Ich denke halt, am Ende des Tages ist es ja eigentlich wirklich egal, weil das, was wir ja wollen, sind ja einfach nur tolle Flüge machen, sichere Landungen und Spaß haben bei der ganzen Geschichte und ich fände es halt cool, wenn wir das alles wirklich mal weglassen und einfach uns mehr unterstützen würden, weil da gibt es so viele tolle, erfahrene Piloten da draußen, erfahrene Cracks, die wirklich so ein bisschen einsteigern und unter die Arme greifen könnten, das fände ich super genial, weil dann würden wir wirklich bessere Flüge machen, sichere Flüge machen und wir hätten alle noch mehr Spaß bei der ganzen Geschichte hier.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit
Beate Schlaps und
Lucian Haas am Mikrofon.
In den vergangenen Monaten habe ich von verschiedenen Hörern von Podz-Glidz Anfragen und Bitten erhalten, ob ich nicht gelegentlich auch ganz normale Gleitschirmflieger im Podcast zu Wort kommen lassen könnte. Da stellt sich natürlich die Frage, was das überhaupt ist. Ein normaler Pilot oder eine normale Pilotin? Ich deute das mal als eine Person, die beim Fliegen ohne größere Leistungsambitionen Erlebnisse hat und Erfahrungen macht, über die viele andere auch ganz ähnlich berichten könnten. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet, fällt Beate Schlaps sicher in die Rubrik ganz normale Pilotin, auch mit der folgenden Geschichte. Im vergangenen Jahr hatte Beate beim Fliegen auf der Schwäbischen Alb ein für sie unangenehmes Erlebnis mit Folgen.
Körperlich blieb sie zwar unversehrt, aber im Kopf war sie danach nicht mehr frei. Sie fühlte sich fortan unsicher beim Fliegen, irgendwie blockiert. Sie dachte sogar ernsthaft daran, das Fliegen deswegen aufzugeben. Und Hand aufs Herz, wer kennt nicht von sich selbst oder aus einem Fliegerumfeld ganz ähnliche Fälle. In dieser Episode 76 von Podz-Glidz erzählt Beate Schlaps unter anderem von dem, was sie dadurch gemacht hat. Nicht ganz so normal ist allerdings der Weg, mit dem sie die Blockade wieder aufgelöst hat. Sie machte eine Hypnose -Therapie und seither fliegt sie befreiter als je zuvor. Und das soll was heißen, denn Beate lernte schon vor 30 Jahren das Gleitschirmfliegen und hat in dieser Zeit viele Erfahrungen gesammelt. So sprechen wir auch darüber, wie ihr vor Jahren schon einmal die Leidenschaft fürs Fliegen abhanden kam und wie sie mehr als eineinhalb Jahrzehnte später den Wiedereinstieg schaffte.
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Beate, kannst du dich noch an deinen ersten Schirm erinnern?
An meinen allerersten Schirm? Das war damals von der Marke Edel. Ein Space ist das gewesen, so ein giftgrüner Space war das.
Ist das wie das erste Auto? Ja. Dass man so an so einen ersten Schirm zurückdenkt und sagt, ja, das war noch ein Schirm?
Ja, absolut, absolut, weil die natürlich eine andere Leistung damals hatten und man hat ihn schon gehegt und gepflegt irgendwo. Und das war schon ein Highlight, mit einem Gleitschirm damals unterwegs zu sein und den ersten Schirm zu haben, als ich noch ziemlich jung war, wo ich angefangen habe zum Pflegen. Und das war schon was Besonderes, absolut.
Jetzt verrat mal, wie jung warst du da und wann war das überhaupt?
Also ich habe mit Gleitschirmfliegen angefangen einen Tag nach meinem 18. Geburtstag.
Oh wow. Und das war in welchem Jahr?
Das war im Jahre 1992 ist das gewesen.
Also jetzt schon 30 Jahre her. Ja. Eine 30 -jährige Gleitschirmgeschichte. Wie bist du so jung, auch als Frau, damals zum Gleitschirmfliegen gekommen? Damals gab es dann noch weniger Frauen in der Gleitschirmszene als heutzutage.
Ja, absolut. Also ich war sonst mit meinen Eltern in Urlaub und wo ich 17 war, haben die eine Deutschlandgrundreise gemacht. Und das war für mich so die Entscheidung, hey, das war das letzte Mal mit den Eltern, nächstes Jahr bin ich 18, dann gehe ich selber. Und ich hatte dann so ein bisschen rumgeschaut, was kann ich machen? Weil ich damals noch in der Ausbildung steckte, nicht so viel Zeit und auch natürlich vom Finanziellen waren die Möglichkeiten eingeschränkt. Und dann hatte ich in der Zeitung so ein ganz kleines Bildchen gesehen, da war ein Gleitschirm abgebildet. Das war bei mir hier in der Nähe, nicht weit entfernt. Der Eltschein war das und da habe ich gedacht, hey, wie cool wäre denn das hier mit so einem Schirm den Berg runterfliegen. Und habe mich damals da angemeldet, hier auf der Schwäbischen Alb und habe diesen Kurs gemacht für eine Woche und fand es einfach mega.
Mega, mega klasse. Und dann entschieden, dass ich weitermachen möchte.
Wie haben deine Freundinnen das damals gesehen? Geilst du so als der Mutbrocken unter denen?
Ja, ja, schon so ein bisschen irgendwo. Und jeder dachte glaube ich, ah ja, das ist jetzt so mal so eine vorübergehende Geschichte und das geht dann wieder. Aber wo ich dann wirklich angefangen habe, mir dann auch so die Ausrüstung zu kaufen und dann auch viel unterwegs war einfach am Wochenende. Ich habe, damals habe ich zum Beispiel auch noch zu Hause gewohnt am Anfang. Also von meinen Eltern, wenn ich am Wochenende mal zu Hause war, ah, aber Pensionsgast ist mal ausnahmsweise da. Oder die haben mich gefragt, ob ich krank bin, weil ich am Wochenende zu Hause war. Zum Beispiel, weil ich da echt wirklich in der Anfangszeit ziemlich viel unterwegs gewesen bin. Das
heißt, jedes Wochenende zum Fliegen gegangen?
Nahezu, ja.
Hattest du dann auch gleichaltrige Freunde, die auch geflogen sind oder mit wem bist du damals fliegen gegangen?
Also ich hatte das Glück, dass ich damals in dem Eltschein eine Freundin kennengelernt habe. Die war, wir waren gleichaltrig. Super gut verstanden und wir sind dann zusammen, haben wir den A -Schein gemacht und sind dann auch zusammen fliegen gegangen. Und über einen Club, wo wir damals eingetreten sind, habe ich dann noch andere Leute kennengelernt und bin dann da mit denen auch fliegen gegangen. Am Wochenende oder eben auch viele Ausfahrten, Clubausfahrten da gemacht und da war ich dann schon viel unterwegs.
Warst du da auch wirklich sportlich ambitioniert? Also hast du dann gesagt, ah, ich will Strecken fliegen und sonst was oder war das wirklich nur in die Luft kommen und diese Freiheit spüren?
