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69. Unterm Vulkan - Roger Frey

// Roger Frey, Lucian Haas · 2021-11-12 · 01:03:08 · original episode

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[show notes]
Roger Frey lebt auf La Palma. Drei Kilometer von seinem Haus entfernt brodelt seit Wochen ein Vulkan. Die Lava begräbt ganze Orte, aber auch Fliegerträume. +++ Stell Dir vor, Du lebst auf einer schönen Urlaubsinsel. Du betreibst eine Flugschule und bietest einen Flug-Guide-Service an. Du freust dich auf die anstehende Saison, wenn wieder viele Winterflüchtlinge aus dem kalten Europa zu Dir kommen. Und dann bricht unweit Deines Hauses ein Vulkan aus. So ist es Roger Frey ergangen. Der 60-jährige Schweizer lebt seit 16 Jahren auf La Palma. Er ist ein ausgewiesener Kenner der besonderen Wetterverhältnisse auf der Insel. Vor Ort ist er der wichtigste Ansprechpartner für Gleitschirmpiloten, die dort sicher fliegen wollen. Doch in diesem Winter werden seine Kunden wohl ausbleiben. Seit Wochen fließen aus neuen Kratern am Höhenzug der Cumbre Vieja auf La Palma Lavamassen übers Land, begraben ganze Orte unter sich. Und ein Ende ist nicht abzusehen. In dieser Folge 69 von Podz-Glidz erzählt Roger, wie es ist, mit einem unablässig fauchenden Vulkan in der Nachbarschaft zu leben. Wie Momente der Faszination sich mit nervtötender Hilflosigkeit ablösen, wenn dieses zerstörerische Naturphänomen ganze Landschaften unter sich begräbt und vielen Menschen alles nimmt, was sie besaßen. Natürlich sprechen wir auch über das Gleitschirmfliegen auf La Palma – und seine Besonderheiten. Derzeit sind die Flugregionen zwar gesperrt. Aber Roger rechnet fest damit, dass die Flieger wiederkommen, sobald der Vulkan sich beruhigt hat. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Acoustic Guitar #1 | Artist: Audionautix Acoustic Guitar #1 von Audionautix unterliegt der Lizenz Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung 4.0". https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Künstler: http://audionautix.com/ +++

[transcript]

0:01Roger Frey

Ich habe eine Flugschule. Die Flugschule war vor dem Vulkanausbruch 15 Minuten von meinem Haus entfernt mit dem Auto. Das letzte Mal, als ich unten war, habe ich fünf Stunden gebraucht. Im Moment ist das ganze Gebiet evakuiert, also auch dort, wo die Flugschule ist. Und wir haben jetzt bis Ende Jahr alles absaugen müssen.

0:32Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:34Roger Frey

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

0:38Lucian Haas

Heute mit Roger Frey und Lucian Haas am Mikrofon.

0:44Lucian Haas

Stell dir vor, du lebst auf einer schönen Urlaubsinsel. Du betreibst eine Flugschule und bietest einen Flug -Guide -Service an. Du freust dich auf die anstehende Saison, wenn wieder viele Winterflüchtlinge aus dem kalten Europa zu dir kommen. Und dann bricht unweit deines Hauses ein Vulkan aus. So ist es Roger Frey ergangen. Der 60 -jährige Schweizer lebt seit 16 Jahren auf La Palma. Er ist ein ausgewiesener Kenner der besonderen Wetterverhältnisse auf der Insel. Vor Ort ist er der wichtigste Ansprechpartner für Gleitschirmpiloten, die dort sicher fliegen wollen. Doch in diesem Winter werden seine Kunden wohl ausbleiben. Seit Wochen fließen aus neuen Kratern am Höhenzug der Cumbre Vieja auf La Palma Lavamassen übers Land, begraben ganze Orte unter sich. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

1:31Lucian Haas

In dieser Folge 69 von Podz-Glidz erzählt Roger, wie es ist, mit einem unablässig fauchenden Vulkan in der Nachbarschaft zu leben. Die Momente der Faszination, sich mit nervtötender Hilflosigkeit ablösen, wenn dieses zerstörerische Naturphänomen ganze Landschaften unter sich begräbt und vielen Menschen alles nimmt, was sie besaßen. Natürlich sprechen wir auch über das Gleitschirmfliegen auf La Palma und seine Besonderheiten. Derzeit sind die Flugregionen zwar gesperrt, aber Roger rechnet fest damit, dass die Flieger wiederkommen, sobald der Vulkan sich beruhigt hat. Wenn dir dieser Podcast gefällt, dann kannst du meine Arbeit daran auf unterschiedlichste Weise unterstützen. Du kannst helfen, Podz-Glidz bekannter zu machen. Zum Beispiel, indem du den Podcast in Gesprächen mit Fliegerfreunden oder via Social Media weiterempfiehlst.

2:20Lucian Haas

Natürlich kannst du Podz-Glidz und den zugehörigen Blog Lu-Glidz auch finanziell unterstützen. Wie du ganz einfach und ohne jede Verpflichtung zum Förderer werden kannst, erfährst du auf der Website von Lu-Glidz. Und zwar dort auf der Seite Fördern. Bevor es jetzt losgeht, noch ein letzter Hinweis. Im Podcast ist immer wieder ein tiefes Grummeln im Hintergrund zu hören. Das ist der Vulkan, der auch die Aufzeichnung dieses Gesprächs mit seinem Sound untermalt hat.

2:54Lucian Haas

Roger, was macht der Vulkan?

2:57Roger Frey

Ja, der ändert täglich sein Gesicht. Also der hält uns jetzt schon über sechs Wochen in Atem. Und heute ist er sehr laut. Laut. Wie kann man sich das vorstellen? Grummelt das die ganze Zeit

3:11Lucian Haas

oder was hört man da?

3:13Roger Frey

Du kannst dir das so vorstellen, als ob in Hausnähe ein Düsenflugzeug auf Volldampf laufen würde und dann ab und zu so Wellen reinkommen. Also es wird mal ein bisschen lauter und wieder ein bisschen leiser und dann manchmal knallt es auch. Also er hält uns wieder in Atem. Und wie laut ist

3:32Lucian Haas

sowas? Also wirklich, weil du sagst jetzt Düsenjet, ist das so laut wie so ein Düsenjet oder ist das nur als würdest du sagen, okay irgendwo in zehn Kilometer Entfernung ist so ein Flughafen und den höre ich jetzt halt?

3:42Roger Frey

Ne, es ist wirklich laut wie ein Düsenjet. Das Haus ist in der ersten Linie, die nicht evakuiert wurde. Ich bin nördlich des Vulkans und das Ding ist drei Kilometer von meinem Haus aus ausgebrochen. Also das ist verdammt nah. Und wenn du auf den Balkon trinkst, guckst du dann direkt auf den Vulkan? Zum Glück nicht. Also jetzt bei meinem Büro habe ich ein Fenster, das guckt zwar in die Richtung des Vulkans, aber da ist zum Glück vorher noch eine Garage. Also ich muss ihn nicht täglich sehen. Du willst ihn auch gar nicht sehen. Also ständig sehen. Ne, ich mache täglich Aufnahmen, stelle die auch ins Netz. Ich sehe ihn täglich, aber ich habe genug Vulkane.

4:28Roger Frey

Mich würde es nicht stören, wenn er morgen aufhören würde.

4:31Lucian Haas

Okay, jetzt ist er schon über 40 Tage dran. Ist das so wirklich, dass man sagt, eigentlich sind alle genervt davon jetzt?

4:40Roger Frey

Ja, also man merkt, die Leute sind, die Haut wird dünn, Leute sind ein bisschen genervt. Das passiert halt auch viel. Wir haben über 7000 Leute evakuieren müssen, die sind bei Freunden zum Teil untergekommen, suchen immer noch Wohnungen und Wohnraum und das sind dann halt einfach psychologische Belastungen, die da sind. Dann haben wir Erdbeben, laufend. Also ich finde das jetzt nicht sehr schlimm, aber es kommt immer darauf an, wie man gebaut ist. Wenn das Haushalt wackelt, das findet niemand lustig und da bekommen auch viele eigentlich Angst. Und so dieser Mix von der Ungewissheit, das belastet

5:20Lucian Haas

schon. Wenn es so Erdbeben gab, was heisst das für dich? Springst du dann immer schnell aus dem Haus raus, damit dir nicht die Decke auf den Kopf fällt? So schlimm ist

5:29Roger Frey

es nicht und die Erdbeben sind auch relativ kurz. Man soll nicht aus dem Haus springen, das ist mal das erste, dass dir nicht ein Ziegel auf den Kopf fällt, aber du hättest auch gar keine Zeit. Also das rumpst, das schüttelt einen kurzen Moment und meistens in einer Sekunde ist das durch. Aber mit

5:50Lucian Haas

den ganzen Geräuschen und sowas, wo du sagst, der Vulkan prägt im Grunde deinen ganzen Tag und wahrscheinlich auch die Nacht.

5:56Roger Frey

Kannst du überhaupt schlafen? Ich kann gut schlafen. Letzte Nacht ist die erste Nacht, wo ich zweimal wegen Erdbeben erwacht bin. Also sonst schlafe ich eigentlich durch. Aber ich merke, ich schlafe oberflächlicher wie vorher. Also man ist den ganzen Tag irgendwie noch ein bisschen müde. Hast du dann Ohrstöpsel drin, um dieses Fauchen von dem Vulkan quasi raus zu drängeln? Ich habe zum Glück das Haus renoviert vor ein paar Jahren und habe sehr, sehr gute Fenster reingemacht. Also ich kann zumachen und dann höre ich einfach noch sein Background brummen und da kann man sich dran gewöhnen. Wenn du jetzt

6:27Lucian Haas

täglich vor das Haus trittst und dann immer siehst, der faucht jetzt immer noch. Was empfindet man dabei? Ist das auch so, dass du mal sagst,

6:38Lucian Haas

einfach nur Demut? Oder was sind das für Gefühle?

