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107. Hike & Compete - Julia Jauss

// Julia Jauss, Lucian Haas · 2023-04-28 · 01:21:14 · original episode

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[show notes]
Julia Jauß‘ Fliegerseele ist gespalten – zwischen der Freiheit des Wanderfliegens und dem Leistungsdrang in Wettbewerben. +++ Wer ist die derzeit erfolgreichste oder leistungsstärkste deutsche Gleitschirmpilotin? Geht man nach der Weltrangliste der FAI, dann ist das Julia Jauß. Nur fünf Jahre nach ihrem A-Schein hat sie es schon in die deutsche Nationalmannschaft geschafft. Sie ist deutsche Meisterin und wurde im Jahr 2022 bei der Europameisterschaft Fünfte in der Frauenwertung. Ohne Zielstrebigkeit und einen gewissen Ehrgeiz ist so ein schneller Aufstieg nicht zu schaffen. Wichtig ist aber auch eine große Portion allgemeiner Flugverrücktheit. Nachdem die heute 30-jährige 2017 mit dem Gleitschirmfliegen begann, ist die Fliegerei sehr bald zur dominierenden Konstante ihrer Lebens- und Freizeitplanung geworden. Kürzlich verbrachte sie sechs Monate in Neuseeland, um das Land per Hike & Fly zu erkunden. In dieser Podcast-Folge 107 von Podz-Glidz erzählt Julia Jauß nicht nur von den Abenteuern, die sie dabei erlebte. Es geht auch um Reiz und Reue der so konträren Welten des Hike & Fly und der Wettbewerbsfliegerei. In beiden hat Julia schon ihre Hoch- und Tiefpunkte gehabt. Wir sprechen unter anderem über Momente des Flows und Momente der Angst, Freiheitsliebe versus Leistungsdrang, den Vorteil schwerer Gurtzeuge, die soziale Komponente von Gleitschirm-Wettbewerben und warum man an manchen Tagen einfach nicht fliegen sollte. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Royal | Künstler: Slenderbeats Royalty Free Music Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=KlPCFY008-0

[transcript]

0:04Julia Jauss

Ich habe Panik bekommen. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich wirklich Panik bekommen und habe angefangen, meinen Schirm zu pumpen, obwohl ich es eigentlich nie mache, habe aber vor mir gesehen, vor mir auch Stromleitung, vor mir Baum, links neben mir Stromleitung, Baum, rechts neben mir Stromleitung, Haus und ich dachte, wenn ich mehr pumpe, reiße ich ihn ab, aber wenn ich nicht versuche, mehr zu pumpen, dann fliege ich gegen den Baum oder gegen die Stromleitung. Also dachte ich, okay, dann versuche ich, ein bisschen mehr zu pumpen und habe versucht, ein bisschen mehr zu pumpen und in dem Moment, wo ich ihn abgerissen habe, wusste ich, game over.

0:39Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:42Julia Jauss

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

0:46Lucian Haas

Heute mit Julia

0:49Julia Jauss

Jaus und

0:50Lucian Haas

ich bin Lucian Haas.

0:55Lucian Haas

Wer ist die derzeit erfolgreichste oder leistungsstärkste deutsche Pilotin? Geht man nach der Weltrangliste der FAI, dann ist das Julia Jaus. Nur fünf Jahre nach ihrem A -Schein hat sie es schon in die deutsche Nationalmannschaft geschafft. Sie ist deutsche Meisterin und wurde im Jahr 2022 bei der Europameisterschaft fünfte in der Frauenwertung. Ohne Zielstrebigkeit und einen gewissen Ehrgeiz ist so ein schneller Aufstieg nicht zu schaffen. Wichtig ist vor allem aber auch eine große Portion allgemeiner Flugverrücktheit. Nachdem die heute 30 -Jährige 2017 mit dem Gleitschirmfliegen begann, ist die Fliegerei sehr bald zur dominierenden Konstante ihrer Lebens - und Freizeitplanung geworden. Kürzlich verbrachte sie sechs Monate in Neuseeland, um das Land per Hike -and -Fly zu erkunden.

1:44Lucian Haas

In dieser Folge 107 von Podz-Glidz erzählt Julia Jaus nicht nur von den Abenteuern, die sie dabei erlebte. Es geht auch um Reiz und Reue der so konträren Welten, Hike -and -Fly und Wettbewerbsfliegerei. In beiden hat Julia schon ihre Hoch - und Tiefpunkte gehabt. Wir sprechen unter anderem über Momente des Flows und Momente der Angst, Freiheitsliebe, Wettbewerb. Versus Leistungsdrang, den Vorteil schwerer Gurtzeuge, die soziale Komponente von Gleitschirmwettbewerben und warum man an manchen Tagen einfach nicht fliegen sollte. Wenn dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Gleitschirmblogs Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern.

2:36Lucian Haas

Julia, kannst du dir vorstellen, mit was du mir als erstes aufgefallen bist? Nein. Vor zwei Jahren, da hast du im DHV -Magazin mal einen Text veröffentlicht, der hieß Laufen lassen. Da hast du über Urinallösungen für Frauen geschrieben und so Shippie und Easy -Peasy und sowas. Nutzt du das heute auch noch?

3:01Julia Jauss

Ja, natürlich. Das hat wirklich mein XC -Fliegen revolutioniert, würde ich sagen.

3:06Lucian Haas

In welcher Form?

3:08Julia Jauss

Also ich habe davor immer Windeln genutzt. Und wer schon mal eine Windel benutzt hat, der weiß, dass ich das nicht genutzt habe. Der weiß, dass es ein Limit gibt und man nie so genau weiß, wann dieses Limit erreicht ist. Das heißt, man ist eher sehr konservativ unterwegs und irgendwann ist man einfach unkonzentriert, wenn man eigentlich unbewusst gerne aufs Klo müsste. Und ja, mit so einer Lösung wie dem Shippie kann man es einfach laufen lassen und auch einfach am Morgen und am Abend davor so viel trinken, wie man will, auch morgens ganz uneingeschränkt seinen Kaffee genießen. Und ja, das finde ich hat schon, ja, man bleibt einfach weiterhin konzentriert im

3:45Lucian Haas

Flug. In dem Text beschreibst du eine sehr eindrückliche Situation, die dich überhaupt dazu geführt hat, so diesen Alternativen zu den Windeln Ausschau zu halten. Was war da geschehen? Weißt du das noch?

3:59Julia Jauss

Boah, nee, um ehrlich zu sein, nicht.

4:01Lucian Haas

Gut, ich gebe dir nur kurze Hilfe. Da steht, du wärst neben einer Hauptstraße gelandet mit einer vollen Windel. Oh ja,

4:08Julia Jauss

ein Schritt in Bassahnung.

4:11Julia Jauss

Oh, das war so geil. Das war so grauenvoll. Ja, ich bin in Bassahnung gelandet und war so glücklich über meinen Flug, aber ich musste so dringend aufs Klo und ich hatte diese volle Windel und es waren überall Autos und es war kein einziger Baum. Und oh Gott, ich habe einfach zusammengepackt und ich musste so dringend aufs Klo und gleichzeitig dieses Gefühl von dieser vollen Windel. Oh Gott, das war so grauenvoll. Und dann bin ich da irgendwie noch kilometerweit gelaufen, bis mich dann auch noch jemand mitgenommen hat. Oh Gott, ich bin gestorben. Ich dachte wirklich, ich platze. Ja, da dachte ich, es muss, ich muss irgendwas ändern. Das ist keine Möglichkeit.

4:45Lucian Haas

Und dann hast du nach diesen anderen Lösungen gesucht und unter anderem Shippie gefunden. Ich glaube, viele werden sich nichts darunter vorstellen können. Kannst du das kurz mal beschreiben, was ein Shippie ist, beziehungsweise wie das funktioniert?

4:57Julia Jauss

Genau, ich beschreibe das immer liebevoll als einen kleinen blauen Penis zum Aufkleben. Ja, es ist wirklich einfach nur so ein Silikon, wie so ein kleiner blauer Silikonpenis, den man sich eben aufkleben kann. Ja, es ist wirklich einfach nur so ein Silikon, wie so ein kleiner blauer Silikonpenis, den man sich eben aufkleben kann. Und es funktioniert, wirklich, es funktioniert überraschend gut. Es kommt aus dem Tauchsport und es funktioniert einfach überraschend gut. Ich glaube, man kann es schlecht beschreiben. Ich glaube, man muss einfach googeln, wie es aussieht oder den Artikel rausholen. Ich habe auch immer eins dabei, ein quasi ein neues, um es zu zeigen, weil mich immer so viele Leute fragen, wie ich das mache. Aber ja, es ist wirklich super praktisch. Ist

5:35Lucian Haas

übrigens DHV -Info Nummer 228. Da ist dieser Artikel drin, falls das da jemand suchen will. Du bist jetzt gerade aus Neuseeland zurückgekommen. Sechs Monate warst du da unterwegs, viel reisend, viel fliegend. Hattest du da auch so eine GP -Lösung immer dabei?

5:51Julia Jauss

Ja, hatte ich auch immer dabei. Beim Biwak -Fliegen habe ich zum Beispiel auch immer dabei. Es ist nicht das allerpraktischste, weil, also wenn ich zum Beispiel, wenn ich weiß, ich fliege, gehe auf Strecke und ich gehe am Morgen nicht, also ich mache keinen Hike and Fly, sondern ich fahre mit der Bahn, dann klebe ich es immer schon am Morgen auf. Einfach, weil es einfacher und angenehmer ist, das noch zu Hause im Bad zu machen. Oder auf dem Campingplatz, auf dem Klo. Aber wenn ich Hike and Fly mache, was man ja beim Biwak -Fliegen dann doch die ganze Zeit macht, dann, also wenn man es aufklebt und dann damit wandert, dann hält es meistens nicht, wegen Schweiß und Reibung und allem. Und das heißt, wenn man dann oben ankommt und dann muss man erstmal kleben und wenn man den Kleber aufsprüht, muss man erstmal zehn Minuten warten und dann kleben und wenn es nicht klappt und nicht dicht ist, dann muss man das Ganze nochmal machen, also wieder kleben und wieder zehn Minuten warten und es dann aufkleben.

6:40Julia Jauss

Das ist natürlich so ein bisschen nervig, um ehrlich zu sein, aber es funktioniert einfach grandios gut.

6:46Lucian Haas

Jetzt nur, man klingt jetzt ein bisschen makaber, aber von der Vorstellung her, sprühend, also ein Sprühkleber, der muss erstmal zehn Minuten antrocknen, da musst du aber dann quasi freistehend irgendwo in der Natur rumstehen und das muss dann noch trocknen?

7:01Julia Jauss

Nein, ich mache es immer als allererstes, also ich hole wirklich immer erst, bevor ich meinen Gleitschirm auspracke, hole ich das Schieb hier raus, sprühe den Kleber drauf, dann lege ich das irgendwo hin, dann kann es erstmal zehn Minuten trocknen. Ich stelle mir einen Timer auf meiner Uhr, packe dann alles aus und wenn dann die zehn Minuten um sind, verschwinde ich ins Gebüsch, klebe es auf, mache einmal so einen kleinen Lufttest, ob die Luft drin bleibt und wenn es dann soweit funktioniert, dann gehe ich fliegen. Oder an den Rekordtagen, muss ich ehrlich sagen, mache ich immer einen realen Test, also dann probiere ich es immer einmal kurz am Startplatz aus, ob es wirklich dicht ist.

7:35Lucian Haas

Okay, dieser Sprühkleber kommt auf das Schiebi, den sprühst du nicht auf die Haut?

7:39Julia Jauss

Nein, den sprüht man auf das Schiebi. Ich hatte mir gerade

7:41Lucian Haas

vorgestellt, du stehst da zehn Minuten irgendwie in der Landschaft herum, hinter dem Busch und hoffst, dass das Zeug endlich mal trocken wird.

7:50Julia Jauss

Nein, aber es ist schlimm genug, es gibt viel zu viele Startplätze ohne Bäume und dann ist es doch immer etwas, ja, es ist nicht so einfach. Ich glaube, Männer haben es ja doch ein bisschen einfacher in dem Sinne.

8:00Lucian Haas

Nun ist ja Neuseeland, zumindest von den Bildern, die ich so kenne, die Berge oben gibt es eh wenig Bäume drauf, oder?

8:06Julia Jauss

Ja, genau, absolut. Aber das Schöne an Neuseeland ist, wenn man irgendwo unterwegs ist, man macht's. Meistens eher alleine, weil in den Bergen das, man ist so schnell quasi remote, da ist man eher alleine, da ist das gar kein Problem. Es ist nicht so wie in den Alpen, wo hundert Leute am Startplatz stehen und egal, wo man sich, in welcher Ecke man sich verkriecht, es kommen immer Leute vorbei.

8:26Lucian Haas

Das heißt, Neuseeland ist vor allem ein wildes Land?

8:31Julia Jauss

Ja, wahrscheinlich nicht ganz so wild wie zum Beispiel Kanada, aber ja, definitiv.

8:35Lucian Haas

Was hat dich dazu geführt, dahin getrieben, sechs Monate nach Neuseeland zu gehen?

8:41Julia Jauss

Ich wollte das eigentlich schon 2020 machen, also ich habe Ende 2019 meinen Job gekündigt und wollte unbedingt reisen, mehr Zeit zum Fliegen haben und vor allem reisen, weil ich war nie länger als einen Monat am Stück im Ausland und habe das irgendwie, ja, ich habe mich gefühlt, als hätte ich das so ein bisschen verpasst. Ich habe nie einen Gap hier gemacht oder irgendwas, ich habe immer nur gearbeitet und dachte, ja, ich will das jetzt endlich mal machen und wollte, da war auch schon mein Plan nach Neuseeland einfach, weil ich davor mal in Kanada war und Leute kennengelernt habe, die Work and Travel machen. Und für mich das zum ersten Mal so ein großer Aha -Moment war, dass das nicht nur Menschen machen irgendwie mit 18, nach dem Abi, Fruitpicking, sondern dass auch viele über 30 -Jährige, also vor allem in Kanada gibt es Visum bis 35 und da gab es ganz viele, die eben schon super viel Berufserfahrung hatten und das einfach gemacht haben, um nochmal, ja, einfach mal was anderes zu sehen, einfach Arbeitserfahrung in einem anderen Land zu sammeln, dachte ich mir, wow, cool, das ist eigentlich genau das, was ich machen will.

