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60a. Willenskraft - Thomas Laemmle - Podz-Glidz 60a (Teil1)

// Lucian Haas, SPEAKER_01 · 2021-07-10 · 01:09:50 · original episode

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[show notes]
Thomas Lämmle stieg auf Achttausender – ohne Sauerstoff. Nach einem Gleitschirmunfall muss er neu laufen lernen. Er will zurück auf den Kilimandscharo (Teil 1). +++ Ein Höhenbergsteiger ist jemand, der auf hohe Berge steigt. Und zwar so hoch, dass er seinen Körper zuvor an die entsprechende Höhe und vor allem die dort sehr dünne Luft anpassen muss. Der 56-jährige Thomas Lämmle aus Waldburg im Allgäu ist ein Spezialist auf diesem Gebiet. Er hat über hypoxische Reaktionen des Körpers geforscht und auf Basis seiner Erkenntnisse eine spezielle Atemtechnik entwickelt. Damit schaffte er es, bereits mehrere 8000er, darunter den Mt Everest, ohne zusätzlichen Sauerstoff zu besteigen. Thomas Lämmle fliegt auch Gleitschirm. Er plante den Paraglider auf künftige Expeditionen mitzunehmen, um von 8000er-Gipfeln abzugleiten und so schneller aus der sogenannten Todeszone zu kommen. Doch daraus wurde nichts. Bei einem Trainingsflug am heimatlichen Hochgrat im Frühjahr 2020 crashte er kurz nach dem Start in den Hang. Dem Tod entkam er dabei nur sehr knapp. Die Ärzte prophezeiten ihm, er werde wohl nie mehr laufen können. Das aber wollte Thomas nicht akzeptieren. In dieser 60. Folge von Podz-Glidz erzählt Thomas Lämmle seine Geschichte. Es geht unter anderem um das Höhenbergsteigen, die Schwierigkeiten des Startens und Fliegens in dünner Luft, die Effekte einer passenden Atemtechnik, sein Gleitschirmabsturz am Hochgrat, ein Nahtoderlebnis und das Wunder, mit enormer Willenskraft einer Lähmung zum Trotz neu laufen zu lernen. Denn Thomas hat ein Ziel: Er will zurück auf den Kilimandscharo. Diese Fülle an interessanten Themen sprengt freilich den üblichen, rund einstündigen Rahmen einer Folge von Podz-Glidz. Diesen Podcast mit Thomas Lämmle gibt es darum in zwei Teilen (a+b). Es lohnt sich, jeweils bis zum Ende dran zu bleiben. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://www.lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Voices Artist: Patrick Patrikios No Copyright Music https://www.youtube.com/watch?v=NB8IDxFLbUs

[transcript]

0:03Lucian Haas

In der Höhe ist es anders. Man muss sich vorstellen, 30 km/h in der Höhe, das ist, weil die Luftdichte geringer ist, das ist vielleicht wie bei uns mit 10, 15 km/h. Also die größere Windgeschwindigkeit stört dich nicht, der Schirm kommt besser. Wenn du keinen Wind hast, ist es, ich denke, am Kilimanjaro nicht möglich zu starten, geschweige denn, weißt du, mit ein bisschen Rückenwind kommst du nicht weg.

0:38SPEAKER_01

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:41Lucian Haas

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute

0:44SPEAKER_01

mit Thomas Lemle und Lucian Haas am Mikrofon.

0:50SPEAKER_01

Ein Höhenbergsteiger ist jemand, der auf hohe Berge steigt und zwar so hoch, dass er seinen Körper zuvor an die entsprechende Höhe und vor allem die dort sehr dünne Luft anpassen muss. Der 56 -jährige Thomas Lemle aus Waldburg im Allgäu ist ein Spezialist auf diesem Gebiet. Er hat über hypoxische Reaktionen des Körpers geforscht und auf Basis seiner Erkenntnisse eine spezielle Atemtechnik entwickelt, damit schaffte er es, bereits mehrere Achttausender, darunter den Mount Everest, ohne zusätzlichen Sauerstoff zu besteigen. Thomas Lemle fliegt auch Gleitschirm. Er plante, seinen Paraglider auf künftige Expeditionen mitzunehmen, um von Achttausendergipfeln abzugleiten und so schneller aus der sogenannten Todeszone zu entkommen.

1:35SPEAKER_01

Doch daraus wurde nichts. Bei einem Trainingsflug am heimatlichen Hochgrat im Frühjahr 2020 crashte er kurz nach dem Start in den Hang. Dem Tod entkam er dabei nur sehr knapp. Die Ärzte prophezeiten ihm, er werde wohl nie mehr laufen können. Das aber wollte Thomas nicht akzeptieren.

1:56SPEAKER_01

In dieser 60. Folge von Podz-Glidz erzählt Thomas Lemle seine Geschichte. Es geht unter anderem um das Höhenbergsteigen, die Schwierigkeiten des Startens und Fliegens in dünner Luft, die Effekte einer passenden Atemtechnik, seinen Gleitschirmabsturz am Hochgrat, ein Nahtoderlebnis und das Wunder mit enormer Willenskraft, einer Lähmung zum Trotz, neu laufen zu lernen. Denn Thomas hat ein Ziel. Er will zurück auf den Kilimanjaro.

2:26SPEAKER_01

Diese Fülle an interessanten Themen sprengt freilich den üblichen, rund einstündigen Rahmen einer Folge von Podz-Glidz. Ich habe mich deshalb entschieden, diesen Podcast in zwei Teilen zu veröffentlichen. Es lohnt sich, jeweils bis zum Ende dran zu bleiben. Bevor es mit Teil 1 losgeht, noch kurz ein Tipp und zugleich eine Bitte. Werde doch zum Förderer von Podz-Glidz und dem zugehörigen Blog Lu-Glidz. Denn damit hilfst du mit, dass ich dir auch in Zukunft weitere interessante Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens zu Gehör bringen kann.

2:59SPEAKER_01

Thomas, was verbindest du mit dem Datum 23. Mai?

3:05Lucian Haas

23. Mai verbinde ich zwei Sachen. Also das erste ist, ich habe am 23. Mai 2016 ist es mir gelungen, als einer der wenigen Menschen den Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff, im Alleingang solo will ich jetzt nicht schreiben, weil es sind ja andere Leute auch unterwegs gewesen, aber ich habe es geschafft, am 23. Mai 2016 um 14 Uhr ohne Sauerstoff, ohne Zusatz -Sauerstoff auf dem Mount Everest zu stehen. Bin in vier Tagen vom Basislager im sogenannten Alpin -Stil aufgestiegen, habe meine gesamte Ausrüstung selber getragen und war dann um 14 Uhr da oben, war eine Stunde da oben. Ich hatte ein Riesenglück, da hat sich kurz bevor ich auf den höchsten Punkt gekommen bin, hat sich eine Wolke über den Gipfel gelegt.

3:55Lucian Haas

Es war windstill und ich habe dann die Möglichkeit gehabt, das auch aufzuzeichnen, weil mein größtes Problem war, als ich auf dem Mount Everest stand, das glaubt dir ja keiner, und meine Kamera ist ausgefallen und ich hatte da in der Jackentasche ein iPhone damals und ich wusste, ich muss das jetzt irgendwie ein Selfie machen oder irgendwie aufzeichnen und konnte dann aufgrund dieser Wolke und aufgrund der Windstille also meine Handschuhe ausziehen, den PIN -Code im Handy eingeben und mich da oben am Everest dann filmen. Wie kalt war es denn da, weil du sagst, Handschuhe ausziehen und sowas? Also das Problem ist ja, ich kann es nicht sagen. Also ich bin morgens, als ich im Lager 3 weggegangen bin, hat es minus 40 Grad gehabt, das weiß ich. Am Everest -Gipfel um 14 Uhr mittags, also ich habe das Wetter von der Wetterdienststelle Innsbruck, da hat ein Freund von mir, der Karl Gabel, der macht mir immer den Wetterbericht bei diesen Unternehmungen, der hat mir gesagt, also an meinem Tag hätte es minus 25 Grad gehabt.

4:52Lucian Haas

Das ist jetzt nicht sehr kalt, denkt man. Man muss nur wissen, in der Höhe ist es so, dass die Blutgefäße der Peripherie, also in den Händen und in den Füßen, die sind ganz eng gestellt. Das heißt, die werden kaum mehr durchgeblutet. Und da sind minus 25 Grad schon sehr kalt. Das geht aber alles noch, solange kein Wind ist. Und der Wind, weil viele fragen, was ist eigentlich das Problem beim Höhenbergsteigen? Das Wetter an sich ist kein Problem. Je bewölkter, desto besser hat es weniger Wind. Das Problem für uns ist der Wind. Und das ist einfach so, dass wenn man den Everest ohne Sauerstoff besteigen möchte, man einen Tag braucht, an dem die Windgeschwindigkeiten, das ist jetzt meine Meinung, unter 20 Stundenkilometer sind. Da komme ich auch nachher noch drauf. Das ist für mich ganz interessant, was das dann auch mit dem Gleitschirmfliegen zu tun hat.

5:39Lucian Haas

Also wenn die Windgeschwindigkeiten unter 20 Stundenkilometer sind, dann ist der Windchill -Effekt, also der Wind trägt ja dieses Warmpolster, das sich unseren Körper umgibt, ständig weg. Das heißt, dann ist der Windchill -Effekt so, dass das noch machbar ist. Alles darüber ist der Windchill so stark, dass du einfach Erfrierungen bekommst. Also es gibt ganz wenige Leute, die den Everest ohne Sauerstoff bestiegen haben und keine Erfrierungen hatten. Und ich gehöre dazu, aber ich hatte eben das wahnsinnige Glück, das ist vielleicht, das passiert, was weiß ich, einmal im Frühjahr. Fünf Jahre am Everest oben zu stehen und keinen Wind zu haben. Und ich hatte das Glück an diesem Tag und dann war es mir möglich, war dann eine Stunde am Gipfel und habe dann da noch, da habe ich ein chinesisches Netz bekommen und dann habe ich meiner Frau noch einen Heimatsantrag gemacht,

6:28Lucian Haas

wenn ich schon mal auf dem Everest stand, und habe dann einfach das noch geholfen. Der Höhepunkt

6:32SPEAKER_01

deines Lebens im doppelten Sinne so

6:33Lucian Haas

ungefähr. Ich habe aber nicht mehr, mich wurde immer gefragt, hast du dein Quadro bis die Antwort kam? Nein, habe ich nicht. Also ich bin dann abgestiegen, die Antwort kam wieder sechs Wochen später.

6:42SPEAKER_01

Über Everest? Über Everest und Höhenbergsteigen und sowas können wir nachher noch mal reden. Du hast aber gerade gesagt, es gibt zwei wichtige Daten, die du mit dem 23. Mai verbindest. Was ist das zweite? Das

6:51Lucian Haas

zweite ist, ich bin am 23., das ist auch wie am 23. April 2000, also vor einem Jahr 2020, mit meinem Gleitschirm, ja, schwerst verunfallt. Ich bin in die Leewalze geflogen, eigentlich aus Dummheit, und hatte dann einen fatalen Klapper. Das weiß ich aber selber nicht. Das hat man mir nachher erzählt. Und habe mich dann mehr oder weniger durch diese Zentrifugalkraft, bin ich voll in Felsgelände reingeflogen und habe mir dabei das Becken massiv kaputt gemacht. War dann zunächst, die Diagnose war zunächst, dass ich querschnittsgelähmt bin. Nach sechs Wochen, sechs Monaten Krankenhaus und Reha bin ich dann als Rollstuhlfahrer entlassen worden.

