Den klassischen Beschleuniger vom Gleitschirm, den betätige ich ja nicht, wenn ich noch am Boden bin, den betätige ich ja erst, wenn ich fliege. Beim Moustache ist es eben genau andersrum. Der Moustache ist quasi voll beschleunigt, wenn ich keinen Input gebe. Das heißt, wenn ich am Boden stehe und viel Wind habe und ich lasse die Bremsgriffe los, kann ich natürlich auch höhere Windstärken am Boden eben handeln. Das ist eben der größte Vorteil vom Moustache, dass ich diese Deep -Power, nennen wir es beim Kiten, sprich den Schirm ohne viel Zug über einen halten zu können, am Boden schon nutzen kann. Dadurch wird halt das Starten einfach viel, viel leichter.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Benni Bölli. Und ich bin Lucian Haas.
Im Frühjahr 2022 startete die neue Marke Flair. Sie ist das Kind des Gleitschirmherstellers Skywalk und des zugehörigen Kite -Herstellers Flysurfer.
Das erste Produkt von Flair heißt Moustache und stellt gewissermaßen eine Kreuzung beider Welten dar. Der Moustache ist ein Gleitschirm, dessen Steuerung aerodynamisch wie die eines Kites funktioniert. Für die Fliegerei eröffnet das ganz neue Möglichkeiten. Die Idee dazu stammt von Armin Harich. Er experimentierte schon vor mehr als zehn Jahren mit ersten Prototypen, in dem er die Beleihung von Kites fürs Fliegen umbaute. Doch es ist der Verdienst von Flysurfer -Konstrukteur Benni Bölli, das Konzept zur Marktreife gebracht zu haben. In dieser 99. Folge von Podz-Glidz erzählt der 33 -Jährige die Geschichte hinter dem Moustache. Benni erklärt unter anderem, was das Revolutionäre an dem neuen Schirmtyp ist, warum ein Moustache gerade für Soaring bei starkem Wind so viel Spaß macht, vor allem aber auch mehr Sicherheit bringt.
Wir sprechen darüber, wie der Gleitschirm von der Kite -Welt profitieren kann und umgekehrt. Zudem blicken wir ein wenig in die Zukunft. Was ist von Flair und vielleicht auch anderen Herstellern künftig zu erwarten? Inwieweit könnte der Moustache zum Ausgangspunkt einer neuen Spartenbildung in der Gleitschirmwelt werden? Mit Schirmen, die entweder für Soaring oder den Thermikflug spezialisiert sind.
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Benni, wie fühlt es sich an, der Architekt einer kleinen Revolution im Gleitschirmbereich zu sein?
Ja, das fühlt sich wirklich gut an.
Ich arbeite jetzt schon echt lange an dem Projekt und habe natürlich immer davon geträumt, dass das vom Markt sehr gut angenommen wird und das Feedback gut ist.
Das erste Jahr ist ja immer das spannendste Jahr, wie das vom Markt angenommen wird.
Das läuft bis jetzt echt ganz gut. Es ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn du irgendwo bist, meistens auch mit Moustache im Gepäck, beziehungsweise über einem und dann kommen halt die Leute zu dir und sind total interessiert. Oder sagen, ja, sie haben jetzt schon die ganzen Videos gesehen und wollen das unbedingt ausprobieren und so weiter. Das ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn eben Leute begeistert sind von etwas, was man selber geschaffen hat.
Worin besteht denn die eigentliche Revolution des Moustache, wenn du das mal kurz beschreiben könntest?
Also, wenn man es mal ganz auf die Basics runterbricht, dann ist es ja jetzt nicht unbedingt die, ich sage jetzt mal, es ist ja keine neue Idee. Also, das System, so wie der Moustache jetzt aufgebaut ist, gibt es ja schon sehr, sehr lange im Kaltbereich. Der Schirm hat ein leichtes Reflexprofil und ist quasi mit einem Mixer, das ist quasi ein Flaschenzugsystem mit den Flugleinen verbunden. Und du kannst dadurch quasi den Anstellwinkel vom Schirm permanent ändern. Und auch links zu rechts verändern, unterschiedlich. Die Revolution dahinter ist eigentlich, das Ganze einfach in den Gadget -Bereich zu bringen. Die Revolution dahinter ist eigentlich, das Ganze einfach in den Gadget -Bereich zu bringen. Und die damit entstehenden neuen Flugformen, neuen Möglichkeiten, die der Pilot dadurch eben hat, die er beim Gleitschirm jetzt nicht unbedingt hat.
Gerade dieses Steuern über Anstellwinkel, nicht nur quasi symmetrisch steuern, wie beim Beschleuniger, also wenn ich mit dem Gleitschirm in den Beschleuniger trete, sollte ich zumindest halbwegs symmetrisch da reintreten, sonst fliege ich an die Kurve. Und bei Moustache ist es eben so, dass das komplett voneinander entkoppelt ist, links zu rechts. Das heißt, ich fliege quasi eine beschleunigte Kurve im Endeffekt permanent. Und das ist die Revolution dahinter und bietet eben extrem viele neue spannende Flugformen, Fluggebiete, eröffnet neue Fluggebiete, wo ich vielleicht normalerweise gar nicht mit dem Gleitschirm starten könnte. Und Moustache eben schon funktioniert.
Was kann ein Moustache eindeutig, was ein normaler Gleitschirm nicht kann? Vielleicht
der größte Vorteil ist beim Starkwind Soaring oder allgemein beim Starkwind Groundhandlen, dass ich den Beschleuniger, also den klassischen Beschleuniger vom Gleitschirm, den betätige ich ja nicht, wenn ich noch am Boden bin. Den betätige ich ja erst, wenn ich fliege. Und bei Moustache ist es eben genau andersrum. Der Moustache ist quasi voll beschleunigt, wenn ich keinen Input gebe. Sprich, wenn ich die Bremsgriffe loslasse, ist der Schirm voll beschleunigt. Das heißt, wenn ich am Boden stehe und viel Wind habe und ich lasse die Bremsgriffe los, ist natürlich immer noch ein Restzug da, aber sehr, sehr gering. Und damit kann ich natürlich auch höhere Windstärken am Boden eben handeln, ohne dass ich jetzt irgendwo hinter die Kante gezogen werde oder schon ausgehoben werde und schon zum Fliegen beginne, obwohl ich das noch gar nicht will.
Das ist eben der größte Vorteil von Moustache, dass sich diese Deep Power, nennen wir es beim Kiten, sprich, den Schirm ohne viel Zug über einen halten zu können, am Boden schon nutzen kann. Dadurch wird halt das Starten einfach viel, viel leichter. Und ich kann auch sicherer bei mehr Wind fliegen, weil ich bei dem Wind auch sicher starten kann.
Nehmen wir das nochmal so ein bisschen auseinander, einfach, dass die Leute sich das ein bisschen besser noch vorstellen können. Ein Moustache, da hast du jetzt hinten die klassischen Bremslein wie einem Gleitschirm auch. Wenn du die aber ganz loslässt, geht der Schirm von seinem Profil, vom Anstellwinkel, so hoch, wie ein normaler Gleitschirm vielleicht im vollbeschleunigten Zustand wäre. Aber der Moustache selber hat gar keinen Beschleuniger, sondern du steuerst alles an Anstellwinkel wirklich nur hinten über die Bremsen.
Genau. Ich erkläre das Konzept vielleicht nochmal ein bisschen von Anfang an, auch für die Zuhörer, die sich dann noch nicht so damit beschäftigt haben. Der Moustache hat ein leichtes Reflexprofil. Ich sage deshalb leichtes Reflexprofil, weil ich sehr, sehr viel Zeit damit verbracht habe, so wenig wie möglich Reflex in den Schirm einzubauen, weil ein Reflexprofil einfach auf Klapper sehr, sehr, also normalerweise sehr, sehr heftig reagiert. Und das war ja auch nicht das Ziel damit. Und es gibt einige Parameter, wo man eben die Stabilität auch über andere Parameter gut einstellen kann, außer über Reflex. So, das ist mal die Kappe. Sonst ist das Ganze aufgebaut wie ein Gleitschirm. Das hat ein Obersegel, das hat ein Untersegel, das hat Rippen, das hat Horizontalbänder, das hat Diagonalverstärkungen drinnen und so weiter.
Leinen sind auch gleich wie beim Gleitschirm. Es hat eine A -Ebene, B -Ebene, C -Ebene und die Bremse. Und dann kommt eben der Tragegurt. Und der Tragegurt ist das eigentliche Herzstück vom Moustache. Und zwar, beim Gleitschirm ist es so, der Tragegurt ist so aufgebaut, dass die meistens, jetzt gehen wir mal vom Dreiebenenschirm aus, sprich A, B, C, die C -Ebene ist in der Länge fixiert. Und die A -Ebene geht eben quasi mit dem vollen Beschleunigerweg, wird die eben runtergezogen. Und die B -Ebene wird dann in einem gewissen Verhältnis dazu mit runtergezogen. Das ist von Modell zu Modell unterschiedlich. So, das Gängigste ist mit quasi zwei Drittel vom Weg von A wird die B mit runtergezogen.
Damit kann ich quasi den Einstellwinkel vom Gleitschirm reduzieren und damit meine Fluggeschwindigkeit erhöhen. Beim Moustache ist es genau andersrum. Beim Moustache ist die A -Ebene in der Länge fixiert und die B - und die C -Ebene sind quasi mit meinem Bremsgriff verbunden. Das heißt, wenn ich meine Arme lang mache, sprich die Bremsen aufgebe, dann wird auch die B - und die C -Ebene verlängert und damit macht die Hinterkante vom Schirm auf und ich reduziere dadurch meinen Einstellwinkel. Das hat eben auch zur Folge, wenn ich die Bremsgriffe ganz los lasse, dass ich eben im vollbeschleunigten Zustand bin. Und genau, das muss man einfach wissen. Ist jetzt soweit nicht schlimm, aber wenn man es weiß,
dann kann man damit auch umgehen. Ja, das hat eben auch den Vorteil, wenn ich am Boden bin und die Bremsgriffe los lasse, dass ich halt auch wenig Zug habe. Also wir haben auch früher schon mit mehreren Dreigurtsvarianten und Versuchen, ich sage jetzt eher Versuche, weil das war in meiner Studienzeit, das waren wirklich noch Versuche, da haben wir verschiedenste Dreigurt -Varianten eben gebaut, wo ich auch hochdrücken habe müssen zum Beschleunigen und so weiter. Aber der große Vorteil, dass ich am Boden, wenn ich los lasse, dass das Ding wenig zieht, das war alles damit quasi, also der Vorteil war weg damit. Und den wollten wir nicht hergeben, diesen Vorteil, weil wir gesehen haben, dass eben bei starkem Wind am Boden das extrem viel Sicherheit bietet, wenn man eben los lässt, dass das Ding einfach nichts macht beziehungsweise einfach auf die Seite abbiegt und halt dann seitlich am Boden liegt.
