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29. Der Extrempilot - Mike Küng

// Mike Kueng, Lucian Haas · 2020-05-02 · 01:00:48 · original episode

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[show notes]
Mike Küng bezeichnet sich selbst als einen der extremsten Gleitschirm-Profis der Welt. Im Podcast gibt er Einblicke in seine Arbeits- und Gedankenwelt. +++ Mike Küng ist eine der schillerndsten Figuren der Gleitschirm-Szene. Seit drei Jahrzehnten sorgt er mit ungewöhnlichen Flugaktionen und teils geradezu halsbrecherischen Gleitschirm-Stunts immer wieder für Aufsehen. Nicht nur seine Groundhandling- und Acro-Fähigkeiten sind legendär. Er sprang aus über zehn Kilometer Höhe von einem Ballon. Er querte als erster und bisher einziger mit dem Gleitschirm den Ärmelkanal. Er flog nach Salto-Start von der Europa-Brücke bei Innsbruck und stürzte sich sogar indoor kopfüber samt Schirm aus dem Gebälk der ehemaligen Cargo-Lifter-Halle. All das und noch mehr brachte ihm einen geradezu markenhaften Zusatz seines Namens ein. Mad. Also: Mad Mike Küng. Eine Bezeichnung wie ein Ritterschlag und eine Abgrenzung zugleich. Denn was Mike kann und immer wieder zeigt, ist für die meisten Ottonormalpiloten nicht von ihrer Fliegerwelt. Mike kultiviert dieses Image auch gern. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er eine Biographie namens „Legacy“. Darin bezeichnet er sich selbst als einen der extremsten Gleitschirm-Profis der Welt. Was er darunter versteht, wie er zu dem wurde, was er heute ist, und wie er mit seinem Tun die Gleitschirmwelt mit geprägt hat, davon erzählt Mike Küng in dieser Folge von Podz-Gidz. Dabei geht es unter anderem auch um Themen wie Körper- und Psychotraining, das Fliegen ohne Angst, seine Erfahrung als Testpilot, die ständige Suche nach Anerkennung und seine Zukunftspläne. Übrigens: Der Podcast Podz-Glidz und mein Blog Lu-Glidz sind professionell gemachte Angebote, ganz ohne störende Werbung oder eine Paywall als Finanzierung. Wenn Dir vielleicht gerade auch deshalb gefällt, was ich hier biete, dann freue ich mich über eine kleine Gegenleistung. Als Förderer kannst Du Deinen finanziellen Beitrag ganz frei wählen. Unentschlossenen empfehle ich als unverbindlichen Richtwert einen Euro pro Podcast-Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz. Zahlungen sind ganz einfach per Paypal oder Banküberweisung möglich. Die zugehörigen Daten findest Du auf der Website von Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite „Fördern“. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ +++ Musik dieser Folge: “Role Player” by Au.Ra No Copyright Music Free Download: https://bit.ly/35g7XIu

[transcript]

0:06Mike Kueng

Weil ich eben immer wieder darauf versuche, neue Dinge zu kreieren und die Dinge voranzutreiben, hauptsächlich jetzt im Groundhandling -Bereich, natürlich auch im Testflugbereich, da gibt es auch sehr, sehr viele extreme Situationen, also wenn du mir jetzt fragst, was bezeichnest du dich, würde ich mich als Gleitschirmfliegen Extremsportler bezeichnen.

0:35Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:39Mike Kueng

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

0:44Lucian Haas

Heute mit... Mike Küng. Und Lucian Haas am Mikrofon. Mike

0:52Lucian Haas

Küng ist eine der schillerndsten Figuren der Gleitschirm -Szene. Seit drei Jahrzehnten sorgt er mit ungewöhnlichen Flugaktionen und teils geradezu halsbrecherischen Gleitschirm -Stunts immer wieder für Aufsehen. Nicht nur seine Groundhandling - und Agro -Fähigkeiten sind legendär, er sprang aus über 10 Kilometer Höhe von einem Ballon. Er querte als erster und bisher einziger mit dem Gleitschirm den Ärmelkanal. Er flog nach Salto -Stadt von der Europabrücke bei Innsbruck und stürzte sich sogar indoor kopflos. Er lief übersamt Schirm aus dem Gebälk der ehemaligen Cargolifterhalle. All das und noch mehr brachte ihm einen geradezu markenhaften Zusatz seines Namens ein. Mad. Also Mad Mike Küng. Eine Bezeichnung wie ein Ritterschlag und eine Abgrenzung zugleich.

1:37Lucian Haas

Denn was Mike kann und immer wieder zeigt, ist für die meisten Otto -Normalpiloten nicht von ihrer Fliegerwelt. Mike kultiviert dieses Image auch gern. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er eine Biografie namens Legacy. Darin bezeichnet er sich selbst als einen der extremsten Gleitschirmprofis der Welt. Was er darunter versteht, wie er zu dem wurde, was er heute ist und wie er mit seinem Tun die Gleitschirmwelt mitgeprägt hat, davon erzählt Mike Küng in dieser Folge von Podz-Glidz. Dabei geht es unter anderem auch um Themen wie Körper - und Psychotraining, das Fliegen ohne Angst, seine Erfahrungen als Testpilot, die ständige Suche nach Anerkennung und seine Zukunftspläne.

2:19Lucian Haas

Übrigens, der Podcast Podz-Glidz und mein Blog LOOGLIGHTS sind professionell gemachte Angebote, ganz ohne störende Werbung oder eine Paywall als Finanzierung. Wenn dir vielleicht gerade auch deshalb gefällt, was ich hier biete, dann freue ich mich über eine kleine Gegenleistung. Als Förderer kannst du deinen finanziellen Beitrag ganz frei wählen. Unentschlossenen empfehle ich als unverbindlichen Richtwert einen Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf LOOGLIGHTS. Zahlungen sind ganz einfach per PayPal oder Google Play. Oder Banküberweisung möglich. Die zugehörigen Daten findest du auf der Website von LOOGLIGHTS und zwar dort auf der Seite Fördern.

3:03Lucian Haas

Mike, was definiert aus deiner Sicht einen Extremsportler?

3:09Mike Kueng

Tja, das ist eine Definition, die eigentlich jeder für sich selber finden muss oder auch das Publikum für sich finden muss. Extrem ist sicher etwas, was man sagen könnte, was vielleicht noch nie jemand probiert hat. Was im Auge des Betrachters natürlich auftritt. Das heißt, etwas, was für jemanden extrem ist, muss für den anderen immer noch nicht extrem sein. Trotzdem würde ich sagen, dass wenn man etwas Neues wagt oder etwas macht, was einen hohen Risikofaktor hat und das öfters macht, kann man sich, glaube ich, getroscht als Extremsportler bezeichnen. Siehst du dich selber als Extremsportler? Ja, unbedingt. Keine Frage, weil ich ja mit dem Gleitschirm immer wieder versucht habe, Grenzen, die es eh nicht gibt, zu sprengen.

3:57Mike Kueng

Und neue Wege zu gehen. Und natürlich ist die Luftfahrt generell, also Luftsportarten oder extremes Klettern oder was auch immer, Berg, wird immer als extrem zu bezeichnen sein, weil das Risiko dabei trotz aller guten Planung und Vorbereitung immer noch relativ hoch sein wird.

4:16Lucian Haas

Wenn du so auf deine Fliegerkarriere zurückguckst, was ist das Extremste, was du im Rückblick bisher gemacht hast?

4:24Mike Kueng

Das kann man nicht sagen, weil es so viele Sachen sind. Weil gewisse Dinge, die extrem riskant gewirkt haben, relativ gut abgelaufen sind, weil sie unglaublich gut vorbereitet wurden und unglaublich gut geplant wurden und dann das Restrisiko einfach extrem minimiert wurde. Also so richtig gefährlich wurden oft so Dinge, die man so oft schnell einmal gemacht hat und man gemeint hat, ja, das ziehen wir jetzt mal schnell durch. Das ist dann eher auf die riskante Seite gewechselt. Also Dinge, die ich gut geplant habe, die waren meistens im Rahmen. Wobei natürlich, wenn ich in einer Cargolift -Halle über den Schirm drüberspringe in einem Rollover mit nur 94 Meter Höhe, dann ist das immer riskant. Da ist ein Restrisiko immer da.

5:10Mike Kueng

Aber wenn ich jetzt sage, das Riskanteste und Gefährlichste, könnte ich dir gar nicht genau sagen, weil es mehrere solche Momente gegeben hat, wo es richtig eng geworden ist.

5:20Lucian Haas

In deinem Buch Legacy beschreibst du ja auch die Geschichte von deinem Höhenrekord. Wo du mal mit einem Ballon bis auf über 10.000 Meter aufgestiegen bist und dann da abgesprungen bist. Da sprichst du selbst von Harakiri. Ist das vielleicht das Extremste so gesehen?

5:36Mike Kueng

Ja, neben der Bergsteigerei. Ich war ja auch im Himalaya und da habe ich auch schon so Notsituationen gehabt wegen dem Wetter. Aber Harakiri waren wir sicher unterwegs bezüglich diesem Höhenrekord, weil einfach die Ausrüstung, weil das ganze Event Höhenrekord eine Materialschlacht ist. Und da kommt es nicht mehr darauf an, wie viel Geld kann man da investieren in so eine Geschichte. Das heißt, wenn ich einen Raumanzug habe, Druckbeatmung habe und dementsprechend ausgerüstet bin, ist so eine Geschichte wesentlich weniger riskant, als so wie wir sie durchgeführt haben. Also wir haben einfach zwar eine Druckbeatmung gehabt, aber keinen Raumanzug. Und ab einer gewissen Höhe wird es einfach extrem kalt und extrem gefährlich, weil unser Organismus nicht dafür gemacht ist.

