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39. Go East - Rico Chandra

// Rico Chandra, Lucian Haas · 2020-09-18 · 01:15:06 · original episode

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[show notes]
Rico Chandra ist per Hike and Fly von Zürich bis Ljubljana gereist. Im Podcast erzählt er, wie er dabei die tiefen Glücksgefühle des Fliegens für sich wiederentdeckte. +++ Rico Chandra aus Zürich ist Hobbymusiker, aber auch ein erfahrener Gleitschirm-Streckenflieger, der weit oben in der globalen Wertung des XContest zu finden ist. Nach 28 Jahren als Pilot hat er In diesem Sommer mal etwas Neues für sich ausprobiert. Anstatt XC-Punkten nachzujagen, reiste er per Hike and Fly fast vier Wochen lang quer über die Alpen, von Zürich bis nach Ljubljana in Slowenien. Im Podcast erzählt Rico weniger über einzelne Erlebnisse davon (die kann man in einem ausführlichen Blog Ricos über diese Reise nachlesen). Vielmehr sprechen wir unter anderem darüber, wie diese andere Herangehensweise an die Fliegerei ihm neue Sichtweisen und Gefühlswelten im Gleitschirmkosmos erschlossen hat. Rico ist ein sehr sicherheitsbewusster Pilot und stolz darauf, seit 1992 verletzungsfrei zu fliegen. Seine besondere Philosophie zum Umgang mit Risiken ist ebenso Thema. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: "Bloody Nose “ von Rico Chandra. Hier im Podcast mit persönlicher Erlaubnis von Rico verwendet. Download: https://mx3.ch/tracks/1rEF/download

[transcript]

0:03Rico Chandra

Nach dem Start in die Thermik eindrehen und langsam den Startplatz zu überhöhen. Ich weiss, als ich mit dem Fliegen angefangen habe, war das immer ein magischer Moment. Und auf der Reise auch habe ich das immer empfunden, als hätte ich jetzt irgendwie ausserordentliches Glück gehabt. Ja, irgendwie ein Sechser im Lotto, dieser kleine Thermikschlauch. Auch diese Glücksmomente, die wir wahrscheinlich alle am Anfang unserer Fliegerkarriere sehr zu schätzen gewusst haben, die habe ich auf der Reise sehr, sehr intensiv erlebt und wieder zu schätzen gelernt. Podz

0:55Lucian Haas

-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:57Rico Chandra

Geschichten aus dem

0:58Lucian Haas

Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Rico

1:02Rico Chandra

Chandra und

1:03Lucian Haas

Lucian Haas am Mikrofon.

1:18Lucian Haas

Das ist Rico Chandra bei einem Live -Auftritt mit seiner Gitarre in einem Zürcher Club. Der Song heißt Bloody Nose. Allerdings bildet die Musik Ricos hier nur kurz den Rahmen für das interessante Gespräch, das hier die Folge Nummer 39 von Podz-Glidz bildet.

1:38Lucian Haas

Rico ist nicht nur Hobbymusiker, sondern auch ein erfahrener Gleitschirmstreckenflieger. In diesem Sommer hat er aber mal etwas Neues probiert. Anstatt XC -Punkten nachzujagen, reiste er per Hike and Fly fast vier Wochen lang quer über die Alpen, von Zürich bis nach Ljubljana in Slowenien. Im Podcast erzählt er weniger über einzelne Erlebnisse davon, die kann man in einem ausführlichen Blog Ricos über diese Reise nachlesen. Vielmehr sprechen wir unter anderem darüber, wie diese andere Herangehensweise an die Fliegerei ihm neue Sichtweisen und Gefühlswelten im Gleitschirmkosmos erschlossen hat.

2:14Lucian Haas

Rico ist ein sehr sicherheitsbewusster Pilot und stolz darauf, seit 1992 verletzungsfrei zu fliegen. Seine besondere Philosophie zum Umgang mit Risiken ist ebenso Thema.

2:29Lucian Haas

Bevor wir ins Gespräch eintauchen, will ich aber nochmals Danke sagen. Danke an solche Gesprächspartner wie Rico, deren vielfältigen Schichten mich selbst inspirieren und auch animieren, mit Podz-Glidz natürlich weiterzumachen. Zu meiner Motivation tragen aber auch alle Hörer und Leser bei, die Podz-Glidz und den zugehörigen Blog Lu-Glidz auch lieben. Sie unterstützen mich auch finanziell. Ihr helft mir sehr, diese Projekte weiterzuentwickeln und dabei werbefrei, also auch unabhängig zu halten. Wenn du vielleicht noch nicht zu den Förderern gehörst, dann überlege doch mal, ob du das nicht ändern willst. Alle nötigen Infos, wie einen PayPal -Link oder Banküberweisungsdaten, findest du auf der Website von Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite Fördern.

3:09Lucian Haas

Wie viel du vielleicht geben willst, bleibt übrigens ganz dir überlassen. Wer sich unsicher ist, dem empfehle ich als unverbindlichen Richtwert einen Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz.

3:28Lucian Haas

Rico, du bist im August fast vier Wochen lang von Zürich bis nach Ljubljana in Slowenien mit so einem Hike -and -Fly -Abenteuer unterwegs gewesen. Go East hast du das Ganze genannt. Als Schirm hattest du da deinen Ozone Xeno dabei. Das ist ein Zweiliner. Ist das für so ein Abenteuer die richtige Wahl?

3:50Rico Chandra

Nein. Nein. Nein. Das war vermutlich ein Fehler. Nicht, weil es ein Zweiliner ist, aber aus diversen Gründen. Also das Packmaß von einem Zeno ist nicht geeignet für Hike -and -Fly. Da sind ja Stäbchen drin, die man nicht knicken sollte. Das heisst, der Rucksack wird etwas unförmig sein. Nicht ideal zum lange zu Fuss gehen. Das Gewicht ist das eine, das ist eigentlich das kleinste Problem, aber ich hatte häufig nicht die idealen Startbedingungen, Wind nicht unbedingt von vorne und das war durchaus masochistisch von meiner Seite mit einem Zeno unterwegs zu sein.

4:45Rico Chandra

Warum hast

4:46Lucian Haas

du das überhaupt gewählt? Ich meine, du hast dich, soweit ich es sehe, ziemlich gut vorbereitet, es gibt eine lange Gepäckliste von dir mit alles durchgewogen und da stehen alle Grammzahlen und sonstiges drin und dann habe ich mich gewundert und dann startet der mit einem Zeno. Ich meine, es gibt so viele einfache und leichtere und leichter zu packende Schirme und sonstiges als so ein Zeno, gerade für solche Hike -and -Fly -Abenteuer, wo es dann ja nicht auf das letzte Quäntchen Leistung am Ende ankommt.

5:16Rico Chandra

Absolut, ich hatte auch einen Zeolite, der wurde mir von Ueli vom Parallel zur Verfügung gestellt, die haben mir ja ein bisschen da geholfen und ich habe den geflogen im Frühjahr, aber irgendwie habe ich dann das Gefühl gehabt, nein, man soll nicht verschiedene Schirme haben, man soll einen Schirm für alles haben und ich fühle mich jetzt am Zeno so wohl. Ich habe mich angeguckt. Ich habe mich einfach an meinem Zeno so wohl gefühlt, dass ich gedacht habe, ich nehme den mit und reise mit dem nach Slowenien. Im Nachhinein würde ich da wahrscheinlich besser einen Zeolite nehmen.

5:56Lucian Haas

Warum hauptsächlich? Also was wäre der Hauptpunkt, wo du sagen würdest, deswegen ist der Zeno dann doch die schlechte Wahl?

6:03Rico Chandra

Ja, also Startplätze und Landeplätze, Startplätze, der Zeolite hat weniger Leinen, die sich, oder häufig ist das Geröll halten. Ja, Gebüsch und dann nicht idealer Aufwind und dann beim Reinlanden den Zeolite bringt man schon viel länger in schlechte Landeplätze rein als den Zeno. Der

6:26Lucian Haas

Zeolite ist aber auch ein Zweileiner, würdest du trotzdem an sowas festhalten oder wäre es nicht doch sogar sinnvoller zu sagen, ach, ich nehme einfach so einen quasi Advanced XI oder so einen B -Schirm, wo man eigentlich vielleicht sich noch weniger Gedanken darum machen muss?

6:42Rico Chandra

Nein, ich glaube das Prinzip Zweileiner. Zweileiner, das gefällt mir gut. Ich fühle mich an dem Zweileiner wohler, als ich mich damals auf dem Dreileiner C -Schirm gefühlt habe. Ich mag das Gefühl vom Zweileiner, gerade wenn es windig ist und das war es auf meiner Reise sehr oft. Zweileiner ist nicht das Problem. Ich wäre gerne an einem, also Zweileiner war schon die richtige Wahl, aber vielleicht einer, der sehr einfach startet. Gut reinlandbar ist in einem schwierigen Gelände und dann gut tragbar und faltbar ist.

7:25Lucian Haas

Was war eigentlich der Urantrieb für diese Reise? Warum wolltest du das gerne machen, unbedingt von Zürich nach Ljubljana da durch? Das ist über die Zeit

7:36Rico Chandra

entstanden. Beim Gleitschirmfliegen kommt man ja oft oder ich hatte das Gefühl, ich bin ein bisschen... Das ist über die Zeit entstanden. Beim Gleitschirmfliegen kommt man ja oft oder ich hatte das Gefühl, ich bin ein bisschen... Ich bin in ein Schema reingekommen. Man geht dann Streckenfliegen und hat dann vor allem ein Kriterium, das man mehr darauf fokussiert als auf alle anderen Kriterien. Das können die Kilometer sein oder die Punkte sein und da kommt es häufig vor, dass man ganz anders an das Fliegen herankommt. Und ich wollte wieder etwas vom ursprünglichen Gefühl wieder zurückhaben, dass die Freude am Fliegen oder beim Streckenfliegen kann es sein, dort sucht man den Tag aus, timet seinen Start, damit man möglichst weit kommt.

