Von einem Berg runterrennen, das war für mich schon als Kind, habe ich das geliebt. Ich bin am Berg oben aufgewachsen, die muss in die Schule runterlaufen und da bin ich so schnell gerannt, dass sich das angefühlt hat immer wie fliegen. Also wenn eine Kante kam, da habe ich noch so einen Satz nach vorne gemacht und richtig runtergesprungen über die Kante und deswegen kann ich das von klein auf und ich liebe das, irgendwo einen Berg richtig schnell runterrennen.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Wendelin Ortner. Und ich bin Lucian Haas.
Der Dolomitenmann ist der wohl älteste und traditionsreichste Wettbewerb, bei dem auch Gleitschirm geflogen wird. Viele sehen in ihm die Wiege von Hike -and -Fly -Rennen, allen voran den Red Bull X -Alps. Und so legendär wie der Dolomitenmann selbst sind auch manche der Teilnehmer.
Wendelin Ortner hat schon am ersten Dolomitenmann 1988 teilgenommen und seither keines der alliierten Wettbewerber. Er hat jährlich rund um Lienz stattfindenden Rennen ausgelassen. Sechs Mal gewann er sogar die Gleitschirmwertung. 19 Mal landete er in den Top 5. Zuletzt startete er für das Red Bull -Legendenteam.
Wer so lange dabei ist, kann einiges erzählen. Und das tut der 57 -Jährige in dieser 97. Folge von Podz-Glidz. Nicht nur über den Dolomitenmann, sondern auch, wie sich das Gleitschirmfliegen über eine Zeit von mittlerweile 35 Jahren entwickelt hat.
Wendelin selbst war der erste Paragleiter in seiner Heimat. Seine Kindheit verbrachte er auf einem Bergbauernhof hoch über den Drauthal. Schon damals träumte er davon, einfach zur Schule hinunter und mittags am liebsten auch wieder hinauf nach Hause zu fliegen. Dass ihm genau so etwas Jahre später tatsächlich möglich wurde, lässt ihn auch heute noch das Fliegen und vor allem Hike -and -Fly wie ein Traum erleben. Wenn
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Wendelin, wie fühlt es sich an, ein Urgestein zu sein?
Ja, voll lustig, weil die Kinder fanden das richtig nett. Also wie sie das Wort das erste Mal in einer Zeitung gelesen haben, die hatten richtig Spaß und deswegen fühlt sich das gut an.
Und warum bist du ein Urgestein?
Ich fliege schon ziemlich lange. Es gibt viele Einheimische bei mir zu Hause, die haben den allerersten Paraglider, den sie gesehen haben, das war ich. Und da erinnern sie sich heute noch dran. Und es war auch so, dass dann ein Jahr später, nachdem ich angefangen habe zu fliegen, habe ich beim Dolomitenmann mitgemacht immer. Da war das erste Mal Dolomitenmann. Und dem mache ich immer bei diesem Wettbewerb, bin immer dabei.
Die Zeitungen berichten darüber, sonst wird man ja als Gleitschirmflieger nicht bekannt. Und die finden, dass das anscheinend etwas Außergewöhnliches wäre, dass man da so lange dabei ist. Für mich selber ist die Zeit schneller vergangen als gedacht. Ich finde das gar nicht so außergewöhnlich, weil für mich ist Fliegen immer noch so wie in der ersten Minute, wie ich angefangen habe, immer noch die gleiche Freude. Und ich freue mich eigentlich, dass ich da immer noch dabei sein kann. Deswegen für mich selber bin ich natürlich kein Urgestein, sondern es ist jedes Mal wieder neu. Und ich freue mich, dass ich das einfach noch machen kann und fliegen kann und die Freude
ungebrochen ist. Dieser erste Dolomitenmann, das war 1988. Jetzt haben wir 2022. Dazwischen liegen glaube ich, wenn ich es richtig gezählt habe oder wenn ich das richtig gelesen habe, 35 Dolomitenmänner insgesamt. Einer ist, glaube ich, mal ausgefallen wegen Corona oder so.
Nein, Corona ist nie ausgefallen. Dolomitenmann hat recht faszinierenderweise immer stattgefunden. Sogar in der Corona -Zeit hatte man richtig Glück. Auch eine Woche später, wenn er stattgefunden hätte, wäre abgesagt worden. Und das ging immer. Es ist nur wegen dem Wetter, wo dreimal konnte man nicht fliegen. Da schon, aber der Bewerb selber hat immer stattgefunden. Und allein das sagt schon über den Dolomitenmann viel aus. Dass von 35 mal stattfinden nur dreimal konnte nicht. Bei welchem Wettbewerb gibt es das sonst auf der Welt? Ich kenne keinen einzigen.
35 mal oder dann minus drei, zumindest dann bist du 32 mal mitgeflogen. Kannst du dich da eigentlich noch an jeden einzelnen Wettbewerb erinnern oder verschmieren so Erinnerungen, wenn man eigentlich jedes Jahr da immer wieder startet?
Die Erinnerungen verschwimmen natürlich etwas mit der Zeit. Aber sobald man wieder irgendwo angesprochen wird auf eine bestimmte Situation, dann ist das wieder ganz lebendig. Und taucht wieder auf. Und es sind sehr viele Erinnerungen, die wieder im Kopf irgendwo aufkommen. Und an bestimmte Sachen kann man sich erinnern, als wenn es erst gestern gewesen wäre. Andere natürlich, ach so, das war auch mal, ist wie mit allem. Aber es ist schon eine lange Zeit. Und trotzdem finde ich es, wie wenn es erst letzte Woche gewesen wäre, das erste Mal fast manchmal. Also das finde ich schon sehr faszinierend, dass man sich an bestimmte Sachen erinnert. Dass man sich an bestimmte Sachen sehr gut zurück erinnern kann, weil die, ich vermute, einfach so intensiv waren, wie man es erlebt hat.
Und deswegen bleibt es auch hängen.
Vielleicht weiß nicht jeder von den Zuhörern genau, was der Dolomitenmann eigentlich ist, wie das aufgebaut ist, was das für ein Wettbewerb ist. Kannst du vielleicht kurz mal beschreiben, worum geht es dabei und was ist das Besondere an diesem Dolomitenmann?
Dolomitenmann ist in einer Zeit erfunden worden, in der so das Mountainbiken aufkam, wobei das damals noch keine richtigen Mountainbikes wie heutzutage waren. Das Gleitschirmfliegen ist aufgekommen. Das war auch noch eine ganz junge Sportart noch, die erst so langsam bekannt wurde. Da hat eben, ein bekannter Skifahrer war das, der Werner Grissmann, hatte die Idee, so einen Bewerb zu kreieren, bei dem diese Disziplinen gemeinsam in einem Bewerb vorkommen. Eben einen Teambewerb. Und ergänzt noch mit einem Bergläufer und einem Kajakfahrer. Also der Bewerb findet dann folgendermaßen statt. Da ist zunächst starten die Bergläufer, die machen Massenstart,
die laufen auf den Berg rauf, oben warten die Gleitschirmflieger, die werden dann abgeklatscht, wie bei einem Staffelbewerb, eben per Handschlag wird abgeschlagen und dann kommt der Gleitschirmflieger dran. Und das Besondere beim Dolomitenmann ist aber, der Gleitschirmflieger hat nicht nur zum Fliegen, wie eben, dass er rausstarten würde und Thermik fliegen und Bojen abfliegen, das ist nicht der Fall, sondern der Gleitschirmflieger muss auch zunächst schon mal zum Startplatz hinlaufen. Dann geht es auch auf Zeit, das Starten selber wird alles mitgerechnet. Du musst schnell sein beim Starten und du fliegst dann eine bestimmte Strecke, die ist im Gleitwinkelbereich, das sind also sieben Kilometer ungefähr, eine Talquerung, möglichst schnell landest wieder zwischen, musst nochmal laufen, läufst wieder ein Stück hoch, ungefähr insgesamt haben wir über 300 Höhenmeter zu laufen, auch als Gleitschirmflieger mit der Ausrüstung.
Die tragen wir einfach so am Hang, wie es die Gleitschirmflieger kennen, am Übungshang noch, der bei vielen nicht so beliebt war, das Hochgehen mit dem Schirm in der Hand. Und dann übergeben wir nach dem zweiten Flug, übergeben wir dann an den nächsten Teamteilnehmer, an den Radfahrer, auch wieder abschlagen, bei Hand, der Radfahrer fährt auf den Berg rauf, fährt wieder runter und übergibt dann an den Kajakfahrer. Und der Kajakfahrer als letzter kommt dann wieder in Lienz in der Stadt selber, ist das Ziel am Hauptplatz und wer als erster Kajakfahrer ins Ziel kommt, dieses Team hat dann gewonnen.
Bei dem Gleitschirmflieger, was ist denn dabei eigentlich wichtiger, diese läuferischen Qualitäten, weil du auch erst zum Startplatz hinlaufen musst und noch mal zwischendurch zu dem zweiten Startplatz dann wieder aufsteigen musst oder sind auch wirklich die fliegerischen Qualitäten entscheidend?
Ja, es ist beides entscheidend, es ist so wie bei Wintersportarten, bei den nordischen Kombinieren, wo Langlaufen und Skispringen kombiniert wird. Es hilft ja nichts, wenn du super langlaufen kannst, aber nicht Skispringen und so ist es beim Dolomitenmann auch. Also du musst in beiden Distributen sein. Es wird ja doch mit sehr kleinen Schirmen geflogen, also die müssen schon Gleitschirme sein, es sind nicht Speedglider, die erlaubt sind und es wird sehr schnell geflogen, was ja auch nicht dann ungefährlich ist, denn ein Gleitschirm ist einfach nicht gebaut zum Schnellfliegen und somit braucht man schon einiges an fliegerischer Erfahrung und ich habe noch nie erlebt, wenn ich zurückdenke, dass mal jemand gewonnen hätte, der nicht wirklich richtig gut Gleitschirmfliegen könnte, aber gleichzeitig auch super konditionell sehr gut drauf ist.
Also man muss in beiden Disziplinen sehr gut sein.
Ist denn diese Strecke, die ihr als Gleitschirmflieger heute zurücklegen musst, ist das noch die gleiche wie vor 35 Jahren?
