen Begriff oder den Namen Jotunheimen genannt als ein Nationalpark. Wo du auch so eine Hike -and -Fly -Tour gemacht hast. Erzähl mal ein bisschen über so eine Tour. Was sieht man da, wenn du da fliegerisch unterwegs bist?

42:54Ulrike Juese

Jotunheimen ist ja eine ganz alpine Gegend. Gar nicht so unterschiedlich von Alpengegend, wenn man davon absieht, dass die Täler nicht erschlossen sind. Also du hast keinerlei Straßen oder Infrastruktur in den Tälern in der ganzen Gegend dort. Es ist etwa eine Streckung von 50 mal 50 Kilometer vielleicht die Drehe. Das Gebiet, höchste Berg ist auf 2490 die Drehe. Ich bin dort sehr viel gewesen, sowohl zum Klettern als auch zum Wandern und Skifahren. Also ich kenne die Gegend eigentlich sehr gut von vorher schon. Aber geflogen bin ich dort vorher, also vor dem letzten Sommer eigentlich kaum.

43:41Ulrike Juese

Also ich habe mal so ein paar kleine Abstecher. Ich habe da reingemacht oder so gestreift im Prinzip, so die Außenbezirke. Und das hat auch eigentlich kein anderer weiter groß gemacht. Also wenn du dir mal so diese Heatmaps anguckst, das ist so ein Riesengebiet, was im Prinzip keine Linien drin hat von anderen Streckenfliegern. Das hat mich dann also schon immer, schon seit Jahren hat mich das gereizt, da mal reinzufliegen. Es sind aber wenige Tage im Jahr, wo das wirklich geht. Und letztes Jahr war eigentlich ganz fantastisch. Das waren zwei verlängerte Wochenende. Also gerade auch Wochenende, die da wirklich spitzen Bedingungen hatten mit kaum Wind, richtiger Hochdruck Ende August, wunderschöne Thermik. Eigentlich die perfekten Bedingungen, um da reinzufliegen. Und da hatte ich auch dann zwei Biwaktouren da gemacht.

44:30Ulrike Juese

Und das ist eigentlich ganz fantastisch, da an Bergspitzen vorbeizufliegen und an solchen Strecken oder solche Kletterstrecken, die man da vorher schon geklettert ist, an Bergspitzen mal hochgeflogen. Wenn man da rüber gelaufen ist und Ski gefahren ist, da drüber zu fliegen, das ist schon sehr, sehr speziell, wenn man das das erste Mal macht und weiß, dass auch noch nie jemand anders drüber geflogen ist. Mit Gleitschirm, das ist schon sehr schick.

44:55Lucian Haas

Was reizt dich so an diesem Wildnisfliegen oder wirklich zu sagen, ich war hier die Erste und so? Was zieht dich dorthin?

45:06Ulrike Juese

Nicht unbedingt, dass ich die Erste bin. Ich bin mehr so dieser Entdeckerdrang, den ich vorhin schon genannt hatte, dass ich sehr gerne Landschaften auf verschiedene Art und Weise entdecken möchte. Ich finde das ein ganz anderes Erlebnis, wenn man da per Ski unterwegs ist und dann ein Jahr später da durchfliegt, weil es gibt ganz andere Eindrücke. Man sieht die Landschaft von einem anderen Blickwinkel ganz natürlich und man benutzt im Prinzip die Bedingungen, die die Natur einem gibt, um sich da durchzubewegen. Also ist da Schnee, kann man den dazu benutzen, per Ski durchzufahren, legt Eis auf den Seen, die sie da durchziehen und man beherrscht das Schlittschuhfahren dadurch. Dann kann man das machen und beherrscht man Fliegen zu einem gewissen Niveau.

45:55Ulrike Juese

Dann kann man da durchfliegen und im Prinzip die Landschaft dadurch erkunden auf eine ganz andere Weise. Oder kann man, wenn man klettern kann und das beherrscht, klettern ohne Bohrhaken, ist ja das Klettern in Norwegen, dann kann man das auf diese Weise erkunden. Und für sich erforschen und entdecken. Das ist eigentlich das, was ich an all meinen Aktivitäten, die ich mache, so schön finde, dass man das im Prinzip auf, man bewegt sich nicht auf irgendwelchen menschengeschaffenen Anlagen, also solche Liftanlagen zum Beispiel oder Kletteranlagen oder so, dass man im Prinzip das Handwerk selber beherrscht und die Bedingungen versteht und die ganze Theorie umsetzt und im Prinzip,

46:43Ulrike Juese

die Natur, ach, wie kann man das auf Deutsch sagen?

46:51Ulrike Juese

Du

46:52Lucian Haas

würdest es auf Norwegisch, sag es einfach mal auf Norwegisch, vielleicht fällt es dir dann ja auf Deutsch noch wieder ein.

