Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Yves Jontschek und Lucian Haas am Mikrofon. Yves Jontschek war 12, als ihm sein Vater erstmals eine Videokamera in die Hand drückte, damals noch im VHS -Format. Damit drehte er lustige Stop -Motion -Filme und die Liebe zur Filmerei war geweckt. Yves ist heute 40 und filmt immer noch mit Begeisterung. Und da er auch Gleitschirm fliegt, ist es nicht schwer zu erraten, was da im Mittelpunkt seiner Filme steht. In der Szene bekannt geworden ist Yves vor allem als Kameramann, der regelmäßig die deutsche Gleitschirm -Nationalmannschaft zu großen Wettbewerben wie Welt - und Europameisterschaften begleitet. Seine professionell gemachten filmischen Tagesberichte zieren mittlerweile nicht nur die Webseite des DHV.
Das Bildmaterial wird auch immer häufiger vom Fernsehen übernommen, und das sogar weltweit. Somit ist er zu einem wichtigen Botschafter des Gleitschirm -Sports geworden. In dieser siebten Folge von Podz-Glidz erzählt Yves unter anderem darüber, wie es beim Filmen von Gleitschirm -Wettbewerben so zugeht. Warum 43 Sekunden in den ZDF -Heute -Nachrichten ihm so viel bedeuten, ergibt Tipps, worauf man bei einem guten Gleitschirm -Video achten sollte und verrät, wie es bei einem seiner Filmprojekte zu einem UFO -Alarm kam.
Yves, glaubst du eigentlich an UFOs?
Ich glaube nicht wirklich an UFOs. Aber ich glaube, das ist eine mega gute Idee. Es gibt viele Leute, die daran glauben und die manchmal vermeintlich auch solche Objekte am Himmel zu sehen glauben.
Ja, du hast ja mit einem Projekt schon mal eine Art UFO -Alarm ausgelöst über München. Wie kam es dazu? Ja,
das ist richtig. Das war ein Projekt, das ist eigentlich aus so einer Fun -Geschichte entstanden. Es gab mal zwei Drachenpiloten, die sind bei TARC von außerhalb von München in die Innenstadt oder an den Rand der Innenstadt geflogen. Und im Englischen Garten gelandet. Und durch einen Zufall hatte ich den österreichischen Drachenpiloten Wolfgang Sears kennengelernt. Und der hat einen Leuchtdrachen. Das muss man sich so vorstellen. Der hat so lange an dem Ding rumgebastelt, bis das halt als grüner Leuchtdrachen durch die Gegend fliegt. Und hat Neonröhren eingebaut oder was? Naja, ich glaube, der hat da solche Light -Strips oder sowas ähnliches eingebaut. Also irgendwas Leichtes dann auch, mit LEDs. Und dann hat er da aus dem Modellbau irgendwelche LiPo -Akkus dran und damit fliegt er dann durch die Gegend.
Genau. Und da sind wir dann aufeinander zugekommen und er sagte, ey Yves, also ich fand diesen Flug nach München rein, den fand ich ziemlich cool. Hast du nicht Bock, sowas mal zu machen? Und da habe ich gesagt, du prinzipiell ja. Ich habe jede Menge Filmequipment und ich habe immer große Lust, das auszuprobieren. Und diese Twilight -Situation. Also wo es so langsam vom Tag in die Dämmerung geht, weil wir dürfen ja nur noch bis in die bürgerliche Dämmerung fliegen. Da haben wir uns auch strikt dran gehalten.
Das ist was, wo du auch dein Equipment an die Grenzen führst. Weil gerade in dunkleren Situationen sind viele Kameras dann schon schnell überfordert. Ich war froh, dass es dann in dem Fall nicht so war. Also der Test hat sich gelohnt und für den Wolfgang hat es sich natürlich gelohnt, weil der einfach
einen irren Flug dahin gelegt hat. Der ist mit dem Test gelaufen. Und
dann ist der
Drachen nach München bis in den Englischen Garten reingeflogen und der Drachen leuchtete dabei am Himmel. Das ist richtig, genau.
Und er wurde außerhalb von München geschleppt und ist dann mit einer gewissen Höhe im Gleitflug dann Richtung
München geflogen. Also würde ich mir vorstellen, dass das gar nicht so easy ist, vielleicht auch von den rechtlichen Genehmigungen, dass man da reinfliegen darf in den Englischen Garten. Habt ihr das heimlich gemacht oder war das wirklich zugelassen bis hin zu den ganzen Luftaufnahmen, die du da auch gemacht hast?
Mhm. Also von den Luftaufnahmen ist es unproblematischer, weil ich eine entsprechende Aufstiegsgenehmigung für das Bundesland Bayern habe. Da kann ich, solange ich mich an die rechtlichen Bestimmungen halte, ich darf natürlich auch nicht nach Einbruch der Dunkelheit fliegen. Ich darf damit auch nur bis auf eine gewisse Höhe fliegen innerhalb der Stadt. Nicht über Menschenmengen, nicht über Straßen etc. Solange du dich daran hältst, ist das unproblematisch. Und das, was der Wolfgang gemacht hat, das war ja im Grunde genommen ein Gebrauch. Also der geplante Thermikflug, ihm ist halt nur die Thermik am Rand von München ausgegangen und dann musste er halt im Englischen Garten landen. Du sagst, ich
bin auch geflogen. Mit was fliegst du denn da? Ich bin auch geflogen. Ja, du hast gesagt, ich habe ja die Aufstiegsgenehmigung da über München. Achso, das
war genau, das ist das Thema Drohne. Also ich bin mit der Drohne geflogen, beziehungsweise in dem Fall habe ich die Drohne jemandem Bekannten anvertraut, den ich sehr, sehr gut kenne, der auch entsprechend die Möglichkeit hat, Drohne zu fliegen. Also Drohnenführerschein und Versicherungsschutz und was du da eben heutzutage alles brauchst. Weil ich auf dem Olympiaturm stand, um mit einem 800 Millimeter, also mit einem Zoom -Objektiv einzufangen, wie der Wolfgang vor der Hela war, runtergekommen ist und geflogen ist. Und das ist auch eine Szene in dem Film.
Gleichzeitig, dieses Projekt hat dann wirklich zu einem UFO -Alarm quasi geführt. Wie muss man sich das vorstellen? Ja,
am nächsten Tag. Ja,
am nächsten Tag. Da haben wir
telefoniert und noch so ein bisschen über das Projekt gesprochen. Und dann sagte dann der Wolfgang, er hat es schon gesehen, im UFO -Forum haben welche was geschrieben und da hat einer auch ein Handybild hochgeladen. Das war tatsächlich so, also das war mitten in so einer Straßenflucht, noch so eine, wie du es aus der Innenstadt kennst, so eine Laterne da quer über die Straße gehangen. Die leuchtete schon und dahinter war dann eben so schemenhaft, dieses grüne Dreieck im Himmel zu sehen. Und mal ganz ehrlich, also wir beide wissen, was ein Drachen ist. Und können uns das vielleicht im Fernsehen dann auch vorstellen, dass das vielleicht in die Richtung geht. Aber wenn du das nicht kennst, dann fragst du dich natürlich schon, was macht dieser merkwürdige, merkwürdig geformte Flugkörper da um die Uhrzeit in dem grünen Himmel? Und so war das dann wohl auch.
Also da sind ein paar drauf aufmerksam geworden und haben das dann gleich erstmal in ihrer UFO -Community gepostet und gefragt, hey, habt ihr das auch gesehen? Und war das vielleicht irgendwas, was wir nicht kennen?
