Wenn ich mit Leuten gesprochen habe, haben sie immer gesagt, ja hier ist ein Lee, das weiss ja jeder. Nur ich wusste es nicht und mittlerweile kann ich sagen, wenn ich es nicht weiss, dann ist es wahrscheinlich jeder auch nicht. Und solche Dinge, das war für mich einfach unverständlich, dass man das der Community nicht zurückgibt oder erklärt. Oder wenn ein Talwind bei einer normalen Lage immer von hier nach hier drüber strömt und immer mühsame Verhältnisse gibt oder es sogar Unfälle gibt oder so, dann muss das irgendwie für jede Person zugänglich sein. Weil sonst, es muss ja nicht jeder dieselbe negative Erfahrung machen oder jede.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Bernie Herz. Und Lucian Haas am Mikrofon. Es
gibt für alles eine App, so heißt es. Das gilt auch fürs Gleitschirmfliegen. Wetter -App, Thermikprognosen, Startplatz -Datenbank, Niederschlagsradar, Live -Tracking, Windwerte, Vario, Topokarten, Hike -and -Fly -Routen, Flugplanung und so weiter und so weiter. Wer will, kann seinen ganzen Smartphone -Bildschirm mit den Start -Icons von solchen Hilfsprogrammen füllen. Oder man vertraut einer App, die gleich fast alle diese Funktionen integriert. Das derzeit vielseitig ist. Das wichtigste Angebot dieser Art in den App -Stores ist die Burn -Air -App, die auch als Website burnair.cloud im Internet zu finden ist. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat Burn -Air eine immer größer werdende Verbreitung in der deutschsprachigen Leitschirmszene erlebt.
Das liegt vermutlich auch daran, dass hinter der App kein typischer Programmier -Nerd steht, sondern ein fliegender Praktiker. Bernie Herz bietet seit rund zehn Jahren unter der Marke Burn -Air in der Schweiz betreute Flugreisen und Events an, die sich gezielt an Pilotinnen und Piloten nach der Schulung richten, die noch nicht so viel Erfahrung haben. Aus den Fragen zu Fluggebieten, Wetter und Thermik etc., die er dabei von seinen Kunden gestellt bekam und bekommt, erwuchs die Idee, warum nicht solche Infos auf Durchschnittspiloten zugeschnitten allgemein und auf Knopfdruck abrufbar machen. In dieser Folge 79 von Podz-Glidz erzählt Bernie die Burn -Air -Story. Dabei geht es weniger darum, was seine App so alles kann. Mich interessierte vielmehr, was den 39 -Jährigen antreibt.
Was hinter Burn -Air sowohl an Ideen und Flugphilosophie als auch Arbeit und Technik so alles steckt. Und warum Bernie so überzeugt ist, dass die Zukunft des Gleitschirmfliegens auch stark im Digitalen und der Vernetzung liegt.
Wenn dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit an diesem Podcast als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, das erfährst du auf der Website meines Blogs Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite. Bernie,
wie oft gehst du ganz ohne Instrumente fliegen?
Ja, das ist eine gute Frage. Es kommt gar nicht so häufig vor, effektiv. Und zwar, weil ich meistens entweder, ja beim Thermikfliegen bzw. Streckenfliegen, braucht es natürlich Instrumente für mich. Aber es gibt schon auch Momente, wo ich es ohne mache. Insbesondere zum Beispiel, wenn ich am Strand fliege oder irgendwie Sohren oder Toplandeübungen usw. Aber es gibt eben auch Situationen oder eigentlich meistens, wo ich irgendwelche Dinge testen soll, seien das eigene Apps oder was auch immer oder Geräte von fremden Herstellern.
Das heisst, du hast eigentlich beim Fliegen in den Bergen immer ein Gerät dabei. Hättest du da keins und du sagst, ich muss jetzt Thermik fliegen oder sowas, würdest du dich dann nackt fühlen gewissermassen, also technisch nackt?
Also wahrscheinlich hat es schon Aspekte daran, ja. Ich weiss zum Beispiel gerne, wie stark der Wind am Boden ist oder sowas, dass ich so eine Ahnung habe, wenn ich lande, was erwartet mich da oder kann ich jetzt noch um diese Ecke fliegen. Beim Thermikfliegen selbst, das mache ich öfter mal, dass ich wirklich den Ton ausschalte und einfach so fliege mit Gefühl, das gibt es schon. Aber diese Info eben bezüglich Wind und natürlich beim Arbeiten ist es meistens so, also wenn ich Coachings mache und so, da muss ich wissen, wo meine Leute sind. Und manchmal, wenn sie um den Berg herum fliegen, dann weiss ich, sie ist ziemlich schnell nicht mehr, weil ich sie dann nicht mehr sehe. Aber sonst nackt, ich glaube, ja, ein bisschen sicher. Aber ich mache auch viele Hikenflies und so und da ist es sicher nicht so, dass es immer, weiss ich, was für Apps und so weiter braucht.
Für mich immer dabei natürlich Live -Tracking, weil wenn was ist, dann kann ich es nicht vorhersehen und dann möchte ich gerne, dass jemand weiss, wo es dann das letzte Signal gab.
Es gibt ja so Fragen, wo es heisst, wenn du auf eine einsame Insel gingest und du hättest nur drei Dinge, die du mitnehmen kannst, was würdest du dann mitnehmen? Aber jetzt gehen wir nicht auf eine einsame Insel, sondern du gehst einsam fliegen und sowas. Was ist denn so das Minimum an technischen Hilfsmitteln, wo du sagst, darauf würde ich auf jeden Fall nicht verzichten wollen? Ich denke wahrscheinlich
effektiv das Handy. Also das Handy mit eigener App oder sowas drauf, ich denke, das würde schon reichen. Also da braucht
es nicht viel mehr. Ja, ich meine Handy mit eigener App, es gibt für alles eine App, von daher kann man sagen, dann hat man ja alles quasi mit dabei. Wenn du jetzt aber sagen würdest von der App, was ist so die Mini -Informationsausstattung, die du fürs Fliegen dann bräuchtest? Effektiv zum
Fliegen denke ich, einfach wenn ich jetzt keine Strecke machen soll, muss, dann brauche ich nichts. Also das ist kein, einfach einen Flug irgendwo, einen schönen Flug zu machen am Abend, da brauche ich keine elektronische Unterstützung. Und da ist auch der Wind, das Fenster ist so kurz, da brauche ich keine Unterstützung in dem Sinne, dass ich sagen muss, ich muss jetzt den Wind schon kennen, weil da weiss ich etwa, was passiert. Also da sind dann Prognosen gut genug. Aber ich denke, wenn ich einen Streckenflug habe, dann denke ich, die Miniminformationen wahrscheinlich schon,
das Wissen, wo es quasi diese Thermikassistenz, also zu wissen, wo ist es gestiegen, und halt eben Informationen zu, wie sind die Windsysteme im Moment, wie stark strömt
das durch und so weiter. Das hast du jetzt ein paar Mal gesagt, immer sozusagen, was macht denn der aktuelle Wind, wie ist der Bodenwind und sowas. War das eigentlich so eine Motivation für dich, dieses Projekt Burn Air Map zu starten?
Nein, das geht eigentlich viel weiter zurück. Die Story dort ist ein bisschen anders. Ich habe das Pröbe gemacht, wie wir das bei uns nennen, und habe dann, beim zweiten Mal bin ich dann auch durchgekommen, das erste Mal war ich da nicht so erfolgreich, ich bin das zweite Mal durchgekommen. Und dort war es dann so, als ich den zweiten Flug gemacht habe und ich quasi den Stempel hatte, dann ging es dann darum, hat mich die Person gefragt, der Prüfer quasi, ob ich nochmals mit hoch wolle. Ich dürfe aber nicht am selben Startplatz starten. Und dort habe ich dann ziemlich schnell gemerkt, ich kann eigentlich nicht so gut fliegen. Und so hat sich diese gesamte Burn Air Geschichte gegründet, also quasi diese, wie soll ich sagen, wenn man wenig fliegt oder eben noch früh in dieser Fliegerkarriere ist, dass man dort ja plötzlich etwas eine Lehre hat oder eine, ja, ein Tal, das man durchqueren muss.
Und so ist Burn Air entstanden. Und dann habe ich dann begonnen, solche Events anzubieten, ein bisschen später, für Leute, die frisch präventiert sind, neue Fluggebiete zu zeigen, Wettereinschätzungen zu machen usw. Und natürlich für diese Events musste ich entsprechend gute Meteo und aber auch Gebietsbriefings machen. Und bei den Gebietsbriefings, da gibt es in der Schweiz so PDF -Blätter, da sind gewisse Informationen drauf. Da hat es manchmal eine Karte drauf usw. Und das war mir nie gut genug. Und dann habe ich begonnen, das irgendwie auf PowerPoint mit Google Earth und so was und Screenshots dann entsprechend vorzubereiten, konnte diese immer wieder nutzen, diese Briefings, weil man geht ja immer wieder in ähnliche Gebiete, in dieselben 40, 50 Gebiete.
Und dann haben die Leute begonnen zu sagen, okay, es macht Sinn, so ein Briefing zu haben. Dann habe ich eine Art My Maps, hieß das, also Google My Maps, gibt es heute glaube ich noch, habe ich dann begonnen, diese Dinge zu zeichnen. Und der echte Durchbruch kam dann, ich habe einen Artikel geschrieben, wie man 50 Kilometer in Farnasse fliegt. Und Farnasse ist so ein typischer Streckenfluggebiet, jetzt im Frühling im Moment, also jetzt war ich gerade hier dieses Wochenende mit einigen Leuten in dieser Region unterwegs. Das ist wirklich ein Hammergebiet für hübsche Streckenflüge. Und dieser Artikel, da hatte es so eine Google My Maps drin. Da waren drin die Thermik -Hotspots, Start -Landeplätze, Le -Zonen und so weiter. Und dort, der hat sehr viel Echo gebracht.
Und dann gab es die Version 1, also von dem dann schnell nach vorne, gab es dann die Version 1, dieser Burner Map. Und heute sind wir bei der dritten Version. Und mit der dritten Version, das ist jetzt eigentlich die, die wirklich, wie soll man sagen, explodiert ist, wenn man das
so sagen will. Über diese dritte Version, lass uns gleich noch mal ein bisschen intensiver sprechen. Ich will noch mal gerne zurückspringen, weil du gesagt hast, ich habe mal ein Brevet gemacht und dann stand ich am Startplatz, und habe gemerkt, okay, ich kann nicht so ganz. Wenn ich es richtig gesehen habe, du hast, glaube ich, dein Brevet 2011 gemacht. Burn Air hast du gegründet 2012. Also ein Jahr später schon, wo man eigentlich sagt, also viel Flugerfahrung, natürlich kann man viel fliegen, aber das ist natürlich eigentlich sehr schnell, dass jemand sagt, okay, und jetzt werde ich mein Wissen schon weitergeben und anderen Leuten dann entsprechende Touren anzubieten und sie dann anzuleiten und so was. Wie kam diese Motivation? Oder wie kam das dazu, dass du schon ein Jahr später wusstest, okay, das ist das, was ich eigentlich machen will?