Wirklich nur in die Luft kommen und diese Freiheit spüren. Also so dieses Streckenfliegen damals war ja noch nicht ganz so unter den Otto -Normal -Piloten, wie es jetzt heute ist. Damals warst du wirklich den Profis, wie jetzt einem Burkhard Martens oder dem Achim Joos, die waren da groß unterwegs. Und das war natürlich so die Idole irgendwo, aber unsereins war so ein bisschen mehr unterwegs, einfach nur in die Luft kommen, fliegen, Spaß haben bei der Geschichte.
In welcher Region war das? Also wo bist du dort immer fliegen gegangen?
Hauptsächlich im Allgäu war das oder halt auch Vorarlberg die Region, Andelsbuch, Betzau oder sonst im Allgäu unterwegs. Tannheimer Tal auch, Breitenberg, Reute, Lechtal. So das, was man, sage ich mal, so von mir aus so in circa zwei bis drei Stunden erreichen kann, so für eine Wochenendausfahrt.
Das war dann vor 30 Jahren. Ist denn deine Fliegerkarriere, war das dann jetzt eine durchgängige Karriere? Kann man jetzt sagen, hey, man kann die wirklich fliegen? Kann man sich zu 30 Jahre Gleitschirmfliegen gratulieren?
Nein, absolut nicht. Also ich bin zehn Jahre wirklich intensiv geflogen und dann war irgendwann einfach die Leidenschaft weg. Es waren andere Interessen da und ich habe dann alles verkauft und habe dann 15 Jahre Pause gemacht. Hat mich aber nie ganz losgelassen. Also wenn ich irgendwo in den Bergen war oder so und da ist jemand Gleitschirm geflogen oder ich stand am Startplatz, da habe ich schon gerne zugeschaut und vielleicht mal kurz den Schirm gerichtet oder die Eintrittskante mal wieder aufgemacht. So Geschichten. Und irgendwann vor zweieinhalb Jahren ging es mir nicht mehr aus dem Kopf. Es war immer im Kopf, hat es rumgespuckt. Dann habe ich gedacht, also jetzt gucke ich echt mal, ob ich nicht wieder anfangen möchte und habe dann bei meiner Flugschule des Vertrauens einen Auffrischungskurs gemacht, einfach mal getestet. Ich habe einen Tandemflug gemacht und da habe ich mich dann echt entschieden, ich will wieder fliegen.
Die Leidenschaft war wieder da. Bevor wir jetzt über das Fliegen heute sprechen, würde ich gerne nochmal zurückgucken, nämlich zu diesem Moment, wo du sagst, die Leidenschaft war eigentlich weg. Weil ich glaube, viele Gleitschirmflieger, die so leidenschaftlich sind, sagen immer, diese Leidenschaft des Fliegens geht eigentlich nie. Wenn du einmal in der Luft warst, hast du die eigentlich immer. Warum hast du sie verloren?
Ich weiß auch nicht, ob. Also zum damaligen Zeitpunkt habe ich auch in Australien gelebt und ich bin damals von Sydney nach Perth umgezogen. Und in Perth zum damaligen Zeitpunkt gab es nicht wirklich so super tolle Fluggebiete, muss man sagen. Das ist heute jetzt ein bisschen anders. Und zum anderen.
Es war so ein schleichender Prozess. Also es war nicht von heute auf morgen, dass ich gemerkt habe, so jetzt ist es vorbei, sondern es war so ein bisschen so ein schleichender Prozess, wo ich einfach gemerkt habe, die Interessen sind so ein bisschen anders geworden. Und es hat mir einfach nicht mehr so diesen Spaß oder diese Fluggeilheit irgendwo war da nicht mehr so da, dass es mir diese Erfüllung gegeben hat, die es mir vorher gegeben hat.
Du sagst, du hast damals in Australien gelebt, bist dann aber auch, bevor du es aufgegeben hast, auch viel in Australien selbst geflogen?
Absolut, ja. Also ich habe drei Jahre in Sydney gelebt und bin da auch wirklich viel geflogen. Sei es jetzt an der Küste gibt es ein tolles Fluggebiet oder auch im Inland. Manila ist ja auch relativ bekannt, auch bei den Streckenflugpiloten. Und da sind wir wirklich von Sydney aus oft am Wochenende reingefahren nach Manila und sind dort drin dann auch geflogen. Oder in den Blue Mountain gibt es auch tolle Fluggebiete. Und da war ich auch wirklich sehr aktiv und bin da noch viel geflogen.
Ich will da noch mal ein bisschen nachfühlen bei dieser Geschichte mit die Leidenschaft geht dann weg. Wie fühlt sich denn sowas an, wenn einem die Leidenschaft verpasst? Hat dir das auch leid getan?
Absolut, absolut. Weil diese Fliegerei hat mir ja auch unheimlich viel gegeben. Es ist ja jetzt nicht nur diese Airtime, wo du jetzt wirklich in der Luft bist, sondern es ist ja auch diese, sag ich mal, dieses soziale Drumherum. Irgendwo du bist mit Gleichgesinnten unterwegs. Du kannst Fachsinn bilden. Du hast eine tolle Zeit. Und also bei mir war es wirklich so ein schleichender Prozess von einem Jahr, bis ich irgendwann realisiert habe. Es begeistert mich einfach nicht mehr. Warum auch immer. Und es hat mir total leid getan und mir hat wirklich schon was gefehlt. Und ich habe dann lang irgendwo nach einem was vergleichbar, also nachdem ich aufgehört habe, nach was Vergleichbarem gesucht. Aber ich habe nichts wirklich gefunden, was diesen Platz so wirklich erfüllen konnte. Was mir gefällt. Und es hat das Gleiche gegeben hat, wie es Fliegen.
Und trotzdem war aber für mich klar so, hey, nee, fliegen will ich jetzt aber im Augenblick ist gerade irgendwo auch nicht.
Hast du dann damals auch wirklich so die Entscheidung getroffen zu sagen, ich mache jetzt einen Cut, ich verkaufe auch meine Ausrüstung oder lag die immer noch ungenutzt irgendwo hinten rum?
Nee, da habe ich dann wirklich einen Cut gemacht. Habe dann wirklich auch die komplette Ausrüstung, alles verkauft. Gar nichts da behalten. Was ich noch behalten habe, das sind so diese T -Shirts aus der Zeit. Das war so das einzigste Überbleibsel, was ich behalten habe. Aber ansonsten so die anderen Sachen, alles mit Vario, Helm, Gleitschirm, Gurtzeig, Rettungsgerät, alles verkauft. Und ich habe es damals in Australien dann verkauft und da wirklich einen harten Cut dann gemacht.
