Was ich auf jeden Fall erlebe, sowohl in der Flieger -Szene als auch so bei mir selbst und auch bei vielen anderen, dass in unserer sehr individualistischen Gesellschaft sich Menschen wieder verstärkt nach Verbundenheit, nach Gemeinschaft sehnen. Was ich häufig erlebe, ist schon grundsätzlich, sag ich mal, eine Spiritualität oder viele Leute, die sagen, ich glaube nicht, dass es nichts gibt.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Timon Weber und Lucian Haas am Mikrofon.
Die Evangelische Kirche und das Gleitschirmfliegen gehören sicher nicht zu den Institutionen bzw. Aktivitäten, denen man unbedingt eine Nähe zueinander nachsagen würde. Umso spannender ist da ein Projekt, das dennoch darauf setzt, beide Lebens - und Gedankenwelten miteinander zu verbinden. Timon Weber, der als Jugendreferent für die Evangelische Kirche in Kärnten arbeitet, hat gemeinsam mit einigen Mitstreitern einen Verein gegründet. Der zum Ziel hat, christliche Vorstellungen von gelebter Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft in die Gleitschirmszene zu tragen. Schon der Name ist Programm. Paradise. Da ist passenderweise die Vorsilbe Para ja schon enthalten.
Wie die Arbeit von Paradise in der Praxis aussieht, das erzählt Timon in dieser Folge Nummer 61 von Podz-Glidz. Es geht ums Streckenfliegen, Freiheitsgefühle, aber auch das Angebot, gemeinsam den Solitär -Sportcharakter des Gleitschirmfliegens in ein größeres Ganzes zu überführen. Zum Beispiel in Form eines besonderen Hilfsprojektes namens Fly and Share, bei dem es darum geht, geflogene Streckenkilometer in Spendengelder umzumünzen. Timon Weber spricht auch über seine persönliche Geschichte. Wie er erst zum Fliegen und dann zum Glauben kam, wie er auch im Flug zuweilen das Zwiegespräch mit Gott sucht und wie er sich den ungewöhnlichen Namenszusatz Mann der Sonne verdiente.
Bevor es losgeht, möchte ich einmal allen Förderern von Podz-Glidz und dem zugehörigen Blog Looglides danken. Ohne eure Unterstützung wäre es mir nicht möglich, beide Projekte mit ihrer inhaltlichen Vielfalt immer weiter zu entwickeln.
Wenn du zwar Hörer und Leser, bisher aber noch kein Förderer bist, dann wünsche ich dir trotzdem eine gute Unterhaltung. Wenn dir allerdings gefällt, was du hier geboten bekommst, dann lade ich dich ein, im Anschluss mal auf Looglides die Seite Fördern aufzurufen. Dort erfährst du, wie du einfach und ohne Grenzen, ohne jede Verpflichtung dazu beitragen kannst, dass der stete Strom an interessanten Infos und Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens auch in Zukunft nicht versiegt.
Timon, inwieweit empfindest du das Gleitschirmfliegen als Privileg?
Fliegen empfinde ich total als Privileg. Ich meine, wenn man schon alleine erstmal in Weltheitsgeschichte geht oder schaut, sind wir wahrscheinlich die erste Generation oder vielleicht maximal zweite Generation, die auf so eine einfache Art und Weise wie mit einem Gleitschirm in die Luft kommt. Und dann nochmal doppelt. Ich komme aus dem deutschen Flachland und da gab es kein Gleitschirm weit und breit. Wäre mein Vater nicht geflogen oder würde er nicht fliegen, hätte ich es wahrscheinlich auch nicht kennengelernt. Also ich versuche mich an jedem Flug zu freuen, weil es ist ein Privileg.
Dein Vater kommt ja dann auch aus dem deutschen Flachland. Wie ist der denn da zum Fliegen gekommen?
Das ist eine gute Frage, die vielleicht was für einen Podcast mit ihm wäre. Ich weiß es ehrlich gesagt wirklich nicht. Ich weiß, dass er mit Drachenfliegen angefangen hat und schon als kleines Kind Flieger gemalt hat und vom Fliegen geträumt hat. Und dann weiß ich, dass er irgendwann mal am Tegelberg stand mit seinem Drachen und die ersten Gleitschirme gesehen hat. Und als meine Mutter seinen sehnsüchtigen Blick gesehen hat, hat er zum, ich glaube damals sogar zur Hochzeit, einen Kuss geschenkt bekommen.
Und das war das Drachenfliegen. Kann der denn auch Gleitschirmfliegen? Nein,
nein. Er war mit Drachen am Tegelberg, hat da die Gleitschirmflieger gesehen. Und war dann so fasziniert von der Einfachheit. Und dann hat er den Gleitschirmkurs damals geschenkt bekommen. Und seitdem ich ihn kenne oder das bewusst wahrnehme, fliegt er Gleitschirm.
Das heißt, du hast auch die ersten Flüge dann mit deinem Vater zusammen gemacht?
Nein, ich habe meinen ersten Flug damals dann mit zehn Jahren mit einem Tandempiloten im Gasteinertal gemacht. Mein Vater hat keinen Tandemschein. Und auch so, auch dann die ersten Jahre meiner Fliegerkarriere,
waren wir eher, so sage ich mal klassisch, die Leute, die zwei, vielleicht drei Wochen im Jahr halt zum Fliegen in die Alpen gefahren sind.
Und du warst dann immer so Papa, Papa, ich will auch mal fliegen. Kauf mir wieder einen Tandemflug. Oder wie ging das?
Naja, wir hatten recht gute Kontakte zu der Flugschule, bei der ich dann auch die Ausbildung gemacht habe. Und wir waren da häufig im Urlaub. Und dann habe ich mich immer mal wieder für einen kleinen Flug mit reinquetschen dürfen. Und mit 14, das war dann eh nicht mehr so lang. Ab zehn, dann mit 14, habe ich dann selbst anfangen dürfen.
Das heißt, das jüngste Alter, mit dem man überhaupt anfangen kann, da hast du gesagt, jetzt will ich das machen. Dann hast du wahrscheinlich auch mit 16 auf jeden Fall deinen Schein gehabt.
So ist es, genau, ja. Also mit 14 angefangen, dann viel Groundhandling bei uns daheim irgendwo auf einer Wiese. Und dann habe ich eigentlich 14, 15, 16 immer nur eine Woche Ausbildung pro Jahr gemacht. Und mit 16 hatte ich dann meinen Schein, genau.
Was bedeutet dir persönlich das Gleitschein? Ich
würde behaupten, das ist, seitdem ich Gleitschein fliege, auch immer ein bisschen im Wandel. Also von Anfang an hat mich fasziniert das Wegfliegen, Neues erkunden, auch irgendwie ein bisschen vielleicht Grenzen ausloten, auch Leistung bringen. Also gerade die ersten Jahre oder auch noch immer hat mir das Streckenfliegen und auch das Weitstreckenfliegen gleich, ja, hat mich total fasziniert.
Und nachdem ich die ersten Jahre im Fliegen war, oder naja, die ersten Jahre war ich dann noch viel mit meinen Eltern unterwegs. Und dann irgendwann mit 18, 19 war wirklich so Fokus vollkommen auf Streckenfliegen. Und jetzt die letzten Jahre versuche ich oder erlebe ich eigentlich häufig eher mal die eine Stunde irgendwie noch abends sohren am Kobala oder irgendwo schön top landen,
als die Sachen, die mich dann wirklich faszinieren oder fröhlich machen oder die große Freude bereiten. Das ist immer so ein bisschen, oder vielleicht ist es auch mal das eine, mal das andere. Und das ist, glaube ich, auch gut so.
