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104. Mindset - Maximilian Loidl

// Maximilian Loidl, Lucian Haas · 2023-03-17 · 01:05:48 · original episode

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[show notes]
Der X-Alps-Rookie Maximilian Loidl hat in seiner relativ kurzen Fliegerkarriere schon einige interessante Einsichten über die Gleitschirmszene gewonnen +++ Wie lange sollte man eigentlich schon fliegen, um an dem extremen Abenteuerrennen Redbull X-Alps kreuz und quer über die Alpen teilzunehmen. Reichen drei Jahre nach dem Erhalt des B-Scheins? Für den 29 Jahre jungen Maximilian Loidl aus dem Chiemgau schon. Mit einigen beeindruckenden Erfolgen im XC-Fliegen und bei Hike-and-Fly-Rennen wie dem Bordairrace im Gepäck, hat er sich erfolgreich für die X-Alps 2023 beworben. Jetzt steckt Maximilian mitten im Training. Er sieht aber gar nicht alles durch die rosarote Brille, mit der solche Aktivitäten üblicherweise von den kommenden X-Alplern auf den sozialen Kanälen gefeiert werden. Max scheut sich nicht davor, auch von den Entbehrungen und Risiken zu sprechen, denen er sich damit aussetzt. Überhaupt ist Max ein kritischer Geist, der in den sechs Jahren seiner Fliegerkarriere schon erstaunlich tief in den leistungsorientierten Teil der Gleitschirmszene eingetaucht ist. Welche Selbst- und Fremd-Erkenntnisse er dabei gewonnen hat, darüber erzählt er in dieser Folge Nummer 104 von Podz-Glidz. Es ist ein so unterhaltsames wie hintergründiges Gespräch. Zuweilen provokant, aber auch entwaffnend ehrlich, liefert Max einige Gedankenanstöße für die eigene Herangehensweise an die Gleitschirmfliegerei. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Warzone | Künstler: Anno Domini Beats No Copyright Music Download: https://hypeddit.com/dajil1

[transcript]

0:14Maximilian Loidl

Über 250 Stunden kommst du wirklich nur, wenn du jeden Tag, wo es gut ist, fliegen gehst. Das bedeutet, du arbeitest in der Regel im Sommer kaum noch. Und dann habe ich herausgefunden, wow, es ist August und ich habe ein komplettes Flugburnout. Also ich hatte im August keinen Bock mehr auf Fliegen. Und dann waren wir halt an der Grenze, jeder hat sich da gefreut und ich war da wie so ein Geist. Ich wusste, ich muss jetzt funktionieren, ich muss jetzt da meine 270 fliegen, sonst bin ich in der Wertung hinten. Aber ich habe da keinen Spaß mehr gehabt.

1:04Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

1:08Maximilian Loidl

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

1:12Lucian Haas

Heute mit Maximilian Leutl und ich bin Lucian Haas.

1:22Lucian Haas

Wie lange sollte man eigentlich schon fliegen, um an dem extremen Abenteuerrennen Red Bull X Alps kreuz und quer über die Alpen teilzunehmen? Reichen drei Jahre nach dem Erhalt des B -Scheins? Für den 29 Jahre jungen Maximilian Leutl aus dem Chiemgau schon. Mit einigen beeindruckenden Erfolgen im XC -Fliegen und bei Hike -and -Fly -Rennen wie dem Border Race im Gepäck, hat er sich erfolgreich für die X Alps 2023 beworben. Jetzt steckt Maximilian mitten im Training. Er sieht aber gar nicht alles durch die rosa -rote Brille, mit der er solche Aktivitäten üblicherweise von den kommenden X -Alp -Lern auf der Welt verfolgt. Er sieht aber auch, dass die Flieger in den sozialen Kanälen gefeiert werden. Max scheut sich nicht davor, auch von den Entbehrungen und Risiken zu sprechen, denen er sich damit aussetzt.

2:12Lucian Haas

Überhaupt ist Max ein kritischer Geist, der in den sechs Jahren seiner Fliegerkarriere schon erstaunlich tief in den leistungsorientierten Teil der Gleitschirmszene eingetaucht ist. Welche Selbst - und Fremderkenntnisse er dabei gewonnen hat, darüber erzählt er in dieser Folge Nummer 104 von Podz-Glidz. Es ist ein, so unterhaltsam, wie hintergründiges Gespräch. Zuweilen provokant, aber auch entwaffnend ehrlich, liefert Max einige Gedankenanstöße für die eigene Herangehensweise an die Gleitschirmpflegerei. Wenn dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Gleitschirmblogs Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite Fördern.

3:03Lucian Haas

Max, du bist jetzt 29 Jahre alt. Was ist das? Wie lange willst du eigentlich noch Gleitschirmfliegen?

3:11Maximilian Loidl

Vermutlich nicht mehr so lange, weil ich herausgefunden habe, dass es ein sehr gefährliches Hobby werden kann, wenn man es im Extremen macht. Und ich vermute jetzt mal noch, dieses Jahr ziehe ich komplett durch, und dann werde ich ein bisschen gemütlicher. Ein bisschen gemütlicher. Was heißt das bei dir? Kannst du das überhaupt? Ich kann es. Ich habe es letztes Jahr schon herausgefunden, dass ich einen Gang zurückschalten kann. Und das bedeutet dann, dass ich mich vom Wettkampffliegen ein bisschen distanzieren werde, von diesen extremen Punkten fliegen. Und dann werde ich vielleicht noch ein paar Abgleiter machen und alpine Sachen einfach einen Berg hochlaufen und dann runterfliegen ohne XC. Du hast

3:54Lucian Haas

mir als Vorbereitung so ein paar Dinge geschrieben. Und da hast du, was jetzt dazu passt und was zu meiner Frage führte, da hast du mir geschrieben, Risiko. Du wärst der Meinung, dass alles außer Abgleiter im Grunde beim Gleitschirmfliegen gefährlich ist. Warum?

4:12Maximilian Loidl

Aus meiner kurzen Erfahrung habe ich einfach jetzt gesehen, dass sehr viel passiert. Also ich habe jetzt in den letzten fünf Jahren schon drei Freunde verloren beim Fliegen. Und sobald man vom Berg wegfliegt, da setzt man sich einfach Gefahren aus, wie Leh -Situationen, die man nicht berechnen kann. Und ab dann fängt das Risiko für mich an. Und das hat sich leider auch bestätigt.

4:38Lucian Haas

Trotzdem gehst du zur Zeit, beim Gleitschirmfliegen im Grunde all in. Und im Sommer wirst du bei den Red Bull X -Alps teilnehmen. Ist das sozusagen dann dein Himmelfahrtskommando? Das

4:51Maximilian Loidl

ist das absolute Paradox, ja. Also ich trainiere zurzeit in echt komischen Bedingungen, wo ich mir selber manchmal sage, oh mein Gott, was machst du da gerade? Und nebenbei war ich gerade auf der Beerdigung von einem Kumpel. Und das passt irgendwie nicht zusammen. Und da habe ich definitiv Gewissensbescheid. Du wirst es aber durchziehen. Auf jeden Fall, ja. Die Motivation ist da. Ich bin nicht ein Typ, der halbe Sachen macht. Also ich ziehe das jetzt komplett durch.

5:22Maximilian Loidl

Und versuche natürlich, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Wobei wir alle wissen, dass das nicht so einfach ist.

5:31Lucian Haas

Kann man an einem solchen Wettbewerb teilnehmen und ein Risiko reduzieren?

5:38Maximilian Loidl

Nein, ganz sicher nicht. Ich habe mit vielen Leuten nicht schon geredet, die bei den X -Halbs waren. Und man sagt zwar immer, okay, da wird schon auf Sicherheit geschaut und so. Aber jeder, der da irgendwie dabei war, der weiß ganz genau, dass da wird volle Pulle geflogen und Risiko ist da einfach. Man rechnet mit dem Risiko.

6:02Lucian Haas

Ich meine, diese Erkenntnis, dass Gleichsteinfliegen vielleicht gefährlich ist, wirst du ja jetzt nicht erst in den letzten zwei Monaten bekommen haben, schätze ich mal. Wie bist du dann trotzdem? Wie bist du dann trotzdem auf die Idee gekommen, dich für ein so riskantes Abenteuer eigentlich einzulassen und dich eben halt zu bewerben, um an den Red Bull X -Halbs teilzunehmen?

6:21Maximilian Loidl

Sehr gute Frage. Es ist die Herausforderung. Ich habe was gesucht, an dem ich persönlich wachsen kann. Und da dachte ich mir, okay, X -Halbs, das ist das ultimative Goal im Hike -and -Fly Gleitschirmfliegen. Und mein Ziel ist es, da unfallfrei teilzunehmen.

6:41Maximilian Loidl

Und das war eben... Die Idee dahinter, dass ich wachse persönlich und keinen Unfall baue. Das ist so, ja.

6:49Lucian Haas

Könnte man nicht auch wachsen und keine Unfälle bauen, ohne an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen? Das

6:55Maximilian Loidl

stimmt, aber ich glaube, ich habe herausgefunden, dass ich so ein Typ bin, der ab und zu Herausforderungen braucht. Das ist einfach mein Charakter.

7:05Lucian Haas

Du hast jetzt gerade mal, ich glaube, zwei Jahre den B -Schein. Wenn jeder das so hört oder denkt, wie kann einer mit eigentlich so wenig Erfahrung... Na ja, Erfahrung... Zumindest auf dem Papier scheint das erstmal so, dass man sagt, wie kann einer mit so wenig Erfahrung es überhaupt schaffen, dass er da ausgewählt wird? Was hast du gemacht, dass das geht?