Du hast gerade gesagt, hast aber danach nichts gefunden, was dir das gegeben hat, was das Fliegen dir gegeben hat. Was gibt dir das Fliegen denn? Also
heutzutage muss ich sagen, finde ich diesen Freiheitsgefühl in der Luft einfach. Also für mich ist dieses Freiheitsgefühl allgemein, ich muss das spüren, ist total wichtige Geschichte. Und beim Fliegen kannst du das halt super, super diesem Bedürfnis nachkommen. Und ich habe jetzt keine Alternative irgendwo gefunden, was mir dieses Freiheitsgefühl auch wiederum gibt. Das Soziale, das gibt es in vielen anderen Dingen auch, dem du dann nachgehen kannst. Aber dieses Freiheitsgefühl und auch diesen, sagen wir mal, diesen, diesen anderen Blick auf die Welt. Ich liebe es halt beim Fliegen jetzt zum Beispiel total wunder auf die Welt zu sein und frei wie ein Vogel zu sein und hinfliegen zu können, wo ich eigentlich möchte. Und das habe ich bei nichts anderem gefunden, dieses Freiheit, diesen Ersatz des Freiheitsgefühls.
Erlebst du denn die Fliegerei immer als Freiheit oder ist das auch manchmal, häufig ist es ja auch so, Flieger sind ja in ihrem Fliegerhobby auch auf gewisse Weise gefangen. Und man muss immer gucken und dann geht man zum Startplatz und dann sitzt man ewig lange da, damit die Bedingungen stimmen oder sowas oder stellt fest, nee, das Wetter ist heute doch wieder nicht so. Und dieser Teil ist ja eigentlich keine Freiheit, sondern ein Gefangensein. Erlebst du das manchmal auch so?
Ja, absolut, absolut. Aber ich versuche das Ganze dann positiv zu sehen und ich freue mich dann halt einfach, wenn ich dann mal Zeit habe, rauszugehen und ich finde es auch schön, dann einfach in der Natur unterwegs zu sein und den Blick vom Startplatz zu genießen, mit anderen vielleicht Fach zu simbeln. Wenn dann noch ein Flug zustande kommt, super, das ist so ein bisschen wie so das Icing on the Cake irgendwo. Und man muss, glaube ich, dann auch einfach mal sagen, okay, jetzt heute sind halt die Flugbedingungen einfach nicht so gut, jetzt machen wir heute mal was anderes. Aber ich genieße es eigentlich, wenn ich wirklich draußen bin in der Natur und wenn es dann zum Fliegen geht, superklasse. Und oft ist es ja so, dass noch andere Gleichgesinnte dann auch am Berg sind und dann, selbst wenn man sich dann nur unterhält, nur Fachsimmel dann mit Gleichgesinnten, das ist auch schon superklasse, weil das einfach mal was anderes zum Alltag ist irgendwo.
Und das gibt schon ein schönes Gefühl oder finde ich eine angenehme Geschichte, selbst wenn man dann auch mal nur einen halben Tag oder einen Tag irgendwo am Berg sitzt und es geht zum Beispiel nicht zum Fliegen, aus welchen Gründen auch immer. Mir macht das nichts aus, ich genieße es einfach so, wie es ist, ich nehme es, wie es ist.
Nach dieser langen Pause, die du hattest, wann und wie kam es dann eigentlich wieder dazu, dass so diese Fluglust in dir wieder stärker aufstieg?
Hatte mich auch überrascht. Ich hatte es plötzlich, das ging auch so fast so ein bisschen so ein schleichender Prozess, dass es mir immer wieder in den Kopf kam, obwohl es absolut kein Thema mehr bei mir war davor, also jahrelang davor. Und irgendwie ging es mir nicht mehr aus dem Kopf, also es ging immer mal wieder im Kopf rum und wenn irgendwo mal im Fernsehen was kam, hat man es gerne angeschaut oder mal im Bericht in der Zeitung oder so. Und irgendwann habe ich gedacht so, probiere es doch einfach mal wieder, gerade mit so einem Auffrischungskurs, die gehen hier drei, vier Tage und das habe ich dann wirklich gemacht, um einfach zu gucken, wie ist so das Gefühl? Kann ich es noch? Wie ist das Gefühl? Macht mir das Spaß? Will ich das wieder machen?
Und es hat mir dann total Spaß gemacht, auch die Performance des Schirms hat sich natürlich wesentlich verändert. Im Vergleich zu früher. Und ich habe mich dann entschieden, ich möchte echt wieder Gleitschirm pflegen. Ich habe mich dann bewusst dafür entschieden, ich möchte ein außergewöhnliches Leben und da zählt jetzt einfach gerade mal in dem Moment das Gleitschirm pflegen für mich dazu.
War denn gerade diese ersten Flüge wieder, die du da gemacht hast, war das auch nochmal wieder so ein Gefühl wie die allerersten Flüge, wie das erste Abheben, dass man nochmal genau so diese Endorphinschübe und sonst was hat? War das schon ein anderes Nachhausekommen?
Ne, das war schon wirklich so, glaube ich, wie so die allerersten Flüge, wenn du das erste Mal so ein bisschen länger, so ein bisschen höher mal den Boden verlässt und das war schon was Außergewöhnliches, wo ich dann halt auch gemerkt habe, ich war bei meiner gleichen Flugschule wieder, wo ich damals den A -Schein gemacht habe und dass die Performance halt der Schirme komplett anders ist wie früher, dass du jetzt halt viel weiter geflogen bist. Wir sind jetzt dann quasi über den Landeplatz, was wir früher genutzt hatten, sind wir jetzt drüber weggeflogen und eigentlich die doppelte Strecke dann geflogen, bis wir irgendwann mal gelandet sind. Und das war wirklich so ein Wow, weil da war richtig viel Zeit dazwischen, den Ausblick zu genießen, den Flug zu genießen und es war schon ein unglaubliches Gefühl. Das war wirklich so, wie wenn du gerade nochmal neu anfängst irgendwo.
War der Fluglehrer noch der gleiche in der Flugschule?
Es gab tatsächlich einen, der Fluglehrer gab es in der Flugschule dort auch noch, den ich auch noch von damals kannte. Und
kannte der dich auch noch? Er hat gesagt, Beate, du warst doch bei uns schon mal vor 20 Jahren oder sonstiges.
Ja, doch, die kannten mich auch noch und die kannten auch noch meine Freundin, mit der ich damals unterwegs war, die jetzt aufgehört hat zum Pflegen auch schon seit langem. Und ja, also es war sehr witzig, wo ich dann wieder aufgetaucht bin, weil es war so ein bisschen wie früher, kann man sagen. Die kannten mich noch, ich kannte die noch, also es war total klasse.
Deine Freundin, sagtest du, die hat aufgehört, will die nicht auch wieder anfangen, jetzt wo du wieder fliegst, dass die sagt, ey, das steckt mich gleich noch mit an?
Nee, nee, also wir haben uns dann mal ausgetauscht, aber für sie ist das jetzt absolut überhaupt kein Thema mehr, sie möchte nicht wieder anfangen.
In welchem Jahr war das eigentlich, als du wieder angefangen hast?