Der Film heißt Nightrider und hat auch im Internet, YouTube und so weiter relativ viele Klicks. Und der ist ja dann sogar ins Kurzfilmprogramm des Coup IK dann reingekommen. Nun bist du heute in der Szene bekannt als derjenige, der immer die deutsche Nationalmannschaft begleitet zu Europameisterschaften, zu Weltmeisterschaften. Und da dann immer von jedem Task quasi Tagesvideos lieferst, wo du sagst, tagesaktuelle Berichterstattung, was ist gelaufen? Wie kam es eigentlich dazu? Wie kam dieser Kontakt zu der Nationalmannschaft zustande? Angefangen hat das Ganze
in 2018. 2009 bei der WM in Mexiko, in Valle de Bravo, wo ich durch Zufall war und ein bisschen die Corinna Schwiegershausen gefilmt habe, die zu der Zeit da war. Die hatte natürlich Kontakt zum Nationalteam im Gleitschirmfliegen. Klar, also so die Drachenszene und die Gleitschirmszene im DHV, die kennen sich natürlich auch. Und dann haben wir dann den einen oder anderen Piloten interviewt, den Olli Rössel, den Thorsten Siegel. Also du musst da auch echt mal reinschauen. Ich schaue mir das ab und zu nochmal so an. Also Spaßes halber an. Also erstmal wie grottig die Videoqualität damals war und wie jung die damals noch alle waren. Das ist zehn Jahre
her. Das
ist zehn Jahre her, ja, ja. Und auch was die für Equipment damals geflogen sind. Der Thorsten ist noch für Swing geflogen. Die Eva Wischniewska ist damals noch geflogen. Und du hast da also heute Schirme, wahrscheinlich so D -Klasse und darüber Triple C. Wo du dir so sagst. Na ja, die Leistung hast du heute mit modernen B -Schirmen. Das ist also auch Wahnsinn, daran einfach mal abzulesen, was sich bei uns in der Gleitschirmszene
einfach getan hat. Wie muss ich mir das vorstellen? Ist danach quasi der DHV auf dich zugekommen und hat gesagt, du, nächstes Mal die EM, da sind wir da und da. Kommst du auf jeden Fall mit? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Ja, also ich glaube, die
Stelle Gleitschirm, die war zu der Zeit so ein bisschen frei. Der Charlie Joest macht da hervorragende Beiträge im Bereich Drachen und hat sich darauf spezialisiert. Das macht er ja heute auch noch. Aber Gleitschirm war so ein bisschen ein Bereich, wo sie niemanden hatten.
Und das hat dann zwar noch von 2009 bis 2012 gedauert, bis wir dann auch wirklich zum ersten gemeinsamen Einsatz da gefahren sind nach St. André. Aber ja, klar, die haben das Potenzial erkannt. Und wir haben uns da erst mal auf einer gegenseitig sehr bekömmlichen Art und Weise einig. So nach dem Motto. Also okay, du bist kein Praktikant mehr. Reisekosten kriegst du gezahlt oder so in die Richtung. Aber mach das mal. Und wenn das ankommt und wenn das ein Format werden kann, dann können wir das sicherlich auch gerne nochmal machen. Also das hat schon ein paar Jahre Bewährungszeit gebraucht, bis das dann auch wirklich so in das Format übergegangen
ist, wo wir heute sind. Und fährst du dorthin und wirst du dann am Ende quasi vom DHV bezahlt? Die sagen dir, du kriegst einen Tagessatz X dafür, dass du jetzt hier dabei bist. Oder wie läuft das? Im
Grunde genommen läuft das wie ein Auftrag, wie du ihn in der Filmszene hast. Also es gibt eine Beschreibung, was soll da gemacht werden. Und mittlerweile helfen da, glaube ich, auch die Kontakte, die ich über die Zeit aufbauen durfte, zum Fernsehen sehr weiter. Denn es ist am Ende auch mit meiner Verantwortung, das zu managen, dass das Material, was da erstellt wird, beim Fernsehen landet. Dass das fernsehgerecht aufbereitet wird. Also die haben halt auch eine gewisse Art und Weise, wie sie Material gerne angeliefert haben möchten. Und dass ich dann aber auch Kontakt mit der Redaktion halte. Das geht teilweise über Monate im Voraus. Dass du dich schon mal mit möglichen Redakteuren, die zu dem Zeitpunkt Dienst haben könnten, unterhältst und sagst, pass mal auf, wir haben da wieder unser großes Sportevent.
Da haben wir jetzt, meistens geht das nämlich über den BR, weiß ich nicht, fünf bayerische Piloten. Auf die sind sie immer etwas anders scharf. Haben wir mit dabei, wie sieht es denn aus, können wir da wieder was zusammen machen. Und das hat sich mittlerweile auch eingespielt. Die Online -Redaktion vom BR ist jetzt auch sehr interessiert. Die können wir wahrscheinlich jetzt für die anstehende WM in Nordmazedonien begeistern. Und so vertieft sich das halt über die Jahre. Aber wenn ich mir das so überlege, 2012 das erste Mal, jetzt sind wir bei 2019. Also es braucht schon so ein paar Wettbewerbszyklen. Bis das dann auch richtig gut funktioniert, ja.
Und ist das ja vom DRV eigentlich sehr professionell gedacht zu sagen, wir machen in diesem Fall eigentlich wirklich professionelles Videomaterial, was wir dann auch den Medien entsprechend anbieten können. Machen das eigentlich andere Nationalmannschaften auch so oder andere Länder?
Ne, ich glaube, da ist ein großer Medienneid.
Also es ist unterschiedlich. Ich werde teilweise schon angesprochen von unseren osteuropäischen Gleitschwimmpiloten. Also erstmal, das ist unfair, dass die deutschen Filme haben und wir nicht. Und wir bezahlen dich in Bier. Willst du das nicht bei uns lieber machen? Bisher habe ich immer abgelehnt.
Also du müsstest wahrscheinlich auch viel Bier trinken, wenn du das solltest. Entsprechend darfst du auch was reinkommen. Hat
sich allerdings bei der letzten EM ergeben, dass die FAI darauf aufmerksam geworden ist. Und mittlerweile wir auch die FAI beliefern. Und somit auch teilweise einen Return erzielen, dass es eben nicht mehr ganz so kostenintensiv für den DRV alleine wird. Sondern das bedeutet natürlich schon mehr Arbeit, aber es ist ein sehr schönes geteiltes Format. Und so haben wir ja auch die Möglichkeit, das von uns bestimmte Material weiter in europäischen, wahrscheinlich sogar in weltweiten Medienraum zu tragen. Darüber, dass die FAI eine Medienagentur in Europa hat. Die haben München bedient und mit denen zusammenarbeitet und die haben einen wirklich exorbitant guten Medienverteiler.
Und über den hauen die das raus. Das ist also auch nicht nur so, dass die leidenschaftslos das Material nehmen mit einem Timecode und dann weitergeben. Sondern da gibt es dann auch nochmal bei dieser Agentur einen Redakteur, der Textbrocken da verdauungsgerecht, medienverdauungsgerecht aufbereitet. Und ein kurzes Briefing und so weiter. Und worum geht es? Hier hast du den 3 -Minüter, hier hast du den 5 -Minüter, hier hast du den 11 -Minüter und alles, was man so braucht. Also wirklich sehr, sehr professionell von der FAI auch arrangiert. Und da dürfen wir mittlerweile Material zu Ballen steuern und das kompensiert die FAI dann auch wieder zurück an den DRV.
Gibt es da denn eigentlich irgendetwas wie eine Erfolgsbeteiligung oder so? Wenn du sagst, wow, ich wurde jetzt auf fünf Fernsehstationen oder auf zehn Fernsehstationen gezeigt, kriegst du dafür auch irgendwie ein zusätzliches Return? Nein, überhaupt nicht.
Da ist auch immer noch so dieser Grundidealismus vom ersten Mal, als ich das gemacht habe, mit dabei. Also es war nie die Absicht, damit Geld zu verdienen. Und ich glaube, das ist leider heute auch noch nicht so. Wenn ich immer so überschlage, was ich alleine in Kameras und Drohnen investiert habe, bin ich glaube ich auch für die nächsten fünf bis zehn Jahre beschäftigt. Und dann habe ich noch nicht die Arbeitszeit reingerechnet und dann habe ich immer noch nichts verdient. Also es ist mehr die Liebe zum Sport. Und einfach die Möglichkeit, das weiter verteilen zu dürfen. Ich finde das phänomenal gut, ja.