9:34Julia Jauss

Und dann habe ich gesehen, Neuseeland, Australien gehen bis 30 und Kanada bis 35, dann dachte ich, ja, super, dann mache ich natürlich. Erstmal die bis 30 und dann, wenn es mir gefällt, kann ich immer noch nach Kanada gehen. Ja, und da kam leider ja Corona dazwischen und Neuseeland hat ja niemanden mehr ins Land gelassen. Und ja, dann letztes Jahr hieß es, Neuseeland öffnet die Grenzen und dann dachte ich, ja, super, dann beantrage ich gleich mal mein Visum.

9:58Lucian Haas

Soforthin. Wie alt bist du jetzt? 30. Das heißt, du bist gerade noch so reingerutscht.

10:03Julia Jauss

Genau, das ist quasi meine letzte Chance genutzt.

10:07Lucian Haas

Ist Neuseeland ein Must -Go für Gleitschirmflieger?

10:11Julia Jauss

Boah, nein, auf gar keinen Fall.

10:16Lucian Haas

Ich meine, Neuseeland ist immer so das Traumland von so vielen und es gibt so tolle Bilder und die Leute, die da Hike and Fly machen und Sonstiges. Und du sagst jetzt, nee, auf keinen Fall.

10:25Julia Jauss

Also Neuseeland ist ein wunderschönes Land und es ist auch super zum Fliegen, aber man sollte wirklich Zeit mitbringen, weil das Wetter in Neuseeland ist, ja, es ist mir erst aufgefallen, als ich da war. Aber wenn man auf die Landkarte guckt, sieht man es eigentlich. Es ist einfach eine Insel mitten im Meer und ganz, ganz lange kommt außenrum gar nichts. Und so ist eben auch das Wetter. Man ist eben diesem Wetter, dem ganzen Meer um einen rum, komplett, ich sag jetzt mal, ausgeliefert. Und ja, es gibt meistens sehr, sehr viel Wind. Also ich würde sagen, es ist super zum Kitesurfen, wenn man hingeht zum Fliegen und Kitesurfen. Oder generell hat mir ein Einheimischer gesagt, ja, man braucht quasi, wenn man zum Fliegen nach Neuseeland kommt, braucht man einen Plan B.

11:11Julia Jauss

Sonst würde das niemand. Und das würde ich sagen, trifft absolut zu. Also man kann Glück haben. Also wenn man halt nur drei Wochen Zeit hat, es kann auch sein, dass man einfach drei Wochen lang nicht fliegt. Und deswegen, wenn man nur kurz Zeit hat, würde ich es, um ehrlich zu sein, nicht zum Fliegen empfehlen.

11:26Lucian Haas

Nun gibt es ja so Inselwetterlagen oder typisches Inselwetter, wo es manchmal heißt, okay, es gibt die Luf -Seite, da geht es dann häufig nicht zu fliegen, weil da ist der Wind zu stark. Aber dann kann man häufig auf der Lee -Seite fliegen. Im Kanarischen Insel passiert das ja auch häufig. Gibt es sowas auch in Neuseeland, dass man quasi hat? Es gibt die Luf -Seite und es gibt die sichere Ralee -Seite oder sowas?

11:46Julia Jauss

Nein, das ist auch ein großes Learning. Also ich dachte ja auch, hey, ich habe ja ein Auto und wenn es irgendwo Schlechtwetter ist, dann fahre ich einfach dem guten Wetter hinterher. Aber in Neuseeland ist es, würde ich sagen, meistens so. Wenn es schlecht ist, dann ist es einfach überall schlecht. Also man könnte dann von der Süd - auf die Nordinsel, da ist dann meistens schon sehr konträres Wetter. Aber da fährt man leider nicht einfach mal so schnell hin und die Flüge sind auch super teuer. Das heißt, es ist schwer. Es ist schwer, da wirklich wegzukommen, wenn es mal schlecht ist.

12:15Lucian Haas

Wenn man gutes Wetter hat, eher Nord - oder eher Südinsel?

12:21Julia Jauss

Beides. Also es ist super schwierig. Dieses Jahr war so ein super, super spezielles Wetter. Das gab es wohl noch nie zuvor. Also auf der Südinsel gab es quasi den Hammer -Sommer. Also Südinsel ist da, wo die ganzen Alpen sind, die ganzen Berge. Nordinsel ist eher flach, eher viel Küstensowering. Aber es gibt auch super Streckenmöglichkeiten im Landesinneren von der Nordinsel. Also ich hatte es total unterschätzt. Um ehrlich zu sein. Aber genau, auf der Südinsel hatten wir einen super Sommer. Es war quasi unfassbar trocken. Januar war ein Hammer -Monat, also es war quasi immer fliegbar. Es war wunderschön, es war heiß, es war trocken und auf der Nordinsel gab es unfassbar. Es gab quasi nur Regen, unfassbare Überflutungen, super wild. Aber das gab es scheinbar auch noch nie so in der Art zuvor.

13:04Lucian Haas

Das heißt, du hast aber mit deinem, zumindest der Zeit auf der Südinsel, richtig Glück gehabt.

13:09Julia Jauss

Ja, also ich kam schon im... Also ich war ab ungefähr einem Monat da. Ich habe einen Monat auf der Nordinsel verbracht, von Mitte September bis Mitte, Ende Oktober. Und war dann ab November ungefähr auf der Südinsel. Aber generell, also ich muss sagen, am Anfang, das Wetter war richtig, richtig schlecht. Ich wurde so oft nass. Ich saß so oft klatschnasse beim Auto mit den ganzen nassen Sachen, die im Auto nicht trocknen. Und dachte mir, was zur Hölle mache ich hier?

13:36Julia Jauss

Also am Anfang wirklich, ich bin teilweise wirklich verzweifelt, weil es so schlecht war und so oft so schlecht. Und so viel Regen. Und so kalt. Und ja, und ich war wirklich... Ich dachte mir, warum habe ich meinen Kitezeug nicht dabei? Ja, es war herausfordernd. Aber wenn es dann mal schön ist, dann ist es wirklich wunderschön. Aber ja, wenn es schlecht ist, dann ja, man sollte darauf eingestellt sein.

13:59Lucian Haas

Das heißt, du hattest eigentlich keinen Plan B?

14:02Julia Jauss

Ich hatte nicht so viel Plan B. Mein Plan B war tatsächlich Kitesurfen. Aber ich habe total unterschätzt, dass es quasi nur eine Kiteschule gibt. Ganz Neuseeland. Und es eben nicht so ist wie in den Alpen. Überall Sachen ausleihen oder kaufen kann. Das gibt es einfach nicht. Und es gibt auch keine Leute, die kitesurfen. Also du bist an einem perfekten Kitesurfspot am perfekten Tag. Und wenn man Glück hat, sieht man einen Kitesurfer. Und man fragt sich, wo sind die alle? Aber es gibt einfach nicht mehr. Was natürlich unfassbar schön ist und unfassbar toll. Aber ja, hat auch Nachteile, wenn man zum Beispiel kein Equipment hat.

14:35Lucian Haas

Und wie ist dann dort die Gleitschirmszene so organisiert? Gibt es da zwei, drei Spots, wo eigentlich alle fliegen? Und sonst ist Wildnis angesagt? Oder wie sieht das da aus?

14:44Julia Jauss

Genau, es gibt quasi Spots in allen großen Städten auf jeden Fall. Und auf der Nordinsel auch viele Flachlandfluggebiete, richtig coole. Und auf der Südinsel ja eigentlich auch in den ganzen Städten. Also in Nelson, Christchurch, Warnocker, Queenstown. Und es gibt halt quasi dann pro Stadt immer eine WhatsApp -Gruppe. Über die wird sich so organisiert. Und ja, und alles andere ist eh wild und quasi schwer zu erreichen. Oder meistens nur mit langen Umlanderungen. Ja.

15:13Lucian Haas

Also als Europäerin hinkommt, wird man sofort aufgenommen? Oder sind die Neuseeländer eher reserviert und sagen, wer kommt da von fern, will bei uns fliegen?

15:23Julia Jauss

Nee, man wird super freundlich aufgenommen. Also die sind es ja auch gewohnt. Es kommen ja super viele Leute nach Neuseeland. Es ist ja wirklich ein Traumland zum Reisen. Und es funktioniert dann meistens so, sobald man in der WhatsApp -Gruppe ist und einfach schreibt, hey, ich bin hier. Ich glaube, es sieht zum Fliegen aus morgen. Wer hätte denn auch Lust? Dann schreiben sofort andere Leute, hey, also,

15:44Julia Jauss

wir gehen morgen nicht fliegen. Oder ja, klar, wir sind auch alle dabei. Und da wird sich dann auch immer organisiert mit Auffahrten, weil es gibt ja quasi, es gibt ja keine Gondeln in Neuseeland oder so. Es wird dann immer alles mit Auto gemacht. Und ich dachte dann auch erst auf der Nordinsel, bei dem ersten Fluggebiet habe ich auch reingeschrieben, ja, hey, ich bin da, ich würde morgen gerne fliegen. Ich würde dann Hike and Fly machen. Und dann kam als erstes nichts mit Hike and Fly. Private Property. Wir müssen mit dem Auto hochfahren. Und ich so, hey, wieso ist denn mit dem Auto hochfahren besser als wandern? Aber ja, das war dann quasi überall. Also, dass Hike and Fly auch teilweise gar nicht erlaubt ist, eben bei private Grundstücke. Und man muss auch immer mit den Landowners vorher telefonieren. Oder auch auf der Nordinsel waren auch super viele Airspaces, wo man anrufen muss und Permission fragen muss. Also, nicht so einfach. Also, wie in den Alpen, man fährt einfach irgendwo hin und geht fliegen.

16:31Julia Jauss

Schwierig. Also, schwierig. Gibt auch natürlich Gebiete, aber auch in vielen Gebieten schwierig. Und man sollte sich auch wirklich dran halten, weil sonst verlieren die Neuseeländer ihre Gebiete. Das ist... Ja, schon wichtig.

16:45Lucian Haas

Das heißt, ein Learning für dich ist auch, eigentlich sind die Alpen ein Flugparadies so ungefähr.

16:49Julia Jauss

Ich muss ehrlich sagen, also ich war jetzt schon viel mit meinem Gleitschirm unterwegs auf Reisen. Und ich muss sagen, nach jedem Urlaub denke ich mir, die Alpen sind schon richtig toll.

16:57Lucian Haas

Du hast in Neuseeland auch an einem Wettbewerb teilgenommen und dort gleich den ersten Platz bei den Damen gemacht. Du hast mir aber auch in Vorbereitung hier drauf geschrieben, du würdest nie wieder einen Wettbewerb in Neuseeland fliegen. Warum?

17:12Julia Jauss

Ja, die Neuseeland... Neuseeland Nationals, ich habe mich auch super drauf gefreut. Die haben den nicht, der Louis organisiert, Louis Tepper. Auch ein, ja, also der, quasi fast der einzige neuseeländische Wettbewerbspilot. Den habe ich letztes Jahr auf der EM kennengelernt in Serbien. Und eben habe ich auch direkt erzählt, er organisiert die Nationals und ich soll unbedingt mitfliegen. Und dann habe ich mich natürlich direkt angemeldet. Da habe ich mich total gefreut. Ich dachte, ja, super, ein Wettbewerb in Neuseeland. Ich bin ja eh so lange da. Klar, habe ich richtig Lust, habe zwar kein Wettbewerbsequipment dabei, aber ist ja auch egal. Egal, geht ja eher um ihren Spaß und erfreut.

17:46Julia Jauss

Und war dann eben... Ich war ziemlich lange in Queenstown, eigentlich den Großteil meiner Neuseeland -Zeit oder ein bisschen was in der Gegend Queenstown und habe dann da schon ein paar Leute kennengelernt und ganz viele so, nee, sie fliegen da nicht mit und die Nationals, ganz schlimmer Wettbewerb und oh Gott. Und haben mir da so die Horrorgeschichten erzählt. Und ich dachte, hä, das kann ja... Also, warum? Also, ich konnte mir das gar nicht vorstellen. Aber ich muss ehrlich sagen, also es waren super, super Events. Also, die haben es super organisiert. Aber es war auch... Also, es ist kein klassischer Wettbewerb. Also, es gibt halt... Es kamen ein paar Wettbewerbspiloten auch aus Australien und es kam noch ein anderer Deutscher. Und eben mein Kumpel, Thermik hier besucht hat in Neuseeland, der ist ja auch Wettbewerbspilot, der war auch da. Aber ansonsten, würde ich sagen, wir waren jetzt zehn, ich sage jetzt mal ein bisschen erfahrenere Wettbewerbspiloten und der Rest war Anfänger mit ein bisschen XC -Erfahrung.

18:37Julia Jauss

Und das macht einen Wettbewerb natürlich, ja, schon mal generell ein bisschen anders. Wenn die meisten noch gar nicht so wirklich Strecke fliegen können. Dann das Task -Setting in Neuseeland. Es gibt halt quasi, wenn man irgendwo hinfliegen will, wo es gut geht, gibt es keine Straßen. Das heißt, Retrieve gibt es quasi nicht. Also, es wurde generell gar kein Retrieve organisiert. Jeder musste seinen eigenen Retrieve organisieren. Es gab auch keine Shuttles zum Startplatz. Das musste man auch selber organisieren. Und das Fluggebiet, wo wir eigentlich fliegen wollten, hat im letzten Moment haben gesagt, wir haben keine Permission, um den Wettbewerb da durchzuführen. Das heißt, wir hatten kein Fluggebiet. Und wir dachten uns so, okay. Also, das Briefing für den Wettbewerb war wirklich, hey, also, wir haben kein Fluggebiet. Wir wissen noch nicht, wie wir es eigentlich machen, aber es wird super.

