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73. Gladiatoren - Markus Anders

// Markus Anders, Lucian Haas · 2022-01-07 · 01:26:05 · original episode

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[show notes]
Hike-and-Fly-Rennen stehen im Zentrum des Lebens von Markus Anders. Damit sind einige Risiken verbunden. Wie geht er damit um? +++ Wer die Fliegerkarriere von Markus Anders über die vergangenen Jahre verfolgt hat, darf ruhig ein wenig staunen. Markus ist in relativ kurzer Zeit in die Weltelite des Hike-and-Fly aufgestiegen. 2017 – da hatte er gerade mal zwei Jahre seinen A-Schein und dann auch B-Schein – gewann er erstmals die Gesamtwertung des Bordairrace-Wettbewerbs. Ein Jahr später wiederholte er diesen Erfolg, zudem wurde er beim Salewa Ironfly Dritter. Das brachte ihm 2019 die Teilnahme bei den Redbull X-Alps ein. Bei den X-Alps 2021 schied er, auf Top-Ten-Kurs liegend, nach einer missglückten Landung leider verletzt aus. Im vergangenen November gehörte er dann zum exklusiven Rund von Top-Piloten, die zum ersten Hike-and-Fly Wettbewerb der Vereinigten Arabischen Emirate eingeladen wurden. Dieser Wettbewerb in Dubai und der Wüste hatte sein ganz eigenes, in Teilen der Gleitschirmszene auch kritisch gesehenes Flair. Beispielsweise durften die Piloten beim ersten Task vom Dach eines 77-stöckigen Hochhauses starten. Noch nie zuvor hatte sich dort ein Gleitschirmflieger in die Luft geschwungen. Wie Markus diese Weltpremiere erlebte, welche Gedanken ihm dabei durch den Kopf gingen und warum er sich trotz des Gefühls, auch eine Art Versuchskaninchen zu sein, auf das Risiko einließ, das erzählt er in dieser 73. Folge von Podz-Glidz. Zur Sprache kommt aber noch einiges mehr: Markus spricht unter anderem über prägende Erlebnisse bei einem Hike-and-Fly-Trip in Neuseeland; und wie sehr die X-Alps und ähnliche Wettbewerbe heute sein Leben bestimmen. Zum Ende hin geht es noch um ein ganz anderes Thema: Seit 2020 leitet Markus bei Skywalk das Projekt E-Walk. Dabei handelt es sich um ein Gurtzeug mit integriertem Elektromotor als Aufstiegshilfe für den Thermikflug. Kürzlich hatte das deutsche Luftfahrtbundesamt der Zulassung des E-Aufstieg als neue Startart für normale Gleitschirmpiloten eine Absage erteilt. Ob und wie es mit dem E-Walk nun weitergeht? Diese Frage habe ich Markus natürlich auch gestellt. Wenn Dir dieser Podcast gefällt, dann kannst Du meine Arbeit daran unterstützen. Wie Du ganz einfach und ohne jede Verpflichtung zum Förderer werden kannst, erfährst Du auf der Website von Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite „Fördern“: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Anomalous Hedges | Künstler: Mini Vandals No Copyright Audio Library Watch & Download: https://www.youtube.com/watch?v=5DXfB_Qtqoo

[transcript]

0:03Markus Anders

Ich hatte dann sehr das Gefühl, dass das Ganze mehr so einem Gladiatorenkampf gleicht und eigentlich die Belustigung und die Show im Vordergrund steht und mit dem Gedanke kann man sich natürlich wieder fragen, naja, man könnte ja dann schon so ein bisschen das Versuchskaninchen sein, man holt sich sehr gute Athleten, die wissen, was sie tun und lässt die mal von dem Hochhaus starten.

0:43Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast,

0:46Markus Anders

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

0:50Lucian Haas

Heute mit Markus Anders und Lucian Haas am Mikrofon.

0:59Lucian Haas

Wer die Fliegerkarriere von Markus Anders über die vergangenen Jahre verfolgt hat, darf ruhig ein wenig staunen. Markus ist in relativ kurzer Zeit in die Weltelite des Hike -and -Fly aufgestiegen. 2017, da hatte er gerade mal zwei Jahre seinen A -Schein und dann auch B -Schein, gewann er erstmals die Gesamtwertung des Border -Race -Wettbewerbs. Ein Jahr später wiederholte er diesen Erfolg, zudem wurde er beim Salewa Ironfly Dritter. Das brachte ihm 2019 die Teilnahme bei den Red Bull X -Alps ein. Bei den X -Alps 2021 schied er, auf Top -10 -Kurs liegend, nach einer missglückten Landung leider verletzt aus. Im vergangenen November gehörte er dann zum exklusiven Rund von Top -Piloten, die zum ersten Hike -and -Fly Wettbewerb der Vereinigten Arabischen Emirate eingeladen wurden.

1:49Lucian Haas

Dieser Wettbewerb in Dubai und der Wüste hatte sein ganz eigenes, in Teilen der Gleitschirmszene auch kritisch gesehenes Flair. Beispielsweise durften die Piloten beim ersten Task vom Dach eines 77 -stöckigen Hochhauses starten. Noch nie zuvor hatte sich dort ein Gleitschirmfliegen die Luft geschwungen.

2:09Lucian Haas

Wie Markus diese Weltpremiere erlebte, welche Gedanken ihm dabei durch den Kopf gingen und warum er sich trotz des Gefühls, auch eine Art Versuchskaninchen zu sein, auf das Risiko einließ, das erzählt er in dieser 73 -sten Folge von Podz-Glidz.

2:25Lucian Haas

Zur Sprache kommt aber noch einiges mehr. Markus spricht unter anderem über prägende Erlebnisse bei einem Hike -and -Fly -Trip in Neuseeland und wie sehr die X -Alps und ähnliche Wettbewerbe heute sein Leben bestimmen. Zum Ende hin geht es noch um ein ganz anderes Thema. Seit 2020 leitet Markus bei Skywalk das Projekt E -Walk. Dabei handelt es sich um ein Gurtzeug mit integriertem Elektromotor, als Aufstiegshilfe für den Thermikflug. Kürzlich hatte das Deutsche Luftfahrtbundesamt der Zulassung des E -Aufstiegs als neue Startart für normale Gleitschirmpiloten eine Absage erteilt. Ob und wie es mit dem E -Walk nun weitergeht, diese Frage habe ich Markus natürlich auch gestellt.

3:08Lucian Haas

Wenn dir dieser Podcast gefällt, dann kannst du meine Arbeit daran unterstützen. Wie du ganz einfach und ohne jede Verpflichtung zum Förderer werden kannst, erfährst du auf der Website von Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern.

3:27Lucian Haas

Markus, eine kleine Frage am Anfang. Alpen, Himalaya, Neuseeland oder die Wüste? Wo würdest du am liebsten nochmal fliegen gehen?

3:38Markus Anders

Naja, das Fliegen ist keine leichte Frage, weil das Fliegen ist ja so vielfältig. Das macht es dann in dem Sinne eigentlich wieder spannend, dass man in die Wüste kann, ins Himalaya, ins Flachland, in die Berge. Am schönsten fand ich es aber tatsächlich bisher. In Neuseeland. Warum? Das hat einfach, also es war eine sehr wilde, entlegene, schöne Gegend. Man hat stellenweise wirklich nur die unberührte Natur gesehen auf der Südinsel. Keine Straßen, keine Wege, keine Stromleitungen, keine Telefonkabel, sonst was. Und es war wild, aber nicht beängstigend zum Fliegen.

4:24Markus Anders

Also jetzt im Himalaya hast du dann halt gleich wieder sehr hohe, sehr hohe, hohe Berge, Gletscher, Gletscherwinde und so weiter. Und da fliegt man dann doch, sage ich mal, ein bisschen angespannter. In Neuseeland, also wenn ich mich jetzt so erinnere, das war stellenweise richtig schönes Fliegen. Wir haben aber da auch ein bisschen Wetterglück gehabt. Ich denke mal, wenn man, weil Neuseeland ist ja sehr, sehr wechselhaft und windanfällig. Wenn man da kein Flugwetter erwischt, ist es natürlich was anderes. Aber so von den Eindrücken her hat mir einfach brutal gefallen.

4:56Lucian Haas

Wenn ich das richtig weiß, du warst mal, ich glaube, drei Wochen in Neuseeland und hast da eine Hike -and -Fly -Tour gemacht. Wann war das?

5:03Markus Anders

Genau, ich war Jahreswechsel 2017 auf 2018 mit drei Kumpels für einen Biwaktrip in Neuseeland. In Summe waren es sechs Wochen und drei Wochen davon haben wir einen Biwaktrip gemacht. Und unser Ziel war, die Südalpen auf der Südinsel in Neuseeland quasi von Süden nach Norden zu durchqueren. Nur eben per Hike -and -Fly.

5:29Lucian Haas

Und ist das dann auch wirklich so, dass in so einer Insel und diese Südalpen, dass die so wild und so entlegen sind, dass man da eigentlich fast drei Wochen abseits der Zivilisation auch da unterwegs ist?

5:40Markus Anders

Jein. Also wenn man sowas plant, fliegt man ja nicht einfach hin und schaut sich dann an, wie sich das entwickelt. Wir haben ein bisschen geschaut und es gibt halt so die Mainchain da, also die hohen Berge, die so ein bisschen divers sind. Ja, genau. Und das ist dann auch so, dass man sich dann auf der Westküste von dem Rest der Insel teilen und da auf der Westseite staut sich halt brutal die feuchte Luft an. Und man hat auch relativ viel Regen, es ist schön grün. Und zwischendrin, sage ich mal, da gibt es dann doch wirklich öfters Täler, wo man kommt schon rein, man kommt schon hin, aber es ist sehr schwer zu Fuß oder mit dem Auto zu erreichen. Also der Gleitschirm hat da...

6:27Markus Anders

Ja, eben das Ganze ermöglicht auch mal ein bisschen Offroad oder halt ein bisschen jenseits von der Infrastruktur unterwegs zu sein.

6:38Lucian Haas

Und was ist jetzt das, was dich da vor allem jetzt an Neuseeland so begeistert, dass du sagst, das fandst du mit am schönsten? Ist es gerade, weil es diese Wildnis hat, die man aber mit dem Gleitschirm noch so halbwegs safe erkunden kann?

6:52Markus Anders

Neuseeland ist eine Insel, die ist sieben, also die Südinsel.

6:58Markus Anders

Siebenhundert Kilometer lang und vielleicht 150, 200 Kilometer breit an der breitesten Stelle. Und man hat natürlich da den Einfluss von der Sea Breeze. Und wir hatten einen Flug, da waren wir so in dem Korridor, wo wir richtig super gute thermische Bedingungen hatten, wenig Wind und man hat einfach während dem Fliegen Basis über 3000 gesehen, wie von Westen und Osten, die Sea Breeze so reinschwappt. Und wir sind da quasi in den Tälern geflogen, nicht nur einfach Ridges entlang, sondern wir haben, glaube ich, vier oder fünf Talsprünge machen müssen, wo wir so endlos wirkende Täler einfach überfliegen mussten.

7:44Markus Anders

Und dann haben sich da so schön die blauen Flüsse durchgeschlängelt und es war einfach irgendwie so unberührte Natur. Das ist halt sehr eindrucksvoll, sage ich mal, in meinen Erinnerungen geblieben. Und deswegen eins. Meiner bisherigen Highlights gewesen. Wenn

8:00Lucian Haas

du jetzt sagst, von beiden Seiten sah man, wie quasi so die Seewind Breeze dann da so reinschwappte, seid ihr dann in der Mitte dann gewissermaßen in so einer Konvergenz gewesen, wo ihr dann da auch fliegen konntet?

8:11Markus Anders

Ich vermute, dass es auch so ein Konvergenzbereich war. Der hat ungefähr so eine Breite von 40, 50 Kilometer gehabt. Wir hatten echt super Steigwerte, auch in einem guten zweistelligen Bereich. Aber es war ein sehr guter Flug. Es war einfach fein zu fliegen und ich bin mir relativ sicher, dass da auch so ein Konvergenz -Effekt eine Rolle gespielt hat.