7:40Lucian Haas

Und ja, es wurde einfach gesagt, ich werde krank. Manischaslauf ist ab, an der linken Seite. Und es wurde mir gesagt, also ich werde nicht mehr laufen können. Das war natürlich, wie soll ich sagen, bei meiner Lebensweise, die ich da vorgeführt hatte, war das natürlich ein kolossaler Einschnitt in mein Leben. Ich wusste auch nicht, ob ich das nochmal schaffen würde, als Rollstuhlfahrer überhaupt zu leben. Also ich fand das wahnsinnig, ja, fand ich wahnsinnig schwierig. Ich war dankbar, dass ich noch lebe. Aber mir war klar, ich muss wieder, ich muss in irgendeiner Form wieder gehen. Mein ganzes Leben hat ausgehen, beziehungsweise ich bin jeden Tag beim Laufen gewesen. Ich war immer in den Bergen, ich musste wieder gehen. Sonst, es war für mich einfach, das ist für mich lebensnotwendiger als alles andere.

8:25Lucian Haas

Und habe es dann über viel, viel Training, viel, viel Fleiß geschafft, aus dem Rollstuhl herauszukommen. Und über die Krücken zunächst. Und inzwischen bin ich soweit, dass ich also auch mit Stöcken gehen kann. Und habe dann am 23. Mai diesen Jahres, bin ich das erste Mal wieder mit Krücken auf den Hochgrat hochgestiegen. Und der Hochgrat war der Berg, an dem ich eben abgestürzt bin. Und deshalb hat das in doppelter Bedeutung. Also 23. Mai 2020, das erste Mal wieder auf dem Hochgrat. Und das war mein fünfjähriges Jubiläum der Everestbesteigung. Und ich habe, ich muss ehrlich sagen, ich habe diesen Hochgrat fast mehr gefeiert, wie diese Everestbesteigung.

9:10Lucian Haas

Also ich habe das nicht, also das haben viele nicht mehr für möglich gehalten. Dass ich nochmal in die Berge gehen kann. Und 23. Mai 2020 ist fast wichtig. Ist, ich denke, ist wichtiger inzwischen in meinem Leben als dieser Everest.

9:23SPEAKER_01

Also Everest ohne Sauerstoff und Hochgrat quasi mit der Vorhersage der Ärzte, du kannst das eigentlich gar nicht mehr. Du kommst da gar nicht mehr hoch. Aber trotzdem hast du es gemacht und bist da hochgekommen.

9:33Lucian Haas

Genau. Das ist, hat mir jetzt eben auch, wie soll ich sagen, für die Zukunft wieder. Ja, das gibt mir eine wahnsinnige Power, gell. Dass ich das doch nochmal hinbekommen habe, dass ich nochmal gehen kann, nochmal in die Berge gehen kann. Und es, wie soll ich sagen, es ist wirklich wichtiger inzwischen für mich als der, als diese Everestbesteigung ohne Sauerstoff. Hört sich komisch an. Die Leute haben richtig gelacht, als ich auf den Hochgrat ging und da so viele Bilder und Selfies gemacht habe. Viele kennen mich ja eben aus der Region auch. Und die haben gesagt, jetzt spinnt er. Jetzt macht er schon einmal. Also auf dem Hochgrat war ich über tausend Mal schon. Das ist mein Trainingspark. Und jetzt macht er, jetzt macht er Selfies oben am Hochgrat -Gipfel, gell. Da hat sie gesagt, jetzt, jetzt spinnen wir.

10:21SPEAKER_01

Ja, aber bei so einer Geschichte darf man ja auch ein bisschen spinnen. Ja, ja, viele kennen diese Geschichte dann auch nicht.

10:27Lucian Haas

Aber es war dann, ja, ja, also für mich war es bewegender, dieses Gipfelkreuz zu erreichen, als diese Gebetsfähnchen am Everestgipfel.

10:36SPEAKER_01

Hat das denn jetzt für dich nur eine Bedeutung? Auch als Trainingsberg, dass du sagst, okay, ich bin wieder auf meinen Trainingsberg hochgelaufen. Oder war das auch sowas wie, das war auf gewisse Weise ja auch so dein Schicksalsberg, wo du sagst, okay, da hat es dich runtergehauen. Und diesen Berg bezwingst du auch wieder.

10:53Lucian Haas

Ja, sicherlich. Also dieser Hochgrat spielt in meinem Leben, es hört sich komisch an, aber der hat eine ganz zentrale Bedeutung. Also ich habe immer am Hochgrat trainiert. Also ich habe für meine ganzen, ich stand ja inzwischen auf zehn Achttausender. Ich habe für die ganze Achttausenderexpedition übertragen. Ich habe immer am Hochgrat trainiert. Während der Montagabend, meistens nach dem Arbeiten, sind wir dann nachts immer hoch, ein Jahr aus. Und hat ja einen besonderen Stellenwert. Ich habe am Hochgrat auch meine ersten alpinen Gleitschirmfliegen vor 30 Jahren gemacht. Meine ersten Höhenflüge sozusagen. Habe am Hochgrat auch Leute abstürzen gesehen, die teilweise eben querschnittsgelähmt waren. Das ist ganz tückisch bei dieser Südstartplatz am Hochgrat. Das ist einfach tückisch, weil wir da am Hochgrat eben um die Mittagszeit rum drückt bei uns.

11:41Lucian Haas

Die Alpen ziehen ja, wenn wir jetzt die Sonne einstrahlen haben, muss man sich vorstellen, die Alpen ziehen ja irgendwo Luft. Also da steigt ja Warmluftmassen auf, die Thermik startet. Und diese Warmluftmassen müssen ja irgendwie nachgezogen werden. Und die werden bei uns hier im Alpenvorland eben aus dem, ja, die werden eben aus dem Vorland, aus Norden nachgezogen. Hier spricht man, bei uns spricht man dann vom bayerischen Wind. Das heißt, aus Bayern kommt dann dieser Nordwind auf, der eben diese, diese Luftmassen in den Zentralen, in den Alpen zieht. Ersetzt. Und deshalb bekommen wir häufig um die Mittagszeit, das kann manchmal auch schon um kurz vor zwölf losgehen, bekommen wir eine Nordströmung. Und die wird je nach Thermik im Frühjahr, wird die teilweise sehr stark. Und wenn diese Nordströmung so 20, 25 km/h überschreitet, dann muss man sich vorstellen, dann kommst du auf der Südseite. Du hast dann zwar noch die Thermik, die aufsteigt, aber dann kommst du in eine Leewalze.

12:30Lucian Haas

Also kreiert sich eine Leewalze, die du aber nicht wahrnimmst unbedingt. Weil die, du hast diesen, diesen Rotor. Der dann quasi in der, in der, in der, wenn der über den Grat rüberkommt. Du bist ein bisschen unterhalb vom Grat, dann hast du den Rotor, den Aufwind vom Rotor und hast die Thermik. Und das sieht für dich vermeintlich zunächst aus, wie wenn du da ein, wie soll ich sagen, ein Wind von vorne hättest, von Süden hättest. Aber es ist dann so eine Kombination aus Thermik und Rotor. Und ja, der wurde mir zum Verhängnis. Der Witz ist einfach das, ich weiß das. Ich habe, bin ja hunderte Male schon und habe es dann trotzdem missachtet.

13:07SPEAKER_01

Da wollte ich gerade fragen, so wie du das erzählt hast, du hast ja dieses Phänomen echt durchstiegen, sage ich mal so. Also gedanklich weißt du ganz genau, was da, was da abgeht. Wie passiert es einem so erfahrenen Mann und auch so erfahrenen Flieger, sage ich mal. Wie passiert es einem trotzdem dann, diesen Fehler zu begehen und in eine Leewalze zu kommen?

13:27Lucian Haas

Ich hatte ja jetzt, ich war ja jetzt quasi, ich bin 14 Monate jetzt, ist es her, war jetzt 14 Monate. Ich war insgesamt also einmal im Krankenhaus. Und auf vier Rehas hatte da jetzt auch Zeit nachzudenken. Es ist, es ist konkret so, also es ist so ein Fehler. Ich bin ja auch viel in den Bergen im Winter unterwegs. Und das ist der gleiche Fehler wie bei Lawinenunfällen. Wieso geschehen Lawinenunfälle, wenn man weiß, der Hang ist gefährlich? Und es war bei mir ähnlich, ein ähnliches Phänomen. Und zwar, das ist dieses Gruppendruck Phänomen. Beziehungsweise in einer Gruppe schaltet man oft einmal was aus. Also wenn ich es jetzt mal übe. Wenn ich es auf die Lawinen übertrage, ist es so, wir stehen oben am Hang. Es ist eigentlich klar, dass der Hang, da hat es jetzt Windformationen drin, der Hang ist eingeblasen.

14:14Lucian Haas

Der könnte lawinengefährlich sein. So, und jetzt kommt neben mir eine Gruppe und die fährt in den Hang rein. Die fahren runter und ich stehe mit meiner Gruppe oben. Da gehört dann sehr, sehr viel Selbstbewusstsein dazu zu sagen, ich fahre jetzt nicht da rein. Und bei mir war es eigentlich ähnlich. Also ich bin, man muss wissen, es war April letzten Jahres. Es war das erste Mal, dass in Bayern dann, da war kompletter Lockdown, war mit Flugverbot. Und ich bin im März das letzte Mal geflohen. Also ich war im Februar am Kilimanjaro. Mir ist dann am Kilimanjaro, ich habe da trainiert. Ich habe immer, der Kilimanjaro ist mein Trainingsberg. Ich habe da, da komme ich nachher noch drauf zu diesem Kilimanjaro. Sowieso eine besondere Verbindung. Aber ich war im Februar am Kilimanjaro, habe da trainiert mit dem Gleitschirm.

15:01Lucian Haas

War fünfmal am Gipfel. Und bin fünfmal im Gipfel. In einer Woche vom Kilimanjaro runter geflogen. Und das letzte Mal dann vom Gipfel des Kilimanjaro 35 Kilometer Gleitflug hinaus in die Savanne nach Moshi. Das war ein Wahnsinnsflug. Ich musste da durch mit GPS fliegen, durch Wolken durch. Es war für mich ein Wahnsinnsflug. Und jetzt die kleine Vorgeschichte jetzt dazu. Dann war im März, ich habe trainiert. Ich wollte im April von einem 8000er mit dem Gleitschirm runter fliegen. Habe dann im März wieder, war ich zu Hause. Mitte März war ich zu Hause. Habe dann am Hochgrad noch ein bisschen trainiert. Einfach viel Berg gehen, runter fliegen, Berg gehen, runter fliegen. Also mehr dieses Hike and Fly. Ein bisschen mit Zusatzgepäck trainieren. Sowas für die X -Alps einfach Training.

15:46Lucian Haas

Also so ein Training habe ich im Prinzip gemacht. Dann war der Lockdown. Man konnte nicht fliegen. Bei mir war klar, dass ich im April dann nach Nepal wollte. Und eben von diesen 8000ern fliegen. Und bin dann. Der Lockdown der ging bis, ging diese Woche am 23. April. Das war ein Donnerstag. Also der ging bis, ich glaube bis Sonntag oder Montag. Und dann wurde, es war wieder freigestellt, dass man wieder fliegen durfte. Dann musste der Geländehalter zustimmen am Hochgrad. Die haben dann zugestimmt, dass man wieder fliegen durfte. Und dann war das wieder freigegeben. Ich habe dann noch gewartet. Bis Donnerstag bin dann mit dem Mountainbike. Das sind bei mir auch 70 Kilometer. Bin dann da sehr früh los. Mit dem Mountainbike da reingeradelt. Weil man sollte mit dem Auto.

