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55. Thermal Map - Ulrich Scheller

// Ulrich Scheller, Lucian Haas · 2021-04-29 · 00:55:16 · original episode

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[show notes]
Ulrich Scheller hat eine Datenbank programmiert, mit der sich die aus Flugdaten ermittelten Thermiken viel differenzierter analysieren lassen als mit üblichen Thermikkarten. +++ Wer größere Streckenflüge unternehmen will, der wird bald feststellen: Eine gute Planung kann viel zum XC-Erfolg beitragen. Wer im Vorhinein weiß, wo häufig Thermiken im Gelände stehen und mit welcher Höhe man anderswo abfliegen muss, um diese Bärte auch sicher zu erreichen, der wird in der Luft seltener mit seinen Entscheidungen hadern. Das setzt Kapazitäten frei, die man dann in effizienteres Kurbeln und Fliegen ummünzen kann. Gute Planungsgrundlagen findet man zu Tausenden in den Flug-Datenbanken wie XContest oder dem DHV-XC: Sie sind ein wahrer Datenschatz. Allerdings ist es mühsam, sich durch viele einzelne Flüge durchzuklicken und daraus gewissermaßen gesammelte Erfahrungen zu Thermikspots, Anflugrouten und besten Talsprungmöglichkeiten zu extrahieren. Es sei denn, man nimmt dafür den Computer zu Hilfe. Der Münchener Software-Entwickler Ulrich Scheller, selbst Gleitschirmpilot, hat dafür ein eigenes Tool programmiert und im Internet bereitgestellt: eine dynamische Thermikkarte namens Thermal Map. Spezielle Rechenroutinen haben dafür in den igc-Files von Zehntausenden Flügen automatisch Thermikspots erkannt. Diese Daten lassen sich nun auf zoombaren Karten visualisieren – aber intelligent gefiltert: je nach Jahres- und Tageszeit, der vorherrschenden Windrichtung und der jeweiligen Flughöhe, von der aus man auf Thermiksuche geht. Welche Vorteile dieser Ansatz gegenüber statischen Thermikdatenbanken bringt und wie sich diese Flugweisheit der Vielen künftig sogar live im Flug nutzen lassen könnte, das ist nur ein Teil von dem, was Ulrich Scheller in dieser 55. Folge von Podz-Glidz erzählt. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://www.lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Song: Sunset n Beachz | Künstler: Ofshane Download: https://www.youtube.com/watch?v=p5vK-0N1G2U +++

[transcript]

0:09Ulrich Scheller

Die meisten Flieger schaffen das eigentlich in ihrer ganzen Fliegerkarriere nicht, dass sie so viel Erfahrung aufbauen und richtig große Streckenflüge machen. Und so ein Tool, wenn man das zur Hand hat, hilft ganz gewaltig, um zu sehen, da vorne könnte es jetzt gehen, aber an dieser Ecke haben noch nicht viele aufgedreht. Und dann kann ich mir überhaupt erst überlegen, warum ist das vielleicht so? Woran könnte das liegen? Und ich denke, dass es als Lernhilfe ganz gewaltig viel helfen kann, speziell den Anfängern. Und ich finde es auch nicht verkehrt, sich Unterstützung zu holen.

0:53Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Ulrich

1:01Ulrich Scheller

Scheller und

1:03Lucian Haas

Lucian Haas am Mikrofon. Wer größere Streckenflüge unternehmen will, der wird bald feststellen, eine gute Planung kann viel zum XC -Erfolg beitragen. Wer im Vorhinein weiß, wo häufig Thermiken im Gelände stehen und mit welcher Höhe man anderswo abfliegen muss, um diese Bärte auch sicher zu erreichen, der wird in der Luft seltener mit seinen Entscheidungen hadern. Gute Planungsgrundlagen findet man zu Tausenden in den Flugdatenbanken wie XContest oder dem DAV XT. Sie sind ein wahrer Datenschatz. Allerdings ist es mühsam, sich durch viele einzelne Flüge durchzuklicken und daraus gewissermaßen gesammelte Erfahrungen zu Thermikspots, Anflugrouten und besten Talsprungmöglichkeiten zu extrahieren. Es sei denn, man nimmt dafür den Computer zu Hilfe.

1:48Lucian Haas

Der Münchner Softwareentwickler Ulrich Scheller, selbst Gleitschirm-Blog, hat dafür ein eigenes Tool programmiert und im Internet bereitgestellt. Eine dynamische Thermikkarte namens Thermalmap. Spezielle Rechenroutinen haben dafür in den IGC -Files von zehntausenden Flügen automatisch Thermikspots erkannt. Diese Daten lassen sich nun auf zoombaren Karten visualisieren, aber intelligent gefiltert, je nach Jahres - und Tageszeit, der vorherrschenden Windrichtung und der jeweiligen Flüge. Das ist die Flughöhe, von der aus man auf Thermik -Suche geht. Welche Vorteile dieser Ansatz gegenüber statischen Thermik -Datenbanken bringt und wie sich diese Flugweisheit der vielen künftig sogar live im Flug nutzen lassen könnte, das ist nur ein Teil von dem, was Ulrich Scheller in dieser 55.

2:35Lucian Haas

Folge von Podz-Glidz erzählt.

2:40Lucian Haas

Ulrich, du bist Softwareentwickler. An was arbeitest du gerade?

2:45Ulrich Scheller

Jetzt gerade ganz frisch an der Luca -App, die man auch aus den Medien kennt. Also diese Corona -Hilfs -App, wo man sich gegenseitig registrieren kann

2:58Ulrich Scheller

und letztlich wo die Gesundheitsämter nachvollziehen können, wer mit wem Kontakt hatte, wenn man das denn möchte und entsprechend bei der Corona -Pandemie bei der Nachverfolgung helfen kann.

3:10Lucian Haas

Du arbeitest an der Luca -App. Wie viele Leute arbeiten an so einer App dann zusammen? Also ist das so ein Zwei -Mann -Team, was sowas macht oder stehen da 20 Leute dahinter? Oder wie kann man sich das vorstellen?

3:19Ulrich Scheller

Also jetzt an der App haben zwei Leute gearbeitet. Ich bin ganz frisch dabei. Das heißt, es sind gar nicht so viele. Und im Hintergrund arbeiten aber noch viel, viel mehr Leute dran. Also das ganze Thema Sicherheitskonzept und Datenschutz, das hat schon noch einen viel größeren Aufwand als das, was nachher der Nutzer sieht.

3:36Lucian Haas

Wenn du sowas wie Luca programmierst, siehst du das dann auch zu deinem eigenen Nutzen, damit du vielleicht demnächst auch wieder freier fliegen gehen kannst oder sowas?

3:45Ulrich Scheller

Also es hat nochmal eine andere Motivation als nur die reine Arbeit und das Geld. Denn ich denke, das ist eine sehr gute Idee. Corona geht uns natürlich alle an und mich als freiheitsliebenden Menschen betrifft es auch sehr. Und je früher wir wieder die Möglichkeit haben, rauszugehen und uns zu treffen und auch mal ins Restaurant zu gehen, umso besser. Also die Motivation kommt sicherlich noch obendrauf.

4:05Lucian Haas

Gibt es eigentlich, wie soll man das sagen, vielleicht so charakterliche Eigenschaften eines Softwareentwicklers, eines Programmierers, die beim Fliegen aus deiner Sicht in irgendeiner Weise vorteilhaft sind?

4:19Ulrich Scheller

Das ist eine gute Frage.

4:22Ulrich Scheller

Also der Softwareentwickler sieht typischerweise immer die Probleme zuerst und nicht so sehr die Möglichkeiten. Und vielleicht hilft einem das beim Fliegen auch öfter mal, dass man die großen Probleme vermeidet. Aber das kann eben auch genauso gut ein Nachteil sein wie Vorteil. Ich weiß nicht, ob es die charakterlichen Eigenschaften sind. Ich sehe aber schon sehr, sehr viele Leute aus der IT in der Fliegerei. Was ich mir aber vorstellen kann, ist, dass es eher auch die persönlichen Freiheiten sind, die man vielleicht in dem Berufsfeld eher hat als in anderen. Die

4:50Lucian Haas

zeitlichen Freiheiten meinst du dabei, dass man sich das so ein bisschen einteilen kann? Ich kann ja auch nachts an einer Luca -App arbeiten und tagsüber fliegen gehen.

4:58Ulrich Scheller

Ja, ganz so frei ist es vielleicht nicht. Aber die zeitlichen Freiheiten haben wir sicherlich mehr als in vielen anderen Berufen und auch die finanziellen Möglichkeiten, das zu tun, wenn man das möchte.

5:08Lucian Haas

Was ist mit analytischem Denken oder Handeln in Routinen oder sowas?

5:15Ulrich Scheller

Analytisches Denken ist sicherlich ganz gut, gerade für die langen Flüge oder Streckenflüge, wo man eine Planung braucht. Wobei das auch sehr eine Typfrage ist. Da würde ich gar nicht behaupten, dass das aus der Software oder aus der IT speziell nochmal anders ist. Weil das analytische Denken haben eben auch andere Leute, Leute aus anderen Branchen. Ich würde mal behaupten, du bist auch ein relativer Analytiker, wenn ich deine Vorträge so bewerten würde. Und du kommst da dann doch aus einem anderen Feld.