19:23Julia Jauss

Also, es hat dann auch wirklich super geklappt. Okay. Also, wir sind dann auf andere Startplätze ausgewichen. Und wir sind auch zum ersten Mal vom Queenstown geflogen, vom Coronet Peak. Das wollten sie eigentlich nie machen, weil zwischen Queenstown und Wanaka, das ist so der klassische Flug, sind so ungefähr 30 Kilometer. Und da ist halt keine Straße. Also, ein bisschen Straße ist da schon. Aber nicht viel. Und da gibt es halt viele Möglichkeiten zum Außenlanden. Und da muss man halt schon, ja, so acht bis, je nachdem, was für ein Wettbewerbs -Equipment man hat, oder wie leicht oder schwer es ist, oder wie fit man ist, zwischen acht und, weiß ich nicht, 15 Stunden rauslaufen. Und, na ja, es ist halt ein Wettbewerb. Und es gibt halt viele Anpfänger. Und dann haben die halt gesagt, ja, wir können ja eigentlich nicht da fliegen, weil, wenn die da dann alle landen, und dann kommen die ja nicht wieder raus bis zum nächsten Tag. Und, na ja, es ist halt schwierig.

20:09Julia Jauss

Es ist was ganz anderes als ein Wettbewerb in den Alpen, wo es einfach alles, so viel einfacher ist und wo das Piloten -Niveau anders ist. Also, die haben sich wirklich sehr bemüht, dass alle da am Ende des Tages was lernen und einen coolen Wettbewerb haben. Und die haben das wirklich super, super klasse gemacht. Aber ich muss auch sagen, also, wir hatten eine Hammerwoche. Wir sind, glaube ich, von sechs Tagen fünf Tasks geflogen. Und genau deswegen würde ich aber keinen Wettbewerb mehr fliegen, weil es waren so gute Tage. Und die Tasks waren halt entsprechend klein und halt leider auch nicht in die richtig guten, schönen Gebiete, sondern halt eher an den Straßen orientiert. Und das beste Fliegen in Neuseeland ist halt nicht an den Straßen. Und das können sie aber halt nicht machen beim Wettbewerb. Und deswegen würde ich nie wieder in einen Wettbewerb fliegen, weil wir haben leider so viele gute Tage für richtig tolle Biwak -Trips und Missions verpasst.

20:57Julia Jauss

Ja, und die guten Tage in Neuseeland sind halt leider sehr, sehr, sehr, sehr, sehr rar. Und ja, also es war ein toller Wettbewerb und hat richtig Spaß gemacht, aber ich würde es nicht nochmal machen.

21:07Lucian Haas

Wenn man jetzt, so wie du sagst, XC fliegen will, dann muss man eigentlich in die abgelegenen Gebiete. Da wird es interessant sein. Das sagst du. Genau. Heißt das denn, dass alle XC -Flieger in Neuseeland quasi immer mit Biwak -Equipment unterwegs sind, weil man immer riskiert, vielleicht irgendwo im Nowhere zu stehen und wirklich zu sagen, hey, heute schaffe ich das nicht mehr raus. Das ist jetzt zu spät und 15 Stunden Lauf oder was auch immer. Oder zumindest am nächsten Tag, vielleicht kann ich noch auf den nächsten Berg hoch und dann wieder rausfliegen oder sowas. Aber wenn das Wetter vielleicht kippt, dann musst du vielleicht 15 Stunden laufen. Aber damit muss man immer rechnen.

21:42Julia Jauss

Damit muss man immer rechnen, genau. Alle fliegen mit Biwak -Equipment und mit Essen für zwei, drei Tage. Also es gibt so ein paar, klar, wenn man sagt, hey, heute, ich muss morgens sicher arbeiten, ich kann es nicht riskieren, ich fliege hier eher lokal oder ich mache halt nur einen kleinen Flug und man sich sicher sein kann, hey, das funktioniert, dann fliegen sie auch mal ohne Biwak -Equipment. Aber ja, prinzipiell, eigentlich fliegen alle immer mit Biwak -Equipment.

22:05Lucian Haas

Würdest du sagen, Neuseeland ist quasi das Hike -and -Fly -Paradies?

22:14Julia Jauss

Ja und nein. Also Hike -Wandern in Neuseeland, Hike -Wandern in Neuseeland ist wirklich wunderschön und toll und es ist unfassbar. Wenn man gerne allein in den Bergen ist, ist es unglaublich. Und es gibt unfassbar tolle Hütten an den schönsten Flecken der Erde und man ist einfach auf diesen Hütten, also es sind sehr basic Hütten, es gibt keine Restaurants oder Ähnliches. Aber es sind die wunderschönen Hütten und man ist einfach allein auf dieser Hütte und hat den wunderschönsten Blick auf der Welt und man fühlt sich einfach, als wäre das jetzt sein privates Haus in den Bergen. Und das ist wirklich unglaublich. Aber wandern in Neuseeland, also es ist nicht wie in den Alpen, es gibt ein paar Wanderwege, aber meistens gibt es keine Wanderwege. Und wenn es keine Wanderwege gibt, man muss sich vorstellen, das Wetter in Neuseeland ist extrem wechselhaft. Also es ist von unfassbar heiß und unfassbar trocken im Sommer zu unfassbar stürmisch.

23:04Julia Jauss

Es gibt ja Wind ohne Ende und unfassbar stark. Also wenn wir in den Alpen eine Sturmbahnung haben, ich habe da nur drüber gelacht in Neuseeland, das würden die Neuseeland gar nicht mehr hinterherkommen mit den Sturmbahnungen. Und so muss man sich vorstellen, so sind halt auch die Pflanzen, die sind das halt gewohnt. Die sind halt gewohnt, Schnee, Sturm, Hitze, Dürre, alles. Und so sind die Pflanzen, die sind aggressiv. Die sind hart, die sind spitz, die... Ja, wie gesagt, wandern mit kurzer Hose, deine Beine sind komplett zerkratzt nach jeder einzelnen Wanderung es gibt. Oft ist es wirklich richtig serious bushbashing in Neuseeland. Also es ist... Teilweise braucht man für... Also wenn man in den Alpen weiß, wie lange man für, keine Ahnung, 10 Kilometer, 1.000 Höhenmeter braucht dann in Neuseeland, nimm die Zeit mal zwei oder drei, weil es ist kein Track meistens.

23:54Julia Jauss

Man muss meistens richtig viel Arbeit investieren, um überhaupt den Track zu finden, den Track nicht zu verlieren und sich eben durchs Gebüsch zu kämpfen. Es gibt natürlich auch ein paar gute Tracks oder zum Beispiel die großen Great Walks in Neuseeland. Das sind quasi so richtige schon fast Autobahnen, die man da abwandern kann. Aber ansonsten, vor allem wenn man auch irgendwo im Nirwana landet, wo es vielleicht keinen Track gibt, ja, das kann wirklich... Das kann wirklich lange dauern. Also, ja. Aber wenn man dann mal oben ist, also über der Buschgrenze, dann ist das meistens super. Aber, ja. Also es ist wunderbar und herausfordernd zugleich. Und man sollte sich auch Gedanken machen, weil man meistens sehr, sehr, sehr, sehr viele Flüsse überqueren muss. Und, ja, es sollte halt vorher nie richtig geregnet haben. Aber ja, man ist meistens, ja...

24:40Julia Jauss

Es ist herausfordernd. Es ist anders als die Alpen. Sehr, sehr anders. Aber toll.

24:45Lucian Haas

Nun bist du ja nicht die größte Person. Wie groß bist du?

24:48Julia Jauss

1,60m.

24:49Lucian Haas

1,60m. Wie tief standest du dann in solchen Flüssen dann dort drin, wenn du die kreuzen musst?

24:55Julia Jauss

Oh, schon tief. Also meine... Ich hatte meistens die kurzen Hose an, aber manchmal ist die auch nass geworden. Und manchmal ist es wirklich... Ja, manchmal ist es wirklich schwer, Flüsse zu überqueren. Man muss schon, ja... Also Pro -Tipp, den Rucksack immer nach vorne nehmen und immer alle Schnallen aufmachen, weil wenn es einen mitreißt, sonst stirbt man, wenn man der Rucksack noch an einem hängt. Und oft Empfehlung, wenn die Flüsse zu tief werden, einfach die Schuhe anlassen, weil man braucht es einfach, um durchzukommen.

25:24Lucian Haas

Wenn du so einen großen Hike -and -Fly -Rucksack hast mit allem Equipment, kannst du dann noch was sehen, wenn du den vorne hinnimmst?

25:31Julia Jauss

Nein, ich habe ihn trotzdem auf dem Rücken gelassen.

25:36Lucian Haas

Also der Pro -Tipp hat für dich nicht gegalt. Der hat

25:39Julia Jauss

für mich nicht funktioniert.

25:41Lucian Haas

Warst du denn da immer alleine unterwegs bei solchen Sachen oder eigentlich nur mit anderen zusammen? Oder traut man sich dann auch, auch sowas alleine zu machen?

25:49Julia Jauss

Teils, teils. Also am Anfang habe ich ein paar Locals kennengelernt und war mit denen unterwegs. Und dann eben kam einer meiner besten Freunde aus Deutschland, hat mich besucht für fünf Wochen. Und dann war ich mit dem natürlich die ganze Zeit unterwegs. Wir haben dann noch zwei andere Europäer kennengelernt. Und dann hatten wir auch so eine coole Vierergruppe, mit denen wir ein paar Trips gemacht haben. Und als sie dann aber wieder weg waren, habe ich dann auch super viel einfach alleine gemacht, weil die Einheimischen müssen dann ja auch einfach alle arbeiten. Als so die Hauptsaison vorbei war, gab es auch quasi wenig Touristen, die dann noch da waren und Lust hatten auf solche Trips. Genau. Aber ja, also ich habe auch viel noch mit Einheimischen gemacht, wenn die nicht arbeiten mussten und frei hatten. Aber sonst habe ich auch viele Trips noch alleine gemacht am Ende und die richtig lieben gelernt, um ehrlich zu sein.

26:36Lucian Haas

Es gibt ja immer wieder so Leute, die so Projekte starten, die ganze Südinsel quasi einmal von Süden nach Norden abzufliegen oder von Norden nach Süden. Hast du sowas auch gemacht?

26:43Julia Jauss

Nee, habe ich nicht.

26:44Lucian Haas

Hattest du auch nicht geplant? Oder würdest du sagen, das ist vielleicht doch zu anspruchsvoll, das alleine dann so durchzuziehen?

26:52Julia Jauss

Naja, hatte ich nicht geplant. Ich hatte es mir überlegt, ob ich es vielleicht dann mache. Aber ich wollte halt erst mal so ein bisschen, ja, mich einfach so ein bisschen eingrooven, ein bisschen verstehen, wie es läuft. Ich hatte am Anfang schon sehr viel Respekt, um ehrlich zu sein, vom Außenlanden, weil ich mir halt auch dachte, wie gut schaffe ich das überhaupt? Mein Rucksack war ziemlich schwer. Ja, ich wusste einfach nicht, wie gut es so klappt. Ich hatte keine Erfahrung. Ich war noch nie drei Tage, komplett im Outback und hatte keine Ahnung, wie ich da wieder rauskomme, so nach dem Motto. Dieses Selbstvertrauen, dass ich das kann und dass ich gar nicht so übel bin im Routenfinden und ja, mehrere Tage im Outback überleben, sage ich jetzt einfach mal, dass es doch so gut funktioniert. Aber generell einfach diese Erfahrung zu sammeln, wie es da aussieht, wie das funktioniert, was man sich zutrauen kann, was nicht,

27:43Julia Jauss

das wollte ich mir schon erst mal, ja, so ein bisschen das Selbstvertrauen dafür gewinnen.

27:48Julia Jauss

Und dann muss ich aber sagen, ist das eben relativ schwierig. Also ich bewundere alle, die das gemacht haben, weil in Neuseeland, vor allem dieses Jahr, es gab halt oft so ein, zwei Flugtage und dann war es erst mal wieder ein paar Tage nicht fliegbar. Mir war es, um ehrlich zu sein, eher wichtiger, dass ich an den guten Tagen einfach tolle, lange Flüge mache, weil ich muss ehrlich sagen, die langen Flüge sind dann doch, also ich wollte halt einfach viel aus der Luft sehen. Wenn man dann halt eben, Biwak fliegst du für so lange und dann eben vielleicht auch mal ein paar Tage irgendwo auf einer Stelle sitzt, ja, ich weiß nicht, das fand ich irgendwie gar nicht so verlockend. Und Hut ab an alle, die das machen. Ich frage mich auch, wie sie es einfach mit dem Essen regeln, ob sie dann einfach doch irgendwann wieder in irgendwelche Städte fahren und da wieder was nachkaufen, weil für mehrere Wochen Essen mitnehmen.

28:33Julia Jauss

Respekt. Ich weiß nicht, wie das in meinen Rucksack passen würde. Also ich war mit drei Tagen Essen um ehrlich zu sein echt am Limit meines Platzes. Ich muss mal vielleicht in Zukunft mich ein bisschen umorganisieren, aber mehr als drei Tage Essen, keine Ahnung, würde ich nicht unterkriegen. Einfach

28:47Lucian Haas

zu viel.

28:49Julia Jauss

Vermutlich, ja, vielleicht. Nein, ich habe wirklich wenig dabei gehabt. Das war auch mit Dry Meals und, aber ja, mein Gurtzeug vielleicht. Ja, könnte man optimieren wahrscheinlich.

28:59Lucian Haas

Du hast gesagt, du hast dich dann eher so auf die guten Tage mit den langen Flügen konzentriert. Du hast ja sogar einen Rekord erflogen in Neuseeland. Erzähl mal davon.

29:08Julia Jauss

Ja, das war richtig cool. Das war eigentlich mein erster Streckenflug von Queenstown, vom Coronet Peak und das war direkt der Rekord. Ja, das war richtig super. Ich bin in Queenstown angekommen, konnte dann erst mal bei Louis im Garten, also im Garten schlafen, also mit meinem Auto in seinem Garten campen und hatte dann eben auch schon einen Local Hero angeschrieben auf Instagram, Benjamin Kellett, und die gefragt, ja, hey, ich bin jetzt hier, ich würde gerne fliegen. Wie schaut's aus? Hatte auch Lust. Oder hatte auch mal Lust, sich zu treffen, ein bisschen Flüge zu planen. Ich hatte ein paar Ideen. Und dann haben wir uns erst mal getroffen, Flüge geplant und dann stand eben auch schon der Hammertag an. Und es sah super aus im Vorkast. Oh, Entschuldigung übrigens für mein ganzes Denglisch. Es ist superschwierig.

