Und dann hat es mich gleich mal hinaufgebeamt und ich bin gleich mal so 200 Meter höher, da hätte ich nicht gerne reingestiegen und die lokalen Mitarbeiter haben natürlich sowas noch nie gesehen und ihre erste Reaktion hat einfach nur gesagt, jetzt stirbt er. Erst langsam habe ich dann mitgekriegt, dass das Ganze ein kontrollierter Flug ist, weil ich zum Kreisen angefangen habe und dann langsam nach ungefähr einer Stunde in die Ebene rausgeflogen bin und mir so ein Plattel gesucht habe, wo ich so schön landen habe können, was wir dann abholen können und wo ich angenommen habe, dass es keine Minen sind, das ist auf gar keinen Fall ein anderes Problem, dass man eben auf die Minen auch gehen muss.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Oskar Lehner und Lucian Haas am Mikrofon.
Ein großes Privileg unseres Lebens im Zentrum Europas vergessen wir angesichts der diversen Ärgernisse des Alltags leider viel zu häufig. Wir leben in Frieden. Und das ist wirklich etwas, was man nicht hoch genug schätzen kann. Denn in vielen Ländern und Regionen sorgen bewaffnete Auseinandersetzungen und andere Krisen dafür, dass sich die Menschen ihres Lebens viel, viel weniger sicher sein können. Immerhin gibt es Menschen, die dafür arbeiten, dass in solchen Ländern auch Frieden und vielleicht eine etwas gerechtere Ordnung einkehren kann. So einer ist oder war Oskar Lehner aus Linz in Österreich. Ich sage war, weil Oskar 2016 in den Ruhestand ging. Zuvor war er aber 23 Jahre lang in Krisengebieten rund um die Welt.
Darunter Ruanda, Afghanistan, Somalia und Kosovo. Er arbeitete für die Vereinten Nationen, die OSZE und die EU als Projektmanager im Einsatz für Menschenrechte, Demokratisierung und Sicherheit. In einem Punkt unterschied sich Oskar aber von allen seinen Kollegen vor Ort. In seinem Gepäck hatte er stets einen Gleitschirm mit dabei. Und er schaffte es tatsächlich, auch in allen Krisenregionen Möglichkeiten zu finden, um dort in die Luft zu kommen. In dieser 43. Folge von Podz-Glidz erzählt Oskar Lehner von diversen abenteuerlichen Erlebnissen aus dieser Zeit. Es geht aber auch darum, welche Rolle der Sport für ihn spielte, um den psychischen Stress mancher gesehener Grausamkeiten aus dem Körper zu bekommen.
Oskar ist heute 65. Er fliegt nicht nur Gleitschirm, sondern betreibt noch weitere Risikosportarten, darunter Wildwasserkajakfahrt. Was ihm die verschiedenen Disziplinen jeweils geben, auch das ist Thema dieses Podcasts hier. Zu guter Letzt dreht sich das Gespräch um Oskars laufendes Projekt. Seit 2016 ist er mit dem Auto auf Weltreise. Die führte ihn schon in drei Jahren von Feuerland bis Alaska. 2021 will er von Österreich nach Asien aufbrechen. Bevor es gleich mit Oskar an die ungewöhnlichsten Flugspots geht, erlaube ich mir noch einen kurzen Hinweis in eigener Sache. Solche irren Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens im Podcast zu präsentieren, bereitet mir viel Freude, ist aber auch mit einigem Aufwand verbunden.
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Oskar, inwieweit würdest du dich als einen furchtlosen Menschen bezeichnen?
Gute Frage.
Der Umgang mit Gefahr hat mich immer schon fasziniert. Aber es kommt darauf an, dass man das immer kontrolliert macht.
Bei verschiedenen Sportarten. Wenn ich z.B. beim Klettern hoch über dem Haken stehe und nicht weiß, ob ich den nächsten Haken erreiche, dann geht mir furchtlich die Düsen. Aber Dinge, die gefährlich sind, kann ich kontrollieren, weil ich die entsprechenden Fähigkeiten und das Können dazu habe. Da habe ich keine Angst. Es ist sogar interessant, dass das auch in Erliegen kommt. Ich habe sowohl von meinem Sport als auch von meinem Beruf manchmal sehr gefährliche Einsätze gehabt. Das hat mich sogar herausgefordert. Ein bisschen Risiko einzugehen und auch mit Furcht und
Adrenalin zu spüren. Du warst in deinem Leben in vielen Krisenregionen. Du hast da sicherlich auch einiges Unschönes gesehen. Gibt es Dinge, die dich heute noch verfolgen?
Ich war
insgesamt 23 Jahre im Ausland bei Einsätzen für die UNO, die OECD und die EU. Meistens in Konflikt - oder Postkonflikt -Countries. Oft auch in Kriegssituationen.
Darunter waren Afghanistan, Somalia, die Balkankriege, Tatschikistan, der Bürgerkrieg in Somalia, also in Sierra Leone nach dem Krieg. Da waren überall schlimme Verhältnisse. Aber das für mich persönlich Schlimmste war der Einsatz in Ruanda. Kurze Zeit nach dem Völkermord 1994, wo ich dann zehn Monate für die UN -Menschenrechtsorganisation gearbeitet habe. Und da habe ich in Summe vielleicht 5.000 Tote gesehen.
Viele waren schon ein paar Wochen oder ein paar Monate tot. Aber das ist ganz schlimm. Also der Zustand der Körper, wie die da so verwest sind. Es sind oft so Hunderte auf den Haufen gelegen. Aber oft auch, dass ich erst Stunden nach den Massakern dann dort war und noch in den Blutlachen gestanden bin. Und das war etwas, was mir dann, als ich nach zehn Monaten aufgehört habe, da habe ich dann gemerkt, dass ich emotional schon so involviert war, dass ich oft keine vernünftige Entscheidung mehr getroffen habe. Da bin ich dann nach Österreich zurück und habe dann sechs Monate, damals hat es noch keine Supervision gebraucht, um da hinwegzukommen. Und ein Erlebnis, das mich da besonders getroffen hat, war, dass man sich über Monate immer so ein Tag, zwei Tage hinter den Tätern am Tatort pisst.
Dann kriegst du so einen Hass drauf. Du möchtest dich dann wirklich erwischen und umbringen, die da die Leute abschlachten. Und einmal war ich in Höherweite, also in Gesine, das ist im Nordwesten Ruanders, ein Spital angegriffen haben und die Ärztin und Krankenschwestern drinnen erschossen haben. Und ich war in der Nähe mit einem deutschen Polizisten, der auch für die UNO gearbeitet hat. Und wir sind dann beide unbewaffnet mit einem Funkgerät und einem Trainingsaspekt rein, um die Täter irgendwie zu vorstellen. Weil wir stürzen auf die und bringen die zu Boden. Möglicherweise eine Erschlagung oder was immer wir es mit denen gemacht hätten. Wenn du dich irgendwie so über Monate emotionalisierst von den ganzen Verbrechen. Und wir sind dann einfach völlig wahnsinnig, da hineinzurennen. Wenn wir auf die gestoßen wären, wären wir beide sofort erschossen worden.
Und Gott sei Dank sind die auf der anderen Seite vom Spital rausgelaufen. Und wir haben keinen direkten Kontakt gehabt mit denen. Und haben halt dann nur mehr die Schwerverletzten und Toten vor uns liegen gesehen. Und haben so etwas gemacht. Und haben uns dann als erste Hilfe geleistet. Und das war für mich irgendwie das Zeichen, wo ich gesagt habe, jetzt muss ich dort aufhören. Weil meine Entscheidungen nicht mehr vernünftig sind. Und wie dann zurückgekommen bin nach Europa. Das war eigentlich die schlimmere Zeit. Weil wir dort vor Ort immer noch andere Leute gehabt haben, die es gleich am Tag erlebt haben. Mit denen wir dann brödeln können, ein Bier trinken. Und irgendwie die Spannung ablassen. Aber dann in Europa zurückzukommen war schwieriger. Weil wir den Leuten natürlich angeschaut haben, wie man vom Mond kommt. Und da habe ich dann keinen Gesprächspartner mehr gehabt. Und da habe ich dann sehr viel Sport betrieben.
Da habe ich dann sechs Monate nur Glettern, Parkleiten, Kajak fahren, Wandern, Windsurfen. Und nach diesen sechs Monaten, wo ich mit meinen damaligen Freunden, später mit meiner Frau, eigentlich am Lagerfeuer dann jeden Abend meine Geschichten losgeworden bin. Die haben die Geduld gehabt mir zuzuhören. Dann war ich wieder okay. Und dann bin ich in den nächsten Einsatz gegangen. Das war für mich eigentlich das schlimmste Erlebnis.
Das heißt, der Sport war da für dich auch wirklich quasi das Ventil, um diese aufgestauten Frust, Angst, was auch immer das alles da an Gefühlen zusammenkommt. Das auch quasi nicht auszuleben, aber quasi aus den Zellen herauszubekommen. Absolut. Das war so ein
Abarbeiten und einfach mit mir selber auseinandersetzen. Weil Sport, gerade wenn man klettert. Oder schwer in Bach fährt. Oder fliegt. Dann ist das auch immer ein bisschen auseinandersetzen mit sich selbst. Den eigenen Entscheidungen. Sich auf das zu konzentrieren, dass nichts passiert. Und auch loslassen können. Und Natur erleben. Ich weiß, dass andere ziemlich starke posttraumatische Symptome gehabt haben. Und meine Form damit fertig zu werden war, einfach so ein halbes Jahr Sport zu machen. Und das hat als Therapie wunderbar funktioniert. Eine andere Geschichte, was auch gut funktioniert. Das klingt jetzt komisch. Das ist ganz einfach Sex. Und zwar nicht nur, dass ich meine Freundin damals nicht gehabt habe. Aber ich weiß von Kollegen, die in Afghanistan bei einem Angriff auf ein Hotel dabei waren, wo einige umgebracht worden sind.
Das ganze Team ist evakuiert worden nach Dubai.
Mittlerweile gibt es ein Crisis Intervention Team. Die ganzen Psychologen sind aus New York gekommen, um die Überlebenden zu betreuen. Aber was die gemacht haben. Die sind einfach. Die haben viel Geld gekriegt für die Evakuierung. Und die haben es einfach in Sex umgesetzt. Also die Postillierten von ganz Dubai sind zusammen gelaufen. Weil da ein Haufen Leute waren, die ihr Geld loswerden wollten. Und das war die Therapie. Und ich habe später mit Psychologen gesprochen. Die haben gesagt, das ist eigentlich eine ganz natürliche Reaktion. Und wahrscheinlich auch die vernünftigste. Und die
Leute haben einfach das gemacht, was sie gebraucht haben. Wenn man solche scheußlichen Bilder sieht, wie du in Ruanda. Wie kommt man dann darauf, auch später immer wieder in, ich sag mal aus westlicher Perspektive gesehen, immer wieder sehr unsichere Staaten zu fahren und dort zu arbeiten? Warum hast du das gemacht? Was hat dich da hingezogen?
