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01. The Jolly Jumper - Samuel Lückoff & Nathalie Schwemke

// Nathalie Schwemke, Lucian Haas · 2018-12-01 · 00:59:06 · original episode

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[show notes]
Wer hat als Gleitschirmflieger nicht schon mal davon geträumt: Einfach mal den Job an den Nagel hängen, viel Zeit und einen Camper zur Verfügung haben und dann ab: quer durch Europa, von einem Fluggebiet zum nächsten. Nathalie Schwemke und Samuel Lückoff aus Köln haben sich genau das getraut. Im Gespräch mit Lucian Haas erzählen wie bei Podz-Glidz, dem Lu-Glidz Podcast, von ihren Erlebnissen. Keine Sorge, es ist kein Reisebericht im Stil eines Dia-Vortrags – nur ohne Bilder. Es geht unter anderem darum, wie das Vorhaben überhaupt zustande kam; die Herausforderung, alles hinter sich zu lassen; menschliche Höhepunkte und Tiefschläge während so einer Reise und welche Erkenntnisse man daraus in den Alltag hinüberretten sollte. Mehr Infos zur Reise: http://thejollyjumper.de Music from Jukedeck - create your own at http://jukedeck.com

[transcript]

0:20Nathalie Schwemke

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast,

0:23Lucian Haas

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens,

0:25Nathalie Schwemke

heute mit Nathalie

0:28Lucian Haas

Schwemmke und

0:29Nathalie Schwemke

Samuel Lukow, Lucian Haas am Mikrofon.

0:35Nathalie Schwemke

Wer hat als Gleitschirmflieger nicht schon mal davon geträumt, einfach mal den Job an den Nagel hängen, viel Zeit und einen Camper zur Verfügung haben und dann ab quer durch Europa, von einem Fluggebiet zum nächsten. Nathalie Schwemmke und Samuel Lukow aus Köln haben sich genau das getraut. In der nächsten Stunde erzählen sie in Podz-Glidz, dem Lu-Glidz -Podcast, von ihren Erlebnissen. Aber keine Sorge, es wird kein Reisebericht im Stil eines DIA -Vortrags, nur ohne Bilder. Es geht unter anderem darum, wie das Vorhaben überhaupt zustande kam, die Herausforderung, alles hinter sich zu lassen, menschliche Höhepunkte und Tiefschläge während so einer Reise und welche Erkenntnisse man daraus in den Alltag hinüber retten sollte.

1:18Nathalie Schwemke

Samuel, wenn du das in einem Satz zusammenfassen wolltest oder könntest. Was war dein großer Traum, den du hattest? Ja, mehr Zeit mit meinem Hobby, dem Gleitschirmfliegen, verbringen. Nun war das ein Traum. Wie lange hast du den denn geträumt? Also wie lange hat das gedauert, dass du sagst, von der ersten Idee, ich würde sowas gerne machen, bis ihr dann wirklich losgefahren seid? Na, das hat sich so ein bisschen entwickelt. Das ist jetzt nicht von einem auf den anderen Tag gekommen. Hat auch ein bisschen damit zu tun, viel gearbeitet, wenig Zeit gehabt fürs Gleitschirmfliegen. Und aufgrund dessen hat man dann sich immer mehr, sag ich mal, auch von Freunden ein bisschen abgekapselt und war, wenn es möglich war, vielleicht mal zum Fliegen.

2:07Nathalie Schwemke

Aber ansonsten war man auf der Arbeit und hatte sich gedacht, naja gut, das kann im Leben irgendwie nicht alles gewesen sein. Und so ist dann nach und nach die Idee entstanden und das Ganze ist gewachsen. Da haben wir dann ein Jahr vorher, glaube ich mal, drüber gesprochen. Und am Anfang war es für dich noch sehr fremd, oder? Und ja, wir sind dann, je öfter wir drüber gesprochen haben, umso mehr kam es für dich auch in Frage.

2:40Nathalie Schwemke

Und dann haben wir irgendwann uns entschieden und angefangen, die Reise zu planen. Na Salli, was hat das denn für dich erstmal das Fremde bedeutet? Wovor hattest du Angst? Und was hat dich letzten Endes überzeugt zu sagen, nee, ich mach das doch mit?

2:54Lucian Haas

Also generell habe ich immer vor Fremden und neuen Dingen Angst. Oder was heißt Angst? Angst ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber ich umgehe es ganz gerne. Und wenn ich jetzt daran denke, ich muss meine oder ich lasse alles zurück hier und bin ein halbes Jahr, ein ganzes Jahr einfach unterwegs, ständig an neuen Orten. Das hat für mich erstmal auch ein bisschen Stress bedeutet. Also als wir das letztes Jahr konkretisiert haben.

3:26Lucian Haas

Ja, also ich habe lange damit innerlich gekämpft. Mache ich das jetzt und mache ich es nicht? Und im Endeffekt habe ich gedacht, wenn du es jetzt nicht machst, wenn er mich an die Hand nimmt, ist das eigentlich kein Problem. Ansonsten würde ich es nie machen.

3:40Nathalie Schwemke

Nun ist so ein Alltag, den man aufgibt, bedeutet ja auch Sicherheit. Man hat einen Beruf, man hat ein Einkommen, man hat eigentlich auch einen geregelten Tagesablauf. Und was man so alles machen muss, ist von außen vorgegeben. Man muss sich gar nicht so viele Gedanken machen. Jetzt habt ihr was Großes geplant. Wo es sogar darum ging, den Job dafür aufgeben. Ist dir das schwergefallen?

4:00Lucian Haas

Mir ist es sehr schwergefallen. Also wir haben, es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, da haben wir auch die Wohnung oder die Wohnung haben wir zuerst gekündigt, damit wir einfach auch noch ein bisschen Geld in der Miete sparen. Und als der Anruf vom Vermieter kam, wann er denn eine Wohnungsbesichtigung machen könnte. Ich glaube, ich habe eine Stunde lang ganz bitterlich geweint.

4:22Nathalie Schwemke

Wobei man dazu sagen muss. Das war, denke ich, auch dadurch geschuldet, dass das sehr, sehr schnell ging. Wir haben, glaube ich, an einem Freitag oder so, haben wir den Vermieter angerufen und haben fristgerecht dann auch Bescheid gegeben, damit er auch Chance hat, einen Nachmieter zu finden. Und am Sonntag hat er die Stellenanzeige reingesetzt für nur ein paar Minuten. Wir haben in Köln vorher gewohnt und hatte dann seine 20 Bewerber zusammen, hat davon zehn ausgesucht, hat uns dann noch angerufen und hat gesagt, ja, Mittwoch machen wir Besichtigung. Und dann war erst mal unangenehm. Das ging jetzt aber sehr schnell.

4:55Lucian Haas

Und das ging für mich persönlich ging das zu schnell. Und ja, eine Stunde geheult und dann war es okay. Dann war da ein Haken hinter.

5:04Nathalie Schwemke

Samuel, für dich Job aufgeben, war das schwierig?

5:08Nathalie Schwemke

Ja, doch, es war schon auch schwierig für mich.

5:13Nathalie Schwemke

Ich habe meinen Job sau gerne gemacht. Ich habe viel auf der Arbeit gehangen, sage ich mal, und hatte immer Spaß in meinem Job in der IT. Am Ende wurde es relativ viel für mich. Und von daher war es in dem Moment nicht so schwierig im Nachhinein. Aber ja, hat man schon gemerkt, dass beim Job irgendwie was fehlt auch. Nun habt ihr diese Idee, dann erzählt man natürlich auch mit Eltern, mit Freunden und so weiter darüber. Wie waren da die Reaktionen? Sagen die ihr spinnt oder was kommt da? Bei Freunden war das nie so die große Hürde, das zu erzählen. Sondern? Sondern eher dachte ich so, oh, bei den Eltern, wie fassen die das auf?

5:59Nathalie Schwemke

Und na ja, dann haben wir irgendwann mördermünder einen Termin gemacht. Beziehungsweise wir waren hier zu Besuch. Und wir mussten denen ja auch dann beichten, weil unsere Idee war, all unsere Sachen hier abzustellen. Und auch dann für rübergangsweise zumindest hier zu wohnen. Und na ja, ich habe es mir tatsächlich schlimmer vorgestellt. Die Reaktion habe ich mir...

6:20Lucian Haas

Du hattest Angst? Ja,

6:22Nathalie Schwemke

ich hatte die Befürchtung, dass wir auf Unverständnis treffen. Weil, warum sollte man seinen festen Job aufgeben, um ein bisschen durch die Gegend zu tingeln? Na, aber das war doch kein Problem. Also meine Eltern haben das relativ cool aufgenommen und haben gesagt, klar, kein Problem. Ihr könnt hier wohnen und die Sachen so lange unterstellen, so lange ihr wollt. Und ja, das war schon... Von da dachte ich, jetzt ist alles cool. Nun habt ihr so einen Citroën Jumper euch gekauft und ausgebaut. War das Ausbauen eigentlich neben dem Job noch her, dass man sagt, abends mache ich da immer noch was dran? Oder hast du dir da schon freigenommen und gesagt, da hänge ich jetzt dran?