Das heißt, wenn man es richtig verstehen will, du hast noch einen ganz anderen Job, mit dem du eigentlich Geld verdienst. Die Filmerei, das ist dein Hobby. Und wenn du da zu so einer Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft fährst, dann geht da dein Urlaub drauf. Ja,
ich habe zum Glück ein Arrangement mit meinem Hauptarbeitgeber treffen können, der sowas erlaubt. Also sowas musst du dir in Deutschland ja wahrscheinlich auch überall anders erlauben lassen. Dass du neben deinem Hauptberuf eine zweite Tätigkeit mit dem Einkommen überhaupt betreiben darfst. Und es ist lustig, wie du das gerade gesagt hast. Weil wenn du heute mit Leuten im Film sprichst und genau über dieses Thema sprichst, dann sagen die, endlich einer, der es kapiert hat. Und du hast es ja gut, weil du hast auch einen echten Beruf. Die Herausforderung in der Medienbranche ist ganz klar. Ich glaube, das kriegen auch viele mit. Die Preise werden da sehr gedrückt. Das Equipment. Das Niveau, auf dem wir uns bewegen. Weil sonst könntest du nicht Material an Fernsehen und FAI liefern. Das ist kurz vor Kino.
Und das Equipment, mit dem ich drehe, ist definitiv Kino -Equipment. Was du sonst für eine Kinoproduktion hernehmen würdest. Das ist dann aber vom Preispunkt her so enorm, dass wenn ich das basierend auf dem Equipment und auf der Arbeitszeit dem Verband berechnen würde oder der FAI berechnen würde, dann würde ich das sicherlich nicht nehmen. Weil da kommen wir auf den Preispunkt. Das kann sich dann kaum noch einer leisten. Oder du müsstest das einfach viel, viel öfter machen als Hauptjob. Ich glaube aber nicht, dass das so richtig gut funktioniert. Ich glaube, das Modell, wie es jetzt ist, ist sicherlich das Bessere.
Und sind ja so große Wettbewerbe wie Weltmeisterschaften und Europameisterschaften sind ja nicht einfach nur mal schnell ein Wochenende, sondern da bist du wirklich eigentlich zwei Wochen, glaube ich, unterwegs. Und investierst da deine zwei Wochen Urlaub rein. Jetzt erzähl mal so ein bisschen vor Ort, wenn du dann da bist. Wie läuft so ein typischer Tag ab, wenn du sagst, okay, Wettbewerb ist gestartet. Wir sind jetzt am zweiten Wettbewerbstag. Erzähl mal, was musst du machen? Stehst du morgens um sieben auf oder schon um fünf, weil du noch den letzten Abend schneiden musst? Oder wie geht sowas ab? Am zweiten Tag ist
erstmal so ein bisschen Nervosität in der Luft, weil das ist für manche vielleicht ein neues Fluggebiet. Auf alle Fälle sind die erstmal sehr, sehr viel mit sich selber auch beschäftigt. Live -Tracker einsammeln und gucken, dass jeder sein Lunchpacket hat. Und was gibt es da nicht alles? Und es geht natürlich darum, der erste Tag zählt oder der erste Wettbewerbslauf zählt natürlich genauso wie jeder andere. Du bist schon voll drin. Du musst voll da sein und musst punkten für dich und fürs Team. Und für mich bedeutet das, dass ich sensibel sein muss. Ich glaube, ein Teil, warum das überhaupt funktioniert, ist, dass ich selber Pilot bin und so ein bisschen die Abläufe auch kenne. Wann möchte ich angesprochen werden in der Vorbereitungsphase?
Und wann ist es für mich eher schwierig? Und über die Jahre sicherlich auch die Piloten besser zu kennen. Denn nicht jeder geht gleich sofort raus, wenn es heißt, the window is open und haut sich in den Startzylinder und guckt dann eine Stunde rum. Es gibt auch ganz entspannte Piloten, die noch über eine halbe Stunde warten und sagen, also weißt du, von der Tagesgüte heute, das sind die erfahrenen Piloten, so ein Pepo oder ein Ulli oder so, oder auch ein Thorsten. Die sagen dann, ey, was soll ich da eine Dreiviertelzeit machen? Ich muss eine Dreiviertelstunde zusätzlich in der Luft verbringen. Also ich bin wahrscheinlich schon genug geflogen in meinem Leben. Hier geht es mir eher um den Wettbewerb. Die kannst du dann ganz gut interviewen. Unsere Youngsters oder welche, die vielleicht neu dabei sind, die wollen unbedingt, weiß ich nicht, vielleicht alles richtig machen oder einfach ein Gefühl für den Tag bekommen.
Oder es ist natürlich schon so, dass du im Startzylinder, wenn es dann losgeht, willst du schon mit der Höchste sein. Das ist natürlich ein Vorteil. Und die sind dann eher schneller weg. Also da muss ich dann hinterher sein, wenn ich mit denen noch ein Interview mache. Wenn ich ein Interview kriegen will. Man kann das dann aber über die Zeit ganz gut austauschen. Also du kannst ja dann erstmal mit den erfahrenen Jungs anfangen und dann im weiteren Verlauf des Wettbewerbs die Interviews machen. Ja, und dann sind die alle weg. Idealerweise habe ich ein oder zwei Piloten noch eine Kamera dran montiert und die haben sich bereit erklärt, mit der Kamera zu fliegen. Am ersten Tag oder beim ersten Lauf ist das auch immer so eine Sache. Zum Trainingstask und zum Einfliegen nehmen die gerne mal eine Kamera mit. Im Wettbewerb musst du dann schon gucken. Wer ist so cool und nimmt eine Kamera mit, erstens. Und wer ist so cool und nimmt eine Kamera mit und kommentiert dann vielleicht auch noch ein bisschen was.
Weil dummerweise steht da das Fernsehen total drauf, was ich verstehen kann. Aber ich finde, es ist auch schon eine außerordentliche Leistung von einem Piloten, wenn er im Wettbewerb fliegt. Und dann noch die Kapazität hat, während des Wettbewerbs so einen Lauf zu kommentieren.
Finde ich klasse. Das heißt, du als kameradenkender Mensch. Oder in Bildern denkender Mensch. Sagst dir, okay, jetzt nehme ich mir den Ferdinand Vogel als Pilot oder sowas. Sagt, der kann das bestimmt. Dem erkläre ich hier, ich montiere dir die Kamera da und dahin. So geht sie einzuschalten. Ich verkabel dich noch, um ein Mikro zu legen oder sowas. Und dann erzähl doch mal irgendwas in der Luft. Oder gibst du dem ein Skript, was der so ein bisschen erzählen soll. Oder wie geht sowas?
Also erstmal bin ich an der Stelle GoPro sehr dankbar, dass sie endlich Kameras erfunden haben, wo du nur einmal draufdrücken musst. Und das macht mehreres. Das schaltet die Kamera ein. Das startet die Aufnahme. Und wenn er fertig ist. Dann muss er nur auf den gleichen Knopf nur noch einmal draufdrücken. Und das beendet die Aufnahme und macht die Kamera wieder aus. Das hilft mir auch sehr dabei, Akku zu sparen. Und jetzt hast du den Ferdi rausgepackt. Der Ferdi ist ein super sympathischer Typ. Ich finde, das ist ein mega Asset von der Nationalmannschaft. Mit dem haben wir so einen sympathischen Piloten bekommen, der gerne auch im Flug kommentiert. Und genau so läuft das. Wir überlegen uns vorher, was ist denn heute die Drehzeit? Die Drehrichtung. Dementsprechend wird die Kamera positioniert. Weil das ist ja doof, wenn du die Kamera meinetwegen links außen hast und es wird rechts gedreht.