Das lässt sich natürlich nicht vermeiden, wenn du den Schirm nicht steuerst.
Jetzt nur vom Verständnis her, könnte man einen solchen Tragegurt, wie du ihn für den Moustache entwickelt hast, könnte man den ein bisschen rumschneiden, umknüpfen oder sowas, aber könnte ich den auch an einen normalen Gleitschirm bauen und das würde dann schon funktionieren?
Jein, jein. Also man kriegt das wahrscheinlich schon relativ einfach zum Fliegen. Es fliegt ja heutzutage relativ viel und das funktioniert bis zum gewissen Grad schon, aber dadurch, dass die Kappe, sprich der Schirm an sich, gar nicht so wirklich darauf ausgelegt ist, würde ich jetzt mal nicht davon ausgehen, dass das ein ausgewogenes Fluggefühl ist, weil der normale Gleitschirm ist ja quasi darauf entwickelt, dass ich zum Beispiel im Kurvenflug über die Bremse das Ganze einleite beziehungsweise über Gewichtsverlagerung, aber nicht über den Anstellwinkel an sich. Also Anstellwinkel, Differenz zwischen links und rechts.
Das war schon auch, gerade auch in der Profilwahl, gar nicht so einfach, da quasi einen ausgewogenen Kurvenflug hinzukriegen, weil das Profil einfach anders reagiert auf Auftrieb aus Anstellwinkel oder Auftrieb aus Wölbung. Und ich mache das auch. Ich mache ja beim Gleitschirm Auftrieb mit Wölbung, wenn ich auf die Bremse gehe und bei Mustache kommt das dann zwar auch, aber erst später, sprich ich erhöhe sehr, sehr lange nur den Anstellwinkel und dann ziemlich zum Schluss kommt dann erst die Bremse dazu, wo ich dann eben auch die Wölbung erhöhe. Kurz und knapp, es würde funktionieren, rein theoretisch, aber wenn man jetzt nur den Gleitschirm, den Mustache -Strahlgurt nimmt oder auf einem normalen Gleitschirm baut, wird es wahrscheinlich nicht funktionieren, weil die B zu wenig gezogen wird.
Sprich der Wert würde dann sehr, sehr instabil werden. Aber an und für sich wird es rein theoretisch funktionieren.
Wenn ich jetzt einen richtigen Mustache habe, der gut funktioniert und sowas, bin ich als Pilot aber, solange ich nicht wirklich voll beschleunigt irgendwo mit wenig Gleitzahl den Hang runter schießen will, muss ich aber ja immer die Bremsen in der Hand halten und muss sie immer ziehen und habe damit wahrscheinlich auch einiges an Gewicht dann dort zu halten, oder?
Müssen, müssen. Müssen ist relativ. Also wenn ich genug Luft unterm Hintern habe, dann muss ich die Bremsen nicht in der Hand halten. Dann habe ich halt eine schlechte Gleitzahl, aber das Ding fliegt. Also der Mustache fliegt auch nur auf der A -Ebene. Also wenn ich jetzt der Reihe nach die Bremse, die C - und die B -Ebene wegschneide, dann fliegt das Ding immer noch nur auf der A -Ebene.
Das heißt, man könnte ihn als Einliner nutzen, so wie Sol so einen Einliner mal präsentiert hat. Das funktioniert dann wahrscheinlich genauso. Das
funktioniert dann genauso. Die Sinnhaftigkeit dahinter ist natürlich in Frage zu stellen, weil Steuerung dann extrem schlecht wird. Und ja, die Geschwindigkeit, also der Mustache, also die B -Ebene beim Mustache hängt nie ganz durch. Gerade bei den größeren Größen. Aber der Schirm würde auch nur auf der A -Ebene fliegen. Ich habe auch schon Klappertests gemacht ohne Faltleinen. Keine Chance. Da machst du einen Klimmzug auf der A -Ebene, aber einklappen tut dann nichts. Genau. So Lucien, jetzt habe ich deine Frage vergessen.
Die Frage war mit den Haltekräften. Also man muss es ja die ganze Zeit halten. Wie hoch sind denn dann da eigentlich so die Haltekräfte? Und wie lange kann man das dann wirklich durchhalten?
Es kommt sehr, sehr stark darauf an, wie ich den Mustache nutze bzw. wo ich den Mustache nutze. Wenn ich bei starkem Wind in einem solchen Gebiet unterwegs bin, wo ich sehr starken Aufwind auch habe, sprich eine starke Aufwindkomponente, dann kannst du stundenlang damit fliegen. Weil der Mustache wird erst anstrengend zu fliegen, sobald die Bremse greift. Und das ist relativ weit unten. Weil die B - und die C -Ebene sind ja über Flaschenzugsystem quasi mit dem Bremsgriff verbunden. Und da reicht eigentlich schon dein Armgewicht, dass du fast im besten Gleiten bist. Also das ist sehr, sehr angenehm zu fliegen. Und das war auch ein Feedback, was wir von vielen Piloten auch gehört haben, dass sie sich quasi die Haltekräfte viel, viel höher vorgestellt hätten.
Aber wie gesagt, der Mustache ist nicht dafür gemacht, um bei minimalsten Bedingungen, bei marginalen Bedingungen irgendwo an der Küste stundenlang versuchen oben zu bleiben. Weil dann wird es halt einfach anstrengend. Sprich, dann muss die Bremse greifen, damit ich quasi den maximalen Auftrieb vom Schirm rauskriege. Und dann wird es eben anstrengend. Aber sobald ich in dem Geschwindigkeitsbereich fliegen kann, wo die Bremse nicht permanent greift, ist es sehr, sehr angenehm zu fliegen.
Von diesen klassischen Größen, die ihr jetzt habt, ihr habt auch sehr kleine, aber so die typischen Vania sind ein 18er und ein 22er. Was sind denn da so die idealen Windstärken, mit denen man dann, wenn man sagt, ich will damit jetzt vernünftig so angehen, dass es angenehm ist, was wäre das für ein typisches Windfenster, wo man sagt, da funktioniert das gut?
Der 18er ist eigentlich so für, sagen wir mal, so einen 80 -Kilo -Piloten die beste Wahl, gerade als Zusatzschirm zum Gleitschirm. Und da sprechen wir jetzt von 12 bis 14 Knoten, also 25 km/h Wind ungefähr. Da macht es dann schon auch richtig Spaß. Also ab 25 km/h und bis schon 25 Knoten hoch, sprich 45 km/h ungefähr. Da macht es dann schon richtig Laune mit dem 18er. Oben raus ist es natürlich schon so, du musst natürlich schon auch wissen, was du tust. Du begibst dich natürlich sehr schnell mit dem Moustache in einen Windbereich, wo du normalerweise keinen Gleitschirm mehr angreifen würdest oder dir vorher nie überlegt hättest, dass du das Gleitschirmfliegen gehst.
Und das kommt sehr, sehr schnell mit dem Moustache, weil dir der Moustache sehr, sehr viel Sicherheit vermittelt und auch bietet. Gerade beim Starkwind -Sawing ist es natürlich so, dass sobald du den Beschleuniger sofort zur Verfügung hast, auch am Boden schon, kannst du natürlich an ganz anderen Stauplätzen starten, wo du mit dem Gleitschirm vielleicht noch gar nicht starten könntest oder gar nicht mehr starten könntest, weil es dich sofort irgendwie dahinter in die Baumreihe drückt. Aber das Sawing mit dem Moustache ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl mit der zusätzlichen Kontrollmöglichkeit über den Arschwinkel. Es bietet dir extrem viele Möglichkeiten.
Du sagst immer Sawing. Ich weiß, die kleinen Größen, die werden auch teilweise genutzt von Speedflyern, die dann halt sehr bodennah dann irgendwie runtergleiten wollen und sowas. Ließe sich dieses Konzept auch noch für andere Sachen vernünftig einsetzen? Oder ist es eigentlich wirklich, dass man sagt, so ein Moustache ist der ideale Sawing -Schirm und für alles andere sollte man dann eher dann doch wieder normale Gleitschirme nehmen?
Da würde ich jetzt gerne noch mal ein bisschen ausholen zu der Geschichte von Flair. Das Projekt gibt es schon seit Ewigkeiten an sich. Also der Armin Harich hat ja schon vor 15 Jahren alte Flysurfer Speed 2 und Titan, glaube ich, umgebaut und ist damit quasi schon irgendwo rumgeflogen und war damals schon überzeugt von der ganzen Sache. Zwischendrin ist das Projekt dann relativ oft auch mal auf Eis gelegen aus diversen Gründen. Aber der Hauptgrund war eigentlich, dass wir uns intern gar nicht einig waren, für wen ist der Schirm? Was kann der Schirm? An wen sollen wir den Schirm vermarkten? Das war das Hauptproblem, weil wir früher alles haben wollten von dem Schirm.
Der sollte zum Sawing super sein, der sollte vielleicht für das Kiten sogar noch super sein am Wasser. Die waren ja alle noch geschlossenzellig, die Schirme, sprich haben den Staudruck gehalten. Dann natürlich zum Snowkiten und dann sollte man vielleicht sogar noch die Oma dranhängen können, sprich das sicherste Fluggerät. Der Profi sollte aber auch richtig Spaß damit haben und so weiter. Also wir wollten quasi...
Die eierlich... Eiermilch legende Wollmilchsau... Nee, Eier legende Wollmilchsau heißt es dann, glaube ich.