5:43Lucian Haas

Ganz früher habe ich auch mal Basic und Sonstiges programmiert. Aber ich würde nicht sagen, dass ich daraus das gezogen habe, mit dem ich jetzt arbeite. Ulrich, du hast im vergangenen Jahr gemeinsam mit einem anderen, ich glaube, den kann man Informatiker nennen, Maximilian Koch, ein besonderes Projekt gestartet. Worum geht es dabei?

6:02Ulrich Scheller

Ja, das ist die Thermik -Karte. Und die Thermik -Karte ist insofern was Besonderes, weil sie die Daten, die vorhandenen Daten, die man aus den XC -Datenbanken ziehen kann, nochmal anders und sehr viel genauer aufbereitet als die bisherigen Thermik -Karten, die es so gibt. Also zum Vergleich gab es ja zum Beispiel diese KK7 -Map, die viele Leute kennen werden, wo verschiedene Karten -Layer vorab berechnet wurden. Und bei dem, was der Max und ich jetzt gebaut haben, sind wir halt durch die, speziell die DHV -XC -Datenbank gegangen, haben die Flüge analysiert, haben dann ausgerechnet, ja, wo die Thermiken gewesen sind zu einer gewissen Zeit. Und die Kartendarstellung der Thermik -Karte, die stellt das für einen gewissen Zeitpunkt dar, und für eine gewisse Uhrzeit, und rechnet dann aber bis runter auf die einzelne Thermik.

6:54Ulrich Scheller

Das heißt, man hat dann noch viel mehr Möglichkeiten, die Darstellung zu optimieren, als bei diesen vorberechneten Karten, die einmal nur eine Grafik im Grunde über die Karte legen. Und das ist dann bei der Thermik -Karte auch gemacht. Dadurch gibt es einfach eine sehr viel feinere Darstellung mit sehr viel mehr Details.

7:09Lucian Haas

Auf die Details kommen wir vielleicht gleich nochmal. Lass uns nochmal einen Schritt zurückgehen, bevor es diese Thermik -Karte jetzt überhaupt gab. Wie seid ihr zwei auf die Idee gekommen, so was wollen wir machen?

7:22Ulrich Scheller

Im Grunde kommt man da als Mensch vom Fach relativ schnell auf die Idee. Ich habe mit verschiedenen Leuten schon gesprochen und diese Überlegung, die DHV -Datenbank doch mal anzuzapfen und da verschiedene Sachen rauszurechnen, das haben viele Leute. Wir haben es halt tatsächlich mal gemacht, jetzt über Weihnachten und im Winter. Und der erste Schritt war eigentlich nur, wir wollen diese Daten mal haben und wir wollen damit ein bisschen rumspielen. Und dass jetzt die Thermik -Karte daraus gekommen ist, das hat sich einfach so ergeben. Das war jetzt nicht von Anfang an geplant, sondern ist einfach Schritt für Schritt in die Richtung gegangen.

7:54Lucian Haas

Das heißt, ihr habt erstmal gesagt, okay, da liegen unheimlich viele Daten in diesen XC -Datenbanken, jetzt erstmal auf den DHV -XC bezogen und wir ziehen uns die mal raus und dann überlegen wir uns, was wir mit diesen Daten machen. Habe ich das richtig verstanden?

8:08Ulrich Scheller

Ganz genau. Und der Prozess des Datens herausziehen, das dauert schon relativ lange. Das sind ja, ich glaube, beim DHV 1,3 Millionen Flüge, die es da gibt. Und die Website ist auch nicht wahnsinnig schnell, also man braucht eine ganze Zeit, sodass wir dann schon während das Extrahieren lief, schon viel rumexperimentiert haben und eben die ersten Schritte schon hatten und dann mit mehr Daten konnte man noch ein bisschen mehr machen. Und so kam ein Schritt zum anderen.

8:35Lucian Haas

Kann man denn auf alle diese Flüge, die da drin liegen, einfach so zugreifen? Also kannst du diese ganzen IGC -Files, die da liegen, wirklich mit einer Routine wups runterziehen?

8:44Ulrich Scheller

Ganz so einfach ist es nicht und das ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum es nicht so viele machen. Die IGC -Dateien beim DHV sind ja mit dem Capture geschützt. Das kennen viele, wenn man eine fremde IGC -Datei runterladen will, dann muss man eine von vier Formen auswählen. Das ist noch relativ einfach wahrscheinlich zu lösen. Jetzt ist es aber so, dass die KML -Dateien beim DHV genau die gleichen Daten enthalten. Also die kann man dann doch frei runterladen. Allerdings ist die Webseite relativ langsam, das heißt, auch wenn das ziemlich offen ist, dauert es ja doch noch eine ganze Zeit. Und es gibt noch unterschiedliche Datenbanken. Also zum Beispiel der XContest wäre sehr interessant, weil der dann die weltweite Abdeckung hat. Und die haben relativ viel Hirnschmalz reingesteckt, dass es eben nicht so leicht geht. Das heißt, da ist technisch schon sehr, sehr gut gearbeitet worden, würde ich behaupten.

9:32Ulrich Scheller

Und man muss dann eben entsprechend viel Arbeit investieren, um die Daten auch noch zu ziehen.

9:36Lucian Haas

Das heißt, da zieht ein Softwareentwickler vor dem anderen Softwareentwickler so ein bisschen den Hut und sagt, okay, hier erkenne ich gute Arbeit. Bei dem anderen, neuer, ist nicht so doll geschützt. Da komme ich eigentlich relativ an die ganzen Geschichten dran. Genau. Wenn ihr jetzt sagt, in diesen XC -Datenbanken, da schlummern ja also riesige Datenschätze. Nun habt ihr einen Teil davon zumindest rausgezogen. Wie überlegt man dann ja, welche Erkenntnisse kann man denn daraus gewinnen? Das eine war ja wahrscheinlich, okay, wir gucken erstmal, kriegen wir das Zeug runter? Jetzt habt ihr es auf eurer Festplatte liegen. Und dann sagt man jetzt, wunderbar, was können wir mit diesem Datenschatz überhaupt anfangen? Was können wir da quasi an Data Mining oder sonstiges da mitmachen?

10:16Ulrich Scheller

Also angefangen hat das im Grunde der Max. Der hat dann einfach mal die Flüge, ohne groß zu berechnen, auf eine Karte gelegt. Das ging zu Anfang noch ganz gut. Und mit so einer Art Heatmap, dann bekommt man letztlich was, was so wie die Skyways aussieht. Das ist aber auch nicht so sehr spannend, weil dann einfach nur die Orte hervorgehoben werden, wo relativ viel geflogen wird. Und ja, dann geht es halt einfach weiter. Was kann man noch Schönes berechnen? Es gibt verschiedene Libraries, die zum Beispiel aus den Flügen die Thermiken rausberechnen können oder die Gleitstrecken. Und das war dann ein Weg, den ich mehr verfolgt habe. Eben die Thermiken rauszurechnen, in eine Datenbank zu packen und das dann wieder auf die Karte zu legen.

10:57Ulrich Scheller

Und die ersten Schritte davon waren eben noch relativ langsam und wenig dynamisch vor allem. Das heißt, ich konnte dann eben eine Berechnung starten, dann hat es so 20 Sekunden, 30 Sekunden gedauert. Und irgendwann kam dann eine Karte raus, durch die man ein bisschen navigieren konnte. Aber vom praktischen Nutzwert her war das halt noch nicht sehr hoch.

11:19Lucian Haas

Das heißt, das war eine Karte, auf der dann quasi alle Thermikpunkte in irgendeiner Weise eingezeichnet waren?

11:24Ulrich Scheller

Ja, genau. Und bei den größeren Datenbanken oder Datenbeständen hat das eben schon sehr lang gedauert. Und diese eine Karte war dann auch mal 60 Megabyte, 100 Megabyte groß. Also für den wirklichen Nutzen im Internet relativ unpraktisch.

11:39Lucian Haas

Und dann hast du gesagt, okay. Man muss daraus irgendwie etwas mehr, du sagst, dynamisches gewinnen. Wie ging es dann weiter?

11:47Ulrich Scheller

Also ich habe das immer ein bisschen aus der Sicht gesehen. Ich möchte auf dieser Karte das sehen, was mich im Flug auch interessieren würde. Ebenso wie die Thermik -Karte es jetzt auch darstellt. Und habe dann natürlich überlegt, wie komme ich da hin? Und zum einen war das mal dieser reine Arbeitsaufwand. Man muss es halt erst mal so herrichten, dass die Daten entsprechend angezeigt werden. Dass die über einen Webserver dann angefragt werden können, dass es dynamisch ist. Und das andere Problem war vor allem, das schnell genug zu machen. Also es gibt ja einen Grund, warum die ganzen Thermik -Karten bisher das immer statisch offline berechnet haben. Weil es einfach relativ viele Daten sind und auch relativ lange, das zu berechnen. Und da musste ich mir halt etwas Schlaueres überlegen, dass es eben doch noch schnell genug geht.

12:34Ulrich Scheller

Und es ging deswegen ganz gut, weil die Datenmenge ja begrenzt ist. Also man muss ja nicht die ganze Karte für die Welt auf einen Schlag berechnen, sondern man kann halt genau die Punkte rausziehen, die man braucht. Und muss halt dann vorher, in der Informatik sagt man dazu ein Hashing, muss man sich entsprechend anlegen, dass die passenden Daten sehr schnell rausgezogen werden können.

