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72. U-Space - Helmut Bach

// Helmut Bach, Lucian Haas · 2021-12-22 · 01:04:53 · original episode

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[show notes]
In Zukunft werden Drohnen ihren eigenen Luftraum bekommen. Helmut Bach setzt sich dafür ein, dass Gleitschirmflieger aus diesem U-Space nicht ausgeschlossen werden. +++ Wer heute an Drohnen denkt, hat meistens kleine Quadkopter mit Kamera vor Augen, die von Hobbypiloten ferngesteuert werden. Doch das ist nur Spielzeug im Vergleich zu dem, was in Zukunft alles durch die Lüfte rauschen könnte. Drohnen zur schnellen Auslieferung von Paketen, Drohnen zur Verkehrsüberwachung, Drohnen für die Landwirtschaft, Drohnen zur Inspektion von Stromtrassen, Drohnen zur Versorgung von Berghütten, ja selbst Drohnen als Lufttaxis, undsoweiter. Viele dieser Drohnen werden nicht nur wenige hundert Meter, sondern Dutzende Kilometer weit fliegen – ganz autonom. Damit diese Flüge kontrolliert und sicher ablaufen können, hat die EU im April 2021ein Regelwerk aus drei sogenannten Durchführungsverordnungen erlassen. Sie definieren Grundregeln und Aspekte des sogenannten U-Space. Der U-Space ist eine neue Luftraumkategorie, die speziell für den Betrieb von UAVs geschaffen wurde. Das Kürzel steht für unbemannte Luftfahrzeuge, landläufig also Drohnen. Bis 2023 müssen die EU-Länder die U-Space-Verordnungen in nationale Regelungen umsetzen. Nun ist der Luftraum allgemein ein knappes Gut. Und wenn ein U-Space neu hinzukommt, gibt es den nicht on-top, sondern er muss von dem Vorhandenen irgendwie abgeknapst werden. Kurz gesagt: Damit Drohnen ihren Teil vom Luftraumkuchen bekommen, müssen andere etwas abgeben. Auch wir Gleitschirmflieger. Damit wir dabei nicht allzu viele Freiheiten verlieren, müssen Lösungen ins Gespräch gebracht werden. Es geht darum, die Koexistenz von bemannter und unbemannter Fliegerei im U-Space zu ermöglichen. Solche Gespräche führt Helmut Bach im Auftrag des DHV. Der frühere Lufthansa-Kapitän und begeisterte Segel- und Gleitschirmpilot ist der derzeit vielleicht wichtigste Lobbyist für Luftraumfragen im Sinne der Gleitschirmflieger. In dieser 72. Folge von Podz-Glidz erzählt Helmut Bach von dieser Arbeit. Es geht vor allem um den U-Space, eine mächtige Drohnen-Lobby, Kompromisse für die Freiheit und die Frage: Dürfen wir künftig nur noch mit Flarm-Geräten in die Luft? +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Simple Step | Künstler: Slenderbeats No Copyright Audio Library Watch & Download: https://www.youtube.com/watch?v=eDdYyHOz_rY

[transcript]

0:05Helmut Bach

Wenn der DHV seinen gesamten Etat zusammenwirft und sagt, wir suchen uns jetzt Anwälte und Lobbyisten und sonst was alles, das wird es trotzdem nicht verhindern. Ich meine, die Drohnenindustrie hat letztes Jahr 15 Prozent zugelegt und die hoffen auch so weiterzumachen. Dagegen an kommen wir nicht. Der finanzielle Aufwand, der dort getrieben wird und auch vom Staat unterstützt wird, da haben wir eine viel zu geringe Lobby. Selbst EU -weit sind wir zu schlecht.

0:45Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Helmut Bach und Lucian Haas am Mikrofon.

1:01Lucian Haas

Wer heute an Drohnen denkt, hat meistens kleine Quadcopter mit Kamera vor Augen, die von Hobbypiloten ferngesteuert werden. Doch das ist nur Spielzeug im Vergleich zu dem, was in Zukunft alles durch die Lüfte rauschen könnte. Drohnen zur schnellen Auslieferung von Paketen, Drohnen zur Verkehrsüberwachung, Drohnen für die Landwirtschaft, Drohnen zur Inspektion von Stromtrassen, Drohnen zur Versorgung von Berghütten, ja selbst Drohnen als Lufttaxis und so weiter. Viele dieser Drohnen werden nicht nur wenige hundert Meter, sondern Dutzende Kilometer weit fliegen. Ganz autonom. Damit diese Flüge kontrolliert und sicher ablaufen können, hat die EU im April 2021 ein Regelwerk aus drei sogenannten Durchführungsverordnungen erlassen. Sie definieren Grundregeln und Aspekte des sogenannten Use Rules.

1:49Lucian Haas

Das ist eine neue Luftraumkategorie, die speziell für den Betrieb von UAVs geschaffen wurde. Unbemannte Luftfahrzeuge, landläufig also Drohnen. Bis 2023 müssen die EU -Länder die Use Space -Verordnungen in nationale Regelungen umsetzen. Nun ist der Luftraum allgemein ein knappes Gut. Und wenn ein Use Space neu hinzukommt, gibt es den nicht on top, sondern er muss von dem vorhandenen irgendwie abgeknapst werden. Kurz gesagt, damit Drohnen ihren Teil vom Luftraum haben. Und damit Drohnen ihren Teil vom Luftraumkuchen bekommen, müssen andere etwas abgeben. Auch wir Gleitschirmflieger. Damit wir dabei nicht allzu viele Freiheiten verlieren, müssen Lösungen ins Gespräch gebracht werden. Es geht darum, die Koexistenz von bemannter und unbemannter Fliegerei im Use Space zu ermöglichen.

2:36Lucian Haas

Solche Gespräche führt Helmut Bach im Auftrag des DHV. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirm-Blog ist der derzeit vielleicht wichtigste Lobbyist für Luftraumfragen im Sinne der Gleitschirmflieger. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirm-Blog ist der derzeit vielleicht wichtigste Lobbyist für Luftraumfragen im Sinne der Gleitschirmflieger. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirmflieger. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirmflieger. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirmflieger. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirmflieger. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirmflieger. Der frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirmflieger.

3:17Lucian Haas

Der

3:22Lucian Haas

frühere Lufthansa -Kapitän und begeisterter Segel - und Gleitschirmfliegen.

3:27Helmut Bach

Klick und klein nein. Warum nicht? Weil ich die Dinge eigentlich nicht mag. Ich habe auch keine sinnvolle Verwendung dafür, muss ich ganz ehrlich sagen. Also um die ein, zwei Aufnahmen zu machen, bin ein furchtbarer Fotograf. Das würde da nur noch verstärkt werden, mit furchtbaren Ausnahmen auf der Luft. Also von daher. Hast du denn schon mal eine gesteuert? Ja, ja, bei einem Bekannten. Der hatte so eine Phantom DJI. Aber das ist auch schon ein paar Jahre her, ein Mauritius. War jetzt nicht so spannend. Also rein fliegerisch ist es eher langweilig. Und wie gesagt, ich habe gar keine Zeit hinter, die ganzen Aufnahmen zu sortieren und das zusammenzuschneiden. Das soll ein anderer machen, ist okay. Bist du denn selbst

4:11Lucian Haas

beim Fliegen schon mal einer Drohne in der Luft

4:14Helmut Bach

begegnet?

4:16Helmut Bach

Ja, bei uns am Hang war mal etwas weiter weg eine. Da ist auch ein Modellflugplatz. Und ich nehme an, dass einer von den Jungs, der dort mal uns filmen wollte, aber der war so weit weg, der hatte da noch keine Gefahr dargestellt. Trotzdem war das ein komisches Gefühl. Also das finde ich nicht so prickelnd.

4:40Lucian Haas

Wie hoch schätzt du denn das Risiko ein, dass von so Drohnen für die Gleitschirmfliegen ausgeht?

4:45Helmut Bach

Also es ist ein rein technisches Risiko. Also jetzt ohne da auf Zahlen einzugehen, wie häufig das jetzt passiert oder passieren wird in der Zukunft. Ich glaube, das kann sich jeder vorstellen. Mit so gespannten Leinen und diesen schnell rotierenden Propellern, die auch sehr scharf sind, sehr scharfe Vorderkante haben, dann ist so ein Leihensetz relativ schnell durchtrennt. Also das ist nicht ganz ohne. Also ich persönlich möchte so einem Ding nicht begegnen. Genauso wenig, wie ich ein Modellflugzeug begegnen möchte. Aber Drohnen sind auch nochmal eine ganz andere Nummer. Und nicht nur für uns, auch für andere Luftfahrteilnehmer.

5:22Lucian Haas

Kürzlich war auf der Webseite des DRV zu lesen, es besteht die realistische, dass der Luftraum eingeengt und kommerzialisiert wird. Und diese Meldung bezog sich ganz spezifisch auf den künftigen Einsatz kommerzieller Drohnen für alles Mögliche. Und da wurde dann auch genannt, ein neuer Luftraum, mit dem wir uns irgendwie, also wir als Gleitschirmflieger, mit dem wir uns werden irgendwie auseinandersetzen müssen. Der sogenannte U -Space. Und da warst du dann auch genannt als derjenige, der für den DRV sich auch mit solchen Luftraumfragen usw. beschäftigt. Was ist dieser U -Space?

5:58Helmut Bach

Also der U -Space ist so ein Begriff, den hatte die EU bzw. die ERA seinen Umlauf gebracht. Und zwar hat man aufgrund von verschiedenen Verordnungen, das will ich da jetzt gar nicht oft trösen, wie die alle heißen, hat man gesagt, also alle Drohnen, die vor allem beyond visual line of sight fliegen, also die außerhalb Sichtweite fliegen, die müssen ja irgendwie nicht nur gesteuert werden, sondern die müssen ja auch wissen, wo sind die anderen Drohnen, wie ist das Wetter auf der Strecke, gibt es irgendwelche Hindernisse, ändert sich das Einsatzprofil. Und dann hat man gesagt, das ist also ein sogenannter Set of Services, also das wird verschiedene Dienstleistungen rund um diese Drohnen geben und man hat das erstmal U -Space genannt.