Genau, das wollten wir immer. Ich habe dann relativ schnell auch gemerkt, also es gibt es ja auch im Gleitschirmbereich nicht, es gibt nicht den einen perfekten Schirm. Es gibt beim Kiten nicht den einen perfekten Schirm, der für alles funktioniert oder alles super kann.
Und ich habe dann für mich persönlich beschlossen, ich mache das Ding jetzt fertig und zwar in meinem Urlaub in Dänemark. Wir sind jedes Jahr in Dänemark, zwei bis drei Wochen. Und habe dann eben vorher immer schön fleißig Computer konstruiert, zwei, drei Protos mir bestellt, die natürlich schon auch bezahlt worden sind von der Firma, aber ich eben die ganze Testzeit in meiner Freizeit quasi im Urlaub da in Dänemark verbracht habe. Ich habe gesagt, wir müssen uns spezialisieren darauf. Wir müssen uns auf Soaring spezialisieren, weil da hat das System die größten Vorteile. Und dann, wenn wir sehen, Speedflying, wie auch immer, Streckenflug, Motor, was weiß ich, da machen wir einen eigenen Schirm dafür. Wir werden es nie schaffen, einen Schirm für alle Disziplinen zu machen.
Der Moustache ist jetzt eben gemacht für Soaring und die kleinen Größen funktionieren halt auch super zum Speedflying. Das ist so die Quintessenz aus dem Ganzen. Wo die Reise hingeht, das steht noch so ein bisschen in den Sternen, beziehungsweise wir wissen, dass wir im Speedflying, auf jeden Fall in die Speedflying -Richtung was machen werden. Das wird auch schon relativ bald passieren. Da haben wir auch schon ein Produkt, das sehr gut funktioniert. Und dann, wo es als nächstes wahrscheinlich viel Sinn macht, ist im Motorbereich.
Kommen wir vielleicht nachher nochmal darauf zu sprechen, was da noch gehen kann. Was mich noch interessiert, du hast gerade gesagt, du hast das in deinem Urlaub im Grunde weiterentwickelt. Oder auch teilweise in der Freizeit wahrscheinlich auch die Konstruktionen gemacht und sowas. Hat Skywalk anfangs oder Flysurfer, die beiden Marken halt, haben die an dieses Projekt nicht so richtig geglaubt, dass da kein Drive dahinter war? Und nur du hast daran geglaubt eine Weile oder wie war das?
Ich habe zumindest teilweise das Gefühl gehabt, dass es so ist. Im Nachhinein betrachtet war es definitiv nicht so, aber es waren immer andere Projekte wichtiger. Also die Priorität von dem Projekt war einfach nie an oberster Stelle. Für mich war das einfach damals schon das Fluggerät, was mich am meisten gekriegt hat von allen Sachen, die ich irgendwie fliege. Also ich fliege Zweiliner. Jetzt zwar nicht mehr so viel, nicht mehr so aktiv, aber früher haben auch viele Zweiliner getestet mit Skywalk und Kiten, Hydrofoil, wie auch immer. Aber Fliegen mit Mustache an der Küste bei starkem Wind war einfach der ultimative Spaßkick für mich.
Und in Dänemark war es natürlich auch immer so, ist man ja auch selten allein irgendwo, wenn es zum Fliegen geht. Und du kannst es halt nicht so ganz verheimlichen, dass eine andere Flugform irgendwie ist mit dem Teil. Und da war natürlich immer das Interesse von Piloten groß und habe dann auch hin und wieder mal jemanden fliegen lassen damit, wenn ich gesehen habe, das ist ein guter Pilot. Und hat es drauf. Und Dänemark ist natürlich auch super, weil kleine Düne, guter Wind, von dem her, da kann nicht viel sein. Und dann habe ich eben gemerkt, dass jeder, der das Ding probiert, so ein Ding haben will und fragt, wann es an den Markt kommt. Diesen Drive auch von möglichen Kunden habe ich dann eben zu Skywalk weitergetragen und habe gesagt, hey Jungs, wir müssen das jetzt irgendwie fertig machen, weil wenn wir es jetzt nicht machen, dann macht es irgendwer anderer, weil wir sind seit zehn Jahren damit irgendwie irgendwo unterwegs und die Idee gibt es ja schon.
Und wenn es wir jetzt nicht machen, dann macht es wer anderer. Das war dann eigentlich so der entscheidende Punkt, warum wir dann gesagt haben, okay, das Projekt bekommt jetzt eine höhere Priorität. Wir machen das Ding soweit fertig, dass wir happy sind damit. Und dann werden wir uns eine Person suchen, die quasi sich darum kümmert, dass das Ganze einen sauberen Markteintritt quasi bekommt. Und dann ist es eben um die Frage gegangen, wird es eine eigene Marke? Wird es ein Produkt unter Skywalk? Wird es ein Produkt unter Flysurfer? Das ist auch mal in Diskussion gewesen. Aber wir haben dann gesagt, wir sehen da drin sehr, sehr viel Potenzial, auch für die Zukunft und auch für verschiedene Disziplinen. Sprich, wir haben damals schon gewusst, dass wir keine One -Product -Brand sein werden.
Sprich, wir werden mehrere Produktlinien auch haben in Zukunft. Daher war es einfach sehr, sehr naheliegend, dass wir eine eigene Marke gründen. Und der Name Flair, ich weiß gar nicht, wie wir da drauf gekommen sind eigentlich. Wir haben zigtausende Namensvorschläge irgendwie in etlichen Excel -Listen gehabt. Und Flair war dann irgendwie so, ja, das passt. Passt auch zum
Flugverhalten des Schirms. Genau,
genau. Was kann das Ding? Ewig flairen. Und ja, das… Ja.
Ist das Produkt jetzt. Wie kam es zum Namen Mustache? Das ist ja auch ungewöhnlich eigentlich. Habt ihr da auch ewig lange Excel -Listen gehabt oder ist das eine andere Geschichte?
Nein, das ist eine bisschen andere Geschichte, aber auch sehr witzig. Wir haben gesagt, bevor wir das Produkt auf den Markt schmeißen, brauchen wir natürlich irgendwie einen halbwegs brauchbaren Langzeittest. Und haben dann eben ein paar Schirme gebaut für Piloten, mit denen wir schon länger zusammenarbeiten. Also Kiter, Snowkiter, die ein bisschen Gleitschirmfliegen. So ein bisschen die Bandbreite vom Markt haben wir zumindest versucht abzugreifen. Auch vom Skill -Level her von den Piloten. Und dann haben wir halt überlegt, ja, irgendwie irgendwas Witziges muss doch auf die Schirme drauf, dass die Leute darüber sprechen. Und ich hab dann mit dem Daniel Gassner damals, hab ich irgendwie so rumgewitzt und sind dann irgendwie auf den…
auf den Bart gekommen und hab dann gesagt, ja, lass doch einfach so eine Moustache da drauf machen. Dann haben wir eben drei Größen gebaut mit drei verschiedenen Schnauzeformen, Moustacheformen. Und ja, das war damals auch überhaupt nicht geplant, dass das irgendwie in Serie geht, das Design. Es war einfach irgendwie ein Witz dahinter. Und ja, wir haben dann echt ziemlich gutes Feedback bekommen. Und jeder hat… Also was heißt jeder? Jeder, aber jeder, der den Schirm gesehen hat, hat sofort erkannt, okay, das ist irgendwas anderes. Das Design gibt's noch nicht im Gletschenbereich. Und ja, dann haben wir halt auch uns dazu entschlossen, dass wir ja schön blöd werden, wenn wir jetzt quasi ein Design haben, was jeden anspricht, sich jeder merken kann, jeder drüber spricht.
Und dann machen wir jetzt was anderes drauf für die Serie. Und ja, jetzt ist eine Moustache drauf.
Nun heißt eure Marke ja Flair. Der Schirm heißt Moustache. Gerade hast du gesagt, ihr wollt aber keine One -Product -Show dann machen, sondern es sollen noch mehr kommen. Wie geht man denn dann um, wenn man im Grunde ein Design hat, was als Design wunderbar funktioniert, was aber gleichzeitig mit dem Produktnamen so verbunden ist? Und wenn du sagst, ich führe jetzt was anderes ein, dann ist es jetzt quasi Moustache Mini oder was kommt danach noch?
Naja, also es gibt ja schon verschiedene Moustache -Formen. Die ja auch alle irgendwie einen gewissen Namen haben. Und da kann man schon ein paar Produktlinien damit schmücken. Rein theoretisch. Also ich mag da jetzt nicht zu viel verraten. Und das ist auch überhaupt noch nicht klar, ob wir wirklich in der Bart -Schiene bleiben. Deswegen haben wir, das war ja auch schon mal im Gespräch, ob wir die Marke Moustache nennen. Und dann haben wir gesagt, okay, wenn die Marke Moustache heißt, dann ist das Design für die nächsten 15 bis 20 Jahre halt auch gesetzt. Und das wollten wir eben auch nicht. Wir wollten schon die Tür offen halten, dass wir eben designtechnisch auch was anderes drauf machen können als einen Schnauzer.
Aber Skywalk hat dann quasi seine Gewürze und die Getränke und ihr habt dann die verschiedensten Bart -Formen dann irgendwann vielleicht. Ja,
also da gibt es natürlich ein Tartagnon, dann gibt es ein Magnum, wie auch immer. Da kann man schon ein bisschen kreativ werden. Was auf jeden Fall der Fall sein wird, so ein bisschen in der Ironie -Schiene bleiben werden, in der witzigen Schiene. Also wir werden jetzt da kein 0815 -Design drauf klatschen auf die nächsten Produktlinien. Das wird schon was Lustiges werden. Ob es wirklich ein Bart oder in der Bart -Schiene bleibt, mal schauen. Aber der Moustache, von dem wird es auf jeden Fall Nachfolger geben. Und der wird auch relativ lang der Moustache bleiben. Das wird unsere Soaring -Waffe. Genau.
Machen wir mal einen kleinen Themenwechsel. Wie bist du eigentlich zum Fliegen bzw. zum Kiten gekommen und was war zuerst da?