8:35Lucian Haas

Du hast ja diesen Neuseeland -Trip 2017, 2018 gemacht. Da bist du ja noch gar nicht so lange geflogen, wenn ich das richtig weiß. Du hast, glaube ich, deinen A -Schein erst im April 2015 gemacht. Also nach zwei Jahren hast du dir einen Trip zugetraut, der schon eigentlich ziemlich viele Skills verlangt, sodass man sagt, wirklich Wildnis fliegen, Hike and Fly, starten von Wild. Mit den Startplätzen und sonstiges. Warst du damals eigentlich schon reif dafür von der Fliegerei, im Rückblick gesehen? Oder hast du dir damals was zugetraut, was letzten Endes wunderbar ausgegangen ist? Aber war das vielleicht damals schon ein bisschen über dein Können hinaus?

9:14Markus Anders

Das ist eine sehr gute Frage, über die ich mir auch tatsächlich schon in Gedanken gemacht habe. Jetzt nicht nur bezogen auf Neuseeland, weil ich sehe das gerade in der Jugend, weil ich sage mal, ich bin jetzt nicht mehr der junge Wilde. Ich bin jetzt schon eher ein erfahrener, älterer Gleitschirmflieger. Aber damals mit den zwei Jahren, ich war definitiv auch ein Kandidat, sage ich mal, der zu den jungen Wilden gehört hat. Ich habe den Schein im April 2015 gemacht. Ich war dann eigentlich, sobald es ging, immer am Startplatz. Teilweise auch, wenn der Wind zu stark war. Also ich habe meinen Schein ja an der Schwäbischen Alb gemacht. Und da ging halt viel mit Zorn, viel Starkwindzorn.

10:02Markus Anders

Und wenn ich mal eine Woche nicht fliegen war, war das schon eine lange Pause, sage ich mal. Sehr viel am Fliegen, aber man wächst mit den Erfahrungen. Und die Erfahrungen, die kriegt man einfach nur über die Zeit. Wir haben uns natürlich an so Sachen auch herangetastet. Also ich habe mit Nikolas Mantos damals das Fliegen angefangen. Wir haben dann auch mal so einen Biwaktrip durch die Südeien. Wir haben dann die Alpen hier in den Alpen gemacht. War sehr spannend, war sehr cool. Ich sage mal, bei Neuseeland ist es halt extrem schwierig, eine zuverlässige Vorhersage zu kriegen. Beziehungsweise die Gefahr in Neuseeland ist, dass das Wetter auch relativ schnell umschwingt. Und man dann viel improvisieren muss.

10:48Markus Anders

Also wir hatten definitiv die ein oder anderen Erlebnisse, die sicherlich sehr gut ausgegangen sind. Aber auch nur, weil wir Glück hatten.

10:57Lucian Haas

Was ist so das... Was ist das markanteste Erlebnis, was dir noch in Gedanken oder im Kopf geblieben ist, wo du sagst, da hatte ich wirklich Glück oder

11:05Markus Anders

hatten wir wirklich Glück? Wir waren ja zu viert und von uns Vieren hatten drei, das sage ich mal, so ein Erlebnis, wo man doch eher irgendwie so ein bisschen gedacht hat, puh, ja, okay, das ist jetzt zum Glück gut gegangen. Bei mir war es am letzten Tag vom Biwaktrip eigentlich relativ unnötig. Wir sind nochmal auf den Berg hochgelaufen. Der Vorkast hat eigentlich gesagt, das ist gut, aber dann ist doch irgendwie schlechteres Wetter reingezogen. Und wir hatten unter uns einfach eine richtig dicke Wolkenschicht. Wir haben dann in die Webcam geschaut, weil wir hatten Empfang. Das war so einem Skifield und haben dann so Pi mal Daumen abschätzen können, dass die Wolkenschicht so 400 Meter dick ist.

11:50Markus Anders

Also doch ordentlich, nicht nur irgendwie so ein bisschen, bisschen Nebel, dünne Wolkenschicht. Und wir sind dann... Wir sind dann aber nicht runtergelaufen, sondern gestartet und durchgeflogen und haben halt quasi mit XCTrack navigiert. Das heißt durchgeflogen,

12:07Lucian Haas

das war wirklich geschlossene Wolkendecke und du hast nichts gesehen?

12:09Markus Anders

Jep. Also wir haben uns rein auf den roten Pfeil auf XCTrack quasi aufs GPS verlassen. Ich meine, natürlich habe ich mit den Wolken schon davor gespielt gehabt und habe auch gedacht, das funktioniert so ganz gut. Und dann hat sich auf einmal angefangen, der Kreis... Der Pfeil relativ schnell zu drehen. Und ich so, hey, das kann doch nicht sein. Und dann hat halt irgendwie mein Handy kein gescheites GPS mehr gehabt und letztendlich habe ich dann einen großen Kreis geflogen oder bin einen großen Kreis geflogen und irgendwann wieder auf den Hang zugeflogen. Dann hat es irgendwann mal wieder angefangen, weil es war Wind im Spiel, zu piepsen und so, okay, ist nicht so gut, wenn du eher rausfliegst.

12:54Markus Anders

Und dann habe ich vor mir Berge gesehen, Gras. Felsen. Und habe noch eine Kurve gemacht, ist alles gut gegangen. Aber ich sage mal, da mit ein bisschen Rückenwind in einen Grashang reinzufliegen, mit Felsen durchsetzt, ist sicher nicht so fein. Letztendlich hat uns das gar nichts gebracht, weil wir sind direkt unten am Fuß gelandet und das hätten wir auch runterlaufen können. Das waren halt 1500 Höhenmeter. Ich meine, wir waren mit fast 30 Kilo unterwegs. Das war am letzten Tag, wo wir dann gesagt haben, wetterbedingt, wir brechen ab und hatten dann schon auch einige Höhenmeter und Kilometer in den Füßen. Aber ja. Was hat euch denn damals dazu verleitet, dieses Risiko einzugehen?

13:42Markus Anders

Von der Überlegung her? Ich meine, ja gut, es ist schon ein bisschen, sage ich mal, naiv gewesen. Man startet raus, fliegt einfach geradeaus, kommt irgendwann aus den Wolken raus und dann geht man landen.

13:54Markus Anders

Dass die Instrumente ausfallen können bei sowas, ja. Da hat man nicht dran gedacht, ich meine, die meine Lessons learned ist. Ich habe einen Kompass dabei, einen normalen, der kann nicht ausfallen. Aber ich lege es mittlerweile auch nicht auf sowas drauf an. Also ich meine, beim normalen Fliegen macht man sowas ja sowieso nicht.

14:15Lucian Haas

War das sowas von deiner Entscheidung her, wenn du das gesamte Ding nimmst? Würdest du sagen, das war vielleicht einer der riskantesten Momente in deiner Fliegerkarriere?

14:26Markus Anders

Gute Frage. Ja, jein. Ich meine,

14:33Markus Anders

aktuell, relativ aktuell, weil ich, weil ich mir da auch schon wieder Gedanken gemacht habe, zwecks Vortrag über die X -SERPs, bei den X -SERPs hatte ich einen Moment, wo ich eigentlich wusste, dass es nicht so gut ist, in die Luft zu gehen. Und das war definitiv auch sehr riskant. Aber ich war dem Ganzen gewachsener oder konnte mit dem gut umgehen. Für die Skills, die ich damals hatte, denke ich schon, dass es schon schon auch riskant war. Also einfach blind auf die Instrumente, sich verlassen in einer Umgebung, wo quasi Hindernisse neben dir sind.

15:11Markus Anders

Ja, ist nicht ganz so weit gedacht.

15:16Lucian Haas

Vielleicht kommen wir auf das Thema Risiko nachher nochmal zurück. Ich springe noch mal ein bisschen an den Anfang. Da hatte ich ja die vier Sachen gesagt. Alpen, Himalaya, Neuseeland und die Wüste. Wo würdest du denn in dieser Reihenfolge, wenn du sagen würdest, was, wo willst du sehr gerne fliegen und wo vielleicht weniger gerne, wo würdest du da die Wüste einräumen oder einordnen?

15:40Markus Anders

Also ich habe sogar meinen weitesten Flachlandflug in der Wüste gemacht. Aber in Südafrika.

15:48Markus Anders

Die Wüste ist nur interessant, weil man das wahrscheinlich nicht gewohnt ist, da zu fliegen. Aber wenn ich, wenn ich jetzt schaue, warum, warum, warum habe ich mich entschieden, Richtung Berge zu gehen? Weil ich komme ursprünglich aus dem Flachland. Warum fliege ich lieber in den Bergen und weniger im Flachland? Dann ist das für mich die die Abwechslung. Ich bin überhaupt auf das Fliegen gekommen, weil ich früher viel in den Bergen unterwegs war. Und jeder Berg hat so seine Einzigartigkeit. Und deswegen fliege ich gerne an Gipfeln rum, schaue mir die an und entdecke neues Bergland. Und ins Flachland zieht es mich schon auch, aber eher von dem fliegerischen Aspekt und der Abwechslung und eher weniger, um, sage ich mal, die Natur zu genießen.

16:37Markus Anders

Da würde ich die Wüste schon eher ein bisschen entfernter einordnen.

16:41Lucian Haas

Nun hast du ja, das war jetzt im November 2021, da hast du an der ersten Hike and Fly Meisterschaft der Vereinigten Arabischen Emirate teilgenommen. Da ging es auch ums Fliegen in der Wüste. Was hat dich daran gereizt?

16:55Markus Anders

Ja, das Ganze ist irgendwie relativ spontan entstanden. Bei den X -Alps hat der Guy uns gefragt, wer ist eigentlich so der Haupttreibzieher hinter den UAE Hike and Fly Championship gewesen?

17:12Markus Anders

Ob, also bei der Pre Week an den X -Alps, ob wir nicht Bock hätten, da irgendwie bei so einer Hike and Fly Meisterschaft mitzumachen. Und mein erster Gedanke war so, puh, ja, wo soll man da Hike and Fly machen? Rennen wir da auf irgendwelche Hochhäuser hoch oder müssen wir da in der Wüste rumlaufen?

17:32Markus Anders

Und ich habe gesagt, ja, schick mir gerne mal eine Information und ich schaue es mir mal an. Etwas später haben wir dann Informationen gekriegt und dann war tatsächlich irgendwie so Hike and Fly auf dem Wolkenkratzer. Dann hat es natürlich auch Berge in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Nordosten. Die sind gar nicht so niedrig, fast 2000 Meter hoch, was prinzipiell interessant ist. Und gut, dann gab es noch eine Wüsten Task. Was hat mich dazu bewegt? Da hinzugehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate fand ich einfach reizvoll, weil es fliegerisch was komplett Neues ist, weil da sind halt dann irgendwie so Fragen aufgekommen. Ja, cool, wenn man jetzt da am Strand von so einem Hochhaus startet und da fliegt,

18:21Markus Anders

da hast du dann auch quasi den See -Landwind. Kann man dann das soren? Gibt es da Thermik an den Hausfassaden von unten? Wie funktioniert überhaupt der Start da oben? Weil man hat ja letztendlich eine scharfe Kante. Es ist ein brutaler Klippenstart. Alles gar nicht so trivial. Und da fand ich einfach, sage ich mal, das Neue aus fliegerischer Sicht reizvoll. Und deswegen habe ich mich dafür entschieden, das Ganze mal auszuprobieren.

18:50Lucian Haas

Nimm uns da mal so ein bisschen mit nach Dubai und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Was ist dir denn von dieser Veranstaltung so vielleicht am eindrücklichsten hängen geblieben? Ob jetzt von Land, Menschen, Landschaften, Fliegererlebnissen oder was auch immer? Ganz

19:06Markus Anders

sicher eigentlich der Start von dem Hochhaus, weil letztendlich war das mehr oder weniger so das, was alle so am meisten geflasht hat von den Teilnehmern. Und ich glaube, deswegen hat jeder auch für sich die Entscheidung getroffen, da hinzugehen. Start Hochhaus, das war

19:25Lucian Haas

ein mehr als 70 Stockwerke hohes Hotel, auf dem ihr da wart. Oben gab es dann noch ein Dachpool, ein ganz großer. Und daneben gab es dann eine Plattform, von der ihr starten musstet oder starten durftet und so was. Wie war das?