Die Strecke hat sich mehrfach geändert, die ist anders, also beim ersten Dolomitenmann war das eine ganz andere Strecke, weil sich auch die Schirme haben sich geändert, die Leistungen der Gleitschirme haben sich geändert, die Gleitwinkel hat sich enorm viel geändert. Also die Strecke wurde mehrfach geändert. In den letzten Jahren ist sie halt mehr oder weniger immer die gleiche geblieben, aber in früheren Jahren, also mindestens sechs, sieben, acht, neun, zehn verschiedene Stauplätze, was wir hatten beim Dolomitenmann, ja.
Und die wurden immer angepasst an, okay, die Leistung ist besser geworden, die gleiten jetzt besser, also müssen wir denen mehr Strecke geben, damit sie das überhaupt abgleiten können oder was war die Entscheidung, dass da die Startplätze auch gewechselt wurden? Die
Startplätze wurden auch gewechselt, aber es sollte auch spannend, attraktiv sein und man wollte ja auch früher mal auch etwas Neues wieder bieten und noch mehr Steigerung und irgendwann, irgendwann natürlich geht die Höhe der Berge aus, kann es nicht noch mehr steigern. Also und deswegen ist dann irgendwann gleich geblieben, da hat man gesagt, das ist jetzt eine gute Strecke, die ist wirklich super geeignet und vom Organisatoren her ist dann auch einfacher, wenn man es wieder gleich macht bis Jahr vorher. Aber wir waren schon an vielen, vielen Plätzen unterwegs, immer auf der Suche, gerade am Anfang von Dolomitenmann auf der Suche nach Neuem und hat sich jetzt so eingebürgert, das passt ganz gut so bis jetzt.
Vor mehr als 30 Jahren, da waren die Gleitschirme, ja die Gleitschirme ja noch im Grunde halbe Fallschirme, auch schwer zu starten und sowas. Wie chaotisch ging das eigentlich damals ab? Ich
kann mich noch erinnern, in meinem ersten Dolomitenmann, da hatte ich auch einen Schirm, der hatte auch einen wunderschönen Namen gehabt, Superspeed, wobei das weniger auf die horizontale Geschwindigkeit bezogen war, sondern mehr von oben nach unten, also wie schnell es auf den Boden zuging, also da hat das wunderbar gepasst, das Wort Superspeed und Gleitschall 3 hatte der und man durfte so weit fliegen, wie man konnte da, da war jetzt nicht, dass man an einem bestimmten Punkt passieren musste, man musste schon einen zweiten Stauplatz an einem bestimmten Punkt dann erreichen, aber der fliegerisch unmöglich war zu erreichen und dann bist halt da geflogen, eine Strecke, den Hang entlang und du bist wirklich irgendwo zwischen die Bäume da reingelandet, wo es halt irgendwie ging nicht, weil du hast nicht vorher die Wiese genommen, wenn du auch ein paar Meter Höhe hattest, das ist so ähnlich wie bei X -Alps, nicht bis zum letzten Meter wird rausgekitzelt und das war schon sehr spannend, da hingen sehr viele dann irgendwo in die Bäume oder irgendwo auf einem Liftseil oder sowas, ja.
Und wenn du dann so, dass mal ein bisschen Revue passieren lässt, die Jahre, ab wann war es denn so, dass du sagen würdest, da konnte man dann wirklich von Fliegen vielleicht sprechen mit diesen Gleitschirmen?
Ah, das ging relativ schnell, wer sich noch zurück erinnert, da gab es dann schnell einmal einen Triller, die sehr gute Leistung hatten, die auch spannende Schirme waren, die waren ja komplett geschlossen vorne die Eintrittskante, nur gerade in der Mitte ein paar Schlitze und die sind umgeknickt oft bei einem Klapper wie eine Luftmatratze und sind dann auch so geblieben. Also es gab dann schon einen Leistungssprung, gab sehr schnell, wobei die Schirme nicht einmal zugelassen waren damals noch und es war auch nicht Pflicht, einen Rettungsschirm mit zu haben, also die Leistungsentwicklung ging schon weiter. Ich selber bin nie da so einen Triller geflogen, weil ich hatte immer ein bisschen Respekt davor und Angst, mir war lieber, ah, ich lebe ein bisschen länger und dafür bin ich etwas langsamer, das macht nichts und so habe ich mich dann etwas mehr aufs Laufen versteift und bin da ein bisschen, da habe ich gesagt, ist ja wurscht, wenn ich da mal irgendwo eine Minute oder zwei Minuten beim Fliegen verliere, dann laufe ich halt schneller, aber diese Schirme, die Entwicklung ging rasant am Anfang aufwärts, nur mit der Sicherheit von heutzutage haben die weniger zu tun gehabt.
Also das waren, und das Gewicht war halt einfach schwerer, die waren schwer zu tragen und sehr unförmig zum Tragen, also da hat sich, am meisten hat sich getan erst in den letzten Jahren, aber an den Anfängen ging das, ja, also es war der Wunsch immer da, ich kann mich sogar erinnern, dass ich mit Herstellern gesprochen habe auch, bitte baut doch mal einen Schirm für den Dolomiten, für Hike and Fly, Schirme, die einfach zum Starten gehen, trotzdem halbwegs gut fliegen, also dass man, und nicht so voluminös sind, nicht so schwer sind vom Gewicht her, aber da hat man kein Gehör gefunden, da hat man meistens nur die Antwort bekommen, Gleitschirmflieger fahren mit dem Auto hoch oder mit dem Lift, aber zu Fuß gehen tun die nicht und die Ausrüstungen sind so am Anfang eigentlich dann immer schwerer geworden.
Meine allererste Ausrüstung, die war nicht schwer, die hat auch nur sieben Kilogramm gewogen, aber dann im Laufe der Zeit wurden die Ausrüstungen immer schwerer und ich kann mich noch erinnern, wie die ersten Piloten kamen mit Ausrüstung mit 12, 13 Kilogramm und dann haben die gesagt, ja spinnst du, was schleppst du denn hier auf den Berg hoch, und das wurde dann noch schwerer, bis 20 Kilogramm hoch und so weiter und der richtige Wendepunkt kam mit den Ausrüstungen mit X -Alps, also das war, wow, ein Highlight für die ganzen Hike and Flyer eigentlich, die Geburtsstunde des heutigen modernen Hike and Flyers mit der leichten Ausrüstung war X -Alps und X -Alps wiederum kam wegen dem Dolomitmann, also X -Alps selber wurde am Dolomitmann geboren, der Hannes Aach, der Mastermind hinter X -Alps, war ja regelmäßig auch bei Dolomitmann dabei und da wurde in Lienz beim Dolomitmann wurde die Idee geboren für X -Alps.
Ist denn, weil du sagst, diese Entwicklung, das fing relativ leicht an, wurde dann immer schwerer und wurde dann wieder leichter, gab es diese Entwicklung denn auch beim Dolomitmann selber, also wurde quasi die Ausrüstung, die man beim Dolomitmann über die Jahre tragen musste, eine Weile auch immer schwerer, bevor sie dann mit X -Alps und so weiter dann wieder deutlich leichter wurde?
Ja, für viele Piloten schon, für mich selber nicht, ich habe nämlich mein erstes Kurzeug behalten, bin immer mit meinem ersten leichten, damals, das war ja eigentlich ein leichtes Kurzeug, mit dem bin ich immer über die Jahre, jahrelang mit dem angetreten, nicht so pinkfarben und neongelb, also richtig schickes Design für damals und die Jahre später immer noch aufsehen erregt, aber das war eigentlich über Jahre hinweg, war das das beste Kurzeug, mein allererstes und die Schirme sind dann anders geworden, weil das das leichteste war, ja, genau.
Damit fliegst du aber heute nicht mehr oder sagst du heute einfach zum Showfliegen, du fliegst nicht mehr wahrscheinlich mit, um wirklich auf die vordersten Plätze zu kommen, dann kannst du ja wieder quasi mit dem alten Zeug wieder antreten.
Ja, genau, das ist ja auch das Tolle, auch die Kurzeuge sind leichter geworden, also das ist unglaublich, heutzutage so ein Kurzeug mit Protektor und allem drum und dran, das wiegt 500 Gramm, da kommen jetzt auch die von 1987 nicht mehr ran, die Kurzeuge, also die heutigen Kurzeuge sind auch leichter geworden, also das ist schon toll, die merkt man gar nicht mehr, wenn man sie anhat.
Du hast ja mehrfach auch den Dolomitenmann gewonnen, zumindest diesen Gleitschirmpart und wahrscheinlich teilweise auch dann mit deinen entsprechenden Teammitgliedern dann auch den ganzen Teamwettbewerb. Wie häufig war das, dass du den Gleitschirmpart gewonnen hast?
Das Fliegen selber habe ich fünfmal gewonnen, ja, die Einzeldisziplin und es ist ein großer Anreiz, das zu gewinnen beim Dolomitenmann, weil der Zweitplatzierte, der wird nicht einmal erwähnt in der Einzeldisziplin, sondern bei der Siegerehrung wird wirklich nur der Erste erwähnt und die anderen, ja, haben halt mitgemacht auch,
und die Teamwertung wird schon gewertet bis zum fünften Platz, in den ersten Jahren war es auch nur bis zum dritten Platz und inzwischen gibt es sogar zwei Kategorien, Profiwertung und Amateurwertung, deswegen mein Ziel war es dann schon, ich kann mich erinnern, wie ich das zweite Mal mitgetan habe, das erste Mal ging es mir auch schon recht gut und das zweite Mal auch, da war ich eigentlich recht schnell unterwegs, habe einige Fehler gemacht und dann kommt immer diese Rechnerei, schau, wenn ich das und das nicht gemacht hätte, dann wäre ich ja, oh Mensch, da hätte ich ja sogar vielleicht gewinnen können und dann fängt man halt an, so irgendwie, ups, motiviert zu werden, aber der Hauptgrund, dass ich da gut sein wollte beim Dolomitenmann, war einfach, die Trophäen haben mich interessiert für die Einzeldisziplinen, da gibt es wunderschöne,
kunstvolle Trophäen, nämlich von einem Künstler, der ist auch gebürtig aus Silja, der Joss Birkner, weltberühmt ist er worden durch Red Bull, weil er im Stammsitz von Red Bull in Fuschel am See hat er diese Bronzeplastiken gemacht, diese riesengroßen 12 Stiere, die da so aus dem Wasser rausstürmen und der hat eben auch die Dolomitenmann -Trophäen kreiert und ich war dabei, vor dem ersten Dolomitenmann, durch Zufall, kam ich in seine Werkstätte auch und habe gesehen, wie er die herstellt, weil sein Nachbar war damals unser Kajakfahrer und dann hat er gesagt, jetzt muss man rübergehen da zu unserem Nachbar, schauen wir da mal rein in die Werkstätte, was der da macht, der macht da die Trophäen für den Dolomitenmann und das waren eben nicht so, wie sonst so Konservenbüchsen, so Blechristalle, so blechblechende Pokale oder so, sondern wirklich schöne Kunstwerke, die mich sehr fasziniert haben und wie ich das gesehen habe, wie er die da gegossen hat und geformt hat und dann habe ich gedacht, so eine möchte ich unbedingt haben und das war mein Ziel dann, dass ich mich da speziell auf diesen Dolomitenmann versteift habe, ich bin ja sonst kein großer Wettkampfpilot, ich fliege lieber so in der Gegend rum und genieße es einfach, aber das hat mich echt angereizt, also so eine Trophäe möchte ich mal haben.
