Manchmal, wenn ich fliege und ich habe so das Messer zwischen den Zähnen und bin am Gasen und versuche so schnell wie möglich vorwärts zu kommen, dann denke ich, bin ich oft safer unterwegs, sogar wenn die Bedingungen recht hart sind oder recht haarsträubend oder so, weil ich wirklich 100 % dabei bin und voll fokussiert bin. Und für mich ist, ich habe mir schon so Gedanken gemacht, dass ich beim Fliegen wirklich voll präsent sein will und auch sein muss.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Sebastian Benz und Lucian Haas am Mikrofon.
Wenn du eine Kamera laufen und den Film später in höherer Geschwindigkeit abspielen lässt, so wird dadurch die Zeit und das dokumentierte Geschehen gerafft. Timelapse heißt das auf Englisch.
Wenn beim Filmen zugleich auch noch der Standort bzw. das Blickfeld der Kamera verändert wird, dann wird aus dem Timelapse ein Hyperlapse, ein schneller Sprung durch Zeit und Raum.
Der Schweizer Sebastian Benz nutzt diese Hyperlapse -Technik, um seine Streckenflüge mit dem Gleitschirm zu dokumentieren. So wird aus einem 10 -stündigen 250er FAI -Dreieck im Tessin – das man wohl kaum in epischer Länge im Film nachbetrachten wollte – ein 20 -minütiges, kurzweiliges Meisterwerk. Derart zeitlich komprimiert, sieht man nicht nur Wolken wachsen und vergehen, auch die entsprechend gelegte Flugroute tritt einem geradezu logisch vor Augen. Besonders wertvoll macht diese Filme allerdings, dass Sebastian das Geschehen, seine Entscheidung zur Routenwahl, seine Überlegungen zu Thermiktriggern und Wolkenentwicklungen etc. kommentiert und sehr verständlich erklärt. Damit werden aus den Filmen, die er veröffentlicht hat, auch in Hyperlapse -Aufnahmen tolle Streckenflug -Lehrfilme.
In dieser Folge Nummer 70 von Podz-Glidz erzählt der 34 -jährige Sebastian nicht nur von Hyperlapse -Filmen und was er selbst daraus gelernt hat. Es geht unter anderem auch darum, wie er zu einem der erfolgreichsten Streckenflug -Piloten wurde. Immerhin gewann er 2020 den World Online XContest der FAI. Und im XContest ist von ihm die schier unglaubliche Zahl von mehr als 65.000 Streckenflugkilometern verzeichnet.
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Sebastian, du bist relativ frisch zurück aus Brasilien. Wie war es dort?
Ja, toll. Einfach super zum Fliegen. Wir hatten leider nicht ganz so Weltrekord -Bedingungen oder zu wenig Wind für 600 Kilometer. Aber sonst war es halt Hammer. Es ist einfach super konsistent. Also man kann fast jeden Tag zehn Stunden fliegen. Und die Bedingungen sind eigentlich fast immer gut. Von dem her war es super und auch die Organisation war schon eingespielt. Und ja, es war ja auch nicht mein erstes Mal. Also ich kenne die Jungs schon und von dem her war es eine super Kombo aus sehr viel Fliegen und auch viel Spass vor allem. War das dein Ziel, 600 Kilometer zu fliegen? Grundsätzlich schon, wenn es geht. Aber sonst, es war nicht quasi, also ich bin jetzt nicht zu Tode betrübt, dass wir jetzt diese 600 nicht gemacht haben.
Aber wenn es gegangen wäre, wäre das schon das Ziel gewesen, klar.
Du hast ja jetzt keinen Weltrekord aufgestellt, aber im Grunde einen anderen Rekord aufgestellt. Zumindest wenn ich das richtig gesehen habe. Du bist ein riesiges Dreieck geflogen von 270 Kilometern, von denen manche sagen, das ist wahrscheinlich das größte Flachland -Dreieck, was jemals irgendwo auf der Welt, zumindest mit dem Gleitschirm, geflogen worden ist. Wie kam es eigentlich dazu, dass man in Brasilien, wo man eigentlich auf One -Way -Flüge setzt, dass du dann sagst, jetzt fliege ich mal ein Dreieck?
Ja, also es war schon so ein, vielleicht ein längerer Traum von mir, mal ein grosses Dreieck zu machen im Flachen. Und ich glaube, in der ersten Brasilien -Expedition haben sie das auch schon versucht und auch ein relativ grosses Dreieck gemacht. Und ja, jetzt war es halt vom Wetter so, dass wir wirklich recht wenig Wind hatten, so gegen den Schluss dieser Expedition da. Und da hat es sich wie angeboten, das mal zu versuchen. Und grundsätzlich eben in Brasilien, es fliegt eigentlich fast jeden Tag sehr gut und man hat praktisch 10 bis 11 Stunden Flugzeit. Und auch wenn man, sagen wir jetzt, etwas gegen den Wind fliegen muss, aber trotzdem halt 10 oder 11 Stunden in der Luft ist, kann man halt trotzdem ein sehr grosses Dreieck realisieren.
Und das hat mich so etwas gereizt. Plus, es ist natürlich auch sehr cool, wenn man in der Nähe des Hotels zurückkommt, zurück landet und nicht eine 10 -stündige Rückfahrt vor sich hat. Und ja, generell ist es auch in Brasilien, oder wenn es nicht so viel Wind hat, ist es auch nicht so attraktiv zu versuchen, dann one way zu fliegen, weil man kommt eh nicht so weit.
Hattest du denn dieses Dreieck genau so geplant? Also standen für dich vorher diese Wendepunkte schon fest? Oder hast du gesagt, okay, ich versuche heute mal Flachlanddreieck und ich fliege einfach mal los und irgendwann entscheide ich mich mal, jetzt kehre ich um, beziehungsweise das ist jetzt mein erster Turnpoint und so weiter?
Ne, also das ist ja eigentlich das Schöne am Flachland, man muss das nicht so strikt planen wie in den Alpen. Also ich habe mir quasi zuerst einfach, ich habe mir schon etwas Gedanken gemacht, wann ich etwa den ersten Turnpoint setzen sollte, also zeitlich und etwas in Kilometern auch. Aber grundsätzlich bin ich einfach einmal am Morgen losgeflogen, mit dem Wind, weil am Morgen ist es noch schwach und gegen den Wind, wenn es noch schwach ist, ist es sehr schwierig. Also zuerst einmal mit dem Wind und dann war schon das Ziel, so etwa 100 Kilometer zu machen, dass es insgesamt etwa 300 Kilometer geben würde. Und ich habe dann so etwas in Funktion der Zeit, der Kilometer und auch des Windes, habe ich dann irgendwann den ersten Turnpoint gesetzt.
Und das ist auch, ja in Brasilien hat man oft am Morgen recht viel Wind und dann so gegen den Mittag schläft er ein und das hat mir natürlich bei diesem Dreieck auch geholfen. Also ich habe dann so etwas gewendet, als der Wind langsam angefangen hat einzuschlafen. Und
dann, ich meine den zweiten Schenkel musst du ja relativ quer zum Wind dann fliegen und den letzten dann eigentlich wieder gegen den Wind, oder wie?
Ja, also der zweite zuerst war es recht so Crosswind fliegen,
aber glücklicherweise ist auch so eine, also wenn man sich auch die One -Way -Flüge in Brasilien anschaut, sieht man, dass der Wind, der dreht sich im Laufe des Tages, also der kommt immer mehr, also am Anfang ist es oft Süd -Ost und dann dreht er so auf Ost -Nord -Ost, je nach Windrichtung, was man am Anfang zuerst hat. Also er wird immer, er kriegt immer mehr eine Nordkomponente während des Tages und das hat mir dann auch geholfen, so Mitte zweiter Schenkel oder so war es dann eigentlich fast Rückenwind. Nur am Schluss war es dann auch wieder recht viel Gegenwind, weil man hat dann so auch die Sea Breeze, die langsam reindrückt und dann, als ich dann, ein bisschen nachdem ich gelandet bin, war es dann, kam dann auch recht starker Wind von der Sea Breeze rein.
Ganz geschlossen hast du es ja nicht, du bist ja ein bisschen vorher gelandet. Denkst du, dass ein solches Dreieck, so wie du es dort geflogen hast, dass es in dieser Grösse auch wirklich geschlossen werden kann oder ist das wirklich so schon quasi an der Grenze von dem, was man zeitlich dort und auch vom Durchschnitt Geschwindigkeiten, die man dann bei diesen Winden dann fliegen kann, überhaupt erreichen kann?
Ne, also da geht es sicher noch mehr. Der Tag war eigentlich eher durchschnittlich, würde ich sagen. Gerade am Anfang haben wir recht stark gegen das Absaufen gekämpft, also es war recht tricky und auch in der Mitte hatte ich eine relativ grosse Baustelle, da war ich sehr tief, habe viel Zeit verloren und am Schluss habe ich es auch nicht ganz optimiert, also ich bin am Schluss noch aus dem Steigen rausgeflogen, damit ich nicht zu lange fliege. Das ist schon immer so ein Thema in Brasilien, weil wenn die Sonne dann untergeht, wird es sehr, sehr schnell dunkel und ich wollte halt nicht im Dunkeln landen, weil es viele Kabel und so und Hindernisse gibt, die man dann nicht mehr sieht. Also ich hätte vielleicht noch 10, 20 Minuten, wenn es so ist, 10 Minuten mehr gehabt am Schluss.
Aber ich denke also 300 sind sicher möglich, wenn wir mit etwas besserer Tag, etwas weniger Wind und noch einer etwas optimierten Linie sind 300, denke ich, nicht so schwierig. Um so einen Flug
realisieren zu können, braucht man aber trotzdem ja echt viel Flachlanderfahrung, um so ein Land dann auch so lesen zu können, um da auch wirklich immer oben zu bleiben. Wie kommt ein Schweizer wie du, der normalerweise, der normalerweise in Hochgebirge fliegt und sowas, wie kommt so ein Typ wie du dazu, auch ohne Berge so gut zu fliegen?
Das Flachland ist nichts Neues für mich in dem Sinne. Also ich habe schon recht viel Flachlanderfahrung. Ich habe mal in den USA gelebt und an der Ostküste. Ich habe da etwas so Flachlandfliegen gelernt und dann habe ich auch mehrere Saisons in Australien verbracht und da ist es dann wirklich, wirklich flach. Und ja, von dem her, ich habe da eigentlich recht guten Zugang zum Flachlandfliegen und das ist nichts mehr super Neues für mich. Und ja, schlussendlich ist das alles Fliegen. Es funktioniert überall auf der Welt gleich, ob es flach ist oder Berge hat oder ja.
Lass uns mal ein bisschen zurückgucken dann in deiner Geschichte, weil du sagst, du warst in den USA und Australien zum Fliegen und sowas. Wann hast du überhaupt angefangen mit dem Gleitschirmfliegen?
