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33. Elektrowindenflug - Andreas Hochscherff

// Andreas Hochscherff, Lucian Haas · 2020-06-18 · 00:57:59 · original episode

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[show notes]
Andreas Hochscherff hat eine akkubetriebene Elektrowinde zur Serienreife gebracht. Im Podcast erzählt er über die Herausforderungen eines solchen Projektes. +++ Wenn man die Energie nimmt, die im vollgeladenen Akku eines typischen Notebooks steckt: wie weit wird man damit einen Gleitschirmpiloten an einer Schleppwinde in die Höhe ziehen können? Zehn, hundert oder tausend Meter? So eine Frage ist durchaus relevant, wenn man eine elektrische Schleppwinde bauen will, die mit Batterien betrieben wird. Und einer, der das beantworten kann, ist Andreas Hochscherff aus Bonn. Andreas kam vor Jahren auf die Idee, für seinen Gleitschirmverein DGC Siebengebirge eine elektrische Schleppwinde zu bauen. Einfach, weil er glaubte, das zu können. Und weil er überzeugt war, dass Schleppwinden mit einem elektrischen Antrieb eine viel bessere Regelung der Zugkräfte ermöglichen, die für einen möglichst sicheren Schleppvorgang nötig sind. Sogar eine Fernsteuerung wäre leicht zu realisieren. Was zu beweisen war. Es dauerte dann aber noch mehr als sieben Jahre, bis die Elektrowinde Elowin vom DHV die Zulassung erhielt. Jetzt läuft sie in Andreas‘ Verein im Regelbetrieb. Dabei soll es aber nicht bleiben. Der Gleitschirmhersteller Nova plant auf Basis der Elowin-Technik künftig Elektrowinden in Serie anzubieten, als große Doppeltrommel- oder kleinere Abrollwinden-Modelle. Für diesen Podcast interessierte mich nicht nur, was an Technik für eine Elektrowinde nötig ist. Ich fragte Andreas auch, welche sonstigen, vielleicht unerwarteten Herausforderungen mit so einem Projekt verbunden sind. Und so erzählt er von seiner Motivation und den Tiefpunkten; der Sorge, möglicherweise Tausende Euro Privatvermögen in den Sand zu setzen; dem zehrenden Gefühl der Verantwortung; der Idee einer Volkswinde; warum E-Autos nicht einfach als E-Winden taugen und wie ihn die Materialsuche bis nach China führte. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: “Space Lady” by Slynk No Copyright Music Download: https://bit.ly/2Yk6Ftb

[transcript]

0:03Andreas Hochscherff

Ich habe halt die Hoffnung, dass wir über solche Projekte es vielleicht schaffen, dass das Windenfliegen im Flachland wieder ein bisschen attraktiver wird und auch Piloten, die vielleicht mal schlechte Erfahrungen an der Winde gemacht haben, dass wir denen das Vertrauen zurückgeben können, dass Windenschlepp eine wunderbare Sache sein kann. Und wenn wir auf die Art schaffen, ein paar Leute mehr hier auch im Flachland in die Luft zu kriegen, wäre das auch eine schöne Sache. Podz

0:43Lucian Haas

-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:45Andreas Hochscherff

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

0:50Lucian Haas

Heute mit Andreas Hochscherf und Lucian Haas am Mikrofon.

0:59Lucian Haas

Wenn man die Energie nimmt, die im vollgeladenen Akku eines typischen Notebooks steckt, wie weit wird man damit einen Gleitschirm mit einer Schleppwinde in die Höhe ziehen können? Zehn, hundert oder tausend Meter? So eine Frage ist durchaus relevant, wenn man eine elektrische Schleppwinde bauen will. Die mit Batterien betrieben wird. Und einer, der das beantworten kann, ist Andreas Hochscherf aus Bonn. Andreas kam vor Jahren auf die Idee, für seinen Gleitschirmverein DGC 7 Gebirge eine elektrische Schleppwinde zu bauen. Einfach, weil er glaubte, das zu können und weil er überzeugt war, dass Schleppwinden mit einem elektrischen Antrieb eine viel bessere Regelung der Zugkräfte ermöglichen, die für einen möglichst sicheren Schleppvorgang nötig sind. Sogar eine Fernsteuerung wäre leicht zu realisieren.

1:46Lucian Haas

Was zu beweisen war. Es dauerte dann aber noch mehr als sieben Jahre, bis die Elektrowinde Elovin vom DHV die Zulassung erhielt. Jetzt läuft sie in Andreas' Verein im Regelbetrieb. Dabei soll es aber nicht bleiben. Der Gleitschirmhersteller Nova plant auf Basis der Elovin -Technik künftig Elektrowinden in Serie anzubieten. Als große Doppeltrommel oder kleinere Abrollwindenmodelle. Für diesen Podcast interessierte mich nicht nur, was an Technik für eine Elektrowinde nötig ist. Ich fragte Andreas auch, welche sonstigen, vielleicht unerwarteten Herausforderungen mit so einem Projekt verbunden sind. Und so erzählt er von seiner Motivation und den Tiefpunkten, der Sorge möglicherweise tausende Euro Privatvermögen in den Sand zu setzen, dem zehrenden Gefühl der Verantwortung, der Idee einer Volkswinde, warum E -Autos nicht einfach als E -Winden taugen und wie ihn die Materialsuche bis nach China führte.

2:43Lucian Haas

Bevor es losgeht noch ein kurzer Hinweis. Podz-Glidz ist ein zuhörergetragener Podcast. Soll heißen, ich finanziere dieses Projekt wie den Gleitschirm-Blog Lu-Glidz nicht über Werbung, sondern allein über freiwillige Förderbeiträge. Wenn auch du etwas geben willst, damit es mit Podz-Glidz weitergeht, dann schau doch mal auf die Website von Lu-Glidz und zwar dort auf die Seite Fördern.

3:08Lucian Haas

Andreas, fangen wir die Geschichte mit der Elovin mal von hinten an. Du hast ja eine Elektrowinde gebaut, die heute bereits im Einsatz beim Verein ist. Mhm. Und somit ist das ein Erfolg. Wenn du aber all die Zeit und die Mühen und die Rückschläge und so weiter, die du da hattest, bedenkst, wenn man jetzt mal so wie Monopoly spielen würde und sagen würde, zurück auf los, würdest du dann nochmal loslaufen und dieses Projekt wirklich starten?

3:35Andreas Hochscherff

Ich finde es ja jetzt schade, so einen Podcast mit so einer nicht so positiven Nachricht zu beginnen, aber ich muss ehrlich sagen, ich glaube nein. Warum? Es war in Summe sehr komplex, sehr herausfordernd. Sehr, sehr zeitaufwendig. Und ich habe auch ein paar Dinge im Vorhinein nicht bedacht, die mit einer reinen Technik oder auch finanziellen Dingen gar nichts zu tun haben. Zum Beispiel solche Dinge wie Ja, was ist, wenn du irgendwo einen Fehler machst und ein Kumpel von dir stürzt deswegen ab? Oder ein paar andere Dinge. Was ist, wenn du vom LKW überfahren wirst? Du hast deinem Verein eine teure Winde gebaut, dafür hat er fast sein ganzes Vereinsvermögen ausgegeben.

4:23Andreas Hochscherff

Und du bist nicht mehr da, um sie zu reparieren und kein anderer kann es tun. Was ist dann? Das sind so Dinge, die einen dann schon ins Grübeln bringen. Abends oder nachts, wenn man dann mal aufwacht und sagt, was mache ich dann eigentlich? Und da gibt es so einige Dinge, das sind so Softfaktoren, völlig unabhängig davon, ob man die Technik ans Laufen kriegt.

4:44Lucian Haas

Das ist ja jetzt so die Frage der Verantwortung, die du da eigentlich aufbringst. Die hast du dir aber am Anfang gar nicht gestellt. Das hast du erst später dann so gemerkt, dass das eigentlich eine große Frage ist.

4:55Andreas Hochscherff

Ja, also ich habe sie mir natürlich auch am Anfang gestellt. Aber wenn man nicht so sehr ins Detail einsteigt, dann, naja, macht man sich vielleicht manche Dinge noch nicht so richtig klar, was es dann am Ende bedeutet. Ich glaube, das kennt jeder aus seinem privaten Leben, dass es nochmal eine andere Situation ist, ob man sich irgendwas mal schnell vorstellt. Oder ob man wirklich vor der......konkreten Situation steht.

5:20Lucian Haas

Nun ist es im Leben ja aber auch immer so, meistens fängt man etwas an und man weiß gar nicht, was wirklich alles damit zusammenhängt. Und man merkt das, man wächst dann quasi erst mit seinen Aufgaben, was du dann ja wahrscheinlich auch bist. Nun hat das Ganze ja eine ganze Weile gedauert. Wenn man das mal in Zeit umsetzt, von welchem Zeitrahmen reden wir hier eigentlich? Wann hast du damit begonnen? Wann ist diese Idee bei dir aufgekommen, ich will eine Elektrowinde bauen?