Dann kannst du nicht so gut ins Pulk filmen. Also darüber machen wir uns schon Gedanken. Und dann düst der los. Ein Skript kriegt der nicht. Sondern der kriegt einfach nur von mir die Bitte mit auf den Weg. Hey Ferdi, heute ist der erste Tag. Bitte denk dran, heute ist der erste Lauf. Kommentier das bitte mal so in die Richtung.
Und dann je nachdem, wer der Auftragnehmer ist. Ob das jetzt mehr FAI gerichtet ist oder mehr BR gerichtet ist. Machst du dir vielleicht noch Gedanken, ob er jetzt sagt, schönen Gruß von den bayerischen Piloten. Oder Grüße von der Nationalmannschaft. Und dann kommentiert er da so ein bisschen. Und der hat das auch ganz gut drauf im Flug zu kommentieren. Das macht
er sehr souverän. Jetzt in so einem Tag. Du sagst, okay, das sind die Startvorbereitungen. Davor machst du vielleicht noch Interviews. Dann gibst du jemand eine Kamera mit. Der geht jetzt fliegen damit. Was machst du noch am Boden? Worauf achtest du? Was suchst du da für Bilder noch?
Also für mich ist Start natürlich einer der hektischsten Momente. Weil am liebsten würde ich drei oder vier Kameras gleichzeitig bedienen. Das geht aber nicht. Das Maximum, was du machen kannst, ist, du kannst irgendwo eine Kamera aufstellen und vielleicht einen Timelapse machen vom Start. Das sieht immer ganz gut aus. Vor dem Start machen wir gerne Interviews. Um Revue passieren zu lassen, wie der Lauf vom Vortag vielleicht war. Wie die Wetteraussichten sind. Was für eine Aufgabe gesetzt wurde. Wie sie die Aufgabe einschätzt. Was vielleicht gute Linien sind, die sie sich überlegt haben. Vielleicht auch noch ein, zwei Kommentare zur Tagesgüte. Und dann sind die ja weg. Also dann fliegen meine Kameras. Das Maximum, was du dann noch machen könntest, wäre mit einem Tandem zu fliegen. Und da musst du dann schon eine der ersten Entscheidungen auch treffen. Will ich selber fliegen und die in der Luft filmen?
Dann gehst du meistens nach einer halben Stunde, dreiviertel Stunde landen. Hast dich irgendwo verabredet mit dem Harry Bunz, der dem Feld hinterher fährt. Und natürlich beobachtet, wo die unterwegs sind. Wenn ich also Unterwegsaufnahmen haben will, dann muss ich das irgendwie hinkriegen, dass wenn ich geflogen bin, dann habe ich vielleicht im Startpult ein bisschen gefilmt. Gehe dann landen und fahre dann mit. Und dann war das schon für mich ein ganz toller Tag. Weil ich in die Luft gekommen bin und filmen durfte. Du kannst versuchen mit einem Tandem natürlich hinterher zu fliegen. Das klappt aber meistens nicht so richtig gut. Weil, wenn wir mal ehrlich sind, die Jungs sind schnell. Die sind verdammt schnell. Da kommst du mit einem Tandem nicht hinterher.
Die dritte Möglichkeit ist den Start, soweit das auch mit der Wettbewerbsleitung abgesprochen ist. Und solange das auch die Landesregularien zulassen, dass du sowas mit der Drohne filmst. Was in der Regel sehr schöne Aufnahmen werden. Und mittlerweile habe ich eine Drohne, wo ein 105mm Objektiv dran ist. Das heißt, teilweise muss ich schon von denen wegfliegen, damit sie wieder im Bild sind. Und das kommt dann immer ganz gut an. Weil da haben wir möglichst viel Abstand und wenig Stress mit Kollisionen. Oder dass da mal einer unterwegs ist. Und da hilft es natürlich selber dann auch, wieder Pilot zu sein. Weil ich die Drohne meistens ins Lee stelle, wo eh keiner hin will. Und dann ist das
völlig stressfrei. Nun sagst du, okay, Kamera für den Piloten, der dann vielleicht fliegen geht. Du fliegst, du hast eine Kamera am Boden, mit der du was filmst. Oder vielleicht zwei unterschiedliche. Eine lässt du jetzt als Timelapse laufen, was anderes wieder anders. Dann hast du deine Drohne dabei. Was schleppst du eigentlich alles dann weg? Dann hast du deine Ausrüstung mit. Was wiegt das überhaupt? Ist das ein ganzer Koffer voll?
Ich will nicht
wissen, was das
wiegt. Ich mache dazu auch keine Kommentare. Vielleicht gibt es hier den einen oder anderen, der bei einer Airline arbeitet und nicht mal sieht. Nein, also das ist definitiv eine ganze Menge. Ich gehe mal davon aus, dass das so sechs, sieben, acht Kameras sicherlich sind. Plus Objektive. Und dann eben in verschiedenen Ausführungen. Dann hast du ja noch Audio -Equipment auch noch mit dabei, weil du die Voice -Overs sprechen musst. Weil du vielleicht ein Mikrofon mal an den Piloten dran machst, wenn der fliegt, damit du besseres Audio bekommst. Und dann hast du noch das ganze Drohnen -Geraffel. Also ja, das ist definitiv ganz viel Zeug. Und teilweise auch echt schwer. Leider ja. Also ich würde sagen, so 15 Kilo Rucksack oder so kommt da ganz schnell zusammen.
Nun ist das ja auch wahrscheinlich ein ganz schöner Wert, der dann dahinter steckt. Du hast gesagt, die Ausrüstung, das kann der DRV vielleicht selber gar nicht. Würde da gar nicht reinkommen mit den Honoraren, die er dir zahlen kann. Nun fährst du in Länder wie Mexiko, Mazedonien, Kolumbien, Brasilien, wo sowas stattfindet. Das ist ja auch sowas, wo du denkst, hm, da gibt es auch Leute, die vielleicht gerne mal die Finger lang machen. Ist dir da schon mal was weggekommen oder hast du da irgendwelche blöden Erlebnisse gehabt?
Ja, definitiv. Also am Eröffnungstag in Kolumbien ist mir meine Hauptkamera geklaut worden. Da hatte ich zum Glück eine Reiseversicherung, die habe ich dann darüber wiederbekommen. Aber das war eine ganz doofe Situation. Und wenn ich so zurück gucke, bin ich selber erstaunt, wie professionell das dann weiter abgelaufen ist. Dann hatte ich nämlich nur noch so eine spiegellose DSLR mit einem Mikrofoneingang. Und dann ist dir erstmal viel genommen. Also du kannst nicht mehr zoomen. Die Qualität war auch nicht ganz so toll wie von der Hauptkamera. Und dann hatte ich aber das Glück, dass ein anderer Filmer von den Schweizern, in den USA war und dann auch rübergekommen ist nach Kolumbien.
Und denen habe ich gesagt, kauf mal so eine billig 230 Euro oder sowas Kamera von B &H Photo, die einen Zoom hat und bring die mir mal mit. Und ich war total glücklich, dass ich nach 4, 5 Tagen endlich wieder zoomen konnte. Aber natürlich, das passiert und du machst dir sehr viele Gedanken auch darüber. Versichere ich mein Equipment? Wenn du es versicherst, das kostet ein Heidengeld, dann musst du das wieder auf den Auftragswert draufschlagen, weil irgendwer muss es ja bezahlen. Oder versicherst du es nicht? Und welche Kameras nimmst du dann in welche Länder mit? Ich mache da schon einen großen Unterschied, ob ich jetzt mein Hauptequipment mitnehme. A vom Gewicht her, weil die besten Kameras wiegen leider auch das meiste.
Und B natürlich auch unter dem Aspekt, kommt was weg oder kommt was nicht weg. Eigentlich ist das alles so knapp kalkuliert, dass da nichts wegkommen darf. Wenn da was wegkommt, dann hast du es. Dann hast du schon echt ein Thema. Aber ich glaube, das geht jedem so. Wenn dir eine Kamera geklaut wird, dann
bist du auch nicht glücklich. Nun ist das technisch ein immenser Aufwand, den du da eigentlich betreibst. Lohnt sich das eigentlich? Also gerade diese Tag -für -Tag Task -Videos, werden die eigentlich wirklich viel geguckt?