Ja, das war grundsätzlich. Ja, das war grundsätzlich. Ich glaube eben so 2004. Da war ich Ende 16, Anfang 17. Ich habe so mein erstes Geld aus der Chemielaborantenlehre verdient und da habe ich mal angefangen mit dem Schnupperkurs und der Schulung. Und ja, ich war schon immer sehr, sehr fasziniert vom Streckenfliegen und das war eigentlich mein grosses Ziel.
Das heisst, immer fasziniert vom Streckenfliegen. Das heisst, diese XC
-Fliegerei war wirklich von Anfang an bei dir auch so? Ja, ich wollte immer schon Strecke fliegen. Ich habe einfach nicht gewusst, wie. Und wie hast du das dann gelernt? Ja, also zuerst habe ich einfach normal die Schulung durchlaufen und da habe ich so ein bisschen Thermikfliegen gelernt und dann bin ich einfach am Anfang mit meinem A -Schirm oft von Engelberg ausgeflogen, Strecke oder ich habe grundsätzlich immer ein Gebiet gewählt, das im Luft des Windes ist und habe dann von dort aus versucht, Strecke zu fliegen. Und
wie schnell hast du da Erfolge gefeiert? Oder wann hast du zum Beispiel deinen ersten Hunderter gehabt? War das schon direkt im ersten Jahr oder im zweiten?
Nein, das ging schon länger. Ich weiss nicht, zwei oder drei Saisons habe ich schon gebraucht für meinen ersten Hunderter. Das war so ziemlich Trial and Error. Also ich habe mir auch viele Flüge im XContest angeschaut, aber ich bin nicht gleich so in die Hammergebiete gegangen wie ins Wallis oder so, weil ich habe gedacht, das ist etwas zu stark noch für mich. Und ich hatte wirklich einfach nicht so viel Ahnung, wie das geht. So
rückblickend. Nicht so viel Ahnung, wie das geht, ist gut. Ist denn dabei trotzdem dann immer alles gut gegangen? Also hast du das Glück des tüchtigen Anfängers gehabt? Also ich habe
schon auch viel Glück gehabt, aber ich habe zum Beispiel ziemlich am Anfang mir mal so einen Kompressor
gemacht, einen
Kompressionsbruch von einem Wirbel geholt, weil ich, ja, ich wollte Top landen, weil ich unbedingt pinkeln musste. Und ich habe da die Top -Landung etwas forciert, was ich jetzt nie mehr machen würde. Aber ja, man lernt dazu.
Nie mehr machen würde heisst, du würdest keine Top -Landung mehr machen oder du würdest keine Top -Landung mehr forcieren, wie du jetzt gerade gesagt hast? Ich
lande sicher noch Top. Ich würde es einfach nicht mehr forcieren. Das ist so eine eiserne Regel von mir. Also so einen Top -Crash oder sowas in der Ordnung will ich nicht machen. Also ich schaue, dass ich immer einen Plan B habe und ich bin auch nicht so stolz, 20 Mal anzufliegen, wenn es nicht passt und halt aufzugeben, wenn es nicht geht.
Nun hast du gesagt, als XC -Flieger warst du gewissermassen damals autodidakt und hast dich da langsam selber herangetastet. Was würdest du denn heute Piloten raten? Wie kann man sich am besten dem XC -Fliegen nähern? Wie macht man da vielleicht am schnellsten Fortschritte?
Ich habe viel autodidaktisch, aber ich habe auch viel über den XContest und in Gleitschirmforen gelesen. Ich denke, das hat mich schon auch einiges weitergebracht.
Am schönsten ist natürlich immer, wenn man jemanden hat, so einen Mentor oder so, der einem so etwas zeigen kann und mit dem man, wahrscheinlich besprechen kann, was man gemacht hat. Aber schlussendlich denke ich, ist es auch eine gewisse Charakterfrage. Gewisse Leute lernen sehr gut, wenn sie einen Mentor haben und sonst irgendwer oder andere vielleicht etwas dümmere wie ich oder so, die müssen jeden Fehler mal selbst gemacht haben, bis sie es glauben.
Ich denke, es ist auch sehr individuell, aber es ist sicher, gut, wenn man jemanden hat, der kompetent ist und einem so viele Informationen mit auf den Weg geben kann, wie möglich. Das ist sicher nicht falsch.
Hattest du denn mal so etwas wie einen Mentor?
Nein. Ich habe wirklich fast alles auf eigene Faust gelernt.
Das ist ganz interessant, weil du machst ja, wie soll man das sagen, supertolle Erklärvideos. Das ist ja eine deiner Spezialitäten mittlerweile. Da trittst du ja im Grunde selber als Mentor auf, wo du plötzlich den Leuten anfängst, Sachen zu erklären und sonst etwas. Hast aber selber gar keinen gehabt, also gar kein Vorbild dafür. Woher kommt das Drängen danach, zu sagen, ich mache jetzt Videos, wo ich selber zeige, wie ich es eigentlich mache?
Ein Teil ist schon auch, wenn ich so zurückdenke. Ich bin froh, ich habe es überlebt, ohne bleibende Schäden. Aber ich denke schon, die Stufe vom Gleitschirmschein oder vom Brevet
zum kompetenten, sicheren XC -Piloten, da gibt es ein riesiges Loch dazwischen. Es ist unglaublich viel, was man dazwischen lernen kann. Ich denke, ich habe inzwischen auch ein recht grosses Wissen und einen immensen Erfahrungsschatz aufgebaut. Es macht mich schon auch glücklich, das etwas zu teilen. Ich möchte anderen Piloten das auf den Weg geben oder mein Wissen teilen, um dieses Loch etwas zu stopfen und anderen vielleicht einige nicht so schöne Erfahrungen ersparen zu können.
Du setzt ja bei deinen Videos eine ganz besondere Technik ein, sogenannte Hyperlapse -Videos. Erklär mal, was ist das eigentlich?
Meistens mache ich es zwischen 16 und 64 Mal beschleunigt. Und das Ganze ist...
Beschleunigt heisst nicht jetzt den Gleitschirm beschleunigt, sondern das Video ist beschleunigt. Du zeigst, es ist ein Zeitraffer.
Genau, es ist ein Zeitraffer. Bis zu 64 Mal schneller, das ist also schon recht massiv schneller.
Wenn man eben 10 Stunden fliegt. Ich meine, wenn ich da die ganzen 10 Stunden abspiele, dann schläft jedem das Gesicht ein. Das ist sowieso immer etwas des schwierigen Begleitschirmvideos, quasi die Faszination gut zu transportieren, ohne dass es sehr lang und einschläfend wirkt. Ja, und quasi möglich wurde dies erst durch die neue Technologie der 360 Grad Kameras, weil durch das wird quasi eben 60 Grad gefilmt. Und durch das kann auch dieses Video extrem stabilisiert werden. Also wenn man sonst so ein GoPro -Video oder so 64 Mal schneller abspielt, dann wackelt das und rumpelt nur noch.
Also da wird man sofort sehen können. Das heisst, da wird
einem schwindelig vom Zugucken zu. Ja
genau, also das ist nicht eine schöne Erfahrung.
Wenn man sich jetzt diese Videos anguckt, also ich finde selber immer, ich habe gestern Abend noch ein paar Stunden sogar fast damit verbracht. Ich finde das immer wieder faszinierend, wenn man sich das anguckt, weil man auf diesen Videos, gerade weil es so schnell läuft, so viel mehr sieht, als wenn es langsam läuft. Weil viele der Veränderungen, die in der Luft passieren, mit Wolken und sonst was, werden eigentlich erst wirklich verstehbar oder sichtbar, wenn man es so schnell sieht. Und auch beispielsweise deine Linienwahl, wenn du da irgendwelche Grate entlang fliegst, wird viel leichter verständlich, wenn man das so schnell sieht. Weil man dann mit einmal sieht, ah ja genau, da ist er sofort da und man kann es nachvollziehen. Es ist nicht ein Schläfern zwischendurch, wo man dann gedacht hat, wo war der eigentlich losgeflogen. Das hat man ja gerade ein paar Sekunden vorher noch gerade gesehen.
Von daher ist allein dieses Beschleunigen ist ja schon ein ungeheures Lehrstück auf gewisse Weise. Was ich mich dabei gefragt habe, wie viel von dem, was du auch als Erfahrungsschatz mittlerweile aufgebaut hast, wie viel basiert auch darauf, dass du im Grunde deine Flüge selber auch immer in diesen Hyperlapse -Geschichten nochmal nachgeschaut hast? Wie viel hast du vielleicht manchmal erst im Nachhinein verstanden, wenn du deine eigenen Flüge so nochmal im Schnelldurchlauf angeguckt hast?
Ja, das ist sicher ein guter Punkt. Für mich ist es schon auch ein tolles Debriefing. Das ist ganz klar.
Ich meine, jetzt ist es schwierig zu sagen. Während dem Flug
musst du ja trotzdem die Wolken auch lesen quasi in Slow Motion. Also nicht in Slow Motion, aber im Vergleich zum Video in normaler Zeit. Da hilft dir natürlich nichts. Aber es hat sicher auch eine Dimension hinzugefügt, dass
man jetzt
diese Videos im Hyperlapse sehen kann. Und wie du gesagt hast, es ist schon sehr faszinierend, die Wolken vor allem da anzuschauen.
wenn man das noch nie gesehen hat, ist es vielleicht schwierig zu erklären, aber es ist wirklich, man kann wirklich sehen, woher die Wolke kommt, wie sie aufbaut. Es wirkt wirklich super logisch, wenn man das im Beschleunigten sieht. In normaler Zeit ist es oft recht schwierig zu lesen. Also für mich ist es sicher toll, dass ich das auch nachher anschauen kann. Und manchmal fallen mir da auch die Schuppen von den Augen und denke ich, die Thermik kam eigentlich von dahinten oder so und darum ist es gar nicht oder hat es nicht funktioniert. Manchmal habe ich auch schon ein paar Videos von Brasilien angeschaut und da sieht man auch so, ein bisschen weiter rechts wäre eigentlich die Thermik hochgekommen.
Aber ich war links da, wo die Wolke schon wieder völlig auseinanderfällt und so, aber live war dann das alles nicht so offensichtlich. Also es ist für mich sicher ein tolles Tool, auch das so anzuschauen und ich denke generell, wenn man versucht etwas zu vermitteln oder jemand einem etwas beizubringen, dann lernt man ja auch immer selbst noch etwas. Das ist ja wie so eine ja in der Didaktik oder vom Können her immer noch eine weitere Stufe. Also wenn man es quasi selbst beherrscht, das ist eine Stufe. Aber wenn man es dann auch noch jemandem erklären kann, das ist wie noch mal eine Stufe höher vom
Verständnis. Also von dem her ist es ja auch eine etwas eigennützige Sache, dass ich da etwas dazu lernen kann oder noch mal eine Stufe höher gehen kann im Wissen und im Verständnis.