Jetzt hast du fünf davon, zumindest für die Gleitschanke. Ich habe alle
sechs daheim, ach so, ich habe vergessen, fünfmal habe ich gesagt, das stimmt, das ist ja nicht wichtig, ich habe alle daheim und ich habe alle verschiedenen daheim, ich habe einen Bergläufer daheim, einen Paraglider und einen Kajakfahrer und einen Mountainbiker, weil wir untereinander dann getauscht haben, von Teilnehmern, die mehrmals die Einzelwertung gewonnen haben, dann haben sie gesagt, es macht ja keinen Sinn, wenn ich vier Paraglider daheim stehe, wenn es vier Disziplinen gibt und so haben wir untereinander eine Tauschbörse unter uns entwickelt und dann haben wir da die Trophäen getauscht und da stehen jetzt bei mir vier verschiedene daheim. Die anderen zwei, die habe ich sozialen Zwecken gesponsert.
Wann war das letzte Mal, dass du gewonnen hast, in welchem Jahr? Ich glaube,
wenn ich mich richtig erinnere, 2006.
Das ist ja
noch gar nicht
so lange her, je nachdem, wie man das rechnet. Ja, genau, bei 35 Jahren. Wie ist das eigentlich mit dem Leistungsniveau? Nun heißt es ja beim Gleitschirmfliegen häufig, ja, man kann auch noch bis ins relativ hohe Alter sogar noch relativ sportlich fliegen. Es gibt ja auch Beispiele, wo welche weit in den 50ern auch noch PWC -Wettbewerbe gewonnen haben und so was. Wie ist das bei diesem Dolomitenmann?
Ja, es ist dadurch, dass es eben auch zu laufen ist und eben steil bergauf und die Strecken sind eher, ich meine jetzt für kurz, man muss sehr schnell rennen, ist es natürlich mit dem Alter, ist es schon schwieriger, mit jungen Leuten mitzuhalten. Aufgrund vom körperlichen Unterschied. Aber das schon, aber sonst fliegerisch selber habe ich das Gefühl, also da wird man nicht schlechter. Das war ja, wenn ich genau gerade auf dieses Jahr zurückdenke, die Strecke war ja in etwa gleich immer wie die letzten Jahre und da habe ich überhaupt die schnellste Zeit gemacht, seit ich beim Dolomitenmann dabei bin und dank der leichten Ausrüstung und der schnellen Ausrüstung, also so schnell wie heute, heuer dieses Jahr, bin ich noch gar nicht gewesen von der Zeit.
Auf welchem Platz bist du dann gekommen in diesem
Jahr? Ich glaube 22. Von wie vielen Startern sind das? Von der Starten, limitiert ist es immer auf 120 und jetzt weiß ich gar nicht, wie viele heuer mit dabei waren. Das ist einfach auf 120 Teams, ist limitiert 120 Leitschirmpfleger.
Aber dann bist du so gesehen als Senior und Urgestein noch immer super mit dabei.
Ja, das freut mich voller. Das taugt mir richtig gut und ist lustig, macht auch Spaß und ich bin ja jetzt die letzten Jahre bin ich ja nicht mehr verpissen dabei, dass es um jede Sekunde geht, um den Sieg, sondern das ist ein Wunsch von mir früher auch immer gewesen, dass ich da auch mitmachen möchte und das Ganze genießen auch nicht, dass am Abend vorher auch noch ausgehen kannst. Du musst nicht jeden Tag trainieren dafür und es ist schnurzpiepen egal, ob du ein paar Minuten schneller bist oder langsamer, das spielt keine Rolle, sondern einfach die Atmosphäre genießen, das Dabeisein, also das mag ich sehr, deswegen mache ich es so gerne noch mit, weil ich das wirklich genießen kann, auch wenn es zwischendurch natürlich sehr anstrengend ist, aber auch wenn etwas anstrengend ist, ist es auch ein bestimmter Genuss, wenn es vorbei ist.
Du hast gerade Training gesagt, auch wenn du sagst, da muss man nicht immer jeden Tag trainieren oder sowas. Wie trainiert man denn auf den Dolomitenmann?
Den Dolomitenmann trainiert man vor allem, das geht es ja sonst den anderen Bewerbern ja nicht, dass du möglichst schnell starten kannst. Zum Beispiel auch, das ist ja, sagt man ja, ich bin ja auch Fluglehrer, lasst euch Zeit am Startplatz, hetzt nicht, konzentriert euch, sortiert die Leinen schön. Beim Dolomitenmann wird diese Regel ziemlich über Bord geschmissen, also da geht es auf Zeit und das muss man natürlich üben, so wie ein Feuerwehrmann übt, dass er möglichst schnell die Schläuche zusammenstecken kann, übt man halt auch als Gleitschimpiloter möglichst schnell auch das Starten und das ist auf jeden Fall ein Training auch, das man machen muss und nicht nur so, jetzt habe ich das mal vorgestellt, wie das geht, sondern wirklich sehr oft üben muss, weil beim Wettbewerb selber kommt ja meistens eine gewisse Nervosität dazu, dass man etwas aufgeregt ist
und damit es dann automatisch abläuft und vor allem sollte man auch so oft trainiert haben, dass man auch im Training einige Fehler gemacht hat und nicht nur, schau, das klappt eh, ich habe es dreimal gemacht, sondern das ist wirklich etwas, also ich habe das so trainiert, wie ich noch ambitioniert war zum Gewinnen, da bin ich sogar die Nacht rausgegangen auf den Übungshang und da habe ich einen Stock dunkler Nacht trainiert, damit die Handgriffe alle sitzen so gut, dass ich das wirklich auswendig kann und dann war das sehr einfach, wenn Sonne war, untertags ging das sehr leicht an.
Bist du denn dann auch nachts geflogen?
Na so darf man jetzt nicht sagen, natürlich ein bisschen nachts geflogen schon, aber in Grashalmöhe und,
das Heu stand hoch. Ja, genau, es war ja auf Privatgrund, das ist ja das Schöne, dass ich aufgewachsen bin auf einem elterlichen Bauernhof, wo die Übungswiese direkt vor der Haustür ist und somit konnte ich auch nach den täglichen Arbeiten nochmal schnell rausgehen auf die Wiese und das zu üben. Aber ein anderes Training ist natürlich, das eine ist das Starten, dass man das übt und es ist nicht nur Starten, sondern du musst auch, schnell landen, nicht, du brauchst ja nicht, wenn du jetzt, was weiß ich, im Weltcup fliegst, brauchst du nicht schnell landen können, da fliegst du der Ziellinie drüber und passt, der Boy erreicht, aber auch, dass du möglichst schnell und ohne überschüssige Kurven irgendwo rein landen kannst, dass das gut passt und den Gleitwinkel schulen, nicht, wie viel kann ich Gas geben in der Luft, wenn ich es nämlich, wenn du nämlich zu viel im Fußbeschleuniger betätigst, kann ja sein, dass du zu viel sinken hast und somit zu kurz kommst und das Ziel gar nicht erreichst und die restliche Strecke, eben in Laufen zurücklegen musst, was ja viel länger dauert, wie Fliegen und umgekehrt,
wenn du zu wenig Beschleuniger fliegst, dann kommst du hoch an, was ja auch wieder Zeit kostet, mit dem Höheabbauen, also das ist, was man vom Fliegerischen her trainieren kann und nebenbei eben auch die Kondition natürlich, das Laufen und dafür habe ich dann extra angefangen, Laufbewerbe mitzumachen und ich war voll enttäuscht, wie ich das erste Mal einen Laufbewerb mitgemacht habe, nicht, das war so Berglaufbewerb und ich habe gedacht, ich bin gut, nicht, und dann mache ich da so einen Laufbewerb mit und ja, scheiße, die werden nicht langsamer, nicht, ich habe mir gedacht, die werden schon langsamer, warum laufen die so schnell weg, das können die ja nie schaffen, bis hoch auf den Berg und dann war das so, es ging so einen Waldweg hoch und bei der ersten Kehre waren die immer noch schnell und ich war fertig, nicht, und dann war ich ganz hinten irgendwo, bei drittletzter oder so, nicht, und dann komme ich oben in den Zielhahn, fix und fertig und fast letzter geworden, nicht, ich habe vorher wirklich gedacht, ich bin ein guter Berggeher, die haben aber, das Schöne war aber, im Ziel oben, die haben mir trotzdem alle gratuliert und sind freundlich gewesen und haben gesagt, super, dass ich mitgemacht habe und das ist voll gut schon für das erste Mal mitzutun und das hat mich so motiviert, dass die haben mir dann gleich Termine gegeben für den nächsten Laufbewerb und so habe ich,
bin ich da reinkommen in die Läufer -Szene auch etwas und da bin ich natürlich dann viel besser geworden, weil es ist komplett etwas anders, wie wenn du einfach nur zügig auf einem Berg gehst oder eben rennst, also das ist komplett etwas anders und da konnte ich mich dann auch steigern und da ist mir dann auch gelungen, dass ich dann das erste Mal einen Dolomitenmann gewinnen konnte. Hast du denn auch so einen Laufbewert mal gewonnen? Ja, aber halt in meiner Altersklasse und kleinere nicht auf Bezirkshebe, aber jetzt nicht irgendwie großartig, bin schon öfter auf dem Stockerl gestanden, ja.