7:10Nathalie Schwemke

Also der Ausbau an sich ist auch... War mit viel Zeit verbunden, deutlich mehr Zeit, als ich es vorher eingeplant hatte. Weil in so einem Fahrzeug ist nichts gerade und alles schief und krumm und keine rechten Winkel und so weiter. Von daher macht alles, was man da drin bauen will, recht viel Arbeit. Man muss alles genau anpassen.

7:34Nathalie Schwemke

Das habe ich schon länger, bevor wir Jobs gekündigt haben, neben dem Job gemacht. Jetzt kam natürlich noch hinzu, wir haben in Köln gewohnt. In Köln hat man eine Mietswohnung und in Köln habe ich nicht die Möglichkeit, da eine Werkstatt aufzubauen. Und das heißt, wir haben eigentlich immer am Wochenende, fast jedes Wochenende oder soweit die Wochenenden es zugelassen haben, haben wir hier dann gebaut. Und jetzt im Rückblick, was die Vorbereitungszeit betrifft, was war denn die größte Schwierigkeit dabei für euch beide? Eine große Schwierigkeit für mich war wirklich die Zeiteinschätzung, wie ich eben schon angedeutet habe, für den Ausbau. Ob wir überhaupt fertig werden. Und wir waren auch lange nicht so fertig mit dem Ausbau, wie ich es gerne gehandelt habe.

8:22Nathalie Schwemke

Wobei dann irgendwann der Zeitpunkt da war, ja, bringt nichts, wir können ja jetzt nicht hier ewig weiterbauen, sondern müssen dann auch mal losfahren. Ja, das war eigentlich so die größte Hürde. Und bei dir, Nathalie?

8:35Lucian Haas

Meine größte Hürde war, mich innerlich von hier zu verabschieden. So den ganzen Papierkram, das war für mich eigentlich eher so schlimmer. So das Drumherum, Krankenversicherung und Ummelden.

8:48Nathalie Schwemke

Nun seid ihr gestartet im April, wenn ich das richtig verfolgt habe. Ja. Gab es denn da von Anfang an sowas wie so einen Masterplan für die Route? Das wollen wir dann und dann ablegen? Oder wie habt ihr das gemacht? Ich habe immer mal wieder Notizen gemacht. Schon Jahre zuvor, wenn man irgendwie ein schönes Fleckchen gesehen hat. Ob auf Bildern bei Facebook oder wo auch immer. Habe ich mir mal notiert, ach wo ist es denn, lohnt es sich da hin? Könnte man da sogar, also klar, landschaftlich ist es da schön, wie sonst welches Land. Kann man da vielleicht sogar fliegen etc.? Und da hat sich bei mir eine relativ große Liste angesammelt, aber nicht nur durch Facebook, auch durch Freunde, die gesagt haben, auch hier, da bin ich aufgewachsen, da musst du mal hin. Wenn du da bist, dann grüßt du den und den und so weiter.

9:36Nathalie Schwemke

Allerdings war es, kommt natürlich eh dann immer wieder anders, wie vorher geplant. Aber das war auch beabsichtigt. Das heißt, ich wollte nicht fix sagen, so wir haben den und den Termin, dann wollen wir da sein, dann wollen wir da sein, sondern eher sagen, oh ja, hier ist gerade schön, hier bleiben wir noch eine Woche. Oder, na, lass mal weiterfahren, hier gefällt es mir nicht so. Und das war der Gedanke dahinter, dass wir uns nicht zu fix eine Route vorgeben. Jetzt im Rückblick ganz kurz zusammengefasst, welche Länder habt ihr denn jetzt quasi alle bereist auf dem halben Jahr, in dem ihr unterwegs wart? Wollen wir mal aufzählen. Schweiz, Österreich. Italien. Italien. Wir waren in Frankreich. Wir sind durch Belgien durchgefahren, weil Flugbedingungen waren da nicht.

10:22Nathalie Schwemke

Luxemburg sind wir auch nur durch. Dann nehmen wir Slowenien, Kroatien, Montenegro. Kurz durch Bosnien. Bosnien und Albanien. Albanien, genau. Griechenland. Dann wieder rüber nach Italien. Ja,

10:39Lucian Haas

dann den kompletten Stiefel. Wieder nach Österreich, also Österreich waren wir glaube ich am, Österreich und Schweiz waren wir am meisten, am längsten. Am

10:46Nathalie Schwemke

häufigsten, ja. Genau. Jetzt von den Zielen, die ihr dann in den Ländern angesteuert habt. War das jetzt alles hauptsächlich aufs Gleitschirmfliegen dann ausgerichtet letztendlich? Nein. Nicht ausschließlich aufs Gleitschirmfliegen. Ich würde fast eher sagen, umgekehrt zumindest die Balkanroute, dass wir die einfach gemacht haben und wir haben ganz gute Quellen gehabt, wo man da fliegen kann und wo es da vielleicht bei welchen Bedingungen geht und wo man eher aufpassen sollte. Und ja.

11:20Nathalie Schwemke

Aufgrund der Route haben wir eigentlich erklärt bekommen, wo es geht. Das heißt, ihr habt geguckt rechts und links, wo kann man hier fliegen und dann das mitgenommen, aber es war jetzt nicht gezielt immer anfahren, sagen, nächstes Ziel 200 Kilometer, da ist der super Startplatz, da müssen wir hin. Nein. Man hat natürlich irgendwie mal den einen oder anderen Umweg gemacht und ist dann einen Umweg gefahren, weil man wusste, da ist ein Fluggebiet, aber man hat nicht alles ausgerichtet explizit. Wir müssen jetzt da hin. Wir müssen da hinfahren, weil es da fliegt. Aber es ging schon viel ums Gleitschirmfliegen. Was bedeutet dir das Fliegen eigentlich? Vielleicht erzähle ich mal, wie wir das Fliegen angefangen haben, oder?

12:00Nathalie Schwemke

Also Fliegen hat eigentlich so angefangen, dass ich ihr einen Tandemflug geschenkt habe. Ich hatte auch noch nichts mit dem Gleitschirmfliegen zu tun und ich lasse ja nicht alleine darunter fliegen, sondern da gibt es schon zwei Tandempiloten, die uns dann mit runternehmen. Das war am Achensee. Und ja, dann hatten wir einen schönen Tandemflug. Ich hatte so die Actionvariante gebucht.

12:27Lucian Haas

Du hattest Spaß, mir war schlecht.

12:28Nathalie Schwemke

Die haben dann ein paar Manöver mit uns gemacht, Wingover und Spiralt. Ja, und ich hatte Spaß und hatte ein Grinsen auf dem Gesicht am Landeplatz und das war für mich so die Initialzündung, wie ich dann mit dem Gleitschirmfliegen angefangen habe. Nathalie, was bedeutet für dich Gleitschirmfliegen? Seid ihr da ganz ähnlich oder bist du als Frau da ein bisschen anders, gehst du da anders ran?

12:55Lucian Haas

Ich habe nicht direkt das Gleitschirmfliegen angefangen. Ich bin immer mit unterwegs gewesen, mehr oder weniger auch so als Taxi auf den Berg hochfahren, irgendwo wieder abholen. Ich war immer dabei. Das war auch immer schön, weil es einfach auch eine schöne Gemeinschaft ist. Wir haben tolle Leute auch kennengelernt, auch wo ich noch nicht geflogen bin. Und irgendwann kam so der Moment. Ja. Dass ich gedacht habe, du könntest ja auch mal probieren. Aber ich habe auch, es ist wieder was Neues für mich und es könnte ja auch gefährlich sein und so weiter. Und da habe ich dann lange mit mir gehadert, bis ich dann irgendwann mal gesagt habe, komm, ich mache das. Und dann haben wir hier mal auf der Wiese so ein bisschen probiert und dann bin ich auch gleich mit seinem Gleitschirm ziemlich hoch und ziemlich weit geflogen.

13:44Lucian Haas

Naja, so

13:45Nathalie Schwemke

ein paar Meter.

13:46Lucian Haas

Für mich hat sich das hoch und weit angefühlt. Und dann habe ich wieder überlegt und überlegt und sollste und sollste nicht. Und das kostet ja auch viel Geld. Also für mich, für mich ist es viel Geld. Und im Endeffekt ärgere ich mich, dass ich es nicht viel früher angefangen habe. Und das war, ja, es ist schon schön. Also wir sind halt auch viel den Berg hoch gewandert mit den Gleitschirmen. Wir haben uns das Fliegen verdient, haben viel von der Natur gehabt. Und das Runterfliegen ist einfach, einfach schön. Wie

14:20Nathalie Schwemke

lange fliegst du jetzt, Nathalie?

14:21Lucian Haas

Ja, anderthalb Jahre jetzt.

14:24Nathalie Schwemke

Noch gar nicht so viel Background, noch gar nicht so viel Erfahrung. Nee, genau. Wie ist das dann, auf so eine Reise zu gehen, die ja ziemlich abenteuerlich auch ist? Manche Startplätze, ich kann mir vorstellen in Kroatien oder sonst was, wo man auf irgendwas steinigend da oben steht. Ist das für eine, die noch relativ frisch den Arschein hat, manchmal wahrscheinlich ganz schön spannend.

14:44Lucian Haas

Ich habe, also häufig, oder ich verlasse mich vielleicht auch schon zu sehr auf die Reise. Auf meinen Partner, der dann sagt, das schaffst du oder das würde ich lassen.