19:43Markus Anders

Genau, also es waren 77 Stockwerke, 300 Höhenmeter. Es war brutal komisch, weil wir haben eigentlich, also es war ja ein Wettbewerbsformat, was es so jetzt irgendwie noch nicht gegeben hat, mit jeweils unter Wettbewerben und vor dem einzelnen Wettbewerb schaut man sich dann die Location ein bisschen an und wir waren an dem, an dem Anschauungstag quasi auf dem Hochhaus und haben die Plattform gesehen und die war halt de facto einfach noch nicht fertig, da war ein Baugerüst und lose Platten aufgelegt. Und da war jeder erst mal irgendwie so, wollen die uns so ein bisschen verarschen oder passiert da noch was? Und morgen ist der Wettbewerb und wie sollen wir hier raus starten?

20:26Markus Anders

Und die haben dann tatsächlich über die Nacht das noch alles hingekriegt, dass da eine schöne Plattform da stand. Wir haben uns an dem Tag davor aber relativ lange ausgetauscht, wie wir den Wettbewerb dann ausschauen lassen, weil so ein Start ist sehr technisch und sehr riskant. Da ist es natürlich ungut, wenn du, wenn du dann irgendwie noch über Wettbewerb Druck aufbaust, quasi mehr Risiko einzugehen. Wir haben uns dann überlegt, ob wir den ersten Wettbewerb einfach nur just for fun machen, jeder kann, niemand muss, oder dass wir halt quasi einen reinen Lauf Wettbewerb draus machen. Was letztendlich dann auch so passiert ist, dass man einmal das Treppenhaus hochläuft,

21:13Markus Anders

dann kann man starten oder auch wieder runterlaufen. Und dann musste man am Strand noch mal ein Stückchen ins Go laufen. Auf der Plattform geht es dann relativ schnell. Ich meine, ich war jetzt beim ersten Start, war ich der Zweite, der gestartet ist. Aber es haben viele vor mir probiert und es gab sehr viele Startabbrüche. Hattet ihr denn da sowas

21:34Lucian Haas

wie eine Reihenfolge ausgelost? Oder so? Also ich erinnere mich nur, ich habe gesehen am Vortag, wo du das sagtest, wo noch dieses Brettergerüst war, da gab es ja dann auch Bilder auf Instagram, wo dann auch Leute Kommentare schrieben, hey Leute, bringt euch nicht um, geht da nicht starten und Sonstiges. Und wo es auch ein sehr nettes kurzen Videoschnipsel mit Kriegel Maurer gab, wo der das schöne Zitat auf Englisch sagte, aber ich sage es jetzt mal auf Deutsch, wo er sagte, die beste Taktik wird wohl sein, nicht als Erster zu starten. Also.

22:06Lucian Haas

Ich weiß nicht, der andere soll sich in den Abgrund stürzen. Dann gucke ich mal, wie das Ganze so funktioniert. War das wirklich so die Stimmung, die da unter euch so herrschte?

22:14Markus Anders

Also wir sind krüppchenweise da hochgegangen und die, wo dann, sage ich mal, als erstes oben waren und wieder runtergekommen sind, die sahen doch schon eher bleich aus, aber da war einfach die Plattform noch nicht fertig. Und am zweiten Tag war war eher wieder so so Aufregung da. Und ja, irgendwie so die Challenge. Ja, das ist, das ist machbar, dass das kriegen wir hin. Und da hat eigentlich auch der Wind relativ gut mitgespielt, weil er, weil er von der Seite kam. Und das heißt, man konnte eigentlich den Schirm aufziehen, etwas kontrollieren und dann entscheiden. Ja, breche ich ab oder oder renne ich halt über die Kante? Nun

22:57Lucian Haas

ist das ja so, ihr wart, glaube ich, die ersten, die da oben jemals da raus gestartet seid und so was. Das ist ja wirklich was, das ist jetzt eine Premiere. Man weiß nicht wirklich, was machen auch die Windverhältnisse um so ein Hochhaus drumrum? Also welche Seitenwirbel oder sonstiges bildet sich dort alles und so was? Fühlt man sich da auch so ein bisschen als Versuchskaninchen? Oder ist das einfach nur Spannung? Das will ich jetzt ausprobieren. Wie ist das dann?

23:23Markus Anders

Ja, also während dem ersten Wettbewerb hatte ich das Gefühl absolut gar nicht, weil weil da ging es eher so um die eigene Challenge. Und ich fand es brutal. Es war spannend zu sehen, wie die anderen Athleten da dann rangegangen sind. Von der Starttechnik sind ja dann manche quasi noch eine Etage höher gegangen und über so eine Brüstung, so eine Reling, so ein bisschen drüber gesprungen, über eine Brüstung drüber gesprungen. Aber dann halt schön in den Wind. Wir sind so bei Seitenwind, der eigentlich so ein bisschen schräg von hinten kam, raus gestartet und haben immer auf gute Phasen gewartet.

24:05Markus Anders

Und ja, also ich habe ich habe das ganze aus eigenem Interesse oder eigener Challenge da gemacht. Aber so im Nachhinein kann man sich die Frage definitiv stellen, weil ich habe sie mir am dritten Tag dann ziemlich lang gestellt oder da ein bisschen gegrübelt.

24:27Lucian Haas

Auch über diesen Start. Du hast dann doch nachgegrübelt über diesen Start vom Hochhaus. So wie sinnvoll das überhaupt war.

24:33Markus Anders

Also über den ganzen Wettbewerb. Warum? Also am dritten Tag sind zwei Unfälle passiert und da gab es halt einfach einen Task, sage ich mal, der jetzt ein bisschen unglücklich gelegt ist, weil man eigentlich mehr oder weniger dazu motiviert wird, die ganze Zeit Vollgas an einer Kante entlang zu fliegen.

24:52Lucian Haas

Das war ein Task in der Wüste, also wo ihr quasi Sandwüste habt und in der Mitte war sowas wie ein Sägezahn, eine Felsridge, an die ihr dann quasi so ein Soaring -Renntask gemacht habt. Ritsch, Ratsch, da

25:04Markus Anders

längs. Das war so eine 15 Kilometer Felskante direkt in der Wüste. Und da ging es darum, Ritsch, Ratsch an der Kante entlang zu fliegen. Wenn man so ein Task setzt, dann dann sollte man schon über Szenarien nachdenken, was passiert, wenn es zu einem Unfall kommt, weil man fliegt halt mit Vollgas knapp am Gelände. Oder man wird motiviert, ich sage mal, das haben nicht alle gemacht und es fliegen auch welche mit Verstand, aber es war halt auch nicht ganz ohne. Weil an der Felskante waren quasi so vorgelagert so ganz kleine Hügel und die erzeugen bei einem 30er Wind dann doch schon auch für gar nicht so unbedenkliche Turbulenzen.

25:55Markus Anders

Und ja, da ist es letztendlich zu einem Unfall gekommen und mich hat es doch dann irgendwie sehr beschäftigt, dass obwohl gesagt wurde, dass ein Helikopter kommt nach zweieinhalb Stunden, der Verunfallte mit einem Polizeiwagen abgeholt wurde, obwohl im Raum stand, dass er sich schwer am Rücken verletzt hat. Und dann stellt man sich die Frage Was mache ich hier eigentlich? Ja, also ich hatte dann sehr das Gefühl, dass das das Ganze mehr so einem Gladiatorenkampf gleicht und eigentlich die Belustigung und die Show im Vordergrund steht und mit dem Gedanke kann man sich natürlich wieder fragen na ja, man könnte ja dann schon so ein bisschen das Versuch Kaninchen sein, holt sich sehr gute Athleten, die die wissen, was sie tun und lässt die mal von dem Hochhaus starten.

26:46Markus Anders

Für

26:46Lucian Haas

die Bilder und so weiter war es ja auf jeden Fall eine sehr gute Idee, weil jetzt nur marketingtechnisch sowohl was für Dubai abfällt, aber was vielleicht auch als Win Win Situation an dieser Stelle dann für die Gleitschirmszene abfällt an sehr schönen Bildern, wo man mal das Gleitschirmfliegen vor einem sehr spannenden Stadtkulisse zeigen kann. Das macht natürlich wirklich auch was her.

27:10Markus Anders

Ja, ja, wobei also da bin ich natürlich.

27:16Markus Anders

Stimmt es also die, die in den sozialen Medien sind, sind die Videos und Bilder ziemlich durch die Decke gegangen. Aber das, warum das so ist, ist ja auch so die die Interesse an den Athleten eigentlich gewesen, überhaupt dahin zu gehen, das mal auszuprobieren. Man wurde nicht gezwungen. Man hat jetzt auch kein fettes Preisgeld gekriegt, dass das Risiko irgendwie einen dazu verführt, da, sage ich mal, zu starten, sondern eher einfach. Es ist was komplett Neues. Ich versuch das mal und entweder es klappt oder ich mach's halt nicht. Da ist was komplett Neues ist, ist es ja dann letztendlich auch so gehypt worden.

27:57Lucian Haas

Wie fandest du denn gerade auch was, was diese Meisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten betrifft? Wie fandest du denn dieses Format, wenn man das so guckt als Rennformat? Mir ist da vor allem der letzte, der vierte Task, wo ihr auch noch mal in der Wüste an dieser Ridge hin und her geflogen seid und dann aber auch Wendepunkte draußen hattet, wo man auch landen musste, dann wieder zurückhetzen musste zur Ridge selber, das kam mir so ein bisschen, bisschen vor wie so Formel 1 Rennen, also alles und es gibt so einen Kurs und die rennen wirklich hintereinander her und überholen sich gegenseitig. Und teilweise ihr kitet den Hang hoch und der eine startet 50 oder nicht 50, aber vielleicht zehn Meter tiefer als der andere und hat damit schon wieder einen kleinen Vorsprung oder auch nicht, weil man sich fragen muss, findet er den Anschluss, um damit wirklich aufzuhören zu können oder nicht und sowas. Also das war auch, ich habe mir das teilweise dann in den Videos nachträglich angeguckt, nicht jetzt nicht alles live.

28:47Lucian Haas

Das fand ich als solches eigentlich vom Angucken mal ein sehr interessantes, spannendes, neues Format. War das für euch als Flieger auch so, dass du sagen würdest, das ist eigentlich ein Format, was vielleicht auf gewisse Weise eine Zukunft haben könnte?

28:59Markus Anders

Definitiv. Also ich fand, ich fand das generelle Wettbewerb mit dem Wettbewerbsformat auch sehr interessant. Es hat jetzt weniger mit einer High -Kid -Fly -Meisterschaft zu tun gehabt, aber eher so so ein interessanter neuer Wettbewerb einfach dargestellt. Natürlich musste man ein bisschen fit sein, aber die Fitness war jetzt nicht ausschlaggebend, dass man gut dabei ist. Der erste Wettbewerb war ein reiner Laufwettbewerb. Okay, der zweite Wettbewerb in den Bergen war wirklich richtig schön High -Kid -Fly, nicht von der Umgebung. Also wir sind auf einer Autostraße hochgelaufen, irgendwann querfeldein abgekürzt, aber da ging es wirklich um das Pokern. Beim zweiten Anstieg laufe ich hoch oder versuche ich tief raus zu starten und hoch zu fliegen.

29:47Markus Anders

Und das war, das war doch ein sehr knappes Rennen zwischen den zwei Führungsgruppen. Die eine ist gelaufen, die andere ist geflogen. Und gerade in der Wüste, die Kombination, da wird nicht nur das Fliegen, sage ich mal, überprüft oder ein guter Pilot, sondern auch wie gehe ich mit dem Schirm um, laufe ich hoch, trage ihn, packe ich ihn aus, Kite hoch, die Ground -Handling -Skills. Also es war, es war einfach so ein Allround Gleitschirm Wettbewerb. So gesehen auch ein sehr taktisches Rennen dann. Auch ein sehr taktisches Rennen. Und das hat doch schon sehr Spaß gemacht. Also ich würde mich da jetzt nicht wundern, wenn, wenn irgendwo anders ein ähnliches Format quasi

30:37Markus Anders

über oder das Format in einem ähnlichen Umfang übernommen wird und auch so durchgeführt wird.