Wenn ich es richtig gesehen habe, diese Hyperlapse -Videos machst du so seit etwa zwei Jahren. Stimmt das so? Ja,
ein Jahr jetzt wirklich. Oder ein Jahr. Würdest
du denn sagen, in diesem einen Jahr durch diese ganzen Hyperlapse -Geschichten und wo du auch immer so viel selber dann geschaut hast und es dann auch in Worte gefasst hast und erklärt hast, gibt es da so etwas, wo du sagst, ich habe wirklich etwas erst in diesem letzten Jahr dadurch verstanden, was du vorher nicht wusstest oder als Modell von wie funktioniert das Wetter oder sonst was, was du nicht erkennen konntest in der Slow Motion oder in der normalen Geschwindigkeit?
Grundsätzlich nicht so direkt, aber was mir schon vielleicht noch weiter bewusst worden ist, ist, dass es wirklich darum geht, sehr präzise zu fliegen. Also es ist quasi es wurde mir wie mehr bewusst, dass halt die Thermik wirklich genau an einem Ort durchströmt und dann genau dorthin geht, wo die Wolke aufbaut und ich denke, ich habe jetzt ich lege schon mehr Fokus auf dieses extrem präzise Fliegen. Also ich versuche genau dort zu sein, wo man sein muss, wenn das Sinn macht. Und ich denke, ich meine, das ist mir jetzt auch mehr aufgefallen, wenn man gute oder sehr erfahrene Piloten beobachtet, die sind genau da, wo man sein muss
und so weniger erfahrene Piloten, die dümpeln dann irgendwo ein bisschen rum und dann fällt es mir jetzt auch viel mehr auf. Also ich sehe gleich so, ah, der ist erfahren oder er ist weniger erfahren vom Ziel, wo er hinfliegt, genau.
Das heißt einfach, du guckst, wo fliegt der andere am gegenüberliegenden Hang hin oder dümpelt der sofort vorne in der schwachen Thermik, wo du eigentlich sagst, nein, die eigentliche, die steht dann doch 300 Meter dahinter, das hätte man doch eigentlich sehen können, wenn man sich das schneller vorstellen kann oder sonst irgendwas.
Und du
fliegst dann einfach die 300 Meter weiter, weil du weisst, der eigentliche Bart muss dahinter sein.
Und das macht halt extrem viel aus. Also man kann einerseits beim Drehen, aber andererseits oft wirklich schnell fliegen kann man ja, wenn man auch eine Ridge hat oder so, die trägt und da spielt es dann extrem eine Rolle, wenn man wirklich in diesem Hangsteigen drin ist und all diese Punkte quasi abfliegt, wo es wirklich rauf geht, dann kann man da schon unglaublich viel gewinnen.
Bei deinen Videos, die sind ja jetzt nicht nur so toll, weil sie diese Bilder haben, vom Schnelldurchlauf, wo man das alles so schön vor Augen geführt bekommt, sondern du erklärst ja auch die ganze Zeit dabei. Das ist so wie so ein Live -Kommentar, wo du dann diesen, also auf kurze Zeit reduzierten Flug dann entsprechend noch live sagst, was du da eigentlich gemacht hast oder welche Entscheidung dahinter war und auch allein davon kann man ja unheimlich viel lernen. Was ich mich frage, diese Erklärung, die du dort gibst, hast du die vorher alle gescriptet? Also hast du ein Manuskript, was du im Grunde dann abliest oder guckst du dir den Film in dem Moment an und erzählst wirklich das wie so ein Live -Kommentator, der statt Fußballspiel jetzt halt einen Gleitschirmflug im Schnelldurchgang kommentiert?
Ja, also ich scripte das sicher nicht so im Detail durch oder so. Also ich schaue mir also ich exportiere mal, also reframe das Ganze mal und exportiere dann mal das Video und ich schaue es mir an und natürlich habe ich den Flug auch schon mal erlebt, also ich weiss vielleicht, wo waren kritische Punkte, wo war es tricky, vielleicht sehe ich dann auch noch im Video ein, zwei eben so Aha -Momente oder so etwas von den Wolken her oder etwas spezielleres, das mir noch nicht aufgefallen ist und dann habe ich so ungefähr etwa eine Idee, auf was ich eingehen will und dann spreche ich das mehr oder weniger live dann zu was ich lasse das Video laufen und ich spreche es dann live zum Video.
Gibt es irgendwie eins von diesen mittlerweile, ich glaube über 20 Videos, die du da schon hochgeladen hast, gibt es da irgendeins, wo du sagst, da bin ich besonders stolz drauf oder das ist etwas, wo du sagst, das ist wirklich so besonders, weil da ein Effekt zu sehen ist, den man vielleicht so in anderen Videos nie vorgeführt bekommt? Also
mir persönlich gefällt das, so ein Tessin -Video von 200, das war glaube ich 260 irgendwas FAI -Dreieck von dieser Saison und da habe ich eigentlich so ziemlich den ganzen Flug als Hyperlapse und das ist schon Das sind ja auch drei
Teile, glaube ich, also das insgesamt.
Ne, ich glaube das war nur ein Teil, also ich habe verschiedene aus dem Tessin aber der letzte, das war quasi ein Einteiler und zwar schon speziell, weil es sehr starken Mordwind hatte und so mit den Wolken ist es schon recht lehrreich, was man alles sehen kann in diesem Video, also es ist schon recht faszinierend für mich. Bekommst du viel Feedback auf diese Videos? Ja, schon, also es hat extrem viele Leute schauen sich das an und ich kriege auch sehr oft sehr positives Feedback, was mich natürlich ungemein freut und auch motiviert, vielleicht eben noch weitere Videos zu machen, weil es ist, ja ich, ich habe ich mache es sehr gerne, aber es ist auch unglaublich aufwendig. Also ich sage immer so, es dauert mindestens
mindestens so lange wie ich geflogen bin, wenn ich schnell bin und sonst kann es auch doppelt so lange dauern.
Okay, das heisst du fliegst 10 Stunden aber so ein Filmschnitt und mit allem ganze Produktion kann dann auch 20 Stunden dann dauern.
Ja, genau.
Wie machst du das eigentlich? Ich meine, du hast jetzt, wenn du sagst ich filme 10 Stunden FAI Dreieck im Tessin geflogen. Guckst du dir wirklich diese 10 Stunden dann nochmal durch oder formatierst du das direkt so, dass du es selber als Hyperlapse dir anschauen kannst und sagst, ich mache es eh nur in diesem Schnelldurchgang oder wie funktioniert das?
Ne, also ich, ich lad mir das Ganze mal auf den PC und dann eben bei einer 360 Grad Kamera muss man ja auswählen, wo also wohin man schaut weil eben man hat 360 Grad zur Auswahl und dann also mache ich so jetzt eben für dieses Hyperlapse mache ich so ein grobes Reframing nennt sich das, wo man auswählt in welche Richtung man schaut und dann wähle ich schon mal diese Richtung aus und ich springe dann quasi, also ich klicke einfach eben mit so einer Gleitphase fliege ich ja immer in die gleiche Richtung dann, dann wähle ich so eine Frame am Anfang und vielleicht noch am Ende der Gleitphase oder so, wenn ich die Richtung etwas ändere also ich, ich stelle da quasi die grobe Richtung ein und ich schaue mir das auch nicht alles ganz an teilweise auch schon beschleunigt schaue ich es mir an, aber der Computer kann nicht ganz in Echtzeit
das schon so rendern mit 64 Mal schneller und ich, ich klicke da einfach so durch und dann exportiere ich mal alles und je nachdem mache ich dann noch eine Struktur, wenn ich irgendwie einen groben Schnitzer gemacht habe oder so, aber dann füge ich es mal zusammen und dann schaue ich es mir gleich mal in schneller an das Ganze Und dann
sprichst du auch quasi dein Kommentar dann da drüber und dann ist es fast fertig Ja,
also zuerst mache ich es dann die ganzen Schnittstücke die kommen aus der 360° Software, dann setze ich die in DaVinci Resolve zusammen und so für die neueren Videos habe ich teilweise auch noch so Landschaftsmaus Marker reingemacht das ist auch noch relativ aufwendig es geht auch so mit Tracking von den Orten und so, das mache ich auch in DaVinci Resolve und dann schneide ich eigentlich das Video fix und fertig, also dass es wirklich stimmt und dann erspreche ich das das Audio drauf weil es ist, oder es, wenn es noch nicht ganz fertig ist und du tunest noch irgendwas von der Länge, dann passt es wieder nicht vom Audio und das ist das manchmal echt tricky
Was hast du für eine 360° Kamera?
Ich habe die Insta360 One R Die
hat ja eigentlich jetzt nicht so den grössten Akku, um zu sagen, ich kann da 10 Stunden mit aufnehmen, wie machst du das?
Ja, ich habe die angeschlossen an einer grossen Powerbank, also ich fliege sowieso mit einer grossen Powerbank also so mindestens 27.000 mAh und da habe ich eigentlich die Kamera immer angesteckt Das heisst, die ist auf
dem Stick drauf da ist ein langes Kabel am Stick dann dran gebunden
und das geht dann in die Powerbank Genau, das ist wirklich so um den also eben, ich habe die Kamera auf einem Selfiestick, in den ich so in die Seite reinschiebe und ja, dann filme ich da
von diesem Stick aus und das Kabel wirklich um den Selfiestick, damit es nicht erscheint im Bild weil es gibt natürlich, es gibt so eine
360° Kamera in der Flucht der Kamera gibt es einen blinden Punkt, wo man nichts sieht und das Kabel ist dann da in diesem blinden Punkt drin Und
wenn du jetzt 10 Stunden Flug aufnimmst, wie viele Gigabyte sind das dann die da zusammenkommen, allein für so einen Flug mit 360° aufgenommen?
Ja, viele, also ich habe so eine 512 Gigabyte Karte drin und die hält vielleicht so 14 Stunden Flug aufnehmen also ja, wenn ich also 450 wenn ich einen sehr langen Flug mache gibt es sofort Und
wenn du jetzt alle deine Flüge ich weiss nicht, ob du alle machst, aber die meisten deiner grossen Streckenflüge entsprechend dokumentierst hast du jetzt hunderte Festplatten bei dir rumliegen, die du mit ganz viel Flugmaterial vollpumpst oder sagst du einfach ne, ich habe jetzt den Film zusammengeschnitten und jetzt vergesse ich mal diese 512 Gigabyte, die brauche ich nicht mehr Das ist,
du sprichst da ein gutes Thema an ich muss mich da noch etwas einig werden, was ich mache, also ich habe jetzt so eine inzwischen, also ich habe x Speicherkarten, so 512er vielleicht 5 bis 10 oder so und die sind jetzt alle mehr oder weniger voll und ich habe eine 4 Terra externe Festplatte und die ist jetzt auch voll und ich muss mir langsam Gedanken machen, ob ich jetzt mir weitere Festplatten hole oder einfach dann das Material wieder mal lösche also ich tendiere zum auch wieder mal einen Teil des Materials einfach zu löschen.