8:34Rico Chandra

Und wenn man da noch zwei, drei, vier Stunden schon am Boden steht, dann bin ich meistens nach Hause gegangen. Warst du enttäuscht? Ja, je nachdem, was ich erlebt habe. Aber eigentlich das Gefühl, von A nach B zu kommen und immer weiter und die Mission ist noch nicht vorbei, das finde ich ganz toll. Und auch die kombinierte Aufgabe von was fliege ich, was gehe ich zu Fuss, wie kombiniere ich die beiden, das ist eine ganz tolle Herausforderung, die beim Streckenfliegen fehlt. Und eigentlich die Kombination vom Reinlanden und... Die Reise geht weiter, das ist ganz toll. Landen macht enorm Spass und dann soll es noch nicht vorbei sein mit dem Abenteuer.

9:26Rico Chandra

Das ist etwas, das ich gesucht habe und dann habe ich mit dem Gedanken gespielt und irgendwann einmal mit Sebastian Benz gesprochen, der hat eine ähnliche Tour gemacht und der hat mich ganz inspiriert und ich habe gedacht, vielleicht wenn ich das mache, dann lerne ich vielleicht auch viel dazu. Und fliege dann auch einmal so gut wie der

9:48Lucian Haas

Sebi. Bleiben wir nochmal, bevor wir über deine Reise sprechen, interessiert mich nochmal was zum Streckenfliegen. Du bist ja eigentlich ein sehr begeisterter Streckenflieger und zur Zeit bist du auch auf Platz 2 von weltweiten X -Contests, Serienwertungen und sowas. Also da bist du auch wirklich gut dabei. Würdest du trotzdem sagen, jetzt aus dem Vergleich heraus, dass vielleicht so ein Streckenfliegen einen als Pilot auch vielleicht etwas zu verbissen macht?

10:16Rico Chandra

Nicht. Nicht zu verbissen, aber zu einseitig, wenn man nur das macht. Definitiv zu einseitig, deswegen viele, die meisten guten Piloten machen ja nicht nur eine Disziplin, die meisten guten Piloten fliegen auch noch Wettkampf oder Acro oder Speedwing oder so und Speedwing, das geht mir zu schnell. Ich kann nicht so schnell denken, das geht nicht. Wettkampf, ich mag die Nähe zu anderen Piloten in der Luft nicht. Das geht für mich auch nicht. Acro, ich habe die Nerven nicht dafür. Deswegen ist es wichtig, glaube ich, eine andere Dimension, irgendeine andere Disziplin zu haben, um nicht zu einseitig zu werden.

11:00Lucian Haas

Das heißt, vom eigentlichen Fliegen sagst du, du bist so eingeschränkt bei den anderen Sachen, das traust du dich nicht oder das ist nicht so gut, dann bleibt dir eigentlich nur noch Streckenfliegen, aber das ist dir zu einseitig, also brauchst du eine Erweiterung, dann machst du halt Hike and Fly und sagst mal, du probierst mal sowas aus. Genau. Hat diese Reise, die du dann da gestartet hast, du hast ja bestimmt sowas, man träumt ja immer was sich zurecht, was will man davon haben, was will man damit erreichen oder welche Gefühle will man da bekommen und so etwas. Hat dir diese Reise das gegeben, was du dir erhofft hast?

11:33Rico Chandra

Ja, ja, 100 Prozent.

11:37Rico Chandra

Ja, am Anfang der Reise habe ich gedacht, das ist so weit weg, das Ljubljana. Ich bin schon eine Woche unterwegs und das ist so weit weg. Und dann irgendwann einmal dem Ziel näher zu kommen und dann anzukommen und ganz viele tolle Sachen erlebt haben, fliegerisch, aber auch in der Natur und auch mit Menschen. Die Tour hat meine Erwartungen erfüllt und übertroffen.

12:10Lucian Haas

Du hast ja auch da immer einen fast tagesaktuellen Blog geführt, hast dann auch Videos geschnitten. Wahrscheinlich auf deinem kleinen iPhone oder sonstiges und hast sie dann immer online gestellt und sowas. Warum war dir dieses aktuelle Spiegeln der Reise im virtuellen Raum oder sowas, im Internet auf jeden Fall, warum war dir das wichtig?

12:33Rico Chandra

Ich habe gedacht, ich probiere das mal. Ich dachte, das ist eine spannende Zusatzherausforderung. Ein paar andere Piloten haben das toll gemacht. Okay. Ich lese ganz gerne die Blogs von anderen Piloten und Reiseberichte so online in real time. Und ich habe gedacht, das ist eine tolle Herausforderung und ich bin nicht so der, der Fotos sonst archiviert oder Videos archiviert und so zwinge ich mich ein bisschen, das festzuhalten. Und das hat mir Spass gemacht. Es war übrigens, ich glaube auch im Nachhinein hätte ich das nur schon aus dem... Ich habe den Grund nochmals gemacht, dass meine Eltern, seit ich wahrscheinlich 13 bin, haben die keine Ahnung, was ich mache in den Ferien, weil da kommt der Junge nach Hause, wie waren deine Ferien?

13:33Rico Chandra

Super und weg ist er und spricht nicht mehr drüber. Und jetzt, nach all diesen Jahren, haben sie das erste Mal, ich glaube, die haben meinen Blog verfolgt und das Live -Tracking intensiver verfolgt als sonst. Irgendwie... Da konnte ich meinen Eltern auch eine Freude machen, dass sie nach all diesen Jahren einmal so hautnah miterleben, wie ich meine Ferien dieses Mal verbracht habe.

14:00Lucian Haas

Also ein Blog für die Eltern. Ich meine, du hast es nicht nur für die geschickt. Im

14:03Rico Chandra

Nachhinein war es nur schon alleine für das, wer ihnen diese

14:07Lucian Haas

Freude... Okay, hat sich das gelohnt. Aber warum hast du denn auf Englisch geschrieben?

14:12Rico Chandra

Ich habe das halt auf Social Media gepostet und... Ich habe mehr englisch sprechende Freunde auf Facebook und Instagram. Ich bin in den USA aufgewachsen, ich bin zweisprachig aufgewachsen und ich wollte das nicht nur... Ich habe gedacht, ja, die meisten verstehen Englisch, aber diejenigen, die Englisch verstehen, viele davon verstehen kein Deutsch und erst recht nicht Schweizerdeutsch. Und dann habe ich gedacht, Englisch, das fällt mir einfach, das mache ich jetzt. Hast

14:47Lucian Haas

du eigentlich auf diese Blogs während deiner Reise auch schon Rückmeldungen bekommen, dass du dann auch liest, was da in Kommentaren ist oder Sonstiges? Also, dass du auch darauf eingehst und sagst, freut das einen, dass man dann sieht, da verfolgt einen jemand, wer weiß, in fernen Ländern oder in der Heimat, was auch immer?

15:05Rico Chandra

Ja, insbesondere auf das Live -Tracking. Ich hatte Leute, die mir Wetterinfos zugeschickt haben oder Routentipps. Oder in Slowenien war ganz toll, da gab es ein paar der lokalen Cracks, die ich von Brasilien kannte. Die haben mir Webseiten geschickt, wo ich den Wind anschauen kann. Die haben mir enorm geholfen bei dem Gebiet, das ich überhaupt nicht kannte. Und das war ganz inspirierend. Und da merkt man plötzlich, wer alles da trotzdem einmal aufs Live -Tracking geschaut hat.

15:47Lucian Haas

Ich habe mir auch so ein bisschen deinen Blog durchgelesen oder dann auch so deine Strecken verfolgt, ein bisschen nachzuvollziehen und sowas. Was mir dabei aufgefallen ist, viele träumen ja so bei Hike -and -Flight -Türen immer davon, man startet, man landet wieder irgendwo oben am Berg und dann stellt man da sein Zelt auf und am nächsten Tag geht es weiter. So immer dieses möglichst nicht unten im Tal landen. Und dann ist mir aber aufgefallen, eigentlich bei ziemlich vielen Flügen von dir bist du letzten Endes nicht oben am Berg, sondern doch unten im Tal gelandet oder sowas. War das geplant?

16:22Rico Chandra

Sagen wir es so, ich bin auch viel ins Hotel übernachten gegangen. Das Zelt habe ich mitgenommen und den Schlafsack habe ich mitgenommen, um die Freiheit zu haben, meine Flüge nicht aufs Übernachten auszurichten. Und das habe ich auch konsequent gemacht. Ich habe mich nicht vor dem Abend darum gekümmert, wo ich schlafe. Aber ich habe aus Gewichtsgründen, ich habe keinen Kocher mitgenommen.

16:52Rico Chandra

Aus Gewichtsgründen ist es nur schon, habe ich halt mehr diese Riegel und so und Sandwichs, die ich mitgenommen habe. Da habe ich schon mehr Freude an einer warmen Mahlzeit, wenn irgendwo eine Berghütte ist. Die waren teilweise voll aufgrund der Pandemie und so. Aber das ist ja kein Problem. Nachtessen kriegt man noch schnell einmal und dann das Zelt nebenan aufstehen. Das ist ja kein Problem. Dass ich dann aber festgestellt habe, ich schlafe viel besser in einem Hotelzimmer oder in einer SHC -Hütte als in meinem Zelt, das ist mir ziemlich schnell aufgefallen. Und mit dem ganzen Bloggen und Videos schneiden und Elektronik hatte ich auch ein Akkuproblem.

17:39Rico Chandra

Ich musste mindestens jeden zweiten Tag irgendwo übernachten, damit ich all meine Geräte... Ich musste mindestens jeden zweiten Tag irgendwo übernachten, damit ich all meine Geräte... laden konnte. Und das schlussendlich hat es... Du sagst wegen im Tal landen oder auf dem Berg landen. Ich glaube, ich war bei meinen Flügen... Die meisten Flüge waren so intensiv, dass ich mich schon im Flug darauf gefreut habe, jetzt den Flug im Tal zu beenden und irgendwo duschen können und in ein Hotel zu gehen. Und ein riesiges Nachtessen einzukaufen, dass ich dann einfach mehr Lust hatte, im Tal zu landen. Es ist...