14:56Lucian Haas

Also es gab Momente, die waren nicht so toll. Also nicht so tolle Starts. Ich habe mich nie verletzt, aber ich bin jetzt zum Beispiel in Slowenien gerade aufgezogen, Windböe eingetwistet und dann, ja, eingetwistet rausgeflogen. Sah scheinbar von unten ganz cool aus. Ich fand es nicht cool. Ja. Ja, Turbulenzen in der Luft.

15:20Nathalie Schwemke

Was ganz cool aussah, du hast die Situation für die Außenstehenden, die noch am Startplatz saßen, ziemlich lässig gemeistert. Hast nachher oben über den Twist gegriffen, ausgedreht, rausgeflogen. Alles wunderbar. Die dachten, hm, das war lässig.

15:33Lucian Haas

Ja, oder so Landeplätze in Italien, wo wir waren. Alle schief, teilweise im Lee. Und da ist der Sami dann geflogen und hat mich dann angefunkt und hat gesagt, du fliegst nicht raus. Und dann habe ich auch gedacht, nö, mache ich auch nicht. Wenn der sagt, mach es besser nicht. Also ich glaube, er kann mich ganz gut einschätzen.

15:53Nathalie Schwemke

Ja, es ging ja nicht ausschließlich um dich. Allein ich hatte ja Probleme, mich da irgendwie runterzuwürgen an dem Landeplatz. Das war keine schöne Landung, keine schöne Bedingung. Und deswegen habe ich gesagt, ich würde es dir nicht empfehlen, jetzt zu fliegen.

16:06Lucian Haas

Wo du ja auch recht hattest. Und dann bin ich wieder runtergegangen. Ist

16:10Nathalie Schwemke

auch okay für mich. Was hattet ihr denn an Ausrüstung dabei? Du hast gerade gesagt, ihr habt viel Hike and Fly gemacht. Seid immer zu den Startplätzen hochgelaufen. Habt ihr dann gesagt, ich brauche den super Leichtbergschirm dafür?

16:21Lucian Haas

Also was ich habe, ist ein Wendegurtzeug. Der sitzt ziemlich gut am Rücken. Ich habe jetzt mal von einer Freundin was ausprobiert. Und das in so einem Rucksack drin, das schwabbelte mir zu sehr auf dem Rücken. Das war ein normaler Packsack. Und ich bin mit meinem Wendegurtzeug sehr zufrieden. Es ist auch kein Leichtgurtzeug. Es ist ein ganz normales. Ich habe einen Alpha 5, der sein Gewicht hat. Und in Summe bin ich bestimmt bei 13, 14 Kilo. Mit Jacke, mit Wasser, mit Funk, mit Essen. Vielleicht auch mehr, keine Ahnung. Dicke Jacke. Das war gut. Die Waden haben sich schon gemeldet. Aber wir haben uns irgendwann daran gewöhnt. Und es war für mich eigentlich eine schöne Art, den Berg hochzukommen.

17:08Lucian Haas

Und das Gewicht wird auch irgendwann immer leichter. Also es war nie das Problem.

17:13Nathalie Schwemke

Na, also wir haben ja... Überhaupt keine Ultraleichtausrüstung jetzt gehabt, die absolut aus Hike and Fly zugeschnitten ist. War auch nicht so relevant. Wir sind ja nicht bei den X -Alps gewesen, wo wir irgendwie was in einer bestimmten Zeit oder so leisten mussten. Und ja, auch ich habe eine ganz normale Ausrüstung. Auch ein Wendegurt, weil es schön am Rücken anliegt und ist zum Tragen ganz angenehm. Aber ganz normalen Schirm, ganz normales Gewicht. Ich habe einen fliegend alten Tequila 3, der seine 6 Kilo hat. Und ja, ansonsten... Ja gut, meine Rettung ist jetzt, weil sie neu ist, die SQR ist jetzt nicht so schwer und das Wendegurt ist auch akzeptabel. Ja, aber der Schirm ist ein ganz normaler gewesen. Und die Ausrüstung, würde ich sagen, die passt auch zu so einer Reise.

17:59Nathalie Schwemke

Oder würdet ihr da was anders machen jetzt im Rückblick? Kommt ja immer ein bisschen aufs Portemonnaie an. Das auch. Also wenn ich jetzt Geld zu viel hätte, natürlich würde ich mir dann einen leichteren Schirm kaufen. Aber wir wollten ja das Geld auch zum Reisen verwenden. Wir haben ja jetzt keine Rettung. Wir haben ja keine Einnahmequelle unterwegs gehabt, sondern wir haben vorher angespart. Und ja, aufgrund dessen haben wir unser altes Zeug geflogen. Wenn man jetzt so guckt, ein halbes Jahr, da hat man ungeheuer viele Flüge wahrscheinlich gesammelt. So stelle ich mir das zumindest schön romantisch vor. Nein. Hängt ja auch immer an. Okay, das Wetter war vielleicht nicht immer ganz so toll und so. Aber von den vielen Flügen, auch wenn es schwer ist, das vielleicht gegeneinander auszuwerten. Aber was waren denn so eure schönsten Flugerlebnisse? Für dich zum Beispiel, Nathalie. Also

18:41Lucian Haas

ich habe angefangen halt als Anfänger nur mit Abgleitern. Und Thermik war mir nicht geheuer. Und ich habe jetzt, also ein wunderschöner Flug, wo ich natürlich auch wieder Schiss hatte, war in Grindelwald aus dem oberen Gletscher, von der Glecksteinhütte raus. Wunderschöne Umgebung. Ich habe mir total in die Hose gemacht, weil könnte ja irgendwelche Abwinde geben oder dergleichen. Aber es war wunderschön. Es war total ruhig. Also das war schon echt ein toller Flug. In Kroatien am Trebalje bin ich mit Geiern geflogen. Da war ich auch beeindruckt. Das

19:22Nathalie Schwemke

war dein erster langer Flug. Über zwei Stunden warst du da in der Luft. Das war für mich

19:27Lucian Haas

was Neues.

19:30Lucian Haas

In Griechenland mal aufs Meer rausfliegen, auch tolle Erfahrung.

19:38Lucian Haas

Castelluccio in Italien, auch längerer Flug auf Strecke. Wunderschöne Umgebung. Da habe ich dann auch schon mehr von mir verlangt. Früher war ich zufrieden, wenn ich irgendwie wieder am Boden stand und der Flug nur fünf Minuten gedauert hat. Jetzt wollte ich schon mehr. Das

19:57Nathalie Schwemke

war ganz interessant. Da waren wir in Castelluccio und da war dynamischer Hangaufwind, nichts thermisch. War auch relativ viel Wind. Das heißt, wir mussten wirklich aufpassen, dass wir nicht zu hoch kommen. Weil oben war es noch ein bisschen kräftiger. Aber dann bist du rausgeflogen und konntest auch Höhe machen. Und dann wolltest du mal testen, ob du auch wieder runterkommst, wenn du rausfliegst und dass das auch alles funktioniert. Ja, und dann bist du unten eingelandet. Und stand ich am Boden. Weil du dann am Boden standest und zu weit raus bist. Gut, kein Problem, nochmal hoch. Und dann war sie beim zweiten Flug, wollte sie oben bleiben, aber hat dann nicht funktioniert. Und dann war sie tatsächlich ein bisschen pikiert. Und auf gut Deutsch angepisst, dass sie nicht oben bleiben konnte.

20:43Nathalie Schwemke

Und da habe ich zum Glück vergessen, Moment mal, du kannst ja jetzt nicht von dir verlangen, dass du hier schon Monsterflüge machst. Und meinst du, wie ich früher, wie viele Flüge ich gebraucht habe, bis es dann mal funktioniert hat und bis man oben bleiben konnte? Und warum bleiben die anderen alle oben und man selber nicht? Ja, und dann nachher beim dritten Flug habe ich dich ein bisschen gecoacht und dann sind wir zusammen weggeflogen. Das war sehr cool.

21:08Lucian Haas

Dann haben wir, ich meine, erst längere Strecke gemacht.

21:10Nathalie Schwemke

Ihr spracht gerade von, sagt mal, stärkerer Wind war da, war wahrscheinlich auch häufiger. Ihr hattet jetzt, glaube ich, der Sommer war ja auch sehr gewittrig, zumindest auf der Südalpenseite und immer, wo man nach dem Wetter dann Ausschau halten muss und so was. Was war denn die haarigste Situation, die ihr dabei so erlebt habt? Wo es mir, in Griechenland, in Griechenland, Lefkada. Da hat es mir, das ist das erste Mal gewesen, dass ich abspiralt habe, weil ich die Faxen dicke hatte, weil ich... Das war, Lefkada ist eigentlich an der Küste, wir waren am unteren Startplatz direkt bei Katisma, heißt der Start oder heißt der Strand da unten und da oberhalb ist es 100 Meter höher, ist ein Startplatz, wo es einfach von der Küste immer oder häufig aus West ansteht.