46:56Ulrike Juese

Ja, auf Norwegisch ist es viel einfacher, sich im Prinzip im Einklang mit der Natur von A nach B zu bewegen. Das finde ich eigentlich sehr schön, diesen Reiz, der selber verantwortlich zu sein, sich durch eine Landschaft zu navigieren und Entscheidungen zu treffen. Und die gegebenen Bedingungen zu verstehen und zu benutzen, da im Prinzip, um sich durchzubewegen. Das ist so der Reiz von den ganzen Aktivitäten. Das muss nicht unbedingt Fliegen sein, das kann gerne eine andere Aktivität sein.

47:27Lucian Haas

Wenn du jetzt mal diese verschiedensten Aktivitäten vergleichst, die du da machst, was findest du für dich das Reizvolle dann am Fliegen, beim Erkunden von solchen Landschaften?

47:41Ulrike Juese

Das ist eine schwierige Frage. Aber Fliegen ist ja faszinierend. Und das finde ich, und das denke ich mal, finden die meisten, dass Fliegen faszinierend ist, dass man im Prinzip mit einem Nylontuch sich in Warmluft nach oben bewegt, um sich dann weiter nach vorne zu bewegen, bis man die nächste Warmluft findet. Also das ist so viel angewandte Theorie eigentlich, so viel mehr als bei anderen Aktivitäten. Fliegen ist ja im Prinzip ein Traum der Menschheit, oder? Schon als Kind, wenn man dann die Drachen da irgendwo im Gebirge gesehen hat, dann so, oh, fantastisch, das ist ja fast übernatürlich, dass das überhaupt so ist. Und ich glaube, die Faszination, die hat man immer, die wird man gar nicht mehr los, wenn man es einmal probiert hat. Dass es funktioniert und dass es so gut funktioniert, dass man sich damit so weit transportieren kann.

48:30Ulrike Juese

Immer wieder faszinierend, wenn man weit geflogen ist und irgendwo landet und dann die Einheimischen da trifft, um irgendwie zu trampen oder so, und die dann fragen, bist du unterwegs, zu Fuß wandern und so, mit deinem großen Rucksack, wo kommst du denn her? Und dann sagst du, ich bin geflogen, ich komme von Oslo und bin gestern da. 150 Kilometer von Oslo nach irgendwo, da, wo ich gelandet bin, geflogen. Die gucken einen immer ganz groß an, wie jetzt, mit dem, und wo ist dein Motor? Der Motor ist da oben am Himmel, das ist die Sonne.

49:01Ulrike Juese

Und das ist einfach, also für uns ist das mittlerweile fast normal, weil wir das, weil wir wissen, wie es funktioniert. Man denkt nicht mehr so groß drüber nach, aber wenn man wirklich mal drüber nachdenkt, ist es ganz schön faszinierend, dass das funktioniert, dass man das machen kann. Ja, einfach so.

49:18Lucian Haas

Ich stelle mir vor, dass du wahrscheinlich, wenn du Skitouren gehst oder wenn du deine Schlittschuhtouren machst und da wandern oder klettern gehst, dass du das auch häufiger in Begleitung mit anderen machst. Klettern ist ja auch häufig, dass man sich gegenseitig dann absichert und sonstiges. Fliegen ist dann aber etwas, wo du sagst, das mache ich eigentlich komplett alleine, auch weil wir vielleicht am selben Startplatz starten, aber ich bin dann ganz schnell auf meinen eigenen Routen unterwegs, die anderen sind viel schneller und ich will mein eigenes Ding machen und sonstiges. Was du da gesagt hast. Inwieweit ist es dieses Alleine -Sein in einer solchen Wildnis, ist das für dich ein Hochgenuss und inwieweit empfindest du dabei auch manchmal Angst?

49:57Ulrike Juese

Keine Angst, nur Genuss. Eigentlich, ich mag das sehr, sehr gerne. Ich mag auch sehr gerne ansonsten alleine unterwegs sein. Mache ich zwar nicht, nicht immer. Und manche Aktivität, also Schlittschuhfahren zum Beispiel, die Sicherheit baut darauf, dass man nicht alleine unterwegs ist. Und da sind wir auch relativ streng. Beim Touren -Schlittschuhfahren fährt man nicht alleine. Aus sicherheitsmäßigen Gründen. Sowohl Ski als auch Wandern zu einem gewissen Teil klettern, mache ich sehr, sehr gerne alleine. Klettern natürlich, wenn man selber sichert, braucht man jemanden, der das Seil am anderen Ende hält. Da macht man auch nicht alleine. Aber ich mag ja auch sehr gerne mittlerweile in den alten Via Ferrata gehen.

50:42Ulrike Juese

Das mache ich dann auch sehr gerne alleine. Wenn da schon mal eine Einrichtung ist, die ich benutze, das ist eigentlich eine der wenigen Aktivitäten, die ich mache, wo andere was vorbereitet haben und eine sogenannte Anlage in den Bergen gebaut haben. Aber die nutze ich dann auch gerne. Ich mag eigentlich sehr das alleine unterwegs sein. Und weil es im Prinzip, wie ich eben schon gesagt habe, dass man seine eigenen Entscheidungen trifft. Man ist mehr auf sich gestellt und man beobachtet die Bedingungen, alleine, navigiert alleine. Man muss im Prinzip alle sein können, da alleine anwenden und die richtigen Entscheidungen alleine treffen. Das finde ich eigentlich sehr interessant. Und auch einfach, dass da abends alleine vorm Zelt sitzen oder am Feuer sitzen, in seinen eigenen Gedanken hängen.