6:46Helmut Bach

Das ist also quasi der U -Space Service. Damit die ganzen Drohnen überhaupt fliegen können und einen Luftraum haben, gibt es diesen U -Space Airspace. Und so landläufig fasst man das halt immer zusammen und sagt, das ist jetzt einfach der U -Space.

7:05Helmut Bach

Und das ist, wie gesagt, so eine Sache von der EU, die sich überlegt hat, wie man das Ganze da so integriert.

7:14Helmut Bach

Mittlerweile hat das eine gesetzliche Grundlage, das ist so ein Framework, was die EU da verabschiedet hat in 2021.

7:23Helmut Bach

Und die Umsetzung, die die EU da verabschiedet hat, die Umsetzung des U -Space in den einzelnen Ländern obliegt natürlich den Mitgliedsstaaten. Also die EU gibt nicht vor, also Deutschland oder ihr alle müsst es so oder so gestalten, sondern sagt nur, es soll sowas geben. Ihr müsst also einen U -Space haben, einen U -Space Service und Airspace. Und wie groß, wie klein, wie hoch, wie tief, das ist dann alles euch überlassen. Das ist so in ganz grob gesagt, was dieser U -Space ist.

7:54Lucian Haas

Wenn ich das richtig verstehe, ist so U -Space zum einen quasi ein Rechtsrahmen für den Einsatz von Drohnen. Richtig. Also das ist so der rechtliche Raum. Und dann gleichzeitig sagst du, es gibt U -Space dann als Luftraum, wo man sagt, wenn ich jetzt irgendwie die Luft bringe, so eine Drohne, in diesem Luftraum, wo die sich bewegen und wo die sich nach diesen Rechtsvorgaben dann entsprechend einordnen, diesen Luftraum nenne ich dann auch U -Space. Und in diesem müssen sich dann die Drohnen in irgendeiner Weise aufhalten. Richtig, ja, genau. Was heißt das eigentlich für uns gleich? Leihschirmflieger, bisher haben wir ja keinen U -Space in irgendeiner Weise, auch jetzt keinen Luftraum, der mit U bezeichnet ist. Und wenn du das so sagst, dann soll es das in Zukunft geben. Heißt das, uns wird Luftraum weggenommen? Ja, das ist

8:41Helmut Bach

schlicht und einfach, kann man das so beantworten. Wir werden da an Freiheiten verlieren. Um das mal so die Details auszugleiten. Im Moment spricht man beim U -Space vor allem, das Höhenband von 0 bis 120 Metern. Da gibt es auch schon Umsetzung von den kommerziellen Drohnen, also in Hamburg läuft gerade ein großes Projekt von MediFly,

9:07Helmut Bach

die transportieren so Blutproben, Gewebeproben über eine Distanz von bis zu 40 Kilometern und alles in diesem sogenannten urbanen Bereich. Und das ist das erste, was man so jetzt angreifen oder eingehen will mit diesem U -Space. Im Moment ist es quasi ein gesperrter Luftraum, eine EDR, wie wir es auch von militärischen Übungen her kennen. Aber es sind letztlich EDRs mit der Funktion eines U -Space. Also es gibt einen gewissen Service, es gibt ad hoc WLAN -Verbindungen, es gibt Wetterinformationen, es gibt Kollisionswarnungen. Und das Ganze findet also aktuell schon statt. Und dieser U -Space, habe ich vorhin gerade gesagt, der geht im Moment bis 120 Metern. Das ist so etwa das, was die Modellflieger auch dürfen. Aber man liebäugelt natürlich schon ganz stark mit dem Luftraum, mit dem Luftraum Golf, der ja bis maximal 2.500 Fuß geht.

10:01Helmut Bach

Und bei manchen Folien, ich gucke mir gerade eine an, die geht teilweise bis Flight Level 185, also bis 18.500 Fuß. Das sind allerdings diese größeren Drohnen, die man so später sich mal als Personentaxis so ein bisschen vorstellt. Ob das Ganze dann kommt, ist dann eher Quatsch. Die lateralen Ausdehnungen von diesem U -Space, die sind im Moment eben noch nicht festgelegt. Und das ist die große Krux, es weiß keiner, wie er das im Moment so richtig darstellen soll. Und natürlich hätte die Drohnenindustrie am liebsten den ganzen Luftraum Golf.

10:36Helmut Bach

Da war ich letztens auf einer Konferenz und da ist das zweimal hintereinander gesagt worden, warum machen wir nicht einfach den ganzen Luftraum Golf als U -Space? Und ein anderer meinte, wenn so ein Luftraum Golf mittlerweile so ein wichtiges Gut wird, so ein wichtiges Wirtschaftsgut, dann müssen doch solche Partikularinteressen wie Gleitschirmflieger oder Luftsportteilnehmer, die müssten doch dahinter zurückstehen. Da ist mir der Kamm geschwollen. Also ich muss ein bisschen zurückhalten. Aber man sieht, wo die Richtung hingeht. Das hat zum Glück der Vertreter des BMVI erst mal abgeschmettert. Er hat gesagt, das macht keinen Sinn. Aber es weiß im Moment keiner so richtig, wie das lateral aussehen soll. Vor allem ändern sich auch ständig die Einsatzprofile.

11:24Helmut Bach

Und dann muss man also auch alle Nase lang, alle halbe Stunde oder was, gäbe es plötzlich eine neue Flugroute. Also die Frage noch ganz erst mal zusammenzufassen. Ja, es gibt U -Space im Moment, der aber nicht so genannt wird und letztendlich eine EDR mündet. Und der zukünftige U -Space, wie er denn genau aussieht und wo er denn hinkommt, das ist im Moment noch nicht festgelegt.

11:48Lucian Haas

Aber von der Vorstellung erstmal, wo wir derzeit stehen, die EU hat entsprechende Vorgaben erlassen oder glaube ich sogar Verordnung oder sowas, wo drin steht, ein sogenannter U -Space soll von den Mitgliedsländern auf jeden Fall festgelegt werden. Richtig.

12:03Helmut Bach

Ja, genau.

12:04Lucian Haas

Und das kann nun jedes Mitgliedsland entscheiden. Der eine könnte sagen, pass mal auf, ich mache nur von beispielsweise zwischen Gelsenkirchen und Bochum lege ich eine kleine Flugroute fest. Da dürft ihr alle durchrauschen als Drohnen. Alles andere ist nicht freigegeben oder sowas. Wäre eine Möglichkeit. Ja. Aber denkbar wäre es auch, dass man sagt, man geht in die Fläche und du sagst quasi der ganze Luftraumgolf wird zu einem großen U -Space dann definiert. Heißt das denn automatisch U -Space immer, dass alle anderen dort nicht fliegen dürfen?

12:33Helmut Bach

Nee, das ist es nicht. Es geht ja letztendlich um die Integration der Drohnen in den Luftraum. Das heißt also nicht quasi Isolierung oder Segregation, sondern man will die Drohnen und auch die bemannte Luftfahrt irgendwie zusammenbringen. Die Forderung der EU lautet deshalb, sollte sich die bemannte Luftfahrt im U -Space aufhalten, dann muss sie ihre Position elektronisch kenntlich machen. Das heißt also, man muss auf irgendeine Art und Weise muss man seine Position dem U -Space Provider übermitteln. Es ist natürlich eine ziemlich doofe Sache. Zum einen weiß ich nicht, wer der U -Space Provider ist. Habe ich als Gleitschirmflieger auch gar keine Lust dazu, das rauszufinden. Aber es wird wohl so sein, dass man ein technisches System entwickelt, wo einfach die Positionsmeldung generell versandt wird.

13:25Helmut Bach

Und irgendeiner holt sich dann vom Server runter. Das ist halt dann der U -Space Provider. Und dann weiß der, wo wir sind.

13:31Lucian Haas

Darf ich mal kurz einhaken, nur damit man das versteht. Du hast jetzt zweimal schon dieses Wort U -Space Provider genutzt. Ist das so was wie eine Art Luftaufsicht für die U -Space, die dann die entsprechenden Luftraumdaten an die wie auch immer Drohnen, Piloten oder was auch automatisierten Drohnen, Piloten oder was auch immer dann weitergibt?

13:50Helmut Bach

Richtig. Das ist so wie die deutsche Flugsicherung, die natürlich auch ganz gerne da mitwischen würde. Natürlich nicht unter ihrem originären Namen, aber dieser Service Provider, genau. Das ist so was wie die Flugsicherung für die Drohnen.

14:06Lucian Haas

Und wenn ich mir das jetzt vorstelle, da ist jetzt quasi ein U -Space definiert, wie groß er auch jetzt immer ist. Für diesen U -Space soll es dann einen sogenannten U -Space Service Provider geben, der die entsprechenden Flugabwicklungen da gewissermaßen kontrolliert oder untereinander abstimmt oder was auch immer, wie man sich das vorzustellen hat. Richtig. Und dieser U -Space Provider müsste dann von einem Gleitschirmfliegen irgendeiner Weise erfahren, wo der Gleitschirmflieger ist, damit der das wieder den Drohnen mitteilen kann. Ist das so quasi das, was in Zukunft zu erwarten wäre?

14:40Helmut Bach

Genau das ist es. Wir müssen unsere Position kenntlich machen. Das ist also ganz klar in der EU -Verordnung geregelt,

14:49Helmut Bach

sodass diese Drohnen, die also mit einem sogenannten Detect and Avoid System dann ausgestattet sind, dass die dann wissen, wo wir sind. Und dann können die dann entweder automatisch oder über so einen Drohnenführer, Drohnenpilot nenne ich das immer, scheue ich mich so ein bisschen, das so zu nennen, Drohnenführer, dass der ein entsprechendes Ausweichmanöver fliegen kann. Das System ist noch nicht festgelegt. Und deswegen kann man auch nicht mal sagen, wie wird es denn überhaupt übermittelt. Und da kamen natürlich alle möglichen Ideen rüber. Man könnte doch einen Transponder benutzen. Das wissen wir. Das geht aus rein technischen Gründen beim Gleitschirm nicht. Das ist erstmal unglaublich teuer. Und das Ding hat eine unglaubliche Sendeleistung auch, die also sehr ungesund ist.