Hattest du denn mal in dieser Zeit so eine Zeit, wo du vorhattest, vielleicht dein Leben in irgendeiner Weise der Fliegerei zu widmen, also zum Beispiel Fluglehrer zu werden oder irgendwas mit Fliegerei zu studieren oder so?
Ja, also Fliegen war eigentlich dann, seitdem ich, wie gesagt, eigentlich zehn bin, das, wo ich dachte, in die Richtung will ich auf jeden Fall. Und ich hatte jetzt eigentlich nie so wirklich im Kopf, erst mal Fluglehrer zu werden. Das ist jetzt gerade mal wieder eine neue Idee. Aber ich wollte gerne Flugzeugkonstruktion studieren. Das war mein Ziel dann auch kurz vorm Abitur. Und ich habe schon eben auch mal damit geliebäugelt, irgendwie mal ganz in die Wettkampfszene einzusteigen oder viel Wettkampf zu fliegen. Das hat sich jetzt erst mal nicht so entwickelt. Beziehungsweise auch in den letzten zwei Jahren fliege ich mal auch wieder ein paar Wettkämpfe mit, um ein bisschen das schnelle Fliegen zu lernen von vielen, die das gut können.
Genau.
Warum ist aus diesem Studium, ich nehme an so Luft - und Raumfahrttechnik oder so, warum ist daraus nichts geworden?
Es liegt vor allem daran, weil neben dem Fliegen, was ab zehn Jahren meine große Leidenschaft, mit 18 auch noch eine zweite Leidenschaft dazu gekommen ist. Mit 18 ist mir nämlich ganz persönlich der christliche Glaube wichtig geworden. Und ich bin so ein bisschen so ein Ganz -oder -gar -nicht -Typ, muss ich dazu sagen. Und damals hat mich das so fasziniert, dass ich gesagt habe oder meine Bewerbung zurückgezogen habe, damals bei Airbus. Und... als ich dann eine theologische Ausbildung gemacht habe. Ich war dann drei Jahre in Wuppertal, habe da eine theologische Ausbildung innerhalb der evangelischen Kirche gemacht und habe jetzt auch die letzten Jahre hauptsächlich als Jugendreferent in der evangelischen Jugend hier in Kärnten gearbeitet, wo ich jetzt gerade wohne.
Nun hast du gesagt, mit 18 bist du zum Glauben gekommen. Das klingt so wie so, er ist dir plötzlich zugefallen oder so. Wie geht so was? Wie kommt man mit 18 mit einem Mal zum Glauben?
Naja, so ganz war es dann schon auch nicht. Sondern in meiner Familie war Glaube oder ist Glaube auch noch immer ein wichtiges Thema oder vor allem auch meinen Eltern. Ich muss zugeben, ich habe einfach in den oder in den ganzen Teenie -Jahren habe ich den Glauben eigentlich immer eher als etwas Einengendes oder freiheitberaubendes, wo man dann vielleicht auch ausbrechen will und halt seinen eigenen Weg gehen will, was eh natürlich ganz normal ist, eine Zeit erlebt. Und auch insgesamt habe ich ja Glaube mehr als was abgehakt, nach dem Motto, musst halt irgendwie ein guter Mensch sein oder irgendwelche Regeleneinheiten oder sonntags in den Gottesdienst gehen.
Und mit 18 Jahren habe ich für mich einfach, nur aus meiner persönlichen Erlebnisse heraus, habe ich Gott nochmal ganz neu kennengelernt. Eben nicht als jemand, der einfach sagt, leb bitte so und so, sondern als jemand, der einfach erstmal Interesse an mir als Person hat. Und das hat mich damals, so fasziniert, dass mein Leben wirklich durcheinander gebracht hat. Es ist schwierig zu beschreiben. Es war wirklich eine Woche in Vorbereitung auf ein Auslandsjahr, wo ich ein Jahr in Botswana dann war. Und ja, in dieser Woche habe ich für mich irgendwie Gott nochmal ganz neu kennengelernt.
Lässt sich Gott, lässt sich Glauben in irgendeiner Weise mit Gleitschirmfliegen verbinden?
Na ja, zum einen, vielleicht kennst du auch diese Momente, wenn man einfach in dieser wunderbaren Natur oder Umgebung unterwegs ist, ist Gott manchmal jemand, dem ich, ein Gegenüber, dem man Danke sagen kann. So erlebe ich das. Mit dem man seine Freude dann vielleicht auch so ganz alleine oben mal in der Luft teilen kann. Und sonst so im übertragenen Sinn gibt es, finde ich, schon viele Parallelen. Auch eben, also gerade dieser Freiheitsaspekt, also was ich sage, wo ich glaube, jetzt eben ganz anders, als ich es als Kind erlebt habe oder als Jugendlicher erlebt habe, dass ich es jetzt als Freiheit erlebe. Und auch im Fliegen erlebe ich häufig Freiheit oder Freiheitsmomente, wo ich einfach ganz bei mir sein kann, ganz in der Natur sein kann, weil nichts anderes irgendwie wichtig ist.
Genau, das ist, glaube ich, so ein Begriff, der da ganz mir ganz wichtig ist.
Glauben hat aber ja auch zumindest in der klassischen Vorstellung von Kirche und so etwas ja viel mit Gemeinde, mit Gemeinschaft und so weiter zu tun. Total. Wenn man sich jetzt da im Vergleich das Fliegen, und vor allem auch das Gleitschirmfliegen anguckt, das ist ja auf gewisse Weise recht, wie soll man sagen, recht ich -bezogen oder sowas. Also man fliegt allein, man setzt sich allein diesen Elementen aus, man muss in irgendeiner Weise überleben, begibt sich in die Luft und ist ab diesem Moment eigentlich auf sich gestellt so ungefähr.
Total. Wie
erlebst du, also wie kommt das da zusammen, wie erlebst du das?
Also ich muss schon sagen, dass für mich das Fliegen auch immer mehr eigentlich auch seinen Reiz schon auch im Austausch mit anderen hat. Also glaube, wie du sagst, oder geht es viel auch um Beziehungen, um Verbundenheit untereinander und wo das in der Gleitschirmszene passiert, unter Fliegerkollegen, unter Wettkampfkollegen, unter Streckenflugkollegen, finde ich, hat das auch nochmal den besonderen Reiz. Also jetzt nur alleine zur Grenze zu fahren, um da 250 plus zu fliegen, das würde ich, glaube ich, mittlerweile gar nicht mehr tun. Aber mit drei Freunden dahinfahren und am Abend ankommen und noch den Stern zu sehen, und am Morgen gemeinsam bei Schweiß und Tränen den Berg sich hochquellen und dann zusammen zehn Stunden in der Luft zu sein, das ist, was dann wirklich irgendwie zusammenschweißt
und wo man auch im Fliegen, finde ich, ganz stark auch Gemeinschaft erleben kann. Neben diesen, wie du schon sagst, auch vielen Momenten, wo man natürlich auch alleine mit den Elementen kämpft oder sich mit ihnen freut.
Du hast ja 2019 einen ganz besonderen Verein gegründet, mit dem du dein Glauben und das Gleitschirmfliegen auch miteinander verbinden willst. Der hat einen sehr schönen Namen, Paradise, also mit dem Para und so weiter. Also nett formuliert. Worum geht es dabei und wie bist du da drauf gekommen?