18:25Rico Chandra

Vielleicht bin ich auch einfach immer abgesoffen. Ich probiere

18:28Lucian Haas

mich... Oder es war ein Tribut an den Zeno, dass du mit dem Zeno nicht am Berg landen kannst, sondern mit dem Zeno lieber im Tal landen wolltest.

18:35Rico Chandra

Nee, es gab keine Situation. Ich mag mich nicht erinnern, dass die Versuchung da war, am Berg oben zu landen. Ich musste nie... Nie die Entscheidung fällen, ja, möchte ich jetzt hier oben landen oder gleite ich runter ins Tal? Ich glaube, am Ende des Tages war ich einfach immer unten im Tal.

18:54Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, diese Flüge, die seien so intensiv gewesen, dass du auch deswegen froh warst oder es schön fandest, dann auch im Tal zu landen und quasi wahrscheinlich den Tag schön ausklingen zu lassen für dich. Was war an diesen Flügen so besonders intensiv für dich?

19:09Rico Chandra

Wenn man normalerweise fliegen geht, dann wählt man den Flugtag. Dann geht man nach dem Wetter raus oder man geht bei auserwähltem Wetter fliegen. Und das ist bei diesem Abenteuer eigentlich überhaupt nicht der Fall. Man schaut aus dem Fenster und hat die Wahl, am Morgen entweder zu Fuss zu gehen oder zu fliegen oder halt nicht weiterzukommen. Und dann war halt immer, es war häufig irgendwie Nordföhn oder Föhn oder Gewittrig. Und dann......habe ich mich häufig zum Fliegen entschieden an Tagen, an denen ich sonst nicht fliegen würde. Ich habe meine Risiken sehr gut gemanagt. Dazu kann ich gerne etwas erzählen.

19:56Rico Chandra

Ich habe das sehr systematisch gemacht. Aber ich war schon viel in der Luft, in Bedingungen, wo ich effektiv Angst hatte und am Schluss mich durchaus gefreut habe, zwei, drei Stunden noch zu Fuss zu gehen, wo man nicht abstürzen kann.

20:15Lucian Haas

Hast du denn irgendwelche wirklich haarigen Erlebnisse gehabt auf dieser Tour?

20:19Rico Chandra

Nein, schlussendlich hatte ich keine wirklich haarigen Erlebnisse oder nicht mehr, als man sonst beim Strecken und Fliegen hat. Aber ich glaube, das hat damit zu tun, dass ich eben im Rahmen meines Risikomanagements mir sehr gefahrenbewusst gewesen bin im Vorhinein. Und ich glaube nicht, dass es Gefahren gab, die......schlussendlich aus dem Nichts aufgetaucht sind, von denen ich nicht... Ja, die mich überrascht haben. Ich glaube, ich habe vor jedem Flug wirklich sehr seriös meine Analyse gemacht. Und meistens war es dann... Beim Gleitschirmfliegen geht es ja meistens dann gut.

21:04Rico Chandra

Und wenn man wirklich an alle möglichen Gefahren denkt im Vorhinein, dann ist man besser darauf vorbereitet, dass etwas schiefgehen kann.

21:12Lucian Haas

Was heisst denn für dich Risikomanagement? Und so alles abgecheckt. Hast du wirklich Checklisten, die du dann für dich quasi intern oder wirklich vielleicht sogar auf dem Papier oder auf dem Handy als Bullet -Point -List oder sonst irgendetwas, wo du sagst, da gehe ich wirklich ganz systematisch vor? So wie es vielleicht so ein Airliner -Pilot beim normalen großen Flugzeug auch machen würde, der sagt, er hat seine ganz genauen Checklisten. Und nur wenn er die alle abgearbeitet hat, sagt er, jetzt gehe ich auch wirklich starten.

21:39Rico Chandra

Ja, ich habe so im Verlauf der ersten zwei Wochen mir da eine Gewissheit......eine gewisse Systematik zurechtgelegt. Und zwar, dass Fehlentscheide, die macht man immer, aber die haben Konsequenzen. Und beim Hikenfly, bei einer längeren Tour, sind die Konsequenzen halt nicht so, dass ich einen Tag dann einfach abschreiben kann und nach Hause gehen kann, sondern halt fünf Stunden lang oder zehn Stunden lang vielleicht irgendwo zu Fuss gehen muss als Konsequenz. Oder schlimmer. Und deswegen habe ich... Bei den Entscheidungen habe ich eigentlich fünf Kategorien von Fehlentscheiden oder fünf Auswirkungen, die Auswirkungen von Fehlentscheiden in fünf Kategorien eingeteilt.

22:27Rico Chandra

Die erste ist, ich kann mich verletzen. Die zweite ist Materialverlust oder Beschädigung. Die dritte ist Quälerei, wie körperliche Anstrengung oder Angst oder kalt oder Regen. Die vierte ist Zeitverlust. Und die... Die fünfte ist schlecht aussehen gegenüber anderen Leuten. Ist das ein Risiko? Das sind einfach die fünf Kategorien von Auswirkungen, die Fehlentscheide haben können. Und die sind ganz anders zu gewichten. Also mich verletzen, das möchte ich wirklich verhindern. Und deswegen habe ich eben Gefahren sehr gut versucht abzuschätzen und bin Situationen nur eingegangen, wo ich mich verletzen könnte, wenn es sich wirklich lohnt.

23:18Rico Chandra

Also habe ich... Wie viele Sachen gibt es, die schief gehen können? Probiert die Wahrscheinlichkeiten im Kopf irgendwie zu beziffern. Und auch probiert der Tendenz zu widerstehen, fehlendes Talent durch Mut zu kompensieren. Ich habe da wirklich die Risikoabwägung gemacht. Lohnt es sich? Und habe ich das? Im Griff fühle ich mich gut? Sind die Gefahren überschaubar? Dass ich eigentlich eben, glaube ich, gesundheitliche Risiken, die wollte ich vermeiden und habe die relativ gut gemanagt. Das ist mal die erste Kategorie von Auswirkungen von Fehlentscheiden.

24:04Rico Chandra

Die zweite ist Materialverlust oder Materialbeschädigung. Und das kann auch das Ende der Tour bedeuten.

24:12Lucian Haas

Das heisst, sowas spielt zum Beispiel bei... Bei der Auswahl des Startplatzes eine Rolle, ob du sagst, starte ich jetzt hier aus einem vielleicht sehr steinigen Ding raus, wo ich aber die Wahrscheinlichkeit, dass mir eine Leine dann irgendwie reißen kann, weil die über die scharfe Steinkante dann flitscht, viel höher ist. Oder was ist Materialverlust für dich so als entscheidender Faktor?

24:32Rico Chandra

Ja, genau. Das Beispiel, das du gebracht hast, das spielt eine Rolle. Aber eben so eine Bremsleine, die kann ich ja schnell mal flicken. Und wenn es etwas Größeres ist, dann geht es ja auch in eine körperliche Gefahr hinein, in die erste Kategorie, was ich eben sowieso sehr seriös nehme. Aber es geht vor allem darum, Sachen zu verlieren. Und da habe ich wirklich das am Anfang nicht ganz so ernst genommen. Aber dann mit der Zeit, nach zwei, drei Sachen, ein, zwei Sachen verlieren, habe ich es dann wirklich ernst genommen. Was

25:05Lucian Haas

hast du denn verloren?

25:08Rico Chandra

Meinen Sonnenhut einmal. Aber das ist ärgerlich, aber nicht so schlimm. Meine Zeltstangen. Und das ist das, die habe ich, ich habe am Morgen mein Zelt irgendwo an die Sonne gestellt, um zu trocknen und irgendwie dann die Zeltstangen vergessen zusammenzupacken und habe mir dann nach zehn Schritten überlegt, habe ich wirklich alles, soll ich nochmals schnell zurückgehen? Und habe gedacht, ja, hast ja nichts dabei, kannst ja nichts verlieren. Und dann erst viele, viele Stunden später das dann gemerkt, und das ist dann sehr ärgerlich. Bist du zurück? Nein, ich bin nicht mehr zurück. Ich bin nicht mehr zurück. Ich habe später auf der Tour, habe ich jemanden aus dieser Region kennengelernt, in einer SAC -Hütte, und der ist nach den Zeltstangen suchen gegangen, am richtigen Ort, aber die waren nicht mehr da.

26:03Rico Chandra

Das war dann wirklich ein Problem, oder? Weil ich fühle mich dann etwas blöd, wenn ich ein Zelt mittrage ohne Stangen, den Berg hoch.

26:12Lucian Haas

Kann man vielleicht noch als Biwaksack verwenden. Ja,

26:14Rico Chandra

das war wirklich ärgerlich.

26:21Lucian Haas

Hast du ein Ersatzzelt gekauft, oder was hast du gemacht?

26:23Rico Chandra

Ein Biwaksack anstatt das Zelt, das war dann die Lösung. Aber eben, solche Fehler dürfen einfach nicht passieren. Und für mich gibt es nur zwei Wege, sicherzustellen, dass ich Material nicht liegen lasse oder vergesse. Das eine ist, mit einer Checkliste habe ich alles dabei. Und ich habe eine Checkliste. Oder wenn es ein Platz ist, wo ich sicher sein kann, dass nichts liegen geblieben ist, dann kann ich das auch machen. Ich muss es aber wirklich systematisch machen, bewusst. Ich mache jetzt den Check, habe ich nichts liegen gelassen. Das bedeutet auch beim Auspacken, meine Gegenstände nicht wilde im Gebiet verteile, sondern auf ein außerwähltes, abgegrenztes Gebiet. Oder am Startplatz beispielsweise habe ich dann bewusst

27:11Rico Chandra

nicht einfach alles ausgepackt, sondern... Ich habe meinen Schirm, den Hang hochgetragen, um ihn auszubereiten, damit er nichts verdeckt usw. Und ich bin da dann wirklich pedantisch mit der Zeit vorgegangen, um nichts mehr zu verlieren. Auch immer geschaut, dass meine Reissverschlusstaschen zu sind, dass mir nichts aus der Hosentasche rausfallen kann. Weil das kann sehr schnell sehr ärgerlich sein. Und diese Zeit, die nehme ich mir, um die Kontrolle da zu machen. Ja. Das ist eben die zweite Kategorie von Auswirkungen von fehlentscheidendem Materialverlust. Das dritte ist Zeitverlust. Da habe ich einfach gedacht, ja, das gehört dazu.