6:42Roger Frey

Ich kann es vielleicht am besten beschreiben, die ganze Spannweite. Wenn man in der Nacht auf den Vulkan guckt, wenn wir Passatlage haben und die Wolken weggeblasen werden, dann sieht man diesen Vulkan einfach. Er ist irgendwie faszinierend, hat auch eine gewisse Ästhetik. Wenn ich dann aber den Kopf ein bisschen Richtung Meer drehe, ist dort, wo ich früher eigentlich Dörfer und Häuser und alles Mögliche gesehen habe, ist nur noch schwarz. Das ist ein Riesen -Lava -Feld, das sich da aufgetan hat. Es gibt die ganze Bandbreite von Faszination und der gewissen Ästhetik und dem Leid, das hier die Leute erfahren haben mit dem Vulkan. Da ist einfach alles drin. Ein bisschen ein komisches Gefühl fast.

7:24Lucian Haas

Du hast vorhin gesagt, 7000 Leute sind jetzt nicht in ihren Häusern. Ich meine, viele Häuser wurden ja auch zerstört. Wie viele von den 7000 sind eigentlich so, dass sie sagen, die haben wirklich Haus und Hof und Grund verloren, weil da jetzt die Lava drüber ist?

7:37Roger Frey

Also, es gibt da unterschiedliche Angaben. Der Copernicus -Satellit, der zählt Gebäude. Da sind es zweieinhalbtausend. Aber Gebäude heißt Strukturen. Also ein Haus mit einem Pool und einer Garage zählt aus drei Gebäuden. Wirklich zerstört sind es mit Zahl gestern, ich muss da schnell gucken, sind es etwas über 1000. Also 1100 wirklich Wohnhäuser. Das ist für eine Insel mit 82.000 Einwohnern extrem viel.

8:09Lucian Haas

Da ist aber auch ja das Land im Grunde verloren gegangen, weil da ist jetzt einfach Lava drauf. Man könnte nicht einfach sagen, an die Stelle baue ich wieder mein Haus zurück, wenn der einmal aufhört. Sondern man muss wirklich sagen, da liegt jetzt so ein Stück irgendwann erkalteter Stein, mit dem man aber erstmal nicht viel anfangen kann. Also auch das Land ist ja auch erstmal als Land als solches verloren. Oder sehe ich das falsch?

8:29Roger Frey

Das siehst du völlig richtig.

8:34Roger Frey

Ein Bekannter, der auch das Haus verloren hat, hat klipp und klar gesagt, schau, wenn mir das Haus abgebrannt wäre, dann hätte ich noch das Land. Dann könnte ich wieder von vorne anfangen. Aber mit zehn Metern Lava auf dem Grundstück kannst du eigentlich im Moment nichts machen. Oder man kann schon was machen, aber es dauert deutlich länger natürlich.

8:51Lucian Haas

Und hast du das bei vielen Leuten gesehen? Du bist drei Kilometer selber auch von diesem Vulkan entfernt. Musst du selber auch fürchten, dass Lava zu dir kommen könnte? Oder bist du so an einem Hang gelegen, dass du sagst, der Vulkan wird immer, alles was er ausbricht, wird immer Richtung Meer irgendwie fließen, aber bei mir gar nicht ankommen?

9:10Roger Frey

Also wenn sich die Situation nicht grundlegend ändert, das heisst, wenn der Vulkan dort bleibt, wenn es nicht einen zweiten Vulkan gibt, dann ist mein Haus im Moment in Bezug auf fließende Lava nicht in Gefahr. Die Lava fließt nach Westen. Ich bin im Norden des Vulkans. Der Vulkan hat den Konus auf etwa 1000 Meter über mir. Mein Haus steht auf 600 Meter. Also das reicht einfach vom Gefälle und von der Lage und von allem nicht aus. Also die Lava wird nach Westen fließen. Aber es kann natürlich sein, dass sich grundlegend was ändert noch. Das ist nicht auszuschliessen.

9:44Lucian Haas

Der Vulkan könnte an einer anderen Stelle auch noch mit Lava rauskommen und dann sagen, das ist dann viel näher an deinem Haus, beispielsweise.

9:50Roger Frey

Das ist theoretisch möglich. Das ist ein zweiter Vulkan, dass sich ein zweiter Vulkan bildet. Wenn der Druck zu groß wird im System, wir haben im Moment zwei Magmakammern, unten unter der Insel. Die eine zwischen 10 und 15 Kilometern und die zweite auf etwa 35 Kilometer Tiefe. Wenn dort zu viel reinfließt, das vorne nicht rausfließen kann, ist es theoretisch möglich oder auch praktisch, dass sich diese Magma, die dann hochdrückt, einen neuen Weg sucht. Hast du da

10:21Lucian Haas

auch de facto wirklich jetzt auch Angst, dass du sagst, ich könnte hier wirklich auch mein eigenes Haus verlieren oder verdrängt man so etwas? Ich sehe jetzt, das ist jetzt da hinten, ich bin eigentlich noch safe.

10:35Roger Frey

Also ich bin halt nicht so der extreme Emotionale. Ich schaue das etwas wissenschaftlich an und die Wahrscheinlichkeit, dass es noch weiter Richtung Norden geht, ist deutlich kleiner, weil der Weg länger ist. Also die Magmakammern sind südlich des Vulkans gelegen und wenn die einen neuen Weg suchen, Physik ist der Weg des geringsten Widerstandes, wenn das noch drei, vier, fünf Kilometer weiter Richtung Norden geht, dann ist es fast ausgeschlossen. Also ich bin eigentlich ganz ruhig. Aber

11:04Lucian Haas

wenn ich das richtig sehe, hast du ja zumindest dann doch schon etwas verloren, weil letzten Endes hast du auf gewisse Weise deinen Job verloren, den du hastest. Du arbeitest als Gleitschirmguide auf La Palma und wenn ich es richtig sehe, ist wahrscheinlich diese ganze Saison, die klassische Wintersaison auf La Palma wahrscheinlich durch den Vulkan vollkommen gelaufen. Da hast

11:27Roger Frey

du absolut recht. Also ich bin flüsterig,

11:29Lucian Haas

ich bin

11:29Roger Frey

Fluglehrer, ich habe eine Flugschule. Die Flugschule war vor dem Vulkanausbruch 15 Minuten von meinem Haus entfernt mit dem Auto. Das letzte Mal, als ich unten war, habe ich fünf Stunden gebraucht. Das aber mit Polizeikontrollen, Begleitung und allem Möglichen. Im Moment ist das ganze Gebiet evakuiert, also auch dort, wo die Flugschule ist. Und wir haben jetzt bis Ende Jahr alles absagen müssen. Also November, Dezember haben wir abgesagt. Ob im Januar was möglich ist, das werden wir gucken. Also ich muss halt zuwarten.

12:06Lucian Haas

Für alle, die dich jetzt noch nicht so kennen. Du sagst Flugschule auf La Palma. Was bietest du dort eigentlich genau an? Kann man dort wirklich auch sagen, ich will als Flugschüler ohne Flugerfahrung zu dir kommen und lerne das dann auf La Palma? Oder was ist das, was du dort anbietest?

12:20Roger Frey

Nein, das machen wir eigentlich nicht. Wir haben auch eine Flugschule. Wir bilden auch Leute aus, aber die Ausbildung bei uns dauert extrem lange. Also wenn ein Flugschuler da ist, weil wir halt komplexe Wetterbedingungen haben, dauert eine Ausbildung ungefähr ein Jahr. Also wir können das nicht Leuten anbieten, die hier in den Urlaub kommen. Da wollen wir seriös sein und bleiben und darum muss man hier eigentlich den Wohnsitz haben. Dann das Zweite ist, wenn wir ausbilden, wir haben keine Ausbildungserlaubnis, um nach DHV -Richtlinien zu schulen, weil wir einfach die Auflagen nicht erfüllen können. Also wenn wir ausbilden, dann würden wir nach Schweizer Richtlinien schulen. Ich bin auch Schweizer Fluglehrer oder nach spanischen Richtlinien. Das heisst, eine Prüfung müsste man hier in Spanien machen oder dann in der Schweiz.

13:08Roger Frey

Aber das machen wir eigentlich nicht, weil es zu kompliziert ist. Also wir bilden eigentlich Weiterbildung an. Dieser Guideservice, den wir entwickelt haben, der richtet sich an Piloten, die schon Erfahrung haben. Also nicht prüfungsreif, sondern geprüft sind und auch schon

13:25Roger Frey

und wir bilden die weiter mit Meteorologie. La Palma ist wunderbar, um da wirklich ganz, ganz viel zu erklären, weil es ein Mikrokosmos ist. Und wir begleiten auch die Leute, weil wir hier im Lee fliegen. Das ist eine spezielle Geschichte. Das kann man hier ganz safe machen. Die Thermik hier im Lee ist super sanft und schön zum Fliegen. Aber das Wetter kann sich sehr schnell verändern und dann sind wir mit allen unseren Piloten in Kontakt und würden das denen auch mitteilen, dass sie dann landen gehen würden.

13:55Roger Frey

Das ist ein riesiges Paket, das wir haben.

13:56Lucian Haas

Über das besondere Inselwetter würde ich gleich später auch noch mal gerne mit dir ein bisschen reden. Bleiben wir erstmal noch mal bei der Flugschule. Wie bist du überhaupt als Schweizer dazu gekommen, auf La Palma eine Flugschule zu eröffnen?