16:32Lucian Haas

Oder nicht so weit fahren oder was. Da war auch so eine Bestimmung. Ich weiß nicht mehr, wie es genau war. Ich bin dann mit dem Mountainbike reingefahren. Bin dann hoch auf den Hochgrad. Und mir war am Aufstieg schon klar. Weil durch das, dass ich mit dem Bike rein bin. War ich jetzt nicht mehr so ganz früh dran. Also es war schon so. Als ich oben war, war es 11. Und ich habe mir am Aufstieg noch. Wir haben dann den Hochgrad. Wenn wir da hochgehen, haben wir ein Windmesser auf dem Grad. Und der war eigentlich schön auf Süd gestanden. Also da war noch kein Einfluss. Also der bayerische Wind hat noch nicht eingesetzt. Weil wir haben. Das ist bei uns eigentlich ganz easy am Hochgrad. Wir können einfach den Grad ein bisschen abstrengen. Und haben dann einen Nord -West -Startplatz auch. Also es ist für uns eigentlich ganz. Aber du hast eben vom Nord -West -Startplatz morgens. Du startest

17:14SPEAKER_01

morgens immer Süd. Und danach irgendwann wechselst du. Du wechselst dann auf den West.

17:17Lucian Haas

Ja, genau. Du hast morgens eben dann die Möglichkeit, so ein bisschen Süd -Ost zu halten. Also du hast einfach die Möglichkeit, dann den Torweg dann zu erwischen. Und dann kommst halt hoch. Also wenn du auf Stricke gehen willst. Musst du eigentlich morgens auf diesen Süd -Startplatz. Gut. Und dann musst du halt aufpassen. Und ich habe da. Ich bin halt sehr penibel eigentlich. Ich habe am Hochgrad überall Wind -Fähnchen aufgestellt. Haben am Landeplatz Wind -Säcke installiert. Also durch das, dass ich das sehr häufig mache. Habe ich mir da einfach ein bisschen eine Infrastruktur hingestellt. Und weiß ja auch um diese Problematik. Und mir war klar, als ich jetzt über den Grad aufstieg. Okay, pass auf. Jetzt passt es. Wenn du gleich zusammen packst. Dann kannst du runter fliegen. Und ich wollte auch nicht groß auf Strecke. Oder irgendwas machen. Sondern ich wollte eigentlich nur ein bisschen aufdrehen. Und was weiß ich. Ein bisschen hin und her sauren. Oder hin und her fliegen. Vielleicht zum Hedrich vor oder so.

18:03Lucian Haas

Und wieder zurück. Und dann auf der Nordseite landen. Der eigentliche Landeplatz bei uns ist auf der Nordseite. Und jetzt kam es so. Ich ging hoch. Eigentlich mit dem Ding vor Augen, dass ich gleich starte. Weil die Gefahr eben bestand, dass der Wind dreht. Und dann sitzen da oben zwei Gleitschirmflieger am Start. Beide schon den Schirm ausgepackt. Und dann war er schön. Von mir standen eh noch die Wind -Fähnchen oben. Ich habe da oben mehrere Wind -Fähnchen aufgestellt. Zum Haselnuss stecken. Und das war alles schön von Süd. Hat alles gepasst. Und dann wollten die aber nicht gleich starten. Die wollten ein bisschen warten, bis die Thermik noch ein bisschen mehr anzieht. Und dann sind wir ins Gespräch gekommen. Und dann sind wir irgendwie drauf gekommen. Da gab es eine Story im Advance -Magazin über mich.

18:50Lucian Haas

Als ich einen Elbrus beflogen habe. Zweimal. Und daher kannten die mich irgendwie. Und dann sind wir ins Gespräch gekommen. Ja, ich mit diesem Höhenberg steigen und Gleitschirmfliegen. Und so weiter. Und dann habe ich gesagt, ja, ich bin gerade im Training. Ich war jetzt am Kilimanjaro. Und dann sind die hellhörig geworden. Und dann habe ich denen von dem Kilimanjaro erzählt. Mit Gleitschirmfliegen. Und die hatten dann Interesse, sowas. Und die haben gesagt, ja, ich mache im Herbst wieder eine Tour. Könnt ihr mit. Und wir haben uns einfach verquatscht dann. Wir haben gequatscht und gequatscht und gequatscht. Und ich habe nicht mehr auf die Uhr geschaut.

19:21Lucian Haas

Und genau. Irgendwann startete dann der Erste. Es war aber dann schon 12 Uhr mittags.

19:26SPEAKER_01

Okay. Aber die zwei sind vor dir gestartet. Und die sind sauber rausgekommen. Genau.

19:31Lucian Haas

Es war, wie soll ich sagen. Also es war, der Tag war. Ich weiß dann bloß von Freunden, die eben gegenüber am Dings geflogen sind. An der Seilmaß. Die haben gesagt, es war eine brutal ruppige Hammertornige auch. Und der Nord hat dann ziemlich eingesetzt. Und es war wahrscheinlich. Also der Erste ist raus. Hat aufgedreht sofort. Und dann ist der Zweite. Und dann habe ich nicht mehr. Ich habe einfach nicht mehr nachgedacht. Das ist genau das. Der fliegt. Da ist einer. Da fliegt nochmal einer. Und ich muss dazu sagen. Ich bin, würde man sagen, 95 Prozent meiner Flüge, die ich gemacht habe, habe ich immer alleine gemacht. Also ich habe fast ausnahmslos nur Hike and Fly gemacht. Und war immer alleine. Ich musste immer selber die Entscheidungen treffen. Aber du bist dann anders fokussiert. Wenn du alleine das machst, dann bist du.

20:18Lucian Haas

Du bist erstens viel vorsichtiger. Und bist ganz fokussiert. Und versuchst. Ich habe mich immer. Ich habe keinen einzigen Flug gemacht, ohne dass ich mich vorher windtechnisch, also am Abend vorher hingesetzt habe. Schau, die sind die Windfälle. Was passiert? Was könnte sein? Ist geil. Also immer ganz, weil mir das einfach vom Höhenbergstrecken her diese Wetterproblematik eben sehr bewusst war. Habe es auch an diesem Tag gemacht. Und es war mir klar, dass der bayerische Wind an diesem Tag einsetzen wird. Aber es startet einer vor dir. Du hast den Schirm schon ausgepackt. Dann startet der Zweite. Das geht gut. Und jetzt bist du dran. Und das war der Fehler. Und das hat wahrscheinlich. Also wir denken so, dass es so war, der bayerische Wind hatte eben diese Windgeschwindigkeit

21:06Lucian Haas

an der, der über den Grat drüber kommt und diesen Rotor bildet, hatte der bei den Zweien noch nicht erreicht. Und wahrscheinlich in dem Moment, wo ich war, war die Windgeschwindigkeit so hoch, dass es mich dann, dass ich diesen Klapper. Ich muss dazu sagen, ich weiß es gar nicht. Ich habe so eine, wie soll ich sagen, so eine rückwärtige Amnesie bekommen. Also ich war zwar, ich bin da abgestürzt, habe den Notruf auch selber abgesetzt, habe auch mit den Piloten gesprochen, mit den Rettungssanitätern von der Bergmacht, habe auch in der Notaufnahme mit denen geredet. Aber ich weiß das nicht. Okay. Und das kam interessanterweise dadurch heraus, weil die Polizei hat ewig den gesucht, der den Notruf abgesetzt hat als Zeuge. Und den hat man nicht gefunden.

21:52Lucian Haas

Und dann sechs Wochen später nach dem Unfall hat meine Frau mal bei uns den Anrufbeantworter abgehört. Und da war ich drauf und habe gesagt, ich bin gerade am Hochgrad abgestürzt. Dadurch weiß man, also wissen wir jetzt, dass ich das war. Und ich am Hochgrad, ich habe mich über das österreichische Netz eingewählt. Deshalb ist wahrscheinlich keine Telefonnummer angezeigt worden. Ich weiß nicht. Also irgendwie muss es so gelaufen sein. Aber ich habe rückwärtige, so eine Amnesie bekommen und weiß nichts mehr. Also ich weiß nur, ich habe den Schirm rückwärts aufgezogen, mich ausgedreht. Und dann sieht man bei uns, wenn man so Richtung Westen, Südwesten, Westen raus startet, sieht man dann den Centis. Und das war so das letzte Bild. Ich habe den Centis vor Augen und dann ist nichts mehr. Und dann bin ich einen Tag später erst, habe ich wieder das Bewusstsein, für mich jetzt das Bewusstsein, bin dann im Schockraum gelegen und habe da die Lichtchen von diesen Spritzen und Pumpen und so weiter, wo sie mich da dann, genau.

22:44SPEAKER_01

Das ist so ein richtiger Filmriss, der da aufgetreten ist so.

22:48Lucian Haas

Ja, aber massiv. Also und zwar das Interessante ist, ich war ja da. Also ich habe das ja alles erlebt. Ich habe das alles gemacht. Ich habe den Notruf. Ich

22:56SPEAKER_01

habe gesagt,

22:56Lucian Haas

ich habe denen noch gesagt, was weiß ich, was ich gemacht habe, weil die wussten auch, dass ich jetzt dann nicht erstmals vom Hochgrad geflogen bin. Also das stand an der Zeit ein erfahrener Gleitschirm-Blog. Und das Interessante war, ich habe dann später mit Psychologen, weil bei mir haben sie, ich habe, ich muss dazu sagen, ich habe im Rahmen von diesem Flug, ich bin so schwer abgestürzt, dass ich vier Liter Blut ins Becken verloren habe und bin dann quasi gestorben. Also ich habe so ein Nahtoderlebnis dann gehabt. Und ja, war dann eigentlich tot. Bin dann wieder zu mir gekommen und dann einen Tag später haben sie mich soweit stabilisiert gehabt, dass sie mich dann am Freitag operieren konnten. Das Operieren war auch wieder eine ganz besondere Sache.

23:42Lucian Haas

Der Operateur hätte an dem Tag seine Verabschiedung gehabt im Krankenhaus. Der wäre in Pension gegangen und dem habe ich dann, also dem Professor Dr. Mauger. Dem habe ich eigentlich meinen zu verdanken, dass ich nicht querschnittsgelähmt bin. Der hat dann also einen Tag seiner Verabschiedung mich in einer achtstündigen Operation dann wieder soweit zusammen. Geflickt quasi. Ja, also man muss schon richtig sagen, geflickt. Also man muss sich so vorstellen, meine Wirbelsäule, also ich bin komplett auf dem Po oder also ein bisschen Po mehr Richtung linke Seite aufgeschlagen. Dann hat es mir die Wirbelsäule ins Becken reingeschlagen. Das Kreuzbein hat es zerdrückt. Das Steißbein nach oben gebogen und das Becken gesprengt.

24:29Lucian Haas

Man musste mich dann quasi, ich war dann 15 cm kleiner, man musste mich auseinanderziehen, das Becken vorne verschrauben, das Becken hinten verschrauben und dann wurde das Ganze noch nach oben verschraubt zur Wirbelsäule. Dann war natürlich die erste Prognose ja, der ist klar, Querschnittslähmung. Und das hat sich dann Gott sei Dank, ja ich sage immer, dank der tollen Operation herausgestellt, dass es halt so war. Und ein sogenannter niedriger Querschnitt ist. Und da hatte ich jetzt einfach viel Glück. Ich sage immer, da hat einfach noch einer nicht gewollt, dass ich jetzt gehe, weil sonst würdest du das nicht überleben. Also, ja.

25:08SPEAKER_01

Wie ist das für so einen Menschen wie dich, der so viel mit Laufen, mit Bergen und Sonstiges verbringt? Und dann hat man so einen Unfall, wacht irgendwo im Krankenhaus auf oder spricht da mit den Ärzten und die sagen dann, Thomas oder Herr Lemle oder was auch immer, die sagen, und du oder sie werden wahrscheinlich nie mehr laufen können. Was denkt man dann in diesem Moment?