12:54Lucian Haas

Jetzt nur vom Verständnis, du hast jetzt also eine Datenbank, in der liegen jetzt quasi diese ganzen IGC oder KML -Dateien mit allen Flugdaten, die da sind. Darüber hast du jetzt eine Routine laufen lassen, die alle Thermiken, die irgendwie in diesen Flügen erkennbar sind, rauszieht und sagst, ich lege die in eine eigene Datenbank. Und dann steht jetzt hier, da ist eine Thermik, die ist gestartet auf Höhe so und so viel, ist geendet auf Höhe so und so viel plus X, also irgendwie 500 Meter Höhengewinn und war wahrscheinlich auch in der Zeit mit dieser Stärke oder sowas. Das steht jetzt alles in deiner Datenbank drin.

13:29Ulrich Scheller

Ja, genau. Es sind noch ein paar Daten mehr. Also zum Beispiel, wo genau ist der Einstiegspunkt, wo genau ist der Ausstiegspunkt. Also nicht nur die Höhe, sondern auch die Position.

13:39Ulrich Scheller

Ja, verschiedene kleinere Werte. Und mittlerweile sind auch ein paar Windberechnungen mit drin, die aber noch nicht genutzt werden jetzt auf der Thermik -Karte. Aber da ist bestimmt noch mehr Potenzial, was man eben in diese Richtung auch noch ausnutzen kann.

13:55Lucian Haas

Wenn man jetzt diese Thermik -Karte hat, die kann man ja im Internet schon aufrufen. Ich habe die auf Lu-Glidz auch schon mal kurz vorgestellt, ein bisschen verlinkt. Aber erklär du mal jetzt mal, wie kann ich diese Thermik -Karte am besten nutzen, wenn ich jetzt sagen würde, ich möchte irgendwo auf Strecke gehen. Und jetzt gibt es dieses Thermik -Karten -Angebot. Wie kann ich mich damit dann zum Beispiel ein bisschen vorbereiten?

14:16Ulrich Scheller

Also einmal in der Vorbereitung kann man natürlich seine geplante Strecke ganz gut damit abfliegen. Das fängt damit an, dass man den Pin erstmal dahin stellt, wo man starten möchte und ungefähr die oder genau die Jahreszeit und den Tag einstellt, an dem man auch wirklich da ist. Dann kann man sich von der Zeit langsam herantasten, wann man denn überhaupt Thermik erwarten kann.

14:38Ulrich Scheller

Zumindest, also was es dann anzeigt, muss man immer im Hinterkopf haben, ist ja nicht die Thermik, die genau an dem Tag passieren wird, sondern das ist einfach so eine Zusammenfassung der letzten Jahre. Was war denn in den letzten Jahren überhaupt, was ist da passiert? Aber es gibt schon einen sehr guten Indikator, wann man an gewissen Stellen starten sollte zum Beispiel. Und man kann in der Karte auch, was vielleicht nicht ganz offensichtlich ist, man kann die Uhrzeit eben in Minutenschritten auch verändern und nicht nur mit diesem Auswahldialog. Das heißt zum Beispiel an der Grenze kann man jetzt ganz genau auf die Minute runterbrechen, wann wirklich die erste Thermik da war.

15:11Lucian Haas

Das heißt, ich kann eine Startzeit einstellen und sehe dann, okay, da sind jetzt, keine Ahnung, 1000 Flüge von der Grenze aus hinterlegt und ich sehe dann wirklich die ersten Thermiken, die die Leute dann erflogen haben, waren schon um 9.12 Uhr oder sonst irgendwie so. Genau

15:26Ulrich Scheller

so kann man es prinzipiell sehen. Jetzt hat das alles immer ein bisschen Unsicherheit dabei. Also das Ganze ist ja keine exakte Kunst, sondern ich muss halt ein Gewicht haben. Ich muss ein gewisses Intervall nehmen in der Berechnung, um überhaupt Flüge sehen zu können. Und es ist so, dass ich jetzt für die Thermikkarte aktuell ein 1 -Stunden -Intervall um diesen Punkt lege. Allerdings ist es so, dass am Morgen diese eine Stunde nach hinten genommen wird, also von 9 Uhr bis 10 Uhr beispielsweise. Und am Abend ist es genau umgekehrt und über den Tag verteilt verschiebt sich dieses Fenster dann so, dass eigentlich die Ergebnisse trotzdem sehr, sehr gut sind. Und man kann einfach so tun, als wäre das jetzt genau diese Zeit gedanklich.

16:06Lucian Haas

So kann ich dann zuordnen, okay, um diese Zeit, wenn ich die einstelle, dann sehe ich, wo in diesem Gelände um mich herum möglicherweise Thermiken entstehen, die ich von meiner derzeitigen Position auch überhaupt erreichen kann, wenn ich das richtig verstanden habe.

16:20Ulrich Scheller

Genau, das mit dem Erreichen ist dann der nächste Punkt. Es interessiert uns ja als Flieger eigentlich nur das, was wir auch wirklich nutzen können an Thermiken. Das heißt, ich muss erst mal vom Gleitwinkel überhaupt hinkommen. Ansonsten brauche ich es ja gar nicht anzuschauen. Und das andere ist ja, dass ich dann auch noch ein bisschen Zeit habe, um das zu machen. Und das andere ist, wenn ich eben schon sehr, sehr hoch bin in der Luft, zum Beispiel bin auf 3.500 Meter, die Thermik, aus welchem Grund auch immer, geht es aber nur bis 2.000 Meter hoch und ist relativ nah unter mir, dann interessiert mich das ja auch weniger. Das heißt, das sind zwei Sachen, die die Thermikkarte auch noch machen kann, was die statischen Karten eben so nicht tun können, weil sie dann nicht mehr die einzelne Thermik im Zugriff haben.

17:00Lucian Haas

Du hast gesagt, am besten legt man am Anfang diesen Punkt auf den eigenen Startpunkt. Aber dann fliegt man ja langsam von der Grenze aus eben das ganze Defragmental und so weiter dann ab oder so was, andere Ecken genauso. Würde ich dann für die weitere Flugvorbereitung sagen, okay, dann setze ich meinen Startpunkt oder meinen aktuellen Punkt immer einfach ein bisschen weiter und gehe jetzt davon aus, ich habe bis 2.500 Meter aufgedreht oder so, stelle eine Höhe ein und hangel mich dann entlang meiner geplanten Flugstrecke so Stück für Stück nach vorne und gucke dann immer weiter, wie es weitergehen könnte? So kann man es machen.

17:36Ulrich Scheller

Und so mache ich das auch selber. Also ich nutze es ja auch selber zur Flugplanung. Meistens ist es dann so an richtig guten Tagen, wie zum Beispiel von der Grenze, wenn man einmal aufgedreht hat gedanklich, dann kann man den Pin einfach nur weiter schieben und sieht halt jede gute Thermikquelle, die dann wieder kommt. Einfach an der Gehäufung oder eine Häufung von den Thermikpunkten, die dann irgendwann durch die Menge von Thermiken auch rot dargestellt werden, hat man einen sehr guten Indikator, wo man dann wieder aufdrehen könnte.

18:03Lucian Haas

Das ist ja jetzt in der Frage, wie ist denn die Flugvorbereitung? Das wäre aber auch, okay, ich gucke eine ganz spezifische Strecke, die ich im Grunde längs fliege. Kann ja schon mal sein, dass ich irgendwo unterwegs bin und habe mich nicht gut vorbereitet oder ich habe mich zwar vorbereitet, aber habe dann doch eine andere Route gewählt. Wäre es denn auch möglich, solche Daten quasi dynamisch im Flug abzufragen? Also dass ich mir quasi, ich habe mein Smartphone oben auf dem Cockpit dabei und kann sagen, boah, da gibt es doch diese tolle Thermikarte. Ich gucke mal eben, wo ich denn hier in meiner Umgebung das Nächste erreichen könnte oder dass sowas sogar in der App quasi automatisiert abläuft?

18:43Ulrich Scheller

Ja, es gibt nicht nur die Möglichkeit, sondern das ist natürlich einer meiner ersten Gedanken gewesen, das so zu machen. Und letztlich ist die Thermikarte jetzt im Internet, wie sie verfügbar ist, der Testmodus dafür. Man muss es ja irgendwo auch zu Hause bei der Arbeit testen können. Was passiert eigentlich, wenn ich jetzt an der Stelle wäre? Und ich habe tatsächlich selber für mich gesagt, ich habe für mich das im XCTrack genauso eingebaut, wie du es jetzt beschrieben hast, habe das aber noch nicht öffentlich gemacht, weil einfach es noch recht wenig getestet ist und weil es vielleicht auch von der Serverlast her relativ hoch wäre, wenn es viele Leute gleichzeitig kämen. Aber das ist sicherlich ein nächster Schritt und es gibt ein paar Leute, die das gerade am Testen sind. Und wenn sich das bewährt, wenn das gut funktioniert, dann kann ich mir schon vorstellen, das auch weiter rauszugeben,

19:29Ulrich Scheller

dass man die Möglichkeit hat, genau sowas live im Flug zu sehen.

