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93. Peak and Fly - Florian Hofmeister

// Florian Hofmeister, Lucian Haas · 2022-10-14 · 01:23:09 · original episode

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[show notes]
Florian Hofmeister lebt im Flachland, ist aber ein begeisterter Anhänger des Hike and Fly. Wie geht das zusammen? +++ Wer auf Berge wandern will, um von dort herunter zu fliegen, braucht vor allem erst einmal eines: die Berge. Umso verwunderlicher ist es, wenn ein Gleitschirmpilot aus Köln sein Herz gerade dieser Form der Fliegerei verschrieben hat. Denn rund um Köln ist flaches Land, und selbst die nächsten Hügel der Eifel im Süden kommen auf maximal 200 Meter Höhendifferenz. Von solchen Vorgaben lässt Florian Hofmeister sich allerdings nicht abhalten, seinen Traum zu leben. Fast jedes Wochenende, das passendes Flugwetter verspricht, fährt er in die Alpen, um dort Gipfel zu erklimmen und den Abstieg fliegend zu vollziehen. Peak and Fly heißt passenderweise der Youtube-Kanal, auf dem der 33-jährige mit seiner Freundin Wiebke und seinem Vater Klaus die meist gemeinsam unternommenen Touren dokumentiert. Die ästhetisch gefilmten und musikalisch passend untermalten Videos machen Lust, es ihnen gleichzutun. Wer immer wieder stundenlange Anfahrten bis zum Wanderziel in Kauf nimmt, sollte freilich gut vorbereitet sein, um die langen Wege nicht umsonst anzutreten. In diesem Punkt ist Florian besonders akribisch. Dank genauer Wetter- und Geländestudien im Vorfeld gehen fast alle seiner Touren auch auf. Wie er dabei vorgeht und wie er überhaupt zu seiner Liebe zum Hike and Fly kam, welche Ausrüstung er nutzt und warum er mittlerweile viele Teile davon sogar selber näht – das und noch mehr erzählt Florian in dieser 93. Folge von Podz-Glidz. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Summer Solstice on the June Planet | Künstler: Bail Bonds No Copyright Audio Library Watch & Download: https://www.youtube.com/watch?v=cHxvd_EV0ow

[transcript]

0:07Florian Hofmeister

Es ist so ein bisschen so, wie Reinhard Messner auch das sagt, man vermisst den Berg so ein bisschen zu Fuß, also wenn man von unten gestartet ist und oben ankommt, dann hat man den Berg so ein bisschen mehr begriffen als Berg, wenn ich mit der Bahn hochfahre, ist es fast schon so eine Art Sportgerät -Gefühl, also der Berg ist eigentlich, ja, die Rampe, die eben 1000 Meter über dem Tal ist, was der Berg eigentlich ist, wie viel Strecke da drin steckt, das kriegt man dann kaum mit, deswegen, ich merke richtig, wie das fehlt, das Gefühl für den Berg, so, wenn man da nicht hochgelaufen ist.

0:46Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast,

0:49Florian Hofmeister

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens, heute

0:53Lucian Haas

mit Florian Hofmeister und ich bin Lucian Haas, wer auf Berge wandern will, um von dort herunter zu fliegen, braucht vor allem erst einmal eines, die Berge, umso verwunderlicher ist es, wenn ein Gleitschirm-Blog aus Köln sein Herz gerade dieser Form der Fliegerei verschrieben hat, denn rund um Köln ist flaches Land und selbst die nächsten Hügel der Eifel im Süden kommen auf maximal 200 Meter Höhendifferenz. Von solchen Vorgaben lässt Florian Hofmeister sich allerdings nicht abhalten, seinen Traum zu leben. Fast jedes Wochenende, das passendes Flugwetter verspricht, fährt er in die Alpen, um dort Gipfel zu erklimmen und den Abstieg fliegend zu vollziehen.

1:40Lucian Haas

Peak and Fly heißt passenderweise der YouTube -Kanal, auf dem der 33 -Jährige mit seiner Freundin Wiebke und seinem Vater Klaus die meist gemeinsam unternehmen.

1:51Lucian Haas

Die ästhetisch gefilmten und musikalisch passend untermalten Videos machen Lust, es ihnen leicht zu tun. Wer immer wieder stundenlange Anfahrten bis zum Wanderziel in Kauf nimmt, sollte freilich gut vorbereitet sein, um die langen Wege nicht umsonst anzutreten. In diesem Punkt ist Florian besonders akribisch. Dank genauer Wetter und Geländestudien im Vorfeld gehen fast alle seiner Touren auch auf. Wie er dabei vorgeht und wie er überhaupt zu seiner Liebe zurückkehrt, ist eine Frage, die er sich nicht mehr beantworten kann. Wie er zum Hike and Fly kam, welche Ausrüstung er nutzt und warum er mittlerweile viele Teile davon sogar selber näht, das und noch mehr erzählt Florian in dieser 93. Folge von Podz-Glidz.

2:34Lucian Haas

Wenn dir der Podcast gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Blogs Flugleits und zwar dort auf der Seite Fördern.

2:53Lucian Haas

Florian, du bist begeisterter Hike and Flyer. Ja, wohnst aber in Köln und wir sitzen hier gerade bei dir zu Hause und draußen fahren die Straßenbahnen vorbei und vor allem ist es aber absolutes Flachland, wo wir hier sind. Wie passt das eigentlich zusammen, Hike and Fly und du wohnst hier?

3:12Florian Hofmeister

Die Verbindung zu den Bergen kam eigentlich schon relativ früh, so in meiner Kindheit. Da waren wir immer drei Wochen im Sommerurlaub und zwei davon in der Toskana und eine Woche in Elmau im Bilden Kaiser. Und damals ist der Funken noch nicht so übergesprungen. Aber irgendwie hat er so ein paar Erinnerungen gelegt. Ja, später hat mein Vater mich dann mitgenommen auf Klettersteige. Das hat mich irgendwie angefixt und dann bin ich einfach viel in die Berge gegangen. Hab dort einfach viel Spaß gehabt und Herausforderungen. Das hat mir gefallen. Und dann bin ich in Tannheim mal am Landeplatz vorbeigefahren. Gottesgleich schwebte da so ein Gleitschirmflieger rein. Damals wusste ich es nicht, heute weiß ich es natürlich gegen den Tag.

3:58Florian Hofmeister

Es war so ein Metallwind, also fast auf der Stelle schwebte der da so runter und da habe ich irgendwie gedacht, wow, das sieht irgendwie super aus. Und als wir mehr in die Berge gegangen sind und das auch schon so zu einer Art Hobby wurde, dieses Wandern, Bergsteigen, Hiken. Ja, da kommt natürlich irgendwann kommt irgendwie die Frage auf, warum immer der Abstieg? Könnte man nicht vielleicht runterfliegen? Gäbe es nicht noch eine elegantere Lösung? Manchmal hat man die Leute herumfliegen sehen und das war irgendwie so eine Idee, die sich damals... Und ja, klar, in Köln wusste ich schon, wird es schwierig, aber so ein Urlaub, zumindest fing es so an, kann man es ja machen. Und dass man dann mal süchtig wird und dann wirklich jedes Wochenende runterfährt, das konnte da ja keiner ahnen.

4:45Lucian Haas

Das heißt, am Anfang stand aber diese Passion für die Berge grundsätzlich. Also erst mal die Passions fürs Hike von diesen beiden Sachen, die wir da haben. Und da bist du auch schon viel in die Berge gefahren. Zuerst mit deinen Eltern, aber wahrscheinlich auch später für dich selber und bist auch auf Berge geklettert und gewandert.

5:05Florian Hofmeister

Genau, genau. Also das sind eigentlich so richtig, dass ich das alleine und selbst gemacht habe. Da waren so zwei Auslöser eigentlich im Spiel. Der eine ist eher eine traurige Geschichte. Also einer meiner besten Freunde oder mein bester Kindheitsfreund ist tatsächlich an einem Berg umgekommen am Szenalrothorn. Für mich war das immer so im Hinterkopf irgendwie. Ich muss da irgendwann mal hoch. Ich muss das irgendwann mal wie zu Ende machen. Jetzt fängt man natürlich nicht mit dem Szenalrothorn an, sage ich mal, sondern man fängt mit einfachen Bergen an, mit einfachen Klettereien und nähert sich da dran. Und das habe ich auch gemacht. Und es fiel in so eine Zeit, wo ich jetzt mit Long Covid, das ist das Bekannte, so lange Viruserkrankung. Damals hatte ich auch irgendeine Viruserkrankung, die sich gezogen hat über Jahre, wo ich dann am Berg nach Jahren gemerkt habe, oh, ich kann jetzt wieder langsam leisten.

5:57Florian Hofmeister

Ich kann wieder Sport machen, kann mich wieder schneller bewegen. Und das hat mich so ein bisschen auch dann zu der Zeit dorthin gezogen, einfach zu sagen, oh, ich bin jetzt wieder fähig, tausend Höhenmeter zu gehen, zweitausend Höhenmeter schnell zu gehen vielleicht. Und diese beiden Faktoren waren es irgendwie, die mich so richtig angefixt haben für dieses Hiken und das Bergsteigen. Ich war 2018 auch oben, also Szenalrothorn und habe diese Tour auch glücklich gemacht. Es war aber nicht der Endpunkt oder so, sondern es war im Grunde. Ja, sehr schön. Es war eine sehr schöne Gedächtnistour, eine sehr schöne Sache, aber da hat es mich eigentlich so richtig gepackt erst, muss ich sagen.

6:34Lucian Haas

Bist du da dann auch von diesem Berg schon runtergeflogen oder hast du da das Fliegen noch gar nicht angefangen gehabt?

6:40Florian Hofmeister

In dem Jahr hatte ich tatsächlich den Schein gemacht und da stand ich da oben auch rum und habe mir überlegt, wo ging es oder ging es überhaupt? Und da war ich aber so erfahren noch, dass ich sagen würde, eher nicht. Heute würde ich sagen, gar kein Problem, also überall. Und deswegen steht er eigentlich nochmal auf der Liste und würde ich gerne.

6:59Lucian Haas

Wenn du jetzt auf Berge hochgehst, fliegst du von allen wieder runter? Ja. Das heißt, du suchst dir deine Touren auch immer so aus, dass du sagst, okay, ich möchte die Berge so nehmen, dass ich sie auf jeden Fall auch irgendwo oben raus starten kann. Und die Berge, wo ich nicht starten kann, die reizen mich gar nicht so.

7:18Florian Hofmeister

Ja, genau, auf jeden Fall. Also ich würde sagen, ich suche mir die Touren ausschließlich mittlerweile danach aus, ob der Berg fly oder startbar ist.

7:28Florian Hofmeister

Man muss aber auch sagen, fast jeder Berg ist eigentlich startbar und daher ist die Auswahl jetzt nicht unbedingt so klein. Die Frage ist natürlich, ist es erlaubt? Neben dem, ist es möglich, ist immer die Frage, ist es erlaubt? Aber da gibt es ja so unglaublich viele Möglichkeiten. Da kann man einen schönen Berg nehmen und meistens ist er dann auch fliegbar. Du

7:49Lucian Haas

hast gerade im Nebensatz so gesagt, ja, da bin ich noch nicht jedes Wochenende runtergefahren und sowas. Fährst du jetzt wirklich jedes Wochenende von Köln irgendwo in die Berge? Also irgendwo in die Alpen, immer 600 Kilometer hin, 600 Kilometer zurück? Es gibt immer wieder Phasen, wo ich

8:03Florian Hofmeister

das genauso mache. Mein Job hat mir das auch eine Weile ermöglicht. Ich hatte einen Tag frei, also einen Freitag, dann konnte ich eben Donnerstag runterfahren, Sonntag zurück. Und das hat sich dann schon gelohnt. Dann hat man zwei oder vielleicht drei Touren gemacht. Es gab Sommer, wo ich das so gemacht habe. Letzten Sommer zum Beispiel oder 2019 auch. Das wird natürlich extrem anstrengend auf Dauer. Also länger als ein paar Wochen kann man es eigentlich nicht durchziehen. Aber ja, das habe ich gemacht. Zurzeit nicht, aber eine lange Zeit, ja.

8:33Lucian Haas

Auf wie viele Kilometer bist du dann so im Jahr gekommen? Allein, um zu deinen Touren zu fahren und wieder zurück?

8:38Florian Hofmeister

Okay, das war Gott sei Dank auf mehrere Autos verteilt. Deswegen weiß ich das nicht. Aber ja, es wird wahrscheinlich ordentlich was zusammengekommen sein.

8:48Lucian Haas

Geht ja immer Hike and Fly so als umweltfreundlich. Man läuft ja irgendwo hoch. Aber wenn man sich vorstellt, okay, von Köln aus immer zum Hike and Fly fahren, ist es ja alles andere als umweltfreundlich. Das noch. Spielt das manchmal bei deinen Gedanken oder bei deinen Planungen in irgendeiner Weise eine Rolle?

9:04Florian Hofmeister

Ja, das spielt schon eine Rolle. Also ich habe schon immer mal wieder mir überlegt, wie das mit dem Fußabdruck in der Richtung ist. Und ich habe, ja, es war eben so ein bisschen auch eine Sucht, muss man ganz ehrlich sagen, also wirklich addicted. Und deswegen habe ich einfach versucht, den so ein bisschen zu verringern, indem ich auch Leute mitnehme und Leute auch dazu begeister, da überhaupt mitzumachen und dann sich einfach die Fahrt zu teilen, und ja, da ein bisschen ökonomischer unterwegs zu sein.

9:33Lucian Haas

Das heißt, geteilte Freude ist doppelte Freude und geteilte Fahrt ist halbe Umweltlast, so ungefähr.

9:39Florian Hofmeister

Ungefähr, ja.

