Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast, Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens, heute mit Christoph Weber und Lucian Haas am Mikrofon. Die
Red Bull X -Alps, das ist der wohl wichtigste Wettbewerb der Gleitschirmszene. Alle zwei Jahre machen sich 32 Teilnehmer und ihre Betreuer auf, um auf einer jedes Mal etwas anders gestreckten Route längs und quer über die Alpen von Salzburg bis nach Monaco zu kommen. Das sind mehr als 1000 Kilometer. Einzig erlaubte Fortbewegungsweisen? Laufen und Gleitschirmfliegen, oder wie es neudeutsch heißt, Hike and Fly. Die nächsten Red Bull X -Alps starten Mitte Juni 2019. Das ist ein guter Anlass, um mal ein wenig hinter die Kulissen zu blicken.
Ein solches Rennen verlangt viel Organisation. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei Christoph Weber. Seit 2011 ist er der Race Director der Red Bull X -Alps. Als solcher wacht er über alle sportlichen Aspekte und Regelungen des Rennablaufs.
In dieser neunten Folge von Podz-Glidz erzählt Christoph unter anderem darüber, wie er zum Race Director wurde, worauf er bei der Auswahl der X -Alps -Teilnehmer achten muss und welche Ideen und Zwänge hinter dem Verlauf der X -Alps -Route stehen. Er berichtet auch, wie der Rennalltag für ihn aussieht, was er tut, um trotz aller Abenteuer und Wettergefahren das Risiko tragbar zu halten und wie gerade auch die menschlichen Begegnungen für ihn die Wegwege sind.
Christoph, du bist Race Director der Red Bull X -Alps. Jetzt stell dir mal vor, du würdest einen Nachfolger für deinen Job suchen. Du willst das einfach nicht mehr machen. Und jetzt würdest du vielleicht in mir einen interessanten Kandidaten sehen. Wie würdest du mir den Posten als Race Director schmackhaft machen?
Ja, also ich meine, wer hat schon die Chance bei den interessantesten und spannendsten Gleitschirmrennen so eine wichtige Rolle zu spielen? Nämlich die Leitung da mit zu übernehmen von dem Ganzen. Das wäre doch was für dich, Lucian.
Du sagst Leitung. Wie groß ist denn die Bedeutung eines Race Directors? Bist du da wirklich quasi der große Chef im Ring?
Ja, also ich bin der Chef im Ring, was die sportlichen Geschichten angeht. Also wenn es darum geht zu beurteilen, ob es eine Regelverletzung gegeben hat während dem Rennen und wie die Regeln auch gehen. Wenn die Regeln auch genau ausgelegt werden, dann läuft es vor allem über meinen Schreibtisch. Wir sind allerdings ein Race Committee, was aus drei Leuten besteht. Und von daher habe ich den Vorteil, dass ich die Entscheidungen auch noch absprechen kann mit den anderen Mitgliedern des Race Committees. Wie bist du eigentlich selbst dazu gekommen, Race Director zu werden? Ja, das sind ja immer so die lustigen Geschichten, dass man praktisch gerade die richtigen Leute kennt oder auch die falschen, je nachdem wie man es sieht.
Aber ich bin halt mal gefragt worden von einer guten Freundin von mir, ob ich mithelfen kann, weil die dort Probleme hatten, die Luftraumstruktur sich zu analysieren und zu überlegen, welche Lufträume da von Bedeutung sind für das X -Alps Rennen. Das war das Rennen 2009. Und da habe ich gesagt, klar, da kann ich aushelfen und ich schaue mir das an und ich mache eine Kategorisierung und Katalogisierung der Lufträume, die da entscheidend sind. Und so kam ich in die Kreise von Red Bull X -Alps und habe so auch den Hannes Arch dann kennengelernt. Und wir haben uns so gegenseitig da halt näher kennengelernt bei der Geschichte.
Und dann ergab das eine das andere. Also er hat mich dann auch
so in die Kreise genommen. Er hat mich dann
gefragt, ob ich auch bereit wäre, da noch weiter einzusteigen und eben die Rolle des Race Directors zu übernehmen. Und das habe ich bejaht. Und so kam es dann, dass ich beim nächsten Rennen bei 2011 der Edition dann als Race Director im Rennen war.
Seitdem hast du das durchgängig gemacht. In diesem Jahr bist du dann ja schon zum fünften Mal bei den X -Alps als Race Director tätig. Das nächste Rennen wird nun Mitte Juni starten. Bist du vor so einem Event eigentlich immer noch in irgendeiner Weise aufgeregt? Ist das spannend für dich? Ja,
das ist immer spannend für mich. Also die Spannung hat sich da nicht groß gelegt oder gewandelt. Also es bleibt
für mich immer noch sehr spannend. Was sind denn für dich so die spannendsten Fragen vor dem Start, die da anstehen?
Die spannendsten Fragen vor dem Start, das ist eine gute Frage. Also das ist ja immer ein hartes Thema. Wir hoffen organisatorisches zu erledigen. Also wir checken zum Beispiel das ganze Gleitschirm -Equipment. Es kommt extra der Alan Zoller von der Paratest -Prüfstelle und vermisst sämtliche Schirme von den Athleten. Und Gurtzeuge werden geschaut, Rettungssysteme werden genau geprüft. Und diesen ganzen organisatorischen Aufwand und die Geschichten, die da laufen, gut über die Bühne zu bringen. Und diesen ganzen organisatorischen Aufwand und die Geschichten, die da laufen, gut über die Bühne zu bringen. Das ist eigentlich die größte Spannung vor dem Rennen. Ansonsten, was natürlich immer super spannend ist, ist die Frage, wie wird das Wetter sein?
Wir haben ja die meisten Male immer unheimliches Glück gehabt, zumindest mit dem Start. Nur letztes Mal hat es leider geregnet beim Start. Und das ist natürlich gerade diesmal sicher auch eine ganz zentrale Frage. Wie wird das Wetter sein? Wie wird sich die Schneelage in den Alpen jetzt entwickeln? Wir haben ja gerade jetzt die Tage nochmal richtig Neuschnee gekriegt. Und das, wo es jetzt gerade noch ein bisschen mehr als ein Monat ist, dass das Rennen beginnt. Also da, das ist so die große
Frage immer, die noch im Raum steht. Zum Schnee und zum Rennen, lass uns dann nachher nochmal zukommen. Bevor wir jetzt wirklich den Rennverlauf angucken, blicken wir nochmal ein bisschen zurück. So als Race Director hast du ja auch schon im Vorfeld wichtige Aufgaben. Zum einen gehört die Auswahl der Teilnehmer dazu. Machst du das eigentlich allein?