19:34Lucian Haas

Ist es aus deiner Sicht eigentlich, wie soll man sagen, sinnvoll, so viel Technik zu Hilfe zu nehmen und solchen Analysen zu vertrauen? Oder geht damit nicht auch so ein bisschen die Essenz des Gleitschirmfliegens eigentlich verloren, wenn es nicht darum geht, ich schaue mal wo, also ich muss auch die Erfahrung haben und sonst was, wo die nächsten Thermiken ist, sondern ich habe letzten Endes quasi einen Computer, der mir vorsagt, pass mal auf, schon 100 vor dir sind hier auch längst geflogen und da vorne war eigentlich immer eine Thermik. Du musst eigentlich nur noch diese Punkte anfliegen und deine Höhe reicht normalerweise auch dafür aus, dass du dort ankommst. Also dass man, man fliegt ja dann nicht mehr nach dem eigenen Gefühl, sondern eigentlich nur noch der Maschine hinterher. Geht da nicht auch was von dem Sinne, was heißt Sinn, also von dem verloren, was das Gleitschirmfliegen vielleicht auch so frei macht?

20:26Ulrich Scheller

Also das Gefühl habe ich bisher nicht. Ich sehe das eher andersrum. Ich sehe, man muss ja irgendwo diese Erfahrung aufbauen. Und die meisten Flieger schaffen das eigentlich in ihrer ganzen Fliegerkarriere nicht, dass sie so viel Erfahrung aufbauen und richtig große Streckenflüge machen. Und so ein Tool, wenn man das zur Hand hat, hilft ganz gewaltig, um zu sehen, da vorne könnte es jetzt gehen, aber an dieser Ecke haben noch nicht viele aufgedreht. Und dann kann ich mir überhaupt erst überlegen, warum ist das vielleicht so? Woran könnte das liegen? Und ich denke, dass es als Lernhilfe ganz gewaltig viel helfen kann, speziell den Anfängern. Und ich finde es auch nicht, verkehrt sich Unterstützung zu holen, weil wir haben ja alle wahnsinnig viel Unterstützung im Cockpit dabei. Wir haben ein Variometer, wir haben alle möglichen Planungs -Apps, Flugcomputer und das ist ja auch nichts Böses oder Verkehrtes.

21:15Ulrich Scheller

Am Ende geht es letztlich darum, dass wir gute Flüge haben, dass wir Spaß dabei haben und für viele Leute auch, dass man weit fliegen kann, dass man irgendwo den Erfolg auch in der Strecke sieht. Und es ist nichts Falsches und nichts Böses und jeder muss halt so fliegen, wie er am besten klarkommt und auch daran Spaß hat.

21:32Lucian Haas

Aber auf gewisse Weise ist es doch dann auch immer ein Fliegen auf ausgetretenen oder ausgeflogenen Pfaden, weil die Punkte, die zumindest deine Software anzeigt, ist ja nicht, dass du sagst, okay, ich lerne daraus mit künstlicher Intelligenz, wo Thermiken am besten abreißt oder sonst was und kann das auch extrapolieren auf Ecken, wo noch keiner geflogen ist, sondern du zeigst wirklich die klassischen Skyways jetzt auf einzelne Punkte runtergerechnet, wo du sagst, da fliegen die Leute hauptsächlich, daraus kann ich Daten ziehen. Diese Daten kann ich dann darstellen. Das heißt, es werden auch wieder die Leute verleitet, wirklich eher diese Thermiken anzufliegen, wo du sagst, ja, da hat bisher immer jeder aufgedreht. Vielleicht ist 500 Meter daneben eine viel bessere, die hat aber noch nie jemand entdeckt und alle sagen immer nur da vorne, das ist die gute Thermik und alle fliegen dorthin.

22:19Lucian Haas

Sodass im Grunde ja auch ein bisschen der Entdeckergeist damit zerstört wird. Also man kann vielleicht noch sagen, ein virtueller Entdeckergeist, indem ich da jetzt meinen Pin auf der Strecke lege, mit einer Karte hin und her schiebe und sage, ich gucke mal, wo die Thermiken da auftauchen und kann mir das dann überlegen, warum da? Und klar kann man viel, viel daraus lernen. Aber letzten Endes geht doch vielleicht ein bisschen an Kreativität oder Versuch und Irrtum und ein bisschen Chaos und sonst was, was ja auch Luft und Luftfliegerei und sowas ausmacht, geht ja damit doch verloren.

22:53Ulrich Scheller

Es hängt halt davon ab, was man daraus macht natürlich. Ich bin jetzt ein paar Flüge mit diesem Tool live auch geflogen und bei mir persönlich ist es so, dass ich immer zuerst auf das gucke, was wirklich live passiert. Und es kommt häufig vor, dass ich eine Stunde lang gar nicht auf mein Tool gucke, einfach weil andere Flieger da sind. Und wir haben ja diesen Effekt, den du benannt hast, bei fast allen großen Streckenfluggebieten ohnehin. Dadurch, dass so viele andere Piloten unterwegs sind, gehe ich auch nicht auf Entdeckungskurs an der Grenze zum Beispiel, weil ich sehe halt vor mir sind 20 andere, hinter mir sind 50 andere oder so und dadurch habe ich eine sehr klare Indikation, wo es gerade geht und wo nicht. Und ich glaube eben für die Streckenflüge speziell ist das Entdeckengehen auch nicht so sehr effektiv.

23:39Ulrich Scheller

Man muss sich dann halt an bestimmten Dingen langhangeln, wo man weiß, dass es relativ gut geht. Und das schließt ja nicht aus, dass man trotzdem noch Entdeckerflüge machen kann.

23:50Lucian Haas

Wie valide sind eigentlich diese Daten? Ich meine, es gibt ja wahrscheinlich sehr große Unterschiede in der zumindest regionalen, ich sage erstmal Quantität an Thermikpunkten, die du hast und damit vielleicht auch die Qualität, die du daraus ableiten kannst. Da steht immer eine Thermik oder da hat halt einmal eine Thermik gestanden, die taucht jetzt als Punkt bei dir irgendwo auf. Man kann sagen, ach da ja, aber vielleicht war das eine absolute Ausnahme bei dem einen Flug, der dann dort längs gegangen ist und sie wird mir jetzt trotzdem angezeigt und ich werde damit vielleicht in die Irre geführt und die bessere Thermik steht vielleicht die nächste Rippe, wo aber bisher noch keiner längs geflogen ist bzw. die Thermik dort wurde nicht entsprechend registriert und ist jetzt in deinen Thermikdaten enthalten. Würdest du da große Unterschiede sehen zwischen den Gebieten, wo du sagst, da wird sehr viel geflogen, da kann ich ungeheuer gut darauf vertrauen, was deine Karte zeigt und gibt es eine Möglichkeit zu erkennen,

24:43Lucian Haas

ah, diese Region, wenn ich da plane, da sollte ich viel vorsichtiger mit deinen Daten im Grunde umgehen, sie als Basishilfe vielleicht betrachten, aber jetzt nicht als absolut vertrauensbildende Maßnahme.

24:56Ulrich Scheller

Also da bin ich natürlich auch noch ein bisschen am Testen. Jetzt war die meiste Zeit Winter, das heißt, ganz so viele Flugtage gab es noch gar nicht, wo ich das ausprobieren konnte. Aber ich glaube, man kann schon klar sagen, dass es in den Alpen, zum Beispiel speziell in den Nordalpen, besonders gut geht, wo einfach extrem viele Flüge eingereicht wurden. Und nach meiner jetzigen Erfahrung ist es im Flachland nicht so sehr sinnvoll, darauf zu gucken, weil es sehr, sehr wenige Thermikpunkte gibt. Ich würde mich auch bei der Karte praktisch nie auf einen einzelnen Thermikpunkt verlassen. Also wenn ich sage, da fliege ich jetzt hin, dann möchte ich da schon eine Häufung von Punkten sehen und nicht irgendwie einen einzigen, weil sonst die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Eintagsfliege war bei dieser Thermik, doch recht groß ist.

25:38Lucian Haas

Das sind jetzt die Daten, wo du sagst, okay, da kann man jetzt die Thermiken rauslesen. Kann man denn aus diesen Daten, so wie du sie jetzt vorliegen hast, auch mit diesen Thermikdatenbanken, die du jetzt schon hast oder diese eine große Thermikdatenbank, gibt es da noch andere Sachen, die man auch noch direkt daraus rauslesen könnte, die hilfreich wären?

25:56Ulrich Scheller

Ich glaube, dass es eine ganze Menge Sachen gibt, die man rauslesen könnte, die aber auch nicht so ganz einfach zu extrahieren sind. Was für mich sicherlich noch ein spannender Punkt ist, sind ja nicht nur die Thermiken, sondern auch die Gleitstrecken. Ob es da irgendwelche Sachen gibt, die man daraus erkennen kann, welche zum Beispiel, welche Gleitstrecken immer gut funktionieren bei den Talquerungen oder wo auch immer. Und das ist nicht ganz so einfach rauszurechnen und das ist auch alles sehr, sehr schwierig zu verifizieren. Ich denke aber, das Potenzial von solchen Sachen ist extrem hoch. Nur der Ausgang, der Aufwand an die Daten zu kommen und die auch so zu präsentieren, dass das ein Nutzer versteht und vor allem auch im Flug daraus Nutzen ziehen kann, das ist schon noch schwierig.

26:40Lucian Haas

Du meinst zum Beispiel, dass man irgendwie besonders gut tragende Linien erkennen kann, wo du sagen würdest, okay, wenn du dich schon hier langhangelst oder wenn du entscheiden willst, wo kann ich beispielsweise einen Talsprung machen, ist es vielleicht sinnvoller, es zwischen diesen zwei Rippen auf den beiden Talseiten zu machen, anstatt die daneben liegenden Rippen. Weil, warum auch immer, dazwischen das Sinken immer im Flug weniger war, was die Piloten dann auch hatten.