9:42Lucian Haas

Nun sitzt du hier in Köln und da fährt man ja sechs, acht, neun Stunden irgendwo hin, je nachdem, wo du da auch in die Alpen hin willst. Nun weiß man ja nicht immer, ob man dann wirklich diese Tour machen kann. Wie machst du da, oder wie häufig passiert es dir dann eigentlich, dass du da vielleicht irgendwo hinkommst und merkst, Mist, das Wetter lässt es gar nicht zu, ich bin jetzt eigentlich umsonst gefahren? Also am

10:04Florian Hofmeister

besten gar nicht. In der Realität von den Touren über die Jahre kam es tatsächlich auch nur ein - oder zweimal, zweimal insgesamt vor, dass ich wieder runterlaufen musste und es nicht ging. Und ich bin eigentlich von meinem Naturell so, dass ich sehr, sehr exzessiv plane. Also ich bereite mich wirklich extrem gut vor, versuche immer dazu zu lernen, weil jeder Tour über das Wetter, über die Bedingungen, wirklich abzugleichen, was hat man oben für einen Wind, was hat man für Bedingungen gehabt und warum. Und warum vor allem hat es abgewichen von der Vorhersage von allen fünf Modellen, von dem Talwind, warum an dem Tag und so weiter. Also wirklich zu gucken, wenn ich schon runterfahre, dann will ich eigentlich so eine Art 100 % Fluggarantie haben.

10:50Florian Hofmeister

Dem nahe zu kommen, versuche ich eben über eine sehr gute Planung hier zu Hause am PC,

10:56Lucian Haas

sage ich mal. Aber ich meine, wenn man sagt, man fährt jedes Wochenende, dorthin, es gibt ja auch Wochenenden, wo man einfach sagen muss, da ist das Wetter zumindest durchwachsen, wo man vielleicht nicht die absolute Erfolgsaussicht hat. Oder kann man wirklich im Vorhinein so planen, dass man sagt, irgendwo in den Alpen gibt es immer einen Spot, der so sicher ist und den suche ich mir dann entsprechend aus?

11:17Florian Hofmeister

Ja, irgendwo kann man sicherlich fast immer fliegen, aber ich würde dann einfach nicht fahren. Also ich suche mir natürlich schon Wochenenden aus, die einfach gut sind. Und einfach gut ist es sehr häufig irgendwo, muss man sagen. Also klar gibt es mal durchwachsene Wochenenden, aber irgendwo ist es eigentlich immer ganz gut. Und wenn nicht, dann fahre ich halt mal alle zwei Wochen oder alle drei Wochen. Das geht dann auch.

11:39Lucian Haas

Wenn du da, du sagst, du planst exzessiv, dann fährst du ja wahrscheinlich auch, sagst, ich will mal auf den und den Berg eine Tour machen. Das kennst du nicht unbedingt alles von vor Ort, du hast nicht das lokale Wissen darüber. Wie kommst du dann trotzdem dahin, dass du sagst, ich bin mir ziemlich sicher, dass das dann auch so funktioniert? Was gehört dazu? Was checkst du da ab? Oder machst du auch Kontakt mit Locals oder wie gehst du da vor?

12:04Florian Hofmeister

Ab und zu versuche ich auch tatsächlich mit den Leuten irgendwie zu reden, die dort wohnen oder zumindest dort mal geflogen sind, meistens über YouTube -Kommentare unter irgendwelchen Videos. Aber es ist einfach so ein bisschen die Erfahrung. Also am Anfang habe ich natürlich einfache und sichere Sachen gesucht. Also wo klar war, okay, mit wenig Wind, an windschwachen Tagen, es ist eine Südseite oder eine Ostseite morgens vielleicht auch, dann ist es auf jeden Fall eine safe Geschichte. Aber mit der Erfahrung merkt man ja einfach, ja, was für Einflussgrößen dann wirklich eine Rolle spielen, auf welcher Höhe ist es, der Talwind, ist es der Überregionale, ist es dann bei wenig Wind auch einfach nur die Sonne. Und der Skill nimmt ja auch zu, das heißt so ein bisschen das Startfenster. Also was kann ich überhaupt starten?

12:49Florian Hofmeister

Wie viel Rückenwind kann ich starten? Wie viel Seitwind geht? Was für Startplätze gehen überhaupt? Die meisten Berge bieten ja zehn Startplätze und in viele Richtungen. Die sind halt nur nicht als Startplätze erstmal erkennbar. Aber im Grunde reicht ja auch häufig nur ein breiterer Wanderweg aus, sag ich mal. Dadurch wird einfach die Möglichkeit, wirklich zu starten am Ende, einfach größer. Also es ist eine Mischung aus Erfahrung beim Planen, aber auch Skill beim Starten vor allem. Und der macht einfach eine höhere Wahrscheinlichkeit aus, dass man wirklich fliegt.

13:22Lucian Haas

Guckst du dir auch sowas dann auf Google Earth genau an und sagst, ja, das Gelände, ich scanne da mal wirklich auf den Satellitenbildern, wo könnte man dort vielleicht starten? Wenn man da hochläuft und ich markiere mir mal drei mögliche Spots, irgendwie vielleicht auch auf drei unterschiedlichen Höhen. Wenn man sagt, oben ist es vielleicht zu stark, aber dann könnte ich 200 Meter tiefer dann auch noch raus starten und so.

13:41Florian Hofmeister

Auf jeden Fall. Also Google Earth ist natürlich eine Möglichkeit. Es gibt ja noch andere Möglichkeiten, Fat Map und andere 3D -Karten. Also auf jeden Fall 3D -Karten. Damit fängt es meistens an, weil ich bin irgendwo durchgefahren und ich habe einen schönen Berg gesehen. Da habe ich versucht, mir zu merken, wo der ist. Und später gucke ich in Google Earth. Dann einfach nach, was für ein Berg war das? Und ist er startbar? Du hast ja gesagt, mehrere Startmöglichkeiten. Also man braucht auf jeden Fall immer, finde ich, so einen Plan B und Plan C, wo man einfach sagt, wenn ich hochgehe und vielleicht auch Touren mache, die am Limit sind oder so, dann muss ich irgendwie auf jeden Fall starten können. Und dafür brauche ich auf jeden Fall Optionen später. Und Google Earth eignet sich sehr gut. Auch Google Maps in dieser 3D -Variante.

14:26Florian Hofmeister

Und was ich gerne benutze für so, ist diese coole, wirklich startbare, oder ist es nur ein Fehler im Google Earth? Was es natürlich gibt, ist einfach das Portal Hiker, wo die Leute eben Tourenberichte hochstellen und auch Bilder hochstellen. Und dann kann man gucken, wie es wirklich aussieht. Weil diese 3D -Programme, muss ich ehrlich sagen, da habe ich auch echt Paradebeispiele. Da sieht es aus wie eine Kuppe, aber es ist eine Wand. Also es kann wirklich extrem abweichen von der Realität.

14:57Lucian Haas

Hast du denn diese Erfahrung auch gemacht? Dass du auf Basis von Google Earth irgendwo hingefahren bist und dann eben nicht auf der Kuppe standest, sondern vor der Wand und sagtest, scheiße?

15:06Florian Hofmeister

Nee, Gott sei Dank nicht. Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ich in Google Earth gedacht habe, wow, super. Und dann später auf den Fotos gesehen habe, dass es gar nicht möglich ist und dass es wirklich komplett anders aussieht. Also das kann schon vorkommen. Und man muss echt aufpassen, worauf man sich verlässt, weil im Endeffekt wirklich verlässlich sind nur Bilder oder Videos von dem wirklichen Keiner -3D

15:27Lucian Haas

-Modell. Das heißt, du surferst. Du surfst dann aber auch viel im Internet und suchst dann entsprechend, wenn du sagst, den einen Berg, da will ich jetzt hoch, dann suche ich auch wirklich nach Fotos, die diesen Berg zeigen und die dann entlang der Strecke, also der Aufstiegsstrecke, dann dort gemacht worden sind und dann guckst du auf Instagram und YouTube oder Sonstiges.

15:44Florian Hofmeister

Genau, also wenn ich dann einen Berg im Kopf habe, dann kann es schon mal immer Monate sich ziehen, dass ich immer wieder irgendwo ein Bild finde, was dann genau nochmal die Ecke zeigt in dem Tourenbericht. Es gibt ja unglaublich viele Portale auch verteilt. Und ja... Ich sammle die dann. Ich habe dann auch eine OneNote -Datei, wo ich eben dann wirklich alle Bilder dann dazu sammle, sodass ich am Ende wirklich ein gutes Bild habe, wie es dann aussieht in der Realität tatsächlich.

16:12Lucian Haas

Das heißt, wenn du dich in Köln ins Auto setzt, ist das nie wirklich spontan, sondern da geht im Grunde eine wochenlange Planung voraus, auf den einen Startplatz bezogen oder diesen einen Berg bezogen, weil du nicht sagst, okay, ich sehe jetzt, das ist tolles Wetter, jetzt will ich mal den und dann gucke ich mal, sondern du hast diesen Berg vielleicht schon monatelang im Blick und sagst, für den passen jetzt heute die Bedingungen. Oder was heißt heute, morgen, übermorgen, an dem Wochenende, wenn du dann da runterfährst.

16:39Florian Hofmeister

Das kann sein, aber meistens ist es eher so, ich habe ja schon ungefähr, weiß ich nicht, 50 oder 100 Touren so einfach mal so organisiert oder vorher rausgesucht. Das heißt, es ist schönes Wetter, ich überlege mir, was möchte ich von den ganzen Sachen eigentlich mal machen. Und dann suche ich mir eins aus und fahre dahin. Und das ist aber schon recherchiert, also das habe ich schon geplant. Und dann gucke ich nur, ob die Bedingungen dazu aktuell auch wirklich passen. Ja, da ist häufig eine lange Planung vorangestanden. Mittlerweile mache ich das ganz gern mal, wenn es geht, irgendwie auch noch aus dem Handy raus, auf der Fahrt, wenn ich irgendwie schon eh unten bin und spontan was machen möchte. Das geht auch, aber das wäre am Anfang natürlich überhaupt nicht gegangen. Also diese viele Planung hat mir es ermöglicht, auch mal spontan zu planen. Am Anfang wäre ich da gar nicht zurande gekommen mit.

17:24Lucian Haas

Spontanplan heißt dann aber, du brauchst die Erfahrung dafür, um auch bestimmte Infos entsprechend einschätzen zu können, zu sagen, das geht oder das geht nicht.

17:31Florian Hofmeister

Klar, also man kennt ja die Quellen dann besser und man weiß, wo man suchen muss und man weiß, wo man für verlässliche Infos auch suchen muss. Es ist häufig so, wenn wir einen Hike and Fly machen und ich sehe aus dem Flug, sehe ich dann irgendwie einen schönen Berg, Thermik irgendwie anspricht von der Form oder weil ich mir denke, boah, unten hat er einen Felsgrat, aber oben ein Grasplateau, perfekt.

17:53Florian Hofmeister

Dann muss ich natürlich, sage ich mal, am besten am nächsten Tag rauf. Und das heißt, das muss ich dann vor Ort irgendwie planen. Und da habe ich vielleicht auch nur ein Handy oder so. Und das geht dann nicht so optimal. Aber wenn man ein bisschen Erfahrung hat, dann geht das schon leichter, als man braucht jetzt nicht immer den PC dann im Hintergrund sozusagen. Machst du diese Touren häufig auch allein? Selten, tatsächlich. Also wir sind eigentlich immer mehrere. Das entspricht auch so ein bisschen meinem, was Gleitschirmfliegen für mich ist oder diese Hike and Fly ist. Für mich ist Gleitschirmfliegen eigentlich ein sozialer Sport, würde ich sagen. Also ein Sport, der von der Gemeinschaft lebt und von den gemeinschaftlichen Ereignissen, die man auch hat. Und deswegen sind immer ein paar Leute dabei.

18:38Florian Hofmeister

Manche häufig und manche eher selten. Und wir machen es eher zusammen

18:42Lucian Haas

als allein. Aber wenn du da so eine Gang hast, da bist du dann schon der Anführer, weil du der Planer bist.

18:49Florian Hofmeister

Ob ich da von Anführer reden würde, weiß ich nicht. Aber ich bin auf jeden Fall der, der gerne die Planung übernimmt und die Verantwortung dafür, dass wir oben auch, sage ich mal, eine Startgarantie haben.

19:01Lucian Haas

Könntest du dich denn auch anderen anvertrauen? Oder würdest du sagen, nee, das plane ich lieber selber nochmal durch? Bist du so ein Perfektionist, der sagt, das geht ja nicht, geht sonst nicht?

19:10Florian Hofmeister

Würde mir wohl sehr schwer fallen. Aber wenn ich die Leute kenne und ihnen vertraue, in ihrer Expertise, würde ich das wohl machen. Aber ich finde, diese Planerei ist ein Teil davon. Also die ist für mich eine eigene, wirklich inspirierende Disziplin, wo ich einfach, da habe ich einfach Spaß dran. Das ist für mich ganz wichtig. Das ist für mich gar keine Pflicht. Also es ist nicht so, jetzt muss ich irgendwie gucken, wie es geht. Sondern es ist eher, wow, was gibt es zu entdecken? Wie passen die Möglichkeiten zur Realität? Und das dann auszuprobieren, das macht mir richtig Spaß eigentlich.