Ne, also das macht auch das Race Committee. Und ja, aber natürlich ist ein sehr bedeutender Teil auch meine Arbeit dabei. Sprich die Recherche zu treiben. Also das Ganze läuft ja so, sollte ich vielleicht erklären. Es gibt eine Bewerbung, die man abgeben kann als potenzieller Kandidat.
Dafür kann man, das fängt immer im August so was an, dass man die Bewerbung abgeben kann. Das Bewerbungsfenster ist dann einen Monat circa offen. Und dann werden die Bewerbungen ausgewertet und geschaut, wer hat sich da beworben. Und sind die Leute geeignet, um bei dem Rennen mitzumachen. Und das bedeutet natürlich einfach eine intensive Recherche bezüglich der Kandidaten. Der möglichen Kandidaten, die sich da beworben haben. Ob sie geeignet sind. Was sie einfach Gleitschirmmäßig und auch alpinistisch vorzuweisen haben. In ihrer persönlichen Geschichte. Was kann man da rauslesen.
Was sie an Erfahrung haben. Gerade auch dann im Gleitschirmbereich im Wettbewerbsumfeld. Was ja doch nochmal was anderes ist, als alleine beim Fliegen zu sein. Weil die Stressfaktoren, die durch die Öffentlichkeit, die mehr oder minder nah dran ist an einem. Das sollte man nicht außer Acht lassen. Und da sich dann ein Bild zu machen über die Fähigkeiten der Leute. Das ist eine ziemlich intensive Aufgabe. Und natürlich auch eine schwerwiegende Geschichte. Weil es natürlich schon sehr bedeutsam ist, wem man das Ja gibt. Und wem man das Nein gibt.
Bei den X -Alps sind ja jetzt 32 Teilnehmer gelistet. Beziehungsweise auch Teilnehmerinnen. Es gibt ja auch zwei Frauen in diesem Jahr wieder dabei. Wie viele hatten sich denn insgesamt für dieses Rennen beworben? Wie viele sind das dann, die da erstmal auf deinem Schreibtisch liegen?
Ja, wir haben immer circa so 100 Bewerbungen. Also es schwankt so zwischen 80 und 120 Bewerbungen. Von denen so eine Handvoll wirklich nur so Spaßbewerbungen. Die man gleich auf die Seite legen kann. Aber in der Regel sind es sicher 60 bis 80 Bewerbungen, die wirklich ernst zu nehmen sind. Und die man wirklich in aller Akribie durcharbeiten muss. Und schauen muss, was der Einzelne oder die Einzelne da für eine Geschichte hat.
Du sagst jetzt, 80 sind dann übrig. Von diesen 80, wo du sagst, da sind die Bewerbungen zumindest so, dass man wirklich ernsthaft drauf gucken muss. Wie vielen würdest du dann auch sagen, den würde ich sogar wirklich zutrauen, dass die ein solches Rennen dann wirklich mitmachen können?
Ja, das sind wahrscheinlich von den 80, 60 dann die 60 oder 50, um eine Zahl zu sagen, die da wirklich geeignet sind für so ein Rennen.
Das heißt, ihr habt durchaus wirklich Auswahl. Das ist nicht so, die 32 sind die, wo du sagst, ein Glück haben wir die 32 mit guten Leuten vollbekommen. Und der Rest war dann irgendwie komische. Ja, Leute, die einfach mal sagen, ich will vielleicht mal mitmachen, mal sehen, ob das irgendwie klappt. Nun sind ja, wenn man sich so das Teilnehmerfeld anguckt, sieht man ja, das ist sehr international. Trotzdem gibt es so ein paar Länder, gerade so im Alpenraum, die sind verstärkt vertreten. Ganz typisch natürlich Österreich, Schweiz, Frankreich, in diesem Jahr mit vier Leuten dabei. Gibt es für solche Länder eigentlich irgendwelche Begrenzungen? Also dürfen es zum Beispiel nicht mehr als drei Schweizer sein oder vier Franzosen? Und da musst du sagen, da ist jetzt einfach ein Cut. Wir wollen einfach noch Leute haben, die Leute aus anderen Ländern aus der ganzen Welt irgendwie auch dabei haben.
Ja, also wir haben schon die Anforderung an das Rennen, dass es international belegt sein soll. Und vier Starter für eine Nation ist in der Regel das Maximum. Also da muss schon irgendwie ganz was Besonderes sein, dass wir noch mehr nehmen. Und das ist natürlich gerade für die Franzosen dann wirklich bitter, weil der fünfte Franzose, der dann rausfällt, der ist in der Regel trotzdem noch stärker als irgendein Land, was weit weg von den Alpen ist. Aber auf der anderen Seite soll das Ganze ein internationales Starterfeld sein. Und es sollen eben auch Nationen, die außerhalb der Alpen daheim sind, eine Chance haben, da mitzumachen.
Gibt es auch Piloten, die im Grunde schon im Vorfeld gesetzt sind? Es gibt ja zum Beispiel Piloten, die selbst bei wichtigen Sponsoren wie Red Bull oder Skywalk unter Vertrag stehen. Haben die quasi einen Bonus oder da sagen die Sponsoren, diese Leute müssen auf jeden Fall mit dabei sein?
Ja, also ein Red Bull -Athlet tut sich natürlich schon leichter, einen Startplatz zu kriegen. Aber er muss trotzdem seine Fähigkeiten haben, ansonsten würde er nicht reinkommen.
Wie ist das überhaupt mit den Sponsoren? Hast du als Race Director auch während des Rennens mit denen irgendwie zu tun? Also musst du da auf die in irgendeiner Weise Rücksicht nehmen? Oder läuft das dann, wenn du einmal sagst, Sponsor, die haben ihr Geld gegeben und jetzt läuft das Rennen als eigenes Unternehmen quasi nach seinem Rahmen ab und da kommt jetzt nichts mehr reingequatscht von anderer Seite, von draußen?
Also ich habe es ja vorhin schon in der Einleitung gesagt, ich bin für den sportlichen Teil zuständig. Ich habe mit den Sponsoren so gut wie gar nichts zu tun. Ich treffe die natürlich. Und unterhalte mich auch gerne mit denen. Aber die funken nicht in meinen Aufgabenbereich rein, sondern mein Aufgabenbereich ist ganz klar der sportliche Teil des Rennens. Und der läuft unabhängig von den Sponsoren.
Eine zweite wichtige Aufgabe in der Vorbereitung ist ja auch die Festlegung der Route. Spielst du da auch eine Rolle dabei?