Meine
Berufslaufbahn hat eigentlich begonnen eher sehr bieder. Ich habe Jus studiert und habe dann relativ schnell einen Job auf der Uni bekommen. Und war dann Assistenzassistent und habe mich dann habilitiert in Fach österreichische Rechtsgeschichte. Und daneben bin ich dann öfter nach Mittelamerika gegangen als freier Journalist, um über die Bürgerkriege und die Menschheitsverletzungen in Mittelamerika zu berichten. Und durch Zufall bin ich dann 1993 angeschrieben worden vom österreichischen Außenministerium, dass die UNO Leute sucht, die in Kambodscha mithelfen, Kambodscha zu verwalten. Das ist für zwei Jahre aufgrund des Friedensabkommens von der UNO verwaltet worden. Da haben sie also Juristen und Verwaltungsfachleute gesucht, die kurzfristig dort einspringen, um zu helfen, die Wahlen durchzuführen und die Verwaltung aufzubauen.
Und da bin ich dann karenziert worden, bin ein halbes Jahr dort rüber. Und das war ein absolut fantastisches Erlebnis. Es war ein Abenteuer, es war ein bisschen gefährlich, aber nicht richtig gefährlich. Man hat so ein bisschen den Kauber im Dschungel raushängen lassen können. Und die Wahlen waren... Das Wahlen selber... Das war ein großer Erfolg.
Und damals hat man schon Leuten gesagt, dass man dann... You get hooked. Das heißt, wann einem das taugt, dann bleibt man dabei. Und als ich dann wieder zurückgekommen bin auf meine Uni und durchs Fenster rausgeschaut habe, dann hat sich Tag für Tag am Ende des Tages die Frage gestellt, warum soll ich da noch bleiben und den Rest meines Lebens durchs gleiche Fenster rausschauen. Weil dann sind wir quasi immer die gleichen Kollegen, gleiche Arbeit, der gleiche Arbeitsplatz. Warum soll ich da immer durchs gleiche Fenster rausschauen, wenn draußen die Welt so bunt ist und draußen das Abenteuer erlockt? Und habe dann gekündigt, was als pragmatisierter Beamter eher unüblich ist, weil die meisten sagen meist, habe ich es geschafft und kann bis zum Lebensende einen sicheren Job haben.
Aber das war mir einfach zur Fahrt gewesen. Und das war irgendwie die Luft raus im Sinne von, will ich wirklich 30 Jahre das Gleiche machen? Und dann war es ein tragischer Zufall. Kurz nach meiner Kündigung war dann der Völkermord in Ruanda begonnen. Und da haben sie dann wieder so einen weltweiten Aufruf gemacht, sie brauchen Leute für eine Menschenrechtsmission, die innerhalb von Tagen bereits sind, loszufahren. Und ich bin dann auf dem Unterkrieg. Und am Samstag bin ich schon losgeflogen nach Ruanda. Und auf dieser Mission habe ich dann alle folgenden Einsätze aufgebaut. Und wenn man dann einmal da drin ist, dann ist praktisch die Rückkehr in einen normalen Zivilberuf schon sehr schwierig. Weil es fehlt einem dann einfach etwas. Es fehlt einem auch das Gefühl der ständigen Aufregung, dass ständig etwas passieren kann.
Weil es ist ständig unter Strom. Und das Gefühl, wenn man das einmal erlebt hat, wenn es einem gefallen
hat, dann lässt man es nicht mehr los. Ich habe mal so ein bisschen bei dir nachgeschaut. Du hast eine Internetseite, auf der du dein Leben und deine Einsätze nacherzählst. Wenn man sich allein diese Liste an Ländern anguckt, dann ist das ja schon sehr beeindruckend. Also Kambodscha, Ruanda hast du schon erwähnt. Dann kommt Bosnien, Kroatien, Tatschikistan, dann Kosovo, Sierra Leone, Pakistan, Nigeria, Indonesien, Kyrgyzstan, Tansania, Afghanistan, Somalia. Ich glaube, jetzt habe ich sie alle so ungefähr zusammen. Stimmt, ja. In all diesen Ländern, wo du ja auch dann wahrscheinlich monatelang, teilweise vielleicht sogar jahrelang gearbeitet hast, hast du da denn dann auch immer deinen Gleitschirm mit dabei gehabt? Weil du gesagt hast ja nach Ruanda, da warst du immer Gleitschirmfliegen. Also wenn das so ein Teil deines Lebens ist, hast du das da quasi dann auch immer gleichzeitig.
Hast
du das vielleicht
mitgenommen? In den
meisten Ländern habe ich meine Sportausrüstung mitgehabt. Also viele Sportarten. Also in Ruanda habe ich den Gleitschirm mitgehabt. Ich habe einmal einen kurzen Flug. Das war eigentlich eben ein Feldstart, wo ich mit einer Wiese heruntergezogen habe, weil das Land eigentlich nicht so günstig ist für das Gleitschirmfliegen, weil es relativ tief erwachsen ist. Und ich habe da kleine Schneisen gehabt mit Seitenwind. Und das ist alles nicht so sehr gut gelaufen. Aber grundsätzlich habe ich bei den Einsätzen immer die ganzen Sportgeräte mit. Und speziell, wenn ich länger irgendwo bin. In Kyrgyzstan war ich vier Jahre, in Afghanistan drei Jahre. Da habe ich meinen Kajak mit, den Gleitschirm, die Skitournausrüstung, die Klettersachen. Was halt in dem Land möglich ist. Und es gibt eben irgendwelche Wege, die Sachen hinzubringen.
Und zum Beispiel in Afghanistan bin ich im Jahr 2012, 2013, habe ich Flüge gemacht in Bamian. Das klingt ein bisschen bizarr. Und das war sicher der einzige Flug in dem Jahr dort. Aber Afghanistan ist zwar ein fürchterlich grausicher Krieg. Und es ist extrem gefährlich. Aber es ist doch halt nicht das gesamte Land. Und ich habe in Afghanistan für die Vorbereitung der Präsidentschaftswahl 2014 gearbeitet. Im Rahmen eines UN -Teams. Und da haben wir natürlich auch die Informationen gehabt, wo ist gefährlich, wo ist sicher. Und ein Gebiet, das sicher eingeschätzt war, war Bamian. Das ist dieses Hochtal, wo die berühmten Buddha -Statuen waren. Weil dort eine ethnische Gruppe lebt, die heißen Hazara.
Und das sind die Erzfeinde der Taliban. Und dort ist es für die Taliban sehr schwierig zu operieren. Und da ist es relativ sicher. Und dort bin ich einfach wandern, Skitouren und Bargleiten gegangen. Wobei man sich das natürlich anders vorstellt als bei uns. Ich habe einige lokale Mitarbeiter mitgehabt. Einen Sicherheitsbeauftragten. Der auf mich aufpasst hat. Und mit so gemeinsamen, sagen wir mal, zur vierten, zur fünften Karawane auf den Berg hinauf. Und als ich mir irgendwie so angeschaut habe, ist die Windrichtung. Und Afghanistan ist relativ kahl. Das heißt, man braucht eben nur irgendwo einen Hang, wo man wegstarten kann. Aber es ist kaum ein Wald. Das heißt, man schaut, wo ist die Windrichtung. Und dann bin ich zu einem Berg in der Nähe von Bandar Amir.
Das ist eine ganz tolle Geschichte in dem Hochtal. Das ist eine Kette von Seen. Die so als athesische Brunnen sind. Wo von den Bergen, die rundherum so 5 -6.000 Meter hoch sind, das Wasser unterirdisch runter rennt. Und sich in der Tal -Senke auf so 2.500 Meter dann trifft. Und mitten in der Wüste so eine Kette von einer wirklich auch zu blauen Seen ist. Und da bin ich mal von einem Berg rauf, weil ich mir gedacht habe, da kann ich starten. Und wir sind so ein paar hundert Höhenmeter hinauf. Und dann habe ich mir einen Schirm aufgelegt. Das war ein ziemlich starker Wind. Und die lokalen Mitarbeiter haben mich dann geholfen. Und dann ist ganz was witziges passiert. Also ich bin dann rausgestartet. War ein bisschen ein wilder Start. Weil der Wind so stark war, bin ich dann hoch. Und dann hat es mich gleich mal hinaufgebeamt. Und bin gleich mal so ein paar hundert Meter höher in die Thermik eingestiegen.
Und die lokalen Mitarbeiter haben natürlich so etwas noch nie gesehen. Und ihre erste Reaktion haben von mir gesagt, jetzt stirbt er. Weil die haben gemerkt, dann reicht es jetzt drauf. Ich gehe da irgendwie auf ein paar tausend Meter Höhe. Der Wind verblasst mich. Und ich komme da irgendwie an der Höhe um. Und erst langsam habe ich dann mitgekriegt, dass das Ganze ein kontrollierter Flug ist. Weil ich zum Kreisen angefangen habe. Weil ich dann der Bergkette entlang geflogen bin. Und irgendwann bin ich dann so langsam nach ungefähr einer Stunde in die Ebene rausgeflogen. Und mir so ein Plattl gesucht habe. Weil ich so auch bei dem starken Wind schön landen habe können. Was wir dann abholen können. Und wo ich angenommen habe, dass es keine Minen sind. Das ist in Afghanistan ja auch nur so ein Problem. Dass man immer auf die Minen Acht geben muss.
Also die waren extrem erlaubt. Weil die hatten natürlich einen riesen Zamschiss gekriegt. Wenn mir da was passiert wäre. Und haben eigentlich da das erste Mal gesehen, dass man mit seinem unkomplizierten Gator so tolle Flüge machen kann. Und eine lustige Geschichte dabei. Da bin ich dann öfter geflogen. In verschiedene Richtungen. Das ist eine kleine Ortschaft. Die Seenkette ist so berühmt. So ein kleiner lokaler Tourismusort für Afghanen. Die dort hinfahren. Weil es eben einer der wegensicheren Plätze in Afghanistan ist. Und es war natürlich eine Sensation. Wie ich dann dort gleich in der Nähe der Ortschaft gelandet bin. Da sind die Leute zusammen gelaufen und so weiter. Und alle mit einem Gleitschirm angreifen. Das war so ganz aufregend. Und eine Frau dort. Wollte mir gleich einige Töchter verheiraten.