19:38Lucian Haas

Nun sind ja solche Hike and Flies, gerade der Fly -Anteil davon, nicht immer, aber häufig sind es einfach schöne Abgleiter. Vielleicht 20 Minuten, eine halbe Stunde oder sowas. Wie ist denn das Zeitverhältnis, was du dann so hinkriegst, wenn du sagst, ich bereite mich akribisch darauf vor? Also wie viel vorbereitest du? Wie viel Zeitung steckt für eine halbe Stunde Flug da drin? Hast du dir

20:03Florian Hofmeister

das mal ausgerechnet, das Verhältnis? Gut, so habe ich es noch nie gesehen. Für mich fängt die Tour ja eigentlich am PC an. Also ich habe schon Spaß, wenn ich das plane. Das heißt, das ist für mich sowieso keine tote Zeit. Aber kommt auf die Tour an. Es gibt Touren, die sind super leicht zu recherchieren. Da ist sofort klar, was da los ist. Vielleicht oben eine sehr große Grasflanke oder Vierenflanke oder so, wo es sowieso rausgeht. Da gucke ich auch gar nicht viel mehr. Aber es gibt andere Touren, die sind zum Beispiel Bishorn aus dem Mattertal, die noch nicht mal als Tour wirklich zu finden sind. Und da dann wirklich zu gucken, von vorne bis hinten, wie kann man da aufsteigen mit dem Gleitschirm, wie kann man am Ende fliegen, da ist natürlich das Verhältnis zu dem Abgleiter

20:47Florian Hofmeister

wahrscheinlich dann 20 zu 1 oder noch schlimmer. Aber das kommt total auf die Tour an. Das ist extrem abhängig davon.

20:55Lucian Haas

Aber du sagst, du hast so viel Spaß, mit dem Planen, das ist dann vielleicht letzten Endes sogar egal, ob du fliegen gehst oder nicht. Das Hobby ist schon auch die 20 Stunden davor.

21:04Florian Hofmeister

Soweit würde ich nicht gehen. Also für mich ist immer die Abgleich zwischen dem, was ich hier mir ausdenke und dem, was ich dann später erlebe. Das ist mir wirklich wichtig, diesen Abgleich zu haben. Ich würde jetzt nicht sagen, ich mache das für die Planerei. Das würde nicht reichen.

21:21Lucian Haas

Wie häufig hast du es erlebt, dass bei diesem Abgleich du dann feststellst, Mist, da ist wirklich doch noch was ganz anderes. Ich habe was übersehen. Wie häufig passiert dir das heute noch? Du hast ja gesagt, am Anfang war auch mit Google Earth oder so, dass du dann gesehen hast, das funktioniert nicht so ganz. Aber was kann dir heute noch an Fehler dabei quasi unterlaufen?

21:43Florian Hofmeister

Man lernt immer dazu, muss ich sagen. Es sind hauptsächlich so kleine Effekte, wo ich im Vorhinein schon erwarte, dass es da noch so einen Effekt gibt und ich noch nicht weiß, wie stark der ist. Also ein klassisches Beispiel ist zum Beispiel Silberhornhütte, Schweizer Alpen. Gletscher sind eben so ein bisschen, oder der Startplatz liegt im Einflussbereich von Gletschern, die darüber liegen. Und dann ist ja so ein bisschen die Frage, wie lang ist noch startbar abends? Möchte ich einen schönen Abendabgleiter machen? 19, 20 Uhr vielleicht? Die Sonne scheint da ja drauf, ist eine Westseite, alles toll. Aber wann ist der Effekt des Gletschers stärker als der Sonneneffekt? Und das sind so Learnings, die macht man auch nicht beim ersten Mal vor Ort und die möchte man ja vielleicht auch gar nicht machen. Aber das sind Sachen, die kommen. Die kommen wirklich über extrem viel Erfahrung mit genau diesem Effekt dann erst raus.

22:31Florian Hofmeister

Und das heißt, es gibt immer wieder so Effekte, die mir so ein bisschen zeigen, oh, da hast du jetzt nicht dran gedacht. Aber das sind natürlich spezielle Startplätze und bei den meisten Startplätzen gibt es ja kaum solche Effekte, deswegen eher selten, würde ich sagen.

22:48Lucian Haas

Ist es dir schon passiert, dass du wegen eben diesem Gletscherwind, der als kalter Wind dann den Berg runterkommt, dass du deswegen nicht mehr starten konntest?

22:57Florian Hofmeister

Also es ist mir schon passiert, dass ich dann Probleme hatte, noch gut zu starten, aber nicht gar nicht zu starten. Also wir sind dann rausgekommen, aber es war dann nicht mehr angenehmer Startwind von vorne. Es war halt einfach Rückenwind. Und wenn man dann vielleicht auch nur ein paar Meter zu laufen hat und es auch noch durch Schnee geht, dann muss man natürlich einfach gucken und muss man eben noch abwägen, ob das noch zu riskieren ist oder ob das dann schon leichtsinnig ist.

23:28Lucian Haas

Merkst du dir auch sowas dann in der Planung vor, dass du zum Beispiel sagst, okay, das ist ein Startplatz, der hat genug Laufstrecke, dass man da auch bei Rückenwind vielleicht noch rauskommt und bei dem anderen weißt du, okay, da habe ich fünf Meter und das muss eigentlich mit Wind von vorne funktionieren, sonst kommst du da gar nicht sauber raus.

23:45Florian Hofmeister

Es gibt immer mal wieder einfach Touren, wo es natürlich knapp auf Kante ist, sag ich mal, also wo man einfach sagt, okay, da oben ist ein Grat und entweder man hat fünf bis zehn km/h Wind, wo man den Schirm, vielleicht einen Leichtschirm, gerade aufziehen kann oder es ist einfach nicht möglich. Bisher hatte ich da immer Glück, sag ich mal, also es war dann möglich, aber wenn ich sowas weiß, dann brauche ich eigentlich einen Plan B, also was gibt es noch für Möglichkeiten. Wenn da so knapp ist und Rückenwind dann wahrscheinlich ist, dann muss ich einfach früher starten. Zum Beispiel, das kann ich dann nicht sagen, ich mache den Abendabgleiter und entspanne da noch oben, sondern dann starte ich halt um 17 Uhr, wo es auf jeden Fall noch von vorne kommt. So würde ich das dann eher machen.

24:25Lucian Haas

Lass uns mal ein bisschen über Ausrüstung reden. Wenn du so auf Hike & Fly ausgerichtet bist, hast du dafür dann auch spezielle Schirme oder sagst du, ich nutze immer einen und den schleppe ich halt auf jeden Berg dort hoch und mit meinem XI oder was auch immer komme ich überall raus?

24:40Florian Hofmeister

Nee, tatsächlich habe ich für jedes, für jeden Einsatzgebiet eigentlich einen Schirm, was so ein bisschen daran liegt, weil... Wie viele

24:47Lucian Haas

Schirme hast du? Vier.

24:49Florian Hofmeister

Vier? Es geht noch.

24:51Lucian Haas

Ja, ja. Es gibt Leute, die mehr haben. Ja, ich meine, Kiter haben auch die unterschiedlichsten Kite -Größen, für die verschiedensten Windgeschwindigkeiten und du hast dann vier Schirme für die verschiedensten Bergbedingungen, die du dann da wahrscheinlich antreffst. Welche Schirme sind das und für welche Bergbedingungen brauchst du dich jeweils?

25:07Florian Hofmeister

Also der erste ist tatsächlich ein Schirm, der nicht, gar nicht von Berg geeignet, oder der schon geeignet ist, aber den ich nicht am Berg fliege. Das ist eine Diva von BGD. Die fliege ich nur in der Düne oder an Soaring -Kanten, die keine Thermik haben. Ist halt ein Competition -Schirm, zum Soaren perfekt, aber für das Hike & Fly völlig ungeeignet. Und für das Hike & Fly wirklich habe ich eigentlich ein Bantam, ein P3 und ein XI. Kommt eben darauf an, wie lange ich plane, da noch zu fliegen.

25:36Lucian Haas

Und wonach entscheidest du dann? Ich meine, du musst ja vor, bevor du auf den Berg gehst, wahrscheinlich nimmst du immer alle drei in deinem Bus mit, wenn du da drunter fährst. Aber wenn du dann auf den Berg gehst, musst du ja entscheiden, okay, welchen nehme ich jetzt?

25:50Lucian Haas

Wonach entscheidest du das dann an dem Tag oder dann

25:53Florian Hofmeister

vor Ort? Ja, ganz einfach. Ob das für mich eine Tour ist, wo es mir wirklich um den Hike geht, um die Tour, vielleicht, weil man auch klettern muss oder so. Oder ob es mir eben auch um den Flug geht. Also möchte ich zum Beispiel aufsteigen und noch wohin fliegen oder möchte ich einfach nur fliegen und nehme den Hike als Training mit. Das entscheide ich einfach dann aus dem Bus raus, worauf ich mehr Lust habe, Hiken oder Fliegen.

26:17Lucian Haas

Wenn du jetzt wirklich sagst Hiken, dann kommt ja wahrscheinlich meistens der Bantam zum Einsatz als möglichst kleiner und leichter Schirm. Aber du hast jetzt mit dem Kopf geschüttelt, das haben die Leute jetzt nicht gesehen. Aber ich sag mal, du hast noch nicht geschüttelt, sondern den Kopf so ein bisschen hin und her gewogen. Dann erzähl mal, bei welchen Bedingungen sagst du, das ist eine typische Bantam -Bedingung, das ist jetzt eine P3 -Bedingung und das ist jetzt eine XI -Bedingung?

26:40Florian Hofmeister

Ja, der Bantam kommt eigentlich zum Einsatz, wenn es wirklich auf jedes Gramm ankommt. Ich bin vorher auch im Dudek Run & Fly länger geflogen. Da war es noch mal klarer, dass da überhaupt nichts geht, sag ich mal fliegerisch. Aber wenn es auf jedes Gramm ankommt, nämlich den Bantam, welche Größe hast du da? 14 Quadratmeter ausgelegt hast du. Okay. Und wenn ich schon noch schnell sein möchte oder leicht halten möchte, aber weiß, es ist ein toller Tag, ich kann da nicht, wenn ich oben in der Luft bin und sehe da die Wolken stehen, dann kann ich nicht einfach nur da vorbeifliegen. Das geht nicht. Dann nehme ich natürlich den P3, weil auch mit dem P3, auch in meiner etwas kleineren Größe, kann man durchaus sehr gut auch mal eine Weile fliegen. Und der ist noch ein guter Kompromiss.

27:27Florian Hofmeister

Und wenn ich dann wirklich sage, ich will irgendwo hinfliegen oder mir geht es schon um eine Art Strecke oder einfach um länger oben zu bleiben, dann nehme ich natürlich einen XI, weil einfach die Leistung von den drei Schirmen dann ja unbestreitbar am besten ist.

27:39Lucian Haas

Welcher von den Schirmen kommt von dir dann am meisten dann trotzdem in die Luft? Vielleicht nicht von der Flugzeit, wird es wahrscheinlich eben die Streckenschirme werden die größte Flugzeit dann bekommen. Aber welcher wird am häufigsten in die Luft gezogen, also gestartet? Tatsächlich der P3,

27:53Florian Hofmeister

weil er einfach ein guter Kompromiss ist. Das muss man sagen, ja. Ja, weil es ist ja doch häufig so, dass man sagt, okay, dann nehme ich den P3 mit, mit dem Leichtgurtzeug. Aber dafür kann ich halt auch eine Stunde fliegen oder zwei. Und der Kompromiss ist häufig unschlagbar. Es gibt natürlich Hikes, die sind einfach, die verlangen einfach, dass man so wenig wie möglich dabei hat. Dann geht es nicht. Aber wenn es geht, würde ich den immer nehmen.

28:16Lucian Haas

Und als Gurtzeug? Hast du so ein klassisches Schlaufen -Gurtzeug oder nimmst du auch wirklich was Größeres teilweise noch mit?

28:23Florian Hofmeister

Ja, da kommt es eben auch wieder drauf an. Also mit dem Bantam fliege ich natürlich häufig dann auch tatsächlich mit so einem ganz reduzierten Strapless.

28:33Florian Hofmeister

Und für den P nehme ich dann entweder das Neo Stay Up, also ein leichtes Liegegurtzeug oder eben ein Easiness, also ein leichtes Wendegurtzeug.

28:43Lucian Haas

Ist ein Liegegurtzeug vernünftig für so Hike -and -Fly -Geschichten? Würdest du das empfehlen auch anderen? Oder ist das jetzt einfach nur, dass du sagst, ja, wenn ich dann ein bisschen Strecke noch fliegen will, dann finde ich das toll.

28:56Lucian Haas

Ich

28:57Florian Hofmeister

kann das schon empfehlen. Die sind ja sehr leicht. Es gibt ja eine ganze Reihe jetzt mittlerweile an sehr leichten, ja, aus diesem X -Alps -Entwicklung leichten Liegegurtzeugen. Man muss halt sich klar sein, dass dann auf jeden Fall ein paar, ja, auch Schwierigkeiten mitkommen. Zum Beispiel Hike -and -Fly -Starts sind mit Liegegurtzeugen, finde ich, einfach schwieriger. Man kann nicht so befreit laufen. Man muss einfach sehr viel genauer darauf achten, ob man überall wirklich durch ist und ob das richtig eingestellt ist. Was ja bei so einem Hike -and -Fly -Gurtzeug, Hike -and -Fly -Startplatz, der jetzt vielleicht auch anspruchsvoller sein kann, durchaus auch ein psychologischer Faktor ist. Deswegen, ich kann es empfehlen, wenn man Erfahrung damit hat und wenn man weiß, ich fliege das eh häufig. Ansonsten würde ich sagen, so einfach wie möglich sollte

29:40Lucian Haas

das Gurtzeug sein. Und dann auch da wieder die Frage, welches Gurtzeug kommt bei dir am häufigsten zum Einsatz?

