Ich hatte ja einen roten Schirm, ja, knallrot. Durchfluggenehmigung, ja, ich weiß nicht, wir fliegen, wir müssen nach Iquique fliegen, ja. Und dann sind wir da also vorbei und in dem Moment starten zwei Jets, drehen ab und schießen wirklich auf meiner Augenhöhe direkt auf mich zu im Tiefflug. Und ich so, meine Güte, meine Güte, jetzt schießen sie mich ab.
Und schießen dann quasi vor mir senkrecht mit Afterburner, schießen sie senkrecht weg und drehen ab.
Podz-Glidz, der Lugleins Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Daniel
Törgers und
Lucian Haas am Mikrofon.
Es gibt vermutlich nur wenige Sportler, die es in ihrem Leben schaffen, in mehreren ganz unterschiedlichen Disziplinen bis in die Weltspitze aufzusteigen. Der Deutsche Daniel Türkas ist einer davon. 2002 nahm er bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City teil, damals als Snowboarder in der Halfpipe. Heute gehört der 46 -Jährige der deutschen Gleitschirm -Nationalmannschaft an und steht aktuell auf Platz 15 in der Weltrangliste. Daniel verbindet in seinem Leben noch andere Welten miteinander. Neben diversen Jobs in der Autoindustrie hat er auch schon drei Jahre lang als Vertriebsleiter des Gleitschirmherstellers Swing gearbeitet. Dabei hat er einige interessante Einsichten in die Branche gewonnen. Von all dem und noch mehr erzählt Daniel in dieser 78.
Folge von Podz-Glidz. Es geht unter anderem darum, wie er neben dem Snowboarden zum Gleitschirmfliegen kam und sich hier noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung sieht. Daniel gibt Einblicke in das zuweilen schwierige Verhältnis von Gleitschirmherstellern mit den Piloten als Endkunden. Wir sprechen über das Thema Nachhaltigkeit und warum Daniel zum Beispiel für alle seine Flugzeugflüge, auch zu Gleitschirmwettkämpfen, eine CO2 -Kompensation zahlt. Zudem gibt er Tipps, warum man sich als Gleitschirm-Blog der Wettbewerbsfliegerei nicht verschließen sollte und welche Skills dafür die wichtigsten sind, damit Sicherheit an oberster Stelle steht. Darüber hinaus hat er so einige memorable Flugerlebnisse auf Lager.
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Daniel, sollte Gleitschirmfliegen olympisch werden?
Das ist eine gute Frage zum Anfang. Es hat ja Vor - und Nachteile, sage ich mal. Warum nicht? Wobei gerade jetzt, wo sich Olympia, Peking, aktuell, ja, wie das so war und kontrovers.
Der Publicity vom Sport und insgesamt wird es sicher gut tun. Ich meine, ich würde es vielleicht mit Skateboardfahren vergleichen. Die wollten auch nie olympisch werden. Und die Snowboarder auch nicht. Aber dann, wenn Olympia ist, ist es natürlich für die Athleten schon quasi nach wie vor das Größte, wo du hin kannst. Ja, größer als WM oder EM und so. Das Konstrukt Olympia, wie es aktuell ist und wo es stattfindet etc. Und die Politik drumherum kann man kontrovers diskutieren.
Du hast ja selber auch Olympia -Erfahrung. Du warst 2002 in Salt Lake City, damals allerdings als Snowboarder. Hast du da noch gute Erinnerungen dran? Ich
habe gemischte Erinnerungen.
Insofern, dass es natürlich schon mein großes Ziel war. Auch damals, ich bin Snowboard Halfpipe gefahren. Und dann habe ich auch quasi vier Jahre lang die World Cup Tour mitgemacht. Während meines Studiums, während meines Maschinenbaustudiums. Okay, die ersten ein, zwei Jahre habe ich, das erste Jahr habe ich noch im Auto gewohnt im Winter. Das war schon ein bisschen heavy. Aber ich wollte halt unbedingt Snowboarden. Und Snowboarden war damals für mich als armer Student dann auch plötzlich, das Ticket, die Welt zu sehen. Und so hat sich das halt entwickelt mit Sponsoren und Verband und dann bezahlte Reisen etc. Natürlich war 1998, war es schon relativ knapp, war ja Nagano, das erste Mal olympisch. Ich war auch zweimal in Japan auf Snowboard World Cups. Es war natürlich schon cool, als Student mit Reisefieber und dem Drang, die Welt zu sehen.
Und dann habe ich mich tatsächlich relativ knapp im allerletzten Wettbewerb, im allerletzten möglichen Run qualifiziert. Und insofern, ich habe mich so spät qualifiziert, dass ich sogar zu spät zur offiziellen Einkleidung war. Aber dann war es natürlich schon cool, mitfahren zu dürfen und bei Olympia mitmachen zu dürfen. Das ganze Event und drumherum und die Eröffnungszeremonie, das war schon gänsehautmäßig, muss ich sagen. Also da habe ich schon gute Erinnerungen dran. Und auch die Halfpipe war super hergerichtet und das erste Mal, dass quasi ein Stadion quasi, rund um die Halfpipe gebaut wurde. Das war so ähnlich wie jetzt in China. Und wo halt tausende von Menschen dir zugejubelt haben, wenn du deinen Run gemacht hast.
Und ich habe mir keine Illusion gemacht, dass ich jetzt vielleicht gewinne. Finale, vielleicht Top 10, ich war nicht so schlecht. Aber ich habe mich verletzt. Und zwar auf eine recht tragische Weise. Nicht beim Snowboardfahren selber, sondern beim Entspannungssport, Volleyball.
Danach, nach dem Training, am Tag vorm Wettkampf. Mein Trainer quasi auf den Fuß gesprungen beim Blocken. Mein Knöchel war tot. Und ich wollte nicht aufgeben und wollte trotzdem den Run machen. Beziehungsweise teilnehmen. Und mit Tape und Schmerzmittel und allem hat niemand gewusst. Ich konnte auch alles, was vorwärts springen ging, aber rückwärts landen, wusste ich, wird kritisch, weil sehr viel Last auf den Knöchel kommt in der Transition. In der Halfpipe halt. Und dann bin ich gestürzt. Weil ich halt den Druck nicht hergeben konnte auf den Knöchel. Und habe mir dabei auch noch die Schulter ausgegoogelt. Und wollte aber immer noch nicht aufgeben. Und dachte, okay, zwei Runs hat man.
Und ich hatte gedacht, ja, vielleicht habe ich nur verkantet oder so. Na ja, dann habe ich den gleichen Run nochmal gemacht. Und wieder beim letzten Sprung, den ich mir aufgehoben hatte, quasi den schwierigsten, mit rückwärts landen. So ein Switchhakenflip hieß das damals. Ein Salto, zwei Schrauben. Und ja, das gleiche Programm nochmal. Boom, wieder auf die gleiche Schulter. Weil der Knöchel halt nicht gehalten hat. Ja, und so war das Erlebnis ein bisschen mixt. Weil ich dann natürlich kaputt war. Ich spüre die Schulter bis heute noch. Und, na ja, halt nicht so performen konnte, wie ich wollte. Und im Fernsehen, ah, jetzt ist er gestürzt. Keiner wusste halt, dass ich mir gerade den Tag vorher den Knöchel zerstört hatte. Ja. Deswegen mixt Feelings. Alles zusammen.
Ich würde es wieder machen. Ich würde es wahrscheinlich genauso wieder machen. Ich bin dann auch auf Reha und war sechs Wochen später eben in Japan, als ich die Weltcup Tour dann noch fertig gefahren bin. Und ja, habe dann die Saison quasi und meine Karriere als Fünfter in der Weltrangliste beendet.
Warum hast du damals das Ende gezogen? Auch wegen diesen Erlebnissen bei Olympia, wo du sagst so, ja, mein Körper ist da jetzt so angeschlagen, das macht er nicht mehr mit?
Ja, mein Körper hat das relativ gut alles immer weggesteckt. Ich war ja auch immer sehr gut trainiert. Aber die Gründe waren eigentlich andere. Ich war da zu dem Zeitpunkt 27 und habe damit rein altersmäßig mal zum alten Eisen gehört. Und Halfpipe, Snowboard oder Big Air, da musst du schon einstecken, wenn es halt nicht klappt. Und dachte mir, ja, und jetzt mache ich nochmal vier Jahre zur nächsten Olympiade. Ich war auf Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, ich habe die Welt gesehen. Und mein Studium hat sich auch dem Ende genähert. Und ich wusste, ich muss jetzt meine Diplomarbeit schreiben und meine Diplomprüfungen machen. Und in dem Sommer würde ich wahrscheinlich nicht trainieren können, wie sonst die Sommer. Weil das war schon so, das hat sich auch in diesen vier Jahren sehr professionalisiert.
Von, ach, es ist noch ein bisschen Freestyle und wir machen Party zu, wir haben eigene Wachsmänner und eigene Physios. In der Nationalmannschaft. Und mir war klar, wenn ich nicht weiter trainiere, auch im Sommer, dann kann ich mein Niveau nicht halten oder besser werden. Und dann noch zusammen mit Studium beenden. Und das Ganze insgesamt habe ich gesagt, okay, eigentlich ist jetzt ein guter Zeitpunkt aufzuhören. Kann ich mir ein Studium finishen und das Kapitel abschließen quasi.
Okay. Und dann kam als Ersatz das Gleitschirmfliegen. Es
kam sogar schon währenddessen. Also ich habe ja 97 angefangen, also zum Zeitpunkt.
Okay, also 2002 war Olympia, 97, also fünf Jahre vorher hast du auch schon, parallel zum Snowboarden, hast du immer Gleitschirmfliegen gemacht.
Ja, und ich habe ihn tatsächlich auch oft mitgehabt. Also zumindest auf den europäischen Wettbewerben. Und habe halt so auch die ganzen Alpen gesehen, von Ost nach West. Und hatte oft meinen Schirm mit tatsächlich. Und habe da auch schöne Erlebnisse gehabt. Vormittags Snowboarden oder sogar Powdern gehen in Darmstadt. Ja, wo es. Dann Spielzeug wechseln, mit dem Schirm raus, fliegen gehen. Auch dann schon im Frühjahr immer Thermik fliegen. Oder auch nur abends einen Abgleiter kann ich mich erinnern. Alle sind angestanden, um mit dem Lift wieder runterzufahren, weil unten kein Schnee war. Ich bin halt runtergeflogen und war halt eine halbe Stunde vor allen anderen wieder da.
Wie warst du zum Gleitschirmfliegen gekommen? Einfach, weil du eh in den Bergen warst vom Snowboarden her und dann hast du gesagt, das wäre auch noch was. Oder du hast wieder Fliegen sehen oder erzähl mal.