Das war im Jahr 2019. Das
heißt, 2003 hast du aufgehört, 2019 wieder angefangen. Also 16 Jahre wirklich Pause gemacht. Wie viel war denn noch von, wie sagt man so, Muscle Memory, also wie viel war da noch an Erinnerungen in deinen Muskeln noch drin, wo du sagtest, eigentlich das hat beim ersten Aufziehen schon geklappt oder war das schwierig, da wieder reinzukommen?
Nee, also die Frage hatte ich mir auch gestellt, ob das noch funktioniert oder nicht, aber erstaunlicherweise, es war, also ich konnte da weitermachen, wirklich, wo ich aufgehört hatte. Gerade so dieser Startvorgang zum Beispiel. Der war noch drin, es geht zwar heute so ein bisschen anders wie früher, früher bist du viel mehr in die Schirme reingerannt, aber dieser Prozess des Starts oder auch diese Vorlage hier und das war alles wirklich noch im Körper drin oder halt auch gerade beim Fliegen selber, dieses Zentrieren. Thermikzentrieren, da konnte ich wirklich relativ schnell oder relativ direkt da wieder einsteigen, wo ich damals aufgehört habe. Und das fand ich halt eine tolle Geschichte, dass ich da nicht wieder von Null angefangen habe irgendwo.
Nun bist du heute deutlich älter als damals. Hat sich deine sonstige Art zu fliegen oder an das Fliegen heranzugehen da irgendwie verändert, dass du sagst, im reiferen Jahren fliegt man anders als in der Jugend?
Ja, also ich weiß damals, wo ich angefangen habe zum Fliegen, habe ich gedacht so, hey, ich komme ja gar nicht vom Berg weg, weil mein Schirm nicht offen ist und ich habe ein Rettungsgerät dabei und ich habe einen Helm auf. Was soll denn da schon passieren nach dem Motto? Also ich war ja damals 18, 19, da ist man ja relativ jung, naiv unterwegs und jetzt bin ich natürlich schon anders unterwegs, weil man hat im Laufe der Zeit dann schon so seine Erfahrungen gemacht. Man sieht Sachen bei anderen Leuten und man ist schon, ich will es mal sagen, mit mehr Respekt einfach unterwegs. Also die Geschichte ist schon was anderes und es ist jetzt auch nicht mehr so, ich nehme es jetzt entspannter und ich genieße es jetzt mehr, das Fliegen. Früher war es mehr so, hey, ich will jetzt Thermik fliegen oder ich will jetzt dies oder das. Oder mindestens eine Stunde fliegen, so Geschichten. Und jetzt genieße ich es mehr, genieße den Moment einfach.
Hast du denn in deiner Fliegerzeit auch selbst mal deutliche Rückschläge erlebt?
In der ersten Fliegerzeit eher weniger. Einen Rückschlag hatte ich zum Beispiel, wo ich jetzt wieder angefangen habe, letztes Jahr hier. Aber in der ersten Fliegerzeit waren keine wirklichen Rückschläge.
Was war dann der Rückschlag, wo du sagst, im letzten Jahr hattest du mal einen?
Also ich hatte zum Beispiel ein Erlebnis, wo ich auf dem Fluggebiet fliegen war, da gibt es keine Bergbahn und ich bin ein paar Mal unten gelandet und es ist immer so ein bisschen aufwendig zu schauen, bis man wieder hochkommt zum Startplatz. Und hatte mich dann irgendwann entschieden, ich probiere das einfach mal oben am Startplatz, war offizielle Top -Landefläche, da wieder einzulanden und habe mir das bei anderen angeschaut. Ich habe mir die Wiese angeschaut, sehr große Wiese, habe geschaut, wie kommen die anderen rein, wie machen die das? Und hatte dann im Frühjahr letzten Jahres dann die Entscheidung gemacht, so, jetzt tue ich auch mal Top -Landen.
Was ich, also mir ist aber der Fehler unterlaufen, was ich absolut nicht bedacht habe, es war ein thermisch recht aktiver Tag und diese große Top -Lande -Wiese, die liegt direkt an der Hangkante und das ist permanent in der Ablösung reingekommen. Also als ich zum Landeanflug angesetzt habe, ich hatte gut Höhe, dachte, das reicht ewig, super klasse, passt alles. Und ich habe dann eine Ablösung nach der anderen bekommen, die da an der Hangkante hochgestrichen ist und ich bin nicht runtergekommen. Irgendwann traf es mich wie ein Blitzschlag, ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Ich habe keine Möglichkeit mehr und ich muss aber innerhalb von Sekunden, muss ich jetzt reagieren, sonst hänge ich gleich im Baum drin, weil diese Landewiese zu Ende geht. Ich konnte nicht ins Tal abdrehen, weil ich dafür schon so niedrig war, sonst wäre ich in den Bäumen gehangen, allzu viel länger, geradeaus geht auch nicht mehr, sonst lande ich in den Bäumen.
Die Höhe war schon zu hoch, das wusste ich und ich konnte ja auch nicht zur anderen Seite weg, sonst wäre ich in den Rotor reingekommen. Und diese Erkenntnis, die mich wirklich so emotional ziemlich mitgenommen hat und die mich wie ein Blitzschlag getroffen hat, hey, ich weiß nicht mehr, was ich tun soll und ich muss aber binnen Sekunden entscheiden, das hing mir dann ziemlich lang nach, diese Geschichte. Also da habe ich dann doch einige Zeit dran zu kämpfen gehabt.
Aber war das dann wirklich eine Starre, in die du dann auch in der Luft verfallen bist? Also bist du nicht mehr wissend dann einfach geradeaus in die Bäume rein oder was ist passiert?
Nee, also ich habe dann in dem Moment, ich habe dann leichte S -Schlaufen habe ich geflogen, um die Höhe abzubauen und es ist auch alles gut gegangen, alles in Ordnung, ich bin sicher gelandet. Aber es hing mir so in den Knochen, hing es mir dann doch drin. Also ich bin Gott sei Dank jetzt nicht irgendwie in eine Starre oder in eine Blockade oder sowas in dem Moment verfallen und ich bin dann gut gelandet, es war alles in Ordnung.
Aber bei weiteren Flügen war das immer im Hinterkopf oder wie?
Ja, ja, also bei weiteren Flügen ist mir immer, wenn ich in der Luft war, ist mir immer im Hinterkopf gewesen, was ist, wenn wieder was passiert, wo ich nicht weiß, was ich tun soll. Und das habe ich so irgendwie, ich habe es nicht aus dem Kopf rausgekriegt und sobald ich in der Luft war, war immer so dieser Gedanke da, was ist, wenn wieder irgendwas ist, wo ich einfach nicht weiter weiß. Und ich fühlte mich dann, ich wollte, also ich habe gemerkt, ich wollte nicht mehr fliegen. Und ich fühlte mich dann auch von den Landeplätzen magisch angezogen und musste mich dann wirklich zum einen zwingen zum Fliegen zu gehen und halt auch nicht direkt zum Landeplatz zum Fliegen, sondern wirklich jetzt mal eine halbe Stunde oder eine Stunde oder sowas oder wie meine Kumpels ein bisschen rum zu fliegen einfach, ein bisschen Thermik zu fliegen. Und das war aber wirklich, wirklich eine Überwindung für mich und ich habe mir dann halt auch die Frage gestellt, will ich denn weiter fliegen oder nicht und ist es mir das Risiko irgendwo wert, die ganze Geschichte.