30:44Lucian Haas

Wenn jetzt 2022 noch mal so ein Hike -and -Fly Wettbewerb in Dubai ausgerufen würde, würdest du da wieder daran teilnehmen?

30:50Markus Anders

Nee, also ich würde da nicht mehr teilnehmen, weil das, was mich gereizt hat, sage ich mal, ich habe das gesehen. Ich habe, denke ich, auch sehr viel gesehen. Aber mehr gibt es da auch nicht zu sehen, sage ich mal. Und da, ich sage mal, die Zeit ist begrenzt und da würde ich die Zeit lieber woanders ein schöneres investieren und ich bin, ich bin eher der Bergtyp. Ich kann jetzt, sage ich mal, nicht mehr sagen, ich entdecke ja was Neues, weil ich war ja da schon da. Ja, nun

31:30Lucian Haas

machst du ja die unterschiedlichsten Arten von Hike -and -Fly -Wettbewerben. Jetzt in der Wüste ist jetzt der eine, dann X -Alps hast du schon genannt. Du warst auch bei verschiedenen Cross -Alps und Sonstiges schon teilgenommen und auch gewonnen, Salewa, Ironfly und so weiter. Welche Art von diesen Hike -and -Fly -Wettbewerben macht dir denn eigentlich am meisten Spaß? Die haben ja alle so ein bisschen unterschiedlichen Charakter, sowohl was von der Länge, was die Routenwahl betrifft und auch von dem, was an Anspruch an dich als Routen dann auch so geht. Welches Format findest du eigentlich für dich so das schönste?

32:04Markus Anders

Das sind eigentlich Hike -and -Fly -Rennen, die über mehrere Tage gehen und eine gewisse Route vorschreiben. Nicht komplett, aber so über Wendepunkte. Also Dolomiti Superfly, Ironfly, XPU ist sicher auch ganz cool. Deswegen bin ich da gerade echt am Schauen, ob ich, ob ich mich noch anmelde. Die Anmeldefrist ist dann Ende Dezember oder halt X -Alps. Weil das hat, das kommt relativ nahe an das, was ich mit Adventure -Flying verbinde. Also man hat einen, einen gegebenen, eine gegebene Route und man versucht mit dem Wetter, was man hat, quasi die Route zu bewältigen.

32:52Markus Anders

Und das Ganze hat irgendwie so viele Variablen, die das Ganze irgendwie so ein bisschen undurchsichtig machen. Man kann viel planen, man kann sich viel überlegen und letztendlich ist es dann doch irgendwie anders, wie man es sich überlegt hatte oder gedacht hatte. Die Ungewissheit und das Improvisieren dabei bei dem Wettbewerb selber, das hat einfach so einen Abenteuer -Charakter und das fasziniert mich eigentlich am meisten und das macht mir am meisten Spaß.

33:24Lucian Haas

Macht ihr auch von diesen ganzen genannten Wettbewerben, würdest du sagen, da macht ihr auch die X -Alps am meisten? Spaß oder ist es einfach nur der bedeutendste, einfach weil es auch der größte ist in seiner Form?

33:37Markus Anders

Also vom Spaßfaktor würde ich sagen, sind sogar die kleineren schöner und besser, weil man hat nicht so extrem viel Aufwand um den ganzen Wettbewerb. Die X -Alps, die Teams bei den X -Alps, das Ganze ist mittlerweile so professionalisiert. Ich hatte jetzt ein Team mit fünf Supportern dabei, zwei Fahrzeuge, ein Physio, einer, der für die Ernährung zuständig war. Das wird einfach vom Aufwand extrem groß. Und bei so einem kleineren Wettbewerb, da hat man ein Supporter und das Ganze ist eher ein bisschen minimalistisch und klein gehalten. Das finde ich, passt eher zu dem Gleitschirmfliegen. Wenn man, wenn man jetzt schon, ich meine, jeder sagt dann irgendwie so Ja, hier, ich fliege mit mit der eigenen Kraft oder ich bewege mich mit der eigenen Kraft und fliege mit der Natur und so weiter, mit thermischen Aufwinden.

34:31Markus Anders

Ich bewege mich da fort. Aber ich habe dann trotzdem irgendwie ein Fahrzeug oder ein ganzes Team, was mich da quer durch die Alpen begleitet und tausende Kilometer drauf gespult werden. Das Ganze ist dann irgendwie so im ökologischen Aspekt eigentlich auch wieder ein bisschen Quatsch. Und in den in den Anfängen von den X -Alps war es ja noch so, da da hatte man einen Supporter und das war es. Und das Ganze war mehr mehr Abenteuer, minimalistische. Und mittlerweile ist es, also die X -Alps ist einfach ein Rennen, ein professionalisiertes Rennen und bei den bei den kleineren Wettbewerben sieht man das auch, dass das das Level steigt und die Professionalität.

35:17Markus Anders

Aber das Ganze ist noch in einem akzeptablen Rahmen und der Aufwand hält sich in Grenzen.

35:24Lucian Haas

Wenn man all diese Wettbewerbe mal so anguckt, was ist denn da aus deiner Sicht vielleicht von vielen, wie soll man sagen, verkannte Skill, den man braucht, um bei solchen Wettbewerben erfolgreich zu sein?

35:39Markus Anders

Ich würde sagen ganz klar irgendwie so ein bisschen die Gabe des Beobachtens und des Improvisierens. Man kann natürlich der fitteste fitste Athlet sein und rennt allen davon oder der beste der beste Wettbewerbsflieger. Aber wenn du allein unterwegs bist, kannst du niemanden kontrollieren und bist nicht selbstständig. Du bist nicht selbstständig unterwegs. Und was mir sehr zugutekommt ist, wenn ich, wenn ich recht frei unterwegs bin vom Mindset, dass ich, dass ich sage ich mal so ein bisschen auf mich schauen kann. In welchem Leistungsbereich bin ich unterwegs? Wie fit bin ich? Und dass ich immer noch schauen kann und die Flexibilität habe, von von Plänen abzuweichen und nach was Besserem zu suchen.

36:31Markus Anders

Und wenn ich jetzt irgendwo quasi ein Sonnenloch sehe und alles zieht zu oder da dreht ein Vogel, obwohl eigentlich da nichts sein kann, dann kann ich trotzdem hinfliegen. Und wenn ich einfach so einen strikten Plan habe, dann funktioniert das Ganze nicht. Und und so was zu sehen ist meiner Meinung nach einfach eher so ein Improvisationstalent, die die Gabe zu beobachten und und einfach gelassen zu sein.

37:03Lucian Haas

Wie behält man sowas im Wettbewerb bei? Ich könnte mir ja vorstellen, auch X -Albs, dann vielleicht guckt man zwischendurch mal aufs Live -Tracking oder man macht halt Pause mit seinen Supportern und dann guckt man zusammen. Wo stehen die anderen? Und sonst was sieht dann Ah, ich bin schon wieder zurückgefallen oder sonst. Wie viel Druck baut sich da auf, dass man auch diesen Mindset vielleicht verliert, dass man diese Offenheit verliert, da wirklich sich auf die Situation so einzulassen, dass man wirklich schnell vorankommt?

37:28Markus Anders

Ja, extrem viel. Also bei den ersten X -Albs bin ich da voll reingerannt. Ich war irgendwann sehr erschöpft. Mit dem Erschöpfungszustand wird man natürlich dann auch anfälliger. Man ist mental nicht mehr so fit, man steht nicht mehr über dem Ganzen. Und dann, dann geht es irgendwann nur noch in eine Richtung. Und also ich habe da wirklich so so nach sieben, acht Tagen so einen Tunnel entwickelt und dann ging es auch nicht mehr so wirklich gut weiter bei mir. Ich habe dahingehend. Das ganze schön versucht zu analysieren und mit vielen drüber gesprochen und auch versucht, mich mental da einfach stärker zu machen. Zum Beispiel habe ich meinen Supportern gesagt Hey, schaut, schaut ruhig in das Live -Tracking.

38:19Markus Anders

So aus taktischer Überlegung. Wann geht vielleicht ein Team auf den Berg? Welche Routenoptionen wählen die? Aber sagt mir bitte nicht, wie fit da wir sind und versucht bitte das auch auszublenden, weil bei den X -Ups ist es extrem wichtig, gut überlegte Entscheidungen zu treffen und keine Fehler zu machen. Und wenn jemand Erster ist oder wenn ich Erster bin, ich beziehe es mal auf mich, dann freue ich mich, dann kommen Emotionen ins Spiel und die Emotionen verleiten, dann sage ich mal, dazu Dinge zu tun, die vielleicht aus langfristiger Sicht, also bezogen auf die X -Ups, dann nicht mehr so so gut sind, dass ich vielleicht jetzt Push war.

39:06Markus Anders

Ich bin Erster, ich gebe jetzt noch mehr Gas. Man kann ja nicht effizienter unterwegs sein, wenn man sich jetzt noch mehr Druck macht. Also bei mir funktioniert das nicht. Und deswegen habe ich immer versucht, mit gewissen Taktiken oder Fragen, auch Fragen, die ich mir selber gestellt habe, einfach mich immer wieder auf auf so ein Gelassenheitslevel runterzubringen, dass ich, dass ich quasi neben mir stehen kann und mich so einschätzen kann Hey, wie bin ich jetzt gerade unterwegs? Weil ich habe mich auch. Ich war ja am zweiten Tag an dem Home -Wendepunkt quasi sogar Erster. Und da fällt natürlich auf, dass wenn du erst an einem Signboard bist, wo du unterschreibst, dass du da als Erstes unterschreibst. Und da habe ich mich auch so verwischt, dass ich,

39:53Markus Anders

dass ich sage ich mal, irgendwie schneller geworden bin. Und dann habe ich gemerkt Okay, ich schnaufe mir. Und dann habe ich mich gefragt Warum mache ich das jetzt gerade? Macht das Sinn? Eigentlich nicht und habe mich aktiv wieder gebremst. Und die Energie, so was zu tun, sage ich mal, die kann man am Anfang sehr gut aufbringen. Aber mit dem fortlaufenden Rennen und weil die X -Albs so lang gehen, ist es dann zum Ende sehr schwierig.

40:20Lucian Haas

War eigentlich dein Weg zu diesen X -Albs? Du hast ja 2015, haben wir gesagt, hast du den A -Schein erst gemacht. 2019 hast du schon an den X -Albs teilgenommen. Also vier Jahre später war dieser Weg zu den X -Albs. Hast du dich in irgendeiner Weise geplant oder ja, die Idee stand das schon von Anfang an fest und du hast wirklich auch deine fliegerische Laufbahn dahin ausgerichtet oder war das letztendlich Zufall, dass du da gelandet bist?

40:47Markus Anders

Ja, es ist relativ witzig. Also ich habe in Stuttgart studiert und hatte einen Mitbewohner, der hat sogar vor mir im Gleitschirmfliegen angefangen. Und er hat mir irgendwann mal was von den X -Albs erzählt. Und ich habe das Ganze überhaupt gar nicht glauben können, dass da Leute mit einem zehn Kilo Rucksack zehn Tage am Stück hier 40, 50, 60 Kilometer laufen und dann noch irgendwie 3000 Höhenmeter machen pro Tag. Und ich war da schon relativ sportlich, aber bin, sage ich mal, vielleicht auf einer Wanderung irgendwo 30 Kilometer gelaufen und dann war ich komplett kaputt. Halt auf einer Bergtour mit schwerem Schuh und so weiter und so fort. Aber ich habe tatsächlich damals nie mit dem Gedanken gespielt gehabt, irgendwie mal bei den X -Albs mitzumachen.