7:26Maximilian Loidl

Ja, genau, das stimmt wirklich. Seit zweieinhalb Jahren habe ich jetzt den B -Schein. Den habe ich bei Michael Sommerauer gemacht. Und ich kann mich noch gut erinnern, ich habe den Somi da auch mal angehauen, ob er mir einen Soft -Scheckle einbauen kann in mein Gurtzeug. Und der hat mich ausgelacht und meinte nur, er will sich da echt 60 Gramm sparen oder so, weil für ihn war das eine andere Welt. Ja, und dann hat er den Soft -Scheckle eingebaut und dann habe ich die Border Races gemacht. Bin dann eben zur Deutschen Liga hinzugekommen und XC fliegen. Und dann hatte ich viel mit dem Ferdinand Vogel dann Kontakt. Und ich glaube, der hat dann so ein bisschen gesehen, dass ich recht sicher fliege

8:08Maximilian Loidl

und dass ich dann irgendwie doch schon Erfahrung dazu gewonnen habe die letzten zwei, drei Jahre. Und so habe ich mich dann getraut. Ich habe mich dann getraut, mich da anzumelden. Und so wurde ich auch genommen, weil die Leute gesehen haben, okay, irgendwie muss es der ja irgendwie ein bisschen können. So ist es

8:26Lucian Haas

dann gelaufen, ja. Hast du denn einen sportlichen Hintergrund? Also auch, dass du schon an den Border Races so teilgenommen hast und da auch gewonnen hast?

8:35Maximilian Loidl

Ja, ganz großes Thema. Und zwar bei mir ist es so, ich bin mein ganzes Leben schon sportlich gewesen. Und was mir zugute gekommen ist, ich kitesurfe seit über zehn Jahren. Und da hat man schon immer diesen Schirm über. Und du schaust nie hoch, weißt aber immer genau die Position, wo dieser Schirm ist. Und das ist beim Gleitschirmfliegen halt komplett das Gleiche. Und das heißt, ich habe einfach von diesen ganzen anderen Sportarten davor total viel mitgenommen. Und darum war auch mein Werdegang relativ flott beim Gleitschirmfliegen.

9:08Lucian Haas

Was von den anderen Sportarten? Ich meine, beim Kiten kann man sich das vorstellen, wie stark das ist, was man quasi übertragen kann an Wissen oder an Körpergefühl beziehungsweise. Oder auch Schirmgefühl, wie du nennst. Man weiß sofort, wo ist der Schirm eigentlich, obwohl man ihn gar nicht im Auge hat. Welche anderen Sportarten hast du gemacht und was haben die dann auch noch zu deinem Gleitschirmfliegen quasi beigetragen?

9:31Maximilian Loidl

Ich segle ganz gerne und von dem her hatte ich dieses ganze Wetter -Meteor -Wissen schon. Ich weiß immer, wie der Wind hier geht, wo ich wohne, im Chiemgau. Und das ist einfach, seit 15 Jahren schaue ich da immer, wie, wie geht der Wind, wo. Da habe ich sehr viel über das Wetter eben gelernt. Von der Leichtathletik her, weiß nicht, seit der Grundschule bin ich in der Leichtathletik gewesen. Daher kommt dieser Laufpart bei mir, diese ganze Motorik. Das habe ich praktisch vielleicht über Skifahren irgendwie gelernt. Ich habe immer alles so ein bisschen im Wettkampfmodus gemacht, die Sportarten. Und daraus ergibt sich dann das komplette Bild und das hilft mir beim Fliegen viel weiter.

10:16Maximilian Loidl

Jetzt kommen die

10:17Lucian Haas

X -Alps. Wie stark beherrschen die aktuell dein Leben?

10:21Maximilian Loidl

Ja, komplett. Also seit 1. März habe ich mir jetzt freigenommen bis Juli. Davor war das Training schon recht intensiv, aber jetzt wird es noch intensiver. Und ich habe jetzt schon gemerkt, dass ich sozial so ein bisschen vereinsame gerade, weil ich gehe halt in die Arbeit ein bisschen. Dann komme ich zurück, setze mich aufs Rad, auf die Rolle, gehe auf den Berg. Und Sozialleben ist bei mir recht... Ich bin eigentlich ein sozialer Typ. Es ist sehr ungewohnt jetzt für mich, dass ich kaum noch Leute sehe. Ich war jetzt gerade am Wochenende in Bassano. Das war das erste Mal, dass ich wieder Leute sehe. Ich sage mal so, ich bin jetzt zu 95 Prozent bei den X -Alps. Und die restlichen 5 Prozent sind vielleicht noch die Momente, wo ich mir immer ein bisschen Auszeit nehme.

11:12Maximilian Loidl

Wie trainierst du dafür? Was machst du da? Ich habe jetzt schon recht viel probiert. Dieses ganze Standardprogramm mit Laufen. Radfahren und so weiter. Habe ich probiert. Aber wir hatten jetzt mal neue Ansätze mit Hypoxietraining. Da ist jemand auf mich zugekommen, hat mich gefragt, so, Herr Max, du fliegst doch dann bestimmt auf 4000 Meter in Chamonix. Wie schaut es denn bei dir aus? Sollen wir da nicht mal dich in die Höhenkammer stellen? Hast du da keine Vorzüge dann beim Fliegen, wenn einfach dein Körper auf die Höhe eingestellt ist? Und das habe ich wirklich jetzt mal probiert und ein bisschen durchgezogen. Das heißt, du gehst in so eine Höhenkammer. Da wird dann der Luftdruck gesenkt auf ca. 3000 Meter. Dann kriegst du so eine Kontrollnadel auf dem Finger, die das Sauerstoffgehalt im Blut misst.

11:59Maximilian Loidl

Und dann trainierst du da. Und du merkst schon, es ist viel anstrengender, als wenn du jetzt normal laufen gehst. Und der Körper sollte eben dann diese Hormone bilden, Erythropoietin, die dann dafür sorgen, dass das Gehirn, dass der Sauerstoff angereichert wird im Blut. Und das war jetzt mal mein Ansatz. Der kommt ja schon aus dem Leistungssport. Ich dachte, vielleicht lohnt es sich das ja fürs Fliegen zu probieren. Es ist aber sehr umständlich mit der Höhenkammer. Darum mache ich das jetzt nicht so oft. Ich gehe viel laufen jetzt wieder, einfach ohne Höhenkammer. Das ist mein Ansatz jetzt wieder.

12:38Lucian Haas

Höhenkammer ist in der Kammer. Kannst du aber auch Sport treiben? Bist du dann mit dem Radl auf der Rolle auch in der Höhenkammer? Oder gibt es da ein Laufband, auf dem du da rumläufst? Oder sitzt man da rum und ich bin jetzt auf 3000 Meter?

12:51Maximilian Loidl

Ja genau, du hast praktisch entweder mit einer Atemgasmaske, erzeugst du diesen Sauerstoffmangel, oder eben eine riesen Höhenkammer. Und da sind die ganzen Ergometer drinnen, also Laufband, alles so Stairmaster. Da kannst du dich richtig vernichten.

13:06Lucian Haas

Musst du das denn finanzieren? Also musst du dann zahlen? Was kostet eine Stunde Höhenkammer? Super interessante

13:12Maximilian Loidl

Frage. Ich wurde kontaktiert von diesem Unternehmen, habe es dann auch probiert, kostenlos. Aber ich bin bei Sponsoren so ein bisschen ganz weich. Ich bin sehr gern selbstständig und ich lasse mir nichts bezahlen. Und ich habe dann gesagt, ich will nichts gesponsert bekommen. Ist übrigens auch bei den Schirmen so ein bisschen das Thema. Ich will einfach komplett selbstständig sein. Und ich will auch niemals in meinem Schirm eine Marke kleben haben, hinter der ich nicht 100 % stehe. Darum, ich finanziere mich selbst. Und baust auch deinen eigenen Schirm.

13:48Lucian Haas

Am liebsten. Würde ich gern machen, aber ich glaube, dafür ist die Zeit nicht.

13:55Lucian Haas

Außer Höhenkammer, hast du denn so einen richtigen Trainingsplan? Also hast du einen vielleicht ausgebildeten Trainer, der dir sagt, ich stelle dir genau was zusammen, was du machen musst mit Intervalltraining und Kurz - und Langstrecke und was auch immer über die Woche?

14:11Maximilian Loidl

Da sind auch Leute auf mich zugekommen und haben mir das angeboten. Ich habe mir das auch mal alles angehört. Aber im Endeffekt habe ich herausgefunden, und ich bin so sehr mein eigener Mensch oder so sehr mein eigener Herr, dass ich mir das selbst zusammengebaut habe. Ich habe sehr viel Literatur gelesen und ich habe einen Trainingsplan. Der ist allerdings von mir selber. Ich hoffe, dass meine ganze Erfahrung in den letzten 20 Jahren, dass ich die ausbezahlt mache, dass das auch ohne professionellen Trainer funktioniert. Hast du auch noch irgendein spezielles Ernährungsprogramm? Ja, ich bin Vegetarier und versuche, so viel zu schaufeln, wie es nur geht, weil ich wiege 62 Kilo gerade.

14:53Maximilian Loidl

Ich muss unbedingt ein bisschen schwerer werden. Meine Ernährungsberaterin hat gemeint, wenn man mich nicht so auf 67 kriegt, dann breche ich zahm bei den X -Alps. Ich glaube das nicht ganz, aber es könnte schon passieren. Ich esse einfach so viel, wie es geht, vegetarisch alles zusammenzubasteln.

15:13Lucian Haas

Dann brauchst du aber auch für die X -Alps wiederum einen Supporter, der dich auch so gut vermittelt. Der dich auch vegetarisch versorgen kann, der überhaupt weiß, wie das vernünftig funktioniert. Oder bereitest du alles vor, dass du sagst, hier, ich habe schon für 14 Tage irgendwelche vegetarische Essensrationen bereitet, von denen ich weiß, ich komme da auf 5000 Kilokalorien pro Tag.

15:31Maximilian Loidl

Ja, das ist ein voll witziges Thema. Mein Supporter, Simon Raffeiner, das ist so voll der Vor -Alberger.