Fliegen hat mir schon immer Spaß gemacht irgendwie. Also deswegen auch im Snowboard habe ich mich ja nicht um Stangen genommen, sondern ich wollte fliegen. Also bin ich Halfpipe gefahren und Big Air gefahren und ich war schon Windsurfer und Skateboardfahrer. Und auch da hat mir das Springen und die Schanzen immer am meisten Spaß gemacht. Und ich bin vorher ja von klein auf auch durch meine Eltern Ski gefahren. Und bevor ich auf Snowboard gezwitscht bin. Und da sind wir immer an Kössen vorbeigefahren. Zu unserem Wohnwagen, den wir da hatten immer auf der Steinplatte. Auf der österreichischen Seite in Weidring. Und da habe ich die schon immer fliegen sehen. Und dachte, ja das ist eigentlich, schaut interessant aus, aber auch noch ein bisschen zu jung oder so. Und durchs Windsurfen war das eigentlich, dann war ich immer in Dänemark und dann war da mal ein Urlaub, wo wenig Wind war.
Und uns war langweilig. Und dann haben wir, ich habe da auch ein bisschen geholfen so. Als Aushilfs -Windsurflehrer in der Schule da. Und dann hatten die, dann haben wir ja auch ein bisschen ausgemistet. Und dann hatten die so eine Rundkappe, die man typischerweise hinterm Boot herzieht. Und ich habe gesagt, Juhu, das ist doch eine tolle Sache jetzt als Flautenspaß. Lass uns das probieren. Und die so, nein, nein, wir haben das schon mal gemacht. Und das Boot ist zu schwach. Und den Typ hat es durch die Muschelbänke gezogen. Und der sah nicht gut aus danach. Ja gut. Dann brauchen wir was mit mehr Power. Hängen wir es halt ans Auto hier. Wir haben doch VW Busse und so. Naja. Und das war dann ein Projekt des Tages quasi, dass wir dieses drum genommen haben, was auch schon ein bisschen mit Tape repariert war.
Gut, Zeug gab es nicht. Ich als Ingenieur habe dann eins gebaut aus einem Sitztrapez. Und das haben wir dann da rangehängt. Dann haben wir gesagt, hier ist quasi eine Schleppstrecke, was die Zufahrt für den Surfspot war. Das ging so durch die Dünen. Nichts Öffentliches. Eine Straße gerade. Schotterweg. Ja, lass uns das doch probieren. Wir machen das ganz vorsichtig. Einer fährt. Einer hängt aus der Tür und ist der Kommunikator und schaut, was passiert. Und dann alle so, ja, machen wir. Der Chef von der Schule hat gesagt, ihr könnt ihr machen. Ich habe damit nichts zu tun. Ja, und dann haben wir das probiert. Ich musste das Versuchskanickel machen, weil es ja natürlich meine Idee und meine Konstruktion war. Und das hat dann tatsächlich gut geklappt.
Also wir sind dann erstmal langsam und hinterher gerannt. Nicht abgehoben. Bisschen schneller, bisschen schneller. Wir haben das schon so Step by Step gemacht. Und zum Schluss ist dann quasi jeder immer so, weißt du, das waren vielleicht 500 Meter los. Bisschen hoch und sanft wieder runtergekommen. Da waren dann auch noch andere, die auf Wind gewartet haben. Mal neben am Kaffeetisch gelandet von so einem alten Windsurfer. Ah, das war die Attraktion. Und zum Schluss vom Tag wollte selbst der Chef von der Flugschule das auch noch machen. Ja.
Von der, sorry, von der Surfschule. Ja. Und dann bin ich nach Hause gekommen und habe das meinem damaligen Kumpel, auch heutigen Kumpel, erzählt. Du, wir haben das so und so gemacht und habe halt von den Erlebnissen erzählt. Zwei Wochen später hat er angerufen und hat gesagt, du, ich habe einen Schirm gekauft. Auf, ich weiß nicht, damals Ebay oder so. Ich weiß nicht mehr, was es für ein Modell war, aber er war pink. Ich weiß gar nicht, ob es
Ebay damals schon gab, 97. Genau.
Das war ja so die Anfänge vom Internet. Wo auch immer. Wo auch immer. Ich habe einen Schirm. Ja. Komm, lass uns das auch noch hier machen. Ja. Und wir waren damals drei Motorradkumpels. Und so zu dritt haben wir dann gesagt, okay, dann haben wir den Benz vom Vater genommen, weil der hatte eine Dachluke. Also konnte man wieder den Kommunikator und Fahrer und Flieger haben. Und sind damals, da habe ich noch in Erlangen gewohnt, in die Fränkische gefahren, haben uns halt so einen Feldweg gesucht. Und wir hatten halt keine Ahnung. Und es war halt keine Rundkappe, sondern ein Schirm. Wir hatten schon so viel Ahnung, dass man irgendwie dran ziehen muss. Wir haben das Aufziehen geschafft. Wir sind vorsichtig losgefahren. Wir wussten, wir müssen ein bisschen vorsichtig schauen. Das war im November. Und der Acker war hart und leicht gefroren.
Und dann haben wir das schon mit gewisser Vorsicht, aber natürlich ohne jeglichen Plan und Ahnung. Lange Rede, kurzer Sinn. Wir sind alle abgehoben. Wir sind alle auch ein bisschen geflogen. Den einen Kumpel hat es in so einer Art Lockdown dann schon so Richtung Acker. Aber dadurch, dass wir nie das mit richtig krasser Höhe und richtig viel Speed und eher vorsichtig gemacht haben, weil wir schon, niemand ist, was passiert, außer ein bisschen Schürfung und Prellung. Aber wir haben das Projekt dann so begraben und haben gesagt, na, so richtig macht es keinen Sinn. Lass uns richtig fliegen gehen in den Bergen. Dann sind wir zu dritt nach Kössen gefahren, weil da haben wir die Flieger ja mal gesehen. Sind da einmarschiert in den Shop. Haben gesagt, schau mal, wir haben hier einen Schirm und so und Gurzeug.
Wir wollen jetzt hier fliegen gehen. Und was sollen wir denn jetzt hier so machen?
Da hat er uns angeschaut, uns drei junge Typen. Dann hat er sich den Schirm angeschaut. Hat gemeint, also mit dem Ding, die anderen fliegen. Jetzt kann sich natürlich niemand sehen. Also quasi noch besseres Gleiten und wir eins zu Stein mit eurer Tüte da. Und das geht nicht. Und wenn ihr mit dem Ding bei mir hier in Kössen fliegen geht, dann zeige ich euch höchstpersönlich an. Und wir so, oh. Dann war kurz Stille. Aber dann hat er uns noch mal so grob gescannt. Wenn ihr das gescheit lernen wollt, dann fahrt nach Westendorf, meldet euch da in der Schule an.
Das hast du dann auch gemacht?
Und das haben wir dann zu dritt gemacht. Genau, das habe ich dann auch gemacht. Dann haben wir halt richtig fliegen gelernt und richtig fliegen angefangen.
Wie schnell war für dich da eigentlich klar, auch als Snowboarder warst du jetzt schon wirklich Sportler und sowas, dass du auch das Gleitschirmfliegen irgendwie im Wettbewerbmodus betreiben willst?
Gar nicht. Das hat sich so entwickelt tatsächlich. Es war so, dass ich muss sagen, ich habe Glück gehabt damals mit dem Otto in Westendorf. Der hat gemerkt, ich bin Sportler und ich habe nicht so viel Geld und hat uns gefördert. Also die Leute, von denen er was gehalten hat, hat er immer gut gefördert. Und es ging dann relativ schnell die Entwicklung. Ich meine, ich habe dann den Grundkurs gemacht und tatsächlich habe ich schon wohl Talent gehabt. Und im letzten Höhenflug noch in der Grundschulung hatte einer seinen Funk vergessen. Dann hieß es ja gut, Daniel, du kannst auch ohne Funk fliegen. Du kannst es schon. Mach mal. Ja. Und dann bin ich also da geflogen und habe angefangen zu sohren und bin da rumgeflogen und bin halt gleich mal eineinhalb Stunden geflogen, bis die mir hektisch gewunken haben.
Ich solle doch jetzt mal, alle sind fertig, ich soll jetzt auch landen kommen.
Und dann habe ich 50 Flüge darunter gerissen und mein Sopi gemacht und gleichzeitig Sicherheitstraining. Und auch da war dann so, okay, letzter Flug, mach dein Programm, mach das DRV -Sicherheitsprogramm, was auch immer du möchtest. Ich glaube, du brauchst jetzt keine Funkbetreuung mehr. Und dann so, okay. Und dann Flug 50, warum? Mein alter Diskus damals, ein Diskus 1000 oder so. Ja, also ich glaube, du kannst auch was Besseres fliegen jetzt. Und dann hat er mir quasi seinen Hochleister verkauft. Und seitdem bin ich dann Hochleister geflogen. Es war damals ein Xyon von Nova, der hat gesagt, ja, darauf lernst du jetzt fliegen. Und ich so, ja gut.
Wirklich? Ja gut, also ich fahre mal hoch hier in Westendorf, ich ziehe mal einen Full -Stall, schaust du dir an, okay. Und wenn du meinst, das ist gut und ich fühle mich sicher beim Stallen. Das war so quasi die Woche nach dem Sicherheitstraining. Dann habe ich den Xyon da gestallt, schon mit Herzklopfen, aber es ging gut. Dann habe ich gleich noch einen gemacht. Der hat gemeint, ja passt, schaut gut aus. Und so ging meine Hochleisterkarriere quasi los.
Das heißt aber schon ziemlich früh.
Ja.
Knapp nach der Schulung
plus ein bisschen Sicherheitstraining und dann fliege halt den Hochleister. Wobei zu damaligen Zeiten waren ja auch glaube ich wirklich so die Hochleister, das waren die Schirme, die eigentlich wirklich fliegen konnten. Die anderen waren eher noch wirklich Sinktüten. Und da war man auch viel eher bereit, wahrscheinlich diesen Schritt zu machen, zu sagen, okay, ich brauche einen solchen.
Ja, ich hatte auch Vertrauen, weißt du. Ich dachte mir, wenn mein Fluglehrer sagt, du kannst es, dann dachte ich mir ja, warum nicht. Und dann habe ich gesagt, okay, ich prüfe das, kann ich den Reset -Knopf, den Full -Stall, fühle ich mich dabei wohl. Ja, ich habe das dann auch über Grund gemacht. Und dann dachte ich, ja, okay, also ich habe das dann auch für mich so. Gut, man muss jetzt dazu sagen, ich hatte natürlich schon Extremsport -Erfahrung. Ich wusste, was Extremsituationen sind, wie man in denen cool bleibt. Ich wusste genau, wie man seinen Körper koordiniert, über Kopf und in Schrauben und Drehungen und wo meine Arme gerade sind. Das hilft natürlich für solche Sportarten dann auch. Und dann hat sich das so entwickelt, dass wir halt gefangen haben und dann Spiralen und Satz und Wing -Overs.
Satz kamen da gerade auf, sodass man halt quasi Spaß unter dem Schirm hatte. Aber gleichzeitig war schon immer so das Bestreben, ah ja, hast du schon den Pinzgau so von Westendorf aus oder so und wieder zurück. Nein, und wo muss man da lang fliegen und zack. Und so hat sich das ein bisschen entwickelt mit dem Streckenfliegen.
Nun bist du ja heute noch in Berlin. Du bist ja heute Wettbewerbsflieger von einer deutschen Nationalmannschaft, machst diese großen Strecken. Gleichzeitig hast du gerade gesagt, okay, von dem Snowboarden her hattest du auch dieses Körpergefühl für Drehungen und Sonstiges. Warum bist du nicht Agroflieger geworden?