6:21Lucian Haas

War dir das denn klar, dass du dich in diese Gefahr begibst? Als du da aufgestiegen bist oder bist du da fast ein bisschen blauäugig eigentlich daran gegangen?

6:29Mike Kueng

Nein, mir war das schon bewusst, dass das gefährlich wird. Trotzdem könnte man sagen, etwas blauäugig, weil 8.000 Meter habe ich sogar ohne Sauerstoff gemacht. Ich habe das in mehreren Etappen gemacht. Den Sprung aus 8.000 Meter habe ich sogar ohne Sauerstoff gemacht und den haben wir auf 9.000 probiert. Und dann haben wir gesagt, wenn das so leicht geht, dann machen wir einfach mal 12.000 Meter. Und 12.000 Meter war dann einfach richtig blauäugig. Das haben wir dann gemerkt. Denn bei 10.000 Meter ist es richtig eng geworden für die ganze Mannschaft. Und da bin ich ganz froh, dass ich da so gut weggekommen bin. Also es ist eine unglaubliche Belastung für den Körper.

7:05Mike Kueng

Und einfach auch blauäugig, weil man einfach gedacht hat, man kann es endlos steigern, ohne größere Probleme zu erwarten.

7:12Lucian Haas

Dein größter medialer Erfolg, also da, wo am meisten die Medien auch über deine Aktionen berichtet haben, war ja etwas anderes. Wo du einfach, da bist du den Ärmelkanal überquert fliegend. Das sind 36 Kilometer, die man da über das Wasser gleiten muss. Das war ja so gesehen eigentlich gar nicht das extremste Event. War das für dich trotzdem etwas Besonderes?

7:35Mike Kueng

Auf jeden Fall etwas Besonderes. Man muss nicht immer nur die extremsten Events als die besten Events bezeichnen. Es geht nicht immer darum, dass man sagt, das habe ich jetzt überlebt. Sondern es geht einfach darum, dass man Geschichten realisiert und Pläne, die man hat. Gedanken, Ideen. Wünsche. Dass man die realisiert. Und das Extreme an der Ärmelkanal -Überfährung war sicher nicht 36 Kilometer geradeaus fliegen. Sondern das Extreme daran war die Organisation. Die Finanzierung. Und natürlich eben auch diese natürliche Barriere zu überwinden mit dem Gleitschirm. Ist ja doch schon ein paar Jahre her. Und zu dem Zeitpunkt sind die Gleitschirme noch nicht so gut gegangen, wie heutzutage. Ich denke, dass es heutzutage relativ leicht machbar wäre, wenn man optimale Bedingungen hat.

8:22Mike Kueng

Das Extreme an dem Event war natürlich auch das finanzielle Risiko. Sponsoren helfen dir natürlich. Aber in unserem Bereich ist es natürlich so, dass man froh sein muss, wenn man eine Unterstützung bekommt. Und das heißt, das Rest des Geldes, das man benötigt für solche Events. Und allein die mediale Geschichte kostet dann schon gleich mal 10.000, 15.000 Euro. Dass es auch dementsprechend verbreitet wird. Dieses Risiko ist dann auch sehr hoch, weil man einfach sehr viel privates Geld hineinsteckt. Und die Geschichte selber ist einfach so geglückt, wenn ich sage, da habe ich jetzt das erlebt, was ich erleben wollte. Da ist dieses Bild entstanden, das ich in meinem Kopf hatte. Und bei all diesen Geschichten, die ich auch im Buch angeführt habe, sind eben genau diese Bilder entstanden, die ich mir vorgestellt habe in den Träumen zuvor.

9:11Lucian Haas

In deinem Buch schreibst du aber auch, gerade wenn man es aus der finanziellen Sicht sieht, da schreibst du, im Grunde hast du bei allen diesen Projekten selber draufgezahlt, also noch Privatgeld dazugeschossen. Warum lässt sich sowas nicht so umsetzen, dass man damit vielleicht wirklich gut Geld verdienen kann?

9:28Mike Kueng

Es gibt ganz, ganz wenige Sponsoren, die wirklich massiv Geld in Extremsport reinsetzen. Da ist sich Red Bull eine der wenigen Firmen, die man sagen kann, die haben da richtig Geld reingesetzt. Adidas und Superfund haben mich massiv unterstützt. Aber man muss auch bedenken, das ist eine Geschichte wie Ärmelkanalüberquerung, mit den ganzen Genehmigungen, drei Helikoptern und, und, und, das ganze Team. Alles, was dazugehört, da bist du gleich mal 80.000 bis 100.000 Euro los. Und es ist nicht zu erwarten, dass ein Sponsor diese Summe trägt. Das heißt, wenn man solche Geschichten realisiert, wie ich da gemacht habe, dann ist es einfach, da muss man echt von Glück reden, wenn man da mit einem Nuller aussteigt. Aber sehr wahrscheinlich ist es eher so, dass wenn die ganzen Leute nicht da ehrenamtlich mithelfen, dass man eher was drauf legt.

10:16Lucian Haas

Lass uns mal ein ganzes Stück zurückspringen in deiner Geschichte. Mich interessiert mal, wie bist du überhaupt zu dem geworden, was du dann da mit als Matt Maiküng irgendwann bist? Wie hat das Ganze angefangen? Wie bist du zum Gleitschirmfliegen eigentlich gekommen?

10:32Mike Kueng

Ich bin ursprünglich eigentlich aus dem Bergsport gekommen, aber nicht extrem. Also es war schon so, dass ich ein begeisterter Alpinist und Kletterer war. Vor allem auch Skifahren, Skitouren und gewisse Dinge haben mich immer sehr fasziniert. Im Bergsportbereich. Und mein Vater hatte ein Geschäft, ein Sportgeschäft. Und der ist dann irgendwann in den 80er Jahren da hergekommen und hat gesagt, ah jetzt gibt es was ganz Neues, Cooles, da kann man vom Berg runterhüpfen. Mit so einer Art Gleitschirm. Und in seinem Sportgeschäft hat er das dann auch eine Weile vertrieben für zwei, drei Jahre. Diese Geräte. Und die waren natürlich so eins zu Stein. Und da haben wir aber dann trotzdem probiert. Hügel rauf und runterhüpfen. Und das war tatsächlich der Einstieg in das Ganze.

11:18Mike Kueng

Und das hat mich dann schon so fasziniert, dass ich gesagt habe, da bleibe ich so ein bisschen dabei. Ich konnte das auch mit dem Bergsport ein bisschen verbinden. Aber sehr, sehr schnell ist mir das auch ein bisschen langweilig geworden, weil einfach die Leistung so schlecht war von diesen Geräten. Und dann ist eben die Möglichkeit gekommen, dass man da eben beruflich einsteigen konnte. Das hat mich sehr gereizt. Und natürlich rasante Entwicklung der Gleitschirme. Es ist immer interessanter geworden, was mit einem Gleitschirm alles möglich ist. Das war grundsätzlich der Einstieg. Und auf das habe ich mich dann zu 100 Prozent eingelassen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich halt irgendwie nichts normal betreiben kann. Und bin dann eigentlich derartig exzessiv eingestiegen, dass es einfach sich sehr bald als das herauskristallisiert hat, was es für mich auch heute noch ist.

12:10Mike Kueng

Einfach meine Passion. Anfangs

12:13Lucian Haas

warst du ja noch im Grunde der Bergsport. Wie bist du vom Michel zum Mad Mike geworden?

12:19Mike Kueng

Ich denke eben durch diesen extremen Ansatz, den ich eigentlich bei allen Dingen habe, dass ich immer die Dinge sehr extrem betreibe. Wenn ich sie betreibe, nicht halbherzig, sondern wirklich voll. Und ich bin dann wirklich in der glücklichen Lage gewesen, relativ rasch auch in dem Bereich ein bisschen sportlichen Erfolg zu haben. Ich bin dann österreichischer Staatsmeister geworden, um die 89, 90er. Und bin dann in Bekanntschaft geraten mit dem André Bucher und dem Markus Grünthammer, die damals Edel gemacht haben. Edel Paragliders in Innsbruck. Und dann habe ich sie so lange angebettelt und angekniet, bis sie mir eigentlich einen Job gegeben haben. Anfangs noch im Lager und so ein bisschen die Demos checken und so Zeug.

13:07Mike Kueng

Und ja, das war dann der Einstieg. Und irgendwann einmal habe ich das halt in den Augen der verschiedenen Leute derartig extrem betrieben. Und dann habe ich das halt in den Augen der verschiedenen Leute derartig extrem betrieben. Dass die Leute mich irgendwann mal Mad Mike genannt haben.

13:18Lucian Haas

Das hat ja auch viel mit Training zu tun, was du damals gemacht hast. Und du hast ja irre viel, auch Groundhandling und sonst was da, deine ganzen Techniken aufgebaut und sowas. Dahinter steckt ja auch ein ungeheurer Ehrgeiz, den man haben muss. Woher kommt das bei dir?

13:34Mike Kueng

Da könnte man natürlich psychologisch jetzt tief graben. Aber mich hat das immer schon fasziniert, etwas an die Spitze zu treiben oder darüber hinaus. Ich hatte aber auch wirklich Glück mit dem André Bucher, Thermik wirklich da unter die fliegerischen Fittiche genommen hat. Und der hat ja diese Groundhandling -Technik, die ich ja in einer abgeänderten Form nach wie vor verwende, mir dann auch beigebracht. Natürlich auch andere fliegerische Sachen, wie eben Top Landing oder sonst extreme Sachen in extremer Form. Also Sackfluglandungen und solche Sachen, wirklich extreme Sachen. In weiterer Folge natürlich auch der Walter Holzmüller und der Tony Bender. Ich habe eigentlich immer mit sehr guten Piloten zu tun gehabt. Und konnte mich da auch immer wieder mal neu orientieren und fortbilden.