Ja, klar. Also ich werde schon auch gefragt und um meine Inputs gebeten für die Route und das Routen aufbauen und zusammenstückeln von der Route ist auch immer eine sehr spannende Komponente im Vorfeld des Rennens, weil das ist natürlich das Fleisch des Rennens. Also das macht das, würzt das Ganze nochmal.
Wie lange arbeitet dann wahrscheinlich ein ganzes Team an dieser Route? Erzähl mal, wie läuft das so ein bisschen ab im Hintergrund? Was kommt da für Ideen? Also wie werden da die Ideen reingeschmissen? Und wie wird dann über bestimmte Sachen diskutiert? Und worauf muss da Rücksicht genommen werden? Ja, also erst
einmal sitzt man im größeren Kreis beieinander. Also die Leute, die bei X -Alps mitarbeiten, das sind ja, je nachdem wie groß man den Kreis wählt, durchaus 30, 50 Personen, die da mitarbeiten. Und der mittlere bis größere Kreis steuert einfach mal Ideen und streut Ideen rein. Oder auch von außen werden Ideen reingestreut in das Ganze. Und dann schaut man sich die verschiedenen Ideen an und plant dann immer detaillierter, was möglich ist und was sinnvoll ist und was spannend ist, was reizvoll ist.
Und am Schluss sitzen wir wieder im kleinen Kreis dann beieinander und machen so das vielfältige, die finale Routenplanung und legen fest, wie die Route dann genau ausschaut.
Gibt es denn da auch schon mal so Überlegungen, dass man sagt, komm, lass uns mal eine ganz andere Route wählen? Vielleicht laufen wir einfach mal von, oder laufen und fliegen wir von West nach Ost oder wir starten in Saint -Hilaire und dann geht es bis nach Wien zum Beispiel oder sowas?
Ja, gab es natürlich auch diese Überlegungen. Also haben wir auch immer wieder den Input und auch selber gehabt. Ist aber ein bisschen festgelegt. Also dieses Salzburg -Monaco ist einfach was, was unser Hauptsponsor, nämlich Red Bull, einfach gerne sieht und das immer ein bisschen fixiert dadurch und macht auch von der ganzen Organisation her am meisten Sinn, weil zum der Veranstalter sitzt ja ein Fuschel und das ist ganz in der Nähe von Salzburg. Und dieses Salzburg -Monaco, die Planung und auch diese Vorbereitungswoche und sowas, das muss einfach in der Nähe sein, sonst wird der Aufwand sehr viel größer.
In diesem Jahr gibt es ja so viele Wendepunkte wie noch nie zuvor. Insgesamt sind es 13 in sechs Ländern. Ist das dann auch vor allem den vielen lokalen Sponsoren geschuldet? Ihr habt ja einzelne Standorte wie Geisberg, Aschau, Kronplatz, Leermoos, Davos, die ja auch alle als Sponsoren mit auftreten. Heißt, so einer kauft sich dann da quasi ein, und dann heißt es, okay, die Route muss jetzt über Davos laufen zum Beispiel?
Ja, ein bisschen vielleicht in der Richtung nicht ganz so. Also letztendlich diese vielen Wendepunkte, die zeigen einfach das große Interesse, das es gibt an X -Salbs und auch die Beliebtheit und den Wert von X -Salbs. Und es kommen halt dann Orte auf uns zu und sagen, hey, wir wären auch gern mit dabei im Rennen und wären gern euer Partner. Und wenn das Ganze irgendwie dann machbar ist und sinnvoll machbar ist, dann sind wir natürlich gern gewillt, da so einen Partner zu haben und dann so eine Ortschaft oder so eine Location einfach als Wendepunkt mit im Boot zu haben.
Kommt es dann auch schon mal vor, dass ihr sagt, die Route steht im Grunde und plötzlich meldet sich noch eine andere Ortschaft und sagt, du, wir würden auch gerne noch Sponsor sein und dann heißt es, oh Mist, jetzt müssen wir alles nochmal neu planen oder gab es das noch gar nicht?
Also wir haben im Vorfeld schon Sachen abgelehnt, weil es einfach nicht reingepasst hat in das Ganze. Aber in dem Moment, wenn die Route steht, weiß ich jetzt zumindest nicht, dass sowas schon mal vorgekommen ist.
Wie gefällt dir jetzt persönlich eigentlich diese Route 2019? Bist du damit zufrieden? Sagst du, das wird richtig spannend?
Ja, also ich glaube, das ist eine sehr schöne und sehr spannende Route. Also gefällt mir gut, doch.
Findest du die jetzt interessanter als die von vor zwei Jahren? Die von vor zwei Jahren war sehr spannend, was eben den Wendepunkt da am Trieglauf anging, weil wir uns da in eine Richtung bewegt haben, wo wir noch nie waren.
Diesmal sind wir auch in Gegenden, wo wir noch nie waren, indem wir da beim Monteviso vorbeikommen. Das ist jetzt Italien am Ende, im letzten
Teil. Genau.
Das ist der drittletzte Wendepunkt letztendlich vor Pei und der viertletzte Wendepunkt überhaupt vor dem Finish. Also da sind wir in den Seealpen unterwegs, in einer Gegend, wo wir noch nie waren und führen da auch die Athleten praktisch in eine neue Gegend rein. Und da bin ich sehr gespannt, wie das Ganze läuft. Und natürlich auch sowas wie Titlis wird super spannend, glaube ich. Also Titlis kann einfach oder ist sicher der schwierigste Wendepunkt von allen. Der kann, wenn man da wirklich rauflaufen muss, ganz schön taktisch entscheidend
sein. Also Titlis ist ein Berg in der Schweiz, 3200 Meter hoch. Und oben auf dem Gletscher müssen die Piloten nicht nur daran vorbeifliegen, sondern müssen dort entweder landen oder hochlaufen, weil sie da ein Board wirklich unterschreiben müssen.
Ja, genau so ist es. Also da oben steht ein Signboard auf 3.020 Meter Höhe. In der Nähe von der Titlis -Bahn, da gibt es ja eine Bahn auch, die hochfährt. Und da muss unterzeichnet werden. Das ist natürlich super, wenn man da hochfliegen kann und oben einlanden kann. Aber wenn man hinlaufen muss, dann wird es echt zäh,
glaube ich. Nun hast du diese Wetterfrage vorhin angesprochen und jetzt mit dem Wetter im Vorfeld der X -Alps. Zumindest von der Vorstellung, was man jetzt sieht, sagt man, oh, das macht die Dinge ja nicht gerade einfacher. Gerade was auch so einen Wendepunkt auf dem Titlis betrifft, weil man dann wirklich da oben mit immer noch sehr, sehr viel Schnee wahrscheinlich rechnen muss.