15:35Helmut Bach

Und muss eine spezielle Antenne in einer speziellen Form anbringen. Das Ding braucht viel Batterie. Also das ist alles nicht machbar. Und zudem hat die DFS in der Untersuchung, da haben wir mal Daten geliefert und auch festgestellt, dass das überhaupt nicht machbar wäre, wenn alle Gleitschirme theoretisch mit Transponder ausgerüstet wären. Und es geht weit über Flamme der ADS -B, ADS -B -Light, bis runter zu seiner Mobilfunklösung, wo man mit seinem Handy dann in der Position auf dem Server spielt. Und wie ich vorhin schon gesagt habe, der Use -Based -Service -Provider kann die Position runterholen.

16:12Lucian Haas

Das wäre jetzt aber immer, von der Vorstellung her, dieser Service -Provider steht immer noch in der Mitte. Also als Mittler da. Du hast vorhin aber auch gesagt, die Drohnen selber müssten ja eigentlich auch so ein Hinderniserkennungssystem haben und damit auch mich Gleitschirmflieger irgendwie als Lufthindernis erkennen. Da ist dann quasi der Umweg nochmal über einem Service -Provider wäre ja eigentlich zu weit. Soll es auch sowas geben, dass quasi die Drohne mich automatisch selbst sieht, mit welchem elektronischen System auch immer?

16:38Helmut Bach

Das gibt es. Aber das ist im Moment zum einen noch sehr teuer. Ja. Und sehr klobig, muss man dazu sagen. Das sogenannte Sense -in -the -Void, nennt man das so ein bisschen SAA. Da gibt es zwei Firmen, die sind ziemlich gut, also zumindest zwei Firmen im deutschsprachigen Raum der Schweiz und eine in Thüringen ist es, glaube ich. Spleen Labs und Denaleen von der Flam -Firma da. In den USA ist der Amazon ziemlich gut. Diese Sense -in -the -Void, die machen das optisch mit Laser, mit Infrarot und sind unglaublich gut, diese Teile. Aber es ist halt, wie gesagt, sehr, sehr, sehr teuer. Und ich habe mir so eine Anlage da jetzt angeguckt,

17:25Helmut Bach

als ich da in Köln war, bei der European Drone Forum. Das ist schon, sagen wir mal, größere Kaffeetasse. Also so ein Kaffeemarkt, so die Größe hat es da. Und das ist keine billige Technik. Die wird es also in den kleineren Drohnen erstmal nicht geben. Aber es gibt Drohnen, die haben sowas eingebaut. Das Fatale ist leider, dass der Gesetzgeber das nicht forciert. Das ist mal so, ja, wenn es das mal gibt, dann könnte man das doch einbauen. Aber der Gesetzgeber macht es sich natürlich einfach gut. Er will natürlich auch den, der Drohnenindustrie auf die Beine helfen. Und er sagt einfach, pass auf, ihr müsst euch kenntlich machen, ihr Luftsportler.

18:04Helmut Bach

Und den Rest machen wir dann. Das muss ja auch nicht jetzt einer, so der, der das nicht unbedingt manuell macht. Das kann ja durchaus automatisch gehen, als eine Latenzzeit von zwei, drei Sekunden. Das reicht ja bei unseren Geschwindigkeiten und bei denen von den Drohnen. Aber dieses Sense in the Void ist halt leider, leider im Rechtsrahmen noch nicht so vorgesehen.

18:26Lucian Haas

Ja, ist ja vielleicht auch so gesehen, vielleicht auch gar nicht so wirklich nötig, wenn man sich auf andere Weise wirklich mit seiner eigenen Position quasi kenntlich macht und die Drohne dann weiß, okay, diese Position mit mindestens 30 Meter oder 50 oder 100 Meter Sicherheitsabstand sollte ich auf jeden Fall vermeiden. Und der Ausweichen.

18:44Lucian Haas

Was ja wahrscheinlich mit solchen elektronischen Meldesystemen dann entsprechend dann auch realisierbar wäre. Aber du hast vorhin gesagt, das ist in dieser ganzen Diskussion, ist das noch gar nicht in irgendeiner Weise durchdacht oder zu Ende durchdacht, wie man das technisch realisieren will. Ist das nicht ein bisschen seltsam, dass die EU auf der einen Seite schon Verordnungen macht und sagt, die sollen bis zu dem und dem Zeitpunkt auch irgendwie umgesetzt werden. Und auf der anderen Seite ist eigentlich technisch noch überhaupt nicht klar, wie sowas gehen kann. Ja,

19:12Helmut Bach

so ist die Politik halt manchmal. Immer frech vorbrechen und dann mal gucken, was hinterher für einen scharfen Haufen übrig bleibt. Ist jetzt ein bisschen arg gefrotzelt. Aber es ist so, die Drohnenindustrie selbst hatte von der EU und auch von Deutschland gefordert, ihr müsst endlich mal einen Rechtsrahmen schaffen, dass wir da fliegen können. Und das ging ja schon 2015 los. Und da hat Deutschland schon quasi die LuftVO erweitert. Sodass die Drohnen eben auch mit da drin waren und die EU das auch aufgegriffen. Und hat das jetzt halt eben so hingestellt. Hat gesagt, ja, ihr müsst elektronisch erkennbar sein. Und quasi ins Deutsche übersetzt, die Methode muss noch herausgefunden werden.

19:59Helmut Bach

Und jetzt doktert also jeder an verschiedenen Lösungen rum. Weil wir kennen ja das Flamen. Viele haben ja schon so ein Vario mit Flamen. Ist nicht ganz billig. Und hat auch den Nachteil, dass es natürlich kein offener Code ist. Für alle anderen Sachen kann man immer offen nachbauen. Aber hier bei Flamen muss man immer Lizenzgebühren zahlen. Das macht im Übrigen, bei uns macht das immer der Gerätehersteller, der das Vario herstellt, Skytrax oder Bräuninger, die zahlen an Flamen immer so ein Obolus und dann hat sich das. Das kann man mit Flamen machen. Das denke ich mal, das wäre eine gangbare Lösung.

20:38Helmut Bach

Und es gibt so... Das wäre auch

20:39Lucian Haas

etwas, was man jetzt auch sogar direkt technisch umsetzen könnte. Weil die Technik ist vorhanden. Die ist auch klein genug. Die können wir genauso auch klein genug in diese Drohnen quasi integrieren als Flamempfänger dann.

20:49Helmut Bach

Sie hat auch einen riesen anderen Vorteil. Wir haben schon ein Problem, dass wir das sehen und gesehen werden. Du weißt ja, ich fliege auch noch andere Sachen. Wir wünschen uns immer, dass es gut funktioniert. Aber es tut es halt leider nicht. Und ich selbst habe so ein paar wirklich haarige Situationen erlebt, das war einfach nur Sache des Glücks, dass ich jetzt noch hier sitze. Und auch wenn ich mit dem Segelflieger unterwegs bin, bin manchmal erschrocken, wenn ich dann meinen Gleitschirmflieger sehe, wie schnell ich dann an dem dran bin. Wie plötzlich fliegt er teilweise mit 180, 200 in der Wolke entlang. Und da bin ich immer froh, wenn ich irgendwo so einen Flamen auf meinem kleinen Traffic -Display habe und sehe, ach, da vorne ist einer.

21:35Helmut Bach

Da kann ich schon mal anfangen, in diese Richtung zu gucken. Und dieses Flamen wäre nicht nur hilfreich, wenn wir da im U -Space rumfliegen, später mal, sondern generell auch, wäre das einfach eine tolle Sache. Das Zweite wäre halt so eine Mobilfunklösung. Es gibt andere Lösungen, weil wir gerade darüber gesprochen haben, es ist noch nicht festgelegt. Was man sich auch wünscht, ist ein sogenanntes ADSB. Muss man jetzt einfach mal googeln, bis ich das alles erklärt habe. Das ist so ein ähnlicher Standard wie so ein kommerzieller Transponder in den Flugzeugen. Nur kann man da noch weitere Informationen mit verschicken. Das wäre natürlich das, was die ganz gerne hätten. Dann sehen die nämlich nicht nur unsere Position, sie sehen auch den Richtungsvektor. Du kannst eingeben, welcher Flugzeugtyp das ist.

22:20Helmut Bach

Dann weißt du sofort, ist es ein Gleitschirm oder ist es dieses. Das kann man beim Flamen auch noch so ein bisschen machen. Aber die Drohnen hätten über diesen ADSB -Link hätten die auch direkt Informationen von anderen Fluggeräten, was für ein Typ das ist und wie das Wetter dort ist. Und du kannst also ganz viel Zeug da mitschicken. Du kannst sogar Freigaben hochschicken.

22:41Helmut Bach

Aber das ist zum einen unglaublich teuer und es ist halt immer wieder auf dieser Frequenz, wo auch die Transponder sind. Und da ist die DFS, selbst gerade die ICAO sagt, lasst uns bitte diese Frequenz da frei, weil die ist jetzt schon überlastet. Wir haben schon genug Ausfälle. Da brauchen wir jetzt nicht noch das mit so Drohnen voll zu pflastern. Dann gibt es ein ADSB -Light. Das arbeitet mit weniger Sendeleistung. Wäre vorstellbar, würde man vielleicht ein bisschen mehr für uns Gleitschirmflieger und Drachenflieger heißen. Wir brauchen komplett neue Geräte. Sehe ich überhaupt gar nicht ein, ehrlich gesagt. Nur, dass andere Leute einen Vorteil haben oder beziehungsweise die Drohnenindustrie einen Vorteil hat. Und das System, das ich vorhin mal erwähnt hatte, ist halt so eine Mobilfunklösung. Da gibt es eine ganz fiffige Lösung

23:26Helmut Bach

aus Belgien. Safe Sky nennt sich das. Safe Sky App. Wenn man sich das Ding mal anguckt, das sieht erst mal so aus wie Open Glider Network oder sonst wie die ganzen alten Dinge auch. Aber im Flug kann man auf so einen genannten Traffic -Modus umschalten. Das ist wie so ein kleiner Radarschirm. Braucht ganz wenig Strom und versendet minimalste Daten. Ich habe das letztes Mal ausprobiert im UL. Da waren wir auf 8500 Fuß und ich habe immer noch Daten bekommen. Das geht über 2G. 3G ist ja schon abgeschaltet. 2G, 4G, 5G. Und dadurch, dass es so winzige Datenpakete sind, reicht das dem auch, wenn er irgendein Netz kriegt oder sowas. Das Ding ist wirklich klasse. Wir müssten halt möglichst viele benutzen.