29:53Julia Jauss

Mir fallen manchmal die deutschen Wörter nicht mehr ein. Ich

29:56Lucian Haas

glaube, da brauche ich noch ein bisschen. Dann nimm die englischen, ich glaube, jeder versteht's.

29:59Julia Jauss

Das ist super. Genau, und es sollte ein Tag sein mit relativ viel Rückenwind. Das heißt, wir wollten One -Way fliegen Richtung Mount Cook. Mount Cook sind ungefähr so 180 Kilometer von Queenstown. Man kommt da aber in die MBZ, also in die Mandatory Broadcast Zone, wo man ein Airband -Radio dafür braucht. Und dafür braucht man eine Lizenz. Das heißt, ich habe mir dann erst mal alles versucht, um mir so ein Airband -Radio auszuleihen. Habe dann online das Examen gemacht. Er hat mir noch mal beigebracht, wie das überhaupt funktioniert, wie die Broadcast, wie das alles funktioniert, wie man die anfunkt. Und wenn man da in die MBZ einfliegt, muss man eben alle fünf Minuten broadcasten, also alle fünf Minuten funken. Weil in Neuseeland, es gibt so unfassbar viele Helikopter und Flugzeuge. Es ist wirklich unfassbar gruselig, wenn man fliegt.

30:44Julia Jauss

Also wirklich, es gibt so viele Helikopter, oh mein Gott. Also ein paar Mal dachte ich echt schon.

30:49Lucian Haas

Einen Flam gibt es da wahrscheinlich nicht.

30:50Julia Jauss

Nee.

30:53Julia Jauss

Ich hatte meinen X -Tracer dabei und hatte nur gehofft, ich hoffe, ihr seht mich. Ja, auf jeden Fall habe ich dann noch versucht, also man muss auch noch ein praktisches Examen machen für das Airband -Radio. Und ich habe dann, es gibt nur zwei Leute in Queenstown, die das abnehmen können. Und die habe ich dann versucht, zwei Tage vor dem Hammertag eben nonstop anzurufen. Hey, ich brauche das, bitte. Die hatten aber leider keine Zeit, also konnte ich das Examen nicht machen. Egal. Wir sind dann eben trotzdem geflogen. Es war Hammertag. Es war super. Wir waren direkt an der Basis. Wir sind super schnell zusammengeflogen. Ich war unfassbar nervös, weil es eben mein erster wirklich Flug mit Biwak -Equipment war, wo ich dachte, ja, hey, heute mal alles versuchen. Und wenn ich irgendwo lande, egal. Es war unfassbar kalt.

31:39Julia Jauss

Ich hatte keine Ahnung, wie ich die Nacht überleben sollte, falls ich irgendwo außen lande, weil es sogar im Flug, wir sind, es war so unfassbar kalt. Wir haben so gefroren. Aber es war so wunderschön. Wir haben vier Seen überquert. Was ja auch ein bisschen komisch ist, wenn man in den Alpen fliegt, weil bei uns heißt es immer, über Wasser fliegt man nur mit Schwimmweste.

31:57Julia Jauss

Fanden die natürlich richtig lustig. So ein richtig deutscher Kommentar. Wir haben vier Seen überquert. Es war wirklich, es war einer der schönsten Flüge, glaube ich, meines Lebens. Es war wunderschön. Es hat super funktioniert. Ich dachte direkt am Anfang, dass ich landen muss. Nach der Querung vom Flachland in Wanaka bin ich so tief angekommen. Ich hatte irgendwie eine richtig schlechte Linie. Die anderen kamen super hoch an. Ich kam super tief an. Ich war quasi, ich bin schon aus dem Ballensack rausgegangen. Ich dachte, okay, ich lande jetzt hier am Hammertag. Herzlichen Glückwunsch, Julia. Und hab dann aber doch noch was ausgegraben und konnte sogar wieder aufholen. Und wir sind tatsächlich, es war quasi unser zweiter Flug zusammen. Also ich bin mit Ben und Leo geflogen. Leo habe ich auch letztes Jahr schon in Europa kennengelernt. Es war unser zweiter Flug zusammen. Und wir sind einfach die ganzen 176, glaube ich, Kilometer zusammen geflogen.

32:44Julia Jauss

Es war richtig cool. Es hat so viel Spaß gemacht. Ja. Als wir dann kurz vorm Airspace waren, also von der MBZ waren,

32:52Julia Jauss

ja, habe ich die anderen, haben wir nochmal so ein bisschen gefunkt. Die haben eh schon gesagt, hey, Julia, Glückwunsch, du hast schon den Rekord. Ich so, was für ein Rekord. Den Women's Open Distance Rekord. Ich so, aha, okay, meinetwegen.

33:05Julia Jauss

Aber jetzt ist hier Airspace, was sollen wir tun? Und dann haben sie mir eben auch gefunkt, ja, also wenn wir innerhalb von einer nautischen Meile, glaube ich, oder zwei, also ungefähr zwei Kilometer zusammenfliegen, ist es auch kein Problem, wenn nur einer das Airwindradio hat. Aber dann meinten sie auch, Julia, ganz ehrlich, jetzt mit dem Rekord, würden sie mir jetzt empfehlen, eigentlich nicht reinzufliegen. Und dann dachte ich mir, ja, cool, Challenge accepted. Das macht eigentlich noch viel mehr Spaß. Irgendwie hat es so meinen Ehrgeiz nach, keine Ahnung wie viele Stunden, ich schon in der Luft war, geweckt und dachte, cool, jetzt fliege ich einfach um den Airspace drumrum im Flachland. Und bin dann einfach drumrum geflogen. Aber leider kamen dann die Seabreeze von Osten. Und dann hätte mich quasi jeder Thermikkreis in den Airspace reingesetzt. Und dann bin ich da gelandet. Und die anderen sind noch ein bisschen weiter geflogen.

33:50Julia Jauss

Aber ja, war richtig super. Und dann habe ich erst mal geguckt und dachte, oh, 260 Kilometer zurück trampen, na dann los geht's. Aber zwei Autos trampen in Neuseeland ist so unfassbar einfach, weil es gibt einfach meistens nur eine einzige Straße. Und wenn man da irgendwo im Nirwana steht, dann halten sofort die Leute an, weil sie denken, was zur Hölle macht die da? Die kommt hier nie weg.

34:12Lucian Haas

Und was heißt 260 Kilometer trampen? Wie lange braucht man da in Neuseeland? Wie lange braucht man da in Neuseeland für sowas? Ich glaube, das waren vier Stunden.

34:20Julia Jauss

Ja, vier Stunden, drei, vier Stunden, ja. Vier Stunden, glaube ich, ja.

34:24Lucian Haas

Und dann warst du wieder zurück und konntest deinen Rekord feiern. Was bedeutet dir so ein Rekord?

34:30Julia Jauss

Gar nicht so, ehrlich zu sein.

34:34Julia Jauss

Nee, wirklich. Ich fand es eher total seltsam, weil mich dann irgendwie gefühlt alle kannten. Und alle, oh, du bist die, die den Flug gemacht hat. Und ja, das war eher ein bisschen unangenehm, um ehrlich zu sein. Also es war cool. Klar, ich habe mich gefreut. Aber also, also, keine Ahnung. Manche sind dann ja auch so ein bisschen, manche finden das ja dann auch eher nicht so toll. Also ich meine, ja. Also es ist immer so ein bisschen zwiespältig, weil, klar, manche Leute sind einfach, freuen sich ein für einen, aber manche Leute sind so, ja, boah, wir versuchen hier seit Jahren irgendwie besser zu werden und weitere Strecken zu fliegen und das Neuseeland, das Backcountry zu erkunden und dann kommen so ein paar Europäer und die fliegen einfach diese ganzen Flüge direkt, obwohl sie noch nie vorher hier waren.

35:20Julia Jauss

Manche sind dann auch nicht so, glaube ich, auch nicht so glücklich darüber.

35:26Lucian Haas

Wenn du solche Strecken fliegst, du sagst dir zwar ja, es bedeutet dir nichts und sowas, aber irgendwie bist du ja doch ein wenig leistungsorientiert, sage ich mal.

35:35Julia Jauss

Ja, muss ich auch zugeben.

35:38Lucian Haas

Du hast es in relativ kurzer Zeit, du fliegst jetzt, du bist jetzt in deinem sechsten Flugjahr und hast es schon bis in die deutsche Nationalmannschaft geschafft. Wie kam es dazu?

35:48Julia Jauss

Na ja, das ist ja auch, würde ich sagen, eher Glück, weil ich eine Frau bin. Als Mann wäre ich da noch nicht. Und das wird mir auch regelmäßig gesagt.

35:58Lucian Haas

Stört dich das oder nimmst du das eher, na ja, wieder so ein blöder Männerspruch? Du bist ja nur dabei, weil du eine Frau bist.

36:06Julia Jauss

Ja, was soll man dazu sagen? Aber es stimmt ja auch. Stimmt ja auch. Aber es weckt meinen Ehrgeiz. Ich will es mir ja quasi auch gerne dann richtig verdienen.

36:17Lucian Haas

Aber trotzdem, wie hast du es denn dorthin geschafft? Wie bist du überhaupt von einer Anfängerin 2017 zu einer Wettbewerbspilot geworden? War das eigentlich von Anfang an so ein Ziel, dass du sagst, hey, ich möchte mal Wettbewerbe fliegen? Oder wie bist du dazu gekommen?

36:32Julia Jauss

Na ja, also Gleitschirmfliegen habe ich wirklich angefangen, weil ich dachte, als Abstiegshilfe, ich finde Wandern toll, aber ich hasse runterlaufen. Also habe ich Gleitschirmfliegen angefangen. Als ich dann im A -Schein erfahren habe, dass man damit auch weite Strecken fliegen kann, war es völlig um mich geschehen. Und dann dachte ich, als ich meinen Schein, da war nichts mehr mit Hike and Fly, da war erst mal Airtime, Airtime, Airtime. Es gab nichts Schöneres für mich, als in der Luft zu sein. Und habe versucht, so viel wie es geht, zu fliegen. Und mich hat wirklich der totale Ehrgeiz, die totale Motivation gepackt. Das Fliegen war wirklich für mich das Beste, das Schönste, das Faszinierendste, was ich je in meinem Leben gemacht habe mit Abstand. Warum? Ich weiß es nicht. Ich fand es einfach toll. Es hat mein Leben einfach total auf den Kopf gestellt.

37:17Julia Jauss

Nach meinem A -Schein war ich auch zu Hause und saß im Homeoffice und im Büro. Ich habe die ganze Zeit die Fotos und die Videos angeschaut von der Schulung und von der Woche. Ich hatte fast schon wie eine kleine Depression, weil es schon wieder vorbei war. Ich konnte es nicht erwarten, wann ich das nächste Mal wieder in die Luft kommen konnte. Das hatte ich davor noch nie.

37:40Lucian Haas

D.h. davor, du hast auch ganz andere Sportarten schon gemacht, aber Gleitschirmfliegen ist die einzige, die dich wirklich so geflasht hat.

37:47Julia Jauss

Genau. Als ich angefangen habe zu arbeiten, dachte ich, jetzt habe ich endlich Geld, alles zu machen, was ich schon immer machen wollte. Dann habe ich Taufschein gemacht. Ich habe Kitesurfen angefangen. Ich war super viel reisen und habe alles gemacht. Es war superschön und super viel wandern. Alles ausprobiert gefühlt. Aber es war dann immer so, z.B. auch beim Wandern, wenn ich dann so ein paar Tage am Stück wandern war, dann weiß ich, jetzt reicht es auch erst mal wieder für ein paar Wochen. Aber beim Gleitschirmfliegen, da hat es nie gereicht. Da war immer, ich will mitgehen.

38:19Lucian Haas

Hält das auch heute noch an? Oder kommst du in eine Situation manchmal rein, wo du sagst, es gibt auch Tage, wo ich heute sage, jetzt reicht es mal?

38:28Julia Jauss

Ja, leider. Ich hatte mir nie vorgestellt, dass es irgendwann mal so ist. Aber ja, diese krasse Anfangsmotivation, die erlischt leider irgendwann. Muss ich auch sagen, fast schon schade. Aber ja, inzwischen bin ich gar nicht mehr so flugleit. Was aber am Ende noch sehr gut ist, weil ich habe jetzt wieder mehr Zeit für andere Hobbys, mehr Zeit für, für auch mal Nicht -Flieger -Freunde. Und es ist auch gut. Also es ist auch gut, dass man auch mal genug hat.

38:55Lucian Haas

Gucken wir doch noch mal so ein bisschen deine Wettbewerbskarriere an. Erzähl mal von deinem ersten Wettbewerb. Wie bist du da überhaupt dazu gekommen?

39:02Julia Jauss

Also eigentlich wollte ich unbedingt mal die Newcomer -Challenge fliegen. Auf der DHV -Jugend habe ich eben ein paar Leute kennengelernt. Auch einer meiner besten Freunde, der eben auch in Neuseeland dabei war, der hat ja auch mir immer gesagt, boah Julia, flieg doch mal Newcomer -Challenge. Super Sache, da lernst du super viel. Da dachte ich mir, ja super. Auf jeden Fall. Und dann waren wir eben auf einer Hütte in den Bergen und wir hatten alle keinen Empfang. Nur der Michi, eben mein Kumpel, der hatte Empfang. Und dann haben wir uns eben alle für die Newcomer -Challenge auf seinem Handy angemeldet. Und dann habe ich mich nicht ausgelockt. Und dann hat er sich einen Spaß draus gemacht und hat mich für einen richtigen Wettbewerb für die Icarus Open angemeldet. Und hat dann so gemeint, ja Julia, ich habe dich gerade für einen Wettbewerb angemeldet. Und ich so, ja, ja, ja, klar. Ich habe ihm das gar nicht geglaubt. Und dann irgendwie vier Monate später kriege ich eine E -Mail. Ja, Sie haben Platz in dem Wettbewerb.