14:20Mike Kueng

Und bin dann einfach immer exzessiver geworden. Also 1000 bis 1200 Flüge pro Jahr war normal. Und einfach ganz extrem oft stundenweise Groundhandling. Das ist einfach sicher in einer gewissen Form ein bisschen exzessiv gewesen. Aber wenn man die ganzen Flüge, was ich heute mache und das Groundhandling zusammenrechnet, kommt nicht viel weniger raus. Also es ist einfach so, dass ich das nach wie vor extrem liebe. Und darum auch wahrscheinlich in dem Bereich auch vielleicht immer wieder mal ein bisschen neue Maßstäbe besitzen kann, was neue Sachen anbelangt. Im Moment natürlich gerade mit Groundhandling. Da gibt es noch einige Sachen, die man noch neu erfinden kann und noch bewältigen kann.

15:03Lucian Haas

Vielleicht kommen wir da später nochmal genauer darauf zu sprechen, wo du das Groundhandling vielleicht noch weiterhin entwickeln kannst. Bleiben wir nochmal beim Ehrgeiz. Ist das denn etwas, wo du sagst, von deiner Motivation her willst du dir selber da genügen und da etwas beweisen? Oder gibt es auch Sachen, wo du sagst, nee, da wollte ich auch gerne anderen Leuten etwas beweisen?

15:24Mike Kueng

Naja, ich verwende immer ganz gerne diesen Ausdruck Anerkennungs -Junkie. Sind wir alle oder viele von uns. Hat sicher auch ein bisschen was zu tun. Aber ich bin wirklich so, dass ich sage, ich möchte schauen, was da alles geht mit meinem Sportgerät. Was ist da alles möglich? Und ich bin überrascht, was alles möglich ist. Man sieht es ja immer wieder, wie sich der Gleitschirmsport weiterentwickelt in diesen wenigen Jahren, eigentlich wenigen Jahrzehnten. Ehrgeiz ist für mich irgendwie das falsche Wort. Klar ist man ehrgeizig und auch anerkennungshungrig natürlich in einer gewissen Form. Das war früher sicher eine große Triebfeder. Aber jetzt mache ich die Dinge sehr viel mehr einfach aus diesem Eigeninteresse heraus.

16:08Mike Kueng

Weil ich sowas habe. Weil ich fasziniert bin, was alles geht mit dem Gleitschirm. Und man muss sich natürlich den auch nicht mehr so beweisen. Als junger Sportler will man natürlich auch neben den sportlichen Erfolgen, Pokalen und Preisgeld Ruhm und Ehre erlangen. Keine Frage. Und das war für mich eine sehr, sehr starke Antriebsfehler.

16:28Lucian Haas

Nun bist du ja ein Flieger durch und durch. Du machst Agro, du machst Groundhandling. Du hast auch Streckenfliegen gemacht. Du hast sogar in den X -Alps teilgenommen und so weiter. Deine Biografie -Legacy beginnt aber mit den Worten, ich war nie ein Fliegertyp. Was ist für dich ein Fliegertyp?

16:45Mike Kueng

Naja, diese Faszination Fliegen habe ich schon auch als Kind schon mir erträumt. Aber einen Fliegertyp, den sehe ich als jemand, der so Grundfaszination am Fliegen hat. Also Flugzeug, Helikopter, Ballon fahren, Kiten, irgendwie so. Sich generell für das Element extrem stark interessieren. Und das habe ich eigentlich gar nicht so gehabt. Nach wie vor nicht. Also ich bin ja auch Fallschirmspringer ein Weiland gewesen. Und da wurde mir auch irgendwann einmal langweilig. Weil es ist nur dann richtig faszinierend für mich, wenn da was weitergeht. Wenn ich ein besserer Fallschirmspringer hätte werden wollen, dann hätte ich massiv viel mehr Sprünge machen müssen. Eben genau gleich wie beim Gleitschirmfliegen halt auch. Viel, viel mehr machen, extremes Training, um besser zu werden.

17:30Mike Kueng

Und das habe ich halt nicht gemacht. Das hat mich halt gar nicht so fasziniert. Aber schlussendlich beim Gleitschirm ist diese Faszination geblieben. Und entwickelt sich nach wie vor weiter. Und sie bleibt. Und es ist so eine Art Lebensinhalt und eine unglaubliche Grundfaszination. Und natürlich auch ein Lebenssinn und Lebensinhalt. Ich denke, darum bin ich genau an dem Sport hängen geblieben. Wenn

17:51Lucian Haas

du dich aber dann selber nicht als Fliegertyp bezeichnest, was würdest du dich dann bezeichnen? Als Actiontyp? Oder gibt es da einen Begriff, den du selber dafür dann einsetzen würdest?

18:01Mike Kueng

Das Wort Extremsport ist halt extrem abgegriffen. Generell das Wort extrem. Es trifft es aber relativ gut. Weil es einfach extrem ist, was man zum Teil macht. Vor allem in den Augen anderer. Da würde ich mich persönlich als Extrem -Gleitschirmflieger bezeichnen. Weil ich eben immer wieder auch versuche, neue Dinge zu kreieren. Und die Dinge voranzutreiben. Eben hauptsächlich jetzt im Groundhandling -Bereich. Und natürlich auch im Testflugbereich. Da gibt es ja auch sehr, sehr viele extreme Situationen. Wenn du mich jetzt fragst, als wer bezeichnest du dich, würde ich mich als Gleitschirmfliegen Extremsportler bezeichnen.

18:40Lucian Haas

Du hast gerade das Testen angesprochen. Du bist ja seit vielen, vielen Jahren Testpilot für die unterschiedlichsten Hersteller. Du warst aber auch zehn Jahre lang Testpilot für den DHV. Und hast da im Grunde wirklich ein Jahrzehnt lang auch die Zulassung von den Gleitschirmen mitgeprägt. War das für dich, vielleicht auch von der Gesamtwirkung auf die Gleitschirmszene, auch mit deine glücklichste Zeit?

19:04Mike Kueng

Nein, ich war ja nicht nur zehn Jahre beim Deutschen Hängegleiterverband. Ich war ja auch zehn Jahre bei der Academy ERPR. Und da habe ich den gleichen Job gemacht, Zulassung. Also eigentlich habe ich seit 20 Jahren Zulassungen, Gleitschirmzulassungen gemacht. Und dieser Bereich ist für mich sehr, sehr wichtig und sehr, sehr interessant gewesen. Also ich würde auch sehr, sehr gerne wieder in diesen Bereich zurückkehren. Dass man sagt, Zulassungstestpilot. Das wäre für mich alternativ eine sehr, sehr interessante Zukunftsvision. Hineingerutscht bin ich dadurch, weil ich einfach dem Deutschen Hängegleiterverband sehr entsprochen habe, was meine Philosophie anbelangt. Damals war das Deutsche Hängegleiter Gütesiegel, das DHV -Gütesiegel, das härteste oder fast schon das einzige Gütesiegel, das Rang und Namen hatte weltweit.

19:53Mike Kueng

Und ich war halt einfach da der Ultraspinner im Akrobereich und im Extremflugbereich. Und das hat natürlich dem DHV gut gefallen, dass man da einen der härtesten Gleitschirmtestpiloten mehr oder weniger aufnimmt. Und ich konnte den auch wirklich exzessiv testen, hart testen. Und das hat mir sehr gut gepasst. Ich würde es so bezeichnen, wie man heutzutage die Safety Class testet, also wirklich ein bisschen über dem Limit drüber. Und das war natürlich schon sehr, für mich sehr, sehr interessant und hat mir auch sehr, sehr gut gefallen. Und war sicher eines meiner wichtigsten Standbeine.

20:32Lucian Haas

Damals war ja auch diese Testerei noch nicht ganz so eng, sage ich mal, in Normen gepresst wie heutzutage durch die EN -Norm, wo sehr viel sehr genau vorgegeben ist, was man wie zu tun hat bei den Klappern und so weiter. Damals hieß es auch, ja, dieses DHV -Gütesiegel hat auch noch etwas viel mit Erfahrungswissen und so weiter zu tun, was von dem Testpiloten dann da auch mit einfließt. Und in dieser Form warst du ja auch sehr prägend. Und manche sagen auch ja damals, wenn Thermik nicht genickt hat, dann ging halt ein solcher Schirm nicht durch. Warum auch immer. Man musste also auch mit einem Schirm irgendwie auch dem Mike gefallen. War das eine Rolle, die dir gefallen hat, eigentlich so ein gewissermaßen auch Macht damit zu haben?

21:11Mike Kueng

Ich finde es im Nachhinein gesehen nicht in Ordnung, wie das gewesen ist. Aber es ist genauso, wie du sagst. Also ich hatte natürlich da schon eine gewisse Macht. Das hat geheißen, wenn ich geglaubt habe, der Schirm passt nicht, dann war das praktisch ein Nein. Und dann hat der Hersteller mehr oder weniger keine Möglichkeit gehabt, da richtig groß zu gehen. Diese Macht ist Gott sei Dank jetzt weg. Denn es ist nicht fair. Ich habe nicht irgendwie jemals einen Hersteller oder einen Schirm falsch behandelt. Aber natürlich hatte ich sehr, sehr extreme Ansichten. Und was ja dem DHV damals sehr gut gelegen ist. Eine European Norm, dass man sich genau daran hält, an Richtlinien wie zu testen ist, bei welchen Verhältnissen zu testen ist und, und, und, macht unglaublich viel Sinn.