14:10Roger Frey

Also ich bin als Schweizer dazu gekommen, zuerst mal nach La Palma zu gehen. Also ich hatte einen Job in der Pharmaindustrie und habe dann irgendwann einmal gesagt, ich mache jetzt ein Sabbatical, ich steige jetzt mal aus, mache was anderes.

14:26Roger Frey

Dann habe ich mich hingezogen und dann eben einmal kam der Gedanke, dass ich mein Hobby zum Beruf machen könnte und wurde dann erst Fluglehrer. Also ich habe dann die Ausbildung zum Fluglehrer gemacht, weil ich gesagt habe, ich könnte hier so etwas anbieten, also so einen Guideservice, weil ich gedacht habe, oder relativ schnell realisiert habe, dass das Bedürfnis da ist, weil die Insel halt sehr komplex ist. Aber ich wollte das nicht als Pilot machen, sondern ich habe gesagt,

14:56Roger Frey

ich will das zum Fluglehrer machen, habe den Schweizer Fluglehrer abgeschlossen und danach noch den deutschen Fluglehrer gemacht, um einfach auch die fachliche Kompetenz dann zu haben, dass das Produkt auch gut ist.

15:06Lucian Haas

Und warum jetzt gerade La Palma? Ich meine, du hast gesagt, du hattest da schon ein Haus, das ist so, aber was reizt einen, auf La Palma fliegen zu gehen und da dann auch Guideservice anzubieten? Ich bin vor

15:19Roger Frey

fast 30 Jahren zum ersten Mal nach La Palma gekommen, um Gleitschirm zu fliegen.

15:25Roger Frey

Ein Freund von

15:26Lucian Haas

mir hat... Gab es damals denn überhaupt schon eine Infrastruktur auf der Insel? Nein. Um sowas zu machen oder war das absolut wild und du konntest hingehen und sagen, ich starte mal hier und probiere das mal aus?

15:37Roger Frey

Das war absolut wild. Es gab an der Krippe noch keinen Startplatz. Wir haben Startplätze selber gesucht und dann ausprobiert.

15:44Roger Frey

Man musste sich auch zu der Zeit noch ein bisschen nach dem Material richten. Also die Gleitzahlen waren nicht so gut. Man konnte da nicht überall starten.

15:55Roger Frey

Wir haben alles selber ausprobiert. La Palma ist für einen Schweizer so, man hat alles ein bisschen auf einer kleinen Insel. Man hat die Berge.

16:09Roger Frey

Das ist etwas, was mich sehr fasziniert hier eigentlich an der Insel. Die Landschaft ist wunderschön. Wenn ich gerade einen Vulkan spucke. La Palma hat mich vom ersten Moment an eigentlich fasziniert, weil es auf sehr, sehr kleinem Raum viele Berge hat, sehr steil ist. Die Natur ist hier sehr eindrücklich und gewaltig. Jetzt mit dem Vulkan noch gewaltiger. Beim ersten Mal, als ich auf diese Insel kam, habe ich eigentlich schon mein Herz hier gelassen. Wie hoch sind die Berge auf La Palma? Was

16:42Lucian Haas

ist so das Höchste?

16:43Roger Frey

Der höchste Berg ist 2426 Meter hoch, der Muchacho. Die Insel ist klein. Sie ist nur 48 Kilometer lang. Im breitesten Punkt etwa 25 Kilometer breit. Also eine relativ kleine Insel. Sie ist in Bezug auf diese relativ starke Anhörung eine der steilsten Inseln der Welt. Ist

17:04Lucian Haas

das so ähnlich wie Madeira? Von der Vorstellung, dass es auch sehr steile Küstenbereiche dann immer gibt und so?

17:09Roger Frey

Ja, genau.

17:10Lucian Haas

Ähnlich wie Madeira. Nun ist das ja fürs Fliegen nicht gerade so einfach, weil man sagt, okay, man hat immer steile Küstenbereiche, wahrscheinlich auch wenig Bereiche, wo man vernünftig landen kann und sowas. Warum wählt man sich gerade sowas aus, um zu sagen, okay, da mache ich dann auch noch eine Flugschule und biete da Guideservice an?

17:30Roger Frey

Meine Idee war, ich wollte nach La Palma kommen. Ich wollte mal hier ein Jahr verbringen. Ich bin dann hier geblieben. Das war so die Grundstruktur. Ich hatte mein Haus, mein Grundstück.

17:46Roger Frey

Mein Hobby zum Beruf machen, das war von Anfang an nicht klar. Ich wusste, ich will irgendwas machen, irgendwas anderes. Da habe ich verschiedene Sachen geprüft, also vom Restaurant eröffnen über eine Bierbrauerei, alles mögliche. Ich habe dann aber irgendwie gefunden, ja, vielleicht doch das Hobby zum Beruf machen, weil ich eben gesehen habe, dass man hier sicherlich auch präsentieren kann. Dann habe ich mich mit dem spanischen Fluglehrer zusammengetan, der hier schon Tandem geflogen ist und wir haben das jetzt gemeinsam aufgezogen und machen das jetzt auch schon 16 Jahre gemeinsam.

18:27Lucian Haas

Die klassische Saison auf den Kanaren und auch auf La Palma, steht auch bei dir auf der Seite, ist meistens so irgendwie Oktober bis März, habe ich gelesen. Kann man in den klassischen Sommermonaten nicht gut auf La Palma fliegen oder ist das einfach nur, weil man sagt,

18:43Lucian Haas

wir können auf den Kanaren fliegen, da kommt keiner nach La Palma geflogen, wir bieten das dann hauptsächlich im Winter an?

18:48Roger Frey

Also es gibt etwa 2 -3 Monate im Sommer, wo es wirklich schwierig ist. Warum? Was hier ganz wichtig ist auf La Palma ist, dass es tagsüber dann eine Stratuswolke gibt im Lee, die dämpft die ganze Geschichte etwas, weil wenn die Sonne da auf diese schwarzen Lavafelder einfach den ganzen Tag draufknallt, dann ist die Thermik halt klein, schwierig zu zentrieren und auch etwas hackig. Im Sommer gibt es dann vielleicht 2 Monate, wo wir auch extrem viele Windwechsel haben und das ist halt sehr anspruchsvoll. Also wenn man Westwind hat, fliegt es super, aber das dreht dann von Nord auf Süd und manchmal 7 Windwechsel an einem Tag und da kann man nicht mehr anständig etwas anbieten, wo man sagen kann, die Leute haben dann Spass. Also ich gehe manchmal fliegen, manchmal habe ich es nach 15 Minuten die Schnauze bereits voll, weil es einfach zu anspruchsvoll ist.

19:38Roger Frey

Weil

19:38Lucian Haas

du auch als Local, es dir dann sogar schwer fällt, die Verhältnisse immer richtig einzuschätzen.

19:43Roger Frey

Ich kann es gut einschätzen, aber es ist mir einfach dann zu blöd. Weißt du, wenn du permanent gegen einen Wind ankämpfen musst und dann noch Hackthermik hast, das macht keinen Spass, ich bin ja nicht im Wettbewerb.

19:57Lucian Haas

Und in den Wintermonaten ist das alles etwas gedämpfter, würdest du sagen, und deswegen, dann wird die Insel fliegbar?

20:03Roger Frey

In den Wintermonaten, also schon August ist eigentlich auch gut, es

20:08Lucian Haas

sind einfach

20:08Roger Frey

keine Leute. Also wir bieten das wirklich nur im Winter an, weil wir können keinen Guideservice aufrechterhalten für zwei, drei Personen. Also wir brauchen halt auch ein gewisses Volumen, um dann diese ganze Infrastruktur zu betreiben, den Bus und alles. Ja, wir öffnen normalerweise im Oktober oder November bis in März.

20:29Lucian Haas

Wenn jetzt Leute gerade für Wintermonate sagen, ah, ich will gerne aus dem europäischen Winter fliehen, Kanaren bieten sich, jetzt gibt es die verschiedensten Kanaren, Inseln. Was ist das Interessanteste, warum sollte ich nach La Palma kommen und nicht Teneriffa wählen oder Lanzarote oder El Hierro oder irgend sowas?

20:51Roger Frey

La Palma ist

20:53Roger Frey

insofern eigentlich wirklich eine gute Wahl, weil wir hier für die Piloten eine sehr, sehr gute Infrastruktur haben, das findet man nicht mal auf Teneriffa, die Gleitschirminsel schlechthin. Wir haben eine kleine Flugschule, wir sind die einzige Flugschule, aber wir bieten auch Transportmöglichkeiten zum Beispiel an für Piloten, die nicht in unserem Guideservice drin sind. Die können also auch mit uns hochfahren. Wir bieten unterschiedliche Pakete an, also man kann bei uns ein Wochenpaket buchen oder auch nur tageweise mit uns fliegen. Und dann das Fliegen hier ist zwar in einem kleinen Raum, aber wenn man hier einen Streckenflug dann hinbekommt, ist das eine ganz tolle Geschichte.

21:39Roger Frey

Es ist schwierig, hier große Strecken zu fliegen, auch mental, weil man dann halt so planen muss, dass man nicht irgendwo in einem Lavafeld landen muss. Aber wenn man es hinbekommt, ist es wunderbar und es klappt auch ganz gut.

21:53Lucian Haas

Wenn du jetzt schon siehst, was der Vulkan eigentlich auf La Palma in Anführungszeichen angerichtet hat bzw. hinterlassen hat, würdest du davon ausgehen, dass die Fliegerei auf La Palma jetzt eine deutlich andere auch dadurch würde, weil sich jetzt so viel an der Umwelt auf gewisse Weise umstrukturiert hat?