5:46Andreas Hochscherff

Das ist jetzt fast zehn Jahre her. Ja, das muss 2011, 2012 rum gewesen sein, als unsere Vereinswinde so ein bisschen ins Stottern geriet und nur noch schwer zu reparieren war. Beinahe gar nicht mehr zu reparieren war. Zeitgleich war dann auch noch ein befreundeter Fluglehrer so ein bisschen am Hadern mit seiner Ausbildungswinde und träumte immer von einer ferngesteuerten Winde und dann kamen noch so ein paar andere Sachen zusammen und dann kam noch dazu, dass ich auf der Arbeit doch ein bisschen sehr weit weg von konkreter Technik war. Was auch gut ist, aber ich brauchte dann auch noch eine technische Herausforderung. Und naja, dann war es irgendwie so 2011, 2012, wo ich dachte, das passt doch eigentlich. Da hast du mal ein schönes handfestes Projekt, was du in deiner Freizeit mal angehen könntest.

6:33Andreas Hochscherff

Warum

6:34Lucian Haas

hast du dich dazu quasi berufen gefühlt? Also welche Fähigkeiten wusstest du, dass du die mitbringen kannst, dass du sowas wirklich realisieren kannst? Na

6:41Andreas Hochscherff

ja, gut. Also ich kenne mich mit vielen Dingen so ein bisschen. Also so würde ich mich mal als Universaldilettanten bezeichnen und hatte auch schon genug mit Elektronik und mit Software und mit Mechanik und ein bisschen Maschinenbau und so weiter zu tun, dass ich mir das einfach zugetraut hatte. Allerdings hatte ich anfangs auch geglaubt, dass ich noch Hilfe bekäme von anderen Kollegen, die vielleicht mitmachen wollten. Das war aber dann

7:12Lucian Haas

nicht der Fall. Das hast du quasi als Solo -Projekt letzten Endes durchgezogen.

7:15Andreas Hochscherff

Ja, letztlich war es leider so. Ich hätte es gerne in einem Team gemacht. Aber es ist schwer, Leute zu finden, die an so einer Sache dann auch beharrlich dranbleiben. Also begeistern tun sich viele schnell. Aber wenn es dann wirklich konkret darum geht und sagt, du, jetzt müsste man mal das machen und jetzt müsste einer sich mal darum kümmern, dann wird es doch ziemlich schnell ziemlich dünn. Von dem,

7:35Lucian Haas

was du dir am Anfang dann so überlegt hast, gesagt hast, ich baue jetzt eine Elektrowinde. Was hast du dir denn am Anfang als größte Schwierigkeit vorgestellt oder was hast du als größte Schwierigkeit bei der Realisierung erwartet? Ui. Da waren das die technischen Fragen, wie kriege ich den Motor zum Laufen oder war das eine Software -Geschichte? Nee,

7:55Andreas Hochscherff

das war eigentlich, also es hat sich auch hinterher wieder bewahrheitet. Der Tag, die Sorge, also die Probleme, die kriegt man schon gelöst, wenn man sie mal vorher gut durchdacht hat und keine grundsätzlichen Probleme sieht.

8:09Andreas Hochscherff

Und ich könnte jetzt, glaube ich, gar nicht so unbedingt das eine Problem benennen, außer vielleicht kriege ich das in dem Kostenrahmen hin, den wir uns als Verein gesetzt haben. Was war das für ein Kostenrahmen, so Pi mal Daumen? Also wir hatten nie über konkrete Zahlen gesprochen, aber es war quasi eine Frage der sportlichen Ehre, dass man sagt, gut, das Ding darf nicht teurer werden als eine funktionsgleiche Benzinwinde. Das heißt irgendwas so zwischen 15.000 und

8:37Lucian Haas

20.000 wahrscheinlich?

8:38Andreas Hochscherff

Ja, ein bisschen höher müsste dann, glaube ich, schon gehen, aber sagen wir mal in der Größenordnung 20.000 Euro, also mit Seilen und so weiter und so fort, schleppfertig. Das war so eine Zielmarke. Nun

8:49Lucian Haas

bist du ja da rangegangen, sagen wir mal, am Anfang blauäugig, weil du wusstest gar nicht, was dich alles erwartet. Du hattest nur eine Idee davon. Jetzt steht da so eine Zahl, ich sage mal wieder 20.000. Wie kriegt man da so ein Gefühl, dass man sagen kann, das kann ich schaffen? Wenn man eigentlich alle Grundzutaten noch gar nicht so richtig wirklich weiß, was braucht man? Wo kriege ich das her? Was kostet mich das? Wie viel Zeit muss ich investieren? Und kriege ich das einfach bei Konrad Elektronik um die Ecke oder muss ich das im Super Spezialladen sonst irgendwo schaffen? Gut,

9:20Andreas Hochscherff

also ich glaube, da kam mir schon zu Hilfe, dass ich ziemlich schnell abschätzen konnte, was so die einzelnen Komponenten kosten. Von ein, zwei Dingen abgesehen, da kommen wir vielleicht noch drauf. Aber das meiste war mir klar, dass das wieder so ein Trade -off wird zwischen Fleiß und ich kaufe was fertig. Oder sagen wir mal, okay, wenn es eng wird mit dem Budget, dann mache ich es halt selber. Und deswegen hatte ich von vornherein gewusst, dass ich auch eine gewisse Manövrierleistung habe. Und dass ich eine gewisse Masse an der Geschichte habe.

9:51Lucian Haas

Gab es denn irgendetwas aus der technischen Sicht? Du hast vorhin schon mal diese Verantwortungsgeschichte angesprochen. Aber gab es etwas aus der technischen Sicht, wo du dann irgendwann festgestellt hast, boah, das ist der echte Knackpunkt von diesem Projekt? Da habe ich mich festgebissen und da musste ich irgendwie durch?

10:08Andreas Hochscherff

Ja, den hat es am Ende tatsächlich gegeben. Na, leider nicht am Ende, oder Gott sei Dank nicht am Ende, sondern schon ziemlich schnell am Anfang. An einer Stelle, wo ich ihn nicht erwartet hätte. Und das war? Das ist die Motorsteuerung. Es ist gar nicht so leicht, eine bezahlbare Motorsteuerung zu bekommen, die tatsächlich auch das Verhalten aufweist, was man für eine Elektrowinde braucht. Man kann eine sehr teure Industriesteuerung kaufen, dann kannst du das mit dem Kostenrahmen aber vergessen. Oder du kannst so einen, nicht böse gemeint, so einen preiswerten China -Kracher kaufen.

10:48Andreas Hochscherff

Der eigentlich auch nicht so groß ist. Der eigentlich optimiert ist, um mal irgendwie ein Motorrad schnell umzurüsten. Und dann stellst du aber fest, und das ist mir auch tatsächlich passiert, dass das Ding für einen Windenschlepp nicht taugt. Also ganz konkret, ich habe so einen Controller, so eine Leistungsmotorsteuerung verbaut, in der Hoffnung, dass ich das jetzt alt schalte. Und das hat auch anfangs gut funktioniert. Und dann haben wir mal so einen Test gemacht, einfach schleppen und der gezogene, das hat natürlich anfangs alles am Boden stattgefunden. Muss man betonen,

11:21Lucian Haas

Sicherheit geht

11:22Andreas Hochscherff

vor. Gut, also so verrückt wäre, glaube ich, keiner gewesen, sich da direkt dran zu hängen. Nein, nein, wir haben also auf einem befreundeten Flugplatzgelände einen Schlepptest mit Autos gemacht. Und dann ist natürlich so ein interessanter Effekt, was passiert, wenn der Fahrer bremst, während ich ziehe. Und dann konnte man leider sehen, dass sofort die Leistung des Controllers hoch ging, weil der eben so vorprogrammiert war, dass er versucht, wie bei einem Picker. Und das ist ja das große Problem bei den Benzinwinden, diesen zusätzlichen Kraftbedarf zu kompensieren, indem er seine Leistung erhöht. Und in dem Moment hat er auch seine Kraft erhöht. Und das ist natürlich das allerletzte, was du in einem Windenschlepp erleben willst. Dass du, wenn du in eine Böe anfliegst, plötzlich mit der doppelten Kraft geschleppt wirst.

12:07Andreas Hochscherff

Und dann war klar, mit dem Controller geht das nicht.

12:11Lucian Haas

Den konnte man auch nicht umprogrammieren. Der war in eine Richtung programmiert und die andere Umstellung wäre nicht möglich gewesen.

12:17Andreas Hochscherff

Ich habe es probiert. Und die Chinesen haben mir tatsächlich geantwortet. Aber ich glaube, wenn ich 2000 Stück abgenommen hätte, dann hätten die das gemacht. Aber als ich meine Stückzahl angedeutet habe, nämlich Stückzahl 1, war dann der Support dann doch ziemlich schnell beendet.

12:35Lucian Haas

Warst du denn zwischendurch mal auch dran, irgendwie das gesamte Vorhaben hinzuschmeißen?

12:40Andreas Hochscherff

Eigentlich nie wirklich.

12:42Lucian Haas

Was hat dich bei der Stange gehalten, trotz dieser Schwierigkeiten?

12:45Andreas Hochscherff

Ja, das Geld, was ich schon ausgegeben hatte. Ja, das Geld, was ich schon ausgegeben hatte. Und um überhaupt loslegen zu können, musste ich die teuren Komponenten alle schon kaufen. Also letztlich sind es vier Dinge. Das eine ist einmal eine Anhängerplattform, also eine KFZ -Plattform. Die hätte ich wieder verkaufen können, das wäre nicht so schlimm gewesen. Aber ich musste eine dicke Batterie kaufen. Ich musste einen dicken Motor kaufen. Und ich musste diesen Motorkontroller kaufen. Und das macht in Summe schon, sagen wir mal, 70 Prozent der Gesamtausgaben. Das heißt, ich musste schon sehr früh so viel investieren, ohne zu wissen, ob das funktioniert. Dass ich mich selber in eine Situation gebracht hatte und gesagt habe, aufgeben ist eigentlich keine Option.