25:32Lucian Haas

Die sagen das nicht so. Okay. Die sagen, also die sagen halt, das erste ist natürlich so, also ich muss vielleicht ein bisschen, nochmal ein bisschen ausholen. Ich hatte ja, das haben ja nicht viele Menschen, aber ich hatte ja wirklich dieses Nahtoderlebnis. Also ich habe diesen Tunnel mit diesem Licht, das hört sich jetzt alles vielleicht an, das bildet er sich ein oder so. Aber das hatte ich. Ich habe das erlebt. Also ich, das war wirklich so. Und das Interessante war, ich hatte da eine Wahlmöglichkeit. Also ich wusste genau, dass wenn ich jetzt loslasse, dass alles gut ist. Also man fühlt sich da ganz, das kann man sich gar nicht vorstellen. Also ich habe keine Angst mehr vor dem Tod, weil es ist ein ganz seliger und ganz ruhiger Zustand. Man fühlt sich da ganz, ganz geborgen und würde der, diesem Ruf, sage ich mal, auch gerne folgen.

26:21Lucian Haas

Auf der anderen Seite habe ich doch meinen, ich habe ja quasi ein Training gemacht. Ich habe mich irgendwie in Leistungssportler geführt. Entsprechend war ich auch sehr, naja, sehr auf mich fixiert. Habe eine Familie und ich habe da ziemlich ein Misch gebaut auch im Rahmen von meinem Training. Und bei mir war klar, hey, ich muss da, ich muss nochmal, ich muss nochmal zurück. Ich muss da ein paar Sachen einfach noch mit meinen Kindern, mit meiner Frau nochmal klären. Ich habe gesagt, ich kann jetzt nicht gehen. Und fand das dann ganz interessant. Also das habe ich in dieser, in dieser Phase zwischen Absturz. Dann Schockraum und dieser Falle, also wo ich da quasi verstorben bin, habe ich das erlebt. Und dann bin ich ja aufgewacht. Und dann war ich, und dann hat man mich aber gleich wieder weggebeamt, weil ich operiert wurde.

27:07Lucian Haas

Also ich bin kurz bei mir gewesen und dann hat es geheißen, ja, ich habe jetzt irgendwie so ein Korsett, haben die mich, haben die mit dem Becken oder mit so einem Korsett oder sowas habe ich, haben die mich zusammengehalten. Und dann hat es geheißen, ich werde jetzt gleich mal operiert. Und bin dann aus der, eben aus dem Korsett. Dann bin ich aus der OP aufgewacht, da drin gelegen und dann bist du zunächst mal froh, dass du lebst. Da bist du einfach mal, da bist du mal froh, dass du lebst, dass du das, also bei mir diese, diese Gespräche mit diesen Menschen. Man macht ja oft Sachen im Leben, dass da, da ist irgendwie, da hat man mal einen Streit gehabt und dann zieht man das ewig, als dass man sowas bespricht. Das ist zum Beispiel auch eine Lektion, die ich gelernt habe. Also ich werde keinen Tag mehr irgendwelche Streitigkeiten haben.

27:53Lucian Haas

Ich werde keine Streitigkeiten mit mir führen. Ich versuche das an diesem Tag noch zu lösen, weil du weißt nie, wenn es rum ist. Und da, es ist ganz interessant. Am Schluss interessiert dich nicht, ob du auf dem Mount Everest standst, sondern da interessiert dich, Herrgott, habe ich jetzt da mit dem und dem Menschen, habe ich da einen Zwist und ich kann den nicht mehr lösen. Das war also für mich dann ganz entscheidend. Und da bist du zunächst mal froh, dass du lebst. Und dann bist du in dem Dings noch, haben die Pumpen, die dich ja voll mit Medikamenten, da kriegst du ja Morphine, da merkst du ja, du bist ja sowieso, mehr oder weniger bist ja da unter Drogen. Und dann liegst du da in dem Bett drin. Und dann habe ich noch ein ganz nettes Zimmer gehabt, da habe ich rausschauen können. Und ja, dann bist du einfach mal froh, dass du erlebst und denkst, ja, ist doch nicht so schlimm. Da kommt das ja alles nicht, durch diese Drogen kommt dir das ja alles nicht so schlimm vor. Da wäre schon festgestellt, hola, ich spüre ja meine Beine nicht mehr.

28:40Lucian Haas

Aber durch diese Drogen nimmst du das jetzt nicht so, nimmst du das relativ locker. Sagen wir mal so. Und da bist du einfach froh, dass du noch mal reden kannst mit Leuten. Ich habe dann Gott sei Dank mein Handy ja noch dabei gehabt und dann gleich mal alle möglichen Leute angerufen. Auch meine Sachen da klar gemacht, was ich da immer gedacht habe, wo Zwist wäre.

28:59SPEAKER_01

Hast du da quasi wie so eine Liste gehabt oder dir selber gemacht, wo du dachtest, mit den ganzen Leuten muss ich, habe ich noch was zu klären, die rufe ich

29:05Lucian Haas

jetzt alle mal Ja, ja, ja, ja, habe ich echt gemacht. Also bei mir war es das echt so, weil es war dann nicht klar, ob ich das überhaupt überlebe. Ich hatte dann noch das Problem, ich habe mir da ja mehrere Sachen kaputt gemacht. Ich habe mir unter anderem alle Rippen gebrochen und habe dann also gar nicht mehr richtig atmen können. Und dann war wieder nicht klar. Dann habe ich schnell der Patientenverfügung geschrieben. Oder so Sachen. Und noch ein Testament gemacht. War nicht klar. Ich habe halt einen Schiss gehabt, dass ich jetzt doch noch. Und dann habe ich auch so eine Hektik gehabt. Ich muss jetzt die Leute da noch betrachten. Wenn ich das gemacht habe, dann sei es drum. Aber das wollte ich einfach noch machen. Und dann habe ich auch wieder besser atmen können. Und dann war es auch noch drei, vier Tage war klar. Okay, ich werde das jetzt überleben. Und war aber so, wie es aussieht. Die wollten mich dann nur nach Murnau fliegen. Das ist also bei uns die Spezialklinik für.

29:52Lucian Haas

Wenn es halt Querschnittslähmungen sind. Das ging dann nicht, weil irgendwie das Flugwetter nicht passt hat. Und dann haben sie mich bei uns in Ravensburg nochmal untersucht. Beziehungsweise in den Kernspinn reingelegt. Haben nochmal eine Ganzkörperaufnahme gemacht. Und haben festgestellt, die Wirbelsäule ist intakt. Das ist also ganz unten passiert. Also vor allem im Kreuzbeinbereich. Und da ist eine Chance da, dass er also nicht querschnittsgelähmt ist. Und dann ging es so eine Woche oder so. Und dann habe ich Gefühl bekommen im rechten Fuß.

30:26Lucian Haas

Ja, und gut, dann hieß es halt okay. Und dann bin ich später verlegt worden auf die Neurologie nach Wangen. Und da haben sie dann eben Messungen gemacht konkret. Und da hieß es dann, ja, also der Rechts ist nicht hundertprozentig da. Aber der scheint sich wieder zu. Der kommt wieder, ja. Aber der Linke ist tot. Also es heißt einfach für mich, ich werde im Rollstuhl. Ich bin dann immer noch gelegen. Also ich bin fast drei Monate bin ich nur gelegen. Konnte mich überhaupt nicht bewegen. Also ich konnte nur den Kopf so hin und her. Weil ich wahnsinnige Schmerzen hatte durch diese Brüche, die ich hatte. Bin dann auch immer voll. Ich habe Schmerzen gehabt. Auch nachts. Bei mir haben Schmerzmittel teilweise nicht richtig gewirkt. Und ja, ich habe einfach brutale Schmerzen gehabt.

31:11Lucian Haas

Wollte dann zwischendurch auch nicht mehr leben. Muss ich ehrlich sagen. Ich habe gedacht, da kam dann diese Phase, wo ich gesagt habe, was soll das jetzt? Das ist ja kein Leben mehr. Rumzuliegen, jeden Tag Medikamente zu fressen, damit die Schmerzen weg sind und das zu leben. Weil meine Probleme habe ich gelöst. Gut, für die Familie wäre es natürlich schon schrecklich, wenn ich tot wäre. Aber ich habe dann schon das Ding gehabt. Ich habe gesagt, ich habe jetzt 55 Jahre meine Träume gelebt. Also ich habe wirklich so gelebt. Ich konnte, ich habe meine Träume gelebt. Und jetzt im Bett zu liegen als Vollpflegefall mit Schmerzen ständig. Das ist für mich, war für mich. Also wenn es, wie soll ich sagen, das hört sich jetzt komisch an, aber wenn man die Option hat, dann würde man sagen, ich lasse es. Was soll das? Das ist einfach nur so ein schlechtes Anhängsel.

31:59Lucian Haas

Aber sei es drum, es war dann so. Ich bin dann aus, von dieser Reha nach, in die zweite Reha gekommen, in die orthopädische Reha. Da hatte ich eine sehr gute Ärztin. Das war dann in Isny, Neutrauchburg. Die Frau Dr. Imre. Und die hat mir, das fand ich dann sehr gut. Und das hat mir auch, das ist bis heute eigentlich mein Ding, die hat gesagt, also hören Sie mal her. Wir Ärzte, wir können Ihnen helfen, gesund zu werden. Aber gesund werden, das müssen Sie selber machen. Sie müssen, das müssen Sie selber. Das ist, das kann Ihnen kein Arzt machen. Das müssen Sie selber machen. Sie müssen jeden Tag. Und wenn Sie wieder laufen wollen, dann stehen Sie morgens auf. Und das Erste, was Sie machen, Sie sagen, ich will wieder laufen. Und, und hängen, und bemühen sich darum. Und genau so war es.

32:44Lucian Haas

Also ich bin dann, die haben mich dann, also aus dieser liegenden Position, haben die mich langsam in einen Rollstuhl reingebracht. Und mit dem Rollstuhl, dann, Isny, das ist so ein bisschen hügelig. Da bin ich halt, ich bin halt einfach die Hügel nicht richtig hochgekommen. Der hat ja keine Rücklaufsperre. Da habe ich immer so hochgeschaut mit dem Rollstuhl. Und dann die Bremse reingehauen und dann wieder ausgeruht. Dann versucht wieder, aber das ist ja wie im Auto, mit dem steilen Anfahren ist halt schwierig. Ja, klar. Und dann hat mich das so geifuchst und genervt. Und dann habe ich angefangen. Ich habe auch zuvor schon in einem Bagger nicht mehr so geübt. Also mich so gestützt, dass ich so ein bisschen gehe. Also das Gehen war ja dann das andere. Ich musste ja Gehen wieder neu lernen. Das waren auch ganz heiße Momente.

33:29Lucian Haas

Ich habe ja die Rezeptoren verloren, quasi, unten an der Fußsohle. Die funktionieren ja nicht mehr. Jetzt musste ich Gehen lernen, über das ich mit dem Auge den Fuß anschaue, das Bein anschaue und mir dann im Kopf vorstelle, wie ich früher gegangen bin. Beziehungsweise ich habe mir dann teilweise YouTube -Videos angeschaut, von Menschen, die Gehen, damit mein Kopf oder mein Gehirn wieder lernt, wie Gehen funktioniert. Also du hast versucht,

33:53SPEAKER_01

das quasi nachzumachen dann? Ja, das

33:55Lucian Haas

ist wie beim Klettern oder wie beim Sport oder Wettkampfklettern. Weißt du, ich mache quasi diese Griffe, die ich bei einer Route, die mache ich ja, mentales Training, die mache ich ja durch im Kopf. Und so habe ich das Gehen durchgemacht. Ich habe mir einfach vorgestellt, aha, wie gehe ich jetzt? Wie fange ich denn an zu Gehen? Und dann haben die mich in so einen Ständer reingeklemmt, wo ich also mit dem Unterarm mich aufstützen konnte. Und dann haben sie gesagt, so, jetzt du mal Gehen. Da ging natürlich gar nichts. Ich wusste nicht. Du stehst dann

34:21SPEAKER_01

da und kannst es dir vorstellen,

34:23Lucian Haas

aber es bewegt sich nicht so. Genau. Du kannst, du bist, wenn du sechs Monate gelegen bist, dein Körper schaltet dieses System Beine ab. Das kann der nicht mehr. Das weiß der nicht mehr. Das ist weg. Das ist wie wenn das existiert in deinem Kopf nicht mehr. Und diese Bahnen, die musst du schon wieder neu formen. Und dann ist es so, du kannst auch nicht nach dem Schema gehen, wie du früher gegangen bist. Weil du hast ja unten, man muss sich vorstellen, das ist ja bei mir gelähmt. Ich habe ja kein Gefühl mehr in dem linken Bein oder linken Fuß. Und der muss das umlernen. Aber das ist erstaunlich, was unser Gehirn kann. Das muss man sich auch vorstellen.