22:11Roger Frey

Glaube ich nicht. Der Bereich, wo der Vulkan ausgebrochen ist, ist eh schon ein schwieriger Bereich zum Fliegen gewesen. Da sind nicht viele Piloten, die in diesen Bereich geflogen sind. Der Hauptflugbereich ist Los Campanarios Jerez, das ist deutlich südlicher vom Vulkanausbruch und die normalen Streckenflüge, die werden nach Süden gemacht. Dort ist es einfacher. Richtung Norden ist die Thermik schwieriger und wie gesagt, da sind nicht viele Piloten dorthin geflogen. Es kann sogar sein, dass der Vulkan den Wind positiv beeinflusst, dass wir weniger Föhneinbrüche in Bordeaux haben, aber das muss sich zeigen. Das ist jetzt meine Theorie, die ich da gestrickt habe.

22:56Roger Frey

Ob das dann wirklich so ist, das muss sich zeigen.

22:59Lucian Haas

Du hast gerade Föhn gesagt. Föhn denkt man normalerweise immer Alpen, dort gibt es Südföhn oder auch Nordföhn und sowas. Jetzt sprichst du plötzlich von Föhn auf La Palma. Erklär mal so ein bisschen, was macht das Besondere an den Wetterverhältnissen auf dieser Insel aus?

23:15Roger Frey

Also, was ganz besonders ist, ist halt, dass wir auf einem sehr kleinen Raum unterschiedlichstes Wetter haben. Wir konnten oder können in Portonaus fliegen, wo unter Umständen der Flughafen geschlossen ist. Auf der anderen Inselseite. Eine gerade Linie 12 -15 Kilometer.

23:38Lucian Haas

Also der offizielle Flughafen ist, um das nur einzuordnen zu können, ist auf der Ostseite der Insel. Portonaus ist auf der Westseite der Insel und dazwischen ist ein höherer Gebirgszug im Grunde, der die beiden Seiten voneinander deutlich trennt.

23:51Roger Frey

Genau, dazwischen ist ein Gebirgszug, der heisst Cumbre Vieja. Der trennt, der ist ziemlich Nord -Süd verläuft, der trennt beide Inselseiten. Man kann sich das so vorstellen, wie in der Schweiz, oder auch im Alpenbereich allgemein, nicht nur der Schweiz, die Nordalpen und die Südalpen. Nur halt hier auf sehr kleinem Raum. Dann kommt dazu, dass wir hier im Winter, bedingt durch das Azorenhoch, eine Inversion auf etwa 1000 Meter haben. Also auf 1000 Meter oder mehr gibt es eine Inversion. In der Schweiz, in den Alpen ist die deutlich höher. Immer. Und diese Inversion, die trennt dann auch das Wetter in ein Wetter unten und ein Wetter über der Inversion. Und so haben wir also schon, wir haben unten oben, wir haben Ost -West und Nord -Süd, also es kann sein, dass wir acht verschiedene Wetterlagen haben auf dieser kleinen Insel.

24:43Lucian Haas

Je nachdem, wo man sich auf der Insel befindet und in welcher Höhe man sich auf dieser Insel dann jeweils befindet. Ganz genau. Was heisst Wetterlagen, sowohl was Wind und Windrichtung und Windstärke betrifft, oder auch noch, was spielt da sonst noch alles mit rein?

24:57Roger Frey

Alles. Es kann regnen, also im Nordosten kannst du von starken Regen überrascht sein und wir im Südwesten, wir fliegen. Luftlinie 25 Kilometer. Also es ist alles möglich. Nebel, Regen, kalt, im Winter Schnee zum Teil, dann Föhneinbrüche, dann normale fliegbare Wetterlagen, wo es an anderen Orten stürmt. Es ist einfach ein bisschen verrückt.

25:30Lucian Haas

Was ist ein typischer Föhneinbruch auf La Palma? Wie sieht sowas aus?

25:36Roger Frey

Also wir fliegen hier ja im Lee. Das heisst de facto haben wir Nordostpassat. Der Nordostpassat ist normalerweise auf Meereshöhe am stärksten. Das ist das, was man so ein bisschen sich damit auseinandersetzen muss, weil normalerweise in den normalen Fluggebieten nimmt der Wind mit zunehmender Höhe zu. Und hier nimmt der Wind mit zunehmender Höhe normalerweise ab. Das heisst, wir sind geschützt, hinter diesem hohen Gebirgszug, den wir vorhin erwähnt haben, der fast 2000 Meter hoch ist. Und dann haben wir noch diese Inversion, die auf 1000 Meter da ist. Und diese Inversion, die hält den Wind ab bis zu einem gewissen Mass. Das kann man thermodynamisch erklären. Es darf einfach nicht zu stark blasen. Und die Inversion muss stark genug sein.

26:24Roger Frey

Also können wir unter dieser Inversion im Lee von den Bergen in einen Bereich, der

26:30Roger Frey

vielleicht in der Länge 15, 10, 15 Kilometern ist und in der Breite auch etwa 10 Kilometer. In diesem Bereich kann man dann Gleitschirmfliegen.

26:39Lucian Haas

Das ist sowas wie der safe, gesicherte Bereich, wo du sagst, da ist das Wetter

26:46Roger Frey

brauchbar. Genau. Normalerweise. Es kann natürlich auch sein, dass die ganze Insel fliegbar ist. Also wenn der Passat mit zunehmender Höhe ganz schwach wird, dann kann es sein, dass wir auf Meereshöhe noch 20, 30 km/h Nordostwind haben und dann aber über die Insel hinausfliegen können. Solche Lagen gibt es auch. Das ist eine Übergangslage, wo es dann keine Inversion hat. Dann plötzlich kann man über die Insel fliegen und sieht unten das Meer mit weißen Schrammkronen, weil der Wind so stark ist.

27:16Lucian Haas

Wie lange hast du gebraucht, um selbst dieses besondere Inselwettersystem zu verstehen und dir das erklären zu können, welche Faktoren eigentlich was bedingen und wann man da auch dann sicher fliegen kann?

27:29Roger Frey

Also ich habe Jahre gebraucht. Jahre habe ich auch mich hingesetzt, immer wieder. Ich bin früher immer in den Urlaub nach La Palma gekommen, habe geguckt, habe die Wolken angeschaut. Bis ich dann wirklich die Erklärung hatte, also ich habe mir dann ein Modell zurechtgelegt, aber um es dann auch physikalisch zu erklären, dafür brauchte ich noch die Fluglehrerausbildung. Das heißt, in der

27:52Lucian Haas

Fluglehrerausbildung hast du die meteorologischen Grundlagen gelernt, die du brauchtest, um dir dieses Inselwetter erklären zu können? Ganz genau. Dann hast du aber gute Meteor -Lehrer wahrscheinlich gehabt.

28:04Roger Frey

Ja, wir hatten gute Meteor -Lehrer und was auch sehr wichtig war, beim Schweizer Fluglehrer, wenn du eine Sondierung nicht erklären kannst, dann wirst du die Prüfung nie schaffen. Also das ist ganz ein wichtiger Punkt und meteorologische Sondierungen sind hier für La Palma eigentlich sehr, sehr grundlegend, um dann auch zu erklären zu können, was der Wind und was Wolken machen.

28:33Lucian Haas

Werden denn auf La Palma selber Sonden auch steigen gelassen? Also gibt es wirklich real gemessene Sondierungen oder basierst du das alles nur auf Modellsondierungen, GFS -Modell oder sonstiges?

28:44Roger Frey

Gut, man basiert ja immer auf einem Modell, weil die Sondierungen passieren zweimal am Tag. Aber ich vergleiche die Modelle natürlich mit den echten Messungen. Es gibt eine Messung zweimal am Tag auf Teneriffa. Wir sind nur 100 Kilometer weg, normalerweise in Nordostpassat. Das heisst, die Luftmasse, die dort gemessen wird, die kommt auch zu uns.

29:05Roger Frey

Und die Modelle, die ich benutze, die sind eigentlich ganz

29:11Lucian Haas

brauchbar. Können denn so, wenn du sagst, die Insel ist ja relativ klein, werden denn solche Inseln in diesen Wettermodellen, die ja häufig nicht so super feines Raster dann auch schon haben, gerade diese globalen Modelle, die dann auch die Kanarischen Inseln erfassen, werden die denn da überhaupt vernünftig abgebildet da drin?

29:28Roger Frey

Also ich benutze Modelle, wo die Inseln nicht abgebildet werden. Weil sobald mit Algorithmen dann irgendwas reingerechnet wird, dann kommt manchmal auch wirklich Mist daraus. Also ich nehme das GFS -Modell, das hat kein Höhenprofil für La Palma drin. Und ich mache dann meine eigenen Überlegungen aufgrund dessen, was ich in diesem Profil sehe. Dann weiss ich, was der Wind an der Insel selber macht. Aber wenn die Modelle beginnen, irgendwas zu rechnen, dann ist mir nicht so wohl.

30:00Lucian Haas

Das heisst also, du guckst dir wirklich an, der Wind, wie er quasi vereinfacht gesagt über dem offenen Meer wehen würde in den verschiedensten Höhenschichten und dann aus deiner Erfahrung sagst du, okay, dieser Wind bis zu der Höhe wird von dieser Insel auf jeden Fall abgeblockt und kommt dann eben nicht mit dieser Stärke auf der anderen Seite an. Und nur wenn ich jetzt sehe, die Inversion ist höher als, weiss nicht, was du als Durchschnittswert für deine Insel dann nimmst, wenn das dann höher ist, dann habe ich vielleicht die Gefahr, dass der Nordostpassat dann entsprechend als Föhn auch auf die andere Seite durchbrechen kann.