13:22Lucian Haas

Das heißt, du hättest dann einfach richtig dicken Batzen Geld abschreiben müssen und sagen, okay, den kann ich niemand mehr in Rechnung stellen. Das ist jetzt kein Problem.

13:31Andreas Hochscherff

Genau, das war auch die Vereinbarung mit dem Verein. Ich kriege das Geld, das ich ausgegeben habe, wieder, wenn ich eine zugelassene Winde abgeliefert habe. Und davon war ich halt einfach sehr, sehr weit weg. Aber sehr schnell an dem Punkt, wo ich gesagt habe, jetzt habe ich doch privat so viel Geld ausgegeben. Dass ich das auch zu Ende bringen möchte. Und außerdem ist es eine Frage der Ehre. Ehre ist ein blöder Begriff, aber eigentlich schon eine sportliche Herausforderung. So

13:58Lucian Haas

schnell gebe ich nicht auf. Was du da noch nicht getan hast und hast eine fertige Elektrowinde jetzt abgeliefert. Was ist eigentlich aus deiner Sicht der Vorteil einer Elektrowinde im Vergleich zu den klassischen Verbrennerwinden, mit denen eigentlich fast alle Vereine heutzutage noch arbeiten?

14:14Andreas Hochscherff

Ich glaube, da muss man unterscheiden. Also der... Der wichtigste technische Vorteil, wenn man sich einen rein klassischen Schleppbetrieb anschaut,

14:26Andreas Hochscherff

ist ganz unzweifelhaft, dass Elektromotoren, also zumindest die für diesen Zweck gut geeigneten Gleichstrommotoren, eine viel, viel bessere Regelcharakteristik haben als Autos. Ich glaube, das kann man am besten mal vergleichen, wenn man, das kennt jeder, mit einem Pkw an einem steilen Berg anfährt. Dann muss man ziemlich viel Gas geben und den Rest vorsichtig mit der Kupplung dosieren, damit das Ganze funktioniert. Denn das Problem ist ja, ich brauche viel Kraft, um das Auto loszuschieben. Aber ein Benzinmotor kann nicht viel Kraft liefern, ohne viel Leistung zu produzieren. Und diese Leistung muss ich dann wieder vernichten mit der Kupplung. Und das passiert ja bei den Benzinwinden permanent durch diese Wandlergetriebe. Deswegen werden die auch so unglaublich warm im Betrieb.

15:14Andreas Hochscherff

Und das Schlimmste, was so einer Benzinwinde passieren kann, ist, dass sie gegen starken Wind schleppt. Dann produziert sie da 30, 40 Kilowatt Motorleistung. Und das Wandlergetrieb macht das alles wieder zunichte, weil eigentlich überhaupt keine Leistung gebraucht wird, sondern nur die Kraft, damit der Pilot steigt. Also die Haltekraft, weil der im Grunde wie ein Drachen an einer langen Schnur dann aufsteigt. Genau. Und ich glaube, jeder Pilot, der schon mal geschleppt hat, kennt das, wie unangenehm das ist, wenn die Kraft sich erhöht, wenn man in eine Böe einfliegt. Und der Wind einen, sagen wir mal, nach hinten treibt und die Winde versucht dagegen zu halten. Dann hat man so einen Jojo -Effekt. Und all diese Sachen, die kann man mit einem Elektromotor wunderbar automatisch ausregeln. Da muss man selber gar nicht viel tun, sondern das macht die Elektronik dann alles wunderbar von selbst, weil man bei einem Elektromotor Kraft und Leistung quasi separat einstellen kann.

16:07Lucian Haas

Würdest du denn sagen, dass so eine Elektrowinde mit dieser elektronischen Steuerung, die du da gebaut hast, letzten Endes sogar besser ist, als ein wirklich guter, erfahrener Windenfahrer? Also vom Prinzip

16:19Andreas Hochscherff

her ja. Also wir haben es schon gesehen in vielen Schleppversuchen, in böigen Bedingungen. So schnell kann ein guter, erfahrener Windenfahrer einfach nicht regeln. Wenn man sich die Konstruktionsweise von Benzinwinden anschaut, also was da passiert, selbst wenn der schnell reagiert, der Windenfahrer, dann braucht das ja aufgrund, dadurch, dass die gesamte Winde eigentlich an einer Schwinge aufgehängt wird und da plötzlich ein paar hundert Kilometer, anfangen sich zu bewegen, wenn die Kraft höher wird, dann braucht das System einfach eine gewisse Zeit, um runter zu regeln. Und das macht eine Elektrowinde automatisch in Bruchteilen von Sekunden. Und zwar mehrmals, wenn es nötig ist.

16:58Lucian Haas

Ohne da jetzt super tief einzusteigen, so ein bisschen technisch vom Verständnis. Da ist jetzt dieser Motor, der dreht sich, da werden Kräfte wahrscheinlich, kann man die messen und sagen, wie viel Strom der jetzt gerade braucht, um so was zu halten. Wie genau kannst du da denn messen? Oder in welchem Zeitrahmen mischen? Wie siehst du da? Machst du so 10 Messungen pro Sekunde oder regelt die 100 Mal pro Sekunde? Und wie schnell kann da auch wirklich der Motor entsprechend nachstellen? Also der

17:24Andreas Hochscherff

Controller, das Thema haben wir eben nicht ganz zu Ende gebracht, den wir jetzt tatsächlich verwenden und der auch genau dieses Verhalten bringt, was wir für den Windenschlepp brauchen, der macht das 200 Mal pro Sekunde. Intern glaube ich sogar noch schneller. Der Motor selber ist natürlich ein bisschen träger. Also auch ein Elektromotor mit einer gewissen Masse schafft es natürlich nicht, innerhalb von 5 Millisekunden oder 10 Millisekunden komplett sein Verhalten zu verändern. Also da spielt auch die Massenträgerheit immer noch eine Rolle. Aber das macht ja schon im Bruchteil von Sekunden, dass der sich anpasst. Und zwar automatisch.

18:03Lucian Haas

Das heißt aber dann so ein klassischer, soweit man da überhaupt schon von Klassik reden kann, aber ein Elektro -Windenschlepp ist damit für den Piloten zumindest, wenn es nicht jetzt super stürmisch ist, eh schon wahrscheinlich viel, viel ruhiger, als es mit jeder Verbrennerwinde überhaupt sein kann.

18:18Andreas Hochscherff

Also wir hatten schon Schlepp -Piloten in heftig böigen Bedingungen, die sagten, ach das war doch ganz sanft. Weil die Winde selber so viel ausgeregelt hat. Genau. Also ich will das jetzt nicht in allerhöchsten Tönen löwen, aber da haben wir viel positives Feedback gekriegt von Piloten, die das erlebt hatten. Und wie erlebst du das? Bist du

18:37Lucian Haas

überhaupt von deiner Elektrowinde schon geschleppt worden oder vertraust du deiner Technik selber nicht?

18:40Andreas Hochscherff

Um Gottes willen, da würde ich mich niemals dranhängen. Nein, also das war so ein bisschen die bittere Pille. Also wir hatten leider sowieso nicht so sehr viele Erprobungstermine, weil wir auch nicht so sehr aktiv im Windenschlepp sind, aufgrund der Geländesituation und Personalsituation. Und also an den wenigen Terminen, wo ich dann auch wirklich dabei war, habe ich dann leider letztlich am Boden stehen müssen und die Winde überwachen und die Messungen machen und die Daten sammeln. Und gucken, dass alles läuft. Und hatte dann selber nicht die Ruhe, in die Luft zu gehen. Also effektiv bin ich, glaube ich, zwei oder dreimal an der Winde selbst geflogen. Und das auch nicht bei Bedingungen, wo ich das selber austesten konnte.

19:22Lucian Haas

Wie war das dann? Ist das dann so ein besonders stolzes Gefühl, wenn du sagst, wow, das ist jetzt mein Baby, zieht mich jetzt hier in die Luft? Ach, das kommt vielleicht später mal.

19:33Lucian Haas

Da hast du noch wahrscheinlich zu viel mit technischen Augen drauf geguckt und versucht rauszufühlen, was da eigentlich gerade abgeht. Genau, genau.

19:39Andreas Hochscherff

Also das ist dann mehr so dieser analytische Blick und so, ah, jetzt passiert dies, jetzt passiert das, jetzt passiert jenes, ja.

19:47Lucian Haas

Jetzt hast du ja die Winde dem Verein übergeben. Und du hast das auch vorhin schon mal so angesprochen. Irgendwie ist da ja immer noch diese Frage der Verantwortung, spielt sie da immer so eine Rolle mit? Im Grunde wirst du ja wahrscheinlich diese Verantwortung auch nie so richtig los.

20:03Lucian Haas

Bist du da jetzt eigentlich auch von der Winde, so wie du sie jetzt da hast, in irgendeiner Weise noch in der Haft? In der Haftung auch auf gewisse Weise?