Wenn man
so wie du so viel fliegt, ich habe ja gesehen im XContest, ich glaube da stehen allein 65.000 Flugkilometer von dir, seitdem du mit dem XC fliegen angefangen hast, ich glaube das ist eine Zahl, an die wenige wahrscheinlich überhaupt herankommen werden wie schaffst du das eigentlich allein von der Zeit her?
Ja, also ich nehme mir einfach die Zeit, also ja, ich war sicher also sicher cool war ich habe immer, sagen wir mal eine Ausbildung gemacht oder so und dann habe ich oft dann so ein halbes Jahr so freigenommen, um viel zu fliegen so jetzt in der letzten Zeit, dass ich habe einen 100 % Job als Chemiker und das schon manchmal habe ich nicht so viel Zeit ich versuche manchmal die guten Tage freizunehmen, aber das ist auch nicht immer möglich, also es ja, ich versuche einfach so viel zu fliegen, wie es irgendwie geht.
Wonach willst du dir aus, an welchen Tagen du dir frei nimmst, um fliegen zu gehen?
Ja, also schon, ich will einfach, dass es ein gutes Streckenpotenzial hat, wenn ich extra frei nehme und ja, irgendein Gebiet oder so, oder ein Flug den ich schon im Kopf habe Thermik reizt möglich wäre und dann nehme ich frei.
Was macht für dich einen guten Streckenflugtag aus?
Ja, sicher, dass man den ganzen Tag in der Luft bleiben kann, also das ist wichtig in den Alpen sicher auch, dass man nicht allzu viel Wind hat, ausser One Way ähm ja so, und irgendein Gebiet, wo ich schon eine coole Idee habe für einen Flug, das ist sicher auch noch wichtig.
Das heisst, du planst auch alle Flüge, die du machst planst du minutiös vor, weil du sagst, ich habe schon eine Flugidee, hast du dann auch schon quasi die Wendepunkte immer gesetzt?
Ne, also ich halte es dann wie etwas mit dem Sprechen der Videos also ich schaue mir natürlich schon ganz klar, sehr detailliert das Wetter an und ich habe so vielleicht so ein paar Traumrouten und so im Kopf, die ich mir anschaue aber ich halte es dann doch auch so ein bisschen Freestyle das Ganze, also ich schaue mir gewisse Dinge an aber dann in der Luft entscheide ich dann auch wieder um oder so oder wenn es nicht geht oder nicht gut ausschaut und bin da etwas flexibel, also ich plane jetzt nicht alles minutiös ins Detail ich schaue mir mehr so
grundsätzlich an, was ist möglich wo sind vielleicht Schlüsselstellen was muss gegeben sein, damit es möglich ist, aber sonst schaue ich mir das nicht eben bis ins letzte Detail an, weil ich denke, das hilft auch nicht allzu viel, weil jeder Tag ist wieder etwas anders und man kann nicht alles planen. Aber
hast du so etwas wie quasi ein Set im Kopf oder auf der Festplatte abgespeicherte Flugideen wo du sagst, sobald ich sehe, dass dafür die Wetterlage passt, dann würde ich das aus dem Hut zaubern, beziehungsweise auf mein
Fluginstrument dann ziehen, um zu sagen da kann ich jetzt entsprechend nachfliegen?
Ja, das sicher, ja also so Grundideen habe ich schon von gewissen Flügen, die ich also gewisse sind natürlich so Standardflüge, so wie die grossen Dreiecke, die schon gemacht wurden, aber auch so kreativere Dreiecke habe ich schon viele, die ich so etwas zum Träumen in meinem Kopf habe und manchmal visualisiere ich das auch etwas, also wenn ich zum Beispiel zum Joggen gehe oder so, dann denke ich gerne daran, wie so ein idealer Flugtag ausschauen könnte oder was will ich für Bedingungen und dann gehe ich wie so träume ich so oder tagträume ich den Flug etwas vor mich hin, also wie das so dann wäre und wo ich aufdrehen kann und wo ich ins Leg komme und einfach so
ich träume dann so, dass den Flug so etwas vor mich hin und wie es dann wäre, wenn ich das machen könnte Das
machst du beim Joggen? Genau, ja, so oft, ja Das heisst, du gehst Joggen und dann spielst du dir quasi wie so ein Hyperlapse Video im Vorhinein, also ein Hyperlapse Traum wäre das ja dann in dem Fall spielst du dir diesen Flug im Vorhinein raus. Genau, ja
Hast du denn dafür dann also guckst du beispielsweise auch in der Vorbereitung, guckst du dir dann auch solche Sachen noch in Google Earth oder sonstige Sachen genauer an, dass du sagst, ah, ich habe schon eine Vorstellung, wie das geländemäßig aussieht und das setze ich dann in meinem Traum dann entsprechend so um oder sagst du jetzt, ich habe mittlerweile so viel gesehen in den Alpen, gerade in den Schweizer Alpen, da bin ich schon so viel rumgeflogen ich kenne da eigentlich das Gelände, ich weiß wo ich, wie da die Täler aussehen und das kann ich in meinem Traum dann einfach so zusammenbauen.
Ja also
ich schaue mir das Ganze sicher an auf XC -Planer oder so, vor allem wenn ich eine neue Strecke oder so entwerfe um jetzt die Idee zu haben, aber es ist schon klar, in den Schweizer Alpen gibt es mittlerweile eigentlich fast keinen Ort mehr den ich nicht schon mal beflogen habe, also es wäre vielleicht so etwas alt Heimers oder so, dass ich vergesse wie es ausgesehen hat das passiert mir öfters als man denkt, aber ja, gross so modo kenne ich schon alles ungefähr, wie es ausschauen sollte von dem her, ich schaue mir das nicht genau an auf Google Earth oder so ich schaue mir vielleicht eben so Schlüsselstellen oder
ja, ich überlege mir schon schwierige Orte oder so versuche ich schon auf quasi auf dem XC -Planer etwas vorzubereiten oder einfach mir zu überlegen, wie man das dann genau diese Schlüsselstelle nehmen kann oder auch was es braucht dass man diese Schlüsselstelle nehmen kann, also irgendeine Basis oder Windrichtung oder was gegeben sein muss dass man so durchkommt das mache ich schon Wie
häufig passiert sie dann in der Realität, dass dieser zuvor vorgetragener träumte Flug nicht so aufgeht wie du ihn im Traum erlebt hast?
Ja, also ich würde sagen fast nie also der geht fast nie auf also ich träume natürlich bewusst auch recht gross weil es sind ja Träume da kann man machen, was man will also das lasse ich mir auch nicht nehmen ich will da nicht zu realistisch träumen aber ja, manchmal geht es auch dann wirklich sehr sehr gut und geht auch besser als der Traum also ich denke zum Beispiel diesen Sommer ich habe geträumt von diesem Dreieck von Bruni von Engelberg weil das war so sehr nahe an meinem Herzen kann man sagen, weil ich da quasi gelernt habe Strecken, also die Strecken zu fliegen und da gab es noch kein 200er vorher und ich habe immer von diesem recht technisch schwierigen
200 plus Dreieck geträumt, aber ich habe es mir nicht ganz genau angeschaut und diesen Sommer gab es mal eine sehr gute Lage und da konnte ich dann auch wirklich 260
fliegen und ich glaube in meinem Traum war ich nicht ganz so kühn wie es dann tatsächlich in der Realität geflogen habe also das ist mal ein Beispiel, wo es umgekehrt war aber sonst träume ich schon eher recht gross, aber das spielt auch keine Rolle, weil ich kann mir dann ja mehrere Schlüsselstellen oder so vorträumen die müssen dann nicht alle in einem Flug sein.
Wenn jetzt so ein Flug besser wird als dein Traum wie wirkt sowas bei dir nach?
Ja, das freut mich schon sehr stark und hat mich schon auch recht glücklich gemacht so einen richtig coolen Flug zu machen und mal so einen Flug zu realisieren das etwas Neuland ist was man schon lange im Kopf hatte das ist schon recht cool
Brichst du denn auch schon mal Flüge ab wenn du merkst, dass an dem Tag kein so guter Schnitt zu fliegen ist dass man wirklich eine große Strecke entsprechend zusammenbringt, wie das, was du dir vielleicht vorher erträumt hast oder bleibst du auch an schwachen Tagen dann einfach dran, weil du sagst, ich mach jetzt das Beste daraus, was ich hier noch machen kann und ich lerne immer noch oder ich will eh in der Luft sein und dann ist es mir jetzt egal dann steht halt nicht die Kilometerzahl am Ende da, aber ich habe unheimlich viel Erfahrung wieder gesammelt Ich
breche eigentlich nie ab für
grundsätzlich das klingt jetzt etwas so harsch aber die Kilometer sind mir eigentlich fast egal also natürlich freue ich mich wenn es viele Kilometer sind und so und es ist auch motivierend sich so ein Ziel zu setzen von einem grossen Dreieck aber schlussendlich fliege ich einfach auch unglaublich gerne und das ist eigentlich das grosse Ding, das mich motiviert ist wirklich in der Luft zu sein und von dem her ja, also ich breche ich breche nie ab, wenn ich jetzt den Schnitt nicht habe oder so ich redimensioniere dann manchmal halt den Flug oder überlege mir etwas anderes oder so das klar kommt manchmal vor, wenn es dann wirklich utopisch wird, quasi den ursprünglichen Plan zu fliegen, aber wirklich landen gehen oder so würde ich jetzt nie also
auch ein kürzerer Flug ist für mich unglaublich schön und wie gesagt, ich habe einen 100 % Job und ich kann jetzt auch nicht einfach so unendlich viel fliegen von dem her bin ich einfach froh, wenn ich einen ganzen Tag in der Luft bleiben kann
Was macht für dich die grosse Faszination des Fliegens aus?
Ja, ich denke für mich ist es schon so eine Kombination aus vielem halt das ist so das perfekte Spiel irgendwie weil es ist sehr komplex zu verstehen und ich habe gerne so komplexe Systeme die eine strikte Logik haben, aber zu komplex sind um es wirklich zu erfassen und für mich ist es schon so ein ja ein Spiel mit dem Wetter man hat unglaublich schöne Aussichten man kommt an Orte, die man nie sehen würde es ist ein bisschen Nervenkitzel auch man ist draussen man erlebt etwas es ist eine richtige Kombination aus allem, das mir extrem
zusagt Wenn
du jetzt sagst diese Faszination auch immer wieder Situation zu haben, die du nicht du sagst, die sind so komplex und du kannst sie nicht ganz durchsteigen, aber trotzdem du lernst ja bei jedem Flug dann wahrscheinlich auch immer noch irgendwie was dazu oder du sagst eine Situation, die habe ich vorher nicht verstanden aber im Nachhinein verstehe ich vielleicht, warum das dann war, vielleicht manchmal auch erst, wenn du deine Videos dann entsprechend anguckst gibt es irgendwie etwas so eine besonders überraschende Erkenntnis aus der Fliegerei, die du in diesem Jahr gehabt hast?