Beim Dolomitenmann, wenn ich das richtig gesehen habe, ist beim Gleitschirmfliegen, zumindest jetzt auch bei den letzten, vom Streckenverlauf her, kommen die Bergläufer oben an, und als Gleitschirmläufer müsst ihr erst mal gar nicht den Berg hochlaufen, sondern ihr müsst erst mal den Berg, ein ganzes Stück wieder bergab laufen und das auch relativ flott über Stock und Stein, sage ich mal.
Ja, das war in meinen jungen Jahren, als 20, 30 -Jähriger, war das meine Lieblingsdisziplin, also von einem Berg runterrennen, das war für mich schon, als Kind habe ich das geliebt. Ich bin am Berg oben aufgewachsen, die muss in die Schule runterlaufen und da bin ich so schnell gerannt, dass sich das angefühlt hat immer wie Fliegen. Also wenn eine Kante kam, da habe ich noch so einen Satz nach vorne gemacht und richtig runtergesprungen über die Kante und deswegen kann ich das von klein auf und ich liebe das, irgendwo einen Berg richtig schnell runterrennen. Ich kann mich sogar an Geschichten erinnern, wo manchmal der Hüttenwirt rauskam und vor die Hütte, und ganz entsetzt gefragt hat, was passiert wäre. Der hat gedacht, da kommt jemand schnell runter, Hilfe holen, weil ich so schnell und gerne mit hoher Geschwindigkeit einfach den Berg runterflitze, also zu Fuß auch.
Also das ist so eine Art, wie man sagt, wie Fliegen für mich auch.
Ein Freund von mir hat mir, ich habe dem erzählt, dass ich ein Interview hier mit dir mache und er sagte, ja, er hat dich mal erlebt oben auf dem Startplatz und da ist einem Schüler von dir ein Helm dann den Startplatz runtergerollt und dann wärst du hinterher gesprintet und hättest diesen Helm dann überholt und diesen Helm dann auch wieder eingefangen und er sagt, er hätte noch nie jemand so schnell einen Berg hinunterlaufen sehen.
Ja, das kann ich sehr gut und es ist auch schon passiert oft, dass jemand einen Schirm nicht mehr mitgenommen hat, der hat am Startplatz gedacht, es geht nicht mehr zu fliegen, dann habe ich ihm meine Ausrüstung geliehen und dann hat er gesagt, da fliegst du mit meiner Ausrüstung runter, ich laufe schon runter. Dann habe ich ihm oben noch geholfen, am Startplatz den Schirm aufzulegen und unten habe ich ihm wieder geholfen, einpacken, so schnell war ich auch zu Fuß.
Inzwischen bin ich schon ein bisschen langsamer geworden, also mit dem Alter wird man vorsichtiger.
Gibt es denn für das Runterlaufen bestimmte Techniken, dass man sagen kann, man kann so schnell laufen, aber dann trotzdem sicher sein? Wenn man da viel Schwung hat, dann muss man ja auch irgendwie wieder abstoppen können und dann das Sturzrisiko ist ja dann auch groß und so.
Ja, natürlich kann es auch einmal überschlagen, aber bis jetzt hat es mich erst einmal hingehauen, aber da hatte ich auch schlechte Schuhe, die hatten wenig Profil, also es ist schon gut, dass man Schuhe mit gutem Profil hat, da zum Abwärtslaufen. Aber ich glaube, ich bin mir nicht sicher, ob man das so richtig gut üben kann, man kann schon etwas üben, aber das muss einem schon fast in die Wiege gelegt sein, wie bei mir, dass man da richtig schnell irgendwo über Steine runterlaufen kann. Und weil du gerade gesagt hast, stoppen können, ist mir gerade eingefallen, bei einem Bewerb auch, da konnte ich wirklich nicht mehr stoppen, abwärtslaufen. Das war einmal zum 10 -jährigen Jubiläum, war das, dass keine Zwischenlandung war, da ist ja bei einem Limitman normalerweise eine Zwischenlandung, wo man wieder läuft und da war keine Zwischenlandung, dafür war die Flugstrecke über 11 Kilometer lang und einfach nur im Gleitflug und zunächst habe ich mich ja geärgert, wie soll denn das gehen, ich bin ja nicht so schwer vom Körpergewicht, weil ich nicht sehr groß bin, ich bin ja nur 1,66 groß und habe nicht so viele Jogen, 58 Kilogramm, wie soll es da schnell Gleitschirmfliegen, wenn das Gewicht fehlt?
Und dann hatte ich die glorreiche Idee, meinen Rucksack alles voll zu füllen, nicht mit Gewichten, also Eisenplatten statt Holzbrettchen, Eisenplatten rein und Wassersack mitgetragen, also ich hatte ungefähr so eine 30 Kilo schwere Ausrüstung am Stauplatz. Und mit der musste man aber auch zum ersten Stauplatz abwärts runterlaufen, und dann bin ich oben losgesprintet, wie sonst auch und mit diesen 30 Kilo am Rücken, ich konnte nicht mehr bremsen, ich wollte langsamer laufen und da kamen so Serpentinen und dann musste ich einfach geradeaus runter, ich konnte gar nicht zickzack rennen, sondern geradeaus runter, es hat mich wie durch ein Wunder, bin ich nicht gestürzt und hat mich nicht überschlagen und einer, der vor mir losgelaufen ist, war auch ein Südtiroler, der konnte gut abwärts laufen, also den habe ich überholt, wie wenn er bergauf gegangen wäre, also weil ich es einfach nicht mehr da bremst habe, aber zum Glück am Stauplatz habe ich es noch rein da bremst und also da war ich sehr schnell am Stauplatz dann, ja.
Du hast vorhin kurz erzählt, wie du nachts trainiert hast und sowas und dass gerade dieses schnelle Starten was ist. Nutzt man dafür dann eigentlich auch eine ganz spezielle Einpackmethode des Schirms, dass man sagen kann, okay, den kann ich einfach nur noch hinschmeißen und ich weiß, alle Leinen sind sortiert und ich muss eigentlich nur noch loslaufen und der startet dann hinter mir raus?
Ja, auch so ist es. Die Vorbereitung, wenn man den Schirm einpackt, das ist sehr wichtig, also sehr gewissenhaft richtige Technik da entwickelt und da waren wir ja die Ersten, die da mitgemacht haben, waren wir ja eigentlich Pioniere und da gab es sehr lustige, verschiedene Methoden. Inzwischen haben sich nur noch wenige Methoden rauskristallisiert, die am besten sind, aber da gab es echt schräge Techniken, alles mögliche, was da die Leute erfunden haben, war echt witzig. Einen habe ich sogar mal gesehen mit der Idee, dass er vor dem Start den Karten oberhalb vom Gleitschirm steht, damit die Leinen schön auf dem Schirm liegen bleiben, wenn er den auseinandergezogen hat und dann einfach über den Schirm drüber läuft und so Sachen. Also da wurden schon interessante Sachen erfunden und ich habe das, ja genau, kann mich erinnern, in den ersten Jahren, in den letzten Jahren ist es so, dass wir mit angezogenem Gurtzeug am Startplatz
stehen müssen schon bei der Übergabe, dass wir das Gurtzeug schon anhaben, um eine Fehlerquelle auszuschließen, dass man nicht vergisst, die Beinschlaufen zuzumachen oder sonstige Schnallen am Gurtzeug, also dass man das schon angezogen hat, aber jahrzehntelang war das immer Pflicht, dass man die komplette Ausrüstung im Gurtzeug drin hatte. Also man musste auch noch das Gurtzeug schnell anziehen und da habe ich es damals schon, obwohl die komplette Ausrüstung eingepackt war, habe ich es auf unter 30 Sekunden gebracht, vom eingepackten Rucksack bis zum Abheben. Dafür musst du dann schon, dass alles ordentlich eingepackt haben und alles richtig hergelegt haben und so weiter. Und heutzutage geht es wesentlich einfacher. Da hat man das Gurtzeug an, den Schirm hinten am Rücken, manche machen da nur so Gummibänder rum, dass der Schirm dann schnell runterfällt, ein bisschen auseinander und schon ist man weg.
Also das Ganze dauert weniger als zehn Sekunden. Heute ist der Standard bei vielen, dass sie in der Luft sind.
Sind es Sachen, die du da gelernt hast, gerade auch was die Packmethode betrifft oder wie kann man die Leinen so packen, dass sie möglichst keine Knoten bilden, wenn man sie ganz schnell wieder auspackt und so was? Gibt es da Sachen, die du heute auch in deiner normalen Fliegerei verwendest oder auch, du bist ja auch Fluglehrer, deinen Flugschülern erzählst und sagst hier, packt mal lieber so ein, das ist dann besser wieder auszupacken?
Auf jeden Fall, ja. Auf jeden Fall. Also da sieht man, wie umständlich manche und hantieren da nicht. Also da denke ich mir immer, was macht's denn hier da? Das geht ja viel einfacher und das zeige ich denen natürlich auch, wie man das vereinfachen kann und viele Fehlerquellen ausschließen kann.
Und was ist so dein Trick dabei oder was ist deine Technik?
Meine Technik ist eigentlich relativ einfach, weil die verwende ich auch natürlich jedes Mal beim Hike and Fly. Manchmal kommt man ja auch beim Hike and Fly auf einen Startplatz, an dem sehr windig ist, wo du ja gar nicht so einen Leichtschirm Zeit hast, den hinzulegen und es gar nicht schaffen würdest, einhängen. Also ich lasse das Gurtzeug immer am Schirm dran. Also das trenne ich nicht, da beschleunige ich es auch schon eingehängt. Ich falte den eigentlich ganz normal mit dieser Ziehharmonikatechnik auch, lege die Leinen aber nicht so in kurzen Schlaufen, sondern in ganz langen Schlaufen, legt man den auf den Startplatz, mit dem Schirm drauf, nicht von der Vorderkante bis zur Hinterkante, so groß aufgewickelt, falte den Schirm dann schön von der Hinterkante zur Vorderkante vorne, aber auch in der Größe des Rucksacks, wie es eben ist, lege das Gurtzeug genau drauf, merke mir das, wie ich das draufgelegt habe, ohne dass ich es verdrehe und somit kann ich eben bei windigen Verhältnissen einfach nur einen Reißverschluss vom Rucksack aufmachen, steige ins Gurtzeug rein und dann nehme ich erst den Schirm auseinander.
Meistens funktioniert das, vorher schon die Bremsgriffe in der Hand und dann ziehe ich einfach den Schirm ein bisschen auseinander, halte die Leinen dann hoch, dass ich die Gabelleinen sehe, dass da keine Knoten drin sind, also beim Hike & Fly, beim Dolomitenmann macht man das nichts, da spart man sich die Zeit und schaue dann die Gabelleinen oben schön an, passt und dann bin ich schon stark klar.