Ich bin schon in gewisser Hinsicht auch Agro -Pilot, wobei man das heutzutage eher als Freestyle -Pilot bezeichnen würde. Und dann mein nächster Schirm war ein Argon. Und mit dem, mir war da zu dem Zeitpunkt dann wichtig. Dass der Schirm, dass der zum Streckenfliegen taugt, aber dass man halt mit dem auch Satz und Wing -Overs und halt so Manöver fliegen kann, ja. Und Stallen und so. Das hat für mich irgendwie immer zusammengehört auch. Ich fand es aber irgendwie attraktiv auch schon immer Vogel zu spielen, ja. Und Vogel zu sein und sich halt fortbewegen durch die Lüfte. Es gab ja damals keine Agro -Szene oder so. Die Piloten haben halt auch ein paar Agro -Manöver gemacht. Das hat sich ja quasi erst so entwickelt.
Ja. Und so war das quasi Parallelpfade, sag ich mal. Ich bin mit allen Schirmen immer Manöver geflogen. Und wenn es halt thermisch war und guter Streckenflugtag, bin ich halt auf Strecke gegangen auch. Weil das ist halt, was man so macht mit so einem Gleitschirm, ja. Und dann hat sich herauskristallisiert, ja, ich bin ja gar nicht so schlecht in dem, was ich da tu.
Und dachte, ja, könnte man ja mal zu einem Wettkampf fahren. Das war in Berchtesgaden. Vor ganz langer Zeit. Ich kann es dir gar nicht mehr sagen. Ich glaube, eine bayerische oder sowas. Dachte ich, jetzt schaue ich mir das mal an mit dieser Wettkampffliegerei. Bin ich vielleicht vier, fünf Jahre geflogen, schätze ich. Damals hatte ich dann schon den Trango Race.
Und dann habe ich die Erfahrung gemacht, ich muss mir Urlaub nehmen, um dann tatsächlich, das war eine Katastrophe. Wir hatten da nur Regen. Und ich hatte doch damals ein Zelt. Und ich bin vier Tage im Regen im Zelt gesessen. Hatte mir Urlaub genommen und dachte, super. Und dann haben sie am fünften Tag gesagt, okay, es tut uns leid, es hat keinen Sinn. Es war halt so eine klassische Nordstau -Lage, die nicht weggehen wollte.
Der Wettkampf ist gecancelt und abgesagt. Und ich so, naja, also, das ist es jetzt auch nicht. Ich wusste, dass man mal einen Sturm aussitzen muss. Aber auch beim Snowboarden ging es manchmal halt nicht, wenn Sturm oder Schneesturm war. Aber halt, das war nicht so kritisch vom Wetter her. Ist ja schon recht anspruchsvoll. Was man braucht zum Gleitschirmfliegen. Und ich hatte, vielleicht muss ich das auch noch erwähnen, nach dem Sommer, also nachdem ich aufgehört habe, habe ich dann beschlossen, mein Studium ist zu Ende, ich gehe jetzt Sommerdefizit nachholen. Weil ich ja Sommerdefizit hatte durch Sommertraining auf den Gletschern. Und bin dann auch drei Monate in Chile gewesen und war in Australien und Neuseeland und habe alles mit Surfbrett und Schirm gemacht.
Also in Chile nur Schirm. Australien, Neuseeland, Surfbrett und Schirm. So quasi ich reise, aber mein Sportgerät ist immer dabei. Und das ist bis heute so geblieben eigentlich. Ich reise nicht ohne Sportgerät. Und dann sind wir da auch schon diese klassischen 180 Kilometer von Iquique, also von, wie heißt das, Antofagasta da, Hornitos, nach Iquique geflogen. Wollten da einen Rekord aufstellen. Was uns dann auch gelungen ist. Aber das ist eine eigene Story eigentlich an sich, auch ziemlich wild mit dem Airspace. Vielleicht
kommen wir zu der Story später nochmal. Ich komme darauf zurück. Das lasse ich mir später. Bevor wir jetzt ganz woanders abschweifen, lass uns nochmal ein bisschen bei dieser Wettbewerbsgeschichte bleiben. Jetzt ist dein erster Wettbewerb sprichwörtlich oder nicht nur sprichwörtlich, sondern real wirklich ins Wasser gefallen, wie du jetzt gerade erzählt hast. Ja. Ich habe auch sowas ähnliches auch schon mal erlebt. Ja. Wo du wirklich sagst, muss ich mir wirklich an so Termine mit Wettbewerben dranhängen, um zu sagen, ich will doch fliegen gehen und dann hockst du irgendwo und es geht dann nicht. Und man sagt, ich bin jetzt hier quasi festgewurzelt. Ja. Wieso bist du dann trotzdem, trotz dieser schlechten Erfahrung, dann wieder dahin gekommen, dass du sagst, mich reizt das trotzdem so. Ich mache solche Wettbewerbsfliege, Wettbewerbsgeschichten und setze mir wirklich diese Termine und richte dann ja auch mein Jahr danach aus, weil du musst wahrscheinlich auch deinen Urlaub danach ausrichten.
Und so ein bisschen, dass du sagst, ich kann jetzt wirklich, heute fliegst du so PWC -Zirkus und sonstiges mit. Also, dass du wirklich danach sagst, dann nehme ich mir halt diese Wochen frei und muss dann nach Mexiko, nach Argentinien, nach Brasilien oder wo auch immer hinfliegen.
Also, es ist so. Ich habe dann, und zu der Zeit kamen ja auch die ersten GPS, so dieses blaue MLR, so auf. Da habe ich auch noch eins
in der Schublade. Falls du noch eins brauchst. Ja, danke.
Und das war so die Zeit. Und da kam dies mit dem Online XContest auch auf, so wenn ich mich recht erinnere. Plus, Minus, frag mich nicht, ist ja schon lange Zeit her. Und dann dachte ich, ja gut, das ist ja auch eine Art von Wettbewerb. Und Strecken fliegen tue ich gut. Und dann suche ich mir die schönen Tage aus und reiche halt ein paar Strecken ein. Und dann habe ich ja auch eine Art Vergleich mit anderen so, ja. Und dieses bisschen Wettbewerbsfeeling dabei. Ja, und das hat sich dann so entwickelt, dass ich halt plötzlich dann, ich glaube, dreimal oder so, viermal. Naja, ich hatte dann eine Phase, wo ich das dann sehr intensiv betrieben habe und halt mehrfach deutscher Meister war.
Ich habe recherchiert. Ja. Und du hast dreimal diese XC -Meisterschaft gewonnen und einmal warst du Zweiter.
Ja, genau. Ja, ich habe hier hinter mir ein paar Pokale stehen, aber da sind auch noch welche vom Snowboarden und das ist einfach, ja, ist auch schon eine Weile her. Und das habe ich dann, und da war ich ja quasi so ein bisschen, manche haben gesagt, der deutsche Streckenguru. Ich habe ein paar Dreiecke aufgemacht aus Garmisch, die dann auch meinen Namen plötzlich anscheinend getragen haben. Das Türkast -Dreieck. Dreieck, genau. Ja. Und das war dann so Dreiecksfliegerei, war mein Ding. Am Anfang One -Way, habe festgestellt, One -Way. Ich wollte unbedingt nach Italien zum Comer See fliegen vom Braunegg, was ich auch fast geschafft habe. Aber der Amaloya -Pass musste ich umdrehen und dann musste ich halt lang zurücktrempen und zwischendrin übernachten und am nächsten Tag dann zurückfliegen, den Rest.
Da habe ich nicht so, nee, lieber Dreiecke, ja. Dreiecke oder da landet man daheim und es gibt die meisten Punkte. Oder landet zumindest in den... In der Nähe, wo man losgeflogen ist. Weil das ist ja immer der zweite Teil vom Abenteuer, war ja immer dann nach Hause kommen. Nach Hause kommen dann. Ja. Wo ich mich phasenweise auch mehr gefürchtet habe, als in der Luft beim Trennen. Und dann kam,
da hatte ich auch Swing dann schon als Sponsor und so. Und dann war ich auch irgendwie, da dachte ich, okay, jetzt soll ich zum achten Mal Deutscher Meister werden. Wie lange mache ich das jetzt noch weiter? Ja, ich meine, dann am Speikboden wieder. Das Gleiche. Damals war Speikboden aktueller als Grente. Jetzt könnte ich mir das doch nochmal anschauen. Und das war ziemlich genau vor zehn Jahren. Haben wir gesagt, komm, wir könnten auch zu meiner Frau, habe ich dann gesagt. Du, die fliegt auch. Und wir könnten noch einen Fliegerurlaub machen. Statt mal einem Kite -Urlaub machen wir jetzt mal einen Fliegerurlaub. Und sind nach Valle de Bravo nach Mexiko. Und da bin ich dann den ersten Wettkampf geflogen. So mit, weißt du, plötzlich bin ich nicht allein der Lonesome Eagle. Sondern halt mit 100, 150 Piloten.
Und es gibt einen vorgegebenen Task. Und den musst du abfliegen, den Wendepunkt. Kannst nicht sagen, ach, das mache ich jetzt länger oder kürzer. Und das habe ich festgestellt, das macht richtig Spaß, ja, mit denen. Coole Community, racen. Und ich war auch nicht so schlecht. Ich glaube, ich bin da in die Top Ten geflogen. Und dann dachte ich, okay, das ist ja voll geil. Macht richtig Spaß. Und gleichzeitig, dann kamen auch die Kinder. Und dann wurde das schwierig mit der Flexibilität. Weil es wird ja schon bewertet beim Online XContest, wie flexibel bist du von der Arbeit her. Kannst du die guten Tage ausrücken, die Big Days? Kannst du da hinfahren? Bist du willens, da hinzufahren? Wo auch immer die großen Strecken geflogen werden.
Da dachte ich, ja gut, das ist wenigstens gut planbar. Die Termine sind fix. Das kann man planen. Das ist leichter zu vereinbaren mit Familie und Beruf. Warum probiere ich das nicht mal? Ja, und zehn Jahre später oder ein paar Jahre später, jetzt sind wir zehn Jahre später, Nationalmannschaft und Weltcups und Weltmeisterschaften und aktuell 14. Weltrangliste.
Jetzt hast du gesagt, okay, diese XC -Flieger, die müssen, die Wertungslisten orientieren sich ja auch ein bisschen danach, wer die Zeit hat und wer sich Zeit nehmen kann und sowas. Wenn du jetzt aber so einen internationalen Wettbewerbszirkus mitfliegst und PWC fliegst und sowas, sortiert sich das ja vielleicht auch ein bisschen danach, wer kann sich das überhaupt leisten? Man fliegt immer weit weg, also meistens irgendwo international und dann auch so letzten Endes auch immer viel Urlaub haben, weil so ein PWC dauert immer mindestens eine Woche. Und mit Anreise und sonstigen, da bist du ja wahrscheinlich allein für einen Wettbewerbszirkus mindestens vier Wochen im Jahr, wenn nicht mehr, unterwegs.