Dürfen die Athleten, wenn sie da jetzt hochlaufen müssen, irgendwelche Hilfsmittel haben? Also irgendwelche Skier mitnehmen, weil sie sagen, sonst komme ich da gar nicht durch den hohen Schnee hoch? Oder Schneeschuhe oder sonst was?
Na, das ist nicht erlaubt. Also weder Skier noch Schneeschuhe sind erlaubt. Also es sind wirklich... Es sind wirklich nur Schuhe und Laufen erlaubt. Also barfuß laufen geht auch. Aber zum Laufen, die einzigen Hilfsmittel, die erlaubt sind, sind Schuhe. Was den Titlis angeht, sollte ich vielleicht noch dazu sagen, da gibt es eine präparierte Route dann rauf. Ich war erst letzte Woche dort und habe mit der Bergrettung da ausgemacht, dass wir eine präparierte Route da rauf kriegen. Also das wird, was durch den Schnee geht, über den Gletscher, ist von der Pistenraupe dann einfach hergerichtet. Und es ist so ein Feldstück drin, da wird einfach ein Fixseil drin hängen, falls das nötig ist.
Mit diesem Wissen über die Wetterentwicklung, wie du sie heute hast, würdest du denn diesen Wendepunkt Titlis noch immer genau so setzen wollen? Oder würdest du sagen, nee, da sieht man jetzt eigentlich, das ist schon auch immer ein Wagnis, solche extremen Wendepunkte zu setzen, das sollte man vielleicht etwas moderater machen?
Na, also ich würde ihn nach wie vor so setzen, weil, wie gesagt, wir haben da eben eine präparierte Route. Das ist also, was jetzt die alpinistischen Gefahren angeht, sicher nicht gefährlich da rauf. Also da werden, auch wenn das Wetter schlecht ist, einfach Bergführer parat stehen oder eben die Leute da von der Pistenrettung parat stehen. Und die Athleten gut betreuen. Also das macht mir überhaupt keinen Bauchweh. Das ist halt spannend von dem her, wie es halt von der verschiedenen Taktik her aufgeht, für die einzelnen Teams da raufzukommen und zu unterzeichnen. Natürlich super für diejenigen, die das fliegerisch lösen können, sei es, dass sie eben oben landen können und vor allem dann von oben wieder runterfliegen können.
Aber auch für die, die es zu Fuß gehen müssen, ist also für die Sicherheit bestens gesorgt. Also das macht mir überhaupt keinen Kummer. Ist der Gletscher da oben denn startbar? Der ist startbar. Da wird
auch ganz normal Gleitschirm geflogen, da oben. Nun gibt es ja auch eine ganze Reihe anderer Wendepunkte, die jetzt nicht oben auf dem Berg sind, sondern unten im Tal. Und die Piloten und Pilotinnen werden wirklich gezwungen, runter zu fliegen, dort zu landen, auch immer was zu unterschreiben. Und dann müssen sie, wenn sie weiterfliegen wollen, wenn es überhaupt ein fliegbarer Tag ist, müssen sie immer erst wieder quasi den Berg hochlaufen. Das ist ja auch im Verhältnis zu anderen früheren Rennen, wo es nicht so viele Talwendepunkte gab, ja auch noch mal wirklich eine Erschwernis. War das auch von euch so extra angedacht?
Ja, ich meine, das ist genau das Gegenteil von dem Titel. Wenn du einen Wendepunkt unten im Tal hast, den du unterschreiben musst, das schmerzt natürlich weniger, wenn es ein Tag ist, wo man eh laufen muss. Da wärst du eh dort vorbeigekommen. An einem Hammer -Tag beim Fliegen da runter zu müssen und zu unterzeichnen, das ist natürlich bitter. Gibt aber dem Rennen einfach einen ganz eigenen Charakter und auch den Zuschauern die Möglichkeit, die Athleten zu treffen einfach. Und das ist der Riesenvorteil auch in unseren Augen von diesen mehreren Wendepunkten, dass... Also gerade die Wendepunkte, wo so Signboards stehen, also die Tafeln, die unterzeichnet werden müssen,
dass man da einfach die Athleten treffen kann, was die Athleten auch super motiviert. Also gerade wenn du Aschau da ansprichst am Chiemsee unter der Kampenwand, da war letztes Mal Großparty und die Athleten waren begeistert, dass so viele Leute da sie beachtet haben und sie angefeuert haben und mitgefiebert haben.
Wechseln wir mal ein bisschen das Thema und sprechen über Risiko und Risikomanagement. Bisher hat es ja bei den X -Alps unter den Teilnehmern noch nie einen wirklich tragischen Unfall gegeben. Wie viel Glück ist da dabei aus deiner Sicht?
Ja, ich hoffe, dass... Also Glück braucht man natürlich immer. Aber ich hoffe, dass wir uns da nicht nur aufs Glück verlassen, sondern dass wir wirklich auch bei der Auswahl der Leute schon die richtigen genommen haben. Die uns nach unseren Recherchen, die wir eben gemacht haben, auch wirklich geeignet dafür scheinen, die Risiken, die man bei so einer Unternehmung eingeht, ordentlich einzugrenzen und da nicht das Spiel zu wild zu treiben. Das
heißt, das Risikomanagement siehst du dann auch in dem Zusammenhang, dass du sagst, die Auswahl der Athleten ist dann auch schon wirklich eine entscheidende Sache.
Ja, unbedingt. Also ich meine, in dem Moment, wenn der Startschuss fällt, dann müssen die Athleten für sich selber sorgen und ihr Risiko selber in die Hand nehmen und das richtig machen, dass sie da keine Grenzen überschreiten, die zu gefährlich sind für sie. Also das geht nur mit einem ganz reifen Menschen, der sich auskennt in diesen Extremsituationen und weiß, dass er dann trotzdem noch die richtigen Entscheidungen trifft. Also wir könnten die nicht an die Hand nehmen. Die sind da völlig eigenverantwortlich unterwegs, weil wir wissen nicht genau, wo die sind. Also wir sehen es zwar im Live -Tracking, aber wie die Situation dann wirklich vor Ort ist,
das würde nicht funktionieren, da irgendwie zu sagen, ja, das darfst jetzt nicht fliegen an der Stelle oder so. Also das kann ich von der Ferne nicht richtig einschätzen. Das muss der Athlet immer selber
einschätzen. Wenn du siehst, was die Piloten so machen, bei welchen Wetterbedingungen die noch fliegen, da ist Nordföhn und die hauen sich dann einfach auf der Südflanke quasi ins Lee dann raus und werden durchgewaschen und sowas. Wie häufig hast du da auch in früheren Jahren schon mal richtig persönlich so Bauchschmerzen gehabt und gedacht, oje, hoffentlich geht das gut? Ja, schon auch das eine oder andere Mal. Gäbe es denn irgendwelche Fälle, bei denen die Rennleitung, vorsichtshalber sogar ein Flugverbot aussprechen oder gar das Rennen komplett abbrechen würde bei bestimmten Wetterbedingungen oder so, heute geht es einfach nicht, Leute haltet euch zurück?