15:39Maximilian Loidl

Voll urig halt und isst halt alles Mögliche. Wir waren mal auf der Hütte und dann hat er mega aufgekocht und dann sind wir draufgekommen, ja, halt, ich bin ja Vegetarier. Also es gibt schon so ein paar Sachen, die man jetzt beachten muss. Aber das kriegen wir gut hin. Wir kochen ein bisschen vor. Ich ernähre mich ganz viel von Reis. Und das klappt.

16:02Lucian Haas

Was ist mit so speziellen Ernährungssachen wie ketogene Ernährung, also sehr fettreich oder sonst was? Ganz viele Nüsse futtern als Vegetarier?

16:11Maximilian Loidl

Habe ich schon gehört, habe ich noch nie probiert. Bei mir ist echt seit 10 Jahren das Thema, dass ich meinen Stoffwechseln, mein Stoffwechsel ist so hoch. Ich muss einfach nur schauen, dass ich so viel wie möglich esse. Weil wir wissen ja alle, dass umso größer der Schirm, umso besser fliegt man dann im Endeffekt auch. Und mit 62 Kilo, da fliegst du immer die Essgröße. Am liebsten würde ich irgendwie 80 oder so wiegen. Dann könnte ich auch einen guten Schirm fliegen von der Größe her. Das wirst du nicht schaffen. Was nimmst du für einen Schirm für die X -Alps? Und die Frage, den muss ich gestehen, habe ich so oft gehört. Das ist krass. Ich war jetzt eben im Bazaar, und dann trifft man halt ein paar Leute. Und das ist so, bevor man ein Hallo hört, hört man so, was fliegst du? Und mir ist aufgefallen, die Leute konzentrieren sich extrem auf diese Frage,

17:00Maximilian Loidl

welchen Schirm man fliegt.

17:03Maximilian Loidl

Jeder, der ein bisschen sich besser auskennt, der weiß, dass eigentlich fast alle X -Alp -Schirme gleich gehen, von der Leistung her. Und dann geht es dann nur noch darum, welcher dir wirklich besser taugt. Und bei mir war es so, ich bin eben nicht gesponsert. Das ist freiwillig. Das ist eine sehr schwierige Entscheidung. Und ich hatte das Glück, dass ich einfach mal jeden einzelnen Schirm im Leben, also von den X -Alp -Schirmen durchtesten durfte. Und die gehen alle voll gut. Mir taugt jeder Schirm. Ich bin überhaupt nicht anspruchsvoll. Aber es ist wirklich mal so, dass der Schirm, den ich schon am längsten geflogen bin, das ist einfach die Marke Ozone. Und da weiß ich einfach vom Gehirn her, da brauche ich am wenigsten Gehirnbandbreite, den zu steuern. Der läuft einfach komplett im Hintergrund.

17:49Maximilian Loidl

Jetzt fliege ich seit fünf Jahren Ozone. Und so wie es ausschaut, werde ich den Zeolite fliegen. Und da weiß ich einfach, dass Thermik auch nach fünf Tagen nonstop fliegen nicht überfordert. Das ist mein Plan jetzt.

18:05Lucian Haas

X -Alps heißt ja, hatten wir schon gesagt, fliegen auch unter sehr extremen Bedingungen. Trainierst du das auch im Vorfeld?

18:13Maximilian Loidl

Ja, leider. Leider. Ich wurde genommen zu den X -Alps im Oktober. Und dann, sind irgendwie die Kontakte entstanden zu anderen X -Alps Teilnehmern. Und dann hört man halt schon so, wie die trainieren. Und dann kommt halt von den Schweizer Kollegen dann irgendwie so Sachen. Ja, sie gehen auf den Berg hoch und gehen halt genau auf die andere Seite, also ins Lee. Und dann wird dort trainiert. Und für mich ist es so eine komplett neue Welt gewesen. Das habe ich noch nie gemacht. Ich weiß schon, dass ich im Lee fliegen kann, aber dass ich mich jetzt extra der Gefahr aussetzen muss, das war noch neu für mich. Und jetzt ist es einfach so gekommen, dass man, also ich schaue, Wetterbericht schaue ich jetzt gar nicht mehr an.

18:59Maximilian Loidl

Und ich gehe einfach fliegen, wenn ich mich dafür entscheide. Und dann steht man einfach mal auf dem Berg bei 35 km/h bis 40 km/h. Und dann haut man sich da raus. Und es funktioniert. Ich habe jetzt schon ein paar Situationen gehabt, wo ich mir gedacht habe, oh mein Gott, die Zahlen auf dem XC -Track, die stimmen jetzt fast nicht mehr, wenn dann, wenn dann über 100 km/h auf dem XC -Track steht, dann denkt man sich, oh mein Gott, was machst du da gerade? Sprich mit Rückenwind fliegen.

19:32Maximilian Loidl

Ich versuche jetzt so gut wie möglich zu trainieren, so gut wie möglich das sicher zu gestalten, aber viel Sicherheit ist da nicht mehr dabei, ab und zu.

19:42Lucian Haas

Eine der Schwierigkeiten ist ja auch, heil wieder runter zu kommen, also irgendwo in den kleinsten Flecken einen Platz noch zum Landen zu finden, wenn du in irgendeinem Tal runtergespült wirst oder sonstiges. Trainierst du auch sowas? Jetzt hast du gerade gesagt, okay, extreme Bedingungen, aber halt dieser so Top -Landetraining oder Eng -Landetraining oder wie auch immer man es nennen will?

20:04Maximilian Loidl

Ja, voll. Mein bester Freund, der Marco Dörner, der wohnt direkt am Chiemsee und da gibt es manchmal so eine schöne Westwind -Föhn -Konvergenz und ich lande immer in seinem Garten und jedes Mal, wenn ich da lande, der schüttelt ihren Kopf, weil es ist schon manchmal eng geworden und ja, der bangt schon so ein bisschen um mich, aber bis jetzt habe ich es unter Kontrolle und ja, doch, klar, Top -Landings, Kriegel -Maurer -Landings gegen Hang und so. Ich habe jetzt den ganzen Winter trainiert, schön im Schnee, dass man sich nichts bricht, weil wenn ich jetzt ausfalle, das wäre schon, boah, das wäre fies. Ja, doch, komplettes Programm habe ich schon hinter mir. Und dabei auch irgendwelche blöden Erlebnisse gehabt?

20:49Maximilian Loidl

Ich habe in meiner ganzen Fliegerkarriere noch kein einziges großes blödes Erlebnis, gehabt und das ist eine Sache, da bin ich ein bisschen stolz drauf. Andererseits frage ich mich, wie lang ist es noch so? Also ich habe jetzt noch nie irgendeine Landung gehabt, wo ich mir was gebrochen habe oder generell. Ich habe, ich habe mir noch nie was getan beim Fliegen. Es ist noch nie was passiert. Und ja, das ist ein gruseliges Thema, darüber zu reden. Man soll den Teufel nicht an die Wand malen.

21:21Lucian Haas

Okay, dann lassen wir den Teufel mal beiseite. X -Lives heißt auch, das kostet ja eine ganze Menge. Jetzt hast du vorhin gesagt, ich will keine Sponsoren haben. Wie finanzierst du das dann? Ah, ich arbeite volle Pulle. Ich bin immer

21:33Maximilian Loidl

so ein Typ, der im Oktober, November, wenn es dann so draußen so neblig wird, dann sitze ich mich auf den Arsch und arbeite einfach, was das Zeug hält. Und ich habe eben ein paar so kleinere Unternehmungen laufen und ich versuche, mich da irgendwie

21:50Maximilian Loidl

durchzubeißen mit meinem eigenen Geld. Ich finde, das ist ein bisschen authentisch, wenn ich halt nicht irgendeine Marke vertritt, die mit mir jetzt gar nichts zu tun hat. Ich versuche auch so ein bisschen beim Team zu sparen. Also Markus Anders, mein Nachbar hier in Grassau, der hat mir von Kosten verzählt von über 10.000 € und da kommt man auch gut hin.

22:10Maximilian Loidl

Ich habe ein recht kleines Team mit zwei Leuten. Das heißt einfach nur mein Hauptsupporter, der Simon und eine Physio, die Franziska. Ich glaube, wir sind recht bodenständig alle und da kriegen wir das hin, dass wir jetzt nicht 10.000 € ausgeben.

22:26Maximilian Loidl

So versuche ich das ja. Selbst arbeiten, gute Zeitanteilung, dass man auch wirklich effektiv ist mit dem Arbeiten. Das ist mein Plan.

22:35Lucian Haas

Aber wenn du jetzt sagst Okay, ich habe keine Sponsoren. Ich bereite mich jetzt und ich habe mir jetzt von März bis Juni, Juli auf jeden Fall komplett dafür quasi freigenommen. Da wirst du ja wahrscheinlich vor lauter Training auch nicht mehr so viel zum Arbeiten kommen. Eigentlich muss man das ja auch quasi als das entgangene Einkommen dann quasi auch als Kosten mitrechnen. Dann wirst du doch schnell bei 10.000 € sein, schätze ich mal.

22:56Maximilian Loidl

Das stimmt. Es ist sogar so, dass ich überlege mir oft, ob der Flugtag sich lohnt, weil jeder Flugtag kostet dann so und so viel Geld, wo man nicht arbeiten kann. Also bei mir ist es so, ich kann mir immer schon frei einteilen, wann ich arbeite und jeder sagt Ja, das ist ja voll der Luxus und so. Du kannst bei jedem Tag jeden Wetter pflegen, was du willst und suchst dir nur die Hammer Tage raus. Ja, schon. Aber jeden einzelnen Tag, wo ich nicht für mich arbeite, verliere ich Geld. Und das kann in manchen Monaten wie zum Beispiel Juni oder Mai. Das ist ein teurer Monat für mich, weil das Hobby kostet mich dann mein komplettes Einkommen. Ja,

23:36Lucian Haas

Gleitschirmfliegen ist ja eh nicht billig. Jetzt hast du im vergangenen Jahr auch mal die komplette deutsche Liga mitgeflogen. Also du warst bei allen Wettbewerben, die es gab. Ich glaube, vier oder fünf sind das dann, oder? Genau richtig, ja. Was hat dich das gekostet? Hast du das mal überschlagen?