24:14Helmut Bach

Aber das wäre so eine Lösung, die auch die EU sieht. Also die EU sieht schon, dass so ein Mobilfunkgerät auch eine gängige Lösung wäre zur elektronischen Erkennbarkeit.

24:27Lucian Haas

Wenn man das aber so ein bisschen mal in die Zukunft extrapoliert von dem allen, was du jetzt erzählt, heißt das aber für uns Gleitschirmflieger, wir müssen uns darauf einstellen, irgendwann in Zukunft werden wir nicht mehr in die Luft gehen können, ohne ein in irgendeiner Weise geartetes elektronisches Gerät bei uns zu tragen, was uns erkennbar macht.

24:46Helmut Bach

Ja, das könnte so passieren. Und da bin ich so ein bisschen dagegen. Ich meine, nicht nur ich, wir sind alle so ein bisschen dagegen. Denn lass uns doch mal vorstellen, wir gehen jetzt mal gerade kurz an den Hang. Das Wetter ist so ein bisschen so lala. Oder hast da so einen Übungshang. Jetzt rutscht da ein bisschen der Übungshang runter. Das ist doch völlig Schnuppe, ob ich da jetzt fliege oder nicht, sowas. Und da will ich auch nicht elektronisch erkennbar sein oder sonst was. Das macht irgendwie gar keinen Sinn. Und wenn ich mir das Flugprofil oder das Verhaltensprofil der meisten unserer Gleitschirmflieger angucke, dann sind doch 90 Prozent unserer Piloten fliegen doch am Hang hin und her. Warum sollen die jetzt ständig elektronisch erkennbar sein? Abgesehen davon, das musst du dir auf dem Schirm mal angucken,

25:32Helmut Bach

da bist du ja rammtösig. Da sind dann plötzlich 20 Flammsäle überall. Da kommst du aus der Warnung gar nicht mehr raus. Also meine Idee, das ist jetzt mal so richtig ins Blaue reingeredet, da haben wir noch nicht drüber gesprochen, ob das so umsetzbar ist, ob das ein gängiges Konzept ist oder sonst was. Aber ich glaube, was uns blühen wird, ist einfach, dass man sagt, pass mal auf, ihr habt so einen gewissen Bereich, da könnt ihr Gleitschirmfliegen dann pflegen. Da braucht ihr keine Erkennbarkeit. Aber wenn ihr da drüber hinaus fliegt, also wenn ihr mal vom Hang wegfliegt oder Cross -Country fliegt oder was, dann müsst ihr elektronisch erkennbar sein. Das, glaube ich, könnte uns blühen. Und ich würde mir wünschen, wenn wir so einen Schutzraum um unser Gleitschirm und Start - und Landegelände von, sagen wir mal so, 1,5 Kilometer hätten, je nachdem wie hoch.

26:24Helmut Bach

Ich rede jetzt vom Flachland. Bei uns sind die Berge maximal 200 Meter hoch. Da höhen unterschiedlich im Schnitt 100 Meter. Da reicht es, wenn wir einen Kreis um den Start - und Landeplatz von einem Kilometer. Und da fliegen die meistens auch nicht drüber hinaus. Natürlich gibt es einige, die machen einen Code Cassis. Und die müssen halt einen Fla mitnehmen. Das wäre so eine vorstellbare Lösung. Aber wie gesagt, nur ins Blaue geredet, da ist noch weder der Vorschlag gemacht worden noch irgendwie abgestimmt.

26:54Lucian Haas

Das heißt aber auf jeden Fall, wenn auch so eine Lösung käme, hieße das ja, dass viel komplexere Luftraumvorstellungen künftig man da haben müsste. Weil im Grunde um jeden Modellflugplatz, um jeden Gleitschirmstartplatz, um jeden Gleitschirmlandeplatz oder was auch immer, müsste quasi ein eigener U -Space, freier Raum oder was auch immer, eingerichtet werden, dass dort entsprechend geflogen werden darf.

27:17Helmut Bach

Ja, das finde ich auch nicht mehr als recht. Ich will nicht sagen, dass das jetzt unsere Spielwiese war bisher. Das ist unser Luftraum war natürlich nicht. Da fliegen andere ja auch. Aber die Vehemenz, mit der die Drohnenindustrie, diesen Luftraum jetzt von uns einfordert oder ich sage jetzt mal ganz böse, einfach wegnehmen will oder was, da muss ich sagen, da müssen wir uns schon Zugeständnisse machen. Wir lassen uns das nicht so kampflos da einfach wegnehmen. Du sagst

27:45Lucian Haas

wegnehmen. Ist das denn wirklich in den Diskussionen, die du auch in diesem Bereich führst, geht es da wirklich um wegnehmen oder einfach nur zu sagen, hey, wir wollen diesen Zugang zu dem Luftraum haben als Drohne. Am liebsten hätte ich ihn so, dass ich irgendwann mit meiner Drohne hinfliegen kann, wohin ich will. Also dass quasi ganz G, also Luftraum G als U -Space in irgendeiner Weise definiert wäre. Aber dann möchte ich, dass jeder andere Teilnehmer, der auch in meinen U -Space dann reingeht, für mich dann halt, also mich als Drohnenflieger erkennbar ist.

28:17Helmut Bach

Ja, das ist genau diese Forderung.

28:21Lucian Haas

Das hieß ja nicht, dass die uns verdrängen, sondern eigentlich nur, dass man sagt, okay, man muss sich neu arrangieren.

28:29Helmut Bach

Gut, so kann man das schon sehen. Ist das richtig? Genau so ist die Forderung. Und natürlich wird es für die Jungs das viel einfacher machen, wenn es es uns nicht gäbe. Ich meine, die wissen alle, General Aviation, außer zu Start und Landung, fliegt halt keiner in 500 Meter oder, Entschuldigung, in 500 Fuß durch die Gegend, vielleicht einen Hubschrauber.

28:48Helmut Bach

Aber wir Luftsportler sind vornehmlich die, die den unteren Luftraum benutzen und vielleicht einen Segelflieger, wenn er am Außen landen muss oder irgendwo mal ein bisschen tief rumkratzt. Aber selbst wenn ich mit dem Segelflieger, wenn ich da 150 Meter hoch bin, dann suche ich mir einen Landeplatz. Aber das ist es schon, genau. Also es wird also, das ist die Forderung. Entweder gebt ihr uns den Luftraum ganz oder wenigstens müsst ihr da erkennbar sein. Aber das ist ja nicht ohne. Wir haben ja 40.000 Gleitschirmflieger, so was oder ein bisschen mehr sogar. Wenn die jetzt alle sich ausrüsten müssen, nur damit ein anderer unseren Luftraum benutzen kann, finde ich das schon ein ziemlich starkes Stück. Also man muss sich da irgendwie schon arrangieren.

29:28Lucian Haas

Wenn man sich so ein bisschen durchliest, was so die Drohnen, die Drohnenindustrie da will, das geht ja dann nicht immer um diese Spielzeugdrohnen mit den kleinen Kameras, die man heutzutage immer hat, sondern das sind immer Transportdrohnen,

29:41Lucian Haas

Medizintransporte, Amazon -Drohnen oder irgendwelche anderen Logistik -Dienstleister, die da was machen wollen und Sonstiges. Ganz viel von dem findet, soweit ich es zumindest gelesen habe, von den Vorstellungen her, ja im Grunde im urbanen Raum statt. Also über Städten, über Siedlungsgebieten direkt. Da bewegen wir uns als Gleitschirmflieger ja, eher weniger oder eher selten, sag ich mal. Oder wenn nur in entsprechend großer Höhe oder es ist wirklich was schief gelaufen. Würden sich nicht allein von daher eigentlich erstmal ein U -Space für uns, also wenn U -Spaces hauptsächlich erstmal über Städten eingerichtet werden und da solche Regelungen gefunden werden, ist das eigentlich nicht etwas, wo wir sagen, betrifft uns als Gleitschirmflieger eigentlich erstmal gar nicht so?

30:26Helmut Bach

Jetzt überlege ich mal gerade, was gibt es denn da denn? Merkur, Baden -Baden, Heidelberg ist auch der Startplatz. Was zeigt an der Stadt? Ach, es gibt schon so ein paar Startplätze, die ziemlich nah an der Stadt sind und wo der Landeplatz auch am Stadtrand ist. Und dieser urbane Raum ist ja nicht immer genau definiert. Es gibt so vage Definitionen, aber was ist urbaner Raum? Welche Stadt ist denn damit gemeint? Was ist eine Kleinstadt, Großstadt, sonst was? Es ist schon richtig, mit 150 Metern werden wir da nicht über der Stadt fliegen. Ich bin ja bei verschiedenen Gremien da auch mit dabei. Was so Integration der Drohnen im Luftraum angeht und rede auch mit den Herstellern und den Entwicklern und so weiter.

31:11Helmut Bach

Die wollen da natürlich nicht aufhören. Und ich meine, das macht für uns ja auch Sinn. Ich nehme mal an, ich habe jetzt so eine kleine Maschinenbaufirma. Amazon hat das Teil in Koblenz liegen. Die sitzt in Kreuznach. Und ich sage, du, pass auf, meine millionenteure Maschine steht hier. Hast du das Teil? Ja, ich habe das Teil. Dann schick mir das bitte her. Und dann ist das eben nicht mehr urbaner Raum. Das ist von einem urbanen Zentrum, zum anderen fliegt das Ding da los. Und ich habe es eine Viertelstunde später. Dann ist mir auch egal, was das kostet. Das heißt, es wird an dem urbanen Raum nicht Schluss machen. Das glaube ich nicht, dass es dort bleibt.