51:34Ulrike Juese

Weil also gerade, wenn du den ganzen Tag geflogen bist, dann ist dein Gehirn auf Hochtouren. Und die ganze Zeit ist ja wie ein Schachspiel im Prinzip. Du bist ja hoch angespannt, denkst Strategie, Sicherheit, Bedingungen, Schachspiele. Stimmt es immer noch? Ist das so, wie ich gedacht habe? Stimmen die Prognosen? Oder ist irgendwas anderes? Du bist so angespannt den ganzen Tag, erlebst zu viel. Und das dann abends zu verarbeiten, finde ich eigentlich schon sehr schön, das alleine zu machen. Auch wenn es wiederum auch sehr schön ist. Aber anders, wenn man eine Strecke zu zweit geflogen, zu dritt, dass man dann sich da gegenseitig austauscht. Aber es ist anders einfach, wenn man zu zweit oder zu dritt landet. Haben wir dieses Jahr auch gemacht. Wir haben den Einflug dieses Jahr durch Jotunheimen in die letzte Tour sind wir sogar zu viert geflogen.

52:19Ulrike Juese

Das passiert mir sehr selten. Aber das war auch sehr schön, dann da abends zu viert jeder vor seinem kleinen Einmannszelt zu sitzen und in die Berge zu gucken und dann den Tag nochmal zu besprechen. Das ist auch sehr, sehr schön. Abwechslung.

52:37Lucian Haas

Wenn du da jetzt irgendwo in der Wildnis landest, jetzt könnte es ja mal passieren, dass du wirklich Pech hast und dich irgendwie an dem kleinen Geröll da vertrittst, oder sonst etwas passiert. Und jetzt bist du alleine unterwegs. Ist dir sowas schon mal passiert, dass du wirklich da irgendwo in der Wildnis saßt und sagst, Mist, ich komme jetzt aus eigenen Kräften hier nicht wieder raus?

53:00Ulrike Juese

Ja, das ist mir einmal passiert. Das ist auch schon eine Weile her.

53:06Ulrike Juese

Also normalerweise denke ich nicht so viel drüber nach. Auch jetzt nicht, selbst nachdem mir so ein Unfall passiert ist. Aber da war das tatsächlich so, dass ich auch eine harte Landung hatte. Mittlerweile vier, fünf Jahre her. Vier Jahre her. Und habe dann auch sofort gemerkt, dass ich hier besser nicht aus eigenen Kräften rauskommen sollte und musste Notruf absetzen. Damals noch ohne Spot, also ohne Satelliten -SOS -Knopf. Das war auch der Wendepunkt, wo ich gesagt habe, ich brauche doch so ein Ding, weil mein damaliges, nicht Smart -Telefon hatte einen so einen kleinen Balken, der mal kam und mal ging.

53:51Ulrike Juese

Also auch eine sehr unkünstige Stelle. Aber Notruf ging noch zur Notzentrale. Und die haben dann auch einen Helikopter geschickt.

54:01Ulrike Juese

Und der hat es auch gefunden.

54:04Ulrike Juese

Das ist schon eine seltsame Situation da. Da ganz alleine irgendwo. Da wusste auch keiner, wo ich war. Also zu der Zeit bin ich auch ganz ohne Tracking geflogen. Ganz alleine geflogen. Alle anderen, die an dem Tag gestartet sind, sind nicht da. Die sind wo ganz anders hingeflogen. Hat auch niemand auf Funk mehr. Und war da komplett im Prinzip alleine. In der Wildnis sozusagen.

54:26Ulrike Juese

Aber ist gut gegangen.

54:28Lucian Haas

Was ist dir da passiert? Ich meine, der Heli musste dich rausfliegen?

54:32Ulrike Juese

Ja, genau.

54:33Lucian Haas

Du warst eigentlich nur eine missglückte Landung.

54:37Ulrike Juese

Oder bist

54:38Lucian Haas

du anderweitig wirklich noch abgestürzt? Naja,

54:40Ulrike Juese

es war eine Notlandung, die halt mit Strömungsabriss und dann aus etwa 10 Meter auf den Rücken. Und das geht meistens nicht ganz so gut aus.

54:49Lucian Haas

Und dann wurdest du behandelt wahrscheinlich im Krankenhaus. Und das wurde stabilisiert und sonst was.

54:54Ulrike Juese

Ja, genau.

54:55Lucian Haas

Hast du aber keine bleibenden Schäden davon behalten?

54:57Ulrike Juese

Nein, Gott sei Dank nicht. Das ging sehr gut. Also ich habe wirklich Glück gehabt. Das war zwar ein instabiler Bruch, aber die haben das schön zusammengeschraubt. Hat alles gut geklappt und gut verheilt. Und merke davon nichts mehr. Bin auch dann nach zwei Monaten wieder in der Luft gewesen und weiter geflogen.