20:11Andreas Hochscherff

Also ich habe immer darauf geachtet, dass ich nicht in eine persönliche, also private Haftung komme. Außer natürlich der Haftung, aus der man nie rauskommt mit grober Fahrlässigkeit oder sowas. Also ich sehe mich da in erster Linie moralisch verpflichtet, so ein Projekt dann eben auch zum guten Ende zu führen. Also mittlerweile bin ich da auch ganz beruhigt, weil wir Gott sei Dank im Verein auch jemanden haben, der sich sehr gut kümmert jetzt um das Gerät. Und ich war trotzdem erleichtert, als zum ersten Mal das Ding nicht mehr bei mir, vor der Garage stand, sondern woanders. Und auch woanders mal ohne mein Zutun ein Schlepp stattgefunden haben und die dann auch alle gut gelaufen sind. Also mittlerweile bin ich durchaus an einem Punkt, wo ich sage, okay, dem Ding vertraue ich. Und ich meine, was kaputt gehen kann, immer natürlich an einem Gerät.

20:58Andreas Hochscherff

Aber es scheint sich mittlerweile so bewährt zu haben, dass ich sagen kann, gut, da brauche ich mich jetzt auch wirklich nicht mehr

21:05Lucian Haas

drum zu kümmern. Aber was ist mit Reparaturen? Können das andere wirklich ausführen? Oder ist der... Ist der Verein gewissermaßen, zumindest wenn es jetzt um gezieltere Reparaturen oder wenn es heißt, die Elektronik spinnt oder irgend sowas, ist der Verein da quasi auf Gedeih und Verderb eigentlich auch noch auf dich angewiesen?

21:22Andreas Hochscherff

Das war einer der Punkte, vielleicht habe ich da am Anfang ein bisschen zu sehr drauf rumgeritten, aber das ist tatsächlich einer der Punkte, der nicht unterschätzt werden darf. Also ich habe da sehr viel spezielle Elektronik für entwickelt, sehr viel Software für geschrieben.

21:36Andreas Hochscherff

Und das Ganze muss natürlich dokumentiert werden. Also wenn jetzt irgend so eine Platine abrauchen würde, dann, selbst wenn ich jemandem anderen jetzt die Schaltpläne gegeben hätte oder die Software,

21:49Andreas Hochscherff

wäre es doch sehr, sehr viel Aufwand für jemanden, sich da reinzuarbeiten und Ersatz zu beschaffen. Also für mich ist es im Moment kein Problem.

21:59Andreas Hochscherff

Aber das Problem ist tatsächlich noch nicht gelöst. Also ich hoffe, dass wir das lösen werden. Da kommen wir vielleicht noch drauf.

22:07Andreas Hochscherff

Was mich sehr gefreut hat, ist, dass wir jetzt einen Weg gefunden haben, das vielleicht in Kleinserie zu produzieren und auf etwas solidere Beine zu stellen. Und dann haben wir natürlich eine Möglichkeit, auch sowas wie Elektronik oder Software als Ersatzteile liefern

22:28Lucian Haas

zu können. Dann quasi so als Standard -Ersatzteile, wo man sagen würde, die Steuerplatine ist warum auch immer abgeraucht, hier gibt es eine neue, die setzt du einfach ein. Genau das. Stecker rein und das funktioniert dann irgendwie. Und wie dann weiter. Ursprünglich wolltest du ja auch mal sowas, glaube ich, wenn ich das richtig erinnere, hattest du ja die Idee, sowas wie eine Volkswinde zu bauen, wo du sagst, okay, ich mache einen Bausatz oder ich gebe zumindest die Bauanleitung so weit heraus. Und dann kann jeder Verein, der auch sowas haben will, kann das auf Basis meiner Erfahrung und von dem, was ich ihnen dann liefere, dann einfach nachbauen. Was ist aus dieser Idee geworden?

23:03Andreas Hochscherff

Ja, das ist ein guter Punkt. Es gab einige Projekte, die diesen Anspruch haben. Das ist auch sehr schön übrigens, also es gibt ja auch noch andere Elektrowinden und eigentlich sind alle, die ich kennengelernt habe, durchaus freigiebig mit ihren Ideen und gerne Willens, die sagen, ja, du kannst du gerne nachbauen, ich erzähle dir auch alles.

23:25Andreas Hochscherff

Fakt ist aber, nur weil man weiß, wie so ein Ding funktioniert oder wie es aufgebaut ist, ist man noch lange nicht an dem Punkt, dass man das auch nachbauen kann. Und da gehören so viele Einzelschritte dazu. Und so viele unterschiedliche Gewerke. Also ich sage jetzt mal, bei einer Benzinwinde ist es relativ einfach, wenn man schweißen kann, also wenn man ein bisschen Metallbau kann und weiß, wie ein Benzinmotor funktioniert, dann kriegt man das schon irgendwie hin. Aber bei einer Elektrowinde muss man neben der ganzen Mechanik, die ja funktionieren muss, auch noch Elektronikwissen haben, mit Starkstromtechnik umgehen können, mit Software umgehen können, denn letztlich braucht man Software, um diese Maschinen ans Laufen zu bringen. Das ist dann auf jeden Fall etwas Interdisziplinäres.

24:11Andreas Hochscherff

Und da hat sich dann leider herausgestellt, dass das ein unrealistischer Weg ist. Ich hatte mal an so etwas wie ein Bauteil - oder Baukastensystem gedacht, wo dann vielleicht verschiedene Vereine, die Interesse haben, mit unterschiedlichen Qualifikationen einzelne Komponenten fertigen, die man dann zusammenfügt und meinetwegen einmal im Jahr im Rahmen von Windbau -Workshops zu fertigen Winden zusammenbaut. Aber all das ist letztlich gescheitert

24:41Lucian Haas

an der Realität. Das wäre wie so eine Elektrowinden -AG, wo der eine sagt, ich liefere die Motoren, der nächste sagt, ich schraube da immer die Elektronik zusammen und dann bauen wir das am Ende wie auch immer so zusammen. Das war die Idee? Das war

24:53Andreas Hochscherff

die Idee. Das war eine der Ideen. Die ursprüngliche Idee war, ich dokumentiere einfach alles sehr schön und dann kann sich das ja jeder nachbauen. Das war aber ziemlich schnell klar, dass das nicht funktioniert.

25:06Andreas Hochscherff

Und der nächste Schritt wäre dann gewesen, gut, man organisiert auch noch, dass eben mehrere Parteien einzelne Komponenten fertigen und die dann zusammenbauen. Meinetwegen der eine Verein baut fünf Seiltrommeln, der andere Verein baut fünf Rahmen und der dritte Verein baut fünf Platinen und dann hilft man sich gegenseitig und kriegt so

25:28Lucian Haas

die ganze Sache ans Laufen. Nova hat ja jetzt bei der Thermikmesse dann angekündigt, dass sie jetzt die Elovin, also dieses Modell, was du als Elovin entwickelt hast, zumindest in einer kleinen Serie, wirklich zur Serienreife bringen will und auf den Markt bringen will. Wie ist es eigentlich zu dieser Kooperation von dir mit Nova gekommen?

25:47Andreas Hochscherff

Das ist jetzt gut drei Jahre her. Der DHV hatte ein Elektrowindenforum gegründet, wo alle interessierten Entwickler oder Friends and Family, die sich für das Thema interessieren, registrieren lassen konnten und sich austauschen konnten. Und ich hatte relativ, relativ bald dann 2017 von zwei Nürnberger Fliegerkollegen auf diese Weise erfahren, die ein sehr interessantes Projekt realisieren wollten, nämlich so eine Anhängerkupplungswinde. Der eine oder andere kennt sie vielleicht, Skinch vom Prinzip her, also einfach nur ein Motor mit Trommel auf eine Anhängerkupplung montiert, relativ simpel mechanisch gehalten, zumindest auf den ersten Blick.

26:36Andreas Hochscherff

Und da suchten die Unterstützung. Und da konnte ich natürlich eine ganze Menge schon zu dem Zeitpunkt beisteuern. Und dann kamen wir uns in den Kontakt. Und wir haben dann so ein Deal gemacht. Ich liefere euch die ganze Elektronik und die Software und dafür kriege ich von euch eine Seiltrommel.

26:57Andreas Hochscherff

Und dann haben wir da einfach zusammen losentwickelt. Und irgendwann stellte sich heraus, dass einer von den beiden bei Nova ist und sich auch vorstellen konnte, sowas mal in Kleinserie zu produzieren. Zwar eher so diese Abrollwinde oder diese Anhängerkupplungswinde, aber er hat sich dann auch zunehmend oder die beiden haben sich dann auch zunehmend mit der größeren Rahmenversion anfordern können. Und letztlich haben wir dann über die Jahre, wo die Projekte schön zum Erfolg geführt haben,

27:28Andreas Hochscherff

beschlossen, dass wir jetzt beide Modelle mal versuchen werden in Kleinserie zu produzieren.

27:34Lucian Haas

Wann wird es dann diese erste Elovin von Nova geben? Ist das schon abzusehen?

27:39Andreas Hochscherff

Da will ich jetzt der Firma nicht in ihre Kommunikationsstrategie fahren. Also wir hoffen, dass wir jetzt leider Corona -bedingt mit drei Monaten Verzögerung im Juli mal mit einem Prototyp loslegen können. Der wird dann sehr ähnlich sein wie die Elovin, die wir jetzt bei uns im Verein haben. Und dann schauen wir mal, wie gut sich das bewährt in der Praxis. Und sind dann hoffentlich relativ zügig in der Lage, auch eine Kleinserie aufzulegen damit. Du sagst jetzt

28:12Lucian Haas

sehr ähnlich. Was ist denn das, was schon unterschiedlich ist, weil du vielleicht aus der Erfahrung mit deiner ersten, dem ersten Prototyp sagst, okay, das würde ich ja heute grundsätzlich anders lösen? Eigentlich

28:24Andreas Hochscherff

ist es

28:24Lucian Haas

nur der Motor.