30:31Roger Frey

Absolut nicht. Also ich nehme Rohdaten, die gemessenen und die berechneten Rohdaten für Wind, für Feuchtigkeit und für Temperatur und dann denke ich die Insel dort selber rein und sage, okay, also auf dieser Höhe, wenn der Wind auf 1500 Meter so stark ist, dann bläst er halt über diesen Pass, den wir haben auf dieser Höhe. Und ich kann das aus der Erfahrung und es ist mir lieber, ich mache es, wie das irgendein Modell irgendwas rechnet, was ich da nicht genau weiss, was es tut. Nun ist das ja

31:04Lucian Haas

etwas, wenn du sagst, du fährst schon seit 30 Jahren auf dieser Insel und fliegst da jetzt auch, ich glaube 2005 hast du dort angefangen auch zu fliegen, sehe ich das richtig? Also 1994 habe ich angefangen auf La Palma zu fliegen. Ja, okay, dann bist du schon wirklich sehr lange auch auf der Insel und bringst enorm viel Erfahrung dann natürlich mit. Wie schnell würdest du da, oder würdest du überhaupt Piloten, die einfach so auf die Inseln kommen, in irgendeiner Weise zutrauen, dass die sowas wettertechnisch einschätzen könnten, was dort los ist?

31:33Roger Frey

Da gibt es die ganze Bandbreite natürlich an Piloten. Also wenn ein Pilot wirklich meteorologisch sich gut weitergebildet hat, auch interessiert ist, dann kann man dem relativ schnell erklären, wie das auch funktioniert. Das ist auch so, also wir haben auch Flugschulen, die zu uns in den Guideservice kommen und wir machen da Wetterausbildung und die Leute, die profitieren sehr viel. Also das kann auch ein Pilot sicher selber auch einschätzen, aber aufpassen, nicht überschätzen. Also es ist dann besser, wenn man wirklich sagt und die Dinge genau begreift, weil von lustig und tralala zu kritisch ist dann plötzlich ein dünner Grad.

32:11Lucian Haas

Wie häufig passiert es dann noch, dass besuchende Piloten auf La Palma quasi in eine Wetterfalle geraten? Ist zum Glück sehr selten

32:20Roger Frey

geworden. Also ich glaube auch unsere Flugschule, unser Guideservice hilft da positiv mit, weil wir sind, wenn die Piloten Fragen haben, die nicht in unserem Guideservice sind und wir Zeit haben, dann helfen wir denen natürlich auch. Also es ist deutlich weniger geworden, dass Unfälle passieren aufgrund von meteorologischen Bedingungen.

32:44Lucian Haas

Wenn du jetzt sagen würdest, von x Piloten, die auf die Insel kommen, wie viele oder welcher Anteil davon hat dann Kontakt zu dir auf gewisse Weise, sodass du auch sagen kannst, auch wenn du vielleicht nicht das Guiding für sie direkt machst, aber dass du sagst, letzten Endes profitieren sicherlich 80 % der Leute oder sowas, die hier herkommen, kriegen dann auch etwas von mir geboten, um eben das Wetter einschätzen zu können?

33:07Roger Frey

Also ich würde sagen 100%. Ich publiziere in der Wintersaison auf meiner Homepage täglich ein Wetterbriefing. Das kann jeder lesen. Und ich mache das auch und weil die Piloten halt dann auch vielfach kommen und mich fragen, wie wird das Wetter heute? Und für sowas habe ich schlichtweg keine Zeit. Ich kann nicht individuell für jeden noch eine Beratung machen. Also ich mache frühmorgens, stelle ich das aufs Internet und dann können die Leute das angucken. Wenn daraus dann Fragen resultieren, also einer mich fragt zum Beispiel, du, du hast da geschrieben, das sei so und so, wie erklärt sich das? Dann würde ich dann jederzeit weiterhelfen. Solange wir Zeit haben. Manchmal haben wir 15 Leute im Guideservice und da kann ich halt dann auch nicht mehr auf jeden Einzelnen eingehen, der nicht bei uns gebucht hat.

33:59Lucian Haas

Inseln haben ja so zwei Meteorologen, also haben noch viel mehr, aber so zwei typische strömungstechnische Effekte, sage ich mal. Den einen, dass sie nicht natürlich den Höhenwind auf gewisse Weise abblocken, dass er über die Insel drüber geht oder auch nicht. Die andere aber auch, dass Wind natürlich um die Insel seitlich herumgelenkt wird und dann im Lee der Insel dann auch entsprechende Leewirbel dann wieder entstehen und die dort den Wind dann auch wieder anders auf die Küste wieder fallen lassen. Weil sich einfach dann quasi wie so ein Rückwirbel dort herausbildet. Gibt es sowas auch ganz typisches, was auf La Palma dann entsprechend herrscht? Absolut.

34:36Roger Frey

Das ist eigentlich der Motor für unser gutes Wetter. Wenn wir auf Meereshöhe Nordostpassat haben, dann werden wir im Norden und im Süden von der Insel wird dieser Wind abgelenkt. Und an dieser Zone vom Wind zu keinem Wind, wo man sieht Schaumkron, keine Schaumkron, dort passiert ein Ansaug -Effekt. Also im Süden wird die Luft vom Norden angesaugt und im Norden wird die Luft vom Süden angesaugt. An diese Windlinie. Das heißt, wir haben mindestens drei Strömungen, ein Westwind, ein Nordwind und ein Südwind auf der Lehseite, resultierend von dem, was du vorher erklärt hast.

35:16Lucian Haas

Und dann auch quasi entsprechende Konvergenzbereiche, wo diese Strömungen zusammentreffen, dass man auch sagen kann, dort geht es dann, trägt es dann auch besonders gut, weil ich ständig auch, auch wenn es vielleicht langsam ist, aber ständig auch großflächig steigende Luftmassen habe?

35:31Roger Frey

Das gibt es, diese großflächig steigenden Luftmassen, die sollte man aber meiden, diese Konvergenzen, weil wenn wir zum Beispiel nach Süden fliegen, dann wird der Nordwind, je näher wir an diese Konvergenzzone kommen, wird der Nordwind zunehmen. Das heisst, es wird schwieriger zurückzukommen. Wenn du in diesen Konvergenzbereich reinfliegst, dann steigt es mal, aber du weisst nicht, wo dann die Turbulenzen kommen. Und da sollte man nicht reinfliegen. Es gibt manchmal Konvergenzen mit ganz wenig Wind, die man befliegen kann, das ist dann auch wirklich ganz toll, das darf aber nie über 15 km Wind haben, sonst wird das sehr, sehr unhygienisch.

36:10Lucian Haas

Das heisst, zu den nicht zu erfahrene Piloten sagst du dann auch meistens, am besten hältst du dich in diesem Umkreis von Campanarios als Startplatz, beispielsweise 10 km Umkreis nach, ja nicht nach hinten, da kommt noch das Gebirge, aber nach vorne gesehen, also nach Westen gesehen, in dem Bereich hältst du dich am besten auf und da kannst du dann relativ sicher dann dort auch fliegen.

36:31Roger Frey

Genau, also die unerfahrenen Piloten, die eh ein bisschen im Gleitwinkelbereich vom Landeplatz sein wollen, die fliegen dann vom Campanarios Startplatz in dem Gebiet, wo sie halt dann wirklich sicher sind. Die Streckenflugpiloten, die beriefen wir dann entsprechend so, dass sie dann schon wissen, was passiert. Also wie gesagt, ein Indikator jetzt, wenn man in den Süden fliegt, ist zunehmender Nordwind, den muss man gut beobachten und wenn es dich dann plötzlich mit über 50 km/h Richtung Süden schiebt, dann muss man dann halt umdrehen.

37:00Lucian Haas

Viel wird ja auch immer über Klimawandel und so weiter gesprochen. Hast du so etwas in diesen 30 Jahren für La Palma schon erlebt, dass du sagst,

37:10Lucian Haas

manche Grundwetterverhältnisse haben sich über die Jahre schon irgendwie deutlich verändert? Oder ist das insgesamt das Passat -System ein so stabiles System, dass man davon dort gar nicht so viel merkt?

37:23Roger Frey

Also was wir gemerkt haben, ist, dass in den letzten Jahren deutlich weniger Regen gefallen ist. Ob das jetzt Klimawandel ist oder ob das einfach eine lokale Erscheinung ist, die sich dann wieder kompensiert, das kann ich im Moment nicht sagen. Klima ist halt eine langfristige Geschichte und aus fünf oder zehn Jahren kann man kein Klima machen. Das ist von mir aus gesehen immer noch ein Wetter. Ich bin nicht sicher. Also der

37:46Roger Frey

Klimawandel, der existiert weltweit, da sind ja mittlerweile praktisch sich alle einig. Aber ob ich hier jetzt lokal kleinrömig so etwas sehe, wo ich dann sagen kann, das wäre Klimawandel, das kann ich nicht sagen.

38:00Lucian Haas

Von der Erfahrung, die du mit der Zeit beim Fliegen auf La Palma gewonnen hast, auch gerade was das Wetter betrifft, wie viel dieser Erfahrung ist auch sagen wir mal auf harte Weise entstanden, in dem, dass du wirklich auch mal blöde Erlebnisse hattest und festgestellt hast, oh, bei solchen Verhältnissen sollte ich wirklich nicht fliegen gehen und du dir nachher die Frage gestellt hast, warum, was war eigentlich der Fehler, den ich gemacht habe?