Ich denke, wir haben da so eine Verbreitung von unterschiedlich 1.500, 2.000 Klicks. Und es ist ja für jeden frei zugänglich. Und das ist ein Service an die Mitglieder. Jetzt haben wir im DHV was, ich glaube 40.000 oder 35.000. Da würde ich mir schon natürlich auch wünschen, wenn ich mal 35.000 gegen 2.000 gegenrechne. Klar, bist du da ehrgeizig und denkst dir so, ey, das wäre ja irgendwie mal cool, wenn da auch mehr reingucken. Auf der anderen Seite verteilen wir das auf anderen Kanälen, wo auch sehr, sehr viel Zugang darüber erfolgt. Jetzt war ich ja gerade in Valle de Bravo. Und ich fand, das war ein mega Erfolg, dass der BER online da über die Monaco Open berichtet hat.
Das war auch so ein 40, 50 Sekünder auf deren BR -Sport -Facebook -Seite. Mittlerweile haben da 12.000 Leute drauf zugegriffen. Und das wird gesehen. Und dann gibt es ja noch den nicht messbaren Bereich, nämlich alle die, die wir dann während so einer Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft übers Fernsehen erreichen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Das kannst du nur ganz schwer messen. Aber ich glaube, da machen wir schon auch die richtige Arbeit, da mehr an diese BR -Sport -Facebook -Redaktion ranzugehen. Weil ich glaube, solche Online -Geschichten, das ist schon die Zukunft und die Zielgruppe, die wir erreichen wollen. Das sind ja jetzt nicht die 50-, 60 -Jährigen, die irgendwie abends dann Fernsehen gucken. Die finden das, glaube ich, mal interessant oder denken sich, oh mein Gott, die Jugend.
Aber im Grunde genommen wollen wir ja von der sportlich -redaktionellen Arbeit ein Publikum, begeistern, was sicherlich auch noch nicht fliegt und sagt, Mensch, das ist ja ein cooler Sport, da möchte ich gerne mitmachen und das interessiert mich jetzt.
Du hast es ja auch schon mal in die ZDF -Heute -Nachrichten geschafft mit einem kurzen, eigentlich relativ kurzen Clip, wenn ich das richtig weiß, irgendwie so 43 Sekunden oder so was waren das. Erfüllt einen das trotzdem mit Stolz, auch wenn das nur so ein kurzes Ding ist?
Ja, das
ist, also
ich finde, das ist schon irgendwo ein Höhepunkt. Du machst das mehrere Jahre und dann bist du auf einmal in der Hauptnachrichtensendung in Deutschland. Das, also das finde ich schon, ich finde schon, dass das ein Erfolg ist, wo du dann auch mal kurz so innehältst und das musst du für dich selber erstmal begreifen. Das
heißt, es wäre aber auch eine Chance für den Gleitschirmsport, wenn man sagt, man muss eigentlich nur professionelles Material zur Verfügung stellen, dann kann es auch wirklich in die Breite transportiert werden. Also da muss man wirklich in Vorleistung gehen, wie du vorhin schon gesagt hast. Aber dann könnte man auch wirklich Gleitschirme auch mehr ins Fernsehen bringen.
Ich wünschte, es wäre so absehbar, aber so ist es leider nicht. Also es gab das Jahr davor schon den Wunsch, was von der Monarca zu bringen unter dem Aspekt Vorbereitung der deutschen Piloten auf die großen Wettbewerbe Wintercamp. Und das hat auch nicht geklappt. Manchmal ist es eben so und dieses Jahr war es so, dass wir in die Online -Ausgabe gekommen sind. Aber wir sind nicht ins Fernsehen gekommen. Das war vorher eigentlich die Idee. Aber dann kam erstmal der Langläufer, der da sein Outcoming hatte mit seinen Doping -Geschichten. Das war am Donnerstag. Das war eigentlich unser erster Sendeplatz. Und der ist uns dann abhanden gekommen, weil diese Doping -Geschichte, da war dann halt was dran und da mussten sie halt erstmal darüber was bringen.
Da war so, dann fliegst du raus. Der zweite Sendeplatz, der wäre dann am Samstag gekommen. Und da hat Lindsay Wondern beschlossen, ihre Karriere zu beenden. Das war dann leider auch so wichtig. Und das verstehe ich auch, weil die haben da Sendeplätze. Die sind da vor Ort. Die sind in Garmisch und das ist bayerisch. Und da sind die dann, da müssen die darüber berichten. Wenn dann so ein Event dazwischen kommt, dann bist du raus. Du hast nie eine Garantie. Es ist so ein bisschen wie, ja ich sehe da eine Parallele zum Gleitschirmfliegen. Du gehst ja morgens auch an den Startplatz und weißt nicht, wird das jetzt ein fliegbarer Tag? Meistens haben wir eine gute Idee. Aber wird der jetzt richtig gut? Kann ich jetzt richtig Strecke fliegen? Oder stehe ich nach einer halben Stunde wieder am Boden? Das weißt du nicht. Aber du versuchst es.
Und so ist das da auch. Hast du denn bei solchen Reisen, wenn du da die Nationalmannschaft begleitest, deinen eigenen Schirm eigentlich auch dabei? Oder sagst du, vergiss es. Ich komme eh nicht zum Fliegen. Ich lasse es gleich ganz, das Garaffel, zu Hause. Ich habe eh 15 Kilo allein Technik dabei. Übergepäck habe ich so schon genug.
Nein, also ich versuche das schon zu kombinieren. Gerade weil mittlerweile die Kameratechnik auch so gut geworden ist, dass du mit 360 -Grad -Kameras im Pulk, neben dem Pulk fliegen kannst. Aber das führt auch zu persönlichen Veränderungen. Wenn ich mal so zurückdenke an Veltre, wo wir eine WM hatten. Da bin ich noch mit einem Makalu, also mit einem Mit -B -Schirm durch die Gegend geflogen. Und meine Güte, also manchmal habe ich echt das Gefühl, die sind ja wie Heuschrecken. Die ziehen da ab und du kommst nicht hinterher. Und das war tatsächlich so eine Situation. Wo die luftseitig von der Ridge angekommen sind. Und ich hing dann da mit meiner Kiste im Lee. Und bin dann da also ganz klein laut rausgeflogen und musste landen gehen.
Dann kommst du nie hinterher. Jetzt weiß ich auch, warum du den Zoom an der Kamera brauchst. Ja, ja, genau. Weil der schneller ist als mein Schirm.
Mittlerweile habe ich jetzt ja immerhin schon ein Summit, also ein High -B -Schirm. Und damit geht das dann schon deutlich besser. Und ja, den nehme ich gerne mit. Weil teilweise macht es auch einfach mal Spaß, wenn wir einen Mandatory -Rest -Day haben. Also einen Tag, wo auch immer ein Tag Pause ist. Das dann auch selber mal auszunutzen und zu gucken, ob ihr nicht selber Spaß habt in dem Fluggebiet. Wobei es da auch Gebiete gibt, wo ich so sage, es ist unheimlich schwierig, wenn du dann an so einem Tag alleine unterwegs bist. Im Vergleich zu dem Rudel, was da in Pulks durch die Gegend fliegt. Die haben einfach den Vorteil der Schwarmintelligenz. Und da kann es dir ganz schnell passieren als Einzelner, dass du dann doch sehr schnell am Boden stehst. Gerade in Mazedonien.
Da startest du auf einem Berg und dann geht es ins Flachland. Also ich fliege mehr in den Bergen. Flachland sagt mir nicht so viel. Und wenn ich da jetzt keinen habe, der irgendwie tolle Ideen vom Flachland hat oder weiß, wo da Abrisspunkte sind und das ausfliegen kann, dann stehe ich da erstmal ziemlich ratlos. Und so geht das dann meistens auch aus.