Also erstmal bin ich da nicht alleine drauf gekommen, sondern das ist ein Prozess, den ich vor allem auch mit meiner Frau gemeinsam, wo wir uns dem angenähert haben, dieser Idee von Paradise und mittlerweile auch mit über 20 Leuten, die im Verein mit dabei sind und mittun. Aber ganz zu Beginn, also wie gesagt mit 14 oder 10, Fliegen als erste Leidenschaft, dann Glaube irgendwie auch als große Leidenschaft und dann immer doch wieder auch in der Flieger -Szene gute Begegnungen mit anderen, wo dann neben Fliegen eben auch andere Themen wichtig geworden sind, wo man dann eben abends vielleicht mal beim Feuer über Gott und die Welt, wie man so schön sagt, philosophiert hat oder wo man vielleicht auch sogar in der Situation mal für jemanden ein Gebet sprechen darf oder durfte oder immer wieder darf.
Eigentlich von diesen Erfahrungen her auch, also als Christen irgendwie auch in der Szene zu sein, ist uns dann irgendwann die Idee gekommen, wie wäre es eigentlich, wenn wir da mehr Zeit für hätten, wirklich einfach als Kirche oder erst mal als Person einfach wirklich in der Gleitschirm -Szene unterwegs sein zu können. Und aus dieser Idee ist dann irgendwann mal eine ganz konkrete Vision, wirklich gesagt haben, uns ist es wichtig oder wir wollen gerne in der Gleitschirm -Szene einen Raum schaffen oder gestalten, in dem Menschen richtig gute Gemeinschaft miteinander erleben. Das ist eigentlich auch das, wo wir jetzt gerade mit unseren ganzen Angeboten mal den größten Schwerpunkt draufsetzen. Wir wollen Raum schaffen für wirklich gute Verbundenheit untereinander, aber eben auch einen Raum schaffen, wo auch andere Themen mal ihren Platz haben dürfen, ganz persönliche Themen, Glaubensthemen, Lebensfragen, genau.
Du
hast gerade gesagt, wir hatten da so eine Vision. Was ist denn die Vision von Paradise, wenn du die einmal kurz zusammenfassen könntest?
Ja, gerne nochmal kürzer, also wirklich, also wir haben da so einen Satz und in einem Satz zusammengefasst heißt es wirklich, wir wollen einen Raum gestalten, in dem Menschen gute Gemeinschaft miteinander und mit Gott gestalten und erleben können. Das ist mal so ein ganz kurzer Satz zusammengefasst und ist dann in den verschiedenen Schwerpunkten, die wir als Paradise haben, dann auch irgendwie wieder ausdifferenziert.
Und wie kann man sich so die Arbeit von Paradise dann in der Praxis vorstellen? Also was macht ihr da?
Na, da haben wir uns auch eine gute Edelsbrücke gebaut. Wir haben nämlich drei Stichpunkte, die sozusagen Paradise beschreiben. Das ist einmal fly far, come home und be free. Und eigentlich an diesen drei Schwerpunkten orientiert sich auch unsere Arbeit oder unsere Angebote. Wir sind Piloten und wir lieben das Fliegen. Und das heißt jetzt, also jetzt gerade ganz konkret sind wir jetzt in der Praxis, wir sind zum Beispiel in Greifenburg und wir organisieren einfach Dinge, die mit und um das Fliegen sich gruppieren. Das heißt, ich mache Vorträge zum Thema Streckenfliegen. Wir machen Fun -Wettbewerbe vor Ort. Wir organisieren Hike and Flys. Wir haben am Landeplatz einfach ein Zelt, wo man nach dem Landen vorbeikommen kann und noch ein Bierchen trinken kann.
Wir machen Fliegerstammtische und immer als ganz offene Angebote. Man muss sich da also nicht anmelden. Man kann, wenn man Lust hat, einfach vorbeischneiden und wenn man keine Lust hat, tut man es halt nicht. Das ist mal so der erste Schwerpunkt. Und was da drin vielleicht noch eine bisschen besondere Rolle nimmt, wo wir vielleicht noch später drüber sprechen, ist dann das Flying Share Camp, also ein Streckenflugcamp, was wir organisieren. Dann, wie gesagt, was uns ganz wichtig ist, ist dieser Blog come home. Und da haben wir jetzt gerade gestern Abend wieder mit vielen Leuten beim Lagerfeuer zusammengesessen, Stockbrot miteinander gebraten. Wir organisieren einfach. Bring and Share Barbecues, wo wir Grills aufbauen. Jeder bringt was zu essen mit. Also das ist uns einfach ganz wichtig, Menschen zusammenzubringen.
Menschen, die in Gruppen unterwegs sind, Menschen, die vielleicht auch einfach Anschluss suchen, die es sicherlich in unserer Szene auch gibt. Und im letzten Punkt, in diesem Be Free ist ein bisschen mehrdeutig. Also einmal natürlich die Freiheit, die wir im Fliegen erleben. Und dann auf der anderen Seite eben die Freiheit, die zumindest jetzt mal meine Frau und ich, die vor allem gerade unterwegs sind mit Paradise, haben. Auch im Glauben erleben. Da bieten wir jeden Morgen um 7.30 Uhr eine Morgenmeditation am See an, die ganz, ganz offen gestaltet ist. Da meditieren wir auch häufig oder immer mal wieder auch mit Leuten, die selbst sich eher dem Buddhismus zuordnen würden oder die sagen, mit Glauben kann ich gar nichts anfangen, aber ich schnuppere da mal irgendwie mit rein. Also diese Morgenmeditation und dann passiert ganz vieles einfach zwischen den Zeilen, wo man sich einfach austauscht über das, was einem selbst wichtig ist, was anderen Leuten wichtig ist, was wir glauben, was sie glauben.
Wie wir das Leben sehen, wie sie das Leben sehen. Das ist ein schönes Miteinander und sich gegenseitig Gedanken mitgeben. So erlebe ich es.
Du hast ja vorhin gesagt, du arbeitest normalerweise als Jugendreferent für die Evangelische Kirche in Kärnten aus Tirol. Wie bringt man die Evangelische Kirche dazu, in so etwas wie die Paragliding -Szene gewissermaßen zu investieren und dir für so ein Projekt Zeit zur Verfügung zu stellen? Und vielleicht auch in gewisser Weise Ressourcen zur Verfügung zu stellen, zu sagen, ja okay, Timon, mach da mal was mit diesen Gleitschirmfliegern.
Gute Frage. Ich würde sagen, das ist auch eine beidseitige Sache. Also zum einen haben einfach die Steff und ich gesagt, wir verzichten mal einfach auf die Hälfte unseres Gehaltes, um Platz zu bekommen, um Raum zu bekommen. Und die Kirche ist uns entgegengekommen und hat uns ermöglicht, dass wir diese 50 Prozent oder in dem Fall ich diese 50 Prozent über den Winter erbringen darf, damit 75 Prozent und im Sommer wirklich einfach freigestellt bin, um einfach mal mit Paradise rumzuprobieren. Und zudem hat uns die Kirche auch noch zu Beginn mit einer Anschubfinanzierung unterstützt. Also da kann ich auch einfach nur Danke sagen an der Stelle, dass das so möglich geworden ist. Und dann ist es natürlich auch so, ich glaube, das ist kein Geheimnis, dass die Kirche grundsätzlich vielleicht gerade eher in der Krise steckt.
Und zumindest hier in der Kirche, Evangelischen Kirche in Österreich, in Deutschland ist das genauso, die Kirche oder viele Landeskirchen sich einfach gerade auch, also man sagt, man hat jetzt gerade noch Ressourcen und Möglichkeiten und jetzt lass uns da mal was ausprobieren. Lass uns doch mal einfach Kirche ganz neu denken und anderen Sachen mal einfach einen Raum geben. Und ja, da haben wir das Glück gehabt, dass das die Kirche bei uns auch unterstützt.
Inwieweit hat dann Paradise auch gewissermaßen einen missionarischen Charakter?