Hast du es mal erlebt bei irgendeinem von diesen Starts beim Dolomitenmann, dass trotz dieser tollen Vorbereitung und sowas etwas völlig schief geht und du am Ende dann irgendwie eine Minute stehst und wieder Leinen auseinander zu füllen musst?
Ja, ja, selber auch alles, selber alles blödsinnig gemacht. Deswegen kam ich ja dann auf die Idee, das zu üben. Das ist, wie ich eben vorher schon gesagt habe, beim Training ist es nicht nur wichtig so, dass es dreimal klappt, sondern du musst es auch so oft üben, dass du auch merkst, das klappt nicht. Und das kann dann genau beim Wettbewerb passieren, ist mir auch passiert. Da würdest du am liebsten in den Grund und Boden verschwinden, vor allem wenn du vorne eine gute Mannschaft hast und du liegst weit vorne in der Platzierung und dann verrinnen da die Sekunden, und du kommst nicht vom Fleck und bist beschäftigt mit Knoten lösen. Also schlimmer geht es fast nicht. Solche Szenen hat man immer wieder gesehen beim Dolomitenmann und kommen immer wieder vor und werden auch immer wieder vorkommen, dass man einfach anstatt Leinen Spaghetti satt am zweiten Startplatz und durcheinander.
Also das Problem hat man vor allem eher am zweiten Startplatz, dann am ersten, wie gesagt, da ist eine mangelnde Vorbereitung eher, dass man nicht ordentlich einschlägt. Aber dass man ein Durcheinander hat, kann leichter vorkommen dann auf dem zweiten Startplatz, weil da ist ja die Laufstrecke dazwischen mit dem Schirm in der Hand und auch die Landung war, je nachdem wie der Schirm hinfällt beim Landen. Also Worst Case wäre natürlich, wenn der Schirm auf den Kopf fällt, nicht ein paar Leinen vorher, ein paar hinterher.
Da muss man wirklich erst wieder neu sortieren, damit man weiß, dass das alles wieder
korrekt ist.
Ja,
ja. Also
das ist ja schon ein wesentliches Kriterium und das hat mich mindestens zwei Siege oder drei Siege gekostet, dass es am zweiten Startplatz nicht so funktioniert hat, wie ich es gerne gehabt hätte. Aber anderen geht es genauso, auch dem Weltbesten.
Okay. Wendelin, lass uns mal ein bisschen im Thema springen und lass uns auch zeitlich mal sehr weit zurückspringen und zwar in deine Kindheit. Du hast gerade schon erzählt, du bist auf einem Bergbauernhof aufgewachsen. Wie ist denn da, wenn man auf so einem Bergbauernhof aufwächst, wie kommt man da auf den Wunsch, fliegen zu wollen?
Ja, ich habe das schon ein paar Mal angesprochen, da mit dem Bergbauernhof, weil ich denke, das ist doch die Grundlage gewesen bei mir, dass ich überhaupt mit Fliegen angefangen habe. Deswegen fasziniert mich das immer. Meine Flugschüler kommen den Großteil aus dem Flachland. Also, dass die auf die Idee kommen, bei mir ist ja eigentlich selbstverständlich, da ist oben ein Berg und dann willst du runterfliegen schon in die Schule und nicht zu Fuß runtergehen. Und noch lieber wäre natürlich, nachdem ich unten in der Schule war, das war immer 300 Höhenmeter, da raufzugehen wieder, das Hochfliegen, also das hätte ich mir vor allem gewünscht.
Und das Fliegen vor allem deshalb, weil der Weg damals nicht ausgebaut war, da kann man nur nicht mit einem Auto zum Haus, konnte man hinfahren, sondern das war wirklich nur ein Fußweg. Mit den Ochsenkarren ging es gerade noch, aber sonst war das kein richtiger Fahrweg. Und deswegen, schon allein deswegen das Fliegen und geprägt wurde ich aber wahrscheinlich auch unbewusst, denke ich, von den ganzen vielen Geschichten, die mir mein Vater immer erzählt hat, vor dem Einschlafen. Also er hat mir immer so wirklich sehr phantasiereiche Geschichten vom Fliegen erzählt, wie da so ein Adler gekommen ist und so ein Männlein hat er mitgenommen, Josele hat es geheißen und mit dem ist er immer runde geflogen irgendwo der Adler und hat sich irgendwo wieder abgesetzt und wieder weiter gestartet, ja. Und an das kann ich mich erinnern und das wollte ich immer nicht.
Und ich konnte auch immer, wenn ich träume und ich habe vom Fliegen geträumt und wenn ich mich sehr gut konzentriere, im Traum, dann kann ich fliegen. Also wenn die Konzentration nachlässt, dann ist es natürlich gefährlich, aber wenn ich mich gut konzentriere, kann ich richtig fliegen ohne irgendetwas, ohne ein Hilfsmittel. Und diesen Wunsch hatte ich immer, also ich wollte immer fliegen. Und als Kinder auch am Bauernhof, wir sind mit dem Regenschirm raus in den Heustadel und dann sind wir da ins Heu runter gehüpft. Das ging natürlich nur einmal mit dem Regenschirm, dann war er kaputt und es wurde nicht mit Freude aufgenommen. Aber, also diese ganze, der Wunsch, dass da zum Fliegen drin ist, ist ja bei vielen Menschen, aber bei mir denke ich auch noch ganz besonders, der Großvater, mein Großvater wollte auch schon fliegen, nicht nur mein Vater.
Und da muss man wissen, mein Großvater, der ist geboren 1858, also das ist schon länger her, da kam ja dann die Zeit mit Otto Lilienthal und ich kann mir nur vorstellen, dass er vielleicht einmal einen Zeitungsartikel gesehen hat und mein Großvater hat dann selber versucht, sowas ähnliches zu bauen auch und abzuheben. Also der wollte auch da vom Bergbauernhof runterfliegen und ist wirklich unterm Haus losgerannt, ist da die Wiese runtergerannt und wahrscheinlich, zu meinem Glück, hat er nicht abgehoben. Weil man weiß ja, die damalige Zeit, wenn du geflogen bist, da war die Überlebenschance nicht sehr groß, aber er probiert hat das. Der Wunsch war da, auch schon von meinem Großvater zu fliegen. Hast du deinen Großvater noch gekannt? Ne, den habe ich nicht gekannt.
Der ist schon von meiner Zeit gestorben gewesen.
Aber seine Flugmaschine, wenn man es Maschine nennen will, die steht nicht noch
irgendwo bei euch auf dem... Ich denke, das wurde wieder zu Brennholz gemacht alles. Wurde wieder verheizt, nachdem es nicht funktioniert hat.
Das heißt, auf dem Bergbauernhof ging es alles ganz praktisch zu, was nicht mehr
zu gebrauchen
war, dann hat es wirklich eine Hitze im Winter dann noch gebracht. Würdest du denn sagen, ich meine, das ist jetzt bei dir so, du hast ja auch einige Geschwister. Ja. Fliegen die auch? Oder war dieser Wunsch zu fliegen, warst du derjenige, der das in dieser Familie quasi hochgehalten hat?
Nein, das ist wirklich nur bei mir. Ein Bruder hat es nochmal versucht, aber ohne mein Wissen. Er hat heimlich meine Ausrüste genommen, was nicht so eine gute Idee war. Und dann hat er gedacht, da ist ein schöner Aufwind. Dann ist er wohl mal um die Höhe, er war senkrecht und wollte zum Glück wieder an der gleichen Stelle runter, aber das hat ihn dann doch ein bisschen erschreckt, dann hat er es lassen. Aber sonst, meine Geschwister selber, die haben keine Ambition, dass sie das selber machen möchten. Auch schon mitfliegen alle wollen nicht einmal. Also das nicht. Du fliegst Tandem, aber von denen ist noch nie einer mitgeflogen? Doch, sind schon mitgeflogen, aber nicht alle. Manche sagen, nein, partout nicht.
Die haben jetzt aber ja auch dort oben in diesem Bergbauernhof gewohnt. Die mussten wahrscheinlich auch alle runter zur Schule. Die 300 Meter. Ja. Kannst du dir erklären, warum nur du derjenige geworden bist, der dann gesagt hat, ich will fliegen? Die
Frage habe ich mir auch schon gestellt, warum das so ist. Dass es manche Menschen so infiziert, seit ich mich erinnern kann, ist das bei mir drin. Also das ist nicht irgendwie entstanden. Ich habe etwas bestimmtes gesehen. Ah, jetzt will ich auch fliegen. Ich habe ja, wie ich Gleitschirmfliegen angefangen habe, ich habe vorher noch keinen Gleitschirmflieger gesehen gehabt. Ich habe nur ein Foto gesehen. Ah, schau, da gibt es jetzt einen Fallschirm, da kannst du vom Berg runter fliegen und der Fallschirm ist schon offen, bevor du in der Luft bist. Was soll da noch passieren? Und das hat bei mir gereicht. Ich habe das gesehen, okay, das mache ich sofort. Das wollte ich immer machen. Und die Drachenflieger gab es wohl auch schon, die gab es vorher, aber das ging bei mir nicht, weil ich hatte noch keinen Führerschein und was machst du mit einem Fahrrad und einem Drachen auf die Berge rauf, ein bisschen schwierig. Also ich habe nur ein Foto gesehen dann eben von Gleitschirmfliegen.
Dann habe ich gesagt, schau mal, das wollte ich immer schon machen. Wie oft, dass ich beim Bergsteigen davon geredet habe auch, jetzt wäre es einfach lässig, wenn du einen Fallschirm hättest, den könntest du auspacken und runterfliegen. Also das habe ich immer,
da habe ich immer davon geredet und das wollte ich immer machen. Und warum es bei den anderen nicht so ist, die haben schon auch gesagt, runterfliegen, aber ich denke einfach, vielleicht sind die da Vorsicht oder irgendwie anders, dass da ein bisschen Hemd da mehr, aber ich wollte das auf jeden Preis machen. Also da hätte ich das letzte Hemd dafür ausgezogen, habe ich je gedacht. Also ich wollte das unbedingt machen,
ja. Warst du gewissermaßen der Luftikus der Familie?