21:56Nathalie Schwemke

Überregional hatten wir aber Ost. So, und das wusste ich auch und, ja gut, aber unten am Startplatz stand es West an. Ich dachte, ein kleiner Hüpfer vielleicht hier ein bisschen vor der Kante soren und dann unten am Strand einlanden. Ja, kein Problem. Gut, und ich bin dann gestartet und dachte, gut, da ist auch nicht viel zu holen. Und dann bin ich rausgeflogen und dann habe ich aber thermisch was gefunden. Und ja, geht ja, lässt sich ja angenehm ausdrehen hier. Wunderbar. Und dann bin ich irgendwie auf bestimmt 700, 800 Meter hoch gedreht und dann hat sich der Ostwind bemerkbar gemacht. Dann hat es mir die Kiste da oben zerlegt und sogar mit Verhänger und weiß ich nicht. Und dann direkt nochmal. Und das waren Bedingungen, boah, gar kein Spaß.

22:43Nathalie Schwemke

Hat sich dann auch schon aufs Meer rausgetrieben? Ich meine, Ostwind heißt ja dann wahrscheinlich genau das Gegenteil. Und dann schiebt sich dann da... Ja,

22:50Lucian Haas

genau, nein, so

22:50Nathalie Schwemke

schnell dann noch nicht. Wahrscheinlich war ich genau irgendwie in so einer Schere drin, wo es mir den Schirm mehrfach zerlegt hat. Ich wurde jetzt noch nicht weit aufs Meer raus, wo ich Angst gehabt hätte, ich komme dann nicht wieder zurück.

23:02Nathalie Schwemke

Sondern ich bin eigentlich eher aufs Meer raus, absichtlich ein Stückchen zumindest. Um dann da abzuspiralen. Weil da habe ich ruhige, so dachte ich, ruhige Bedingungen. Auch das Spiralen war ein ganz anderes wie, ich sage mal, in einer Trockenübung über dem See oder was auch immer. Ja, und dann abspiralt unten an den Strand, Schirm in die Ecke gelegt. So, heute wird nur noch gebadet. Bleiben wir mal beim Wetter. Gerade wenn man so reist und so andere Startplätze hat, muss man natürlich auch immer gucken, passt das vom Wind her? Und es fehlt einem die eigene Geländeerfahrung. Trotzdem versucht man natürlich, so viele Infos wahrscheinlich zu bekommen wie möglich. Wonach habt ihr da geguckt? Also was habt ihr zum Beispiel genutzt, um euch über Wetter zu informieren? Gerade unterwegs, wenn man da nur auf dem Handy gucken kann?

23:49Nathalie Schwemke

Ja, ein wichtiges Werkzeug war Windy. Windy war wichtig, weil es nicht nur lokal, es ist halt irgendwie, ich glaube sogar weltweit verfügbar. Oder auf jeden Fall Europa. Mit den unterschiedlichen Modellen, man kann wunderbar in die Höhe gehen und kann gucken, was geht in der Höhe ab. Wie du ja auch häufig schreibst, ist der Höhenwind auch da häufig relevant. Das ist der Wichtigste. Das ist der Wichtigste, ja. Gerade fürs Fliegen. Ja, und es ist jetzt tatsächlich seltener dazu gekommen, dass ich irgendwie große Thermikprognosen geschaut habe, sondern eher geht

24:24Lucian Haas

es zum Fliegen. Kann

24:24Nathalie Schwemke

man überhaupt fliegen? Genau. Ist es sicher, ist es nicht sicher? Also das ist das, was dann mehr entscheidet bei so einer Reise. Ja. Wetter ist jetzt das eine, das andere, wenn man so reist und in so Länder, Montenegro,

24:35Nathalie Schwemke

Albanien, also da sagt man jetzt, ich will hier vielleicht auch fliegen gehen. Wo guckt ihr denn da? Also wo habt ihr da Infos über Startplätze herbekommen? Weil wahrscheinlich, wenn man Locals fragt, ist es manchmal noch nicht mal so leicht, sich mit denen überhaupt zu verständigen. Und vielleicht wissen die von Gleitschirmfliegen noch gar nichts, weil die noch nie einen gesehen haben. Ja, das war eigentlich eine Kombination aus vielen Dingen. Und zwar zum einen müssten wir vielleicht nochmal zur Routenplanung zurückspringen. Die Routenplanung wurde uns nachher für die Balkanroute, ja, wurde für uns geplant, wenn man so will. Nein, ganz so extrem war es nicht. Aber es war schon ganz nett. Wir waren mal wieder bei der Flugschule und dann hatte einer der Flugschule...

25:23Nathalie Schwemke

Flugschule Blue Sky. Das ist jetzt nicht, um Werbung zu machen, aber damit das zuzuordnen ist. In Siljan. In Siljan bei der Flugschule Blue Sky waren wir, unter anderem habe ich da ja auf der Reise ziemlich am Anfang auch meine Tandem -Ausbildung noch gemacht und dann hatte der Ralf Schlöffel, der hatte da Bilder von Griechenland gezeigt und da war so ein Moment, oh cool, das sieht ja echt nett aus da mit den Farben, mit den Wasserfarben und so. Das

25:48Lucian Haas

ist jetzt

25:48Nathalie Schwemke

Levkada als tolles Küstenfluggebiet und so. Genau, richtig. Und da sind wir dann auf Levkada aufmerksam geworden und dann beim Bier abends, beim Landebier an der Flugschule, hat sich dann halt so gegeben, irgendwie links der Stefan, rechts der Ralf, ich vor dem Rechner und dann haben die auf der Route gesagt, Karte geöffnet und dann, ah, da können wir fliegen, wenn ihr da seid, dann meldet euch bei dem, dann könnt ihr den noch fragen, wie die Bedingung ist, dann geht er da am Kiosk nachher Landebier, grüßt den übrigens von mir und so weiter und so fort. Und das ging die ganze Route so runter, weil die sind mit der Flugschule, weil die viel Reisen anbieten, kennen die da viele Gebiete und dann konnten die uns bis Levkada runter die ganze Route sozusagen mit Gebieten vorplanen. Da habe ich natürlich immer mein kleines Büchlein, also mein digitales Notizbuch und habe mir dann immer schön aufgeschrieben, was haben sie gerade gesagt, welchen Startplatz, wo sollen wir hin?

26:39Nathalie Schwemke

Und das war so ein Faktor, den ich dann immer mal wieder gezückt habe, wo haben die nochmal gesagt, wo können wir hier fliegen? Das andere war Parklining Maps, die App habe ich häufig genutzt und irgendwann später in Griechenland habe ich dann gelesen, dass in Parklining Spot heißt es glaube ich, oder Spots,

27:02Nathalie Schwemke

dass dort kann man sich ja so eine KML -Datei runterladen für Google Earth und dass dort für Griechenland zumindest hat sich auch bestätigt, mehr Fluggebiete drin sind als in Parklining Maps. Dann habe ich das noch da hinzugenommen. Das waren so die Mittel, um sich nach Fluggebieten, über Fluggebiete zu erkundigen und manche Hotspots kannte man natürlich dann von anderen Leuten. Castelluccio haben wir schon häufig vorher gehört. Ja. Da habe ich nicht groß vorher reingeguckt, dass wir da hinfahren, sondern da wussten wir, das ist ein Ziel auf der Reise. Die Start - und Landeplätze habt ihr damit auch immer gefunden oder seid ihr auch mal in der Pampa gestanden und gesagt so hey, der sagt hier GPS -Position eigentlich, aber entweder hier war vor 10 Jahren mal ein Startplatz, aber jetzt ist hier keiner mehr.

27:50Nathalie Schwemke

Kannst du dich an Italien irgendwie erinnern, dass wir da was nicht gefunden haben?

27:54Lucian Haas

Ja, da Norditalien,

27:59Lucian Haas

wo wir uns festgefahren haben.

28:02Nathalie Schwemke

Ach so, das war... Da hast du noch ein

28:04Lucian Haas

Windfähnchen aufgestellt, weil das angeblich der Landeplatz sein sollte. Ja

28:09Nathalie Schwemke

genau, mit dem Landeplatz, der irgendwie im

28:11Lucian Haas

Lee war.

28:12Nathalie Schwemke

Das wurde ja eben schon mal so angerissen, dass es da eine Situation gab, wo ich sagte, lande hier lieber nicht. Da habe ich schon vorher gesagt, seid ihr euch sicher, dass wir hier landen sollen? Also das war, wenn es da oben am Start mit der Windrichtung ansteht

28:29Nathalie Schwemke

und überregional genau den Wind hat für den Startplatz, dann ist hier der Landeplatz absolut im Lee. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass das der Landeplatz ist. War aber tatsächlich so, das habe ich nachher nochmal gehört, das ist bei den Italienern normal, die landen da noch top oder so, um da dem aus dem Weg zu gehen. Genau, das haben wir dann nachher auch gesehen, dass die auch selbst woanders landen. Ein, zwei sind da auch gelandet, aber es war tatsächlich die offizielle Landewiese, wo ich mir dann nicht ganz sicher war. Aber ansonsten haben wir immer alles ganz gut gefunden. Ich meine, ich habe auch aufgrund meiner

29:06Nathalie Schwemke

IT -Affinität, sag ich mal, so ein bisschen Erfahrung, wie man mit GPS und dem Handy und so weiter umgehen kann. Von daher, das war eigentlich kein Problem. Was ist mit dem Netz im Ausland? Also gerade wenn man Google Earth guckt und so, braucht man ja eine gute Verbindung. Da fließen ganz schön viele Daten manchmal runter.