Wo ich das Brevet hatte, und ich hatte dann schon einige Flüge, also viele Flüge, weil typischerweise geht man in der Schweiz mit, sage ich mal, 50 Flügen mindestens an die Prüfung. Viele haben dann vielleicht 60, 70 Flüge, wenn sie an die Prüfung gehen. Und ich hatte weit über 100, weil ich eben den ersten Versuch, den habe ich versemmert, bei der Landung wie viele. Und damit hatte ich schon relativ viele Flüge. Und ich habe dort schon als Startheld, als Helfer gearbeitet, bei der Flugschule, wo ich selbst quasi noch Schüler war. Und so hat sich das ergeben. Und das ist auch etwas eben, was du sagst bezüglich, das ging relativ schnell, es war relativ früh noch. Und das hat auch viel Kritik eingebracht. Das habe ich gesehen in den sozialen Medien und so weiter. Da hat es doch einige gegeben, die haben gesagt, der hatte gar keine Ahnung und so weiter.
Und man muss natürlich sehen, die ersten dieser Events, das waren nicht Events, wo es darum ging, möglichst weit zu fliegen und über Strecken fliegen und so weiter. Sondern da ging es darum, den Startplatz zu zeigen, Landeplätze, vielleicht etwas zum Wetter und so weiter. Und es ist einfach, das war alles am Niveau angepasst. Also auch die Kunden, das waren nicht Kunden, die eben jetzt diese Monsterflüge machen wollten oder irgendwas, sondern die wollten einfach, ich mag mich gut erinnern an meinen ersten Event, das war im Winter in Davos. Und da ging es einfach darum, vielleicht zwei, drei Thermikreise zu machen, schön zu starten und eine coole Landung zu haben. Und für das, für diesen Bereich, denke ich, war ich qualifiziert genug, eben auch mit Startleiter -Erfahrung. Und danach hat sich das halt immer weiter und weiter entwickelt.
Insofern, ja, ich denke, das hat eigentlich sehr gut gepasst zu der Zeit. Und es ist noch lustig, weil doch ganz viele dieser Kunden vom ersten oder Kundinnen vom ersten Tag, die sind bis heute noch mit dabei. Das freut mich wirklich ganz besonders.
Hast du denn mit Burn Air Flugschulstatus oder bist du wirklich nur Dienstleistungsreiseanbieter? Als was bist du dann da eingetragen oder wie bezeichnest du das offiziell?
Genau, also es ist ausschließlich für lizenzierte oder privatierte Piloten. Ich mache keine Grundausbildungen, sondern ich übernehme Leute, die eben die Lizenz entsprechend haben. Also es ist ein ganz normales Unternehmen. Ich sage mal, Weiterbildung, Verkauf von Dingen, Verkauf von digitalen Dienstleistungen und so weiter. Ein ganz normales privates, das ist eine GmbH quasi, oder?
Das hast du jetzt gerade gesagt, das war eigentlich aus deinem eigenen Burn Air Dienstleistungsgeschichte heraus, dass du sagst, okay, meinen Kunden will ich erklären, wie funktioniert ein Fluggebiet. Und das mache ich dann auf digitaler Ebene, indem ich dann erstmal diese Google My Maps, das ist eine Möglichkeit, wo man auf Google Maps halt bestimmte Sachen einzeichnen konnte und daraus ist dann mehr geworden. Woher kommt von dir diese Affinität zu dem Digitalen? Also wo du sagst, jetzt Google My Maps und dann die eigenprogrammierte Karten mit Fly Map und dann später Burn Air Map und so weiter.
Meine ursprüngliche Ausbildung ist Chemielaborant, dann habe ich noch Business Administration oder Betriebsökonomie studiert und habe aber immer in diesem chemischen Bereich gearbeitet als internationaler Produktmanager. Und dort war ich eigentlich immer zuständig für Software oder Dienstleistungen nahe von Software und zuletzt auch jetzt im Bereich Hardware, Glass bis hin zu Firmware, Software und immer mit grossen Teams, auch mit grossen Budgets aus der Industrie halt, also auch mit entsprechenden Sales Volumen. Und so kam einfach diese Affinität oder man weiss auch, wie man mit den Entwicklern spricht, was die für Bedürfnisse haben. Ich habe dann noch Weiterbildung gemacht im Bereich Requirements Engineering, also wie schreibt man, wie soll man sagen, so diese Bedürfnisse eines Kunden auf und so weiter.
Und dieses Sehen von Dingen, das war mir irgendwie schon früh in die Wiege gelegt. Das ist nicht immer zum Vorteil, weil man sieht immer irgendwo Verbesserungen. Und das war auch etwas schwierig da in meinem damaligen Job als Chemielaborant, wo man das nicht immer so einbringen kann. Da ist oft auch gewünscht, dass man die Dinge einfach macht und nicht dann noch überlegt, wie könnte man das jetzt verbessern. Und so bin ich relativ schnell dann vom Labor selbst eben auf die produzierende Industrie ausgewichen und habe dort wirklich gute Chancen erhalten, um mich weiterzuentwickeln und solche Dinge zu sehen. Und so kam auch immer mehr dieser Kontakt, auch international. Also ich habe sehr international vernetzt und so und das hilft halt einfach im Umgang dann mit den Leuten.
Und daneben war sicher auch noch ein Thema, ich habe früh begonnen, das war spannend in der Schule damals, also in der Schule habe ich begonnen so mit dem Periodensystem, musste man immer molekulare Massen zusammenzählen und diese molekularen Massen, das war immer relativ mühsam und es hat immer Fehler gegeben an Prüfungen, weil die Leute dann im Stress irgendwas vergessen hatten. Und dann habe ich so ein kleines Mikroprogramm gemacht, wo man nur die Summenformeln, also diese chemische Formel eingeben konnte und dann Enter drücken und dann hat es diese molekulare Masse ausgespuckt und das habe ich dann begonnen zu ganz kleinen Preisen zu verkaufen und das war so eine lustige
Anfangserfahrung im Bereich Entwicklung. Wenn ich das jetzt aber richtig verstehe, okay, du hast da als Chemielaborant dann später dann in der Industrie gearbeitet, Burn Air lief aber anfangs parallel, du hast im Grunde beides gemacht. Immer,
also es lief immer parallel bis jetzt etwa vor zwei Jahren. Also es war immer parallel, es war immer daneben zu dem Hauptjob, am Anfang immer 100%, dann später 80 % und jetzt 0 bzw. 100 auf der Burn Air Seite, genau.
Das heisst aber, du warst ein Arbeitstier im Grunde. Du hast die Woche über in der Chemieindustrie gearbeitet und am Wochenende hast du dann deine Flugtouren angeboten. Ja, genau.
Das ist sicher so. Also es ist bis heute so, ich arbeite sehr gerne und ich glaube, ich habe auch Freude und ich habe mehr Freude, als ich je zuvor hatte, auch wenn es deutlich mehr anstrengend ist und es fordert sehr viel. Es ist ein Job, der fast Tag und Nacht ist effektiv und ja, aber es ist, ich habe einfach insgesamt, der Anteil an Freude ist sehr, sehr hoch oder auch Freude oder einfach wo man mal im Flow ist beim Arbeiten und so weiter, das ist einfach sehr hoch. Darum gefällt mir das eigentlich sehr, sehr gut.
Jetzt hast du gerade gesagt, Burn Air ist jetzt 100 Prozent. Das heisst, du hast irgendwann mal deinen anderen Job aufgegeben. Ist dir das schwergefallen? Ja, es ist mir
schwergefallen. Es ist halt, ich hatte von Kindheit an, hatte ich immer so diesen, ja, den Standardweg, oder? Man arbeitet, man ist in Sicherheit, man bezahlt auf diese Versicherungen ein und so weiter. Es ist alles sicher, oder zumindest, gefühlt sicher, oder? Und irgendwann kam der Punkt, da hat ein Mitarbeiter von mir, hat mir gesagt, also aus meiner Sicht, du solltest einfach wechseln. Und das war wirklich ein Kick, der gesagt hat, okay, du machst deinen Job schon gut und so, aber ich spüre, die Energie oder diese Leidenschaft hat sich geändert oder hat sich geschifftet. Und dort war es dann einfach irgendwann wirklich Zeit, zu sagen, okay, probieren.
Weil, was ist dann das Schlimmste, was passieren kann? Und ich denke, ich saß da lange in dem, ja, in dem Schiffest, wo man sagt, okay, es ist dieses sichere, dieses sichere Fahren auf dem Wasser und da rauszuspringen und ein Abenteuer zu wagen, das war nicht einfach, ja.
Wann hast du das aufgegeben? In welchem Jahr war das? Oh,
das Jahr weiß ich nicht, vor zwei Jahren. Das müsste dann 20 gewesen sein.
Quasi, Beginn Corona -Zeit hast du gesagt, jetzt mache ich, also, wahrscheinlich nicht deswegen, sondern mit Schrecken dann gesehen, oh, jetzt haben wir Corona, was mache ich jetzt?
Genau, das war, das war wirklich eine, eine, ja, rückblickend war es super. Es hat jetzt gut funktioniert, aber das war sehr spannend. Ich habe, glaube ich, im November oder so, habe ich gekündigt und dann war im Februar, war ich dann quasi nach drei Monaten oder sechs, ich weiß nicht mehr genau, war es dann fertig mit dem, mit der normalen, richtigen Arbeit, wie man so will. Und ich war dann mit einer Gruppe in Südafrika und ich mag mich gut erinnern, wir waren an unserem letzten Abend und, waren wir da in Kapstadt, saßen dort im Restaurant und haben alle zusammen auf ein Handy geschaut und die Rede des Schweizer Bundesrates gehört, wo sie da die ganzen schweren Massnahmen, ja, getroffen haben oder beschlossen haben. Und wir, ich saß da und ich habe wirklich, mir ist komplett die Welt zusammengebrochen, weil das, was ich meinen Shift hingemacht habe, war mit einem Schlag quasi weg, weil halt Reisen einfach dann sofort weg waren.