Also wir gehen selber definitiv nicht mit dem Ansatz ran, dass wir sagen, wir machen jetzt Paradise, weil wir irgendwie wollen, dass die Leute möglichst bald wieder in die Kirche eintreten oder sich bekehren oder sonst was. Uns ist wirklich das Wichtigste der Austausch. Und ich glaube, wenn es Gott wirklich gibt, also wenn da wirklich jemand irgendwie wirklich ein Gegenüber ist und jemand anders den dann für sich auch als wahr erlebt, dann wird sich bei ihm oder ihr sowieso auf die eine oder andere Weise Glaube entwickeln. Also ich glaube, was wir wollen, ist eigentlich Erfahrungsräume, glaube ich, schaffen. Also glaube ich nicht, sondern das ist es. Also Erfahrungsräume schaffen, wo Leute selbst einfach schauen können, ist das was für mich oder interessiert mich das?
Oder klingt das gut? Klingt da was bei mir an? Und wenn das der Fall ist, dann ist das schön. Und wenn nicht, dann ist das auch schön. Also genau, wir freuen uns an den Begegnungen, an dem Austausch, würde ich glaube ich sagen.
Glaubst du denn, dass man gerade Flieger für Themen wie Glauben oder Spiritualität irgendwie besonders leicht oder anders erreichen kann als Leute, die nicht in die Luft gehen?
Das ist eine gute Frage, weil natürlich neben meiner, also ich habe eben gerade einmal gesagt, bei den Schwerpunkten in der Jugendarbeit und ansonsten privat bin ich sehr, sehr viel in der Flieger -Szene unterwegs. Von daher kann ich da jetzt schwer so irgendwie Vergleiche ziehen. Aber ich, was ich auf jeden Fall erlebe, sowohl in der Flieger -Szene als auch so bei mir selbst und auch bei vielen anderen, dass in unserer sehr individualistischen Gesellschaft sich Menschen wieder verstärkt nach Verbundenheit, nach Gemeinschaft sehnen. Und das ist halt, glaube ich, auch oder das erlebe ich halt als etwas, was für mich auch irgendwie im christlichen Glauben oder im Glauben halt mit anklingt. Ob das jetzt mehr oder weniger ist, das weiß ich nicht.
Auf jeden Fall vielleicht so, was ich häufig erlebe, ist schon grundsätzlich, sag ich mal, eine grundsätzliche Spiritualität oder viele Leute, die sagen, ich glaube nicht, dass es nichts gibt. Also genau, das würde ich schon sagen, ja.
Paradise ist ja als Verein organisiert, hast du gesagt. Was hat man davon, Mitglied zu werden? Oder was hätte man davon, Mitglied zu werden? Ihr bietet ja eh das als Angebot so an. Aber wenn ich jetzt sagen wollte, ich könnte ja auch Mitglied werden, was habe ich davon?
Du hast davon, dass du dich zu dieser Idee stellst. Also unsere Mitglieder, die jetzt gerade bei uns Mitglied sind, die sagen einfach, das, was ihr da macht, das finden wir gut. Oder wir haben ähnliche Gedanken über oder von Kirche. Vielleicht runtergebrochen in die Richtung zu sagen,
Kirche nicht immer so zu denken nach dem Motto, kommt ihr zu uns und schaut euch mal unseren Laden an und werdet dann vielleicht auch so, wie wir sind, so halt in Kirche. Sondern das Ganze halbwegs umzudrehen und zu sagen, wir als Kirche machen uns auf den Weg dahin, wo die Menschen sind. In dem Fall einfach halt in die Gleitschirmszene. Und die Menschen, die bei uns Mitglied werden, die finden genau sowas gut. Aber viel mehr haben, haben die davon eigentlich nicht, sondern eigentlich haben wir als Verein eher was davon, weil die meisten Mitglieder, die wir haben, auch Förderer von Paradise sind, Paradise auch finanziell unterstützen. Also ohne unsere Mitglieder gäbe es uns und die Arbeit, die natürlich auch was kostet, eigentlich gar nicht.
Ihr seid jetzt gerade in Greifenburg. Ist das so euer Hauptstandort, wo ihr sagt, da steht immer unser Paradise Zelt oder was auch immer ihr da habt? Oder reist ihr damit auch rum und sagt, wir sind dann im gesamten Alpenraum damit unterwegs oder wie geht das?
Also Stand jetzt ist wirklich so, dass ich Greifenburg mal so ein bisschen als Hauptstandort entwickelt habe. Was aus mehreren Gründen, also aus mehreren Gründen hat. Einmal ist da wirklich die Infrastruktur für uns perfekt, sowohl was Morgenmeditation morgens angeht. Ich kenne mich auch sehr gut aus in dem Gelände. Also ich glaube, behaupten zu können, dass ich da auch einiges weitergeben kann, was fliegerisch einfach dieses Gelände angeht. Und es einfach da auch aktuell oder in den letzten Jahren noch nicht so was gab, irgendwie am Landeplatz, wo man noch schön zusammensitzen kann. Aber über Greifenburg hinaus sind wir jetzt vor allem letztes und dieses Jahr ein bisschen mit bei der deutschen beziehungsweise österreichischen Liga mitgetourt. Und eigentlich ist auch immer unser Plan noch, ab Mitte August dann ins Sotschertal zu fahren.
Allerdings ist es so, dass meine Frau und ich Ende August unser erstes Kind erwarten und entsprechend fällt das Sotschertal dieses Jahr ins Wasser.
Du hast jetzt gerade gesagt, bei der deutschen und der österreichischen Gleitschirmliga wart ihr dann vor Ort. Kommen dann im Grunde diese ganzen Wettbewerbsflieger zu euch dann ins Zelt? Oder denen kannst du ja jetzt nicht so viel noch wahrscheinlich vielleicht fliegerisch beibringen oder sonst was, wo die sagen, da kann ich von dem Timon profitieren, auch wenn du sicherlich ein guter Pilot bist. Aber was ist da das Interesse? Oder was für Leute kommen dann da zu euch? Oder mit welchen Fragen oder mit welchen Gesprächen ergeben sich dort?
Also bisher haben wir noch bei keinem Wettkampf unser Zelt aufgebaut. Also uns ist immer ganz wichtig, Win -Win -Situationen zu schaffen und nicht irgendwo mit Leuten in Konkurrenz zu treten. Und meistens sind ja die Wettkämpfe von einem Wettkampf, von einem Verein organisiert, der dann selbst noch sein Würstchen verkauft oder wie auch immer mit dabei hat. Und da fragen wir dann halt am Anfang und sind sonst wirklich einfach mit dabei.
Und unser Interesse daran oder mein Interesse daran ist für mich ganz persönlich, im Fliegen weiterzukommen und dann einfach Kontakte aufzubauen. Also wir erleben es einfach als total schön, da mit dabei zu sein, Menschen kennenzulernen. Und auch da ist es dann halt so, dass ich manchmal ganz natürlich halt, am Rande irgendwo ein Gespräch entwickelt.
Und das ist halt vielleicht eher eine Haltung, mit der wir versuchen da auch mit reinzugehen. Zu sagen, ich bin jetzt hier nicht nur für mich oder weil ich jetzt hier irgendwie möglichst auf dem Podium fliegen will, wo ich weit von entfernt bin,
sondern einfach auch Menschen mit im Blick zu haben. Und wenn das dann irgendwo auf Resonanz trifft, ist das schön. Und ansonsten freuen wir uns einfach erstmal gerade mit dabei zu sein. Da sind wir ehrlich gesagt auch einfach noch am rumprobieren. Wie gesagt, wir haben letzte Saison angefangen. Und auch das bei Liga mit dabei sind, da tasten wir uns rein. Kann auch sein, dass wir in zwei Jahren nicht mehr machen, weil wir sagen irgendwie, genau, da sind wir nicht oder nur noch privat machen, weil wir sagen, das ist jetzt nicht wirklich ein Mehrwert für die Leute da. Mal schauen. Ich weiß oder wir wissen alle noch nicht, wie Paradise in zwei, drei Jahren mal aussehen wird.