35:00SPEAKER_01

Kurze Zwischenfrage, nur zum Verständnis. Weil du sagst, es ist gelähmt, aber die Muskeln kannst du schon noch. Nein, nein, nein. Oder ist das steif auf gewisse

35:08Lucian Haas

Weise? Nein, nein, das musst du dir vorstellen, das ist wie, eigentlich am Anfang war es so, wie wenn das Bein gar nicht da wäre. Ich habe es nicht gespürt, also das ganze Bein von der Hüfte runter. Ich habe keine Muskulatur mehr gehabt an dem Bein, oder ganz wenig Rest, die baut sich ja dann ab. Wenn ein Muskel keinen Nerv mehr hat, dann wird der abgebaut. Weil der Muskel, damit der funktionieren kann, braucht der eine Nervenverbindung. Und wenn der keine Nervenverbindung mehr hat, dann baut der sich ab und wird dann schlussendlich in Bindegewebe umgewandelt. Das heißt, den gibt es nicht mehr. Da ist dann noch Knochen, Fett und Bindegewebe. Und das war halt so ein Stelzen, der da bei mir, gut, ich war noch nicht sehr, sehr gut trainiert in den Beinen. Ich hatte natürlich schon entsprechende... Also ich habe, alleine an der Beinmuskulatur schätzt man bei mir, weil ich habe vorher 83 Kilo gewogen und danach habe ich 73 Kilo gewogen.

35:56Lucian Haas

Also ich habe allein 10 Kilogramm Muskulatur in den Beinen verloren. Weil obenrum war es eigentlich noch ziemlich gleich. Und das ist einfach, weil die Nerven nicht mehr da waren. Da muss man es sich vorstellen, das ist wie eine Prothese. Also dein Bein ist wie eine Prothese. Genau, also du spürst es nicht, sondern du hast da einfach so etwas dran hängen. Und so war es dann. Und dann kommst du in diesen Ständer. Ich konnte ja nicht auf das Bein draufstehen, das ist weggeflubbert, gell. Und dann hatte ich aber Glück, dass von oben her, von der Wirbelsäule her, haben sich irgendwie die Nerven ein bisschen regeneriert, sodass ich dann plötzlich auf die Gluteen, also der Popomuskel, und ein bisschen auf die, vorne der Quadriceps, der war dann plötzlich ansteuerbar. Und dann hat man gesagt, naja gut, wenn man das ansteuern kann, dann kann er nicht heben.

36:41Lucian Haas

Also dann kann ich Fuß heben. Und so haben wir dann angefangen. Und dann habe ich halt gelernt, mir das vorzustellen, wie ich gehe. Ich musste mir auch persönlich, also im Kopf, den Dings geben. So, jetzt gehst du. Und dann musste ich aber das Bein anschauen, weil ich ja anders, und mein Gehirn musste lernen, okay, die Rückmeldung, dass das Bein jetzt nach vorne geht, oder wo das steht im Raum, das bekommt der jetzt übers Auge. Und so habe ich angefangen zu gehen. Aber ich konnte jetzt nicht aufstehen und losgehen. Das ging nicht. Ich musste mir das, das war echt ein Mords -Act am Anfang, dieses Vorstell -Visualisieren, dass ich gehe, und dann das Bein anschauen, und dann plötzlich zack, ging der Fuß nach vorne.

37:29Lucian Haas

Aber ich habe es nicht gespürt.

37:30SPEAKER_01

Spürst du denn jetzt mittlerweile da was, oder ist der Linke immer

37:33Lucian Haas

noch so taub? Ne, also ich wollte ja vorher mitmachen, wieso ich jetzt eigentlich gehen kann. Da war ja das die Hand, dann hat man mich, dann ging das immer besser. Und dann habe ich irgendwann, dann hat mein Gehirn gelernt, okay, aha, ich brauche nicht mehr das Bein anzuschauen, sondern im Kniegelenk hat man auch Rezeptoren. Das ist der Grund, wieso man eigentlich Skifahren kann. Und diese Kniegelenksrezeptoren, die können eigentlich sehr gut Auskunft geben, wo der Unterschenkel, wo der steht. Und das habe ich gelernt, und kann jetzt, ich war ja ganz guter Skifahrer früher, da vielleicht zur Hilfe gekommen, und kann jetzt also ganz normal gehen, wie du und ich, aber ich gehe über das Kniegelenk, über die Rezeptoren im Kniegelenk. Also inzwischen ist es so, dass relativ viel wieder gekommen ist. Ich kann jetzt Oberschenkelmuskulatur, kann ich jetzt trainieren.

38:18Lucian Haas

Da sind Geringe auch, die sind jetzt nicht dick, aber die kann ich trainieren und kann die auch einsetzen. Inzwischen ist es so, dass die komplette Lähmung vom Knie abwärts ist. Also das ist jetzt eben vor allem Fußheber, Fußsenker, also Wade und die Muskulatur vorne am Unterschenkel, das geht nicht, ich habe da auch kein Gefühl. Aber das habe ich jetzt gelernt, oder das hat mein Gehirn gelernt, muss man sagen. Und ich bin eigentlich zum Laufen gekommen mit dieser Problematik Rollstuhl am Berg, weil ich wollte dann einmal auf den Hügel, und da gab es einen Hügel bei Disney und da hat man auf dem Hochgrat hingesehen und da wollte ich hoch.

38:54Lucian Haas

Und bin dann so, dass ich in diesem Rollstuhl gesessen bin und habe mich dann aus dem Rollstuhl rausgehievt und habe den quasi am Berg dann wie einen Rollator benutzt. Und oben am Berg habe ich mich wieder in den Rollstuhl reingesetzt. Und ja, so habe ich dann angefangen. Und dann ging das mit dem Rollator noch besser und dann bin ich irgendwann, hat es da mal gesagt, jetzt probieren wir das mal mit den Krücken, oder mit den Gehhilfen, sagt man ja. Und bin dann mit den Krücken los und da konnte ich am Anfang, was weiß ich, vielleicht fünf Meter oder so gehen. Und dann bin ich auch wieder, mein Ziel war immer dieser Aussichtssiegel, um auf den Hochgrat zu schauen. Und da habe ich mich, das sah dann immer ganz lustig aus, das war dann letztes Jahr im Herbst, weil ich bin immer zehn Meter gegangen und dann habe ich mich links in die Wiese reingehaut. Ja, also so auf den Rücken gegangen. Und da sind ja andere Leute auch beim Spazierengehen.

39:40Lucian Haas

Und dann hat jemand gesagt, der Typ mit den Krücken, der in der Wiese liegt. Und ich bin dann eben so zehn, zwanzig Mal in die Wiese gelegen, bis ich oben an dem Ding war, an dem Aussichtspunkt. Und dann war aber am Anfang, als ich das erste Mal versucht habe, war das Problem, ich konnte nicht aufstehen. Ich musste zuerst lernen, weißt du, aus dieser liegenden Position, die stehende, das ging nicht. Dann habe ich mir am Anfang immer versucht, irgendwo hinzulegen, wo ein Baum war oder sowas, dass ich mich da hochheben konnte und dann auf die Krücken kam. Und dann war ich in so einer Reha -Geschichte, und da hat es so Matten gegeben und eine Sprossenwand. Und da habe ich mich hingelegt und habe versucht aufzustehen. Das war so meine erste Übung. Weil ich gesagt habe, wenn ich das schaffe, dann kann ich ja auch größere Distanzen überbrücken. Und das war dann die nächste. Dann habe ich es irgendwann geschafft, dass ich aufstehen konnte ohne, also mit Hilfe der Krücken einfach aufstehen, dass ich mich da dran hoch.

40:29Lucian Haas

Und so wurde das immer besser. Und...

40:33SPEAKER_01

Woher nimmst du diesen eisernen Willen?

40:37Lucian Haas

Der ist mir wahrscheinlich irgendwo auch gegeben. Und ich nehme es auch... Also es ist schon diese Ärztin, die zu mir gesagt hat, die hat zu mir gesagt, das fand ich ganz interessant, also es war letztes Jahr ja im Haus, als ich noch gelegen bin, habe ich gesagt, was ist denn eigentlich mein Ziel? Was will ich noch erreichen? Dann habe ich gesagt, also damals habe ich gesagt, also ich habe im Prinzip mein Ziel, ich will auf dem Kilimanjaro wieder.

41:03Lucian Haas

Also ich bin damals noch gelegen. Jetzt will ich auf dem Kilimanjaro wieder. Weil das ist ganz witzig, ich habe ja wie gesagt, eine besondere Beziehung zu diesem Kilimanjaro. Ich war da inzwischen 64 Mal oben. Und als ich das angefangen habe mit diesem Kilimanjaro, ich habe da einen sehr guten Freund, den Richard Molel in Tansania. Wir haben da so ein Sozialhilfeprojekt gegründet, das nennt sich Extract Africa. Und das ist inzwischen eine Agentur. Und das Ziel dieser Agentur ist einfach, dass wir Arbeit nach Tansania bringen und zwar gerecht bezahlte Arbeit, damit die Menschen davon leben können. Arbeit, jetzt muss ich ausholen, am Kilimanjaro. Also für die Bergführer, die Köche und die Träger. Einfach gerecht bezahlte Arbeit am Kilimanjaro. Und als ich das angefangen habe mit dem Kilimanjaro, da wollte ich noch gar nicht so richtig.

41:49Lucian Haas

Ich bin da als Ausbilder runtergekommen. Wann war das etwa? Das war so vor 15 Jahren. Da bin ich vom Deutschen Alpenverein, vom Summit Club damals, als Ausbilder an den Kilimanjaro geschickt worden mit der Idee, dass man Einheimische so weit ausbildet, damit die Touristen auf diesen Berg führen konnten. Weil davor hat man immer einen deutschen Bergführer mitgeschickt. Und ich war zuständig quasi damals für die Ausbildung der Bergführer am Kilimanjaro. Bin dann das erste Mal runter. Wollte ja auch nicht richtig, weil ich dachte, naja Kilimanjaro. Ich bin damals im Saft gestanden. Ich bin auf den Achttausender rum, habe auch schwere Touren geklettert. Dann war für mich der Kilimanjaro jetzt natürlich nicht so das Ding. Aber Schluss. Und der Grund war so, ich habe mich in den Berg verliebt.