Und das hat mich relativ beschäftigt, aber, die, die da dabei waren, die mögen sich sehr gut an diesen Abend erinnern, weil wir gingen, wir flogen am nächsten Tag zurück, wir waren also noch nicht betroffen, in dem Sinn, oder schon betroffen, aber ja. Und, und ich habe dann am Folgetag, habe ich dann meinen Entwicklern angerufen, habe alle gesagt, okay, wir beginnen wieder, weil typischerweise fahren wir die Entwicklung etwas herunter in der Saison, weil dann meine Zeit etwas weniger ist, ich kann weniger Bedürfnisanalysen und so machen. Und ich habe dann angerufen, habe gesagt, Jungs, wir beginnen wieder. Und dann hat es wieder, haben wir das, so weit es ging, wieder hochgefahren und dann immer mehr hochgefahren und jetzt, während Corona, ist relativ viel gelaufen,
genau. Du hast jetzt gerade gesagt, Entwickler. Damit verstehe ich, okay, Burn Air, Map, das, was dort programmiert wird im Hintergrund, das machst gar nicht du, sondern da ist ein Team dahinter. Korrekt,
ja. Ich mache ganz wenig, weil ich bin nicht professioneller Entwickler. Ich bin mehr so, wenn es kleine Dinge sind, ich verstehe es, ich würde meinen, ich verstehe es relativ gut, auch was der Code oder die Codequalität ist und so weiter. Aber man muss sich vorstellen, diese Burn Air Map, die ist mittlerweile sehr stark benutzt von verschiedenen Ecken aus der DACH -Region, sage ich mal. Und um ein Beispiel zu nennen, zum Beispiel das Live -Tracking, das ist wirklich eine grosse Kiste, das ist ein sehr grosser Aufwand, dieses Live -Tracking zu betreiben und da braucht es professionelle Entwickler dahinter, die sich diesen Grössenordnungen bewusst sind, die das entwickeln, die das entwickeln können oder auch Frontend, das sind Profis, also das ist für jeden Bereich, gibt es da Profis, die
das entwickeln. Sind das denn dann Leute, die bei dir in irgendeiner Weise angestellt sind oder sind das alles Freelancer, so ein Team, was du dann beauftragst? Also es sind alles Freelancer,
es sind Leute, aber die Leute, die arbeiten zum Teil schon viele Jahre für mich, also vielleicht 5 oder 6 Jahre, haben schon früh Projekte gemacht, jetzt natürlich mehr, sind aber Freelancer, das heisst, ja, wenn man in der Zeit, entsprechende Projekte hat, dann fragt man die an, die Koordination liegt aber bei mir, also es gibt nicht so viel Austausch zwischen den verschiedenen Entwicklern, das sind relativ klar definierte Schnittstellen, wo das, ja, wie die miteinander sprechen, softwaretechnisch und somit, ja, ist das eigentlich, funktioniert das sehr gut, muss ich ehrlich sagen, ja. Und
sitzen die alle in der Schweiz oder hast du auch, sagen wir, ich hatte da so einen Coder in der Ukraine oder in China oder in Indien oder wo auch immer? Genau, also die
sitzen nicht in der Schweiz, es gibt keine Entwickler in der Schweiz, die für Burner arbeiten, zumindest aktuell nicht, ich kriege immer mal wieder Bewerbungen, das ist auch super, also ich denke, wenn sich da mal irgendwas Interessantes ergibt, mit jemandem, der wirklich Erfahrung hat oder diese, ja, dieses, sein Wissen oder seine Kapazität einbringen will, unbedingt, aber grundsätzlich ist, sind die nicht in der Schweiz, es sind aber nicht einfach jetzt irgendwelche Billiglohnländer, es gibt tatsächlich einige, einen kleinen Entwickler habe ich tatsächlich in China, das ist allerdings einer meiner besten Entwickler, die sind einfach, das sind einfach Kapazitäten auf ihren Gebieten und mir spielt das Land eigentlich überhaupt keine Rolle, das sind gute Menschen, mit denen kann ich gut zusammenarbeiten, sie können alle gut Englisch als Beispiel
und eben gut entwickeln, sauber dokumentieren und so weiter, also es sind einfach gute Leute, egal woher, dass die jetzt
kommen. Die hast du aber auch aus deiner Zeit in der Industrie quasi kennengelernt und dann mit aufgebaut oder wie bist du auf die gekommen? Also wie findet man so einen Entwickler in China, der Englisch kann und der am Ende eine Burn -Air -Map mitprogrammieren kann, wo es ganz viel, also alles auf Deutsch ist und so was? Also da gibt es verschiedene Varianten,
das eine sind sicher Netzwerke, zum Teil aus der Industrie, aber zum Teil auch nachher oder man fragt sich herum, es gibt auch Portale, wo man solche Leute finden kann und so weiter, also da gibt es verschiedene Wege, wie man an Leute herankommt und eine Kunst ist natürlich dann, die richtigen Leute auszuwählen, das ist eigentlich dann die Kunst und da gibt es auch Rückschläge und da muss ich immer überlegen, warum hat das jetzt nicht funktioniert und was ich auch gelernt habe, ist, wenn ich merke, dass irgendwas nicht, wenn ich so ein Gefühl kriege, dass etwas nicht funktioniert, dann eben früh den Stecker zu ziehen. Früher habe ich dann immer gesagt, ja gut, okay, wir versuchen es jetzt nochmals und so weiter, wir machen noch etwas weiter, das heute nicht mehr so, das bezeichnet man in der Industrie als Sanktkosten, also Kosten, die einfach schon mal weg sind, und diese macht man durch dieses Festhalten an Dingen, wo man glaubt, eigentlich nicht, aber ich will jetzt noch nicht aufgeben, dass diese Sanktkosten werden dann nur grösser und darum habe ich begonnen, das relativ früh dann abzuschneiden,
ja, aber insgesamt muss ich sagen, bin ich eigentlich sehr zufrieden, also es gibt relativ wenige Leute, wo ich sage, okay, da hat
es gar nicht gepasst. Inwieweit, auch wenn du jetzt dein Team im Hintergrund hast, aber du sagst, das sind alles Freelancer, ist dann Burner auf gewisser Weise eigentlich auch eine One -Man -Show, also du bist Chef und alles in allem, also auch CTO, also Chief Technical Officer und sonst was alles, bist du in Personalunion so? Ja, also ich
denke, das ist tatsächlich im Moment so, ich habe im Moment noch eine Stelle in dem Sinne offen im Bereich Marketing, aber es ist tatsächlich so, dass das am Schluss so zusammenläuft, das ist auch ein Risiko, das ist mir völlig bewusst, es ist allerdings relativ schwierig, jemanden so nahe aufzubauen, dass der diese Breite dann abdecken kann, der das dann übernehmen könnte. Was es schon gibt, sind Notfallszenarien, also wenn ich jetzt wirklich etwas schweres, einen Unfall oder sowas hätte, wie es dann weiterläuft, das ist dann schon noch gesichert für eine gewisse Weile, aber das ist effektiv so. Ich denke aber, ich habe das auch in der Industrie viel gemerkt, da versucht man immer zu überlegen, wie kann ich jemanden ersetzen, man soll immer jeden, jederzeit ersetzbar halten.
Ich glaube, dass das nicht zwingend sinnvoll ist, weil jeder Mensch ist irgendwo eine Kapazität und den jederzeit ersetzen zu wollen, glaube ich, ist nicht zwingend optimal. Und ja, es ist effektiv so, wenn etwas ist oder so, dann wird es ziemlich schnell mühsam werden, das ist effektiv so. Aber ich glaube, es ist schwierig, dass in dieser Grösse, das sieht man auch in dieser Paragliding -Branche generell, stirbt irgendjemand oder kann jemand nicht mehr oder hat einen schweren Schicksalsschlag oder sowas, dann bröckelt relativ viel darum. Also es sind immer Leute, Personen, Menschen, die das vorantreiben, gewisse Dinge. Und wenn die dann eben weg sind, dann ist das einfach, dann fällt das etwas zusammen. Das glaube ich ist so und ist auch nicht falsch.
Also ich glaube, es ist besser, jemanden zu haben, der mit Motivation und mit Wille etwas macht, als einfach zu versuchen, jeden jederzeit ersetzen zu
können. Gucken wir nochmal so ein bisschen die Geschichte von Burner an, also die technische Entwicklung sowas. Die Burner Map ist ja mit der Zeit eigentlich immer weiter gewachsen. Anfangs war das sowas, ich sage mal hauptsächlich eine erweiterte Startplatz -Datenbank, wo du erstmal die ganzen Schweizer Startplätze drin hattest mit mehr Infos noch zu, wo ist der Landeplatz, wo kann man zusammenpacken, wo ist die nächste Busstation, wie fließt dort der Talwind und solche Sachen hast du dann da gleich mit reingepackt. Dann kamen aber mit der Zeit so nach und nach immer weitere Layer dazu, die du noch draufgepackt hast. Dann kamen die Windmessstationen, dann kamen irgendwann Thermikprognosen, Live -Tracking, es kam das Wetter und so weiter. Inwieweit hattest du dafür eigentlich so von Anfang an eine Art Masterplan oder ist das wirklich so, ach ich könnte ja, das funktioniert gut, jetzt könnte ich ja noch was, noch was draufpacken.
Also wie ist das so gelaufen?
Ich denke, es ist ein Mix, ein Mix zwischen Masterplan oder andersrum, ich erkläre das nachher noch gleich, Masterplan und einfach Opportunitäten. Der Masterplan insofern, was ich schon immer vor mir habe, also effektiv bildlich auch in meinem Büro, was ich immer vor mir habe, sind die Bedürfnisse der Gleitschimpilotin oder des Piloten. Und diese Bedürfnisse ändern sich eigentlich nicht. Nämlich zum Beispiel, wann oder wo soll ich morgen fliegen gehen oder wann, an welchem nächsten Tag ist es gut oder kann ich dann fliegen an diesem Startplatz und so weiter. Und solche Dinge, das ändert sich ja nicht über die Zeit. Und ich glaube, da gibt es einfach verschiedene, wenn man sich an diesen Bedürfnissen ausrichtet, gibt es wie verschiedene Puzzleteile,
die es braucht, damit man jemanden unterstützen kann. Und das Ziel ist am Schluss, dass die Leute möglichst oft und auch lange, nicht im Sinn von x Kilometern, das ist für mich weniger relevant, aber möglichst schöne Flüge haben und so lange, wie sie möchten, ohne irgendwelche Zwischenfälle und so weiter. Und das ist so die Grundmotivation. Und dann überlegt man sich, was braucht es dafür? Und ein Thema war halt immer, wenn ich mit Leuten gesprochen habe, haben sie immer gesagt, ja, hier ist ein Lee, das weiss ja jeder. Nur ich wusste es nicht und mittlerweile kann ich sagen, wenn ich es nicht weiss, dann ist es wahrscheinlich jeder auch nicht. Und solche Dinge, das war für mich einfach,
unverständlich, dass man das der Community nicht zurückgibt oder erklärt. Wenn ein Talwind immer, oder immer, bei einer normalen Lage immer von hier nach hier drüber strömt und immer mühsame Verhältnisse gibt oder es sogar Unfälle gibt oder so, dann muss das irgendwie für jede Person zugänglich sein. Weil sonst, es muss ja nicht jeder dieselbe negative Erfahrung machen oder jede. Darum glaube ich, das war schon die Motivation und dann gibt es halt eben verschiedene Teile, wo man sich überlegen muss, okay, was braucht es nun noch, um Situationen zu verhindern, die effektiv oder möglicherweise negative Emotionen oder Erlebnisse hervorrufen
könnten. Das heisst, du bist immer quasi wirklich von der Nutzerseite her, guckend auch von deinen Kunden her, die dir Fragen gestellt haben und wo du gesagt hast, das kann ich auf der Karte noch nicht darstellen, erklären, aber das könnte ich vielleicht irgendwie integrieren. Beispielsweise Thermikprognosen, ich kann dann auch drei, vier Tage im Voraus gucken, in welchen Regionen kann man dann vielleicht fliegen gehen oder wo könnte es wirklich interessant werden. Oder als nächsten Schritt, wo du dann auch die, wirklich die Wetterprognosen mit dem ICON D2 -Modell da integriert hast, wo du sagst, dann zeige ich da und dann kann man direkt draufgucken und sieht, wo ist viel Wind, wo ist wenig.