Weil die hat sich gedacht. Einer der sowas kann. Unten aus dem Ausland kommt. Das ist das beste Wort, um seine Tochter auf die Erde zu versorgen.
Sowas wie die Götter müssen verrückt sein. Wenn da irgendwer einer geflogen kommt.
Ungefähr so war es. Es war für sie unvorstellbar. Dass jemand da so herumfliegt. Und dann ganz sanft landet.
Du hast gerade gesagt. Du warst dort mit den lokalen Mitarbeitern unterwegs. Wie ist das denn. Da ist man ja quasi in so einer internationalen Community. Wahrscheinlich. Und alle möglichen. Die da in solchen Organisationen dann mitarbeiten. Für die UN oder OSZE.
Warst du dann eigentlich so ein bisschen. In deren Augen sowas wie. Jetzt nicht bei den lokalen Mitarbeitern. Sondern bei deinen Kollegen da quasi. Sowas wie dieser verrückte Sportspinner. Der da immer mit seinen Sportgeräten. Sich noch die Zeit nimmt. Hier in komischen Risikogebieten. Sich da noch in die Luft zu schwingen. Das ist absolut.
Man muss sich das so vorstellen. Speziell in den beiden Ländern. Afghanistan und Somalia. Wohnt man nicht irgendwo in einem Haus. Sondern wir haben alle in einem Lager wohnen. Und arbeiten müssen. Das streng bewacht ist. Mit einer hohen Mauer rund. Mit einem Stacheldraht. Und wir haben im Lager 36 Bewaffnete oben sitzen gehabt. Die das Lager bewacht haben. Und wenn wir rausgefahren sind. Dann in gepanzerten Fahrzeugen. Und wir sind im Lager. Oder wenn wir draußen waren. Immer wieder angegriffen worden. Ich habe das Glück gehabt. Mir ist nie passiert. Aber ich habe Kollegen gehabt. Die umgekommen sind bei Angriffen. Und so gesehen. Wenn man dann auch noch Sportarten macht. Für viele die drin sind. Ist das völlig unverständlich. Beziehungsweise. Ich habe über 6 Wochen. In Afghanistan gearbeitet.
Und dann Pause gehabt. In Somalia waren es 4 Wochen. Da arbeitete man durch.
Dann kann man seinen normalen Urlaub verwenden. Zusätzlich noch 9 Tage zusätzlichen Urlaub. Alle 6 oder 4 Wochen. Die meisten haben sich dann in einem Wellnessbar. Und nach dem Containerleben. Nach der Mühsal. Die man dort hat. Haben die sich schöne Hotels gesucht. Und ich bin dann einfach. Habe meine Sportsachen geholt. Tracking oder Fliegen. Oder Kajak fahren oder Bergsteigen. Oder Skitouren in Kaschmir. Oder Fliegen in Jemen. Das war für die völlig unverständlich.
Ein witziges Erlebnis habe ich dabei gehabt. Dieser Flug in Bamiyan. Muss ich vorstellen. In jeder Region gibt es einen UN -Sicherheitsverantwortlichen. Der. Der im Team für Sicherheit zuständig ist. Bei dem habe ich mich natürlich anmelden müssen. Da habe ich natürlich nicht gesagt. Dass ich fliegen gehe. Und bin dann so geflogen. Und habe dann am nächsten Tag. Die Fotos vom Fliegen geschickt. Teilweise aus der Luft aufgenommen. Teilweise haben mich meine Kollegen fotografiert. Und wie er die Fotos gesehen hat. Er ist so aus allen Wolken gefallen. Jeder der nach Bamiyan kommt. Schickt Fotos von Anvasivos. Aber wie er das gesehen hat. das ist der erste und einzige, der mir jemals solche Aufnahmen vom Fliegen geschickt hat. Und da hat er seinen Mitarbeitern gleich gesagt, wann immer der irgendeine Sicherheitsfreigabe in Bamian braucht, sofort
genehmigen wir auf den. Auch kann man sich verlassen, dass der weiß, was er macht, beziehungsweise dem geben den Freiraum, dass er das tun kann.
vielleicht um zu erklären, also all diese Sachen habe ich natürlich nicht einfach nur zur Gaudi als Freizeit machen dürfen, sondern ich habe ich bin also in Bamian im Winter Skit angegangen und im Sommer wandern und fliegen und das habe ich immer dienstlich begründen müssen. Und mit einem gewissen Augenzwinkern haben wir mit der Security das so ausgemacht. Ich war zuständig in unserem Team, das waren 60 Internetsaale, ich war zuständig für die rechtlichen Sachen und für die Aufbau des Sicherheitssystems und Baumaßnahmen und so weiter. Und wir haben aber eine große Abteilung gehabt, die auch die Wählerinformation gemacht und Wähleraufklärung für die Wahlen. Und mein Grund, den ich mir angegeben habe, um da rauszufahren in die Natur und da die Security Augenzwinkern zugestimmt war, dass ich gesagt habe, I have to check the impact of our voter education projects.
Das heißt, ich muss auch schauen, wie wirksam ist unsere Wählerinformation. Und das kann man nur feststellen, wenn man wirklich in den hintersten Täler, in die letzten Dörfer geht, weil in der Hauptstadt weiß natürlich jeder, wie die Wahlen und wie man wählt und so weiter. Aber ob man wirklich so einen guten Outreach haben, das muss man feststellen, wenn man in die ländlichen Gebiete geht. Und das war der offizielle Grund, wenn ich in meine Ski -Tour gegangen bin und meine Wanderung war, to assess the impact of our voter education projects. Und damit war ich auch versicherungstechnisch gedeckt, weil die Versicherung hat nur für dienstliche Tätigkeiten gegolten. Die Lebensversicherung, die wir alle abgeschlossen gehabt haben über die UNO. Und damit war ich gedeckt und damit habe ich auch die lange Leine gehabt. Und die anderen waren froh, weil die haben Informationen gebraucht. Also wie kommen die Informationen, die wir rausschicken über Radio, über Flugblätter und so weiter, die kommen wirklich in die kleinen
Dörfer. Du warst ja in diesen Ländern dann sportlich und dann eben auch fliegerisch unterwegs. Aber wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann doch meistens allein. Oder gab es irgendwelche Länder, wo es auch so was wie eine Flieger -Community gab, wo du dich dann anschließen konntest? Es hat ein Land
gegeben, wo ich wirklich einen sehr engen Anschluss an die Flieger -Community gehabt habe und das war Kyrgyzstan. Kyrgyzstan war ein bisschen eine Ausnahme von meinen Ländern. Das war, wie ich hinkam, bin ich noch relativ ruhig. Das hat ein bisschen so gelten wie die, hat den Namen die Schweiz Zentralasiens, erst mal wegen der Schönheit und weil es bis Mitte der Anfang 2000er Jahre eigentlich relativ stabil war. Und wie dort war es aber gerade dann die erste krisische Revolution gewesen. Da war ich auch Augenzeuge am Hauptplatz, wie das Präsidentenpalast gestürmt wurde und der Präsident verjagt wurde und habe dann dort die darauffolgenden Wahlen mit der Wahlbehörde. Mitorganisiert und da war ich dann für vier Jahre. Und nachdem es dort sehr gebirgig ist und die Berge fast keinen Wald haben, das heißt, man hat Startplätze, Ende nie und dort hat sich eine kleine lokale Fliegergemeinde schon um die Jahrtausendwende gebildet und mit denen bin ich in Kontakt gekommen und das waren dann meine hauptsächlichen Freizeitpartner bei der ganzen Jahre und das sind tolle Flieger
mittlerweile geworden. Unter Bedingungen, die halt sehr viel anspruchsvoller sind als bei uns in Europa und zwar anspruchsvoller deswegen, sie haben viel weniger gute Wettervorhersagen. Die Community ist viel kleiner, daher kann man auf und das wird nicht so lange geflogen, das heißt, man kann nicht auf den Erfahrungsschatz von anderen zurückgreifen.
Die Wetterphänomene sind viel massiver, weil da sind die Berge so zwischen 5 und 7000 Meter und wenn da irgendwo ein Fall wird. Wenn da ein Wind reingeht oder ein Gewitter losgeht oder ein Windbruch aufgreift, das sind die Tieren Scharnberge, dann ist das sehr viel kräftiger als bei uns und wir haben einen Fall gehabt, wo irgendwie aus China so eine Kaltluftwelle rübergekommen ist, das war vorhin oft und plötzlich ist ein Kollege von mir, der unten im Dorf landen wollte, mit 70 km/h rückwärts geflogen und hat nur das Glück gehabt, dass er in einem Baum hängen geblieben ist, der Wind war 70 km/h, er ist vielleicht so 20 -30 km/h zurückgeflogen und ein Baum hat noch gefangen, in dem er gehängt ist, sonst wäre er in so ein 4 -5 Stückes Gebäude rein und wäre dann wahrscheinlich dort abgestürzt und das war völlig unvermutet, aus dem Nichts ist das gekommen und eine weitere Herausforderung ist, dass das
Land sehr dünn besiedelt ist, es gibt nicht so gutes Straßensystem, es gibt ein schlechtes Kommunikationssystem, man hat nicht über Handyempfang, die Krankenhäuser sind nicht so gut ausgebaut und wenn man da irgendwie dann verloren geht, dann braucht man sehr viel länger, um Hilfe zu holen oder Hilfe zu bekommen, wie bei uns in Mitteleuropa. Ich habe das erlebt, wie ich dann in 2008 für den Linzer Kajak -Club und für den Micheldorfer Bargleitverein, bei dem ich Mitglied bin in Oberösterreich, habe ich den Clubausflug nach Kyrgyzstan organisiert und wir sind dann ganz in den hintersten Winkel, ganz in den Osten, so an die Chinesische Grenze gekommen und haben dann durch Zufall einen, da war es ein Rettungshubschaber und der war so ein großer Russischer und der hat uns eingeladen, ob wir mitfliegen wollen, weil sie suchen eine französische Touristin, die irgendwo verschollen gegangen ist, die hat einen Notruf abgesetzt und wir haben dann die ganze Gegend abgesucht und obwohl, das war teilweise Gletscher, teilweise waren es Felsen, also keine Bäume, ich habe es mir relativ gut gesehen, aber in diesem riesen Berggewirr und so weiter, wie schnell man da verloren gehen kann und wie schwierig das ist, da wieder rauszukommen, wenn man entweder selber rauskommen muss oder beziehungsweise wie unangenehm.