42:34Lucian Haas

Das Fantastische ist einfach, man geht durch sämtliche Klimazonen und oben hat der Eis. Und dieses Eis am Kilimanjaro hat mich immer fasziniert. Und als ich damals mit dem Richard dann so weiter und ich dann meine ersten zehn Kilimanjaro -Besteuungen gehabt habe, habe ich gesagt, Richard, pass auf. Wir zwei, wir machen 100 Mal, ich mache 100 Mal den Kilimanjaro und dann übergeben wir das an unsere Kinder. Dieses Sozialprojekt. Und jetzt war ich halt bis dato 64 Mal oben. Und dann in der Reha habe ich gesagt, ich will auf alle Fälle noch mal auf den Kilimanjaro. Und dann hat die Ärztin zu mir gesagt, wenn ich das wirklich will, das hört sich jetzt vielleicht sehr mystisch an und bei meinem Lebenslauf mit Everest ohne Sauerstoff, dann werde ich das schaffen. Aber ich muss es jeden Tag wollen. Und nach dem lebe ich eigentlich seit letztem Jahr.

43:21Lucian Haas

Ich will jeden Tag laufen. Ich will jeden Tag laufen können. Ich mache natürlich auch alles Mögliche. Ich mache sogenannte Spiegeltherapie, indem ich versuche, dann meine Bahnen, also ich spiegle den rechten gesunden Fuß und bilde meinem Hirn ein, der funktioniert, also dass es der linke ist. Dann mache ich jeden Tag Krafttraining, mache jeden Tag Elektrotherapie. Ich habe selber ein Gerät zu Hause, wo ich diese Muskeln, die eigentlich, wenn ein Muskel keinen Lauf mehr hat, dann würde er, wie gesagt, in Bindegewebe umgewandelt. Und wenn dieses Bindegewebe, wenn dann später doch ein Lauf noch mal wachsen sollte, dann findet er keinen Muskel mehr. Und wenn ein Muskel weg ist, ist er weg. Der kommt nicht mehr. Und was ich jetzt mache mit Elektrotherapie ist halt, das ist wie dieses Froschengel -Experiment. Ich hake da einfach Strom rein und lasse den Muskel zucken, damit der am Leben bleibt. Und das mache ich mit meinen Beinmuskeln unten.

44:07Lucian Haas

Jeden Tag. Dann mache ich dreimal die Woche oder zweimal noch, bin ich eben in ambulanter Reha und trainiert da immer drei bis vier Stunden und will einfach gehen. Und ich habe so eine App da, das haben wir ja auf dem Handy, wo man die Schritte aufzeichnen kann. Und da ist mein Ziel, einfach am Tag zwischen 8.000 und 10.000 Schritte zu machen. Und das versuche ich gerne. Und wenn ich es abends um neun noch nicht habe, dann gehe ich halt noch mal raus und laufe die paar Schritte. Das

44:32SPEAKER_01

schaffst du jetzt schon? Also bist du schon bei deinen 10.000? Schaffst du dich schon?

44:35Lucian Haas

Ja, ja. Die schaffe ich schon. Also ich habe ja, ich war jetzt, weil das ist jetzt, das muss dazu sagen, was problematisch ist bei Laufen, ist Kälte. Also was mich ziemlich, der Winter hat mich ziemlich kaputt gemacht. Ich habe dann einfach brutale Schmerzen. Und jetzt mit der Wärme flutscht das richtig. Also da geht auch was. Also die Wärme ist sehr gut. Was mir auch sehr viel hilft, ist Schwimmen. Und jetzt durch den Lockdown waren ja alles zu und jetzt kann man wieder schwimmen. Ich gehe jeden Tag jetzt schwimmen. Und das hilft schon sehr viel. Also dieses Schwimmen, das ist eine gute Therapie. Und was ich dazu sagen muss, was mir auch brutal hilft, ist Akupunktur. Über die Akupunktur bin ich von den Schmerzmitteln weggekommen. Also ich war ja massiv. Ich habe Tilidin 600 am Tag. Also das war, ich bin brutal unter Drogen gestanden, mit den entsprechenden Nebenwirkungen auch.

45:25Lucian Haas

Und über Akupunktur, zweimal die Woche Akupunktur, haben wir das weggebracht. Und Akupunktur, ich hätte es auch nie gedacht, ist bei mir auch Psyche. Also ich, ich bin da psychisch anders beieinander. Ich kriege da wieder den alten Biss. Und

45:37SPEAKER_01

dann habe ich

45:37Lucian Haas

so wie früher. Also dieses Mount Everest ohne Sauerstoff. Alle sagen, das geht nicht. Und ich sage, wenn man das nicht probiert, dann kann es nicht weggehen. Man muss halt probieren. Und das, also diese Einstellung habe ich wieder. Also ich habe früher ja viele Sachen gemacht, wo man sagte, das geht nicht. Und das war für mich dann eigentlich die Herausforderung. Naja, wenn man es nicht ausprobiert, dann weiß man ja nicht wirklich, ob es geht. Und dann, ja, aber das ist doch ein Gefähr. Ja, aber eine Gefahr kann ich ja nicht

46:07Lucian Haas

Und dann gehe ich halt mal so weit, wie ich mich sicher fühle. Und dann kann ich ja immer umdrehen. Und so sehe ich es jetzt bei mir auch. Also für mich ist es halt, der Hochgrad war jetzt Mount Everest. Und das Nächste, ich habe jetzt vor, Ende August, Anfang September, bin ich auf dem Kilimanjaro. Mit Krücken. Siehst du

46:25SPEAKER_01

das, siehst du das noch als, also was heißt noch? Siehst du das als realistisch an, dass du das schaffen kannst?

46:29Lucian Haas

Also ich bin im Moment, ich habe immer so ein bisschen, ja, haut es mich wieder zurück. Also vom Kopf her schaffe ich es. Inzwischen so. Also ich komme auch hoch. Das schaffe ich. Ich habe ein bisschen Angst vor dem Abstieg. Weil mein Problem ist, dass, als ich trainiere und ich habe eben gesagt, ich muss, mein Ziel ist, ich habe gesagt, ich gehe, ich muss zehn Mal auf den Hochgrad, dann schaffe ich auch einen Kilimanjaro. Aber ich bin bisher auf dem Hochgrad immer oben gewesen und bin im Abstieg, habe ich entweder mit dem Rodel, also bin ich runtergerodelt im Winter, oder jetzt im Sommer mit der Bahn runtergefahren. Also ich habe noch nie einen Abstieg gemacht. Und ich hatte bei mir eine Nachbarhügelkette,

47:08Lucian Haas

die habe ich dann jetzt dann mal gemacht, bin da auch sehr gut draufgekommen, bin auch wieder abgestiegen und bin dann abends, bin um elf ins Bett und ziehe meine Socke aus und dann kommt mir ein Blutbad entgegen. Also mein linker Fuß war, der Zehennagel vom großen Zeh war weg und vorne die Kuppe war offen bis aufs Fleisch. Und ich habe das nicht gespürt. Also ich spüre nichts. Okay. Das ist auf der einen Seite natürlich toll. Auf der anderen Seite ist das große Problem, ja, was machst du? Und zwar liegt es daran, ich habe so eine Orthese, die mir eben den Fuß hebt. Und die hat unten eine Kunststoffplatte. Und dann sind zwei so Gummis über Kreuz zum Unterschenkel gemacht, damit es mir den Fuß hebt, wenn ich gehe.

47:53Lucian Haas

Und diese Gummiplatte unten, die tendiert natürlich jetzt dazu, im Schuh, wenn ich bergab gehe, nach vorne zu rutschen. Jetzt schlage ich mir da immer die Zehen an.

48:04Lucian Haas

Und das ist da passiert. Und dann war ich und der linke Fuß ist sehr schlecht, dort blutet es. Es ging dann über vier Wochen, bis vorne die Wunde verheilt ist. Da konnte ich dann gar nichts machen. Und dann war ich jetzt, ich war jetzt in meiner 4. Reha, habe dann den Orthopädie -Schuhmacher da in Isny neu draufgeholt, den Stefan, der hat mir dann, der geht auch in die Berge und der hat mir dann was gepastet. Und ich habe jetzt ein anderes System, mit dem ich in die Berge gehen kann, das auch in den Bergschuh reinpasst. Der hat mir dann sogar noch, wenn es so schlecht durchblutet ist, haben wir dann noch eine, aus meinen Expeditionsschuhen raus habe ich die Schuhheizung mir dann in diese Schuhe, in eine Einlage einpasten lassen, sodass ich jetzt mit dem Batteriepack meine Zähne heizen kann, damit ich da klarkomme. Also das System scheint jetzt zu funktionieren und damit scheint es auch möglich zu sein, dass ich bergab gehe.

48:54SPEAKER_01

Hast du denn in irgendeiner Weise auch noch vor, wieder fliegen zu gehen? Auch gerade, weil das ja für dich als Abstiegshilfe ja dann auch theoretisch zumindest interessant sein könnte. Oder ist Fliegen für dich gestorben, weil du sagst, nee, das hat mich jetzt, hat mir die, den ganzen Schlamassel eingebrockt eigentlich so?

49:14Lucian Haas

Das ist, da muss ich ein bisschen ausholen. Ich hole mal ein bisschen aus mit der Fliegerei. Also ich bin zum Fliegen gekommen, ich habe da mal, ich habe jetzt nicht mehr die genauen Daten. Ich habe jetzt meinen alten Schirm irgendwo unten im Keller, habe den jetzt auf die Schnelle nicht gefunden. Aber ich habe den auch, meinen ersten Schirm, das war ein Jenair. Und dieser Jenair, der hatte, also ich habe, ich muss ein bisschen anders anfangen. Ich bin zum Fliegen gekommen, ich habe mal einen Kurs gemacht mit Drachenfliegen früher. Da gab es aber in Deutschland, früher, das war, ich glaube, so um 1985 oder so was. Ich weiß es aber nicht mehr genau. Und da war es früher, das war, glaube ich, sogar früher. Das war um, ja, ich glaube, da war einer in der Schule. Das war so, ich weiß es nicht mehr. Also so 80, 85, in dem Dreh habe ich diesen Kurs gemacht mit Drachenfliegen.

50:03Lucian Haas

Und das hat mich fasziniert. Also da gab es Gleitschirme, war da gar noch nicht so, so Thema in Deutschland.

50:10Lucian Haas

Und dann wollte ich halt Drachenfliegen. Weil das Fliegen hat mich immer fasziniert. Also ich fand das immer toll. Und zwar vor allem, ich bin eben auch immer unter die Berge gegangen. Ich fand das immer cool mit diesen Bergdolen und so, wie die da in diesen aufwinden. Da fand ich das halt immer super. Und dann war für mich so, boah geil, auf so einem Berg. Und dann runterfliegen, nicht runterlaufen. Und so habe ich Drachenfliegen und dann habe ich aber festgestellt, ja, das Drachen, erst mal habe ich kein Geld gehabt. Und dann war das ja sehr unkomod, mit diesen Drachen da auf diese Berge hochzubringen. Aber ich konnte, ich konnte einfach mal in mir wahr sein, weil ich wollte mal fliegen. Und dann kam so die Geschichte auf, ah, Gleitschirme. Da gibt es ja Gleitschirme. Das ist ja viel praktischer und das ist ja super geil. Ich habe am Anfang gedacht, weil ich bin viel damals in die Berge gegangen und habe gedacht, ja,

50:55Lucian Haas

klasse, hochlaufen und runterfliegen. Da brauchst du nicht runterlaufen. Und habe dann angefangen mit Freunden, habe angefangen und habe dann von denen auch die Gleitschirme gemacht. Wir haben da keinen Kurs gemacht oder sowas, sondern wir sind dann halt, hat da dann einer so ein bisschen gezeigt und dann bist du dann halt neu geflogen. Das hat dann schon geklappt. Man muss sich vorstellen, die Schirme damals, das war ja ein bisschen, was weiß ich, Gleitschirme 1 zu 4 oder so maximal. Neun

51:21SPEAKER_01

Zellen oder 13 Zellen, riesige Öffnungen. Das war,

51:23Lucian Haas

das war schon, das war halt mir so entlang der, entlang des Profils herunterfallen, gell. Aber, aber es ging. Und dann war das natürlich, war klasse das. Wir haben keine Ahnung gehabt von Wind und Luft und Lee und irgendwas, sondern, naja, Urlaub und dann muss der Wind halt irgendwie schon von vorne, dann kannst du halt leicht aufziehen. Dann hatte ich immer aufzogen, Kontrollblick oder sowas hat man nicht gemacht. Bei uns war früher so, also du hast quasi, da musst du auch jung genug sein, wir haben ja quasi mit, bei uns war Gleitschirmfliegen, der Kick war es abheben, gell. Weil du musst quasi dann so, vom, vom, vom Innen her hast du gesagt, das, du musst mit dem Leben abschließen, gell. Weil du weißt ja nicht, ob das Ding aufgeht oder nicht.