31:45Helmut Bach

Umgekehrt, alles als Use -Base auszuweisen, jetzt sagen wir mal, die ganze Landschaft da damit zuzupflastern, macht auch wieder keinen Sinn, weil der Bauer, der jetzt mal seinen Weinberg inspizieren will oder sein Feld sprühen will, was wirklich eine sehr sinnvolle Anwendung ist, der fliegt da in fünf Meter Höhe rum und macht das jetzt zweimal im Jahr oder was. Warum braucht er jetzt ein Use -Base oder sowas? Da muss sowieso jemand, zwei, drei Leute dabei haben, die am Feldrand stehen und gucken, wo er entlangfliegt und das alles beurteilen. Der braucht keinen Use -Base Service Provider oder überhaupt gar keinen Use -Base.

32:21Helmut Bach

Aber es würde schon Sinn machen, so größere Städte, Mainz, Wiesbaden mit Frankfurt zu verbinden. Das kommt ja spätestens dann, wenn diese ganzen Lufttaxis kommen sollen, die autonom fliegen sollen. Also im Moment urban ja, aber es kommt garantiert, dass es über diesen Bereich hinausgeht. Du

32:37Lucian Haas

sagst, das kommt garantiert. Wenn ich jetzt sage, zurzeit kann ich noch völlig, in Anführungszeichen, völlig frei Gleitschirmfliegen. Ab wann würdest du sagen, von dem, was du auch von deinem Gespräch mit den Drohnenleuten her so kennst und sowas, ab wann würdest du sagen, wird dieses Thema Use -Base für uns Gleitschirmflieger wirklich praxisrelevant?

32:58Helmut Bach

Also die Bundesregierung möchte ja im Februar 2022, also nächstes Jahr, schon einen ersten Entwurf vorstellen, wie der Use -Base in Deutschland integriert werden soll.

33:13Helmut Bach

Es gibt aber noch nichts, was man jetzt schon auf den Tisch legen könnte. Es ist wirklich alles noch in der Schwebe. Die EU -Verordnung von 664 von 2021, die ist ja jetzt schon in Kraft, die muss bis 2023 im Februar umgesetzt sein. Das heißt, bis dahin müssen die Mitglieder, Mitgliedstaaten ein Konzept vorlegen und müssen sagen, pass auf, so sieht unser Use -Base aus und so ist auch die elektronische Erkennbarkeit. Das heißt, spätestens ab dann wird uns das so ein bisschen auf die Füße fallen. Also dann, ich würde mal so sagen, in anderthalb Jahren stehen wir dem Problem gegenüber, dass einige Staaten, ich glaube in Dänemark war das schon so gewesen, dass die einfach sagen, wir wissen im Moment noch nicht richtig, wie wir das machen sollen, wir machen einfach den Luftraum mal zu.

33:59Helmut Bach

Jetzt fliegen einfach nur noch, jetzt wird es eine EDR, jetzt fliegen die Drohnen zu dem Zeitpunkt und jeder andere muss eine Freigabe holen. Also wie gesagt, anderthalb Jahre, denke ich mal, spätestens ist das Thema da.

34:14Lucian Haas

Aber meinst du dann das Thema auch insoweit schon da, dass man dann wirklich sagen muss, ich als Gleitschirmflieger muss mir jetzt auch möglicherweise eine Investition überlegen, weil ich jetzt in irgendein elektronisches Gerät dann wirklich investieren muss?

34:25Helmut Bach

Ja, das glaube ich, genau.

34:29Helmut Bach

Unabhängig von diesem ganzen Use -Base haben wir eh ein kleines Problem,

34:36Helmut Bach

diese Flugplätze und Segelfluggelände, die sind ja nach verschiedenen Paragrafen, Paragraf 6 vom Luft -VO und dann Nummer 54 für die Segelfluggelände, die haben alle eine Schutzzone drum rum. Das sind auch diese,

34:50Helmut Bach

die Hubschrauberlandeplätze haben teilweise so einen Schutz. Und das ist jetzt, wenn ich, ganz normal als Hobbypilot, also jetzt mal, wie gesagt, unabhängig von dem Use -Base, wenn ich jetzt als Hobbypilot meine Drohne starte, dann tue ich gut daran vor, mal zu gucken, darf ich hier überhaupt fliegen, bin ich zu nah am Frankfurter Flughafen, bin ich zu nah an irgendeinem Krankenhaus, bin ich zu nah irgendwo, was auch immer. Da gibt es so eine App, da gucke ich rein, wo steht auch, ich bin ja weit genug weg, kann ja losfliegen. Dass da ein Gleitschirmfluggelände ist, das sieht er erstmal gar nicht und er denkt natürlich, ach, das ist ja in meiner App hier nicht drin, also darf ich hier auch fliegen und fliegt dann zum Beispiel munter in unseren Geländen rum oder was. Das ist, auch das wird ja so ein rechtlicher Rahmen, den ich gerne geklärt habe, also nicht nur bis 2023, das ist jetzt schon, was ich jetzt gerne geklärt hätte.

35:38Helmut Bach

Deswegen sind wir auch hier beim Gesetzgeber und sagen, pass auf, wir wollen auch so eine Schutzzone haben, wir brauchen die dringend, sonst wird irgendwann was passieren.

35:48Lucian Haas

Das heißt, die Drohnenleute wollen ihren Luftraum, die Gleitschirmflieger wollen ihren Luftraum und jeder macht in seinem Sinne das Lobbying. Du bist ja als Fachmann und da auch Vertreter des DHV immer vor Ort. Ja. Also quasi so der, ich sage mal der Luftraumlobbyist des DHV auf den verschiedensten Stellen und Veranstaltungen und sonst was, gerade wenn es um diese politischen Diskussionen darum geht. Wie hat man sich deine Arbeit da eigentlich vorzustellen? Also was, wo bist du da überall wirklich aktiv?

36:22Helmut Bach

Also ich habe unabhängig von den Drohnen gibt es so ein paar Komitees, so Airprox, also gefährliche Annäherung und so weiter. Aber mit den Drohnen selbst,

36:34Helmut Bach

wie soll ich sagen, also wie soll ich da anfangen? Der UAV oder der DHV ist ja beim UAV -Dach. Das ist dieser Dachverband der Drohnenindustrie, der deutschsprachige, hat mittlerweile fast ganz Europa da unter sich.

36:49Helmut Bach

Der DHV ist Mitglied in diesem UAV -Dach und das macht man deswegen, so wie viele andere Vereinigungen auch, nur so ein bisschen da zu hören, was da jetzt so langsam, was sich da so entwickelt. Ich meine, die sind ja alle sehr gut vernetzt und die wissen auch immer genau das Neueste, was jetzt von der EU kommt. Deswegen sind wir da so drin und da gibt es so ein, zwei Fachgruppen. Es gibt dann oft so Seminare und es gibt Konferenzen. Da bin ich halt eben dabei und höre mir das an. Ab und zu gibt es dann auch so eine Working Group oder so eine Fachgruppe Integration. In einer bin ich gerade drinnen, Integration Luftraum in Deutschland. Und da sitzt man da eben mit einem kleinen Kreis, acht bis zehn Leute, sitzt man da zusammen und sagt so mal, wie sind eure Probleme?

37:35Helmut Bach

Dann lege ich zum Beispiel klar, wie unser Flugprofil ist, was wir können, was wir nicht können. Das war letztens interessant gewesen. Das war jetzt gerade im November. Und da fragte so eine Dame, wie hoch fliegt ihr denn? 50 Meter oder 100 Meter? Und da habe ich gesagt, nein, wir fliegen genau wie Segelflieger. Wir fliegen bis knapp 10.000 Fuß und über den Alpen bis 12.500. Und wir fliegen in jeder Ecke, und ich will nicht sagen bei jedem Wetter, aber wenn es irgendwie fliegbar ist, dann sind wir in der Luft. Und die fand es unfassbar, dass wir über 40.000 Leute sind, die da fliegen. Das lege ich so ein bisschen klar. Und dann gibt es natürlich solche Kommentierungen, also die EU,

38:22Helmut Bach

wenn die ein Gesetz verabschieden will oder eine Verordnung verabschieden will, da gibt es ja vorher so eine Entwurfsphase, so ein Draft, der muss dann kommentiert werden. Dann, wenn dieser Draft dann geschrieben wird, da gibt es dann nochmals eine Opinion dazu. Das kann dann auch nochmal kommentiert werden. Das haben wir am Anfang, haben wir das über die UAV DACH gemacht, weil die hatte diese Formulare sofort immer. Und das hat eine Zeit lang gebraucht, bis ich da wusste, wie man an das rankam, ohne irgendwelchen Umweg über European Air Sports oder EHPU, der UAV DACH. Jetzt habe ich da einen eigenen Account und kriege von der EU da immer direkt die Benachrichtigung. Pass auf, hier gibt es einen neuen Entwurf, hier gibt es was Neues zu kommentieren. Das heißt im Endeffekt,

39:07Helmut Bach

dass ich mindestens jeden zweiten Tag irgendwie so ein Pop -up -Mail wieder kriege und hier ist was zu machen und da ist was zu lesen und da ist was zu tun. Das mache ich dann, das kommentiere ich dann. Teilweise geht das dann an die EHPU, unser europäischer DACH -Verband.

39:25Helmut Bach

Und dann wird es da nochmal vervielfältigt quasi. Und dann, dass die EU dann oder die EASA nicht nur eine Stimme kriegt, sondern aus mehreren Ländern. Das sind so die Sachen, die ich halt in diesem Drohnenbereich da so mache.

39:40Lucian Haas

Bist du so gesehen, weil du auch sagst EHPU, das ist ja jetzt die europäische Hang Glider in Paragliding Union. Bist du quasi so der wichtigste europäische Luftraum -Lobbyist für uns Gleitschirmflieger? Oh Gott.