Wie nah dran warst du da schon wieder aufzugeben?
Ich war ziemlich nah dran, also es war wirklich so Spitz auf Knopf, wirklich eine Entscheidung, mache ich weiter oder mache ich nicht weiter und habe mir überlegt, für mich überlegt, ich möchte ein außergewöhnliches Leben und ich will einfach Gleitschirm pflegen und ich muss da jetzt irgendwo, das war so mein Ziel, das war klar definiert, ich will weiter Gleitschirm pflegen, weil mir das auch sehr viel gibt. Ich möchte das jetzt, wegen der Geschichte will ich es nicht aufgeben.
Wie hat das eigentlich so dein Umfeld aufgenommen? Hast du mit denen auch darüber gesprochen? Und haben die Verständnis für sowas oder ist man halt, kenne ich auch so, viele Gleitschirmflieger haben ja irgendwelche negativen Erfahrungen mal, aber man traut sich vielleicht auch nicht so wirklich darüber zu erzählen, weil alle erzählen immer ganz toll von ihren Flügen, man selber sagt, ich habe mich einfach nur scheiße gefühlt. Das erzähle ich jetzt nicht groß in der Runde und dann reden wir jetzt darüber. Also wie bist du damit dann umgegangen oder auch mit den anderen zusammen damit umgegangen?
Ich muss sagen, ich habe erstmal ein Weilchen für mich gebraucht, bis ich mir das selber auch eingestanden habe. Jeder ist ein Thema, mit dem ich mich auseinandersetzen muss. Und dann habe ich das angefangen, wirklich meinen besten Fliegerbuddies zu erzählen und ich habe da wirklich die Ehre, dass ich sensationelle Fliegerbuddies habe, die mich da auch sehr unterstützt haben. Und ich habe dann auch, wo ich mal eine Flugschulreise gemacht habe, habe ich mit dem Fluglehrer einfach gesprochen und wenn man sich so mit anderen Leuten unterhält, kam dann raus, dass es doch einige wirklich ähnlich geht oder die auch mal Angst haben in der Luft oder wo ähnliche Situationen irgendwo sind. Aber es wird nicht darüber gesprochen. Das finde ich so ein bisschen schade. Und nachdem ich das Thema dann so mal bei verschiedenen Gelegenheiten angebracht habe und mit verschiedenen Leuten gesprochen habe, haben die dann auch gesagt, dass es ihnen dann manchmal ähnlich geht oder dass es auch Momente, Situationen eben gab, wo man sich nicht ganz so wohl gefühlt hat.
Wie bist du dann damit weiter umgegangen oder wie ist es damit weitergegangen mit der Geschichte? Waren diese Gespräche mit den anderen dann für dich so befreiend, dass du sagst, das hat sich dann gegeben und ich bin weitergeflogen?
Die Gespräche, die waren befreiend, die waren schon, irgendwo haben sie mir geholfen. Ich habe da auch wirklich tolle Tipps gekriegt, zum Beispiel mehr in den Randzeiten zum Fliegen und ich habe dann aber auch angefangen, einfach nach einer Lösung zu suchen. Und ich habe dann alles Mögliche, wenn ich irgendwo in den Medien oder irgendwas mitgekriegt habe, mit Angstblockade oder sowas, wie man das löst, habe ich mir das reingezogen, angeschaut. Und wirklich so ein Gamechanger für mich war dein Podcast mit Manuel Nübel, der Nübeltäter. Also da muss ich sagen, das war eine super Geschichte, den habe ich mir in dem Prozess dann auch angehört. Und ich bin dir und Manuel total dankbar, dass ihr den Namen dieses Hypnosearztes genannt habt, Dr. Marco Ramadani, der eben zum einen Manuel geholfen hat, aber eben viele anderen Piloten auch geholfen hat, die mal irgendwo Negativerlebnisse hatten.
Und wo ich das gehört habe, bin ich dem einfach auch mal nachgegangen, habe das recherchiert, habe mir die Webseite von dem Marco angeschaut und habe einfach gedacht, ich probiere das jetzt mal. Was habe ich zum Verlieren? Ich habe eigentlich nur zu gewinnen. Und bin dem wirklich nachgegangen, habe den Marco kontaktiert und habe mich im Prinzip von Marco dann hypnotisieren lassen und bin seitdem total befreit unterwegs und das Thema ist erledigt für mich. Superklasse. Das
heißt, war das eine Hypnose -Therapie -Sitzung und das hat dich befreit oder waren das mehrere?
Im Prinzip war das eine Sitzung. Also du hast ein Vorgespräch mit dem Marco, wo man sich einfach kennenlernt, wo er den Prozess erklärt und wo ich quasi auch beschrieben habe, was mein Thema ist, was passiert ist und was mich seitdem beschäftigt. Und daraufhin baut der Marco dann die Hypnose auf, die findet dann eine Woche später statt, geht eine halbe Stunde und es war wirklich eine einzigste Hypnosesitzung. Man ist komplett bei Bewusstsein und danach war das Thema erledigt. Also wenn ich seitdem unterwegs bin, habe ich diesen Gedanken, den ich vorher hatte, überhaupt nicht mehr, sondern dann kommt der Gedanke auf, hey, ich habe komplettes Vertrauen in meine Fähigkeiten. Und ich fliege seitdem viel befreiter, also nicht naiv oder blauäugig, ich habe immer noch Respekt vor den Elementen, aber ich bin viel befreiter unterwegs und ich kann es auch wieder genießen.
Wenn du sagst, du warst voll bei Bewusstsein. Was ist denn dann in dieser halben Stunde Hypnose da passiert oder was hat dir der Marco erzählt oder spricht man da mit dem oder hört nur irgendwie nette Musik oder wie läuft sowas ab?
Im Prinzip, man kann sich das so ein bisschen ähnlich vorstellen wie so eine Fantasiereise bei der Meditation. Also der Marco macht quasi so eine halbe Stunde ungefähr eine Hypnose, es spricht nur der Marco in der Zeit.
Man ist komplett bei Bewusstsein, man kann sich hinsetzen oder hinlegen, hat die Augen auch geschlossen. Und hört eigentlich nur der Stimme zu vom Marco und durch die Art und Weise, wie er diese Geschichte oder seine Fantasiereise, nenne ich es mal, erzählt, durch diese Tonlage, die er nutzt, durch die Wörter, die er nutzt, auch die Sätze, die er manchmal offen lässt und das Gehirn vervollständigt es dann selbstständig. Dadurch bringt er das Gehirn, ich nenne es jetzt mal einen gewissen Betriebszustand. Also wenn du jetzt zum Beispiel Sport machst oder dich entspannst, ist dein Gehirn in einem unterschiedlichen Betriebszustand und diese unterschiedlichen Betriebszustände nutzt der Marco durch die Wörter, die er nutzt und diese Tonlage und seine Geschwindigkeit zum Beispiel auch, wie er spricht. Und da bringt er dich unheimlich schnell in so einen gewissen oder dein Gehirn in so einen gewissen Betriebszustand, wo er quasi Einfluss darauf nehmen kann und positiv das Ganze beeinflusst, dass diese Blockade sich auflöst.