Also ich spreche durchaus solche Bedenken dann allgemein aus und verschicke einfach eine Nachricht an alle Teams oder an Teams, die in Zonen sind, wo das Wetter besonders extrem ist, wo von mir aus eine Kaltfront gerade reinkommt, die wirklich sehr stark ist und wetterverändernd ist, um ihnen einfach da nochmal zusätzlich einen Hinweis zu geben, aufzupassen. Aber wie gesagt, letztendlich sind die Jungs und Mädels da eigenverantwortlich unterwegs und du kennst es wahrscheinlich selber auch, wie lokal verschiedene Bedingungen sein können. Und das dann von der Ferne aus zu beurteilen,
ist praktisch unmöglich.
Schauen wir uns jetzt mal den Rennverlauf an und beschreib mir doch einfach mal so den Ablauf eines typischen Renntages, sagen wir mal so auf der Hälfte des Rennens. Alle Piloten sind noch irgendwo unterwegs. Was musst du da machen? Stehst du dann auch ganz früh auf, weil die Piloten schon um 5 Uhr loslaufen und du musst dann auch ansprechbar sein für die? Oder schläfst du noch aus und dein Handy liegt einfach nur neben deinem Bett und du musst halt einfach erreichbar sein? Wie geht das? Ja,
letztendlich schlafe ich selten aus. Mein Handy ist sowieso immer an, weil ich immer rund um die Uhr erreichbar sein möchte und muss für alle möglichen Fragen bezüglich des Rennens seitens der Athleten. Und ich schaue einfach dauernd ins Live -Tracking, also sobald ich weiß, dass sich die Jungs wieder bewegen. Und das kann natürlich erst nach 5 Uhr sein, aber für die, die mit dem Nightpass unterwegs sind, kann es durchaus auch vor 5 Uhr schon sein, also mitten in der Nacht, wo wir regelmäßig nachschauen, wo sich die aufhalten und was die machen.
Und wenn sich irgendjemand dann in Gegenden bewegt, die irgendwie anspruchsvoll ausschauen, sei es jetzt von der alpinistischen Seite her, oder luftraumtechnisch oder irgendwas, dann kann es durchaus sein, dass ich oder der Safety Director zum Telefon greift und mal anruft und fragt, hey, was habt ihr genau vor? Und ist euch klar, was da für Risiken gerade vor euch liegen? Und so sind wir eigentlich dauernd im Kontakt mit den Teams und versuchen immer, uns ein klares Bild auch zu machen, wie die Stimmung ist und auch wie die Teams drauf sind.
Ob da jeder noch so richtig klar denken kann oder ob es irgendwie schon auf einmal ein bisschen verwirrt wirkt, das Ganze. Weil die Möglichkeit haben wir auch, wenn jetzt wirklich irgendwie so wir das Gefühl haben, dass die Teams keine rational schlauen Entscheidungen mehr treffen, dann... Lassen wir da irgendwelche Leute vorbeischauen oder schauen selber vorbei. Also wir haben ja die Runner, die unterwegs sind und die regelmäßig bei den Teams vorbeischauen, um dort zum Beispiel die Speicherkarten mit Bildmaterial abzuholen oder auch so Spotchecks zu machen, wie wir sie nennen.
Also einfach zu schauen, ob die Athleten die geforderte Mindestausrüstung bei sich tragen, also ob da alles stimmt. Und das ist natürlich für uns auch immer ein wichtiges Feedback, um überhaupt eine Rückmeldung zu bekommen, wie es denjenigen geht, wie sie sich verhalten und wie sie drauf sind. Und wenn es irgendwie bedenklich wird, dann schicke ich da den Rennarzt vorbei und der soll sich dann den Athleten anschauen und der gibt mir dann die Rückmeldung, ob da irgendwelche gefährlichen Prozesse vielleicht gerade im Gange sind.
Aber telefonierst du dann im Grunde quasi täglich mindestens einmal mit allen Teams, um so ein Stimmungsbild zu bekommen? Oder ist das so sporadisch? Rufst du hier an und da und den Rest ziehst du einfach aus dem Live -Tracking und was dir die Runner so an Infos liefern und so weiter. Wie sieht das aus?
Ja, genau. Also letzter Rest. Also ich rufe jetzt nicht jedes Team an, sondern die Teams werden von unseren ganzen Organisationen, von unseren Organisationen, vom Organisationsteam einfach immer regelmäßig kontaktiert. Und wir schauen auch, dass wir untereinander dann eine sehr gute Kommunikation haben und immer per WhatsApp -Gruppe zum Beispiel wissen, okay, das Team ist hier besucht worden und da ist alles okay. Und hier gibt es vielleicht dieses Problem oder jenes, dass das sehr transparent einfach transportiert wird und kommuniziert wird in der Organisation.
Bist du denn dann während des Rennens in Salzburg oder in Fuschel im Office und sagst, hier ist jetzt mein Arbeitsplatz und von hier aus steuere ich das Ganze? Oder hast du eigentlich quasi ein mobiles Office? Du bist mit irgendeinem Camper unterwegs und sagst, ich fahre mit dem Renntross irgendwo in der Mitte mit und kriege so dann halt auch die vor Ort Wetterbedingungen und sonstiges mit und beobachte das quasi vom Boden aus.
Ja, also ich habe jetzt keinen Camper, weil was für mich immer super wichtig ist, ist, dass ich eine gute Internetverbindung habe. Und von daher ist das mit dem mobilen Fahren nicht immer ideal, weil die Handyverbindungen sind nicht immer überall so gut, dass es Sinn macht, dann sich irgendwo aufzuhalten, sondern ich schaue nicht immer, dass ich irgendwo ein Hotel habe, was ein gutes WLAN hat, aber gerne in der Nähe ist. Also ich werde mich dieses Mal sicher eine Weile in Engelberg, einnisten, um dort vor Ort einfach mitzukriegen, wie die Situation vor Ort ist. Und so suche ich mir immer strategisch wichtige Punkte und halte mich da auf.
Und am Schluss muss ich in Monaco unten sein, weil wir da relativ viele Auflagen haben bei dem finalen Flug runter zum Floß von Pei, vom letzten Wendepunkt. Und das muss ich vor Ort regeln dann.