41:37Markus Anders

Wo mein Mitbewohner mit dem Fliegen angefangen hat, hat es mich auch gar nicht so gepackt. Erst auf einer Hochtour quasi habe ich mal live erlebt, so hey, da ist jetzt von einem Viertausender gerade mit einem Gleitschirm runtergeflogen, dass das doch irgendwie ganz cool ist. Irgendwie hat sich das Ganze so ein bisschen entwickelt. Also ich bin mehr oder weniger per Zufall und Eigenmotivation ins Streckenfliegen reingekommen. Ich habe ein Fluggebiet gehabt, das war 15 Kilometer von meinem Wohnort entfernt und irgendwann habe ich mir halt gedacht, ja, ich kann doch von dem Fluggebiet heimfliegen. Ich muss ja nicht die ganze Zeit im Fluggebiet fliegen. Und das habe ich ein paar Mal probiert und bin sehr oft abgehockt und irgendwann habe ich es geschafft. Und dann sage ich okay, cool, ich kann mir quasi ein Ziel setzen und kann quasi dann auch versuchen, dahin zu fliegen.

42:26Markus Anders

Und dann habe ich es von einem weiter entfernten Fluggebiet probiert und auch geschafft. Und dann bin ich irgendwie so schrittweise in das Streckenfliegen reingekommen. Und 2016 habe ich dann meinen ersten Hike and Fly Wettbewerb mal gemacht. Das war das Border Race in Levico. Und ich habe einfach mal mitgemacht, weil ich das spannend fand, 33 Stunden lang nur Hike and Fly zu machen. Und dann kommt irgendwann mal der Tag, wo man dann, sage ich mal, das Wetter anschauen kann und so ein bisschen sieht, okay, das Wetter ist eigentlich gar nicht so cool. Schaut für den ersten Mal, sieht am nächsten Tag irgendwie relativ gewittrig aus und irgendwann regnet es. Und der zweite Tag ist dann ganz schlecht.

43:11Markus Anders

Und da fragt man sich natürlich, fahre ich da jetzt überhaupt hin und macht da mit? Man sucht sich halt in der Regel das Flugwetter aus. Und dann sind wir aber doch hingefahren, der Nico und ich.

43:25Markus Anders

Und der Tag hat sich dann, der erste, doch relativ gut entwickelt. Und wir sind, also ich bin meinen fünften 100 Kilometer Flug da geflogen während dem Border Race an dem Tag, wo ich eigentlich gedacht habe, dass das gar nicht möglich ist, so weit zu fliegen. Wir sind dann von Levico über Feldtrip bis Peluno geflogen und noch ein Stück zurück. Und dann der zweite Bart war halt dann einfach irgendwie in 24 Stunden noch 100 Kilometer zurück zu laufen. So was langes habe ich nie trainiert gehabt. Und das waren dann irgendwie 105 Kilometer. Und ich hätte es auch zeitlich geschafft, aber nach 95 Kilometer habe ich mir einfach mein Fußgelenk steif gelaufen auf dem Asphalt. Aber da war ich trotzdem. Ich habe dann aufgegeben sozusagen oder bin nicht ins Goal gekommen.

44:13Markus Anders

Aber ich habe irgendwie gemerkt, es ist einerseits voll cool und es sind nicht so guten Flugtagen versuchen, das Maximum rauszuholen oder fliegen zu gehen und das zu verwerten, was man kriegt. Und auf der anderen Seite sein Körper ein bisschen quasi auszutesten, die Limits zu ertesten und was, was kann ich eigentlich? Also mich hat es echt erstaunt, dass ich fast 100 Kilometer zu Fuß gehen kann, obwohl ich jetzt nicht trainiert habe auf sowas.

44:43Markus Anders

Und mir hat das Ganze sehr viel Spaß gemacht. Und dann habe ich das Border Race 2017 noch mal gemacht. Da war ich sogar sehr gut dabei und da habe ich am Ende dann die Gesamtwertung sogar gewonnen. Und da habe ich natürlich dann gefragt so Boah, ich fliege ja noch gar nicht so lange. Wieso habe ich das jetzt gewonnen? Ist das? Ich habe Glück gehabt. 2018 habe ich dann weitere Hike & Fly Wettbewerbe gemacht und das lief halt einfach konstant gut, viele Wettbewerbe gewonnen, bei vielen echt sehr gute Platzierungen gehabt und mir hat es Spaß gemacht. Und dann haben Leute schon zu mir gesagt Boah, hey, so wie du hier die Hike & Fly Wettbewerbe da irgendwie gewinnst und Ergebnisse erzielst, mach bei den Xherps mit. Boah, ey, Xherps, das ist eine Nummer zu groß.

45:28Markus Anders

Und dann 2018 nach dem Ironfly habe ich mich aber echt mal dran geglaubt, eigentlich könnte ich mich echt bei Xherps mal bewerben, weil ich werde jetzt mein Studium bald abschließen. Und das ist eigentlich jetzt eine Möglichkeit. Und wenn ich genommen werde, dann kann ich das, dann kann ich das nutzen, weil da habe ich jetzt gerade viel Zeit. Und ich bewerbe mich mal. Und dann wurde ich genommen und ich habe mich natürlich riesig gefreut. Aber ich sage mal, am Anfang habe ich echt geglaubt, das ist irgendwie so ein bisschen Zufallsprodukt gewesen. Aber so im Ganzen. Ich war, ich war schon sehr viel am Fliegen, habe sehr viel Fortschritte gemacht, da ich einfach wirklich fast jede Woche am Fliegen war, auch über den Winter. Und da ist es dann gar nicht mehr so abwegig, nach vier Jahren die Xherps zu machen.

46:16Markus Anders

Ich glaube, der Benoit Uther ist ja auch bei der ersten Xherps -Teilnahme gerade mal vier Jahre geflogen. Das

46:23Lucian Haas

heißt, es kommt hauptsächlich darauf an, viel fliegen, viel fliegen bei allen möglichen Wetterbedingungen, die noch halbwegs fliegbar sind, also nicht unsicher sind. Um dann wirklich, also das ist das, wo man halt einfach die Erfahrung und die Skills und so weiter entwickeln muss, damit man in solchen Wettbewerben bestehen kann.

46:39Markus Anders

Ja, nein, vor allem selbstständig halt die Entscheidung zu treffen, fliegen zu gehen. Also das ist, glaube ich, das, was mich am meisten weitergebracht hat, dass ich einfach selber von Anfang an ins Wetter geschaut habe. So hey, könnte es gut ausschauen zum Fliegen. Ich fahre mal hin. Dann war der Wind zu stark und irgendwann wusste ich halt selber, okay, das ist jetzt fein zum Sohnen. Das ist vielleicht nicht so fein. Das kann ich mir heute sparen. Und dann einfach, sage ich mal, sich weiterentwickeln.

47:07Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, irgendwann wusste ich das dann selber. Auf diesem Weg dorthin, wie viele schlechte Erfahrungen hast du da gemacht? Oder war das dann, wie es so häufig so heißt, man hat halt sieben Leben und gerade als Anfänger, dann verbraucht man halt sechs mindestens davon, weil man doch viele Situationen, die man noch überhaupt nicht versteht, irgendwie durchsteht und am Ende glücklich dann unten steht und weiß, okay, da sollte ich vielleicht nicht mehr mehr fliegen gehen oder so weiter.

47:33Markus Anders

Eigentlich, eigentlich gar nicht so viele. Also ich meine, Neuseeland war definitiv eine Geschichte mit dem, mit dem orientierungslos in der Suppe rumfliegen. Aber beim, beim normalen Gleitschirmfliegen sonst hatte ich, hatte ich jetzt keine so vielen Aha -Erlebnisse. Aber ich habe irgendwann angefangen, das Ganze zu reflektieren, weil ich meine, man kriegt dann früher oder später schon mal was mit. Man weiß nicht über, über Unfälle und macht man sich natürlich auch Gedanken so boah, ja gut, ich meine, wenn was passiert, fliegt man halt vom Himmel. Und am Anfang, am Anfang, sage ich mal, hat man irgendwie so ein bisschen das Gefühl der Unsterblichkeit und über die Erfahrung raus,

48:20Markus Anders

da, da reflektiert man mehr. Und mittlerweile reflektiere ich eigentlich fast jeden Flug, den ich mache. Also jetzt einen Abgleiter nicht unbedingt. Es sind schöne Erlebnisse, aber wenn ich, wenn ich, sage ich mal, Streckenflüge mache oder, oder Wettbewerbe oder bei, bei Bedingungen fliege, wo ich dann einfach sage, ja, okay, das war jetzt schon grenzwertig. Da mache ich mir sehr viel Gedanken über die Flüge, weil ich einfach, also für mich steht Spaß und Freude und das Erlebnis im Vordergrund. Und ich sage mal, wenn ich das Ganze jetzt auf die X -Ups beziehe, mehr Risiko hätte mich bei den X -Ups absolut nicht weitergebracht. Im Gegenteil, wahrscheinlich hätte ich mir, hätte ich mich vielleicht früher verletzt oder sowas. Aber ich hatte 2020 ein doch, sage ich mal, prägenderes Aha -Erlebnis.

49:10Markus Anders

Es war eigentlich gar, gar kein so ein schwieriger Tag. Ein bisschen windig beim Border Race am Hochschwab. Da bin ich als Zweiter gestartet von der Messnerin. Und es hat also von den Bedingungen her schon einen guten Wind gehabt. So 20, in Böen vielleicht 25 km/h. Ziemlich abgeschattet. Wenig Thermik. Und der Simon Oberaner ist vor mir raus gestartet und der hat sogar dann noch kurz nach dem Start die Bremsen losgelassen, um quasi den Beinsack hoch zu holen, dass er einsteigen kann. Und ich habe dann auch meinen Schirm aufgezogen, bisschen über mir gehändelt und der war richtig schön laminar angeströmt, stand schön da, keine Turbulenzen. Und dann bin ich raus gestartet und zwei Sekunden später einfach wie so eine,

49:58Markus Anders

so eine unsichtbare Faust hat es mich hochgerissen und ich habe links und rechts ziemlich großen Klapper gekriegt und bin dann rückwärts geflogen. Wegen dem erhöhten Widerstand hat extreme sinken. Habe erst mal nach unten geschaut. Okay, ich fliege einigermaßen stabil. Ich stütze jetzt ab und dann habe ich halt quasi auch reflexartig schon versucht, den Schirm wieder aufzupumpen. Aber die Höhe war halt nicht, nicht sehr hoch. Und dann bin ich doch ein bisschen unsanft in einer Felswand gelandet und habe mir

50:31Markus Anders

die Hände über die Hände gebrüllt und Bänder überdehnt, also es relativ unklümpflich ausgegangen. Aber da habe ich mir halt dann einfach gedacht, weil ab und zu verwische ich mich auch selber, dass ich nach dem Start dann irgendwie ein bisschen, ja, vielleicht kurz mal zum Beinsack greife oder solche Geschichten mache. Und hätte ich das in dem Fall gemacht, dann wäre ich wahrscheinlich ziemlich, ziemlich hart eingebombt. Oder ich habe, da gibt es sogar ein Video davon, aber nicht online. Ich habe mir das relativ lange angeschaut und überlegt und eigentlich habe ich alles alles richtig gemacht. Aber manchmal passieren einfach Dinge, die, die man nicht auf dem Radar hat, die nicht berechenbar sind. Weil da, da ist einfach eine sehr starke, enge, kleine Thermik abgerissen. Kurz nachdem ich quasi gestartet bin oder die Startentscheidung getroffen habe.

51:19Markus Anders

Und da fängt man natürlich schon so ein bisschen an, über so Sachen zu mehr zu grübeln. Wenn

51:28Lucian Haas

du jetzt sagst, du reflektierst dann immer solche Flügel. Was heißt für dich dann reflektieren von dem Ergebnis her? Schreibst du dir dazu was auf oder machst du dir dafür quasi Merksätze? Starte nicht mehr bei solchen Bedingungen, wo Wind XY, steiler Hang vor dir oder was auch immer da herrscht? Oder ist das nur etwas, wo du sagst, ich reflektiere das so weit, dass ich das in irgendeiner Weise in mein Bauchgefühl mit aufnehme und beim nächsten Mal, wenn ich in so eine Situation käme, dann mein Bauch entsprechend grummelt und mir dann sagt irgendwas. Ich weiß, ich kann es noch nicht mal genau sagen, was, aber ich gehe vielleicht lieber woanders hin.