Ja, also ich habe das dann so gemacht, gerade als die Kinder klein waren, habe ich mal vier, fünf Jahre keine PVCs gehabt. Und bin nirgendwo hingefahren. Ich habe halt hier die deutsche Liga -Wettbewerbe in der Gegend, wo es halt nicht so aufwendig war. Die dauern ja auch nicht so lange, die sind ja nicht eine ganze Woche oder gar zwei, wie die FAI -1 -Bewerbe, also Europa - und Weltmeisterschaften oder Superfinal, ist dann zehn Tage. Und habe das halt ein bisschen runtergeschraubt. Aber man kann ja trotzdem auch auf, sage ich mal, den German Open oder sonst wo auch ganz gute Punkte sammeln. Manchmal oder Pre -PVCs. Manchmal sogar bessere, als wenn du jetzt auf einen extrem hochqualifizierten, hochbesetzten Weltcup gehst. Da in die Top Ten fliegen ist schon sehr, sehr schwer.
Da ist es leichter, vielleicht in die Top Five in so einem, sage ich mal, europäischen oder Alpencup oder solchen Wettbewerben zu fliegen.
Suchst du denn Wettbewerbe danach aus, wie viele Punkte du am Ende dafür vielleicht für die Weltrangliste sammeln kannst?
Inzwischen ja. Weil, wenn du Hunderter, Zweihundertster bist in der Weltrangliste, Dreihundertster, dann kannst du natürlich Punkte sammeln auch auf nicht so hochkarätig besetzten Wettbewerben. Ich meine, es ist ja so, mindestens drei Tasks und eine gewisse Mindestanzahl an Piloten. Und je besser die Piloten in der Weltrangliste sind, desto mehr Punkte gibt der Wettbewerb. Für den Sieger und entsprechend halt für die anderen Plätze. Jetzt habe ich halt vier, in die Weltrangliste zählen vier Ergebnisse. Und jetzt habe ich halt vier Top Ten Ergebnisse auf hochkarätig. So auch wie die Trofeo. Ist ja auch quasi wie ein Weltcup oder sogar manchmal wie ein Superfinal besetzt.
Und deswegen habe ich aktuell jetzt so die letzten zwei, drei Jahre, wo ich eben in den Top 20 der Welt bin,
suche ich mir das schon ein bisschen aus. So, jetzt sind die Kinder ein bisschen größer. Meine Frau ist tolerant. Danke dafür. Und verständnisvoll. So, dass ich halt sagen kann. Okay. Ich mache vielleicht einen PWC ein bisschen weiter weg, aber dann da, wo man fix fliegen kann. Weißt du, so wie Kolumbien, Mexiko, Brasilien oder auch Mazedonien. Gehört für mich zu den Top Destinationen, was Flughausbeute angeht.
Weil das Wetter da stabil genug ist zu bestimmten Zeiten.
Genau. Und den Rest mache ich halt hier. Und es ist ein bisschen gut Glück. Und zum Glück habe ich auch ein Arrangement mit meinem Chef, dass, wenn es halt regnet, klappe ich meinen Computer auf. Und dann ist halt mein Homeoffice in Dicentes oder mein Homeoffice ist auf irgendeinem Campingplatz in Tolmin oder so. Und dann, wenn es regnet, arbeite ich halt und verliere so keinen Urlaub.
Das ist natürlich auch eine gute Regelung. Was ist, ich muss ehrlich sagen, also ich bin nicht so der Ranking -orientierte Sportler oder sowas. Mir macht das Fliegen unheimlich viel Spaß, aber den Teil habe ich nicht so. Deswegen, was ist für einen wie dich interessant für eine Weltrangliste zu fliegen? Um da irgendwie zu sagen, oh, ich bin jetzt 15. oder 19. und ah, ich habe mich verbessert auf 14. Was gibt dir das?
Es ist eigentlich der Nebeneffekt, muss ich sagen, der Resultate für mich jetzt. Mir macht es einfach mega Spaß zu racen mit meinen Freunden. Es ist wie eine Familie. Und wenn du da eine Weile drin bist in dem Zirkus, dann kennst du halt die Spanier und die Slowenen und die Kolumbianer. Und ich kann ja auch ein paar Sprachen und dann kann ich meine Sprachen hier anwenden und da. Und dann rede ich Tschechisch mit den Tschechen und Spanisch mit den Spanischsprechenden und Englisch mit den anderen. Und die Franzosen ein bisschen Französisch und naja, Deutsch gibt es halt auch noch. Mir gefällt dieses, diese Community. Wir sind alle, wie Fliegen, betreutes Fliegen mit Freunden, kannst du sagen.
Auf einem extrem hohen Niveau. Und dieses Spiel, was wir spielen. Ist ja schon ein sehr komplexes, anspruchsvolles Spiel. Was das Taktieren angeht, die Linienwahl, effizientes Fliegen. Was machen die anderen? Wenn man viele nicht mal, also Gleitschirmflieger -Verstehendes, aber auch andere, die mich fragen. Ja, was machst du denn da eigentlich? Sag ich immer, schau, es ist wie ein Segelwettbewerb. Erstens geht es ums Positionieren vorm Start. Und dann ist es so wie dreidimensionales Schach mit den Elementen der Natur. Und 100 anderen.
Und das finde ich mega. Das macht Spaß. Das ist spannend.
Und man lernt auch schnell und effizient fliegen. Und ich meine, ich bin ja nach wie vor Streckenflieger. Und ich mache auch mal den Lonesome Eagle. Nur ist es jetzt vielleicht weniger die größte Strecke. Sondern wie schnell, mit welchem Schnitt schaffe ich das 200er oder 250er Dreieck fliegen und auch wieder daheim sein.
Und irgendwie diesen Drang nach. Nach weiterer Optimierung und Verbesserung der Effizienz. Und schöneres Fliegen und ein besserer Vogel sein und so. Das treibt mich eigentlich an. Und da, wahrscheinlich auch, weil ich Ingenieur bin. Und da will man halt auch alles ein bisschen verbessern und optimieren. Und selber besser werden. Mir macht es einfach Spaß, besser zu werden.
Nun gibt es ja in diesem Wettbewerbszirkus die unterschiedlichsten Pilotentypen. Also auch von dem Stil, wie die fliegen. Es gibt dann welche, die immer Highspeed vorneweg racen. Und sagen, okay, wenn ich Glück habe, komme ich durch. Dann bin ich wirklich der King des Tasks. Auch wenn die dann meistens letzten Endes in der Endrangliste gar nicht so weit vorne stehen. Weil sie deswegen auch häufig unten stehen. Dann gibt es die anderen, die immer ganz sicher hintenher so alles kontrollieren. Drüber schweben und gucken. Und sich dann versuchen, die beste Linie am Ende dann zurechtzulegen. Und gewinnen vielleicht was nie in Tasks stehen. Aber dann trotzdem am Ende in der Endrangliste von den Punkten her dann doch noch relativ weit vorne. Was bist du für so ein Fliegertyp in dem ganzen Schwarm, der da unterwegs ist?
Also am Anfang war ich auch so der, der lieber voran pusht und meint, ich bin Streckenflieger. Ich habe auch Erfahrung und ich mache jetzt was anderes.
Aber die Schwarmintelligenz ist nicht zu unterschätzen. Von so einem Lead -Gaggle von der ersten Gruppe von Top -Piloten. Und deswegen ist eigentlich schon das Mantra eher stay with the group. Und vor allem wann? Also und wie? Und am Anfang? Oder wann attackierst du? Und eigentlich können die besten Piloten das Spiel am besten, weil sie am besten einschätzen können, wann ist es Zeit für Control und etwas Zurückhaltung. Und wann ist es Zeit für Attacke. Und diese Balance zu finden zwischen Control und Attack. Und natürlich musst du halt ein Top -Top -Top -Pilot sein. Und ultra gut steigen.
Eigentlich wird es im Steigen gewonnen hauptsächlich. Und in Linien und Effizienten fliegen. Weil Vollgas fliegen wir bei guten Bedingungen alle. Auf dem hohen Niveau. Und dann auch mit diesen richtig guten Piloten. Und dann kurbelt man eng und man arbeitet zusammen und man fächert auf und so. Und das macht dann schon Spaß einfach. Ich würde sagen, ich möchte der Pilot sein, der das Ideal, je nach Bedingungen, hat. Oh, es schattet ab. Ich muss ein bisschen. Oh, ich habe etwas entdeckt, was die anderen nicht sehen. Das ist viel Beobachtung. Observation, wie der Russ Ogden sagt. Das Spiel. Wer macht wo was? Einer sticht weg. Ja, warum macht der das jetzt? Hat der irgendwas gesehen, was ich nicht gesehen habe? Was mache ich, wenn ich jetzt der Oberste und Höchste bin von der Lead Group?
Wie viel Task ist noch zu fliegen? Wann bretter ich weg und wann?
Wie gesagt, es ist ein sehr komplexes, aber auch hochinteressantes und sehr spannendes Spiel. Es ist mehr ein Mindgame eigentlich.
Bist du dann eher der Kopfflieger als der Bauchflieger?
Boah, weiß ich nicht.
Bauchfliegen ist ja Intuition und Intuition kommt durch Erfahrung und Wissen.
So, je mehr Erfahrung und ja mehr Wissen, desto mehr Bauchgefühl hast du vielleicht. Aber das kommt ja ursprünglich auch vom Kopf her von analytischem Denken, was sich dann verfestigt in ein Bauchgefühl. So würde ich das vielleicht beschreiben wollen. Weiß nicht, in welche Kategorie ich falle. Irgendwas dazwischen wahrscheinlich ist auch so das Optimum.
Wie wird man, wenn du so, sagen wir mal den wichtigsten Tipp, dem du jemandem geben könntest, wie wird man ein guter Wettbewerbspilot auf sehr hohem Niveau? Was ist für dich da der wichtigste Skill?
Schirm der Herrschung, um mal damit anzufangen. Dein Handwerk musst du können. Ja? Du musst den Schirm, mit dem du fliegst, dich wohlfühlen, den ausreizen können, stallen, Flybacks können, sodass du halt deine Reset -Knöpfe hast und Pitch Control hast. Letztendlich ist ja Fliegen nichts anderes als permanente Pitch Control und den Anstellwinkel im korrekten Bereich zu halten. Das ist mal so die Basis, dass du Kapazität hast im Gehirn, um dich um den Rest zu kümmern. Taktik, Linie. Was machen die anderen?
Beobachten und so die Parameter alle verarbeiten, sage ich mal. Du musst ja sehr viele Parameter die ganze Zeit verarbeiten und darauf basierend ja auch sehr schnelle Entscheidungen treffen. Also gerade auf dem höchsten Niveau geht es ja um Sekundenentscheidungen. Wiege ich links oder wiege ich rechts ab? Kann sein, damit bombst du out oder nicht. Jetzt hatten wir gerade in Kolumbien so einen Fall. Ich dachte, ich fliege mit Honorar, das ist eine safe Bank, aber ich hätte lieber mit Baptist fliegen sollen. Weil der hat es ins Ziel geschafft und wir nicht. Da standen wir halt kurz im Kilometer. War halt sehr knapp kalkuliert auch alles.