29:45Florian Hofmeister

Das hat sich so ein bisschen gewandelt. Ich fliege aktuell tatsächlich fast ausschließlich das Neo Stay -Up und bin ganz lange das Easiness geflogen, weil es für mich so ein No -Brainer war,

29:56Florian Hofmeister

sehr einfach, zugänglich und wenn der Hike oder irgendwas anderes die Bedingungen anspruchsvoll sind, dann weiß ich, da kann ich mich 100 % drauf verlassen. Da gibt es überhaupt keine Frage. Da sitze ich drin, es ist einfach zu fliegen und fertig. Aber mittlerweile ist es auch okay mit einem Ligurzeug, ist auch genauso.

30:13Lucian Haas

Und Rettung hast du aber immer dabei? Oder gibt es auch Flüge, wo du sagst, nee, für diesen Hike will ich wirklich auf jedes Gramm verzichten und das Kilo Rettung bleibt dann eben, auch unten?

30:27Florian Hofmeister

Es kann schon mal passieren, dass ich die Rettung unten lasse, ja. Aber das ist die Ausnahme, absolut. Also bei vielleicht Hochtouren oder anspruchsvollen, langen Sachen, wo ich weiß, dass ich auf jeden Fall abfliege, wenn die Luft ruhig ist und tot, sage ich mal, morgens oder abends, dann kann es sein, dass ich die Rettung unten lasse und dann wirklich ganz leicht gehe. Aber im Normalfall, vor allem, wenn ich Thermik fliege, würde ich grundsätzlich niemals ohne Rettung gehen, kommt also zu 98 % mit.

30:59Lucian Haas

Du hast ja auch einen eigenen YouTube -Kanal. Peak & Fly heißt der. Worum geht es dir dabei? Also warum betreibst du den?

31:09Florian Hofmeister

Das hat eigentlich ganz so natürlich gestartet, weil wir, also mein Vater und meine Freundin, mit denen ich den Kanal habe, wir haben nebenbei einfach ein bisschen gefilmt, um eine Aufnahme davon zu haben. Und ich habe früher im Filmbereich oder ich habe im Videobereich auch ein bisschen gearbeitet. Also Musikvideos gedreht, Imagefilms und so weiter. Und deswegen habe ich dann gesagt, gut, dann schneide ich das mal zusammen, mache irgendeine Musik drunter, aber wirklich völlig anspruchslos. Und der Schritt, dann es hochzuladen, war eigentlich, ja, war eigentlich auch nicht groß. Vor allem, weil ich selber ja auch inspiriert wurde durch diese YouTube -Videos vom Hike & Fly. Also tatsächlich einer der ausschlaggebenden Gründe, warum ich mit Hike & Fly angefangen habe, war ein bestimmtes Video,

31:56Florian Hofmeister

was jetzt gar nicht, was nicht krass ist oder toll, aber es hat einfach so ein bisschen dieses Gefühl transportiert. Und das ist eigentlich das, was wir auch mittlerweile machen. Wir wollen dieses Gefühl, was wir hatten auf dieser Tour, wollen wir irgendwie transportieren und den Leuten auch so ein bisschen zur Inspiration mitgeben. Und das klappt, würde ich sagen, auch weil wir auch immer wieder Feedback kriegen, dass dieser Berg steht jetzt auch auf meiner Liste oder auch wegen diesem Video, oder wegen euch haben wir mit Fliegen angefangen, was wirklich ein tolles Feedback ist. Und wir freuen uns auch extrem, wenn wir sowas lesen. Und deswegen machen wir das eigentlich für Dokumentation und Inspiration von anderen.

32:38Lucian Haas

Wenn man sich die Filmchen so anguckt, ich habe gerade die letzten zwei Tage da einiges mir durchgespielt, ist mir so aufgefallen, es sind sehr viele wirklich schöne Bilder. Ihr habt immer tolles Wetter. Also deine Planung scheint gut zu sein, zumindest vielleicht war jetzt auch in den letzten drei Jahren immer so viel tolles Wetter, dass man da auch schön fliegen konnte. Zumindest in den Filmen ist ganz viel immer blauer Himmel und satte Farben, was so eine GoPro dann wahrscheinlich eh liefert. Und dann machst du ein bisschen Musik dazu, aber es ist nicht viel Text in irgendeiner Weise. Du blendest dann meistens die Orte ein, wo ihr wart oder was man dort sieht oder wo ihr drauf zufliegt und sowas. Aber es wird keine, außer mit den Bildern, direkt keine weiterführende Geschichte so erzählt.

33:23Lucian Haas

Das ist also wirklich für dich eigentlich nur, nur dokumentarischer Charakter.

33:29Florian Hofmeister

Ja, also die, wenn mein Vater die schneidet, also wir teilen uns das auch auf, wenn mein Vater die schneidet, dann blenden wir häufig diese, diese Bergnamen, er blendet die ein. Für ihn ist das so ein bisschen ein Ding und ich finde das auch gut. Ich bin eher ein bisschen auf der ästhetischen Seite zu finden. Also ich würde eher so ein bisschen Schönheit der Bilder oder dass der Schnitt gut ist oder so. Ich mache auch eher weniger Videos auf dem Kanal. Aber auf Dauer möchte ich auf jeden Fall schon auch Geschichten erzählen. Also. Und mehr die Leute auch wirklich mitnehmen, Schritt für Schritt, auch vielleicht Planung oder was ich mir gedacht habe oder was wir uns gedacht haben bei der Tour. Warum hier hoch, warum da fliegen und wieso hier zelten und so weiter. Also auf Dauer wird wahrscheinlich auch mehr diese Geschichten erzählt und aktuell ist es mehr ein bisschen dokumentarisch und für den einen oder anderen ist es auch wirklich wertvoll zu wissen, ah, der Berg heißt so, da hinten ist dieses Joch, so wie ich mich informiere, informieren wir halt auch Leute.

34:25Florian Hofmeister

Aber

34:26Lucian Haas

ihr habt jetzt keine eigene Website noch, einen Blog oder was anderes, wo man sagen kann, zu jeder Tour ist das dokumentiert mit dem Video und gleichzeitig noch so quasi die Infos der Tour zusammengefasst. Wir sind von dort genau losgelaufen mit halt GPX -Tourenbeschreibungen oder sonstiges.

34:44Florian Hofmeister

Nee, das gibt es tatsächlich nicht. Also ich beantworte immer ganz gerne Kommentare, die sich auf solche Sachen beziehen. Also wie lange habt ihr hochgebraucht? Wo geht es da überhaupt los und wo ist der Startplatz? Das würde ich noch machen. Aber jetzt. Jetzt das alles wirklich zu dokumentieren nochmal in Textform, das wäre mir tatsächlich auch zu viel, weil schon die Videos sind schon gut Aufwand und deswegen ist das nicht geplant.

35:06Lucian Haas

Guckst du die Videos selber auch im Winter immer nochmal nach, wenn du sagst, jetzt komme ich nicht so viel dazu, ich gehe einfach mal auf meinen Kanal und gucke mir mal die schönsten Touren vom letzten Jahr wieder an?

35:16Florian Hofmeister

Ja, also wir gucken uns die auch gerne zusammen an, muss man ehrlich sagen. Und ich kann jedem nur empfehlen, vor allem wenn er startet zu fliegen oder wenn er startet mit Hike und Fly, einfach, die Sachen zu filmen, also auch Ground Handling oder auch ein bisschen einfach von der Tour, weil es ist unglaublich, wie man die Sachen im Kopf hat und wie sie dann tatsächlich waren und einfach nochmal dieses nachzuempfinden. Boah, da hatte ich so Angst. Zweite Tour. Ich habe wirklich in die Hose gemacht, aber wenn ich da heute drauf gucke, der Startplatz war eigentlich toll. Wieso habe ich damals so gedacht? Das ist einfach richtig schön, das nochmal zu gucken. Richtig interessant auch. Das heißt, du lernst von deinen eigenen Videos auch? Also ich lerne auf jeden Fall, wie sehr sich der Blickwinkel ändert. Über die Zeit, muss man sagen. Also das lerne ich. Ich lerne jetzt eigentlich nichts Neues, was ich nicht da schon gewusst habe, so dadurch.

36:04Lucian Haas

Blickwinkel zum Beispiel, du sagst, ein Startplatz, wo du früher gesagt hast, ist ja quasi unstartbar, weil viel zu steil oder sonst was. Da würdest du heute sagen, ja klar schmeiße ich in dieses Geröll meinen Schirm rein und dann weiß ich genau, okay, die Schritte da, die kann ich laufen über diesem unebenen Gelände und da komme ich da auf jeden Fall auch raus.

36:24Florian Hofmeister

Ja, es gibt Videos oder Touren, wo wir einfach hochgegangen sind und die Schirme dann irgendwo gelassen haben in so einem Joch oder so und einfach auf den Gipfel gegangen sind, leicht und ohne Schirm und dann wieder abgestiegen sind. Und heute würde ich sagen, natürlich nehme ich auf den Gipfel den Schirm mit, weil schließlich ist der auch irgendwie startbar und wenn der Wind ansteht, dann kann ich da ja oben starten. Und früher hätte ich gesagt, das ist halt ausgeschlossen. Also da brauche ich gar nicht mitnehmen.

36:49Lucian Haas

Welche Skills würdest du sagen, braucht man denn, um gut und vor allem sicher, Hike and Fly machen zu können?

37:01Florian Hofmeister

Ja, also auf verschiedenen Ebenen braucht man eigentlich Skills, muss man sagen. Aber es kommt eben ganz darauf an, was der Anspruch ist. Wenn man sagt, ich gehe zu einem Startplatz, zu einem offiziellen, dann braucht man wahrscheinlich kaum mehr Skills, außer vielleicht den Weg zu recherchieren. Aber wenn man sagt, ich möchte wirklich sagen, dieser Berg gefällt mir, ist das möglich? Kann ich das machen? Dann fängt es von der Einschätzungsgabe oder Einschätzungserfahrung ab. Wie ist der Weg? Kann ich das, also das ganze Bergsteigerische, die ganze Bergsteigerische Seite und geht dann eben zum Fliegerischen, wo man sagt, okay, natürlich hängt keine Windfahne. Das heißt, man muss den Wind anders einschätzen können beim Startplatz. Man muss den Schirm wirklich 100 % gut starten können. Also Startskill, Groundhandling -Skill ist nochmal viel relevanter im Hike and Fly, finde ich, vor allem am Start, weil man eben nicht die 30 Meter

37:55Florian Hofmeister

kleingeschnittene Wiese hat oder am Tegelberg vielleicht auch Kunstrasen, sondern man hat die steindurchsetzte, im besten Fall Wiese, im schlechtesten Fall Geröllfeld oder Vierenfeld, wo man eben genau wissen muss, wo der Schirm sich über einem befindet, hinter einem befindet, weil man eigentlich mit Laufen beschäftigt ist, weil überall Sachen rumliegen, in die man nicht eintreten darf. Das heißt, das Allerwichtigste für Hike and Fly ist, finde ich, nach wie vor den Startskill, also gut, also perfekt starten zu können. Das ist so eine Art Lebensversicherung eigentlich für Hike and Fly. Das heißt, und natürlich auf der bergsteigerischen Seite auch wissen zu können, traue ich mir das zu oder entspricht der Weg meinen Fähigkeiten.

38:38Lucian Haas

Diese Skills fürs Fliegen, würdest du sagen, sowas, das, was man braucht, lernt man auch wirklich oder kann man in einer Flugschule lernen oder ist das sowas, was du eigentlich nur dir noch selbst beibringen kannst und das ist Learning by Doing?

38:52Florian Hofmeister

Ja, das Fliegen im Rahmen des Hike and Fly, also im Flug ist ja kein großer Unterschied, würde ich sagen, sei denn man hat jetzt, hat jetzt nicht so eine Schwarmintelligenz häufig, wie die Leute sind in der Luft und fliegen an einem Startplatz oder sind es eben nicht, weil es eine Front reinzieht, aber der große Unterschied ist ja eigentlich am Boden tatsächlich, also wie gesagt, Start oder auch ein bisschen Wetter einschätzen vorher. Ja, und das sind eigentlich Sachen, die kommen in der Ausbildung zu kurz, würde ich sagen, also die sind, die kommen nicht wirklich vor, so in der Intensität, wie man sie braucht. Deswegen ist es eher eine Sache, die man sich selbst beibringen muss.

39:30Lucian Haas

Würdest du denn sagen, es wäre auch von der Zeit her bezogen, die man dafür dann aufwenden müsste, wäre das sinnvoll, so etwas in einer Ausbildung mit aufzubauen und was wären dann Sachen, wo du sagst, das hätte ich gerne in meiner Flugschule noch gelernt?

39:45Florian Hofmeister

Ja, die Frage ist, ob es sinnvoll ist, das wirklich in der Ausbildung, in der Standardausbildung aufzunehmen, weil das Gros der Piloten ja dann wahrscheinlich gar nicht in so eine Richtung, in so eine Extreme dann vor allem geht. Das heißt, ich würde sagen, es muss nicht in die Ausbildung wirklich rein, es müsste aber mehr Fortbildungen geben dazu. Es müsste dezidierte Hike -and -Fly -Fortbildungen

40:07Lucian Haas

geben. Wenn du jetzt so eine Hike -and -Fly -Ausbildung oder Fortbildung anbieten würdest, was wäre quasi der Lerninhalt? Was könnte ich bei dir lernen? Du bist ja auch Sonstlehrer, von daher hast du dir wahrscheinlich schon Gedanken darüber gemacht.

40:20Florian Hofmeister

Das ist tatsächlich eine Sache, die ich auch wirklich gern machen würde, also startend mit nächstem Jahr. Ich glaube, ich würde den Leuten gerne ein Werkzeug an, an die Hand geben, was von A wie Aufstieg bis Z wie Start.