28:25Andreas Hochscherff

Also ich bin, ehrlich gesagt, verblüfft, dass wir eigentlich fast alles, ob es die Kappvorrichtung ist, die Elektronik, die vom Prinzip der Controller vor allen Dingen, dass wir das alles weiterverwenden werden. Der Motor ist tatsächlich ein Problem gewesen. Vielleicht erzähle ich das noch kurz. Das war am Ende einer der, neben dem Controller, einer der großen Knackpunkte. Da brauchte ich einen sehr speziellen Motor. Das ist halt ein Direktantrieb, der in dem Leistungsbereich ziemlich teuer ist, wenn man ihn in Europa versucht zu bekommen. Und ich habe ihn dann, Direktantrieb, nur zum Verständnis, das heißt kein Getriebe, sondern... Kein Getriebe, genau. Der liefert alle... Genau, sollte ja ganz einfach sein und sollte jeder aufbauen können.

29:11Andreas Hochscherff

Das war immer der Anspruch. Deswegen möglichst kein Getriebe, keine Übersetzung, sondern ein Direktantrieb, so wie man das von Fahrradnabenmotoren auch kennt, nur halt in groß. Und dafür braucht man natürlich sehr, sehr starke Magneten in diesen Motoren. Und die sind sehr, sehr teuer. Sofern man nicht, wie China, über seltene Erden verfügt, mit denen man die relativ preiswert bauen kann. Und tatsächlich habe ich dann in China mir bei einer Firma, die mit Europa überhaupt keine Geschäfte machte, ich glaube außerhalb von China überhaupt keine Geschäfte machen, irgendwie auf einem abenteuerlichen Weg geschafft, dass die mir einen Motor so bauen, wie ich ihn brauchte. Das hat dann auch funktioniert, aber es war ziemlich schnell klar, das ist jetzt nicht der Weg, wie man eine Kleinserie auflegt.

29:58Andreas Hochscherff

Jetzt haben wir Gott sei Dank eine Firma gefunden, die auch in Europa vertreten ist und auch in Serie liefern kann.

30:07Lucian Haas

Auch die

30:08Andreas Hochscherff

Motoren in entsprechender Stärke, die du da brauchst. Genau, das war das Problem. Die Firma, die gab es schon vorher, die hatte kleinere Motoren, die reichen für einen Soloschlepp einigermaßen aus, aber für einen Nullwindschlepp oder für einen Tandemschlepp brauchte man einfach stärkere Motoren.

30:24Lucian Haas

Noch kurz mal zu China, das interessiert mich jetzt. Du sagst, ich habe da jemand in China gefunden, der mir sowas baut. Du sitzt jetzt hier in Bonn, also ich sitze mit dir jetzt hier auch in Bonn. Wie findet man jemand in China, der einem einen Spezialmotor baut, wo man dann auch hinschreibt, du, ich brauche etwas für eine Elektrowinde, wo vielleicht der Chinese sagt, was ist das denn? Guter

30:45Andreas Hochscherff

Punkt. Ich glaube, ich habe in so zwei, drei Monaten im Internet gehangen und nur recherchiert, alles Mögliche recherchiert. Also Teile besorgen, das ist mühsam. Ob das Federn für Kappvorrichtungen sind oder was, und man muss alles berechnen, man muss gucken, wo kriegt man es her. Und Elektromotor war ein ganz großes Problem. Ich habe mich erst hier in Deutschland natürlich umgeguckt, dann in Europa. Und dann stellte sich aber heraus, nein, es hilft nichts, du musst nach China gucken. Und dann gab es letztlich auch nur zwei oder drei Firmen, die man über Alibaba … Als Plattform ist das dann so, Handelsplattform dann? Genau, die Chinesische, eigentlich so eine Industriehandelsplattform, zumindest zu dem Zeitpunkt, habe ich eine Firma gefunden,

31:33Andreas Hochscherff

die zumindest auf Englisch ansprechbar war. Und da meldete sich ein Chinese, die geben sich alle netterweise irgendwelche englischen Namen, damit man nicht zu sehr Rade brechen muss. Und das war der Chris. Und der Chris war dann sehr hilfsbereit und nahm meine Wünsche auf und sagte dann irgendwie, ja, so etwas können wir bauen oder so etwas können wir machen. Und das ging dann schon ziemlich ins Eingemachte, also richtig mit Drehzahlen und Newtonmeter und so weiter und so fort. Dann kam irgendwann die Mail zurück, ja, okay, wir bräuchten jetzt einen Auftrag, aber das können wir nicht über die normale Firmenkonto abwickeln. Du müsstest das irgendwie auf das Konto von unserem Entwicklungschef überweisen.

32:20Andreas Hochscherff

Und jetzt, wir schicken hier einen Performer -Invoice. Und das ist die … Konto -Nummer und dann bitte 2.000 Euro. Ja, das war das erste Mal, dass ich wirklich schlucken musste. Wie viele schlaflose Nächte hattest du, bevor du überwiesen hast?

32:39Andreas Hochscherff

Keine, das habe ich sofort getan, weil mir klar war, hopp oder topf. Also, das war wieder einer dieser Zwangspunkte, man sagt ja. Also, wenn ich jetzt über den Schatten springe … Also, ohne Motor wäre das Projekt gestoppt? Ohne Motor wäre das ziemlich langweilig geworden, das Projekt. Also, eine Winde ohne Motor ist … Ja, klar. Keine spannende Sache. Und ich hatte keinen gescheiten Plan B. Also, ich hätte ganz neu anfangen müssen zu denken. Dann vielleicht doch mit Getriebe und Standard -Elektromotor. Da dachte ich mir, komm, jetzt bist du so weit. Jetzt gehst du den Weg. Und das hat alles wunderbar geklappt. Aber spannend.

33:13Lucian Haas

Und der Motor wurde dann aber speziell für dich dort gebaut, gewickelt, was auch immer, verschifft. Wie lange hat das dann gedauert, bis du den dann nach Auftragsvergabe dann in Händen hieltest?

33:24Andreas Hochscherff

So acht, zwölf Wochen, glaube ich. Oder acht bis zwölf Wochen, ich weiß es nicht mehr genau. Ach doch, gar nicht so lang. Nein, nein, nein. Ja, was heißt speziell gebaut? Die haben natürlich so ihre Motorplattformen und müssen dann einfach nur gewisse Dinge anpassen. Und ich glaube, die werden ohnehin … Also, diese Art von Motoren werden sowieso nicht in Riesenstückzahlen gebaut, sondern die werden schon relativ häufig customised ausgeliefert.

33:48Lucian Haas

Wofür wird sowas normalerweise eingesetzt? In diesem … Also, auch mit einer solchen Leistung? Du sagst, normalerweise findet man vielleicht in Fahrrädern, aber jetzt, das ist natürlich etwas Größeres. Ja, das war auch ganz

33:58Andreas Hochscherff

interessant. Ich hätte natürlich gerne irgendeine Referenz gehabt, dass dieser Motor überhaupt funktioniert, also dass das nicht nur so eine Luftnummer ist. Und dann haben die mir einfach ein paar Bilder geschickt aus ihrer Werkstatt, wo sie Taxis umgerüstet haben. Und zwar haben die dann wirklich ganz stoisch ihre Radnarben, also haben die Rückräder von den Taxis ausgebaut und einfach ihre Einschweißhülsen da reingesetzt und dann ihre Motoren reingeschraubt, die Räder dran, und dann fuhren diese Taxis los. Und die meinten ja, also unsere Taxis fahren schon … Oder sagen wir mal, der Kunde, der diese Taxis betreibt, fährt jetzt seit drei Jahren in …

34:42Andreas Hochscherff

fehlerfrei und anstandslos durch die Gegend. Also, die wurden tatsächlich schon als Elektroantriebe für chinesische Taxis verwendet. Zum Zeitpunkt, als man in Europa da noch gar nicht dran dachte.

34:52Lucian Haas

Du hast ja vorhin gesagt, das Problem war auch der Controller. Hättest du nicht von denen dann direkt auch den Controller haben können, wenn du sagst, die Taxis fahren schon damit? Da muss es doch die entsprechende Elektronik direkt für geben. Ganz andere Baustelle.

35:02Andreas Hochscherff

Also jemand, der Motoren baut, kann auch lange keinen Controller bauen. Und auch die haben ihre Controller bei den einschlägigen Lieferanten gekauft. Die hatten mir halt auch einen Controller empfohlen, den ich allerdings ja schon probiert hatte und der mit dem Motor auch gut funktionierte, aber eben nicht für Windenschleppbetrieb. Weil der halt falsch programmiert war und du nicht wusstest, wie man ihn vielleicht umprogrammieren kann. Ja, selbst wenn ich es gewusst hätte, ich hätte es nicht gekonnt. Das ist dann schon in die Chips gemeißelt. Da kommt man nicht ran.

35:31Lucian Haas

Diesen Controller, den du jetzt verwendest, das ist jetzt ein bisschen eine spezielle technische Frage. Warum kann der das, was du für die Winde brauchst, wenn du sagst, normalerweise fürs Autofahren brauche ich eigentlich dieses Verhalten gar nicht?