23:52Maximilian Loidl

Ja, ich habe es überschlagen. Wenn man wirklich von Anfang an bis Ende durchfliegt, das bedeutet, man starten, man zahlt die Startgelder so ca. 100 bis 300 € pro Komp, dann zahlst du die Verpflegung dort. Dann zahlst du die Unterkunft dort, die Anreise. Und in der German Open letztes Jahr in Ager, Spanien, zahlst du natürlich auch den Flug hin und so weiter. Und da kommst du definitiv für eine ganze Saison nur für den Komp ja auch über 5000 €. Also ja, es ist kein billiges Hobby und wenn man sich dafür anschaut, anschaut, was man dann gewinnt, und zwar irgendeinen Blumentopf am Schluss, dann lohnt sich das finanziell nicht, unser Hobby, leider.

24:35Lucian Haas

Würdest du denn sagen, von der Erfahrung, die du da gewonnen hast, jetzt bei dieser Ligasaison, war das ein gutes Investment?

24:42Maximilian Loidl

Ja, voll. Es ist zwar eine teuer bezahlte Erfahrung, aber guter Rat, ist halt mal teuer. Ich habe so viel dazugelernt, dass sich die Strapazen, mit denen meine ich jetzt mal Parawaiting, oben am Startplatz, weil man wartet ja relativ viel, haben sich bezahlt gemacht, ja, doch.

25:00Lucian Haas

Was hat ein Pilot wie du vom Kompfliegen?

25:03Maximilian Loidl

Ja, also bei mir ist es so, ich fliege immer alleine rum, hier so in den Alpen, und da lernt man zwar schon viel, aber man sieht nicht, wie man effektiv fliegt. Und wenn du jetzt mal auf eine Komp gehst, wo einfach 130 Teilnehmer sind, dann sind da auch noch 50 Freiflieger dabei, zum Beispiel in Kössen, und dann hast du einfach 200 Leute, die den Himmel abfliegen. Und wenn man dann einfach mal nach rechts und links schaut, dann sieht man, okay, der steigt, da fliege ich jetzt auch hin, und das würde man alleine nie sehen. Das heißt, Kompfliegen ist essentiell wichtig fürs

25:42Maximilian Loidl

Vorankommen, wenn man dann einfach sieht, wo die steigenden Linien sind, und alleine würdest du das in 10 Jahren nicht rausfinden.

25:50Lucian Haas

Kompfliegen heißt auch Pulkfliegen, eng miteinander, wenn du so ein einsamer Wolf bist normalerweise in der Luft, wie bist du damit zurechtgekommen?

25:58Maximilian Loidl

Voll gut. Ich glaube, jeder, der seinen Schirm einigermaßen im Griff hat, braucht nicht mehr viel Kopf -Gehirn -Bein -Bandbreite für Steuern vom Fliegen, darum schaut man dann eigentlich nur noch auf die anderen. Und ich habe keine Kollision gehabt, ich habe allerdings schon viele Kollisionen jetzt gesehen und ja, gar nicht so lustig.

26:20Lucian Haas

Jetzt hast du ja vielleicht deinen Schirm im Griff, aber da fliegen ja vielleicht andere rum, die auch, du hast gesagt, da sind Freiflieger in Kössen oder sonst was, die sich da vielleicht mal mit reinmischen. Du kannst ja nicht von jedem ausgehen, dass der immer genau weiß, was er dort tut oder jeden anderen so im Blick hast, wie du sich vielleicht im Blick hast. Das Risiko, dann dort doch irgendwie mit einem zusammenzustoßen, hängt ja auch vielleicht mit dem anderen mit zusammen. Passt das zu deinem eigenen Risiko -Vorstellung?

26:45Maximilian Loidl

Das ist das Restrisiko, was man in Kauf nimmt. Die Geschichte, was du meinst, ist wirklich wahr und zwar letztes Jahr Kössen, wir waren über 150 Teilnehmer, Alpencup und da sind wir ins Tal rausgeflogen, dann sind wir zurückgeflogen an Hang und dann waren halt da diese drei A - oder B -Schirmflieger. Wenn 150 Enzo's auf dich zukommen und du da schön am Hang kreist, die wurden dermaßen überfallen und die konnten nicht mehr flüchten, weil du kommst aus so einer Gegel ja gar nicht mehr raus. Also es gab schon lustige Momente da. Einmal hat der Markus mir gesagt, da war ein A -Schirmflieger in der Mitte von der Gegel geflogen, also 150 Leute außenrum und der hat dann immer gerufen, ich will hier raus, ich will hier raus.

27:32Lucian Haas

Aber kam nicht, weil alle ihm den Weg versperrt haben und er musste immer weiter drehen. Und er war noch im Zentrum, wo es dann vielleicht sogar am besten nach oben ging.

27:42Maximilian Loidl

Ja, ganz tragisch, ganz tragisch gelaufen.

27:46Lucian Haas

Ist Kompfliegen cool?

27:48Lucian Haas

Äh, nee. Nein? Warum machst du es dann? Also erzähl erstmal, warum ist Kompfliegen nicht cool? Und dann erzähl mir, warum du es trotzdem machst.

27:57Maximilian Loidl

Ja, es ist so, man wartet eigentlich nur die ganze Zeit. Ich bin es gewohnt, ich gehe auf den Berg hoch, 9.10 Uhr starte ich und dann mache ich halt mein Ding. Beim Kompfliegen fährst du erstmal hoch, wartest, dann wartest du aufs Briefing, dann wartest du da, dann ist auf einmal eine kleine Regenwolke, dann wird da nicht gestartet. Man wartet eigentlich nur den ganzen Tag und es ist schon oft so gewesen, dass wir dann drei Stunden oben sitzen am Startplatz ja und dann wird der Task abgebrochen beziehungsweise gestoppt und dann hast du keinen Flugtag, obwohl es eigentlich schöne Bedingungen gehabt hätte, und dann ist das ein verpasster Tag und für mich als Freiflieger ist das halt, es tut weh, dann den ganzen Tag rumzusitzen, das halte ich nicht aus.

28:39Lucian Haas

Sind dort dann wenigstens coole Leute dabei?

28:43Maximilian Loidl

Das war der größte Schock für mich. Ich bin ja praktisch aus so einer kleinen Blase hier gekommen im Chiemgau. Ich habe hier so ein paar Freunde und wir sind alle sehr eng miteinander und dann komme ich ins Kompfliegen in die Deutsche Liga und habe gemerkt, oh, hier sind hier sind richtige Charaktere, also da ist jeder unterschiedlich, die Komp -Szene in Deutschland ist extrem verschieden, also du hast da den Doktor -Doktor, dann hast du den Bam, der da irgendwo auf Teneriffa wohnt und sich so über Wasser hält und das Problem ist, jeder hat irgendwas Spezielles und das ist nicht unbedingt das Problem, sondern es kann auch gut sein, aber es sind Leute dabei, die sind so ehrgeizig, dass sie den ganzen Tag nicht mehr reden, wenn sie einmal am Boden stehen allzusehen

29:35Maximilian Loidl

oder zum Beispiel in den Rückholbussen. Bei mir ist es so, wenn ich lande, ich freue mich mittlerweile oft, dass ich einfach mal gut gelandet bin und dann sitzt du in dem Rückholbus und da ist Totenstille, dann wird da noch rumgeflucht. Die Stimmung ist manchmal sehr bedrückt, weil die Leute so einen Ehrgeiz entwickeln und das macht irgendwie auch die Stimmung manchmal ein bisschen kaputt beim Kompfliegen, wenn man nicht erfolgreich war, dann ist für die irgendwie so der Tag gestorben.

30:06Lucian Haas

Wenn du so schnell so aufgestiegen bist, jetzt zwei Jahre B -Schein und sowas, du musst ja auch ehrgeizig sein. Wie machst du das, ehrgeizig zu sein, ohne Muff zu werden, wenn du dann abstehst?

30:18Maximilian Loidl

Lucia, du hast mich gut durchschaut schon. Also irgendwie muss man ja Ehrgeiz haben, wenn man da so mitmacht und mitzieht. Ich habe da schon viele, viele, viele einsame Gespräche, die habe ich mit mir selbst geführt, so im Gedankengang. Ich hatte auch diese Zeit, wo vor zwei Jahren, da bin ich einfach gelandet und dann habe ich geschrien und das war der schlimmste Flug meines Lebens, weil ich nur 210 Kilometer gekommen bin und ich habe da schon so viele Erfahrungen mit mir selbst gemacht, dass ich jetzt irgendwann mal begriffen habe, hey Max, auch wenn du mal dein Ziel nicht erreichst, du musst schauen, dass du gut drauf bist und irgendwas lernst du immer beim Flug und da kommt dieses Mindset ins Spiel.

31:06Maximilian Loidl

Ich glaube, beim Fliegen ist der Kopf viel, viel, viel wichtiger als wirklich das, was man wirklich mit den Händen macht. Der Kopf ist das Wichtigste und den muss man schulen und das klappt, hat bei mir geklappt, aber es war ein Prozess. Also ich habe, ja, ich war auch mal so ganz schlecht drauf beim Landen.

31:25Lucian Haas

Wie hast du dieses Switchen geschafft? Was hast du da in deinem Mindset geändert, dass du vom gefrusteten Lander zum sagen wirst, ach, ich habe mal wieder eine Erfahrung gemacht, ist gut?