Und da war es jetzt halt, also wenn man das Beispiel Wetterprognosen nimmt, da ist es halt so, da gibt es ja ganz viele Portale. Die Datenfülle ist da gigantisch und die verschiedenen Wetterprognosen sind da. Und die Frage ist eigentlich einzig und allein, was muss eine Person wissen, damit sie sich nicht in Gefahr begibt? Und natürlich, jetzt kann man sagen, das muss jeder selbst lernen und so weiter. Und ich denke, die Top -Profis, die brauchen das vielleicht gar nicht mehr, oder? Weil die sagen, ich fliege eh, ob das jetzt windet oder nicht, ich fliege sowieso. Aber für die Masse der Pilotinnen und Piloten, die fliegen vielleicht 20 bis 50 Stunden im Jahr. Die haben vielleicht 20 Flüge oder vielleicht, keine Ahnung, 15 Flüge. Und da geht es darum, den richtigen Tag zu wählen, dass quasi Return on Investment möglichst hoch ist, dass man nicht irgendwo hinfährt, wo es dann nachher nicht geht.
Und das andere ist halt, die können nicht, die kennen die Wettermodelle und so weiter nicht. Die können nicht sagen, ah ja, jetzt habe ich hier etwas Föhn und so, sondern die müssen das sehen. Die müssen auf eine Karte klicken und da muss offensichtlich sein, hier ist nicht gut, da ist irgendwas faul. Und wenn sie dann sagen, ich bin jetzt aber eh eine Woche im Stubaital und dann suchen sie vielleicht eine Ecke, wo es dann doch geht und das ist ja auch super. Aber ich glaube, das zu visualisieren, diese Daten für Gleitschirmpilotinnen und Piloten, das glaube ich, war bezüglich Wetterprognose eigentlich der Schlüssel oder ist der Schlüssel.
Lass uns mal so ein bisschen den technischen Hintergrund angucken. Also was ist eigentlich nötig, damit diese Burn Air Map so läuft, wie sie läuft? Also was gibt es da? Gib mal so ein paar Daten für Technik -Nerds unter den Hörern, dass die da sagen, wow, wow, wusste nicht, dass so viel dahinter steckt oder so wenig, je nachdem.
Ja, also die Kunst eigentlich, dieses Gebilde zu betreiben ist, dass es eben unglaublich skalieren muss, weil ich sage mal, in 80 oder 85 Prozent der Zeit oder wahrscheinlich noch mehr, wahrscheinlich 90 Prozent der Zeit brauche ich praktisch keine Rechenkapazitäten, weil es ist schlecht Wetter, es fliegt niemand, es ist Nacht, was auch immer, es regnet und so weiter. Und dann gibt es Tage, das sind einige, aber nicht extrem viele, sagen wir mal im besten Fall 40, 50 Tage. Und das sind ja auch nur wenige Stunden, sagen wir von 11 Uhr morgens bis sagen wir 4 Uhr nachmittags oder so, wo es plötzlich explodiert, wo unglaubliche Lifetracking oder was auch immer Mengen anfallen.
Und das heisst, es braucht eine Infrastruktur, die massiv skaliert, die aber günstig ist, wenn nichts läuft und dann teurer ist, wenn viel läuft. Und das ist eigentlich die Kunst. Und dann kommt, das ist bezüglich Lifetracking, und da kann man sich überlegen, zu einem guten Lifetracking -Tag oder einem guten Flugtag quasi, da kommen dann wirklich im Bereich von 5.000 bis 8.000 Trackpunkte pro Minute rein. Also das sind unglaubliche Datenmengen, die da anfallen. Das sind dann mehrere Millionen Datenpunkte pro Tag. Also das ist wirklich gewaltig. Und dann kann, das Thema Wetterprognosen, das hat uns relativ vor grosse Herausforderungen gestellt, weil wir müssen, wenn diese Daten herauskommen von ICON, also vom Deutschen Wetterdienst, dann müssen wir diese visualisieren und transformieren in eine, sagen wir mal, digitales Format, weil die kommen so als eine Art, wie eine Tabelle im weitesten Sinne.
Es ist ein Grid -Format. Und der Auftrag an die Entwickler war, ihr müsst diese Dateien, also sagen wir mal Tabellen, die müsst ihr visualisieren und ihr habt dafür nur wenige Minuten Zeit. Fünf Minuten, sechs Minuten, weil sobald die Dateien da sind, der DWD braucht dafür Stunden, dann möchte ich die innerhalb von Minuten aktualisieren. Und da war die Kunst eben, das so machen zu können. Und aktuell sind das mehrere hundert Rechner, die parallel arbeiten, um diese Wetterprognosen aufzubereiten. Und die sind auch, die laufen für wenige Minuten und dann schlafen sie wieder. Und solche Infrastrukturen aufzubauen und zu betreiben, auch langfristig, das ist relativ aufwendig und braucht immer mehr Wissen.
Das
funktioniert dann aber alles Cloud -basiert oder wie hat man, oder hast du da wirklich 100 Server bei dir irgendwo rumstehen? Nein, nein, nein. Das ist alles
Cloud -basiert. Da kauft man sich diese Rechnerleistung ein, die rechnet man durch. Da gibt es, ich denke, man muss nicht zu sehr ins technische Detail gehen, aber man kauft quasi diese Rechenminuten ein, wenn man so will, und dann skaliert das hoch und dann eben entsprechend wieder runter. Also das, ja, das ist heute eigentlich Status oder Stand der Technik,
sage ich mal. Und vom Live -Tracking her, du hast gerade gesagt, da kommen 8000, wenn es ein guter Tag ist, 8000 Punkte pro Minute und so weiter. Du speicherst ja auch von den ganzen registrierten Nutzern zumindest, ich vielleicht sogar von allen, alle Flüge irgendwie ab. Und die sind ja auch länger gespeichert. Also ich kann ja bei dir draufgehen, wenn ich bin bei dir registriert, gehe auf meine Flüge und sehe dann auch das, was Live -Tracking -mäßig bei dir eingelaufen ist, kann ich auch noch die Flüge von vor ein paar Wochen angucken und so weiter. Da hast du dann also auch riesige Datenspeicher, in denen du das alles dann ablegst. Ja,
das ist richtig, ja. Und ich denke, das ist halt auch etwas, wo man in Zukunft oder wo wir auch heute schon daran arbeiten. Und das sind Daten, die halt wertvoll sind in dem Sinne, dass man sagen kann, okay, man kann schauen, bei welchen Windsituationen oder bei welchen Wetterprognosen ist es wo, wie gut, wie hoch geflogen. Das ist völlig klar. Das ist eigentlich benutzerunabhängig. Das hat mit einem Benutzer in dem Sinne nichts zu tun, sondern die Frage, die sich stellt, ja, wenn ich zum Beispiel eine Luftfeuchtigkeit von X habe, wie hoch kommt man dann an dem Startplatz zum Beispiel oder solche Geschichten. Und da gibt es, denke ich, in Zukunft spannende Ansätze, um daraus zu lernen und auch eben entsprechende Warnungen abzusetzen. Das geht so weit, dass man sich auch überlegen kann, wo sind grosse Sinkzonen und wann entstehen die oder wo passieren Unfälle oder grosse Turbulenzen, bei welchen Situationen.
Und das sind sicher spannende Themen, die man in Zukunft etwas genauer anschauen kann. Und was noch weiter dazu kommt, ich hatte jetzt auch schon Anfragen von Wetterdiensten, weil das Spannende ist natürlich, wenn wir Thermik fliegen, ist das quasi die Quelle von Gewittern sind Thermiken, oder? Das heisst, es ist wie ein Frühdiagnosesystem,
um entsprechende Gewitter oder grosse Gewitter vorherzusagen. Und solche Geschichten sind dann spannend. Da ist jetzt noch nichts passiert, noch nichts gelaufen und so weiter. Aber das sind einfach, man sieht diese Echtzeitdaten, das sind schon interessante Quellen
für die Zukunft. Das heisst, man könnte sagen, ich habe hier von 100 Piloten in einer Region gemessene Durchschnittssteiggeschwindigkeiten und sehe, an dem einen Tag waren es immer nur 1 m, an dem anderen Tag sind es immer 3 m in der Region. Also ist es dort viel habiler, zum Beispiel, also was man dort rauslesen könnte.
Genau. Ja, das wären Möglichkeiten. Und wir nutzen das natürlich zum Beispiel, um Wettermodelle abzugleichen, oder? Also wenn wir ein paar Pilotinnen und Piloten haben, die mit einer gewissen Geschwindigkeit fliegen, dann sehen wir auch etwa, wie stark der Wind ist entsprechend oder wo er drüber zieht oder dreidimensional, wie die Thermik funktioniert und so weiter oder vierdimensional über die Zeit noch. Also das sind sicher spannende Ansätze. Auch eben, wie du sagst, dieses Thema Thermikstärke, das ist ja auch in der Thermikprognose drin, also wie stark ist entsprechend diese Thermik für heute, auf welcher Höhe. Und das muss man natürlich abgleichen, ob das überhaupt stimmt. Und das nutzen wir sehr gerne, um zu schauen, stimmt das plus minus oder eben nicht.
Das heisst, wenn ich als Gleitschirmflieger von Burn Air live getrackt werde, werde ich quasi automatisch auch so eine Art Messboje?
Ja, und es ist sogar so, dass wir jetzt diese Punkte, das nennen wir dann Live Thermik, das veröffentlichen wir auch wieder. Also für die Leute, die das nutzen, das gibt eine Ebene und dort sieht man quasi live, wo es entsprechend hochgeht. Nicht nur von einer Person, sondern von verschiedenen. Man sieht da eine Art 3D -Schlauch, wenn man so will. Und auch seit neuerem sogar die starken Sinkzonen. Also wenn ich dann am Fliegen bin und sehe, hier sind schon ein paar Leute durch und hier ist es stark gesunken in den letzten 20 Minuten oder so, dann sieht man das entsprechend mit so Farbpunkten symbolisiert, dass man weiss, okay, diese Linie muss man vermeiden.
Interessante Geschichte. Komme ich gleich nochmal drauf, was man eigentlich aus so technischen Hilfsmitteln alles rausziehen kann. Man kann ja auch darüber diskutieren, ob das wirklich dann noch das freie Fliegen ist oder nicht. Aber da komme ich gleich nochmal drauf. Erstmal noch bei der Burn Air Map ein bisschen bleiben. Welcher Teil von der Burn Air Map ist eigentlich so technisch der aufwendigste? Ja, es sind verschiedene.
Also ich denke schon, alle Teile haben technische grosse Aufwände. Also zum Beispiel die Fluggebietsinformationen, die sind manuell gezeichnet. Das heisst, das ist aufwendig in menschlicher Natur. Dann das Lifetracking, das generiert einfach massiv Daten. Es ist einerseits die Daten, die reinkommen, aber die Leute lieben es natürlich auch, die Gleitschirmflieger zu verfolgen, sei das zum Beispiel ihren Partner oder zu sehen, wo es gerade fliegt und wie gut sie gefragt sind, welche Strecken und so weiter. Da haben wir kürzlich auch eine Änderung gemacht, dass man nun diesen Tail, wie wir das nennen, also das Schwänzchen quasi hinter dem Piloten, das war bisher 20 Minuten neu, ist das wirklich offen für den Tag, weil die Leute so viel Neugier haben, wo fliegen die Leute durch und sie verbringen viel Zeit auch im Büro. Also das ist auch technisch aufwendig und die Wetterprognosen sind natürlich wirklich technisch oder rechentechnisch gewaltig aufwendig.