Also, Schirmbeherrschung. Egal welche Kategorie. Ist gut. Und dann, denke ich, macht es Sinn und das würde ich auch jedem Piloten empfehlen, auch einfach mal zum Spaß. Inzwischen gibt es ja sehr viele Einsteigerwettbewerbe von irgendwelchen Ozone Open oder BGD Weightless oder you name it und Newcomer Challenge und Junior League oder whatever. Einfach sich das mal anzuschauen, weil man lernt von guten Piloten und man hat einen schnelleren Progress. Das ist wie gesagt, du hast eine Rückholung und alles mögliche und oft auch dann Tasks wie Briefing, Debriefing und ja, man lernt da einfach besser fliegen, schneller und schneller fliegen auf so einem Wettbewerb. Auch durch den Austausch mit den anderen Piloten und dann einfach mal machen.
Natürlich sollte man auch ein bisschen Streckenflug Erfahrung haben. Und der Rest ist schon dann auch. Ja,
man muss halt Zeit investieren, um Erfahrung zu sammeln, um dann ein guter Wettbewerbspilot zu werden, denke ich.
Du hast jetzt gerade die Schirmbeherrschung an erste Stelle gestellt. Wie häufig ist dir trotz Schirmbeherrschung schon mal passiert, dass die Kiste wirklich abgegangen ist?
Selten.
Sehr selten.
Natürlich, also vor allem in der Anfangszeit. Ich bin ja auch viele Prototypen geflogen.
Also die Zweileiner, die wir jetzt haben. Das ist, ich will jetzt nicht sagen Kindergeburtstag, aber im Vergleich zu manchen Dreileiner -Wettkampf -Protos schon sehr entspannend. Und natürlich hatte ich auch ein paar Close Calls, würde ich mal sagen. Aber ich habe jetzt in fast 3000 Stunden und 25 Jahren Fliegen, da bin ich auch ein bisschen stolz drauf, noch nie die Rettung gebraucht. Obwohl ich schon auch immer mein Limit gepusht habe. Aber man muss halt sein Limit pushen, aber langsam. Nicht übertreiben.
Verletzt hast du dich auch nie? Nee.
Ja, also einmal habe ich mir einen Knöchel verstaucht, als ich über den Landeplatz gerannt bin.
Schon gelandet, weißt du, mit Schirm oben bin ich in ein Loch getreten. Und einmal habe ich es beim Sohren in Australien ein bisschen übertrieben und habe einen Klapper gekriegt, bodennah. Und das hat zu ein paar Prellungen geführt. Aber jetzt keine Verletzungen, die mich ins Krankenhaus gebracht hätte oder wo ich länger daran laboriert hätte. Da war Snowboardfahren schon schlimmer. Oder Motorradfahren.
Fliegst du denn dann? Würdest du sagen, im Vergleich auch mit anderen Wettbewerbspiloten besonders sicherheitsbewusst?
Mir ist es wichtig, sicherheitsbewusst unterwegs zu sein, sagen wir es mal so. Es gibt sicher Wettbewerbspiloten, die bereit sind, ein bisschen mehr Risiko einzugehen. Aber was ist Risiko? Risiko hängt immer davon ab, wofür bist du trainiert. Und dadurch minimierst du dein Risiko. Deswegen ist es wichtig, auch was ich sagte, diese Manöver zu trainieren. Und ich tue. Ich habe hunderte von Full -Stalls gemacht. Oder Dynamic -Stall, to Dynamic -Stall, to Dynamic -Stall. Schön auf Achse. Weißt du, ich weiß, was ich brauche, wo ich mich weiterentwickeln möchte und was ich auch weiterhin den Skill, das Skillset, was ich brauche, um safe unterwegs zu sein. Dazu gehört auch das Wetter natürlich. Und wo kommt der Wind her? Und bin ich im Lee? Und wie stark ist das Lee?
Und kann ich das handhaben? Und wie viel Bodenabstand habe ich? Ja. Aber ich bin nicht bereit für keinen Punkt. Der Welt mein Leben zu riskieren oder eine Verletzung. Weil man sich da auch ein bisschen an der Nase fassen muss, wenn man dann so im Wettkampf -Mode ist. Oh, Achtung. Ja. Hier. Jetzt ist es kritisch. Jetzt musst du wirklich mit allen Sinnen dabei sein. Und dann hast du vielleicht mal eine Phase, wo du nah am Fels bist, mit wo die Thermik gerade losgeht. Mit vielen anderen Piloten. Das ist dann natürlich schon stressvoll. Da muss man dann wirklich 100 Prozent dabei sein, um das Risiko zu minimieren. Gegebenenfalls fliege ich dann aber auch weg und suche mir was anderes.
Gehst du denn mit deinen Wettbewerbsschirmen dann regelmäßig auch zu Sicherheitstrainings übers Wasser? Oder sagst du, nee, das baue ich quasi als Trainingsprogramm in meine normalen Flüge ein und ich ziehe halt irgendwo mal immer mal wieder ins Full -Stall, um das Gefühl zu behalten?
Die Full -Stalls ziehe ich hauptsächlich im Winter mit meinem Freestyle -Schirm. Also mit unserer thermiklosen Zeit. Weil die Skills sind ja die gleichen. Natürlich habe ich auch schon meinen Endstand. Ich bin so gestallt. Ich weiß genau, wo er abreißt. Und ich weiß, manchmal reiße ich ihn auch absichtlich und zum Spaß. Mehr einseitig vielleicht negativ. Auch das Negativ -Ziehen ist ja quasi auch super für Verhängerlösen. Besser eigentlich noch als stallen. Stabil -Leine kannst vergessen. Das macht überhaupt keinen Sinn, die da einzuholen wie eine Angel. Und sowas übe ich schon, ja. Aber ich bin auch so. Ich tendiere dazu. Mein Wettbewerbsschirm zu schonen. Und ich meine, es macht zwar mega Spaß, Loopings mit denen zu fliegen, weil die so viel Energie haben und lange Leinen.
Aber es belastet halt die Struktur vom Schirm. Und deswegen verkneife ich es mir ein bisschen und packe dann lieber das Anti -G aus, wenn es nötig ist. Wenn man zu hoch im Ziel ist, was man eigentlich nicht sein sollte. Weil damit hat man ja Zeit verloren.
Klar. Daniel, lass uns mal einen kleinen Themenwechsel machen. Du arbeitest heute in der Industrie. Und da verkaufst, soviel ich gelesen habe, ich sage mal, verkaufst biobasierte Chemiestoffe für die Autoindustrie. Vereinfacht gesagt. Du hast aber auch zwischenzeitlich mal drei Jahre für einen Gleitschirmhersteller gearbeitet. Das war 2011. Bis 2014 warst du bei Swing. Und dort Verkaufsleiter. Was hat dich an dieser Aufgabe gereizt? Du hast auch vorher schon in der Industrie gearbeitet. Aber was war, dass du sagst, ich wechsle jetzt mal wirklich das Feld. Und versuche mich in der Gleitschirmbranche.
Eigentlich war der Günther, also der Geschäftsführer von Swing und mein damaliger Sponsor, so ein bisschen die treibende Kraft dahinter. Und hat gemeint, ja, wir bräuchten so einen wie dich und so. Und du bringst da Vertriebs - und Marketingerfahrung aus der Industrie. Und willst du nicht zu uns kommen? Und das ging dann so ein bisschen hin und her. Und ich so, ich weiß nicht.
Und in der Industrie kann man natürlich schon besser Geld verdienen. Und da war ich noch so auf dem Trip. Ich mache jetzt eine weitere Industriekarriere. Aber dann habe ich gedacht, okay, warum nicht. Ich habe die Möglichkeit, meine größte Leidenschaft zum Beruf zu machen.
Und ich habe jetzt die Chance dazu. Das wäre in fünf Jahren, vielleicht bereue ich es, dass ich es nicht versucht habe. Und ich finde, man muss auch mal mutig sein im Leben. Und dann habe ich gesagt, okay. Und zu dem Zeitpunkt wurde, damals habe ich für GE Plastics gearbeitet. Das ist auch von Saabik. Saudi ist übernommen. Und es war so eh so ein bisschen, ich war nicht mehr so 100 Prozent. Ich hatte eh schon so ein bisschen an einen Wechsel gedacht. Und dann dachte ich, okay, warum versuchen wir das nicht.
Und habe mich dann geeinigt mit dem Günther. Okay, Vertrieb, Marketing, aber auch Wettkampfschirme und Wettkampfentwicklung. Ich habe gesagt, okay, für mich macht das Sinn. Ich komme, wenn ich mehr fliegen kann als bisher. Und
ist der Plan aufgegangen?
Ganz gut. Zu der Zeit hatten wir den Core 1, Core 2. Und ich war da auch in die Entwicklung involviert und konnte mich auch als Ingenieur einbringen. Und auch gerade das Gurtzeug, das Swing Connect Race. Ich wollte halt ein Gurtzeug, was richtig gut funktioniert. Und habe da viel optimiert und eingebracht mich. Und das war dann auch richtig erfolgreich, das Gurtzeug. Und das hat schon Spaß gemacht. Und hatte die Möglichkeit, mit den Prototypen zu fliegen und Fotoshootings zu machen. Und dadurch fliegt man ja automatisch dann auch mehr, auch wenn es Arbeit ist quasi, Fotoshootings etc. Und das hat schon Spaß gemacht. Das war eine gute Zeit. Ich bereue auch nicht, dass ich das gemacht habe. Und da konnte ich dann auch die Wettbewerbsfliegerei wieder ein bisschen forcieren. Weil es ja quasi auch Teil vom Marketingjob war.
Das Wettbewerbsmaterial, das wir so am Start hatten, zu promoten und zu forcieren. Und das war eine gute Zeit. Aber wir haben auch absichtlich quasi beiderseits gesagt, okay, drei Jahre, machen wir drei Jahre. Und dann schauen wir mal. Auch so, ich wollte mir die Hintertür offen lassen, dass ich auch wieder zurück kann. Drei Jahre dachte ich, kann man verkaufen, auch im Lebenslauf. Und so war das eine gute Zeit. Eigentlich, muss ich sagen. Ich bin auch dem Günther dankbar.
Aber nach den drei Jahren hast du gesagt, nee, das reicht jetzt an Erfahrung in dem Bereich. Oder warum bist du wirklich zurückgegangen in die Industrie?
In der Zeit sind auch meine beiden Kinder geboren.
Als ich angefangen habe. Deswegen war meine Frau hochschwanger mit meinem Sohn. Und dann kam meine Tochter noch. Nach zwei Jahren später. Das war viel genau in diese Zeit. Und dann habe ich gesagt, ja, wie geht es weiter? Ich habe mir auch angedacht, dass ich mich vielleicht mitbeteilige und so. Oder auch nicht.