Ich
weiß nicht, in diesem Jahr schon ja schon auch noch was man noch machen kann bei relativ viel Nordwind im Süden und so das Spiel ja mit Lee und Wind und was es so verträgt doch noch, auch so wenn man quasi im geschützten Lee fliegt und so ich denke ja das habe ich schon auch recht Fortschritte jetzt gemacht in der letzten Zeit Hast du über die Jahre risikofreudiger geworden mit diesem Wissen? Ich hoffe nicht also ich ich denke weil das Wissen ist ja auch ein grosser Faktor um das Risiko zu minimieren also wenn man
wenn man es nicht versteht ist es ja auch schon mal sehr schwierig einzuschätzen, wie viel Risiko man überhaupt eingeht und je mehr man versteht, desto kalkulierter ist dann auch das Risiko also ich denke schon also ich hoffe grundsätzlich dass ich ja nicht übermütig in solche Situationen reingehen und schon recht kalkulierter eigentlich das Risiko eingehen Wann
ist dir das letzte Mal passiert, dass du gesagt hast das verstehe ich jetzt aber gar nicht hier?
Ich habe das immer wieder jetzt habe ich das wahrscheinlich fast in jedem Flug denke ich dass ich etwas nicht also nicht ganz verstehe also ich kann mir das dann schon erklären, aber ich kann es quasi nicht voraussehen können oder so also es passiert fast in jedem Flug und vielleicht so
sicherheitstechnisch diese Saison habe ich einmal einen grossen Front
Klapper bekommen und da das war schon etwas überraschend muss ich sagen, weil ich war eigentlich so bereit um thermisch zu suchen und trotzdem habe ich einen recht grossen Frontklapper gekriegt, das war so eine Situation wo ich gesagt habe, ja das war jetzt nicht da war ich jetzt nicht 100 % Herr der Lage Hast du Vorbilder? Ja, also ich meine wir alle sind Fans von Kriegel Maurer sicher, also es ist unglaublich was er fliegen kann
ja also ich schaue mir natürlich immer wieder Flüge an von Piloten die auch sehr kreative Flüge machen also gerade irgendwie Marcel Schmid oder so in der Schweiz macht auch immer wieder tolle Flüge also es gibt eine eine recht coole Community denke ich hier die wirklich auch innovative Flüge macht und ich finde solche Sachen schon auch recht cool aber rein vom technischen her oder so Kriegel oder Paddle oder so ist schon faszinierend was sie noch aus einem Gleitschirm herausholen können Hast
du selbst irgendwelche besonderen Techniken die du beim Fliegen einsetzt? Wo du sagst das ist so ein Flugstil oder sonst etwas ist typisch Sebastian Benz? Puh ich
weiss nicht ich glaube eigentlich nicht also ich bin ich bin vielleicht nicht so der Filigrantechniker ich würde sagen ich beherrsche meinen Gleitschirm aber ich bin jetzt auch nicht der Supertechniker oder so ich gewöhne mich einfach an Material und ich fliege dann das Material und so dieses ultra technische oder auspfeilen alles so ein Gurtzeug oder so mache ich eigentlich nicht also es ist für mich steht hauptsächlich das Fliegen im Vordergrund ich glaube ich habe nicht eine spezielle spezielle Technik Was
fliegst du heute für einen Schirm?
Für Brasilien hatte ich jetzt ein Enzo 3 dabei und in den Alpen bin ich die letzte Saison einen Zeolite GT geflogen Warum den? Warum da nicht auch den Enzo? Also vom Enzo das eine Problem ist ich bin halt relativ leicht ich wiege so 65, 67 Kilo nackt und für den Enzo ist halt ja die Größe die gut geht ist das mindestens das S und ist halt 105 Kilo und das ist unglaublich viel Ballast und so in den Bergen ist mir das oft zu viel plus der Zeolite ist einfach wirklich ich finde ihn sehr sehr schön zu fliegen und
ich gehe bis 85 und den kann ich fliegen mit dem schweren Gurtzeug was halt etwas widersprüchlich ist ein Leichtschirm mit X -rated 7 aber den kann ich dann genau so Oberkante ohne Ballast fliegen und das schätze ich halt schon noch auch und plus ich denke in den Bergen kommt es nicht so auf das letzte Quäntchen Leistung des Schirmes an also wenn du dich dann quasi getraust vielleicht mit etwas einem tiefer klassifizierten Schirm den dann dafür die ganze Zeit zu gasen dann gewinnst du fast mehr als wenn du mit dem höheren klassifizierten Schirm und etwas mehr zurückhaltend unterwegs bist es
gibt ja einige Beispiele wirklich von Piloten die auch mit einem B -Schirm im Grunde die Strecken fliegen die auch andere Leute mit einem Enzo fliegen also nur von der Strecke her gesehen und teilweise sogar vom Tempo her fast mithalten wo man immer nur sieht bei bestimmten langen Gleitpassagen und schnellen Gleitpassagen da hängt halt ein Enzo jeden B -Schirm natürlich immer noch ab wäre das für dich interessant zu sagen auch als Herausforderung zu sagen ich verzichte mal auf meinen 2 -Liner und versuche solche Strecken mal mit einem niedriger klassifizierten Schirm zu fliegen also auch vielleicht als Lehrbeispiel für solche Videos wo man sagen kann Leute ich hab das jetzt ihr wollt lernen und ich fliege euch das jetzt nicht mit einem 2 -Liner vor wo ihr sagt kann ich eh nicht erreichen so toll gleitet mein Schirm nicht sondern ich mach das mal mit einem B -Schirm
lieber nicht warum nicht? ich glaube ich hätte Angst Angst?
ich habe mich jetzt schon recht an das 2 -Liner fliegen gewöhnt und ich finde es schon gerade so mit CO -Lighter ist es einfach unglaublich entspannt also ich denke ich hätte jetzt unter einem 3 -Liner B -Schirm viel mehr Angst als unter dem CO -Light weil er so weniger Feedback gibt und auch viel schwieriger zu steuern ist im Gas als ein 2 -Liner also das ist schon unglaublich cool dass man den Pitch direkt beeinflussen kann über diese B -Steuerung das ist schon ich denke auch ein riesen Plus an Sicherheit weil der Schirm bleibt voll manövrierfähig auch im Gas ich bin mal wieder tiefere Schirme geflogen aber das ist schon ja ist recht gewöhnungsbedürftig
ich könnte mich sicher daran gewöhnen das wäre kein Problem aber ich grundsätzlich fliege ich lieber mit dem 2 -Liner hast du mit dem 2 -Liner auch manchmal Angst? also klar man kann ich sage jetzt mal mit jedem Schirm in eine scheisse Situation kommen die die
zumindest äußerste Konzentration erfordert wann hattest du das letzte mal Angst? beim Fliegen?
vielleicht nicht Angst im Moment oder vielleicht etwas später aber eben sicher dieser Flonk Klapper oder so der hat mir dann schon etwas zu kauen gegeben später
merkst du das auch im Flug also du sagst jetzt später war das später im Flug oder nach dem Flug oder bist du im Flug einfach ok dann steckst du das weg und sagst jetzt weiter im Gas weiter Kilometer kloppeln oder ist man dann so vorsichtig dass du sagst nee irgendwie macht das Fliegen heute dann gar keinen Spaß mehr? ich
merke es sicher auch schon im Flug aber da stecke ich es vielleicht eher weg aber vielleicht nachher beschäftigt es einen auch noch in den nächsten Flügen oder so das habe ich schon auch oft
ich habe noch eine technische Frage also zur Flugtechnik das ist mir gestern bei dem Anschauen von deinen Videos aufgefallen man sieht ja auch immer sehr schön wie du kurbelst da guckt nämlich die Kamera immer in eine Richtung man sieht dich da immer so wie so ein Wirbelwind dann immer so durchs Bild huschen und mir ist aufgefallen nicht bei allen aber bei doch immer wieder einigen Thermik änderst du irgendwann mal die Drehrichtung ja warum?
also
ich kurble schon recht eng und irgendwann wenn man recht eng kurbelt so am CO Leiter so wird der Bremsdruck auch recht hart und gerade wenn ich dann wirklich eine
lange Thermik ausdrehe ist es einfach auch so etwas der Ermüdung vorzubeugen dass ich die Drehrichtung ändere und oft mache ich das wenn ich so ein bisschen aus der Thermik rausgefallen bin und sich sowieso anbietet die Richtung zu ändern ich
habe noch 300 Meter zur Wolke die nächsten 300 Meter kurble ich dann halt links rum wenn ich es vorher rechts rum hatte
genau ja also ich muss sagen ich drehe lieber links aber ich zwinge mich auch immer wieder etwas rechts zu drehen weil ja gerade auf so langen Flügen merke ich schon dass ja man verspannt sich halt viel eher oder man wird viel eher müde wenn man immer auf die gleiche Seite dreht
machst du spezielles Training fürs Streckenfliegen? also körperliches Training? du hast vorhin Joggen erwähnt aber sonstiges irgendwie auch Schultergürtel oder sonstiges?
also wirklich spezifisch mache ich nichts aber ich versuche schon sehr fit zu bleiben also ich denke das hilft auch also ich klettere halt einfach gerne noch und ich mache es ganz oft auch noch etwas Krafttraining und versuche auch eben Joggen oder Winter Skitouren zu machen also einfach auch weil ich es sehr gerne mache aber ich denke es hilft mir persönlich hilft es schon auch fit zu sein um dann wirklich lange zu fliegen wenn
du so gut fliegst und auch sonst fit bist und gerne dann auf die Berge läufst wäre auch sowas wie eine X -Alps mal was für dich?