Darum, ich denke, man kann die Frage nicht einfach so beantworten und sagen dieser Teil, sondern jeder hat eine gewisse
Aufwendigkeit
für sich. Nach welchen von diesen Features bist du vielleicht persönlich besonders stolz, wo du sagst, meine Lösung da, die finde ich richtig super?
Ich denke auch da, es ist schwierig, etwas Spezifisches herauszunehmen. Ich finde die Visualisierung der Thermikprognose finde ich echt gelungen. Ich bin relativ stolz auf diese PreviTemps, ist auch ein bisschen eine nerdige Variante, um quasi diese Wetter -Soundings zu zeigen, die vorhersagenden Soundings und so weiter. Wenn man so will, wo man nicht einfach wie typisch eine Stunde sieht mit irgendeinem Graphen, den man nicht versteht, sondern man kann wirklich auf dieses Chart schauen und sieht dann die Visualisierung. Aber es ist auch das Gesamte. Ich persönlich arbeite ja sehr viel mit dieser Karte, sei es für meine Gruppen, für mich selbst, wie auch immer. Und es gibt ganz viele Ecken, wo ich immer wieder denke, das ist gut gelöst. Und wenn nicht, dann kriegen wir relativ schnell Feedback, wo jemand sagt, okay, das finde ich nicht witzig, und zum Beispiel auch, was gut angekommen ist, ist dieses XC -Planungstool, wo man eben die Abflughöhen berechnet und so weiter.
Ich glaube, auch da ist es schwierig, etwas Einzelnes zu sagen. Das ist auch etwas, was an der Burner Map ein Thema ist. Sie ist gross, es gibt ganz verschiedene, es deckt fast alle Bereiche des digitalen Gleitschirmfliegens ab. Und da braucht es auch einen Moment, bis man drin ist. Und das höre ich oft, dass man nicht einfach die Karte öffnen kann. Und es ist einfach eine Information, sondern man muss überlegen, was will man davon? Und dann findet man auch die entsprechenden Daten oder Gezeichen
oder Grafiken.
Würdest du denn sagen, jetzt auf das normale Gleitschirmfliegen bezogen, ist die Burner Map jetzt eigentlich von den Features her fertig? Du hast gerade so Sachen gesagt wie, ja, man kann da Daten wieder rausziehen und zum Beispiel an Wetterdienste weiterleiten. Das ist natürlich eine andere Ebene. Aber jetzt auf das, was ich mit einer Burner Map und einer Burner App dann eben auch dementsprechend angezeigt bekomme, gäbe es da noch irgendein Feature, wo du sagst, das fehlt eigentlich noch, das würde ich da gerne auch noch mit reinpacken? Also das kann ich jetzt schon sagen, es
ist sicher überhaupt nicht fertig. Also das ist, ich reinvestiere, also das Ganze ist ja von Beginn weg kommerziell geplant gewesen, ist es auch. Ganz klar, es ist nicht die Idee, das kostenlos zu betreiben. Und zwar der Grund dafür ist, dass man eben wieder reinvestieren kann, dass man Daten einkaufen kann, Wetterdaten oder was auch immer, wenn man das braucht. Und alles, was es halt zum Fliegen braucht, dass man das wirklich auch nutzen kann, dass ich die Entwickler gut bezahlen kann und so weiter. Und so, das steht nie still. Und das Doofe ist, es steht auch in meinem Kopf selten still. Das heisst, wenn ich irgendwo einen Anlass mache, wie jetzt gerade im Prättigau mit meiner Gruppe, dann habe ich nachher wieder eine Liste von zehn Themen, die mich ärgern oder die Dinge, die nicht funktionieren oder ich kriege auf jeden Fall auf jedem Startplatz Feedback über Themen.
Ja, also fertig ist das nie. Und was steht gerade ganz oben auf der Liste? Ja, ganz oben auf der Liste, da kann ich nicht zu viel verraten, aber ich kann etwas sagen, was noch nicht kommuniziert wurde. Das grosse Thema für mich ist im Moment gerade, diese Informationen, die wir heute schon zeigen auf der Burnham App, im Flug verfügbar zu machen. Und wir sind da in dem Endstadium der Entwicklung einer neuen App, zusätzlich zu der Burnham App, die die Infos von der Burnham App nutzt, die im Flug dann genutzt werden kann. Und unsere grosse Vision ist hier, einfach diese App zu öffnen und dann loszufliegen. Ohne Einstellungen und ohne Konfigurationsaufwände und so weiter. Und das ist aktuell im Alpha -Testing bei so 12, 13 Kunden, Kundinnen, die das bereits nutzen, die hell begeistert sind und sie möchten es nicht mehr ausschalten.
Das ist schon eine wirklich coole Geschichte. Und da gibt es jetzt die Möglichkeit, auch für die Ersten wirklich so Alpha -Tester zu werden. Ja, mal schauen. Also ich denke, das geht nicht mehr so lange und dann sind wir da ready, um wirklich da was Cooles rauszubringen.
Verstehe ich jetzt so, dass es wie eine Flug -Vario -App ist, die aber als Kartengrundlage und Informationsgrundlage dann auch noch Sachen nutzen kann, die aus der Burnham -Daten -Hintergrund dann entsprechend kommt.
Genau. Also der Fokus ist nicht zwingend auf Vario, weil nach unserer Einschätzung, glaube ich, wird es noch lange dauern, bis die Leute nur mit einem Handy fliegen. Ich glaube, es braucht nach wie vor gute Varios. Die müssen vielleicht nicht extensiv gross sein und weiss ich nicht, was alles haben. Sie müssen aber gute Sensorik haben. Sie brauchen wahrscheinlich einen Thermikassistent, die Höhe und so weiter. Einfach so typische Vario -Beispiele. Und ich sehe immer mehr, dass die Leute nebendran eben noch ein Handy oder ein kleines Tablet haben, wo sie Dinge haben, wie zum Beispiel Windwerte oder Regenradar oder wo sind meine Freunde oder wo ist die aktuelle Live Thermik und so weiter. Und da gibt es ganz viele von diesen Themen, die man möglichst einfach grafisch aufbereiten muss, dass jemand einfach fliegen kann und man überlegt sich, in welchem Kontext ist er jetzt gerade.
Zum Beispiel fliegt er geradeaus, da muss ich zeigen, wo ist der nächste Landeplatz und schaffe ich es dahin. Oder wo ist die nächste Thermik und wie gut ist die? Oder wo sind meine Freunde, wo sind die durchgeflogen? Und das sind ganz viele solche kleinen Themen, die man versucht, eben in eine App zu konzentrieren, die einfach nebenher läuft. Wenn man sie braucht, ist sie da, zeigt das Richtige an. Und wenn man sie eben nicht braucht, dann ist das Vario für einen da.
Das wäre jetzt als App auf einem Smartphone. Nun bist du ja auch dabei, die Burner Map auch auf andere Geräte zu bringen und da zu integrieren. Also ich meine jetzt vor allem, du arbeitest mit Skytrax zusammen. Da kann man zum Beispiel auf den Skytrax 4 kann man einige der Features schon aus der Burner Map da auch darstellen, Live -Windwerte und sonstiges. Wie ist es eigentlich zu dieser Kooperation zwischen dir und einem Vario -Hersteller eben jetzt Skytrax gekommen?
Der
Ursprung würde ich sagen, ist das Thema Farnet. Also Skytrax hat vor einigen Jahren ja diesen, sagen wir mal, mittlerweile fast Standard Farnet entwickelt, ein offener Standard. Und da war es für mich halt eben auch, wie das ging um die Windwerte. Und das muss man immer in den Kontext setzen. In den Bergen sind die Windwerte essentiell, aus meiner Sicht. Das ist im Flachlandfliegen etwas weniger ein Thema. Aber in den Bergen, wie der Wind über welche Pässe und über welche Gipfel und in welchen Tälern weht und in welche Richtung, ist essentiell für die Flugentscheidung und damit für die Sicherheit. Und da gab es eigentlich dieses Thema, dass Farnet diese Windwerte erkennen konnte und dort haben wir dann begonnen, eben so eine Bodenstation zu entwickeln, die diese Windwerte von der Umgebung aussendet.
Das ist keine Windmessstation, sondern es nimmt die offiziellen Windwerte, zum Beispiel von Meteorschweiz oder ZAMG oder von irgendwelchen Lawinendiensten oder von dem österreichischen Staat oder italienischen und so weiter. Wir haben da sehr viele Kooperationen und nimmt diese Windmesswerte und sendet diese aus, sodass die Leute das auf ihren Geräten haben. Und mit diesem Thema bin ich an Skytrax damals, soweit ich weiss, herangetreten, ist aber auch schon lange her und so hat sich diese engere Kooperation entwickelt. Die ist aber nicht exklusiv, sondern ich spreche auch mit Navito oder mit anderen Geräteherstellern und auch diese Kooperationen sind gut. Wir haben auch in naher Zukunft ein Treffen mit den verschiedenen Varioherstellern, wo man über Standards spricht oder Dinge, wo zum Beispiel, wie soll ein Task -File -Format sein und so weiter.
Also das läuft eigentlich gut und so hat das begonnen und läuft nach wie vor sehr gut. Und ich glaube, was man halt einfach sehen muss, ist, dass ganz viele Personen einfach wenig fliegen. Die gehen mal auf den Hügel, die brauchen ein Gerät, das sie einschalten können mit grossen Tasten und das einfach die Höhe anzeigt und man kann losfliegen und es piepst. Und ich glaube, das ist eine Masse. Das sind wirklich viele Personen, die so sind. Und es sind wenige, aber laute Leute, die dann ganz crazy Dinge wollen. Also irgendwie, keine Ahnung, wirklich mit Apps und ganz vielen Funktionen und das ist dann nicht mehr die Masse. Und das sieht man auch sehr gut an den Nutzerzahlen, auch im Live -Tracking und so weiter, dass eben die Masse will einfach ein einfaches Gerät, das eben gewisse
Funktionen hat. Nun bist du jetzt gerade beim Skytrax 4, ist es ja nicht nur, dass du sagst, okay, Farnet kann deine Daten anzeigen, sondern da bist du ja quasi mit im System integriert. Da kann man auch sagen, zeig mir bestimmte Burn -Air -Sachen an. Du bist im Menü quasi drin. Da taucht der Name Burn -Air sogar drin auf. Wie stark bist du denn dann eigentlich auch in die Entwicklung solcher Geräte direkt mit eingebunden?