Also es war definitiv das, definitiv stimmt das eigentlich gar nicht. Gut, es war zuerst das Fliegen da. Also ich bin in Südtirol geboren, in Brixen. Und wir haben dann ganz lang, also ganz lang, fünf Jahre lang im Ahrental gewohnt, in der Nähe vom Speikboden. Das ist auch ein bekanntes Fluggebiet. Da wurde ja auch damals schon wild rumgeflogen mit Gleitschirmen. Und das hat mich als Kind natürlich immer fasziniert. Und ich habe immer gewusst, ich werde kein Profi -Skifahrer. Ich will irgendwas mit Fliegen zu tun haben. Meine Familie, mütterlicherseits, die besteht quasi aus Piloten. Sei es Sportpiloten, Linienpiloten, Segelflugpiloten, wie auch immer. Damit war eigentlich schon klar, dass ich da irgendwas mit Fliegen mache.
Wir sind dann nach Wien gezogen. Dort war dann das Drachenfliegen. Wir haben in der Nähe von so einer großen Wiese gewohnt, wo halt immer irgendwelche Drachenfeste und wo halt einfach quasi 24 -7 Drachen geflogen sind.
Hast du auch selber welche gebaut?
Ja, ja, also ich habe welche gebaut. Die sind jetzt nicht so super geflogen. Aber so am Drachenfest gibt es so kleine, oder zumindest in Wien damals immer so einen kleinen Stand, wo halt so ein Drachenfest war. Wo du halt als Kind da deinen eigenen Drachen bauen hast können. Die waren eigentlich gar nicht so schlecht. Die sind ganz gut geflogen. Aber ja, die Faszination für Drachen war natürlich immer da. Ich habe dann mit zehn war dann ein Kiter auf dieser besagten Drachenwiese mit so einem aufblasbaren Tubekite. Ich habe das noch nie vorher gesehen. Und der ist da auf der Wiese herumgesprungen. Und das hat mich irgendwie damals fasziniert. Bin dann zu dem Typen hin und habe gesagt, hey, ich möchte das unbedingt mal probieren. Da hat man das dann so ein bisschen erklärt. Da war jetzt auch nicht so viel Wind.
Also es war relativ safe. Und bin dann natürlich heim zu meiner Mutter. Der hat mir gleich eine Karte mitgegeben. Der hat nämlich auch ein paar Schirme verkauft. Damals hat es ja noch keine Kiteshops gegeben. Also es war 2000. Und bin dann zu meiner Mutter und habe gesagt, ich muss das anfangen. Und dann hat sich meine Mutter gedacht, naja gut, ein Board, eine Bar, ein Schirm, ein Trapez. Gut, so teuer ist das nicht. Kriege ich zu Weihnachten. Naja, hier Pustekuchen. Brauchst du natürlich mehrere Schirme für verschiedenste Winde und verschiedene Boards und so weiter. Dementsprechend war das dann ein relativ teures Hobby für meine Mutter. Aber war nicht daran zu denken, dass ich das irgendwie wieder aufhöre. Und war dann eben da im Wiener Bereich, sprich Neusilder See.
Das war so damals der Kitespot. Wir waren ja auch in den Weltmeisterschaften dort. Und ja, war da relativ gut dabei. Bin dann auch bei österreichischen Meisterschaften mitgefahren. Und Trainingslager im Sommer. Bis dann irgendwann meine Knie gesagt haben, du mach mal ein bisschen langsam. So nicht. Hab dann mehrere Knieschirmluxationen gehabt damals. Und hab dann mit 15 beschlossen, wenn ich so weitermache, dann werden mir meine Knie nicht danken. Und hab dann eben zum Gleitschirmfliegen angefangen. Und bin dann fünf Jahre lang auch nur Gleitschirm geflogen.
Das heißt, du hast das Kiten ganz sein lassen?
Ich hab fünf Jahre lang keinen Kite angegriffen. Bin umso mehr am Gleitschirm gehangen. Und bin im Sommer auch viel Tannen geflogen. Meine Sommerferien waren ein schöner Nebenjob. Und hab dann in Wien Sportgerätetechnik studiert. Hab dann eben für den Bachelor ein Praktikum gemacht. War... Ah. Müsste ich vielleicht sogar noch ein bisschen vorher anfangen. Ich hab dann nach meiner Matura in Österreich wieder zum Kiten angefangen. Und wollte einfach irgendeinen Schirm haben, der viel Hangtime hat. Und nicht so aggressiv ist. Da bin ich dann auf Leiser vergestoßen.
Nur, nur für den normalen Gleitschirmflieger, der nicht kitet. Hangtime heißt in der Luft hängen. Du fliegst dann auch mit deinem Kite. Du hebst dann aus dem Wasser ab und bist ein paar Sekunden irgendwie in der Luft.
Genau, richtig. Was für den Gleitschirmflieger normal ist. Sprich, einfach in der Luft zu sein. Ist für den Kiter, sag ich jetzt mal, die Ausnahme. Beziehungsweise das Ziel. Beim Kiten willst du natürlich auch ein bisschen springen. Und die Hangtime ist quasi die Zeit, die du von abheben bis wieder landen in der Luft zu bringst. Und ja, damals bin ich dann eben auf Leiser vergestoßen. Mit den Vollkites. Und hab mir dann eben einen Vollkite gekauft. Einen Speed 3er damals. Bin dann bei der österreichischen Meisterschaft auch wieder mitgefahren. Und dann ist Leiser ein bisschen auf mich aufmerksam geworden. Die für Österreich einen Teamfahrer gebraucht haben. Dann war ich Flysurfer Teamfahrer. Und hab dann eben mein Praktikum vom Studium bei Flysurfer gemacht. Und hab damals schon meine Bachelorarbeit über den Moustache -Tragegurt, in dem Sinn Tragegurt, geschrieben.
Und so hat meine Karriere bei Skywalk begonnen. Hab dann eben ein Jobangebot bekommen. Vom Arne. Was ich leider nicht, oder leider zum Glück nicht ausschlagen hab können. Und bin jetzt fast seit 10 Jahren, ja doch, seit 10 Jahren bin ich dabei. Ziemlich genau. Ich glaub am 3.1.2013 hat mein Praktikum begonnen.
Das heißt, du warst aber auch bei Skywalk. Hast auch dort in der Konstruktionsabteilung von Skywalk eine Weile gearbeitet. Und hast dann erst später zu Flysurfer quasi hausintern gewechselt. Und bist dann der Hauptkonstrukteur bei Flysurfer. Genau,
richtig. Also ich hab eben nach meinem Praktikum bei Skywalk angefangen. War zwei Jahre lang tätig als, ja hauptsächlich Testpilot. Hab natürlich schon auch in die Konstruktionssoftware reingeschnuppert. Und auch echt viel vom Alex eben gelernt, damals. Ja, es war dann so, dass bei Flysurfer ein Entwickler von Vollzeit auf Teilzeit gewechselt ist. Mich hat das Kiten damals schon auch immer noch sehr, sehr interessiert. Und ich wollte dann, ja. Ich wollte damals den besten Raceschirm zum Hydrofoil -Racen bauen. Für mich persönlich. Weil das war so neben dem Gleitschirmfliegen meine Passion in meiner Freizeit. Bin da eben auch bei Werbung mitgefahren. Und das hat sich mit den Wünschen von Flysurfer gedeckt.
Sprich, Flysurfer wollte da eben auch so ein bisschen in die Raceszene mit einsteigen. Ich war dann eine Zeit lang quasi Hälfte bei Skywalk und Hälfte bei Flysurfer. Das war ungefähr ein halbes Jahr. Bin aber dann quasi voll zu Flysurfer gewechselt. Und der Alex hat dann vom Stefan noch Unterstützung bekommen in der Gleitschirmabteilung. Und dann hat sich das Ganze eigentlich relativ gut so zusammengefügt. So die ganze Konstellation. Und ja, eigentlich seit 2016 bin ich verantwortlich für die gesamte Voll -Kite -Palette bei Flysurfer. Und nebenbei natürlich auch noch. Für Flair mittlerweile.
Hast
einiges zu tun. Lass uns mal kurz reingucken. Du hast ja jetzt guten Überblick, weil du im selben Haus beides hast. Was würdest du denn sagen, von welcher Seite aus gibt es denn quasi das größere Innovationspotenzial, wo die jeweils andere von profitieren kann? Also übernehmt ihr als Flysurfer mehr von Skywalk oder übernimmt Skywalk mehr von Erkenntnissen, die ihr bei Flysurfer gewonnen habt?
Schwierige Frage. Wir könnten mehr voneinander übernehmen beidseitig.
Also definitiv könnten wir einfach öfter, ich mag jetzt nicht sagen, dass wir nie zusammenarbeiten oder nie gemeinsam beim Testen sind, aber wir sitzen sehr nah zusammen. Aber für das, wie nah wir zusammensitzen, arbeiten wir eigentlich nicht so nah zusammen, weil jeder halt auch irgendwie so ein bisschen in seinen Projekten auch drin ist. Und klar tauscht man sich dann mal aus. Ich habe jetzt irgendwie dieses Problem, hast du das schon mal gehabt? Oder auch softwaretechnisch, wir arbeiten natürlich mit der gleichen Software. Da kann man sich natürlich dann schon auch super helfen. Aber so wirklich, dass man große Problemstellungen gemeinsam angeht und gemeinsam löst, das ist einfach im Daily -Business ja nicht so richtig drin, weil halt jeder auch so ein bisschen unter Zeitdruck steht und so weiter.
Von dem her ist die Frage relativ schwer zu beantworten, ob jetzt FlySafe mehr von Skywalk übernimmt oder umgekehrt. Ich würde sagen, übernehmen tun wir eigentlich wenig, außer vielleicht mal ein bisschen Produktionsprozess. Wie wird hier das Rigid Foil in die Pocket eingeschoben? Einfach so ein bisschen Vernähtechniken werden da schon ein bisschen hin und her geschoben, aber Großkonstruktionen werden eigentlich nicht übernommen.
Wenn du deine Arbeit so anguckst, von dem, was du konstruiert hast schon, an Kites und jetzt Moustache und sowas, ist Moustache das Projekt, wo du am meisten drauf stolz bist vielleicht?
Ja, es hält sich ziemlich die Waage mit dem VMG von FlySurfer. Das ist unser Race -Kite für Hydrofoil Race, was jetzt 2024 das erste Mal olympisch sein wird. Und da sind wir eine von vier Marken, die da eben einen Schirm registriert haben für die Olympiade 2020.