Auf wie viel Stunden Schlaf kommst du dann während der Rennzeit, so pro Tag? Ja, wenn
es gut läuft, vielleicht fünf oder sechs Stunden Schlaf.
Also auch nicht mehr als die Teams eigentlich? Nein. Das heißt, dieses ganze Orga -Team macht im Grunde dasselbe mit, was die Teams auch machen, vielleicht ohne diese absolute körperliche Anstrengung, die dann dabei ist.
Ja, genau. Also das ist das, was ein bisschen schade ist. Wir dürfen uns nicht so, verausgaben da und rumlaufen die ganze Zeit oder fliegen, sondern wir sitzen halt die meiste Zeit am Rechner oder am Telefon. Aber ja, mit immer größer werdendem Schlafmangel.
Diese Teams, die haben ja auch die Auflage, dass sie immer Bilder liefern sollen und auch Social -Media -Sachen posten und kleine Videos und sowas. Schaust du dir auch diese ganzen Videos selber dann auch während des Rennens an, was da so im Tagesverlauf reinkommt? Auch um vielleicht diesen Eindruck über die Athleten zu bekommen und die Lage gut erkennen zu können? Oder sagst du, dafür habe ich gar keine Zeit?
Ja, mache ich eher weniger. Also ich schaue mir die Sachen an, die zu mir hingetragen werden, wo es heißt, hey, das musst du jetzt mal anschauen. Was hältst du davon? Aber ansonsten komme ich da eigentlich weniger dazu.
Musst du ja als Race Director für Fairness stehen. Die Regeln müssen alle eingehalten werden und sowas. Aber kommt es dann trotzdem so vor, dass du im Laufe eines Rennens auch vielleicht sowas wie besondere Sympathien für einzelne Teilnehmer entwickelst? Weil du siehst, wow, da freust du dich heimlich, wenn deren Strategie irgendwie aufgeht, weil du sagst, boah, das ist eine tolle Route, die der jetzt gewählt hat oder sowas? Also befreien
tue ich mich oft mit den Teams, gerade wenn die Sachen aufgehen und so. Was aber gar nicht geht, dass es irgendwie ungleiche Regeln für die
Teams gibt,
die Teams zu haben. Da bin ich, glaube ich, eher auch bekannt dafür, dass ich da keine Ausnahme gelten lasse, gerade was die Luftraumverletzungen angeht oder so. Wer drin ist und wenn es nur ein Meter war, der ist einfach drin gewesen. Da braucht man nicht zu diskutieren drüber.
Bei allen bisherigen X -Alps -Rennen haben immer Schweizer Piloten gewonnen. Fünfmal hintereinander stand jetzt auch schon der Kriegel Baura auf dem Treppchen. 2017, also vor zwei Jahren, führte die Route allerdings nicht durch die Schweiz. Jetzt ist es ja zwei Jahre her. Vielleicht kannst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. War das eigentlich damals auch so der Versuch, den Schweizern ein wenig von ihrem Heimvorteil zu nehmen, dass das nicht durch die Schweiz ging?
Nein, eigentlich überhaupt nicht. Die Route, ich habe es ja vorhin geschrieben, wie es zu den Routen kommt, so ist auch die entstanden. Und ein Punkt, warum wir damals auch geschaut haben, dass wir die Schweiz ein bisschen meiden, das waren einfach die hohen Roamingkosten, die die Schweiz immer verursacht.
Aber da war überhaupt kein Hintergedanke an den Kriegel, dass er nicht in seine Heimat darf oder so. Ganz und gar nicht. Und ich glaube, so jemand wie der Kriegel, der fliegt überall gut. Also egal, ob er die Gegend kennt oder nicht kennt.
Sind denn die Roamingkosten in der Schweiz jetzt gesunken? Oder ist es einfach dadurch, dass auch diese Sponsoren wie Davos und so, also diese Schweizer Orte, die dann auch sagen, wir wollen euch dann auch hier haben, dass man dann sagt, na gut, dann geht es jetzt halt einfach durch die Schweiz und dann nehmen wir diese Kosten einfach mit?
Was die Kosten diesmal angeht, weiß ich noch gar nicht, muss ich sagen. Also da habe ich mich nicht drum gekümmert. Das ist nicht so mein Metier. Ich glaube, dass die nicht mehr so tragisch sind. Aber auf jeden Fall war es interessant halt, mit den Wendepunktpartnern, die sich da aufgetan haben, zusammen was auf die Beine zu stellen, was halt diesmal auch richtig fett durch die Schweiz läuft.
Fett durch die Schweiz. Da könnte man natürlich auch wieder sagen, da können die Schweizer ihren Heimvorteil erst recht ausspielen. Erwartest du aber mal so einen Durchmarsch vom Kriegel?
Mei, würde mich natürlich überhaupt nicht wundern, weil er hat es ja bisher immer geschafft, die Masi vorne zu haben. Und dann auch, auch noch immer weiter nach vorne sich zu arbeiten. Also würde mich nicht erstaunen. Super wäre es natürlich, wenn jemand von den anderen auch da vorne mit dabei wäre und es da ein bisschen mehr ein Match geben würde.
Wem würdest du denn von allein nur der Papierlage her auch noch am ehesten einen Sieg zutrauen? Wer hat für dich da so einen besonders starken Eindruck bisher hinterlassen?
Ja, Mei. Wer natürlich richtig Furore gemacht hat, das waren die Franzosen halt das letzte Mal. Also die waren ja richtig stark. Und ich hoffe, dass die auch wieder so richtig Gas geben jetzt beim nächsten Mal. Und hoffentlich tut sich auch keiner weh, so dass alle ankommen. Und dann kann das durchaus spannend werden. Also der Gaspar hat es ja das letzte Mal ganz toll gezeigt, wie gut er da mithalten kann. Und der Benoit, wie er am Schluss da einfach läuferisch auch noch mal Vollgas gegeben hat und dann eben auch sogar reingeflogen ist bis ins Ziel. Die haben da sicher Potenzial. Maxime Pinot ist sicher auch ein Name, der da gut mithalten kann.
Aber es kann natürlich auch ein Schweizer sein wieder, der da gewinnt. Vielleicht gar nicht mal der
Griegel dann. Könntest du dir noch vorstellen, dass irgendwie so ein Exot plötzlich super dasteht? Es gibt ja einen Pilot aus dem Libanon, den man vom Namen her erst mal noch gar nicht gehört hat oder sowas, wo man dann sagen würde, der kann ja wirklich gut fliegen oder sowas.