27:56Rico Chandra

Der Weg ist das Ziel. Wenn ich schnell ankommen wollte, dann hätte ich ja einen Zug genommen. Also mit

28:03Lucian Haas

Zeitverlust... Zeitverlust ist ja dann eher aus so einer Streckenflugdenke heraus, wo du sagst, jeder Zeitverlust ist ja ein Kilometerverlust. Aber es ist ja für eine solche Reise... Das

28:13Rico Chandra

ist für eine solche

28:13Lucian Haas

Reise eigentlich dann weitgehend irrelevant. Genau. Es

28:15Rico Chandra

ist ja das Ziel, die Reise ist ja Ziel. Also Zeitverlust und Quälerei, also eben körperliche Anstrengungen oder Unannehmlichkeiten, Regen, Kälte, das nehme ich beides. Da habe ich mir einfach vorgenommen, das soll mir egal sein. Ich habe mir ja nicht eingebildet, dass das geht, ohne strenge Aufstiege zu haben. Das soll mir wirklich egal sein. Solange es meine Gesundheit nicht beeinträchtigt, nehme ich das einfach in Kauf. Also die Auswirkungen von Fehlentscheiden,

28:46Rico Chandra

Zeitverlust und irgendwelche Quälerei, das habe ich gesagt, das ist mir einfach egal. Das nehme ich in Kauf.

28:53Lucian Haas

Und das Gute -Aussehen, Punkt 5? Das Gute -Aussehen, das... Du wolltest nicht verschwitzt vor irgendwelche anderen Leuten treten, oder was ist das für ein Punkt?

29:01Rico Chandra

Es ist ja ein bisschen albern, dass das irgendjemand kümmern soll, ob ich jetzt einen Tag länger oder einen Tag kürzer habe. Aber was ich gemerkt habe, ist... Und da, glaube ich, das Bloggen hat mir da einen Gefallen getan. Und zwar, die Leute haben ja Freude. Der Blog ist viel spannender, wenn es nicht alles so läuft oder wenn ich ehrlich bin über meine Emotionen oder meine Anstrengung oder meine Frustration, vielleicht abgesoffen zu sein oder Angst. Das macht den Blog spannender für die Leser. Und ich konnte mich dann bezüglich dem Schlecht -Aussehen, das konnte ich direkt... Ausblenden und mich eher als Journalist gesehen,

29:46Rico Chandra

der das dokumentiert und nicht derjenige, der Journalist muss ja nicht gut aussehen, dann macht er seine Arbeit wahrscheinlich nicht gut.

29:57Rico Chandra

Das habe ich dann einfach auf diese Art interpretiert.

30:00Lucian Haas

Das heißt, letzten Endes blieben eigentlich wirklich nur diese zwei ersten Punkte übrig, nämlich, dass du sagst, körperliche Unversehrtheit und quasi Ausrüstung muss komplett bleiben und ganz.

30:10Rico Chandra

Genau. Irgendwo spielt noch die Motivation eine grosse Rolle, oder? Das geht ins Thema Quellerei. Und dort schaue ich schon darauf, dass die Motivation nicht leidet. Jetzt, ich habe mir vorgenommen, streng Aufstiege sind mir egal, Regen ist mir egal, da habe ich mir einfach vorgenommen, das wird meine Motivation nicht beeinträchtigen. Und das hat es auch nicht. Aber was ich mir so... Wenn man einmal als Regel gemacht habe, aus motivationstechnischen Gründen, ist beim Bestimmen, wie hoch hinauf soll ich... Oder beim Hike and Fly ist ja die Entscheidung, wann bin ich hoch genug, um zu starten, um in die Thermik einzusteigen.

30:59Rico Chandra

Und da habe ich mir noch eine Regel eingebastelt, die nicht mit dem Thermikeinstieg oder ob die Sonne schön reinschreit oder ob es ein labiler Tag ist. Und zwar ganz einfach, ich will nicht am gleichen Ort nochmals hochlaufen müssen, sondern ich gehe mindestens, wenn es geht, wenn es nicht dadurch gefährlicher wird, dann laufe ich mindestens so weit hoch, dass ich so weit gleiten kann, auch wenn keine Thermik ist, damit ich zumindest den Nachbarberg hochkraxeln kann, wenn es nicht funktioniert hat. Das hat für meine Motivation enorm viel ausgemacht. Ein Abgleiter zum nächsten Berg, das stört mich nicht. Ein Abgleiter... Um nach fünf Stunden wieder am selben Ort zu stehen und dann wieder dort rauf, das habe ich versucht zu vermeiden.

31:50Lucian Haas

Du hast vorhin mal was Interessantes gesagt, wo du sagtest, ja, mit dieser körperlichen Unversehrtheit, also gesund bleiben, sich nicht zu verletzen oder dieses Verletzungsrisiko nur einzugehen, wenn es sich lohnt. An welcher Stelle würdest du sagen, lohnt es sich, ein Verletzungsrisiko einzugehen, um bei einer solchen Tour weiterzukommen?

32:09Rico Chandra

Also dieselbe Frage stellt sich. Wie lohnt es sich beim Gleitschirmsport überhaupt? Wir gehen ein gewisses Verletzungsrisiko ein. Die meisten meiner Freunde, die zehn Jahre Intensivgleitschirm geflogen sind, die haben auch irgendwann einmal Wirbelbrüche erlitten. Zumindest kommt es mir so vor. Also diese Abwägung, die machen wir. Wir gehen ein gesundheitliches Risiko ein. Und die Frage, wann lohnt es sich für mich eben auf dieser Reise, wenn es keine deutliche Zeitersparnis... Ja, ich habe es halt abgewogen.

32:51Rico Chandra

Erstens, häufig ist es ja am Startplatz. Starte ich oder starte ich nicht? Wie schlimm ist es, wenn ich jetzt nicht starte? Wie schlimm ist das? Und manchmal war die Situation so, ja, ich könnte jetzt starten. Einen Wahnsinns -Thermikflug wird es sowieso nicht geben. Also, ja... Verspiele ich nicht so viel, wenn ich jetzt auf diesen Start verzichte und zu Fuss gehe, weil es wäre sowieso ein Abgleiter gewesen, dann lohnt es sich vielleicht nicht. Wenn es aber ein... Was es häufig gab, waren Startplätze an thermisch aktiven Tagen, wo ich wusste, ja, wenn ich gut in die Luft komme, dann kann ich vermutlich eine Stunde, zwei, drei fliegen.

33:37Rico Chandra

Das heisst, es wird sich lohnen, in die Luft zu kommen. Aber das Problem, das ich häufig hatte, ist, der Wind ist ziemlich stark von irgendeiner Seite und ich muss in die andere Richtung. Also, ich muss irgendwo gescheit starten und schlussendlich durch ein ziemlich starkes Lee hindurch. Eben solche Lee -Abschätzungen habe ich viel gemacht und ein bisschen das probiert, vernünftig zu machen. Alle Windmessstationen angeschaut in der Region sind in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region, in der Region. Sind die einigermassen in einem vernünftigen Bereich? Wenn ich ins Lee fliege, habe ich nachher 300 Meter Platz unter mir oder bin ich gleich über dem Gelände, habe ich einen Fluchtweg?

34:23Rico Chandra

Diese Art von Überlegungen und dann auch auf mein Bauchgefühl gehört. Und manchmal hat es mir gesagt, ja, das hast du im Griff und es ist effektiv eine nicht so gefährliche Situation, wie du das jetzt empfindest. Oder, ja, nein, das lohnt sich nicht. Das spart mir im besten Fall zwei Stunden. Das bringt es nicht. Ich gehe zu Fuß.

34:49Lucian Haas

So wie du das jetzt alles erzählst, scheinst du ja ein sehr systematischer Mensch zu sein. Woher kommt das?

34:58Rico Chandra

Ich weiß es nicht. Ich war das noch nicht. Ich war nicht immer so. Die Leute, die mich in meiner Jugend kannten, die haben mich nicht... Ich habe schon früher angefangen mit Fliegen, mit 15. Und ich glaube, mein damaliger Fluglehrer, der hat mich ganz sicher nicht als systematisch, sondern als...

35:21Lucian Haas

Warst du damals Draufgänger?

35:23Rico Chandra

Ja, Draufgänger und vermutlich auch unüberlegt, würde ich sagen, aus meiner jetzigen Perspektive. Aber verletzt hast du dich in dieser Zeit nie? Nein, verletzt habe ich mich nie. Und da bin ich auch richtig stolz darauf. War das dann Zufall, wenn du

35:40Lucian Haas

anfangs sagst, du warst Draufgänger? Ich

35:42Rico Chandra

glaube, in den ersten zehn Jahren war es wahrscheinlich schon eine Portion Glück, dass ich mich nicht verletzt habe. Jetzt spielt Glück natürlich immer eine Rolle, aber ich bin jetzt schon sehr systematisch im Eingehen von Risiken. Ich mache auch nach den meisten Flügen ein mentales Debriefing, um abzuchecken, gab es da wirklich gefährliche Situationen oder nicht? Und was kann ich besser? Ich kann alles machen, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Also jetzt bin ich da auch systematisch. Früher, ja, ich glaube, ich hatte schon Glück, dass mir nichts Ernsthaftes passiert ist.