40:37Florian Hofmeister

Ja, ist es erlaubt? Ist es startbar? Ist es aus anderen Gründen irgendwie problematisch oder möglich? Wo die bei jedem Schritt entscheiden können, ist das ein Hike -and -Fly, den ich machen kann? So wie ich das hier von zu Hause mache, mit der ganzen Erfahrung, die ich mittlerweile habe, so muss man das irgendwie auch können, wenn man die Erfahrung noch nicht hat. Und nicht jeder sitzt da im Tal und guckt sich das an. Und nicht jeder guckt auf den Berg und weiß, hier geht es immer dienstags, wenn die Sonne reinscheint. Das heißt, das muss auch remote funktionieren, also aus der Entfernung. Da arbeite ich gerade an einem, sag ich mal, an so einem Werkzeug, würde ich es mal nennen, an so einem Zehn -Schritte -Plan oder wie auch immer man das nennen möchte, wo man alle Ehen dann so ein bisschen abcheckt bezüglich seines Ziels und dann eben eine Entscheidung fällen kann.

41:24Florian Hofmeister

Fahre ich dann runter oder gehe ich heute hoch und ist das was für mich? Zehn -Schritte -Plan. Was wären das für Schritte? Also zehn ist jetzt nur eine,

41:32Lucian Haas

das war jetzt so ein bisschen so eine erfundene Zahl. Dann fünf plus x Schritte, aber was wären so typische Schritte, die man dann da abchecken würde oder die man gehen

41:40Florian Hofmeister

müsste? Also die Frage ist ja erst mal am Anfang immer, was für Inspirationen hat man überhaupt? Also wie kommt man zu dem Berg? Wie kommt man zu der Tour? Und woher weiß man, ob es eine schöne Tour ist? Das heißt, so ein bisschen die Auswahl. Also wie kommt man auf die...

41:53Lucian Haas

Wie kommt man zu dem Berg, meinst du jetzt nicht örtlich gesehen, ich nehme den Bus, sondern wie kommt man überhaupt auf die Idee, auf diesen Berg zu starten? Genau.

41:59Florian Hofmeister

Wie kommt man zu der Idee für diese Tour? Damit fängt es ja eigentlich an. Viele Leute haben ja eine Idee zum Beispiel. Sie haben ein Video geguckt und möchten da auch rauf. Aber manche fahren eben an einem schönen Berg auch vorbei. Also es gibt eben wahnsinnig viele Zugänge dazu. Und dann geht es ja eigentlich danach nur noch darum, ist es möglich? Also wenn man erst mal ein Ziel feststellt, ist es ja nur die Frage, ist es möglich? Und da gibt es eben die Ebene des Körperlichen. Also wie ist der Weg? Welche Schwierigkeiten? Welche Schwierigkeiten hat der Weg? Es gibt die Ebene des Legalen. Also ist es erlaubt? Es ist schon unglaublich komplex, wenn man sich anguckt, was es da von Kanton zu Kanton, von Land zu Land, von Gebiet zu Gebiet für Unterschiede gibt.

42:44Florian Hofmeister

Das heißt, das ist eigentlich ein sehr großer Punkt. Zu beantworten, ist es erlaubt? Und natürlich dann auch, ist es machbar? Also nicht nur die bergsteigerische Seite, sondern eben auch die fliegerische Seite ist startbar. Wie sind die Windeinflüsse? Ist es ein Berg, der eher von einem Höhenwind betroffen ist oder eher von einem Talwind oder von anderen Einflussfaktoren? Das sind so ein bisschen die übergeordneten Schritte.

43:08Lucian Haas

Wären das nicht auch Fragen, die man, ob Hike und Fly oder nur Fliegen, die man nicht wirklich als Flieger einfach auch lernen sollte, um sie beantworten zu können?

43:17Florian Hofmeister

Ja, ein paar Sachen sind sicherlich relevant und überschneiden sich. Aber man hat eben in den Gebieten, wo hauptsächlich Flieger, also nicht Hike und Fly, sondern Flieger unterwegs sind und eine Bahn fährt, hat man noch ganz andere

43:33Florian Hofmeister

Informationsmöglichkeiten. Es fängt damit an, dass die Flugschule über diesen Berg eben eine Seite hat, der sagt hier, passt auf, Talwindle da hinten, startbar am besten um 11 Uhr nach Osten. Und die Probleme gibt es übrigens auch noch und Naturschutz müsste da hinten beachten. Das heißt, die Infos, die man zu offiziellen Startplätzen hat, die sind ja meistens ziemlich leicht zugänglich. Und das heißt, da ist eine ganz andere Planung erforderlich, als wenn man jetzt wirklich sagt, ich möchte so ein bisschen mein Ding an dem Berg, den ich möchte, durchführen.

44:06Lucian Haas

Willst du denn immer alles wissen oder ist manchmal, dass du sagst, bevor ich jetzt erfahre, dass ich da vielleicht nicht rausstarten darf, ich weiß, ich bin ziemlich sicher alleine an diesem einsamen Berg und bin wahrscheinlich abends, wenn ich da hochgehe und ich sage, ich will noch den Abendabgleiter machen, wird mich keiner dort oben sehen oder stören oder sonst was. Wie häufig würdest du da sagen, okay, Augen zu, ich mach das einfach?

44:30Florian Hofmeister

Also je mehr man eigentlich Erfahrung hat, desto mehr reizt es ja einen auch, ein paar Sachen offen zu lassen und dann eben einfach darauf zu vertrauen, dass man das gut schafft. Ich würde jetzt nie ganz alleine gehen, also wenn ich jetzt wirklich allein unterwegs bin, würde ich zumindest jemandem Bescheid sagen, der mein Live -Tracking beobachtet. Also ich würde auf jeden Fall jetzt niemals so ganz alleine gehen oder alleine sein. Aber ich mach das schon ganz gerne, dass ich eben oben einen Schneebrunnen, ein Schneefeld gesehen hab und ich weiß, es ist schwachwindig und den Rest gucken wir dann mal auf der Tour. Das mit steigender Erfahrung ist sowas natürlich auch reizvoll, ja, auf jeden Fall.

45:08Lucian Haas

Wie hältst du es eigentlich mit Hike & Fly Rennen? Ist das für dich auch eine Disziplin, die irgendwie interessant ist? Oder sagst du, nein, Hike & Fly für mich ist nur Genuss, ich will da jetzt gar nicht in so einen kompetitiven Charakter da reinkommen? Also

45:23Florian Hofmeister

aktuell muss ich sagen, tatsächlich hauptsächlich dieser Genuss und auch der soziale Aspekt in einem entspannten Umfeld zusammen unterwegs zu sein, Hike & Fly Rennen interessieren mich aktuell noch nicht so richtig. Weiß nicht, ob das noch kommt. Ich glaube nicht. Was ich schon mal ganz gerne mache, weil es eben mit dem, was ich wirklich beim Hike & Fly suche, zusammenpasst, ist, ich begleite einfach so ein Hike & Fly Rennen. Das heißt, ich gucke, dass ich zur richtigen Zeit an den Startplätzen bin, wo die Piloten wahrscheinlich auch sind und gehe dann da hoch und mache dann einfach ein Hike & Fly dort und gucke mir das ein bisschen an und gehe da zum nächsten Startplatz und mache dann den nächsten Hike & Fly dort. Also bin dann irgendwie auch in der Nähe und

46:08Florian Hofmeister

aber eben in dem Rahmen, wie ich das auch sonst mache, ohne teilzunehmen, ohne Druck.

46:13Lucian Haas

Mit deiner Planungserfahrung könntest du dich ja auch anbieten für irgendwelche X -Alps -Teams, wo du sagst, pass mal auf, ich gucke, wo ihr am besten als nächstes rausstarten könnt, weil das kann ich mit meiner Erfahrung sehr schnell herausfinden, welche Berge da vielleicht irgendwo gehen und wo man da was machen könnte.

46:29Florian Hofmeister

Ja, sicher könnte ich das vielleicht, aber man muss sagen, das ist ja auf einem absoluten Top -Niveau und mir fehlen ganz viel, aus verschiedenen Bereichen fehlt mir eigentlich noch sehr viel, also vor allem, wenn es dann um die Strecken geht und so weiter, die alles dann auch eine Rolle spielen, wenn man nicht einfach sagt, es ist nicht so wichtig, ob ich hier aufdrehe oder nicht. Also das heißt, da bin ich zur Zeit auf jeden Fall sicherlich und nur unter bestimmten Bedingungen eine gute Wahl, ansonsten eher. Wie

46:56Lucian Haas

hat sich

46:59Lucian Haas

deine Einstellung zum Hike &Fly über die Jahre verändert?

47:04Lucian Haas

Tatsächlich,

47:05Florian Hofmeister

was sich am meisten verändert hat, ist, dass ich wirklich, ja, gemerkt habe, was möglich ist und dadurch natürlich auch so ein gewisses Freiheitsgefühl. Also Freiheit natürlich innerhalb der Grenzen, die man so hat, durch Naturschutz, Legalität etc., aber eben einfach, dass ich weiß, all das, was ich mir so vorgestellt habe, als ich noch nicht geflogen bin, was toll wäre, weiß ich eigentlich, dass es wirklich möglich ist. Und ganz am Anfang, als ich dann geflogen bin zum ersten Mal oder der allerersten Hike &Fly im Lechthal damals, da habe ich erst noch gedacht, okay, die Sachen, die ich da machen will, da kommt man wahrscheinlich aber doch nicht hin. Das heißt, da war mein Blick eigentlich so ein bisschen begrenzt darauf und jetzt würde ich sagen,

47:52Florian Hofmeister

ich bin ja auch erst jetzt seit ein paar Jahren dabei, ich habe ja noch viel zu lernen und ja, die Grenze ist noch wo ganz anders und es ist eigentlich fast alles möglich, was man sich so erträumt. Das hat sich geändert über die Zeit.

48:06Lucian Haas

Wenn Hike &Fly so dein Hauptfokus ist, wie häufig machst du dann auch richtige normale Streckenflüge, wo du sagst, ich will auch wirklich mal stundenlang in der Luft sein? Ja, in Verbindung

48:16Florian Hofmeister

mit einem Hike schon mal ab und zu. Aber man muss natürlich immer sagen, dass der Hike natürlich auch eine gewisse Kraft schon kostet. Und so mit der Bahn hochfahren oder einfach fliegen, das mache ich so gut wie nie. Also selten, vielleicht abends mal, um noch schnell hochzukommen, aber jetzt nicht geplant, weil wenn das Wetter so ist, dass ich fliegen kann, dann kann ich auch hiken und dann ist das für mich ein Gesamterlebnis und deswegen lasse ich das nicht ausfallen.

48:43Lucian Haas

Wenn du jetzt sagst, Hiken, das ist anstrengend. Von welchen Höhendifferenzen sprechen wir denn da so bei deinen normalen Hikes, die du für dich so planst? Sind das immer mindestens 1000 Meter Aufstieg, die dann dazugehören? Das

48:57Florian Hofmeister

ist meistens nicht so.

48:58Lucian Haas

Das ist im

48:58Florian Hofmeister

Fokus. Also es kommt auf den Berg an. Wenn es eine Hochtour ist, dann ist es mal mehr und wenn es ein allgemein hoher Berg ist, dann sind das wahrscheinlich mal so 2000 Höhenmeter. Ansonsten ich glaube, der Durchschnittshike und Fly ist wahrscheinlich im Schnitt so 1000 Höhenmeter. Und das ist aber eigentlich irrelevant. Also wie viel man, das ist die Strecke, die man braucht, um hochzukommen, ist eben so weit, wie sie ist. Und das Ziel ist ja irgendwie da zu starten, wo man wirklich starten möchte. Und dann muss ich da eben hinkommen.

49:27Lucian Haas

Von so einer ganzen Tour, wenn du sagen würdest, was ist eigentlich so der Art Gipfel -Moment? Oder wo du sagst, da habe ich auf so einer Tour das größte Glück. Gibt es immer so einen Moment? Ist es der Start, wenn du sagst, ich bin wirklich hochgelaufen und da, wo ich dachte, wo ich starten will, da bin ich weggekommen? Oder ist es erst die Landung unten, wenn du sagst, jetzt ist es alles vollbracht oder so? Gibt es also irgendwie Sachen, wo du sagen würdest, ja, wenn schon, dieser Moment ist es meistens.

49:55Florian Hofmeister

Ich habe, glaube ich, zwei Momente, die mir da irgendwie

49:59Florian Hofmeister

Glücksmomente bescheren, so richtig.

50:02Florian Hofmeister

Erstmal ist es der Moment, wo ich dort bin und diesen Abgleich habe zwischen dem, was ich mir ausgemalt habe und dem, was ich wirklich sehe, zum Beispiel die Startmöglichkeiten. Ich habe ja dann vielleicht zwei, drei Optionen. An zwei komme ich schon vorbei auf dem Raufweg. Da weiß ich, okay, das ist safe. Aber jetzt ist die Frage, dieser eine Startplatz oben, ist das möglich? Und wenn ich dann sehe, wie sich das so entfaltet und dann habe ich mir schon gedacht oder so, da habe ich mir schon gedacht, dass es hier so runtergeht oder dass es da nochmal hochgeht, dass es dann möglich ist. Das finde ich immer schön zu sehen irgendwie. Wie passt das zusammen mit der Planung? Und der Moment des Abhebens, also beim Start, den finde ich, ist immer der Spitze. Also dieser Moment, wo man den Boden verlässt, da ist es, dieses Fliegen so spürbar. Später in der Luft ist man ja in der Luft, das ist ja häufig irgendwie so nicht zu begreifen. Aber dieser Moment des Abhebens ist einfach,

50:50Florian Hofmeister

das ist unmittelbar, dass man wirklich fliegt. Und das ist ein schöner Moment.