Würde mich sehr wundern. Also das würde mich sehr wundern. Aber es gibt ja mittlerweile weltweit doch etliche so High -and -Fly -Wettbewerbe. Und das ist natürlich auch für mich eine Wichtigkeit. Das ist eine wichtige Quelle, um zu schauen, was die einzelnen Athleten so können. Und dass jetzt jemand sich an diesen ganzen Wettbewerben so vorbeimogelt und auf einmal da ganz groß rauskommt, würde mich sehr wundern.
Vor zwei Jahren waren zumindest ein paar der Piloten viel quasi auch im Team unterwegs. Also die hatten eine ganze Reihe von Piloten, auch die nicht gar nicht am Rennen teilnahmen und die auch nicht direkt quasi ihr direkter Betreuer waren oder sowas, die dann mit denen mitgestartet sind und wo die dann quasi im kleinen Pulk teilweise vorausfliegend Thermiken gesucht haben und da dann eigentlich im Grunde den Piloten dann damit auch Hilfestellung gegeben haben. In diesem Jahr soll das ja verboten sein. Wie wollt ihr so etwas überprüfen?
Ja, das ist super schwer zu überprüfen. Geht noch schwieriger, glaube ich, als wie Wolkenflug zu überprüfen. Wolkenflug ist ja auch verboten. Allein schon, weil es überhaupt verboten ist.
Ja, letztendlich zählen wir da auf die Fairness von den Athleten. Und dann ist es natürlich bei X -Hypes schon so, dadurch, dass X -Hypes so bekannt ist und so berühmt ist, schauen sehr viele Augen zu. Und das ist auch was, was man den Athleten sagen kann. Hey, da schauen viele Leute zu und die sehen, was ihr macht. Und die beobachten das sehr genau, ob ihr da so Tiepflieger oder Vorausflieger habt, die mit euch da von einer Thermik zur anderen fliegen. Und ich bin mir sicher, dass da aus dem Publikum
Rücklauf kommen wird. Was ist, wenn jetzt sich quasi Piloten zusammentun? Das gab es ja auch in früheren Rennen auch schon, dass dann zumindest immer so einzelne Pilotengruppen, manchmal große Strecken auch wirklich zusammengeflogen sind, wo dann zwei oder drei länger, zumindest den ganzen Tag irgendwie eine Strecke zusammen waren, gemeinsam zum Startplatz hochgelaufen sind und irgendwann zum Tagesende hat sich das wieder so ein bisschen verloren. Wäre das auch ein Teamfliegen, was sanktioniert würde? Oder ist das etwas, wo ihr sagt, nee, das sind jetzt die Piloten untereinander, wie die das regeln, da mischen wir uns nicht ein?
Genau Letzteres. Also wie die Piloten es untereinander regeln, das ist ihnen überlassen. Also da will ich mich nicht einmischen. Und da sollen sie ihre Freiheit haben, das zu machen. Was wir aber ganz klar nicht wollen, ist, dass jemand da so einen großen Schwung von Leuten mitbringt, der ihnen die Strecke markiert und jeden Aufwind da markiert. Das soll einfach nicht sein. Einfach um auch die sportliche Fairness zu haben, dass alle die gleichen Bedingungen haben. Dieses
Rennen wird ja weltweit verfolgt. Die Leute gucken sich das Live -Tracking an. Wird es in diesem Jahr da irgendwie eine Neuerung geben? Was, wo man sagt, wow, so haben wir die X -Halbs noch nie gesehen?
Ja, also letztes Jahr haben wir gerade am Anfang der X -Halbs Schwierigkeiten gehabt mit dem Live -Tracking. Und das ist übrigens eine Sache, die überhaupt nicht so einfach in den Griff zu bekommen ist, weil dadurch, dass X -Halb so berühmt ist, haben wir so viele Betrachter, die dann einfach von der Serverkapazität her die Server überlasten, weil einfach die Benutzerzahlen so viel höher sind. Also wir hatten da einen Faktor 10 drin an Zunahme der Benutzerzahlen und da war einfach die Rechenleistung nicht dafür ausgelegt. Das Ganze soll diesmal viel besser werden. Und auch dreidimensional wieder werden.
Und ja, ich hoffe, dass es die Betrachter wieder zufriedenstellt und für Begeisterung sorgt.
Schließt ihr eigentlich im Organisationsteam, da auch, man spricht ja wahrscheinlich viel darüber, schließt ihr da auch irgendwie sowas wie Siegerwetten ab, also intern, nicht nach außen getragen, und gibt da sowas wie so ein Tippspiel und man sagt, ja, komm mal, wir setzen alle auf Kriegel oder nee, der Guschlbauer soll es diesmal werden oder sonst was?
Also bei uns nicht. In meinem engen Kreis, da weiß ich das nicht, dass irgendwelche Wetten gemacht werden.
Nun bist du selbst ja jetzt 56 Jahre alt. Wenn du 20 oder 30 Jahre jünger wärst, würden dich da die X -Alps auch als Teilnehmer reizen?
Also mich reizt brutal diese Art der Fortbewegung, des Hike and Flyes, genau meine Art zu fliegen und vor allem dann auch, auch Strecken zu fliegen und aus eigener Kraft wieder zum Startplatz raufzukommen und mich da aus eigener Kraft durch die Berge zu bewegen oder eben mit der Kraft der Natur, sei es jetzt die Thermik oder irgendein Hangwind, das ist genau meins. Ob ich jetzt diesen Wettkampfbiss hätte, das auch noch um die Wette zu machen, das kann ich jetzt schwer abschätzen, weil ich einfach keine 20 mehr bin und jetzt habe ich es nicht mehr. Also jetzt reizt es mich immer weniger.
Also immer Cross -Alps mitgemacht, zweimal als Tandem -Team, das hat mir sehr viel Spaß gemacht und das war super, da auch richtig Gas zu geben. Würde ich auch wieder machen, aber das ist ja praktisch X -Alps für Kleine. Also X -Alps ist ja dann noch mehr, das ist auch mal
eine ganz andere Nummer. Haben die X -Alps und die Beschäftigung damit deine Sicht oder deine Einstellung zum Gleitschirmfliegen in irgendeiner Weise verändert?
Boah, das ist eine gute Frage. Ich glaube nicht, nein.
Also X -Alps hat eigentlich schon immer irgendwie dazugehört, seitdem die erste Edition da gelaufen ist, habe ich immer reingeschaut, hat mich immer interessiert und hat damit sicher irgendwie einen kleinen Beitrag geliefert, auch für mein eigenes Gleitschirmfliegen. Aber jetzt dadurch, dass ich selber da drin bin, das hat glaube ich nichts geändert.