Ja, ich denke schon. Also ich bin schon eingebunden. Ich kriege von mehreren Herstellern relativ frühe Versionen der Varios, um Dinge zu testen, ohne dass ich das natürlich austausche mit den anderen Herstellern, weil ich glaube schon am Schluss, die Hersteller selbst, darf man glaube ich ehrlich sagen, die meisten testen nicht so viel in echt. Also die fliegen nicht so viel mit den Geräten. Und da hilft halt Feedback schon relativ viel, wenn sie sagen, okay, es stürzt da ab oder solche Geschichten. Und ja, ich glaube, das hilft schon beidseitig. Einerseits sehe ich, was etwa kommen wird, kann mich darauf einstellen und vorbereiten. Andererseits ist es gut für die Hersteller, weil sie dann sehr früh Feedback kriegen,
wie es aussieht, was gut ist und was eben nicht so gut ist. Und wie gesagt, ich repräsentiere halt nicht eine Gruppe zum Beispiel Wegkampfflieger oder so, das ist nicht meine Klientel, sondern es ist mehr wirklich die Gelegenheitsflieger, die Masse der Pilotinnen und Piloten.
Wie unterschiedlich ist da eigentlich so die Denkweise? Ich meine, so ein Hersteller wie Skytrax, der kommt ja eher von der Hardware -Seite,
was kann ich da speziell dafür coden, dass meine Hardware gut funktioniert. Du bist jetzt so, ich würde mal sagen, der kreative Digitale, der noch sagt, ich denke von der Anwenderseite her und gucke, was kann ich dem liefern. Wie lässt sich das denn da vereinbaren oder gibt es da manchmal so richtig wie Clash of Cultures oder sowas?
Ja, das gibt es. Das darf man glaube ich sagen, das gibt es schon. Es ist halt häufig so, dass Ingenieure solche Geräte entwickeln von verschiedenen Marken und die haben dieses Kundendenken nicht zwingend oder weniger vielleicht. Und da gibt es manchmal, also man sieht das ja auch, es gibt Geräte, die haben ganz viele Daten auf dem Bildschirm, die für einen Durchschnittspiloten überhaupt nicht relevant sind. Der braucht eigentlich ganz wenig und da sieht man, häufig ist es relativ stark ingenieurgetrieben. Und das ist auch eine Falle, die ich häufiger habe für mich selbst
und ich kann das eben nicht nur weil jemand sagt, ich möchte gerne noch irgendeine Spezialzahl auf dem Screen haben, ist das wirklich das, was die Person wirklich will oder was ist das Bedürfnis dahinter? Und zum Beispiel, ich hatte kürzlich starke Diskussionen über das Thema, wie viel Höhe habe ich in der aktuellen Thermik schon rausgeholt, oder? Und das Bedürfnis dahinter ist eigentlich nicht das, nicht eine Zahl, sondern das Bedürfnis dahinter ist, weiß ich im Moment noch, da zu bleiben oder nicht? Und diese Bedürfnisse dann, die needs behind the needs, das ist eigentlich das, was dann überlegt werden muss. Und ich denke, diese Sichtweise, die versuche ich dann jeweils einzubringen.
In vieler Hinsicht bist du ja mit deiner Ausrichtung auf die Idee, wie kann man das Digitale im Fliegen sinnvoll nutzen, sage ich mal, bist du ja auf gewisse Weise auch ein Vorreiter so. Wie häufig wirst du dafür auch angefeindet?
Ja, also das gibt es. Es gibt laute Personen, die
nicht immer freundlich sind. Man muss da lernen, das muss ich auch noch lernen, das etwas wegzustecken, weil die Masse der Personen, wenn ich auf irgendeinen Startplatz gehe und dann kennen sie das Gesicht schon von den YouTube -Videos oder irgendwas, dann werde ich angesprochen und dann haben die Leute Freude, haben vielleicht ein Problem, das sie noch schnell klären möchten oder so, also irgendwelche Einstellungen oder irgendwas, was sie nicht genau verstanden haben. Insgesamt ist es unglaublich positiv. Es gibt ganz wenige, die halt etwas laut sind oder sogenannte Trolle, die im Internet da herum trollen, die man etwas ignorieren oder etwas
überhören muss. Auf die andere Seite, ich habe selbst lange im Support gearbeitet und mache heute auch noch fast allen Burnout Support selbst, man lernt halt unglaublich viel von Trollen, eben nicht, aber sonst von Leuten, die Feedback geben, sei es nicht immer nur positiv, lernt man viel und sieht auch früh, das sind wie Frühindikatoren für Probleme, die später kommen oder negative Emotionen oder so. Und ich glaube da, man kann es nicht einfach weglegen und sagen, ich ignoriere mal,
dass man einfach rumtrollt. Das muss man
dann drüber hinwegsehen. Eine der, nennen Sie mal, der extremen digitalen Funktionen von Burn Air, wo quasi das technische Setup von Burn Air sehr gut für den Nutzer dann auch schon wieder in der Luft handtatbar wird, sind das, was du vorhin schon sagtest, diese Live -Thermiken. Erzähl mal nochmal genauer, was es damit auf sich hat. Also wie kommen Live -Thermiken zu mir auf den Bildschirm? Was liegt da als Daten dahinter und was sehe ich dann eigentlich?
Also das sind zwei Dinge. Das eine ist, dass die Farnet -Geräte von Naviter und auch von Skytrax, die, wenn man zentriert, gibt es ja einen Zentrierassistenten. Und sobald es eine sinnvolle Thermik erkennt, wird es diese Thermik quasi als Farnet -Paket in die Luft raussenden und sagen, hallo Leute, ich habe eine Thermik gefunden, die ist hier und es hat einen entsprechenden Windversatz. Das ist also die Advanced -Variante. Und diese Thermikpunkte, die zeige ich dann an auf der Karte, die heissen Live Thermik -Zentren. Weil das ist wirklich das Zentrum. Man sieht das aber auch in quasi fast 3D, wenn man so will. Das sind dann verschiedene Höhen und man sieht eben den Windversatz. Und dann gibt es auch Live Thermik und das ist ganz trivial.
Das sind einfach, wo sind andere gestiegen und welcher Steigwert.
Das ist halt einfach farblich kodiert. Je roter, desto stärker ist das Steigen. Und wenn es dann halt viele, das sind ganz kleine Pünktchen. Und wenn es viele dieser Pünktchen hat, dann ist dort die entsprechende Thermik. Und ich denke gerade in den Bergen ist die Thermik im Tagesverlauf verschiebt sie sich, aber im selben Zeitraum ist sie häufig ziemlich am identischen Ort. Im Flachland, nach meinen Erfahrungen übrigens auch, es ist so, dass das häufig, es pulsiert zwar, aber es ist häufig dann wieder am ähnlichen Ort.
Aber es funktioniert relativ gut. Und ich war schon häufiger froh, wenn man dann halt tief ist und irgendjemand ist vor 20 Minuten da durchgeflogen und hat dort diese Punkte produziert quasi oder auch mehrere Leute, dann ist das halt einfach relativ effizient.
Ist das denn wirklich noch sowas wie das reale, freie Fliegen oder sowas, wenn man ständig in der Luft auf seinen Bildschirm starrt und guckt, wo ist der nächste tiefrote Punkt, den ich anfliegen muss, anstatt zu lernen, okay, wo gucke ich in der Landschaft, wie steht die Sonne? Und also für sich selber die Systeme überhaupt zu verstehen und nicht die Systeme technisch zu verstehen, indem man sagt, ich muss gucken, wo halt der rote Punkt ist und da fliege ich dann halt hin.
Gute Frage. Also für mich freies Fliegen heisst eben frei zu sein in seinen Überlegungen, frei zu sein in seinen Entscheidungen. Und ob nun jemand das zu viel findet, technisch oder nicht, das ist eben dessen Freiheit zu überlegen, passt das für mich oder nicht. Jetzt, für mich wichtig ist, dass die Leute früh Erfolge haben beim Fliegen. Weil natürlich muss man den Umgang mit Frustration lernen und Gleitschirmsport ist einer der wirklich guten Sportarten, um den Umgang eben mit Frust zu lernen, weil man häufiger mal am Boden steht und sich denkt, warum stehe ich jetzt am Boden und alle anderen sind oben und so weiter.
Und ich glaube aber, diese Lernkurve beim Gleitschirmfliegen ist relativ steil. Das heisst, es ist nicht so einfach, ein guter Streckenflugpilot zu werden, ausser man hat natürlich viel Zeit, man fliegt viel und so weiter. Und wie gesagt, die Masse der Pilotinnen und Piloten fliegt eben nicht so viel. Und da geht es aus meiner Sicht darum, denen schöne Erlebnisse zu geben und dass sie möglichst halt das, was sie gerne möchten, zum Beispiel sie möchten endlich mal, keine Ahnung, zu ihnen nach Hause fliegen oder von dem einen Berg in die nächste Stadt fliegen oder was auch immer. Es gibt da so eine Region Interlaken bei uns in der Schweiz und es ist für viele ein Traum, von Grindelwald nach Interlaken zu fliegen. Und da muss man nur dreimal aufdrehen eigentlich. Es ist ganz einfach, aber für das muss man am richtigen Ort sein und man muss genug lang aufdrehen und so weiter.
Da gibt es einige ganz kleine Dinge. Und wenn die Leute dann landen in Interlaken, wenn sie das geschafft haben, dann haben sie so eine Freude. Und ich glaube, das ist am Schluss mehr wert als die Überlegung, ist das jetzt freies Fliegen oder nicht? Weil lernen, ich kann denen viele Vorträge geben über wo ist die Thermik und so weiter. Aber wenn sie am Schluss dann am Boden stehen, dann sind sie frustriert und das ist dann auch nicht gut. Und wenn sie diesen Flug machen können, realisieren können, dann glaube ich, ist das eine Freude und der Fortschritt kommt von alleine. Ich glaube, es ist einfach diese Kurve ist sehr steil unten und das zu erleichtern, glaube ich, ist
Ziel.
Dieser Geschichte. Siehst du denn das so auch als die Zukunft des Fliegens, dass wir im Grunde auch immer vernetzter in der Luft sein werden? Und dass das auch, das ist also, wo wir halt quasi die Anfänge des freien Gleitschirmfliegens, das waren noch die ganz wilden Jahre und es gab vielleicht noch keine vernünftigen Varios und die Leute mussten einfach ausprobieren und heutzutage schwingst du dich halt in die Luft und bist schon, ich meine, es reicht dein Smartphone dafür, bist dann halt technisch voll ausgestattet und sagst, ich bekomme eigentlich Infos, die Generationen an Gleitschirmflieger vor mir noch überhaupt nicht hatten. Jetzt bekomme ich einen Bodenwind angezeigt, ich bekomme Live -Thermiken von anderen, ich kann sehen, wo andere fliegen, ich kann sogar sehen, wo meine Buddies gerade steigen und kann dann dorthin fliegen und sonst was alles.
Ist das letzten Endes das, wo du glaubst, die neue Generation des Fliegens wird halt eine vernetzte sein?