52:04Lucian Haas

Also ganz steil runter gehen, gell, weil falls es nicht aufgeht, gell,

52:09Lucian Haas

dass du nicht ganz so voll aufs Maul haust. Ja, okay. Und dann, ich meine, irgendwann hat es dann geheißen, nein, in Deutschland braucht man jetzt eine Versicherung, wenn man fliegen will. Und diese Versicherung hast du aber nur gekriegt, wenn du irgendwie so einen Schein hattest. Und dann sind wir nach Österreich gegangen und haben da so einen Schein gemacht. Ich kann dir aber nicht mehr sagen, was das war, weil ich habe jetzt, du weißt, mein, mein Zacken gefunden, da war, wäre dann auch noch dieser Schein drin, was wir da hatten. Also eine Ausbildung gemacht, über, ich glaube, zehn Tage war das und dann haben wir dann einen Schein gekriegt. Aber ich weiß noch, was das für ein Schein war. Aber auf alle Fälle war es so, mit diesem Schein hast du dann diese, konntest dann in den DHV eindrehen und hast diese Versicherung bekommen.

52:48Lucian Haas

Und dann habe ich mir damals, wie gesagt, ich kann ja auf einen vom Berg steigen und für mich war jetzt nicht das Fliegen in dem Sinn interessant, sondern, das war schon cool, aber ich wollte halt runterkommen, von den Bergen runterkommen. Also das, was man heute so als hike and fly sagt oder die Anfänge. Aber da ging es jetzt nicht darum, dass wir irgendwie thermisch hoch, wenn es hoch ging, war es schon, oh lalalala, nee, nee, ich will ja runter, ich will ja nicht hoch. Also, Gottes Willen, Thermik und so, keine Idee. Und wir haben dann, ich habe mir dann einfach diesen Jenner zugelegt, weil mir das war eine Empfehlung, der war sehr klein. Also den kleinen, den habe ich unten in meinen normalen Rucksack in das untere Fach reingebracht. Also es war so ein Häufchen, also ein bisschen eine größere Rettung, kann man sagen. Und geflogen sind wir das, bei mir sind das mit Klettergurten geflogen. Umgebaute Klettergurten.

53:34Lucian Haas

Weil wir natürlich so eine Rettung das leicht haben wollten und dieser Jenner hat jetzt aber eigentlich, den haben sie später ins Gütesiegel entzogen. Der hatte damals, hat man noch gedacht, wenn der Gleitschirm diese perfekte Profilform hätte, dann würde der besser fliegen. Und dieses Profil vorne, da hat der Zellen gehabt, die haben sich geschlossen. Und zwar, die in der Mitte, am Rand waren die, glaube ich, offen noch. Und in der Mitte haben die sich geschlossen. Das war so ein Spalt, dass man es aufziehen konnte und dann haben die sich geschlossen. Da waren auf alle Fälle mehrere Zellen, im Flug waren die zu. Aber entsprechend waren natürlich, wenn du da irgendwo in eine ruppige Thermik oder irgendwas gehabt hast, der hat eigentlich nur eingeklappt ständig. Also das war, gut der war ja nicht so groß, das war halt, also heute würde man das, glaube ich, als Speedwing bezeichnen.

54:20Lucian Haas

Der war halt super klein, super leicht und mit einem Klettergurt und das ging dann so weit, also ich bin dann auch sehr, sehr wilde Sachen dann geflogen, aber es war dann teilweise so, wir konnten gar nicht mehr landen richtig, weil die Füße eingeschlafen sind. Durch diesen Klettergurt, das hat sich ja so eingeschnitten und ich weiß noch einen Flug vom Dom in der Schweiz. Hast du so ein halbes

54:40SPEAKER_01

Hängetrauma gehabt davon, so oder was? Ja, ja, das

54:42Lucian Haas

sind die Füße, die sind die Füße eigentlich. Ich bin da vom Dom runtergeflogen, das sind 4000er in der Schweiz und unten auf der Wiese, ich konnte gar nicht mehr landen. Ich habe mich, ich bin da quasi so wie dahingeschleift, gell. Ja, also so sind wir geflogen und bin dann damals auch, also ich bin vom, vom Ottler geflogen damals, bin vom Dom in der Schweiz und ja, dann mein größter Flug damals war, ich bin vom Mont Blanc geflogen. Ja, bin damals vom Mont Blanc, allerdings damals nicht nach Chamonix runter, das war, glaube ich, rüberwärts. Wir sind nicht nach Chamonix, da waren wir halt gar nicht sicher, ob wir rüberkommen. Wir sind dann nicht, wir sind dann geradeaus runtergeflogen, Saint -Gervais oder wie das heißt. Also haben das gemacht, ich habe das dann ungefähr sechs Jahre lang betrieben, also das, aber es war immer so,

55:30Lucian Haas

es war nie, es hat nie was mit sicherem Fliegen zu tun gehabt, es war immer so, es war immer, es war immer eine gewisse Angst dabei und mich hat es dann,

55:41Lucian Haas

1992 war das, glaube ich, ich bin dann, habe dann mal einen massiven Klapper kassiert, also der Schirm hat immer sehr leicht geklappt, man musste immer das rauspumpen und ich habe dann auch einen Klapper kassiert und mich hat es dann so, so runterspiral, ich bin einen Baum rein und dann habe ich gesagt, naja, das ist, das ist, glaube ich, da. Also und in der Zwischenzeit, muss man sagen, sind ein Haufen Freunde von mir auch abgestürzt mit dem Ding und dann habe ich gesagt, naja, das ist es irgendwie nicht wert. Ich habe dann damals eben auch einen Absturz am Hoch gehabt, gerade erlebt, jemand, der dann wirklich blöd aufkam und dann eben, eigentlich ungefähr die gleiche Stelle, wo ich abgestürzt bin und der dann querschnittsgelähmt war und habe das dann, mein Schirm war sowieso kaputt, Geld habe ich auch keins gehabt, habe das dann wieder aufgehört. Also ich bin dann so, so 1992 oder sowas habe ich es wieder aufgehört. Gut und dann habe ich mich,

56:26Lucian Haas

mehr oder weniger, dann war auch die Zeit, ich war ja eigentlich immer eher der Bergstrecker, das war jetzt einfach eine Möglichkeit abzusteigen, aber ich habe es schon oft gesehen, ich habe den auch oft runtergetragen, ich habe den auf vielen Touren dabei gehabt und dann runtergetragen, weil es einfach nicht passt hat, weil der Wind nicht passt hat, meistens war es zu windig oder wir hatten dann den Wind nicht in die Richtung, wo ich starten wollte, also das war sehr, sehr oft, also ich habe den oft einfach, aber der war nicht so schwer, wie gesagt, der hat da unten rein gepasst mit dem Klettergurt und dann war es eigentlich wurscht, ob du den dabei hattest oder nicht und wenn es passt, dann bist du halt geflogen, wenn es nicht passt, bist du nicht geflogen. Bin dann aber auch, wie gesagt, ein paar Mal so in so, nach hinten weg, irgendwo wieder reinpatscht, also ich bin da schon auch ein paar Mal böse gefallen und man muss sagen, wir haben ja damals, wir sind ja ohne Rettungsschirme geflogen

57:11Lucian Haas

und wir hatten ja auch keine Protektoren, das tat dann schon mal eher weh, wenn es da irgendwo… Aber den Teil hast du dann auch überlebt? Das muss man sagen, also ich habe diese Anfangszeit, war es schon so, ich habe ein paar Freunde gehabt, die hat es böse erwischt, also einfach mit massiven Brüchen, ich hatte damals keine, also ich habe mir nichts gebrochen und so, aber ich habe es überlebt, eigentlich hätte ich dabei bleiben sollen dann und, dann wäre das ja auch alles wunderbar gegangen, aber ich bin dann massiv eben in das Höhenpark gesteigen, das war dann auch die Zeit, ich habe in der Zeit dann angefangen, ich war dann zunächst, habe mich ein bisschen auf Sport spezialisiert, ich hatte zunächst vor Medizin zu studieren, habe dann aber den Studienplatz in Berlin damals bekommen, damals war die Nova noch da oben, habe dann den abgesagt und habe mich dann als zweite Option ein bisschen meinen Hobbys hingegeben und habe dann Lehramt studiert und,

58:05Lucian Haas

habe Sport, Geografie und Technik, ich bin von Beruf Elektriker, habe dann Technik noch als Fach gehabt, habe dann Lehramt studiert, wusste aber schon, dass ich nicht Lehrer werden will, sondern es war mir so, jetzt muss ich aber was machen, und bin dann ein Jahr aber nach, in die Staaten, nach USA, habe ein Austauschstudium bekommen, an einem Olympiastützpunkt der amerikanischen Sprinter und habe da Sport Science, also Sportwissenschaften, zwei Semester studiert und das hat mich fasziniert, also gerade in den USA war das natürlich faszinierend, weil die da natürlich wahnsinnig ausgestattet waren, bin dann zurück und mir war klar, okay, das ist glaube ich meine Richtung, also dieses Sport Science, Sportwissenschaft, habe dann über ein paar Umwege, war noch in München an der Uni, bin dann nach Innsbruck gekommen und in Innsbruck gab es den Studiengang

58:55Lucian Haas

Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Pelzsport,

58:58Lucian Haas

auf Diplom habe dann das studiert und in dieser Zeit hat ein Freund von mir, ein damaliger Freund, oder Scharreigner mein Freund, der ist promovierter Bergführer eben im Bereich Biologie und Sportwissenschaft und der hat in Innsbruck ein Institut gründen dürfen und zwar ein Institut mit Schwerpunkt Höhenphysiologie, Höhenmedizin, also im Bereich Sportwissenschaften der Martin Butscher und bei dem habe ich dann angefangen als Assistent, Forschungsassistent und hatte dann die Möglichkeit in die höhenphysiologische, höhenmedizinische Forschung zu kommen.

59:40SPEAKER_01

Höhenphysiologische Forschung heißt, wie wirkt die Höhe auf den Menschen? Also man muss sich das so vorstellen, mein Chef

59:45Lucian Haas

hat Studien gemacht, wie wirken verschiedene Medikamente in der Höhe auf den Menschen, also da ging es um so Studien wie Diamox -Studie, dann ging es darum Aspirin -Studie, also wir haben einfach verschiedene, wir haben auch mal Adalat, Adalat getestet, also verschiedene Medikamente in der Höhe, der Grund war das, die Pharmafirmen haben das dann natürlich unterstützt, gesponsert, weil das konnten sie dann auf ihrem Beipackzettel, ganz banal auf dem Beipackzettel schreiben und ich bin ja kein Mediziner, sondern ich bin ja Sportwissenschaftler, ich habe mich jetzt um den gesunden Menschen in der Höhe bemüht. Das heißt, ich habe mich mit meinen Studien immer angehängt, habe dann eben versucht, eher die Placebo -Gruppe zu erwischen, nicht die Medikamente und habe dann angefangen,

1:00:31Lucian Haas

den Menschen, den gesunden Menschen in der Höhe zu untersuchen und dann einfach, damals mit so ein paar so Geschichten aufgehört, weil da war einfach, vieles stimmte einfach nicht, oder was man bis heute eigentlich annimmt, stimmt. Da stimmten viele Sachen nicht und stutzig gemacht hat mich eigentlich eine Sache, wieso ich dann schlussendlich ganz in diese Forschung eingestiegen bin und zwar da gibt es in einem sehr renommierten Magazin, in der Lancet, gab es eine Untersuchung, am Reinhold Messner und zwar hat der 1978 mit dem Peter Haberler den Mount Everest ohne Sauerstoff bestiegen und in diesem Lancet -Artikel ist der Oswald Oels, der früher ein Österreicher, der aber in der Schweiz geforscht hat oder gelebt hat damals auch, der hat also dort einen Artikel veröffentlicht, dass die Ausdauerleistungsfähigkeit nicht leistungsbestimmend ist im Höhenbergsteigen, weil der Messner laut diesem Artikel einfach eine sehr geringe Ausdauerleistungsfähigkeit hatte.