31:36Maximilian Loidl

Das war ein prägendes Erlebnis. Da bin ich in Ruhpolding an den Weitseen gelandet. Das ist so die schönste Gegend, die es eigentlich gibt. Das ist wie so ein kleiner Norwegen. Da fährt jeder aus dem Urlaub hin. Aus den Niederlanden kommen die Leute für diese Seenplatte und ich bin da gelandet und ich war frustriert ohne Ende und dann hat mich meine damalige Ex -Freundin dort abgeholt, und die hat dann auch noch ein bisschen was abbekommen von meiner Frustration und dann hat die irgendwann mal gemeint, schau dich mal um, du bist am schönsten Ort der Welt und du bist gesund und du regst dich auf. Und das war so ein prägendes Erlebnis für mich, dass ich ab dem Tag habe ich gesagt, okay, das kann es jetzt nicht mehr sein.

32:22Maximilian Loidl

Und dann habe ich mich versucht umzustellen.

32:24Lucian Haas

Und das klappt immer besser oder also ging das sofort oder hast du lange gebraucht so langsam zu dem Zen? Meister zu werden quasi, was den Mindset des Landens betrifft?

32:36Maximilian Loidl

Das hat gedauert bis also zwei Jahre hat es gedauert und mittlerweile bin ich komplett stressbefreit und wenn was nicht klappt, dann ist das so und zwei Jahre lang harte Arbeit fürs Mindset, aber ich glaube was ich da gelernt habe, übertrage ich auch ins echte Leben. Also ich habe das Gefühl, was man beim Fliegen lernt, nutzt man auch dann im Arbeitsalltag oder im Privatleben und ich bin insgesamt viel kompletterer Mensch geworden und habe mich extrem gut unter Kontrolle und ich profitiere vom Fliegen fürs echte Leben extrem.

33:16Lucian Haas

In welcher Form? Also was ziehst du aus dem Fliegen, wo du sagst, hast du vielleicht ein Beispiel, wo du sagst, das kann man wirklich sehr, sehr gut übertragen und ich kann da sehen, das habe ich beim Fliegen gelernt und das hilft mir jetzt weiter.

33:29Maximilian Loidl

Ja, und zwar so bei einem Antholz -Grente -Flug, da triffst du jede Minute wahrscheinlich zwei, drei Entscheidungen und diese Entscheidungen haben auch Konsequenzen und zwar stehe ich jetzt da irgendwo am Boden gleich oder nicht? Also die Konsequenz ist ziemlich hart und im Laufe von zehn, elf Stunden triffst du so viele Entscheidungen, dass man praktisch lernt, wichtige Entscheidungen effektiv zu treffen und bei mir ist es so in der Arbeit, da gibt es irgendeine Entscheidung zu fällen und nach 30 Sekunden ist diese Entscheidung gefällt und dann gibt es kein Wenn, kein Aber und ich sehe dann richtig, wie andere Leute, die jetzt nicht so oft Entscheidungen treffen, dass die da lange rum überlegen, soll ich das machen, soll ich es nicht machen und dann machen sie oft einen Kompromiss und dieser Kompromiss ist meistens scheiße, weil beim Fliegen auch, wenn du einen Kompromiss machst, dann fliegst du die mittlere Linie und dann stehst du am Boden, weil die einfach nicht trägt und Entscheidungsfindung habe ich durchs Fliegen gelernt und hilft mir jetzt im echten Leben extrem weiter.

34:34Lucian Haas

Das heißt schnell entscheiden und die Linie, für die man sich dann entschieden hat, im Grunde dann auch durchzuziehen und zu sagen, okay, jetzt muss ich hier weiter, da kommen vielleicht noch ein paar Baustellen, aber die werde ich dann auch noch schaffen.

34:46Maximilian Loidl

Ja, ich bleibe bei meinen Entscheidungen. Es ist sehr selten, dass ich mich auf einmal umentscheide, weil meistens

34:53Maximilian Loidl

geht man dann landen unfreiwillig.

34:57Lucian Haas

Auf deinem Weg zu dem Piloten, der du jetzt bist, hast du auch relativ schnell immer anspruchsvollere Schirme geflogen. Du hast mir geschrieben, du bist quasi vom Messkal 4, also einem A -Schirm, direkt auf einen Alpina umgestiegen, einen C -Schirm und danach kam schon der Ceno und dann der Enzo 3 in relativ kurzer Folge. Ist das ein Weg, wie du ihn im Rückblick nochmal gehen würdest?

35:23Maximilian Loidl

Ich habe

35:26Maximilian Loidl

definitiv einen schnellen Weg gewählt. Ich habe den B -Schirm übersprungen

35:31Maximilian Loidl

und ich würde es nicht jedem empfehlen. Also ich hatte Situationen in der Luft, die waren jetzt nicht so cool und für manche Leute sind das auch prägende Situationen, die dann sagen, okay, ich höre jetzt auf zum Fliegen, weil das war einfach zu krass.

35:47Maximilian Loidl

Ich würde den gleichen Weg wählen, aber ich habe eine neue, also mit der Erfahrung habe ich was dazugelernt und zwar ist es so, ich bin für den nächsten Schirm bereit, wenn ich den stallen kann. Also Full Stall, am besten Dynamic Stall, dreimal hintereinander in der gleichen Achse. Das hat mir der Daniel Türkers beigebracht und wenn ich das mit meinem Schirm machen kann, dann kann ich auf die nächste Kategorie aussteigen und ich muss ganz ehrlich gestehen, ich habe Full Stall erst dann mit Xeno angefangen, also ich habe davor noch nie einen Stall gemacht. Das heißt, da war ich ein bisschen zu wagemutig. Habe es überlebt, aber es waren wirklich Bedingungen dabei, also Situationen dabei, die ich mir sparen hätte können. So, ja, vom A -Schirm auf den C -Schirm,

36:35Maximilian Loidl

also als ich den am Speikboden dann das erste Mal geflogen bin da, naja, da hatte ich schon Angst, ja.

36:41Lucian Haas

Du hast einen neuen C -Schirm gehabt, bist damit direkt zum Speikboden gefahren und bist dort geflogen?

36:47Maximilian Loidl

Genau so war das und ja, da haben sich viele Leute auch gefragt, was macht der jetzt da? Ich habe mich da durchgebissen, ich bin ein Typ, der nicht aufgibt, aber im Nachhinein frage ich mich, hätte das es sein müssen? Nee, hätte es eigentlich nicht, aber ja, wenn man sowas will, dann, manche Typen stehen halt da so ein bisschen auf diesen Masochismus.

37:10Lucian Haas

Hast du

37:10Maximilian Loidl

denn auch Angst gehabt? Ja, ich habe voll oft Angst gehabt, ich bin einer der wenigen, die das wirklich zugeben, ich habe oft unter dem Schirm geweint schon,

37:20Maximilian Loidl

meistens bei diesen Erst - oder Zweitflügen, also Zeno -Erstflug in Bassano, da war ich komplett alleine unten, da habe ich dermaßen geweint unter der Kiste, weil sowas kannte ich nicht, dass das Teil so klappen kann und das war für mich dann so emotional, dass ich dann mal weinen musste und das ist natürlich aus Angst daraus entstanden, dieses Weinen und ja, üble Sachen gewesen, ja.

37:47Lucian Haas

Aber ist ja vielleicht auch ein vernünftiges Ventil, also die einen werden ja vielleicht starr vor Angst, wenn du wenigstens weinst, Wein macht ja in der Regel eigentlich den Körper wieder etwas lockerer, also ist vielleicht gar nicht so eine falsche Strategie, um diesen Stress in irgendeiner Weise abzubauen.

38:03Maximilian Loidl

Voll gut, das wird, das könnte das sein, ja. Das habe ich noch nie so dran gedacht, aber ja, voll schön gesagt, ja. Weinst du auch jetzt noch manchmal? Ja, extrem und zwar ist es so, mir geben viele Sportarten ein schönes Gefühl, aber beim Gleitschirmfliegen werde ich emotional und es gibt bei fast jedem Flug eine Situation, längerer Flug, eine Situation, wo ich weine und zwar emotional aus Freude. Das passiert wirklich sehr oft, zum Beispiel, wenn ich irgendwo an der Basis bin und schaue dann in die Berge, da kann ich es nicht erklären, da werde ich emotional, da freue ich mich und dann weine ich da einfach 10 Minuten unter meinem Enzo.

38:48Maximilian Loidl

Das ist einfach mittlerweile schon gang und gäbe bei mir und ich habe mich daran gewohnt und es sind die schönsten Momente für mich, wenn ich so emotional berührt bin von, ich habe manchmal so Ehrfurcht vom Fliegen und von der ganzen Situation, dass ich so emotional werde, dass ich dann weine und da weiß ich, okay, ich habe mir schon die richtige Sportart ausgesucht. Kannst du beim Weinen

39:13Lucian Haas

trotzdem noch vernünftig fliegen? Ja, voll. Siehst du da noch was oder läuft

39:18Maximilian Loidl

die Skibrille voll?

39:22Maximilian Loidl

Es ist in der Tat so, wenn du mit dem Enzo wirklich im Vollgas fliegst, dann hast du halt deine 60, 61, 62 und wenn es dann tränt, dann tut es also ein bisschen weh und ich habe mir dann ein Vollvisier gekauft, also Vollvisierhelm und jetzt kann ich da ungestört weinen, ja.

39:40Lucian Haas

Das heißt, das läuft einfach unten aus dem Helm dann wieder raus. Genau. Was machst du dann bei den X -Alps auch Vollvisier oder dann nur die kleine Nussschale oben auf dem Kopf?

39:52Maximilian Loidl

Nee, ich bin eigentlich Nussschalenpfleger. Die Leute lachen mich ja immer so aus, weil ich habe immer orange Helme, da gibt es diesen Petzl Scirocco, dieser ultraverbotene Helm und die Leute wissen, irgendein Typ mit orangen Helm, das muss der Max sein, das ist so ein Markenzeichen, orange Nussschale auf dem Kopf, ja.

40:10Lucian Haas

Ist die überhaupt zugelassen für X -Alps oder musst du da eher einen 966er Helm anhaben, also einen offiziell fürs Fliegen zugelassenen Helm?