27:05Ulrich Scheller

Genau. Ich glaube, dass da auch noch enormes Potenzial liegt bei der Fliegerei. Ich glaube, das war der Ferdinand Vogel, der gesagt hat, dass er das ganze Lechtal einmal ohne Kreis abgeflogen ist. Das heißt, es muss solche Linien geben, die unheimlich gut funktionieren, wo man vielleicht auch jedes Steigen natürlich mitnehmen muss. Aber je weniger Kreise man irgendwo fliegt, umso effektiver ist man unterwegs. Und je mehr Höhen, man mitnehmen kann, je mehr Höhe man behält, umso leichter bleibt auch das Obenbleiben. Ich denke, dass da sehr, sehr viel Potenzial ist. Ja, wenn man diese sogenannte Thermikbrille hätte, wenn man die Luft lesen könnte in irgendeiner Form, was ja nie zu 100 Prozent funktionieren wird. Aber wenn man da so ein paar Einblicke mehr hätte, wird das Fliegen, das Obenbleiben sicherlich sehr viel leichter.

27:51Lucian Haas

Wobei Thermikbrille, die meisten Leute sagen immer, ich will die warme Luft sehen. Und vielleicht gerade diese tragenden Linien haben nicht unbedingt immer etwas mit Warme an, also durch Wärme aufsteigende Luft zu tun, sondern manchmal vielleicht einfach nur durch Konvergenzen, wo dann Luftmassen nach oben gedrückt werden oder Hangaufwinde, weil einfach auch dynamische Hangaufwinde da sind, wo der Wind so gut draufsteht, dass man da gut längs kommt und so weiter. Wenn man jetzt deine Thermik -Datenbank nimmt, was definiert für dich denn, was du aus diesen IGC - oder KML -Daten rausliest, was definiert eine Thermik? Ist das einfach nur ein bestimmter Höhengewinn in einer bestimmten Zeit? Oder muss dieser Pilot auch gekreist sein? Oder was gehört dazu?

28:34Ulrich Scheller

Ja, das ist relativ komplex. Letztlich habe ich mich da auch an eine Library angeklinkt, die das berechnet. Und es gehört mehr dazu als nur der Höhengewinn. Dieses Kreisen wird mit einberechnet. Ich kann es sehr schwer... Ich

28:48Lucian Haas

muss mal ganz kurz unterbrechen. Library ist schon wieder so... Das ist so ein Software -Fachbegriff. Es gibt sicherlich Leute, die das nicht ganz zuordnen können. Was versteht man unter einer Library im Zusammenhang?

29:01Ulrich Scheller

Also eine Library ist ein Software -Konstrukt, was man an verschiedenen Stellen wieder einsetzen kann und die einen bestimmten Teil Arbeit für einen abnimmt.

29:12Lucian Haas

Das heißt, das hat ein anderer schon programmiert. Und du sagst, okay, das liegt im Grunde schon vor. Und als Baustein nehme ich mir das und setze das in meinem Programm irgendwie ein. Ganz genau.

29:22Ulrich Scheller

Und diese Thermik -Erkennung, da ist etwas, was auch nicht perfekt ist, sondern das ist entsprechend, mit gewissen Parametern definiert. Die lassen sich auch anpassen. Das heißt, wenn ich jetzt die ganze Datenbank nochmal komplett neu berechnen würde und die Parameter ganz anders setze, dann haben wir auch leicht andere Werte und leicht andere Thermiken, die vielleicht etwas anders dargestellt würden. Aber die Berechnung funktioniert ganz gut. Also ich habe da viele Beispiele rausgenommen und die dann zum Beispiel in Google Earth angeschaut, wie das aussieht. Das heißt, die machen sehr, sehr viel Sinn. Im Gegensatz zum Beispiel zu den Gleitstrecken. Die Gleitstrecken werden auch über diese Library rausgelesen. Und da sehe ich mehr Schwierigkeiten. Und deswegen habe ich auch mit den Thermiken angefangen,

30:07Ulrich Scheller

weil da einfach gute Ergebnisse rauskommen.

30:10Lucian Haas

Dann ganz kurz zusammengefasst, was definiert dann darin eine Thermik? Mindesthöhen, Gewinn und sonst was? Oder was spielt da alles da rein? Da

30:19Ulrich Scheller

spielt schon da rein die Richtungsänderung, dass eine Drehung dabei vorkommt. Die Höhe, ganz klar, die Höhenänderung. Und ja, auch einfach die Zeit. Weil es gibt ja manchmal Thermiken, wo man ein Steigen hat und dann wieder ein kurzes Sinken, dann wieder ein Steigen. Dass das so diese Sache, wie sagt man, entprellt. Dass es halt nicht bei jedem kleinen Steigen eine neue Thermik ist, sondern dieses gesamte Steigen über längere Zeit betrachtet.

30:46Lucian Haas

Damit ist aber, wenn ein Kreisen, also eine Richtungsänderung da drin sein soll, damit sind aber beispielsweise diese Steiglinien, die auch heute in der, sagen wir wirklich, leistungsbezogenen Streckenfliegerei, wo die Leute versuchen, wirklich so wenig wie möglich zu kreisen, sondern wirklich zu sagen, ich fliege vielleicht auch gar nicht mal so hoch, aber immer in Hangnähe und versuche da immer das leichte Steigen mitzunehmen. So was wird alles da drin eben nicht erkannt.

31:11Ulrich Scheller

Zumindest nicht als eine Thermik an der Stelle. Also das würde trotzdem wahrscheinlich erkannt werden, weil es ja Leute gibt, die nicht nur den Hang entlang schruppen, sondern auch da aufdrehen. Das würde eben erkannt werden. Aber das sehr, sehr leistungsorientierte am Hang entlang treiben lassen und die Höhe mitnehmen, ohne groß viel Höhengewinn oder Verlust, das würde darin nicht vorkommen.

31:32Lucian Haas

Hast du oder habt ihr auch mal daran gedacht, diese Daten, die du jetzt hast, wie soll man sagen, mit einer Art künstlichen Intelligenz auch noch aufzubereiten, dass man sagt, kann man da drin Muster erkennen, die ich dann auf eben weniger beflogene Regionen einfach übertragen könnte, um dann zu sagen, pass mal auf, das hier sind die Erflogenen, und ich gebe dir daraus die simulierten,

31:57Lucian Haas

erfahrungsgemäß positionierten Thermiken auch noch aus. Du kannst dann zwar erkennen, das sind keine Erflogenen, aber trotzdem könnte man damit noch ganz andere Regionen auch noch für sich besser analysieren.

32:07Ulrich Scheller

Die Idee gibt es auf jeden Fall. Die Schwierigkeit an der Stelle ist, dass man ja trotzdem noch Daten braucht. Man muss also irgendwas haben, womit man es vergleicht. Ein gutes Beispiel ist vielleicht Paraglideable. Das kennen die meisten, wo einfach die Streckenflugbedingungen auf der Karte angezeigt werden, die zu erwarten sind. Und da braucht man aber dann entsprechende Werte. Wie ist das Wetter? Oder ich weiß gar nicht genau, welche Werte betrachtet werden, aber man muss es auf irgendwas zurückführen. Und das ist was, was mir im Moment fehlen würde, um so eine Berechnung anzustellen. Und die Frage ist natürlich, was genau kann man ausrechnen? Also die Thermiken an sich sind sehr, sehr kleinräumige Effekte. Das heißt, wir versuchen im Moment genau an der Stelle anzuschauen, wo die Thermik ist.

32:53Ulrich Scheller

Während die ganzen Wetterprognosen, die machen eher so eine großflächige Berechnung. Und ich glaube, dass das an der Stelle noch einfacher ist. Oder aber man braucht eben auch sehr, sehr fein aufgelöste Werte, wie zum Beispiel detaillierte Windberichte vom Boden oder vielleicht sogar die Wärmeverteilung am Boden. Ich weiß es auch nicht genau, aber man braucht auf jeden Fall verschiedene von diesen Features, um eine künstliche Intelligenz draufzusetzen und eben vergleichen zu können, was gut funktioniert, was nicht so gut funktioniert.

33:20Lucian Haas

Es gibt ja von Paraglidable, soviel ich weiß, ja auch historische Daten. Also der rechnet ja mit den GFS -Modellprognosen, also des Wettermodells, und hat die dann wirklich aus den letzten zehn Jahren genommen und hat dann auch die Flüge dann entsprechend dazugesetzt und dann gesagt, okay, bei welchen GFS -Modellprognosewerten, was auch immer da jetzt alles einfließt, haben sich gute Flüge gezeigt. Man könnte ja dann theoretisch auch dahergehen und sagen, pass mal auf, ich gucke in Paraglidable. Wenn der mir sehr gute Streckenflugtage anzeigt, kann ich ja auch immer gucken, was finde ich vielleicht da zugeordnet. In deiner Thermik -Datenbank könnte man das ja auch entsprechend gegenrechnen und zu sagen, okay, welche Thermiken sind die, die besonders gut sind an den guten Streckenflugtagen oder sowas. Könnte man wahrscheinlich noch viel, viel feinere Analysen und alles damit noch machen.