39:58Helmut Bach

Das weiß ich nicht. Ich kann das so nicht sagen. Aber es ist halt, ja gut, in der EHPU bin ich der Einzige, der Luftraumdrohnen macht. Das ist halt so. Ja, könnte man so sagen. Es gibt natürlich andere, die auch genauso, die schlauer sind als ich. Ein paar Italiener, die haben da bei European Air Sports jemand, der sehr pfiffig ist und so, der auch Programmierer ist. Der hilft uns auch sehr viel weiter. Aber was die Gleitschirmflieger angeht, stimmt. Ja, genau. Da bin ich der Einzige, der da im Moment so richtig rumbohrt. Also, das ist so. Schwierig ist es, von anderen Ländern zu kriegen. Das ist so.

40:35Helmut Bach

Natürlich ist Deutschland die größte Gleitschirmfliegergemeinde. Wir sind einfach der stärkste Verband und viel findet hier statt. Aber manchmal ist es schon schwierig, Informationen aus Frankreich zu kriegen. Wie läuft es da mit Drohnen? Wie ist da die Gesetzgebung aus England? Das läuft gut.

40:52Helmut Bach

Aber was ist denn da, wo wir auch gerne fliegen in Slowakei und der ganze Kreml? Das ist so schwierig, da Informationen herzukriegen. Also, die Umsetzung der EU -Verordnung in den jeweiligen Ländern ist echt eine Sisyphusabweibung. Also, auf die Frage,

41:08Helmut Bach

ich scheue mich, dass sie es sagen, aber ich glaube, es ist so.

41:12Lucian Haas

Jetzt einfach, weil du sagst, die Umsetzung dieser EU -Verordnung in die verschiedensten Länder. Wenn man sich mal Worst Case vorstellt, könnte es ja sein, dass Deutschland auf eine andere Lösung kommt als Frankreich, die auf eine andere Lösung kommen als Spanien. Ganz theoretisch gedacht. Sodass man sagt, okay, in Deutschland musst du mit einem Flam fliegen, in Frankreich mit der App XY und die Spanier schlagen eine andere ADSB oder was auch immer elektronische Lösung und sonstiges vor. Könnte sowas wirklich passieren? Oder ist das so, dass gerade bei solchen Themen auch ist, dass es sowas gibt wie die Vorreiterländer oder dass Deutschland da vielleicht so eine Vorbildrolle hat, dass man sagt, das, was vielleicht Deutschland irgendwann entscheidet, werden die anderen Länder auch mit übernehmen, auch gerade die kleineren oder sowas. Wie siehst du da die Diskussion?

41:59Helmut Bach

Mehrere Fragen auf einmal. Ich fange mal vielleicht mal hinten an. Es stimmt schon, dass Deutschland da so ein bisschen vorbricht. Vorreiterrolle würde ich nicht unbedingt sagen. In England ist es in Norddeutschland ziemlich weit. Aber es ist so, die anderen haben nicht so richtig einen Plan. Ich hoffe, man nimmt mir den Ausdruck nicht so übel. Aber die gucken schon jetzt so ein bisschen, was macht Deutschland so und dann hoffen wir, das übernehmen zu können. Und es kann theoretisch natürlich passieren, dass trotzdem jeder so ein bisschen sagt, der hat ja so sein eigenes Erkennungssystem etabliert. Das hängt auch ein bisschen von der Infrastruktur ab. Ich meine, du brauchst für ADSB, brauchst ja Bodenstationen und so weiter. Das muss ja auch erstmal geschaffen werden. Also der Staat muss auch da Geld in die Hand nehmen.

42:44Helmut Bach

Was das vielleicht ein bisschen verhindern könnte, ist einfach der grenzüberschreitende Flugverkehr der Drohnen. Die Drohnen haben natürlich auch keine Lust, wenn der, was weiß ich hier, von Mannheim nach Colmar fliegt, da ins Französische rein, dass er noch ein zweites System hat, das ein System da mitschleppen muss. Und ich glaube, allein die technische Machbarkeit wird ein bisschen, oder wird darauf hinauslaufen, dass die Länder sich schlussendlich harmonisieren. Also das wird wohl so sein. Und ich hoffe, da möchte ich auch noch einen Brief an die Verantwortlichen bei der EU da schreiben, eine Senora Ruiz. Die hat auch noch nicht so richtig verstanden, wie viel und wie hoch und wie weit wir überhaupt fliegen und welche Bedürfnisse haben, was wir können, was wir nicht haben.

43:31Helmut Bach

Ich verstehe es zwar immer noch nicht, aber die haben in Köln getroffen. Und das ist auch so ein Thema, wo wir dann sagen, pass auf, wir brauchen eine Lösung, die nicht nur lokal, sondern die grenzüberschreitend ist EU -weit

43:45Helmut Bach

und möglichst billig für uns.

43:48Lucian Haas

Wenn du jetzt immer sagst, da in den Drohnenverbänden, die verstehen gar nicht so richtig, was eigentlich unsere Bedürfnisse in der Fliegerei sind oder wie wir fliegen, jetzt sagst du, die Frau von der EU, die weiß das auch nicht so ganz. Da müsste ja auch eigentlich ungeheuer viel letzten Endes Aufklärungsarbeit geleistet werden, soweit ich das verstehe. Jetzt mal ganz ketzerisch gefragt, reicht es eigentlich aus, bei so einem wichtigen Thema, jetzt für uns Gleitschirmflieger wichtigen Thema, reicht es eigentlich aus, nur dich in solche Gremien zu schicken? Also

44:17Helmut Bach

ganz ehrlich, wenn ich so den Aufwand sehe und diese Enthusiasmus, dem diese Drohnen, Industrie, die da jetzt vorbricht, ich meine, die haben ja teilweise zweistellige Anwaltsbesetzungen da, also die kommen nicht mit einem Anwalt oder mit einer Rechtsberatung. Also allein bei diesem European Drone Forum

44:41Helmut Bach

fünf oder sechs Vorträge und der eine hat einen Doktorarbeit drüber gemacht, der eine untersucht das im Rechtsrahmen so, der andere macht das so. Da waren schon sechs Anwälte da und ich habe so ein bisschen rumgeguckt auf die Namensschilder, also da sind ganz viele Dr. Jo und sonst was alles unterwegs. Ich glaube, wenn der DHV seinen gesamten Etat zusammenwirft und sagt, wir suchen uns jetzt Anwälte und Lobbyisten und sonst was alles, es wird das trotzdem nicht verhindern. Ich meine, die Drohnenindustrie hat letztes Jahr 15 Prozent zugelegt und die hoffen auch so weiterzumachen. Dagegen an kommen wir nicht. Wir können informieren, wir können versuchen, mit denen irgendwie zusammenzuleben und das ist so ein bisschen mehr, so sehe ich mehr meine Aufgabe.

45:27Helmut Bach

Ich sehe die Aufgabe nicht, das zu verhindern und deswegen muss ich informieren und bin in verschiedenen Gremien und rede mit den Leuten und ich muss auch irgendein Angebot haben. Aber wie gesagt, der finanzielle Aufwand, der dort getrieben wird und auch vom Staat unterstützt wird, das haben wir eine viel zu geringe Lobby. Selbst EU -weit sind wir zu schlecht.

45:50Lucian Haas

Wenn du jetzt sagst, verhindern lässt sich das nicht, der U -Space kommt, die Drohnen werden sich in irgendeiner Weise immer stärker durchsetzen oder immer mehr Raum zumindest einnehmen. Wir werden damit in irgendeiner Weise uns anpassen müssen, wahrscheinlich mit solchen elektronischen Geräten, die uns in irgendeiner Weise erkennbar machen. Das kostet ja auch was. Also wir zahlen ja dann am Ende etwas dafür. Gibt es auch Diskussionen darüber, wer eigentlich diese Kosten übernehmen soll? Machen das die Drohnenindustrie oder müssen wir das aus unserer Tasche zahlen, damit die Drohnen fliegen dürfen oder wie sieht das aus?

46:23Helmut Bach

Das war echt ein heißes Thema. Genau. Also die Schweizer haben zum Beispiel im Rahmen von, da gibt es so ein bisschen Gelder, die auch für Luftsicherheit da irgendwie frei werden. Die Schweizer haben, um das Ganze eben finanziell tragbar zu machen, hat jeder Schweizer Pilot einen Zuschuss gekriegt. Die konnten sich also einen Flam kaufen. Und in England ist es auch so, dass die englische Luftfahrtbehörde, die CEE hat gesagt, pass auf, ab 2023 müsst ihr alle elektronisch sichtbar sein. Und es wird auch finanziell unterstützt. Dann war natürlich erstmal ein Riesentheater, weil die wieder mal die Gleitschirmflieger vergessen hatten. Ja, die Gleitschirmflieger haben keine Lizenz. Dann hat man das, haben die Briten das dann irgendwie so hingeteichselt, haben gesagt, also jeder, der eine B -Lizenz hat, das ist ja,

47:15Helmut Bach

wir haben ja auch Luftrechten und sonst was alles gelernt. Also letztendlich, lange Rede, kurzer Sinn, die haben also mehr als 50 Prozent der Anschaffungskosten, eines, das ist ein Sky Echo 2, das ist so eine Art ADS -B -Light oder Flam. Dann konnte man sich aussuchen, konnte ich das kaufen, fertig. Als ich jetzt das Thema mal angebracht hatte bei, bei so einer letzten Tagung, dann kam dann sofort, ja wieso, beim Sicherheitsgurt, den musst du ja, musst du ja auch bezahlen. Ist ja nicht so, dass der Staat dir den Sicherheitsgurt in deinem Auto bezahlt. Also ich fand das total bescheu, der Vergleich. Aber so denken die, die sagen ja, ihr habt doch was davon, wenn ihr jetzt euch einen Flam kauft oder einen ADS -B oder was, dann habt ihr doch was davon, weil dann seid ihr elektronisch sichtbar und ihr könnt unseren U -Space benutzen.