52:04Markus Anders

Es ist eigentlich eine sehr gute Frage. Also zuerst, ich gehe in der Regel her und analysiere dann den Flug. Ich schaue mir den Track nochmal an. Ich spiele das Ganze nochmal so ein bisschen im Kopf durch. Wie habe ich es wahrgenommen? Wie habe ich es quasi erlebt? Bei Wettbewerben vergleiche ich das dann mit anderen, natürlich mit anderen Flügen. Was habe ich gut gemacht? Was habe ich schlecht gemacht? Welche Situation hätte ich vermeiden können? Welche war jetzt wirklich brenzlig? Warum war das so? Und sowas prägt sicher durchaus das Bauchgefühl ein bisschen, weil weil ich im Zweifel, wenn ich jetzt nicht mehr weiter weiß, dann

52:51Markus Anders

verlasse ich mich schon sehr oft auch auf mein Bauchgefühl beim Fliegen.

52:57Lucian Haas

Wie ist es eigentlich? Ich meine, du machst jetzt so viel Hike and Fly mit Wettbewerben und X -Alps und halbes Jahr darauf vorbereiten und sonst was alles. Würdest du dich selbst jetzt eigentlich schon mittlerweile als Hike and Fly Profi bezeichnen?

53:14Markus Anders

Mittlerweile würde ich sogar fast sagen ja, aber ich meine, ich denke, wir alle sind uns da einig. Das Ganze ist ein Nischensport. Und selbst wenn du da Profi bist, dann bist halt einer von

53:32Markus Anders

den besten, sage ich jetzt mal nicht, weil es braucht so ein bisschen einen eigenen Schlag, um bei den X -Alps mitzumachen, da kommt es ja auch viele Sachen drauf an. Ich würde mich aber tatsächlich eigentlich nicht als, ja, also auf Social Media schreibe ich es rein, aber ich würde mich jetzt nicht hier als Weltelite bezeichnen, weil letztendlich, sage ich mal, in einem Nischensport kannst du, hast du noch die Möglichkeit, relativ schnell oder mit viel Talent und Übung ein sehr hohes Level zu erreichen. Ich sehe das vor allem bei vielen jungen Piloten, die halt auch wirklich fast jeden Tag am Fliegen sind hier, die in ein, zwei Jahren so eine rasante Entwicklung hinlegen, sei mal dahingestellt, ob das gut ist.

54:23Markus Anders

Wenn ich, wenn ich mir selbst einen Tipp geben dürfte, würde ich sagen Hey, mach das Ganze einfach ein bisschen langsamer, weil ich habe auch nach zwei Jahren eigentlich fast meinen, also nicht 200er, aber 199er Dreieck geflogen. Und das, was das Ganze eigentlich ausmacht, ist, ist das Erlebnis, die Freude, der Spaß und Fliegen ist einfach ein super geniales, cooles, schönes Hobby. Und ich bin selber mal so ein bisschen in die Schiene reingerutscht, wo ich, wo ich angefangen habe, für Punkte zu fliegen. Also man lädt dann im DAV XC seine Flüge hoch. Und dann, dann, dann, dann ist das so ein schleichender Prozess, wo man dann auf einmal irgendwie sagt, boah, ja, jetzt, boah, ich wollte eigentlich 250 fliegen, aber hab nur 244 gemacht.

55:12Markus Anders

Aber der Flug ist ja trotzdem saugeil und sauschön. Und ich bin froh, dass ich da relativ schnell auch wieder runtergekommen bin und einfach sagen kann Hey, wenn ich mal morgens in der Früh auf den Berg gehe vor der Arbeit und zum Sonnenaufgang runterfliege oder nach der Arbeit oder in der Mittagspause einfach nur ein Gleitflug. Das ist auch sauschön und saugeil. Du bist

55:32Lucian Haas

ja sogar deutscher Meister im Streckenfliegen beim DAV XC geworden in der Gesamtwertung. War das das Jahr, wo du sagst, da warst du so Punkte geil oder wie man es bezeichnen will?

55:42Markus Anders

Nee, gar nicht. Tatsächlich waren das einfach nur Trainingsflüge für die X -Alps. Ich wollte einfach viel Flugstunden sammeln unter meinem Schirm und habe jeden Flugtag einfach ausgenutzt, um so gut wie es geht einfach für die X -Alps vorbereitet zu sein. Weil für die X -Alps viele fragen immer wie viel trainierst für die für die X -Alps und das Training, das Fitnesstraining allein ist ja ist ja nur ein Punkt, quasi eine Säule auf dem ganzen Konstrukt. Und dann sage ich halt Na gut, ich trainiere da zwischen 10 und 14 Stunden pro Woche. Effektiv. Außenrum ist es ja natürlich dann noch ein bisschen mehr. Aber Fliegen gehört ja genauso zum Trainieren, dann ein Team aufbauen, Teambuilding Maßnahmen machen.

56:31Markus Anders

Ich bin sogar so weit hergegangen jetzt für die X -Alps heuer. Ich habe quasi im Januar 2020 angefangen, mein Team aufzustellen und wirklich schon Planung zu machen, weil ein halbes Jahr langt einfach nicht.

56:45Lucian Haas

Das heißt, du hast letzten Endes anderthalb Jahre Vorbereitung auf diesen Wettbewerb quasi gehabt?

56:50Markus Anders

Ja, definitiv.

56:54Lucian Haas

Ist das nicht auch, wenn man so viel seines Lebens auf einen so einen Wettbewerb ausrichtet, ist das nicht auch irgendwo eine Last?

57:03Markus Anders

Ich habe mir das schon schon auch anhören müssen. Also der der Gemütszustand verändert sich bis zum Tag X, wenn es wirklich dann losgeht, schon schon extrem. Man wird immer, sage ich mal,

57:16Markus Anders

angespannter, man ist schnell gereizt, es wird immer stressiger. Aber also das Ganze macht mir brutal viel Spaß. Ich mache gern Sport, ich gehe gern fliegen. Natürlich ist das eine oder andere mal wirklich nur eine reine, stupide Trainingseinheit oder das eine ist nur ein Flug. Den mache ich halt jetzt quasi aus Trainingssicht. Ich übe Toplanden oder fliege halt denselben Flug, aber versuchen halt irgendwie einfach nur schneller oder effizienter zu machen. Was mir da halt extrem hilft, ist dann einfach irgendwie so Ziele zu setzen, dass ich das nicht einfach nur mache, sondern dass ich halt irgendwie einen Anreiz habe, aber ich mache das brutal gern. Und deswegen habe ich auch für mich gesagt, dass

58:01Markus Anders

ich habe eigentlich jetzt schon gesagt, ich komme mit mich eigentlich fast schon wieder für X -Labs 23, obwohl ich nicht mal weiß, ob ich noch mal mitmachen darf. Wenn man

58:08Lucian Haas

solche Rennen von außen betrachtet, wahrscheinlich von innen auch, aber von außen vielleicht fällt das noch stärker auf, weil man es selber viele von diesen Manövern und Landemanövern und sonst was, was jeder macht, selber als Pilot niemals so vollziehen würde. Die Frage der Risikobereitschaft bei solchen Wettbewerben. Muss man da eigentlich einfach bereit sein, über bestimmte Grenzen gewissermaßen hinauszugehen, um überhaupt in eine Top Ten vordringen zu können, aber dafür auch quasi das Risiko einzugehen, ein bisschen seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen?

58:40Markus Anders

Ich meine, vom Typ her bin ich schon jemand, der gern die Grenzen auslotet

58:47Markus Anders

und sowas bringt einem, sage ich mal, am Anfang wahrscheinlich schon weiter. Aber langfristig gesehen ist es natürlich richtig, richtig dumm einfach, wenn man unnötig riskiert, und wenn ich jetzt auf die X -Apps schaue, dann also an keinem Tag oder in keiner Entscheidung hätte mich mehr Risiko irgendwie weitergebracht. Im Gegenteil bin ich sogar irgendwie ein bisschen am Grübeln, dass ich am am am neunten Tag war, das wo es doch eine sehr südföhnige oder Südföhnlage hatte am Mont Blanc auf der Südseite geflogen bin, weil ich meine, man hat wirklich die Wolken gesehen, wie die über den Pass drüber drücken und ich bin dann trotzdem in die Luft gegangen.

59:35Markus Anders

Und mir war klar, dass ich da fliegerisch nicht drüber kommen und irgendwo davor landen muss. Und da habe ich eine nicht so ganz also eine gut gegangene Landung auf jeden Fall gemacht in einem Schneefeld, was relativ steil war, aber ich bin so im Landeanflug mit acht Meter auf den Hang zugeflogen, acht Meter sinken, weil ich einfach, in einem Lee von 50, 45, 50 km Wind war.

1:00:04Lucian Haas

Wie viel von solchen riskanten Flügen geschehen auch aus einer Art Trotz heraus?

1:00:14Lucian Haas

Aus Trotz? Ja, wo er sagt, ja, das ist Scheiß, Scheiß auf das Wetter. Ich muss jetzt hier irgendwie weiterkommen. Und also man sagt ja auch, man trotzt dann dem Wetter. Aber das ist ja hat ja so das eine, das dem Wetter widerstehen, aber das andere auch wirklich so einen gewissen Trotz zu haben, wo du sagst Eigentlich hätte ich da nicht fliegen sollen. Aber man macht es dann trotzdem.

1:00:39Markus Anders

Ja, also es sieht vielleicht so aus, dass das das, dass das so ein bisschen in die Richtung geht. Aber ich sage mal, über die Jahre, über die Erfahrung, über auch Erfahrungen, die jetzt vielleicht oder Entscheidungen, die nicht so gut waren, mal hier im Regen fliegen, das heißt ja, man soll so was nicht machen. Es ist auch, es ist auch, man soll es auch nicht machen. Es gibt ja auch gute Gründe, das nicht zu machen. Aber ich probiere zum Beispiel so was vorab aus und weiß halt, dass ein neuer Schirm jetzt vielleicht nicht so gut im Regen fliegt, wie jetzt ein bisschen gebrauchterer Schirm oder weiß, will einfach wissen, wie mein Schirm im Regen fliegt, weil ich bin mir sicher, dass ich das bei so einem Wettbewerb auch unter Umständen machen werde, dass ich mir da einfach sicher sein kann, nicht in dem Wettbewerb unbedingt meine Grenzen auszureizen, sondern ich definiere vorher meine Grenzen.

1:01:36Markus Anders

Ich meine, die Motivation, zumindest meine Motivation bei den Xherps war, also meine Motivation, Hauptmotivation war, ich kriege eine Aufgabe, quasi den Kurs zu absolvieren und das Ziel zu erreichen. Wenn das Wetter das einfach nicht zulässt, zu fliegen, dann mache ich es nicht. Und ich kann das für mich selber relativ gut einschätzen. Aber ich war jetzt nicht,

1:02:02Markus Anders

ich habe mir Videos angeschaut, wo, wo die am Fernpass der Aron quasi gelandet ist. Und da hat es ja, da hat es ja ordentlich drüber geblasen. Und die sind mit 100, 110 km/h über den Fernpass geflogen. Ich habe für mich gesagt, ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich da nicht bei denen war, weil vielleicht hätte man da so eine Trotzentscheidung getroffen. Das weiß ich jetzt nicht. Weil es machen ja welche und so, ja, okay, das Wetter, aber irgendwie und keine Ahnung, schwierig zu sagen. Aber ich habe jetzt für mich eigentlich noch keine so eine Entscheidung getroffen, wo ich einfach sage, ach, jetzt fuck it, ich hau mich einfach raus.

1:02:48Lucian Haas

Wenn man jetzt von außen auch guckt und man sieht, du sagst selber, ja, es gibt lauter Bedingungen, da seid ihr geflogen bei den X -Alps, wo man eigentlich sagt, da sollte man nicht fliegen, also fliegen in Regen, fliegen bei Föhn, starten bei Starkwind, also sehr starken Wind und so weiter. Inwiefern, inwiefern, würdest du sagen, haben die X -Alps da vielleicht auch in gewissermaßen, so erfolgreich sie auch sind, eigentlich eine schlechte Vorbildfunktion für so Orthonormalpiloten?