Und ja, es hat sich jetzt letzte Saison, sprich Saison 2022 schon gezeigt, dass wenn du keinen VMG hast, dass du nicht mehr so viel Chance hast, aufs Podium zu kommen.
Das heißt, es gibt vier registrierte Marken, aber ihr seid eigentlich die Führende in diesem Bereich. Genau, richtig.
Und jetzt verschiebt sich natürlich diese ganze Nachfrage zu uns. Und wir haben extrem viel Nachfrage. Wir
haben gerade beim
VMG und die Wahrscheinlichkeit, dass der VMG bei Olympia 2024 einen Podiumsplatz belegt, ist so gut wie sicher. Weil ja, ich sage mal, 90 Prozent der Flotte fahren jetzt auf dem VMG. Und da bin ich natürlich schon sehr, sehr stolz drauf.
Das heißt, du hast da quasi den Standard geschaffen für solche Wettbewerbe?
Ja, Standard geschaffen. Ich habe versucht, out of the box zu denken. Kreativ zu sein. Und ich habe damals gewusst, wenn wir nicht den besten oder den schnellsten Schirm haben, dann werden wir auch davon nicht viel verkaufen. Ist ja auch ganz logisch. Die Leute schauen sich an. Okay, was ist das beste Material? Okay, den Schirm brauche ich, damit ich bei Olympia irgendwie irgendeine Chance habe. Ja, der VMG hat sehr, sehr wenig Leinen. Hat nur eine A -Ebene und eine B -Ebene. Keine Bremse. Das heißt, es ist auch ein Zweileiner
so gesehen.
Das ist ein reiner Zweileiner. Ja, genau. Also es gibt nur eine A -Ebene und eine B -Ebene. Die teilt sich auch am Schirm nicht auf in eine A und AB oder wie auch immer. Sondern es gibt nur eine A - und eine B -Ebene. Und das Ganze hat Glasfaserstäbchen in den Profilen quasi verbaut, damit das Ganze funktioniert. Und das Ziel dahinter war einfach, den Leinenwiderstand auf ein Minimum zu reduzieren und dadurch die Leistung zu erhöhen. Und das ist uns gelungen.
Ist dir diese Idee, ist das quasi aus dem Gleitschirmbereich gekommen, wo du gesehen hast, da gibt es schon diese Zweileiner? Du hast vorhin auch gesagt, du bist auch viel selber Zweileiner schon geflogen. Dass du gesagt hast, ich übertrage das einfach auf den Kite -Bereich. Oder war diese Idee auf anderen Wegen oder eh schon vorher da?
Ja, also der VMG ist der dritte Race -Schirm von mir. Und mein erster Race -Schirm, der Sonic Race, hat auch schon zwei Ebenen gehabt. Aber mit Bremse, also sprich A und B. Also A, B und Bremse. So wie heute der klassische Zweileiner Gleitschirm aussieht. Dann das zweite Modell war sehr ähnlich aufgebaut. Da war aber noch keine Rede von Olympia. Und dann war einfach der Druck auch etwas höher, für Olympia quasi den Schirm zu bauen. Und da bin ich dann auch mal ein bisschen kreativer geworden. Und ich habe mich halt immer gefragt, die Bremse, ob wir die beim Kiten, wirklich brauchen, weil wir müssen nicht irgendwie schnell um die Kurve fliegen.
Oder das Ding muss nicht schnell drehen. Wir müssen auf der geraden Linie einfach schnell sein. Und mit der Zeit hat sich eben herauskristallisiert, dass die Bremse vielleicht teilweise die Sache ein bisschen einfacher macht. Aber du in Summe nicht schneller bist. Und wenn der Sport in Richtung Olympia geht, verändert sich natürlich auch das Können der Fahrer extrem. Sprich, die Trainingsstunden gehen natürlich nach oben. Das Können der Fahrer wird deutlich besser. Und das hat sich jetzt eben gezeigt. Damals war vielleicht die Flotte noch nicht so richtig bereit für das Konzept. Aber mittlerweile, durch das ganze Training, können die die Leistung aus dem Schirm rausfahren. Und das war unser großes Glück.
Und da sind wir jetzt auf jeden Fall vorne mit dabei.
Wäre es denkbar und wäre es sinnvoll, so ein Zwei -Liner -Konzept auch im Gleitschirmbereich zu realisieren?
Ich habe da schon öfter drüber nachgedacht. Ich glaube, dass das Ganze ziemlich gefährlich wird. Da hat es ja auch früher schon mit steifen Elementen relativ viele Versuche gegeben. Und es sind ja auch leider einige Testpiloten verstorben bei den Versuchen damals. Und ich glaube auch nicht, dass es so sinnvoll ist. Weil du musst natürlich auch beim Gleitschirm oder beim Gleitschirm -Wettkampf fliegen. Da musst du natürlich auch steigen. Sprich, du musst Thermik kurbeln. Und jetzt, wenn du einen relativ engen Thermikbad hast, aber du den Schirm nicht so eng drehen kannst, weil du keine Bremse hast, dann verlierst du da halt eigentlich das beste Steigen. Weil das beste Steigen ist halt einfach mal in der Mitte von der Thermik. Ich glaube, dass das nicht so viel Sinn macht.
Vielleicht beim Gradausflug. Aber ich glaube, du verlierst mehr beim Steigen, als du an Leinenwiderstand, quasi an Leistung im Gradausflug dazugewinst. Von dem her ist der klassische Wettkampf -Zweileiner, so wie er jetzt gerade aufgebaut ist, schon ziemlich das Optimum, was das angeht, glaube ich. Da werden wir in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht mehr so viel Neues sehen vom Grundaufbau. Sprich A -Ebene, B -Ebene oder Bremse. Ich glaube, dass das schon ziemlich das Optimum für das Einsatzgebiet ist. Diese
Fiber -Glasstäbe, die du da drin hast, die sind hauptsächlich, um diese großen Abstände zwischen A - und B -Ebene vernünftig zu überspannen, damit das Profil entsprechend steif dann trotzdem selber noch bleibt und funktioniert. Kommen wir nochmal auf den Moustache zurück. Kann der eigentlich klappen?
Jeder Schirm kann klappen.
Ja, der Moustache kann klappen. Ich habe den Moustache auch schon geklappt und anders angefangen. Der Moustache......ist nicht darauf ausgelegt, ein sehr einfaches Extremflugverhalten zu haben. Sprich, es war nie das Ziel, den Moustache zuzulassen oder irgendwie B -Klassifizierung oder C -Klassifizierung drauf zu bekommen. Sprich, du gehst ja auch schon ganz anders an die Konstruktion ran. Weil, wenn du dir jetzt eine Gleitschirmkonstruktion anschaust oder den Prozess, ein Gleitschirm zu konstruieren, hast du natürlich immer im Hinterkopf, okay, wenn ich jetzt den und den Parameter so und so gestalte, dann wird wahrscheinlich die Spirale stabil werden. Und ich komme nicht durch die Zulassung, zum Beispiel.
Das heißt, du musst von vornherein schon im Hinterkopf behalten, wie werden die Manöver dann ausschauen? Wie könnten die Manöver ausschauen? Das habe ich ja mit dem Moustache überhaupt nicht machen müssen, weil das Ziel war ja nie, den Moustache zuzulassen. Weil die Norm, so wie sie jetzt gerade gestaltet ist, das auch einfach quasi nicht zulässt mit dem 3 -Gurt -System, dass wir da durch die Zulassung kommen würden. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass der Schirm, weil er jetzt keine Zulassung hat, gefährlich ist, weil die Zulassung an sich, das ist ja auch eine Momentaufnahme von, ich sage jetzt mal, welcher Testpilot, er fliegt im Manöver. Wie zieht der Testpilot? Lehnt er sich vielleicht schon minimal auf die andere Seite, wenn er einen asymmetrischen Klapper macht?
Und, und, und. Kommt ja viel zusammen. Dann hast du natürlich jetzt auch mittlerweile bei C -Schirmen bzw. D - und CCC -Schirmen mit den Faltleinen, hast du natürlich eine, ich sage jetzt mal, ein Simulationstool, damit du eine Klappe überhaupt mal simulieren kannst, der ja in Summe mit der Realität gar nicht so viel zu tun hat, wie der Klappe einfach ohne Faltleinen vielleicht ausschauen würde. Dementsprechend, es wäre natürlich super, wenn wir Zulassung auf den Schirm haben und du sagen kannst, hier diese C -Schirmversicherung, alles gut, aber der Moustache passt einfach nicht in die Norm. Wir sind da auch schon mit dem DRV, oder der DRV ist auf uns zugekommen, hat auch den Moustache getestet und so weiter.
Die sind da extrem pro Moustache, muss man sagen. Ich möchte jetzt nicht sagen, die wollen das Ding zugelassen sehen, das stimmt so nicht, aber die sind auf jeden Fall offen dafür, dass man sich die Norm nochmal anschaut und vielleicht die Norm etwas ändert, um solche Systeme auch irgendwie durch die Zulassung zu bringen oder sinnvoll zuzulassen, sagen wir es mal so. Das war ja damals so bei den Starflügeln, beim Drachen, die sind ja auch, ich glaube, über fünf Jahre lang illegal durch die Gegend geflogen, weil die Zulassungsnorm einfach, ja, die werden da einfach nicht, genau. Die gab es einfach nicht dafür. Und da hat jetzt eben der DRV gesagt, den Fehler wollen sie nicht nochmal machen.
Sie wollen da auch einfach nicht wegschauen. Und wir sind in Gesprächen und werden jetzt auch im Sommer nochmal einige Testflüge machen, wie das Ganze auch sinnvoll durch die Zulassung kommen könnte, sodass es natürlich jetzt auch mit der Realität halbwegs etwas zu tun hat. Es bringt ja nichts, wenn du in der Zulassung irgendwie nur A -Klappe hast und dann in der Realität die Leute aber dann nicht vom Himmel fallen. Das bringt ja auch nichts.