Unbenügend dort die Rettungskette ist, weil die haben nicht wie bei uns die Bergrettung, die ausgebildete Gebiete kennt, sondern es hat in der Zeit, wie es dort war, waren erst die ersten Projekte, Bergführer auszubilden, weil sowas ist seit der Zusammenbruch des Wetter und hat sowas nicht mehr gegeben und von daher ist das Fliegen dort deutlich anspruchsvoller, hat aber den Vorteil, also die Landschaft ist toll und man fliegt dann halt nicht im großen Pulk, sondern man geht irgendwo allein auf einen Berg auf, schätzt sich selber die Wetter, Windsituation, Startsituation ein und dann fliegt man halt für sich alleine und hat für sich alleine mit zwei, drei Freunden ein wunderschönes, tolles Naturerlebnis, das wirklich dann so Natur und Einsamkeit verbindet.
Wenn man aber derart exponiert fliegen geht, ist das ja klar mit einem hohen Risiko verbunden. Was hast du da gemacht oder was machst du in solchen Situationen zur eigenen Risikominimierung? Oder sagst du, ich lasse mich jetzt einfach drauf ein, ich gehe einfach fliegen? Und ich werde schon heil runterkommen und wenn was passiert, dann ist es halt so. Ich bewundere die
Flieger, die das machen, dass sie einfach so ins Blitzpleier reinfliegen und ohne Plan B. In manchen Gebieten geht es einem dann. Ich habe ein paar Reportagen gesehen über Leute, die über den Himalaya geflogen sind oder mit Freunden im Michel -Dorf, im Club, die in Nordpakistan so zwei Wochen ganz allein geflogen sind und wilde Erlebnisse gehabt haben. Also das träume ich nicht. Ich versuche immer, das Risiko zu minimieren und das irgendwie noch so kontrollieren zu können. Das heißt, ich habe versucht, dass ich Kommunikationssysteme mitgehabt habe. Ich habe meistens ein Satellitentelefon oder einen Trecker -Spot oder was immer mitgehabt. Ich habe entsprechende Verbandsbackeln und so weiter.
Ich habe dann zusätzlich auch immer meinen Freunden oder lokalen Mitarbeiter gesagt, was ich mache und wo ich bin und wo ich ungefähr so hinfliege. Und habe dann... Das betrifft jetzt nicht nur das Fliegen, sondern ich bin auch Ski durchgegangen in Kirchstein und dann darf man halt nicht so viel riskieren. Man darf nicht in Hänge hineingehen, die potenziell da wenig gefährlich werden. Man muss da also viel mehr auf der sicheren Seite sein und auch beim Fliegen. Man muss sich dann überlegen, wie weit kann ich wegfliegen, wie schaut die Wettersituation aus und halt notfalls zu entscheiden, man fliegt nicht, weil es ist die Situation schwer einzuschätzen. Aber in Summe habe ich... Es ist eigentlich gut gegangen und ich glaube, es war nicht nur Glück, sondern ich habe auch versucht, durch so einen Risikominimierungsansatz
Gefahren beherrschbar zu machen. Und das habe ich unter anderem auch mit meinem Beruf gelernt, weil nachdem unsere Arbeit immer in Risikogebieten war, haben wir so einen Ansatz gehabt, immer so in einer Matrix zu denken. Nämlich so, wie hoch ist das Risiko? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es eintreten kann und welche Mittel habe ich, um das Risiko abzupuffern? Wenn man diese drei Vektoren, in der UN haben wir so eine Matrix, also eine Risikomatrix, wenn man das dann sich zusammenstellt, dann kommt man irgendwie zu dem Ergebnis, go or not go. Also man kann es machen oder nicht machen, wenn man mit gewisser Gefährlichkeit drüber ist und wo dann halt auch die Frage ist, wie wichtig ist es zu machen? Wobei beim Gleitschirmfliegen ist eigentlich nie wichtig.
Es ist ja nicht, dass man da irgendwie so lebenserhaltende Medikamente irgendwo hinbringt und sagt, man muss unbedingt was riskieren, man muss Menschenleben retten, es geht nicht darum, hat man einen schönen Flug oder nicht. Und da habe ich dann öfter wirklich die Entscheidung gemacht, nein, das Risiko ist zu groß und es zahlt sich nicht aus. Und dann
habe ich halt nichts gemacht. Hast du denn trotz allem, trotz dieser Risikoabschätzung, die du dann gemacht hast mit dieser Matrix, hast du dann auch trotzdem mal in irgendeinem dieser Länder negative Erfahrungen mit deinen Flügen gemacht? Eigentlich nicht. Es ist immer alles,
alles gut gegangen und ich habe in diesen Ländern nie einen Unfall gehabt. Die einzige, einzigen Blödsinn, den ich gemacht habe, der ist mir leider im Mittelarpen in Deutschland passiert. Und im Nachhinein war es wirklich meine eigene Dummheit. Das war, glaube ich, 2017 war das. Ich wollte so eine kleine Reise durch Bayern, Schweiz, Österreich machen und einfach so jeden Tag an ein Fluggebiet und habe irgendwie so meine Excel -Tabelle im Kopf gehabt, also an dem Tag das. Und habe angefangen in Garmisch -Partenkirchen und bin da bergauf und ich habe schon von der Väter vorher gesagt, dass am frühen Nachmittag kommen Gewitter und wir möchten eiswissenschaftlich ausgehen. Und habe gesehen, dass hinter den Bergen sich schon Gewitterwolken zusammenbrauen und war der Einzige da im Fluggebiet und bin dann rausgestartet, bin so herumflogen, also ist es thermisch eher schwach gewesen und so weiter.
Dann bin ich so nach einer Stunde Richtung Landeplatz und dann ist genau das, was man eigentlich in der Schulung schon immer macht. Man lernt, dass der Kaltluftkeil und von den Gewittern, wenn sie auslassen, dass das so weit vorausseilt und durch die Täler abgelenkt wird. Und ich bin dann in so eine Druckwelle von einem Gewitter, das im nächsten Daltrüm war, hineingelandet und bin dann so im Landebereich dann trotz Spitzsystem schon rückwärts geflogen und habe dann den Boden näher an den Klapper gehabt und habe die letzten paar Meter runtergekaut und habe dann mit den... L2 Lendenwirbel gebrochen, also ein schönes Stück weggebrochen. Das war eigentlich das wirklich schlimmste Erlebnis bei mir im Fliegen, weil es ist dann das Vertrauen und die Sicherheit in meine Einschätzungsfähigkeit verloren gegangen
und so ein Wirbelbroch ist natürlich auch kein Klacks. Da habe ich dann ein bisschen nachgedacht, was dazu geführt hat und das war einfach so, ich habe mir gedacht, ich arbeite jetzt mein Programm ab und habe also viel zu wenig auf die Wetterindikatoren. Auf die Wettervorhersage und so weiter das geachtet und das habe ich später geändert. Wobei ich in dem Zusammenhang eins sagen möchte, etwas was in der Fliege -Community eigentlich an Informationen viel zu wenig geteilt wird und diskutiert wird, ist, wie man Wirbelbrüche versorgt, weil die, in meinem Bekanntenkreis, ich glaube die Hälfte hat irgendwann einmal im Laufe von 20, 30 Jahren Fliegen eine Wirbelverletzung gehabt und es gibt unterschiedliche Behandlungsmethoden und die... Ich habe ein paar Flugzeiten...
Ich habe die Schiffen schon angeregt, dass sie mir darüber schreiben sollen, aber die wollen das irgendwie völlig ausblenden. Mir ist es übrigens passiert, ich habe dann den Wirbelbruch gehabt, habe gehen können, habe es zuerst einmal nicht ernst genommen, habe mein Zelt aufgestellt, habe ein bisschen schmerzhaft nachgehabt, bin dann nächsten Tag ins Krankenhaus gegangen und dem gesagt, dass so ein vielleicht einmal 1,5 cm großes Dreieck da rausgebrochen ist, aber nicht beim Nervenkanal sondern auf der anderen Seite und die wollten mich dann gleich operieren und verschrauben und dann habe ich gesagt, nein mach das lieber. Ich war daheim in Linz und habe mir ein Revers unterschrieben, bin nach Linz gefahren, habe mich dort ins Krankenhaus eingecheckt, die wollten jetzt auch wieder operieren und verschrauben und dann habe ich irgendwann einmal gewusst, es gibt eine Klebemethode und dann habe ich in der Nacht vor der Operation, habe das im Internet im Spital recherchiert und habe dann noch einen Arzt angerufen, den habe ich aus dem Bett geholt und habe ihm das geschildert, was ich habe und er hat gesagt, ja das kann man kleben und bin dann am nächsten Tag so
buchstäblich vom Arzt gekommen. Dann bin ich am Operationstisch gesprungen und habe mir gesagt, lass mich operieren, ausgecheckt und bin ins Spital, das auf der anderen Straßenseite war und wo der Arzt gesagt hat, er operiert mich und der hat eine Klebemethode, wo mit seinem 3D Röntgen mit zwei Nadeln ein Klebstoff, das ist wie ein Superkleber, eingespritzt wird in die Bruchstellen und man muss dann eine Stunde in Narkose.. Und kann dann sofort wieder aufstehen und wieder am nächsten Tag entlassen, Wochen später kann man schon Wanderungen ohne Rucksack machen und drei Wochen später kann man eigentlich schon wieder alles machen, einschließlich auch fliegen. Das geht nicht bei allen Brüchen, aber bei bestimmten Brüchen geht das und das ist ein viel weniger großer Eingriff als das große Aufschneiden und mit Eisen oder mit Stahl da irgendwie verschrauben, weil erstmal, wenn man das verschraubt, sind da ein paar Wirbel steif und die angrenzenden Wirbel werden viel mehr belastet, dann hat man das Eisen drin
und es dauert viel länger, weil man dann bis zu zwölf Wochen Pause machen muss, das heißt der ganze Muskelapparat erschlafft und bei dieser Methode mit dem Superkleber, der reingespritzt wird, kann man nach einer Woche wieder sich ganz normal bewegen, der Muskelapparat lastet nicht nach und ist die, zumindest von meiner Verletzung, wesentlich bessere Verletzung gewesen und ich glaube, das Wissen sollten die Paraglide -Piloten haben, dass sie wissen, wenn sowas passiert, dass sie auch nach alternativen Methoden fragen, weil in den normalen Unfallskranken ist das nicht so. In den normalen Unfallskranken heißt es 0815, jeder Chirurg kann aufschneiden und verschrauben und das machen sie dann für alles und auch dann, wenn andere Methoden, die eine Spezialausbildung brauchen, viel besser werden und das ist passiert 2017 und es ist schon über drei Jahre her und ich kann sagen, keine Beschwerden, ich trage einen schweren Rucksack beim Trekking und habe beim Fliegen keine Probleme, ich bin Kajak gefahren, also die Operationsmitte hat bei mir wirklich super gewirkt.