21:59Mike Kueng

So habe ich dann auch bei der EAPR auch,

22:03Mike Kueng

Gütesiegel gemacht. Und ich finde das auch völlig in Ordnung. Man muss schon genaue Richtlinien haben, um ein Gerät fair zu testen. Und alles andere ist eigentlich eine gewisse Willkür da. Trotzdem glaube ich nach wie vor, dass dieses System damals Sinn hatte. Denn damals hat man mehr auf Leistung geschaut als auf Sicherheit. Und da kamen einfach Fluggeräte auf den Markt, die wirklich einfach gefährlich waren, schlichtweg gefährlich. Und dass da die Instanz DHV dazwischen gestanden ist, das finde ich sehr, sehr gut. Ob es immer ganz fair abgelaufen ist, würde ich jetzt nicht behaupten können. Aber schlussendlich habe ich immer mein Bestes getan und versucht, so fair wie möglich zu sein. Und natürlich auch so hart wie möglich. Trotzdem begrüße ich natürlich den jetzigen Zustand European Norm als extrem hilfreich. ENL -DF -Gütesiegel macht absolut Sinn.

22:50Mike Kueng

Und ich glaube auch, dass sehr fair getestet wird.

22:52Lucian Haas

Zurück nochmal zu der Zeit mit dem DHV. Damals warst du ja im Grunde der Testpilot für die und war eine ungeheuer gute Person. Du hattest ja nach außen gesehen auch eine ungeheuer erfolgreiche Zusammenarbeit. Warum ist das damals eigentlich auseinandergegangen? Tja, da kommen wir jetzt wieder in diesen

23:08Mike Kueng

Extremsport rein und in den wahnsinnigen Küng, wenn ich es so sagen darf. Eine gewisse Diva -Haftigkeit habe ich ja nach wie vor. Und ein gewisses extremes Rechtsbedürfnis und Ehrgefühl und gewisse Dinge, die vielleicht man ganz klar vom Job trennen müsste, grundsätzlich. Ich habe mir aber schwer getan, dieses Mad -My -Küng von DHV -Testpilot zu trennen. Ich habe ja immer gedacht, dass das eine Person ist und dass das zusammengehört. Also ich könnte das jetzt heutzutage wesentlich besser trennen.

23:49Mike Kueng

Oder ich trenne das jetzt auch viel besser, diese zwei Dinge. Das eine ist eben der Extremsportler und das andere ist eben der Arbeiter, der einfach seinen Job zu tun hat. Trotzdem fließen die Dinge immer wieder ineinander hinein. Und beim DHV war es eben so, dass ich dort auf dem Höhepunkt meiner Acro - und Extremsport -Zeit auch immer gewesen bin. Und habe immer vom DHV erwartet, dass die das anerkennen. Und der DHV hat im Grunde eigentlich eher das Gegenteil getan. Die haben eher versucht, Acro zu verbieten oder zu verhindern oder zumindest mal zu reglementieren. Ich meine, unsinnig, wie kann man Acro reglementieren? Das ist ja völlig unmöglich. Und auch diese Extremsportarten ist mir mehr oft gesagt worden, da können wir nicht dahinter stehen. Hinter dem Arbeiter -Maiküng, da stehen wir dahinter. Das passt und ist gut.

24:35Mike Kueng

Hat auch wirklich alles sehr gut gepasst. Aber der Extremsportler war halt zum Teil nicht so ganz erwünscht. Und das habe ich dann immer problematischer gesehen. Und irgendwann ist das dann auch eskaliert. Gerade nachdem ich Höhenrekord und Ärmelkanal gemacht habe, habe ich mehr vom DHV erwartet, dass es da zu einer Anerkennung kommt ihrerseits. Und das ist dem nicht passiert. Und das hat mich damals doch derartig geärgert und gewurmt, dass ich dann eigentlich nach zehn Jahren langsam einmal diese Zusammenarbeit beendet habe. Vor allem auch, weil ich mit dieser politischen Struktur, mit den Vorständen, mir schwer getan habe. Auch mit dem damaligen Geschäftsführer war das nicht so einfach. Und ich glaube, dass jetzt andere Zeiten sind, dass das jetzt wesentlich anders ablaufen würde.

25:23Mike Kueng

Aber damals war das wirklich ein Problem für mich.

25:25Lucian Haas

Das heißt, du wolltest im Grunde für alles geliebt werden, für was du stehst. Und du wurdest nur für die Hälfte geliebt, so ungefähr.

25:32Mike Kueng

Ja, geliebt. Ich meine, für einen Job wird man bezahlt. Da braucht man nicht geliebt werden. Das ist da nicht notwendig. Trotzdem, ich meine, die haben eine Jahreshauptversammlung gemacht. Da ist die Hintertupfinger Gleitschirm -Meisterschaft. Da sind die Leute geehrt worden. Und ich bin irgendwann einmal sogar ausgeladen worden aus diesen ganzen Veranstaltungen. Und bin nie geehrt worden vom THV oder anerkannt worden. Und das ist natürlich, das tut einem schon ein bisschen der Seele weh, wenn dein eigener Arbeitgeber das nicht honoriert und respektiert und anerkennt, was du da tust. Und ich habe sicher extrem viel Werbung gemacht, auch für den Deutschen Engelgelder Verband mit meinen Aktionen.

26:11Lucian Haas

Sehr viel Anerkennung hast du ja für die Testerei bekommen. Was gibt dir eigentlich das, als Testpilot da zu sein? Ist das ein besonderer Thrill für dich auch?

26:20Mike Kueng

Na ja. Ja, vor allem früher war das schon das. Weil man ist heutzutage, wenn man Hochleistungsgeräte testet, schon auch wie vorher ein Thrill. Oder neue Geräte, wie jetzt die Single -Scan -Geschichten. Wobei man das eigentlich fast noch härter sehen sollte, als wie jetzt die Akrofliegen. Also Akrofliegen, klar, wenn ich mich an eine neue Figur herantaste, ist das auch extrem viel Thrill.

26:41Mike Kueng

Und ich habe eineinhalb Jahre lang gebraucht, bis ich endlich mal in damals diesen Infinity gelernt habe. Aber beim Testen ist es eben so, dass ich absichtlich den Schirm auf eine gewisse Art und Weise in Schwierigkeiten bringe und dann nichts tue. Beim Akrofliegen greife ich ja ein. Das heißt, ständig versuche ich, das Gerät zu kontrollieren. Und beim Testen ist es eben so, ich bringe den Schirm absichtlich in Schwierigkeiten und dann schaue ich zu. Und die Kunst dabei ist dann halt, zu wissen, wann muss ich eingreifen? Also wann werde ich gefährdet? Wann ist es für mich gefährlich? Und dann muss ich halt eingreifen. Aber im Grunde muss der Schirm das Problem selber lösen. Und da muss man dem Schirm auch Zeit geben, das Problem zu lösen. Und das ist oft ein großer Thrill. Also heutzutage ein Gerät mit über 60 km/h Maximalgeschwindigkeit, wenn du die an der Obergrenze testest, also Vollgas gibst und den an die Seite klappst und mit 70 % machst, 75 % machst, da geht es einfach zur Sache.

27:32Mike Kueng

Das ist nach wie vor ein großer Thrill. Ob der Thrill so angenehm ist? Zweifel ich. Also gerade, wenn man ein Gerät, das man überhaupt nicht kennt, ist das eine Sache, die man sehr vorsichtig angehen sollte. Und ich kenne nur eine Handvoll, wirklich nur eine Handvoll, richtig guter Testpiloten, die gnadenlos testen.

27:49Lucian Haas

Hast du beim Testen oder bei deinen anderen Projekten, die du dann machst oder gemacht hast, hast du da auch manchmal Angst? Gott

27:56Mike Kueng

im Himmel. Na, sobald ich Angst habe, muss ich es bleiben lassen. Also so viel Selbstvertrauen muss man sich erarbeiten, eben durch maximal viel Training und hartes Training. Wenn man da anfängt zu zweifeln und Angst zu haben, dass man das beherrschen kann, dass man das im Griff haben kann, dann muss man sofort den Job wechseln. Das soll nicht überheblich klingen, aber es ist einfach wichtig, dass man hier wirklich so viel intensiv trainiert, dass man eben das Gefühl hat, man kann das beherrschen. Darum habe ich auch immer 30, 40, 50 Sprünge im Jahr gemacht mit dem Gleitschirm, damit ich eben das Gefühl habe, auch extrem niedrige Sprünge tätigen zu können, weil ich glaubte, das im Griff zu haben. Und das hat auch ganz gut funktioniert.

28:41Mike Kueng

Also Selbstbewusstsein durch Können, also Selbstvertrauen in sich selber. Und Angst hat da nichts verloren.

28:51Mike Kueng

Gewarnt werden, Bauchgefühl, so das könnte jetzt heiß werden, das ist extrem wichtig, weil, also vor allem Respekt haben davor, das gehört dazu, damit man eben zu 100 Prozent bei der Sache ist.

29:03Lucian Haas

Gibt es denn Tage, wo du zumindest sagst, heute ist mein Bauchgefühl wirklich so, dass ich sage, das lasse ich am besten ganz, weil ich könnte vielleicht da dann eben in Situationen kommen, die ich vielleicht nicht mehr so beherrsche, obwohl ich sie theoretisch oder von der Praxis her, normalerweise her kann?

29:18Mike Kueng

Nein, das sage ich nicht. Es gibt schon Tage, wo man natürlich besser drauf ist, als an anderen Tagen. Das merke ich dann aber eher im sportlichen Bereich, wenn ich irgendwie eine lange Tour gehe, Skitour oder eine lange Klettertour oder sonst irgendwas mache, wo halt relativ lang im Weg bin, dass man da mal besser, mal schlechter beieinander ist. Beim Fliegen ist es schon so, dass man auch merkt, okay, man hat mal besser. Aber ich komme oft in so einen Flow rein und ich fange an und das geht so dahin. Und wenn dann die Bedingungen passen, spüre ich keine großen Unterschiede zwischen den Tagen. Auf jeden Fall habe ich nie solche Tage, wo ich sage, ich lasse es lieber bleiben, weil ich mich halt nicht wohlfühle. Das gibt es für mich eigentlich überhaupt nicht.