40:19Maximilian Loidl

Der Scirocco ist auf keinen Fall zugelassen, ich habe auch schon Fotos gesehen, da hat es den Helm komplett zerlegt, also es macht wirklich Sinn, dann einen zugelassenen Helm zu fliegen und ist auch vorgeschrieben bei den X -Alps. Jetzt muss ich mich an die Regeln halten, ja.

40:33Lucian Haas

Auf deiner Red Bull Athletenseite steht als Aussage von dir, da gibt es ja immer so ein kurzes Interview, I'm a lone wolf, ein einsamer Wolf, seist du, machst in der Luft gerne dein Ding, setzt dich von anderen gerne ab, warum? Gefällt es dir nicht, quasi auch mit anderen in der Gruppe zu fliegen?

40:53Maximilian Loidl

Ich liebe meine Freiheit und das ziehe ich schon seit ich 15 bin oder so durch, ich lasse mir ungern was sagen und darum mache ich immer schon mein eigenes Ding, ich bin ein bisschen eigen und das hat auch negative Seiten, also wenn du jetzt mit mir fliegen gehen willst, ist das manchmal sehr kompliziert, weil ich sage in der Regel zu, ja, ich halte mir die Option offen und in der Früh sehe ich dann, okay, das Wetter hat andere Pläne und dann bin ich einfach nicht am Startplatz und ich mache immer schon meine eigene Suppe und das Gute ist, dass durch das wachse ich auch, ich habe viel gelernt dadurch alleine zu fliegen, ich komme sehr gut ohne Thermikanzeiger, klar,

41:44Maximilian Loidl

aber wie gesagt, das ist nicht unbedingt nur positiv, also Lone Wolf, schön und gut, aber es hat auch Schattenseiten.

41:51Lucian Haas

Klingt jetzt auch so ein bisschen egoistisch, aber wie viel Egoismus braucht ein guter Pilot?

41:58Maximilian Loidl

Ja, das hast du recht erkannt, ich bin beim Fliegen absolut der Egoist und es ist einfach wirklich so, wenn ich irgendwo am Startplatz stehe, und dann fragen alle Leute, ja, was hast du heute vor, welches Dreieck fliegst du heute, ich werde da nie irgendwas sagen, das ist komplett mein Ding, meine Welt, ich will da keinen Druck von außen und wenn ich dann mal in der Gruppe fliege und ich sehe, die rechte Route gefällt mir besser, dann fliege ich da hin und zwar alleine auch und mein bester Freund, der beschwert sich, hat sich früher beschwert, hey Max, wieso bist du schon wieder abgehauen? Und jetzt hat er mich verstanden vom Kopf her, das brauche ich einfach, ich fliege einfach meine Route, wo ich mich wohlfühle und ich bin kein Gruppenflieger,

42:51Lucian Haas

ne. Bist du ein Bauchflieger, wenn du sagst, die Route, wo ich mich wohlfühle, oder bereitest du eigentlich vieles sehr akribisch vor?

43:01Maximilian Loidl

Viele sagen, also viele Leute fliegen irgendwie 250 plus und sagen dann so in der Öffentlichkeit so, ja, da hat ich Glück, da hat es halt gut getragen und so. Ich bin der Meinung, fliegen ist überhaupt kein Glück. Die Natur kann berechnet werden und ich bin extremer Theoretiker, das heißt, den ganzen Winter plane ich meine Routen, fliege die im Simulator meistens ab und im Sommer fliege ich die Route dann so nach, aber habe praktisch noch diesen Spielraum vom Wolkenbild, also die Intuition ist mittlerweile schon so gereift bei mir, dass ich eigentlich

43:46Maximilian Loidl

von der Intuition her die Route weiß, jetzt bräuchte ich nicht mehr so viel planen wie früher, aber dieses extreme Planen über den Winter hinweg, die haben mir viel beigebracht, da habe ich viel gelernt.

43:58Lucian Haas

Was nutzt du da als Simulator?

44:01Maximilian Loidl

Condor 2 fliege ich, das ist so ein Segelflugsimulator, das ist so ein bisschen nerdy, weil du sitzt halt da alleine daheim im Winter vor deinem Computer und fühlst dich wie so ein 15 -Jähriger, aber irgendwie ist es halt eine echte 3D -Karte, Google Earth praktisch und die Thermiken werden ziemlich gut nachgebildet und da kannst du einfach deine 300er -FAIs schon mal abfliegen und dann kennst du dich im echten Leben aus, obwohl du da noch nie warst,

44:29Lucian Haas

super. Und obwohl das ein Segelflugsimulator ist, kann man davon auch viel fürs Gleitschirmfliegen draus ziehen?

44:35Maximilian Loidl

Ja, extrem viel. Es gibt ja auch, die Deutsche Liga hat auch so eine Gruppe auf WhatsApp, die verabreden sich da wirklich zum Trainieren und die fliegen dann alle zusammen und machen da Wettkämpfe. Segelfliegen ist mehr oder weniger das Gleiche, nur schneller.

44:50Lucian Haas

Bist du auch dabei bei dieser Gruppe oder als Lonely Wolf sagst du, ich sitze alleine vor meinem Condor und fliege da als gefühlter 15 -Jähriger -Nerd meine 300er einfach solo ab?

45:03Maximilian Loidl

Ich bin dabei und die ersten Rennen wurden schon organisiert, die Schweizer Liga macht das übrigens auch, also da schwören ziemlich viele drauf,

45:11Lucian Haas

doch, doch, ist gut. Und wo drin bist du besser, Gleitschirmfliegen oder Condor -Simulator fliegen?

45:18Maximilian Loidl

Ich habe schon ein paar Abstütze gehabt auf Condor, also im echten Leben bin ich besser, definitiv. Auf wie viele Flugstunden kommst du eigentlich so im Jahr? Ja, also ich bin einer der wenigen Piloten, die versucht, weniger zu fliegen. Das hört sich total komisch an, die meisten wollen immer mehr fliegen, mehr fliegen. Ich habe letztes Jahr echt drauf geachtet, dass ich mal nicht zum Fliegen gehe. Weil ich rausgefunden habe, alles über 250 Stunden ist ungesund. Also es war einfach so, dass ich 2021 da hatte ich irgendwie 250, 270 Stunden

45:57Maximilian Loidl

und da habe ich gemerkt, da hast du keine Zeit mehr für die Familie, da hast du keine Zeit mehr für die Arbeit und über 250 Stunden kommst du wirklich nur, wenn du jeden Tag, wo es gut ist, fliegen gehst und das wirklich lange. Das bedeutet, du arbeitest, in der Regel im Sommer kaum noch und dann habe ich rausgefunden, wow, es ist August und ich habe ein komplettes Flugburnout. Also ich hatte im August keinen Bock mehr auf Fliegen und dann waren wir halt an der Grenze und jeder hat sich da gefreut und ich war da wie so ein Geist. Ich wusste, ich muss jetzt funktionieren, ich muss jetzt da meine 270 fliegen, sonst bin ich in der Wertung hinten. Aber ich habe da keinen Spaß mehr gehabt und da hatte ich ein komplettes Burnout, habe dann zwei Monate, drei Monate Fliegen aufgehört.

46:49Maximilian Loidl

Dann war ich einmal kurz im Bazaar und dann dachte ich mir, nee, ich muss jetzt weiter eine Pause machen. Das hat wirklich den ganzen Winter gedauert und dann bin ich letztes Jahr nur noch 200 Stunden geflogen und ich glaube, 200 Stunden ist so die goldene Zahl, wo man sagt, okay, du hast Schirmkontrolle, aber es ist ja noch so, dass du ein bisschen nebenbei leben kannst und vielleicht auch mal ein bisschen arbeiten gehen kannst, im Sommer.

47:16Lucian Haas

In einer E -Mail hier im Vorfeld hast du mir geschrieben, jeder, der mehr als 200 Stunden pro Jahr fliegt, hat einen Schlag.

47:23Maximilian Loidl

Ja, hört sich voll schlimm an. Wie viele Leute

47:26Lucian Haas

mit Schlag gibt es in der Szene?

47:29Maximilian Loidl

Also über 250 Stunden kommen schon viele, die da im XC vorne mitfliegen. Also ich kenne langsam alle und über 250 Stunden, das sind sehr spezielle Leute, die wirklich für den Sport leben und da ist das Problem dann so, die machen ihr, die leben vom Fliegen aus. Also Fliegen ist das Wichtigste, das ist der Lebensmittelpunkt und wenn die nicht fliegen, dann sind die unglücklich. Und ich habe das auch total, also ich habe das wirklich rausgefunden, dass alle Leute, die über 250 Stunden fliegen, die haben irgendein Problem, wage ich jetzt mal zu behaupten. Die flüchten sich für irgendwas, weil ich glaube nicht, dass die Leidenschaft wird nicht besser, umso mehr du fliegst. Also über 250 Stunden, das ist

48:16Maximilian Loidl

irgendwie ungesund. Das

48:17Lucian Haas

ist wie ein Junkie, der dann einfach noch mehr braucht, aber vom nächsten Schuss nicht mehr bekommt, so ungefähr.

48:24Maximilian Loidl

Komplett so, ist so.

48:26Lucian Haas

Du hast auch geschrieben, ich kenne keine Sportcommunity, die so komisch ist wie die Flieger. Und ich mache fast jeden Sport, den es gibt, hast du mir geschrieben. Das ist ja interessante Sichtweise auf die Fliegerei. Ich meine, du bist auch einer, der sehr, sehr viel da fliegt und so weiter. Was ist so komisch an den Fliegern?