55:19Lucian Haas

Wie machst du das, dass dich so ein Unfall, was ja dann schon, gerade wenn man da irgendwo in der Wildnis liegt und sagt, ich bin jetzt hier wirklich hilflos und wirklich auf fremde Hilfe angewiesen, um hier überhaupt wieder rauszukommen. Wie hast du das gemacht, um da jetzt im Kopf nicht eine Sperre einzubauen, die sagt, du fliegst da nicht mehr in solche Wildnisgebiete hinein. Du traust dich ja noch voll dazu. Also wie hast du das geschafft, das zu überwinden? Es gibt ja einige Flieger oder Fliegerinnen, die nach solchen Erlebnissen, dann sich gar nicht mehr trauen zu fliegen und sagen, ich habe dann immer Angst, habe da eine Sperre und macht auch gar keinen Spaß eigentlich mehr dann.

55:57Ulrike Juese

Etwas Bedenken hatte ich da, bevor ich wieder fliegen war. Wie werde ich darauf reagieren? Weil das weiß man ja, dass man weiß nie, wie man auf sowas reagiert. Also das hätte ja sein können, aber habe ich eigentlich nie. Der Gedanke ist mir beim Fliegen nicht im Kopf, überhaupt gar nicht im Kopf. Ich habe keinerlei, Zweifel, dass ich so öde wie auch es nur möglich ist, fliegen gehen möchte.

56:26Ulrike Juese

Vielleicht auch, weil ich weiß, dass ich einen Spot dabei habe, kann schon sein.

56:31Ulrike Juese

Aber höchstwahrscheinlich ist es mir einfach so wichtig, dass ich im Prinzip die Prioritäten damit abgestimmt habe. Es ist mir zu wichtig, um es nicht zu machen.

56:40Lucian Haas

Der Reiz der Wildnis überstimmt alles andere, was du da noch hast.

56:47Ulrike Juese

Ich schätze mal, das ist der Hauptgrund, und ja.

56:50Lucian Haas

Wenn man jetzt als deutscher Pilot sagt, du, das klingt so toll, was die Ulrike da erzählt, ich möchte auch mal in diese Wildnis von Norwegen reisen und da fliegen gehen. Würdest du das empfehlen? A und B, wenn da jemand hinkommen soll, was sollte er können und worauf muss er auf jeden Fall achten?

57:09Ulrike Juese

Wo fangen wir an? Viel Zeit mitbringen. Ich habe ja angedeutet, dass man, es sind nicht allzu viele, also es kommt darauf an, was man fliegen möchte. Möchte man, wenn man Strecke fliegen, unbedingt viel Zeit mitbringen, weil es sind, manchmal gehen da drei, vier Wochen und du hast keinen vernünftigen Streckenflugtag dabei. Du kannst auch Glück haben und hast dann fünf, sechs in einer Woche. Weiß man halt nie. Das Wetter ist so wechselhaft. Wenn man sagt, in den Alpen wechselt das Wetter schnell, dann geht das noch schneller hier oben. Also man muss sehr, sehr gute Wetterkenntnisse haben, würde ich behaupten. Man muss auch sehr interessiert sein, das Wetter ständig zu checken. Wind ist ein, ein größeres Problem hier als in den Alpen. Also in den Alpen kannst du dich noch irgendwo verstecken, irgendwo, wo der Wind nicht richtig hinkommt.

57:57Ulrike Juese

Irgendwelche geschützten Gebiete oder so, das gibt es hier gar nicht. Wind ist meistens stärker, als er in der Prognose ist.

58:05Ulrike Juese

Ansonsten ist es von Vorteil, wenn man ein paar andere Hobbys noch hat, die da mit Outdoor -Aktivitäten zu tun haben, dass man im Prinzip die Zeit, die man nicht fliegen kann, auch schön verbringen kann. Also wenn man gerne wandert, wunderbar. Ein bisschen klettern, wunderbar. Oder halt früh in der Saison, wenn man hier im Mai auftaucht, wo schon die ersten richtig, richtig guten Flugtage sein können. Wenn man da gerne Ski läuft, also Backcountry -Ski, also abseits der Läupen und abseits der Alpinanlagen, dann ist es natürlich ein Riesenvorteil, weil dann hat man was zu tun an den Wartetagen und kann was richtig Schönes unternehmen.

58:42Ulrike Juese

Ansonsten, wenn man gerne Hike and Fly macht, also wirklich nur auf den Berg hochläuft und wieder abgeleitet, hat man doch mehr Möglichkeiten, also es sind doch mehr Tage, die da möglich sind. Und dann kann man natürlich mit schönen Wander - und Klettertouren da kombinieren. Einfach nur das Abgleiten. Dann auch im Westen des Landes, also in der Fjordlandschaft, ist ja dann gerade das Frühjahr ganz interessant, auch thermisch gesehen, fängt da schon im Prinzip im Februar, kann man schon ein paar Thermiktouren machen im Westland, bis rein im Juni, denke ich mal, ist das. Noch gute Bedingungen, nach dem Juni wird es dann irgendwann zu stabil für Thermik, richtig ordentliches Thermikfliegen wird dann schwieriger in den Westlandgegenden.