Und er sagt auch, es ist, wenn du Bilder, also wenn du während der ganzen Geschichte Bilder hast, super, aber wenn du keine Bilder hast, ist das genauso gut. Also man soll sich im Prinzip auf gar nichts versteifen, einfach nur der Stimme von Marco zuhören und der Rest macht er. Also ich bin total begeistert, weil es eine Sitzung ist, weil es wirklich nur eine halbe Stunde irgendwo geht, keine Folgesitzungen irgendwo, man komplett bei Bewusstsein ist und das Ergebnis ist unglaublich. Es ist unfassbar gut. Mega begeistert. Hat
er denn in dieser halben Stunde, wenn er dir dann so eine Traumreise mit dir macht oder sowas, kommt denn diese Situation, die du ihm wahrscheinlich auch geschildert hast, was dazu geführt hat, ist das überhaupt Teil von dieser Geschichte oder hat das gar nichts damit zu tun, sondern der führt dich nur ganz woanders hin und trotzdem hat es diese Wirkung?
Ja, also dieses Thema kommt überhaupt nicht hoch, sondern er führt dich komplett woanders hin, gerade in das Gegenteil im Prinzip hier und er bekräftigt das eigentlich die positiven Attribute. Also bei mir ging es zum Beispiel um Vögel, die fliegen und die sehr erfahren sind und die höher und sicher und vollkommen getragen sind. Also man kann das aufs Gleitschirmfliegen sehr gut übertragen, fand ich, aber es hatte jetzt so nichts mit diesem Negativerlebnis als solches zu tun, dass man irgendwo in dieses Negativerlebnis reingeht, sondern es ist wirklich auf eine sehr positive Art und Weise ging es um das Fliegen von Vögeln.
Kriegst du denn am Ende oder im Rahmen dieser Sitzung auch sowas? Wie eine Art Mantra oder so ein Mentaltraining -Satz, wo du sagst, wenn du in einer Stresssituation bist, dann denk diesen einfach nur, um dich wieder in diesen Zustand zurückzuversetzen? Also hast du auch noch solche, wie soll man sagen, Hilfsmittel noch zusätzlich an die Hand bekommen?
Bei der Hypnose selber nicht. Also ich nutze manchmal, wenn ich irgendwie merke, jetzt bin ich ein bisschen angespannt, weil es vielleicht turbulent ist in der Luft oder wie auch immer, dann nutze ich für mich selber ein Mantra. Ein Mantra, ich schaffe das, ich schaffe das, ich schaffe das. Und das ist so ein Mantra, ich gucke halt, dass ich von der Psychologie, wenn ich beim Fliegen unterwegs bin, dass ich einfach mich wohl fühle, dass ich mich sicher fühle und ich gucke auch sehr stark auf meine Gedanken, was mir in dem Moment durch den Kopf geht. Dann sage ich nicht, oh, hoffentlich habe ich jetzt keinen Fehlstart, sondern hey, nee, ich schaffe das, ich werde jetzt gut starten. Aber bei der Hypnose selber kriegst du so kein Mantra, was der Marco recht oft gesagt hat, dass die Vögel jederzeit sicher und geborgen sind. Das ist so ein bisschen was, was ich für mich mitgenommen habe.
Also das sage ich mir oft selber auch beim Fliegen. Hey, ich bin jederzeit sicher und geborgen oder ich sage mir, hey, ich habe komplettes Vertrauen in meine Fähigkeiten und ich schaffe das und ich kriege das hin.
Nun hast du gesagt, du fliegst jetzt wieder ganz befreit. Ist denn dieses Fluggefühl, was du heute hast, ist das durch diese Befreiung vielleicht noch ein anderes, größeres, als es sogar noch davor war, bevor du diesen Vorfall hattest?
Absolut, absolut. Ja, also ich bin jetzt viel befreiter, viel entspannter in der Luft unterwegs. Und ich meine zum Beispiel einen positiven Nebeneffekt auch von der Hypnose ist einfach, ich hatte oder ich war relativ lang mit meinem Gurtzeug nicht ganz so zufrieden. Ich war der Meinung, hey, da muss es doch was Bequemeres irgendwo geben, hatte aber bis jetzt noch nichts gefunden. Und seit der Hypnose finde ich mein Gurtzeug super, super bequem und ich fühle mich total wohl mit meinem Gurtzeug. Und das Thema neues Gurtzeug ist komplett vom Tisch.
Das heißt, sowas ist auch nur im Kopf dann letzten Endes. Man redet sich ein, also das Unwohlsein, was man vom was auch immer her hat, überträgt man dann und sagt, ja, das Gurtzeug, das ist doof, das drückt an der Stelle oder sonstiges.
Genau, genau. Ich fand das im Rücken irgendwie nicht so bequem und dachte, da muss es doch was anderes irgendwo geben. Und jetzt durch die Hypnose sage ich, super, ich bin super happy mit meinem Gurtzeug und ich will gar nichts anderes irgendwo. Und das sagte Marco, hat er mir auch gesagt in dem Vortrag. Also du hast ein Vorgespräch, dass das viele berichten, dass die sich danach irgendwie fester im Gurtzeug fühlen, wohler, besser im Gurtzeug, wie wenn sie fester eingegurtet sind, obwohl das ja natürlich nicht der Fall ist. Aber das ist wohl bei sehr vielen so ein positiver Nebeneffekt.
Erstaunlich, man könnte ja fast so los ableiten zu sagen, oh Leute, wenn ihr mit eurem Gurtzeug nicht zurecht seid, nicht zurecht kommt, bevor ihr 1000 Euro in ein neues investiert, investiert immer. Verrat vielleicht mal, was kostet so eine Hypnose -Sitzung?
Also du hast ein Vorgespräch, das sind so ungefähr 90 Euro und die Hypnose -Sitzung sind dann ungefähr 150 Euro. Also das hält sich eigentlich wirklich in Grenze. Also
so gesehen deutlich günstiger, zumindest ein neues Gurtzeug. Und wenn man dann auch noch so befreit dann auffliegen und weiterfliegen kann, das ist natürlich super.
Ich reize jetzt mal ein bisschen bei dir, weil du hast mir in einem Vorgespräch oder in einem Vor -E -Mail, wo wir so ein bisschen Austausch hatten, hast du auch gesagt, ja, deine Fliegerkumpels, den würdest du jetzt fast zu gut fliegen, so ungefähr. Du fliegst den um die Nasen herum und dem passt das teilweise vielleicht gar nicht so. Stimmt das wirklich? Also hast du dann auch solche Erlebnisse dann dabei gemacht?