1:03:17Markus Anders

Ja, ich meine, ich habe nach dem, nach den X -Alps, gerade wegen meiner Tätigkeit bei Skywalk auch mit dem Robin Fries, der AV -Geschäftsführer, zu tun gehabt. Und er hat mich auch gefragt, wie habe ich denn eigentlich das bei den X -Alps gesehen? Weil hier Regenflug, Blindflug, die starten in den Nebel rein, es wird auf der Straße gelandet und so weiter und so fort. Und so wie das ganze medial aufgebauscht wird oder halt auch Reichweite hat, gibt es natürlich viele Leute, die sich das anschauen und die dann auch vielleicht sagen, boah, ja, ich will vielleicht auch mal X -Alps mitmachen und ich, ich muss jetzt auch auf der Straße landen

1:04:00Markus Anders

oder bei Regen fliegen und so weiter. Aber die Sichtweise ist dann schon ein bisschen naiv, weil man muss sich einfach immer irgendwie so ein bisschen bewusst sein, für was tut man das Ganze? Für sich selber. Und ich meine, selbst wenn du die X -Alps gewinnst, das Preisgeld ist nicht hoch und davon leben kannst du sowieso nicht. Also die Ausgaben im Best Case ist, wenn du jetzt keine Sponsorengelder hast, dass du vielleicht deine Ausgaben während dem Rennen, quasi gerade wieder deckst, dann geht es ja darum, dass, dass man das Rennen für sich macht und ein Erlebnis hat, ein Abenteuer.

1:04:46Markus Anders

Natürlich riskiert man auch, aber die Entscheidungen, die sind eigentlich schon sehr gut abgewägt. Und ich denke, dass die Race Orga da auch sehr danach schaut, dass sie Kandidaten aussucht, die das können. Worst Case wäre ja für so ein Rennen, dass wirklich mal ein schlimmerer Unfall passiert.

1:05:05Lucian Haas

Lass uns mal das Thema X -Alps beiseite lassen und zum Ende noch mal ein anderes Thema anschneiden, was du gerade selber schon als Stichwort genannt hast, neben deinem, ich sag mal, Profi -Dasein als Hike -and -Fly -Sportler, hast du gesagt, du arbeitest bei Skywalk. Was machst du da eigentlich?

1:05:23Markus Anders

Ich arbeite seit 2019 bei Skywalk. Ich habe erst mal angefangen, weil 2019 kam ja dann die erste X -Alps -Teilnahme in der Werkstatt zu arbeiten, relativ flexibel. Mit 50 Prozent, dass ich mich einfach wirklich sehr gut auf die X -Alps vorbereiten kann. Ich habe eine Arbeit, wo ich natürlich ein bisschen was verdiene, aber alles mehr oder weniger auf die X -Alps auslegen kann. Aber ich habe Luft - und Raumfahrt -Technik studiert und in der Werkstatt bin ich halt auf Dauer nicht glücklich geworden und nach den X -Alps habe ich dann eine neue Challenge gesucht und bei uns ist der E -Walk wieder hochgekommen. Seit 2018 wurde die Entwicklung wieder mehr betrieben und das war jetzt vom technischen Stand so weit, dass man gesagt hat, ey, wir brauchen jetzt ein Kurzzeug.

1:06:16Markus Anders

Wir brauchen jemanden bei Skywalk, der das Projekt leitet und auch testet. Und ich bin dann mal den alten E -Walk -Probe geflogen und ich fand eigentlich die Idee dahinter sehr cool und dann Anfang 2020 habe ich quasi die Projektleitung und die Kurzzeug -Entwicklung bei Skywalk für den E -Walk übernommen.

1:06:41Lucian Haas

Jetzt erkläre ich es mal nochmal. Es gibt vielleicht einige Hörer, die das nicht wissen und nicht zuordnen können. Was ist der E -Walk?

1:06:48Markus Anders

Der E -Walk ist quasi eine elektrische Aufstiegshilfe. Ein Kurzzeug mit integriertem Motor, Klapppropeller, um in der Ebene zu starten und dann quasi so Windenschleppersatz als Windenschleppersatz mit dem Elektromotor aufzusteigen für den einen Aufstieg und dann schaltet man das Ganze aus und fliegt thermisch oder fliegt dynamisch an irgendeiner Kante. Man kann ja dann da hinfliegen oder gleitet einfach nur ab. Und das Ganze ist vom Konzept her einfach nicht so gedacht wie ein Paramotor, der ja für den Dauerflug ausgelegt ist, sondern die Kapazität des Ganzen ist elektrisch von den Akkus ist so dimensioniert, dass man einen Aufstieg machen kann und noch ein bisschen Reserve hat.

1:07:42Markus Anders

Mit unserem aktuellen kommt man 650 Meter hoch und kann dann noch, je nachdem, wie schnell man die Höhenmeter oder die 650 Meter erreicht hat, noch ein bisschen auf der Höhe Thermik suchen. Fünf bis zehn Minuten. Und das Ganze ist einfach Freiflug optimiert. Und der Aufstieg ist Mittel zum Zweck. Also eine elektrische Aufstiegshilfe für Gleitschirme.

1:08:04Lucian Haas

Nun muss man aber dazu wissen, dieser E -Walk, ich glaube, ich habe die erste Version, den ihr damals gemacht habt. Das war schon vor zehn Jahren oder vor über zehn Jahren. Genau, wo der erste entwickelt wurde. Und damals gab es auch wirklich ein Programm, wo auch das Luftfahrtbundesamt und der DAV und so weiter gesagt haben Okay, wir wollen so ein Erprobungsprogramm machen, ob wir wirklich diese E -Aufstiegshilfe, also das zum thermischen Fliegen hochkommen mit einem elektrischen Schub einfach als zusätzliche Startart in irgendeiner Weise machen können, dass man dafür dann auch keinen Motorschirmschein machen muss. Und jetzt seid ihr wieder da dran. Zwischendurch lag das Programm bei euch so ein bisschen auf Eis, auch weil die Akkus zu teuer waren und sonst was, dann habt ihr das 2018 jetzt wieder aufgegriffen.

1:08:49Lucian Haas

Wie sieht es denn jetzt damit aus? Kommt diese elektrische Aufstiegshilfe?

1:08:54Markus Anders

Ja, also tatsächlich ist es so für Hängegleiter. Es gibt ja ein zugelassenes Gerät, wo ich in das Projekt eingestiegen bin. Habe ich auch gedacht, für Gleitschirme würde es das dann auch geben, aber wir hatten dann eine Vorführung beim DAV, wo vom Luftfahrtbundesamt dann eine frische Person da war. Weil damals vor zehn Jahren waren es halt andere Leute. Letztendlich ist dann doch die Entscheidung so gefallen. Die Unterscheidung zu einem Paramotor ist geringer wie zu einem normalen Gleitschirm. Deswegen wird das Ganze nicht als als E -Startart quasi zugelassen werden können.

1:09:39Markus Anders

Das muss über ein Ultraleicht laufen. Und das ändert natürlich mal so ein bisschen, sag ich mal, die Spielkarten, weil man bewegt sich jetzt nicht in der Gleitschirm -Szene und bringt eine neue Startart auf den Markt, sondern man geht jetzt in die UL -Sparte und definiert halt ein gesondertes UL als E -Aufstiegshilfe. Wir haben dahingehend natürlich das Projekt neu bewertet, weil es haben sich ja doch deutlich die Rahmenbedingungen geändert. Die letztendlich 2010 -11 definierten Kriterien für eine E -Aufstiegshilfe sind ja so sozusagen dann eigentlich auch irrelevant und nicht mehr gültig für uns, weil wir sind ja trotzdem UL.

1:10:30Markus Anders

Wir haben aber jetzt gesagt, selbst bei den ULs gibt es halt einfach nur die die oder viele Rucksackmotoren, die für den Dauerbetrieb ausgelegt sind. Und du hast ein starres Konstrukt, du sitzt relativ aufrecht. So eine E -Aufstiegshilfe hat definitiv noch eine Daseinsberechtigung. Wir sind noch relativ weit mit der Entwicklung. Unser B -Muster jetzt, mit dem sind wir schon echt fleißig am Fliegen. Und wir wollen das weiter führen und abschließen und auf den Markt bringen. Das

1:11:04Lucian Haas

heißt, es wird einen E -Walk geben, der auch so heißt und der soll dann schon im nächsten Jahr oder wann soll er auf den Markt kommen?

1:11:12Markus Anders

Wir sind aktuell sogar gerade dran an einer Landingpage, wo wir Bild - und Videomaterial dann auch preisgeben werden von dem aktuellen Prototyp. Also was heißt Prototyp? Es ist schon ein weit gereiftes Produkt, weil wir jetzt schon über drei Jahre wieder am entwickeln sind. Konkret werden wir im Mai 2022 dann weitere Geräte aufbauen und demnächst dann über die Landingpage auch quasi eine Umfrage schalten, wo man sich dann auch proaktiv einbringen kann und dann quasi sich sozusagen auch als Testkandidat bewerben kann.

1:12:00Markus Anders

Dass wir von dem internen Testing in ein weiteren Testkreis oder in eine weitere Testphase gehen. Danach werden wir dann das Ganze zusammentragen und eine Serie machen. Also ob das dann Ende 2022 oder Anfang 2023 ist, das kann man jetzt nicht sagen. Es ist ja aktuell auch so, dass mit der Pandemie ein Haufen Lieferengpässe sind. Gerade bei Zellen ist es extrem schwankend, was den Preis angeht. Die Preise sind durch die Decke gegangen, die Verfügbarkeit ist ein Thema. Und das ist ja auch allein schon bei den kleinen Schirmbestandteilen so. Und deswegen aktuell planen wir damit.

1:12:46Markus Anders

Ob es dann letztendlich so wird, kann man nicht sagen. Schwierige Situation gerade.

1:12:50Lucian Haas

Wie passt das denn eigentlich zusammen, dass jemand wie du, der so auf Freifliegen und Hike and Fly und sonst was ausgerichtet ist, auf der anderen Seite im Grunde einen

1:13:02Lucian Haas

Motorschirmantrieb entwickelt?

1:13:05Markus Anders

Ja, tatsächlich fand ich die Aspekte, die ich bei meinem Studium gelernt habe. Ich habe mich auf Leichtbau, Flugzeugbau und gerade solche Geschichten weitergebildet und spezialisiert. Ich fand das einfach ein sehr cooles Flugobjekt, ein Fluggerät. Einerseits von dem Arbeitsumfeld dann wirklich auch das Ding mitzugestalten, mitzuentwerfen, das Gurtzeug zu entwickeln, das Ganze auch zu testen. Also ich bin auch Testpilot. Mit Arne Wehrlin zusammen sind wir eigentlich wie zwei Personen und der Armin Harich ab und zu, die mit dem neuen Evoque eigentlich die meiste Zeit am Fliegen sind. Ist das schon sehr cool und das taugt mir. Also es ist Engineering und ich meine, ich bin Ingenieur.

1:13:54Markus Anders

Ich bin zwar Hike and Fly Athlet und ich renne auch gerne einen Berg hoch und ich mache das auch nach wie vor. Aber man hat durch den Evoque quasi die Möglichkeit, auch in die Luft zu kommen, ohne auf dem Berg zu rennen, was für die Ruhetage, Regeneration und so auch wieder sehr förderlich ist.

1:14:14Lucian Haas

Für welche Art von Pilot würdest du sagen, ist der Evoque vielleicht am ehesten interessant oder am meisten? Für

1:14:21Markus Anders

die Flachlandpiloten auf jeden Fall, weil ich meine, in den Bergen haben wir die Berge, um in die Luft zu kommen. Im Flachland hast du Hügel. Ich bin früher sehr viel an der Schwäbischen Alb geflogen. Da war es meistens so, dass halt vor der Albkante waren wirklich schöne Wolken und Wolkenstraßen. An der Albkante hast du dann irgendwie wie so ein bisschen so eine Kompression gehabt, einen Düsen -Effekt. Und da war es meistens irgendwie so ein bisschen verrissen und undefiniert. Und auf der Alphochfläche waren dann wieder schöne Wolken und oft hat man die gar nicht erreicht.