Interessante Information. Interessante Information, vielleicht können wir dazu auch irgendwie noch einen Link dann haben, den ich dann am Ende in die Shownotes dazu stelle. Eine Frage noch, nochmal zurück zu deinem Unfall, den du da hattest, beziehungsweise im Vergleich mit dem ganzen anderen, wo du sagst Risikomanagement oder sowas, kann es auch dazu beigetragen haben, wenn man zum Beispiel eben in Deutschland fliegt oder Österreich fliegt, wo du sagst, ich habe hier eine so gute Infrastruktur, auch eine so gute Sicherheitsinfrastruktur, es gibt Rettung oder sowas, dass du da auch im Kopf viel eher bereit bist, quasi ein im Grunde größeres Risiko einzugehen? Das ist absolut
so, wenn ich schon irgendwie Gewitterwolken hinter dem nächsten Berg sehe, war ich in Kirchstein nicht gestartet, aber da, wenn man so am Startplatz steht, irgendwo in Bayern und unten hat man die Ortschaft und der Himmel über einem ist noch blau, dann geht man einfach mehr Risiko ein, man fühlt sich in einer viel vertrauteren Umgebung, man ist generell dann nicht so bedacht, was ist wenn und wie komme ich wieder raus und das nächste Spiel dauert. Da war ich fünf Stunden entfernt und so weiter und ich habe das irgendwie einfach zu wenig bedacht, weggeblendet und im Nachhinein war es für mich irgendwie so, die Excel -Liste abzuhaken. Ich wollte jeden Tag woanders fliegen und habe übrigens schon die Route geplant und heute ist Gammelsport in Kirchen dran und das wird geflogen und ohne dass ich so groß geschaut habe, wie die Wetterbedingungen sind, das war ein
eindeutiger Fehler von mir. Das heißt, das Programm ist im Grunde das Risiko, nicht unbedingt die Sportart. Das Programm war das Risiko, ja. Nun, gerade wenn man von Risiko -Sportarten spricht, auch wenn jetzt in dem Fall das Programm das Risiko war, du machst ja im Grunde, bist ein sehr sportlicher Mensch und machst sehr viele verschiedene Sportarten, die man auch als Risiko -Sportarten häufig einordnet oder riskantere Sportarten, da ist das Bergsteigen, gehört dazu, du hast glaub Fallschirmspringen gemacht, fährst, hast du ja auch gesagt, Wildwasserkajak, du gehst Reiten, Tauchen, Gleitschirmfliegen, brauchst du diesen Thrill?
Den Thrill brauche ich nicht. Den Thrill brauche ich auch. Auf das bin ich gekommen schon relativ in jungen Jahren, dass ich gern ein bisschen den Kick und gern ein bisschen Adrenalin, aber immer unter der Grenze, wo ich irgendwie so selbstgefährdend werde. Aber mir fasziniert ein bisschen, Sachen zu machen, die unter Anführungszeichen potenziell gefährlich sind, weil so Klettern, Tauchen, Fliegen, das alles kann ja auch tödlich enden, wenn man nicht die entsprechende Fähigkeit hat. Das heißt, wenn man das Tauchen beherrscht, wenn man das Kajakfahren beherrscht, wenn man weiß, wie man Fallschirmspringen tut und wie man richtig paragleitet, dann wird das trotzdem relativ sicher. Und diese Erfahrung, und gleichzeitig ist es auch eine Selbstbestätigung, eine gefährliche Sache zu machen,
ein bisschen Grenzen auszuloten, aber das Gerät zu beherrschen, die Aerodynamik zu beherrschen, das Wetter zu verstehen, eine Route so zu planen, dass es nicht gefährlich wird und trotzdem einen schönen Flug zu haben. Das ist etwas, was mich dann fasziniert hat, so vielleicht ab dem zwanzigsten, fünfundzwanzigsten Lebensjahr. Ich muss sagen, ich habe angefangen so ganz traditionell, als junger Bursch, mit Fußball, Tennis, Skifahren, so den traditionellen Sportarten. Und dann habe ich bei diesen anderen, die erwähnt haben, so wie Kajakfahren, Fallschirmspringen, Paragliden, Tauchen, habe ich gesehen, dass einfach das emotionale Erlebnis viel intensiver ist. Und auch die Fertigkeit, die man dafür braucht, bzw. auch dann das Feedback, das man kriegt, wenn man mit seiner Fertigkeit eben so da wieder heil rauskommt.
Und da ist dann nicht nur so, man geht joggen, weil es gesund ist für den Kreislauf, sondern dann ist da zusätzlich auch noch so, man hat ein bisschen was unter Anführungszeichen geleistet, indem man eine gefährliche Sache gemeistert hat. Und man hat überlebt, wobei ich halt nicht irgendwie lebensgefahren eingehe, aber was auch irgendwie toll ist. Gerade beim Paragliden, und das ist etwas, was ich eigentlich noch nie ganz gelesen habe, was für mich aber eine wichtige Sache ist, die ersten 16 Jahre meines Lebens war ich Wissenschaftler. Und Papier ist geduldig, du kannst draufschreiben aufs Papier, was immer, findest ihn dann ein Verleger, der es veröffentlicht, und dann ist dein Aufsatz in seinem Buch draußen. Aber du hoffst, dass dann ein Blitzing geschrieben wird, also nicht. Das Papier verkrümmt sich deswegen nicht. Beim Paragliden hast du sofort ein unmittelbares Feedback. Wenn du so einen kleinen Streckenflug machen willst, von ein paar Stunden, dann ist das nicht so einfach.
Du startest, du hast dann das Problem mit einer Talquerung, oder du musst irgendwo aufdrehen, und wann fliegst du weg, wo fliegst du hin, und so weiter. Und du kriegst dann sofort das Feedback, deine Entscheidung war richtig oder falsch. Wenn du die Talquerung falsch anlegst, und du kommst irgendwo an, wo keine Dynamik ist, dann saufst du ab und sitzt im Tal unten. Oder wenn du irgendwie gegen den Wind ankämpfst, weil du dir den Winkel falsch eingeschätzt hast, oder du bist zu früh weggeflogen, hast ein wenig Geduld gehabt, um weiter aufzudrehen, dann ist der Flug halt zu Ende. Oder du kommst nicht so weit wie die anderen. Das heißt, du hast immer gleich ein objektives, physikalisches Feedback. Bei uns im Berufsleben ist es oft so, dein Feedback ist abhängig davon, ob es dein Chef mag oder nicht, ob du Kollegen hast, die dir gewogen sind oder nicht, oder du kriegst überhaupt kein Feedback, weil was immer du machst, erst in zwei, drei, vier Jahren sich das Richtige oder Falsche herausstellt.
Aber beim Paragliden hast du wirklich innerhalb von Minuten die Antwort darauf, deine Entscheidung war richtig oder falsch. Und Paragliden ist eigentlich ein ständiges Feedback. Du musst ständig Entscheidungen treffen. Nämlich in dem Sinn, wo drehe ich auf, drehe ich nach höher, wann überquere ich, in welche Richtung überquere ich, wo suche ich mir die nächste Thermik. Das heißt, du musst ständig Entscheidungen treffen. Und du kriegst ständig sofort das Feedback von der Physik, ob deine Entscheidung richtig oder falsch war. Und das ist etwas, was viele von uns im Berufsleben eigentlich nicht haben. Weil wenn du, was weiß ich, du kannst in der Bank sitzen, du kannst Buchhalter sein, du kannst, was weiß ich, was machen. Das Feedback ist nie so direkt, wie du es beim Paragliden hast. Und das ist für mich auch
ein schönes Erlebnis dabei beim Fliegen. Das Feedback, was man im Beruf kriegt, ist ja häufig auch ein subjektives Feedback, was immer halt mit der anderen Person zusammenhängt. Jetzt kannst du Gleitschirmfliegen, kannst du sagen, das ist ein objektives Feedback. Richtig. Der quasi, der am höchsten ist, wenn es nur darum geht, jetzt in der Thermik nach oben zu kommen, musst du sagen, der hat es irgendwie am besten gemacht.
Richtig, ja. Oder bei uns, da fliegt man zuerst im Hausbord, steigt auf und dann verteilt sich das. Also ich fliege hauptsächlich im Bereich Oberösterreich und dann verteilt sich das. Jeder sucht sich seine Routen, weil man kann frisch in die Routen fliegen. Und dann fliegst eigentlich nur mehr du mit dir selber. Aber du mit dir selbst, du nimmst dir etwas vor. Ich möchte da diese kleine Strecke fliegen und ich möchte dort das Tal gewähren. Und du hast dann direkt das Feedback, deine Entscheidung war richtig oder falsch. Und beim nächsten Mal. Und auch die Entscheidung lernst du dann auch. Also beim nächsten Mal versuchst du es dann anders zu machen. Und das ist für mich, bei allen Sportarten, außer vielleicht Fußball spielen und Tennis spielen, habe ich eigentlich keine Sportarten so besonders gemacht, wo es irgendwie um Kampf gegen die anderen geht.
Sondern beim Klettern kann man auch Wettkämpfe machen. Klettern ist wirklich schön, weil man hat die Wand vor sich und man klettert rauf und oben vor allem, dass man über die Wand raufklettert ist. Und beim Kajakfahren ist es ein schwieriger Fluss und eine Wasserfalle, wo man sich fürchtet und so weiter. Da sucht man sich eine Spur. Und irgendwann schafft man es und schwimmt oder schwimmt nicht. Und beim Fliegen ist es auch genauso. Also bei meinem sportlichen Leben ist es nicht so sehr, ich messe mich mit den anderen, weil ich schneller, höher, weiter bin als die anderen. Sondern ich schaffe es für mich, da heute 30, 40, 50 Kilometer zu fliegen und da dreig zu fliegen oder irgendwo hinzukommen und wieder am Landeplatz zurückzukommen. Und damit bin ich dann zufrieden. Auf das bin ich dann auch, weil es ein schöner Flug war, stolz. Und freue mich dann unten beim Lande wie ein Sitz und sage, das war ein gelungener Tag. Gerade
wenn du so viele verschiedene Sportarten machst. Du hast jetzt gerade eben nochmals Klettern, Wildwasser, Kajakfahren und das Gleitschirmfliegen erwähnt. Welche dieser Sportarten fasziniert dich persönlich eigentlich dann am meisten oder welche gibt dir am meisten und warum? Muss ich mal sagen, ich mache viele
Sportarten. Ich bin nirgends herausragend. Ich bin Kajak gefahren. Beim Fünfer hat es schnell aufgehört. Beim Klettern irgendwie beim 6b. Mein längster Bargleitflug war irgendwann so um die 100 Kilometer. Ich bin eigentlich irgendwie so ein bisschen gehobenes Mittelmaß. Aber mir gefällt das und ich strebe da gar nicht an, irgendwie ganz besonders gut zu werden. Von welchen Sportarten hat mich das am meisten begeistert? In wie so 30, 40 war es Kajak gefahren. Und da war es irgendwie so, da war ein klasse Kick drin. Das war das Gemeinschaftserlebnis bei denen. Und dann, wenn du so einen Fluss runterfährst, wo was rauscht und das Wasser will dich. Wenn du in so einer Stromschnelle bist, herum über dich zusammentonnert und du schaffst das oder schaffst das nicht, dann im Boot zu bleiben und so weiter.