Du hast ja jetzt auch mehrfach schon deine Frau Steph erwähnt, die ja auch bei Paradise mitmacht. Mhm. Wie ich weiß, fliegt sie ja gar nicht. Warum eigentlich nicht?
Naja, vielleicht wäre diese Frage schon anders zu beantworten gewesen, wenn sie nicht schwanger geworden wäre. Sie hat letztes Jahr überlegt anzufangen, weil ihr gerade auch Groundhandling und sowas viel Spaß gemacht habt. Aber das ist jetzt erst mal wieder vom Tisch. Und dann ist aber auch so, dass Steph einfach ganz viel andere Leidenschaft mitbringt, mit dem sie auch einfach Paradise schön macht. Steph ist selbstständig als Grafikdesignerin. Und häufig, wenn wir morgens mal einfach zwei, drei Stündchen fliegen gehen, dann arbeitet sie und gestaltet Dinge. Und gerade bei diesen ganzen Gemeinschaftssachen und so ist sie dann mit dabei und gestaltet das mit. Und das ist eigentlich echt eine sehr schöne Ergänzung, finde ich. Also Paradise wäre ohne mich, ohne mich, ohne Steph,
weniger schön und weniger bunt. Und genau, es ist sehr schön, dass wir das als Team machen können, finde ich. Das
ist auch vorhin schon das Stichwort mal genannt oder ein ganz besonderes Event genannt, was ihr mit Paradise auch organisiert. Das ist Fly and Share. Worum geht es dabei?
Ja, das ist eigentlich eine Schnapsidee, die uns während dem ersten Corona -Lockdown gekommen ist und die mich und viele von uns schnell sehr fasziniert hat und motiviert hat. Fly and Share ist ein Benefiz -Flug -Event, bei dem es nicht nur um Win -Win, sondern eigentlich Win -Win -Win -Win geht.
Zum einen ist es, glaube ich, wirklich einfach ein wirklich cooles und auch gut besetztes Streckenflug -Camp. Das heißt, wir haben wirklich Größen aus der Gleitschirm -Szene, die das Event mitgestalten, wo wir Vorträge, Workshops und so weiter und so fort haben vor Ort hier in Greifenburg. Und dann ist es aber eben auch mehr als das, weil mit Fly and Share wollen wir selbst und auch andere dazu motivieren, dass wir das Event machen. Und dann ist es aber auch mehr als das, weil wir selbst motivieren, einfach mal über den Tellerrand zu schauen und, genau, seinen Benefiz fliegen, was man sich eh nicht vorstellen kann wie vielleicht ein Wings for Life -Run. Die Piloten sind eingeladen, sich im Vorfeld Sponsoren oder Sponsorinnen zu suchen, die sie pro Kilometer sponsoren. Und das Geld, was da zusammenkommt, im letzten Jahr immerhin schon über 8000 Euro,
ging letztes Jahr und wird auch dieses Jahr wieder dann für Karma -Flights in Nepal, was vielleicht auch für manchen in der Szene ein Begriff ist, gespendet.
Mir ist es zwar bequem, aber ich glaube, es ist auch für mich ein bequemer Begriff. Aber vielleicht manchen der Zuhörer nicht. Also erklär doch mal kurz, was ist Karma -Flights und was steckt dahinter? Was machen die?
Der Karma -Flights ist eine humanitäre Organisation in Nepal. Ich selbst war noch nie vor Ort. Ich kenne es also auch erst mal jetzt nur aus dem Internet. Wurde 2011, glaube ich, von zwei Adventure -Pilots und einem nepalesischen Lehrer gegründet. Und die machen seitdem her ganz viel da eben um. Und in Pokhara, was Bildungsarbeit angeht, was Grundversorgung angeht, was Menstrual Health Care, da fällt mir gerade das deutsche Wort nicht so ein, also halt Begleitung von jungen Frauen. Und jetzt eben auch seit dem Ausbruch von der Corona -Pandemie, die es auch Nepal in den letzten Monaten sehr hart getroffen hat, auch da eben Unterstützung mit Sauerstoff, mit medizinischen Utensilien, mit auch wieder Grundversorgung, weil da vieles zusammengebrochen ist.
Ja, und auf diese Organisation sind wir letztes Jahr gestoßen. Und wir finden das sehr unterstützenswert, was die da tun. Und freuen uns, dass wir mit dem, was wir hier organisieren in Greifenburg oder auch weltweit, man kann auch einfach so mitfliegen, ohne vor Ort mit dabei zu sein, dass wir das eben ein Stück weit mit unterstützen können.
Dieser Event in Greifenburg, der findet ja Anfang August statt.
Fünfter bis Achter, ja. Wenn
man daran teilnehmen wollte, muss man sich da irgendwo anmelden oder wie geht das?
Recht bald, weil Stand jetzt haben wir nur noch 14 freie Plätze.
Von insgesamt wie viel?
Wir haben es jetzt mal auf 80 Teilnehmende begrenzt, dass wir insgesamt mit Referenten und Mitarbeitenden von uns die 100 kratzen oder zumindest nur ganz leicht drüber kommen. Das haben wir jetzt mal so als Zahl erstmal für dieses Jahr ausgemacht. Genau, und anmelden kann man sich noch auf unserer Website. Da gibt es eh auch nochmal Informationen auch zu Paradise insgesamt. para -dice.org Und da findet man dann auch ziemlich schnell oben im Reiter das Flying Share Camp.
Und wenn ich jetzt weltweit irgendwie da noch mitfliegen wollte, gibt es da auch eine Möglichkeit, sich da irgendwo anzumelden? Oder ist das so etwas, ich sage halt einfach, ich gehe dann an diesem Wochenende auch irgendwo fliegen und sage halt, das, was ich als Strecke fliege, da setze ich halt diese Kilometerzahl quasi ein, um da dann irgendwelche Spenden halt entsprechend einzuwerben?
Genau, so in die Richtung. Es gibt aber eben eine weltweite Landingpage dafür auch, die jetzt hoffentlich, dieses Jahr auch eben stark auch im englischsprachigen Raum bespielt wird. Wir haben da letztes Jahr schon mit der Cloud Base Foundation kooperiert, die auch eine, genau, Foundation halt im Gleitschirmbereich ist aus, sitzt in Australien, glaube ich. Und die organisieren dieses Jahr das Flying Share weltweit. Und wenn man da auf die Seite von der Cloud Base Foundation geht, dann findet man da auch einen Reiter oder einen Unterpunkt mit Flying Share. Und genau, das läuft dann einfach so, dass ich wirklich vielleicht meine fünf Kumpels, zusammennehmen und sage, komm, dieses Wochenende, wir gehen ja eh fliegen. Wir machen eh das, was uns Spaß macht. Und jetzt suchen wir doch mal zum Spaß vielleicht noch zwei, drei Sponsoren oder sponsoren uns gegenseitig und unterstützen damit noch die Projekte in Nepal.
Und dann gibt es halt, wie gesagt, bei der Cloud Base Foundation diese Seite, wo man das dann einfach mit PayPal oder auch anderen Möglichkeiten dann spenden kann.