50:54Lucian Haas

Ist das für dich ein anderer Moment, wenn du irgendwo mal, mit der Bahn hochgefahren bist für deinen Abendabgleiter, wo du sagst, ah, dann nehme ich schon mal die Bahn, damit ich noch schnell hochkomme? Oder ob du wirklich sagst, nee, ich bin vorher zwei, drei Stunden da hochgelaufen?

51:07Florian Hofmeister

Nee, es ist so ein bisschen so, wie Reinhard Messner auch das sagt, man vermisst den Berg so ein bisschen zu Fuß. Also wenn man von unten gestartet ist und oben ankommt, dann hat man den Berg so ein bisschen mehr begriffen als Berg. Wenn ich mit der Bahn hochfahre, ist es fast schon so eine Art Sportgerät Gefühl. Also der Berg ist eigentlich ja die Rampe, die eben tausend Meter frontal ist. Und was der Berg eigentlich ist, wie viel Strecke da drin steckt, das kriegt man dann kaum mit. Deswegen, ich merke richtig, wie das fehlt, das Gefühl für den Berg, wenn man da nicht hochgelaufen ist. Das heißt, durch das Laufen machst du dir den Berg zu eigen? Nee, nicht zu eigen, aber so ein bisschen mehr, ich komme ein bisschen mehr in so Connection mit dem Berg, also einfach in Verbindung mit dem Berg. Und ich habe ein Gefühl für den Berg bekommen.

51:52Florian Hofmeister

Zu eigen nicht natürlich. Also man ist ja nur klein klein im Vergleich zu

51:56Lucian Haas

diesen Bergen. Fliegst du dann auch anders oder fliegst du dann noch besser, wenn du für einen Berg schon ein Gefühl hast? Also ich würde sagen, ich

52:04Florian Hofmeister

habe mehr Wertschätzung für den Flug auf jeden Fall. Und ich weiß, was es gekostet hat, um da hinzukommen und da wirklich zu fliegen. Wenn man in 15 Minuten mit der Gondel hochfährt, dann ist das so wie so ein Versuch. Ich kann ja nochmal hochfahren. Aber wenn man weiß, ich bin hier drei, vier Stunden gelaufen, dann weiß man auch, was das wert ist, da runter zu fliegen.

52:26Lucian Haas

Du hast mich vorhin hier durch deine Wohnung geführt und so ein paar Sachen gezeigt. Und ich würde jetzt einfach mal sagen, offenbar bist du in dieses Thema Hike and Fly wirklich eskaliert. Weil du hast jetzt angefangen auch dafür, deine eigene Ausrüstung selbst zu nähen. Was machst du da? Und warum hast du jetzt angefangen, deine eigenen Sachen zu machen? Reicht dir das nicht, was Advance und wer auch immer als Hersteller da so anbietet?

52:51Florian Hofmeister

Das hat tatsächlich schon angefangen, noch am Ende vom Bergsteigen, sag ich mal, also bevor ich angefangen habe, zu fliegen. Hat dann nur perfekt gepasst zum Hike and Fly, weil beim Hike and Fly ist es halt nun mal, liegt es in der Natur der Sache, dass man leicht unterwegs sein möchte. Eigentlich alles

53:08Florian Hofmeister

an Zusatzgewicht nervt ja auf der Tour. Also leicht zu gehen, ein völlig anderes Gefühl als dann mit 15 Kilo unterwegs zu sein. Diese Planung, das ist ja bei mir so ein bisschen angelegt und naturell. Das überträgt sich auch, dass ich gerne einfach plane, was ich an Ausrüstung dabei habe und ich habe oder welche Ausrüstung perfekt für mich passt. Und der Markt ist natürlich begrenzt, weil wirklich leichte Sachen oder auch fragile Sachen oder Sachen, die jetzt für meine Nische oder für mein Interesse wirklich perfekt sind, die sind nicht unbedingt für den für den Massen, für die Masse tauglich und gibt es deswegen nicht. Ist auch verständlich. Und so habe ich halt angefangen zu sagen, ja gut, wenn ich diesen Rucksack mit den Schlaufen an der Stelle mit dem Gewichtsbereich eben genau brauche,

53:57Florian Hofmeister

wo liegt es dann näher, als den selbst herzustellen? Dann habe ich da so ein bisschen rumentwickelt und meiner Freundin es gegeben. Die hat nämlich dankenswerterweise mir das dann genäht. Und dann habe ich festgestellt, dass das schon irgendwie toll ist, dass man am Ende einen Rucksack vielleicht hat oder irgendwas anderes, was einem genau taugt. Aber dass die Entwicklung und das Nähen, wenn es in zwei Händen liegt, nicht unbedingt perfekt zusammenpasst. Und deswegen habe ich dann einfach gesagt, das muss aus einem Guss sein. Dann habe ich eben selber zu nähen, selber gelernt zu nähen. Und seitdem versuche ich eben genau die Sachen herzustellen, die ich bei so einem Hike and Fly brauche. Angefangen von Rucksäcken über auch Zelte, Schlafsäcke.

54:44Florian Hofmeister

Ich habe mal auch ein bisschen versucht, dauernd Kleidung zu nähen. Das würde allerdings schwierig. Also alles, was man so braucht eigentlich.

54:52Lucian Haas

Das ist aber jetzt nicht so, dass du sagst, okay, ich habe hier diesen Rucksack von Hersteller XY, der gefällt mir eigentlich schon ganz gut. Ich pimpe jetzt diese Idee und sage, da haben sie eigentlich die Schnalle ein bisschen blöd gesetzt. In meinem Ding mache ich das anders. Sondern du entwirfst wirklich deine eigenen Produkte, wo du sagst, ich habe da eine ganz eigene Lösung, wie ich denke, wie man das am besten machen sollte.

55:16Florian Hofmeister

Ja, so Kleinigkeiten kann man sich natürlich mal super abgucken. Irgendwie spezielle Lösungen für jetzt ein Problem, wie befestigt man irgendwas, einen Pickel oder so. Aber wirklich die Ideen, die sich jetzt bei mir durchgesetzt haben, die ich täglich gerne benutze, sozusagen bei einem Hike and Fly, die habe ich eigentlich mehr oder weniger selbst entwickelt. Und für mich ist das auch wirklich absolut die Erfüllung, so stundenlang nachts über so einem Problem zu brüten, irgendwie die perfekte Lösung zu finden, die dann auch noch nichts wiegt. Und das dann irgendwie dann auch umzusetzen. Also das finde ich, ist wie eine eigene Disziplin nochmal an sich.

55:55Lucian Haas

Gibt es eigentlich in dieser Hike and Fly Szene sowas wie so eine Do -it -yourself -Szene? Mit Community, die es ja in anderen Bereichen auch, also durchaus gibt. Also, dass du dich mit anderen austauscht und sagst, pass mal auf, ich habe jetzt diese Rucksackmodell so entworfen und ich zeige euch mal mein Schnittmuster. Was haltet ihr davon und sonstiges? Und man tauscht sich dann da in irgendwelchen Chatgruppen so aus. Gibt es sowas? Also nimmst du an sowas teil? Es gibt mit

56:15Florian Hofmeister

Sicherheit Leute, die im Hike and Fly Bereich auch selbst nähen. Aber, worauf ich zurückgreife, ist eher die Community, die viel größer ist im Wanderbereich. Es gibt so ein bisschen dieses Ultra -Leicht -Tracking -Forum oder so. Also Leute, die hauptsächlich am Berg unterwegs sind, die jetzt nicht unbedingt mit dem Fliegen zu tun haben, die aber wahnsinnig engagiert sind in diesen Foren, eigene Entwürfe zu posten. Da kann man sich sehr gut austauschen. Die sind auch wirklich absolute Grammjäger unterwegs, noch jenseits von dessen, was ich noch für vertretbar halte. Aber nein, da ist viel Expertise im Netz und viele Ideen und vor allem Ideen über Expertise über Material und dieser ganze technische Hintergrund, der den kann man da sehr gut abgreifen.

57:00Lucian Haas

Auf welches deiner Produkte bist du besonders stolz?

57:04Florian Hofmeister

Ich glaube, schwierig zu sagen. Also, ich habe einen Rucksack gemacht, der gar nicht so besonders ist, aber wo ich gemerkt habe, dass ich den einfach grundsätzlich auch gekauften Produkten dann immer vorgezogen habe, weil er irgendwie einfach funktioniert. Also, er funktioniert für mich am besten und das macht es ja irgendwie aus auf der einen Seite. Auf der anderen Seite, technisch bin ich, glaube ich, am stolzesten auf ein Quilt, also einen offenen, halboffenen Schlafsack, weil der einfach anspruchsvoll zu designen war, anspruchsvoll zu konstruieren und zu nähen. Richtig Daunenschlafsack. Genau, also richtigen Daunenschlafsack mit Rücken offen, weil dort liegt man die Daunen ja eh nur platt und

57:51Florian Hofmeister

den habe ich auch schon getestet und der funktioniert super und wie ein gekauftes Produkt nur genau auf meine Körpergröße, genau mit so viel Daunen, wie ich es gern mag,

58:03Florian Hofmeister

wenn ich draußen schlafe, deswegen

58:05Lucian Haas

funktioniert er perfekt. Und wiegt ein Drittel weniger als ein normaler, weil einfach dieses Rückenteil fehlt?

58:11Florian Hofmeister

Genau, also jetzt im Vergleich zum Schlafsack wiegen die natürlich weniger oder ich sag mal, man hat einfach mehr Wärmeleistung bei gleichem Gewicht, weil ja die Daunen oben sein können und wirklich isolieren, das tut ja dann die Matratze in dem Fall, dafür ist sie ja im Grunde da, wiegt dann ein bisschen weniger. Das Konzept habe ich mir jetzt nicht überlegt, also das Konzept Quilt, natürlich gibt's das, aber so, wie der so ausgestaltet ist, wie so eine Fußbox, wie es detailliert, talliert oder nicht, da habe ich schon genau meine Wünsche irgendwie berücksichtigt.

58:41Lucian Haas

Wie häufig sind deine Touren denn dann eigentlich so Mehrtagestouren oder dass du sagst, ich steige auf, übernachte vielleicht einmal und am nächsten Morgen fliege ich runter oder sonstiges?

58:51Florian Hofmeister

Selten tatsächlich, aber es ist etwas, was ich jetzt angefangen habe im letzten Jahr und was für mich eigentlich die, ja, die, Weiterentwicklung natürlich ist, also Biwak -Fliegen, nicht unbedingt im Sinne von Biwak -Fliegen, dass man eben sehr viel mit dem Gleitschirm zurücklegt, aber einfach Touren, die über eine Nacht oder über zwei gehen, in denen man auch weitere Strecken zurücklegen kann oder große Touren machen kann mit Übernachtung. Das ist für mich so ein bisschen ein ganz spannendes Thema aktuell in diesem Jahr und auch in den kommenden Jahren, denke ich, wird es auch ein sehr großes Fokus

59:22Lucian Haas

auf dieses Thema geben. Gibt's irgendwie einen so einen Hike -and -Flight -Raum, den du noch hast, wo du sagst, das will ich auf jeden Fall in nächster Zeit angehen?

59:33Florian Hofmeister

Einen konkreten Traum habe ich nicht, aber es ist tatsächlich dieses Biwak -and -Fly, was mich sehr, sehr reizt und auch damit verbunden die Entwicklung von den ganzen Materialien, von den Zelten und all diesen Sachen, das reizt mich sehr. Was ich unbedingt gerne machen möchte als rein Hike -and -Fly -Traum ist, von einem hohen Berg zum Meer zu fliegen. Also habe ich schon überlegt, was ich da anbiete. Da könnte ich zum Beispiel, könnte man auf Lombok den Rindjani, Mount Rindjani, also einen Vulkan besteigen. 3700 ist der und da würde ich sagen, da komme ich auch mit einem Pi oder vielleicht auch mit einem Bandham komme ich direkt an den Strand und das würde mich irgendwie reizen. Also das kann man natürlich auch mit einem niedrigen Berg machen, aber so richtig so weit fliegen und einfach über Dschungel, über Stein, über vielleicht am besten aus dem Vierenfeld noch starten und dann eine halbe Stunde später im Sand stehen bei 35 Grad, das ist das, was ich gerne mache.

1:00:29Florian Hofmeister

Das ist irgendwie mal eine interessante Erfahrung.

1:00:32Lucian Haas

In dieser ganzen Entwicklung, die du jetzt mit Hike -and -Fly gemacht hast oder mit dem Fliegen allgemein auch, hast du da auch irgendwann mal Rückschläge für dich erlebt?

1:00:41Florian Hofmeister

Ja, tatsächlich. Also ein, zwei kleinere, wo ich einfach sage, dieses Risiko bin ich vielleicht nicht mehr bereit einzugehen. Wo ich sage, okay, das hat jetzt funktioniert, das hat geklappt, der Start war einfach riskant, das hat aber geklappt, aber das würde ich nicht nochmal machen. Also da habe ich einfach daraus gelernt zu sagen, das war irgendwie für mich ein bisschen, da habe ich kein gutes Gefühl mitgehabt im Nachhinein. Und dann mache ich das auch nicht mehr. Aber was im Größeren war, tatsächlich ich habe so ein bisschen Thermikangst bekommen. Also ich habe am Anfang dadurch natürlich wahnsinnig, ich bin ja Sportler, also ich bin da reingekommen, wollte wahnsinnig schnell gut werden in allem, habe da natürlich schnell zu hochklassifizierten Schirmen gegriffen und habe gedacht, das geht gut und es ging auch gut. Ich habe jetzt nie einen nennenswerten Zwischenfall gehabt, Klapper oder sonst was, aber

1:01:28Florian Hofmeister

ich habe mich damit nicht gut gefühlt und ich habe ein bisschen Thermikangst bekommen, tatsächlich. Ja, eben Angst, nicht runterzukommen, paradoxerweise. Ich hatte auch zwei, drei Erlebnisse mal so, wo ich in Konvergenzen gesteckt habe und so mit einem hochklassifizierten Schirm. Und ja, die habe ich auf jeden Fall erlebt und dann so ein bisschen Angst eben auch bekommen, die mich begleitet hat, aber ich bin dann einfach konsequent auf den A -Schirm, also auf den Pi wieder zurückgegangen und von jetzt, von da aus wieder langsam hoch. Muss auch keine hochklassifizierten Schirme mehr fliegen erstmal in den nächsten Jahren. Aber die Thermikangst ist jetzt weg? Sie ist auf jeden Fall in einem guten Rahmen, wo sie mich nicht stört, aber ich kann mir vorstellen, dass wenn ich jetzt doch irgendwie mit dem Xi und Li -Gur -Zeug in einem Le oder in einem schwierigen,

1:02:18Florian Hofmeister

nicht einschrittbaren Bereich irgendwo fliege, dass die schon auch mal wieder auftaucht. Also das will ich nicht ausschließen. Deswegen gucke ich, dass ich da auch eher ein bisschen konservativ rangehe an die Sache.