59:31Ulrike Juese

Man sollte natürlich Hausaufgaben machen, die Karte etwas studieren, dass man sowohl die Geografie als auch den Luftraum sich verinnerlicht, weil das beides nicht ganz trivial ist. Gerade. Westland hat einen sehr, sehr komplizierten Luftraum mit unglaublich vielen Kleinflugplätzen, die enorme Luftgebiete Beschlag legen und da teilweise bis unter die Berge, also wo du gar nicht mal starten kannst wegen Luftraumbegrenzungen. Das muss man alles natürlich beherrschen. Und es wird da sehr viel mit kleinen Maschinen angeflogen, die Kleinflugplätze, und die fliegen da ganz dicht an den Bergspitzen lang. Also man sollte auch nicht sagen, da passiert schon nichts. Das ist nicht unbedingt schlau.

1:00:18Ulrike Juese

Kann man noch irgendwas? Ja. Also für Streckenflieger, wenn man wirklich streckenfliegen möchte, sollte man sich vielleicht im Osten des südlichen Norwegens aufhalten. Da ist die Gegend von Vagomo, wenn man es auf Deutsch liest, ist das Strecken -Mekka hier in der Gegend. Da kann man wirklich schön, auch sehr einfach 100 Kilometer fliegen, wenn man das gerne machen möchte. Da hält man sich da im Osten des südlichen Norwegens.

1:00:44Lucian Haas

Gibt es denn da noch normale Hangstartplätze oder wird das dann auch aus der Winde? Nur

1:00:51Ulrike Juese

Fußstart eigentlich. Also Gleitschirm, Windenstart wird hier nur für Sicherheitskurse gemacht eigentlich. Und Akro. Ansonsten hast du nur Fußstart.

1:01:03Lucian Haas

Und wenn jetzt jemand mal kommt und sagt, ich möchte gerne so ein Hike -and -Fly -Abenteuer erleben, welche Reisezeit wäre dann das Beste? Wirklich der Hochsommer, wo man dann auch eben in solche Nationalparks wie Jotunheimen und sowas hinein kann?

1:01:16Ulrike Juese

Ja, also für Jotunheimen und Heimen. Und da die Ecke Brea -Helmen -Jotunheimen. Nicht vor Juli. Da muss man dann auf jeden Fall Schneeschuhe mit dabei haben, wenn man das vor Juli macht. Auch selbst Juli kann noch, Anfang Juli hat noch unter Umständen viel Schnee.

1:01:36Ulrike Juese

Sollte man vorher checken vielleicht. Das kommt je nach Winter. Sehr unterschiedlich natürlich auch von Jahr zu Jahr. Also wenn man sich zu Fuß in den Bergen bewegen möchte, ohne Schneeschuhe, ohne Ski, im Hochgebirge über 1500 oder so, da musst du schon Ende Juli. Der August ist eigentlich die beste Zeit für reine Hike -and -Fly in den Hochgebirgsgegenden.

1:02:01Ulrike Juese

Wenn man sicher sein möchte, dass man ein paar gute Tage... August ist auch relativ stabil vom Wetter her oftmals. Dann auch oftmals so stabil, dass es außerhalb der Hochgebirge gar nicht funktioniert. Also dann bist du halt sehr festgelegt auf die wirklich alpinen Gebiete. Dann musst du einfach Gebiete haben, wo der Talboden auf 800, 900 Meter hoch liegt. Sonst ist es zu stabil.

1:02:24Lucian Haas

Lass uns mal zum Ende hin noch einen ganz kleinen Abschwenker noch mal machen zum Wetter in Norwegen. Vor allem dieses Phänomen der extrem langen Tage. Das hat jetzt nichts mit dem Wetter direkt zu tun. Aber dieses Phänomen der extrem langen Tage, wo du auch sagst, okay, die Sonne scheint bis 11 Uhr nachts und um 2 Uhr wird es dann schon wieder hell. Wie wirkt sich so etwas eigentlich aufs Fliegen aus? Also ab wann ist dann auch die Thermik früher? Beginnt die dann früher am Tag? Also kann man dann schon morgens um 8 Uhr starten und sagen, die Sonne steht schon hoch genug? Oder hält sich trotzdem die Thermik letzten Endes an das, was wir ja auch aus Mitteleuropa gewöhnt sind, dass man frühestens um 9, aber eigentlich dann erst um 11 Uhr starten kann und dann ist es um 19 Uhr auch schon wieder vorbei?