Damals war auch, jetzt ist ja auch wieder aktuell die Ukraine -Krise. Und wir hatten da die Produktion. Es war alles insgesamt keine so einfache Situation. Rein geschäftlich betrachtet. Und auch für mich dachte ich, vielleicht sollten wir jetzt auch mal Elternzeit machen. Und jetzt ist eigentlich der richtige Zeitpunkt. Und Abstand gewinnen. Und sehen, auch beiderseits, in welche Richtung und wie soll es weitergehen. Und dann bin ich drei Jahre da. Ich habe gesagt, okay, jetzt ist Herbst. Der Vertrag ist vorbei. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Jetzt ist die Zeit ruhig in der Branche. Ich würde gerne Elternzeit machen. Und dann sind wir mit meiner Frau, haben wir geschaut, wo ist der beste Wind. Von Oktober bis Januar global.
Und dann wollten wir nochmal eine Reise machen. Und sind dann nach Westaustralien. Mit Sack und Pack. Mit Kits und Kites war das Motto quasi.
Für vier Monate dann?
Ja, drei. Weil das war das Maximalvisum, was wir bekommen haben. Und dann waren wir so von Oktober bis Januar, waren wir dann in Westaustralien. Da hat sich das so ein bisschen ergeben. Da hat mich dann ein Headhunter angerufen und hat mir da den Job offeriert, mit dem ich angefangen habe. Und das hat sich dann so ein bisschen entwickelt. Und es hat aber sich hingezogen und hat lange gedauert. Und ich war ja dann quasi offiziell arbeitslos.
Und dann bin ich wiedergekommen. Da haben wir auch ein Gespräch geführt mit dem Günther und hin und her. Und dann habe ich gedacht, okay, das lassen wir jetzt. Und ich kann halt mit meinem Skillset als Ingenieur in der Industrie, kann ich meine Familie halt schlichtweg auch besser ernähren. Habe ich bessere Möglichkeiten. Und so hat sich das quasi ergeben, dass ich jetzt wieder in der Industrie bin und in der Automobilindustrie.
Nun hast du diese drei Jahre in diese Gleitschirmbranche hineingeguckt. Wahrscheinlich viel gesehen, wie das da so funktioniert. Hast allerdings dann auch diese Management -Erfahrungen und sonstigen aus dieser, ich sag mal, großen Industrie. Wie ist das, wenn man so von außen mit dieser Großindustrie -Erfahrung und den Abläufen und Qualitätsmaßstäben und sonstigen, die da herrschen, wenn man da so auf so eine kleine Gleitschirmbranche drauf schaut? Wie siehst du die?
Also ich glaube, dass die großen Hersteller, und ich habe jetzt nicht den Einblick in alle, aber jetzt muss ich davon zwingen, da ist schon ein sehr großer Anspruch, professionell zu arbeiten, hochqualitative Produkte zu haben und wirklich auch die Qualität, Qualität muss ja passen, Sicherheit spielt einen großen Faktor. Da ist schon ein sehr hoher Anspruch da an, würde ich sagen, Professionalität. Wie es halt in einer richtigen Firma ist. Und es ist halt auch ein sehr komplexes Umfeld, weil du ja auch da
verkaufst und produzierst global, kaufst global ein. Das ist schon keine leichte Aufgabe, das ordentlich zu managen und zu vermitteln und dass du auch die richtigen Produkte hast. Allerdings
Richtung Kunde, damit meine ich die,
du hast ja dann ein sehr komplexes B2B, also Business -to -Business Verhältnis mit den Flugschulen und Importeuren und allem, aber du machst ja auch viel B2C, Business -to -Consumer -Marketing, weil du musst ja den Piloten ansprechen. Das ist schon ein sehr komplexes Umfeld eigentlich, wenn man es nimmt. Aber es ist auch ein sehr hart umkämpfter Verdrängungsmarkt. Eigentlich gibt es zu viele Hersteller und zu leicht ist es, Hersteller zu werden, auch viele kleine. Und das ist schon hart umkämpft. Und ich will es jetzt nicht generalisieren, aber manche Flugschulen, das ist eine Katastrophe, also deine Kunden, die machen das halt aus Hobby und Leidenschaft oder weil sie nichts anderes gelernt haben oder wie auch immer die Flugschulen entstanden sind.
Da gibt es auch ein sehr breites Spektrum, muss ich auch sagen, von sehr professionell zu sehr Hemdsärmelig und was, wir haben eine Abmachung getroffen, oh was? Sowas habe ich nicht gekannt kundenseitig. Es wird auch mit harten Bandagen gekämpft in der Automobilindustrie, auch auf Kundenseite. Es ist schon eine toughe Industrie, aber da war es dann schon auch teilweise ein recht hohes Level an Unprofessionalität und wenig Verlässlichkeit. Plus sehr volatil. Du hattest auch sehr viele Einflussfaktoren, die du gar nicht so richtig managen konntest. Das Wetter ist ewig schlecht, da kauft natürlich keiner einen Schirm. Oder noch schlimmer,
diese Foren sind eine Katastrophe. Ich habe mich da immer ferngehalten, dann musste ich kurz da mitmachen und jetzt halte ich mich wieder kategorisch fern, weil da wird nur Nonsens verbreitet und dann hast du vielleicht eigentlich einen guten Schirm, aber dann gibt es damit einen Unfall, dann wird es gleich, natürlich ist der Schirm schuld und nie der Pilot, aber die Sicherheit hängt immer unterm Schirm Entscheidung, welche ich treffe, etc. und bumm, verkaufst du nichts mehr. Aber du hast es überhaupt nicht unter Kontrolle. Schon recht herausfordernd würde ich sagen, diese Branche insgesamt.
Vor allem, weil du auch sagst, weil du so viel, auch so nah an dem Endkunden letzten Endes bist. Als Hersteller.
Und der Endkunde halt, aber leider muss man sagen, der Großteil einfach schlichtweg keine Ahnung hat, von was er redet. Da wird mit Halbwissen geschaut und es ist nicht fundiert und da kommst du ja nicht dagegen an.
Wie fühlt man sich, wenn du, ich meine, du hast damals auch Marketing gemacht, gerade wenn du sowas feststellst, dass du sagst, hey, ich muss Sachen an jemand verkaufen, der eigentlich von dem, was er kauft, keine Ahnung hat.
Ich meine, das müssen ja auch letztendlich die Vertriebspartner diese Ahnung schaffen. Manche sind aber auch sehr opportun und können oder müssen halt, schauen sie halt auf den Geldbeutel auch. Das ist, wie gesagt, es ist nicht einfach. Und ich will das jetzt auch nicht generalisieren. Da gibt es ein sehr großes Spektrum, auch bei den Piloten, wie wir wissen. Manche, die sich wirklich bemühen und auskennen und sich anlernen. Ich meine, das ist ja sehr viel Wissen, was man auch braucht als guter Pilot. Und ich fände auch hier, kann ich mal ein Kompliment dir aussprechen, sowohl dein Blog als auch dein Podcast. Das ist doch fundiert. Man merkt, dass du Wissenschaftsjournalist bist und da das fundiert hinterfragst und das ist eine gute Informationsquelle, denke ich.
Fundiert, faktenbasiert, unemotional, was man für so eine Diskussion eigentlich bräuchte.
Ja, dankeschön.
Wissen. Wir müssen alle bessere Ausbildung haben, mehr Wissen, mehr uns engagieren. Gleitschirmfliegen mag ein Sport wie jeder andere sein, aber eigentlich ist es nicht. Weil du musst schon viel wissen.
Ist es aus deiner Sicht vielleicht zu einfach, Gleitschirm zu fliegen oder das zu lernen und bis zu dem Punkt zu kommen, zu sagen, jetzt darfst du frei fliegen?
Ich finde es gut, dass es einfach ist. Das ist ja auch das Schöne daran. Allerdings
das Bewusstsein,
dass es einfach ist zu fliegen und das kann ja auch jeder und ich meine, wenn die Bedingungen passend sind, morgens, abends, Abgleiter, keine thermische Luft, kein Wind, keine Gefahr eigentlich. Ja? Aber wenn jetzt Leute, die keine Ahnung haben und auch kein Bewusstsein meinen, sie müssen jetzt in harte Thermik an einem starken Tag fliegen auch noch ins Lee, weil sie es vielleicht gar nicht wissen, haben keine Skills am Schirm. Das Skillset passt nicht zu den Bedingungen, die aber unsichtbar sind, die man nur durch Wissen quasi indirekt ableiten kann. Ja, dann wird es schon kritisch natürlich oft. Ja? Und das wenn ich das mit dem mit Surfen vergleiche, wenn die Wellen monstergroß sind und ich habe die Skills nicht, ja dann sehe ich, die Wellen sind monstergroß und nur Deppen wagen sich dann da rein und wenn, dann schaffen sie es gar nicht weit, weil das Meer sie sofort wieder ausspuckt.
Beim Fliegen siehst du nicht, wie groß die Wellen jetzt im übertragenen Sinne sind, wie anspruchsvoll die Bedingungen sind. Davon musst du dich halt auskennen mit Wetter. Und du musst eine realistische Selbsteinschätzung haben, was ist mein Skillset? Habe ich meinen Schirm so unter Kontrolle, dass ich Vollgas klapper, Flybacks, negativ 180 Grad drehen, das sind so für mich die Basic Manöver, die jeder können sollte. Ich würde auch ein Sicherheitstraining verpflichtend machen als Teil der Ausbildung, modular. Es gibt eine Grundausbildung, es gibt eine Streckenausbildung, es gibt Sicherheitstraining oder halt Flugfähigkeitstraining vielleicht, so auch wie es in der professionellen Luftfahrt ja auch Module gibt, die man dann macht oder beim Tauchen mehr Module, bessere Ausbildung, auch für ein besseres Bewusstsein,
was die Leute einfach
auf ein höheres Pilotenlevel bringt. Und das braucht allerdings Zeit natürlich, die ich investieren muss. Und wenn ich die nicht habe, dann muss ich aber auch für mich akzeptieren, dass ich halt nicht bei jedem Wetter und allen Bedingungen, wo andere dann die tollsten Flüge und Erlebnisse haben, fliegen gehe.
Ich hatte eine Podcast -Folge mal mit einem Tauchlehrer, der auch Tauchlehrer -Ausbilder ist und der dann auch mal so ein bisschen die Ausbildung von Gleitschirmfliegern und Tauchern verglichen hat und da auch mal so beschrieben hat, wie Taucher eigentlich mit diesen viel enger getakteten beziehungsweise viel kleineren Lernpaketen, die man da hat und wo man einen Schein macht und noch einen kleinen und damit so langsam sich ausbaut. Beim Gleitschirmfliegen wäre es so wie, du machst eine Soaring -Ausbildung, dann machst du eine Thermik -Ausbildung, dann machst du eine vielleicht Freestyle -Komponente dazu und sonstiges, dass man da den Ausbildungscharakter noch viel mehr hervorhebt, um dann eben zu sagen, ja, das ist ein Gleitschirmfliegen ist einfach ein ständiges Lernen und das sollte man auch entsprechend kommunizieren, dass das vielleicht in den
Köpfen da drin ist.
Ja, ich fand die Ansätze gut. Ich weiß, ich kann mich erinnern an den Podcast, auf den du jetzt gerade, auf den du dich beziehst. Ja, sehe ich ähnlich. Ich habe da oft genickt und dachte, ja, das macht Sinn, was er sagt.