ja ich denke nicht es ist ich habe es schon auch so ein bisschen überlegt es wäre sicher auch eine coole Kombo aber ich bin also ich muss sagen vom physischen her bin ich nicht so robust ich also das eine Knie und der Fuss da hatte ich auch schon eine Operation also so für Tage wirklich lange laufen wäre glaube ich nichts schlussendlich für mich und ich bin ja ich was ich auch von mir kenne wenn ich so übermüdet bin verliere ich irgendwann die Situation und ja ich denke schlussendlich das X -Alps ist schon sehr extrem und da muss man schon ein muss man schon auch einen speziellen Charakter haben um das wirklich so durchzuziehen oder so zu wollen also ich fliege grundsätzlich zum Genuss und es muss mir Spass machen und ich denke das ist
für mich auch sehr sehr wichtig dass ich wirklich dieses Gefühl habe ich will fliegen und wenn ich das nicht habe dann gehe ich auch nicht fliegen also das ist für mich ganz ganz wichtig
wie häufig passiert es dir gerade auch bei so langen Flügen wenn du da 10 Stunden über Brasilien dahin bretterst und sowas dass du auch Momente hast wo du sagst das ist jetzt kein Genuss mehr und warum nicht
hmm ich geniesse es eigentlich wirklich fast immer also es ist mehr wenn ich vielleicht
wenn ich so Situationen habe wo wo ich vielleicht keinen Plan mehr habe oder so dann geniesse ich es vielleicht nicht mehr so also wenn ich jetzt irgendwie ich weiss auch nicht einen Plan hatte einen FAI zu machen jetzt in Brasilien oder so aber dann merke ich uh der Wind ist zu stark und dann muss ich doch wieder abbrechen und dann fliege ich in die andere Richtung weiter aber dann schattet es irgendwie ab und alles wird dann so mühsam dann bin ich aber vielleicht so ein bisschen den Biss verloren manchmal aber eigentlich sonst fliege ich immer sehr gerne ja egal in welchen Umständen und auch was da vielleicht noch interessant ist ich habe viel so für mich auch irgendwie heikle Situationen analysiert und
interessant war oft wenn ich nicht mehr so einen Plan hatte oder einfach so etwas ja in Anführungszeichen und Schlusszeichen so etwas rumgedümpelt bin dann hatte ich oft die heikelsten Situationen sicherheitstechnisch und dann da waren aber nicht unbedingt die schlimmsten Bedingungen oft waren da eigentlich relativ easy Bedingungen und manchmal wenn ich fliege und ich habe so das Messer zwischen den Zähnen und bin am Gasen und versuche so schnell wie möglich vorwärts zu kommen dann denke ich bin ich oft safer unterwegs sogar wenn die Bedingungen recht hart sind oder recht
haarsträuben oder so weil ich wirklich 100 % dabei bin und voll fokussiert bin und für mich ist ich habe mir schon so Gedanken gemacht dass ich beim Fliegen wirklich voll präsent sein will und auch sein muss ist
das dann wenn du sagst dieses Messer zwischen den Zähnen aber dieses sehr präsent zu sein ist das dann auch so ein Flow Erlebnis was du dann manchmal hast?
ja sicher sicher also man ist dann wirklich voll im Element und wirklich drin und das gibt dann automatisch so ein Flow auf jeden Fall ist
dir da auch schon passiert dass du im Grunde geflogen bist und dann irgendwann wie aufgewacht bist um zu sagen was habe ich jetzt eigentlich die letzte Stunde genau gemacht ich habe es alles aus dem Bauch heraus oder aus Wasser heraus perfekt gemacht aber wo du sagst da war ich jetzt so in dem Moment dass ich gar nicht gemerkt habe dass die Zeit vergangen ist
ich denke das habe ich weniger weil ich versuche oder ich denke schon noch recht viel so aktiv im Fliegen also ich versuche schon extrem viel zu wieder zu rationalisieren wieso war jetzt das so wieso wird es so oder wie wird es dann sein weiter was soll ich ändern wie ist der Tag ich versuche schon viel auch so logisch zu überlegen also wirklich dieses voll Autopilot also ich denke also teilweise so beim Thermikdrehen oder so passiert mir das da trifft ich auch manchmal gedanklich wirklich ab und ich denke irgendwie und weiß auch nicht ob ich jetzt den Herd zu Hause ausgeschaltet habe oder nicht oder an irgendetwas also das passiert mir schon weil es so stark
automatisiert ist aber nachher beim Fliegen an sich überlege ich doch schon viel also ich kenne das manchmal von früher oder so in den USA als ich zur
Arbeit gefahren bin mit dem Auto da ist mir das manchmal passiert dass ich irgendwann im Stoss aufgewacht bin und habe gedacht bis jetzt lief alles im Autopilot aber das habe ich beim Fliegen weniger weil ich da doch noch mehr wirklich so aktiv nachdenke das
heisst du bist auch vom Typ her eher ein rationaler kopfgesteuerter Pilot nicht so einer der aus dem Bauch heraus so viel fliegt
nein ich glaube nicht dass man das so sagen kann es ist so eine Kombo also ich überlege mir sicher viel aber dann passiert auch schon viel noch aus dem Bauch heraus weil ich denke da kommt dann eben dieses so das komplexe System rein also das ist wie ich versuche mir viel zu überlegen aber es ist grundsätzlich zu komplex um alles zu verstehen und dann ist schon auch das Bauchgefühl sehr wichtig
hast du dich gerade auch für so lange Flüge und die Konzentration dafür und sowas und die Motivation dafür hast du dich da auch mit so Themen wie mentalem Training beschäftigt oder nutzt du da bestimmte Techniken oder bist du von dir aus so motiviert und immer so konzentriert dass du sagst das brauche ich gar nicht ich
habe es mir so mal angeschaut und dann habe ich mir das etwas so durchgelesen und bei den meisten Punkten musste ich einfach sagen so ja das mache ich ja sowieso schon also ebenso wie das Visualisieren oder solche Sachen oder dieses Träumen beim Joggen das ist einfach so natürlich was ich mache oder das kann man ja auch wieder nachlesen in gewissen mentalen Büchern oder so und ja ich mache das nicht ich mache das nicht per se als Mentaltraining ich habe einfach also ich bin ich bin sehr motiviert zu fliegen ich fliege unglaublich gerne und das ist quasi das wichtigste Mentaltraining für mich und sonst habe ich noch so eine Regel in der Luft so Pilot First also quasi ich versuche immer quasi wenn ich Hunger habe
esse ich was wenn ich Durst habe trinke ich was wenn ich wenn ich einen Moment Pause mache oder so dann nehme ich etwas Gas raus und lasse es auch mal etwas fliegen oder so wenn ich einfach einen kurzen Relax Moment brauche oder so also ich versuche immer quasi den Piloten über alles zu stellen also ich quasi das wichtigste ist dass ich 10 Stunden gut gut ernährt und mental bereit in der Luft bin also das ist quasi so eine Regel die ich habe so Pilot First was nutzt du um dich in der Luft zu ernähren ja ich esse vor allem Riegel weil es Riegel oder Biberli
also sind so so relativ süße
ähm Nuss gefüllte Süssigkeiten die wir haben und die sind halt relativ einfach weil die sind so klein abgepackt und die kann man relativ gut essen in der Luft
und das machst du dann im laufend quasi bei jeder Talquerung sagst du ich habe jetzt wieder Zeit für ein Biberli also
kommt drauf an je nach Hunger halt aber ich esse schon so 3 -4 von diesen Biberli oder auch größere Riegel in einem Flug sicher ja und dann trinke ich auch jeweils noch ich trinke auch relativ viel gleichzeitig auch mit dem Essen weil ich denke immer man kann besser hydrieren wenn man das ja mit etwas Zucker aufnimmt wenn
du jetzt mal so zurückblickst auf all die Flüge die du in deiner Karriere jetzt schon gemacht hast welche Stäbchen denn da am meisten heraus und warum
ja
das ist eine schwierige Frage ich muss zugeben ich habe auch schon extrem viele Flüge vergessen also manchmal mache ich so Recherche auf dem XContest und ich schaue mir du guckst mal was du überhaupt schon geflogen bist und denkst ach da war ich auch schon ne ne es läuft dann meistens anders ich schaue so gewisse Regionen an und ich schaue so ja das wäre interessant wer da auch schon mal durchgeflogen ist oder so und dann sehe ich da so einen Flug und da sehe ich ah das ist der eigentlich auch noch cool und so und wie hat er das gemacht und dann schaue ich auf den Namen und dann steht da Sebastian Benz und dann fasse ich mir da so etwas an den Kopf und dann kommt dann meistens schon noch die Erinnerung ah ja da war doch mal was aber so aus dem Stegreif hätte ich dir jetzt das nicht mehr sagen können dass ich jetzt da mal durchgeflogen bin also ich habe viele Flüge so so auch schon wieder etwas vergessen aber es sind ja es sind sicher Flüge
also ich habe schon unglaublich viele schöne Flüge erlebt also das ist sicher ist vielleicht eher daraus dass das einfach fast jeder Flug wirklich toll ist es sicher Flüge die ja ich geniesse es auch immer unglaublich wenn ich irgendetwas Neuland erkunden kann also ein grossen schönen Flug der der eine neue schwierige Strecke bearbeitet oder so oder auch mit Kumpels zusammen das sind schon auch sehr spezielle Erlebnisse du
sprichst jetzt immer sagst du mal grosser Flug und die weite Strecke und das Neuland und sowas das heisst aber Fliegen ist für dich schon immer noch auch nach so vielen Jahren XC Fliegen das ist das was dich fasziniert
ja ja also ich lebe schon für das XC Fliegen ganz klar also ich geniesse auch ich mache auch viele Fleiß weil ich einfach schnell hochlaufe und runter fliegen das geniesse ich schon aber so für mich das Non plus Ultra ist sicher XC Fliegen ganz klar ja wenn
du dir selber begegnen könntest in du noch ganz junge Jahre und du jetzt ja also du könntest würdest dem älteren Sebastian Benz in deiner Jugend hättest du oder in deinen Fliegerjugend hättest du schon begegnen können was hättest du gerne als junger Sebastian Benz von dem alten also alt du bist jetzt 34 von dem alten 34 jährigen Sebastian Benz aber schon mit viel viel viel Flugerfahrung was hättest du da gerne von dem für einen Tipp gehabt ja
ich weiss nicht ich hätte am liebsten sein Hirn abstrahiert
abstrahiert was meinst du damit
seine Erfahrung rausgesogen so einfach einen Tipp ist
ja vielleicht das sie einfach vielleicht noch mehr auf Sicherheit achten sollte gerade
am Anfang ist das ein Tipp den du allgemein geben würdest wenn du so heutige Flugschüler auch siehst dass du sagst ey manche Leute pushen einfach zu sehr am Anfang also
ich persönlich war sicher auch etwas übermotiviert am Anfang und also ja ich meine es ist immer schwierig also sicher ein Tipp dass man Sicherheit ist extrem wichtig also man soll sich nicht den Spaß verderben lassen von der Sicherheit aber Sicherheit ist extrem wichtig und ich sage mir auch immer quasi Gleitschirmfliegen ist ja recht speziell als das man es auch sehr lange machen kann es ist ja nicht wie ein anderer Spitzensport wo du mit 30 schon zum alten Gemüse gehörst und quasi aufhören musst oder so und du kannst ja wirklich eben bei uns die über 50 also im Schweizer XContest haben wir so eine über 50 Klasse und ist ja immer noch extrem prominent besetzt und die machen auch wirklich noch tolle Flüge und ich sage mir immer es ist ein Sport den man unglaublich lange machen kann solange man gesund bleibt und da ist es für mich schon
eben wichtig dass man einfach sicher unterwegs ist und dann kann man ja auch immer wieder einen nächsten Flug machen also wenn man dann irgendwie mal landen gehen muss oder es geht halt nicht auf oder eben man kann das Top Landing nicht machen oder was auch immer dann ist ja nicht so tragisch man kann immer noch einen nächsten Flug machen und es wird noch viele nächste Flüge geben.