1:03:08Ulrike Juese

Start ist meistens hier später, als in den Alpen üblich ist. Ich habe da viel darüber nachgedacht, warum eigentlich? Weil, wie du schon sagst, die Sonne steht ja eher auf und scheint ja auf die Ostseiten auch schon viel, weil eher drauf. Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass wir weniger Höhenmeter haben vom Talboden zum Stadt. Also ein typischer, guter, frühzeitiger Stadt in den Alpen hat gerne über 1000 Höhenmeter Höhendifferenz. Und diese Höhendifferenz macht den Unterschied, weil du hast durch die niedrigstehende Sonne, die scheint ja dann im Prinzip nur in den Berge rein, also in den richtigen Winkel. Und dann macht diese Höhendifferenz einen Riesenunterschied. Wir haben, tja, alles, so einen 200 -500 -Meter -Höhenunterschied. So viel mehr haben wir eigentlich nicht, die Stadt, die es so gibt, weil eben die Höhenunterschiede nicht, es gibt halt, das Gelände gibt nicht mehr her.

1:04:00Ulrike Juese

Und das bedeutet, dass du im Prinzip mehr, dass die Sonne mehr Zeit braucht, glaube ich, um genug Thermik aufzubauen, dass es auch wirklich thermisch aktiv ist. Das ist das eine. Das andere ist, glaube ich, auch die Geografie, dass du in den Alpen hast du ja langgestreckte Berge, Rücken im Prinzip, also du hast sehr lange Täler und lange Bergrücken, die die gleiche Richtung haben. Die

1:04:30Lucian Haas

gleiche Ausrichtung zur Sonne und so weiter.

1:04:32Ulrike Juese

Genau, du kannst im Prinzip früh starten, wo die Thermik noch relativ schwach ist, aber du weißt, die ersten 20 Kilometer im Prinzip kannst du diesen Bergrücken entlang heizen und das ändert sich dort nicht. Das haben wir hier auch nicht. Also wir haben, uns fehlen im Prinzip diese Bergketten, wo man lang......fliegen kann, früh am Morgen, um schon die ersten 20 Kilometer zu machen. Also du bist im Prinzip darauf angewiesen, dass du dich am Start, wenn der Start sehr, sehr thermisch ist und schon früher gehen wird, du bist darauf angewiesen, dich hochzuschrauben und dann zum nächsten Berg zu fliegen und der muss genauso gut gehen. Und da liegt dann meistens ein Tal dazwischen. Also du musst nach der ersten Thermik schon den Tal kreuzen an den meisten Stellen und dann der nächste wieder Berg. Es ist von der Geografie her, glaube ich, eine echte Herausforderung, früh zu starten.

1:05:19Ulrike Juese

Und ich glaube, dass noch kaum, also die frühesten Starts um elf vielleicht, vielleicht halb elf. Und das sind dann gute Streckenpiloten, die dann genau den richtigen Startplatz gefunden haben. Aber es kann natürlich sein, dass man... Ich meine, wir sind ja nicht so viele Piloten wie in den Alpen und haben vielleicht noch nicht die perfekten Orte gefunden und die perfekten Strecken, die sowas zulassen. Also ich denke mal, da ist noch einiges an Potenzial, dass man früher starten kann, weil es ist ja ohne Zweifel, also je eher man startet und je später man landet, desto weiter kommt man.

1:05:54Ulrike Juese

Der Streckenrekord liegt bei 250 Kilometer. Der wurde letztes Jahr gebrochen. Nach ganz vielen Jahren eifrigen Kampf, um die Kilometer zu strecken. Und das ist ja nicht allzu viel. 250 Kilometer ist nicht viel. Aber gen Abend geht es, glaube ich, schon länger als woanders. Also bis um neun rum ist nicht ungewöhnlich, dass du abends um neun landest im Hochsommer.

1:06:18Lucian Haas

Man startet vielleicht, vielleicht zwei Stunden später als in den Alpen, aber hat dann zum Abend hin halt noch die zwei Stunden mehr. Eine zweite Wetterfrage, die mich auch noch interessiert, ist in Norwegen ist ja die Atmosphäre so ein bisschen gestaucht. Es ist halt nicht mehr so viel Luft in den Nordgebieten wie weiter südlich. Also auch weil es insgesamt nicht so warm ist und sowas. Macht sich das auch bemerkbar in den Basishöhen, die es dort gibt? Also ist es so, dass du sagst, okay, da gibt es zwar Berge, die 2000 Meter hoch sind in Jotunheimen oder so etwas, aber die Basishöhe ist eigentlich selten viel höher als diese Berge, sodass man auch Schwierigkeiten hat, da teilweise von Berg zu Berg zu springen. Oder hat man richtig auch schöne Basishöhen, kann man sagen, ich schaffe auch mal 3000 Meter in Norwegen.

1:07:01Ulrike Juese

Ja, Standardsommerbasishöhe liegt um die 3000 plus minus 400.

1:07:07Ulrike Juese

Mein höchstes war ein bisschen über 36. Oh wow. Das ist schon ganz akzeptabel, denke ich mal. Also da guckst du 1000 Meter runter zum höchsten Berg. Das ist schon ziemlich cool. Cool. Auch Thermik. Man denkt ja immer, dass im Norden ist die Thermik so schwach. Das glaube ich nicht. Das stimmt nicht. Wir haben ganz schön starke Thermik. Also gerade östlich vom Hauptkamm haben wir ohne Probleme 10 Meter. Das ist Standard eigentlich in der besten Zeit. Also von der Thermik her, glaube ich, nimmt sich das überhaupt gar nicht hier oben. Ich denke mal, das ist eigentlich die Saison ist einfach kürzer. Und dieser verdammte Wind, der uns halt so einiges an Gutes, an guten Tagen da kaputt macht.