36:24Lucian Haas

2003, soweit ich das gelesen habe, warst du ja mal im Himalaya und hast da auch eine große Expedition gemacht, bis an den hohen Bergen, bis 6000 Meter und so weiter geflogen. Hast du damals auch schon so eine Risikoeinschätzungsbrille da gehabt oder warst du da wirklich auch damals noch anders? Ich

36:43Rico Chandra

glaube, da war ich schon anders unterwegs, aber nicht unbedingt unüberlegt. Also ich hatte damals schon einige Erfahrungen und je mehr Erfahrung, das sieht man, was alles schiefgehen kann. Ich war da nicht draufgängerisch unterwegs, aber ich habe mich niemals so systematisch mit der Sicherheit auseinandergesetzt wie jetzt. Das waren Freunde von mir nach der Uni, das waren Profiberksteiger und die hatten eine Erstbegehung im Himalaya zum Ziel und ich habe gedacht, das klingt spannend, ob ich als Koch mitkommen kann und die haben gesagt, nein, wir haben einen Koch, aber nimm doch deinen Gleitschirm mit.

37:28Rico Chandra

Und die Idee fand ich total bekloppt und zwei Wochen später habe ich mich dann entschieden, dass ich mit dem Gleitschirm mitgehe. Aber das war nicht draufgängerisch, das war nicht so. Das war schon seriös.

37:45Lucian Haas

Bist du denn damals im Himalaya nur mit denen auf diesen einen Berg draufgestiegen oder hast du dann gesagt, jetzt bin ich schon mal hier und jetzt reise ich auch noch länger da?

37:55Rico Chandra

Ja, ich habe den Freunden geholfen beim Materialtransport und ich hatte gleich oberhalb vom Basislager einen Startplatz, von dem ich aufdrehen konnte. Bis über 6 '000 Meter. Und ich habe da meine kleinen Flüge gemacht, nicht Streckenflüge, so wie wir das heute sehen, von Brad Sander und diesen oder den Franzosen im Himalaya, aber mal ins Nachbartal und zurück und schon den Schlafsack und Notausrüstung dabei gehabt, aber keine richtigen Streckenflüge. Und nachher bin ich, nach der ganzen Expedition, bin ich noch ein bisschen, nach Birr gegangen und dort ein bisschen Biwak -Fliegen gegangen mit einem Freund.

38:48Rico Chandra

Aber nicht so wie jetzt, dieses Biwak -Fliegen hier. Das war niemals so. Und damals waren auch nicht viele Piloten in Birr. Das war noch sehr überschaubar in dieser tibetischen Kolonie.

39:03Lucian Haas

Wenn du jetzt mal diese beiden Sachen vergleichst, da liegen jetzt fast 17 Jahre dazwischen, aber du ein anderer Mensch, aber auch eine andere Fliegerei damals, anderes Gebirge, anderer Anspruch. Wenn du diese beiden Reisen vergleichst, würdest du sagen, oder du müsstest dich jetzt entscheiden, was würdest du nochmal machen wollen? Lieber dieses große ferne Abenteuer, weil auch Himalaya oder sowas, oder lieber so ein Hike and Fly, wo du sagst, Alpengebiet, eigentlich das, was du von deinen großen Streckenflügen her auch kennst, aber nochmal auf eine ganz andere Weise sich dem zu nähern?

39:37Rico Chandra

Schwierige Frage. Die Himalaya -Expedition, das war ganz toll. Und ich würde das nie missen wollen. Aber wenn ich jetzt entscheiden müsste, dann nochmal so eine Hike and Fly -Reise in Europa. Das ist wirklich enorm befriedigend. Und doch, das hat mir jetzt enorm viel gegeben. Wenn ich entscheiden müsste, dann fürs Hike and Fly.

40:02Lucian Haas

Von dieser Reise, die du jetzt gemacht hast, gibt es denn da ein besonderes Erlebnis oder so, wo du sagst, das hängt mir wirklich auch noch so nahe, ach, du hast jetzt gar nichts unbedingt mit Fliegerei oder sonst was zu tun hast, aber wo du sagst, allein dafür hat sich diese Reise gelohnt?

40:18Rico Chandra

Es gab immer wieder solche Momente, die mich immer wieder daran erinnert haben, wie fantastisch das ist, was wir jetzt machen. Also das Gefühl, es sind eigentlich zwei Momente, die ganz speziell sind. Das eine ist, gerade beim Start, wenn man den Druck vom Schirm auf den Gurten, spürt und das Gewicht dem Schirm anvertraut, diesem Druck anvertraut, das finde ich ein ganz tolles Gefühl. Und der zweite Moment ist, nach dem Start in die Thermik eindrehen und langsam den Startplatz zu überhöhen. Ich weiss, als ich mit dem Fliegen angefangen habe, war das immer ein magischer Moment.

41:06Rico Chandra

Und auf der Reise auch habe ich das immer empfunden, als hätte ich jetzt, wenn ich jetzt irgendwie ein ausserordentliches Glück gehabt hätte, einen Free Lunch erhalten oder irgendwie ein Sechser im Lotto, dieser kleine Thermikschlauch, dass diese Glücksmomente, die wir wahrscheinlich alle am Anfang unserer Fliegerkarriere sehr zu schätzen gewusst haben, die habe ich auf der Reise sehr, sehr intensiv erlebt und wieder zu schätzen gelernt.

41:43Lucian Haas

Das heisst, genau solche Momente sind auch das, wo du sagst, das fehlt dir eigentlich bei dem, oder im Nachhinein hast du es vielleicht festgestellt, das ist das, was einem vielleicht beim XC -Fliegen manchmal merkt, weil man diesen vielleicht kleinen Moment auch gar nicht wertschätzt, sondern nur sagt, ah, jetzt geht es hier hoch, wo ist mein nächster Wendepunkt oder wo muss ich jetzt, wie und was und so, und bin ich schnell genug, soll ich jetzt schon aus der Thermik raus oder was auch immer man da für Entscheidungen treffen muss.

42:06Rico Chandra

Genau, beim Streckenfliegen stellt man ja nicht die Frage, oder häufig nicht mehr die Frage, komme ich rauf, sondern man geht davon aus, um diese Zeit starte ich und dann, ja, logisch komme ich rauf. Und wenn man mal nicht raufkommt und absäuft nach dem Start, dann ist man, ich bin dann etwas verdattert, dass das mir passiert. Also dann ist man enttäuscht und was soll denn das, wieso bin ich jetzt abgesoffen? Und beim... Hikenfly war es wirklich diese angenehme Überraschung. Ah ja, das trägt schon wieder tatsächlich und dann sieht man, dass an den miserabelsten Tagen immer noch teilweise erstaunlich viel drin liegt.

42:55Rico Chandra

Also nicht an den miserabelsten Tagen, aber an den mediokeren Tagen doch auch Kilometer zu machen sind und das fühlt sich gut an.

43:04Lucian Haas

Sind das vielleicht sogar letzten Endes die fast faszinierenderen Flugerfahrungen, wenn man merkt, es muss nicht immer von unten rausballern und man kann schnell fliegen, sondern dieses manchmal vielleicht wirklich so Nullschieber entlanghangeln an irgendwelchen kleinen Talflanken, man kommt nur ganz langsam voran, aber dass es das trotzdem dieses, also allein deswegen dieses Erleben auch so stark intensiviert?

43:28Rico Chandra

Das kann schon sein und ich glaube die Abwechslung, also der Gegenpol, der Kontrast zum normalen Schreckenfliegen, das macht es wirklich spannend.

43:41Lucian Haas

Und was war das Riskanteste, was du auf der Reise erlebt hast? Wenn du sagst, du bist ja einer, der sehr stark auf Risikominimierung offenbar aus ist, aber was hast du trotzdem vielleicht als riskanten Moment erlebt?

43:53Rico Chandra

Ich glaube einer der intensivsten Momente, objektiv war er nicht so gefährlich, aber sicher intensiv von der Anspannung her, das war am Ende der Reise dieser Flug von Kobala bei Tolmin in Slowenien bis hier in den USA. Das ist in die Ebene von Ljubljana. Dieser Flug, das sind zwar nur 50 Kilometer oder so, aber es geht über Gelände, das wirklich schrecklich unlandbar ausschaut, so slowenische, enge Gebirgstäle mit Wald und keinen Landeplätzen und Wind aus allen Richtungen. Am Morgen hat noch diese Bora, dieser Nordfön oder was das ist, geblasen.

44:41Rico Chandra

Ich hatte da wirklich etwas Angst, ich war angespannt. Als ich mich am Startplatz vorbereitet habe, ist ein Gleitschirm noch abgestürzt und das hat ziemlich schrecklich ausgesehen. Da war ich wirklich angespannt und es war auch die letzte Herausforderung auf der Reise. Ich habe auf dieser Reise einen enormen Tunnelblick gekriegt. Als ich mir eigentlich nur noch Sorgen gemacht habe über Abschnitte der Reise und gar nicht mehr über mein Leben ausserhalb von dieser Reise. Irgendwann habe ich festgestellt, ich habe gar keine Sorgen mehr ausser diesen Abschnitt und diesen Abschnitt.

45:31Rico Chandra

Das war jetzt der letzte Abschnitt und irgendwann einmal habe ich gemerkt, jetzt kommen wieder Landeplätze und ich komme dem Ziel näher. Da ist der Flughafen von Ljubljana. Dann habe ich gemerkt, jetzt habe ich diese letzte Herausforderung, auf die ich so gespannt war und auch angespannt, überwundert. Jetzt habe ich ja gar keine Sorgen mehr. Das war ein ganz toller Moment. Das war wirklich eine grosse Spannung, die sich gelöst hat. Wirklich riskant war es nicht unbedingt, weil das waren bewaldete Täler und den Schirm hindurch. In einem Baum hängen, das wäre ja noch immer noch gegangen. Ich wollte das verhindern und deswegen war ich angespannt.