Das glaube ich definitiv. Es wird auch, es wird eine Gruppe geben von Personen, die das nicht möchten und das ist völlig akzeptierbar. Das sehe ich überhaupt kein Problem. Ich glaube auch, es ist wunderbar, auch mal eben, wie du am Anfang gefragt hast, das war ja mal auszuschalten und einfach nur ein bisschen rumzufliegen und einfach zu geniessen, auch das ist wunderbar. Aber man muss sehen, dass wenn man das vergleicht mit früher, und ich fliege selbst ja noch nicht so lange, wenn man das vergleicht, dann ist einfach die Leistung der Schirme usw. ist unglaublich gestiegen. Wenn man früher, früher, früher von einem Start -up konnte man kaum starten, weil er zu flach war und dann ging es direkt runter zum Landeplatz. Wenn man Glück hat, hat man den erreicht. Und jetzt ist es einfach, ja, wir haben vorgestern im März eine Alpenüberquerung gemacht aus dem Engadin in Richtung Davos und dann weiter Squall.
Das ist einfach undenkbar. Das ist kilometermässig vielleicht nicht so viel, aber man fliegt da über Gletscher, man fliegt über tiefe Täler usw. Das ist unglaublich. Und ich glaube, diese Schönheit wäre vielleicht so nicht einfach so möglich, weil ich dann nicht weiss, ja ist der Talwind jetzt schon zu stark oder man würde vielleicht irgendwo gegroundet werden, wo es dann gefährlicher wird usw. Ich glaube, ja, ich glaube diese Zukunft die wird es wahrscheinlich sein, wenn auch nicht für alle und die, die das nicht möchten, die werden nach wie vor genauso wie sie früher geflogen sind, fliegen können. Mit der Ausnahme halt bezüglich Luftraum, wo es tendenziell mehr Einschränkungen geben wird oder beziehungsweise mehr Vorschriften bezüglich Sichtbarkeit.
Wenn man jetzt mal, du sprichst mal von den ich sag mal so Durchschnittspiloten, die noch nicht so viel wissen usw. Gucken wir jetzt mal an das andere Extrem, die wirklich leistungsorientierten Piloten oder Leute, die bei den X -Alps teilnehmen oder sowas. Was können die für Vorteile aus so einer Technik ziehen? Ja, ich glaube,
das ist also, das haben diese X -Alps gezeigt, einige Teams der vorderen Ränge haben die Burner Map genutzt. Ich bin überzeugt, dass die X -Alps immer mehr digital gewonnen werden wird, das bin ich ziemlich sicher. Eben wenn ich z.B. weiss, wo es Thermik hat, kann ich einfach die Effizienz nochmals deutlich steigern, wenn ich weiss, wie die Winde sind, kann ich sie zu meinem Vorteil nutzen, wenn ich weiss, wie die Prognosen in gewissen Tälern sind, wo fließt der Wind, auf welcher Höhe, wie, glaube ich, kann ich das alles zu meinem Vorteil nutzen und so glaube ich wirklich, dass das, ja, dass das in diese, wer diese Tools im Griff hat und das muss man nicht, der muss nicht zwingender Athlet selbst sein sogar, sondern es kann jemand sein, der das analysiert im Hintergrund, was ja übrigens auch schon passiert, und zwar massiv, dann glaube ich, kann man da so eine Effizienz rausholen, die relativ schwierig ist, weil man muss immer wissen, es ist, ich bin nicht so tief in diesen Sportarten drin, aber in Formel 1 glaube ich zu sagen, sind wahrscheinlich die
Motorenunterschiede und die Fahrzeuge und so weiter und auch die Piloten sind wahrscheinlich gar nicht so unterschiedlich, ich kenne es zu wenig, aber so unterschiedlich werden sie nicht sein, das Mentale macht sicher einen massiven Unterschied, also nehme ich ein Risiko noch oder nehme ich es nicht, dieses Risikobereitschaft, sage ich mal, das ist sicher ein Faktor und aus meiner Sicht, dieses digitale Fliegen, sei es eben während dem Flug oder Prognose und so weiter, glaube ich, das wird ganz, ganz matschentscheidend sein, bei solchen längeren Rennen, bei kleineren Rennen, wo es irgendwie darum geht, irgendwo hoch zu rennen, rund zu fliegen, da spielt es keine Rolle, aber bei solchen längeren Rennen, glaube ich, ist das diese Taktik bezüglich Prognosen und wo muss man wann sein und so weiter, glaube ich, ist ganz, ganz, ganz
essentiell. Kann das ein Pilot noch alles verarbeiten? Ich meine, du musst die ganzen einzelnen Werte, wenn du jetzt sagen würdest, okay, du kannst den Wind abrufen, du kannst die Thermiken abrufen und sonstiges, ist das etwas, da startet man ja im Grunde nur noch auf dem Bildschirm und klickt sich durch irgendwelche Listen durch, um zu sagen, ich muss jetzt den nächsten Wert da noch abrufen und dann, was sagt denn der Flughafen da hinten und sonstiges. Gibt es auch Sachen, wo du überlegst, kann man von dem Bildschirm wegkommen, kann man beispielsweise eine Sprachausgabe für die wichtigsten aktuellen Dinge machen oder so, wo du halt da nicht mehr hingucken musst?
Ja, also diese Klammer muss man vielleicht noch öffnen. Die Frage ist fast zweigeteilt. Das eine ist, kann das ein einzelner Pilot noch machen? Ich glaube, für eine X -Alps oder ein ähnliches Rennen, was auch immer, was für über Tage dauert, glaube ich, ist es wahrscheinlich schwierig. Also natürlich kann man es machen, aber es braucht Ressourcen von diesem Athlet. Und diese Ressourcen muss er eigentlich in die Beine stecken oder er muss ihn in sein fliegerisches Können stecken und so weiter. Also glaube ich, wird er immer mehr zum Spielball, eigentlich von solchen taktischen Entscheidungen, die er schon selbst trifft, aber die Grundlagen werden wahrscheinlich von anderen erarbeitet. Und so ist es ja häufig schon. Für die Durchschnittsflieger, da glaube ich, klingt das jetzt alles vielleicht etwas überdimensioniert, aber wenn jemand in einem Tal fliegt, einfach ein bisschen links und ein bisschen rechts und das einfach geniesst, dann spielt vielleicht der Wind am Landeplatz noch eine Rolle und sonst nichts.
Und da glaube ich, ist die digitale Überlastung dann null. Weil dann schaut man das ab und zu mal an und schaut sich den Windwert an, was ja heute auch schon einfache Varios wirklich können, über Fahne zum Beispiel. Und da glaube ich, ist die Überlastung wirklich nicht gross. Und je grösser oder je grössere Strecken, dass man fliegen will, je grössere Abenteuer, desto grösser wird quasi das Bedürfnis, eben solche Informationen zu haben. Aber damit steigt ja auch die geistige Aufnahmefähigkeit von solchen Leuten. Das heisst, wenn jemand beschäftigt ist, den Schirm über dem Kopf zu halten bei schwacher Thermik, oder es ist noch am Anfang und es geht ums Zentrieren, dann ist das sicher zu viel und das braucht er aber auch gar nicht.
Aber mit steigender Strecke oder steigender Abenteuerlust braucht man wahrscheinlich auch mehr von diesen Tools.
Lass uns jetzt zum Ende hin noch ein wenig über deine eigene Fliegerei sprechen. Wie viel kommst du eigentlich selbst noch in die Luft bei all diesen, wie soll ich sagen, administrativen Aufgaben, die du mit Burner hast, mit der Entwicklung und dem Tagesgeschäft damit?
Also sehr viel. Ich fliege allerdings privat nicht so viel, muss ich ehrlich sagen, also wirklich privat. Da sind es fast mehr Hike & Fly und ein bisschen Rundkurven einfach zur Freude. Eben auch mit ganz leichtem Gurtzeug, leichtem Material und so weiter. Also da bin ich dann lieber irgendwie in der Natur unterwegs, Trailrunning oder was auch immer oder Schneeschuh laufen oder was auch immer. Aber zum Fliegen komme ich sehr viel. Natürlich eben, wenn ich jetzt so dieses Guiding mache für 4 Tage das waren, ja dann bin ich halt jeden Tag 5 Stunden oder so was in der Luft. Das summiert sich dann massiv. Also es kommt dann viele 100 Stunden pro Jahr zusammen. Das heisst, ich verbringe doch viel Zeit in der Luft.
Wenn du jetzt so Guiding machst, nur von der Vorstellung her, du verfolgst wahrscheinlich deine Kunden, die da mit sind, kleine Gruppe, verfolgst du alles per Live -Tracking, dann wahrscheinlich auf deinem Gerät. Hast du auch Funkkontakt noch mit denen oder ist es einfach nur, man spricht ab, was man macht und versucht so dicht beieinander zu bleiben, wie es geht?
Ne, ne unbedingt. Also wir haben immer Funkkontakt. Also sie müssen nichts sagen selbstverständlich. Die meisten können die Hand dann nicht von den Bremsen nehmen oder so. Aber ich fliege meistens ein bisschen voraus, vielleicht ein paar 100 Meter oder so. Manchmal sage ich ihnen auch, okay, ich teste mal was aus, warte mal kurz in der Thermik, schaue, ob die Linie schon gut ist oder ob es irgendeine Leersituation gibt oder so, fliege das dann etwas eben ein bisschen vor und sage aber auch, was sind meine Entscheidungsgrundlagen, warum fliege ich jetzt diesen Weg und so weiter, sodass sie wirklich davon profitieren können, und so gibt es dann wirklich in den meisten Fällen wunderschöne Flüge. Es gibt es aber auch, dass ich dann absaufe irgendwo und dann muss ich es halt dann vom Boden aus machen, genau.
Das ist jetzt, dass du quasi betreutes Fliegen anbietest. Bist du auch selber mal leistungsorientiert geflogen oder xc -punktemässig orientiert geflogen, dass du sagst, ich will da wirklich auch oben in irgendwelchen Ranglisten stehen?
Also leistungsmässig,
ja. Ich habe so kleinere Wettkämpfe mitgemacht, habe aber relativ schnell gemerkt, dass ich mich selber bezüglich Risiko nicht im Griff habe. Also ich bin einfach durch diesen Wettkampf Spirit, der so ziemlich schnell entsteht, wenn man so in einer Thermik mit 120 anderen fliegt und dann alle racen entlang von diesen irgendwelchen Bergwäldern oder sowas, kommt man sofort so in einen Modus. Und ich habe dann zurückblickend reflektiert und habe gesagt, okay, ich habe da eigentlich das Risiko, zu viel Risiko genommen für das, was es am Schluss wert ist. Und darum passe ich wahrscheinlich nicht so gut in diese Szene. Obwohl es super hilfreich ist, man lernt sehr viel und es gibt sicher Leute, die dieses Risiko besser managen als ich jetzt.
Ich habe das gemerkt, ich war mit einer Gruppe in Kruschevo in Nordmazedonien letztes Jahr, glaube ich, oder vorletztes Jahr, da waren gleichzeitig irgendwelche europäischen Meisterschaften oder so und dann kam dieser Pool an mir vorbei und ich hatte meine Gruppe im Schlepptau, und da kam dieser Pool vorbei und plötzlich kam ich wieder in diesen Modus, Vollgas und mitgeflogen. Und das ist einfach, man merkt sofort, es macht Peng und dann ist man sofort wieder drin. Aber ja, das ist, ich glaube, ich persönlich für mich hatte das Risiko nicht im Griff und ich glaube, es haben es wahrscheinlich einige nicht im Griff. Das hat auch, es gibt immer wieder Unfälle, die nicht nötig sind, weil man zu nahe über Zeug fliegt, vollbeschleunigt, irgendwo zwei Meter über irgendwelche Wälder, wo man wirklich, wenn irgendwas ist, dann ist einfach nicht mehr viel im Griff.