Wie könnte man denn sowas machen? Ich meine, wenn ich mir vorstelle, ich habe diese Moustache ja ständig an den Bremsen. Wenn ich jetzt sage, ich wollte einen Klapper ziehen, dann muss ich ja quasi eine Bremse loslassen. Die Seite auf jeden Fall beschleunigt schon völlig vor. Dann ziehe ich meinen völlig vorbeschleunigten Seitenklapper und greife dann vielleicht wieder zur Bremse zurück. Also einen richtig vernünftigen, sagen wir mal, Normalklappertest oder so. Also kann man damit ja dann letzten Endes gar nicht fliegen. Oder gäbe es Möglichkeiten, nicht nur zum Beispiel Faltleinen einzusetzen, sondern du sagst, ich mache auch eine Bremsenfixierung auf eine Normalstellung und sage, aus dieser Normalstellung heraus teste ich dann solche Klappe. Also gibt es solche Überlegungen?
Ja, die gibt es. Also bei meinen Testflügen habe ich es jetzt so gemacht. Ich habe eigentlich nur mit Faltleinen gearbeitet, weil du kriegst das Ding einfach nur über die A nicht zum Einklappen. Außer du ziehst nur die Bremse und nur die A, dann funktioniert es. Aber dann musst du halt wirklich quasi alles loslassen. Und da war ich jetzt auch nicht so scharf drauf und habe dann eben viel mit Faltleinen auch gemacht. Gar nicht mit dem Hintergrund, dass wir durch die Zulassung kommen, aber einfach um zu sehen, wie das Ding in Realität oder einfach auf einen Klapper reagiert. Das Ding ist, wir haben quasi nie Klapper bekommen damit, weil es einfach sehr, sehr stabil ist, der Moustache. Und ich habe mal mit dem Armin so ein bisschen rumüberlegt, wie wir das Ganze testen könnten oder Klapper simulieren könnten.
Und dann ist uns der Tandemschirm eingefallen. Wenn du quasi hinter einem Tandem durchfliegst mit Vollgas und der Tandem vielleicht ziemlich überladen ist und gut auf der Bremse ist, dass es da ordentlichen Randwirbel gibt, dann könnte man das Teil irgendwie zum Einklappen vielleicht kriegen. Und halbwegs reproduzierbar. Und? Ja, nichts. Wir sind da des Öfteren hinter Tandems auch durchgeflogen. Auch bei Tandems, die davon nichts gewusst haben, die einfach da rumgeflogen sind, sind wir einfach mal dahinter durch. Ja, das schüttelt kurz, aber das ist weit weg von einem Klapper. Und das hat uns halt dann schon auch gezeigt, dass das da schon wirklich viel Turbulenz braucht. Weil wenn du mit dem Gleitschirm knapp hinter dem Tandem durchfliegst, da raschelt es normalerweise schon.
Oder wenn du nach der Spirale durch deinen eigenen Randwirbel durchfliegst. Beim Ausleiten einer Spirale kann es schon auch mal gut sein, dass die Seite mal reinkommt.
Was ist denn jetzt an der Kappe vom Moustache so anders? Wo du sagst, der ist im Grunde wie ein Gleitschirm fast aufgebaut und klar hat einen anderen Tragegurt jetzt unten. Aber wenn du sagst, ich fliege jetzt vollbeschleunigt hinter einem Tandem da durch die Randwirbel durch und der klappt dann nicht. Was ist jetzt an dem Moustache so viel besser oder anders, dass der eben dort nicht klappt? Was ist der Trick?
Ja, der Moustache hat ja ein leichtes S -Schlagprofil. Sprich, der Moustache bei einem Leinenentlaster will die Kappe immer weg von dir fliegen. Bei einer sehr starken Turbulenz ist dieses Auftriebsmoment zu gering und das Ding wird trotzdem einklappen. Aber der Trick dahinter ist eigentlich, dass sich der Schirm bei einem Leinenentlaster, sprich, ich fliege ganz normal und auf einmal fliege ich in sinkenden Luftmassen und jede einzelne Leine zum Schirm hängt durch. Wie verändert sich der Schirm dann ohne Leinenentspannung? Was macht der Schirm? Was macht die Kappe? Wie verformt sich die Kappe? Der Moustache verformt sich in eine Richtung, die den Schirm noch stabiler macht ohne Leinenentspannung.
Sprich, sobald ich einen Entlaster habe, es kann auch ein punktueller Entlaster sein, dann verformt sich der Schirm in die Richtung, dass der Schirm wieder stabiler wird. Das ist auch so ein bisschen der Trick dahinter, wo ich jetzt auch nicht so viel oder so detailliert drauf eingehen will, aber das hat mich einfach extrem viel Arbeit gekostet, dass das Ding mit einem sehr gering ausgeprägten Reflexprofil sehr, sehr stabil ist bei Leinenentlastern. Und was noch dazu kommt, wo ich auch heute nochmal ein bisschen drauf eingehen möchte, ist, was passiert beim Klapper mit dem Schirm. Sprich, ein Klapper passiert erst dann, wenn das Profil mit nullem Anstellwinkel oder sogar mit negativen Anstellwinkel angeströmt wird an der Vorderkante.
Und wenn ich jetzt nichts dagegen tue, dann klappt mir der Schirm ein. Im besten Fall geht er von alleine wieder auf und ich fliege geradeaus wieder weiter. Wenn ich aktiv fliege und einen leichten Bremsdruck auf der Bremse habe, ich erkläre es mal beim normalen Gleitschirm, dann fällt mein Bremsdruck ab, wenn quasi der Schirm in so einen geringeren Anstellwinkelbereich kommt. Was mache ich dann? Ich erhöhe den Anstellwinkel wieder, indem ich mehr Bremse ziehe und wirke dem eben entgegen, dass der Schirm nicht unterschneidet, sondern ich erhöhe wieder den Anstellwinkel. Aber im Gleitschirm ist es so, ich erhöhe den Anstellwinkel nur an der Hinterkante.
Mal abgesehen vom Zweileiner. Wenn ich jetzt im Zweileiner im Gas stehe und auf der B quasi steuere und ich ziehe an der B an, dann ändere ich natürlich auch vorne den Anstellwinkel wieder. Aber wenn ich jetzt nur mit der Bremse steuere, dann erhöhe ich ja an der Vorderkante, ändere ich ja nichts am Anstellwinkel, sondern ich ziehe nur die Hinterkante runter. Und beim Moustache ist es so, dass ich ja über die Bremse auch die B mit runter ziehe und auch die Vorderkante, den Anstellwinkel erhöhe an der Vorderkante. Sprich, wenn ich jetzt einen Entlaster habe, fliege quasi Vollgas, habe immer noch Spannung auf der B -Ebene mit dem Moustache, dann spüre ich an meinem Bremsgriff, dass der Druck an der B -Ebene abnimmt.
Das heißt, ich kriege die Turbulenz auch schon früher mit, weil die Turbulenz fängt ja von der Vorderkante an auf den Schirm zu wirken. Sprich, ich kriege schon früher mit, oh, irgendwas passiert jetzt und kann schon früher reagieren, bevor ich überhaupt den niedrigeren Bremsdruck an der Bremse hinten merke. Das macht es natürlich extrem effizient, einem Klapper entgegenzuwirken. Ich spüre immer, was die Vorderkante von meinem Schirm macht, fliege ich jetzt in steigende oder sinkende Luftmassen und kann eben schon frühzeitig einen Klapper verhindern, bevor er überhaupt auftritt. Und das macht den Moustache, ich mag jetzt nicht sagen, sicherer als einen Gleitschirm, aber es macht es einfacher,
einen Klapper frühzeitig zu erkennen und frühzeitig darauf zu reagieren. Und wir haben jetzt eben auch relativ viel quasi durchwegs positives Feedback bekommen vom Markt über den Moustache und von einigen Piloten auch, dass sie sich sogar in turbulenter Luft wohler mit dem Moustache fühlen als mit einem klassischen Gleitschirm. Ich erkläre mir das eben dadurch. Genau so, wie ich es gerade erklärt habe, dass du in turbulenter Luft einen möglichen Klapper schon früher erkennst und vielleicht schon früher reagieren kannst darauf. Und du hast natürlich, gerade bei Starkman Soaring, hast du natürlich einen riesigen Geschwindigkeitsbereich. Sprich, du hast nie so wirklich im Hinterkopf, oh, lieber nicht zu nah zur Kante fliegen, sonst bläst es mich vielleicht dahinter.
Den Gedanken, gut, den habe ich schon auch ein paar Mal gehabt beim Moustache, aber da hat es halt dann auch schon eher 60 km/h Wind gehabt.
Da war ich dann schon gut am Limit. Aber wie gesagt, diese Klappererkennung, wie reagiert der Schirm auf Klapper, beziehungsweise wie zeigt mir der Schirm den Klapper an, ist auch noch ein Thema. Sprich, du kannst natürlich einen Schirm haben, der, ich sage jetzt mal, wenn du in die turbulente Luft reinfliegst, der eher von der Mitte her klappt, sprich eine sehr weiche Mitte hat, was aus meiner Sicht so ziemlich das Ungünstigste ist, weil dann kriegst du, bevor du, bevor das Ohr irgendwie reinrollt, kriegst du eine Frontklappe. Und das ist beim Moustache eben genau andersrum. Sprich, die Mitte ist sehr, sehr stabil, also noch stabiler als die Tipps. Sprich, wenn ich jetzt in sehr turbulente Luft reinfliege, dann werden erst die Tipps rollen und mir schon sagen, okay, ein bisschen langsam und kann dann einfach schon ein bisschen aus dem Gas rausgehen und weiß, okay, jetzt heißt es aufpassen.
Das heißt aber, als Pilot, wenn ich jetzt ein erfahrener Pilot bin, in Anführungszeichen, und schon, wie es immer so schön heißt, gut aktiv fliegen kann und sowas, dann erschließt sich mir ein Moustache relativ schnell und ich kann den wahrscheinlich dann auch ziemlich sicher fliegen. Am Anfang, als ihr den Moustache eingeführt habt in den Markt, habt ihr sehr stark immer darauf gepocht oder es so herausgestellt, dass der vor allem für erfahrene Piloten ist. Und die sollten erstmal damit fliegen und man sollte in speziellen Flair -Verkaufscentern sich beraten lassen und dann halt hören, wie es da so geht. Wie ist denn jetzt so nach einem Jahr Erfahrung am Markt mit dem Ganzen? Ist das noch sinnvoll, das so aufrechtzuerhalten oder würdest du heutzutage sagen, von dem, was wir erlebt haben, eigentlich ist so Moustache auch fast anfängertauglich?