Ja, bin ich wohl immer noch, ja, genau. Und ich habe ja so Träume, vielleicht bin ich auch, ich war auch ein sehr fantasievoller Mensch auch immer, das war bei mir auch in der Schule immer schwierig, ich bin oft abgeweicht vom Unterricht, ich war nicht immer bei der Sache, weil ich irgendwo ganz anders war, oft mit den Gedanken und da ging es auch oft um Fliegen und sowas und das war so stark dieser Wunsch, dass dieser Traum in Erfüllung ging auch noch, also da bin ich so froh und so glücklich immer noch, ich weiß das also sehr zu schätzen heutzutage noch, dass ich fliegen kann und das ist für mich keine Selbstverständlichkeit, also das ist für mich schon fast etwas Heiliges und ich genieße das einfach, ich genieße es so sehr in der Luft zu sein, das ist so wie die ganzen Geschichten schon, die Kinderbücher, die Märchenbücher, die es gab von Aladin und so weiter mit dem fliegenden Zauberteppich und also wenn ich sage, schau jetzt steige ich in meine fliegende Hängematte ein und jetzt fliege ich mal da über die Berge herunter und schwebe da so dahin, also so fühlt sich das für mich an, also das ist für mich nicht Leistungsgedanke, sondern einfach nur,
da hin zu schweben über die Landschaft.
Nun hast du gesagt, du hast schon als Kind viel davon geträumt. Wie war das denn, als du dann wirklich zum ersten Mal mit dem Gleitschirm abgehoben hast? War das ein absolutes Hochgefühl oder entsprach das vielleicht gar nicht deiner Traumidee vom Fliegen, weil du da quasi kurz über Grashalm da noch mit diesen alten Tüten da nur so runtergeschossen bist und man es vielleicht aus heutiger Sicht gar nicht mehr Fliegen nennen würde?
Im Nachhinein betrachtet spielt das gar keine Rolle, ob das nur ein kurzer oder lang geflogen ist, sondern ich kann mich sehr gut erinnern, mein erstes Abheben, im ersten Moment bin ich sogar erschrocken, weil das war gar nicht geplant. Da waren wir auf dem Übungssang und das war eigentlich nur am Anfang eine relativ flache Wiese, auf der man an den Schirm aufzieht und nur mal läuft, ohne abzuheben. Und ich läuft da los, das allererste Mal und dann fliege ich schon, weil die Situation war folgende, da gab es nicht so viele Gleitschirme, das war nur so ein Maxi,
nachgebaute Fallschirme waren das, die musste ich mit einem Kollegen teilen, Kursteilnehmer teilen, der hat 110 Kilogramm gewogen und ich habe da so eben irgendwas 56 Kilogramm gewogen. Okay, gleich große Schirm und der Fluglehrer hat immer gerufen, laufen, laufen, okay. Wie ich das erste Mal dann dran kam, ziehe den Schirm auf und laufe halt, was ich kann. Und dann bin ich losgerannt und dann war ich in der Luft und da hat er jetzt aber nichts gesagt,
und ich war schon ein paar Meter kurz abgehoben und der ganze erste Moment war dann eher etwas erschreckend, scheiße, was passiert jetzt?
Und bin aber, das war ja nur gerade 4 Meter weit geflogen, bin dann schon wieder aufgesetzt und dann nichts, gleich wie hoch wieder und nochmal und nochmal und immer wieder und bin ich jedes Mal da losgerannt, dass ich das jedes Mal wieder geschafft habe, da ein paar Meter abzuheben. Die Sucht war noch stärker dann.
Wenn du das dann vergleichst mit deinen anderen Leuten, die da auch an dem Kurs teilgenommen haben, würdest du sagen, dass du mit deinem großen Flugtraum und sowas vielleicht auch sogar irgendwie ein spezielles Talent dafür dann hattest?
Ja, würde ich schon sagen, ja. Ich habe es auch gesehen bei den Kursteilnehmern, wenn man das jetzt im Nachhinein betrachtet, also ich habe dann, ich war ja sehr motiviert und ich hatte da so viel Freude dran und der große Vorteil bei mir war, das ist Talent auch, also das war der Vorteil, die der Abplätze, die waren damals, zur damaligen Zeit sehr, sehr steil. Also da kann ich mich erinnern an den Übungshang, an den richtigen Übungshang, wo es eben dann geheißen hat, jetzt dürfen wir mal abheben, der war so steil, da ist der Schirm nicht liegen geblieben von alleine, der ist weggerutscht. Da mussten die anderen Kolleginnen und Kollegen vom Kurs, die mussten immer den Schirm festhalten, dass der nicht wegrutscht. Und ich, am Bauernhof aufgewachsen, in eher steilen Hängen, ich hatte da kein Problem zum Stehen und zum Loslaufen, und das war mein großer Vorteil, ich hatte da nicht Angst, weil ich da oben gestanden bin.
Und die anderen, die haben sich ja kaum getraut aufzustehen, die haben sich an die Grasbüschel festgehalten, da sie nicht den Hang runter kollern, und dann sagt der Flugerlehrer, und jetzt lauf! Und das war vielleicht mein Talentevorsprung da, eindeutig am Übungshang. Und ich bin da nur rauf, weil am zweiten Tag war dann da der eine mit 110 Kilo immer dabei, dem hat schon irgendwas weh getan, und dann hatte ich den Schirm alleine für mich, und da bin ich mit dem praktisch mit dem eigenen Schirm dann immer rauf und runter gerannt, also ohne müde zu werden und ohne Hunger und ohne Durst zu bekommen, also ich konnte gar nicht aufhören, ja, wie so ein kleines Kind immer nochmal, nochmal, nochmal.
Flugsüchtig. Bist du das
heute auch noch?
Ja, immer noch. Also für mich ist es ganz schlimm, wenn ich längere Zeit keinen Gleitschirm in der Hand habe, und es muss dann nicht ein großer Flug sein, aber es reichen schon ein paar Zentimeter abheben, nur so ein kleines Hüpferle, und wenn ich nur den Flugschülern am Übungshang erkläre und da einfach dann sage ich, ich zeige euch das mal vor, und dann nur ein paar Meter auch durch die Luft geflogen bin, dann passt's wieder. Ansonsten kann es schon sein, dass ich nicht so entspannt bin, ja.
Du arbeitest heute als Fluglehrer, und wenn ich es richtig gesehen habe, gerade in diesem Jahr, das ist quasi dein Jubiläumsjahr, das ist das 25. wenn ich richtig gerechnet habe.
Ja, als Fluglehrer, genau. Und als mein Flieger ja auch das 35.
Super. Was
fasziniert dich an diesem Job? Fluglehrer. Ich wollte nie Fluglehrer machen, das war auch, kann mich erinnern noch, bei der Aufnahme zum Fluglehrerkurs, kann ich mich erinnern, da wurde man auch gefragt, warum willst du Fluglehrer werden, dann war mein erster Satz, ich will ja gar nicht.
Warum hast du es dann gemacht?
Ja, genau, da kam auch die Frage, ja, weil ich ja schon gesehen habe, wie das zugeht, oder bei meinem Kurszugang, da war man, kann ich mich erinnern selber, wie mein Kurs, am ersten Tag am Montag war man zu acht, und dann drei Tage später war der Kurs damals eh schon vorbei, da war man nur noch die Hälfte, nicht weil sie nicht wollten, die konnten nicht mehr, die sind irgendwie unbedingt ausgeschieden. Ich dachte, so einen Job mache ich nicht,
wenn du da hast ja nur Verletzte ständig, und ich will ja nicht haben, dass sich jemand wehtut, oder verletzt, ob man das wohl erträgt, aber dann war doch, habe nur einmal ausgeholfen in der Flugschule damals, in Siljan, und das hat so Spaß gemacht, und ich habe so gelacht, also ich habe wirklich, wir hatten so Spaß gehabt im Kurs, und gelacht, dass ich Bauchweh hatte, vor Lachen, also Muskelkater, und das hat mich dann doch entschlossen, dass ich einen Fluglehrer mache. Es war auch so, kann ich mich erinnern, wie ich da im Übungshang war, wie ich selber angefangen habe fliegen, habe ich auch sofort den anderen immer geholfen, da Schirme auflegen, und richten, und wie man sich einhängt, ihnen gezeigt, dass man das, also meistens auch auf die Startplätze immer, wenn noch jemand am Startplatz war, bin ich auch immer meistens da geblieben, und wenn einer Probleme hat, und gesehen habe, der kommt nicht weg, und dann habe ich dem wieder geholfen, und nochmal den Schirm hochgetragen, und nochmal hingelegt, also das ist von mir aus, von Haus aus drin, dass ich haben möchte, dass der andere auch fliegt, und nicht nur ich, einfach schauen wir, der kommt nicht weg, der braucht Hilfe, und dann einfach starten, also das kann ich nicht, und deswegen helfe ich dann meistens den anderen noch am Startplatz, und so war das für mich bis heute eigentlich immer noch so wie ein bisschen aushelfen jemandem, dass er es halt auch machen kann, das Fliegen.
Ein Herzblut Fluglehrer. Wie viele Flugschüler hast du in dieser Zeit denn ausgebildet, so schätzungsweise?
Boah, also ich habe jetzt echt letztes Jahr habe ich mal versucht, grobe Statistik zu machen, die muss man eben auch nehmen an der Flugschule, und dann habe ich so durchgeschaut, und ich komme ungefähr hochgerechnet auf so 4000 ungefähr, also. 4000? 4000, ja. Also das ist echt schräg, ja. Also die sind natürlich nicht alle dabei geblieben, aber die irgendwie einen Kurs gemacht haben, sei es Schnupperkurs oder sonst was, also ungefähr so viele, ja. Da kann man sich erst denken, wie viele Starts und Landungen das noch sind, wenn die den Schein gemacht haben, also das ist schon sehr viel, ja.
Ist das nicht genug du, dass du sagen kannst, ich habe Tausende, kann man ja jetzt schon sagen, mit einem Flugvirus vielleicht mitinfiziert? Und ihnen auch vielleicht meine Idee des Fliegens irgendwie vermittelt?
Ja, das ist mir eigentlich gar nicht so bewusst, aber weil du es jetzt fragst, also so, ich habe noch gar nicht drüber nachgedacht, sondern weil ich immer schon auf dem nächsten Kurs immer vorausdenke wieder, was Neues wieder, und das ist ja jedes Mal wieder von vorne anfangen, aber so habe ich gar nicht gedacht, aber es, es ist schon, schon eigentlich ja, wenn man nachdenkt, hat man da sehr viel geleistet, ja. Also es ist ja sehr fordernde Arbeit auch, auch wenn es sehr schön sein kann, ist es doch auch sehr verantwortungsvolle Arbeit, und es ist schon, wenn man so nachdenkt, also schon, wow, riesig, ja.