29:26Nathalie Schwemke

Also Netzabdeckung ist im Ausland gar nicht so schlecht, wie man jetzt denken würde, dass in Montenegro du nirgendwo ein Netz hast. Montenegro war super. Montenegro war aber aus einem anderen Grund noch klasse, weil wir hatten so ein, ich habe bei uns im Auto so einen kleinen Router, wo auch eine SIM -Karte drin ist, wo ein extra Datentarif, da haben wir 5 GB im Monat gehabt über diesen Datentarif. Und da musste man schon irgendwie insgesamt auch gucken, dass man damit auskommt. 5 GB europaweit quasi, so ein Datentarif. Ja, dieses EU -Roaming ist ja aufgehoben. Von daher ist das jetzt kein Problem mehr mit den normalen Tarifen. Kann man ja jetzt auch im EU -Ausland, wichtig EU -Ausland, dort kostenfrei, das Ganze nutzen.

30:10Lucian Haas

Wo die Schweiz nicht zugehört.

30:12Nathalie Schwemke

Ja, oder auch Montenegro. Genau, aber warum Montenegro dann ganz cool war, ich habe an der Grenze direkt so ein Werbeplakat gesehen, 200 GB für 10 Euro. Und ich dachte, meine ich denn ernst? Meinen die 200 MB oder 200 GB? Ja, dann kurz darauf haben wir uns tatsächlich entschieden, dass wir das machen, weil wir hatten in Montenegro dann mit unseren normalen Handys und mit dem Extratarif dann kein Internet. Und das ist schon, finde ich, ein wichtiges Werkzeug, um auch die Bedingungen sich raussuchen zu können. Geht es zum Fliegen oder geht es nicht?

30:53Nathalie Schwemke

Wetterinformationen etc. Ja, und aufgrund dessen haben wir das dann gemacht und tatsächlich, da konnte man dann irgendwie für einen Zehner

31:01Nathalie Schwemke

200 GB ausgenommen, spezielle Dienste, Facebook und Co. hatte dann nur 10 GB, aber oh Gott, 10 GB. Ja, und dann konnten wir, dann wurde plötzlich Spotify gehört und gestreamt und so weiter und so fort. YouTube

31:14Lucian Haas

-Videos, wir haben Fernsehen geguckt auf dem Laptop.

31:18Nathalie Schwemke

Dafür hat sich Montenegro dann zumindest mal gelohnt. Und die Netzabdeckung war, gerade in Montenegro würde ich fast sagen, besser als bei euch. Ja,

31:26Lucian Haas

außer hinten im Nationalpark, da hatten wir dann teilweise kein Netz. Ja,

31:30Nathalie Schwemke

das war aber dann auch, ich sag mal, mitten in der Pampa. Bisschen noch auf die Sicherheit, gerade so ein Land wie Montenegro, wo man sagt, hm, wenn ich mich hier hinlege, da kommt keiner oder die tragen mich in so einer Stofftrage vielleicht da irgendwo weg oder sowas zumindest. Wenn du Glück hast, kommt noch ein Eselskarren vorbei. Sowas vielleicht auch. Habt ihr da irgendwie spezielle Vorkehrungen für euch getroffen oder gesagt, hier verzichte ich allein deswegen lieber aufs Fliegen oder sowas? Nein, wir haben jetzt keinen, ich weiß nicht, willst du auf Dinge wie Spot oder sowas hinaus, wir hatten jetzt keinen Spot dabei, wo wir irgendwie anders einen Notruf hätten alarmieren können. Es war allerdings schon wichtig, da wo wir fliegen waren, war Empfang, war jetzt nicht das Problem. Weil wir sind ja, wir haben ja jetzt auch nicht die riesen Strecken geflogen oder so.

32:18Nathalie Schwemke

Aber was wir uns gefragt

32:20Lucian Haas

haben ist, was ist jetzt hier der Notruf? Welche Nummer wähle ich für den Notruf?

32:24Nathalie Schwemke

Habt ihr vielleicht auch für euch gegenseitig immer beispielsweise ein Live -Tracking eingeschaltet, um zu sagen, selbst wenn ich wegfliege, dann weiß die Nathalie immer, wo ich jetzt, falls ich irgendwo außen gelandet bin, kann sie dann auf einer App gucken, wo ich dann eigentlich Ich glaube, dazu kannst du eine ganz nette Story erzählen oder was heißt nett?

32:40Lucian Haas

Das war in der Schweiz und auch wieder Grindelwald und da, gut, ich bleibe immer in der Nähe vom Landeplatz und Sammy ist halt dann schon auf Strecke gegangen bis Richtung Kandersteg und wieder zurück und ich hab dann am Landeplatz gewartet und die ganzen anderen Piloten, die kamen dann irgendwann zurück und landeten und ich konnte ihn nicht über Funk und auch nicht über Handy erreichen und dann, ja, waren irgendwie, verließen alle den Landeplatz und ich blieb alleine zurück und ja, wurde ein wenig nervös und hab mich dann irgendwann entschieden Richtung Bahnhof zu gehen.

33:20Lucian Haas

Und hab dann da gewartet, hab wieder Funk versucht, hab Handy versucht, kein Lebenszeichen und dann bin ich, ja, immer nervöser geworden und

33:31Lucian Haas

irgendwann hat sich dann der Funk gemeldet und er hat dann gesagt, ich sitze gerade in der Bahn, ich bin gleich am Bahnhof in Grindelwald und da sind mir dann auch ein paar Tränchen gekommen, weil ich dann froh war, dass ihm nichts passiert war, weil ich wusste nicht, wo ist er, ist irgendwas passiert oder ist er einfach nur abgesoffen und auch nicht. Und dann ist er auf dem Weg zu mir und da haben wir halt die Regel getroffen, ich darf mir erst eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang Sorgen machen, vielleicht auch die Polizei informieren, ansonsten, ja, ist da schon so Vertrauen.

34:05Nathalie Schwemke

Ja, dazu muss man auch sagen, ich nutze mein Smartphone immer auch als Kombination mit einem XC Tracer als Vario oder als Display sozusagen, als Anzeige für Steigen, Lufträume etc. Ja, und ich habe eigentlich eine Powerbank dabei, nur warum auch immer war die Powerbank dann auch leer und dann hatte ich keinen Akku mehr, dann konnte sie mich nicht mehr erreichen, ich konnte sie nicht mehr anrufen und ja gut, Funk war dann, weil ich teilweise weiter weg war, zeitweise zumindest, war auch nicht und irgendwann konnte ich mich ja dann per Funk wieder zurückmelden. Ja, das war der Grund, warum. Und ab dem Zeitpunkt habe ich auch immer mehr darauf geachtet, dass ich noch ausreichend Energie habe. Es gab auch Flüge, da habe ich dann irgendwann ein Handy ausgemacht, weil

34:51Nathalie Schwemke

damit ich im Fall der Fälle, ist ja auch nicht nur für sie wichtig, wenn mir was passiert, dass ich mich melden kann, dass ich dann noch mein Smartphone aktivieren kann. Bei so einer Reise ist man jetzt noch mehr als im Alltag irgendwie voneinander abhängig, aufeinander angewiesen, gleichzeitig bezieht man sich wahrscheinlich auch noch ein bisschen mehr aufeinander. Allerdings sitzt ihr in so einem kleinen Wägelchen da, über Monate zusammen.

35:17Nathalie Schwemke

Wie ist das denn? Hat euch das als Beziehung auch weitergebracht oder mal anders gefragt? Welche Eigenschaften hast du an ihm neu kennen und schätzen gelernt vielleicht sogar? Also

35:29Lucian Haas

man lernt sich, man lernt den Partner ganz neu kennen und man lernt sich selber ganz neu kennen und Konfliktsituationen waren früher so, du bist doof, dann gehe ich halt und dann bin ich gegangen und weiß nicht, nach zwei Stunden komme ich wieder, habe mich abreagiert und dann war gut. Ja und auf so engem Raum geht das halt nicht und da muss man dann gucken, dass man den Konflikt halt direkt behebt und das schätze ich auch an ihm, dass er jetzt nicht nachtragend ist, so wie ich es zeitlang war. Ich habe das versucht abzulegen, hat auch funktioniert.

36:09Lucian Haas

Ja, drüber gesprochen, reden hilft immer und das ist eigentlich das Allerwichtigste und Sammy ist ein Typ, der ist relativ ruhig, da wo ich dann schon mal an die Decke gehe, sagt er, bleib locker, reg dich nicht auf, passt schon und in der Regel hat er recht.