38:25Roger Frey

Ja, man lernt natürlich immer durch Erfahrung, aber ich bin jetzt nicht so ein Hautegen. Also ich bin eher ein zurückhaltender Pilot. Ich habe keine größeren Zwischenfälle zum Glück gehabt, die sehr negativ waren. Ich habe mich einfach langsam daran gewagt und ausprobiert. Aber immer ein Stückchen mehr, so wie die Judith Zweifel das Tumbling gemacht hat, Fliegen für Mädchen, langsam, immer ein bisschen mehr, dann wieder zurück, das nächste und so einfach über die lange Zeit viel Erfahrung aufgebaut, ohne dass ich jetzt in kritische Situationen geflogen wäre.

39:05Lucian Haas

Das heisst, du hast auch auf La Palma selber nie einen Unfall in irgendeiner Weise gehabt?

39:10Roger Frey

Doch. Also beim Gleitschirmfliegen tut man sich zwischendurch weh. Ich habe mal die Hand verstaucht und mal den Fuss verstaucht. Aber das ist nicht auf Grund von jetzt völlig falscher Einschätzung der Situation, sondern einfach, also Fuss verstaucht habe ich, weil ich uns verreckend auf den Punkt landen wollte.

39:30Roger Frey

Da habe ich halt den Schirm abgerissen. Das war doch ein bisschen höher, wie ich gedacht habe. So blöd sind das halt, was halt passieren kann. Wenn du jetzt auch schon so viele

39:40Lucian Haas

Jahre auf La Palma fliegst, geht's dir dann manchmal so, dass du es auf gewisse Weise auch schon mal langweilig findest? Weil du sagst, das habe ich alles schon mal gesehen. Der Nordostpassat, der ist immer aus Nordosten halt klassischerweise da und die Verhältnisse, die sich einstellen, irgendwann kennt man so die zehn typischen Wetterlagen und man weiß dann schon, was einen zu erwarten hat und wo man hinfliegen muss und so und sagt, da passiert nichts mehr Neues für mich.

40:06Roger Frey

Nein, im Gegenteil. Also wenn du hier einen Streckenflug machst, du kannst ja nicht so planen, wie in gewissen anderen Gebieten, wo man sagen kann, dort steht der Bad und das musst du machen und das und das und das und kann man es quasi nicht abfliegen. Wenn du hier startest, musst du immer damit rechnen, dass sich die Situation wieder ändert und dass du deine Strategie völlig wieder anpassen musst. Also es ist immer auch viel Kopfarbeit. Mir ist es noch nicht langweilig geworden, nein. Führst

40:32Lucian Haas

du Flugbuch? Also Flugbuch in der Form, dass du auch Besonderheiten von Flügen immer aufschreibst, um dir das mit der Zeit so zu merken? Oder ist das alles ein Erfahrungswissen, was sich im Bauch quasi angeht? Ja,

40:45Roger Frey

ich führe schon seit längerer Zeit kein Flugbuch mehr. Ich schreibe zwar die Stunden auf, einfach um ein bisschen einen Überblick zu haben, was der Schirm erleiden muss. Aber ich schreibe das nicht mehr aus. Nein, es ist ein bisschen eine Bauchgeschichte,

41:00Lucian Haas

ja. Nun hast du ja auch selber auch ein Buch geschrieben oder du hast mehrere Bücher geschrieben. Eins ist dann Meteorologie für Gleitschirmflieger, das heißt Donnerwetter. Was hat dich dazu geführt, dieses Buch zu schreiben?

41:15Roger Frey

Also, das ist das zweite Buch, das ich geschrieben habe. Das erste Buch ist eine lustige Geschichte. Das erste Buch, das ist das Streckenfliegen. Das ist das Lernbuch für den B -Schein. Das habe ich eigentlich geschrieben, weil als ich in der Fluglehrerausbildung war für den deutschen Fluglehrer, habe ich einfach kein gutes Ausbildungsmaterial gefunden, muss ich ganz ehrlich sagen. Und dann habe ich gedacht, na gut, wenn ich B -Scheinausbildung auf La Palma anbieten will, und das war ursprünglich mal der Plan, dann brauche ich Material. Und da wurde das Material, das ich gesammelt habe, immer größer. Es war mal eine normale Powerpoint -Präsentation. Und irgendwann einmal habe ich gesagt, ich gieße das in ein Buch.

41:57Lucian Haas

Und dann hast du dieses Buch Streckenfliegen geschrieben.

42:00Roger Frey

Genau. Und dann, nachdem, habe ich dann das Donnerwetter

42:04Lucian Haas

geschrieben. Gab es, gerade was Streckenfliegen betrifft, gab es damals diese Bücher von Burkhard Martens noch nicht? Also auch das Streckenflugbuch und das Thermikbuch von Burkhard

42:14Roger Frey

Martens? Doch, doch, doch. Das ist nicht das Gleiche. Also das Streckenflugbuch von Burkhard Martens ist dann wirklich, das geht um Streckenflüge. Und mein Buch geht eigentlich darum, um die theoretischen Grundlagen zu vermitteln, die ein Pilot braucht, wenn er den B -Schein machen will.

42:34Lucian Haas

Okay. Das ist quasi wie so ein begleitendes Lernbuch, dass man wirklich die Themen, die dann auch im B -Schein abgefragt werden, dann entsprechend kann. Oder auch nachschlagen kann, wenn es dann heißt, okay, wie wird sowas umgerechnet oder wie finde ich bestimmte Richtungen beim Streckenfliegen heraus und sowas. Das ist dann dort entsprechend beschrieben. Genau.

42:54Roger Frey

Und da die Grundlagen, die der Pilot dann, die theoretischen, die er haben muss, wenn er die B -Scheinprüfung machen muss. Also es ist nicht, es ist komplementär. Es ist nicht ein Konkurrenzprodukt jetzt zum Streckenflugbuch von Burkhard.

43:09Lucian Haas

Und das Donnerwetter war dann quasi, dass du sagst, okay, für die B -Schein brauche ich auch ein Meteor -Wissen, was ich entsprechend vermitteln will. Dann giesse ich das auch noch in ein Buchform und dann wird es Donnerwetter.

43:20Roger Frey

Ja, beim Meteorologie -Buch habe ich einfach gesehen, dass da eine Marktlücke ist. Also man hat

43:27Roger Frey

Meteorologie -Ausbildung, die relativ bescheiden ist. Und da kann man jetzt gucken, ob Deutschland oder die Schweiz oder Österreich, es ist in allen drei Ländern relativ bescheiden, finde ich. Und wenn man dann in die Literatur sucht, dann ist es relativ schnell komplex. Und so ein Mittending, wo man sagt, also der meteorologisch interessierte Pilot, der noch etwas mehr lernen möchte, ohne dass es jetzt gerade zu wissenschaftlich wird, da habe ich gefunden, da gibt es eigentlich nichts wirklich passendes. Und das Buch soll ein bisschen diese Lücke füllen.

43:59Lucian Haas

Welche, wie soll man sagen, Thematik des Gleitschirmwetters wird denn von vielen Piloten aus deiner Sicht im Grunde so am wenigsten verstanden? Wo besteht aus deiner Sicht von den Leuten, die auch zu dir kommen, wo du immer sagst, ich schule die ja hier auch noch weiter, wo besteht im Grunde der größte Nachhol - oder Nachschulbedarf?

44:18Roger Frey

Also ich mache immer den Witz und frage mal,

44:22Roger Frey

welche Wetterkarten sie denn angeguckt hätten, die Piloten. Und dann sagen wir alle immer, ja die Bodenwetterkarte. Und dann frage ich dann, ja und wann seid ihr am Boden?

44:34Roger Frey

Und das trifft es eigentlich auch. Also man schaut einfach die Bodenwetterkarte an und denkt sich da dann das Wetter ein. Aber das Wichtigste, was ich eigentlich den Piloten mitgeben muss, ist das Wetter, das findet halt dort statt, wo er dann fliegt. Und wenn ihr die Bodenwetterkarte anguckt, dann habt ihr noch keinen Überblick darüber, wenn ihr einen Flug in den Alpen macht auf 2000 Metern, was dort abgeht. Also ich bilde auch die Höhenwetterkarten aus und ich finde, das ist eigentlich eine ganz gute Geschichte.

45:05Lucian Haas

Welche Meteorquellen nutzt du für dich selber?

45:10Roger Frey

Also wenn ich das Wetterbriefing hier auf La Palma vorbereite, schaue ich etwa 20 verschiedene Seiten an. Jeden Tag? Jeden Tag. Also ich beginne mit Bodenwetterkarte, dann kommt die Höhenwetterkarte, dann mache ich eine Sondierung, dann schaue ich mal Windi an, was sagt Windi, kontrolliere das ECMF und das GFS, also zwei verschiedene Modelle. Dann schaue ich Regenprognosen an, zum Teil kontrollieren, ob die unterschiedlichen Sondierungen auch Echtzeit machen, also die Prognose und die Sondierung. Es wird übereinander gecheckt, also es sind viele Seiten, aber das ist Routine, weißt du, da gehe ich relativ schnell drüber.

45:55Roger Frey

Das wird angeguckt und Plausibilität geprüft und dann ist dann auch gut.

46:01Lucian Haas

Warum ist denn aus deiner Sicht so, dass viele Gleitschirmflieger, du hast es ja gerade selber so gesagt, erstaunlich wenig mit dem Wetter auskennen und warum ist im Grunde an dieser Stelle die Gleitschirmausbildung immer noch so auf gewisse Weise schlecht? Ich weiß

46:18Roger Frey

es nicht. Also es stellt die Ausbildung auf der theoretischen Basis, die steht und fällt mit dem Fluglehrer, ist ganz klar. Und es gibt viele Flugschulen, die dem Thema auch nicht so viel Aufmerksamkeit schenken. Viele Fluglehrer sagen auch ja, Theorie, Theorie, wir wollen fliegen, das verstehe ich ja auch. Ich denke, das könnte ein Grund sein.