Neben den ganzen Dokumentationen dieser Wettbewerbe für die Nationalmannschaft, für den DHV machst du ja auch Filme von deiner eigenen Fliegerei. Also ein Beispiel zum Beispiel, du hast einen Film gemacht, wo du so ein 100 Kilometer FAI -Dreieck um das Karwendel geflogen bist. Und hast gesagt, ich dokumentiere das und erzähle mal diese ganze Geschichte in zehn Minuten. Das hast du auch sehr launisch gemacht. Ein sehr schönes Video. Was ist für dich wichtig, mit solchen Filmen zu transportieren? Und was macht für dich eigentlich ein gutes Fliegervideo aus? Jetzt mal abseits von dieser klassischen Nationalmannschaft auch ein bisschen nachrichtlichen Form. Sondern was ist so ein klassisches, normales, von dir gemachtes Fliegervideo? Worum geht es dir dabei? Also ein gutes
Fliegervideo macht für mich aus, wenn da erstmal eine gewisse Struktur drin ist. Vielleicht am Anfang mal einen Überblick geben. Was will ich hier fliegen? Damit du als Zuschauer auch abgeholt bist. Aha, das hat er vor. Will der jetzt One -Way irgendwo langdüsen? Oder will er ein Dreieck fliegen? Vielleicht so ein bisschen auch beschreiben, wie war die Situation an dem Tag? Gerade wenn du ein Dreieck oder ein FAI -Dreieck fliegst, machst du dir ja auch schon Gedanken. Wie ist der Wind an dem Tag gewesen? Wann habe ich meine Gegenwindkomponente? Warum ist der dann und dann gestartet? Das andere, was für mich eine Rolle spielt, ist das optisch einzufangen. Ich bin ein sehr optischer Mensch. Also ich denke sehr viel und sehr gerne in Bildern.
Und für mich sagt das Bild einfach unheimlich viel. Kann ich mir viel mehr darunter vorstellen, als wenn du mir jetzt einen Text vorlegst und sagst, Eve, so kannst du das fliegen. Und da steht alles drin. Ich glaube, ich würde daraus nicht so viel Informationen mitnehmen, als wenn ich das als Video sehen würde. Ich könnte mich viel besser an einzelne Ridges und Ähnliches erinnern. Und sagen, alles klar, das ist doch die Bergstation da. Die habe ich doch schon mal auf dem Video gesehen. Also das zu transportieren. Man sollte sich vorher auch Gedanken darüber machen, wie will ich das verteilen? Wie will ich das vertonen? Und wann will ich Informationen liefern? Ich finde es viel entspannter, hinterher das zu vertonen, wenn ich zu Hause bin, als im Flug. Das geht halt nicht immer. Wenn du das Material ans Fernsehen zum Beispiel lieferst, die wollen das, dass das im Flug besprochen wird.
Weil sie einfach sagen, da bin ich hautnah dran. Da will ich den Kommentar haben. Für einen normalen Freizeitflieger, der einfach nur vielleicht ein Streckenvideo für sich selber oder für eine kleinere Community macht, ist es glaube ich besser, das im Nachhinein dann zu machen. Überlegt zu machen.
Du sagst jetzt vertonen, meinst damit auch wirklich, aber neben Musik auch mit Sprache. Ganz viele von den Gleitschirmvideos sind ja immer irgendwelche Bilder, eine schöne Musik drunter gelegt. Irgendwie einer hat eine Helmkamera angeschaltet, hat zehn Minuten mitlaufen lassen. Und das ist dann das Gleitschirmvideo. Manche ergötzen sich auch daran, weil es vielleicht auch schöne Landschaften zeigt. Aber der Lerneffekt ist ja dann eigentlich nicht gegeben. Das heißt, bräuchten wir viel mehr Gleitschirmvideos, indem eigentlich Leute erzählen von dem, was sie da machen?
Ja, ich glaube, das geht in die Richtung. Da sehe ich jetzt auch immer mehr auf dem DHV Facebook, wo wirklich wichtige Themen angesprochen werden und uns auch mittlerweile mithilfe dieser 3D -Kameras sehr gut visualisiert sind. Neulich habe ich mir ein Video dort angeschaut, da ging es um das Thema Strömungsabriss dadurch, dass du zu sehr angebremst in der Thermik zum Beispiel einfliegst. Das haben die super gemacht. Und ich glaube, mittlerweile ist das auf einem Niveau und auch auf einem Preispunkt angelangt, wo ich mir wünschen würde, dass wir viel mehr davon sehen. Aber du fragtest ja auch, worum geht es da oder worauf sollte man achten? Filmerisch kann ich vielleicht den Tipp mitgeben, lass die An - und Abfahrt raus. Das interessiert niemanden.
Konzentrier dich auf den Flug, vielleicht auch auf den Start, aber hauptsächlich auf den Flug. Das habe ich irgendwo mal in einem schlauen Filmbuch gelesen. Lass das raus.
Die An - und Abfahrt ist bei sehr vielen Gleitschirmvideos immer noch drin. Wenn wir schon mal bei diesen Negativbeispielen sind, was sind denn so die größten Sünden der klassischen Gleitschirmvideos, die man so auf den YouTube -Kanälen findet?
Also ich glaube, mit der ersten großen Sünde müssen wir da anfangen, wo du es gar nicht siehst, nämlich beim Kameramann und beim Piloten selber. Das ist das Thema Sicherheit und welches Risiko gehe ich eigentlich ein, wenn ich filme oder bin ich bereit einzugehen, wenn ich filme. Weil alles, was wir uns da an das Equipment dranhängen, ist ja so erstmal nicht zertifiziert. Also es war jetzt nicht gedacht, dass du mit den ganzen Schirmzertifizierungen und Kurzzeugchecks und Zertifizierungen und so weiter, dass du da mit einer Kamera fliegst. Und so kenne ich eben auch einige Beispiele von Piloten, die da Glück hatten und denen das aber natürlich schon mal passiert ist, dass denen irgendwie ein Stabilo oder irgendwas beim Rückwärtsstart in der Kamera hängen geblieben ist, weil die einfach am Helm montiert war.
Fliegst du
gar nicht mit Helmkamera? Ich
fliege nicht mit Helmkamera.
Irgendwo kam dann auch mal die Aufforderung vom DHV, das nicht zu machen. Das ist sehr ernst gemeint, weil da eben wohl leider auch Unfälle passiert sind. Es war aber schon davor, dass ich das nicht mehr gemacht habe. Ich finde auch andere Kamerapositionen interessanter. Du kannst mit einer Helmkamera fliegen, wenn du ein Huhn bist. Weil da gibt es diese schönen Videos, die darstellen wollen, wie ein Gimbal funktioniert,
vor der dir das Bild besonders stabilisiert, auch bei Bewegung einfängt. Und ein Huhn oder auch eine Taube, wenn man mal darauf achtet, wenn die laufen, die müssen ihren Kopf so komisch bewegen, damit bei denen im Gehirn das Bild stabilisiert ist. Ein Gleitschirmflieger ist so nicht stabilisiert. Und du kriegst fürchterlich hektische Videos und das kann auch keine GoPro mit einer Software -Stabilisierung oder optischen Stabilisierung ausgleichen. Also das heißt, eine Kamera auf dem Kopf ist für mich Quatsch, weil du produzierst Material, was einfach nicht schön ist. Das heißt,
wo befestigst du bevorzugt deine Kamera?