34:07Ulrich Scheller

Definitiv. Ich glaube, es gibt noch einige Sachen, die man verbessern kann. Jetzt ist die Sache, dass die Thermik -Datenbank ist sehr, sehr gut in verschiedenen Hotspots, also speziell in Bassano oder in Kössen haben wir extrem viele Daten drin. Und da macht es sicherlich Sinn, nochmal zu schauen, ob man das feiner aufschlüsseln kann und weniger, also letztlich, je genauer man irgendwas berechnet, zum Beispiel, wenn man den Wind einfließen lässt oder wenn man dann so eine Paraglidable -Prognose einfließen lässt, kann man ja eigentlich nur gewisse Thermiken nicht anzeigen. Das heißt, man zeigt weniger Daten an, die hoffentlich relevanter sind. Das macht vor allem dann Sinn, wenn ich sehr, sehr viele Daten habe. An Punkten, wo es ein bisschen begrenzter ist, wo gar nicht so viel dargestellt wird, kann ich auch dadurch nicht mehr extrem viel gewinnen. Weil dann müsste die Trefferquote schon sehr, sehr hoch sein. Und da gilt es eben, so ein Trade -off zu finden, irgendwas anzuzeigen, was schon sinnvoll ist, aber auch nicht viel zu wenig, sonst ist irgendwann die Datenbasis nicht mehr genug.

34:59Lucian Haas

Ich habe bei dir gesehen, du hast auch auf deiner Seite einen Blogpost mal geschrieben, wo es darum geht, diese Thermik -Daten auch bezogen auf Windrichtungen darstellen zu können. Also quasi einen Filter einzubauen, wo du sagst, okay, wenn ich sage, es ist ein Tag mit Nordostwind, wo waren an Tagen mit Nordostwind Thermiken zu finden? Sodass man sagen kann, okay, alles, was an Westhängen vielleicht hochgeschoben wird, normalerweise bei Westwind ist dann natürlich nicht. Und die werden dann entsprechend nicht angezeigt. Ist das noch wirklich zusätzlich hilfreich?

35:32Ulrich Scheller

Ist auch schwer zu beurteilen. Ich müsste es wirklich mal mehr testen über das Jahr. Diese Windberechnungen, denke ich, sind sehr, sehr hilfreich. Aber ich habe es erst mal noch nicht eingebaut, weil ich auch nicht sicher bin, wie gut es funktioniert.

35:46Ulrich Scheller

Zum einen ist es, was ich auch in dem Blogpost geschrieben habe, mich hat ein bisschen verwundert, dass die Windrichtung eigentlich fast nur Ost oder West ist bei den Thermiken. Das kann jetzt zum Beispiel daran liegen, dass die Alpen halt einfach im Weg stehen und deswegen den Wind immer gerne nach Ost oder West ablenken, sodass die vorherrschende Windrichtung eigentlich ganz, ganz oft Ost und West ist und weniger Nord -Süd. Aber das sind so ein paar Dinge, die mich unsicher machen, wie gut es wirklich funktioniert. Und da muss man erst mal ein bisschen testen, und Energie reinstecken, um zu gucken, dass es auch gut läuft. Das andere ist, bei dem Wind ist es ja auch nicht ganz einfach zu sagen, wir haben jetzt diesen Wind, sondern wir haben ganz, ganz oft, speziell in den Alpen, in unteren Regionen, also in tieferen Höhen haben wir den einen Wind und nach oben hin haben wir einen völlig anderen Wind.

36:33Ulrich Scheller

Das heißt, die Klassifizierung fällt nicht ganz leicht und theoretisch müsste man eher je nach Höhe den Wind klassifizieren. Und dann hängt es auch davon ab, wie hoch die Berge sind drumherum zum Beispiel. Ob der Talwind da greift oder nicht.

36:48Ulrich Scheller

Deswegen halte ich es für relativ schwierig, einfach nur einen Wind anzunehmen und zu berechnen.

36:52Lucian Haas

Den Wind, den du jetzt berücksichtigst, ist aber ein Wind, den du quasi aus dem Versatz der Thermik herausgelesen hast. Oder wo nimmst du die Winddaten her?

36:59Ulrich Scheller

Genau, den nehme ich jetzt aktuell aus dem Versatz der Thermik her, weil das eben die Daten sind, die ich in dem Fall habe.

37:06Lucian Haas

Und wenn du jetzt sagst, in den Alpen herrscht West - oder Ostwind hauptsächlich vor, ist es wirklich so, die meisten Thermiken versetzen entweder nach Westen oder nach Osten?

37:14Ulrich Scheller

Genau, nach dieser Berechnungsbasis, also mal angenommen, da ist jetzt kein grober Fehler drin, dann ist das sehr, sehr signifikant gewesen, dass es wirklich viel mehr Ost und West hatte als zum Beispiel Nordost oder sogar Nord oder Süd.

37:26Lucian Haas

Aber das könnte ja wirklich damit zusammenhängen, dass jetzt quasi mit der Ost -West -Ausrichtung der Alpen irgendwie so viel Hindernis von Norden nach Süden im Wege steht, dass der Wind dann eher eben lieber zur Seite ausweicht. Interessant wäre das vielleicht zu gucken, wenn man nach Südfrankreich geht, wo du dann schon die Westalpen hast, die ja eher so in vielen Bereichen eine Nord -Süd -Ausrichtung dann von ihrem Hauptkern her auch wieder haben, ob du da dann vielleicht eine andere thermische Ausrichtung dann hauptsächlich haben könntest von dem Wind her. Aber das sind Daten, die du dann wahrscheinlich einfach berechnen kannst. Hast du eigentlich Daten auch von Frankreich und so weiter vorliegen oder ist das bisher wirklich nur dieser DHV -XC, wo du sagst, okay, das ist jetzt so die deutsche Brille auf die Thermikdaten in den Alpen?

38:10Ulrich Scheller

Also die überwiegenden Daten kommen schon vom DHV, das sind so grobe 400 Gigabyte, die wir da jetzt haben. Es hat sich auf Facebook zu meinem Posting noch jemand gemeldet aus der französischen Community und hat mir eine französische Seite gegeben, die auch die Daten sehr, sehr leicht extrahierbar gemacht hat. Also man konnte da relativ schnell alle Daten runterladen. Da sind auch nochmal 40 Gigabyte an Flugdaten dazugekommen. Das heißt, das sind die beiden, die jetzt die Datenbasis bilden von der Thermikkarte.

38:42Lucian Haas

Planst du irgendwie noch eine Zusammenarbeit mit XContest oder so, dass du sagst, pass mal auf, ich habe hier ein tolles Produkt, ich kann da wirklich super mit rechnen. Komme ich noch irgendwie an eure Flugdaten besser dran?

38:52Ulrich Scheller

Also wenn jetzt jemand zuhört, der das ermöglichen kann, dann freue ich mich, das mit einfließen zu lassen natürlich. Es ist im Moment auch eine Zeitfrage. Ich hatte jetzt im Winter sehr viel Zeit und konnte da ein bisschen mehr Energie reinstecken. Jetzt gerade ist es ein bisschen weniger geworden. Aber ich freue mich natürlich, das Projekt zu verbessern. Und speziell, wenn von XContest Seite noch die Möglichkeit da wäre. Das ist sicherlich die beste Datenbasis, die wir haben.

39:16Lucian Haas

Du hast gesagt, beim Fliegen nutzt du das teilweise selber schon. Also du lässt dir auch sogar im Flug diese dynamischen Daten entsprechend anzeigen. Was hast du eigentlich sonst so alles an Instrumenten im Flug? Was nutzt du da?

39:30Ulrich Scheller

Ich fliege mit dem XC Tracer. Das ist noch das Zweier, also ganz normales, klassisches. Und ein Handy, ein Handy mit XC Track. Und beim XC Track hat man die Möglichkeit, beliebige Webseiten mit anzuzeigen. Und eine dieser Webseiten oder eine dieser Widgets ist dann eben die Thermik -Karte.

39:48Lucian Haas

Aber die musst du noch speziell ansteuern. Das ist nicht so, dass die Thermik -Karte dann so funktioniert, dass die automatisch deinen Flugort erkennt und direkt immer die Umgebung anzeigt. Bezogen auf die Flughöhe, die jetzt XC Track schon gespeichert hat. Oder kann man das wirklich soweit automatisieren?

40:02Ulrich Scheller

Ja doch, ich kann das jetzt schon. Also es gibt dann die geheime Seite sozusagen, mit der man das kann. Und dann fliegt die Karte eben mit. Und holt sich immer die neuen Thermiken, zumindest wenn die Internetverbindung da ist. Und dann sieht man das auch live.

40:15Lucian Haas

Und hat dir diese Karte schon mal quasi einen Streckenflug ermöglicht oder dir einen Streckenflug gerettet, den du vielleicht sonst nicht hättest weiterführen können, weil sie dir die rettende Thermik irgendwo gezeigt hat?

40:28Ulrich Scheller

Die rettende Thermik in dem Sinne nicht. Aber was es schon gemacht hat, ist bei dem Flug im Bayerischen Wald dieses Jahr. Das war für mich der erste Flug überhaupt im Bayerischen Wald, wo ich jetzt auch nicht viel kannte. Da hat sie mir am zweiten Wendepunkt schon nochmal gezeigt, da vorne muss irgendwo was sein. Da sind jetzt verschiedene Punkte. Und mir ist dann erst deutlich später aufgefallen, da kreisen ja auch welche. Also das ist ja wirklich irgendwo ein Punkt, da muss was sein. Da muss ein Startplatz sein. Und das hat mich dann dazu verleitet, eben den Wendepunkt schon nochmal ein ganzes Stück weiter rauszuziehen und eben die gute Thermik mitzunehmen.