Also anfängertauglich würde ich ihn jetzt vielleicht nicht nennen. Wobei, das auch sehr, sehr spotabhängig ist. Also wenn ich mir jetzt überlege, in Dänemark zum Beispiel, da habe ich auch schon meine 8 -jährige Nichte an einem Moustache gehängt, einem 15er, bei 15 km/h Wind und die ist auch schon die Düne damit runter geflogen. Wenn ich jetzt davon ausgehe, ich stehe irgendwo am Klippen -Startplatz und würde den Moustache einem Anfänger in die Hand geben, dann hätte ich da ein deutlich schlechteres Bauchgefühl dabei als an der Küste. Von dem her, das zu pauschalisieren und sagen, anfängertauglich würde ich jetzt nicht machen. Aber es ist definitiv so, an der Küste muss ich kein guter Gleitschirm -Pilot sein, damit ich den Moustache sicher fliegen kann.
Ich sollte vielleicht schon ein bisschen Gleitschirm -Erfahrung haben, ein bisschen Ground -Handling -Erfahrung, aber ich muss jetzt kein Zweiliner -Pilot sein, um sicher mit dem Moustache herumzufliegen. Und wir haben ja ganz bewusst den Moustache, so ein bisschen in die extreme Ecke geschoben. Er ist ja auch extrem in den kleinen Größen. In den großen Größen ist er nicht so extrem. Und das ist vielleicht ganz wichtig zu verstehen. Du wählst dir den Schirm nach deinem Skill -Level aus, nach deinem Piloten -Können. Wenn ich jetzt nicht der erfahrene Speedflyer bin, dann habe ich mit, keine Ahnung, 85 Kilo Startgewicht nichts auf einem 13er verloren.
Genauso, wenn ich jetzt ein erfahrener Agro -Pilot bin und was weiß ich, welche Agro -Figur noch immer fliegen kann, dann werde ich auch safe mit einem 13er Moustache umgehen können, zum Beispiel. Also das ist schon sehr, sehr unterschiedlich. Also die Größen von Moustache sind sehr, sehr unterschiedlich in der Piloten -Anforderung. Und wir haben jetzt eben gesehen nach einem Jahr, dass noch kein großer, großer Unfall damit passiert ist. Zumindest nichts, was wir mitbekommen hätten. Und wenn was passiert wäre, dann hätten wir es auf jeden Fall mitbekommen. Und wie gesagt, das Feedback ist sogar so, dass sich viele Piloten in turbulenter Luft wohler mit Moustache fühlen als mit ihrem klassischen Gleitschirm.
Jetzt habe ich den Faden verloren.
Das ist nicht schlimm, den Faden zu verlieren. Solange du bei deinen Konstruktionen die Fäden immer an der richtigen Stelle hinmachst, das ist doch super. Ich denke, es ist auf jeden Fall klar geworden, von euren Erfahrungen heraus ist, zumindest die größeren Größen des Moustaches sind eigentlich für fast alle Pilotenlevel dann schon fast geeignet. Wenn man sie zumindest an normalen Küstenstandorten mit relativ laminarem Wind und sowas dann fliegt, dann versteht man so ein Ding eigentlich sehr gut. Apropos laminaren Wind und nicht laminar und durch Turbulenzen durch und sowas. Kann man Moustache auch in der Thermik fliegen? Hast du das schon gemacht?
Habe ich schon gemacht. Kann man. Ist halt auf Dauer sehr, sehr anstrengend. Weil was will ich von der Thermik? Ich will quasi maximale Steigrate oder Höhengewinn quasi aus einem Thermikbad rausholen. Da muss ich natürlich bei Moustache schon auch kräftig ziehen und auch in den Bereich fliegen, wo die Bremse greift. Wo wir auch vorher schon gesagt haben, dass es dann anstrengend wird auf Dauer, wenn die Bremse eben ansteigt. Wenn die Bremse aktiviert ist. Deshalb ist der Schirm einfach nicht fürs Thermikfliegen gemacht. Wenn ich natürlich jetzt extrem fit bin, muss ich jetzt gar nicht extrem fit sein, aber bin auch schon dreieinhalb Stunden Thermik geflogen mit Moustache. Das geht schon. Ist halt einfach anstrengend.
Und wir haben eben auch bewusst den Moustache nicht fürs Thermikfliegen vermarktet, weil Thermik auch gleich Turbulenz bedeutet. Und wir einfach die Leute oder den Kunden einfach langsam an die neue Flugform ranführen wollten oder auch immer noch wollen.
Da war unser Ansatz, dass der Schirm einfach in Thermik nichts verloren hat, weil es erstens nicht viel Sinn macht, weil es einfach anstrengend ist und zweitens, weil thermische Luft einfach turbulente Luft ist und dadurch quasi ein Klapper einfach wahrscheinlicher ist als in laminarer Luft.
Du hast vorhin auch noch erwähnt, dass das Moustache -Konzept vielleicht auch zum einen für die Speedflyer interessant sein könnte, da arbeitet ihr an was, aber vielleicht auch für Motorschirmflieger. Was ist da das Interessante dabei? Ich könnte mir auch vorstellen, wenn so ein normaler Motorschirmflieger sagt, man startet bei Nullwind oder so, dürfte das mit dem Moustache doch sogar relativ schwierig sein, oder?
Ja, mit dem normalen Moustache ist es auch schwierig bei Nullwind zu starten, aber es kommt ein bisschen auf die Größe an. Also ich sage jetzt mal ein 18er oder ein 22er kannst du relativ gut bei Nullwind starten, ein 13er bei Nullwind, also zum Beispiel auf Schienen geht das ohne Probleme, da ist ja auch deine Abhebegeschwindigkeit nicht so wichtig, fährst ein bisschen schneller auf den Schienen, aber zum Fußstarten empfiehlt es sich, lange Beine zu haben bei den kleinen Moustaches und deswegen wollen wir da auch einen neuen Schirm dafür bauen, einen wirklichen, einen wirklich spezialisierten Motorschirm, wo du dann vielleicht auch zum Starten oder zum Landen dieses Flaresystem deaktivieren kannst, sprich im normalen Gleitschirmmodus bist und dann erst, wenn du in der Luft bist, das Ganze aktivierst
und damit auch quasi die Anstrengung für längere Flüge ein bisschen niedrig halten kannst, sprich das Flaresystem deaktivieren kannst, dich kurz ausruhen kannst, ein bisschen Sprit sparen mit dem Motor und dann quasi wieder aktivieren und Spaß haben, genau.
Aber das wäre dann hauptsächlich, um einen sehr spaßigen Motorschirm zu haben und Figuren zu fliegen, vielleicht super Slaloms zu fliegen, weil die Dinger super um die Kurve kommen, weil du eben diese unterschiedliche Anstellwinkelsteuerung der Kurven hast, wo du sagen kannst, ich ziehe innen, gebe außen frei und dadurch saust er mir einfach quasi im Stand einmal 180 Grad einfach rum.
Ja, also ich muss zugeben, ich bin kein Motorpilot, ich bin an die Motor gefahren, ich bin nicht so gut geflogen, habe mich aber jetzt in den letzten Monaten natürlich auch so ein bisschen damit beschäftigt. Ich glaube, wo das Flaresystem den größten Vorteil für den Motorpiloten hat, ist erstens mal im Slalom, da sehe ich es wirklich als Riesenvorteil, dann aber auch, wenn ich mir so Videos anschaue, irgendwie ganz bodennah in Flussbetten, bei Windstille irgendwo rumzufliegen, das ist jetzt nicht ultra schwierig, mit dem Motor, aber es erfordert schon Konzentration und Können, jetzt über lange Strecke sehr bodennah zu fliegen. Das macht das Flaresystem halt einfach ultra einfach.
Weil du jederzeit wegsteigen kannst, wenn du es brauchst. Du hast einfach Speed drauf und merkst, oh, ich komme dem Wasser zu nah oder so, du siehst nur ein bisschen und schon hast du wieder zwei Meter gewonnen.
Genau, richtig. Das macht es halt einfach ultra einfach und ist auch ein Riesenspaßfaktor, wenn du irgendwo hinter der Baumreihe einfach mal ein bisschen aufgeben kannst, kurz auf die Wiese, fräst da dahin, gehst wieder auf die Bremse, über die nächste Baumreihe wieder weg, zum Beispiel. Also da gibt es einfach unendlich Möglichkeiten und auch neue Gebiete, die man vielleicht fliegen kann. Das wird sich zeigen, aber Motor hat auf jeden Fall Potenzial im Flaresystem.
Was macht die Konkurrenz? Du hast vorhin gesagt, irgendwann habt ihr gesagt, komm, lass uns jetzt mal rauskommen, bevor uns jemand zuvor kommt oder sowas. Habt ihr gesehen, ich meine, wahrscheinlich werden sehr viele Marken euch schon beäugt haben und gesehen haben, oh, das scheint ja wohl doch ein funktionierendes System zu sein, was auch am Markt funktioniert, weil ihr so gutes Feedback bekommen habt. Seht ihr oder siehst du da schon irgendwelche Entwicklungen bei anderen?
Ja, ja.
Also wir haben schon
reine Tragegurt -Entwicklungen gesehen, die dann auf diverseste Schirme gebaut worden sind. Hat alles so, zumindest so, wie es sich so mitgekriegt hat, jetzt nicht so super funktioniert. Aber ich weiß von zwei Marken, die ich jetzt hier nicht nennen möchte, die an dem Konzept arbeiten. Die eine Marke hat uns auch damals direkt kontaktiert, aber wir kennen da natürlich auch uns ein bisschen untereinander. Und die haben dann auch gesagt, ja, nein, nein, das ist ihnen zu gefährlich, das machen sie nicht und so weiter. Jetzt ist ein Foto aufgetaucht, dass sie doch was in die Richtung machen.