Das ist unterschiedlich. Ich probiere da auch gerade wieder verschiedene Positionen aus. Also eine Möglichkeit ist, glaube ich, mit einer Klemme die Kamera nach vorne gerichtet auf die Schürze, also bei einem geschlossenen Gurtzeug draufzusetzen und dann aber separat mit einer
WiFi -Fernbedienung, die du im Cockpit hast, das Ganze noch mal fernzusteuern. Weil ansonsten ist es schon wieder schwierig. Ich habe die Hände an den Bremsen und muss ja irgendwie an die Auslösung von dieser Kamera kommen. Vielleicht habe ich auch irgendeine Konstruktion, wo ich die Remote, also die Fernbedienung von der GoPro an der Hand habe. Dann muss ich noch nicht mal von der Bremse bis an das Cockpit ran. Eine andere Option, aber da ist mittlerweile ein bisschen schwieriger dran zu kommen, sind externe Arme, die eigentlich als Instrumentenhalterung gedacht waren. Sowas gibt es auch von der Firma Varis, das ist eine Schweizer Firma. Und diese Varis -Halterung hat den Vorteil, das ist so ein bisschen wie so ein Gorillapod.
Das kennt vielleicht der ein oder andere. Das sind so ineinander gesteckte Elemente, die ich flexibel als Arm verschieben kann und in jeden Winkel drehen kann. Und innen drin läuft ein Band lang. Das heißt, wenn mir das Ding irgendwie mal abbricht beim Start oder so und diese Elemente auseinander kommen, ist dann trotzdem die Kamera nicht weg. Das finde ich ganz cool. Da muss man aber auch ein bisschen bei der Montage aufpassen, weil die wird an den Karabiner montiert. Und da läuft ja bei uns auch der Beschleuniger lang. Und du musst da auch ein bisschen drauf achtgeben, je nach Gurtzeugausführung. Bei meinem Gurtzeug ist das unproblematisch, bei den Wettkampfgurtzeugen kann das auch mal zu einem Thema werden. Bei so einem X -Rated oder so, bei denen läuft witzigerweise der Beschleuniger viel paralleler zum Karabiner als das bei mir. Bei dem D -Light 2, bei dem Gurtzeug, der Fall ist.
Und da musst du dann aufpassen, weil es da so einen kleinen Abstand gibt, dass deine Brummelhaken vom Beschleuniger nicht an der Kamerabefestigung hängen bleiben. Und das ist eben genau der Punkt. Ich finde es nach wie vor schwierig, Fliegen und Filmen übereinzubringen. Ich glaube, das ist alleine durch diese 3D -Kamera -Geschichte von GoPro oder Nikon, da gibt es ja verschiedene Anbieter, ist es einfacher geworden, weil ich muss mich jetzt schon mal nicht mehr darum kümmern, wo filme ich eigentlich hin, sondern kann das im Nachhinein machen und kann da viele tolle Sachen machen. Das entlastet mich und ich habe mehr Kapazität und Konzentration beim
Fliegen. Ist das so der Weg der Action -Kamera der Zukunft? Würdest du das empfehlen, wenn jetzt jemand sagt, ich als Pilot, ich würde gerne das filmen, was ich da in der Luft erlebe, dann würdest du sagen, vielleicht kaufst du dir am besten gleich eine 360 -Grad -Kamera, dann hast du am wenigsten Stress und kannst danach noch am besten das auswählen, was du eigentlich haben willst.
Ja, das definitiv ist meine Empfehlung.
Die 360 -Grad -Kameras sind mittlerweile so ausgereift, es gibt ja verschiedene Versionen, dass du da eine Menge Spaß mit haben kannst. Das fängt an bei einer Insta360 X, heißt glaube ich jetzt diese neue Variante, da bist du so bei einem Einstiegspreis von 450 Euro, so war es in dem Dreh, eben bis zu der GoPro Fusion, die bei 700 29 zur Markteinführung lag, die dürfte aber jetzt auch im Angebot schon wieder
günstiger zu haben sein. Springen wir jetzt mal von der ganz einfachen Ausstattung, oder wir nehmen jetzt eine GoPro für so einen Otto -Normal -Piloten, zu einer schon sehr fortgeschrittenen Ausstattung, die du auch besitzt. Du fliegst auch mit Drohnen. Sind Drohnen aus Gleitschirmsicht ein Fluch oder ein Segen?
Also aus filmischer Sicht ist das natürlich ein Segen. Dass ich damit endlich die Perspektive hinkriege, dass ich damit vor den Startplatz fliegen kann, und endlich Piloten von vorne aufnehmen kann, wie die rausfliegen. Weil wenn du eine bodengebundene Kamera hast, dann hast du ja in der Vergangenheit immer nur die Perspektive hingekriegt, wie die wegfliegen. Das fand ich total doof. Und Drohne hat mir endlich ermöglicht, mal so ein bisschen um den Startplatz rumzufliegen, wenn die noch auslegen, oder vielleicht mit entsprechend langen Objektiven, sodass ich ein bisschen Abstand wahren kann, auch mal in die Nähe von so einem Pulk zu fliegen. Und da siehst du ja richtig, wie die Schirme dann in der Thermik reißen. Da begreifst du dann ja erst richtig, wie so eine Thermik funktioniert, und dass da vielleicht auch mal ein Knick drin ist oder so.
Da sieht man das richtig gut. Und das sind Aufnahmen, die sind in der Vergangenheit nicht
gelungen. Es gibt ja aber auch Piloten, die davon träumen, hm, ich könnte ja so eine Drohne vor mir herfliegen lassen, oder hinter mir mit so einer Follow -me -Funktion, und die filmt mich einfach mit so einem bestimmten Abstand. Ist so etwas eigentlich technisch schon möglich? Und hältst du sowas für sinnvoll?
Technisch möglich ist ein Follow -me auf alle Fälle. Ich finde es fast faszinierend, zu sehen, wie weit die Technologie da ist. Ich kann ein Viereck um ein Objekt ziehen auf meinem Telefon, was ich als Field -Monitor einsetze. Was weiß ich, nehmen wir einen Jogger, ein Auto oder irgendwie sowas. Und das wird dann von der Drohne verfolgt. Also sie erkennt dieses Objekt, und das wird verfolgt. Das ist also für mich schon, weiß ich nicht, Technologie aus dem nächsten Terminator oder so. Das finde ich schon krass. Für den Flugsport, glaube ich, macht das kein Sinn. Die sind zwar schon intelligenter geworden. Ein Beispiel haben sie jetzt gebracht, dass ein Auto um eine Serpentine fährt. In der Serpentine, im Hügel von der Serpentine, verliert die Kamera kurz den Sichtkontakt auf das Auto, findet es aber hinterher beim Austritt aus der Serpentine wieder und kann die Verfolgung fortführen.
Bei uns Piloten ist das, glaube ich, ein bisschen schwieriger, weil wir teilweise auch ein schwieriger Kontrast einfach für ein Bild oder für ein Bildprozessor sind. Also Gurtzeug
gegen Untergrund oder ob das jetzt Tannen sind oder ich weiß es nicht. Es sei denn, du hast irgendein so ein Hike and Fly von Gin, was irgendwie knalle orange ist, dann kann es so leicht funktionieren. Ich hätte aber eher Bedenken, was das Thema Antikollision angeht. So eine Drohne fliegt jetzt erstmal hinter dir her. Wenn du jetzt weitere Piloten hast, die in dem Gebiet fliegen, dann wäre das für mich sofort ein No -Go. Genauso wie ich das halt auch nicht in einem Skigebiet machen würde, welchen Skifahrer bin. Du hast da Lifte, du hast da andere Skifahrer. Wenn das Ding irgendwie unkontrolliert runterkommt, dann haben wir schon wieder Negativschlagzeilen und Publicity zum Thema Drohne und genau das brauchen wir ja im Moment überhaupt nicht.