39:48Julia Jauss

Bitte zahlen Sie doch die Anmeldegebühr. Und dann rufe ich ihn an. Du hast mich ja wirklich für einen Wettbewerb angemeldet. Und er so, ja, ja, klar. Und ich so, ja, okay. Dann überweise ich jetzt. Du musst mir halt dann sagen, wie es funktioniert. Dann überweise ich jetzt und dann fliege ich da mit. Genau, und die Newcomer -Challenge ist dann leider ausgefallen wegen schlechtem Wetter. Und dann war die Icarus tatsächlich mein erster Wettbewerb. Und das war dann, ja, sehr spannend. Es waren super viele Piloten. Ich kannte gefühlt niemanden, außer eben den Michi. Und, ja, der erste Task, war ich dann auch richtig stolz. Ich war nämlich im Goal. Ich habe zwar keinen anderen Piloten gesehen, außer im Startbad. Und danach waren nämlich alle weg. Aber ich kam dann ins Goal. Ich war super stolz, bis mir dann alle erzählt haben, ja, Julian, der Task wurde gestoppt.

40:31Lucian Haas

Warum? Hat es irgendwo geregnet auf der Strecke?

40:33Julia Jauss

Ja, ich weiß auch nicht. Ja, irgendwo hat es, ja. Und du hast den Regen

40:36Lucian Haas

verpasst, weil du zu langsam warst eigentlich.

40:39Julia Jauss

Vermutlich, ja. Und dann dachte ich mir so, oh Gott, na ja. Und dann die nächsten Tage, ja, war dann auch super. Ich stand dann am Ende sogar auf dem Podest. War die dritte Dame. Die dritte Dame, yay, cool. Hat auch echt richtig viel Spaß gemacht. Aber ich dachte mir, nee, also das ist ja nichts für mich. Also ich zahle Geld dafür, dass ich dann trotzdem nur allein rumfliege und dann die ganze Zeit am Startplatz sitze und rumwarte. Und nee, also es war jetzt ja eine schöne Erfahrung. Aber nee, das ist nichts für mich.

41:07Lucian Haas

Aber trotzdem hast du es wieder gemacht. Wirst du dir selber immer untreu?

41:11Julia Jauss

Nee, dann habe ich das nicht mehr gemacht. Dann bin ich keine Wettbewerbe mehr geflogen. Nur die Newcomer Challenge. Die Newcomer Challenge, weil die kann ich nur jedem ans Herz legen, der gerne Strecke fliegt und sich verbessern will. Also man lernt so unfassbar viel auf einer Newcomer Challenge. Das ist so ein tolles Event. Wirklich, also das kann ich jedem empfehlen.

41:29Julia Jauss

Und nee, nach der Newcomer Challenge bin ich auch keinen Wettbewerb mehr geflogen eigentlich. Ich wollte einfach selber XC fliegen. Ich war dann eben auf einem Wettbewerb war ich einfach nochmal so zum Spaß.

41:43Julia Jauss

Aber sonst, nee, war ich auf keinem Wettbewerb mehr. Und dann bin ich aber beim XC fliegen so ein bisschen besser geworden. Und dann haben ganz viele Freunde mir geschrieben, Julia, jetzt mach das doch nochmal mit den Wettbewerbsfliegen. Und bewirb dich doch für die Liga und komm noch in die Liga. Und ich so, ja, aber warum denn? Und dann meinte er, ja, wir sind da. Und da kannst du mit uns auf coole Bewerbe fahren. Und dann habe ich mir das nochmal so durch den Kopf gehen lassen. Und dann habe ich mich tatsächlich für eine Wildcard bei der Liga beworben. Und habe die dann auch bekommen. Und dachte mir, gut, jetzt gebe ich dem Ganzen, Wettbewerbsfliegen nochmal eine Chance und probiere das nochmal eine Saison aus. Und dann war das auf einmal ganz anders als bei meinem ersten Icarus Open. Und das hat auf einmal richtig gut funktioniert. Und obwohl ich nur einen C -Schirm hatte, also einen kleinen C -Schirm, nur den Alpina XS, hat es sogar richtig gut funktioniert.

42:31Julia Jauss

Also klar, vorne mitfliegen natürlich nicht. Aber ich hatte immer so geschafft, so halbwegs im Mittelfeld von der Competition zu landen. So ein, ja, ich sage jetzt mal in einem vorderen bisschen. Bis letzten Drittels.

42:48Julia Jauss

Was für ein C -Schirm gar nicht so schlecht ist. Also fand ich jedenfalls. Und habe dann auch eben in der Sportklasse auch oder in der Damenklasse auch manchmal ein paar gute Erfolge gehabt. Eben auch trotz anderen Enzos in der Damenklasse. Und ja, hat einfach super viel Spaß gemacht. Ich habe immer mehr Leute kennengelernt. Und das, was wirklich süchtig macht am Wettbewerbsfliegen, ist eigentlich die Community. Weil bei jedem Wettbewerb lernt man mehr Leute kennen. Und man sieht sich halt immer wieder. Und die Liga ist eigentlich wie so eine große Familie, die halt zu bestimmten gemeinsamen Urlauben fährt. Also so fühlt sich das jedenfalls für mich an. Und dann kennt man auf einmal alle. Und dann ist es auf einmal Fliegen mit Freunden. Und das ist das, was ich eben am meisten liebe, um ehrlich zu sein. Und was beim XC -Fliegen fast nie möglich ist, weil man steht zusammen am Berg und man will zwar zusammen fliegen, aber am Ende, man weiß ja, wie es ist.

43:36Julia Jauss

Dann startet jeder zu einer anderen Zeit. Weil dem einen ist es noch zu früh, dem anderen ist es schon zu spät. Mit dem Warten, naja, das können die meisten irgendwie auch nicht. Dann macht der eine einen Fehler, der andere nicht. Und am Ende fliegt man eh seine Strecke allein. Aber was ja eigentlich das Schöne ist, wenn man das zusammenfliegt. Und Wettbewerbsfliegen ist für mich, ist einfach Fliegen mit Freunden. Alle starten zusammen, alle fliegen zusammen. Und dann macht man einen Fehler und man holt wieder auf. Und dann schreit man sich in der Thermik an. Und man ist so froh, die anderen wiederzusehen. Und man kennt sich irgendwann einfach in der Luft. Und das ist einfach wahnsinnig toll. Und alles davor und danach ist einfach eher so ein Social Event. Um ehrlich zu sein. Und es macht einfach so viel Spaß. Und selbst wenn wir nicht fliegen, dann machen wir immer so tolles Alternativprogramm.

44:23Julia Jauss

Wir sind da jetzt einfach so eine coole junge Gruppe. Und wir haben einfach alle da ähnliche Interessen. Und ja, wir machen uns einfach die beste Zeit. Und wir lernen halt super viel zusammen da. Und das ist einfach toll. Aber ein toller Spaß.

44:38Lucian Haas

Das stimmt sicherlich auch. Du sagst, ihr lernt ungeheuer viel. Aber du warst von Anfang an relativ erfolgreich. Bist du auch irgendwo ein Naturtalent?

44:47Julia Jauss

Nein, auf gar keinen Fall. Nein, oh Gott. Ich glaube, es lachen immer noch alle drüber, wie lange ich gebraucht habe, um meinen ersten 100er zu fliegen. Nee, ich war schon immer einfach super motiviert. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass es schon irgendwie gefühlt lange gedauert hat. Ich habe schon viel Try and Error gemacht, glaube ich. Und ich bin auch viel gelaufen. Also viel gelandet und gelaufen.

45:10Julia Jauss

Aber ich habe schon immer viel gefragt und viel analysiert und viel geplant vor allem. Also ich bin ja so ein kleiner Planungsjunkie. Ich liebe XC -Streckenplan. Oh mein Gott. Mir fehlt... Ich habe vermisst den Winter, weil das normalerweise meine große Winterbeschäftigung ist. Oder eine meiner vielen Winterbeschäftigungen. Naja, ich glaube, ich hatte einfach super viel Glück, super viele tolle Leute kennenzulernen. Und von denen zu lernen. Also zum Beispiel auch mit der DHV -Jugend. Auch für alle Piloten bis 28. Meine absolute Empfehlung. Man lernt einfach Leute kennen in seinem Alter, in seiner Region, die auch genauso motiviert sind zum Fliegen. Und mit der DHV -Jugend. Mit der DHV -Jugend habe ich halt super viele erfahrene Piloten kennengelernt. Oder das heißt erfahren, aber erfahrene, wie ich damals war mit meinem Arsch hier. Denen halt auch alle Fragen gestellt. Oder auch so Events, wie ich war mit meinem Arsch hier auf der Nova XC Team Challenge.

45:59Julia Jauss

Und da habe ich zum ersten Mal gelernt, XC -Punkte, XC -Kilometer. Davor habe ich noch nie davon gehört. Und da habe ich gelernt, hey, man kann Strecken planen. Es gibt Tools dafür.

46:11Julia Jauss

Ja, und solche Events und eben sich mit den richtigen Leuten austauschen. Ich glaube, das ist so. Wie man wirklich schnell besser wird. Aber ich glaube nicht, dass ich

46:20Lucian Haas

ein Talent habe. Gibt es denn etwas, was dich von Wettbewerben auch abschreckt?

46:26Julia Jauss

Oh ja, alles.

46:29Julia Jauss

Alles, um ehrlich zu sein. Also irgendwie bist

46:31Lucian Haas

du ein bisschen schizophren, kommt dir fast so vor. Ich weiß. Auf der einen Seite lobst du es in höchsten Tönen. Man kann so viel lernen und dann verschreckt dich abschreckst du alles.

46:39Julia Jauss

Ja, viel. Also es ist so teuer, wirklich. Oh mein Gott, ich gebe so viel Geld für Wettbewerbe aus und ich frage mich manchmal wirklich, warum. Viel warten. Oh mein Gott, wir warten so viel an den guten Tagen. Man fliegt ja meistens auch dann nur super kurz, obwohl man eigentlich viel länger fliegen könnte. Aber man fliegt natürlich viel schneller, was natürlich auch schön ist. Aber man wartet super viel. Aber es ist so viel warten, dass es kann wirklich lästig sein. Aber wie gesagt, wir machen das Beste draus. Dadurch ist das Warten auch schön. Man kann es ja immer alles das Beste draus machen. Warten mit Freunden. Warten mit Freunden, genau. Oder man ist halt auch manchmal in Gebieten, wo das Wetter einfach schlecht ist, während in anderen Gebieten. 200 Kilometer geflogen werden. Da denkt man sich dann halt manchmal schon, was mache ich hier eigentlich?

47:23Julia Jauss

Und der Ehrgeiz. Also es gibt halt ganz viele, die ein bisschen zu ehrgeizig sind. Und die, für die das... Also ich muss ehrlich sagen, das kann ich auch einfach gar nicht verstehen, weil es geht ja einfach um gar nichts. Wir fliegen um virtuelle Punkte. Also davon können wir uns alle nichts kaufen. Also ich verstehe, dass es für manche vielleicht so ein bisschen ihr Aushängeschild ist, weil sie im Gleitschirmbereich arbeiten. Und sie sagen wollen, hey, ich bin Top X. Top Pilot. Verstehe ich. Aber für alle anderen... Es ist doch nur Spaß, oder?

47:54Julia Jauss

Also manche haben da so einen Ehrgeiz, so einen ungesunden Ehrgeiz. Und sind dann so schlecht gelaunt, wenn sie irgendwie... Wenn sie abstehen oder wenn es mal nicht so läuft. Und ich meine, manchmal läuft es halt einfach nicht so. Und ich kann mich da nicht ausnehmen. Klar freue ich mich auch nicht, wenn es schlecht läuft. Aber der Hauptgrund, warum ich das mache, ist, weil es einfach wahnsinnig viel Spaß macht. Zu racen mit Freunden. Und weil wir da die beste Zeit haben. Und weil man eben besser werden kann. Aber ob ich da jetzt dann am Ende super abschneide oder nicht, meine Güte, ist eher zweitrangig.

48:25Lucian Haas

Du hast mir auch geschrieben, beim Wettbewerbsfliegen hast du auch zum ersten Mal sowas erlebt wie ein Flow.

48:31Julia Jauss

Oh ja, das stimmt. Das ist das Allerbeste am Wettbewerbsfliegen. Wieso

48:34Lucian Haas

kommt das beim Wettbewerbsfliegen und nicht so beim normalen Fliegen?

48:38Julia Jauss

Wenn ich das wüsste, Lucien, wenn ich das wüsste, dann würde ich sofort erinnern, dass ich das beim XC -Fliegen aufhabe. Ja, das ist das Krasse. Das ist sowas, was ich je erlebt habe. Ich war noch nie in meinem Leben in einem Flow, bevor ich eben mit dem Fliegen angefangen habe. Und beim Wettbewerbsfliegen, ich weiß nicht, da bin ich so krass fokussiert auf die anderen und auf den Task und aufs Fliegen und auf die Wolken und wo steigt es am besten und aufs Gelände, dass ich lande und ich denke mir, wow, das waren jetzt gerade fünf Minuten, aber es waren drei Stunden. Und manchmal kann ich mich gar nicht mehr so richtig daran erinnern, was eigentlich passiert. Das ist einfach so, das ist einfach passiert. Und beim XC -Fliegen, da denke ich eher über mein Leben nach.

49:18Julia Jauss

Was ich eigentlich noch einkaufen muss.

49:22Julia Jauss

Ja, und da, keine Ahnung, das ist einfach, ich weiß nicht, beim XC -Fliegen habe ich das irgendwie nicht.

49:27Lucian Haas

Würdest du denn sagen, dass dieser Flow -Zustand ein anstrebenswerter ist? Gerade wenn du sagst, ja, letzten Endes waren es vielleicht nur fünf Minuten Flug, ich weiß es gar nicht und ich kann mich noch nicht mal daran erinnern, was ich eigentlich alles gesehen habe.