Vom Job her hast du ja auch viel mit Nachhaltigkeit zu tun, also mit deinen biobasierten Chemikalien, wo es darum geht, halt klimafreundliche Industrie hinzukriegen und sowas. Für wie nachhaltig ordnest du eigentlich das Gleitschirmfliegen ein?
Unser Motor ist die Sonne. Das ist schon mal gut.
Natürlich, wie jeder Sport, Anfahrten irgendwohin, stoßen CO2 aus. Ich beschäftige mich schon auch, also ich finde privat auch, dass wir schauen müssen, dass jeder, was kann jeder selber tun, um sein eigenes Leben ein bisschen ressourcenfreundlicher zu gestalten.
Finde ich ist wichtig und sollte jeder tun. Und man kann da relativ viel tun, ohne sich krass einzuschränken, würde ich jetzt mal sagen. Wenn man möchte. Ich habe mir auch eine fette Solaranlage jetzt mal installiert. Mein ganzes Dach ist voll. Als Beispiel. Deswegen wohne ich auch da, wo man fliegen kann. Ich muss nicht weit fahren. Ich könnte theoretisch zum Fliegen laufen. Und dann auf den Berg laufen, hier am Sulzberg. Oder mit dem Fahrrad da hinfahren und hochlaufen. Für die Wettkämpfe natürlich fahre ich auch mal hier und da. Aber ich fahre eigentlich jetzt hauptsächlich dahin, wo es halt relativ nah bei mir in der Gegend ist. Und zum Glück sind viele Wettbewerbe, sage ich mal, in weniger als zwei Autostunden. Deswegen fliege ich auch sehr wenig in den französischen Alpen. Also gar nicht eigentlich, weil es halt für mich sehr weit zum Fahren ist.
Ich suche mir das schon so aus. Mein Credo war immer, auch damals habe ich ja bei Swing in der Garmisch, also Ammersee, war Garmisch das nächste. Also bin ich halt da in meine Dreiecke fliegen gefahren. Jetzt ist es mehr so, hier Kössen hoch Ries. Jetzt mache ich halt hier meine Flüge. Lieber weit fliegen als weit fahren.
Jetzt steige ich natürlich auch manchmal ins Flugzeug. Und ich muss auch sagen, das ist der Bart, der mir am schwersten fällt. Reisen hat mir schon immer gut gefallen. Und es öffnet auch Horizonte. Und es hat durchaus auch positive Aspekte. Leute sollten mehr reisen. Es wäre gut für die Gesellschaft allgemein, für die Toleranz in der Gesellschaft, wenn man auch mal sieht, wo es anders, wie das anders ist. Ich meine, wir leben hier im gelobten Land im Vergleich global.
Da habe ich, versuche ich so eine Balance zu finden. Okay, ich mache vielleicht, jetzt habe ich lange keine Fernreisen gemacht. Und jetzt auf die Nationalmannschaftseinsätze oder so, mache ich auch mal eine. Aber ich schaue, dass es vielleicht nur eine ist so in der Saison. Und ich habe auch tatsächlich, und das mache ich jetzt auch schon eine Weile, ich kompensiere dann mit ziemlich viel Geld sogar bei Atmosfair oder so meine Flüge.
Das heißt, damit die CO2 -Emissionen irgendwie ausgeglichen werden. Also Atmosfair macht dann Projekte, wo dann Wald irgendwo angepflanzt wird oder so? Ja,
die machen noch viel interessantere Projekte. Ich habe da auch eine Doku auf Arte gesehen über die und habe dann von der einen Compensate zu Atmosfair geswitcht, dachte ich. Dann spende ich mein Geld lieber denen. Und ja, dann überweise ich halt ein paar hundert Euro zusätzlich zum Flug.
Jetzt, wenn man sich so eine PWC, also Paragliding World Cup Szene anguckt, die dann wirklich durch die Welt jetten und an den verschiedensten Stellen dann ihre Wettbewerbe machen und da immer gleich 100, 150 Piloten zusammenkommen plus Anhang und sonstiges. Ist das in dem Rahmen auch mal ein Thema? Also wird auch darüber gesprochen oder ist das eigentlich ein Thema, wo man sagt, da machen diese, aber wahrscheinlich auch wir Gleitschirmflieger allgemein uns eigentlich viel zu wenig Gedanken drüber?
Ne, das denke ich schon. Je nachdem, mit wem man spricht. Ich kenne mehr Piloten, die ihre Flüge kompensieren und als ich gesagt habe, ich mache das, haben viele auch gesagt, das ist eine gute Idee, das schaue ich mir auch an.
Für viele ist es ja auch ihr Urlaub. Ich meine, andere Leute fliegen halt irgendwo in Urlaub und für mich ist es auch mein Urlaub, den ich da jetzt quasi verbringe. Klar, es ist schon kontrovers, ein bisschen. Es gibt ja viele andere Weltcup -Zirkusse und auf einem großen, naja, es ist halt auch ein Teil unseres Systems, sage ich jetzt mal, egal auf welchem Niveau, in welcher Sportart meine ich, auf dem Top -Niveau. Die Skifahrer, die fahren auch hier hin und da hin und ja, es ist schwer zu sagen, wenn man den Rest seines Lebens weißt du, was ist meine Gesamtbilanz auch so.
Es gibt aber auch Ansätze, zum Beispiel auf den Wettbewerben, da gibt es jetzt keine jeden, es gibt ja Lunch -Pakete und früher gab es jeden Tag eine Wasserflasche. Gibt es jetzt nicht mehr. Jetzt kriegt man eine Flasche oder gar keine und sagt okay, füll dein, wir stellen Trinkwasser zur Verfügung, füll dein Camel -Bag auf. Manche Wettbewerbe kompensieren auch schon teilweise über die Startgebühr. Wie viel, weiß ich nicht genau. Aber das ist durchaus ein Thema, dass sie sich das schon überlegen.
Anderes Thema Nachhaltigkeit, auch du jetzt mit deinem Chemie -Erfahrung, mit biobasierten Materialien. Wäre es möglich, einen Gleitschirm nachhaltiger zu bauen, indem man auch Stoffe oder sonstiges sagt, dafür gibt es biobasierte Alternativen?
Ja. Das ist ja Nylon. Wir haben jetzt kein Nylon in erster Linie bei uns im Programm, aber es gibt auch Ansätze in der Industrie für Polyamid. Nylon ist ja ein Trademark. Das ist ja Polyamid. Es gibt Ansätze dafür tatsächlich, dass die petroleumbasierten Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Da passiert gerade sehr viel in unserer Industrie allgemein und aber auch insbesondere in der Automobilindustrie. Was habt ihr an nachhaltigeren Materialien? Sustainability -Konferenzen, LCA, also Life Cycle Analysis werden gefragt. Der Haupttreiber aktuell im Automobil ist natürlich Stahl und Alu, die metallischen Werkstoffe.
Aber da gibt es auch schon quasi CO2 -neutrale, in dem dafür halt regenerative Energie benutzt wird zum Stahlschmelzen. Da passiert ziemlich viel. Und ja, auch wir und die Gleitschirmindustrie können da was machen, auch was Recycling angeht. Ich meine, da gibt es ja jetzt ein paar Projekte. Nicht nur Windsäcke, sondern da gibt es ja auch den Franzosen, glaube ich, der heißt Paracyclage. Die nähen dann halt daraus wieder Jacken oder Rucksäcke oder sowas. Da sollte man sich schon Gedanken machen. Ja, was mache ich denn? Und End of Life? Und wie oft ersetze ich meine Ausrüstung? Und was passiert danach? Ja, was man sich halt auch sonst so überlegt. Ich meine, ich mache mir schon viel Mühe auch von den Sachen der Kinder. Ich repariere viel. Mir macht es auch Spaß, Sachen zu reparieren.
Möglichst die Lebensdauer zu verlängern. Die 3L Reuse, Recycle, Reduce. Und mache mir auch Mühe, Sachen für ganz wenig Geld auf eBay Kleinanzeigen einzustellen, die halt nochmal ein weiteres Leben haben. Rein ökonomisch, geschäftlich lohnt sich das nicht, sich da die Mühe zu machen.
Was machst du mit deinem alten Schirm?
Bis jetzt finde ich immer einen Abnehmer dafür. Also ich hatte noch nie so einen alten Schirm, dass er für die Tonne war, sage ich mal. Ich habe meine Rettung jetzt, ich hatte zwei 9 Jahre alte Rettungen, die habe ich gespendet nach Kuba. Da gibt es ja den, ich weiß jetzt gerade nicht, wie er heißt, aber der sucht immer nach Material, was noch okay ist. Eine Rettung geht ja auch 15 Jahre, oder sogar 20. Hauptsache Rettung, besser Rettung, besser alte Rettung als keine Rettung. Und dann hatten die noch eineinhalb Jahre und dann habe ich das nicht ausgereizt und habe sie gespendet.
Lass uns langsam mal zum Abschluss kommen, aber ich hatte ja vorhin gesagt, die eine Geschichte, die will ich mir noch von dir erzählen lassen. Jetzt springen wir nochmal nach Chile, weil du gesagt hast, 2003 warst du drei Monate in Chile, bist da nur geflogen und hast da diesen 180 Kilometer Streckenflug von
Antofagasta oder in der Nähe nach Iquique gemacht. Und der war irgendwie schon was ganz Besonderes. Erzähl mal.
Ja, also das war so, dass überhaupt diese drei Monate relativ zeitig in meiner Fliegerkarriere haben mir auch enorm viel gebracht, weil ich da halt sehr viele Stunden und wir haben an der Düne dann natürlich auch Full Stalls und alles. Wir haben es schon ziemlich wild getrieben, sag ich mal. Die ist ja super da in Iquique hast du ja 1000 Meter und kannst ja 1000 Meter hoch. Und ich war schon früher dort, weil ich auch da einen Kumpel hatte in Santiago vom Fliegen und bin erst in Santiago geflogen und hab mich dann bewegt mit dem Überlandbus nach Antofagasta und hab dann da den Rest quasi der Reisegruppe getroffen und da waren zwei Freunde auch von mir dabei, die waren ja alle aus Westendorf und dann hieß es ja, wir ziehen jetzt um, da quasi von
Hornitos hieß das glaube ich, der Ort, wo man dünen sollen kann. Das ist alles da in der Antofagasta Ecke und dann fahren wir von diesem Startplatz, wo ich mich jetzt gerade nicht erinnern kann, da fahren wir jetzt hoch und jeder kann in Richtung Iquique fliegen, so lange wie er will und der Rest fährt mit den zwei Pickups quasi oder wir sammeln euch dann ein. Dann sind wir da hochgefahren, aber dann war der Wind überhaupt nicht aus der richtigen Richtung. Der bläst ja immer so von schräg hinten quasi Richtung Iquique. So im 45 Grad Winkel kommt ja da immer der Wind. Dann mussten wir auf der anderen Seite schon mal recht abenteuerlich uns über so einen Schotterweg in so eine Steinwüste raushauen. Allein gestartet sind nur dann drei oder vier und wir sind nicht davon ausgegangen, dass wir weit fliegen. Insofern war ich auch schlecht vorbereitet. Mein GPS war der Akku leer,
Trinkwasser hatte ich so gut wie keins und Funk hatte ich auch keinen, weil wir dachten, okay wir fliegen halt ein Stück bis zur Punta Arena, was so ein kritischer, kritisches Eck ist, weil man muss ja immer da so um so Puntas rumfliegen und muss dann durchs Lee.