30:00Lucian Haas

Hast du dich denn eigentlich im Laufe deiner Karriere irgendwann mal ernsthaft verletzt? Bist du mal ernsthaft abgestürzt?

30:06Mike Kueng

Ich würde sagen, lehrhafte Erfahrungen hat es natürlich schon gegeben, vor allem natürlich zu Beginn. Gerade, wo wir mit der Akrofliegerei angefangen haben, war das natürlich der Wahnsinn. Wir haben Dinge gemacht, wo einfach keiner gewusst hat, wie geht das? Funktioniert das überhaupt? Ist das überhaupt machbar? Die Geräte waren zum Teil einfach überhaupt nicht dazu geeignet. Ich habe ein paar Rettungsgeräte abgehängt natürlich, die Gott sei Dank glimpflich ausgegangen sind. Glücklicherweise habe ich mich nie richtig schwer verletzt und habe diese Lehren immer auch als lehrhaft empfunden. Wenn es mal eng hergegangen ist, wo ich gemerkt habe, jetzt habe ich wirklich auch mal Glück gehabt, oder dem Herrgott sei Dank, dass da das gut ausgegangen ist. Also da muss man schon sagen, da hat es sicher einige Erfahrungen gegeben.

30:56Lucian Haas

Gerade mit dem Stichwort Glück.

31:00Lucian Haas

Manchmal braucht man das ja einfach, um Situationen zu überleben. Wie häufig, glaubst du, hast du eigentlich nur mit Glück Dinge wirklich überstanden?

31:08Mike Kueng

Ja, das sind gar nicht so viele. Das sind gar nicht so viele. Die ganz extremen Sachen, die jetzt auch im Buch beschrieben werden, muss ich ganz ehrlich sagen, die waren super geplant. Und natürlich waren sie riskant. Aber mit dem Faktor Glück zu rechnen, ist extrem gefährlich. Das heißt, wenn ich so weit es vermeiden kann, soll dieser Faktor Glück und Zufall so gering wie möglich sein, so klein wie möglich sein. Und da ist eigentlich auch nie wirklich was eng geworden. Es ist eher mal richtig eng geworden, wo ich mal zum Beispiel mit dem Akrobatik -Buch, das ich mit Gudrun und Nesla Michi gemacht habe, wo ich da mal gesagt habe, ah, da fehlen uns noch zwei, drei Fotos zu einer Figur, die machen wir jetzt noch schnell. Wo man denn sowas gemacht hat, da bin ich auch schon mal retterkennig, weil man einfach gesagt hat, okay, super, mit dem Schirm ist das schnell machen, ohne Planung einfach mal schnell diese Figur runterreißen für ein paar Fotos.

31:56Mike Kueng

Das ist dann gefährlich. Man hat es dann auch an dem Basejumper gesehen, am Ueli, am Gegenschatz. Der hat auch mal schnell für die Medien mal was gemacht, hat mal schnell von der Dachkante runtergehüpft und da ist auch schief gegangen. Das heißt nicht, dass das so sein muss, aber es ist halt dann einfach so, dass wenn man etwas ein bisschen vielleicht halbherzig oder so nebenbei ganz schnell macht, das dann richtig gefährlich wird. Die Sachen, die ich gut geplant habe, da hat auch Glück dazugehört, keine Frage. Also der Höhenrekord, da war einiges an Glück dabei, dass das keine Schäden nach sich gezogen hat. Und auch andere Aktionen waren extrem knapp. Über der Europabrücke runterspringen war auch sehr riskant. Glück gehört dazu, keine Frage, aber je geringer der Faktor, umso besser.

32:40Lucian Haas

In deinem Buch beschreibst du auch eine schöne Geschichte, im Zusammenhang mit Glück, wo du einen Karabinerbruch hattest am Startplatz von Ueli Denis. Du warst vorher noch mit demselben Karabiner geflogen und hast da wirklich extreme Akro -Manöver gemacht. Gebrochen ist der dann allerdings nicht in der Luft, sondern wirklich, wo du gerade eigentlich zum neuen Flug aufziehen wolltest, soweit ich, wenn ich das richtig gelesen und verstanden habe. Was hast du in diesem Moment dann da gedacht?

33:05Mike Kueng

Fassungslosigkeit. Ganz spannend, dass du dieses Beispiel bringst, weil das würde ich wirklich als erstes Mal nach wie vor völlig unverständlich, betrachten, diese Geschichte. Und da hatte ich wirklich Glück. Also ich habe Show geflogen auf den Airgames in Ueli Denis und wildeste, damals halt Infinity -Vollgas und richtig Voll -Action, hatte einen Aluminium -Karabiner dran. Neuester Bauart, also das war eigentlich alles ganz, die nie Gedachte an irgendwelche Materialbrüche. Und klopf den Schirm runter, wie üblich, und mit dem Truck fahren wir dann wieder einen Berg hoch und oben super Wind zum Groundhandle. Und ich hänge mich an und ziehe den Schirm hoch und bling, liegt etwas am Boden. Und ich denke, ich kann mich noch an das Geräusch heute noch sehr gut erinnern. So ein metallisches, helles Klingen und ich schaue am Boden und der halbe Karabiner liegt am Boden.

33:53Mike Kueng

Ich denke mir, was ist denn das? Wie kann das passieren? Und ein Truck ist halt davon geflogen in einem starken Wind. Und ich denke mir, was ist jetzt passiert? Habe ich den Karabiner nicht gescheit zugemacht? Oder was ist jetzt da passiert? Und dann war das tatsächlich so, dass ein Schwinglastbruch war von diesem Aluminium -Karabiner. Dieses Glück kann ich heute noch nicht fassen. Und da bin ich sehr, sehr dankbar, dass da nichts passiert ist in der Luft. Weil dieses extreme Akku -Fliegen hat der Karabiner noch überlebt, überstanden. Und dann am Boden das bisschen aufziehen, das hat schon gereicht, dass er dann noch gebrochen ist. Da muss man echt sagen, da war richtig viel Glück im Spiel.

34:33Lucian Haas

Mit was für Karabinern fliegst du heute? Also hat das irgendwie auch deine Materialwahl geprägt? Seitdem nur noch

34:39Mike Kueng

Stahl. Es gibt kein Aluminium mehr für mich. Das war damals so, wie diese eloxiert werden, diese Karabiner. Das war ein Problem.

34:50Lucian Haas

Zum Thema Glück, aber in einem anderen Sinn, schreibst du auch in deinem Buch, als einen der größten Glücksfälle in dem Sport würde ich die Tatsache bezeichnen, dass ich den Sport mitgestalten durfte. Wo, glaubst du, hast du den größten Einfluss im Grunde gehabt?

35:07Mike Kueng

Ja, das ist eigentlich ein wichtiger Satz für mich und extrem wichtig. Das ist für mich auch die Faszination an diesem Sport. Wenn du jetzt in den Sport einsteigst, was willst du jetzt noch neu machen? Akrofliegen ist extrem weit entwickelt.

35:23Mike Kueng

Streckenfliegen sowieso. Wettkampf ist meiner Meinung nach eine Nebenerscheinung, eine Randerscheinung von dem Sport inzwischen. Klar, du kannst deine Passion, deine Faszination ausüben, aber wenn du sagst, ich will jetzt gestalten, neu gestalten, dann musst du einfach wirklich Ideen haben.

35:41Mike Kueng

Damals war es einfach relativ leicht. Das neu zu gestalten. Groundhandling in der Form, wie man es heute betreibt, hat es gar nicht gegeben. Wir wurden ja irgendwann als Bodenhüpfer bezeichnet. Das Akrofliegen war zum Teil sogar richtig verbönt, als Angebermasche bezeichnet. Ein Hörnerkanal, da kann jeder drüber fliegen. Geradeaus fliegen, was soll das? Aber irgendwelche hohen Berge runterfliegen, was auch immer. Diese ganzen Sachen waren damals aber eben noch nicht gegeben. Das hat noch keiner gemacht. Zum Beispiel der Hörnerkanal hat bis heute noch keiner wiederholt, da drüber fliegen. Und gewisse Dinge waren einfach damals überhaupt nicht gemacht. Egal, ob das jetzt die Entwicklung ist oder die Extremsportbereich ist oder die Ideen. Groundhandling, Akro, all diese Dinge wurden damals erst kreiert. Und da habe ich wirklich das Glück gehabt, in all diesen Bereichen mitmischen zu dürfen.

36:28Mike Kueng

Und mitgestalten zu dürfen. Ich habe sicher der Akroszene einiges bewegt und das auch in unserem Breiten ein bisschen populärer gemacht. Und Groundhandling versuchen wir nach wie vor richtig zu pushen. Auch das Testen, dass die Leute mal wissen, was da überhaupt gemacht wird. Das Testen ist auch sehr wichtig. All diese Dinge durfte ich mitgestalten und mitkreieren und da bin ich schon sehr stolz drauf.

36:48Lucian Haas

Wo siehst du denn heute noch im Grunde die größten Möglichkeiten, auch wirklich noch mit dem Gleitschirm etwas Neues zu schaffen? Ist das das Groundhandling, wo du sagst, da ist vielleicht noch die größte Entwicklungspotenzial?