Jetzt hast du mit deinen 34 Jahren schon unheimlich viel auch aus der Luft gesehen auch weltweit du warst Australien bist mal im Himalaya geflogen warst in den USA, Brasilien und so weiter wenn du jetzt sagst naja ich habe aber eigentlich als Fliegerkarriere vielleicht noch wirklich viele viele Jahre vor mir macht dir das manchmal Angst dass du sagst vielleicht könnte es mir irgendwann langweilig werden?
Eigentlich nicht nee ich meine wenn es mir langweilig werden würde dann würde ich mir halt etwas anderes suchen aber ich denke also gerade momentan ist mir das Fliegen noch nie langweilig geworden
Was würdest du fliegend noch gerne erreichen?
Ich würde sicher also ich habe hier halt noch ein paar so Traumprojekte von großen drei Ecken ich bin letztens umgezogen ins Wallis und ja ich glaube da gibt es noch einige spannende Sachen die ich die ich gerne angehen möchte was ich auch immer sehr toll finde ist eine neue Region befliegen so als auch als Abenteuer oder als Reise weil es es öffnet einem immer unglaublich viele Türen wenn man so daher geflogen kommt und man kann ein Land oder eine neue Region ganz anders erleben wenn man mit dem Gleitschirm unterwegs ist
sichere neue Sachen sehen aber auch noch ein paar coole Routen zu fliegen und ich denke da gibt es noch vieles Wenn
du jetzt gesagt bekommen würdest pass mal auf da kommt jetzt nochmal ganz heftig Corona oder sonst was wir werden ganz gar nicht mehr reisen oder fliegen dürfen aber es bietet sich jetzt gerade noch ein Fenster wo es überall irgendwo gut zu fliegen ginge du hättest noch einen Flug frei wo würdest du diesen Flug gerne hinsetzen wollen ich
glaube gerade so spontan würde ich wahrscheinlich in den Himalaya gehen warum ja weil es ist schon recht speziell in diesem wirklich hochalpinen Gelände zu fliegen und einfach unglaublich schön in diesen diesen großen Bergen unterwegs zu sein hast du vor dort nochmal
hinzufliegen in der nächsten Zeit
also ich habe es jetzt noch nicht fix im Plan oder im Kalender aber ich würde schon gerne nochmal dort hingehen das einzige was mich manchmal so etwas abschreckt ist etwas die Sicherheit oder wenn wenn man da quasi einen Zwischenfall hat schaut es schon eher ärger aus wäre
das in Brasilien nicht auch ein Problem ja
weniger also was ich meine grundsätzlich Brasilien hat relativ ein gutes Gesundheitssystem es gibt auch Helikopter also es ist zumindest recht besiedelt man wird auch selten wirklich alleine abstürzen also irgendjemand sieht das oft und im Himalaya ist halt ja was mich schon etwas abstreckt ist wenn man jetzt wirklich in den Bergen irgendwo landen würde selbst wenn man unverletzt ist aber irgendwie misslich irgendwo in einer Felswand hängen würde ist es sehr schwierig einen da zu bergen weil sie haben schon auch Helikopter aber es ist sehr bürokratisch plus sie sind nicht ausgerüstet mit Seilwinden und so und teilweise bringt dir dann ein Helikopter auch nichts kommen
wir mit Brasilien nochmal ganz an den Anfang zurück mit wo wir hier gestartet sind ein Risiko bei Brasilien ist ja wahrscheinlich auch gar nicht mal die Fliegerei sondern diese ganz langen Rückfahrten die man dann da auch nachts macht weil du fliegst 10 Stunden aber wirst dann von einem abgeholt der dich die ganze Zeit am Boden verfolgt hat der die ganze Zeit gefahren ist und dann wahrscheinlich auch noch die halbe Nacht durch dich wieder diese 500 Kilometer zurück zum Ausgangspunkt in dem Fall Kaiko dann wieder zurück fährt wie gefährlich schätzt du sowas dann ein?
Das ist sicher sehr gefährlich drum in Brasilien machen wir immer wenn wir quasi weit fliegen dann fahren wir nicht am gleichen Tag zurück dann ist der nächste Tag ein Rückfahrtag also das ist immer circa um die Mittagszeit muss man entscheiden ob man weiter fliegt oder dann landen geht weil man dann noch zurück kommt und wenn man dann weiter fliegt dann schlafen wir irgendwo in einem Hotel in der Nähe wo wir gelandet sind und dann am nächsten Tag fahren wir zurück weil ja sonst ist wirklich viel zu gefährlich weil ja so lange Auto fahren und in der Nacht und die Strassen sind ja auch nicht immer so top in Brasilien und das
liegt auch schon manchmal eine Kuh oder so auf der Strasse also ist das schon recht gefährlich hast
du da schon mal ein blödes Erlebnis gehabt vor
zwei Jahren ist ein war mal einer besoffen also der ist irgendwie besoffen mit dem mit dem Fahrrad auf der Strasse gefahren und ist dann irgendwie den hat es da auf die Schnauze gelegt und auf die Strasse und wir sind halt relativ schnell gekommen wir konnten dann noch bremsen aber das war schon recht heikel also der lag da und ja wenn wenn der Fahrer jetzt irgendwie schon übermüdet gewesen wäre oder so hätte ihn ja auch locker überfahren können und dieses Jahr war auch mal wir hatten eben eine wirklich so eine ganze tote Kuh war in der Mitte also wirklich auf der Fahrbahn und gerade so nach einer Kurve und zum Glück hat uns ein entgegenkommender Lastwagen hat uns so per Lichthupe gewarnt dass da irgendetwas ist und wir sind langsamer gefahren von den wir haben das auch
vermeiden können aber das sind schon so heikle Momente aber sonst geht es
Fullspeed da über die Piste immer
ja sie fahren eigentlich schon recht angenehm die Fahrer und recht safe muss ich sagen aber man fährt halt schon auch relativ zügig das ist klar und die Strasse ist nicht immer so gut ausgebaut wirst du nächstes Jahr auch wieder auf Weltrekordjagd in Brasilien gehen ich weiss es ehrlich gesagt noch nicht es hängt wir diskutieren auch so in der Liga vielleicht mal ein neues Format zu machen weil es ich denke der Weltrekord ist wirklich jetzt sehr sehr schwierig zu holen in Brasilien weil es einfach beinahe nie genügend Wind hat für 600 Kilometer und wir diskutieren jetzt auch mal so ein anderes Format oder so zu machen vielleicht mehr so ein
so eine mehr so Abenteuer mal ein neues Gebiet anzuschauen und so ein bisschen Exploring oder sowas zu machen aber ich lasse mich
überraschen irgendwann ist wahrscheinlich auch jeder Rekord irgendwann nicht mehr zu toppen oder also gerade mit dem Gleitschirm wo du sagst du die Flugzeit ist irgendwann mal beendet und an irgendeiner Stelle ist zumindest was das starten betrifft die Windstärke auch dann so dass man sagt das kann man nicht mehr sicher hinkriegen und entsprechend kann man eigentlich auch nicht mehr weiterfliegen
ja ja aber ich denke ich meine es kommt jetzt einfach ich denke jetzt kommt es halt immer mehr auf den absolut perfekten Tag an also ich denke ich meine auch da in Texas oder so das ist ja entlang dieser Texas Dry Line und es gibt extrem viele so diese Konvergenzlinien und ich denke wenn man halt wirklich den perfekten Tag erwischt wo da einfach diese enorme Konvergenz steht mit starkem Wind dann ist wahrscheinlich schon auch noch deutlich mehr möglich als jetzt geflogen wurde aber es ist halt dann wirklich so dieser eine Tag und man muss dann halt an diesem Tag bereit sein und am richtigen Ort und ich denke es wird halt je länger je mehr so ein Spiel oder ein
ja nachjagen ein Glücksspiel
ja eigentlich da nur noch oder?