46:18Rico Chandra

Aber das ist ja nicht letzten Endes ultra gefährlich oder das Risiko einer Baumlandung. Da gibt es schon ein Verletzungsrisiko, aber das ist nicht unbedingt so hoch, wie sich das anfühlt, wenn man über so ein bewaldetes Tal fliegt.

46:35Lucian Haas

Wie ist das, wenn man nach so einer wochenlangen Reise, du warst fast vier Wochen da unterwegs, wenn man so sagt, in diesen Wochen ist ja nur der Weg das Ziel. Man macht halt immer nur diese kleinen Schritte und du sagst auch, ich war eigentlich in diesem Moment und es zählte nur noch, alle andere Sorgen waren verflogen, es zählte quasi nur noch der Moment und dann kommst du, Jubelianer, da an und plötzlich ist aus dem, der Weg ist das Ziel, ist plötzlich das Ziel, Jubelianer, das Ziel geworden und du bist angekommen und du weißt, dass diese Reise ist jetzt am Ende. Warst du in dem Moment dann vielleicht nach dem ersten Ding sagen, ich muss mir jetzt keine Sorgen machen. Ich muss mir keine Sorgen mehr wegen dem Abschnitt machen, aber warst du danach erleichtert und hast dich gefreut darüber oder war da auch so eine Trauer, dass man sagt, wow, eigentlich ging es mir jetzt vier Wochen lang so sorgenfrei gut,

47:22Lucian Haas

das hätte ich eigentlich gerne noch viel länger?

47:24Rico Chandra

Es war wirklich eine große Freude angekommen zu sein und ich habe mich gefreut, wieder nach Hause, mein Zuhause, wieder kochen in meiner Küche, schlafen in meinem Bett, meine Leute wieder zu sehen. Ich habe mich wirklich gefreut, wieder nach Hause zu fahren. Ich habe dann wie Stall dran gekriegt. Ich hatte ursprünglich vor, noch ein paar Tage in Jubelianer zu bleiben und Freunde zu treffen und mit denen zu feiern. Die waren dann in Quarantäne und die konnte ich nicht treffen und dann habe ich gedacht, ja, dann nehme ich den Zug und da war gleich ein Bahnhof mit einem direkten Zug nach Zürich.

48:14Rico Chandra

Da habe ich gedacht, ja, das wäre jetzt fein, wieder in Zürich zu sein und dort ein Bier trinken zu gehen und dann habe ich mich wirklich gefreut, wieder nach Hause zu fahren.

48:24Lucian Haas

Du hast ja 1992 mit dem Gleitschirmfliegen angefangen. Das heißt, du fliegst jetzt fast 30 Jahre, hast wahrscheinlich über die Jahre eine ungeheure Erfahrung angesammelt. Was hast du jetzt bei so einer Hike -and -Fly -Tour noch quasi für dich Neues gelernt, wo du sagst, wow. Geht es mit dem Gleitschirmfliegen ja immer noch weiter?

48:45Rico Chandra

Das Phänomen, dass es mit dem Gleitschirmfliegen immer noch weitergeht, das ist ja wirklich unglaublich. Welcher Sport auf der Welt gibt es, wo man nach 10, 20 Jahren immer noch so viel dazulernen kann? Dazu kommt auch die Entwicklung der Gleitschirme, des Materials. Man macht immer noch Fortschritte. Ich habe das Gefühl, dass ich in diesem Jahr so viel gelernt habe wie zu den Ausbildungszeiten. Ich glaube, das ist wirklich ganz toll in unserem Sport. Das wird total unterschätzt, wenn man Menschen, die nicht fliegen, eine Sportart empfehlen sollte.

49:31Rico Chandra

Die meisten Sportarten kommt man irgendwo an eine Grenze, wo man nicht mehr weiterkommt, wenn man nicht mehr und mehr jeden Tag trainiert. Und selbst dann ist man irgendwann einmal 30 Jahre alt und gehört nicht mehr zu den Jüngsten und ist dann langsam wieder weg vom Fenster. Das ist bei unserem Sport ganz toll. Jetzt, was habe ich beim Hike und Fly gelernt, spezifisch? Ich weiss es nicht, aber ich habe das Gefühl, Selbstvertrauen. Ich glaube, ich habe fliegerisch mehr Selbstvertrauen gekriegt, dass man eben ein Sportgerät hat, in dem man enorme Distanzen zurücklegen kann. Also wenn es sein muss, zu Füßen mit dem Gleitfirm über Ländergrenzen hinweg und dass das wirklich auch über lange Distanzen funktioniert.

50:25Lucian Haas

Gibt es denn auch, ich meine, das sind jetzt so die, wie soll man das sagen, mehr so das Umfeld der Fliegerei. Aber gibt es auch flugtechnisch Geschichten, wo du merkst, da kommst du auch trotz deiner großen Erfahrung immer noch weiter? Oder sagt man irgendwann, die Grundtechniken, was Thermik pflegen, wegen sonstiges starten, irgendwas, eigentlich das beherrsche ich jetzt alles, das gilt es jetzt halt nur noch auf die einzelnen lokalen Verhältnisse anzupassen. Oder gibt es da immer noch Sachen, wo es plötzlich so schnackelt und man dann sagt, jetzt verstehe ich, wie hier der Hase läuft oder wie hier der Tibora weht oder was auch immer?

50:58Rico Chandra

Also verstanden habe ich noch beides noch nicht. Aber ich glaube, enorm dazugelernt habe ich im Fliegen mit Zweileinern. Also das beschleunigt Fliegen und dann den, an den B -Gurten fliegen, das habe ich erst in den letzten zwei Jahren gelernt. Und ich glaube, da kann ich immer noch viel mehr dazulernen. Ich benutze das immer mehr, fliege immer mehr beschleunigt. Also da ist enorm viel dazugekommen. Dann, ich bilde mir ein, dass ich besser geworden bin, den Schirm, die Thermik suchen lassen bin, den Schirm fliegen lassen. Und der fliegt dann automatisch auf die Thermik zu.

51:43Rico Chandra

Ich weiss dann nicht mehr so genau, was der Schirm ist und was Intuition ist und wie die beiden zusammenspielen. Aber es gibt irgendwie dieses Element von, man kann es nicht genau erklären, aber eine magische Anziehung nach rechts oder nach links und dort hat es dann effektiv Thermik.

52:06Lucian Haas

Dem gibst du dann auch nach. Das ist so wie so ein eigener Thermik

52:09Rico Chandra

Thermik Thermik. Das ist der Technik

52:09Lucian Haas

-Sinn, den man dann entwickelt. Oder wie kann man sich das vorstellen? Ich

52:13Rico Chandra

gebe dem nach. Ich gebe dem nach. Vielleicht bilde ich mir das Ganze auch ein. Aber ich habe das Gefühl, dass darauf zu hören, dass da bin ich viel besser geworden. Und das war auch sehr ertragreich in den letzten paar Jahren. Also das ist auch so im Fliegen, in Flachlandfliegen, in Brasilien, in Kaiko, ist das ganz extrem, wenn man da so am Morgen um sechs startet und irgendwie... Das Ganze sieht flach aus, aber man hat das Gefühl, da hat es was. Oder ich muss jetzt mehr nach links oder was auch immer. Also da habe ich bestimmt meinen Flugstil verändert. Ich bin in den letzten vier Jahren jedes Jahr in ein SIKU gegangen, in ein Sicherheitstraining.

53:04Rico Chandra

Ich habe da noch enorm viel zu lernen, aber ich habe das Gefühl, dass ich da auch enorm viel gelernt habe.

53:13Rico Chandra

Dann flugtaktisch mache ich mir viel mehr Gedanken als früher. Da habe ich auch jetzt viel mehr Austausch mit einerseits in der Liga. Es gibt von der Schweizer Gleitschirmliga viele. Es gibt jetzt diese XC -Liga und da gibt es viel Austausch. Ich bin bei Alps Freeride dabei. Wir sind in Gleitschirm. Wir sind im Gleitschirmclub und da sind sehr gute Piloten dabei, von denen ich sehr viel lernen kann. Dieser Austausch ist auch neu für mich. Ich bin in den letzten 28 Jahren häufig auch immer alleine unterwegs gewesen beim Fliegen, weil viele meiner Freunde entweder aufgehört haben zu fliegen oder Gleitschirmfluglehrer geworden sind und deswegen keine Zeit hatten, fliegen zu gehen.

54:07Rico Chandra

Jetzt habe ich seit ein paar Jahren enorm viel Austausch mit anderen Piloten und von denen lerne ich schon auch sehr viel.

54:16Lucian Haas

Das hatten wir ja vorhin schon mal. Du bist ja so ein sehr systematischer Mensch. Merkst du auch manchmal, dass dir vielleicht dieses stark systematische Denken, was du hast und du sagst auch viel, ja, das versuche ich zu durchdenken und sonst was, dass dir dieses Denken manchmal beim Fliegen quasi dich behindert, dir irgendwie entgegensteht, dein Bauchgefühl dämpft und sagt, scheiße, hätte ich mal doch mal einen Bauchgefühl. Hast du das Bauchgefühl gehört oder sowas?

54:39Rico Chandra

Ich denke, wo es vor allem eine dämpfende Wirkung hat, ist bei mir eben, wenn man zum Beispiel Streckenfliegen geht und dann nach drei Stunden am Boden steht und dann nicht nochmals hochgeht. Also so beim, ja, dass ich nicht meinem Gefühl der Freude, dem folge ich vielleicht nicht immer konsequent. Und da habe ich aber auch jetzt, wieder ein paar tolle Leute kennengelernt, die gehen, die saufen ab und laufen auf den nächsten Berg hoch und weiter geht's und das habe ich jetzt auch angefangen und das ist ein tolles Gefühl, weil wir fliegen ja, es geht ja um nichts, wir fliegen ja für uns und wir fliegen, weil wir Freude haben am Fliegen und auch an diesem Gefühl, die Gesetze der Physik zu überlisten.

55:38Rico Chandra

Und diese Freude, die ist nicht weg, wenn es Nachmittag ist und am Vormittag ein Streckenflug nach 80 Kilometern oder 20 Kilometern zu Ende gegangen ist.