Nun ist ja bei Flying Share eine Sache ein bisschen gemein. Bei so einem Wings for Life Run kann man sagen, okay, die Straße ist immer die gleiche. Ja. Also weiß man so ungefähr, ja, der schafft schon 20 Kilometer. Dann weiß ich, das wird er auch laufen können wahrscheinlich an dem Tag. Dann gebe ich, sage ich ihm halt mal, okay, kriegst einen Euro pro Kilometer von mir. Dann weiß ich, ich habe ihm 20 Euro gespendet. Das wird er so ungefähr zusammenbekommen. Aber bei so einem Flying Share ist man ja total wetterabhängig. Und dann könnte ja sein, der eine sagt, hm, Wetter ist scheiße, dann kommt man 20 Kilometer weit. Wetter ist super, kommt er 200 Kilometer weit. Das ist ja, das ist ja richtig so ein bisschen Wabankspiel, wenn man da auch als Spender damit eintreten will.
Das stimmt, ja. Deswegen haben wir in unserer Spendenvorlage einfach auch mal so ein bisschen zumindest vorbeugend den Leuten zumindest als Idee mitgegeben, dass die Spender sowohl ein Minimum angeben können als auch ein Maximum angeben können, um sich irgendwie da ein bisschen abzusichern. Letztes Jahr hatten wir monstermäßig Glück und hatten saugeiles Wetter. Und da war wirklich der Fall, dass jemand, glaube ich, irgendwas bei, ich weiß gar nicht, wie viel Euro pro Kilometer zusammen hatte und nachher viel mehr geflogen ist, als sie dachte. Und über 1500 Euro allein eine Person erflogen hat. Das war ziemlich Wahnsinn. Ja, das stimmt. Das ist an der Stelle ein bisschen schwieriger einschätzbar für die Spende als bei zum Beispiel Wings for Life Run. Was ich aber sehr cool daran finde, ist, dass es eben grundsätzlich komplett egal ist, ob man jetzt Streckenflug -Einsteiger ist oder erfahrenster Wettkampfpilot.
Und so schaut es auch gerade aus bei unseren Teilnehmenden. Wir haben totale Einsteiger dabei und Leute, die, was weiß ich, wie viel 200 da schon geflogen sind, dass es im Endeffekt jeder was dazu beitragen kann. Und dann sagt man halt seinem Spender, ich fliege an einem guten Tag 10 Kilometer oder 20. Und der andere sagt, ich fliege 100. Und entsprechend werden die dann auch irgendwie Cent oder Euro pro Kilometer da angeben. Das gefällt mir eigentlich gerade auch an dem Konzept.
Das Ganze hat ja im vergangenen Jahr schon mal stattgefunden. Da hast du gesagt, da wären 8000 Euro zusammengekommen. Welche Erfahrung hast du sonst bei diesem Event so gemacht, wie war das vor Ort dann?
Naja, auch da ist es uns von unserer Seite wichtig und ich glaube, andersrum melden sich vielleicht auch dann solche Leute an, die sowas mögen. Es ist uns halt auch wichtig, dass ja, Fliegen im Vordergrund steht, aber eben auch die Gemeinschaft nicht zu kurz kommt. Auch bei Fly &Share haben wir einen Bring &Share -BBQ, wo wir wirklich an 10 Grills am Landeplatz sitzen und einfach miteinander über ein Fliegerthema ins Gespräch kommen mit den Referenten gemeinsam. Wir haben einen Pilots Dinner, wo alle zusammensitzen. Wir werden am ersten Abend wieder Lagerfeuer machen und entsprechend habe ich es auch erlebt. Also einfach ein Miteinander, ein Voneinander lernen, da darf man sich gegenseitig fragen und das ist dann was, also da geht mir das Herz auf. Das macht mir einfach total Spaß, weil ich finde es auf beiden Seiten schön.
Es ist total schön, Wissen weiterzugeben und auf der anderen Seite ist es auch total schön, wenn ich einfach eine Atmosphäre erlebe, wo ich auch fragen darf, glaube ich und was einfach für mich mitnehmen kann. Und das ist uns für Fly &Share wichtig und ohne die Teilnehmer wird das nicht gehen. Und ich erlebe es aber so, dass die Teilnehmenden das auch einfach so mitgestalten.
Lass uns mal ein bisschen das Thema wechseln, obwohl es eigentlich nur so ein bisschen ist. Lass uns auch über das Fliegen reden und gerade über das Streckenfliegen. Du bist ja da, ich sag mal, auch schon ein ziemlich erfahrener und erfolgreicher Streckenflieger. Im vergangenen Jahr bist du mal 268 Kilometer FAI -Dreieck geflogen, also was auch schon zeigt, da muss einer schon fliegen können, um das zusammenzukriegen. Wenn es jetzt darum geht, Dinge weiterzugeben, wenn jetzt einer bei so einem Event zu dir kommt und sagt, hey Timon, wie kann ich zu einem guten Streckenflieger werden? Was erzählst du dem dann?
Gute Frage. Mach es anders, als ich es gemacht habe, würde ich ihm wahrscheinlich sagen, weil ich persönlich, wie gesagt, total sofort vom Streckenfliegen angefixt war und dann auch nichts anderes gemacht habe. Kein Sicherheitstraining, nie einen Klapper gezogen, gar nichts. Und dann irgendwann mal vor fünf Jahren auch ziemlich übel erwischt wurde.
Was
heißt ziemlich übel erwischt? Was ist da passiert?
Einfach ein Schnalzklapper, falsch reagiert, Schirm abgerissen, Schirm weit hinter mir, Angst bekommen, Schirm anfahren lassen und dann war der Schirm halt mal ganz unter mir und ich bin an der Kappe vorbeigeflogen und habe sie noch mit der Hand weggeschlagen. Also so ein mittelschönes Erlebnis, was mich dann auch erst mal mental wirklich ein, zwei Jahre sehr zurückgeworfen hat, wo ich dann nur noch wenig im Beschleuniger geflogen bin, schissiger unterwegs war. Und deswegen sage ich den Leuten auf jeden Fall, ihr braucht nicht direkt irgendwie einen heißen High -B oder C -Schirm. Es gibt mittlerweile so gute Schirme, die im Low -B -Bereich oder sogar High -A -Bereich sind. Macht was, nehmt Schirme, mit denen ihr euch erst mal wohlfühlt,
geht auf die Wiese, macht Groundhandling ohne Ende, meldet euch zum Sicherheitstraining an und das sind dann, glaube ich, wichtige Grundlagen, um dann auch wirklich stressfrei weit fliegen zu können. Und dann macht es mir natürlich auch, also nach diesen Sicherheitsaspekten, die, glaube ich, einfach eine wichtige Grundlage sind, macht es mir dann natürlich auch einfach Spaß oder läuten Dinge wie, wie fliege ich gute Linien, wie würde ich mit dem Wind Thermik zentrieren und so weiter zu geben. Und das Schönste ist dann, das war jetzt gerade vorgestern wieder so, wo ich hier eine ausführliche Geländeeinweisung für Greifenburg gemacht habe und mal das 80er -Dreieck da bis zur Stromleitung und über den Weißensee erklärt habe, wenn dann am nächsten Tag die Leute kommen und sagen, hey geil, ich bin heute das erste Mal zum Weißensee rübergekommen und das hat genauso geklappt mit dem Talsprung, wie ich das machen sollte.
Ja, das macht mir dann einfach auch wieder total viel Freude, ja.
Du hast gerade gesagt, im Zusammenhang mit deinem Fastunfall, sage ich mal, das war ein Unfall, aber aus dem du dann glimpflich wieder herausgekommen bist, da hast du gesagt, dass es dich dann trotzdem die nächsten zwei Jahre ziemlich zurückgeworfen hat. Wie bist du denn da wieder rausgekommen?