ja Glück ist auch viel Vorbereitung also ich denke eben Sebastian der da diesen Flug in Texas gemacht hat der hat da schon auch also ich glaube er ist da sogar extrem wissenschaftlich rangegangen also er hat sich da auch irgendwelche Papers angeschaut über diese Dry Line und die Flüge und ich glaube er hat schon quasi immer auf den Forecast geschaut um wirklich den perfekten Tag auszuwählen jetzt
erklär nochmal kurz was Dry Line ist weil das wahrscheinlich einige Hörer nicht verstehen können
ja also ich bin ja vielleicht nicht der Beste das zu erklären aber so die Dry Line also grundsätzlich ist es ein Zusammenprallen aus zwei Luftmassen und in Texas gibt es quasi rechts also im Osten diese feuchte Luftmasse aus dem Golf von Mexiko weil das Wasser ist da sehr warm und so oder da kommen ja auch alle Wirbelstürme her und so und dann gibt es diese feuchte Luftmasse und quasi von links von Westen kommt die sehr trockene Luftmasse die ja mehr da aus den Rocky Mountains kommt also die kontinentale
Luftmasse die
dann daran genau und diese beiden Luftmassen prallen dann quasi aufeinander und das nennt man also eine Dry Line und die Dry Line selber kann eine Konvergenz bilden aber es gibt auch Konvergenzen links und rechts von dieser Dry Line die so ausgelöst werden durch diese Dry Line zumindest so aber es ist ein recht komplexes Phänomen und spielt auch noch irgendwie gewisse Jet Streams und andere Phänomene rein aber grundsätzlich ist es einfach so eine Luftmassengrenze und ich denke es gibt einfach dann quasi so ein perfektes Band oder quasi mehr im Osten von dieser Dry Line ist es viel zu feucht es gibt Gewitter, Abschattungen links ist es viel zu stabil zu heiss es gibt keine Cumuluswolken und quasi in der dieser Mixzone wo sich etwas das Feuchte mit dem Trockenen mischt gibt es A Konvergenz und B halt einfach wirklich diesen schönen Cumulus Himmel den man braucht für einen wichtig langen
Flug. Bist du schon mal solche Bedingungen geflogen wahrscheinlich nicht in Texas aber vielleicht gibt es ähnliches auch in Australien Ja
also wirklich Konvergenz Konvergenz nicht aber eben also ich meine in Australien und auch in Brasilien hat man schon oft so diese Bedingungen das man hat wirklich schöne so wirklich schönen Himmel hat mit perfekten Cumulus und ich denke auch da hat man man hat jetzt in Brasilien gibt es nicht so eine Dry Line aber oder was auch quasi all diese guten Flachlandgebiete gemein haben ist das ein feuchter Wind vom Meer bläst über eine heisse Oberfläche und quasi in Brasilien ist das gegeben jeden Tag weil diese Passatwind immer
vom Meer her bläst und auch im Nordosten von Brasilien ist das ja quasi wie so ein macht Brasilien ja wie so ein Horn das heisst das dann der Ostwind bläst dann vom Meer her die feuchte Luftmasse über das Land und ich denke das ist schon auch mit ein Grund wieso es so extrem gut fliegt weil es ist ja schon in Brasilien abartig wie früh man starten kann oder es ist quasi eine Stunde nach Sonnenaufgang kann man schon starten oder teilweise fast noch früher und das klar es ist nahe in der Trope die Sonne geht schnell hoch aber es macht eigentlich keinen Sinn dass es so früh losgeht wenn man es quasi mit unseren
so unseren Anhaltspunkten vergleicht oder weil wir hier in den Bergen haben teilweise perfekte Felswände die schon sehr früh in der Sonne stehen und ja man kann manchmal auch wirklich früh starten also ich habe auch schon irgendwie um halb acht aufgedreht oder so bei uns an einer perfekten Ostwand aber das sind trotzdem oder im Sommer geht die Sonne um morgen um fünf auf und das sind dann immer noch dreieinhalb Stunden und am meisten geht es ja dann erst um neun los oder so und dann sind es vier Stunden nach Sonnenaufgang wo es losgeht und in Brasilien ist es wie gesagt schon eine Stunde nach Sonnenaufgang wo es wirklich losgeht und ich denke das hat schon auch viel mit dieser Feuchtigkeit und der heissen Oberfläche zu tun
eigentlich wollte ich vorhin schon aufhören aber es gibt ein Thema von Brasilien das interessiert mich jetzt noch von dir von deinen Erfahrungen her ich habe von anderen schon mal gelesen die gesagt haben Brasilien mit diesem Flachland fliegen eine Besonderheit da ist auch dass vieles im Grunde umgekehrt funktioniert wie in den Alpen wo man in den Alpen halt immer die Hügel anfliegt ist es häufig so dass die Hügel in Brasilien als Hügel selber gar nicht so gut als Thermik Auslöser sind sondern das da dann eher wirklich eher die flacheren Stellen das ist wie hast du das erlebt und wie schaffst du das im Kopf da umzuschalten
ähm ich meine also es kommt auch auf den Tag an in Brasilien also was sehr interessant also es ist sicher so wenn man Wind hat dann würde ich eher die Hügel vermeiden oder es gibt dann zwar oft einen Schlauch der kommt aus dem Lee ähm das sieht man wiederum auf den Zeitraffer sehr schön also zum Beispiel die Brasilianer die haben einen Film gemacht der heisst Ziclo auf Portugiesisch also Zyklos auf Portugiesisch und da haben sie auch so am Anfang so Zeitraffer und da siehst du das aus dem Lee des Hügels kommt eigentlich wie eine statische Thermik das ist recht interessant ähm aber zum Beispiel bei meinem Dreiecksflug ist mir aufgefallen ähm um die Mittagszeit oder weil es sehr nahe am Äquator ist kommt die Sonne wirklich
direkt von oben und um die Mittagszeit konnte man sehen dass der Schatten der Wolken war tatsächlich immer über einem Hügel und das das war einfach an diesem Tag weil es wenig Wind hatte funktionieren sie dann trotzdem als Trigger also so wie wir das eigentlich uns gewohnt sind und ähm also da hat es sich dann definitiv gelohnt immer quasi die den höchsten Punkt anzufliegen und sonst ja das Umschalten fällt mir nicht so schwierig es ist einfach etwas anderes zu fliegen und was also was ich persönlich anschaue ist ähm quasi immer wie das Terrain hoch und runter geht
in Relation zur Windrichtung also wenn quasi das das Gelände abfällt in Windrichtung dann ist da oft sehr sehr wenig Thermik also es gibt zum Beispiel ähm ein Plateau oder in Brasilien das steigt sehr scharf an und dann fällt es so langsam flach hinten ab und auf diesem Plateau gibt es oft sehr sehr wenig Thermik genau aus diesem Grund weil hinten das Gelände runter geht und der ganze Wind geht einfach auch grossflächig runter hingegen die umgekehrte Situation wenn das Gelände langsam ansteigt in Windrichtung
dann ist es oft sehr lifty also dann trägt es sehr gut man hat viele Thermiken rundherum und ähm dann ist es oft sehr gut um da Thermik zu finden und ich schaue oder ich analysiere das Gelände im Flachen wenn es Wind hat oft nach diesen Gesichtspunkten und ich versuche dann bevor quasi eine Strecke kommt wo das Gelände dann länger runter geht versuche ich oft nochmal so hoch aufzudrehen wie möglich weil dann oft eine Durststrecke folgt also ich analysiere es dann mehr so
Nun ist es ja gerade im Flachland gar nicht immer so leicht zu erkennen steigt ein Gelände an oder fällt es wieder ab also die steileren Stellen natürlich schon aber wenn es ein langsamer Anstieg ist dann ist es vor allem wenn du eine größere Höhe hast sieht das von oben quasi alles platt aus nutzt du dafür irgendwelche besonderen Karten oder bist du so vorbereitet zu wissen okay in diesem Abschnitt weiß ich da steigt das Gelände an und deswegen kann ich damit besser ja besser steigenden Linien rechnen und dahinter fällt es wieder ab und da weiss ich genau da muss ich lieber mit grosser Höhe und viel Speed dann schnell darüber wegkommen damit ich dann irgendwie ein bisschen später dann die weiteren Thermiken finde oder kannst du das wirklich aus der Luft noch an irgendwelchen Sachen daran erkennen?
Du hast recht es ist oft schwierig wirklich eben gerade so kleinere Unterschiede zu erkennen also ja man sieht schon oft wenn man genau hinschaut kann man sich schon etwas vorstellen wo es runter und wieder hoch gehen muss weil man sieht ja zum Beispiel auch oft Flussläufe oder so die sind dann in einem Tal und dann natürlich zum Flusslauf hin muss es runter gehen und auf der anderen Seite wieder hoch also solche Dinge schaue ich sicher an was ich auch habe ist auf XZ Track also ich fliege oft mit XZ Track als Instrument habe ich auch eine Topo Karte hinterlegt das würde mir auch im Zweifelsfall helfen und ja so in Brasilien oder so kenne ich halt auch das Gelände in zwischen schon gut genug sodass ich eigentlich abschätzen oder mehr oder weniger schon weiss wo es hoch und runter geht Gibt
es Techniken beim Flachlandfliegen die du dort gelernt hast die dir heute beim Fliegen in der Schweiz helfen? Das ist ich
weiss nicht vielleicht schon auch noch ja die Wolken noch mehr anzuschauen ich denke dass das ja ich habe mir das schon auch so ein bisschen mehr ich glaube als ich dann angefangen habe im Flachland zu fliegen habe ich die Wolken auch schon noch intensiver angeschaut als das vorher der Fall war in den Bergen das hat mir da geholfen
Anders herum gesehen gibt es Dinge wo du sagst da komme ich jetzt als Bergflieger mit der Alpenerfahrung bringe ich etwas mit was so die typischen Flachlandflieger nicht haben puh ich weiss nicht ich weiss nicht vielleicht das enge Drehen oder so etwas wo du sagst in den Bergen vielleicht viel sinnvoller als in grossen Flachlandthermiken die häufig nach oben rum zumindest viel breiter noch werden ja
ich weiss nicht ob das speziell bergenspezifisch ist ich denke sicher wenn man vielleicht der klassische Flachlandflieger ist immer recht konservativ und ich denke manchmal schadet es nicht auch im Flachland etwas angriffig zu fliegen und vielleicht Leute die aus den Bergen kommen sind eher etwas angriffiger unterwegs weil sie haben vielleicht auch nicht so viele Absauferfahrungen im Flachland gemacht und also auch gerade in Brasilien wenn es dann gut geht muss man schon auch wirklich ja etwas
pingelig sein und wirklich das beste steigen auswählen ich denke das sieht man schon ich bin nur kurz mit den Brasilianern zusammen geflogen und da haben wir schon gesehen die optimieren das steigen nicht ganz so krass wie ich das jetzt mache oder wie wir das die Alpenflieger das machen hast du in Brasilien auch wieder gefilmt? ja ich habe auch ein paar Flüge aufgenommen ja das
heisst wird es von auch vielleicht von deinem 270km Rekord Dreieck wird es davon ein Video geben? ich habe nicht den ganzen
Flug aber so die ja vielleicht zwei Drittel oder so die letzten zwei Drittel habe ich davon aufgenommen und ich bin jetzt gerade am das ganze reframen also den Ausschnitt auszuwählen und ein paar interessante Punkte rauszupicken ja und wenn ich die Zeit finde stelle ich da mal ein Video zusammen
dann schaue ich mal ob das schon fertig geworden ist bis ich selber diesen Podcast geschnitten habe und online stelle wenn es fertig ist werde ich es auf jeden Fall mit in den Shownotes verlinken oder vielleicht auch nachträglich dann noch dann einstellen dass man das dann viele hören ja auch solche Podcasts erst viel später an dann können sie da immer noch nachgucken Sebastian ich danke dir für deine tollen Erzählungen über alles mögliche von Brasilien bis in die Alpen von Filmen bis zu tollen Technik Tipps die du da gegeben hast vielen Dank für das ganze und ja dir noch möglichst viel lange viel Spaß und vielleicht auch wirklich immer mal wieder ein paar Momente wo du sagst ah hier war ich noch gar nicht obwohl du an so vielen verschiedenen Ecken schon warst sodass du die Sachen immer wieder auch neu erleben kannst und damit auch immer wieder noch
als du ja wirklich über lange Zeit noch immer wieder tolle Flugerfahrungen dann dort machen kannst
ja danke dir für das Gespräch es war mir eine Freude und auch danke für deinen Einsatz für den Gleitschirmsport das ist ja schön wie du da immer die neuesten News und so aufpickst und diese etwas aufbereitest das schätze ich auch sehr Das
war die Folge Nr. 70 von Podz-Glidz mit Sebastian Benz im Gespräch mit Lucian Haas In den Shownotes zu dieser Folge auf Lu-Glidz findest du noch eine Reihe von weiterführenden Links darunter natürlich zum Youtube Kanal von Sebastian mit den absolut sehenswerten Hyperlapse Videos Den Gleitschirm-Blog Lu-Glidz findest du im Netz und zwar unter www.Lu-Glidz.blogspot.com Lu-Glidz schreibt sich l u minus g l i d z
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zum nächsten Mal Ciao