Gab es denn Situationen oder Phasen in deinem Fluglehrer -Dasein, wo du festgestellt hast, dein Job nimmt dir vielleicht sogar die eigene Lust am Fliegen?
Na, die eigene Lust hat es nie genommen, auch wenn jetzt mal jemand sich wehgetan hat, zum Beispiel beim Kurs, dass sich jemand mal verletzt oder was, sondern es war für mich immer, wenn ich dann wieder fliegen gegangen bin, und dann war das wieder, wieder weg oder so irgendwas, und die Lust war voll da, aber, dass man mal nicht mehr Fluglehrer machen möchte, das natürlich, das gibt es immer Phasen, gibt es in jedem Beruf irgendwo, wo es irgendwann mal auch zum Hals raushängt, oder das zu viel ist, oder dass es etwas auch überfordern kann, das gibt es natürlich auch, die Momente, aber die sind zum Glück nur Momente, und werden immer wieder übertaucht von den freudigen Erlebnissen und so fort, und irgendwie habe ich auch die Fähigkeit, schlechte Erlebnisse irgendwie ganz schnell zu vergessen irgendwie, das finde ich voll faszinierend.
Wenn oft einer fragt, so die schlimmsten Erlebnisse, muss ich echt da anfangen, oft nachdenken. Erst mit der Zeit würden da einige Ereignisse oft einfallen, und ich kann da relativ gut, ich glaube, das ist auch eine wichtige Eigenschaft, dass man auch vergessen kann, und sich einfach auf Sachen freut, dann immer wieder neu, und dann sieht, und das funktioniert, und läuft, und das positiv, und die Freude daran sieht, aber das wird auch, ich vermute es auch, dass es damit zusammenhängt, dass ich wirklich noch nie eine richtig schlimme Situation erlebt habe, wie das eben jemand abgestürzt wäre im Kurs, bei mir, dass er querschnittgelähmt wäre, oder gar tödlich vom Glück, also das denke ich, ich kenne das nur von Fluglehrerkolleginnen oder Kollegen, dass es oft die geben danach diesen Job eben auf, weil sie damit nicht fertig werden,
und nach so einem Erlebnis, aber ich muss eben, zähle zu den Glücklichen, weil das kann man sich selber ja nicht aussuchen, man hat das ja nicht in den Händen, ob da jetzt was passiert, oder nicht, oft kannst du ja nur über Funk was ansagen, und wenn es überhaupt funktioniert, dann auch noch in der Situation, das Funk, die Kommunikation und alles, und da brauchst du auch einen Schutzengel dazu, und ich zähle da wirklich zu den Glücklichen, die da nie so eine schlimme Situation hatten, dass ich gesagt habe, jetzt würde ich diesen Job auf den Nagel hängen.
Hat sich denn deine Herangehensweise an den Job über die Jahre verändert, vielleicht auch durch neue Techniken, was die Lehre betrifft, aber auch neue Techniken, was es halt an Material dann überhaupt gibt, dass sich da was so verändert, dass du sagst, da muss ich als Fluglehrer auch anders denken, oder anders herangehen?
Ja ständig, ja ständig, und ich liebe das, also ich mag das immer, mich weiterbilden und so fortbilden, ich mag das, wenn ich wieder was sehe, ah, das geht jetzt anders, und so weiter, also ich lese auch immer faszinierende Artikel, oder deine Artikel auch immer, und ich mache das von Anfang an schon, ich war auch früher, kann ich mich erinnern, in Lienz mal beim Club dabei, und da haben wir eine Club -Zeitschrift gehabt, und da habe ich sogar mal einen Artikel geschrieben, so provokativ, mit der Überschrift, Weg mit dem Schein.
Und zwar war das, wenn man dann den Inhalt gelesen hat, nicht gemeint, du sollst gar keine Ausbildung machen, sondern es hilft dir nichts, wenn du einmal vor 20 Jahren mal einen Schein gemacht hast, und das reicht, sondern du musst dich eh immer selber weiterbilden, es gibt sich immer wieder was Neues, und dass man sich da immer wieder fortbildet, und so weiter. Und vieles habe ich auch, muss ich auch sagen, vieles oft von Flugschülern gelernt, ich mache ja auch Fortbildungskurse, wo schon Fortgeschrittene kommen, wie zum Beispiel perfekt rückwärts starten, das habe ich nicht mir natürlich selber beigebracht, sondern das habe ich von Flugschülern gelernt, die ebenso aus Gegenden kamen, wie aus der Pfalz, oder irgendwo, Moselflieger oder sowas, die da echt heiße Startplätze haben, wo wir sagen würden, in die Berge spinnt sie oder so, was raus starten, da so eine Schneise, die das super können, und die haben mir gezeigt dann eigentlich, wie das richtig super geht, also von denen habe ich oft die Techniken angenommen, also das war nicht nur immer, dass der Lehrer den Schülern was beibringt, sondern es ist auch, es kommt ja dann umgekehrt auch, dass Schüler auch, jetzt nicht der blutige Anfänger, der keine Ahnung hat vom Gleitschirmfliegen, sondern, dass die da auch was beibringen, oder oft zeigen, schau, da geht es ja auch wo, oder schau, da hinten kann man ja auch aufdrehen, da bin ich noch gar nicht auf die Idee gekommen, und wieso funktioniert das, dass von Piloten die auswärts kommen, dass man da was abschauen kann,
und ich mag das voll gerne, und finde es auch voll super, wenn man sich umgekehrt auch wieder bestätigt fühlt, so wie man es macht, macht man es richtig, und ja.
Du hast vorhin schon gesagt, du hast viele Flugschüler, die aus dem Flachland kommen, oder ich sage mal in Anführungszeichen Flachland, das kann ja Hügelland oder sonst was sein. Ja,
ja, ja.
Wenn du jetzt wirklich so die unterschiedlichen Schüler und Flugschülerinnen dort hast, macht es da auch erkennbar, spürbar einen Unterschied? Kannst du bei einem Flugschüler erkennen, das ist ein typischer Flachlandmensch, wie der jetzt gerade bei so Anfängerkursen zu mir kommt, und das ist ein typischer Bergmensch, der, also kann man das sehen, kann man das spüren als Fluglehrer?
Inzwischen schon weniger, aber die Anfänger war das klar, nicht die Steile der Übungshänge, die waren ja sehr steil, heutzutage sind Übungshänge eher flach, und nicht mehr so steil, also da waren schon die Unterschiede, wie man auf einem Berg zurechtkommt, aber das ist mehr so eben das Körperliche, aber sonst nicht die Begeisterung, ich finde das voll faszinierend, wie die Leute, die in die Berge kommen zu fliegen, die sind ja allein schon begeistert, wenn die nur die Landschaft sehen, die Berge sehen, das motiviert ja auch, und für viele ist das wow. Andere gibt es natürlich auch wieder, wo das abschreckend ist, so in ein Tal runterfliegen, Berge daneben, und ein Teil, also die das unheimlich finden, also das ist schon vielleicht der große Unterschied,
Flachland und in die Berge aufgewachsen sind, weil für uns sind die Berge normal, und für jemanden, der nicht aus den Bergen kommt, ist das in erster Linie, denke ich mir, auch nicht nur freudebereitend, sondern auch respekteinflößend, so ein Berg da, was, wie, da soll ich jetzt runterfliegen? Aber die Luft ist dieselbe, da liegen ja keine Steine rum in der Luft.
Du hast vorhin gesagt, an schlechte Sachen, die vergisst du immer ganz schnell. Was sind denn die positiven, tollen Sachen, wo du sagst, ich gehe mal davon aus, die vergisst du nicht so schnell. Also was ist dir da besonders in Erinnerung geblieben, wo du sagst, Momente, an die du dich besonders gerne zurückerinnerst?
Ja, erstens ist mal bei mir zu Hause, wie ich da geflogen bin, und dann bin ich ja draufgekommen, dass man bei mir daheim auch starten kann, direkt beim Haus. Also das war dann mein zweiter Fallschirm, den ich besessen habe, der dann nicht mal ein Fallschirm war, sondern der konnte echt fliegen. Das war jetzt ein Gleitschirmprofil, und das Ding konnte fliegen. Und mir ist dann gelungen, bei meinem Elternhaus, direkt daneben im Frühjahr, zu starten und Höhe zu machen, nicht aufzudrehen. Und hochzufliegen, zu Wolke, wo du als Kind immer geträumt hast, wie wäre das wohl da oben bei einer Wolke? Und dann hoch zur Wolke, dann eine Talquerung rüber zu einem Berg, oben über den Gipfel rüber, wieder retour und wieder bei der Haustür gelandet.