36:27Nathalie Schwemke

Eben, bei mir war es halt auch gar nicht so, fand ich, das Problem, dass man sich nicht aus dem Weg gehen kann, weil ich fand, es ging trotzdem, also klar, ein bisschen wetterbedingt musste man natürlich Glück haben, um dann flüchten zu können, aber ja, wenn man mal Knatsch hatte, dann konnte man auch mal, dann bin ich halt zwei Stunden an den Strand gegangen und war am Strandground handeln oder so und das ging bis zu einem gewissen Maße schon. Ja, aber wir kennen uns auch nicht seit gestern, von daher

36:58Nathalie Schwemke

ja, ich glaube, wenn man mit einem Partner so gerade ein paar Monate zusammen ist, dann könnte sowas schief laufen, aber wir kennen uns schon ein paar Jahre, von daher war das eigentlich im Endeffekt kein großes Problem, oder? Jetzt sagst du, ihr kennt euch schon ein paar Jahre, gleichzeitig ist eine Reise sowas, man begegnet ständig neuen Menschen und man ist auch so viel auf andere Menschen um sich herum neu angewiesen, wo man sagt, sag mir mal, wo der Weg ist oder was auch immer man für Hilfen dann da auch braucht und sowas. Wie habt ihr denn das für euch erlebt, was waren die besonderen Momente, was für besondere Menschen habt ihr auch da getroffen? Was gab es da für Highlights?

37:33Lucian Haas

Ja, wir haben eine Woche auf einer Käsealm quasi verbracht, haben uns dann so ein bisschen den Almbetrieb angeguckt, mit Kühe melken und dann habe ich so ein bisschen mit in der Küche geholfen und dann ergab sich, dass die, ja, wie nennt man es, Küchenmarkt Reis ausgenommen hat und dann stand Elisabeth halt alleine da, sie macht den Käse, sie bewirtschaftet das Restaurant und ja, alles zusammen, das schafft sie einfach nicht, also sie braucht schon eine Hilfe und dann haben wir beide uns mehr oder weniger angeboten zu helfen, ja, und dann habe ich das erste Mal in meinem Leben Kühe gemolken, ich habe die Teller angerichtet, ich habe serviert und bin da auch sehr nett mit den Gästen, also

38:20Lucian Haas

den Schweizer Gästen, auch wenn ich sie nicht immer verstanden habe,

38:24Lucian Haas

gut zurecht gekommen, und wir hatten einen Abend, dass wir, oder kurz eigentlich vor unserer Abreise, dass Elisabeth sagte, wir wissen nicht viel von euch, wir wissen euren Namen, wir wissen, dass ihr aus der Nähe von Köln seid und dass ihr gerade auf Europa -Reise seid, mehr wissen wir nicht von euch, aber was wir wissen ist, dass ihr zwei ganz tolle Persönlichkeiten seid und dass wir froh sind, dass ihr hier seid.

38:50Nathalie Schwemke

Und das hat sich auch sowohl für die, glaube ich, also hat sie auch mal gesagt, also für uns schon andere angefühlt, als würden wir sich schon viel, viel länger kennen. Aber man

39:00Lucian Haas

weiß nichts voneinander, aber ich trete jetzt mit meiner Persönlichkeit auf und das tut einfach gut zu wissen, habe ich auch im Blog geschrieben, eine Woche für die Seele, einfach ich bin als Mensch wertvoll und kann davon was abgeben. Und das war für mich eine ganz schöne Erfahrung oder eine ganz bewusste Erfahrung. Beruflich kriege ich das auch immer wieder so mit, aber es kommt nicht so an einen ran. Und da war mir das das erste Mal bewusst, dass ich so schlimm gar nicht sein kann, dass ich vielleicht sogar ein ganz netter Mensch bin.

39:36Nathalie Schwemke

Ich komme gerade so mit dir klar.

39:40Nathalie Schwemke

Das heißt, solche Geschichten und solche Begegnungen mit Menschen, das sind letzten Endes wahrscheinlich auch mit die Highlights, die dann einem auch wirklich...

39:48Lucian Haas

Also wir haben Gänsehautgeschichten gehört unterwegs.

39:52Nathalie Schwemke

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir waren ja jetzt mit einem Camper unterwegs und da hat man ja schon die Chance, so für sich zu sein. Noch mehr erlebt man, glaube ich, die Leute aus dem Land, wenn man beispielsweise nur mit Rucksack und mehr nicht zu Fuß trampt und so weiter. Da muss man ja... Oder dann fährt man ja bei den Leuten mit. Dann erlebt man die sicherlich nochmal intensiver. War für uns jetzt eigentlich nicht denkbar, weil wir brauchen schon so ein bisschen noch eigenes Reich sozusagen. Viel haben wir halt selbst auch Reisende kennengelernt, was schon mega spannend war. Ich glaube fast noch spannender ist, wenn man die Leute aus dem eigenen Land noch besser kennenlernt. Aber das war selten der Fall. Eine Begegnung hatten wir in Montenegro.

40:37Nathalie Schwemke

Da kannst du vielleicht noch was zu erzählen.

40:39Lucian Haas

Wir wollten Richtung Taraschlucht und dann sprang uns eine alte Frau vors Auto. Und da haben wir eine Vollbremsung hingelegt und dann haben wir sie auf Englisch gefragt, was sie denn will. Und sie schüttelte immer den Kopf und erzählte uns was. Und wir haben sie nicht verstanden und sie hat uns nicht verstanden. Und im Endeffekt hatte ich das Gefühl, sie wollte mit uns fahren. Und Samy war das nicht geheuer, weil er dachte, wir kommen jetzt aus dem Busch, kommen jetzt irgendwelche Leute und überfallen uns. Was überhaupt nicht passierte. Diese Frau ist, wir haben drei Sitzmöglichkeiten vorne, die ist dann zu uns eingestiegen. Die hat die ganze Zeit meine Hand festgehalten, dass die mich nicht abgeknutscht hat.

41:20Lucian Haas

Ja, wäre vielleicht auch noch dazu gekommen. Sie hat sich auf jeden Fall mega gefreut, dass wir sie mitgenommen haben. Hat uns auch Dinge erzählt, die wir natürlich nicht verstanden haben. Aber ein Lächeln reicht eigentlich schon. Und ja, irgendwann rief sie Stopp, stieg aus, warf uns noch ein paar Handküsse zu und winkte uns. Und ja, und wir dachten, was war das jetzt? Wie cool war das denn?

41:45Nathalie Schwemke

Das klingt jetzt sehr viel so nach den positiven Begegnungen, die man viel auf solchen Reisen immer hat. Hattet ihr denn auch irgendwas, so ein Erlebnis, wo ihr sagt, das ist richtig in die Hose gegangen, das hat uns ordentlich ins Kontor gehauen?

41:58Lucian Haas

Ja, ein Erlebnis gab's da, das ja, das Erlebnis selber ist halt doof, aber was halt danach noch folgte, war eigentlich für mich viel, viel schlimmer. Wir sind, wir wollten an die Dune de Pilar, sind dann von hier aus, weil wir noch beim TÜV vorbei mussten vorher, sind wir von hier zu Hause aus gestartet, sind dann gut, weiß nicht, 1300 Kilometer durch Frankreich nach Bordeaux an die Düne, haben da auch eine tolle Zeit, also tolle fünf Tage gehabt. Bis wir dann am sechsten Tag...

42:29Nathalie Schwemke

Fliegerisch nicht so, aber... Fliegerisch nicht

42:30Lucian Haas

so, weil der Wind leider nie wirklich anstand, das hat mir echt leid getan. Eher für dich, ich hab mir am Strand gelegen. Aber wir haben halt das Auto jeden Tag an der Straße geparkt, wo hunderte andere Autos parkten und sind dann halt mit unseren Sachen an den Strand gegangen und hatten eine gute Zeit am Strand und irgendwann kommen wir wieder und ich sehe, wie die Hecktüre nur angelehnt ist am Auto und denke, scheiße, da war einer drin. Und mache die Hecktür auf und sehe das Notebook auf dem Bett liegen, da denke ich, ach nee, war doch keiner drin. Und dann sehe ich, dass halt das Bettlagen total schmutzig ist und ja, gehe rein und suche meine Handtasche, die ich natürlich nicht mit an den Strand genommen habe, meine Handtasche war weg,

43:19Lucian Haas

Samy's Portemonnaie war weg und das war für mich schon Stress genug und auf einmal sagt er, ey, wo sind unsere Essensboxen hin? Wir haben zwei große Ikea -Plastikboxen, voll gehabt mit Essen, was wir hier zu Hause eine Woche vorher eingekauft haben, mit Kaffee, mit Wurst, mit allem möglichen, was sich hält. Das war weg, unsere Süßigkeitenbox war weg, meine Medikamente waren weg, unsere Bettdecken waren weg und halt so, weiß ich nicht, ein Bikini und eine Hose und so Kleinigkeiten, das war jetzt schon nicht so toll. Dann haben wir versucht, unsere EC und Kreditkarten zu sperren, was irgendwie unter dem Stress nicht so funktioniert hat, weil ich meine Kontonummer nicht mehr wusste und ich konnte nicht nachgucken, weil es war ja ein Portemonnaie.

44:06Lucian Haas

Ja, dann haben wir das geschafft, dann haben wir versucht, wir sprechen beide nicht wirklich Französisch, dann haben wir versucht, irgendwie die Polizei zu informieren und erstmal 110 geht halt nur in Deutschland, in Frankreich ist es 17, glaube ich.