55:50Lucian Haas

Wenn du jetzt deine ganze Erfahrung mal so zurückblickst über die ganzen vielen Jahre, wenn jetzt einer dich fragen würde oder wenn du einen jungen Piloten, die Ausbildung hat er schon, aber jetzt soll es weitergehen, was würdest du ihm raten, wie kann man sich als Gleitschirmflieger am besten weiterbilden?

56:08Rico Chandra

Also es sind ein paar Sachen, die ich jemandem raten würde in solcher Situation. Das Wichtigste ist die Freude am Fliegen, diese zu kultivieren und da keine Kompromisse machen, wenn es ins Kompetitive reingeht. Das Kompetitive kann ein grosser Ansporn sein, aber es soll nicht ein Dämpfer sein. Das Zweite ist zu wissen......dass man enorm gut werden kann in kurzer Zeit, wenn man ganz viel fliegt und sich viel austauscht mit anderen. Ich glaube, der Liga -Beitreten ist sicher eine gute Idee, Wettkämpfe zu fliegen.

56:54Rico Chandra

Man sieht, bei den Wettkämpfen lernen Piloten enorm viel. Mir liegt das nicht. Ich kriege Platzangst, wenn jemand im selben Thermikschluss ist, aber ich würde sicher anfangen, einen Wettkampf zu fliegen oder das als Ratschlag zu geben, wenn jemand viel lernen will. Und ganz wichtig, der Gleitschirmsport ist ein wahnsinnig toller Sport, aber es lohnt sich nicht, sich zu verletzen. Also dieses Risiko in Kauf zu nehmen, dass ich mir in den nächsten zehn Jahren den Rücken brechen werde, das sollte nicht geschehen. Also ich bin jetzt... Es ist immer noch etwas verblüfft, dass wir so viele Unfälle haben.

57:44Rico Chandra

Und ich glaube, diese Unfälle haben wir, weil wir zu aggressiv, weil jeder von uns etwas zu aggressiv daran rangeht. Und wenn wir ein bisschen die Dynamik rausnehmen würden und etwas mehr auf sicher fliegen würden, dann hätten wir, glaube ich, deutlich weniger Unfälle. Weil, verstehe mich nicht falsch, ich finde es ein wahnsinnig toller Sport. Aber ist er wirklich so toll, dass ich meinen Rücken dafür eintauschen würde? Nein, das glaube ich nicht. Und sich belügen und sagen, ja, mir passiert es nicht, weil ich fliege viel besser als alle anderen, das ist auch ziemlich heikel. Und diese Balance zu finden und zu sagen, okay, es soll Spass machen,

58:33Rico Chandra

aber es darf nicht übertrieben gefährlich sein. Ich passe mal. Und das würde ich schon probieren, möglichst früh mit auf den Weg zu gehen.

58:43Lucian Haas

Wie viel Erfahrung müsste man oder sollte man haben, um so ein Hike -and -Fly -Abenteuer zu starten, wie du es gemacht hast?

58:52Rico Chandra

Schwierig zu sagen. Ich glaube, das ist nicht etwas, was enorm viel Erfahrung braucht. Ich glaube, wenn jemand sich zutraut, Startgelände zu beurteilen, sich zutraut, Landegelände zu beurteilen und sich die Selbstdisziplin zutraut, im Zweifelsfall auf Nummer sicher zu schalten, dann ist das zugänglich auch für jemanden, der oder die noch nicht lange fliegt. Ich glaube, es steht und fällt mit diesen drei Sachen, Startbedingungen beurteilen können, Landeverhältnisse beurteilen können und die Disziplin zu sagen oder die Grösse zu sagen, es ist ein Hike -and -Fly -Abenteuer, das nicht fliegen können, ist ein integraler Teil davon.

59:46Rico Chandra

Wenn es ein zu grosses Risiko gibt, dann starte ich nicht.

59:50Lucian Haas

In den vier Wochen, die du unterwegs warst, wie häufig hast du wirklich an Startplätzen, wo man vielleicht hätte starten können, dann letztendlich doch gesagt, nee, ich verzichte auf den Flug?

1:00:03Rico Chandra

Vielleicht dreimal. Es sind etwa dreimal, die mir jetzt gerade sofort in den Sinn kommen. Vielleicht waren es auch noch mehr. Aber es gab auch das andere, dass ich fliegend unterwegs war und dachte, ja, das ist jetzt mal genug für heute, ich gehe mal landen. Oder dass ich dachte, ja, diese Wolken, die sehen jetzt genug bedrohlich aus, ich gehe mal landen. Die Faustregel, die ich da verwendet habe, ich weiss nicht, ob sie korrekt ist. Ich stelle mir so Hypothesen auf, die ich irgendwie, vielleicht weiss ich das auch von einem Dani, meinem ersten Fluglehrer, die Faustregel bei Gewitter und so, die ich verwende, ist, wenn ich senkrecht oberhalb noch blauen Himmel sehe, dann geht es noch.

1:00:52Rico Chandra

Klar, da soll sich jetzt niemand einfach darauf beharren. Aber es ist vielleicht eine vernünftige Hypothese, um ein paar Jahre mit sich herumzutragen und zu prüfen, stimmt das? Stimmt das nicht? Stimmt das? Stimmt das nicht? Das kann man auch prüfen vom Landeplatz aus, vom Boden aus. Und ich habe für mich viele solche Faustregeln und Hypothesen und bis jetzt hat das ziemlich gut funktioniert mit diesen Faustregeln. Das ist irgendwie quantitativer als einfach das Bauchgefühl, jetzt habe ich genug, jetzt ist mir die Wolke zu schwarz. Irgendwie probieren zu quantifizieren und dann messen, ob das auch wirklich stimmt.

1:01:39Lucian Haas

Was ist deine Lieblings -Faustregel?

1:01:46Rico Chandra

Wenn es zum Starten geht, dann geht es auch zum Fliegen. Das soll jetzt niemand als Faustregel annehmen, ohne diese Hypothese mal ein paar Jahre mit sich herumzutragen und zu testen, ob das wirklich stimmt. Aber mit solchen Faustregeln komme ich zumindest, ja, einer gewissen Messbarkeit näher, als wenn ich einfach nur sage, ich weiß auch nicht, warum, aber ich starte jetzt nicht.

1:02:17Lucian Haas

Vielleicht sollte man bei solchen Faustregeln zumindest noch hinterherschieben, solange man davon ausgeht, dass die Wetterverhältnisse sich in der nächsten halben Stunde oder sowas nicht maßgeblich verändern. Ja, klar. Fliegen kann man in dem Moment, in dem man gestartet ist, aber es kann ja sein, dass viertel Stunde später irgendwie der Super -Föhn -Durchbruch da ist und dann sagst du, scheisse.

1:02:38Rico Chandra

Absolut. Ich möchte auch wirklich nicht, dass diese Faustregeln irgendjemand nimmt, um danach zu fliegen oder zu leben. Was ich sage ist, es bringt durchaus etwas, solche Faustregeln als Hypothesen mit sich herumzutragen und zu bewerten über die Jahre. Und dann schärft man schon das Verständnis dafür, was jetzt noch machbar ist, welches Lee ist noch fliegbar und so weiter. Gibt

1:03:06Lucian Haas

es eine Faustregel, die du irgendwann mal gedroppt hast, weil du festgestellt hast, da habe ich jetzt 20 Jahre lang dran geglaubt, aber scheisse, es funktioniert doch nicht? Oder die lässt man besser lieber außen vor?

1:03:18Rico Chandra

Ja, die Faustregel, irgendwie kann man dann schon immer landen, die habe ich gedroppt.

1:03:26Rico Chandra

Ich weiß nicht, ob ich, also ich habe die nie befolgt, aber als Hypothese herumgetragen und das sagt man ja auch, im Gespräch mit Freunden, irgendwie geht es ja dann immer zum Landen. Logisch, weil diejenigen, die dabei gestorben sind, die sind nicht mehr da, um mitzureden. Aber ich habe diese Faustregel, also ich will wirklich den Landeplatz sehen, entweder direkt im Gleitwinkel oder wissen, dass er da ist. Sonst fliege ich da eigentlich nicht rein.

1:03:57Lucian Haas

Kommt dieses Denken in Faustregeln und zu sagen, ja, das stelle ich mal als Hypothese so in den Raum und verfolge das mal eine Weile, hängt das auch mit deiner Tätigkeit zusammen? Du bist Physiker, hast sogar eine Weile mal in der Forschung gearbeitet, hast am CERN diesen Teilchenbeschleuniger in Genf gearbeitet und sowas. Hängt das auch damit zusammen, dass du sagst, ich denke gerne in solchen Systemen? Und wenn ja, hat dir das oder hat dir die Physik und dieses Denken da heraus, würdest du sagen, hat dir das irgendwie etwas in der Fliegerei schon geholfen?

1:04:31Rico Chandra

Wahrscheinlich ist es andersrum. Die Anziehung für die, die Physik kam aus dem gleichen Grund, wie meine Anziehung für so Faustregeln und Systematik. Also das ist nicht, dass mir mal Physik beigebracht wurde und daher muss ich jetzt Regeln auf alles anwenden, sondern das hat mich interessiert, weil da ein paar Regeln, Hypothesen aufgestellt wurden in der Physik und die ziemlich gut dann verworfen oder bestätigt wurden. Und die zweite Frage, die von dir

1:05:05Lucian Haas

war. Ja, ob dir dieses quasi aus der Physik oder dieses regelhafte Denken.

1:05:10Rico Chandra

Ob mir das fürs Fliegen was gebracht hat? Ich weiss es nicht. Ich glaube schon, weil es gibt ja ziemlich viel Physik in unserem Sport, also die Meteorologie oder auch die Schirmdynamik, die Mechanik, das Ganze. Ich denke schon, dass das was nützt. Aber wenn ich vergleiche mit, mit Freunden, die absolut keine Physiker sind, aber sehr gut fliegen, die haben auch ein hervorragendes Verständnis von Meteorologie, von Mechanik, von diesen physikalischen Aspekten des Sports und ich glaube nicht, dass ich denen etwas voraus bin, wenn ich mit denen diskutiere.