36:59Mike Kueng

Ja, zumindest einmal kann man unglaublich viel machen. Ich bin jedes Jahr wieder überrascht, dass es noch eine Steigerung gibt. Ich habe das vorweilen auch probiert, in diesem Bereich zu bringen, wie das Bouldern oder das extreme Klettern, dass man das mit Schwierigkeitsgraden bezeichnet. Das hat sich aber nicht weiterentwickelt. Trotzdem habe ich einfach versucht, mit dem Gleitschirm kaltenderweise Hindernisse zu überwinden. Und da ist natürlich Dänemark optimal mit diesen großen Bunkern. Man muss ja nur ein bisschen Wind haben und schon kann man mit dem Gleitschirm etwas machen.

37:35Mike Kueng

Extremstbereiche der Welt. Da gibt es so viele Möglichkeiten auf der ganzen Welt, dass man irgendwie neue Dinge realisieren kann oder machen kann. So die ganz großen neuen Ideen, Herausforderungen sind im Moment nicht so wirklich sichtbar. Ich habe jetzt ja diesen Headover oder Rollover Rekord erhöht auf 7100 Meter. Das hat mich sehr, sehr fasziniert, solche Dinge. Es gibt so viele Ideen, die man machen könnte. Leider muss ich ganz ehrlich sagen, liegt es auch immer ein bisschen an der Kohle. Und gerade jetzt ist dieser fliegende Mensch oder der irgendwo runterspringende Mensch nicht mehr die große Faszination für das normale Publikum. Das wiederum heißt weniger Fernsehzeiten. Das wiederum heißt weniger Sponsoren.

38:22Mike Kueng

Weil das geht immer Hand in Hand. Das heißt, wenn ich etwas Großes, Neues kreieren will, dann brauche ich einfach Kohle. Und das geht nur mit starken Sponsoren. Und dazu ist die Zeit im Moment sicher schwierig. Wechseln wir

38:33Lucian Haas

noch mal ein bisschen das Thema. An einer anderen Stelle in deinem Buch schreibst du, die Psyche zu trainieren ist in unserem Sport viel wichtiger als das Körperliche. Warum? Und zweiter Teil der Frage wäre, wie trainierst du deine Psyche? Habe

38:48Mike Kueng

ich das genau so geschrieben? Ja. Okay, ganz so klar, hart würde ich das nicht mehr bezeichnen. Es ist, glaube ich, sehr wohl so im Extremsportbereich, dass man einfach den Geist und die Psyche trainieren muss. In der Form, dass man einfach auftretende Ängste, also die Warnung praktisch wahrnimmt und auf keinen Fall ignoriert, aber sich nicht einfach auf die Seite schiebt als etwas, was einen behindert. Das heißt, ich muss das trainieren. Wie gehe ich mit meinen Ängsten natürlich um in einer gewissen Form? Wie habe ich das im Griff? Wie kann ich derartig gut planen, dass ich einfach mein Restrisiko minimiere? Und natürlich, wie kann ich meine Psyche derartig trainieren, dass ich diesen Schritt mache?

39:39Mike Kueng

Also ich liebe diese Ausdrucksweise aus dem Film Matrix. Es reicht nicht, nur die Tür zu kennen. Du musst auch durch sie hindurchschreiten. Oder du musst den Weg nicht nur kennen, sondern du musst ihn auch beschreiten. Ich finde den Ausdruck sehr gut. Das heißt, dazu muss ich einen gewissen Mut und ein gewisses Selbstbewusstsein haben, um eben Wege zu gehen. Das geht jetzt aber nicht nur im Extremsport so, sondern auch bei anderen Sachen ist das ja im Grunde so. Das heißt, das kann ich aber auch trainieren. Und das trainiere ich halt in meinem Fall so, dass ich derartig viel praktisches Training mache, dass ich einfach davon überzeugt bin, dass ich das schaffen kann. Und dieses Selbstbewusstsein bringt mich dann halt eben dazu, auch außergewöhnliche Dinge zu machen und eben auch mit meinen Befürchtungen oder Bedenken klarzukommen.

40:30Mike Kueng

Ich würde es jetzt nicht ganz mehr so extrem bezeichnen, wie ich es da vielleicht gemacht habe. Ich finde das Körpertraining extrem wichtig. Also ich betreibe ja geradezu einen Körperkult. Gerade jetzt im Moment über den Winter habe ich da auch wieder einiges an Gewicht runtergerissen, weil ich das als Testpilot brauche. Ein niedriges Körpergewicht. Früher beim Akrofliegen war das anders. Da konnte man nicht schwer genug sein. Da habe ich dann so zwischen 80 und 90 Kilo gehabt. Und jetzt im Moment habe ich so um die 62 Kilo. Das heißt, ich bin da auch exzessiv. Also Körpertraining ist für mich extrem wichtig. Natürlich auch die körperliche Fitness, um mit dem Körper optimal umgehen zu können. Und ich bin jetzt schon über 50 Jahre alt und da ist das natürlich ein bisschen härter als mit 30.

41:12Lucian Haas

Um auf 62 zu kommen, muss man sich ja wahrscheinlich wirklich sehr am Riemen reißen und darunter hungern gewissermaßen. Ist das auch deine Vorstellung von Professionalität, dass du sagst, hey, es braucht diese leichten Testpiloten. Ich kann dahin kommen, dass ich ein so leichter Testpilot bin. Dann dränge ich mich jetzt auch oder ich dränge meinen Körper wirklich in dieses Extrem hinein.

41:32Mike Kueng

Ja, es passt einfach sehr gut zusammen für mich. Ich liebe Sport. Ich bin exzessiver Sportler. Also gerade im Winter sind so fünf, sechs, sieben Stunden Tour. Eigentlich hübsch normal, dass man da auf dem Weg ist. Auch jetzt im Sommer mit Hike and Fly, gerade jetzt in der jetzigen Zeit Hike and Fly betreibe ich sehr exzessiv. Kommt mir natürlich sehr entgegen, dass ich das sehr gerne tue. Und es ist einfach so, es ist professionell, wenn man sagt, was ist am meisten gefragt? Das sind leichte Testpiloten, weil die 80 -Kilo -Burschen, die gibt es wie ein Land am Meer. Und da es eh schon wenige wirklich sehr gute Testpiloten gibt, meiner Meinung nach gibt es doch viel weniger wirklich leichte, sehr gute Testpiloten. Und natürlich ist das eine unglaubliche Motivation für mich auch.

42:18Mike Kueng

Und ich muss auch ganz ehrlich gestehen, es fällt mir nicht wirklich schwer. Ich liebe Askese, ich mag dieses asketische Leben sehr gerne. Ich bin aber absolut auch ein Genussmensch. Also ich esse auch gerne oder ich trinke auch gerne mal was. Aber so das Grundleben ist bei mir schon eher asketisch eingestellt. Und diese Kombination passt mir sehr gut und mir gefällt es auch gut. Und ja, ich denke als leichter Testpilot ist man auch sehr gefragt.

42:45Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, es gibt sehr, sehr wenige wirklich gute Testpiloten auf der Welt. Was macht einen wirklich guten Testpiloten aus?

42:53Mike Kueng

Ja, genau das, was ich vorher im Grunde ein bisschen beschrieben habe. Ich muss genau wissen, wie getestet wird. Das heißt, darum glaube ich auch, dass die meisten Testpiloten, die über Grund, über Land testen, also nicht über Wasser, sondern über Grund, dass die nur halbherzig testen. Das heißt, wenn ich einen Schirm habe, den ich zu testen habe, dann muss ich den auch markieren, damit ich auch wirklich weiß, okay, ich habe jetzt keinen 60 % Klappe gemacht, sondern ich habe tatsächlich einen 70 % Klappe gemacht oder größer. Dann muss ich einfach schauen, dass ich wirklich an der Obergrenze bin, nicht irgendwo dazwischen drin. Da muss ich auch wirklich Vollgas geben. Das heißt Vollgas, Rolle an Rolle oder Rolle über Rolle und nicht so, sagen wir mal, Dreiviertelgas.

43:39Mike Kueng

Ich denke, da kann man relativ leicht, wie soll ich sagen, sich was vormachen. Und dieses gnadenlose Testen in Kombination natürlich dann auch wirklich nicht einzugreifen beim Schirm und erst dann eingreifen, wenn ich als Pilot gefördert bin. Und natürlich dann in weiterer Folge, was noch viel wichtiger ist, das dann auch dem Designer zu vermitteln oder eben dem Testinstitut klar darlegen zu können, was das Ergebnis des Schirmes ist. Das macht dann vielleicht einen guten Testpiloten schlussendlich aus. Also im Bereich eines Herstellers ist die Kombination Testpilot -Designer, dass die zwei zusammenarbeiten können, extrem wichtig und sehr, sehr gut. Und jeder muss sich auf den anderen verlassen können. Und im Bereich Gütesiegel -Testpilot, da muss es einfach sehr, sehr korrekt abgehen.

44:28Mike Kueng

Wirklich absolut korrekt, damit das ENL -Testgütesiegel bestätigt wird. Und je genauer man das macht und je besser, dass man das kann und je länger man das auch macht, erfahrungsgemäß, umso besser Testpilot ist man auch. Also ich denke, das muss man genauso lernen wie jeden anderen Job auch.

44:48Lucian Haas

Die letzten Jahre hast du ja zusammen mit Hannes Papisch als Testpilot gearbeitet und mit ihm zusammen die neue Marke FEE eigentlich sehr erfolgreich aufgebaut. Jetzt hört man, dass du dich von FEE trennst. Warum und wo geht die Reise hin?