44:22Nathalie Schwemke

Ja, wir haben dann Passanten nach der Rufnummer gefragt, weil, okay, Notruf hätte 112 geklappt, aber darauf macht man sich ja Gedanken vorher, was rufe ich dann in dem Fall an? Aber gut, ich brauche ja jetzt keinen Rettungswagen, keine Feuerwehr, sondern ich will die Polizei haben, die diesen Vorfall hier aufnimmt und dann haben wir eine Rufnummer gekriegt, aber dann habe ich mit denen telefoniert und normalerweise hat man in Frankreich, wenn man mit denen Kontakt hat, so ein, zwei Wörter Französisch spricht man ja und hat versucht damit zu beginnen und dann hat man dann, weil es nicht mehr ausreichte, irgendwann auf Englisch weitergemacht. In der Situation war mir das völlig egal, da habe ich direkt auf Englisch losgequatscht, und ja, da kam mir tatsächlich entgegen, weil ich habe gefragt, ob er Englisch spricht, nein, würde er nicht sprechen, hat er auf Englisch auch geantwortet, würde er nicht sprechen und habe dann gefragt, ob ein Kollege vielleicht von ihm Englisch spricht, dass ich, dass

45:13Nathalie Schwemke

wir hier den Fall aufnehmen könnten und dann sagt er mir ganz klar am Telefon, Freundchen, du bist hier in Frankreich, ich bin französischer Cop und hier wird Französisch gesprochen. Und dann dachte ich erst mal, uh, also alles auf feinstem Englisch. Und da denkst du echt mal, boah, das war jetzt in der Situation echt, da waren wir schon down, ja. Das war ja noch von eurer halbjährigen Reise noch relativ am Anfang, sag ich mal, wenn ich das richtig gelesen habe, gab's da auch schon so Überlegungen, dass man sagt, boah, jetzt ist hier alles weg und so, das macht ja gar keinen Spaß, ich geb das auf, das war's jetzt?

45:51Lucian Haas

Ja, das größte Problem waren eigentlich die Dokumente, die weg waren. Wir haben dann auf dem Kommissariat nach

45:59Lucian Haas

anderthalbstündigen

46:01Nathalie Schwemke

Jahrhundert, wobei man dabei sagen muss, in der Situation hat dich am meisten die Essensvorräte aufgeregt oder gewundert oder wie auch immer. Ich war

46:07Lucian Haas

sauer, die haben meine Bettdecke und mein Essen geklaut.

46:10Nathalie Schwemke

Was ich recht interessant fand, ich dachte nur, ja Mist, jetzt müssen wir irgendwie zurück, weil, oder zumindest mal bei der Botschaft uns Ausweise besorgen, dass wir weiterreisen können, weil, wenn wir über Landesgrenzen hinweg wollen, müssen wir uns eventuell ausweisen können, oder ganz sicher.

46:27Lucian Haas

Botschaft hatte dann Ferien?

46:29Nathalie Schwemke

Genau, ab dem, also es war am Sonntag, ab dem Montag für zwei Wochen geschlossen in Bordeaux. Und dann ging das schon mal nicht. Ja, das war dann der Grund, warum wir dann zurück sind. Aber es war klar, ihr wollt weiter, ihr besorgt jetzt nur neue Dokumente und dann soll es auf jeden Fall weitergehen. In dem Moment noch nicht. In dem Moment hat man noch nicht so weit gedacht, oder? In dem Moment hat man erstmal den nächsten Step gedacht, wir fahren jetzt erstmal zurück, sammeln uns erstmal und gucken, wie es da läuft mit Dokumenten. Wir wissen ja gar nicht, wo müssen wir jetzt hin, was müssen wir machen? Und erst dann ist der weitere Plan entstanden. Wenn man jetzt so diese Erfahrung hat, Frankreich, habt ihr dann irgendwie auch Ressentiments noch und sagt, nee, Frankreich, da würde ich nicht nochmal hinfahren, da hatte ich eine schlechte Erfahrung?

47:14Nathalie Schwemke

Na, die sagen dann, nein, Frankreich fahren wir nie wieder hin. Aber da lassen wir jetzt mal ein bisschen Gras drüber wachsen. Wir müssen da zumindest mal noch durch, um unseren ursprünglichen Plan nochmal zu machen. Ich wollte ja eigentlich noch an

47:27Nathalie Schwemke

Pyrénées, Pico d 'Europa, Nordspanien ist so ein Gebirge, was sehr schön aussah, was auf meiner Liste stand, wovon ich eben erzählt habe. Und dann natürlich die Portugal,

47:42Nathalie Schwemke

Algarve, Küstensorn, da wollten wir eigentlich dann direkt im Anschluss dann hin. Du sagst, das steht jetzt noch auf deiner Liste. Wenn ich das richtig gesehen habe, ihr seid im April losgefahren, Anfang November jetzt zurückgekommen. Gab es das als fixen Termin, oder hättet ihr auch sagen können, nee, wir biegen jetzt ab, weil ich meine, gerade Südportugal kann man im November auch noch schön fliegen. Also einen fixen Termin gab es nie. Der stand nie 100 % fest. Das war ja auch der Grund für die Kündigung. Wir hätten ja sonst auch womöglich was aushandeln können, Sabbatical -mäßig oder was auch immer. Aber ich wollte halt, oder wir wollten da frei sein in der Entscheidung, zu sagen, naja, jetzt ist gerade cool und jetzt wollen wir noch 2 -3 Monate weiter und jetzt müssten wir eigentlich zurück. Oder umgekehrter Fall,

48:27Nathalie Schwemke

na, mir geht das jetzt schon ein bisschen auf den Zeiger, wäre ganz gut, wenn wir jetzt wieder zurückfahren würden. Dieses Leben im Wohnmobil ist doch nicht so für mich. Naja, das war jetzt nicht der Fall, aber im November wird es halt irgendwann kalt. Die Sonnenstunden werden deutlich geringer, was auch mit unserem Energiebedarf und den Einkünften vom Strom zu tun hat. Wir haben Solar auf dem Dach und haben vieles mit Solar gemacht. Ja, eigentlich alles, genau. Im normalen 230 -Volt -Kühlschrank über den Wechselrichter betrieben, was so die größte Stromfresser war. Und sonst so Smartphones etc., das ist eigentlich alles kein Problem. Aber mit dem Kühlschrank, ja, den haben wir jetzt am Ende sogar abschalten müssen.

49:13Nathalie Schwemke

Aber war eh kalt genug, genau. Von daher, das war kein Problem. Ja, das

49:16Lucian Haas

Problem war, dass wir haben zum Schluss in Italien dieses Genuativ mitgenommen, leider. Und es war alles nass und alles feucht. Ich habe nachts auch nur noch mit Skisocken und Vlies und Mütze geschlafen, weil es einfach unglaublich kalt war, mehrere Decken. Ich habe mir eine Nacht eine Wärmflasche machen müssen. Es war einfach unglaublich kalt, weil wir halt keine Heizung haben. Ist die Frage, ob man die noch nachrüstet irgendwann.

49:48Lucian Haas

Aber prinzipiell war es auch okay, dass wir jetzt einfach nach Hause gefahren sind.

49:53Nathalie Schwemke

Das heißt, es wurde quasi von den äußeren Bedingungen her ungemütlich und man sagt so, außerdem, jetzt kommen wir auf Weihnachten vielleicht bald und es ist schön, die warme Stimmung mit der Familie zu haben und sowas. Und seid ihr jetzt drei Wochen wieder ungefähr in der Heimat? Habt ihr denn Lust, wieder loszufahren? Also war das jetzt sowas, wo man sagt, okay, in dieser Form haben wir uns das einmal gegönnt im Leben? Also wir werden nicht in einem halben Jahr wieder losziehen können allein, weil wir haben ja auch nicht im Lotto gewonnen und die Reise haben wir uns angespart und braucht ja schon ein bisschen Geld, auch wenn es nicht so viel ist, was man unterwegs ausgibt, wenn man sich ein bisschen zusammenreißt und nicht jeden Tag essen geht, sondern ein bisschen sparsamer lebt. Hattet ihr denn sowas wie so ein Tagesbudget, wo ihr sagt, wir setzen uns so ein durchschnittliches Oberlimit von mehr als 50 wollen wir nicht oder was auch immer?

50:44Nathalie Schwemke

Ja, wir haben immer geguckt, was geben wir aus? Eher umgekehrt, genau.

50:48Lucian Haas

Wir haben nicht ein

50:48Nathalie Schwemke

Tagesbudget, sondern wir haben grundsätzlich versucht, einigermaßen sparsam zu leben, jetzt nicht zu viel zu gönnen und ich habe so eine App, so einen Ausgabenmanager, wo man so dokumentiert, was hat man wo ausgegeben. Da kommt der ITler wieder durch. Ja, genau.

51:06Nathalie Schwemke

Aufgrund dessen konnte man dann nachher schon sehen, oh, wir haben diesen Monat schon

51:10Lucian Haas

viel Geld vereist.

51:11Nathalie Schwemke

Genau, das kann man dann immer noch, haben wir so ein bisschen kategorisiert, dass man eine Kategorie hatte, gönn dir, gönn dir Alkohol oder was auch immer und dann musste man schon gucken, müssen wir da vielleicht ein bisschen zurückschrauben oder na, ist alles im Rahmen sozusagen. Und ja, das war so die Finanzplanung. Jetzt nicht strikt, wir haben am Tag 50 Euro, sondern etwas flexibler. Ihr hattet beide eure Jobs gekündigt, jetzt seid ihr wieder da. Wie geht ihr damit um? Habt ihr sofort gesagt, ich muss da sofort wieder rein oder wie läuft das?