49:39Julia Jauss

Es ist ein ganz anderes Fliegen. Also es ist nicht dieses, es ist super stressig auch. Also vor allem am Anfang im Start war das so. Also ich weiß nicht, wie es der anderen Wettbewerbspiloten geht, aber für mich ist das das Stressigste, was es überhaupt gibt. Es ist so anstrengend, die ganze Zeit zu gucken, sich alle Gleitschirme auf seiner Höhe, eine Höhe drüber und eine Höhe drunter zu merken und alle die ganze Zeit im Blick zu behalten. A, um eine Kollision zu vermeiden und B, um zu sehen, wo es am besten steigt und die hoffentlich irgendwie an denen vorbeizusteigen. Und währenddessen noch ein paar auszuweichen, die einen schneiden. Ja, das ist so anstrengend. Deswegen, also wenn wir so ein Task fliegen, also gefühlt machen wir den ganzen Tag gar nichts.

50:26Julia Jauss

Wir fahren auf den Berg, dann warten wir stundenlang, dann fliegen wir ein Task und dann sind wir am Boden und warten auf die Ergebnisse und kochen uns was zu essen. Und wir sind alle todmüde, obwohl wir eigentlich nichts gemacht haben. Es ist mental einfach so unfassbar anstrengend. Aber sorry, jetzt habe ich eigentlich deine Frage vergessen. Es

50:47Lucian Haas

ging um den Flow und sowas. Den

50:49Julia Jauss

Flow, ob es erschrebenswert ist. Ja, finde ich auf jeden Fall. Es ist das beste Gefühl, was ich je hatte. Ich finde es wunderbar. Es fühlt sich unfassbar toll an, wenn man in diesem Zustand ist von einfach 1000 %iger Konzentration und es ist einfach nichts wichtig. Es ist nicht wichtig, was gestern war oder was morgen ist. Es ist nicht wichtig, was man verdient oder was man gerade für Probleme auf dem Boden hat. Was auch immer, was man für Zweifel, Ängste, Sorgen. Es ist alles völlig egal. Es zählt nur der Moment und man ist komplett konzentriert. Und das finde ich, das ist ziemlich toll. Aber ja, klar, es ist anders. Es ist nicht wie XC -Fliegen, wo ich mir super viel Zeit nehme, auch einfach mal die Landschaft zu genießen und mal einen Umweg zu fliegen, einfach weil ich es da schön finde.

51:38Julia Jauss

Oder einfach mal aus dem Gas rauszugehen und Fotos zu machen, was ich nonstop mache beim XC -Fliegen. Und beim Wettbewerbsfliegen mache ich keine Fotos oder Videos. Irgendwas. Da gibt es keine Zeit.

51:49Lucian Haas

Wenn du jetzt vor einer Entscheidung stündest und wüsstest, ich kann heute einen super tollen Task fliegen, das Wetter gibt das her, oder ich kann einen super tollen Streckenflug machen, würdest du dich dann wegen des Flow -Erlebnisses fürs Wettbewerbsfliegen entscheiden?

52:03Julia Jauss

Schwierige Frage. Richtig schwierige Frage. Ich habe mich zum ersten Mal in Neuseeland gegen einen Task entschieden und zwar gegen den allerersten Task von den Nationals. Weil das war ein Hammertag und ich wusste, wie selten die Hammertage sind. Und ich wusste, dass der Task vermutlich eben nur ein, keine Ahnung, 100 -Kilometer Task wird. Und ich wusste, dass es ein Tag um 200 Kilometer oder vielleicht sogar mehr zu fliegen. Und dann dachte ich mir, scheiße auf den Wettbewerb. Ich will XC fliegen. Ich bin hier, um Neuseeland zu entdecken. Und das Wettbewerbsfliegen geht mir, um ehrlich zu sein, ziemlich am Arsch vorbei. Und es war die beste Entscheidung überhaupt. Aber sonst habe ich es eigentlich noch nie gemacht.

52:42Julia Jauss

Aber ich glaube, hier in den Alpen ist es auch eher so, ja, der Task, der macht einfach Spaß. Den fliege ich gern. Und ich meine, ich wohne hier ja. Ich kann ja auch, wenn wieder ein guter Tag kommt, dann kann ich ja auch wieder fliegen. Aber wenn es ein richtiger Hammertag ist, dann würde ich vielleicht schon auch XC fliegen gehen. Weil, ja, die Hammertage sind halt doch sehr, sehr selten. Und ja, da gibt es noch so ein paar große Flüge, die ich gern machen würde. Und ja, die sind vielleicht doch mehr wert als so ein Wettbewerbstask.

53:15Lucian Haas

Nun bist du aber deutsche Meisterin in der Nationalmannschaft. Bist, glaube ich, die beste Deutsche auch in der Weltrangliste mittlerweile und sowas. Das heißt, spürst du da auch mittlerweile sowas wie einen Druck oder eine Verpflichtung zu sagen, hey, ich muss ja vielleicht, sollte ich vielleicht doch noch diese Wettbewerbe so konzentriert fliegen, dass ich auch wirklich sage, okay, ich lasse da nicht ein Task aus, weil es heute so schön ist. Sondern ich muss ja meine Punkte haben, damit ich damit auch weiter vorne dran bin. Oder ist dieser Ehrgeiz bei dir gar nicht so ausgeprägt? Und du bist eher zufällig da, wo du jetzt gerade stehst.

53:50Julia Jauss

Also ich muss ehrlich sagen. Ich muss sagen, ich habe Erwartungen. Ich fühle definitiv ganz viele Erwartungen und auch so einen Druck. Aber das auch schon seit einer Weile. Und das muss ich sagen, ist auch, finde ich, richtig unangenehm. Weil eigentlich sollte das Fliegen einfach nur was sein, was man oder ich meine, das ist nur mein Hobby. Ich verdiene damit ja kein Geld oder deswegen finde ich, sollte das eigentlich nichts damit zu tun haben oder sollte es nicht in Verbindung mit Erwartungsdruck oder irgendwas stehen. Aber es ist irgendwie dann doch so, muss ich auch ehrlich zugeben. Also ich hatte so viele. Momente in den letzten Jahren, wo ich mich auch einfach unwohl gefühlt habe und jetzt auch irgendwann soweit gekommen ist, dass ich einfach gar keinen Spaß mehr habe, auch nicht nach zehn Minuten, dass ich dann auch einfach landen gehe.

54:34Julia Jauss

Und mir dann denke, ja, ist doch auch egal, als würde es irgendjemanden interessieren. Aber am Ende schreiben mir dann doch 20 Leute, was denn heute los war. Und andere sind ja so und so weit geflogen und ich nicht. Und da muss ja irgendwas los gewesen sein. Und ich denke, ja, also mein Erwartungsdruck kommt ja scheinbar nicht von irgendwo. Scheinbar gibt es wirklich irgendwelche Erwartungen. Aber es ist schwierig. Also ich finde es irgendwie schwierig, sich davon freizumachen. Aber egal, das ist wahrscheinlich ein ganz anderes Thema. Ob mir das so wichtig ist? Ja, ich weiß es nicht. Klar, irgendwie ist es mir schon wichtig, weil man will ja irgendwie besser werden. Und ich stecke ja auch viel Zeit ins Fliegen. Und irgendwie will man dann ja irgendwie so einen positiven Outcome davon wahrscheinlich haben, dass man so viel Zeit da reinsteckt.

55:19Julia Jauss

Aber nee, um ehrlich zu sein, habe ich eher das Gefühl, es ist einfach so passiert.

55:24Julia Jauss

Also es ist nicht so, als hätte ich das jetzt als krasses Ziel gehabt. Ich habe einfach Spaß an dem, was ich mache. Und wenn es mir keinen Spaß mehr machen würde, dann würde ich es auch nicht mehr machen.

55:35Lucian Haas

Wahrscheinlich der beste Rezept für alles, mit Spaß da dran gehen.

55:40Lucian Haas

Gleichzeitig, wenn man Spaß hat beim Fliegen. Ich würde mal sagen, sehr viele Leute sagen, sie haben auch zwischendurch Spaß beim Fliegen. Aber viele Leute haben auch zwischendurch Angst. Ist auch immer so eine Geschichte. Ist das bei dir auch ein Thema, dass du manchmal beim Fliegen, Angst hast oder bist du so spaßgeleitet, dass du das gar nicht mitbekommst?

56:00Julia Jauss

Ich habe super viel Angst. Ich habe so unglaublich viel Angst. Und alle sagen immer, Julia, das glaube ich dir aber nicht. Ich habe wirklich so viel Angst, das ist unglaublich. Ich hatte ein schlechtes Landeerlebnis vor zwei Jahren. Und seitdem hatte ich teilweise auch wirklich richtig Probleme, über unlandbare Gebiete zu fliegen. Und da wirklich ein krasses Angstproblem.

56:23Lucian Haas

Was heißt schlechtes Landeerlebnis?

56:29Julia Jauss

Es war auf der Deutschen Meisterschaft vor letztes Jahr. Und das war schon so ein Tag, wo man eigentlich von Anfang an die Entscheidung hätte treffen sollen, nicht zu fliegen. Ich habe in der Nacht nicht geschlafen. Keine Ahnung warum. Ich habe am Morgen nichts zu essen runtergebracht. Ich war irgendwie super, super komisch drauf. Ich weiß auch nicht, irgendwie super unkonzentriert. Ich war dann auch in der Luft. Es war irgendwie 100 Kilometer Task. Es waren superschwache Bedingungen. Die Hälfte vom Feld ist direkt beim Start abgesoffen. Der Führungspolk war schon lange weg. Ich bin da noch ewig rumgekrebst und habe mich da hochgekämpft. Und war super unkonzentriert. Es war ein super langsamer Tag. Ich habe mich da irgendwie von Hang zu Hang gekämpft. Kam nirgendwo wirklich hoch.

57:15Julia Jauss

Alles super im Tiefflug über so richtig viel unlandbare Gebiete. Und habe mich da so richtig durchgekämpft. Und war dann schon über so einer kleinen Stadt. Wir waren da übrigens in Libikothermes. Wer es kennt, schon mal da geflogen ist. War dann auch über so einer kleinen Stadt mit so einem Candy. Und dachte schon, okay, da will ich schon mal auch nicht landen. Da habe ich alles versucht, da nicht zu landen. Bin dann weitergeflogen. Es waren irgendwie, keine Ahnung, schon 5,5 Stunden in der Luft. Ich wusste, boah, es wird halt nichts mehr mit Goal. So langsam. Und kam dann an so einen Prallhang. Da waren dann vier Enzos. Und dann habe ich mich zu denen gesellt. Bin dann mit den vier Enzos da rumgesort. Habe auf mein Handy geschaut und gesehen, ja, okay. Es wird heute nichts mehr. Ich will jetzt einfach nur noch nach Libiko abgleiten. Da sind nämlich die Retrieve -Busse, habe ich gelesen.

58:01Julia Jauss

In der WhatsApp -Gruppe. Und da kann ich da zurückfahren. Passt super. Und dann bin ich da mit den Enzos gesort. Habe dann noch versucht, so ein bisschen höher zu machen. Habe auf meinem Check geschaut. Ja, okay, einfach. Da ist es runter nach Libiko gleiten. Sieht gut aus. Da ist der eine Enzo eben losgeflogen. Dachte ich, ja gut, wir machen ja eh keine Höhe. Fliege ich dem mal hinterher. Und dann sind wir so um die Ecke geflogen. Und dann war da so ein Hochplateau. Und da dachte ich so, oh, okay. Das habe ich nicht gesehen auf meiner Karte. Aber, ja, wird knapp da drüber zu kommen. Aber der Enzo, der war vor mir, der hat es drüber geschafft. Da dachte ich, ja gut. Manchmal lupft es einen ja noch so drüber. Kurz, kurz vorm Ding. Da dachte ich, ja, klappt vielleicht. Bin ein bisschen höher als er. Klappt vielleicht. Und dann bin ich so da drauf zugeflogen. Und es hat nicht geklappt. Und dann, gut, kein Problem. Umgedreht gesehen. Oh, scheiße. Hier kann man ja gar nicht landen.

58:47Julia Jauss

Ich war so fokussiert auf Libiko und Abgleiten und so in meinem Ding, dass ich gar nicht daran gedacht habe, überhaupt. Mal an Landeoptionen zu denken. Und dann habe ich so runtergeschaut und gesehen, ja, okay. Hier, Landeoption A, B, C. Gut, die probiere ich jetzt alle aus. Passt. Landeoption A. Ah, Stromleitung. Landeoption B. Ah, Stromleitung. Landeoption C. Ah, das sieht super aus. Super, ja. Schönes Feld. Fliege ich von hinten an. Perfekt. Woher der Wind kommt, ein bisschen unklar in diesem seltsamen Ding. Aber passt schon. Okay, passt. Ja, kann ich schön von hinten anfliegen. Und dann will ich gerade dieses Feld von hinten anfliegen. Und dann merke ich, okay, hier ist auch ein Kabel. Und dann denke ich mir, okay, kein Problem. Ich fliege einfach daneben vorbei und achte da so ein bisschen ab. Und da auch ein Kabel. Auch ein Kabel. Auch ein Kabel. Und dann habe ich wirklich Panik bekommen.

59:34Julia Jauss

Und normalerweise kriege ich keine Panik. Normalerweise bin ich, gerade in kritischen Situationen, werde ich super ruhig. Alles wird super langsam. Und ich mache mir Gedanken und treffe gute Entscheidungen. Aber nicht an dem Tag. An dem Tag war einfach alles kacke. Weil ich, wie gesagt, kein Schlaf, kein Essen, unkonzentriert. Ich habe Panik bekommen. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich wirklich Panik bekommen. Und habe angefangen, meinen Schirm zu pumpen. Obwohl ich es eigentlich nie mache. Also habe ich angefangen, meinen Schirm zu pumpen. Runter zu pumpen. Und habe aber vor mir gesehen, vor mir auch Stromleitung. Vor mir Baum. Links neben mir Stromleitung, Baum. Rechts neben mir Stromleitung, Haus. Und ich dachte, wenn ich mehr pumpe, reiße ich ihn ab. Aber wenn ich nicht versuche, mehr zu pumpen, dann fliege ich gegen den Baum. Oder gegen die Stromleitung. Also dachte ich, okay, dann versuche ich, ein bisschen mehr zu pumpen.