35:41Andreas Hochscherff

Das ist ein bisschen ärgerlich, denn das, was die Controller für Windenschlepp können müssen, kann eigentlich jeder Controller. Hätte auch dieser China -Controller gekonnt. Er hat es nur nicht quasi nach außen gekonnt. Er hat es nur nach außen offengelegt. Es so zu parametrieren, dass es auch funktioniert. Und der Controller, den ich jetzt verwende, der lässt sich sehr, sehr weit parametrieren. Also sehr, sehr stark einstellen. Das war allerdings auch eine große Hürde. Also ich habe am Ende, glaube ich, über ein Jahr gebraucht, um das Ding so einzustellen, dass er funktioniert. Um überhaupt erstmal zu begreifen, wie der funktioniert. Es war ein ungeheuer komplexes Teil.

36:19Andreas Hochscherff

Und hat mich viele, viele schlaflose Nächte gekostet. Aber am Ende war es der Schlüssel zum Erfolg. Dass der eben die Parameter offengelegt hat, die man für Windenschlepp braucht. Und ich kenne auch andere Elektro -Windprojekte, die an diesem Problem gescheitert sind.

36:34Lucian Haas

Wie viele aktuelle Elektro -Windprojekte gibt es denn von denen, wo du sagst, das waren nicht mal welche, wo einmal eine gebaut wurde und dann, die steht halt da, aber geht nicht weiter. Sondern wo du sagst, da ist wirklich noch Entwicklungspotenzial drin. Oder die könnten vielleicht auch auf den Markt kommen oder was auch immer. Oder seid ihr mit Elovin und Nova, im Grunde, werdet ihr da erstmal konkurrenzlos? Ach,

36:57Andreas Hochscherff

ich glaube Elektro, also Entwicklungspotenzial, haben viele Projekte. Das ist nicht das Thema. Also manche Projekte waren von vornherein so angelegt, die haben dann, ich sag jetzt mal, aus dem Vollen geschöpft und sich um Kosten nicht geschert, sondern die wollten einfach ein Ziel erreichen. Das haben sie dann auch erreicht, aber zu einem Kostenpunkt, wo auch ihnen selbst jederzeit klar war, das wird keiner nachbauen. Ja, das ist dann, das ist dann illusorisch. Also dann landet man schnell bei 50.000 Euro und mehr für so eine Winde. Es gibt ein oder zwei Projekte, die ich kenne, die wären, glaube ich, grundsätzlich auch geeignet, sie zu kommerzialisieren. Aber man muss halt jemanden finden, der das dann auch tut. Und das hatte ich bisher nicht gesehen.

37:43Andreas Hochscherff

Also die einzige mir bekannte Elektrowinde, die auch in einer kleinen Serie verfügbar ist, ist die Molivinch, die allerdings nicht mit Akkus betrieben werden kann, sondern mit Netzstrom läuft oder halt einem

37:56Lucian Haas

Dieselaggregat. Apropos Akkus, das haben wir eigentlich noch gar nicht besprochen. Eine Besonderheit deiner Winde ist ja, dass alles, was man für die Winde braucht, ist auf dem Anhänger drauf, also auf die Stromversorgung. Du sagst jetzt gerade Akkus. Was für Akkus hast du zumindest in der jetzt verbaut, die da jetzt für den Verein fertig ist?

38:12Andreas Hochscherff

Ja, nach langer Recherche hatte ich mich dann für Gabelstapler -Akkus entschieden. Die haben halt den Vorteil, dass sie auch hohe Ströme liefern können. Das ist wichtig. Und die sind relativ robust und vor allen Dingen nicht so teuer. Also zu dem Zeitpunkt hätte es auch schon Lithium -Akkus gegeben. Also wir reden jetzt hier über den Zeitraum 2012. Aber die waren zu dem Zeitpunkt noch dreimal so teuer wie die Blei -Akkus. Und das wollte ich dann dem Verein erstmal nicht antun. Ich dachte, komm, dann machen wir erstmal Blei -Akkus und irgendwann, wenn diese Lithium -Akkus billiger sind, dann kann man ja auch wieder umsteigen. Allerdings sind sie bis heute nicht billiger geworden.

38:50Lucian Haas

Aber das, was ihr jetzt sagt, wenn ihr jetzt mit Nova plant, hat das dann auch solche Blei -Akkus? Oder plant ihr das eigentlich mit Lithium -Akkus, weil du sagst, im Grunde ist das the way to go, dass die sind leichter, die Energiedichte ist auch mindestens genauso gut oder so?

39:04Andreas Hochscherff

Naja, die Idee ist eigentlich, dass das der Interessent selber entscheidet. Also anders als bei einer Benzinwende, wo du sagst, da brauche ich einen 20 -Liter -Tank rein und damit ist dann jeder glücklich, ist es ja so, da gibt es kleine Schleppgemeinschaften, die sind froh, wenn sie am Abend noch fünf Schlepps machen können. Die kommen mit einer kleinen Batterie aus und dann gibt es einen großen Verein, der sagt, also 100 Schlepps müssen wir aber schon schaffen. Und der braucht natürlich eine ganz andere Batterie. Und deswegen konzipiert man das Ganze so, dass man eigentlich den Batterietyp unabhängig von der Winde wählen kann.

39:39Lucian Haas

Du kennst dich ja mit so elektrischen Daten so ein bisschen aus. Nur zum Vergleich mal, wenn ich mir so einen typischen Notebook -Akku nehmen würde und sage, wie viele Schlepps stecken in einem solchen Notebook -Akku? Also wie viele Piloten kriege ich bei normalen Bedingungen oder sagen wir einfach Null -Wind -Bedingungen? Ich brauche viel Kraft von der Winde her. Wie viele kriege ich da mit einem Notebook -Akku hochgeschleppt?

40:03Andreas Hochscherff

Also ich würde mal sagen, ein 50 -Kilo -Pilot würde vielleicht 150 Meter Ausklinkhöhen erreichen, dann ist er leer. Ein Notebook -Akku? Ein Notebook -Akku. Das heißt, wenn ich sage,

40:13Lucian Haas

ich will 100 Schlepps pro Tag hinbekommen, die jetzt nicht nur bis 150 Meter gehen, sondern am besten mir eine Ausklinkhöhen von 400 Metern vielleicht liefern, dann brauche ich also 1000 solcher. Ne? Habe ich jetzt falsch gerechnet?

40:27Andreas Hochscherff

Also ich sage jetzt mal, so ein Notebook -Akku hat rund 100 Wattstunden, um bei den technischen Zahlen zu bleiben. Und für so einen normalen Schlepp braucht man irgendwas zwischen 150 und 250 Wattstunden, je nachdem. Also bei viel Wind könnte man auch mit 100 Wattstunden hinkommen, also mit einem Notebook -Akku. Also wenn man jetzt 100 Schlepps machen will, Also ein Schlepp, ein

40:48Lucian Haas

Notebook -Akku? Sagen wir lieber so,

40:51Andreas Hochscherff

ein Schlepp, zwei Notebook -Akkus, dann bist du einigermaßen auf der sicheren Seite. Also für 100 Schlepps brauchst du 200 Notebook -Akkus. Ja,

40:57Lucian Haas

das nur so als Vorstellung, was man da eigentlich dann auch im Grunde vom Gewicht zusammenbekommt. Wenn man da wirklich dann die ganze Energie mit sich herumschleppen will, dann hast du eine ordentliche Last auch auf deinem Hänger hinten drauf. Was wiegen die Batterien, die du jetzt da drauf hast, diese Blei -Akkus, die sind wahrscheinlich noch schwerer als diese Lithium

41:13Andreas Hochscherff

-Dinger? Die sind dreimal so schwer. Also Lithium -Akkus sind ungefähr dreimal so teuer wie Blei -Akkus, aber dafür sind Blei -Akkus dreimal so schwer. Und... Die wiegen jetzt bei uns glaube ich so gut 600 Kilogramm. Also die machen bestimmt, die machen mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts aus.

41:29Lucian Haas

Das ist ja schon eine ganze Menge. Ja. Springen wir noch mal ein bisschen im Thema. Eine Besonderheit, die du bei dieser Elovin auch noch eingebaut hast, ist ja die Möglichkeit, dass man sie per Funk fernsteuern kann. Wie sicher ist das eigentlich? Funkstrecken können abbrechen oder sonst was und da hängt gerade einer am Seil. Was passiert dann? Also wie hast du das realisiert? Und warum kennst du dich überhaupt mit Funk

41:50Andreas Hochscherff

aus? Darf ich noch einen kleinen Schwenk machen? Weil mich das noch an den Punkt bringt, den ich noch eben zu Ende führen wollte. Du hattest gefragt, was sind überhaupt die Vorteile der Elektrowinde? Das eine war dieser Vorteil der mechanischen Regelung. Das ist der nackte Vergleich, wenn man sie mit einer Benzinwinde vergleicht. Man kriegt allerdings, wenn man so eine Winde entsprechend konzipiert und auch mit moderner Computertechnik steuert, eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die auch sehr viele Vorteile bringen können, die jenseits der normalen Schleppvorteile liegen. Und eine davon ist eben, dass man relativ einfach eine Fernsteuerung konzipieren kann. Das habe ich dann getan. Also zum einen haben mich so Funksteuerungen immer irgendwie interessiert und das andere ist halt, dass auch mein beruflicher Hintergrund ein bisschen in der Richtung liegt und ich irgendwie ganz froh war, dann auch nochmal so meine Funktechnikkenntnisse anwenden

42:48Lucian Haas

zu können. Ich spoiler mal ein bisschen. Du hast für den Mobilfunkanbieter gearbeitet und sehr viel auch in der Funkentwicklung da mitentwickelt und sowas. Von daher, okay, kennst du dich mit Funken sehr gut aus.