41:01Lucian Haas

Ich hatte früher als Fluginstrument häufiger mal auch die Software Flyme genutzt. Ich weiß nicht, ob du die kennst. Da sind auch Thermikpunkte standardmäßig schon eingezeichnet. Von so Hauptthermiken, wo die auch aus Fluganalysen mal herausgezogen hat, da haben schon viele Leute aufgedreht. Das ist sehr häufig dann, muss ich sagen, war auch zutreffend. Also wenn man diese Punkte angeflogen hat, dann war das immer ganz gut. Gleichzeitig, wenn man ein bisschen thermisches Verständnis hat oder Geländeverständnis, sah man auch mal, ja klar, typischer Grad dort vorne. Wenn es irgendwo abreißt, dann muss es eigentlich dort vorne sein. Trotzdem war dieser Punkt manchmal, die schnelle Orientierungshilfe zu sagen, wo fliege ich dann eigentlich hin? Glaubst du denn, dass deine dynamische Karte noch im Vergleich zu sowas relativ statischem wirklich noch sehr viel mehr Vorteile bringt?

41:48Ulrich Scheller

Ja, wie viel das wirklich ist, ist jetzt schwer zu sagen, weil ich muss es selber noch mehr testen. Ich glaube schon, dass es noch Vorteile bringt. Also zum einen diese statischen Punkte, die können ja eben, wie du schon sagst, nur statisch sein über den Tag. Also allein schon diese Unterschiede zwischen Ost - und Westflanken, die können sich da nicht direkt darin zeigen. Oder einfach die Tageszeit, die Jahreszeit kann nicht mit einfließen. So Dinge wie zum Beispiel die Schneegrenze, die ja oft auch gut für Thermik ist. Die kann ja letztlich in der statischen Bewertung auch gar nicht mit reingenommen sein. Aber über die Jahreszeit alleine hat man meistens eine vergleichbare Schneegrenze in den Alpen. Und allein das würde schon viel helfen. Also ich denke schon, dass es besser ist. Man kann offensichtlich auch ohne fliegen, man kann diese ganzen Sachen auch aus Erfahrung oder aus anderen Sachen richtig treffen.

42:39Ulrich Scheller

Aber es ist bestimmt nochmal ein Hinweis, eine Hilfe mehr.

42:43Lucian Haas

Bist du

42:44Ulrich Scheller

selbst eigentlich ein großer Streckenflieger? Ja, groß. Ich fliege sehr gerne Strecke. Ich fliege, wann immer das möglich ist. Ich habe ein paar gute Flüge gemacht, aber es gibt natürlich auch bessere Piloten als mich.

42:54Lucian Haas

War das schon immer so? Also war deine Fliegerkarriere immer aufs Streckenfliegen ausgerichtet?

42:59Ulrich Scheller

Ja, lange Zeit bin ich eher sehr vorsichtig am Hausberg geflogen. Ich habe eigentlich immer schon gerne Strecken fliegen wollen, aber es hat für mich relativ lange gedauert, bis ich das auch getan habe und etwas weitergekommen bin.

43:12Lucian Haas

Was hat dich da am Anfang abgehalten? Du hast gesagt ängstlich. Also was war das für eine Angst?

43:18Ulrich Scheller

So ein bisschen kam das raus auch aus der Ausbildung und aus vielem, was man im Umfeld hört, die Kommentare, was es alles für Gefährdungen gibt im Gleitschirmfliegen. Ja, ich habe das schon aufgenommen. Ich habe das für mich auch so bewertet, dass ich immer sehr, sehr vorsichtig war. Und dadurch habe ich etwas länger gebraucht als manche andere, die da vielleicht als junger Wilder einfach mal alles probiert haben. Vielleicht war es besser so. Vielleicht hätte es aber auch schon ein bisschen früher mit den weiten Flügen klappen können.

43:49Lucian Haas

Du hast gesagt, es hat etwas länger gedauert. Vielleicht erzähl mal kurz deine Fliegerkarriere. Wann hast du denn überhaupt angefangen zu fliegen und wann kam so das Streckenfliegen dann wirklich dazu?

43:58Ulrich Scheller

Also ich fliege seit 2010 und bin eigentlich seit das Streckenfliegen habe ich angefangen so um 2016 rum. Das heißt, lange, lange Zeit hatte ich auch keinen B -Schein. Den habe ich dann erst, ich glaube, 2015 gemacht. Und davor gab es auch viele andere Sachen in meinem Leben, die meinen Fokus gebraucht haben und wo das Fliegen dann zurückstehen musste.

44:24Lucian Haas

Das heißt, du bist weniger geflogen, aber irgendwann gesagt, ich will wieder mehr und dann kam auch das Streckenfliegen dazu. Gab es denn irgendwas so wie so einen Knackpunkt, einen Auslöser, irgendwas, was dann für dich im Kopf hat den Knoten platzen lassen, dass du sagst, ich traue mich jetzt wirklich vom Hausberg auch weg zu fliegen und wirklich auf Strecke zu gehen?

44:43Ulrich Scheller

Also ein besonders schönes Erlebnis war das Streckenflug -Seminar bei den Zugvögeln in den Dolomiten.

44:50Ulrich Scheller

Da hatten wir jeden Tag hervorragende Bedingungen und es war einfach ein Traum, da so zu fliegen. Auch speziell unter der Anleitung von den Profis. Das heißt, da habe ich zum ersten Mal gesehen, wie so jemand, der sehr, sehr gut fliegt, auch denkt und was er dann überlegt, wo die Planung so lang geht. Und ich habe gesehen, was möglich ist. Und das war für mich eine Initialzündung, einfach zu sagen, davon will ich mehr machen. Das macht unheimlich Spaß. Und auch so ungefähr müsste es ja funktionieren. Also probiere ich das auch mal selber, mir so eine Planung zu machen und entsprechend einfach mal frei rum zu fliegen.

45:24Lucian Haas

Was war so das Wichtigste, wo du sagen würdest, das bei den Profis zu sehen, das hat mich wirklich vorangebracht?

45:30Ulrich Scheller

Also für mich das Wichtigste war eigentlich, erstmal das Gummiband zu durchtrennen, was einen am Landeplatz festhält.

45:36Ulrich Scheller

Und von den Profis zu sehen, ist, glaube ich, dieser ganz klare Blick auf die Berge, auf die Sachen, die passieren, wie die Luft fließt, wo die Sonne hinscheint. Ich kann es nicht festmachen an einer einzigen Sache, weil es sind ja so viele Punkte, auf die man achtet. Aber ich glaube, einfach zu merken, wie klar und strukturiert jemand dann vorgeht, das hat viel geholfen.

46:00Lucian Haas

Nun hast du das, ich meine, Streckenflug -Seminar, das ist wahrscheinlich eine Woche, die du dann da in den Dolomiten warst. Danach geht es ja auch darum, wie kann ich das selber für meine eigenen Flüge entsprechend umsetzen? Wie hast du das gemacht und das zu übertragen? Jetzt dann ohne die Hilfe von den professionellen, in Anführungszeichen, Vorfliegern oder ja auch Meteotipps gebenden und sonstigen Leuten, wo du sagst, ich muss das jetzt für mich selber herausfinden.

46:24Ulrich Scheller

Also es hat natürlich viel Trial and Error gebraucht. Ich habe viel versucht und stand auch ab und zu mal am Boden. Ich habe mich vor allem auch an die Strecken gehalten, die typischerweise geflogen werden. Also das, was wir eben schon besprochen haben, wo einfach viele erfolgreiche und gute Streckenflüge geklappt haben, von Kössen aus, auf meinem Spreikboden, wo man andere Personen sieht. Was mir besonders viel immer geholfen hat, ist live Leute in der Luft zu sehen, also wo ich wirklich mitkriege, okay, jetzt vor mir fliegt eine kleine Gruppe und ich versuche mich da dran zu halten. Und dann kriegt man sehr, sehr schnell ein Gespür dafür, welche Ecken gut gehen und welche nicht.

46:58Lucian Haas

Das heißt, wirklich einfach auch erfahren, die Erfahrung aufbauen, auch indem man andere Leute quasi kopiert, denen vielleicht auch hinterher fliegt und so weiter.

47:07Ulrich Scheller

Genau. Einmal das Hinterherfliegen. Was ich auch viel gemacht habe, ist Zusammenfliegen. Speziell mit dem Georg jetzt die letzten Jahre. Da kriegt man sehr, sehr viel mit, was man auch wieder schwer beschreiben kann. Also so Dinge wie, wenn man in der Thermik dreht, wann lohnt es sich eigentlich, vielleicht doch nochmal einen Suchkreis mehr zu machen? Wann lohnt es sich nicht? Wann bleibt man besser drin? Und man kann das unheimlich gut, auch vor Ort und wenn man eben direkt einen neben sich hat, der mit gleichem Material, ungefähr gleichem Stand und so auch unterwegs ist, weil man sieht halt sofort, okay, jetzt hat es funktioniert. Jetzt hat er was Richtiges gemacht und ich hätte es besser auch machen sollen. Oder umgekehrt, jetzt war das, was ich gemacht habe, eben doch richtig. Und das schärft die Sinne sehr, sehr gut für das, was gut geht beim Thermikfliegen.

47:50Lucian Haas

Das heißt, ihr seid häufig dann zu zweit fliegen gegangen und habt dann wirklich voneinander profitiert?