1:02:28Lucian Haas

Wie hat das Fliegen dein Leben verändert?

1:02:31Florian Hofmeister

Ich glaube, das Fliegen war so der erste Sportart von relativ vielen, die ich schon gemacht habe, wo ganz viele Sachen, die ich gerne mache, zusammenkommen. Also angefangen von der Gemeinschaft über diesen planerischen Aspekt, dass ich Sachen selbst nähen kann, dass ich ja einfach, dass da alles zusammenkommt und ich so ein bisschen die Sachen, die ich gerne mag und kann, ja ausleben kann. Und das hatte ich vorher so nicht, deswegen ist es für mich schon auch eine Zeit lang wirklich so eine Art Sucht. geworden. Mittlerweile habe ich das wieder ein bisschen entspannter unter Kontrolle. Aber das war es auf jeden Fall. Ich habe wahnsinnig viel Erfahrung gemacht dadurch, hat sich ein ganz neues Bereich, ein ganz neuer Bereich für mich geöffnet auch.

1:03:16Florian Hofmeister

Und ich würde sagen, hat mein Leben noch dahingehend auch verändert, dass ich auf Dauer schon plane, auch in die Alpen zu ziehen, also runterzuziehen, um das dann eben nicht mit diesem Aufwand und dem CO2 Abdruck machen zu

1:03:29Lucian Haas

können. Das heißt, du wirst Köln den Rücken zudrehen oder hinter dir lassen und sagen, wenn, will ich direkt in den Alpen wohnen. Aber dann schon noch in Deutschland oder wirklich mitten in die Alpen rein, also dann Zentralalpen. Ganz viele Touren, die ich gesehen habe, sind bei dir immer in der Schweiz und sowas. Dann müsstest du ja gesagt, ich muss ins Werner Oberland oder sonst irgendwas. Das stimmt, aber dann wäre es ja auch

1:03:51Florian Hofmeister

kein Urlaub mehr. Urlaubsgefühl ist ja auch nicht unwichtig.

1:03:57Florian Hofmeister

Also schon noch in Deutschland. Wir peilen jetzt erstmal Kenten an. Meine Freundin ist jetzt schon runtergezogen vor einer Woche. Das heißt, sie hat jetzt schon den Schritt gemacht. Ich ziehe nach. Ich kann mir vorstellen, Schweiz mal auszuprobieren. Im Sinne von mal ein Jahr lang dort zu arbeiten, falls es möglich ist. Aber im Grunde heißt Deutschland schon

1:04:18Florian Hofmeister

weiterhin mein Heimatland.

1:04:20Lucian Haas

Wobei ja Hike and Fly in Deutschland ja ein bisschen schwierig ist, zumindest von der rechtlichen Lage her.

1:04:24Florian Hofmeister

Das ist richtig. Es müsste dann schon ein Ort sein, der an der Grenze liegt zu den

1:04:30Florian Hofmeister

liberaleren Ländern. Das

1:04:31Lucian Haas

heißt, auf deutscher Seite aufsteigen und irgendwo dann auf der Schweizer Seite des Berges sagen, ich bin zumindest dort rausgestartet. Man könnte zumindest immer so tun, als wäre man es.

1:04:40Florian Hofmeister

Ja, oder halt eben über die Grenze fahren von vornherein. Da muss man schon drauf achten. Deutschland ist jetzt nicht gerade das Hike and Fly freundlichste Land, ganz klar.

1:04:50Lucian Haas

Von all den Erfahrungen, die du jetzt auch rund um das Fliegen gemacht hast, gibt es auch Sachen, wo du sagst, du hast gerade von Sucht gesprochen, wo wirklich auch eine negative Erfahrung, dann damit zusammenhängt oder wo du manchmal sagst, da war ich das Fliegen sogar leid.

1:05:05Florian Hofmeister

Nee, das Fliegen war ich bisher noch nicht leid. Dafür fliege ich vielleicht auch zu kurz.

1:05:10Florian Hofmeister

Negative Erfahrungen, die ich so beobachte, sind vielleicht, dass

1:05:16Florian Hofmeister

Leute vernachlässigen, dass es sich doch um Sport handelt, der auch ganz schnell auch ernst werden kann. Also zum Beispiel, indem sie sagen, ja, ich fliege ja schon eine Weile und deswegen kann ich überall starten oder ich kann starten, aber eigentlich trainieren sie es nicht und können es auch nicht und bringen sich dann in Gefahr. Also eigentlich, wenn man sich an jeden Startplatz, an jeden offiziellen Startplatz in Deutschland, in der Schweiz es ein bisschen besser setzt, dann sieht man doch einen gewissen Prozentsatz an sehr gefährlichen Starts, leichtsinnig gefährlich, würde ich sogar sagen.

1:05:49Lucian Haas

Woran liegt das? Also warum ist es auch in der Schweiz besser als in Deutschland, aus deiner Sicht?

1:05:55Florian Hofmeister

Ich denke, in der Schweiz muss man sagen, hat die Ausbildung ein höheres Niveau, was hauptsächlich damit zusammenhängt, dass sie länger ist und dass darauf geachtet wird, dass mehr Erfahrung vorhanden sein muss, um das Privé, also den Schein dort zu machen. Und weil es in der Schweiz, denke ich, auch viele Flieger gibt, die einfach nah an den Bergen wohnen. Und in Deutschland gibt es auch viele Flieger wie uns, die eben im Flachland wohnen und für die das die eine Urlaubswoche ist im Jahr oder die zwei und die vielleicht sonst auch nicht zum Trainieren kommen, aber dann auf jeden Fall gern fliegen möchten. Und sonst nicht viel mit den Bergen zu tun haben, auch mit den Eigenheiten da und dann einfach Sachen machen, die sie vielleicht gar nicht so richtig gut einschätzen können in dem Moment.

1:06:40Lucian Haas

Da sind ja auch so gerade Flachland -Tiroler, sage ich mal, also auch von vielen, was du jetzt sagst, man braucht ja bestimmte Start -Skills, um auf so steilen Startplätzen oder das einschätzen zu können, dort sauber rauszukommen. Aber wenn man dort nicht ist und dort nicht hinkommt, gibt es ja eigentlich auch gar keine Chance, das zu trainieren. Man muss ja schon überhaupt unter solche Bedingungen erstmal hinkommen.

1:07:00Florian Hofmeister

Ja gut, das stimmt, aber ich sage mal, ja, klassisches Ground -Handling kann man ja überall und wenn man ein bisschen Glück hatte, ich hatte das Glück und ich weiß, dass es auch hier in der Gegend überhaupt auch ein paar Möglichkeiten gibt, dann kann man das auch an einem Hang machen, an einer kleinen Wiese, die geneigt ist, sodass man wenn der Winter ansteht, schon auch seine 20, 30 Starts hintereinander mal eben kurz machen kann. Starts und Landungen fliegt vielleicht nur 10 Meter, aber das ist ja schon ein wahnsinns Erfahrungsvorsprung. Also das würde ich grundsätzlich auch jedem empfehlen, das einfach wahrzunehmen, zu schauen, wo kann ich hier in der Gegend einfach sowas machen. Es gibt überall Übungshänge, kleinere und wenn man mit den Leuten spricht, sind die meistens sehr nett und wenn man sagt, ich mache das für meine Sicherheit, sind die auch meistens sehr offen.

1:07:42Lucian Haas

Wenn jetzt jemand kommt, der sagt, okay, ich kann so eigentlich schon ganz vernünftig starten und sowas, ich würde gerne auch mehr Hike and Fly machen. Jetzt zum Abschluss, sag mal, was wäre so eine empfehlenswerte Tour, wo du sagst, das ist eigentlich zum Einstieg auch vom Gefühl, was man dann hat oder von den Erlebnissen, die man hat, das wäre etwas, wo du sagst, das ist ein schöner Einstieg.

1:08:06Florian Hofmeister

Das ist eine wirklich schwierige Frage, da muss ich irgendwie tausend Touren durchgehen. Ich kann auf jeden Fall würde ich sagen, den Gniepen empfehlen. Wo ist das? Das ist in der Nähe von Zürich, also Züricher See. Überhaupt diese ganze Seenlandschaft dort, man hat einfach einen sehr ansprechenden, auch geologisch ansprechenden Aufstieg, da ist dann eine Platte abgebrochen oder was auch immer, also auf jeden Fall etwas Interessantes fürs Auge. Man hat oben einfach einen sehr leichten Startplatz, der viel verzeiht und gleichzeitig aber einen Rundumblick in die Berge, die weißen Berge, da stehen ja meistens dann auch hohe Berge rum, aber gleichzeitig auch ins Seenland und zwar nicht einfach nur so ins flache Seenland, wie jetzt vielleicht am Hochgrat oder so in Deutschland, sondern auch noch Seenland Richtung Berge erst noch, also irgendwie einfach eine wahnsinnig schöne Szenerie mit einem Startplatz, der in zwei Richtungen geht oder in drei vielleicht sogar, wo man einfach eine sehr hohe Abflugwahrscheinlichkeit hat, sehr einfach und trotzdem einen wahnsinnig schönen Flug, kann ich sehr empfehlen.

1:09:10Florian Hofmeister

Wie bist du auf den Gniepen gekommen?

1:09:12Lucian Haas

Ich bin glaube ich vorbeigefahren. Und hast aus dem Autofenster raus mit einem Augenblick da hoch gesagt, das muss ein schöner Berg sein zum Fliegen, oder wie? Man sieht da eine

1:09:22Florian Hofmeister

Wiese und man sieht dann auch den Abbruch und dass da irgendein Weg lang gehen muss, vermutlich und dann habe ich gedacht, das gucke ich mir mal an und es ist ja ein relativ bekannter, Hike and Fly Berg, ist jetzt kein Geheimtipp in dem Sinne.

1:09:36Lucian Haas

Findet man den Gniepen in deinen Videos? Ja, es gibt ein Gniepen -Video. Also Leute, guckt euch ein Gniepen -Video an, dann wisst ihr, wo ihr am besten, zumindest in der Schweiz, mit Hike and Fly beginnen könnt. Empfohlen von Florian. Florian, ich danke dir sehr für deine Ausführungen über deine ganzes eskalierende Hike and Fly Hobby. Mit viel Planung und Selbstschneiderei und sonstiges und wünsche dir vor allem damit noch ganz viel Spaß und wenn du dann an die Berge ziehst, ja, auch weniger Fahrerei und noch mehr Lauferei.

1:10:07Florian Hofmeister

Ja, vielen Dank. Schön, dass wir deinen Podcast aufgenommen haben. Sehr gerne.

1:10:15Lucian Haas

Halt, stopp, halt, stopp. An dieser Stelle ist der Podcast noch nicht ganz zu Ende. Denn im direkten Anschluss an unser Gespräch offenbarte mir Florian, dass er auch gerne etwas zur Gleitschirm -Piloten - Ausbildung gesagt hätte. Also drückte ich noch einmal die Aufnahmetaste und so gibt es einen kleinen Nachschlag. Wo du ja selber Lehrer bist, du hast ja auch einen didaktischen Hintergrund und sowas. Jetzt hast du auch eine Flugausbildung gemacht. Hast du die denn als gut erlebt oder würdest du sagen, nee, eigentlich könnte man da einiges besser machen?

1:10:48Florian Hofmeister

Also als gut habe ich die schon erlebt. Wir hatten viel Spaß, sage ich mal.

1:10:54Florian Hofmeister

Jetzt lernpsychologisch oder didaktisch, wenn man ehrlich ist, ja, war das, ich sage mal, da wäre jeder Referent da durchgefallen bei uns. Das war einfach, ist einfach veraltet, würde ich sagen. Also das, was man weiß über die Lernpsychologie oder das, was man weiß über Motivation und Didaktik, das wird, das kommt in so einer Standard Gleitschirm- Ausbildung eigentlich, spielt das überhaupt keine Rolle.

1:11:17Lucian Haas

Sprechen wir jetzt von der theoretischen Ausbildung oder auch die praktische Ausbildung ist auch nicht didaktisch genug? Ja,

1:11:23Florian Hofmeister

hauptsächlich über die theoretische Ausbildung. Also in der praktischen Ausbildung gibt es ja insbesondere in den Fortbildungen schon einfach einen ganz großen Erfahrungsschatz und so weiter. Aber was die Theorie angeht, die meisten Leute, die meisten Lehrer, habe ich das Gefühl, mein Gefühl auch so ein bisschen, was ich mit Leuten darüber geredet habe, ist, dass sie es eher so als Pflicht sehen. Also es gibt eben diesen Theorie -Teil, den muss irgendjemand hier lehren. Wer macht das? Hoffentlich findet sich jemand. Und die Leute, die das dann machen, sind vielleicht begeisterte Flieger, haben natürlich aber, ist auch okay und auch verständlich, haben natürlich häufig mit Lehre überhaupt nichts zu tun. Die sind vielleicht dann Maschinenbauer in ihrem anderen Leben und machen das so als Urlaub und ein bisschen ein ganz nettes Geld verdienen. Und das spiegelt sich natürlich dann wieder.