42:58Andreas Hochscherff

Wobei das mit der Entwicklung auch eine reine Papierarbeit war. Also ich bin jetzt kein Elektronikentwickler oder sowas gewesen, sondern mehr so ein konzeptioneller Entwickler oder habe an Spezifikationen mitgearbeitet. Aber tatsächlich ist es so, dass, du fragtest eben nach der Sicherheit von der Funksteuerung, so ein paar Sicherheitsmechanismen aus dem Mobilfunk, dass ich die einfach, so weiterverwenden konnte, auch für die Elovin und dann zum Beispiel so bestimmte Mechanismen eingebaut habe, dass die nach einem bestimmten Verfahren, das auch im Mobilfunk angewendet wird, die Kraft automatisch reduziert, wenn die Funkverbindung schlechter wird. Und ich glaube, das ist auch das entscheidende Merkmal bei einer Funksteuerung. Man kann die mehr oder weniger sicher ausführen, aber die Sicherheit, die man von einer kabelgebundenen Verbindung hat, die wird man natürlich niemals erreichen können.

43:48Andreas Hochscherff

Also man muss mit Ausfällen rechnen. Wenn man jetzt aber die Winde so konzipiert, dass sie bei einem, nehmen wir den schlimmsten Fall, sie ist dumm gebaut,

44:00Andreas Hochscherff

der Funk fällt aus und der Motor bleibt stehen, dann ist das für einen Piloten wie ein Seilriss. Und das ist ja auch eine Situation, mit der er umgehen können muss. Insofern könnte man sagen, gut, alles nicht so dramatisch. Bei der Elovin ist das jetzt so, dass die in so einem Fall, innerhalb von fünf Sekunden, die Kraft linear auf null fährt. Und das also eine relativ sanfte Geschichte ist im Grunde, wie auch beim normalen Ausklingvorgang. Also da muss man sich keine Sorgen machen. Also

44:27Lucian Haas

nicht wo dran, sondern wo drin liegt denn dann jetzt der eigentliche Vorteil von dieser Funkfernsteuerung im normalen Betrieb? Also warum hast du das mit konzipiert? Was ist daran so toll? Naja, da kommen wir wieder auf

44:39Andreas Hochscherff

das Eingangsstatement zur Motivation. Der Fluglehrer, der sagt, ja meine Güte, gerade wenn ich meine Anfänger ausbilde, je nachdem wen ich da auf der Winde sitzen habe, das ist fürchterlich für die,

44:52Andreas Hochscherff

dann säße ich lieber selber auf der Winde, aber dann kann ich sie ja nicht ausbilden. Und dann ist natürlich klar, die Lösung wäre eine Fernbedienung, dass der Fluglehrer die Winde vom Startplatz aus selber bedient. Und das war das Ziel. Mittlerweile machen wir auch noch mehr. Mittlerweile verfolgen wir auch so Konzepte, dass man sich als Pilot selber in die Luft schleppen kann mit so einer Fernbedienung. Das

45:14Lucian Haas

heißt, ich bräuchte gar, letzten Endes könnte ich mich alleine mit einer solchen Winde, die ich hinten auf eine Anhängerkupplung von meinem Auto setze oder sowas mit der entsprechenden Elektronik da dran geschaltet, könnte ich sagen, ich fahre auf den Acker raus, spule das Seil aus und schleppe mich dann selber in die Höhe. Das ist

45:29Andreas Hochscherff

möglich, ja.

45:30Lucian Haas

Und das wird dann alles elektronisch, auch wieder das Seil eingespult oder sonst was. Das Auto bleibt da stehen. Ich fliege oben rum, habe irgendwie noch die Fernbedienung, die muss ich irgendwo wegstecken wahrscheinlich. Aber dann ginge das wirklich auch als Solo -Betrieb in dieser Form. Ja.

45:43Andreas Hochscherff

Ginge als Solo -Betrieb. Ob das jetzt praxistauglich ist, weiß ich nicht. Ich weiß von Projekten in Deutschland, die das so gebaut haben und auch schon praktizieren oder praktiziert haben. Ist natürlich von der aktuellen Betriebsordnung nicht so ganz abgedeckt. Aber da arbeitet der DRV, glaube ich, daran, dass das auch zugelassen wird. Und ob sich das jetzt in der Praxis als interessante Option herausstellen wird, müssen wir dann sehen.

46:08Lucian Haas

Du hast ja deine Winde beim DRV auch zugelassen. War das schwer? Oder war das, weil es technisch so wunderbar funktionierte, dann eigentlich relativ einfach? Und wie hat eigentlich der DRV darauf reagiert? Haben die gesagt, super, das ist tolle Technik, die wir jetzt brauchen? Oder noch so ein Spinner mit so einer komischen Idee? Das war vielleicht das, was wir anfangs

46:28Andreas Hochscherff

gedacht haben. Aber nein, der DRV war sehr unterstützend und sehr positiv gestimmt und hat eigentlich da, wo er helfen konnte, auch geholfen. Und zwar von Anfang an. Schon damals, als der Horst Barthelmes noch Schlepperauftragter war, hat er das sehr motiviert. Und auch sein Nachfolger jetzt, der Andreas Schöpke, hat er sehr, sehr stark supportet. Am Ende, die Tests zu bestehen, war sehr einfach. Das war eigentlich kein Problem. Was ein bisschen schwierig war, war, eine Prozedere zu finden, um überhaupt die Tests zu definieren. Weil die normale Windentestprozedur für Benzinwinden ausgelegt ist. Da passen viele Dinge einfach nicht. Da werden Dinge geprüft, die sind völlig irrelevant für Elektrobetrieb.

47:15Andreas Hochscherff

Und umgekehrt werden wichtige Dinge, die im Elektrobetrieb relevant wären, überhaupt nicht beachtet.

47:22Lucian Haas

Und wie geht das dann? Handelst du das dann mit Horst Barthelmes oder wie auch immer quasi aus? Sagst du, ich halte das für wichtig, was man da vielleicht noch testen sollte? Oder wer hat da so ein Testverfahren dann festgelegt?

47:34Andreas Hochscherff

Das haben wir tatsächlich dann einvernehmlich gemacht. Ich glaube, ich konnte dann durch gute Argumente, gute Dokumentation auch zeigen, dass ich das sehr ernsthaft betrachte und mir da auch Gedanken drum mache. Und dann haben wir relativ schnell ein Verfahren gefunden, nachdem wir die auch zulassen konnten.

47:57Lucian Haas

Nach dem gleichen Verfahren werden dann wahrscheinlich auch die künftigen standardisierten, nenne ich jetzt mal Elo -Viens, die dann unter dem Namen von Nova auf den Markt kommen, werden dann genauso zugelassen? Oder das Muster vielleicht dann zugelassen und dann entsprechend die anderen? Da gehe ich

48:12Andreas Hochscherff

im Moment von aus. Ich schätze mal, dass mittelfristig da noch weitere Vorschriften angepasst werden müssen und sich da was entwickelt. Ich glaube, damals sind die Zulassungsvorschriften für die Benzin -Venue auch nicht über Nacht entstanden. Also das wird sich sicherlich über die Jahre entwickeln und vielleicht auch anhand neuer Erkenntnisse noch der ein oder andere zusätzliche Prüfpunkt eingebaut. Aber im Moment gehe ich davon aus, dass man das so machen kann.

48:36Lucian Haas

Wenn jetzt so eine Elo -Vien vermarktet von Nova dann entsprechend auf den Markt kommt als Standard, glaubst du, dass die sich auf dem Markt dann durchsetzen werden? Dass die Leute sagen, Elektrowinde sind so toll, wir wollen gar keine Benzin -Vinden mehr? Benzin -Vinden schlippen ja nicht schlecht.

48:52Andreas Hochscherff

Und Elektrowinde sind ja auch nicht ganz billig. Also ich glaube ja, letztlich hängt es am Preis. Also wenn wir es irgendwie schaffen, diese Vinden zu einem Preis zur Verfügung zu stellen, wo dann auch viele Vereine sagen, ja dann ist meine nächste Vinde doch eine Elektrowinde, dann werden die sich mittelfristig durchsetzen. Weil sie doch eine ganze Reihe von Vorteilen bieten. Also es ist nicht nur dieser Sicherheitsaspekt und dass man eben auch einen unversierten Vindenfahrer bei Bögenbedingungen durchaus an den Knüppel lassen darf.

49:25Andreas Hochscherff

Sondern es ist einfach auch viel angenehmer. Also wer mal ein paar Stunden eine Benzin -Vinde bedient hat, dem klingeln in der Regel die Ohren, der hatte die ganzen Benzin -Dämpfe in der Luft. Und das war jetzt nie die große Motivation für eine Elektrowinde. Aber an Elektrowinde kann man auch sagen, kann man sich während des Schlepps noch mit seinem Kumpel nebenan unterhalten. Und da riecht auch nichts, wenn man nicht gerade einen Kurzschluss produziert.