51:44Lucian Haas

Ja, bei mir war es ganz lustig. Wir sind noch nicht, also wir waren auf dem Weg nach Hause, auf dem Weg quasi in die Heimat und auf dem Weg dorthin habe ich dann mitbekommen, dass es bei mir in der alten Praxis Probleme gibt.

51:58Nathalie Schwemke

Praxis heißt, du bist Physiotherapeutin.

52:00Lucian Haas

Physiotherapeutin und stehe oder stand bis dahin immer noch in Kontakt mit den alten Kollegen und da kam halt in der WhatsApp -Gruppe so, hier gute Besserung und was, tut mir leid und da denke ich, was ist denn da los und habe mich dann einfach mal kurz gemeldet mit dem Satz, was ist denn bei euch los? Und dann habe ich relativ schnell von meinem Ex -Chef angeschrieben, dass er sich den Arm gebrochen hat, also was in unserer Branche eine mittlere Katastrophe eigentlich ist. Not

52:30Nathalie Schwemke

am Mann.

52:30Lucian Haas

Not am Mann war und ja, dann haben wir eigentlich anstatt direkt nach Hause zu fahren noch einen kleinen Abstecher in die Praxis gemacht und ja, kurz drauf, also wir sind mittwochs zurück und montags habe ich schon meinen ersten Arbeitstag wieder gehabt. Das war jetzt nur Teilzeit,

52:48Lucian Haas

eine Woche für sechs Stunden, sieben Stunden, je nachdem, aber alle meine Kollegen, jetzt wieder Kollegen, freuen sich, die Chefs haben der Sorge weniger, die Patienten sind versorgt, freuen sich auch, dass ich wieder da bin und das ist für mich auch wieder ein schönes Erlebnis, dass man mich vielleicht gebrauchen kann und auch ein bisschen vermisst hat.

53:11Nathalie Schwemke

Nun ist ja Physiotherapie auch so viel, 11 Uhr kommt der eine Patient, 11 Uhr 20 habe ich schon den nächsten oder irgendwas, fällt dir so, oder ist dir das am Anfang schwergefallen, so in so einen wieder ganz getakteten Tagesablauf zurückzukommen? Ja,

53:24Lucian Haas

ich bin ja aus einem vollgetakteten, einer 40 -Stunden -Woche voll durchgetaktet, ich kann drei Monate im Voraus sehen, wie ich wann zu arbeiten habe, in ja, in eine Nulltaktung gegangen, wo man einfach nur aufstehen musste, den Tag überleben musste und dann wieder ins Bett gehen konnte und das habe ich schon, also dieser Zeitfaktor, den habe ich schon sehr genossen unterwegs.

53:47Nathalie Schwemke

Und sammelt wegen? Du, hast du jetzt schon Job -Aussichten oder hast du auch schon? Ich bleibe für immer arbeitslos jetzt. Nach der Arbeit wieder, kann ich mich zurücklehnen. Physiotherapie finanziert auch einen voll durch? Ne, ich bin in der IT -Branche tätig und wir haben ja beide das Glück, dass es bei uns im Arbeitsmarkt nicht so schlecht aussieht. Ja, ich bin jetzt am, ich sag mal, Jobangebote am wälzen und mich auch fleißig am bewerben, obwohl fleißig, naja, also,

54:18Nathalie Schwemke

das ist halt, das Angebot ist groß und deswegen kann ich halt viel schauen und jetzt gucke ich mir genau an, wo ich wieder einsteigen mag, was mir vielleicht, was mir gefällt und wo ich wieder Lust drauf habe, ja. Gibt es denn da Erfahrungen, die ihr aus der Reise mitnehmt, wozu sagen, das will ich in irgendeiner Weise in den Alltag rüber retten? Diese Erfahrung, die ich da hatte, die will ich jetzt im Alltag auf jeden Fall mithaben? Sie gucken sich beide gerade sehr süß an.

54:45Nathalie Schwemke

Also, ins Jobleben vielleicht nicht speziell, da fällt mir jetzt gerade auf die Schnelle nichts ein, was ich jetzt genau so adaptieren würde. Aber ins Privatleben? Generell mit Menschen umgehen, ja, das habe ich mir häufiger aufgrund der Reise jetzt vorgenommen, dass man das noch vielleicht etwas offener tun kann, weil es sind alles oder ganz, ganz viele liebe Menschen da draußen unterwegs und, ja.

55:11Lucian Haas

Genau, mehr, mehr reden, mehr aufeinander zugehen, mehr reden.

55:18Nathalie Schwemke

Auf die Reise noch mal bezogen, gibt es irgendwas von den Erfahrungen heraus, wo ihr sagen würdet, das würdet ihr Nachahmern dringend empfehlen, ob es ein Ort ist oder jetzt einfach von einer Erfahrung, wo ihr sagt, was Technik betrifft oder Menschen betrifft oder sonst was, wo ihr sagt, wenn ihr so eine Reise vorhabt, diesen Punkt, den man vielleicht nicht sofort auf dem Zettel hat, den solltet ihr auf jeden Fall beachten. Also ich bin fest davon überzeugt, was gut war, sich nicht zu sehr die ob die Route oder zeitlich festzulegen, was genau wie ablaufen soll, was kommt dann auf der Reise doch immer wieder anders, wie man es eigentlich dann vorher geplant hat, wenn man mal ein bisschen was geplant hat, ist es dann in der Regel anders gekommen, damit man da nicht enttäuscht wird und auch die Freiheiten hat, einfach zu sagen, ja okay, dann bleibe ich jetzt noch eine Woche hier oder halt auch nicht, wie ich am Anfang gesagt habe, nicht zu viel

56:09Nathalie Schwemke

vorplanen und vorsehen. Eine Sache vielleicht noch, wenn man bezüglich dem Ausbau und, äh, wenn das einem überhaupt keinen Spaß bereitet, dann kauft euch so ein Ding fertig und baut es nicht selber aus, weil es wirklich, es ist wirklich viel Zeit, die dabei draufgeht und das wäre dann verlorene Zeit, wenn es einem keinen Spaß macht sozusagen, ja. Zu so Ausbaugeschichten, ihr habt ja auch einen Blog geschrieben, der heißt thejollyjumper.de, wenn ich es richtig im Kopf habe. Genau. Da sind auch solche Sachen beschrieben, da hast du auch gesagt, worauf hast du geachtet bzw. wie habt ihr das ausgebaut, du hast auch ein bisschen was zu der Elektrik geschrieben, und sowas. Ich habe mir da ziemlich viel durchgelesen davon, also wer sich noch dafür interessiert, der kann da viel von dieser ganzen Reisegeschichte nachlesen.

56:55Nathalie Schwemke

Ich habe mir das ausgedruckt, auch als Vorbereitung hier für das Gespräch, das waren 36 Seiten, allein nur Text, ohne die Bilder.

57:02Nathalie Schwemke

Huch. Es ist schon viel Information, was da zustande gekommen ist und sehr viel auch Persönliches dann, aber auch wieder Interessantes zu reisen, also es lohnt sich da ein bisschen nachzugucken und nachzulesen. thejollyjumper.de ansonsten Samuel und Nathalie, vielen Dank für dieses tolle Gespräch.

57:20Lucian Haas

Sehr gerne.

57:21Nathalie Schwemke

Und ja, vielleicht sieht man sich demnächst mal wieder irgendwo am Startplatz. Wir haben uns nämlich, ich habe die beiden kennengelernt an einem Übungshang bei uns hier in der Gegend, die kamen gerade auf der Rückreise vorbei, ich habe da ein bisschen gehandelt und dann haben wir uns da angefangen, haben wir einfach darüber ein bisschen gesprochen, wo kommt ihr eigentlich gerade her und was ist so und so kam dann auch die Idee, diesen Podcast zu machen. Vielen Dank, dass ihr dabei wart und ja, gute Reise, wenn es das nächste Mal mit dem Jollyjumper losgeht. Danke. Cool.

58:00Nathalie Schwemke

Nathalie Schwemmke und Samuel Lukow im Gespräch mit Lucian Haas. Dies war die erste Folge von Podz-Glidz, dem Lu-Glidz Podcast. Es ist im Grunde ein Versuchsballon. Wenn dir der Podcast gefallen hat, gib bitte eine Rückmeldung per Kommentar auf dem Blog Lu-Glidz oder per E -Mail an lugleitzkontakt at gmail dot com. Stößt dieses Format auf Resonanz, plane ich in Zukunft Lu-Glidz um ein regelmäßiges Audioangebot zu erweitern. Natürlich ist so etwas ebenfalls mit einigem Aufwand verbunden. Lu-Glidz ist vollkommen unabhängig und deshalb auch werbefrei. Im Gegenzug freue ich mich aber über jeden Leser und in diesem Fall Hörer, der meine Arbeit mit einem Förderbeitrag unterstützt. Das geht per PayPal oder Banküberweisung. Die entsprechenden Links und Daten sind auf der Website von Lu-Glidz zu finden.

58:45Nathalie Schwemke

Bis zum nächsten Mal.

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