Also ich habe so ein bisschen so die Erlebnisse gemacht, dass die Männer, glaube ich, so ein bisschen konkurrentiger unterwegs sind, wie jetzt so die Frauen irgendwo. Klar, da geht es halt dann so ein bisschen um die Ehre dann auch bei den Männern hier. Also wenn die sich begegnen, dann geht es erst einmal um höher, schneller, weiter und wer hat den größeren, Klammer auf Schirm, Klammer zu. Und wenn sich Frauen oder sowas begegnen, dann geht es eigentlich mehr so um Komplimente und hey, du bist ja auch da entlang geflogen. Aber ich denke halt, am Ende des Tages ist es ja eigentlich wirklich egal, weil das, was wir ja wollen, sind ja einfach nur tolle Flüge machen, sichere Landungen und Spaß haben bei der ganzen Geschichte. Und ich fände es halt cool, wenn wir das alles wirklich mal weglassen und einfach uns mehr unterstützen würden, weil da gibt es so viele tolle, erfahrene Piloten da draußen, erfahrene Cracks,
so ein bisschen einsteigern, unter die Arme greifen könnten, das fände ich super genial, weil dann würden wir wirklich bessere Flüge machen, sichere Flüge machen und wir hätten alle noch mehr Spaß bei der ganzen Geschichte hier. Und das würde ich mir so ein bisschen mehr wünschen.
Das ist die positive Sache. Ich will trotzdem noch mal ein bisschen kitzeln, weil ich finde solche Geschichten immer interessant. Wenn du jetzt so viel besser aufgeflogen bist, gab es da wirklich so Situationen, wo du gemerkt hast, Ah, ich bin jetzt nicht mehr die kleine Engel. Die ängstliche Beate, die die anderen auch so gesehen haben, ah, die müssen wir unter, das machen ja Männer so gerne, wir müssen die Frauen unter unsere Fittiche nehmen, zumindest beim Fliegen an der Stelle, sondern mit einem Mal warst du die, die wieder vielleicht beherzt an den Startplatz geht und schnell aufdreht und dann vielleicht höher ist als die anderen und sonstiges. Also, dass du auch da gemerkt hast, mit einem Mal müssen die Männer mit dir konkurrieren und können dich nicht mehr so unter die Fittiche nehmen?
Ja, ja, das merkt man also gerade so ein bisschen so bei den Jüngeren oder sowas. Ich habe so den Eindruck, dass so tendenziell... Die Älteren ein bisschen gelassener in die Richtung unterwegs sind, aber die Jüngeren sind da schon so ein bisschen konkurrentiger unterwegs und für die ist es manchmal ein bisschen schwierig, wenn dann die Frauen, sage ich mal, ein bisschen höher sind. Klar, ich bin auch leichter wie die großen Jungs zum Beispiel hier alleine, wenn man das anschaut und man merkt es dann schon, dass es so den Jungs vielleicht mal nicht ganz so gefällt, wenn man halt dann mal über ihn oder so geflogen ist. Es kommen halt manches Mal, kommen dann mal so Kommentare.
So Kommentare, was zum Beispiel?
Jetzt warst du schon wieder höher oder jetzt hast du mir von oben schon wieder zugewunken, so Geschichten und ach schön, dass du auch mal zum Landeplatz kommst hier oder fliegst den Jungs jetzt mal wieder erstmal um die Ohren, so Geschichten kommen dann manches Mal.
Das würden Frauen so untereinander nicht so sagen, würdest du sagen? Nee, nee. Die würden einfach sagen, boah, toll warst du hoch oder was, also wirklich eher das Positive. Genau, genau. Und der Mann fühlt sich herabgesetzt, weil er zuerst gelandet ist und du kommst halt ein bisschen später.
Genau, genau. Also ich hatte eine Geschichte zum Beispiel letztes Jahr, wo ich dann auch vom Fluggebiet so ein bisschen meine Handkante entlang geflogen bin und ich habe gesehen, da ist ein anderer Pilot auch noch unterwegs und wir sind so relativ versetzt geflogen, aber hatten uns immer so im Blick und sind irgendwo schon so ein bisschen zusammen geflogen und ich bin als Erste gelandet und an zweiter Stelle ist dann der andere Pilot gelandet und dann kam raus so, hey, ist auch ein junges Mädel, also es war so Frauenpower unterwegs. Und wir haben uns einfach nur gegenseitig für den anderen gefreut, so hey, klasse, cool gemacht hier und es war eine super Geschichte irgendwo, wo man sich gegenseitig so positiv gestärkt hat, motiviert hat.
Sind denn in der Region, du fliegst an der Schwäbischen Alb viel, sind da auch viele Frauen unterwegs oder ist das auch ein sehr, sehr großer Männerüberhang, sage ich mal, so das übliche, so 90 Prozent Männer, 10 Prozent Frauen, was wir so häufig in der Gleitschirmstation sehen?
Ja, ja, also es gibt da schon einige Frauen, ich weiß jetzt nicht genau, wie die Verteilung ist, ich würde vielleicht sagen mal so 70 -30 vielleicht ungefähr, aber es ist auf jeden Fall schon auch ein Männerüberhang da, das merkt man schon.
Und das bestimmt dann auch die Stimmung an den Startplätzen?
Also ich muss sagen, ich fliege jetzt in einem Fluggebiet da sehr, sehr gerne und da ist es wirklich sehr entspannt, sehr familiär, da unterstützt sich jeder und da ist wirklich egal, wer jetzt länger oder höher fliegt oder was. Auch immer und da ist es eine sehr entspannte Stimmung, eine sehr schöne Stimmung. Es gibt ein zweites Fluggebiet, das ist leider relativ voll und da ist so eine Stimmung, finde ich dann schon so ein bisschen angespannter, einfach weil relativ viele Piloten da sind und man halt wirklich in der Schlange stehen muss und warten muss, bis man dran ist sozusagen.
Hattest du da auch zu den früheren Zeiten deutlich mehr Stress an solchen Startplätzen, die so voll waren, dass du auch da jetzt viel selbstbewusster, also nach deiner Hypnose -Therapie dann halt… Das ist eine Sitzung gewesen, aber dass du sagst danach, jetzt so frei, wie du dich dann auch in der Luft fühlst, fühlst du dich halt auch wirklich am Startplatz freier und sagst, jetzt hier kann mir keiner was?
Ja, absolut. Also früher war es so, wenn du weißt, da stehen noch zehn Leute in der Schlange, die eigentlich da drauf warten, dass du den Platz frei machst, dann fühlte man sich oder fühlte ich mich schon so ein bisschen unter Druck so, man muss jetzt abliefern. Und ich bin jetzt seit der Hypnose -Sitzung, bin ich da entspannter unterwegs und also viel befreitere. Und ich mache mir selber diesen Druck nicht mehr und sage, solange wie es dauert, solange dauert es dann einfach.