Und machst du diesen Race Director zum fünften Mal jetzt schon? Wie lange willst du das noch machen? Das ist
eine gute Frage. Nach dem Rennen sage ich immer, kein einziges Mal,
mal schauen. Aber das hast du jetzt schon vier Mal gesagt und du bist schon das fünfte Mal dabei. Ja,
genau, so schaut es aus.
Das heißt, dir geht es dann ähnlich wie den Piloten, die dann direkt nach Abschluss sagen, so ein Glück ist es rum, nie mehr. Und dann zwei Tage später sind sie vom Virus wieder infiziert.
Ja, also ich glaube, es dauert bei den meisten länger als zwei Tage, aber es kommt dann schon immer wieder der Virus, ja.
Gibt es von diesen ganzen X -Alps, die du bisher gemacht hast, irgendetwas, wo du sagst, so das ist so eine der prägenden Szenen, wo du sagst, die ist mir so hängen geblieben, dass man die, also auch vielleicht eine gar nicht so offiziell bekannte Szene, wo man sagen kann, die ist dir so hängen geblieben, ah, das sollte man gerne wissen?
Ja, ich meine, das sind einfach so emotionale Geschichten. Also ich, für mich wird eine der bewegendsten Szenen, die ich gehabt habe beim letzten Mal, das war, da bin ich in Leermoos am Wendepunkt gewesen und habe dem Gaspar Petiot zugeschaut, wie er reingeflogen gekommen ist und mich mit ihm dann unterhalten und wir saßen eine ganze Weile am Wendepunkt zusammen und er hat erzählt von diesem superschwierigen Flug für ihn gegen den Westwind von Aschau aus kommend, da zum Wendepunkt hin und da so daran teilhaben zu können und das so mitzufühlen und auch die, also ich war da super happy, dass er es geschafft hat, bis dahin zu fliegen und fand es einfach voll genial, das so hautnah miterleben zu können.
Das sind irre schöne Erlebnisse auch.
Dann bist du auch in der Form nicht mehr der Race Director in dem, sondern dann ist das die große Red Bull X -Alps -Familie und man fiebert mit jedem Einzelnen dann so mit.
Ja, genau, das ist der Punkt. Also das ist dann auch egal, welche Platzierung, das gerade ist, sondern wenn das einfach aufgeht, also wenn man irgendwie, die haben sich ja da richtig angestrengt, also der Gaspar in dem Moment und woanders jemand anders, da ist ja richtig volle Anstrengung drin und wenn das dann funktioniert und das haut hin, das ist so klasse und so toll, also da kann ich mich jedes Mal für jeden Einzelnen
begeistern. Nun gibt es ja auch den Gegenfall, also dass zum Beispiel jemand, ob bewusst oder unbewusst, in irgendeine Kontrollzone zum Beispiel reingeflogen ist und dann kriegt er eine Strafe aufgebrummt oder muss vielleicht sogar disqualifiziert werden von den Regeln her. Wie schwer fällt dir dann sowas, die Leute anzurufen und zu sagen, hey, du hast Scheiß gebaut?
Ja, das ist natürlich super bitter.
Ich weiß nicht, ob ihr es gesehen habt, da gab es ja die bekannte Szene, wo ich einen Oki angerufen habe, dass er da in die, in die Flugverbotszone in Salzburg reingeflogen ist und dann disqualifiziert wurde. Das tut natürlich total weh, also das schmerzt mir auch sehr stark.
Wenn jetzt ein Pilot vor dem Rennen auf dich zukommt, fragen die dich dann auch noch nach Tipps oder bist du dann eigentlich so der, du stehst so über den Dingen, dass die auch sagen, nee, dass der Race Director über sowas wird, mit dem gar nicht gesprochen?
Auch. Wir können uns eigentlich oft ganz normal unterhalten. Also und klar kann ich vielleicht auch mal einen Tipp geben, wobei ich es eigentlich selten erlebe, dass ich so viel mehr weiß als die Athleten. Also die kommen eigentlich so gut vorbereitet daher und haben einfach eine eigene Strategie auch für die Sachen. Also da kann, wenn dann ich was lernen von denen und nicht umgekehrt.
Nun gibt es ja vor, vor dem Rennen auch immer so die Woche, wo alle zusammenkommen und den Fuschel da quasi die Vorbereitungswoche. Alle kriegen die Regeln beigebracht und sowas. Gleichzeitig sitzen sie alle quasi auf dem selben Campingplatz und jedes Team bereitet sich vor. Wie stark erlebst du da auch einen Austausch unter den Teams? Also ist da große Konkurrenz oder ist da eigentlich irgendwie auch schon sowas wie ein gemeinsamer Spirit?
Das ist schon sehr stark gemeinsamer Spirit. Also von meiner Wahrnehmung her. Also die wachsen da schon immer mehr zusammen. Ich meine, es sind alles natürlich ganz eigene Charaktere und der eine kommt da mehr in die Gruppe rein, der andere weniger. Aber sie haben alle ein gemeinsames Ziel und das verbindet die schon sehr stark. Und das lässt da schon eher so ein familiäres Gefühl aufkommen.
Hast du da noch abseits der X -Alps mit den einzelnen Leuten irgendwie Kontakt? Rufen die auch schon mal an und sagen Hey Christoph, wie geht's dir eigentlich? Und so zwischen den Jahren oder sieht man sich dann halt nur alle zwei Jahre?
Meistens ist es schon, dass man sich nur alle zwei Jahre sieht. Also ein paar davon sehe ich vielleicht ab und zu mal oder spreche ich ab und zu mal. Aber das große Feld sehe ich alle zwei Jahre.
Wenn du dir jetzt für diese X -Alps 2019 etwas wünschen dürftest, was wäre dein größter Wunsch? Ja,
wie immer,
dass alle heil ankommen. Das ist vielleicht ein schönes Schlusswort, alle sollen heil ankommen. Ich danke dir für dieses interessante Interview und wünsche dir wirklich, dass alle heil ankommen und vor allem auch, dass das spannende Rennen sowohl am Boden als auch in der Luft an werden kann.
Ja, vielen Dank, Lucian. Und hoffen wir gemeinsam, dass es einfach ein gutes Rennen wieder wird und ein schönes Ende.
Das war Christoph Weber im Gespräch mit Lucian Haas. Wenn du das Rennen der Red Bull X -Alps genauer verfolgen willst, die Website hat die Adresse www.redbullxalps.com. Dort findet man viele Infos über die Route und die Teilnehmer. Das Rennen selbst startet am 16. Juni. Es kann virtuell per Live -Tracking verfolgt werden.
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