Aber ich glaube, es gibt auch Leute, die das im Griff haben und darum, ich empfehle, dass den Leuten gerade Einsteiger -Wettkämpfe kann man das durchaus mal probieren, so eine Gin Wide Open oder Schaber oder was auch immer, da gibt es verschiedene coole, kleine Formate, wo es aber nicht darum geht, zu gewinnen, sondern es geht darum, mal eine erste Erfahrung zu haben. Meistens sind die begleitet dann mit Vorträgen oder sowas und das finde ich wirklich eine coole Geschichte, um sich etwas weiterzubringen.
Inwieweit warst oder bist du kompetent beim Streckenfliegen, auch in der Form, dass du sagst, ah, wie viele Punkte habe ich und ich vergleiche das, ich gehe auf einen XContest und gucke mal, was bin ich geflogen und was sind andere geflogen? Gar nicht. Ich beobachte das
mit steigender Sorge, dass Leute tolle, tolle Flüge haben und dann landen, dann laden sie quasi fast schon obligatorisch dann ihren Flug, der eh nicht so gross ist, ist ja klar, dass Leute eben die Gelegenheiten pflegen, die machen keine 200, 300, 300 Dreiecke. Das heisst, die laden das hoch und dann verbringen sie Stunden oder lange Zeit auf dem XContest und sind dann quasi, obwohl sie einen wunderbaren, tollen Flug hatten, sind sie ja relativ schnell wieder frustriert, weil sie sagen, aber da sind ja die Leute noch weiter geflogen, das hätte ich ja auch noch gekonnt. Und ich glaube daher, für mich und auch die Kunden, die ich habe, ist dieses kompetitive Fliegen nach Punkten und so weiter, ist aus meiner Sicht für den Flugsport nicht zwingend immer förderlich.
Also es gibt sicher die Chance, sich da weiter zu entwickeln, aber die Chance für Gelegenheitsfliegerinnen und Flieger da oben zu stehen, die ist relativ gering, oder? Weil da wird immer jemand weitergeflogen sein und so weiter. Und wenn einem diese Punkte dann wichtig sind, dann kann es ziemlich schnell zu langfristiger Frustration führen, habe ich das Gefühl. Und das ist, empfinde ich nicht als besonders förderlich für die Eigenmotivation. Du hast gerade gesagt,
steigende Sorge hättest du damit. Warum steigend?
Ja, man sieht das vor allem, also ich denke, man sieht schon, dass es gerade junge Männer typischerweise, die versuchen sich da zu vergleichen, versuchen sich eben irgendwie in der Form zu messen, können vielleicht selbst noch nicht richtig thermisch fliegen und so weiter und kaufen sich dann Schirme, weil sie denken, da mit dem können sie jetzt dann so weit fliegen, überfordern sich und mit entsprechenden allfälligen Grenzen, beginnt bei Frust und endet bei schwerwiegerenden Dingen. Also darum, ich glaube schon, dass es da ein bisschen, ja, man muss wirklich ein bisschen einen Gegenpol bilden und das ist auch etwas, was wir wirklich aktiv versuchen. Man sieht bei uns nicht irgendwie die Punkte, man sieht die Routen, man sieht die Tagestracks zum Beispiel.
Das finde ich sehr inspirierend, dass man sagt, jemand ist da ein bisschen früher abgebogen, man sieht das alles übereinander gelagert quasi und kann so etwas sagen, okay, der hat da noch aufgedreht und ich habe es da nicht geschafft. Ah, der war auf der anderen Ecke und so ist es mehr ein Lernen als ein kompetitives ich habe so viele Punkte, der andere hat so viele Punkte. Und so ist auch dieses Thema dieser Alpstein Challenge entstanden, die wir kürzlich lanciert haben in Zusammenarbeit mit dem XC -Team
Santis, wo es eben nicht darum geht, möglichst schnell viele Punkte zu sammeln, sondern halt gewisse Ecken anzufliegen, ohne Druck, einfach gewisse Höhen zu erreichen, diese Punkte zu holen, im Sinne von diese Zylinder einzufliegen und wann man das macht und ob man da jetzt der Höchste war oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist eigentlich, dass man das versucht und vielleicht gelingt das auch den einen oder anderen und bis jetzt sind solche Ideen eigentlich gut angekommen.
Okay, Berni, zum Schluss noch aus deiner ganzen Erfahrung mit den Coachings und sonst was, welchen Tipp hast du für Otto Normalpiloten, worauf sollte man achten, um am Ende eines Tages sagen zu können, das war ein toller Flugtag?
Mehrere Dinge, das eine ist das Material sorgfältig wählen, also das heisst, das Material wählen, das zu seinem Niveau passt.
Typischerweise ist meine Empfehlung, mit tiefklassigem Material zu fliegen.
Wirklich tiefklassig, das kann A oder B sein, wie auch immer das Rating ist. Man kann sich die Leistung nicht kaufen über einen neuen Schirm oder einen besonders crazy Vario oder sowas, sondern am Schluss muss man eben doch noch fliegen und ja, also das ist so die eine Geschichte des Technischen, wenn man so will, und das andere glaube ich, die Ziele versuchen nicht
leistungsorientiert zu setzen, sondern zum Beispiel Lernziele oder Performanceziele, wo man sagt, heute möchte ich einfach mal zum Beispiel der Höchste sein oder die Höchste in der Thermik. Oder zum Beispiel, ich möchte gerne mal diese Ecke von oben sehen oder ich möchte mal schauen,
beschleunigen, wie sich das auf die Gleitzahl verhält oder was auch immer für Ziele, aber es muss nicht immer zwingend sein, heute muss ich die 40 Kilometer oder 40 Punkte oder was auch immer Zahl knacken, sondern ich glaube, man kann hier wirklich schöne Ziele haben. Ich kann als Beispiel nehmen, ich fliege mit meinen Gruppen oft wirklich, man versucht, zumindest gemeinsam, das heisst, man versucht, die gesamte Gruppe permanent zusammenzuhalten. Bedeutet auch, dass immer jemand oder mehrere müssen immer warten und andere müssen immer etwas mehr Gas geben, aber die Erfahrung eben gemeinsam, wirklich permanent mit nur 100 Metern Entfernung miteinander zu fliegen, das ist so schön. Es ist einfach, man hat so ein gemeinsames Erlebnis, man sieht dieselben Adler, man sieht dieselben Ecken der Welt und ich glaube, solche
Ziele zu haben, zu sagen, okay, heute fliegen wir einfach mal gemeinsam, warten aufeinander zum Beispiel und solche Geschichten, ich glaube, solche Ziele finde ich viel schöner als einfach reine Leistungsziele. Das
heisst, das ist vielleicht auch etwas, wo wirklich dieses vernetzte Fliegen in Zukunft noch viel mehr helfen kann, dass nämlich vielleicht aus dem Individualsport, Gleitschirmfliegen auch in irgendeiner Weise noch mehr ein Gemeinschaftssport wird, auch in der Luft.
Da bin ich sehr überzeugt, ja. Und das sieht man auch heute schon, wenn man Thermikprognosen rausgibt, da wird relativ schnell in den Chats diskutiert, wo gehen wir morgen hin, welchen Startplatz und so weiter, was könnten wir gemeinsam da machen und je mehr Leute, die sich da aufraffen können, quasi eben einen schönen Flug zu machen, die werden sich dann auch gemeinsam treffen und gemeinsam landen. Ich glaube, ja, das ist wirklich eine tolle Stimmung am Landeplatz, ist einfach wirklich etwas Wunderbares, wenn die Leute zufrieden sind mit sich selbst, mit ihrer Leistung, unabhängig von der Leistung quasi von anderen Menschen, die man dann quasi vergleichen müsste.
Okay, Bernie, ich danke dir. Vieles erzählt über Technik bis hin zu Flugmöglichkeiten mit Burn Air und dem, worauf man für das eigene Glück beim Fliegen am meisten achten würde. Danke für die viel Erfahrung, die du da hast und danke für sehr viel, was du im Grunde der Szene da auch entwicklungsmäßig gibst und sie damit auch weiterbringst. Ja, und wie sich das vielleicht auch auf die Fliegerei dann letzten Endes ausprägen wird. Da fehlt mir gerade noch eine Sache ein, letzte Frage, wirklich letzte. Nun ist Burn Air Map ja auf DACH -Regionen, also DACH -Regionen, auf deutschsprachige Regionen bisher ausgerichtet. Gibt es, wird es irgendwann eine internationale Burn Air Map geben, also auch englische Version oder zumindest auf Europa ausgedehnte Version und sowas, was ja eigentlich wahrscheinlich von der Grundlage her technisch super easy möglich sein sollte, bis auf das man alles übersetzen muss.
Genau, man muss alles übersetzen. Also technisch ist es nicht so eine Sache, das stimmt. Im Moment ist es nicht im Plan, muss ich ehrlich sagen. Es ist einfach der Markt, DACH, also Deutschland, Österreich, Schweiz, der ist riesig und der ist noch lange nicht abgedeckt. Und ich glaube, ich investiere die Zeit eher in die Erfassung von Fluggebieten und in die Erfassung von standardisierten XC -Flügen und solche Geschichten, als jetzt viel Zeit und Geld in quasi Übersetzung zu geben. Zumal dazu kommt, dass deutschsprachige Pilotinnen und Piloten gerne ein Portal haben, das eben in Deutsch ist und nicht in Englisch, wo sie dann selbst das nicht mehr verstehen. Und ich glaube, ich verbringe ja relativ viel Zeit in Südafrika jeweils pro Jahr und die fragen mich fast täglich, ob es dann irgendwann Englisch gibt.
Im Moment zumindest ist es nicht auf der Roadmap.
Okay. Burn Air bleibt erst einmal deutsch, aber für alle Leute gut nutzbar. Super. Bernie, ich danke dir. Ich möchte dir
auch herzlichst danken, auch für das Engagement in der Szene. Ich finde das wirklich toll mit den Podcasts, aber eben auch den Blog. Also wirklich, das ist ein grosses Lob. Ich finde, es ist journalistisch gut aufgearbeitet. Es ist wirklich neutral geschrieben und auch wenn du öfters positiv über Burn Air schreibst, das ist wirklich der Hammer. Auch manchmal eben Feedbacks zu lesen, die vielleicht einfach neutral formuliert etwas konstruktiver sind, ist wirklich der Hammer. Also ich freue mich auf dich. Herzlichen Dank, dass ich hier teilnehmen durfte und Teil deines Imperiums zu sein.
Ja, Imperium, also wenn Imperium, hast du eher ein Imperium. Aber so und so hoffen wir, dass du uns noch lange erhalten bleibst und da noch einiges weiter anschieben wirst und ich bin gespannt, was da noch kommt. Tschö Bernie. Vielen Dank.
Vielen Dank, dass du da bist. Vielen Dank, dass du da bist.
Vielen Dank, dass du da bist.