Da hätte ich gesagt, so jetzt kann man mich erschlagen und ich kann sterben, ich bin der glücklichste Mensch der Welt gewesen. Das noch Schöneres kann man gar nicht erleben, also da war ich hin und weg. Also das war für mich schon sehr faszinierend, also das war schon so ein richtiges Highlight, weil ich das nie für möglich gehalten hätte, dass das mit so einem Stofffetzen geht, zu der damaligen Zeit. Und das ist es auch, was mich weiterhin unter anderem auch motiviert, ein weiterer Motivationsgrund ist, dass ich so gerne fliege noch, weil das immer noch weitergeht mit dieser Entwicklung. Also die Schirme, das macht so riesen Spaß mit der Ausrüstung. Ich liebe meine High -Can -Fly -Ausrüstung so dermaßen, dass ich gar nicht kann, die irgendwo rumstehen lassen, da muss ich mal fliegen gehen, weil genau das habe ich mir immer gewünscht damals, so eine schöne leichte Ausrüstung, die du da hochträgst auf dem Berg, die du gar nicht merkst auf dem Rücken und so einfach zum Starten und so einfach zum Landen und ja,
du kannst die Hände in den Hosensack tun und runterfliegen und das Ding funktioniert und ich muss nicht ständig Angst haben, dass du irgendwo in einem Bachgraben landest oder in die Bäume hängst. Das gibt es inzwischen, also dass diese Ausrüstung, die es heutzutage gibt, also das ist für mich auch ein ganz wesentlicher Motivationsgrund und der mir volle taugt, weil ich eben diese ganze Entwicklung durchgemacht habe von den allerersten, wie gesagt, Fetzen, die irgendwo runtergeküpft sind, Matratzen, aber die Faszination des Fliegens war damals genauso. Ich kann mich auch erinnern, der erste Flug, wo ich mal 10 Minuten in der Luft war, da lachen die heutzutage, die Schüler, wenn du sagst, ich bin 10 Minuten geflogen, da hat man rumtelefoniert, damals nicht mit dem Handy, sondern wirklich noch mit dem Telefon, mit der Wählscheibe, mit dem Festnetz hat mir das jemand erzählt, ich bin 10 Minuten in der Luft gewesen, also so lang geflogen, also das war schon in den Anfängen eine Sensation, aber, wie gesagt, ein paar Sekunden war genauso sensationell für mich damals, aber dieser erste Flug, der bleibt noch in Erinnerung und direkt bei der Haustür weg, das ist die Gegend, wo du sonst nur zu Fuß immer unterwegs warst als Kind, die du sehr gut kennst, wie deine Westentasche und dann da drüber fliegen, am Berg hochfliegen, also wo ich vorher zu Fuß hochgegangen bin und dann fliegst du da über den Grat rauf, zum Gipfel rauf und
das fliegerisch machen, also das war schon, ich habe das dann auch verwendet, am Bauernhof zum Schafesuchen auf den Gleitschirm oder sowas, also dass du da rumfliegst und als Kind war man ja als Hirte unterwegs auf der Alpen und jetzt kannst du das aus der Luft machen, das haben wir uns immer gewünscht, da müsste man jetzt gleich über den Hügel drüber sehen, in die Mulde hinten rein und dann drehst du auf mit dem Schirm, da ist ein Schaf, da ist noch eins, okay, passt, da sind sie alle und das geht in Minuten schneller und ohne Anstrengung. Das finde ich voll faszinierend, immer noch.
Das waren deine super Erlebnisse von damals, was war, wenn du jetzt aktuell zurückguckst, was war der letzte große Wow -Moment beim Fliegen?
Den hatte ich gestern zum Beispiel, gestern war es so ein schöner Tag, Sonntag, Wetterbericht war auch schon angesagt für den Sonntag, dass es gut passt für den Hike and Fly und weil ich gerade bei meiner Freundin in Salzburg bin, da sind wir zum Schafberg gegangen, ein wunderschöner Berg da und der ist oben angeschneit, oben das letzte Drittel von der Höhe her ist alles weiß gewesen in Schnee, unten der Wald noch so die Herbstfarben, das Laub noch, ein bisschen da und mit den schönen orangenbunten Farben und der Wald und der See unten und dann sind wir da rauf gegangen und das hat ausgeschaut, wie wenn du im Himalaya wärst. Es war auch die Temperatur ein bisschen frisch, der Wind und beim Hochgehen, da hast du gedacht, da gehst du so einen Berg in Tibet irgendwas rauf, da sind wir da hoch zum Gipfel und dann einfach nur den Flug runter über den Wolfgangsee und zum Landen, das war zu zweit auch noch und das war wow.
Also das war mein letztes Wow -Erlebnis. Solche Wow -Erlebnisse habe ich zum Glück sehr viele oder vor ein paar Wochen waren wir in den Dolomiten auch und auch meine Freundin, die fliegt jetzt noch nicht so lange, die fliegt noch nicht mal ein Jahr und dann sind wir da gestartet am Kohlroddella, da waren viele Piloten da, da haben wir alle gesehen, dass da gutes Wetter ist, das ist sonst nicht meins, ans Stauplatz zu gehen, wo so viele Piloten sind und da habe ich gedacht, scheiße, da kommen immer mehr noch, jetzt müssen wir irgendwann starten mitten im Gedümbel drin, das ist nicht meins mit 100 anderen Piloten aufdrehen. Und dann haben die mal aufgedreht vorne und dann kam Rückenwind am Stauplatz und da wir relativ gut starten können, sind wir bei Rückenwind raus und raus und dann waren wir Mutterseelen alleine, haben wir zu zweit aufgedreht, 0, nix, waren wir da oben deutlich über 3000 Meter, schnurstracks rüber zur Marmolada und dann, wow, das war echt so, so Hammer -Erlebnis, da waren keine Ahnung, 200, 300 Piloten da und wir haben nur zu zweit Mutterseelen alleine aufgedreht vor dem Stauplatz und juhu, gleich schnurstracks rüber, und gleich mal die Königin abgeholt,
auf die Marmolada -Spitze, also dann im Gardertal dann gelandet auch noch, also war auch ein Traum. Also ich hab sehr viele Highlights, ja, also auch in der Früh oft nur, wenn ich nur über den Hochnebel so runter fliegst, da sind so die Nebelfetzen noch da und drunter schwärmst und der Sonnenaufgang und wow, also das ist für mich wunderschön, ja.
In einer E -Mail hast du mir geschrieben, ich liebe Wetterberichte. Ja. Warum?
Ja, weil es früher die nicht so gab. Ich bin ja noch aufgewachsen, da war ja Computer war ja, hat's nicht gegeben, da konntest du nicht daheim hersitzen und in den Computer reingehen, also da gab's so einen Telefonbanddienst am Flughafen, wo du noch anrufen konntest, das war so automatische Ansage, der Wetterberichter sofort aus der Kontrolle und der galt als großräumig immer. Und irgendwann im Laufe der Zeit gab's plötzlich Wetterberichte, die können unterscheiden innerhalb von 15 Kilometer, dass das Wetter da an anders sein muss, dass das Wetter auf dem Flugberg anders sein kann wieder in einem, wo's nur 10 Kilometer entfernt ist und dann hab ich gedacht, wie geht das? Also das war für mich so ein Highlight und so ein Erlebnis, also ich liebe sowas, also ich liebe, weil das hat man sich immer gewünscht, Wetterberichte, die etwas detaillierter sind, die für uns Gleitschirmflieger passen, was hilft mir immer, dieser großräumige ist schon, weil die Wetter war Lage in der Vorhersage sehr oft dieselbe, großräumig und dann gibt's aber wieder Tage, da kannst du fliegen und da kannst du nicht fliegen, überhaupt nicht und in diesen kleinräumigen Wetterberichten, diese detaillierten, da kannst du das jetzt im Wetterbericht rauslesen, da brauchst nicht mal selber du da richtig schlau sein und irgendwie vermuten, so wie's früher üblich war, gehen wir halt mal schauen, das Wetter wird am Stauplatz gemacht, vielleicht geht's oder vielleicht geht's nicht und heutzutage ist das, meistens haben diese Wetterberichte auch recht, wenn man grad den aktuellen hat und ich liebe das, also für mich sind das, ist das alles, wow, Technik, die ich sehr gerne liebe, also die mag ich, oder am Stauplatz oben stehen und zu wissen, wie der Wind unten am Landeplatz geht, das war ja immer die
Talwindsysteme in den Bergen, also das gab's früher nicht, das haben wir uns immer gewünscht, über Jahrzehnte früher immer, dass so was möglich wäre und heutzutage kannst drauf zurückgreifen, kannst sogar an der Luft nachschauen, wie der Wind irgendwo ist und deswegen mag ich das so, also das ist, weil Wetter ist ja grad einer der wichtigsten Faktoren, wenn man fliegen geht und vor allem, wenn man am Leben bleiben will und es gibt jetzt viel mehr Möglichkeiten, dass ich zum Fliegen komme, also dass ich auf einen Berg gehe und wieder runtergehen muss, das kommt sehr selten vorher.
Wie häufig kommt's denn dann trotzdem noch vor, dass du, weil du in den Bergen aufgewachsen bist und vielleicht auch darüber ein anderes Bauchgefühl hast für Wetterentwicklung und so was, dass du Sachen erkennst, die diese Wetterberichte nicht erkennen oder noch nicht modellieren?
Das kommt schon auch vor, das ist einfach, die jahrelange Erfahrung auch, als Pilot schaut man doch täglich in den Himmel und dann siehst du schon mit einem Blick oft in der Früh schon, wenn du den Vorhang wegmachst vom Schlafzimmer, beim Fenster rausschaut, ach schau da vorne die Riebelstaud, die wackelt so oder so und der Himmel schaut so, die Wolke schaut so aus, der Wetterbericht hat eigentlich so gemeldet, aber wenn die Wolke so ausschaut, die zieht doch ein bisschen schnell und da kann man das oft mit einem Blick schon, viele würden sagen, das ist Bauchgefühl, Unterbewusstsein, aber das ist einfach jahrelange Erfahrung und das siehst du oft mit einem Blick, obwohl, wie gesagt, oft manchmal der Wetterbericht dasselbe sagt, das passt jetzt oder das passt nicht.
Gut Wendelin, danke dir für deine sehr interessanten Erzählungen aus 35 Jahren Fliegerei, 35 Jahre Dolomitenmann, 25 Jahre Gleitschirmlehrer, da ist ja doch sehr, sehr viel an zwei Geschichten zusammengekommen und wir haben an der Stelle wahrscheinlich nur ein bisschen an der Oberfläche geratzt von dem, was du sonst noch an kleinen Details und kleinen Erlebnissen alles erzählen könntest. Danke dir dafür. Bitte, gerne. Und ich wünsche dir, dass, ich weiß nicht, wie lange du noch dabei bleibst, dass aber auch noch in deiner weiteren Fluglehrerzeit du es immer noch sagen kannst, dass du alle im Grunde wieder heilend nach unten bringst, sodass du deinen Spaß an der Fliegerei da auf jeden Fall nicht da durch irgendwelche blöden Erlebnisse verlierst.
Das freut mich ja, das würde ich mir auch wünschen, ja genau. Ich kann mir zur Zeit kann mir nicht vorstellen, dass ich mit dem Fliegen aufhöre. Ich sage immer, ich will ja mit 90 Jahren auch noch fliegen und das ist Hauptziel. Es ist nicht ein Ziel, einen Wettbewerb zu gewinnen oder dass man da gut ist, sondern dass man gesund bleibt beim Fliegen und Freude daran hat.
Mit 90, das ist gut. Wir können uns ja mal verabreden, wir müssen ja nicht bis 90 gehen, aber wenn du vielleicht 80 bist, dann machen wir den nächsten Podcast. Ja, aber oben auf einem Berg mit Hike and Fly passt. Das auf jeden Fall und dann reden wir über das Hike and Fly Fliegen im Alter. Und ich such den Berg aus. Hervorragend.
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