Das ist ja ein tolles Erlebnis und ist auch so körperlich, weil es kostet viel Kraft. Später ist es ein bisschen verlagert dann zum Bargleiten, weil Bargleiten nicht so der große Action Sport ist. Da musst du nicht so blitzschnell reagieren und mit Maximalkraft irgendwo dich durch eine Stromschnelle durchkämpfen. Da ist dann noch mehr dabei, dass man Zeit hat. Man hat auch die Natur zu genießen. Also wenn man irgendwie hoch über die Berge fließt und dann drunter schaut, diese wunderschöne Landschaft und wie sich dann wirklich die Erde von oben in eine neue Perspektive zeigt. Man sieht dann die Auffaltungen. Das ist dann so wie ein bisschen so gruppenmäßig eingelassen über die Geologie und wie sich in Mittelalp die Gebirge auffalten. Und das sieht dann oben, das schaut dann wie ein Buch aus. Da siehst du dann so die Schichten, die aufgebrochen sind.
Da kannst du dir vorstellen, was früher immer zusammengehört hat. Was irgendwo erodiert worden ist. Was irgendwie verschoben wurde. Und dann auch das Farbenspiel, wenn man so hoch drüber ist. Und auch die Ruhe oben. Wenn man dann, wenn man nicht gerade irgendwie knapp am Grad entlang kratzt und ständig Angst haben muss, dass man irgendwo aufschlägt, wenn man irgendwie hoch drüben ist, dann ist das einfach sehr entspannend. Also dann schwebt man ein paar hundert Meter über den Gipfeln und wird schön von der Gärmitte hingetragen. Und dann ist das eigentlich wirklich ein tolles Glücksgefühl. So das
Natural High. Das heißt, das ist auch wirklich dann die Genussmomente, die man vielleicht beim Wildwasser -Kajak findet. Was man bei dem Wildwasserfahren in der Form nicht hat. Bei dem Wildwasserfahren,
gerade wenn man dann die schwereren Sachen fährt, da ist nicht sehr viel Genuss. Da geht nur das Nachhören. Dass man gesagt hat, ich habe mich überwunden. Ich bin es gefahren. Aber in der Zeit drin, außer wenn man fährt auf einem ruhigen Fluss, der auch schön mal irgendwie so runtergleiten kann. Aber wenn man so wirklich in einer Stromschnelle drin ist, dann ist man so fokussiert auf das, dass man da das Boot durchsteuert und nicht zu kentern. So die Entspannung ist dann eigentlich schon mehr beim Fliegen, wenn man irgendwie so hoch drüben ist. Und dann so über die Landschaft gleiten kann. Das hat man beim Kajak -Fahren auch. Aber da muss man dann wirklich so die leichteren Flüsse fahren. Das ist auch wunderschön durch die herrliche Landschaft.
Wahrscheinlich auch körperlich bedingt. Man wird dann weniger kräftig und ein bisschen schwächer. Und ein bisschen vorsichtiger und so weiter. Daher hat es sich dann verschoben vom Kajak -Fahren auf Parkleiten.
Das ist extrem gesagt. Kann man sagen, das Gleitschirmfliegen ist dann noch eher der Seniorensport? Ich kann es auch von
meinen Freunden sehen. Beim Kajak -Fahren. Alle, die mit mir angefangen haben vor 30, 35 Jahren. Wir fahren bei weitem nicht mehr das, was wir damals gefahren sind. Wir sind so am Zagre -Level drunter. Es gibt Flüsse, die wir damals gefahren sind, die uns relativ locker von der Hand gegangen sind. Wo man halt nicht mit dem Kringsten dran denkt, noch jemals einzusteigen. Beim Parkleiten ist das anders. Das ist eigentlich wirklich ein Sport, den man auf einem ziemlich ähnlichen Niveau bis ins höhere Alter betreiben kann. Ich bin jetzt 65. Und fliege bei uns im Verein in einer sogenannten Oldies -Truppe. Das ist eine Truppe von älteren Herren, die alle so zwischen Anfang 60 bis der älteste 77. Und wir fliegen eigentlich auch nicht viel schlechter, als wir vor 15, 20 Jahren geflogen sind.
Es ist also wirklich ein Sport, den man ungefähr auf dem gleichen Level bis ins höhere Alter. Und 77 und der Freund von mir, sein Name ist Stazi,
der hat erst angekündigt, er will bis 80 fliegen. Und mit 80 macht er ein großes Abschlussfest und dann dürfen wir mal Skitouren gehen. Wobei wir reden, wenn er weiter fliegt. Aber das kann man wirklich mit 70 an die 80. Das Gleitschirmfliegen ist immer noch möglich. Man muss halt nur die paar Meter da laufen und dann beim Landen seine Landetechnik irgendwie einstudieren, wie man in dem Alter noch sicher landen kann. Und dann ist das wirklich ein Sport im Vergleich zu dem, den man auf ähnlichen Niveau eigentlich sehr, sehr lange ausbetreiben kann. Überhaupt nicht als Seniorensport im Sinne, als abwertend, sondern ein Sport, der eigentlich für Senioren sehr geeignet ist. Man sollte nicht unbedingt mit 70 anfangen zu fliegen, aber wenn man mit 20, 30, 40 angefangen hat, dann kann man mit 70 sicher
noch locker fliegen. Ich hatte jetzt neulich einen Podcast, der mit 73 das Fliegen erst angefangen hat. Also das war ein Schweizer, der da noch den Kurs gemacht hat. Das ist toll. Der allerdings auch noch sehr, sehr sportlich ist. Aber das dann insgesamt gut gemeistert hat man noch. Also es geht schon, aber wahrscheinlich auch da hat der Fluglehrer von ihm gesagt, es ist viel sinnvoller, das deutlich früher anzufangen, weil einfach das Muskellernen und das Muskelgedächtnis, was man da aufbauen muss und die Reaktion, die man dafür entwickeln muss, das schon viel einfacher ist, wenn man das früh macht. Absolut, ja. Lass uns mal ein bisschen im Thema nochmal springen, auch in deinem Leben, jetzt nochmal in die quasi die Jetzt -Zeit springen beziehungsweise die letzten Jahre. Du hast 2016 aufgehört mit den Jobs, die du dann für UN, OSZE, EU und so weiter im Ausland immer gemacht hast und hast dann angefangen, selber auf Weltreise zu gehen.
Wenn du schon so viel im Ausland unterwegs warst, warum musst du dann nochmal weiterreisen? Warum sagt man nicht im Alter so, ach komm, jetzt kann ich es mir gemütlich machen? Gute Frage.
Ich habe durch meine berufliche Arbeit, weiß nicht, war ich ungefähr vielleicht gesehen mit den Nachbarländern und so weiter, vielleicht so 50, 60 Länder, ungefähr 30 habe ich auch so urlaubsmäßig bereist und je mehr Länder ich gesehen habe, umso neugieriger war ich dann für den Rest. Das heißt, es ist nicht so gewesen, dass ich gesagt habe, du warst eh so weit weg, jetzt will ich mich zur Ruhe setzen, sondern es ist dann die Neugierde, alles andere auch noch zu sehen. Und zwar jetzt nicht im Sinn, irgendwie so eine gewisse Leistung zu bringen, sondern einfach, ich war ein paar Mal in Lateinamerika, aber habe Lateinamerika nicht richtig gesehen, nicht richtig gekannt und es gibt so viele faszinierende Länder und Kontinente und Regionen, dass ich mir gedacht habe, ich will die anderen auch sehen. Begonnen hat es eigentlich schon während der Mittelschulzeit.
Ich habe einen sehr, sehr guten Geografie -Professor gehabt, der uns richtig begeistern hat können und der hat wirklich so enthusiastisch von der Panamericana gesprochen und schon im Alter von 15, 16, 17 Jahren habe ich den Wunsch gehabt, einmal die Panamericana zu Fuß oder mit dem Auto oder was immer zu fahren und nach der Schule, nach dem Studium habe ich gleich zum Alten angefangen und dann ist es irgendwie nicht gegangen und dann habe ich im Hinterkopf immer diesen Wunsch mit mir getragen, einmal mit dem Auto um die Welt zu fahren. Und dann war es halt nur die Frage, das möglich zu machen und so wie andere sich ihr Wochenendhaus aufsparen und dann bauen und damit glücklich sind, habe ich einfach das Geld auf die Seite gelegt und habe gesagt, ich baue mir nicht ein Wochenhaus, sondern ich spare mir Geld auf für eine Reise mit dem Auto rund um die Welt.
Voraussetzung war also einmal das Geld sparen, aber auch die Zeit und das Geld hat mir die Zeit gegeben, früher zum Arbeiten aufzuhören. Ich habe dann mit 60 aufgehört zum Arbeiten, ohne noch eine Pension zu kriegen und habe dann gesagt, den Rest, bis ich dann eine Pension kriege, lebe einfach von meinen Ersparnissen und möchte aber noch so fit sein und so jung sein, dass sich die Reise wirklich auszahlt. Und bin dann im Dezember 2016, also im Sommer 2016, habe ich gekündigt bei der UNO und dann habe ich noch eine zweite Hüftoperation gehabt, die habe ich so zwischendurch reingeschoben und wie ich dann aus der Reha entlassen worden bin, habe ich mittlerweile so einen Geländewagen, der umgebaut ist auf Wohnmobil, den habe ich nach Argentinien geschickt, bin dem nachgeflogen und bin dann von Dezember 2016 bis zum Februar 2020, also bis heuer Ende Winter, von Argentinien nach Alaska raufgefahren und dann wieder runter und habe dann das Auto nach Europa verschifft, wobei zwischendurch habe ich dann bei einem Aufenthalt in Österreich mich dann wieder verliebt und habe eine alte Jugendfreundin getroffen und die habe ich dann begeistern können mitzufahren und das ist dann 2017, die hat dann in Österreich gekündigt, ist 2017 dann zugestiegen in Peru und dann sind wir gemeinsam gefahren.
Das Auto war voll gefüllt mit Sportgeräten und natürlich der Parkleiter war auch dabei und wo es gegangen ist, bin ich dann bei der Reise auch viel geflogen.