1:07:50Lucian Haas

Aber wenn du mit dem Wind fliegst, könntest du ja auch sagen, der verdammte Wind kann dir auch helfen, dann besonders weite Strecken zu fliegen. Oder stimmt das da nicht?

1:07:57Ulrike Juese

Das ist halt eine Risikoabwägung, was man gerne riskieren möchte.

1:08:02Lucian Haas

Und du riskierst nicht gerne so viel?

1:08:04Ulrike Juese

Bei Wind bin ich sehr vorsichtig, ja. Wind ist, also man kann, es ist ein sehr starker thermischer Tag, verträgt man ja mehr Wind, aber es wird dann doch sehr ungemütlich in der Luft auch. Und ich habe da eigentlich meine ganze Zeit. Ich habe da ganz klare Grenzen, die ich auch nicht überschreite. Also ich bin da recht streng mit mir selbst. Ganz einfach daraus, das Risiko muss man nicht unbedingt hochtreiben. Und ich finde, Wind ist ein Faktor, der oftmals unterschätzt wird als Risikofaktor.

1:08:35Lucian Haas

Im letzten Sommer habe ich gesehen, da warst du auch wieder in den Alpen und bist auch viel in den Alpen geflogen. Viel weiß ich nicht, aber hast zumindest einige Flüge in den Alpen gemacht. Wenn du das jetzt so vergleichst, Fliegen in Norwegen und Fliegen in den Alpen, was würdest du denn, vom Fliegen her, gibt es da irgendwas, wo du sagst, das finde ich reizvoller?

1:08:54Ulrike Juese

In den Alpen reizvoller? Ich meine, Alpenfliegen ist doch ein bisschen anders als das Fliegen, was ich hauptsächlich hier betreibe. Also das hauptsächliche Fliegen hier ist ja im Osten des Landes, wo man halt Hochebenen hat und U -Täler. Also du fliegst nicht in den hochalpinen Gegenden die ganze Zeit. Und da bist du die ganze Zeit angewiesen darauf, dass du die nächste Thermik findest, wo du nicht weißt, wo sie ist. Also du fliegst sehr viel nach Wolken. Das ist so ein bisschen ähnelt es mehr dem Flachlandfliegen, auch wenn es kein Flachland ist. Während Alpenfliegen ist es ja sehr verhältnismäßig sehr viel einfacher, zu wissen, wo die nächste Thermik ist. Also du siehst ja die typischen Triggerpunkte. Du weißt genau, wo du hinfliegen sollst, zu dieser Rippe darüber und da muss garantiert die Thermik irgendwo stehen und pum, bist du da. Dann hast du natürlich unglaublich viele Windindikatore, also andere Piloten, die da rumfliegen, die das auch zeigen.

1:09:43Ulrike Juese

Also man kann so viel schneller fliegen, finde ich, in Norwegen. Und in den Alpen, weil eigentlich, entweder du schraubst oder du gibst Vollgas zur nächsten Thermik. Das ist so vorhersagbar im Prinzip. Und auch gerade, wenn du so im Pustetal lang heizt, das ist ja recht einfaches Fliegen, finde ich. Also vom Weg finden und wissen, wohin. Und auch das mit dem, dass du dich ein bisschen vom Wind verstecken kannst, ist ja auch sehr angenehm. Also du fährst einfach ein paar Teile weiter und da geht es dann wieder. Also wenn du die Windkarten dir anguckst, bläst es da ohne Ende am Hauptkamm und dann fährst du ein Stückchen in den Süden und dann bist du im Windschatten von Dolomiten und dann ist da ein ganz normaler, schöner Flugtag. Und das hast du hier halt gar nicht.

1:10:28Ulrike Juese

Und wenn du da über die Hochebene drüber fliegst, bist du im Prinzip konstant, gerade wenn du alleine fliegst, konstant am Suchen nach der nächsten Thermik und hast auch meistens nicht allzu viel Höhe über dem Boden dann. Weil wenn der Boden auf über 1000 liegt und die Basis auf 26, dann hast du halt nicht mehr allzu viel Bewegung. Das ist Freiraum, bis du mal was finden musst, wo du nicht weißt, wo du es finden sollst. Also die Triggerpunkte sind viel mehr schwieriger zu orten.

1:10:58Lucian Haas

Das heißt, jemand, der wie du in Norwegen viel fliegen geht, dort das Fliegen quasi gelernt hat, für den ist das Fliegen in den Alpen ein Kinderspiel? Nein,

1:11:08Ulrike Juese

Kinderspiel würde ich es auch nicht nennen. Na gut, so viel bin ich in den Alpen nicht unterwegs gewesen. Also das kann ich jetzt nicht. Darauf kann ich mich nicht berufen. Und dieser Sommer war ja leider, ich hatte ja eigentlich mehr Zeit dafür vorgesehen, um in den Alpen zu fliegen. Aber das Wetter war ja wirklich nicht wirklich sehr flugschön. Und da wurden ja nicht allzu viele Tage draus leider. Aber das ist so die Erfahrung, die ich habe vom Alpenfliegen. Dass es doch mehr offensichtlich ist, wo man die nächste Thermik findet.