48:44Maximilian Loidl

Also unter Fliegern, da findest du nur komische Leute. Und zwar positive auch gesagt. Ich meine, komisch heißt ja nicht negativ. Jeder Flieger ist ein absoluter Individualist. Das ist kein Sport, den du jetzt einfach mal so 0815 machst. Das heißt, allein wenn du schon überlegst, fliegen zu gehen, dann bist du irgendwie so freiheitsliebend, individuell, auch oft Egoisten, weil es ist kein Mannschaftssport. Und ich habe herausgefunden, dass zum Beispiel eine Surf -Community oder eine Segel -Community, das sind viel chilltere Leute. Und ich würde sagen, die Agroflieger haben so ein bisschen eine gute Stellung.

49:29Maximilian Loidl

Die sind normale Leute. Aber sobald du in die XC -Richtung gehst, da fällt dir auf, dass jeder Mensch ein absolutes Unikat ist. Das macht das Ganze auch wieder interessant. Aber es ist manchmal nicht so einfach, mit dieser Community da klar zu kommen. Jeder hat so eine krass eigene Meinung. Ich meine, schau dir mal auf Facebook so die Kommentare an über so Gleitschirmthemen. Da sind solche wilden Leute dabei. Also manchmal wundert es mich, ja.

49:58Lucian Haas

Und das ist bei anderen Sportarten nicht so. Ich meine, in sozialen Medien kriegt man ja alles Mögliche um die Ohren gehauen. Und jeder traut sich da Sachen reinzuschreiben, die er im normalen Gespräch wahrscheinlich nicht so sagen würde. Also nicht jeder, aber es gibt leider ziemlich viele Charaktere, die dann in diese Richtung manchmal tendieren, wenn sie einfach nur in so eine soziale Blase da hineinschreiben dürfen. Würdest du sagen, aber trotzdem beispielsweise Surfer, ich nehme dir jetzt mal als Surfer, ich nehme an, du meinst die Wellenreiter, die das machen? Ja. Die sind ja im Grunde auch Individualisten, weil jeder reitet seine Welle. Und man reitet jetzt auch nicht zu dritt nebeneinander auf einer Welle, sondern es ist immer klar, okay, man wartet die Wellen ab und einer schafft es am besten aufs Brett und die anderen drehen dann ab, weil sie sagen, okay, das ist jetzt die Welle von dem, man will sich halt auch nicht in die Quere kommen oder sowas.

50:47Lucian Haas

Aber trotzdem ist da jeder schon surferrückt irgendwie und auch in so seinem ganz eigenen Space. Da würdest du trotzdem sagen, die Flieger sind nochmal was anderes.

50:57Maximilian Loidl

Ja, weil beim Surfen ist es so, nach deiner Session sitzt du dich an den Strand hin und dann machst du dir dein Bier auf und drehst es zusammen. Wir Flieger, wir landen Viertel nach 8, nach 20 Uhr irgendwo in irgendeinem düsteren Tal und müssen dann drei Stunden noch zurück, trampen und diese Leute, die müssen irgendwie speziell sein, dass denen das gefällt und darum die Flieger -Community ist definitiv speziell und das hat schon auch seinen Reiz, ja.

51:29Lucian Haas

Auf dieser, also wenn man so sagen will, nach oben offene Richterskala des Schlaghabens der Flieger, wo würdest du dich da einordnen? Auf 50 Prozent, auf 90 Prozent?

51:39Maximilian Loidl

Also ich habe definitiv selber auch einen Schlag, das habe ich ja schon zugegeben, dass ich so ein bisschen mein eigenes Ding immer gern mache und so. Ich habe das Gefühl, ich bin aber noch relativ normal, also ich bin genau bei 50 Prozent, das ist die goldene Mitte, das ist so mein Lebensmotto, nichts zu extrem, nicht zu wenig, genau bei 50 Prozent bin ich und so lebe ich ganz gut und so komme ich auch mit anderen Leuten ganz gut klar.

52:05Lucian Haas

Kann man intensives Gleitschirmfliegen aus deiner Sicht überhaupt in irgendeiner Weise sozialkompatibel betreiben?

52:13Maximilian Loidl

Ne, geht nicht. Da musst du wenn du All -In gehen willst und da vorne mitspielen willst in der XC -Wertung, dann musst du dein Ding da durchziehen und da ist einfach nicht viel mit Leuten mitreden. Vielleicht diese fünf Minuten am Startplatz, aber jeder, der da irgendwie ein bisschen ernster dabei ist, der schaut da vorher lieber noch Wetter an, anstatt da mit anderen Leuten redet. Man muss All -In gehen, wenn man da dabei sein will, ja.

52:39Lucian Haas

Und wenn man dann Leute noch als Freunde hat, sind das Leute, die auch noch fliegen, mit denen man dann weiß, die sind in demselben Mindset wie ich. Die Fährten verstehen, dass ich jetzt nichts zu sagen habe. Man fährt vielleicht gemeinsam noch zum Startplatz hin oder von München nach Bassano oder was auch immer, sagt, da hat man ein paar Stunden, wo man ein bisschen quatschen kann. Aber das war's dann auch. Dann in der Luft trennen sich die Wege und vielleicht trifft man sich am Ende wieder, um zurückzufahren.

53:03Maximilian Loidl

Genau so ist es. Ich habe nicht viele Leute, mit denen ich fliegen gehe, aber zum Beispiel Markus Anders, der Team Germany 1 von den X -Alps, der ist mir sehr ähnlich, so von der Einstellung her. Der geht halt einfach fliegen, redet da nicht viel rum, macht sein Ding, fliegt seine eigenen Routen. Ja, also man, das ist schon so ein roter Faden bei den Leuten, die sich da, mit denen ich fliegen gehe. Das ist einfach so, ja.

53:29Lucian Haas

Siehst du da auch noch einen Unterschied zwischen Männern und Frauen? Also sind Piloten, haben die einen größeren Schlag als fliegende Pilotinnen?

53:38Maximilian Loidl

Frauen sind im Gleitschirmsport, glaube ich, so nochmal ein bisschen spezieller, weil, ich meine, ein Mann, der sich das antut, so XT -Fliegern macht ja nicht immer Spaß. Und da sind ja auch Sachen dabei, wo man sich durchquälen muss. Und wenn du eine Frau findest, die so fliegt, dann muss die schon sehr speziell sein.

54:00Maximilian Loidl

Und, ja, doch, da sind ganz Spezielle dabei, ja. Hast du Freundinnen, die fliegen? Ich hatte wirklich zwei Freundinnen, die geflogen sind. Und das ist ja dieses große Thema am Staplerzimmer, ich höre da schon gar nicht mehr zu, so wow, ich hätte gerne eine Freundin, die fliegt und so. Und jeder stellt sich das immer so schön vor und das ist so der Traum, da den Abgleiter zu machen zusammen. Ich hatte das und ich bin extrem dankbar für diese ganzen Erlebnisse, die man da erlebt. Das sind extrem schöne Erlebnisse. Das Problem ist, man macht sich seinen eigenen Sport kaputt. Und zwar funktioniert das so, du gehst zusammen fliegen, es ist ein XC -Tag,

54:46Maximilian Loidl

dann willst du einfach um 9 Uhr starten, und dann ist deine Freundin noch nicht fertig, beziehungsweise sie macht sich noch fertig und sie will nicht gestresst werden, weil es natürlich ruhig, also man will ruhig bleiben. Und dann haust du dich da einfach raus und das ist ja kein schönes Erlebnis. Und das Problem ist, dann gehst du zusammen fliegen und du hast diesen Beschützerinstinkt. Und da schaust du immer mit dem rechten Auge irgendwo, okay, versenkt sich die da gerade nicht im Lee oder irgendwo, wo es halt unlandbar ist. Und man kann diesen Beschützerinstinkt nicht ausschalten. Und dadurch ist so, immer als ich dann mit meinen Ex -Freunden da fliegen gegangen bin, hat das einfach keinen Spaß für mich gemacht.

55:31Maximilian Loidl

Ich habe für zwei Leute gedacht, ich war nicht 100 % bei meinem Schirm und ich habe das Gefühl, du machst den Sport kaputt. Ich fahre damit viel besser, wenn man sagt, okay, ich gehe alleine fliegen und lasse jeden daheim und dann konzentriere ich mich wirklich 100 % auf mich und dann fliege ich selbst auch sicherer. Das ist meine Erfahrung.

55:52Lucian Haas

Wir haben vorhin über Mindset gesprochen. Du könntest ja auch den Mindset ändern und sagen, okay, wenn ich zumindest an den Tagen, an denen ich mit meinen Freundinnen, wenn du eine hättest, die jetzt auch noch fliegt, ich gehe mit der fliegen, dann mache ich es halt wirklich als, sehe es als gemeinsames Erlebnis. Und dann stelle ich quasi meinen sportlichen Anspruch zurück und sage, das Schöne ist ja dann, ihr vielleicht zu helfen, in der Thermik da hochzukommen oder sonstiges. Und da quasi ein bisschen nicht den Loneliness, Only Wolf zu spielen, sondern den Light Wolf, der dann den anderen irgendwo hinführen kann.

56:23Maximilian Loidl

Hört sich voll romantisch an, aber dann bist du kein Typ, der bei den X -Halbs mitmacht. Ganz einfach. Also ich glaube, man muss auf sich selbst schauen und sich vorwärts bringen und da glaube ich, ist dieser Egoismus zu stark, dass man sich da so, also ich wirke jetzt wahrscheinlich super unsympathisch, aber wenn du an die Spitze kommen willst, dann musst du dich um sich selbst kümmern und ja, so ist das dann.