Macht sich das eigentlich dann nur im Fliegen bemerkbar oder hast du bemerkt, dieses Umswitchen im Kopf, was du jetzt bei der Freiheit, beim Fliegen jetzt so deutlich merkst, hat sich das auch in andere Bereiche deines Lebens dann vielleicht auch übertragen?
Ich würde mal sagen, hauptsächlich beim Fliegen eigentlich.
Okay. Aber vielleicht kommst du jetzt glücklicher vom Fliegen nach Hause und kannst damit andere Sachen… …des Alltags, die Unbillen des Alltags und Corona und sonst was dann mehr wegstecken und sagen, ha, aber in der Lufttag, da war ich frei, da ging es mir gut.
Das kann gut sein. Also es kann wahrscheinlich gut sein, dass es unbewusst irgendwo auch in Themen im Alltag, im, sag ich mal, bei der Arbeit oder sowas schon auch irgendwo Einfluss drauf nimmt. Das ist gut möglich.
Gab es denn andere Leute bei dir im Club, wo ihr dann, ich meine auch davor über diese Ängste mal geredet habt oder sowas, wo andere Leute dann gesagt haben, du, gib mir auch mal diesen Namen von diesem Hypnose -Arzt oder ich gucke mal woanders, wo… Ja, auf jeden Fall, Hypnose interessiert mich, dass da noch jemand anderes quasi deinem Beispiel gefolgt ist.
Also es haben mich ein paar Leute nach dem Namen gefragt. Ich habe es mal weitergegeben. Ich weiß jetzt nicht oder wir haben jetzt in Zeitung nicht mehr unterhalten, ob die diesem Beispiel gefolgt sind. Aber es war, dadurch, dass Hypnose eigentlich immer so ein bisschen negativ belastet ist, so durch die Medien irgendwo, glaube ich, haben viele jetzt auch einfach einen anderen Blickwinkel darauf dann gewonnen, wenn die mein Erlebnis hören. Ja, das stimmt. Und das hat mich wirklich so überrascht und wow, Wahnsinn und Hypnose und interessant und weil es bei mir komplett anders ablief wie das, was man so klassischerweise so aus den Medien kennt zu Hypnose und der Blickwinkel sich darauf geändert hat und dass Leute dann doch auch gesagt haben, oh ja, interessant, ich nehme es mal auf, gib mir mal die Kontaktdaten.
Inwieweit hat diese Hypnose -Therapie beziehungsweise dein jetzt Befreitsein im Kopf auch deine Vorstellung vom Fliegen? Also
ich bin jetzt auf jeden Fall schon anders unterwegs, entspannter unterwegs. Ich habe schon noch Respekt, sage ich mal, vor den Elementen der Natur, aber ich traue mir jetzt dann doch auch eher mal was, mal irgendwo hin zu fliegen oder mal vom Berg weg zum Fliegen und es hat jetzt also auch nicht nur so meine Vorstellung vom Fliegen verändert, sondern auch, sage ich mal so, dass ich halt denke, hey, man kann mit so gut wie allem im Leben irgendwo fertig werden. Es gibt immer irgendwo eine Lösung. Also bei dem Thema hätte ich jetzt nicht gedacht, dass ich jetzt eine Lösung finde, weil es gibt ja auch welche, die sagen, hey, wenn du Angst hast beim Fliegen, dann solltest du nicht fliegen. So sehe ich es aber nicht. Für mich war ganz klar dieses Ziel, hey, ich will wieder fliegen, also muss ich irgendwo was finden. Ich brauche irgendwo eine Strategie, die mich zum Ziel führt und solange mich die Strategie nicht zum Ziel führt, muss ich meine Strategie einfach anpassen.
Und das ist so ein Teil, den habe ich auch ein bisschen so in den Alltag eigentlich übernommen, dass ich denke, wenn man wirklich will, dann geht es auch. Dann findet man irgendwo eine Lösung.
Und bist du an deinem Dramastartplatz da auch schon wieder top gelandet?
Nee, das ehrlich gesagt noch nicht, aber ich habe es vor, ich werde es doch auch wieder machen.
Wird ja wahrscheinlich dann auch ganz einfach klappen, du sagst, was habe ich mich damals so angestellt? So ein Blödsinn.
Genau, genau, doch, also das ist auf jeden Fall. Ich habe halt auch, wo das gewesen ist, wo das passiert ist, habe ich auch gedacht, das Beste ist gleich wieder rauf aufs Pferd. Und am besten gleich wieder fliegen gehen.
Und was okay war, aber da habe ich dann halt gemerkt, dass diese Blockade einfach da war. Ich war jetzt seitdem in einem Fluggebiet nicht mehr, ich bin nicht mehr top gelandet. Aber das ist auf jeden Fall, steht auf meiner Liste, dass ich das wieder machen möchte.
Jetzt, wo du wieder so frei oder noch freier fliegst, was sind denn so deine nächsten großen Ziele und vielleicht Räume, die du da noch hast?
Also Streckenfliegen. Ich würde gerne in Strecken fliegen hier. Ich würde gerne hier, sage ich mal, einsteigen oder ein bisschen mehr einsteigen hier. Das ist so ein Ziel von mir einfach. Ich habe jetzt im Augenblick noch so ein bisschen Respekt, einfach auch mal aus diesem gewohnten Fluggebiet wegzufliegen. Und ich fände es halt cool, irgendwie, wenn da irgendwo jemand draußen ist, der mal sagt so, hey, ich kenne mich jetzt hier gut aus. Ich nehme dich jetzt mal mit oder sowas. Ich weiß, wo hier die Bärte stehen. Und das ist so ein Ziel von mir. So Wettbewerbsfliegen überlasse ich denen, die das möchten. Aber ich würde halt echt gerne Strecken fliegen.
Das heißt, mit dieser Freiheit, die du jetzt aus dem Inneren heraus hast, wird das wahrscheinlich ja sogar noch klappen. Und dann müssen sich die Männer bei dir im Verein oder da an den Startplätzen noch ein bisschen warm anziehen, dass sie sagen, kommen wir der Bärte noch irgendwo hinterher?
Ja, das wäre lustig.
Gut, Bärte. Ich danke dir für deine Erzählung. Ich denke, da können einige was draus vielleicht ziehen, weil dieses Thema der Angstblockade oder es muss ja nicht eine komplette Blockade sein, aber wirklich diese Themen von, man hat immer so auch teilweise am Startplatz seine Problemchen mit, ich werde hier beobachtet von allen anderen oder sonst was, ich traue mich nicht. Und wenn ich alleine starte, dann starte ich gut, aber wenn fünf draufgucken, dann bin ich immer nervös oder sowas. Und wenn man sowas vielleicht wirklich durch ein bisschen mentale Freiheit dann einfach sich da freimachen kann, das ist ja etwas, was man jedem Flieger nur wünschen kann, weil man dann das Fliegen wahrscheinlich viel besser genießt. Absolut. Danke dir für diese Erzählung. Vielleicht können das einige dann auch noch als Anregung nehmen.
Vielen Dank für die Einladung.
Sehr gerne.
Vielen Dank.
Vielen Dank.
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