48:01Helmut Bach

Dass die uns vorher aber quasi diesen Luftraum weggenommen haben, sag ich jetzt mal so ein bisschen ketzerisch. Also das, das kam mir schon so ein bisschen wie Mafia vor. Aber das, dass sie dieses Argument mit dem, mit dem Anschaltgurt kam ein paar Mal, das muss ja sehr populär sein bei denen. Hinkt aber völlig, ist totaler Quatsch. Aber, aber so ist es halt. So, so geht die Stoßrichtung.

48:23Lucian Haas

Aber wenn ich das richtig verstehe, sind ja auch solche Programme wie in Großbritannien oder in der Schweiz, wo dann eben Fördergelder ausgeschüttet werden dafür, die sind ja auch nur zeitlich befristet. Das heißt, jetzt würden Piloten davon profitieren, wenn einer vielleicht in fünf Jahren eine Ausbildung macht und sagt, ich will jetzt eine entsprechende Ausrüstung mir kaufen, dann heißt es, du musst dann halt auch schon diese elektronische, was auch immer, also diese, die Übertragungselektronik dafür direkt mitkaufen. Das kostet dann halt vielleicht dann, wenn es einfach nur so ein einfacher Flambeamer ist, dann kostet das halt entsprechend nochmal 150 Euro extra oder sowas.

48:55Helmut Bach

Muss gestehen, habe ich mir gar nicht drüber Gedanken gemacht, dass es ja zeitlich begrenzt ist. Das ist allerdings so. Ich könnte mich allerdings mal erkundigen, wie das in England läuft, ob das, ob das denn wirklich zeitlich begrenzt ist oder ob das weiterläuft. In der Schweiz wurde mir nur von den Schweizer Kollegen gesagt, es gab halt mal diese, diese Gelder aus so einem Fördertopf und die hat man dazu verwenden können, ob das noch mal auftaucht. Ich weiß es nicht.

49:19Lucian Haas

Könnte eigentlich diese Einrichtung von U -Spaces oder diesen neuen Lufträumen auch bedeuten, dass wir uns als Piloten, als Gleitschirmpiloten, die schon auch teilweise deutlich länger ihre Lizenz haben, in irgendeiner Weise nochmal luftraumtechnisch weiterbilden müssten? Also so eine Art Zwangsnachschulung, wo man am Ende dann zusätzliches Zertifikat bekommt, wo es dann heißt, jetzt bist du auch geschult, wie du mit U -Spaces oder sonstigen umzugehen hast?

49:47Helmut Bach

Also da ist nichts, da ist nichts geplant und das wird wohl auch so sein. Manchmal die, die Drohnenleute, die machen ja so einen Mini -Drohnenführerschein, aber da geht es nur, ja fast nur am Rande, geht es dann nur so ein bisschen um den Luftraum. Ich glaube, das wird für uns nicht kommen. Also unsere, unsere Luftraumbildung ist da schon sehr, sehr weit fortgeschritten und dann kommt halt irgendwann, ich meine, jeder weiß heute, was eine EDR ist oder sollte es wissen, was eine EDR ist oder ein HX -Luftraum oder sonst was und dann gibt es halt irgendwann einfach eine Nachricht für Luftfahrer, für NFL, da steht dann drin, dann gibt es den U -Space in dieser lateralen Aushängung dort und dort und bitte sorgen Sie für elektronische Sichtbarkeit im, was weiß ich, im Mitflamme oder sonst was oder Einflug nur für elektronische Sichtbarkeit.

50:38Helmut Bach

Fertig. Viel mehr wird da nicht passieren. Das glaube ich nicht.

50:43Helmut Bach

Das bleibt ja der Grund, das fällt mir gerade ein, das hat letztens einer gesagt vom BMVI, dass der Luftraum bleibt immer der gleiche. Der Golf bleibt Golf, Echo bleibt Echo. Also es gelten die gleichen Wetterminimale, es gelten die gleichen Ausweichregeln. Also wenn ich jetzt, wenn wir zwei gleiche Flieger jetzt im U -Space unterwegs sind, dann heißt es ja nicht, dass wir uns nur noch auf einem Pfad bewegen dürfen. Wir kurbeln da genauso weiter wie vorher auch. Wir müssen die gleichen Wetterbedingungen beobachten und wenn du von rechts kommst, muss ich dir ausweichen. Das ist genau wie vorher auch.

51:17Lucian Haas

Du warst ja selber lange Lufthansa -Kapitän, bist mit ganz großen Maschinen rumgeflogen. Gerade was das Thema Drohnen betrifft, wann glaubst du denn, wird denn auch die große Fliegerei oder große kommerzielle Luftfahrt im Grunde irgendwann zu einem Drohnenbetrieb?

51:34Helmut Bach

Also es wird kommen. Wann? Ach Gott, genau kann ich es nicht sagen. Aber es ist ja schon so, der A350, der neue, den jetzt die Cargolux kriegen soll, das ist zumindest so geplant und die Honda kriegt ja auch diesen A330neo. Das sind beide schon, die haben eine Single -Pilot -Zulassung. Das sind also wichtige Sachen, wo man sonst zwei Leute ganz gerne im Cockpit hat. Das reicht, wenn da ein Pilot drin sitzt und wenn der zufällig eingeschlafen ist, zum Beispiel so ein plötzlicher Druckverlust, Rapid Decompression, das macht dann der Flieger automatisch. Da braucht der Pilot da vorne gar nichts mehr machen. Und was eben wirklich neu ist, was wir bisher auch nie dachten als konventionelle Piloten, dass sowas mal geht, es gibt ein Automatic Take -Off.

52:26Helmut Bach

Das können beide Flieger, können das. Das heißt, diese Engine -Fehler beim Start, also Triebwerksausfall beim Start oder Reifenplatz oder sonst sowas, das soll dieser Flieger können. Das heißt, du kannst von Anfang an bis Ende, du kannst eigentlich da drin sitzen, kannst dem Ding zugucken. Wir machen heute ja schon automatisch Landungen bei schlechtem Wetter. Das wissen wir ja alle. Und den Flieger dahin zu führen, das ist halt immer noch so ein bisschen, da brauchst du halt immer noch einen Piloten. Aber das lässt sich alles machen. Also ich glaube, dass wir,

53:01Helmut Bach

ich würde mal so Richtung 30er Jahre, 2030, wenn die ersten Flieger und der Pilot da drin sind, da sitzt vielleicht pro Forma noch einer drin. Aber der wird da nichts mehr groß machen müssen.

53:12Lucian Haas

Das heißt, wenn man das als Perspektive so sieht, heißt es doch eigentlich auch, wenn man jetzt von U -Space spricht, wenn irgendwann auch die große Fliegerei zu drohen wird, spätestens dann, dann würde ja irgendwann, dass man sagt, ja, der U -Space wird jetzt halt nicht nur unten Luftraum G, sondern halt, ja, bis in welche Höhe auch immer man dann braucht, entsprechend ausgedehnt und zu sagen, das ist jetzt einfach ein wirklich automatisierter Betrieb, wo dann irgendwelche U -Space -Service -Provider dann entsprechende Flugrouten für die dann vorgeben. Also spätestens dann müssten wir als Gleitschirmflieger uns ja auf jeden Fall in egal welcher Flughöhe da entsprechend eingliedern.

53:50Helmut Bach

Nee, kann es aber jetzt nicht sein, weil dieser kommerzielle Verkehr, der ist ja jetzt schon im geschützten Luftraum, ob das Luftraum C oder D ist oder sowas. Wir bewegen uns ja immer in so einem Luftraum, wo Mischverkehr ist, also dieser EIA -Fahrverkehr und der VIA -Fahrverkehr. Aber in C und D ist zwar auch VIA -Fahrverkehr, aber der muss halt eben Anweisungen folgen. Also dieser, ich sag mal jetzt, der 830 -Drohne oder sowas, wie man das Ding nennen will, der wird im geschützten Luftraum fliegen, wo wir sowieso nicht fliegen. Das wird auch weiterhin die DFS machen. Die werden das auch technisch begleiten. Die Butter lassen sie sich nicht vom Brot holen. Das ist denen ihr ureigenes Geschäft und das wird auch da bleiben. Und es ist dem Lotsen letztendlich völlig wurscht, ob er, das wird dann irgendwann so sein, ob er dem sagt, pass mal auf,

54:42Helmut Bach

linksrum auf Kurs 140 oder er tippt es einfach ein und der Flieger macht es. Also das ist dann egal, das macht die DFS. Also das wird nicht passieren. Das

54:52Lucian Haas

ist dann eher so ein Thema für Lufttaxis oder sonstiges, was du vorhin auch schon sagst.

54:56Helmut Bach

Ja, wobei da, also Lufttaxis, also wenn man sich mit den Leuten auch von der Drohnenindustrie so beim Bier unterhält, da sagen die meisten, das ist einfach eine Totgeburt. Da gibt es ein paar exotische Anwendungen dahin. Vielleicht in, man sagt so spöttisch, in der Sandkiste in Saudi -Arabien da unten oder in Emirates.

55:22Helmut Bach

Die können sich sowas leisten. Die können mit sowas rumspielen. Denen gehört sowieso der Luftraum. Die Chinesen könnten sowas machen. Aber es ist, das löst keine Mobilitätsprobleme. Das löst weder das Verkehrsproblem, noch ist es besonders green. Ich meine, das Ding muss auch aufgeladen werden. Da muss der Strom schon wirklich, also nachhaltig hergestellt werden. Ansonsten läuft das Ding auch nicht einfach nur so mit Sonnenenergie. Also diese Lufttaxis, das wird nicht in dem Maße kommen, wie das manchmal so gerne dargestellt wird. Das sehe ich nicht so als Problem. Aber diese Luftfracht, das ist eher interessant, weil, was wir vorhin schon im Beispiel hatten, logistisch macht es halt oft Sinn, dass man sagt, Mensch, ich muss jetzt über eine größere Entfeindung schnell ein Teil transportieren.

56:11Helmut Bach

Und dann brauche ich das eben dort, genau.