56:48Lucian Haas

Wie viel Selbstkasteiung gehört dann auch dazu? Was bedeutet das? Selbstkasteiung? Ah, das ist ein alter religiöser Begriff, wo Mönche sich früher kasteit haben. Sie schlagen sich quasi selber oder bestrafen sich selber oder machen es sich selber besonders schwer. Sie wollen körperliche Schmerzen spüren und sonstiges, um mit dem Höheren in Kontakt zu treten. Also im Letzten auf Sport übertragen wäre, okay, du musst ungeheuer viel investieren und dir selber vielleicht auch körperliche Schmerzen zuführen beim Training, oder was auch immer, um eben diese höheren Leistungen zu erreichen. Voll schöner

57:23Maximilian Loidl

Begriff, Lucian, cool. Da gehört sehr viel dabei dazu. Und zwar, ich merke es jetzt bei mir selber, so die Leute fragen mich, hey Max, du, morgen habe ich Geburtstag, geh mal feiern und so. Und ich würde da super gerne mitgehen auf die Feier, aber so gibst du nicht 100%. Und ich habe mich jetzt schon oft dabei erwischt, ich sage die schönsten Events jetzt ab, weil ich daheim auf der Rolle sitze. Ich muss gestehen, Weihnachten habe ich irgendwie Mittag mit der Familie verbracht und auf Nacht drei Stunden auf der Rolle, Indoor -Training. Und das ist, glaube ich, dieses Selbstbestrafen, was man machen muss, damit du wirklich nach oben kommst.

58:07Lucian Haas

Was denkst du, wenn du dann so drei Stunden auf der Rolle sitzt und eigentlich weißt, ich könnte jetzt auch auf einer Party sein?

58:14Maximilian Loidl

Ich habe das Ziel vor Augen. Ganz klipp und klar. Das Ziel treibt einen an, und wenn du denkst, nee, da verpasse ich gerade was, dann bist du einfach nicht diszipliniert genug. Nee, also diese Selbstdisziplin habe ich gelernt und ich frage mich, also als ich mich bei X -Alps angemeldet habe, da war das entschieden und seitdem gibt es kein Zurück mehr und das ziehe ich durch. Da muss man diszipliniert sein. Was ist dein Ziel für die X -Alps? Vorhin interessant, mein Supporter meinte, ich würde so gerne auf dem Floß landen. Das war aber im Endeffekt sein Ziel, das ist gar nicht mein Ziel.

58:50Maximilian Loidl

Ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht bei Rennen. Ich mache mein ganzes Leben schon Wettkämpfe und ich hatte einfach ganz üble Wettkämpfe, wo ich nichts draus gezogen habe, wo ich einfach nur eine schlechte Zeit gehabt habe. Das bedeutet, mein absolutes Ziel für die X -Alps ist, eine schöne Zeit zu haben, wo ich in drei, vier Jahren sage, okay, damals, das war cool.

59:14Maximilian Loidl

Ich will ein schönes Rennen haben und zu einem schönen Rennen gehört bei mir auch, dass ich so ein bisschen so einen Magic Move oder sowas mache. Sowas darf man eigentlich nicht ankündigen und so, aber ich würde gerne irgendwas ein bisschen Spezielles machen, wo so mein Charakter unterstreicht. Okay, da hat er irgendeine andere Route gemacht, die eigentlich die anderen nicht fliegen würden. Das sind so die schönsten Rennen für mich, die Wettkämpfe, wo so der Charakter durchkommt von jemandem.

59:44Lucian Haas

Von deiner bisherigen Gleitschirmkarriere, gibt es da Momente, wo du gesagt hast, oh, das war ein Magic Move, den du quasi da schon mal gemacht hast?

59:53Maximilian Loidl

Ja, voll witzig. Also genau letztes Jahr erst so im Mai, da war die erste Ausgabe von einem Hike & Fly Rennen, das heißt X -Ray Salzkammergut und da waren halt die ganzen Locals dabei, die da halt seit 30 Jahren wohnen und der Veranstalter ist auch direkt vor Ort und fliegt super gut. Und ja, ich bin halt da auf den Berg hochgegangen und die Leute haben schnell, schnell gemacht und haben die Flugroute an die an die Straße angepasst. Also die Leute sind so geflogen, dass sie immer diese Straße zum Landen im Kopf hatten. Naja, und ich bin halt da das erste Mal geflogen und wie gesagt, Intuition und ich habe mir das Wolkenbild angeschaut. Ja, dann bin ich halt da voll in die Pampa geflogen,

1:00:39Maximilian Loidl

bin die wildeste Route hintenrum über die Berge geflogen und da hat es super getragen. Ich dachte gar nicht an Landen, das war einfach alles super. Und dann bin ich am ersten Turnpoint gelandet und dann habe ich diese Tafel nicht gefunden zum unterschreiben und dann dachte ich mir, oh mein Gott, jetzt habe ich mir den falschen Turnpoint eingespeichert. Das war der Loser, glaube ich, ne? Der erste Turnpoint. Genau, der Turnpoint Loser. Dann dachte ich mir, scheiße, jetzt bin ich echt falsch. Naja, und dann habe ich halt so, bin ich da rumgewandert und auf einmal ist da so ein Auto angerast gekommen und dann steigen da zwei Leute aus. Hey, du bist ja viel zu schnell. Wir haben die Tafel noch nicht mal aufgebaut.

1:01:24Maximilian Loidl

Und es gab praktisch noch keine Verpflegungsstation, gar nichts, weil die Leute haben niemals gedacht, dass man da so schnell hinkommen kann. Und der komplette restliche Wettkampf, also ungelogen jeder einzelne andere ist diese Straße, an der Straße notgelandet und die Locals haben dann zu mir auch gesagt so, wo du geflogen bist, da würde ich niemals reinfliegen, weil du da halt irgendwie drei Tage rausgehst, bis zu Fuß. Und das ist dieser Vorteil, wenn man erstens nicht Local ist und zweitens, wenn man einfach so ein bisschen so seinen eigenen Kopf hat und sich nicht an andere Leute hält.

1:02:01Lucian Haas

Wie machst du es dann bei den X -Alps? Bereitest du dich intensiv vor, auch jetzt in den nächsten Monaten, dass du sagst, wenn die Route dann bekannt ist, die fliege ich schon mal alles ab? Oder bist du eher einer, der auch sagt, nee, ich will sie, also ähnlich wie Kriegel vielleicht, der dann sagt, ich will es gar nicht so genau vorwissen, damit ich nicht schon, irgendwelche vorgefassten Meinungen habe, damit ich dann wirklich in der eigentlichen Rennsituation dann entsprechend frei entscheiden kann?

1:02:28Maximilian Loidl

Ja, ist wirklich ein Nachteil, wenn man Local ist. Zum Beispiel Kössen, da kenne ich jede Ecke. Und im Komp, da haben mich alle Leute gefragt, hey Max, wo würdest jetzt du da hinfliegen? Dann sage ich, da die Nordseite, die fliegt man nicht an, wenn man hier wohnt, die geht nie. Und dann bin ich südlich geflogen. Naja, und dann haben mich irgendwie 80 Leute überrollt, weil alle nördlich geflogen sind. Ja, es ist ein absoluter Nachteil. Ich werde da nicht viel rumfliegen, nee.

1:02:56Lucian Haas

Okay.

1:02:58Lucian Haas

Max, danke dir für deine wunderbaren Erzählungen. Ich glaube, da werden einige in positiver Weise sich ein bisschen zwischendurch vor den Kopf gestoßen gefühlt haben. Aber das ist ja auch gut, weil dann wird es mal durchgerappelt und dann kommen auch neue Ideen dann aus irgendwelchen hinteren Hirnwindungen wieder gekrochen. Erfrischende Sichtweise auf unsere Gleitschirmszene und wie wir so ticken, auch was Leistung betrifft, was Egoismus betrifft und sowas. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei den X -Alps. Erfolg für deinen Stil, dass du sagen kannst, ich ziehe das raus, was ich für mich dort rausziehen will. Und wenn es am Ende sogar zu einer Landung auf dem Floß gereicht, dann wird ja dein Supporter auch noch glücklich damit. Dann wäre das auch klasse. Ich werde es auf jeden Fall mal ganz begeistert verfolgen, welche speziellen Routen du dann vielleicht wählst und welchen Magic Move du dann vielleicht wirklich aus dem Boot zauberst.

1:03:51Maximilian Loidl

Mega cool. Hey, danke, dass ich da sprechen durfte bei dir, Lucian. Ja,

1:03:56Lucian Haas

super, gerne.

1:04:00Lucian Haas

Das war die Podz-Glidz -Folge 104 mit Maximilian Leudl. Wie immer gibt es in den Shownotes im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz einige weiterführende Links. Mein Name ist Lucian Haas. Ich bin der Produzent von Podz-Glidz und Herausgeber von Lu-Glidz. Gehörst du zu denen, die meine Arbeit an Podcast und Blog schon unterstützen? Danke. Ansonsten kann ich dir nochmals ans Herz legen, zu ein Angebot wie Lu-Glidz und Podz-Glidz gibt es kein zweites Mal in der Gleitschirm -Szene. Trage mit dazu bei, dass ich beide Projekte auch zu deinem Vergnügen weiter betreiben und entwickeln kann. Alle nötigen Infos, wie du ganz einfach und ohne jede Verpflichtung zum Förderer werden kannst, findest du auf www.Lu-Glidz.blogspot.com auf der Seite Fördern.

1:04:47Lucian Haas

Lu-Glidz schreibt sich Lu-Glidz.

1:04:52Lucian Haas

Allgemein gilt bei mir die Regel, jeder gibt so viel, wie er für richtig hält, beziehungsweise was ihm so ein Angebot wert ist. Falls du dir trotzdem unsicher bist, welche Fördersumme vielleicht angemessen wäre, dann mache ich dir einen unverbindlichen Vorschlag. Wie wäre es mit einem Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lese -Monat auf Lu-Glidz? Selbst übers Jahr zusammengerechnet ist das für dich immer noch günstiger als die Abo -Gebühren eines klassischen Magazins. Übrigens, ich bin stets auf der Suche nach weiteren interessanten Gesprächspartnern mit Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Hast du einen Vorschlag? Dann erzähle mir davon und schicke, wenn möglich, gleich auch die Kontaktdaten. Am besten per E -Mail an

1:05:38Lucian Haas

lugleitzkontakt.gmail.com Bis zum nächsten Mal. Ciao.

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