Also Puntas sind so Sachen, die ins Meer raus reichen. Ja, genau
so. Es ist ja die Vorkordillere der Anden, genauso Nasen und die fliegt man entlang und die schlängelt sich da so entlang, auch mit der Straße. Du hast quasi immer das Meer im Blick und dann hast du zur Straße, was weiß ich, irgendwas zwischen ein paar hundert Meter bis, sagen wir mal, nicht mehr als zehn Kilometer und so schlängelt sich das da hin und auch meandert quasi und in der Höhe variiert es auch, sagen wir, zwischen ein paar hundert Meter über dem unteren Plateau, was zum Meer ist, bis hin zu tausend Meter. Und oben ist dann dann das Hochplateau, was zu den Hochanden geht. Da darfst du dich nicht reinblasen lassen natürlich.
Und dann war damals, das war die Argon -Zeit, da war mein Kumpel Wolfgang, der hatte den gleichen Schirm wie ich und wir, dann war noch der Fluglehrer und wir waren zu dritt und dann, der ist dann aber landen gegangen und wir zwei waren dann quasi übrig. Wir waren innert, glaube ich, zu viert gestartet und dann hieß es ja, wir fliegen noch ein Stück weiter und er hatte Funk und ich nicht. Und ich habe immer gesagt, GPS war leer, Pass hatte ich auch, alles im Auto, Geld, alles im Auto, mein Koffer. Und dann, okay, also dann fliegen wir halt noch ein Stück und am Anfang sind noch so diese Autos mit uns mitgefahren, hast du immer gesehen so, okay, die waren halt immer so in Sichtweite, die zwei weißen Pickups mit den Schirmen drauf. Und irgendwann habe ich gesehen, die fahren weg. Da habe ich zum Wolf rübergerufen, Wolf, was ist los, was ist los?
Ja, ja, wir fliegen, wir fliegen nach Iquique. Ich habe denen Bescheid gesagt, wir fliegen, ja. Und ich so, oh, ja gut, dann fliegen wir. Dann war klar, wir müssen nach Iquique fliegen. Und ich war nicht von Iquique gekommen, ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Ich wusste nur, es gibt einen Militärflughafen mit Jets, wo du eine Durchfluggenehmigung brauchst und das kann zum Teil weit werden zum Laufen und dann gibt es ja diesen Checkpoint auch, ja, für diese zollfreie Zone, das ist so weiß nicht, 50 Kilometer vor Iquique gibt es nochmal so einen Checkpoint.
Das wusste ich aber alles nicht. Okay, also fliegen wir. Dann haben wir geschaut, dass wir immer zusammenbleiben, bisschen voraus, bisschen zurück und so. Und ich so, ja gut, dann muss ich jetzt halt fliegen. Dann haben wir uns natürlich zusammengenommen. Ich so, ja, wann kommt diese Punta Arena, Punta Arena? Also, ich musste immer rüberschreien zu ihm. Und irgendwann so, ja, wir sind schon vorbei. Und ich so, ah, okay, das war die anspruchsvolle Stelle da hinten, wo es uns so gebeutelt hat, ja. Weil du halt, quasi der Wind ist immer schräg und du musst dann halt, du kannst abkürzen über diese Nase, aber das ist manchmal nicht möglich oder du musst es weit umfliegen, aber dann kommst du zu niedrig an, um wieder hochzukommen. Schon ein bisschen tricky. Ja. Und so haben wir uns halt weitergearbeitet und weitergearbeitet und da ist ja nichts, da wächst nix, ein paar verdörrte Katheten und aber alle Farben der Steine, die du dir vorstellen kannst, von beige zu dunkelgrün zu rot, sehr beeindruckend.
Und links immer das Meer. Und dann habe ich gesehen, oh, jetzt kommen wir zum Jetfloor. Das war dann auch nochmal so eine Stelle, die anspruchsvoller war mit einem größeren Sprung und dann wurde es flach und niedrig. Ich so, ah, jetzt fliege ich schön niedrig, dann sehen sie mich vielleicht nicht, aber totaler Nonsens, weil, ich meine, ich hatte ja einen roten Schirm. Ja, knallrot. Aber ich habe mich nicht so getraut, so richtig hoch, ja, weil, wenn dann lieber niedrig, damit ich denen nicht in die Quere komme.
Durchfluggenehmigung, ja, ich weiß nicht, wir fliegen, wir müssen nach Iquique fliegen, ja. Und dann sind wir da also vorbei und in dem Moment, wo wir da vorbeifliegen, starten zwei Jets, drehen ab und schießen wirklich auf meiner Augenhöhe direkt auf mich zu im Tiefflug. Und ich so, meine Güte, meine Güte, jetzt schießen sie mich ab. Und schießen dann quasi vor mir senkrecht mit Afterburner, also gefühlt viel zu nah, saukrasser Lärm, schießen sie senkrecht weg und drehen ab. Oh, meine Güte, ich werde da fast landen. Vor lauter Schock. Was aber gut war, weil ich später erfahren habe, dass wir da auch Gebiete überflogen haben, wo man nicht landen soll.
Oder wenn man landet, dann muss man da stehen bleiben und warten, bis das Militär kommt, weil das alles vermint ist.
Das wusstest du aber netterweise dort nicht. Das
mit den Minen wusste ich nicht, ja. Aber ich wusste, ich darf nicht landen gehen, weil sonst müssen wir halt irgendwie trampen oder, okay, da war immer die Straße, irgendwie wären wir schon gekommen, aber die anderen waren weg. Dann haben wir die gesehen an diesem Zollposten, das war dann schon cool, die haben uns gesehen und dann ich so, Wolf, wann kommt jetzt dieses Ikike? Da ist ja nur Wüste, da ist ja nichts, ja. Wann kommt Ikike? Ich, ich, ich bin nervlich quasi, ein bisschen schon am Limit gewesen. Ja, wann kommt es? Wie oft, um wie viel Punters muss ich noch rum? Und dann sind wir, haben wir tatsächlich aufgedreht und haben über diese Punter gucken können und wumm, Riesenstadt. Ja, mit Palmen und Meer und so und ich so, Ikike! Wir haben es geschafft, ja.
Und dann denke ich mir, aber warum fliegt hier keiner? Ist doch das Mecker Ikike, wir sind hier die einzigen zwei Schirme in der Luft, ja. Dann fliegen wir so über Ikike und da rechts geht ja diese Straße hoch, ich weiß nicht, ob du da jemals warst, ja. In dem Moment, wie wir da vorbeifliegen, Kaboom! Eine fette Explosion, rechts rutscht der Hang ab, noch eine Kaboom, ja. Und dann haben wir also festgestellt, dass da gerade Flugverbot war, weil sie Sprengungen durchgeführt haben für eine neue Straße. Aber für uns waren das wie Willkommensbälle, also für mich, ich dachte mir, ja, wir sind da, mit Riesenhöhe und boom, ja. Also ich habe mich erst gewundert, warum keiner fliegt und dann war es klar. Und wir waren zum Glück weit genug weg und hoch, also überhaupt keine Gefahr, aber nochmal so
ein kurzer Adrenalinschub zum Ende, warum neben dir der Berg explodiert. Da haben wir gesagt, ja und Wolf, wo wohnen wir, wo wohnen wir? Die hatten schon was organisiert, ja, schau, da unten die Cabañas mit dem Pool.
Dann sind wir da quasi gemeinsam eingeflogen, haben abspiralt, sind auf der Wiese grün neben dem Pool gelandet, einer Pool Basic Cabañas, ja, mit
Willkommenskomitee, juhu, ihr seid da, Bier in die Hand gedrückt, in den Pool gesprungen, meine Tasche stand schon auf meinem Bett parat und sind quasi so umgezogen. War ein sehr eindrückliches Erlebnis und tatsächlich haben wir einen neuen Speed -Rekord für diese Strecke aufgestellt. Dann sind das irgendwie in sechs Stunden geflogen mit einem 30er -Schnitt, was damals sehr gut war, nur hatte ich es halt nicht dokumentiert, weil ich nach einer halben Stunde kein GPS mehr hatte, weil die Batterie leer war. Aber es war ein super Erlebnis.
Das heißt, man kann diesen Flug auch in keinem XContest nachgucken oder sowas. Aber sowas, ich meine, kommt ja auch immer auf die Erinnerung an, das ist ja das Wichtige, von dem man dann im Leben zählt und sowas. Sowas brennt sich ja auch sicher gerade so eine Story tief ins Gehirn ein und das sind so Storys, die man wahrscheinlich gerne dann auch irgendwann später mal seinen Enkeln erzählt von den spannenden Geschichten, die man in seinem Leben schon so hatte.
Jawohl, das ist ziemlich genau 20 Jahre her jetzt. 19 Jahre, um genau zu sein. Ja, es war schon eindrücklich und hat sich eingebrannt. Ich habe schon noch viele andere Flüge, die eindrücklich sind und viele schöne Erlebnisse, Hochalbin, was auch immer. So ein Fliegen bringt einem ja wirklich tolle Erlebnisse und das Schönste am Fliegen und warum ich immer noch so süchtig bin wie am ersten Tag, wenn nicht noch schlimmer, frage ich mich manchmal. Ich glaube, es liegt daran, weil man nie auslernt und immer besser werden kann und ein immer mehr
ästhetischer, vogelähnlicher, sicherer ich gehe auch gerne Strecken fliegen und lande irgendwo ein, wie ein Vogel, das mache ich auch alles mit meinem Enzo. Top landen hier, top landen da. Mit dem Ziel, ein besserer, ästhetischerer, schönerer, vogelähnlicherer Pilot zu sein.
Ein schöner Abschluss. Daniel, ich würde vorschlagen, wir sprechen uns vielleicht in fünf Jahren nochmal, dann frage ich dich, was du in diesen fünf Jahren noch wirklich dazugelernt hast. Vielleicht ist das auch mal ein schönes Podcast -Thema. Ich danke dir zumindest erstmal für die diese Folge, fand ich schon sehr spannend und ja, ein weites Feld, was wir da ein bisschen beackert haben, aber ich hoffe, die Zuhörer haben auch einiges für sich da rausziehen können und was gelernt oder Gedankenanstöße bekommen. Danke dir dafür. Dir noch Erfolg, viel Erfolg beim Klettern auf der Weltrangliste oder was auch immer und vor allem aber auch viel Erfolg in dem Sinne, Spaß beim Fliegen zu haben und da wirklich diese Schübe, wo man das rauszieht, wo man einfach nur noch abhängiger dafür wird, im positiven Sinne, dass du davon noch viele schöne Erlebnisse hast.
Vielen Dank. Ich denke, man kann in jedem Flughaus lernen und selbst wenn es nur ein kurzer Flug und ein Abgleiter ist, mit dem Mindset sollte man auch rangehen. Es war mir eine Ehre. Vielen Dank, es hat Spaß gemacht und mach weiter so.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
Ciao.