1:12:10Florian Hofmeister

Das sind genau die Erfahrungen, die ich eigentlich auch gemacht habe. Und da muss ich echt sagen, da würde ich schon fast gerne ein Bewusstsein für schaffen, dass da eigentlich noch viel Potenzial drin ist. Die Frage ist natürlich, ob man es alles ausschöpfen muss in diesen Standardschulungen. Vielleicht ein bisschen schon gerne. Aber wo man es wirklich ausschöpfen kann, ist natürlich die Fortbildung. Dann die Leute einfach buchen, weil sie noch Interesse haben an einem bestimmten Bereich. Sei es Streckenflug, sei es Fly oder was auch immer.

1:12:42Florian Hofmeister

Ich kann gerne ein, zwei Sachen erzählen. Ja, bitte.

1:12:48Florian Hofmeister

Das sind Sachen, die ich auch so ein bisschen erlebt habe. Man muss sehen, in so einer A - oder B -Schein -Theorie -Schulung sitzt eigentlich eine extrem heterogene Gruppe rum. Also da ist vorne links die Frau, die sich alles auf ihrem iPad mitschreibt. Da ist hinten rechts der Lufthansa -Pilot, der jetzt halt Leitschirmflieger anfängt. Du bist dann auch noch am Start, der einfach sehr viel über Meteorologie und Wetter und Wind und alles hat. Und ich bin da auch noch, würde ich sagen, derjenige, der einfach sehr interessiert nachfragt und manchmal ein bisschen vorlaut ist. Und die Gruppe muss man irgendwie gut handeln in so einer Theoriesituation. Und gemacht wird aber in der Realität, alle sind gleich. Das ist der Stoff. Viel Spaß beim Lernen. Und da

1:13:33Florian Hofmeister

wird ja die Gruppe im Grunde überhaupt nicht abgeholt, da wo sie ist. Und da kann man natürlich, da könnte man, da sollte man einfach noch viel mehr darauf eingehen. Was sind das für Leute? Was mache ich hier vorne eigentlich? Ist das hier Frontalunterricht, 90 Minuten Vortrag? Oder mache ich das interaktiv? Oder was kann man sonst noch machen? Bringe ich einen Anfangsimpuls rein? Lasse ich die Leute interaktiv hier mitmachen? Oder was auch immer. Da gibt es so viele Möglichkeiten, die wir auch kennengelernt haben oder die ich aus privatem Interesse als Lehrer einfach auch mir gerne überlege für meine Schüler und die in der Gleitschirmszene im Grunde nicht existent sind.

1:14:09Lucian Haas

Aber ist das nicht ein bisschen zu hoch gegriffen? Gerade weil du sagst, die Gruppen sind so heterogen. Und jede Gruppe ist eine andere. Also wenn du in der Schule arbeitest als Lehrer, da kriegst du immer zwar auch heterogene Klassen, aber die sind alle irgendwie 17 Jahre alt oder 15 oder sowas und

1:14:30Lucian Haas

haben zumindest von daher eine Gemeinsamkeit. Jetzt ist es bei den Leuten jetzt vielleicht die Gemeinsamkeit, alle wollen fliegen gehen. Das ist es so. Aber du kannst ja auch nicht was sagen, ich bereite jetzt was vor für diese Gruppe, aber im Grunde beim nächsten Mal hast du nicht den Lufthansa -Piloten, sondern vielleicht jemand ganz anderes und sonstiges. Und dann ergeben sich wieder was, wo du sagen würdest, diesen Aufwand will sich vielleicht gar kein Fluglehrer so antun oder zumuten.

1:15:00Florian Hofmeister

Naja, es ist gar kein Aufwand. Das ist schon ein bisschen eigentlich noch aus der falschen Sichtweise geschaut. Man bereitet sich ja nicht auf eine spezielle Gruppe vor, sondern man bereitet sein didaktisches Konzept so vor, dass es flexibel ist. Also das heißt, jetzt auf die Schule, du hast jetzt gesagt, in der Schule ist es relativ ähnlich gleich, die sind alle 17. Die Wahrheit sieht natürlich besonders mit Inklusion in einer deutschen Schule völlig anders aus. Es sind wahnsinnig heterogen, diese Gruppen. Ich sag mal, jetzt im Sport, da habe ich dann die drei Sportler, die jede Ballsportart können, wenn ich jetzt zum Beispiel Volleyball mache. Dann habe ich 70 Prozent der Leute, die mittel bis geht so talentiert sind und dann noch zwei aus dem Verein. Also da ist die Spanne wahnsinnig hoch. Und was ich halt sage, ist eigentlich nur die Heterogenität als Chance nutzen.

1:15:48Florian Hofmeister

Das heißt, wenn zum Beispiel einfach mal erheben, wer weiß denn was? Was habt ihr denn für Voraussetzungen? Was wisst ihr denn? Was könnt ihr denn? Seid ihr denn was gut? Und die Leute dann irgendwie einfach einbinden, zum Beispiel als Experten. Zum Beispiel, wenn ich jetzt weiß, dass du bei mir im Seminar bist, da weiß ich genau, das ganze Wetter, Meteorologie, alles, was ich vielleicht nicht perfekt kann, da frage ich dich. Und zwar vor den anderen. Und dann kannst du da einfach dein Wissen teilen. Und jeder hat ja so sein Wissen oder jeder hat so seine Expertise. Nicht jeder muss eingebunden werden, aber es gibt häufig extrem gute Chancen. Und die liegen jetzt nicht dauernd daran, dass jemand vielleicht in irgendeinem Thema Experte ist oder gut ist, sondern zum Beispiel einfach, indem jemand gerne nachfragt oder gerne genauer Sachen wissen will. Und ich habe auch durchaus erlebt, dass das als Problem aufgefasst wurde, wenn Leute noch mehr wissen wollen, weil das gar nicht vorgesehen wurde.

1:16:40Florian Hofmeister

Das war eigentlich ein Vortrag vorgesehen. Also hier ist der Stoff. Und da war gar nicht vorgesehen, dass jemand wirklich nachfragt und sich interessiert. Und das finde ich schon einfach wichtig, dass man da irgendwie flexibel ist, dass man sagt, hey, auf so vielen Ebenen was zu lernen und Leute einzubinden und interaktiv Motivation zu schaffen, das nehme ich irgendwie mit. Und ich möchte mich jetzt nicht nur beschweren, ich möchte es ja selbst auch eben genau besser machen in dem Bereich, in dem ich mich eben ein bisschen auskenne.

1:17:09Lucian Haas

Ich immer vorstelle bei sowas, ich finde, dass diese Theorie eigentlich nie in einem Raum gelehrt werden sollte.

1:17:19Lucian Haas

Weil Gleitschirmfliegen findet immer draußen statt und ich glaube, dass man ganz viel der Theorie praktisch vor Ort machen kann. Und das ist nicht nur die Meteorologie, die man gerade in dem Moment sieht, sondern wo man auch wirklich sagt, wir sind jetzt in diesem Fluggebiet und jetzt gucken wir uns mal hier vor Ort an. Wir gucken mal wirklich eine Luftraumkarte an oder so. Und wenn man hier hier, wollen wir dahin fliegen und dahin planen, dann, was müssten wir denn da beachten? Und warum ist dieser Luftraum so und so zu beachten? Oder was heißt das denn? Und dann könnte man wahrscheinlich da praxismäßig die Leute viel eher abholen, weil die dann gucken in die Landschaft raus und sagen, ach, da hinten fängt das schon an. Oder ach, hier darf ich nur, was heißt das denn? Ich darf nur bis 2400 Meter hoch, das ist nicht höher als der Berg dort hinten oder so. Dann kriegt man ja vielleicht eine ganz andere Relation dann dazu.

1:18:04Florian Hofmeister

Ja, da sprichst du einfach einen super wichtigen Punkt an, und zwar Praxisbezug. Als ich zum Beispiel in der Beerschein -Theorie, Theorie saß, da war mir gar nicht klar, lerne ich jetzt einfach, sitze ich jetzt hier für die Fragen in der Prüfung? Sitze ich jetzt hier, weil ich das später brauche, im Flug? Und das konnte mir auch der Lehrer nicht beantworten. Ich habe gesagt, ja gut, wenn wir das jetzt hier einfach nur durchknallen, dann lass uns doch wenigstens einfach korrekt auf die Fragen Zug nehmen, damit wir dann wenigstens die Prüfung einfach easy bestehen. Aber nee, das war dann auch nicht gefragt. Sollte das schon so ein Mittelding sein? Da habe ich mir gesagt, gut, da fehlt mir hier aber wirklich der Praxisbezug, den du ja ansprichst. Man kann nicht alles draußen machen oder so, aber es sollte eben schon eine Verknüpfung haben, oder es sollte eben schon Praxisbeispiele haben oder interaktiv sein, dass die Leute wirklich anfangen müssen zu denken und nicht nur zu sitzen.

1:18:51Florian Hofmeister

Und manche Sachen davon kann man dann auch am besten einfach draußen machen. Da muss man eben rausgehen am Ende.

1:18:56Lucian Haas

Du hast vorhin auch gesagt, du planst vielleicht selber im Hike -and -Fly -Bereich irgendwelche Fortbildungen anzubieten oder so was. Was würdest du da dann machen? Und wie würdest du das dann machen? Ich

1:19:08Florian Hofmeister

stelle ja fest, dass viele Leute eben anfangen zu fliegen, auch mit dem Ziel Hike -and -Fly zu machen, so wie ich das gemacht habe. Und ich weiß genau, was ich für Fragen hatte am Anfang und was für Probleme einfach oder immer noch habe, auch Sachen gut zu planen und überhaupt zu wissen, ist das möglich, ist das in Ordnung, das zu machen mit gutem Gewissen? Ich denke, da gibt es schon ein ganz hohes Interesse und auch ein bisschen Bedarf einfach, dass Leute sagen, wieso nimmt mich da eigentlich keiner mal in die Hand und erklärt mir, gibt mir da ein Werkzeug an die Hand und erklärt mir, wie ich das sicher, gut, legal erlaubt und einfach mit gutem Gewissen machen kann, sodass ich auch am Ende da runterfliege und nicht zehnmal in der Sonne, in der Mittagshitze da hochlaufe und dann irgendwie doch nicht fliegen kann. Und ja, das würde ich gerne anbieten und ich würde das auch gerne so anbieten, dass es die Leute wirklich mitnimmt und dass das wirklich motivierend und irgendwie erfrischend ist und nicht Theorie und Praxis da irgendwie als zwei verschiedene Sachen trennen, die nichts miteinander zu tun haben.

1:20:08Florian Hofmeister

Und dafür gibt es, viele Möglichkeiten, auch aus meinem Schulalltag ganz doof gesagt, die man einfach nutzen kann und das möchte ich gerne ab nächstem Jahr wahrscheinlich anbieten.

1:20:19Lucian Haas

Wenn du das dann machst, unter welchem Namen würde man das dann da finden? Auch Peak & Fly oder ist das so deine Markenname? Genau, das

1:20:27Florian Hofmeister

würde man auch unter Peak & Fly finden, also das befindet sich gerade im Aufbau, dass man sich auch, ja, die Infos werden wahrscheinlich erst Anfang nächsten Jahres kommen, vielleicht gibt es eine Möglichkeit, demnächst sich auch einzutragen, dann kann man die direkt erhalten, wenn man da interessiert, das ist ganz unvermündlich.

1:20:47Lucian Haas

Jetzt aber. Wenn du noch mehr über die Projekte von Florian Hofmeister erfahren willst, so findest du in den Shownotes zu dieser Folge auf Lu-Glidz einige weiterführende Links. Lu-Glidz ist der Gleitschirm-Blog, zu dem Podz-Glidz als Podcast gehört. Ich bin der Produzent beider Angebote, mein Name ist Lucian Haas. Wenn du schon ein Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz bist, danke. Wenn nicht, dann unterstütze mich doch dabei, der Gleitschirm -Szene weiter dienen dich zu sein. Als freier Journalist investiere ich viel Zeit hier hinein und die will irgendwie finanziert sein, zumal das kein Hobbyprojekt ist, sondern Teil meiner Arbeit, von der ich lebe. Als Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz musst du dich zunächst verpflichten.

1:21:32Lucian Haas

Es gilt nur diese einfache Regel. Du darfst geben, wann, so oft und so viel du willst. Das kann ein einmaliger oder auch wiederkehrender Förderbeitrag sein. Du entscheidest. Zahlungen sind ganz einfach bei PayPal oder Bank Beweisung möglich. Alle nötigen Daten findest du auf meinem Blog Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern. Lu-Glidz steht im Netz unter www.Lu-Glidz.blogspot.com Lu-Glidz schreibt sich l -u -g -l -i -d -z Falls du dir unsicher bist, welche Summe vielleicht angemessen wäre, dann mache ich dir einen unverbindlichen Vorschlag. Wie wäre es mit einem Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz? Selbst übers Jahr zusammengerechnet ist das für dich immer noch günstiger als die Abo -Gebühren eines klassischen Magazins.

1:22:22Lucian Haas

Übrigens, ich bin stets auf der Suche nach weiteren interessanten Gesprächspartnern mit hörenswerten Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Hast du einen Vorschlag? Dann erzähle mir davon und schicke mir, wenn möglich, gleich auch die Kontaktdaten. Am besten per E -Mail an lugleitzkontakt at gmail.com Bis zum nächsten Mal. Ciao.

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