56:14Lucian Haas

Jetzt so ein bisschen zusammenfassend noch mal von dir aus gedacht. Würdest du denn auch als Gleitschirmflieger, wenn du diese ganzen Diskussionen so verfolgst, an denen du auch sehr dicht dran bist, macht dir das wirklich als Gleitschirmflieger Sorgen? Oder sagst du, da kommt einfach etwas, was wir nicht abwenden müssen. Wir müssen nur gucken, wie wir da möglichst gut am Ende dabei rauskommen.

56:37Helmut Bach

Das hast du jetzt schön formuliert, weil letztendlich ist das eine Charaktersache, wie man auf sowas reagiert. Und ich muss sagen, es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Manchmal denke ich, was für ein, darf man jetzt nicht sagen, was für ein Mist aber auch. Und wenn eine EU -Mitarbeiter uns ins Gesicht sagt, you will be losing your freedom, also ihr werdet eure Freiheit verlieren, wenn ihr nicht heutig aufpasst, dann macht mir sowas schon Angst. Da denke ich, verdammter Hacker, also dieses normale Fliegen mal so, Mensch, heute habe ich aufgetreten und ich kann mal da jetzt, oh, jetzt heute geht es wirklich gut, jetzt bleibe ich an der Wolkenstraße und fliege da und da vorbei und lande da mal. Das ist unbeschwert. Das wird dann nicht mehr möglich sein. Andererseits, es ist so, wenn die Vorgaben so sind und wir können uns auf eine relativ günstige Weise so eine elektronische Erkennbarkeit kaufen,

57:29Helmut Bach

dann ist sie auch gut damit. Wir haben ja auch Vorteile. Nicht, dass sie den NewSpace Leuten nützt, sondern wir sind ja auch gegen uns über selbst. Ich meine, es gibt ja nicht nur Gleitschirmflieger, wie gesagt, es gibt die Segelflieger, es gibt Hochschrauber und ULs. Wenn die uns sehen, da ist uns ja auch geholfen. Da geht es nicht nur um die Drohnen,

57:48Lucian Haas

Unterm Strich würdest du dann sagen, letzten Endes ist diese Entwicklung für dich eine schlechte oder eigentlich eine, wo du sagst, unterm Strich kann man damit noch relativ gut leben, wenn wir zumindest damit enden würden, dass wir vielleicht nur ein Flam mit uns rumschleppen müssen und jetzt nicht irgendwelche anderen

58:04Helmut Bach

Regeln noch einhalten. Genau, das ist genau das Letzte. Wir können damit leben und so ganz schlecht ist die Entwicklung doch nicht.

58:13Helmut Bach

Aber wie gesagt, wir haben uns heute jetzt auch so ein bisschen einig auf diesen NewSpace da. Spezialisiert. Aber es gibt schon auch so ein paar Sachen, was ich schon immer so kurz erwähnte, mit dieser Schutzzone drum rum.

58:25Helmut Bach

Da macht mir das schon so ein bisschen Sorgen. Wir haben ja allein 2019 54 Schließungen von großen Flughäfen gehabt, also teilweise oder ganze Schließungen. Und es ist nicht auszuschließen, dass die Drohnenleute auch irgendwann mal bei uns in den Hang kommen werden oder mal meinen, wie toll ist das da zu fliegen. Oder noch böser gesagt, wenn einer verhindern will, dass wir fliegen brauchen, dann nur mit seiner Drohne vom Nachbargrundstück zu starten und fliegt er bei uns in die Gegend rum. Da geht auch keiner mehr von uns in die Luft. Also ich sehe das so ein bisschen mit gemischten

58:58Lucian Haas

Gefühlen. Könnte also unterm Strich zumindest heißen, dass vielleicht auch manche unserer Fluggelände uns verloren gehen. Also du sagtest vorhin zum Beispiel so was wie Heidelberg oder so. Wenn man da sagt, über städtischen Gebieten wollen wir viel eher einigerweise einen weit ausgedehnten NewSpace einrichten, dann fallen halt möglicherweise solche Schritte, Startplätze dann einfach.

59:18Helmut Bach

Ach, das glaube ich nicht. Also ich meine, wir haben letztens mit jemandem vom BMVI gesprochen und der hat mir dann schon gesagt, ja, letztendlich ist Raum in dieser Verordnung, dass man durchaus solches Geofencing machen könnte. Also wenn man sagt, pass auf, wir fliegen jetzt von dem einen Stadtrand zum anderen Stadtrand und dann wäre das durchaus vorstellbar, dass man so ein gewisses Geofencing da macht. Das hängt natürlich stark davon ab, was gerade auf dieser Flugstrecke an Industrie da liegt, die vielleicht für die Drohnenindustrie wichtig wäre. Aber wenn es denn mit einem Flam oder mit einem Mobiltelefon oder sonst was getan ist, dann können diese Gelände natürlich weiter betrieben werden.

59:57Lucian Haas

Gibt es eigentlich solche Überlegungen bei der ganzen Geschichte, wie nah eine Drohne einem Gleitschirmflieger kommen dürfte?

1:00:05Helmut Bach

Es gibt Überlegungen, wie so die Schutzzonen um so Fluggeräte aussehen sollen. Da spricht man von mehreren hundert Metern. Aber einen genauen, festen Betrag nennt man da nicht. Es ist nicht so wie beim IFA -Flugverkehr, dass man so eine Art Schutzzone von acht Kilometern und sonst was um sich drum herum hat. Das gibt es da eben nicht. Oder auch so Abstandsregeln, was wir dreimal hinter dem Voraus fliegen. Das gibt es da nicht. Das ist generell ein Problem im Luftraum Golf und Echo. Ich kann mit meiner Cessna ganz nah an eine andere Cessna fliegen oder an einen Segelflieger. Das ist nicht gesagt, wie nah ist nah. Und so wird es da auch sein. Aber ich denke mal, dass wir im Bereich von ein paar hundert Metern uns hoffentlich bewegen.

1:00:54Helmut Bach

Der muss ja auch einen Bewegungsspielraum haben mit seiner Drohne. Er hat ja einen Kurvenradius zu fliegen. Also das ist, denke ich mal, in dem Bereich.

1:01:03Lucian Haas

Jetzt noch eine abschließende Frage zur zeitlichen Entwicklung. Wie schätzt du das ein? Weil du sagst, ab 2023 wird das zum Thema, auch weil da die Verordnungen entsprechend in Kraft treten beziehungsweise die Staaten die Auflage haben. Bis dahin sollen sie eigentlich entsprechende Regeln auch vorliegen. Würdest du, wenn ich jetzt da vor der Entscheidung stehe, ich will mir jetzt vielleicht ein neues Vario kaufen oder sowas. Sollte ich das vielleicht um ein Jahr aufschieben, um dann zu sagen, vielleicht soll ich doch ein Gerät mit Flam nehmen? Oder sollte ich am besten jetzt sofort nur noch ein Gerät mit Flam kaufen aus deiner Sicht?

1:01:37Helmut Bach

Ich würde mir nur noch eins mit Flam kaufen, ganz ehrlich.

1:01:42Helmut Bach

Weil das, wie ich vorhin schon sagte, es hilft uns ja nicht nur bei der Verordnung, bei der USPACE Umsetzung, sondern es hilft uns generell bei der Kollisionsverhinderung, was auch ein großes Programm war von der EU im Übrigen. Also die hat nicht nur diese Drohensachen uns da auf den Tisch gelegt, sondern es gab auch eben Untersuchungen und Entwürfe zugesetzten zur elektronischen Erkennbarkeit generell von null bis Weltall.

1:02:16Helmut Bach

Und da war dann auch schon immer wieder die Frage, wie wollt ihr denn erkennbar sein? Und auch da haben wir immer wieder gesagt, also das, was wir haben, das ist eben Flam. Und was wir können, ist ein Mobiltelefon. Das könnte man bis zu einer gewissen Höhe noch benutzen. Aber ich würde generell, um die Frage zu beantworten, ich würde mir einen Vario nur noch mit Flam kaufen. Ich habe auch eines, das muss nicht bunt sein, das muss auch keine 1.000 Euro kosten. Aber es tut es und ich werde es sehen. Und das ist für mich das Wichtigste.

1:02:47Lucian Haas

Okay, Helmut, danke dir für diese sehr interessante Hintergründe zur U -Space -Drohnen -Zukunft, die uns als Gleitschirmflieger irgendwie betreffen wird. Und den abschließenden Tipp da, Leute, kauft euch ein Vario mit Flam. Damit seid ihr zumindest ein bisschen zukunftssicherer als ohne. Danke dir für deine Ausführungen.

1:03:05Helmut Bach

Danke auch. Bitte.

1:03:12Lucian Haas

Das war die Folge Nummer 72 von Podz-Glidz mit Helmut Bach im Gespräch mit Lucian Haas. In den Shownotes zu dieser Folge auf Looglites findest du noch eine Reihe von weiterführenden Links rund um das Thema U -Space, auch mit Bezug auf die Schweiz. Der Gleitschirm-Blog Looglites steht im Netz und zwar unter looglites.blogspot.com. Looglites schreibt sich Lu-Glidz.

1:03:37Lucian Haas

Wenn du dich als Hörer von Podz-Glidz und Leser von Looglites von mir gut informiert oder auch gut unterhalten fühlst, dann gib doch etwas zurück, indem du meine Arbeit daran unterstützt als Förderer. Dein einmaliger oder auch wiederkehrender Förderbeitrag liegt ganz in deinem Ermessen. Anders gesagt, du darfst geben, so viel du willst. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, welche Summe angemessen wäre, dann kannst du dich gerne an folgendem wirklich unverbindlichen Vorschlag orientieren. Wie wäre es mit einem Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Looglites? Natürlich kannst du gerne erst ein paar Folgen hören und über Monate hinweg Looglites lesen und dann einen gesammelten Förderbeitrag leisten. Zahlungen sind ganz einfach per PayPal oder Banküberweisung möglich.

1:04:22Lucian Haas

Alle nötigen Daten findest du auf meinem Blog Looglites und zwar dort auf der Seite Fördern. Bis zum nächsten Mal. Ciao.

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