1:11:45Lucian Haas

Wenn du jetzt also entscheiden müsstest, ein guter Flugtag in Norwegen, ein guter Flugtag in den Alpen, auf was würdest du dich festlegen? Was würdest du lieber machen?

1:11:55Ulrike Juese

Ich würde gerne mal einen richtig guten Flugtag in den Alpen erleben.

1:11:59Ulrike Juese

Weil ja, alle die Tage, die ich jetzt dieses letztes Jahr in den Alpen geflogen bin, waren so winddurchsetzte Tage, wo du sagst, in der Gegend hier geht es doch wahrscheinlich. Und dann hast du immer wieder an den Wind geschnuppert. Also immer wieder gemerkt, ah, hier zieht es doch irgendwo durch. Also richtig gute Tage waren, waren leider gar nicht dabei, wo man sagen könnte, heute kann man machen, was man will. Heute kannst du in alle Richtungen fliegen und wirklich dich ausleben. Das würde ich schon sehr gerne mal erleben. Das wäre ziemlich cool. Und da würde ich natürlich einen Alpentag vorziehen, wenn ich die Chance mal hätte für sowas.

1:12:31Lucian Haas

Das wäre noch ein Ziel für dieses Jahr, wo du sagst, ich fahre mal wieder in die Alpen und hoffe dann auf wirklich gutes Flugwetter.

1:12:38Ulrike Juese

Ja, ja, das mache ich. Ich werde auf jeden Fall wieder runterfahren in die Alpen. Ein paar Wochen oder so. Wenn das möglich ist noch dieses Jahr, dann werde ich das versuchen. Aufs Neue versuchen. Aufs Neue versuchen, ja.

1:12:48Lucian Haas

Und was ist mit Hike and Fly in den Alpen? Also

1:12:51Ulrike Juese

wenn, dann möchte ich gerne mit Bibi fliegen in den Alpen.

1:12:55Lucian Haas

Das hatte ich jetzt auch so verstanden. Aber dann Bibi fliegen wirklich ein paar Tage, ein paar Wochen. Was wäre da dein Wunsch?

1:13:02Ulrike Juese

So lange, wie es geht. Also wenn dann ein Wetterfenster von zehn Tagen ist, nehme ich das mit. Keine Frage. Das Wetter bestimmt.

1:13:09Lucian Haas

Gut, Ulrike. Dann wünsche ich dir mal, dass 2022, vielleicht in diesem Jahr oder 2023, dass auf jeden Fall in Zukunft, du diese Chance bekommst. Zehn Tage Bibi fliegen in den Alpen. Aber ansonsten natürlich auch wunderschöne Flüge auch noch in den Norwegen machen kannst. Und da weit in die Wildnis hinaus fliegen kannst. Wo du dann wieder Tage brauchst, um zufrieden wieder nach Hause zu kommen.

1:13:34Ulrike Juese

Klingt gut.

1:13:35Lucian Haas

Danke dir für die Erzählung über Norwegen und die Fliegerei. Und dir alles Gute.

1:13:40Ulrike Juese

Danke, gleichfalls.

1:13:48Lucian Haas

Das war die Folge Nummer 74 von Podz-Glidz mit Ulrike Jüse im Gespräch mit Lucian Haas. In den Shownotes zu dieser Folge auf Lu-Glidz findest du noch eine Reihe von weiterführenden Links rund ums Gleitschirmfliegen in Norwegen. Podz-Glidz gehört als Podcast zum Angebot des Gleitschirmblogs Lu-Glidz. Lu-Glidz steht im Netz und zwar unter www.Lu-Glidz.blogspot.com Lu-Glidz schreibt sich übrigens l -u -g -l -i -d -z Wenn du dich als Hörer von Podz-Glidz und Leser von Lu-Glidz von mir gut informiert oder auch gut unterhalten fühlst, dann gib doch etwas zurück, indem du meine Arbeit daran unterstützt als Förderer. Dein einmaliger oder auch wiederkehrender Förderbeitrag liegt ganz in deinem Ermessen. Anders gesagt, du darfst geben, so viel du willst.

1:14:34Lucian Haas

Wenn du dich nicht entscheiden kannst, welche Summe angemessen wäre, dann kannst du dich gerne an folgendem wirklich unverbindlichen Vorschlag orientieren. Wie wäre es mit einem Euro pro Podcastfolge und zwei Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz? Natürlich kannst du gerne erst ein paar Folgen hören und über Monate hinweg Lu-Glidz lesen und dann einen gesammelten Förderbeitrag leisten. Zahlungen sind ganz einfach bei PayPal oder Banküberweisung möglich. Alle nötigen Daten findest du auf meinem Blog Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern. Bis zum nächsten Mal. Ciao.

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