1:01:29Lucian Haas

Also gering heißt, wie so ein, wie soll ich sagen, wie so ein durchschnitt trainierter Hobbysportler.

1:01:35SPEAKER_01

Woran bemisst sich eine Ausdauerleistungsfähigkeit? Man kann das,

1:01:39Lucian Haas

also da gibt es so ein Kriterium, das ist die maximale Sauerstoffaufnahme, muss ich so vorstellen, je mehr Sauerstoff dein Körper aufnehmen kann, desto mehr Leistung kann er aerob, also mit Sauerstoff zur Verfügung stellen und diese Sauerstoffaufnahme... Man kriegt einfach mehr Brennstoff, der Sauerstoff ist

1:01:52SPEAKER_01

der Brennstoff für den Körper? Nein, der Sauerstoff ist,

1:01:55Lucian Haas

also du hast eigentlich den Brennstoff, das ist das Glykogen oder also die Kohlenhydrate, genau, die Kohlenhydrate und du kriegst jetzt also, je mehr Sauerstoff du einfach reinbringst, desto heller und länger brennt die Flamme und diesen Sauerstoff, diese Sauerstoffnahme, also man nennt das das Bruttokriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit, diese Sauerstoffaufnahmefähigkeit, man nennt das VO2max. Die VO2max, die ist beim Messner, die war unter 50 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und diese 50 Milliliter, das hat also, vielleicht muss man es mal so sagen, diese X -Alps -Athleten, die liegen alle deutlich darüber, die haben alle sicherlich um die 60. Das wird aufs Körpergewicht runtergebrochen, ein leichterer Athlet kommt nicht, weil das Bergsport ist ja eine Sportart, wo ich das Körpergewicht gegen die Erdanziehungskraft bewegen muss, deshalb ist das Körpergewicht ganz entscheidend bei dieser Sauerstoffnahme.

1:02:47Lucian Haas

Also kurz und gut war es so, der hat gesagt oder hat gemessen, beim Messner die Sauerstoffaufnahme sei gering, also im Bereich von einem Durchschnittssportler und deshalb kann die Ausdauerleistungsfähigkeit nicht leistungsbestimmend sein für das Wellenparkstrecken. Also das heißt, das ist scheinbar nicht das Kriterium, wieso der das machen kann, der Messner damals. Und er hat dann gesagt, also es muss, oder man hat dann vermutet, es muss irgendwie genetisch sein. Also es ist was anderes, es ist auf alle Fälle nicht die Ausdauerleistungsfähigkeit, das konnte ich nicht glauben. Also ich konnte es einfach nicht glauben, weil in den Alpen ist die Ausdauerleistungsfähigkeit ganz entscheidend. Und dann ist es ja auch so, die Ausdauerleistungsfähigkeit, die nimmt in der Höhe ab 1500 Metern um 10 % pro 1000 Höhenmeter ab.

1:03:32Lucian Haas

Das heißt ganz einfach, ich habe auf dem Everest oben, auf 8000 Metern, habe ich noch ein Drittel, also noch ein Drittel meiner Ausdauerleistungsfähigkeit, die wir hier unten haben. Wenn die jetzt schon gering wäre, dann habe ich ja da oben nicht einmal mehr die Luft oder den Sauerstoff, um einen Schritt zu machen. Also war für mich einfach, das stimmt irgendwas an der ganzen Sache nicht. Und dann, hatte ich natürlich das große Glück, ja, ich kann es ja nach, ich kann es ja überprüfen. Und das war dann auch so. Ich bin dann, ja 1998 habe ich die Möglichkeit bekommen, eine wissenschaftliche Expedition als Sportwissenschaftler an den Chou Oyu, der ist 8200 Meter hoch in Tibet, zu begleiten und da Untersuchungen zu machen. Habe die Leute im Vorfeld untersucht, im Vorarlberg in Brand und dann während der ganzen Expedition, also bis zum Gipfel und habe dann festgestellt, also erstmal, das ist ein Schmarrn, also die, die die höchste Ausdauerleistungsfähigkeit hatten, das waren auch die, die an den Gipfel gekommen sind, in kurzen Zeiten.

1:04:33Lucian Haas

Die anderen sind auch hochgekommen, haben eben viel, viel länger gebraucht und dann dieses, in der Höhe macht man oft so ein intermittierendes Gehen. Das heißt, ich gehe ein paar Schritte und stehe wieder hin. Und die, die mit der niedrigen Ausdauerleistungsfähigkeit, konnten nur so zum Gipfel gehen und die zwei oder drei mit der höchsten Ausdauerleistungsfähigkeit, die sind durchgegangen. Und der Grund war dann der, oder was ich dann, ich habe das damals auch veröffentlicht dann und es ist so, dass die Ausdauerleistungsfähigkeit nicht darüber entscheidet, ob du auf den Gipfel kommst oder nicht, aber sie entscheidet darüber, wie lange du brauchst, beziehungsweise wie lange du dich in dieser Gefahrenzone aufhältst. Und es war dann schlussendlich so, die mit der niedrigsten Sauerstoffausdauerleistungsfähigkeit waren auch diejenigen, die Erfrierungen hatten, weil sie einfach viel zu lange unterwegs waren. Also war für mich klar, okay, das Kriterium, um da hochzukommen, ist natürlich, es kann ja nicht anders sein,

1:05:24Lucian Haas

Höhenbausteigen ist ein extremer Ausdauersport, der allerdings mehr in diesem Bereich, also wir können oben nur noch Fett verbrennen, das ist auch ein Ding, was wir da auch festgestellt haben, wir verbrennen keine Kohlenhydrate. Und darum ist es schlussendlich auch wurscht, was da da oben ist. Also ich habe dann andere Studien gemacht, wo ich geschaut habe, ist es besser, fettreich oder kohlenhydratreich zu essen? Und da haben wir festgestellt, es ist wurscht, was da ist. Hauptsache, du isst etwas, du führst irgendwie Kalorien zu. Und diejenigen mit der höchsten Ausdauerleistungsfähigkeit, die waren einfach kürzer unterwegs und die waren einfach kürzer unterwegs und kürzer dieser Hypoxie, also diesen niedrigen Sauerstoffpartialdruck ausgesetzt und dadurch war das Ganze einfach sicherer. Also mit meiner Ausdauerleistungsfähigkeit bestimme ich ein bisschen das Risiko, das ich bereit bin einzugehen. Je besser trainiert ich im Ausdauerbereich bin, desto geringer ist das Risiko,

1:06:10Lucian Haas

mich lange in dieser Höhe aufzuhalten.

1:06:13SPEAKER_01

Wenn man das jetzt nur so ganz kurz gefasst sieht, wie passt jetzt dieses Ergebnis, das angeblich der Messner so eine geringe Ausdauerfähigkeit da hatte, mit deinem Ergebnis zusammen? Weil eigentlich müsstest du ja sagen, wenn der da so gut aufhört, der nach tausender, gerade auf dem Mount Everest hochgestiegen ist, der noch besonders hoch ist, wie passt das da zusammen?

1:06:30Lucian Haas

Also das ist ganz einfach. Es wird wahrscheinlich so gewesen sein, du kannst die maximale Ausdauerleistungsfähigkeit ja nur durch einen Maximaltest ermitteln. Man macht das meist auf dem Fahrradalgometer, hat dann so eine Maske auf, die die Zusammensetzung der Einatemluft mit der Zusammensetzung der Außenatemluft vergleicht und dann einfach das Delta bildet beim Sauerstoff und schaut, was hat er denn jetzt an Sauerstoff umgesetzt. Und je höher die Belastung ist, desto mehr Sauerstoff setzt du um. Wenn du jetzt eine maximale, also das Ding nennt sich ja VO2max, also maximale Ausdauerleistungsfähigkeit oder maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit, das setzt natürlich voraus, dass du dich maximal belastest. Und jetzt kommt halt der Witz. Was ist das Kriterium für eine maximale Belastung? Das ist ganz schwer. Also wenn der Messner, so sieht es jetzt eigentlich aus, der hat halt da keine richtige Lust gehabt.

1:07:16Lucian Haas

Der ist halt auf das Fahrrad gesessen und ist halt nicht Vollgas getreten. Natürlich hat der eine höhere Ausdauerleistungsfähigkeit. Okay? Aber wie gesagt, das hängt natürlich darauf ab, willst du dich ausbelasten oder machst du das nicht? Und das war halt keine Ausbelastung bei ihm. Also das war der ganze Witz.

1:07:37Lucian Haas

Also es ist schon so und man sieht es auch heute sehr gut, also der, muss man sagen, der, der zurzeit am schnellsten und leistungsfähigsten unterwegs ist, der Kilian Jornet aus der, woher ist er, Spanien ist er glaube ich, der ist jetzt ein Everest, der vom Basislager aus zweimal hochgelaufen, also in einem Zug, in 16 Stunden oder so was, der hat eine Ausdauerleistungsfähigkeit von 70 Milliliter oder mehr sogar. Ich glaube, der ist sogar über 70. Also es ist ganz klar. Also bei mir, ich hatte 60 Milliliter Ausdauerleistungsfähigkeit und habe das dann allerdings dann auch mit dieser speziellen Atemtechnik, auf die kann ich auch noch eingehen, ja dann schlussendlich auch auf einen Everest hoch geschafft.

1:08:23Lucian Haas

Also es sind zwei Kriterien, es ist die Ausdauerleistungsfähigkeit, es ist das Körpergewicht, also drei eigentlich, also musst halt wenig hoch tragen, dann das Zusatzgewicht, also einfach keine schweren Rucksäcke, weil das macht die Ausdauerleistungsfähigkeit wieder kaputt und bei mir dann kommt hinzu, ich habe dann in meiner Forschung eine spezielle Atemtechnik entwickelt, mit der es möglich ist, einfach das, was Messner gemacht hat, also es ist nicht genetisch, das kann ich vorwegnehmen, es hat nichts mit der Genetik zu tun, um auf diese hohen Berge zu steigen, sondern es kann eigentlich ein gut trainierter, ich will mich jetzt nicht als Spitzensportler bezeichnen, aber ein gut trainierter mit dieser Atemtechnik schafft das auch.

1:09:10SPEAKER_01

Das war Teil 1 des Gesprächs mit Thomas Lemle. In Teil 2 geht es direkt weiter mit der Frage, was die spezielle Atemtechnik von Thomas im Körper bewirkt und wie man auch als Gleitschirm-Blog davon profitieren kann. Er erzählt von seinen Erfahrungen mit fliegerischen Problemen in dünner Höhenluft, wie ihm sein dramatischer Gleitschirmunfall auf gewisse Weise sogar das Leben gerettet hat und wovor er jetzt überhaupt noch Angst hat. Bleibt dran.

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