45:02Mike Kueng

Ja, es ist definitiv so, dass ich offensichtlich nicht wirklich ein Teamplayer bin. Also das hat man jetzt ja festgestellt. Ich habe jetzt ja doch schon einige Gleitschirmfirmen hinter mir. Und ich tue eigentlich immer so, als wenn es meins wäre. Und im Falle von FEE war es ja auch meins. Also ich habe ja einige Anteile dort besessen. Trotzdem tue ich mir das einfach schwer, wenn einfach andere Einflüsse daherkommen, wie jetzt auch bei FEE, dass einfach Leute in die Firma reinkommen, die dieses Verhältnis zwischen Designer und Testpiloten stören. Ich sage ja immer wieder, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen böse, wie ein Hund, der sich ein paar Zecken aufsammelt und die sich da in dem Fell eingraben.

45:53Mike Kueng

Und das ist fast unweigerlich, dass das passiert, dass einfach gewisse Einflüsse von außen kommen und gewisse Inputs von außen kommen. Und mich stört das einfach, wenn das Verhältnis Designer -Testpilot gestört wird. Und ja, auf zu neuen Ufern. Also ich habe damit kein Problem. Im Gegenteil, es ist jetzt eher so, dass man sagt, okay, jetzt kann ich mich wieder auf den Kern konzentrieren. Das sind die Groundhandling -Kurse und eben das Arbeiten als freier Testpilot, Freelance -Testpilot. Ist

46:24Lucian Haas

das vielleicht auch so ein innerer Drang von dir, immer auch wieder eine neue Herausforderung zu suchen?

46:31Mike Kueng

Ja, es war schon extrem faszinierend, jetzt mit diesen letzten drei Jahren eine Firma aufzubauen oder Miet aufzubauen. Hat sehr gut gepasst. Es war eine supertolle Zeit. Aber ja, ich merke schon, dass ich immer gleich mal irgendwann einmal ein bisschen ungeduldig werde, vor allem, wenn es in ein gewisses Fahrwasser gerät. Also wenn das so irgendwie Routine wird. Nächstes Projekt, nächstes Projekt, nächstes Projekt. Und so, ja, okay. Ein Gültesiegel, nächstes Gültesiegel, nächstes Gültesiegel. Das ist zwar so der Lauf der Dinge, aber ja, jetzt wieder mal was Neues. Dazu wird es echt wieder Zeit. Was eben mich auch so fasziniert, ist einfach diese verschiedenen Möglichkeiten. Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Groundhandling -Kurse in Dänemark. Ich bin total ausgehungert wieder in die Richtung, weil ich wahnsinnig gerne auch unterrichten tue. Und das hat natürlich jetzt die jetzige Situation ein bisschen verhindert, denn wir hätten schon einige Groundhandling -Kurse gehabt.

47:18Mike Kueng

Das ist oft Abwechslung und diese Abwechslung vermisse ich jetzt im Moment natürlich. Ich

47:23Lucian Haas

habe bei Facebook bei dir gelesen, dass du sagst, du willst jetzt auch endlich deinen Fluglehrer machen. Wofür brauchst du den? Willst du eine Flugschule aufbauen?

47:30Mike Kueng

Ja, genau. Nein, nichts liegt mir ferner. Ich habe da veraltete Ansichten. Ich finde einfach, dass der Lehrer, egal in welchem Bereich, sollte irgendwie der Meister sein. Ich habe einen Fluglehrerassistent gemacht vor ein paar Jahren. Und ja, also, man glaubt vom Praktischen reden wir eh nicht. Aber von der Theorie her, da war ich noch ein bisschen weg vom Meistersein. Bin jetzt am Lernen und am Üben und mich weiterbilden, dass ich einfach den ganzen Bereich abdecken kann. Das heißt, nur weil ich jetzt seit fast 30 Jahren Testpilot bin, heißt das noch lange, dass ich mich wirklich in Aerodynamik gut auskenne oder in der Gesetzeslage oder sonst irgendwas. Im Gegenteil, ich kann halt gut fliegen. Aber es gehört ja viel mehr dazu, um Fluglehrer oder Meister zu sein. Und das möchte ich mir jetzt eben aneignen.

48:15Mike Kueng

Und natürlich dann auch in weiterer Folge auch die Reisen als Fluglehrer. Anbieten. Natürlich auch die Groundhandling -Kurse als Lehrer anbieten. Mir gefällt mehr dieser Gedanke. Also, es müsste nicht sein. Aber doch, ich möchte ganz gerne jetzt endlich mal das beenden. Was dagegen spricht, ist ein bisschen meine Tendenz, mir schwer etwas anzueignen, was Lernen anbelangt. Das heißt also, Schulbank drücken war nie so meins.

48:45Lucian Haas

Wenn du jetzt als Lehrer auch beim Groundhandling selber auftrittst. Nun spielst du ja mit deinen Techniken, die du schon alle jetzt seit 40 Jahren spielst. Und die du seit vielen Jahren drauf hast und immer weiter perfektioniert hast. Spielst du ja in einer vollkommen anderen Liga als irgendwie jemand, der jetzt nach Dänemark fährt und sagt, ich möchte Groundhandling, so die einfachsten Dinge lernen. Macht dir denn sowas überhaupt Spaß, dieses Basiswissen zu vermitteln?

49:08Mike Kueng

Ja, macht mir sehr viel Spaß, weil ich den Leuten das zeige, was ich auch tue. Es ist klar, betreibe ich Groundhandling extrem für mich privat. Wirklich sehr extrem. Aber die Technik ist die gleiche. Die Grundlage ist die gleiche. Also Basic - und Expertkurse beruhen auf dieser Grundtechnik, die ich selber auch verwende. Das heißt, ich zeige den Leuten eigentlich etwas, wo ich selber voll zu 100 % dahinterstehe. Und einfach auch weiß, was für Erfolge man damit erzielen kann. Gerade in Dänemark sieht man das immer wieder. Auch in anderen Gebieten, wo viel Wind herrscht oder starke Thermik. Dass die Leute sich nach wie vor ein bisschen schwer tun, zu starten und den Schirm am Boden zu handeln. Und genau das biete ich den Leuten. Dass sie lernen, wie kann ich auch bei stärkerem Wind oder extremerem Wind den Schirm am Boden beherrschen.

49:59Mike Kueng

Und die Lernerfolge, gerade bei den Basic -Kursen, sind derartig groß, dass mir das unglaublich viel Freude macht. Wenn ich die Leute sehe, dass sie am Anfang es nicht einmal schaffen, den Schirm richtig auszulegen, geschweige denn, den Schirm über sich zu halten. Und dann nach einer Woche können sie das. Und dann freut mich das sehr und macht mich auch stolz.

50:18Lucian Haas

Da du jetzt schon so ewig lange auch Groundhandling machst, auch mit den unterschiedlichsten Schirmen das schon ausprobiert hast, hat sich eigentlich durch die Schirmkonstruktionen, die sich verändert haben, in der Form, dass man heutzutage halt meistens untenrum zumindest nur noch drei Ebenen hat, also A, B, C und nicht mehr A, B, C, D, dass man oben Stäbchen drin hat, damit die Kappen besser aufgehen, hat sich damit eigentlich die Möglichkeiten des Groundhandlings verbessert oder eher verschlechtert?

50:43Mike Kueng

Weder. Also wir haben früher mit diesen vier Tragurten unsere Probleme gehabt. C - und D -Tragurte haben wir dann gleichzeitig gezogen. Und da haben die Leute oft Probleme gehabt, die zu erwischen. Heutzutage ist eben, wie du sagst, die modernen Schirme haben entweder zwei Tragurte oder drei Tragurte. Dadurch ist es eigentlich eher leichter geworden, weil einfach das übersichtlicher ist und man leichter an die C -Tragurte rankommt. Stäbchen haben keinen Einfluss. Die Schirme starten generell viel, viel besser wie früher. Das war ja früher auch zum Teil ein Drama. Aber jetzt ist es eigentlich so, dass es von der Entwicklung her eher leichter geworden ist. Was schwieriger geworden ist? Das ist natürlich der Umstand, dass die Schirme gestreckter sind und die Ausflügele zu neigen, zu beschleunigen. Und das bewirkt dann oft, dass die Schirme wiederum ein bisschen schwieriger am Boden zu beherrschen sind.

51:31Mike Kueng

Aber das betrifft eher diese Leistungsschirme. Die Schirme, die wir verwenden, das sind eigentlich oft so A -Schirme oder B -Schirme. Natürlich sehr, sehr klein. Die Schirme sind super simpel zu handeln und mit denen kann man wirklich tolle Sachen machen. Eine Spezialisierung wie beim Akrofliegen auch. Die Akro -Schirme heutzutage, da ist Infiniti -Fliegen nicht gerade eine große Kunst, weil es geht fast von alleine durch die Art des Schirmbaus. Aber früher war das ein richtiges Kunstwerk, mit diesen Geräten Infiniti zu fliegen. Und beim Groundhandling -Schirm ist es im Grunde das Gleiche. Und da gibt es eben auch Spezialisierungen. Und diese Schirme, die wir jetzt verwenden, die sind unglaublich gut. Neigen nicht dazu, in den Sackflug zu kippen, sondern schießen von alleine immer wieder hoch und sind halt sehr gut geeignet für diese Form des Gleitschirmsports.

52:15Lucian Haas

Nun fliegst du ja ungeheuer viele unterschiedliche Schirmtypen auch. Gibt es denn irgendetwas, wo du sagst, das ist so quasi mein Lieblingsschirm? Kann

52:24Mike Kueng

ich gar nicht behaupten. Also ich war jetzt noch nie so der Fan von diesen ultragestreckten Schirmen, weil es nicht notwendig ist. Die Leistung kommt nicht von der Streckung. Im Gegenteil, mit viel Streckung wird ja das Gegenteil erreicht. Aber ich hatte jetzt einen Lieblingsschirm bei Fii, der war eigentlich schon eher im C -Bereich. Ein Allegro -Prototyp, den habe ich jetzt auch für diesen Sprung aus 7000 Metern verwendet. Der unglaublich ist. Der hat ein unglaublich tolles Handling. Der im Grunde nicht Gütesiegel geeignet war, weil er einfach zu agil war. Den habe ich auch für verschiedene Fotosessions verwendet, um Stapel zu streifen und solche Sachen. Es ist einfach mein Lieblingsschirm. Dieser Vogel ist ein Allegro -Prototyp. Der war einfach unglaublich toll zum Fliegen. Kann mich aber auch extrem gut begeistern für eine Sonata. Einen klassischen A -Schirm in kleiner Form, weil die einfach super toll fliegen.