1:05:58Lucian Haas

Das heisst, man muss kein Physiker sein, um ein wirklich guter Pilot zu werden. Definitiv nicht. Was ist für dich ein guter Pilot? Es

1:06:05Rico Chandra

gibt ein paar Piloten, von denen, ich glaube, die haben einfach irgendeinen speziellen Sinn. Und wenn ich mit denen zusammenfliege, habe ich nicht das Gefühl, dass sie sich überhaupt Gedanken machen, dass sie in 20 Minuten am Boden stehen könnten, weil sie mit so viel Selbstvertrauen fliegen und so originelle Routen wählen und tolle Linien zeichnen in den Himmel und ein Gespür dafür haben. Es gibt ein paar, die haben das wirklich intuitiv total gut drauf. Das hast du dann aber nicht, wenn

1:06:47Lucian Haas

du das jetzt so sagst?

1:06:48Rico Chandra

Also wenn ich diesen Piloten zuschaue, so Dominik Rohne, ein guter Freund von mir, oder Sebastian Wenz, mit dem ich dieses Jahr viel geflogen bin, wenn ich den zuschaue, also die haben definitiv eine Gabe, die ich nicht habe.

1:07:04Lucian Haas

Wenn man jetzt aber deine Stellung beispielsweise im XContest anguckt, wie gesagt, du bist jetzt auf Platz zwei in der Serienklasse und sowas, muss man ja vielleicht diesen Sinn auch gar nicht haben, um trotzdem sehr erfolgreich fliegen zu können.

1:07:16Rico Chandra

Ich glaube, vielleicht hat sich bei mir so ein gewisser Sinn auch entwickelt, einfach weil ich früh angefangen habe und schon lange dabei gewesen bin. Dass ich jetzt hoch im XContest bin, das war gar nicht so. Das habe ich nicht geplant. Nein, ich war in Brasilien im Oktober und dann ist es mir gut gelaufen, aber nicht an den Tagen, wo alle anderen weit geflogen sind, sondern an so miserablen Blau Thermik -Tagen. Und dann irgendwann einmal wurde ein Bug im XContest behoben und plötzlich war ich da ganz oben auf der Rangliste und habe gedacht, das ist jetzt auch amüsant.

1:07:59Lucian Haas

Springen wir mal jetzt ganz zum Ende noch mal ein bisschen im Thema. Als Physiker, du führst ja jetzt in Zürich ein eigenes Unternehmen oder führst es mit mit anderen zusammen namens Arctis Radiation Detectors. Worum geht es dabei?

1:08:14Rico Chandra

Unsere Firma entwickelt Überwachungssysteme für radiologische Bedrohungen. Das heißt, unsere Kunden kommen aus Regierungskreisen international, und setzen diese Systeme ein, beispielsweise an der Grenze, um zu verhindern, dass stark radioaktive Quellen ins Land geschmuggelt werden oder dass Materialien wie Uran oder Plutonium geschmuggelt werden, die für Atomwaffen verwendet werden können.

1:08:49Lucian Haas

Jetzt seid ihr ja noch ein relativ junges Unternehmen. Wann habt ihr gegründet?

1:08:53Rico Chandra

Wir haben die Firma 2007 gegründet als Spin -off. Von der ETH Zürich und vom CERN. Aber wir sind nicht das klassische, das typische Hightech -Startup, das mit Venture Capital und so explosiv wächst und dann milliardenwert ist. Was wir machen ist ganz spannend und ganz toll. Und ich glaube, wir leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit. Aber es ist ein wirklich zähes Geschäft. Das ist ein Markt. Unsere Konkurrenten sind vor allem große amerikanische Rüstungsbetriebe, die börsenkotiert sind. Und gegen die anzukämpfen mit einem Kleinstunternehmen aus Zürich,

1:09:43Rico Chandra

wo die Lohnkosten nicht die tiefsten sind und dann auch Hardware herstellen, das ist wirklich ein schwieriges Geschäft. Und wir hatten ein paar tolle Jahre, aber auch ein paar ganz grosse Herausforderungen.

1:09:57Lucian Haas

Kann man sich als Chef von so einem kleinen Unternehmen, der dann wirklich in starker Konkurrenz steht und sowas, kann man sich da noch den Kopf und im Grunde auch die Tage freimachen fürs Fliegen?

1:10:08Rico Chandra

Es ist mir manchmal besser gelungen, manchmal schlechter. Dieses Jahr ist es mir ziemlich gut gelungen. Hat auch ein bisschen mit dieser Pandemie zu tun. Da war etwas mehr Freizeit als sonst. Aber auch wir haben uns vor ein, zwei Jahren, vor einem Jahr entschieden, uns etwas anders aufzustellen, sodass meine Rolle nicht mehr so zentral und allumfassend ist, wie sie vorher war. Und ich habe Kollegen im Team, die wirklich super Arbeit leisten, die die Führung der Firma im Griff haben. Das hat mir auch ermöglicht, jetzt einen Monat lang auf diese Reise zu gehen, ohne Laptop.

1:10:54Rico Chandra

Das war das erste Mal seit, ich weiß nicht wie lange, dass ich keinen Laptop dabei hatte. Das ist nur möglich, weil ich ganz tolle Kollegen habe, die diese Arbeit gemacht haben und das sehr gut gemacht haben.

1:11:09Lucian Haas

Aber war das dann trotzdem so etwas wie so ein einmaliges Erlebnis? Oder würdest du sagen, das habe ich jetzt, habe ich mal diesen Geschmack von Hike and Fly genossen und diese Freiheit und diese Möglichkeiten, das muss ich im nächsten Sommer gleich nochmal machen? Ich

1:11:22Rico Chandra

kann mir gut vorstellen, dass ich bald wieder, auf einen Hike and Fly gehen werde. Ich werde ein paar Sachen ändern, vielleicht nicht mehr so lange, vielleicht mal ans Mittelmeer anstatt nach Osten. Doch das kann ich mir gut vorstellen.

1:11:38Lucian Haas

Das wäre auch arbeitstechnisch bei dir, kannst du das dann so einbauen?

1:11:41Rico Chandra

Ich will ja mein Leben so gestalten, dass es mir Spaß macht und das würde ich, ja, das wird so gehen.

1:11:49Lucian Haas

Und wenn du dir jetzt einen besonderen Flug noch wünschen dürftest, wo du sagst, so einen Flug will ich mal erleben, ob er nur ein ganz langer Riesenstreckenflug ist oder so ein ganz besonderer Hike and Fly Flug, was für einen Charakter hätte dieser Flug, wo du sagst, da fühle ich am meisten, das ist Fliegen, das ist diese Freiheit?

1:12:09Rico Chandra

Das ist eine schwierige Frage, weil die Vielseitigkeit des Fliegens ja genau der Reiz ist. Ich glaube, es gibt schon viele Flüge, die ich gerne wieder oder gerne einmal machen würde, die ich noch nie gemacht habe. Aber was ich wirklich, wenn ich eine Sache auswählen müsste, dann wäre es wieder Ferien mit meinen Clubkollegen von Alpsfreeride in Piedrahita. Zusammen wohnen eine Woche lang, toll fliegen. Das Fliegen ist dort auch sehr abwechslungsreich. Es gibt Berge, es gibt Flachland und teilweise das Gleiche. Beides in einem Flug.

1:12:55Rico Chandra

Ich glaube, das wäre dann der Flug meiner Wahl, so in Flugferien mit Freunden in einem abwechslungsreichen Gelände.

1:13:05Lucian Haas

Piedrahita, also Zentralspanien, ein bisschen nördlich von Madrid gelegen, ein sehr, sehr schönes Streckenfluggebiet, wo man so einen ganz, ganz langen Ridge längs reiten kann oder eben auch ins Flachland dann rausfliegen kann. Schönes Ziel. Ich wünsche dir, dass du dann bald mal mit Freunden nach Piedrahita kommst oder egal woanders, wo du deine schönen, schönen Flüge machen kannst. Rico, ich danke dir für dieses Gespräch und die Einblicke in Planung und systematische Risikoverminderung bei Hike and Fly und sonstigen Flügen. Ich habe einiges gelernt und wünsche dir damit, dass du damit auch noch weiterhin auf jeden Fall vor allem gesund und munter immer wieder nach unten auf den Boden kommst.

1:13:41Rico Chandra

Danke vielmal, Lucian Haas wünsche ich dir auch. Und danke vielmal, dass du mich eingeladen hast auf dieses Gespräch.

1:13:48Lucian Haas

Ja, super, sehr gerne.

1:13:54Lucian Haas

Das war Rico Candra im Gespräch mit Lucian Haas. Wenn du noch mehr über Ricos Reise erfahren willst, so findest du die Links zu seinem Reiseblog und YouTube -Kanal in den Shownotes zu dieser Podcast -Folge auf Lu-Glidz. Von Podz-Glidz gibt es übrigens schon mehr als 40 Hörstunden an weiteren Podcast -Folgen. Du findest sie in Soundcloud, Spotify, iTunes, Google Podcasts und in vielen weiteren Audiokatalogen. Wenn du keine kommende Folge verpassen willst, dann empfehle ich dir, Podz-Glidz einfach im Podcatcher deiner Wahl zu abonnieren. Wenn du dann auch noch zum Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz wirst, trägst du mit dazu bei, dass auch künftig noch viele weitere interessante Folgen dort einlaufen werden. Am Ende will ich gerne noch einmal eine Aussage von Rico wiederholen. Was haben wir doch für einen tollen Sport, in dem wir uns selbst nach vielen Jahren noch immer weiter entwickeln können.

1:14:42Lucian Haas

In diesem Sinne, nutzt die Chance und geht fliegen. Ciao.

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