49:49Lucian Haas

Aber günstiger können diese Elektrowinde zumindest in dieser Lösung, wenn du sagst, mit Batteriebetrieb, ja eigentlich nur werden, wenn du sagst, die Batterien werden deutlich günstiger. Also wenn zum Beispiel diese Lithium -Ionen -Akkus nochmal im Preis dann halt entsprechend nach unten deutlich fallen. Das würde dann den Preis, also ich nehme, wenn man jetzt sagt, so eine Elektrowinde wie die, die jetzt fertig ist, wenn du sagst, das würde ich jetzt mit Lithium -Ionen -Akkus ausstatten, welchen Preisanteil hätte dann in etwa allein dieser Akku? Macht das 60 Prozent des Gesamtpreises dann aus?

50:21Andreas Hochscherff

Wie gesagt, das hängt davon ab, was für Bedürfnisse der Verein hat. Also wenn ich über 100 Schlepps am Tag machen will und ein Lithium -Akku haben möchte, dann kann das gut sein, dass ich da 40 oder 50 Prozent des Preises allein für den Akku rechnen muss. Aber wenn ich ein kleines Projekt habe, dann kann das auch deutlich weniger sein. Oder wenn ich dann halt sage, ja gut, ich habe kein Gewichtsproblem, ich nehme einen Blei -Akku, dann ist das auch gar nicht mal so teuer. Das Problem ist halt, insgesamt sind die Komponenten relativ teuer. Wir brauchen diesen teuren Direktantrieb -Motor, der ist nicht leicht zu kriegen. Wir brauchen diesen teuren Elektronik -Controller, wir brauchen eine teure Batterie. Und das sind alles so, ich sage mal, im Vergleich zu einer Benzin -Vinde natürlich Preisnachteile.

51:08Andreas Hochscherff

Für eine Benzin -Vinde gehe ich irgendwo hin, hole mir einen alten Golf -Motor, baue den da rein und der Rest ist überwiegend Metall und noch ein alter Autositz und dann habe ich das. Das ist bei einer Elektrowinde halt anders. Da muss man einfach einmal über den Schatten springen und sagen, gut, da muss ich einfach ein bisschen mehr Geld hinlegen, weil das alles neue, teure Teile sind und nicht irgendwelche Gebrauchsteile von irgendwelchen übriggebliebenen PKWs.

51:40Lucian Haas

Wenn jetzt diese Akkus so ein zentraler Bestandteil sind, wäre nicht auch eine Baulösung möglich, wo man sagt, okay, es gibt ja in Zukunft noch viel mehr die klassischen Elektroautos, die auch immer tolle Akkus da schon mit drin verbaut haben. Die haben vielleicht auch ihre Anhängerkupplung. Könnte man nicht so ein Ding direkt auf so ein E -Auto draufsetzen und sich an das Akkusystem des Autos dran klemmen und sagen, wunderbar, ich ziehe die Energie, die ich brauche, einfach direkt aus dem Auto noch raus und kann damit wunderbar meine Schlepps machen und habe dann quasi so ein Zweinutzungsfahrzeug?

52:15Andreas Hochscherff

Schöne Idee, ja.

52:19Andreas Hochscherff

Wäre theoretisch denkbar, will ich auch nicht ausschließen langfristig, aber im Moment sind, glaube ich, Elektroautos zum einen dafür nicht ausgelegt, also die sind nicht dafür ausgelegt, an fremde Systeme hohe Ströme zu liefern, meines Wissens. Dann kommt dazu, dass Elektroautos bei viel höheren Spannungen arbeiten. Das heißt, man müsste wieder eine ziemlich teure Leistungselektronik dazwischen schalten, um mit der Winde zusammenarbeiten zu können. Aber mittelfristig ist das sicherlich eine Option, die man sich überlegen könnte. Wobei ich ehrlich gesagt eher dann davon ausgehe, dass über die ganzen Elektroautos ja Gebrauchtakku -Märkte entstehen werden. Das kann man schon heute sehen. Also schon heute kriegt man einen Tesla -Akku, der für einen Tesla nicht mehr gut genug ist, aber für einen Windenschlepp noch dreimal reichen würde.

53:07Andreas Hochscherff

Für überschaubares Geld eingekauft. Das

53:11Lucian Haas

heißt, da kann sich einfach ein neuer Energiemarkt auch für Winden dann entsprechend ergeben. Oder für Windenakkus, ja. Wenn jetzt ein anderer Pilot zu dir käme, sich jetzt diesen Podcast angehört hat und sie irgendwie von der Idee trotzdem angefixt ist und sagt, ich will jetzt auch noch sowas bauen,

53:31Lucian Haas

weil letzten Endes hast du es ja geschafft. Also es ist am Ende was rausgekommen und das kommt jetzt vielleicht auch noch auf den Markt und so. Also möglich ist es. Ja. Der fragt dich jetzt und sagt so, was meinst du, soll ich das vielleicht auch noch angehen? Würdest du es ihm mit diesem ganzen Berg, den du da durchgemacht hast, einmal hochlaufen und wirklich über den hohen Gipfel zu gehen, dass du merkst, es funktioniert? Würdest du dem dazu jetzt raten oder würdest du sagen, du, es ist zwar toll, ich habe viel gelernt oder sonst was, aber lass es lieber.

54:04Andreas Hochscherff

Ja, du hast mich eingangs gefragt, würdest du es nochmal machen? Und ich habe direkt gesagt, nee, würde ich nicht.

54:10Andreas Hochscherff

Und ich denke, das muss jeder selber wissen, ob er sich das antun möchte, ob er sich das zutraut. Ich würde es niemandem ausreden wollen, aber ich kann nur jedem dringend empfehlen, die Sache wirklich komplett durchzudenken und zu Ende zu denken. Und ich habe schon Leute kennengelernt, die dachten, ich habe hier einen Elektromotor und einen Controller und das Ganze dreht, da fehlt ja nicht mehr viel. Und das ist, das ist der Anfang vom Anfang, wenn man das geschafft hat. Ich kann es guten Gewissens niemandem empfehlen, der sich seiner Sache nicht ohnehin schon relativ sicher ist.

54:50Lucian Haas

Bist du stolz, dass du es geschafft hast? Ja.

54:53Andreas Hochscherff

Ja. Ich meine, ich habe so viele Hürden überwinden müssen und so häufig an einem Punkt gestanden, wo ich wirklich drauf und dran war, jetzt stirbt einfach den einen tot, stampft das ganze Zeug ein und schiebt es in die Ecke. Aber ich habe es dann immer wieder, mich aufgerappelt und letztlich hat sich das über sieben Jahre gezogen und doch, da muss ich sagen, da habe ich einen gewissen Stolz, dass ich

55:17Lucian Haas

das geschafft habe. Andreas, ich danke dir für diese Ausführungen. Mal so ein bisschen Einblick in die Entwicklung einer Elektrowinde. Fliegen kam in diesem Podcast ziemlich wenig drin vor, aber ein Gebiet, was uns dann wirklich dazu hilft, um vielleicht künftig auch noch besser und mehr, gerade im Flachland, in die Luft zu kommen. Danke dir für diese Entwicklung, danke dir für deine Erzählungen und ja, ich bin mal gespannt, was als nächstes Projekt da ansteht und wann das mit der Nova -Winde soweit ist, dass wir damit dann auch irgendwann etwas haben können, was am Markt wirklich verfügbar ist. Ich

55:47Andreas Hochscherff

habe halt die Hoffnung, dass wir über solche Projekte es vielleicht schaffen, dass das Windenfliegen im Flachland wieder ein bisschen attraktiver wird und auch Piloten, die vielleicht mal schlechte Erfahrungen an der Winde gemacht haben, da kenne ich doch ein paar, die sagen, hey, da hänge ich mich nicht dran, dass wir denen das Vertrauen zurückgeben können, dass Windenschlepp eine wunderbare Sache sein kann und wenn wir auf die Art schaffen, ein paar Leute mehr hier auch im Flachland in die Luft zu kriegen, wäre das auch eine schöne Sache.

56:22Lucian Haas

Das war Andreas Hochschärf im Gespräch mit Lucian Haas. Wer noch etwas mehr über die Elo -Wien und den elektrischen Windenschlepp erfahren will, der sollte in die Shownotes zu dieser Podcast -Folge im Blog Lu-Glidz schauen. Dort habe ich einige Links rund um das Thema Elektrowinde zusammengestellt.

56:41Lucian Haas

Übrigens bin ich selbst schon mehrfach am Seil der Elo -Wien gestartet. Es herrschten teils recht böse, zügige Bedingungen mit Scheerwinden. Eine klassische Verbrennermotorwinde käme da schnell an die Grenzen ihrer Regelmechanik, was den Piloten dann einen schaukeligen Ritt bescheren kann. Die Regelelektronik der Elo -Wien zeigte hingegen in beeindruckender Weise, was sie kann. Sie glättet gewissermaßen die Turbulenzen, was dann auch erkennbar bessere Ausklinkhöhen ergibt. Von daher kann ich nur sagen, Flachlandpiloten, freut euch auf die Zukunft mit einem elektrifizierten Aufstieg.

57:15Lucian Haas

Wenn du Podz-Glidz und den zugehörigen Gleitschirm-Blog Lu-Glidz zu neuen Höhenflügen verhelfen willst, dann werde doch zum Förderer. Wie viel du als Förderbeitrag geben willst, bleibt ganz dir überlassen. Wer sich unsicher ist, dem empfehle ich als unverbindlichen Richtwert einen Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz. Zahlungen sind ganz einfach per PayPal oder Banküberweisung möglich. Die zugehörigen Daten findest du auf der Website von Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern. Ich sage schon mal Danke und bis bald. Ciao.

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