46:41Roger Frey

Dann sind halt auch die Ausbildungs Bücher zum Teil sehr

46:49Roger Frey

relativ oberflächlich. Und ich finde es ein wichtiges Thema, weil das beschäftigt uns tagtäglich, also die Piloten. Im

46:57Lucian Haas

Grunde ist ja Wetter die wichtigste Variable, die man als Flieger hat. Sowohl was in Bezug auf, ich will schöne Flüge erleben, da will ich ja wissen, dass die Bedingungen dafür entsprechend gut sind. Gleichzeitig will ich auch natürlich sicher fliegen gehen und will natürlich wissen, dass die Bedingungen entsprechend sicher sind. Und das kann ich jeweils nur abschätzen, indem ich weiß, was das Wetter eigentlich macht. Deswegen finde ich es auch immer wieder interessant, zu sehen, wie wenige Piloten oder wie wenig sich viele Piloten gerade um dieses Thema letzten Endes kümmern, sondern ziemlich unbekümmert jeweils ins Gelände gehen. Ja,

47:30Roger Frey

vielleicht halt auch, weil wir Fluglehrer es unter Umständen verpassen, dieses Thema ein bisschen aus der staubigen Theorie -Ecke herauszunehmen. Und ich habe hier natürlich ein Riesenspielfeld. Wenn ich den Piloten sage, hört mal Leute, man kann nicht fliegen, um dann fliegen trotzdem ein paar. Dann kann ich die in den Bus packen und sagen, kommt, wir fahren zehn Minuten irgendwo hin und dann zeige ich euch, warum. Und wenn dann dort der Föhn so bläst, dass sie fast nicht mehr stehen können und noch in Wurfdistanz fast Piloten fliegen sehen, dann ist die Lektion dann halt besser, wie an der Wandtafel mit irgendwelchen Foren.

48:13Lucian Haas

Das ist dann auch wieder das Schöne an so einer kleinen Insel wie La Palma, wo du dann wirklich sagen kannst, ich kann zehn Kilometer weiterfahren und den dann entsprechenden Effekt dann auch live quasi vor Ort und in Farbe zeigen. Ganz genau.

48:28Lucian Haas

Lass uns mal La Palma ein bisschen beiseite lassen und mal in deiner eigenen Geschichte zurückspringen. Wenn ich es richtig gesehen habe, hast du ja schon Mitte der 80er Jahre mit dem Gleitschirmfliegen angefangen. Und da fing das Gleitschirmfliegen ja auch gerade erst war noch so in seinen Kinderschuhen. Du warst dann sicherlich auch, gehörst dann mit zu den, nicht den Pionieren, aber einer wahrscheinlich zu den ersten Gleitschirmfliegern, die es dann auch in der Schweiz gab. Wie bist du damals zum Gleitschirmfliegen gekommen? Das ist auch so

48:57Roger Frey

eine komische Geschichte. Ich bin eigentlich zum Gleitschirmfliegen gekommen, weil die Tauchschule geschlossen war. Die Tauchschule? Die Tauchschule. Also ich wollte mit meinem Bruder, da haben wir gesagt, wir machen irgendwas zusammen. Und dann wollten wir tauchen lernen. Und sind dann dorthin und da war die Tauchschule zu. Und dann haben wir das Thema wieder beiseite gelegt und irgendwie etwas später hat der, sagt mir mein Bruder, oh ich habe jetzt da irgendein Inserat gesehen, Theoriekurs Gleitschirmfliegen, da kann ja nicht viel passieren.

49:31Lucian Haas

Aber der Tauchkurs wäre auch in der Schweiz gewesen, an irgendeinem Schweizer See, oder? Der wäre auch in

49:35Roger Frey

der Schweiz gewesen, genau. Und dann haben wir uns eigentlich beide angemeldet für den Theoriekurs Gleitschirmfliegen. Ich hatte vorher ein einziges Mal einen Gleitschirm gesehen. Und wir haben dann diese Theorieausbildung gemacht, ohne einen einzigen Flug gemacht zu haben. Also wir haben dann die Theorieprüfung bestanden, ohne in dem Moment waren wir noch gar nicht, sind wir noch gar nicht geflogen.

50:02Lucian Haas

Und das Fliegen hast du dir dann auch selber beigebracht? Letzten Endes? Auf Basis der Theorie, die du schon hattest, oder hast du einen richtigen Lehrer dann auch noch gehabt?

50:10Roger Frey

Ne, das war in einer Flugschule. Ich kam dann gleich so in die Hypezeit rein, wo plötzlich extrem viele

50:18Roger Frey

viele Piloten auch sich ausbilden ließen. Von dem her habe ich es mir auch ein bisschen sehr vorbeibringen müssen, weil in meinem ersten Höhenflug wurde ich zum Beispiel vergessen.

50:27Lucian Haas

Vergessen? Der Lehrer war schon weggeflogen und du standest noch am Startplatz, oder wie?

50:31Roger Frey

Nein, nein, ich war in der Luft und wurde vergessen. Der hat sein

50:34Lucian Haas

Funkgerät schon abgeschaltet und du hinkst noch in der Luft und wusstest nicht, was du tun solltest.

50:38Roger Frey

Die haben mich oben rausgeschickt. Es war so ein Starkwerk 600 Höhenmeter und ich bin dann unten dort gelandet. Ich hatte so ein Funkgerät am Ohr, ein grosses, und die haben mir noch gesagt, ja, wenn du nichts hörst, dann musst du dann das und das machen und so. Dann habe ich gedacht, ja, das ist das Funkgerät, das ist ausgefallen. Und als ich dann gelandet bin, war die Wiese einfach leer, es war kein Mensch dort. Die haben alles zusammengepackt, haben mich vergessen und sind mal ins Restaurant essen gegangen.

51:02Lucian Haas

Und du bist dann irgendwann hinterhergelaufen und eine halbe Stunde später im Restaurant angekommen und hast gesagt, hey, wo wart ihr? Oder was? Genau.

51:10Roger Frey

Ich habe zuerst nicht sicher, ob ich am richtigen Ort gelandet bin, weil niemand mehr da war. Und das war von dem Punkt an wusste ich, okay, du musst auch viel selber leisten.

51:23Lucian Haas

Damals gab es auch noch keine Mobiltelefone und sowas. Konnte man auch nicht eben kurz anrufen und sagen, hey, wo seid ihr? Sondern du hast dich wahrscheinlich ordentlich gewundert an dieser Stelle.

51:32Roger Frey

Genau. Also so hat es angefangen, ja.

51:34Lucian Haas

Sind dir sonst noch wundersame Sachen mal beim Fliegen passiert?

51:39Roger Frey

Ja, na, sonst das Übliche, was halt so passieren kann.

51:46Lucian Haas

Zum Beispiel? Ja, zum Beispiel

51:50Roger Frey

unerfahren auf einem Flug in den Alpen in eine Lehfalle fliegen und dann

51:55Roger Frey

fliegt dir der Schirm um die Ohren und so. Aber es ging alles gut. Also von dem her ist das nicht so dramatisch. Notschirmabgänge hatte ich nie.

52:07Roger Frey

Also ich habe mehrere gemacht, aber weil wir das in der Schweiz müssen, um den

52:15Roger Frey

Notschirm oder Rettungsschirm Packungsausweis zu haben, müssen wir zwischendurch auch selber an der Rettung runter. Aber eben nie, also aus einer Notsituation.

52:27Lucian Haas

Dann bist du nach La Palma gekommen. Du hast vorhin erzählt, damals war das noch ganz wildes Fliegen auf La Palma. Bist du im Grunde der erste Flieger auf La Palma dann gewesen?

52:36Roger Frey

Nein, nein. Nein, nein. Ne, das war, hier wurde schon geflogen. Also ich kam 1994 nach La Palma. Mein jetziger Geschäftspartner, der Javier Lopez, der die Flugschule eigentlich gegründet hat, der war schon ein Jahr vorher hier hingekommen und ist Tandem geflogen. Dann gab es andere Piloten. Die vor mir schon da waren. Thermik zum Beispiel. Mike Liebhardt ist hier Drachen geflogen. Und danach später Gleitschirm. Also die waren deutlich vor mir. Also die Szene war klein, aber ich war gar nicht der Erste. Absolut nicht.

53:12Lucian Haas

Und wenn man jetzt sich diese Szene anguckt, Gleitschirmfliegen auf La Palma, wie viele Palmeros gibt es, die selber Gleitschirmfliegen? Oder sind die meisten wirklich eingereiste Touristen, die dann halt im Winterhalbjahr dort fliegen gehen? Die

53:24Roger Frey

meisten sind eingereiste Touristen. Palmeros gibt es immer weniger, die Gleitschirmfliegen, leider.

53:32Roger Frey

Warum immer weniger? Ja, die werden halt immer älter und das Material auch. Und dann müssen sie neues Material kaufen und das ist halt alles einfach teuer. Also Gleitschirmfliegen auf La Palma für die Palmeros ist ein teurer Sport. Bei einem Einkommen von ein Kellner verdient vielleicht 800 bis 1000 Euro und muss dann eine Familie ernähren und da kann man dann nicht noch für tausende von Euros Material kaufen. Das ist der eine Grund. Und der zweite Grund ist halt auch das Ausbildungsangebot. Weil es wenig Leute hat, ist es auch für uns als Flugschule nicht interessant. Und wir müssen die Leute dann zusammen nehmen und dann warten sie zum Teil zwei, drei Jahre damit wir einen Kurs starten können oder wir müssen sie sogar nach Teneriffa schicken.

54:18Roger Frey

Von dem her gibt es nicht so viel Nachschub von den Palmeros. Das sind die zwei Hürden, denke ich. Also die meisten sind ausländische Piloten, die nach La Palma kommen, hier fliegen, um den Urlaub, das Meer und halt den Winter an der Wärme zu geniessen.