Ich habe mich dann wirklich endlich mal bei einem Sicherheitstraining angemeldet. Das hat mir schon, würde ich sagen, einiges geholfen, dass ich mich wohler gefühlt habe wieder und dann, ganz ehrlich, hat es auch wirklich einfach Zeit gebraucht. Also ich weiß nicht, ob ich da besonders schissig unterwegs bin oder das vielleicht auch einfach normal ist. Ja, es hat wirklich einfach Zeit gebraucht, bis ich mir selbst wieder auch mehr vertraut habe, zu mir selbst wieder mehr Selbstvertrauen aufgebaut habe. Auch dazu, dass, ja gut, der Schirm war damals sicher, das war eigentlich nicht schuld, sondern das war wirklich einfach mein Fehler. Ja, eigentlich wirklich wieder Selbstvertrauen zu mir selbst und genau, dem wieder Vertrauen zu schenken. Aber es ist auch so jetzt noch, es gibt auch Tage, wo ich einfach total im Flow bin.
Da merke ich, wow, heute bin ich irgendwie voll da und da glaube ich auch, oder da fühlt man sich dann vielleicht auch so, egal was jetzt kommt, ich bin jetzt einfach da, ich habe ein gutes Gefühl. Und dann gibt es auch Tage, wo ich kein gutes Gefühl habe, wo ich merke, ich bin irgendwie unsicher, oder nicht so ganz konzentriert, vielleicht sogar an mancher Stelle ein bisschen ängstlich und dann fliegt es sich auch nicht so gut oder vielleicht auch nicht mit viel Spaß.
Gibt es da Momente, kommen wir wieder zurück auf dein Glauben, wo du im Flug auch dann ins Zwiegespräch mit Gott gehst?
Ja, gibt es. Also ja, gibt es immer wieder, sowohl in den Momenten, wo ich mich total freue oder auch in den Momenten, wo ich mich total fürchte. Also gibt es beides, ja.
Und was sagst du dann oder betest du dann oder wie kann man sich das so vorstellen?
Ja, ich bete manchmal. Es gab auch schon mal Flüge, wo ich dann auf einmal im Flug, das war eher bei Freude, wo ich dann angefangen habe, irgendwas zu singen oder natürlich auch einfach, ich juble, wenn es einfach geile Momente gibt mit anderen oder auch einfach mit der Natur.
Und da gibt es jetzt kein, also da habe ich jetzt kein festes Ritual oder so, sondern das ist dann mal laut, mal einfach nur innen drin ein, boah, bitte lass mich hier wieder gut rauskommen oder natürlich auch mal mit das Gespräch mit sich selbst, auch sich selbst zu sagen, du jetzt komm mal runter, ist doch gar nicht so schlimm, ist ganz verschieden, ja.
Gibt es dann auch Momente, wo du dich als Pilot in irgendeiner Weise von Gott geborgen fühlst, dann auch in der Luft? Wo du meinst, wo du als Pilot wirklich von deinem Glauben in irgendeiner Weise profitierst?
Das ist eine gute Frage, ob ich da als Pilot von profitiere. Also wie ich ja schon mal gesagt habe, auf jeden Fall mit dem Gott als Gegenüber, dem ich auch einfach Danke sagen kann für schöne Momente. Aber ich erlebe es schon so, sowohl beim Fliegen als auch so im Leben, dass auch wenn ich Momente habe, wo es mir mit mir selbst oder eben auch beim Fliegen nicht gut geht, Gott so ein bisschen vielleicht wie so ein Kletterseil ist, also Kletterseil als was, was mir irgendwie auch beim Klettern Sicherheit gibt, aber auch Freiheit gibt, weil ich fest angehängt bin
und wenn ich falle, dann eben irgendwie auch in dieses sichere Seil reinfalle. Und das erlebe ich schon auch so. Also sowohl beim Fliegen als auch so im Leben, dass, wenn ich mich da an Gott wende, dass es was ist, was mir, wo ich dann Frieden erlebe oder runterkomme oder mich neu sammeln kann. Andere erleben das vielleicht für sich in Meditation oder sonst was. Ich erlebe es wirklich als eine große Freiheit und Freude, es in diesem Gegenüber mit Gott zu erleben.
Du hast jetzt immer wieder von besonderen Flugerlebnissen auch gesprochen. Welche besonderen Flugerlebnisse haben sich bei dir besonders im Gedächtnis irgendwie eingebrannt, wo du sagst, die ziehe ich auch immer so als Kraftquelle immer mal wieder heran?
Eigentlich zwei, die mir da immer spontan sofort entfallen. Das eine war eh bei einem Kränteflug oder Kräntetag, den wir vielleicht aus Optimismus oder was auch immer viel besser eingeschätzt haben, als er dann eigentlich war. Und im Defregental, also auf dem Rückweg vom ersten Wendepunkt, hatten wir total viel Gegenwand und es war total mühsam. Und dann kurz vorm Sprung zum Staller Sattel, haben wir überhaupt nirgendwo Höhe machen können. Und dann war ich Flügel an Flügel mit meinem besten Freund und plötzlich sticht ein Adlerpärchen raus, dreht auf und stürzt sich immer wieder in eine Herde von Gämsen rein. Und das war wirklich ein Moment, wo wir sofort komplett von Streckenflug und Punktesammeln umgeschaltet haben auf genial, was wir hier gerade erleben dürfen.
Das natürlich noch zu zweit zu erleben mit jemand anders, wo man sich das nachher darüber austauschen kann, das hat es nochmal ganz besonders gemacht. Und die Adler haben uns dann sogar wirklich noch die Thermik gezeigt, um wieder beim Staller Sattel übrigens zu kommen, das war dann auch super. Das war ein wunderschönes Erlebnis und vielleicht ein zweites noch. Auch wieder Streckenflug, in dem Fall vom Goldeck hier bei uns in Kärnten und ich bin direkt in Greifenburg abgesoffen und habe mir dann nur vorgenommen, wieder nach Hause zu fliegen, nach Villach. Da muss man nach Osten fliegen und da haben wir häufig einen sehr starken Osttalwind. Und kurz vor Villach kommt nochmal so ein großer Brocken, wo ich mir eigentlich sicher war, keine Chance, da vorbeizukommen. Es war komplett abgeschattet. Und dann habe ich da das erste Mal einen Kehrwassereffekt wirklich erleben dürfen und bin im Lee von diesem großen Berg butterweich mit einem riesigen Schwarm Schwalben aufgedreht und konnte dann über den Berg nach Hause fliegen.
Und das sind so Erlebnisse, das gibt keine Punkte, kein Nichts, aber die einfach hängen bleiben. Da gibt es sicherlich noch ein paar mehr, aber das sind so zwei, die mir einfach immer wieder, an die ich mich gerne zurückerinnere.
Sind das für dich dann auch so richtig spannende Erlebnisse, spirituelle Momente?
Manchmal. Manchmal freue ich mich einfach für mich. Manchmal ist es vielleicht auch relativ ähnlich da für mich in der Beziehung zu Gott, wie ich sie schon bezeichnen würde, wie auch zu anderen Menschen, zu Freunden, Bekannten, meiner Frau. Das ist mal richtig, richtig intensiv und da kann man gar nicht anders, als das jetzt gerade mit der Person oder in dem Fall Gott zu teilen. Und mal freut man sich einfach selbst dran. Wenn es mir kommt oder wenn es gerade passt, dann erlebe ich das auch als sehr spirituelle Momente. Manchmal sind es auch einfach Momente, wo ich einfach mich freue für mich selbst und einfach da bin.