1:14:56Markus Anders

Und da ist man dann limitiert und man hat dann die Möglichkeit, per Windenschlepp in die Luft zu kommen. Oder halt mit einer Aufstiegshilfe. Nicht alle haben das Glück, in Bergnähe zu wohnen oder ein Fluggebiet, ein Hügel in der Nähe zu haben. Und die sind dann doch sehr aufs Autofahren oder sonstiges angewiesen. Und den wollen wir einfach ermöglichen, auch bei sich in der Gegend in die Luft zu kommen und vor allem auch recht sicher die Airtime zu haben. Weil ich meine, letztendlich kannst du den Schirm in die Windrichtung auslegen oder auch bei Nullwind starten, ist dann natürlich auch ein bisschen schwieriger, weil man mehr laufen muss. Aber wenn man die Technik dann hat, geht es auch ganz gut. Ich habe das auch lernen müssen.

1:15:44Markus Anders

Und

1:15:46Markus Anders

da ist man einfach, sage ich mal, freier und flexibler, um in die Luft zu kommen.

1:15:51Lucian Haas

Die Alternative, die ja auch so ein bisschen im Gespräch ist, ist vielleicht irgendwann mal Elektrowinden zu haben, die ferngesteuert sind, wo du dich auch selber quasi eine Art Selbstschlepp machen kannst und dich dann hochziehen kannst, wäre auch eine E -Aufstiegshilfe. Also nur mit dem Vorteil, der Motor bleibt im Grunde unten und du bist dann wirklich der Freiflieger am Ende oben, wenn du eine Thermik erwischt und mit der dann weiterfliegen kannst. Wenn du das beides so dir mal im Kopf vorstellst, was spricht aus deiner Sicht dann für einen E -Walk?

1:16:21Markus Anders

Den E -Walk, sage ich mal, den hast du, den hast du dabei. Man muss jetzt gut, die Winde ist natürlich dann auch am Auto fest und die kannst du zurücklassen. Aber ich sage mal blöd gesagt, das Auto, wo du den E -Walk transportierst, das schließt du ab und dann dann startest du mit dem Ding und gehst halt wirklich auch auf Strecke. Und das bietet viel Potenzial. Natürlich habe ich dann den Motor und die Akkus dabei. Wenn ich noch Restkapazität habe, kann ich theoretisch die auch nutzen, um vor der Landung dann noch mal irgendwo Richtung Straße, Bahnhof zu fliegen zum Beispiel. Oder einfach ein starkes Sinkgebiet irgendwie ein bisschen zu kompensieren.

1:17:10Markus Anders

Also man hat vielleicht noch so eine zweite oder dritte Chance, weil es ja durchaus möglich ist, mit 100, 200 Meter schon eine gute Thermik, einen Thermikeinstieg zu finden. Und mit einer Elektrowinde bist du halt lokal erst mal gebunden. Gut, du kannst die Elektrowinde dann wahrscheinlich auch ferngesteuert selber steuern. Das heißt, dass du quasi nicht auf einen Helfer angewiesen bist. Man hat halt mit dem E -Walk dann das Gewicht dabei. Das ist wieder die andere Sache. Aber das Ganze lässt sich in einen Rucksack verstauen. Ja, ein Kurzwerk mit Propeller, Akkus, Motor wiegt 25 Kilo. Ist auf jeden Fall akzeptabel.

1:17:56Markus Anders

Ich denke, letztendlich wird es so eine Vorliebengeschichte sein.

1:18:00Lucian Haas

Lass uns abschließend noch einen ganz kurzen Ausblick auf deine Zukunft machen.

1:18:06Lucian Haas

Wie geht es weiter mit deiner Fliegerei? Du hast schon gesagt, du überlegst jetzt gerade, ob du dich bei den XP anmeldest. Das wäre im nächsten Sommer, die X -Alps 2023, hast du auch schon genannt. Das steht so halbwegs auf dem Programm. Wird es über Jahre hinaus bei dir jetzt mit Hike & Fly Wettbewerben weitergehen?

1:18:24Markus Anders

Also ich meine, lang, also für immer kann man sowas natürlich nicht machen. Das ist schon eine extreme Belastung für den Körper, so eine X -Alps. Momentan macht mir das noch extrem viel Spaß. Ich mache das, mache das sehr gern und investiere auch die viele Zeit in Training und das Fliegen. Und ich habe dahingehend eigentlich auch noch recht viele Projekte für mich vor. Da geht es weniger um Hike & Fly Wettbewerbe, sondern eher um so Biwak - Geschichten oder auch neue Länder zu bereisen mit dem Gleitschirm. Nächstes Jahr will ich ins Pamir -Gebirge für einen Biwak -Trip und dann vielleicht auch mal so eine Geschichte machen, wie ich in Indien gemacht habe, wo ich einfach das Gleitschirmfliegen mit dem Bergsteigen kombiniere und quasi der Gleitschirmmittel zum Zweck ist, also so als Transportmittel, um an einen Berg hinzukommen.

1:19:19Markus Anders

Und ich bin jetzt 31 und ich sage ich mal, genieße das noch. Bin noch ungebunden und kann mich dahingehend noch ein bisschen ausleben. Aber langfristig gesehen werde ich das auf jeden Fall nicht, nicht vorhaft auf dem Niveau machen. Da bin ich auf jeden Fall mit Skywalk schon im Gespräch. Da gibt es genug Tätigkeiten, wo ich, wo ich dann auch, wenn ich mehr arbeite, weil ich arbeite jetzt Teilzeit, tätig werden kann. Was ich auch so ein bisschen angefangen habe, ist Seminare, Coachings zu geben mit Luftikus zusammen. Ist eigentlich auch ganz nett, wenn man anderen Leuten so ein bisschen helfen kann.

1:20:06Markus Anders

Auch Erfolgserlebnisse zu haben, zusammen mit denen auf Strecke geht, denen Wissen weitergibt. Und da bin ich doch relativ breit aufgefächert. Natürlich spezialisiert auf das ganze Gleitschirmfliegen und langfristig will ich, will ich da definitiv bleiben. Aber das, das Athletensein ist auf jeden Fall begrenzt. Also irgendwann macht es halt der Körper nicht mehr her oder wenn man dann Wehwehchen hat, ist es auch irgendwann einfach nicht mehr gesund. Der

1:20:33Lucian Haas

Kriegel macht ja die X -Alps Akademie in der Schweiz und bildet da quasi den Schweizer High -Can -Fly -Nachwuchs aus. Könntest du dir sowas für dich, für Deutschland vorstellen?

1:20:45Markus Anders

Witzigerweise habe ich den Robin Friest auch mal darauf angesprochen, ob da vom DRV eine Förderung für High -Can -Fly oder sowas mal angesehen ist. Und mein Gedanke wäre fortführend dann gewesen, warum sind die Schweizer oder die Franzosen so gut? Die Schweizer, da steht halt einfach der Verband auch dahinter. Dann gibt es sowas wie die X -Alps Akademie, wo der Kriegel persönlich sein Wissen, Erfahrungen teilt und weitergibt und das Ganze doch schon sehr professionalisiert oder professionell auch gemacht wird. In Frankreich gibt es, gibt es ja quasi die Möglichkeit, in Internaten dann noch Gleitschirmfliegen zu machen, wo dann schon über Taktik und so weiter geschult wird.

1:21:32Markus Anders

Also die Franzosen sind ja sehr stark im Wettbewerbsfliegen.

1:21:36Markus Anders

Bei uns gibt es sowas nicht. Und ich meine High -Can -Fly ist ja momentan voll der Boom. Die meisten haben sich wahrscheinlich auch ein bisschen Pandemie geschuldet, eine Leichtausrüstung gekauft und gehen auf die Berge. Und es gibt auch immer mehr Nachwuchspiloten, die da Bock haben, Border Races zu machen, andere Wettbewerbe und vielleicht auch davon träumen, X -Alps mal zu machen. Da kann ich mir definitiv auch vorstellen, in die Richtung was zu machen. Jetzt

1:22:06Lucian Haas

verrate noch, was hat denn der Robin dazu gesagt?

1:22:10Markus Anders

Ich soll mal auf ihn zukommen.

1:22:12Lucian Haas

Okay, er hat es nicht sofort abgeschmettert.

1:22:15Markus Anders

Das ist ja zumindest schon mal etwas. Durch die Blume hat er mir aber schon ein bisschen gesagt, wie der DHV da so tickt. Und da muss man wahrscheinlich erst mal viel Überzeugungsarbeit leisten und auch Eigeninitiative bringen. Und um ehrlich zu sein, also ich kann mir sowas definitiv vorstellen, aber ich bin momentan zeitlich doch sehr begrenzt, weil ich sehr viel noch in das Athletensein reinstecke und eben nebenher, also ich bin nicht hauptberuflich Sportler, sondern wirklich bei Skywalk arbeite mit 75 Prozent.

1:22:58Lucian Haas

Okay, dann lassen wir das mal als mittel - oder langfristigen Ausblick so stehen. Vielleicht wird es irgendwann einmal eine von Markus Anders mitgetragene Hike and Fly Academy oder Weiterbildungsangebote und so weiter geben.

1:23:12Markus Anders

Wir können ja mal so fragen an die ganzen Zuhörer. Wer hätten da Interesse an sowas?

1:23:19Lucian Haas

Die sollen sich bei dir melden oder

1:23:22Markus Anders

ja, oder einfach kommentieren unter dem Podcast. Ich meine, ja,

1:23:29Lucian Haas

das stimmt. Kann man mal ein paar Stimmen sammeln? Also Leute, wenn ihr das gehört habt, dann geht auf und hinterlasst da mal einen Kommentar, wie ihr oder wer Interesse hätte und wie und was. Mal sehen, was daraus dann als Ideen dann vielleicht entstehen können. Manchmal sind es ja einfach solche Initiativen, die dann auch durch Zufall sich dann irgendwie dann irgendwann so zurechtfinden, weil es dann sein soll, dass es sowas auch geben soll.

1:23:55Lucian Haas

Markus, vielleicht wirst du das irgendwann machen. Ich fände es klasse und danke dir aber erst mal jetzt für dieses Gespräch mit vielen Hintergründen zu deiner Hike and Fly Karriere und allen möglichen, was du da schon erlebt hast. Ja, danke dir für das ganze Erzählen.

1:24:08Markus Anders

Ja, sehr gerne. Ich hoffe, dass das eine oder andere Interessante für die ganzen Zuhörer dabei ist. Das auf jeden Fall.

1:24:25Lucian Haas

Das war die Folge Nummer 73 von Podz-Glidz mit Markus Anders im Gespräch mit Lucian Haas. In den Shownotes zu dieser Folge auf Looglides findest du noch eine Reihe von weiterführenden Links, unter anderem auch zum E -Walk Projekt.

1:24:41Lucian Haas

Der Gleitschirm-Blog Looglides steht im Netz und zwar unter looglides.blogspot.com. Looglides schreibt sich L U minus G L I D Z. Wenn du dich als Hörer von Podz-Glidz und Leser von Looglides von mir gut informiert oder auch gut unterhalten fühlst, dann gib doch etwas zurück, indem du meine Arbeit daran unterstützt als Förderer. Dein einmaliger oder auch wiederkehrender Förderbeitrag liegt ganz in deinem Ermessen. Anders gesagt, du darfst geben, so viel du willst. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, welche Summe angemessen wäre, dann kannst du dich gerne an folgendem wirklich unverbindlichen Vorschlag orientieren. Wie wäre es mit einem Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Looglides? Natürlich kannst du gerne erst ein paar Folgen hören oder über Monate hinweg Looglides lesen und dann einen gesammelten Förderbeitrag leisten.

1:25:33Lucian Haas

Zahlungen sind ganz einfach per PayPal oder Banküberweisung möglich. Alle nötigen Daten findest du auf meinem Blog Looglides und zwar dort auf der Seite Fördern. Bis zum nächsten Mal. Ciao.

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