54:34Lucian Haas

Und wie denken die Inselbewohner über die Gleitschirmflieger? Sind die im Grunde willkommen geheißen, weil man sagt, die sind für uns als touristische Einkommensquäler auch wirklich interessant und auch relevant? Oder sind es letzten Endes so wenig Flieger, die insgesamt kommen, dass man sagen muss, das ist kein großer Zweig für die Insel?

54:55Roger Frey

Also wir sind als Gleitschirmpiloten sehr willkommen auf La Palma. Die Inselregierung hat uns sogar ein Startplatznetz aufgebaut mit acht offiziellen Startplätzen. Wir sind eine kleine Szene, auch mit dem Winterurlaub ist es immer noch eine kleine Szene, aber wir werden als Größer wahrgenommen, wie wir eigentlich sind. Weil ihr

55:17Lucian Haas

sichtbar seid.

55:18Roger Frey

Wir sind sichtbar und ein Pilot kann manchmal am Tag lange fliegen oder kann zwei-, dreimal fliegen und so, wenn im Winter dann plötzlich da der Himmel voller Gleitschirme sind, werden wir als deutlich mehr wahrgenommen, wie wir eigentlich sind. Das ist gut so.

55:38Lucian Haas

Wenn du jetzt so eine typische Saison nimmst, wie viele Gleitschirmflieger kommen dann so nach La Palma in einem Winter? Das sind mehrere hundert. Im normalen Winter 500. Und die wohnen auch meistens irgendwo in der Regengegend von Portonaus, weil da auch eines der Hauptfluggebiete ist und dann fährt man auch nach Campanario entsprechend hoch. Portonaus ist an der Küste und Campanario ist dann weiter oben in den Bergen.

56:03Roger Frey

Also die meisten wohnen in oder um Portonaus.

56:11Lucian Haas

Wenn du jetzt so einen typischen Gleitschirmflieger dir vor Augen führst, wem würdest du denn empfehlen oder ab welchem Könnenstand würdest du empfehlen, da lohnt es sich schon La Palma als ein mögliches Winterziel einzuplanen?

56:24Roger Frey

Also wenn der Pilot zu uns kommt und von uns betreut wird, dann würde ich sagen A -Schein, 100 Flüge. Das ist okay.

56:37Roger Frey

Muss man rückwärts starten können? Ist von Vorteil. Wir haben aber nicht immer, also wir haben an der Klippe manchmal solche Windbedingungen, dass man rückwärts starten muss. Campanario ist meistens, wenn es fliegbar ist, kann man vorwärts starten.

56:50Lucian Haas

Das heisst es ist eigentlich nicht so wie in anderen Gebieten, Lanzarote beispielsweise, es ist kein Starkwindfluggebiet auf La Palma, sondern eine wirklich ruhige, in Anführungszeichen, ruhige Lehfliegerei.

57:01Roger Frey

Du sagst es ist eine ruhige Lehfliegerei, das muss man eben verstehen. Das kann man fast nicht begreifen, im Leh ist es nicht ruhig. Aber hier ist diese Lehblase so gross und wenn man in dieser fliegt, ist es eben ruhig. Thermiken sind 3 -4 Meter maximal, also nichts wie in den Alpen, wo es dich da plötzlich mit 10 Meter hoch biegt.

57:23Lucian Haas

Jetzt hatten wir am Anfang über den Vulkanausbruch gesprochen, der ja jetzt auch noch weiter geht und wie gesagt, wahrscheinlich dir die ganze Saison auch in irgendeiner Weise verhagelt oder verspuckt, wie man es auch immer nennen wollte.

57:39Lucian Haas

Was heisst das für dich, für deine Lebensplanung dort? Wirst du auf der Insel bleiben oder sagst du auch, der Winter ist jetzt eh gelaufen, ich kann auch mal ganz woanders hingehen?

57:50Roger Frey

Ich wohne hier, ich habe hier

57:54Roger Frey

mein Haus, ich trage alles, ich habe keine Pläne jetzt hier den Pickel hinzuschmeissen und wegzufahren. Klar, der Winter wird jetzt so sein, dass die Saison ganz sicher bis Ende Jahr kann, da können wir gar nichts machen. Januar steht auch auf der Kippe, sämtliche Strassenverbindungen nach Porto Naos sind im Moment unterbrochen, die Wasserversorgung ist jetzt mit einer Notversorgung wieder aufrecht erhalten, aber im Moment ist La Palma ein bisschen wie ein Organismus, mit nur noch einer Niere, es funktioniert fast alles, aber das Geringste, was passieren könnte, bringt es dann doch relativ stark durcheinander. Aber weggehen tue ich nicht, nein,

58:36Lucian Haas

ich bleibe hier. Du hast auch gesagt, du selber wohnst etwas nördlich von dem Vulkan, die Fluggebiete sind, wenn ich das richtig verstanden habe, also die Hauptfluggebiete Porto Naos und eben Campanario sind südlich, das heisst, du kommst von dir aus gar nicht mehr schnell oder direkt dorthin?

58:52Roger Frey

Nein, im Moment komme ich nicht mehr direkt dorthin, ich muss lieber von Caliente fahren, also ich muss von hier, von der Westseite auf die Ostseite, dann ganz in den Süden und auf dem Südteil auf der Westseite dann wieder zurückfahren. Hier und zurück 135 Kilometer. Und normalerweise wären es? 20.

59:12Lucian Haas

Oh wow. Also große Umwege, die dir auch dieser Vulkan entsprechend eingebrockt hat. Und um die wieder aufzuheben, müsste man wahrscheinlich irgendwelche Schneisen dann in diese Lavamassen schneiden, dass man da dann wieder eine Straße durchlegen kann, bis diese Lavamassen abgekühlt sind.

59:30Roger Frey

Entweder eine Schneise reinschneiden oder halt irgendeine Straße drüber bauen. Stimmt, das ginge ja auch.

59:37Lucian Haas

Letzten Endes ist es ja ein neuer Fels, der dann dort entsprechend entstanden ist. Genau. Aber das wird alles seine Zeit dann entsprechend noch brauchen.

59:45Roger Frey

Das wird sicher eines der ersten Prioritäten sein, die gemacht werden müssen, aber ich weiss nicht, wie lange man da warten muss, wie lange das abkühlen muss.

59:56Roger Frey

Zum Teil sind diese Lava Flüsse 30 Meter hoch, das muss man sich mal überlegen. 30 Meter.

1:00:04Lucian Haas

Das heisst, innen drin kann es noch hunderte Grad heiss sein und das ist dann wirklich wie eine Thermoskanne, das hält sich dann noch ganz lange. Das hält sich

1:00:12Roger Frey

mega lange, ja. Also das ist ja auch so, innen drin fließt die Lava flüssig, obendrüber siehst du noch gar nichts mehr. Aber wenn du das aufschneidest, dann um eine Straße zu machen, läuft die Suppe wieder raus.

1:00:23Lucian Haas

Keine so schönen Aussichten, beziehungsweise zumindest keine berechenbaren Aussichten, wo man sagen kann, Leute, in zwei Monaten könnt ihr wieder bequem nach La Palma fahren, dort wird alles wieder in Ordnung sein. Sondern alles noch mit einer etwas sehr unsicheren Zukunft, in die man da noch reinblickt.

1:00:41Roger Frey

Ja, das ist definitiv so.

1:00:45Lucian Haas

Roger, ich wünsche dir trotzdem, dass sich dieser fauchende Vulkan und der Düsenjäger im Hintergrund, dass der sich möglichst für dich bald beruhigt, und für alle Palmeiros entsprechend auch, zumindest keine größeren Schäden mehr anrichtet, und dass sich das Leben zumindest halbwegs schnell wieder so normalisiert, dass man dort auch wieder in Ruhe leben kann und du auch in Ruhe deinem Job als Gleitschirmguide und Flugschule und so weiter dort nachgehen kannst. Danke dir für deine Erzählung. Dankeschön.

1:01:15Roger Frey

Entschuldigung wegen dem Husten, ich habe ein Lavakorn oder was.

1:01:29Lucian Haas

Das war die Folge Nummer 69 von Podz-Glidz frei im Gespräch mit Lucian Haas. Wie immer gibt es in den Shownotes zu dieser Folge auf Lu-Glidz noch eine Reihe von weiterführenden Links, vor allem für jene, die sich für das Fliegen auf La Palma interessieren. Den Gleitschirm-Blog Lu-Glidz findest du im Netz und zwar unter www.Lu-Glidz.blogspot.com Lu-Glidz schreibt sich Lu-Glidz Wenn du dich als Hörer von Podz-Glidz und Leser von Lu-Glidz von mir gut informiert oder auch gut unterhalten fühlst, dann würde ich mich freuen, wenn du meine Arbeit daran unterstützt, als Förderer. Dein einmaliger oder auch wiederkehrender Förderbeitrag liegt ganz in deinem Ermessen. Anders gesagt, du darfst geben, so viel du willst.

1:02:14Lucian Haas

Wer sich nicht entscheiden kann, welche Summe vielleicht angemessen wäre, dem mache ich einen wirklich unverbindlichen Vorschlag. Wie wäre es mit 1 Euro pro Podcastfolge und 2 Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz? Natürlich kannst du gerne erst ein paar Folgen hören und über Monate hinweg Lu-Glidz lesen und dann einen gesammelten Förderbeitrag leisten. Zahlungen sind ganz einfach per PayPal oder Banküberweisung möglich. Alle nötigen Daten findest du auf meinem Blog Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern. Bis zum nächsten Mal. Ciao!

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