1:00:19Julia Jauss

Und dann hat er versucht, ein bisschen mehr zu pumpen. In dem Moment, wo ich ihn abgerissen habe, wusste ich, Game Over. Das war dumm. Und bin dann eben wirklich aus, ich kann es wirklich nicht einschätzen, aus, keine Ahnung, 5 bis 10 Metern, schätze ich, eben auf den Boden gekracht. So richtig schön mit meinem Rücken. Wo bei meinem Kurzzeug quasi kein Protektor ist. Ich hatte noch Glück, dass ich den richtig, richtig großen Packstack, glaube ich, drin hatte. Der hat es wenigstens schon so ein bisschen abgefiltert. Aber der Aufprall war so hart. Mein erster Gedanke war, Game Over. Du hast es verkackt. Jetzt ist es vorbei. Du hast es verkackt. Es ist einfach vorbei. Und dann habe ich eben als erstes versucht, alles zu bewegen. Konnte Gott sei Dank alles bewegen. Aber ich hatte super starke Schmerzen im Brustbein. Gott sei Dank nicht im Rücken. Aber ich dachte trotzdem, okay, nicht cool, nicht cool.

1:01:07Julia Jauss

Und die anderen waren alle eben schon lange gelandet. Eben weil sie eben viel schneller waren oder viel langsamer oder schon abgesoffen waren. Haben mich dann auch direkt angerufen. Hey Julia, bist du gut gelandet? Sieht ein bisschen komisch aus. Und ich so, ich weiß nicht, ob ich gut gelandet bin. Und dachte dann erst mal, erst mal irgendwie abwarten, bis das Adrenalin aufhört. Und bis man eben weiß, was Sache ist. Wir haben dann auch noch so zwei Italiener geholfen. Die haben dann meinen Schirm gerafft. Ich bin dann einfach sicherheitshalber ab. Da dachte ich, ich bleibe lieber mal liegen und stehe nicht auf. Und habe dann eben so ein bisschen abgewartet und mit denen telefoniert. Und dann war mir das so, ja, ich weiß nicht so genau. Es tut ein bisschen weh. Aber ich weiß nicht, ob es schlimm ist. Traue mich nicht aufzustehen. Genau, dann haben die eben den Krankenwagen gerufen.

1:01:51Julia Jauss

Und irgendwann haben sie dann auch beschlossen, sie rufen einfach einen Heli. Da kam der Heli tatsächlich. Der konnte da aber auch nicht landen, wegen den ganzen Kabeln. Und dann, genau, haben sie mich ein Stück mit dem Krankenwagen gefahren. Und dann den Rest mit dem Heli ins Krankenhaus geflogen. Und mich einmal durchgecheckt. War dann Gott sei Dank aber alles gut. Sie haben gesagt, vielleicht ist mein Brustbein angebrochen. Vielleicht aber auch nicht. Das kann man auf Freundenbildern nicht so wirklich sehen. Ja, Gehirnerschütterung. Aber ansonsten tipptopp, ich kann gehen. In Deutschland hätte man einen vermutlich nie entlassen. Aber in Italien wurde, bin ich entlassen, mitten in der Nacht. Super, bin dann wieder zurückgefahren worden. Bin am nächsten Morgen super früh aufgestanden. Hab mein ganzes Zeug sortiert. Hab mir einen anderen Helm ausgeliehen, weil ich bin ja auf meinen wirklich volle Kanne draufgefallen. Da dachte ich, ist wahrscheinlich nicht mehr so toll, der Helm.

1:02:39Julia Jauss

Ja, mein Zeug durchgecheckt. Schaut, ja, sieht alles gut aus. Und bin mit hoch zum Startplatz gefahren. Ich konnte noch nicht mal meinen eigenen Rucksack tragen, weil eben mein Brustbein hat wirklich unfassbar wehgetan. Aber ja, dann haben dann Freunde für mich getragen. Und mein Ziel war eigentlich nur, nur sicherer Start, sichere Landung, weil ich wusste, wenn ich das nicht mach, dann krieg ich so ein mentales Problem, dass ich nie wieder fliegen geh. Und dann am Startplatz haben mir eben meine Freunde geholfen, einmal mich im Gurtzeug hochgehoben, um zu schauen, ob ich irgendwelche Schmerzen hab im Gurtzeug. Aber ging alles gut. Wir haben dann auch versucht, alle am Startplatz einzureden, dass ich doch vielleicht nicht fliegen sollte. Aber das Einzige, was ich wollte, ist wirklich einmal starten, landen. Aber ja, als ich in der Luft war, hat sich das dann so gut angefühlt, dass ich dachte, ja, vielleicht flieg ich doch ein Stück vom Task mit, bin ich dann tatsächlich komplett mitgeflogen. Aber ja, ich wollte einfach unbedingt fliegen.

1:03:24Lucian Haas

Mit gebrochenem Brustbein.

1:03:26Julia Jauss

Angebrochen, vielleicht angebrochen, man weiß es nicht.

1:03:29Lucian Haas

Du weißt es auch bis heute nicht.

1:03:30Julia Jauss

Nee, ich hab mich dann auch sogar, ich war dann noch mal beim Arzt, weil ich konnte nach dem Wettbewerb wirklich quasi eine Woche lang kaum aufstehen gehen. Ich hatte so Schmerzen, ich lag quasi eine Woche lang nur im Bett. Und bin dann eben noch mal zum Arzt gegangen. Und die haben dann noch mal Röntgenaufnahmen gemacht. Toll. Weil sie die von Italien nicht bekommen haben, warum auch immer. Aber die meinten auch, ja, vielleicht ist es angebrochen, vielleicht nicht, keine Ahnung. Von meinen Symptomen her würden sie sagen, ja, aber kann man eben nicht wirklich sehen. Und man kann auch nichts machen von dem her. Ich soll einfach weitermachen.

1:04:00Lucian Haas

Auch wenn du dann direkt wieder fliegen warst, hast du dann im Nachhinein vielleicht doch auch das Fliegen irgendwie infrage gestellt für dich? Weil du schon gemerkt hast, hey, ich meine, das war ja viel Glück im Unglück wahrscheinlich. Also sehr, sehr viel Glück im Unglück. Das hätte ja auch völlig anders ausgehen können. Oder da muss nur ein blödes Steinchen irgendwie an der falschen Stelle da liegen. Richtig. Und es bricht dir den, den Rücken und sonst was?

1:04:24Julia Jauss

Ich weiß. Es war so viel Glück. Nee, um Gottes Willen. Klar, ich habe super viel infrage gestellt. Nicht so viel wie nach meinem, wie nach einem anderen Erlebnis. Aber ich muss aber ehrlich sagen, mein erstes Ding war, mein erster Gedanke war tatsächlich, nee, eigentlich will ich nur, muss ich jetzt trainieren. Ich muss mehr üben. Ich brauche mehr Training. Ich muss, ich muss wieder mehr Stollen üben. Ich muss, ich muss mehr Landen üben. Ich muss einfach mehr trainieren. Das war eigentlich so mein erster Gedanke, und dann bin ich direkt trainieren gefahren.

1:04:57Lucian Haas

Würdest du denn sagen, die Ecke, wo du dort runtergekommen bist, wärst du mit mehr Training dort vernünftig runtergekommen? Oder war das eigentlich so unlandbar, dass man, wenn man nicht im Baum landet und dann vielleicht halbwegs safe da oben im Baum hängt, zwar in einer blöden Ecke, aber man ist da safe, dass man sich ansonsten eigentlich nur abreißend da irgendwo hätte einbomben können?

1:05:17Julia Jauss

Ich glaube, ich hätte da auch ganz normal, ohne meinen Schirm abzureißen, landen können, wenn ich nicht so in so einer schlechten Verfassung gewesen wäre. Also, wenn es ein normaler Tag gewesen wäre, glaube ich, hätte ich gar kein Problem gehabt, da zu landen. Aber ja, im Nachhinein würde ich vielleicht auch einfach den Baum wählen.

1:05:35Lucian Haas

Hast du sonst noch Learnings daraus gezogen? Außer zu sagen, okay, ich würde den Baum nehmen, B, ich sollte mehr trainieren?

1:05:42Julia Jauss

Was ich auf jeden Fall gelernt habe, wenn ich mich so schlecht fühle, ich würde einfach nicht mehr fliegen. Bei einem Tag ging es mir wirklich schlecht. Ich hätte einfach nicht fliegen sollen. Das war so, das ist eines der größten Learnings. Wenn es mir wirklich schlecht geht, dann einfach nicht fliegen gehen. Es ist nicht wert, es da zum Spaß zu haben. Und an dem Tag hatte ich auch definitiv keinen Spaß beim Fliegen. Ich habe mich einfach nur durchgequält. Und ich muss auch sagen, ich war da so ein bisschen in diesem Wettbewerbsmodus, wo man auch einfach nicht ans Landen denkt. Man muss auch sagen, beim Wettbewerb, man fliegt auch oft über unlandbare Gebiete, aber im Wettbewerbsmodus ist es auch irgendwie so, man blendet das auch so ein bisschen aus. Und ich habe, glaube ich, angefangen, ein bisschen zu viel auszublenden, mir über das Landen Gedanken zu machen. Das habe ich wieder komplett aufgehört. Also, ich mache mir jetzt immer über das Landen Gedanken wieder. Und damit fliegt man zwar schlechter, aber es ist mir egal.

1:06:33Julia Jauss

Ich mache mir jetzt wieder immer Gedanken ums Landen. Und ich gucke, egal wo ich hinfliege, immer, okay, was wäre jetzt hier eine Option? Okay, egal wie hoch ich bin, ich schaue immer, okay, wo bin ich? Wo wäre die nächste Option? Wie schaut es aus?

1:06:46Julia Jauss

Immer. Das habe ich definitiv daraus gelernt.

1:06:49Lucian Haas

Und was hast du zum Training gemacht?

1:06:53Julia Jauss

Oder als Training? Ich bin wieder super viel Stollen gegangen.

1:06:57Julia Jauss

Da hatte ich ja einen Alpiner. Den bin ich, glaube ich, zu dem Zeitpunkt hatte ich ihn noch nie gestollt davor. Ich bin ja nicht... Doch, ich glaube, ich hatte ihn noch nie gestollt. Genau, dann bin ich einfach super viel gestollt. Ja, auch, um eben wirklich den Stollpunkt in - und auswendig zu können, zu gucken, wie weit kann ich gehen? Wie reagiert der Schirm auf alle Extremflugmanöver? Genau, ich habe dann auch Heli mit dem Alpiner gelernt. Und einfach versucht, mehr Schirmkontrolle. Ich glaube, je mehr man Manöver fliegt, je mehr man trainiert, das ist immer gut. Also, auch vor allem, wenn man es mit seinem Hauptschirm macht.

1:07:32Lucian Haas

Das heißt, eine Möglichkeit, um mit Angst umzugehen und mit solchen Situationen ist eigentlich, entweder man kann es sein lassen oder man stürzt sich noch mehr rein und trainiert einfach noch mehr.

1:07:43Lucian Haas

Ja. So hast du es gemacht.

1:07:44Julia Jauss

So habe ich das gemacht.

1:07:47Lucian Haas

Ein Thema würde ich gerne mit dir noch durchsprechen. Hatten wir ja schon gesagt, du bist relativ klein, 1,60 m. Wiegst damit auch nicht ganz so viel. Fliegst deswegen wahrscheinlich auch immer sehr kleine Schirme. Fliegst aber jetzt Wettbewerb mit. Und da heißt es immer, kleine Schirme haben im Wettbewerb einen Nachteil. Wie gehst du damit um?

1:08:05Julia Jauss

Ja, definitiv. Also, wenn man schon mal Vergleich angeschaut hat von einem Alpina XS zu einem Alpina ML, der Unterschied ist wahnbrechend. Der große Schirm geht so viel besser. Das ist unglaublich. Aber wenn man jetzt so ab den Wettkampfschirmen schaut, also so ein Ceno S versus ein Ceno ML, der Unterschied ist gar nicht mehr so groß. Deswegen, ich habe jetzt einen Wettkampfschirm. Ich habe jetzt den Ceno 2. Der geht bis 90 kg. Ich habe jetzt ein Wettkampfkurzeug und ich lade einfach sehr viel Ballast auf und fliege den. So mit 86 kg. Und das fliegt sich wunderschön. Viel besser als jeder Leichtschirm mit Leichtkurzeug.

1:08:41Lucian Haas

Wie viel Ballast nimmst du da noch mit?

1:08:43Julia Jauss

Also, mein Kurzeug wiegt 8 kg plus zwei Retter mit je 2 kg. Also 12 kg. Plus, ich habe drei Liter Wasser im Rücken. 15 kg plus immer noch so drei bis sechs Liter Wasser unten drin.

1:08:57Julia Jauss

Ja. Und

1:08:58Lucian Haas

das schleppst du auch dann immer zum Startplatz hoch?

1:09:01Julia Jauss

Ja.

1:09:04Julia Jauss

Ja, genau. Man muss ja nicht so viel tragen beim Wettbewerb. Aber ja, das Bodenhandling, das Rucksack ist es definitiv ein bisschen nervig. Aber es ist es absolut wert, um ehrlich zu sein. Also ich habe mir mein Wettkampf -Equipment ja letztes Jahr gekauft und für mich war so ein bisschen das Experiment, hey, gefällt mir das? Ist es diesen Aufwand wert? Weil ich liebe ja eigentlich schon High and Fly und eigentlich wollte ich nie mehr als eine Ausrüstung haben. Jetzt habe ich drei.