Bist du dann quasi alle Länder Amerikas dann durchgefahren oder wirklich bist du nur der Panamericana gefolgt und damit halt den Andenländern entsprechend dann? Ich bin einmal
kurz im Süden von Brasilien gewesen, aber im Wesentlichen dann die Andenländer hinauf, aber da sind wir im Zickzack und dann weiter im Mittelmeer, können dann der, also Mexiko und dann an der Westküste der USA rauf bis Alaska. Das Ganze hat ungefähr drei Jahre gedauert. Für jemanden, der so eine Reise machen will, kann ich sagen, wenn wir alles sehen, wenn wir einzig auch Brasilien und Uruguay, Paraguay und so weiter, dann sollte man zumindest vier Jahre rechnen. Es sind so große Distanzen, also ich bin ungefähr 100.000 Kilometer gefahren, was an sich fahrtechnisch nicht so viel ist, aber wenn man auch noch was an dem nehmen will, bin da Bergsteigen gegangen, Fliegen, Rafting, so zwei Wochen richtig gemacht und so weiter. Wenn man das alles machen will und erst dann erlebt man das Land richtig,
dann braucht man drei Jahre als absolutes Minimum und vier, fünf Jahre ist besser. Und daher haben wir einfach Präferenzen setzen müssen. Ich habe gesagt, Brasilien ist zu groß, weil dafür braucht man ungefähr ein Jahr, weil man dann immer so Ost -West zwischen den Anden und Brasilien oder einen Kreis machen muss und so weiter. Und ich habe mich hauptsächlich auf die Andenländer konzentriert. Klar, mir ist dadurch mit Brasilien was entgangen, aber auch die Reise durch die Andenländer war also fantastisch.
Und bist du da dann auch in den Andenländern gewissermaßen in jedem Land geflogen? Ich bin in jedem Land geflogen.
Ich habe angefangen eigentlich unten in Patagonien, so südlich von Bariloche, das sind ein paar schöne Fluggebiete. Und das hört sich irgendwie lustig an, weil ich habe irgendwie erfahren, da unten kann man fliegen. Da gibt es ein paar Tannenpiloten, ich habe die kontaktiert. Die haben dann, haben mir die Startplätze gezeigt und bin dort in die Community aufgenommen worden. Und das ist ein bisschen anders als bei uns. Die haben, als Community sind die so viel, die haben viel mehr Gemeinschaftssinn. Bei denen hört das Fliegen nicht auf mit dem man landet, trinkt das Landebier und dann geht ihr daheim. Sondern die kochen dann gemeinsam, die verbringen den Abend dann gemeinsam. Und das habe ich auch beim Argentiniener, war ja Klettern. Es ist anders als in Österreich, wenn man Klettern geht, auch in einer Gruppe, jeder sitzt dann für seinen kleinen Kocher.
Sondern die machen ein großes Feuer, da wird ein großer Topf drüber gesetzt und dann wird für 20 Leute gekocht. Und dann hat man eine Gaudi und irgendwann klingt der Abend langsam aus. Und so bin ich südlich von Bariloche in seine Fliegerklicke reingekommen. Als ich dann von meinem Plan erzählt habe, dass ich Richtung Argentinien, Bolivien, Peru und so weiter rauf fahre, haben mir die gleich die Kontaktadressen der nächsten Clubs gegeben, weil die sind untereinander auch vernetzt. Und so bin ich dann de facto von Club zu Club weitergereicht worden. Und bei jedem Club war irgendwie die gleiche Erfahrung. Also unheimlich nett, wie man aufgenommen wird. Die haben dann den ganzen Club zusammentrommelt. So quasi, da ist ein, wieder mit Anführungszeichen, berühmter Club aus Österreich. Wobei das berühmte ist natürlich ironisch gemeint. Aber für die haben sie total gefreut, dass da erst ein Österreicher kommt und ihre Fluggebiete sich anschaut und da fliegt.
Da bin ich dann fast immer mit den lokalen Clubs mitgeflogen. Und die haben dann mir entsprechende Gebiete, also Sicherheitseinweisungen gemacht. Weil das Fliegen in Lateinamerika halt schon einiges anspruchsvoller ist als in Österreich und Deutschland. Das ist also zumindest so anspruchsvoll wie in Frankreich. Einfach von, weil viel weniger Vigilation auf den Bergen ist. Die Startplätze sind anspruchsvoller. Ohne Rückwärtsstart geht es fast nie. Da hat man so sehr starke Startwinde. Und dann eben so, man muss wissen, wo man hinfliegen kann, weil man ist sehr schnell weg von einem Händeempfang. Und dann muss man wissen, was erwartet einen dort. Beziehungsweise, wie komme ich wieder zurück? Oder wie verständigt falls ich Schwierigkeiten habe, die Rettungskette.
Sind denn diese Erlebnisse, die du da in Argentinien gehabt hast, mit der Flieger -Community, dass du sagst, du wirst da so durchgereicht und sowas. Hat sich das dann die Reise auch durchgezogen? Also gibt es so etwas dann auch in diesen anderen lateinamerikanischen Ländern dort? Oder ist das etwas Spezielles in Argentinien? Nein, nein, das ist
dann weitergegangen. Also in Nord -Argentinien haben wir die Leute in Bolivien empfohlen. Und so bin ich wirklich so weitergereicht worden durch ganz Lateinamerika, weil die untereinander sehr stark vernetzt sind. Was damit zusammenhängt, da fliegen viel weniger. Es gibt viele Möglichkeiten, wo man fliegen kann, aber so richtig ausgewiesene Fluggebiete gibt es deutlich weniger. Ich glaube, Argentinien hat 40 Fluggebiete, wobei man, das ist aber glaube ich so 6000 Kilometer lang, aber Gebiete, wo ein Windsaug steht, wo die Leute fliegen. Und die besuchen sich gegenseitig, und treffen sich auch bei den, ich war dann zum Beispiel bei der Argentinischen Staatsmeisterschaft dabei, da sind glaube ich alle, so ziemlich jeder Argentinier einen Schirm gehabt, der ist dabei geflogen, weil so viele Piloten haben es nicht.
Und von daher kennen sie sich alle untereinander. Die sind wirklich deutlich besser vernetzt als, wie zum Beispiel in Oberösterreich, haben schon Schwierigkeiten, wir haben glaube ich fünf, sechs Vereine. Also ich kenne sehr wenige Leute von anderen Vereinen, weil die sind schon quasi im nächsten Tal drüben, und mit denen haben wir wenig zu tun. Dort ist das ganz anders, die sind, dort ist einfach die Gruppen, zusammen mit der Gesellschaft, die voran das Gemeinsame machen, viel dichter als bei uns. Und interessanterweise auch dort, dass alle mit dem Funkgerät fliegen. Also bei uns, zum Beispiel in Oberösterreich, kenne ich niemanden, der mit dem Funkgerät fliegt, weil es ein bisschen so ist, ich bin ja kein Anfänger mehr. Aber dort ist jeder mit dem Funkgerät, und die kommunizieren auch während des Fliegens
untereinander. Die sind dann auch alle auf derselben Frequenz, und man weiß dann, man schaltet diese, das ist unsere Flugfrequenz, und dann weiß man, welcher Flieger wo ist. Genau. Was aber dann wahrscheinlich ja genauso auch ein Sicherheitsmuss im Grunde ist, damit derjenige, der vielleicht abstürzt oder sonst was, entsprechend dann sich überhaupt verständigen kann, weil es da wahrscheinlich auch gar keine Handynetze an vielen Stellen dann auch gibt. Absolut, ja. Also die hat immer dann im
Fluggerät ein Funkgerät ausgeborgt. Die haben jeweils eine Reserve gehabt, und die hätten wir ohne die nicht starten lassen. Die sagen bei uns, wir wollen, dass jeder ein Funkgerät hat. Einmal hat es mir auch wirklich geholfen, das war, ich weiß nicht, irgendwas in Nord -Argentinien, Wüstengebiet, das war ja ein tolles Fluggebiet, und unten geht die Route 40, also die Straße Nummer 40 vorbei, und nachdem es so wüstenartig ist, sind da starke Windsysteme, und ich habe schon gesehen, dass es unten mit Landemitteln schwierig ist, und da hat unten einer raufgefunkt, dass wir unten so 40 km/h Landewind haben, und die Wüste dort war also die Straße, und dann waren also die Dornenbüsche und so weiter, und da hat man dann wirklich die Straße eh krampelfahren gewesen, das war kein Problem, weil wir haben alle auf der Straße landen müssen, weil wir die Gefahr waren, wenn der Erste irgendwie reinbleiben müsste, aber die anderen waren so, du bist runtergekommen, unten sind da zwei Leute gestanden, haben sofort die Hinterleinen
runtergerissen, sonst wären wir auf der Straße hingezogen worden, und da ist natürlich ein Funkgerät wesentlich besser, wenn du es schon in der Luft kommunizieren kannst und sagen kannst, was dich erwartet.
Wenn du diese ganzen Länder betrachtest, durch die du da jetzt auf dieser Weltreise zumindest den Teil von Amerika den du da jetzt schon von der Welt quasi dann abgehandelt hast, wenn du das alles so mal vergleichst, gibt es irgendwie ein Land, wo du sagst, wenn jemand zum Gleitschirmfliegen irgendwo hinfahren will, das würde ich ihm besonders empfehlen und aus welchem Grund?
Also Kyrgyzstan ist
wunderschön zum Fliegen, erstmal deswegen, weil man wirklich tausende Startplätze hat, das ist ein Land, das hat nur vier Prozent Wald, ist sehr gebirgig, die Berge haben bis dreieinhalb Meter bis hunderttausend Meter haben sie eine Grasdecke, erst dann wird es felsig, man kann wunderschönen Hike and Fly machen, die Leute sind sehr nett, man hat relativ lange Schönwetterperioden, von daher ist Kyrgyzstan ein wunderschönes Land, wenn man ein bisschen weiter wegfahren will und ein bisschen so das exotische und ausgewöhnliche Fliegen haben will.