Meinst du nicht von der technischen Entwicklung her, dass aber in Zukunft vielleicht noch viel mehr Drohnen, nicht nur als Filmdrohnen für uns dann herumfliegen, sondern Paketdrohnen oder was auch immer alles, dass es dann eh so ist, dass jede Drohne und dann auch zwangsläufig jeder Gleitschirmflieger irgendwie eine Art von Transponder oder Farnet -Lösung oder sonst was haben muss, wo du sagst, ich sende eh immer mal meine Position und dann wären solche Follow -me -Drohnen auch ganz einfach so zu programmieren, dass du wirklich sagst, hier, folge diesem Signal und weiche allen anderen Signalen einfach aus. Ich bin mal gespannt,
wie sich das entwickelt. Ich könnte mir vorstellen für unsere Flachlandflieger in Leipzig, Altes Lager und so weiter ist das sicherlich ein Thema, weil ich mir gerade in den Regionen vorstellen kann, dass wir in Zukunft solche Paketdrohnen oder Essenslieferungen oder was da alles angestrebt wird, dass wir sowas sehen werden. Oder auch diese Lufttaxis, der unser Verkehrsminister, der Herr Scheuer, der hat ja, glaube ich, gestern war das das erste Lufttaxi in Betrieb genommen, zumindest ein Testbetrieb in Bayern. Und da wird die Reise wohl hingehen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir in den Bergregionen vielleicht erstmal noch ein Stück weit davon verschont bleiben. Aber das wird eine spannende Entwicklung. Gerade auch, wie wir das über Landesgrenzen hinweg regeln, weil das, was da passiert, das muss ja genauso in Österreich, in Italien, in der Schweiz funktionieren.
Von dem her bin ich mir noch nicht so ganz sicher, wo die Reise hingeht und ob uns das einschränken wird. Es hat das Potenzial, uns einzuschränken, glaube ich, weil hinter der so erschlossenen Luftfahrt und den Businessmodellen, die dahinterstehen, steht, glaube ich, eine ganze Menge mehr Geld als hinterm Gleitschirmsport. Das müssen wir leider für uns, glaube ich, erkennen.
Wenn man sich deine Filmerei anguckt, was du jetzt über die vielen Jahre gemacht hast, da hast du auch selber eine große professionelle Entwicklung gemacht, da immer auch den Gleitschirm im Blick gehabt, bist mit dem dann auch immer fliegen gegangen. Hast du auch manchmal den Eindruck, dass du vielleicht durch die Filmerei beim Fliegen selber was beobachtet hast, was dich dann weitergebracht hat? Oder ist es eher so, dass die Filmerei dich beim Gleitschirmfliegen eigentlich eher gehindert hat, dich weiterzuentwickeln?
Also irgendwie geht das für mich immer miteinander oder ineinander her. Es ist so, dass ich das Fliegen sehr, sehr gerne nutze, um einfach neue Eindrücke einzufangen. Ich erinnere mich da so ein bisschen an die ersten Flugversuche am Eggishorn. Und wenn du dann da diese 400 Höhenmeter geschafft hast und dann geht der Blick da auf den Gletscher und du siehst den Arlitsch, wie der da so runterkommt. Das sind einfach so Momente, wo ich sage, boah, geil jetzt, dass du eine Kamera dabei hast und dass du das festhalten darfst. Aber es ist ähnlich bei mir, wie mit dem Drohnenfliegen. Für mich stand auch beim Gleitschirmfliegen nicht unbedingt immer das Fliegen im Vordergrund, sondern auch die Idee, wie kann ich beim Fliegen das Ganze
filmerisch festhalten. Ich fliege leider viel zu wenig, als dass ich irgendwelche Streckenambitionen haben könnte. Ich war selber ganz überrascht und begeistert, dass ich letztes Jahr da irgendwo mal in den Top 100 von der Standardklasse aufgetaucht bin. Und das wird, glaube ich, auch nie besser werden.
Weil da verbringe ich viel zu wenig Zeit in der Luft im Jahr. Durch den Hauptjob, durch die Filmerei bin ich froh, wenn ich vielleicht so auf 40 bis 60 Flugstunden im Jahr komme. Und das war jetzt schon viel. Es gab auch Jahre, wo ich nur 20 Flugstunden oder sowas gehabt habe. Da ging es dann schon eher darum, schaffe ich das überhaupt noch, mir die Technik und das Fliegen so beizubehalten, oder ist das was, was vielleicht in der Zukunft auch gefährdet ist, weil die Zeit nicht da ist. Und mittlerweile habe ich zum Glück einen Weg gefunden, da einfach viel mehr Priorität draufzusetzen. Und das macht mir auch eine Menge Spaß. Aber das sind so zwei Bewegungen. Wenn du dann, glaube ich, auch ein gewisses Grad beim Filmen erreicht hast, dann ist es auch nicht mehr so wichtig, weil du weißt dann, was du tust oder was du tun willst.
Dann geht es vielleicht nur noch darum, neue Kameras oder neue Technologien aus zu probieren. Und dann kannst du dich auch einfach mehr aufs Fliegen konzentrieren. Und zum Glück ist das seit dem letzten Jahr endlich so, dass ich mir weniger Gedanken beim Fliegen darüber mache, wie bleibe ich oben, sondern dass ich eher das Luxusproblem habe, dass ich einfach keine Ahnung von den strengen Fluggebieten habe und ich mich einfach fragen muss, was mache
ich jetzt mit der Höhe? Wo will ich hin? Wenn du jetzt so beide, ich nenne es mal noch Hobbys, obwohl es eigentlich schon sehr professionell ist, zumindest die filmerische Seite bei dir, wenn du jetzt beide Hobbys mal so gegeneinander stellst, würdest du sagen, ich fliege, um zu filmen, oder ich filme, um zu fliegen?
Das wechselt sich, glaube ich, ab. Also, wenn das Einsätze mit der Nationalmannschaft sind und ich da um die rum geistere, dann fliege ich definitiv, um zu filmen. Im privaten Bereich ist es eher so, dass da der Schwerpunkt beim Fliegen gesetzt ist, ja. Und wenn dann ein schöner Film dabei rauskommt, so jetzt wie mit dem Karwendel -Dreieck, dann ist das eine klasse Sache. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Jahr vielleicht nochmal was ähnliches rauskommt mit dem Mölltal -Dreieck, da hätte ich große Lust dazu. Geflogen bin ich schon mal, fertig geschafft habe ich es nicht. Vielleicht klappt das ja dieses Jahr im Frühjahr. Und ansonsten habe ich tatsächlich auch mal drüber nachgedacht, ob das nicht ein Format wäre und vielleicht kann man das ja auch mit mehreren Piloten einfach mal machen,
das Streckenfliegen besser zu erklären. Das
heißt, wir brauchen mehr Erklär -BR -Videos eigentlich.
So was finde ich nett, aber es darf ruhig ein bisschen knackig sein, ja.
Yves, ich danke dir für das viele Erzählen rund um die Filmerei, was du hier gebracht hast. Schöne Filme, die du machst. Ich bin gespannt auf das, was du von der nächsten Europameisterschaft dann liefern wirst und wünsche dir auch viel Erfolg mit dem Mölltal -Dreieck und auch da freue ich mich dann auf den Film, mal sehen, was ich da von dir lernen kann.
Ja, vielen, vielen Dank. Hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht und ja, mal sehen, vielleicht zur zweiten Mölltal -Reihe.
Das war Yves Jontschik im Gespräch mit Lucian Haas. Wenn du nun Filme wie Knight Rider, das Video zum Karwendel -Dreieck oder diverse Wettbewerbsberichte von Yves nachschauen möchtest, Yves' YouTube -Kanal läuft unter dem Namen Flymovies und ist über die Adresse youtube.com slash user slash flymovies zu erreichen. Yves berichtet über seine Arbeit auch auf der Facebook -Seite facebook.com slash flymovies. Weitere Folgen von Podz-Glidz findest du wiederum auf dem Blog Looglights und auf Soundcloud. Du kannst Podz-Glidz auch per RSS -Feed oder über bekannte Podcast -Kataloge wie iTunes, Spotify, TuneIn, oder podcast.de abonnieren. Podz-Glidz und der Blog Looglights sind übrigens vollkommen werbefrei und deshalb unabhängig. Um diese Projekte, in denen viel Zeit und Herzblut steckt, weiterführen zu können, setze ich auf die Unterstützung meiner Leser und Hörer.
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