1:09:33Julia Jauss

Und ich wollte einfach mir eine Saison Zeit geben, um das mal auszutauschen. Um zu probieren, ob es das wert ist, weil was damit natürlich auch einhergeht, ist viel mehr Kosten, auch einfach, wenn man ständig Gondel fährt, weil man will ja auf seinem Wettbewerbsschirm auch irgendwie aktuell sein. Das heißt, man fährt dann doch öfter mal mit der Bahn hoch, anstatt eben zu laufen. Und ja, es ist echt viel Geschleppe. Aber ich muss ehrlich sagen, es ist so wert. Es macht so viel mehr Spaß in der Luft. Es ist einfach ein völlig anderes Fluggefühl. Und das, also vielleicht für alle leichten Piloten ein bahnbrechendes Erlebnis, ich habe mir erst mein Wettkampfgurtzeug gekauft und habe es dann in Bassano getestet, letztes Jahr im April. Und die Bedingungen waren absolut ekelhaft. Also für mich, es war Südwind, es war Nordfön, es war

1:10:19Julia Jauss

wunderschöne klare Luft und hohe Basis, also es war wunderschön, aber es war ekelhaft in der Luft. Also ich fand es richtig ekelhaft. Und ich hatte das eh total oft, ich fliege mit meinen Freunden, die fliegen natürlich alle

1:10:31Julia Jauss

MLL -Schirme und ich bin halt immer, boah, also heute war es mal wieder richtig eklig, oder? Und die immer, nö. Voll okay. Aber ich dachte mir immer, okay, ich bin vielleicht einfach nur empfindlich, ich weiß es nicht, Mädchen, was auch immer. Offensichtlich habe ich da ein anderes Gefühl. Ich fand es widerlich, auch an einem Tag bin ich einfach latten gegangen, weil es war so ekelhaft. Ich hatte einfach keinen Bock mehr, mich da durchzuquälen. Und am gleichen Tag bin ich dann einfach nochmal hochgefahren, und zwar mit meinem Wettkampfgurtzeug und einem Schirm, gleiche Klasse, also nicht der gleiche Schirm, aber den bin ich dann auch nochmal. Einfach ein Schirm, eine Nummer größer, also nicht bis 70 Kilo, sondern bis zu 80 Kilo maximales Abfluggewicht mit dem Wettkampfgurtzeug. Und auf einmal waren die Bedingungen ganz angenehm. Auf einmal hört es auf, es zuppelt nicht die ganze Zeit und es ist einfach so viel ruhiger und angenehmer.

1:11:20Julia Jauss

Und das war für mich echt so die krassste Erkenntnis, wie viel diese eine Schirmgröße auch allein schon ausmacht. Und natürlich auch der Unterschied von Wettkampfgurtzeug zu Leichtgurtzeug. Es ist so angenehm. Es ist wunderschön, also wirklich. Also jeder, der sich deswegen unwohl fühlt, kann ich nur empfehlen, sich einmal, bei der Flugschule seiner Wahl, ein schweres Gurtzeug auszuleihen und es einfach mal zu testen. Es ist wirklich bahnbrechend. Es ist nervig am Boden, aber in der Luft ist es ein Traum.

1:11:49Lucian Haas

Würdest du denn sagen, ist es eher der Schirm oder ist es eher das Gurtzeug, was dir die größere Ruhe gibt? Das Gurtzeug. Die klassischen Gurtzeuge, also die Wettkampfgurtzeuge sind ja immer sehr stabil auch gebaut, also auch von der Aufhängung her und so. Auf

1:12:01Julia Jauss

jeden Fall das Gurtzeug, ja.

1:12:03Lucian Haas

Würdest du dann auch ein größeres Gurtzeug mit deinem kleineren Schirm fliegen?

1:12:07Julia Jauss

Ja, also jetzt habe ich gar keinen ganz kleinen Schirm mehr. Also ich hatte ja davor den Alpina bis 70 Kilo, das war so mein Traumschirm, weil ich den einfach zum, dann kann ich einfach immer oben fliegen und das ist so schön, wenn man endlich mal einen Schirm oben fliegen kann. Man spürt endlich was, man hat Steuerdruck, es ist Wahnsinn. Aber jetzt habe ich einen Zeolite und das ist super, der geht bis 85 in der kleinsten Größe und das war jetzt super, vor allem, ich habe mir den von Neuseeland hauptsächlich gekauft, zum Biwak fliegen, weil sonst wäre ich mit dem Alpina immer überladen gelebt. Und ich wollte jetzt auch unbedingt zwei Liner fliegen, auch im Winter, um schon mal ein bisschen ready zu werden für die Saison. Und mit Biwak -Equipment hat es auch gepasst. Da bin ich zwar immer noch zu leicht, aber es geht.

1:12:51Julia Jauss

Ich bin gerade total durch.

1:12:55Lucian Haas

Julia,

1:12:57Lucian Haas

wir kommen auch langsam zum Ende. Du bist auf jeden Fall sehr schön geflogen in Neuseeland mit deinem Zeolite und dem entsprechenden Gewicht, was dann durch die Hike -and -Fly -Ausrüstung dann kam. Was hast du denn, jetzt noch so gesehen, als deine nächsten Ziele, um so langsam zum Abschluss zu kommen? Was hast du dir vorgenommen? Oder hast du dir eigentlich gar nichts vorgenommen, sondern du bist zwar bei ganz vielen Wettbewerben angemeldet, aber lässt es dann trotzdem auf dich zukommen?

1:13:21Julia Jauss

Meine Ziele sind definitiv wieder mehr Biwak -Fliegen und weniger Wettbewerbsfliegen, weil ich in Neuseeland gemerkt habe, dass mir das eigentlich am allermeisten Spaß bringt. Ich hoffe aber natürlich auch gleichzeitig, um meine schizophrene Art wieder zu unterstreichen, dass ich echt zur WM darf. Das wäre schon ein krasser Traum. Die ist Ende Mai oder so was, ne? Ja, genau.

1:13:45Julia Jauss

Also einfach mit meinen ganzen Vorbildern quasi mal zusammen zu fliegen, das wäre schon der Oberhammer. Jetzt geht es gleich zur Trophäe Montegrappa, wo ich auch schon lange traumte, dass ich da mal mitfliegen kann. Aber sonst Ziele, um ehrlich zu sein, eigentlich sicher fliegen, Spaß haben und mehr Biwak -Fliegen gehen.

1:14:06Lucian Haas

Mehr Biwak -Fliegen. Sehr schön. Und wenn du aus deiner Erfahrung, die du jetzt mittlerweile doch schon recht ordentlich gesammelt hast über die Jahre, wenn du dich selber siehst, wie du in deinem ersten Jahr geflogen bist oder in den ersten zwei Jahren und die Erfahrung, die du jetzt hast, was würdest du als Tipp dir selber geben wollen, um dir vielleicht den Einstieg oder die ersten Jahre in der Fliegerei vielleicht etwas leichter zu machen?

1:14:34Julia Jauss

Das ist eine schwierige Frage.

1:14:40Julia Jauss

Eigentlich glaube ich, habe ich das ganz gut gemacht. Ich hätte vielleicht noch ein bisschen mehr fliegen gehen können, gerade am Anfang. Aber sonst, ich glaube, gerade dieses sich Gleichgesinnte suchen, also in seinem Alter, mit seiner Motivation, aus seiner Gegend, mit denen man einfach zusammenfliegen geht, das ist einfach Gold wert. Und wenn man auch Interesse hat am Streckenfliegen, sich auch einfach mit Piloten austauschen, die schon da einfach schon sind und einfach mal die Fragen, einfach mit denen in Kontakt bleiben, um auch einfach mal zu erkennen, was sind denn überhaupt die guten Tage? Weil am Anfang weiß man das ja selber auch gar nicht. Also am Anfang war das für mich eher so Zufall. Wir standen halt, wir sind halt einfach immer an den Berg gefahren, wenn wir Zeit hatten. Und dann sind wir halt geflogen und dann war das eher Zufall, dass es gut ging.

1:15:26Julia Jauss

Aber so richtig mit dem Wetter, so richtig so Streckenflugwetter vorhersagen, konnten wir eigentlich nicht. Also definitiv Tipp geben, sich mehr mit dem Wetter zu beschäftigen und einfach viele Leute einfach fragen. Einfach offen sein, fragen. Keine Angst haben zu fragen. Und ja, zusammen mit denen einfach fliegen gehen und sich einfach motivierte Leute suchen und einfach Spaß haben.

1:15:49Lucian Haas

Welche findest du die interessanteste Frage, die man einem Flieger stellen kann?

1:15:55Julia Jauss

Ob er Angst hat oder wie er mit seiner Angst oder mit mentalen Problemen beim Fliegen umgeht, vor allem nach schlechten Erlebnissen.

1:16:03Lucian Haas

Wird da drüber zu wenig gesprochen?

1:16:05Julia Jauss

Finde ich schon, ja.

1:16:07Lucian Haas

Und wie könnte man in der Szene dann eine Änderung erreichen? An einem Umdenken?

1:16:14Julia Jauss

Ich glaube, es wird schon helfen, wenn

1:16:17Julia Jauss

man schlechte Erlebnisse oder seine Learnings auf Social Media teilt, dass man dann nicht so auseinandergenommen wird. Weil ich meine, was ja aktuell passiert, ist nicht eine Kultur von, hey, danke fürs Teilen, das war mutig. Danke, jetzt können wir alle draus lernen. Sondern meistens ist es so, was bist du für ein Bruchpilot? Gib deinen Schein ab. Also der Umgang damit habe ich das Gefühl, der könnte sich schon verändern. Aber ich finde es, was wir hier machen, also das ist halt auch nicht, also finde ich zum Beispiel auch super. Also die Unfallanalyse, die wir mit dem DHV machen, die finde ich wahnsinnig wertvoll. Sowas gibt es zum Beispiel in anderen Ländern fast gar nicht. Also sowas wie jetzt, wenn ich jetzt nach Neuseeland schaue. Und daraus kann man, finde ich, auch extrem viel lernen. Um eben die gleichen Fehler nicht auch zu machen.

1:17:05Julia Jauss

Aber ja, ich finde, es sollte viel mehr damit umgegangen werden. Zum Beispiel jetzt auch mit dem Erlebnis von den Tamlin -Piloten am Geisberg. Da würde ich mir auch wünschen, dass es viel mehr so, hey, wie konnte das passieren? Was haben sich die Piloten eigentlich gedacht? Warum sind die trotzdem gestartet? Ja, ich meine, daraus können wir ja alle lernen. Ich meine, wir sind alle nur Menschen. Wir machen alle Fehler. Es kann ja leider einfach immer irgendwas passieren. Aber wenn wir damit wenigstens dazu beitragen können, dass andere nicht den gleichen Fehler machen, das fände ich tatsächlich richtig toll.

1:17:36Lucian Haas

Tandemsituation am Geisberg. Nur um das ein bisschen aufzuklären. Da war eine Schlechtwetterfront im Anflug und dann sind noch Tandempiloten kurz bevor quasi eine, wie ein Kaltluftausfluss von einem nahen Regenschauer da ankam, sind die noch rausgestartet. Und es hat sie dann eben in diesem Ausfluss erwischt. Und sie sind in den Bäumen und sonst wo gelandet. Und danach gab es natürlich viele Diskussionen. Hätte man das dann nicht sehen können und Sonstiges? Mittlerweile gibt es sogar auch, ich glaube, die sind mittlerweile sogar angeklagt. Oder es läuft ein Verfahren gegen sie wegen möglicher Körperverletzungen und sowas, was man da machen kann. Und es ist halt schon eine spannende Geschichte. Aber auch etwas, wo man sagen kann, ja, man kann sehr schnell dahin kommen, dass man solchen Leuten einfach nur Fehler vorwirft. Und das andere, dass man halt guckt, okay, klar haben die einen Fehler gemacht, aber bin ich wirklich selber vor solchen Fehlern auch gefeit?

1:18:25Lucian Haas

Und wie häufig bin ich vielleicht schon auch vor einem nahen Regenschauer noch mal eben abgeflogen, weil ich dachte, das könnte noch funktionieren. Und in 95 Prozent der Fälle geht es dann auch meistens noch gut. Und dann denkt man am Ende, ja, das geht ja noch. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass es trotzdem richtig scheiße gehen kann, doch entsprechend hoch. Und da offen drüber zu reden, ist sicherlich ein gutes Ziel.

1:18:49Lucian Haas

Julia, ich freue mich, so mit dir gesprochen zu haben. Und danke für deine Ehrlichkeit und für deine Einschätzung und deine Lebendigkeit, mit der du das alles erzählst. Ich wünsche dir noch viel schöne Erfahrungen, viele Erfolge. Wer weiß, was da mit deiner lockeren Herangehensweise, was da bei der Weltmeisterschaft oder sonst noch was herauskommt. Wünsche ich dir auf jeden Fall viel. Weil, na ja, Erfolg gar nicht mal. Also doch wünsche ich dir natürlich auch. Aber vor allem, dass du das für dich rausziehst, wo du sagst, hey, ich komme da in den Flow und habe wirklich die supertollen Erlebnisse dann dabei. Und wahrscheinlich, wenn du dahin kommst, dann werden auch Ergebnisse, die dann auch wieder für sich sprechen, kommen dann vielleicht automatisch am Ende dabei raus.

1:19:33Julia Jauss

Danke dir, lieber Lucian, fürs Einladen.

1:19:36Lucian Haas

Sehr gerne.

1:19:43Lucian Haas

Das war Podz-Glidz Episode 107 mit Julia Jaus. In den Shownotes im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz findest du zu einigen der angesprochenen Themen noch weiterführende Links. Podz-Glidz ist der Podcast des Gleitschirmblogs Lu-Glidz. Mein Name ist Lucian Haas. Ich bin der Produzent beider Angebote. Wenn dir die Folge gefallen hat und du gerne noch mehr Folgen von Podz-Glidz zu hören bekommen würdest, dann hilf mit, indem du zum Förderer meiner Arbeit wirst. Ein Euro pro Podcast -Folge und zwei Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz. Das ist mein Unverschämtheit. Verbindlicher Vorschlag. Das ist weniger als ein Bier oder ein Kaffee. Aber selbst kleine Beträge tragen in der Summe dann doch einen wichtigen Teil dazu bei, dass ich dieses Projekt auch in Zukunft weiter betreiben und entwickeln kann.

1:20:31Lucian Haas

Und zwar unabhängig und werbefrei. Alle nötigen Infos, wie dein frei wählbarer Förderbeitrag mich erreicht, findest du auf www.Lu-Glidz.blogspot.com. Dort gibt es den Menüpunkt Fördern. Lu-Glidz schreibt sich lu -glidc. Übrigens, ich bin stets auf der Suche nach weiteren interessanten Gesprächspartnern mit hörenswerten Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschimpflings. Hast du einen Vorschlag? Dann erzähle mir davon und schicke mir, wenn möglich, auch die Kontaktdaten. Am besten per E -Mail an lugleitzkontakt at gmail.com.

1:21:09Lucian Haas

Bis zum nächsten Mal. Ciao. Ciao.

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