Österreich ist super zum Fliegen, aber ich bin auch sehr gerne in Frankreich geflogen, da war einfach aber das Ambiente von Frankreich zwischen den Alpen und Südfrankreich, aber das ist ein sehr guter Ort, aber ich möchte nur ein Erlebnis erzählen, das für mich eigentlich ein außergewöhnliches Erlebnis fliegerisch war und zwar war das Jemen. Du musst dir das vorstellen, ich sitze in Kabul 2011, irgendwie im Winter 2011, 2012 und schaue ein bisschen, klicke mich so durch das Internet durch und so weiter und plötzlich stoße ich auf einen Film des Nova Teams. Die waren 2011, so 2011, 2012 im Jemen auf der Insel Socotra und waren da die ersten, die geflogen sind und haben, da war Thermik King und alle möglichen Leute waren dabei und haben da,
weil sie gehört haben, dass da so ein, ein, das müsste der Nord -West -Basar sein, der über vier Monate immer die Küstenkette von Socotra anströmt, das ist ungefähr so 700 Meter fast senkrechte Wand drunter und da sind die hingefahren und haben einen fantastischen Film gemacht, der Forgotten Island heißt der, Socotra, also mit S -O -C, Socotra und den habe ich gesehen und es hat mich elektrisiert, also da muss ich hin und habe dann zum Beispiel gegoogelt, wie man das organisieren kann, ein paar Tage später hat mir ein Freund angerufen, dass er gelesen hat, dass man in Kaschmir Skitouren gehen kann, dass da ein Schweißes anbietet und da bin ich vor dem Problem gestanden, Socotra wäre schön, Kaschmir wäre schön, was machen, dann habe ich gesagt, mach beides, also Sand and Snow,
ausgehend von Kabul, ich habe alles mitgehabt, habe mir dann einen Flug gebucht über Dubai, in den Jemen, ich habe gewusst, dass der Jemen es war noch vor dem Krieg, er war damals schon ziemlich gefährlich, es hat Terroranschläge gegeben und Socotra liegt noch so direkt im Herzen der Piraterie, weil ich wusste, dass es ein bisschen kritisch ist und habe mir gedacht, es zahlt sich aus und dann habe ich gedacht, dann fliege ich also eine Woche nach Socotra und dann fliege ich zurück nach Dubai und in Dubai steige ich Maschine ein, wo mein Freund gerade aus Europa kommt, fliegen wir gemeinsam nach Kaschmir und dann gehen wir Tiefschnee fahren und dann bin ich also ich kann mir vorstellen,
ich habe also die ganze Ausrüstung zum Bargleiten in einem heißen Land, also Afrika und dann die ganze Ausrüstung zum Skitouren gehen für Kaschmir habe ich also geschleppt und bin dann aus Kabul, Dubai und dann nach Jemen geflogen und dann nach zig Umsteigen in Socotra gelandet, Socotra ist eine winzige Insel mit 5.000, 6.000 Einwohnern, also völlig abgeschieden und das erste Problem war schon einmal, dass mein Gepäck nicht nachgekommen ist, also nachgekommen sind die Skischuhe und die ganze Skiausrüstung und der Rucksack mit dem normalen Gewand ist irgendwo hängen geblieben und da gehen alle drei, vier Tage mehr Flieger hin, Gott sei Dank war das Schirm dabei und jedenfalls war die erste Geschichte und das war eigentlich recht gut, ich habe kein Gewand gehabt, weil mir das Araber verkleiden müssen, habe nur so einheimisches Gewand
besorgt und was für meine Sicherheit gut war, weil dort sind so Piraten, Kidnapping und so weiter und habe dann
ein paar Monate vorher in Sokota und der Film geredet haben, dass ich die Ausfindung gemacht habe eben über das Nova Team und die haben dann schon abgeholt und bin mit denen genau die gleiche Tour, die das Nova Team in ihrem Film beschrieben hat und gefilmt hat, bin ich dann alleine unterwegs gewesen und die Insel selber ist also wirklich fast außerirdisch, weil es ist ein Stück, das von Afrika weggebrochen ist, in einem trockenen Teil abgedriftet ist, vor der Mündung des Roten Meeres, ein paar hundert Kilometer von der Küste entfernt und ganz trocken, damit haben sich die Pflanzen alle adaptieren müssen, es gibt Pflanzen, die es nur dort gibt und Tiere, die es nur dort gibt und also wirklich eine extraterrestrische, ganz karstige Insel und dort bin ich dann fliegen gegangen und da gibt es so eine
Küstenwand, die fast 600 -700 Meter hoch ist und da geht es eine Düne hinauf, die durch den Nordwestpassat angeblasen wird, die vielleicht so 100 -200 Meter Sand, ganz feiner weißer Sand, da kann man starten und kräftiger Wind und da bin ich dann hinauf und dann kann man also oben an der Kante wunderschön sohren und da kann man wirklich so, ich glaube schon für 20 Kilometer kann man die entlang sohren, aber in einem so laminalen Wind, dass die Hände weggehen kannst und nur mit der Gewichtssteuerung fliegst du dann so dahin, gegen Ende verschmälert sich die Insel und das wird dann immer so wie ein, schaut aus wie so das Ende von einem Krokodil und da muss es dann auch geben, wenn der Wind nicht mehr stark wird, dann blastet es über die Insel drüber und auf der anderen Seite haben wir dann ein paar hundert Kilometer nur Wasser, bis man irgendwie auf Afrika trifft und da weiß ich wohl grenzwertig, aber dann nochmal trotz Speedsystem 4 -5 km/h
Vorwärtsgeschwindigkeiten habe ich geschaut, dass ich schnell runterkomme, weil je höher man kommt, umso höher ist die Windgeschwindigkeit und dann habe ich immer genau geschaut auf den Speedmesser wie ich vorwärts gefahren habe und so war alles gut gegangen und das war wirklich das tollste Erlebnis und also die Woche hat super geklappt und dann bin ich zurück nach Dubai, habe mein Flieger gesetzt, mein Freund hat da schon in der Maschine schon gewartet und wir sind nach Kaschmir und haben dann eine Woche da tief eine Fahrt gemacht und von dort bin ich dann wieder zurück nach Kabul, in Afghanistan und habe da meine Fahrt wieder vorgesetzt und nach den zwei Wochen war ich zwar müde, aber ich habe gesagt, das wäre absolut super und das wäre glaube ich einer der
tollsten Urlaube, die ich je gemacht habe.
Würdest du denn heutzutage sagen, dieser Flug in Socotra, war das so der Flug deines Lebens? Es war wahrscheinlich
visuell der schönste Flug von allen, nämlich auf der einen Seite
war ein zu
blaues Meer darunter und wenn man so war vielleicht so 700 -800 Meter hoch, wenn man da runter schaut und man sieht also wie die Farben sich verändern, wie tief das Meer wird, dann eine wirklich total kahle Insel, die wahrscheinlich vulkanischen Ursprungs und dann weggebrochen und diese Steinsformation drüber fliegt und dieser wunderbar schöne laminare Wind, wo es keine, der kommt also so 3000 Kilometer über das Meer und es ist keine Störung, keine Verwirbelung, das war wirklich so visuell
und ich glaube das schönste Erlebnis und wenn man sich den Film anschaut vom NOVA, ich glaube das ist eine Forgotten Island, Socotra, dann kann man es nachempfinden, was das heißt und den Film haben sie wirklich so elegisch gemacht, dass ich wie den da in Kabul gesehen habe, da war schon wirklich elektrisiert, da muss ich hin und das war die richtige Entscheidung.
Nun hast du noch ein paar Jahre vor dir. Ich hoffe ja. Welcher Traumflug steht noch
aus? Einen Flug, den ich wirklich noch machen möchte, ist in Micheldorf starten, wir sind so in den Voralpen, Micheldorf starten und dann über das Tote Gebirge zum Dachstein und dann wieder zurück, das wären glaube ich so um die 100 Kilometer, Teile davon bin ich schon geflogen, aber den ganzen Flug mit Hin und Rück habe ich noch nicht zusammen gebracht und ich habe mir vorgenommen, dass irgendwann die Wetterbedingungen stimmen.
Das heißt, für einen, der in aller Welt quasi unterwegs war, in verschiedensten Risikoländern und dort überall geflogen ist, ein Traumflug ist trotzdem auch noch in der Heimat einen tollen Flug hinzulegen. Absolut, also die
Region, die wir da in Oberösterreich haben und wahrscheinlich ist also Bayern, Schweiz, Südtirol, wo ich auch geflogen bin, ist sicher auch wunderschön, aber das ist meine engere Heimat und die Auffaltung der Gebirge und die Landschaft dort ist wirklich sehr, sehr schön und der Bezug ist einfach, ich möchte diesen Flug in meiner engen Heimat einmal absolvieren. Und ein zweiter Flug, den ich vielleicht nochmal machen möchte, ist von der Krente in Südtirol, da so ein ein größeres Dreieck. Ich bin von Sand in Taufers, bin immer 100 Kilometer Dreieck geflogen und da möchte ich auch nochmal fliegen. Das sind so zwei Flüge, die ich noch machen möchte.
Gut, Oscar, dann wünsche ich dir, dass diese beiden Traumflüge auf jeden Fall noch in Erfüllung gehen. Ich habe gelesen, du planst oder hattest geplant, jetzt weiß ich nicht, wie das mit Corona weitergeht, eigentlich ab nächsten Jahr auch deine Weltreise fortzusetzen und weiter nach Asien dann zu reisen. Falls das klappt und falls das geht, wünsche ich dir auch da viele tolle neue Erlebnisse und danke dir auf jeden Fall für die super interessanten Erzählungen hier. Ich denke, das ist für viele ziemlich inspirierend. Manche werden auch sagen, das hätte ich mich nicht getraut oder sonst irgendwas. Aber es zeigt dann doch, wie weit man mit Gleitschirm an vielen Ländern dann auch kommen kann, um wieder ganz neue Eindrücke auch von solchen Ländern zu bekommen. Vielen Dank für die Möglichkeit das
Gespräch zu führen und ich versuche wirklich die Reise, soweit Corona es erlaubt, nicht ein Jahr fortzusetzen, sondern ein Jahr später und drei Jahre durch Asien. Und der Gleitschirm ist natürlich dabei und der Gleitschirm ist wirklich ein Sportgerät, speziell, wenn man einen kleinen und leichten nimmt, das für so Reisen ideal ist und wo man dann so wunderbare Erlebnisse in anderen Ländern haben kann.
Das war Oskar Lehner im Gespräch mit Lucian Haas. Wenn du noch mehr über Oskars Erlebnisse in aller Welt erfahren willst, so empfehle ich dir seine Website www.oskarlehnertravel.news. Dort sind viele Berichte und Fotos seiner beruflichen Einsätze, seiner sportlichen Abenteuer sowie Episoden der laufenden Weltreise zu finden. In den Shownotes zu dieser Podcast -Folge auf Loglites habe ich zudem noch einige weiterführende Links zusammengestellt zu Themen, die im Podcast angesprochen wurden. Wenn dir Podz-Glidz gefällt, dann empfiehle den Podcast doch weiter. Alle bisherigen Podcast -Folgen findest du auf Loglites und Soundcloud sowie bekannten Audiokatalogen wie Spotify, iTunes, Google Podcasts etc. Um keine neue Folge zu verpassen, kannst du Podz-Glidz auch gleich in deinem Podcatcher abonnieren.
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