Ich habe kürzlich ein Video gesehen, ich glaube, das war von Flow, wo auch ein Proto zu sehen war, der sah vom Tragegurt, also war ein Gleitschirm, der vom Tragegurt aber schon sehr moustacheartig aussah und wo einfach nur demonstriert wurde, wie, wenn man da einfach an den A runterzieht, also das Reflexprofil, wie sauber der Schirm dann einfach quasi wieder hoch floated und dann einfach dort stehen bleibt. Jetzt weiß ich nicht, inwieweit das jetzt nur ein kleiner Test war oder da wirklich was kommt. Aber angesichts eures Erfolges ist ja eigentlich nur zu erwarten, dass irgendwann Konkurrenten dann auch werden, also nachziehen wollen.
Genau, ja, also das ist natürlich auch immer auch ein bisschen eine Bestätigung so, wenn andere Marken da auf einen Zug aufspringen, zeigt ja auch, dass man mit der Idee jetzt nicht komplett im Dunkeln unterwegs ist, weil sonst würde es ja auch keinen Grund für andere Marken geben, das zu machen. Aber ja, weil du gerade Flow angesprochen hast, das ist die zweite Marke, um die es geht. Da weiß ich, dass da was kommen wird. Das ist quasi ihr Motorschirm, wo jetzt der Tragegurt drauf ist. Da habe ich auch schon ein paar Videos bekommen. Aber da will ich jetzt auch nicht groß kommentieren. Jeder macht natürlich seinen Job. Wir würden es wahrscheinlich auch nicht anders machen.
Wenn jetzt irgendwo die große Weltrevolution rauskommt, würden wir uns natürlich auch anschauen. Und wenn wir der Meinung sind, hey, das macht Sinn, würden wir natürlich da auch, bei freien Kapazitäten, was in die Richtung machen. Von dem her ist das ja auch nichts Verwerfliches.
Was mich mit Blick auf die Zukunft auch noch interessieren würde, könnte Single -Skin auch im Moustache -Bereich, also da was Interessantes sein? Ihr habt es ja bei den Kites auch, für Snow -Kites und sowas, wo ihr dann die Single -Skins auch habt oder die hybriden Geschichten jetzt. Wäre das auch sowas, was dann auch bei so Moustache -Konstruktionen funktionieren würde? Ja,
auf jeden Fall. Ich habe schon einen großen Peak gebaut. Den habe ich jetzt im Sommer in Dänemark dabei gehabt. Absolute Katastrophe. Fliegt überhaupt nicht. Ganz weit weg von fliegbar. Das war einfach mal ein Versuch. Da sind auch viel zu wenig Leinen drauf. War mir eigentlich schon vorhin fast schon klar, dass das so nicht hinhauen wird. Aber ich wollte es mal versuchen. Aber da wäre ich jetzt mal neue Anknüpfpunkte dran machen und dann mal schauen, ob das wirklich geht. Aber ja, es gibt schon ein Hybrid -Konzept, was wir vielleicht auch wirklich für die Schulung einsetzen wollen und vielleicht auch nur für unsere Pro -Partner, für unsere Schulen, um quasi den ersten Kontakt mit dem System für quasi neue Piloten, Pilotinnen zu vereinfachen.
Das Ding ist unklappbar. Das kriegst du nicht zum Einklappen. Keine Chance. Das hat auch wirklich die Power ohne Ende. Das beschleunigt nicht irgendwie. Das macht keine Faxen. Das hat einen ziemlich harten Abrisspunkt. Also abreißen ist auch relativ schwierig. Das macht schon ziemlich viel Sinn auf voller Linie. Aber ich bin noch nicht so happy damit, wie sich das Teil anfühlt beim Fliegen. Ich würde das gerne noch ein bisschen homogener, ausgewogener gestalten, was so das Fluggefühl angeht. Weil bis jetzt ist das eher so On -Off -Zug, kein Zug und kein Verlauf dazwischen. Das erweist sich als etwas schwierig. Aber krieg ich auch noch hin.
Genau. Da wird frühestens 2024 was kommen. Frühjahr 2024.
Das heißt aber, jetzt nur von der Perspektive her, wenn man sich das so vorstellt, könnte es auch irgendwann mal sein, dass du sagst, man schult sogar mit solchen Sachen. Also zumindest an der Küste oder so und sagt, pass mal auf, ihr macht jetzt einen Soaring -Schein. Vielleicht teilt sich das ja an den Stellen auch noch auf, dass man sagt, man kann einen Soaring -Schein machen und einen Bergflug -Schein oder so, dass es dann entsprechende Schulen gibt. Und dann hast du am Ende so ein leichtes Hybrid -Moustache, was auch immer, wie er dann heißt. Und kannst sagen, damit lernt ihr es. Und dann, wenn ihr mehr Leistung und mehr Speed haben wollt, dann steigt ihr halt auf den richtigen Moustache um und so weiter.
Das ist so die Idee dahinter. Und da ist natürlich schon auch ein Stück Zahl dahinter. Wenn du dir überlegst, Soaring -Gebiete gibt es ziemlich viele. Und du brauchst zum Soaren einfach Wind. Und Wind ist am Anfang auch gleich einfach mal gefährlich, wenn du nicht weißt, wie du einen Schirm händelst. Und da ist einfach der klassische Gleitschirm nicht das, aus meiner Sicht, nicht das richtige Konzept dafür. Der Single Skin zum Beispiel, da ist zwar bei wenig Wind einfach oben zu halten, weil da halt einfach nichts wiegt und früh fliegt. Aber sobald du da 20 km/h Wind hast, fliegst du rückwärts. Also da geht halt auch nichts. Da geht auch nicht viel vorwärts. Und ich glaube, wenn du die ganzen Vor - und Nachteile von den verschiedenen Konzepten irgendwie vereinst, dann kommst du bei einem Hybrid -Konzept mit Mixer -Dreigurt, den du am Boden quasi einfach wirklich komplett tief hauen kannst und vielleicht sogar auch für den Übungshang dann limitieren kannst, dass du eben nicht Vollgas fliegen kannst.
Weil dann willst du ja nicht Vollgas fliegen. Wenn jetzt ein Schüler am Übungshang abhebt, wirst du ja, dass der langsam und safe darunter kommt. Der steht und fällt im Endeffekt mit dem Dreigurt. Das Konzept an sich, das wird kommen.
Benni, kommen wir mal langsam zum Ende. Und meine letzte Frage, ein bisschen perspektivisch gesehen. Glaubst du, wird sich der Gleitschirmmarkt in Zukunft aufspalten? Auf der einen Seite, ich sag mal, Thermikschirme und Soaring -Schirme. Thermikschirme in der Form, wie sie jetzt als klassische Gleitschirme bekannt sind. Und die Soaring -Schirme dann halt mit Moustache -artigen Tragegurten und einem solchen Mischer -Tragegurt, um dann die entsprechenden Möglichkeiten dort dann rauszubekommen?
Also ich glaube, dass das Flair -System das Potenzial dazu hat, die klassischen Mini -Wings, Soaring -Schirme oder den klassischen Gleitschirm beim Soaren zu ersetzen. Ich glaube nicht, dass das jetzt sehr, sehr schnell passieren wird. Und ich bin mir auch relativ sicher, dass es nicht nur eine Marke schaffen wird. Aber ich glaube, wenn da mehrere Marken mit einem ähnlichen System um die Ecke kommen, dass da auch nochmal die Akzeptanz am Markt deutlich, deutlich größer wird. Und das auch nochmal zeigt, hey, das kann nicht so schlecht sein, das System, wenn da jetzt mehrere Marken darauf aufspringen, dass dann vielleicht auch mehrere Piloten das ausprobieren wollen.
Es ist eine schwierige Frage, aber ich hoffe es. Das ist mein, ja, mein Traum, die Küsten, die befliegbaren Küsten unserer Welt voll von Moustache zu sehen oder Flair -Produkten, zukünftigen Flair -Produkten. Aber das wird sich zeigen. Aber ich hoffe es. Ich hoffe es sehr.
Und was ist abseits der Küsten? Ich wohne bei Bonn und wenn man hier so rumfliegt, auch häufig Soaring an kleinen Hügelchen, die es da so gibt. Mit klassischen Gleitschirmen, aber wo du dann eher bei 15 bis 20 km/h soarst. Wäre es auch sinnvoll, ein Moustache nicht mit 22, sondern 24 oder so zu bauen, wo man sagt, man kann dann auch bei solchen Windgeschwindigkeiten sehr schön damit soaren und dann auch diese Vorteile des Moustaches dann haben? Also wäre das auch noch ein künftiger Marktansatz oder Marktpotenzial?
Ja, da plaudere ich jetzt etwas aus dem Nähkästchen. Wir werden auch noch einen größeren Moustache sehen. Den können wir sehr bald auf den Markt bringen. Sommer 2023. Das macht natürlich auch Sinn, sei es jetzt für den schwereren Piloten oder für Piloten, die einfach ihren Gleitschirm beim Soaren mit einer Moustache setzen wollen. Weil bis jetzt ist es natürlich so, dass du mit einem normal großen Gleitschirm für deinen Gewichtsbereich schon nochmal früher fliegen kannst. Schon dich nochmal früher eben halten kannst. Und der Moustache dann erst wirklich zum Einsatz kommt, wenn es einfach mehr Wind hat. Und wie schon gesagt, das Feedback ist, dass wir einige Piloten haben, die wirklich gern ihren Gleitschirm an der Küste wirklich komplett ersetzen wollen durch einen Moustache und da mehr Fläche haben wollen würden.
Und da kommt etwas von uns bald.
Benni, dann lasse ich das so stehen als Ausblick. Danke dir für die vielen Serien. Sehr hintergründigen Erzählungen, Beschreibung von allem möglichen, Vergleich von Gleitschirm und Kitebau. Ja, dir auch ein Glückwunsch dazu, quasi wirklich der Architekt oder Co -Architekt neben Armin Harig, aber vielleicht die letzten Endes treibende Kraft gewesen zu sein, dieses Konzept jetzt so auf den Weg gebracht zu haben, dass da wirklich vielleicht der Gleitschirmmarkt auch noch eine spartengroße Zukunft dann in dem Bereich hat.
Ja, vielen Dank. Und ja, ich bin gespannt, was die Zukunft hat. Was die Zukunft bringt.
Das sind wir alle. Dank dir, Benni. Die
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