47:55Ulrich Scheller

Ja, definitiv. Ich glaube, dass wir uns beide in diesen, in den letzten zwei Jahren unheimlich verbessert haben durch dieses Zusammenfliegen und dass auch dieses Aufeinander -Warten, was man ja sehr, sehr ungern in der Luft tut, sich sehr, sehr oft gelohnt hat. Ihr

48:09Lucian Haas

sagt auch wirklich, wir wollen zusammenfliegen. Das heißt aber auch, ihr seid dann committed zu sagen, wir warten aufeinander, damit es zusammen weitergeht?

48:18Ulrich Scheller

In bestimmten Grenzen natürlich, aber ja, wir versuchen auf jeden Fall, aufeinander zu warten.

48:23Lucian Haas

Wenn du von deiner ganzen Entwicklung das so zusammenfassen würdest, gibt es irgendetwas, was würdest du anderen Piloten vor allem raten, wie sie ihre XC -Qualitäten entwickeln können?

48:36Ulrich Scheller

Das Wichtigste ist natürlich, das überhaupt erst mal zu versuchen. Ich denke, es ist sehr, sehr wichtig,

48:43Ulrich Scheller

ja, so ein gewisses Risiko einzugehen, was man vielleicht in der Ausbildung, wo man gesagt bekommt, dass man es eben nicht eingehen darf. Und immer dieses kontrollierte Risiko, einen Schritt weit zu gehen, dann wieder zu evaluieren, war das gut oder war das nicht gut. Beispiel ist Fliegen, da fliege ich in ein Leerein. Das war für mich als Streckenflieger oder als Nicht -Streckenflieger war das ein absolutes Tabu. Wenn ich aber nicht in ein Leerein fliege, dann habe ich auch keine großen Chancen auf größere Strecken. Und es gibt viele von diesen Sachen, was ist zum Beispiel bei Föhn -Situationen, wo eigentlich nach der reinen Lehre man gar nicht fliegen gehen dürfte. In vielen Fällen wird es aber trotzdem getan. Und man muss rausfinden für sich und auch überhaupt, wie weit ist es denn okay? Wie weit kann man es akzeptieren und vertreten?

49:30Ulrich Scheller

Und dann aber auch klar diese Grenze zu haben, wo ist es nicht mehr? Und da auf jeden Fall auch nicht drüber zu gehen.

49:35Lucian Haas

Du hast vorhin mal gesagt, das hat eine Weile gedauert, bis du mit diesem Streckenfliegen angefangen hast. Vielleicht war das aber auch gut so. Wie würdest du das aus heutiger Sicht denn sehen? Ist dadurch, dass du lange ängstlich geflogen bist und so was und dieses langsame Herangehen an die Fliegerei, hat dir das in irgendeiner Weise vielleicht auch was gebracht, dass du eben nicht so der Strecke bist, dass du ein schneller Überflieger warst?

49:58Ulrich Scheller

Also es hat mir zumindest gebracht, dass ich unfallfrei fliege seit zehn Jahren. Und da bin ich sehr, sehr froh drüber. Und es ist definitiv so, dass der Spaß mindestens so groß ist wie am Anfang. Ich habe eher noch wesentlich mehr Spaß als früher. Und ich denke, das ist eigentlich das Wichtigste, was man mitnehmen kann. Fast keiner in der Gleitschirm -Community kann irgendwo groß davon leben oder ist jetzt finanziell sehr erfolgreich mit sowas. Deswegen geht es eigentlich fast ab. Das ist eigentlich alles nur um den Spaß, denke ich. Und wenn der Spaß bestehen bleibt, wenn er sogar größer wird, dann ist eigentlich, kann man sagen, alles richtig gemacht.

50:35Lucian Haas

Jetzt hast du eine schöne Entwicklung durchgemacht vom Hausbergflieger zum relativ erfolgreichen Streckenflieger mit immer weiter ansteigendem auch theoretischem Hintergrundwissen, auch durch Analyse deiner Thermikkarten und sonstigen. Was sind denn so deine nächsten fliegerischen Ziele noch?

50:49Ulrich Scheller

Also so ganz konkrete Ziele habe ich eigentlich nicht. Das letzte Jahr war so gut, dass ich gerne das noch mal bestätigen will. Also ich versuche weiter große Strecken zu fliegen, wenn das auch von Corona jetzt möglich ist, von dem Lockdown her. Ich würde auf jeden Fall gerne noch mal mindestens ein 200er fliegen dieses Jahr. Vielleicht geht auch noch irgendwann mal ein 250er sich aus. Das Wichtigste ist aber weiterhin Spaß haben an der Sache.

51:14Lucian Haas

Und wirst du jetzt bei all deinen Streckenflügen immer deine XC -Track mit deinen Live -Thermikkarten nutzen? Hast du damit quasi auch einen Vorteil gegenüber anderen, weil du sagen kannst, ha, ich kann hier noch was gucken, was du gerade nicht siehst?

51:28Ulrich Scheller

Ich werde sie auf jeden Fall nutzen. Ob da ein Vorteil ist und wie groß der ist, das muss halt die Zeit zeigen. Bis jetzt war eben noch relativ wenig an Zeit, um das zu evaluieren. Es hat schon mal was Gutes gebracht, wie gesagt im Bayerischen Wald. Aber ich werde es auf jeden Fall weiter benutzen.

51:45Lucian Haas

Bist du auch schon mal an Wettbewerb mitgeflogen und könnte deine Software oder diese Lösung, die du da hast, auch Wettbewerbsfliegern, meinst du, Vorteile bringen?

51:54Ulrich Scheller

Ich bin schon mal bei der Newcomer Challenge, dabei gewesen. Ich glaube, dass es in dem Umfeld nicht so sehr sinnvoll ist, weil einfach viele, viele andere Anzeiger in der Luft sind. Im Wettbewerb sind so viele Piloten in der Luft. Die Piloten zeigen halt, was jetzt aktuell live im Moment passiert. Und wenn man sehen kann, was jetzt in diesem Moment passiert, ist es immer noch besser als eine Analyse der letzten Jahre. Also beim Wettkampf glaube ich, dass es sich nicht durchsetzen wird in der Form, weil einfach so viele andere Möglichkeiten sind, die definitiv jetzt korrekt sind.

52:27Lucian Haas

Die Realität schlägt dann noch jede Datenbank.

52:30Ulrich Scheller

Ja, ganz eindeutig.

52:33Lucian Haas

Okay Ulrich, lassen wir das mal als Ausblick so stehen. Viel fliegen gehen, auf die anderen schauen. Und wenn man die nicht hat, dann kann man ja immer noch auf eine Datenbank vielleicht zurückgreifen, um sich damit noch an manchen Stellen vorbereitend helfen zu lassen. Ulrich, danke für deine Ausführungen und klasse, was du da an Arbeit da reinsteckst und uns damit auch eine neue Ressource, gerade für die Flugplanung und vielleicht auch wirklich Verständnis von bestimmten Geländen, dann da eben rausziehen kannst. Ich bin gespannt, was da noch vielleicht an zusätzlichen Infos irgendwann in Bezug auf Gleitstrecken oder sonstige Möglichkeiten, was man da irgendwann noch findet. Ja, mach auf jeden Fall weiter. Ich bin gespannt, was da noch kommt.

53:08Ulrich Scheller

Vielen Dank, Lucian. Und mach du auf jeden Fall weiter. Dein Blog ist sehr, sehr wichtig und dein Podcast ist sehr interessant immer anzuhören.

53:16Lucian Haas

Mach ich gerne weiter. Und ja, jetzt bist du auch eine Folge davon. Klasse.

53:26Lucian Haas

Das war Ulrich Scheller im Gespräch mit Lucian Haas. Wenn du dich für die Tendenz, die Thermik -Datenbank Thermalmap interessierst, so findest du sie im Internet unter der Adresse thermik.pumpt.net. Auf meinem Blog Lu-Glidz habe ich bereits beispielhaft beschrieben, wie man das Tool nutzen kann. Ulrich Scheller pflegt auch einen eigenen Blog, in dem er noch mehr Hintergründe zu diesem Projekt beschreibt. Die zugehörigen Links findest du in den Shownotes zu dieser Podcast -Folge auf Lu-Glidz. Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann empfehle Podz-Glidz doch weiter. Diese und alle weiteren Podcast -Folgen findest du auf Lu-Glidz und Soundcloud, sowie in bekannten Audiokatalogen wie Spotify, iTunes, Google Podcasts etc. Um keine neue Folge zu verpassen, kannst du Podz-Glidz auch gleich im Podcatcher deiner Wahl abonnieren.

54:13Lucian Haas

Und wenn du auch in Zukunft noch mehr hintergründige Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegen von mir präsentiert bekommen willst, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Ich finanziere Podz-Glidz und den zugehörigen Gleitschirm-Blog Lu-Glidz nicht über Werbung, versteckte Sponsoring oder Abo -Gebühren, sondern allein über freiwillige Förderbeiträge meiner Hörer und Leser. Zahlungen sind ganz einfach per PayPal oder Banküberweisung möglich. Alle nötigen Daten dazu findest du auf meinem Blog Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Förder. Der Förderbeitrag ist völlig frei wählbar. Wer sich unsicher ist, wie viel er geben möchte, dem empfehle ich ganz unverbindlich einen Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz. Selbst zusammen und aufs Jahr hochgerechnet ist das deutlich weniger.

54:59Lucian Haas

als ein Abo klassischer Gleitschirm -Magazine kostet. Bleib gesund und lande aufrecht. Ciao.

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