Mir ist jetzt gerade noch mal eine Frage zu Paradise gekommen. Hast du da auch schon mal erlebt, also auch ablehnende Haltung von Fliegern erlebt, wo dann irgendwer kommt und sagt, bleib mir weg mit Religion oder was will jetzt Kirche hier noch, was wollen die jetzt noch in meinem Gleitschirmhobby da raus? Wo kann ich jetzt Raum einnehmen und stelle hier ihr Zelt an meinen Landeplatz auf oder sowas?
Aus der Gleitschirmszene wirklich so, dass die Leute auf uns zugekommen wären, bisher noch gar nicht.
Einmal gab es mit dem Drachenflieger ein bisschen Stress, aber das hatte mehr andere Gründe. Also hat jetzt nichts oder zumindest von dem, wie er es formuliert hat, hatte das jetzt nichts mit dem zu tun, dass wir jetzt irgendwie von Kirche oder sonst was kommen.
Vielleicht auch deswegen, weil es uns wichtig ist und wir das auch so leben und die Leute es glaube ich auch so erleben, dass wir halt eben nicht dahin kommen, um die Leute zu bekehren oder ihnen jetzt mit dem Wassereimer hinterher zu laufen, um sie zu taufen, sondern weil uns halt wirklich einfach wichtig ist, a Mehrwert zu sein in der Szene und b Raum für Gemeinschaft zu schaffen. Und ich glaube und hoffe, das kommt rüber.
Und entsprechend, wir waren auch sehr gespannt, aber entsprechend, wie gesagt, zumindest ist bisher noch niemand auf uns zugekommen und hat gesagt, was macht ihr denn da, was soll das denn?
Nun hast du ganz am Anfang auch mal erwähnt, dass du dieses Thema Fluglehrer, dass das in der letzten Zeit auch wieder aktueller geworden wäre für dich. Ist das eine Option, wo du sagst, ich könnte ja einen Fluglehrer machen und dann verbinde ich quasi Paradise oder so ein Projekt wie Paradise mit einem Fluglehrer -Dasein, mache also in wie auch immer auch Glaubensbeziehungen, also lass das da in Ausbildungs - oder Reisegeschichten oder sonst was mit reinfließen.
Genau, das ist gerade so ein bisschen die Idee oder die neue Vision, an der wir rumdoktern, ob sie Realität werden wird, das wissen wir noch nicht. Aber gerade ist die Idee wirklich, eventuell Fluglehrer zu machen, vielleicht sogar eine Flugschule mitzugestalten, neu aufzumachen oder zu übernehmen oder wie auch immer. Und dann eben vor allem auch, Reisen anzubieten, die eben ein bisschen anders sind. Also wir können zum Beispiel sehr gut vorstellen, mal Reisen wirklich nach Nepal anzubieten, wo man natürlich fliegen geht, aber auch die Projekte vor Ort zum Beispiel kennenlernt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, sowas wie Hike and Fly mit einer Art Pilgern irgendwie mit dabei. Und was uns auch vorschwebt, ist halt, dass es in diesem Raum, der jetzt mal nur bisher nur in unseren Köpfen besteht,
es Seminarräumlichkeiten gibt, Flugschulräumlichkeiten gibt, aber eben auch Meditationsräumlichkeiten gibt, es auch die Möglichkeit gibt, als Gast einfach auch in Nichtfliegerzeit oder Währenfliegerzeit vor Ort mit dabei zu sein, mitzuleben. Ja, also Paradise irgendwie zumindest in den Randmonaten, um die Kernmonate im Sommer herum eine Verortung zu geben. Wie gesagt, das sind gerade mal wirklich nur Spinnereien. Ob das wirklich was wird, das sehen wir dann mal in ein paar Jahren.
Okay Timon, zum Abschluss darfst du mich noch mal über eine andere Sache aufklären. Bitte. Ich habe mir deinen Facebook -Account angeguckt und da steht bei deinem Namen ein seltsamer Zusatz. Da ist nicht Timon Weber, sondern da steht noch Timon Ralezzazzi Weber.
Richtig, ja.
Was bedeutet Ralezzazzi oder woher kommt das? Was ist das?
Ralezzazzi ist Setswana, die Sprache der Ureinwohner von Botswana oder nicht Ureinwohner, sondern der, ja, Amtssprache ist mittlerweile Englisch, aber Setswana sprechen auch noch viele, und heißt Mann der Sonne. Jetzt könnte man sagen, wow, das ist ja irgendwie ein tolles Attribut. Es wurde mir aber nur verliehen, weil die damals bei meinem freiwilligen sozialen Jahr, was ich da unten gemacht habe, mich ein paar Leute für bescheuert gehalten haben, weil ich mitten in der prallen Sommer -Mittagssonne eine Schaukel aufgebaut habe. Und deswegen habe ich damals diesen Beinamen bekommen. Ich habe ihn damals bei Facebook mit dazu getan und irgendwie noch nie wieder gelöscht. Das ist die kleine Hintergrundgeschichte dahinter.
Mann der Sonne, weil du eine Schaukel aufgebaut hast. Aber fliegen warst du damals nicht in Botswana, oder doch?
Doch, ich war sogar auch in Botswana fliegen. Da ist direkt neben Gaboroni, also der Hauptstadt, ist ein kleiner Hügel.
Aber das ist jetzt, sage ich mal eher, da kann man froh sein, wenn man halt heil runterkommt. Und dann war ich in Südafrika, sowohl in Deaar, da in der Wüste, und auch in einem kleinen Nationalpark war ich fliegen, ja.
Aber das Ralezzazzi -Mann der Sonne? Bezog sich dann nur auf der Schaukel aufstellen und nicht, weil du aus der Sonne herangeflogen kamst.
Leider kann ich da jetzt keine. Es ist leider wirklich einfach das Arbeiten in der Mittagssonne, was mir diesen Namen eingebracht hat.
Auf jeden Fall bist du einer, der viel Schweiß auf sich nimmt, um Sachen auch anzuschieben. Von daher, Timon, klasse. Vielen Dank für deine Erzählung. Tolles Projekt, was du da machst mit Paradise und vor allem auch dieses Fly and Share. Ich hoffe für dich, aber auch für die Leute in Nepal und sonst was, dass das viel Anklang findet. Und vielleicht ja auch in den nächsten Jahren immer bekannter wird. Und dass dann wirklich so was wie so ein Wings for Life, dann halt so ein Fly and Share auch eine viel größere Gefolgschaft oder wie man auch immer das nennen will, dass das vielleicht sogar ein großes internationales Projekt werden könnte. Die Idee zumindest ist ja eine gute, die nur unterstützenswert ist. Genau. Hoffe ich mal, dass es dahin kommt.
Ich auch. Wir auch.
Klasse für dich, dass du so was anschiebst. Vielen Dank.
Vielen Dank dir.
Das war die Folge Nummer 61 von Podz-Glidz mit Timon Weber im Gespräch mit Lucien. Wenn du noch mehr über den Verein Paradise und das Spendenprojekt Fly and Share erfahren willst, so findest du in den Shownotes zu dieser Podcast -Folge auf Lu-Glidz die zugehörigen Links. Hat dir diese Folge gefallen? Auf Lu-Glidz oder Soundcloud findest du noch viele weitere Folgen von Podz-Glidz. Sie stehen auch in bekannten Audio -Katalogen wie Spotify, iTunes, Google Podcasts etc. Du kannst Podz-Glidz einfach im Podcatcher deiner Wahl abonnieren. Als Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz hilfst du übrigens mit, dass ich dir auch in Zukunft weitere Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens präsentieren kann. Die Höhe deines Förderbeitrags kannst du völlig frei wählen.
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