53:11Mike Kueng

Super kompakt sind, schön ums Eck gehen, super Freestyle -tauglich sind und natürlich bei Starkwind extrem stabil sind. Und ursprünglich viel Spaß machen. So einen richtigen Lieblingsschirm habe ich nicht. Aber ich neige dazu, das zu mögen, was so in meine Richtung geht. Freestyle und extremes Groundhailing.

53:31Lucian Haas

Jahrelang warst du ja im Grunde auch wirklich so ein extremer Solist von der Art, wie du gedacht, wie du aufgetreten bist mit dem, was du gemacht hast. Jetzt in den letzten Jahren sagst du ja, ich bin ein bisschen älter geworden und ein bisschen ruhiger geworden und sowas. Was auch noch dazu gekommen ist, du bist ja auch Vater geworden und hast eine Tochter. Inwieweit hat deine Tochter Nala im Grunde auch deine Tochter? Was hat deine Denkweise verändert?

53:50Mike Kueng

Ich würde nicht sagen, dass ich wirklich ruhiger geworden bin. Also ich bin sportlich gesehen zumindest mal nicht weniger exzessiv wie früher. Also ich betreibe den Sport als ein Ganzes, das heißt zu 100 Prozent. Die Aktionen, die wir machen, eben jetzt dieser neue Rollover -Rekord, die sprechen da sicher auch dafür. Und eben gerade im Groundhailing -Bereich versuche ich immer wieder neue Maßstäbe zu setzen. Meine Tochter ist jetzt knapp sechs Jahre alt und ist ja der Schönste, was es gibt. Das steht außer Frage. Und ist ja so das Mädchen und ist der Kern, keine Frage, der Kern des Lebens. Aber hatte keinen Einfluss auf meine sportliche Karriere oder dass ich irgendwie umgedacht hätte oder mich anders verhalten hätte.

54:35Mike Kueng

Sobald man anfängt zu zögern oder ein bisschen zurückzutreten, lebt man sehr gefährlich. Nimmst du denn die Nala auch zum Fliegen mit? Ja, sicher. Wobei die Nala ja ganz am liebsten eines macht. Und zwar ist das Schaukeln, Schaukeln, Schaukeln. Das heißt, mit dem Schirm darf es nicht geradeaus gehen, sondern da muss etwas passieren, sonst ist es langweilig. Also hoch aufkurbeln, rausfliegen und dann halt Wing -Over und Saturn, weiß Gott was, Helikopter. Auf jeden Fall muss irgendwas passieren. Einfach nur gerade runterfliegen, das ist nichts für die Nala.

55:06Lucian Haas

Das heißt, sie hat schon deine Gene bekommen. Ja, scheint

55:08Mike Kueng

so, scheint so. Also sie ist generell sehr sportlich und sehr lebendig und das gefällt mir natürlich sehr gut. Und vor allem auch, dass sie so Freude daran hat mitzufliegen. Ganz am Anfang von

55:17Lucian Haas

deinem Buch steht als Widmung für Jakob, meinen Vater. Welche Rolle hat dein Vater für dich gespielt auf deinem Lebensweg oder für den Lebensweg in der Form, wie du ihn jetzt eingeschlagen hast?

55:30Mike Kueng

Ich habe generell tolle Eltern. Mein Vater ist halt derjenige, der in diesen sportlichen Bart immer übernommen hat. Er hat uns zum Klettern gebracht, zum Skibergsteigen und zu all diesen extremen Bereichen. Und natürlich auch als erster mit dem Gleitschirm, der ich mitgenommen habe. Und dadurch habe ich natürlich auch eigentlich diese Karriere einschlagen können. Weil wenn er nicht aufgetaucht wäre mit meinem Gleitschirm damals und so die ersten Hüpfe mit mir gemacht hätte, wer weiß, ob ich dann überhaupt jemals damit angefangen hätte. Das weiß man natürlich nicht, keine Frage. Aber durch das, dass mich mein Vater stets gefördert hat und eigentlich auch immer hinter meinen Ideen gestanden hat und mich auch zu diesem Sport gebracht hat und natürlich mein erstes großes Vorbild auch war, keine Frage, habe ich das Buch eben ihm gewidmet.

56:17Mike Kueng

Wo siehst du dich in zehn Jahren? Na ja, hoffentlich immer noch in diesem motivierten Bereich, in dem ich jetzt bin. Mir gefällt der Sport extrem. Mir gefällt das Leben extrem. Das Reisen mit dem Fluggerät, mit dem Sportgerät durch die Welt tingeln, unterrichten, lehren, testen und so weiter. Also ich hoffe, dass das nicht zeitlich so begrenzt ist. Wenn man Tony Benn anschaut, der hat sich sicher auch ein bisschen gewandelt in den Jahren, aber der ist immer noch im Sport tätig und ist immer noch sicher einer der sehr, sehr guten Bündner. Und ja, man hat vielleicht ein bisschen mehr Freude daran, weil man nicht unbedingt mehr was beweisen muss oder irgendwie diesen Drang hat, immer alle anderen zu schlagen, sondern man kann es einfach viel mehr genießen und ich hoffe, dass das die nächsten zehn Jahre auch so weitergeht.

57:06Lucian Haas

Das heißt, irgendwann wird es den Mike King vielleicht als Elder Statesman quasi geben. Der aus einer riesen Erfahrung und einer tollen Geschichte zurückblicken kann und sagen kann, jetzt genieße ich nur noch.

57:18Mike Kueng

Naja, genießen tue ich jetzt schon und zurückblicken ist immer gut, aber man soll auch in erster Linie nach vorne blicken. Also ich habe noch so viele Ideen. Also ich habe auch für nächsten Winter bereits wieder eine neue Rekordgeschichte geplant. Ich bin jetzt am Aufbauen dieses neue Testlabel, das ich unter der Firma Mike King aufbaue, unter pro.test. Also pro.test passt irgendwie zu mir. So unter diesem Label werde ich die Testflüge anbieten in Zukunft und natürlich Groundhandling extrem betreiben und vorantreiben und eben Geschichten realisieren. Also ich habe ein paar richtig gute Freunde, die mich immer unterstützen. Da zählt der Thomas sicher dazu von U -Turn. Der hat mich immer groß gefördert und groß geholfen bei vielen Geschichten und auch wirklich unterstützt.

58:03Mike Kueng

Und da muss man auch erwähnen, dass ich immer wieder unglaubliche Leute um mich machte im Team, die zum Teil wirklich ehrenamtlich und unentgeltlich waren. Die mich unglaublich unterstützt haben. Ich habe immer wieder Kontakt zu tollen Leuten, die immer wieder mal coole Fotosessions mit mir gemacht haben und die wirklich nichts verlangt haben und nur gegeben haben. Und die immer hinter mir gestanden sind und mich auch ertragen haben zum Teil. Also ich bin ja nicht so leicht zu haben. Grundsätzlich muss man dankbar sein, dass man solche Leute um sich hat und die einen derartig unterstützen. Der Stefan, ein Freund aus der Schweiz, der immer bei den Groundhandling Kursen auch immer dabei ist, unterstützt mich sehr. Sehr massiv. Und natürlich viele Leute aus der Presse und aus der Szene. Und das würde ich nicht missen wollen.

58:50Lucian Haas

Gut, Mike. Dann wünsche ich dir, dass diese Perspektive, die du auch noch für die nächsten Jahre hast, sehr erfolgreich umsetzen kannst mit deinem Pro -Test -Einsatz als sehr professioneller Testflieger, der das jetzt als eigene Geschichte anbietet. Und genauso mit deinen Groundhandling Kursen und allen weiteren möglichen Rekorden, die da noch folgen werden. Ich danke dir für dieses sehr Hintergründige. Super Gespräch. Und ja, wünsche dir noch alles Gute. Ich sage

59:16Mike Kueng

herzlichen Dank und schöne Grüße an alle da draußen.

59:29Lucian Haas

Das war Mike Küng im Gespräch mit Lucian Haas. Wenn du noch mehr über Mikes Projekte und Sichtweisen erfahren willst, dann kann ich dir die Lektüre seiner Autobiografie Legacy empfehlen. Erhältlich ist sie unter anderem über die Website www.mikeküng.com. Dort gibt es auch Infos über die Groundhandling Kurse und andere Trainings, die Mike anbietet. In den Shownotes zu dieser Podcast -Folge auf Lu-Glidz gibt es zudem eine Reihe weiterer Links, unter anderem zu verschiedenen Videos, die Mikes Aktionen dokumentieren. Im Podcast Podz-Glidz sind auch schon viele weitere interessante Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens erschienen. Du findest sie auf Lu-Glidz, wie auch Soundcloud, Spotify und anderen bekannten Podcast -Katalogen. Wenn du mehr davon hören willst, kannst du Podz-Glidz einfach in deinem Podcast -Player abonnieren.

1:00:18Lucian Haas

Damit ich weitere Folgen produzieren kann, brauche ich allerdings auch deine Unterstützung für dieses Projekt. Wie das geht, steht auf der Website von Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite Fördern. Danke fürs Zuhören. Bis bald. Ciao.

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