Jeder Mensch hat ein Bauchgefühl und eine Intuition, aber wir haben eigentlich die nie so richtig trainiert, also wir wachsen auf in der Schule und man muss immer denken und rechnen und alles begründen können und wir haben auch ganz viele Daten, die man abrufen kann, jetzt mittlerweile auch aus der Luft, mit dem Handy auf Windwerte zugreifen, auf Prognosen zugreifen und man hat immer Zahlen, man hat immer so schwarz -weiss und das verhindert halt, dass man auf den Bauch hört. Weil es wäre ja dumm, wenn man sieht, es hat mehr Wind, wie gut ist, wenn man da jetzt weiterfliegen würde, aber vielleicht ist dann fünf Minuten später, wenn ich dort bin, der Wind weg oder es gibt Anzeichen, wo man ganz klar sieht, dass es geht und dann ist das eben wichtiger als die Schwarz -Weiss -Zahl und wenn eben Piloten lernen, auf die ganze Intuition zu hören und weniger auf die Facts, haben sie auch mehr Möglichkeiten, gerade beim Gleitspielsport eben.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit...
Kriegel Maurer aus der Schweiz.
Und ich bin Lucian Haas. Kriegel Maurer ist der wahrscheinlich bekannteste Gleitschirm-Blog der Welt. Achtmal in Folge hat der heute 41 -Jährige bereits das Abenteuerrennen Red Bull X -Alps quer durch die Alpen gewonnen. In der Szene ist er der unangefochtene König des Hike 'n 'Fly und eine lebende Legende. Wer würde nicht gerne so... So fliegen können wie Kriegel, der schon vor Jahren den bewundernden Beinamen Kriegel the Eagle, der Adler von Adelboden bekam. Aber so sehr andere versuchen, seinen Stil zu kopieren, kommen sie am Ende nie ganz an ihn heran. Immer dann, wenn die Bedingungen etwas tricky werden, macht Kriegel einen schon sprichwörtlichen Magic Move und zieht davon.
Das hat auch mit seiner Herangehensweise an den Flugsport zu tun. Kriegel ist jemand, der im Grunde alles durchdenkt. Aber beim Fliegen meistens doch seinem Bauchgefühl folgt, weil es ihn besser und sicherer durch die Lüfte leitet. Intuition lässt sich trainieren, sagt Kriegel in dieser 114. Episode von Podz-Glidz. Wir sprechen unter anderem über den Einfluss von Träumen, seinen Umgang mit Angst und Risiko, wie Zielstrebigkeit das Glück befördert und wie das Weitergeben von Wissen ihm hilft, selbst noch besser zu werden.
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Kriegel, guten Morgen. Das ist die früheste Podcast -Aufnahme ever, die ich gemacht habe. Wir haben kurz nach sieben. Stehst du immer so früh auf?
Ja, eigentlich schon. Ich bin schon eine Weile auf und ich habe am Morgen die effiziente Zeit. Und von dem her bin ich froh, dass du auch dir die Zeit genommen hast.
Im Sommer werde ich auch immer sehr früh wach. In dieser Zeit noch keine Podcasts oder sowas. Kannst du dich noch an einen Traum von letzter Nacht erinnern?
Nein, letzte Nacht war ziemlich traumarm. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich nichts Großes vorhabe in nächster Zeit. Klar, die Eigentour ist ein bisschen das Haupt - und Heimspiel. Aber ich träume eigentlich intensiver, wenn so richtig spannende Sachen vor mir liegen. Und ja, ist halt manchmal auch mehr und manchmal weniger.
Du träumst vor großen Aufgaben. Was träumst du dann?
Ja, ich denke, die ganze Abläufe, die Möglichkeiten, wie das ausgehen könnte, der Optimalfall vor allem. Ich habe zwar auch immer wieder schreckliche Träume, wo ich da abstürze und was passieren würde, wenn ich wach wäre. Ich verwache dann, bevor es schlimm ist. Ja, wie glaube ich viele Menschen.
Wenn du dann wach wirst nach so einem Traum, träumst du das dann? Nein, nicht träumst du, sondern überlegst du das? Trägst du das dann zu Ende? Du warst quasi im Traum kurz vorm Abstürzen und jetzt denkst du dir die Lösung, wie du dich retten konntest? Also ist das dann auch etwas, quasi ein Traum, der dich dann dahin führt, dass du dann im realen Leben vielleicht sogar besser fliegst?
Nein, ich glaube, es ist andersrum. Wenn ich im Optimalfall träume und verwache und mir dann vorstelle, wie das dann richtig effizient ist, dann ist es eigentlich gut. Die Negativgedanken oder die Negativträume werden dann nicht weitergehen. Die Negativgedanken werden dann nicht weiterverarbeitet.
Zu so einem Traum, wenn du jetzt sagst, ich träume jetzt so einen Optimalfall, sagen wir beispielsweise, du bist irgendwie bei den X -Alps unterwegs oder sowas. Träumst du dann wirklich einen Flug, so wie er ist oder träumst du nur eine Situation, wo du sagst, ich komme irgendwo an eine Schlüsselstelle und da träume ich mir jetzt eine Lösung zurecht? Oder wie habe ich mir sowas vorzustellen?
Ja, das ist schwierig zu erklären, weil es halt auch ganz unterschiedlich ist und nicht so ganz bewusst steuerbar. Aber es gibt immer wieder Momente oder Orte, wo ich einen Unterschied machen kann, wo besonders toll sind und die bleiben dann bis zum Erwachen im Kopf irgendwie. Es gab auch schon, dass die Lösung des Rätsels, also irgendwo an der Schlüsselstelle im Kopf dann hängen bleibt, bis ich es erlebe und dann ist es schon noch speziell, wenn ich dann in der Luft bin oder am Rennen und merke, da war ich schon mal.
Diese Lösung, die du im Traum hast, gibt es ein Beispiel, wo du sagen würdest, das war wirklich genauso wie im Traum und ich habe im Traum vorher schon gewusst, was ich dann eigentlich im Flug wirklich machen werde?
Am eindrücklichsten war es eigentlich ganz früh im 2003, wo ich den Weltcup in Italien gewinnen konnte. Das war mein erster Sieg und da kann ich mich eigentlich gut erinnern, dass ich am Morgen aufwachte und wusste, ich gewinne heute den Weltcup. Ich wusste einfach nicht wie, aber ich habe das wie geträumt und irgendwie gespürt, dass das wahr sein könnte und so extrem war es dann eigentlich nie wieder, aber doch irgendwo so ein Gefühl, wo ich dachte, ja, das kommt mir bekannt vor oder das habe ich irgendwo schon gesehen eben im Traum. Wenn eben das Gefühl dann aufkommt, dann gibt es mir auch eine Ruhe, weil ich denke, ja, da war es ja positiv im Traum und darum habe ich dann vielleicht auch die Ruhe und Coolness.
Das ist einfach so umzusetzen, wie es dann im Traum optimal war.
Wie ist das während der X -Alps, wenn man so wenig Schlaf bekommt und sowas? Träumst du dann dort auch?
Ja, bei X -Alps ist halt das Einschlafen eigentlich die intensive Traumzeit, weil man ist müde, man kommt schon zur Ruhe, aber man ist auch aufgewühlt und hat voller Gedanken über den Tag, was passiert ist. Und ich versuche dann jeweils zu... Mir vorzustellen, was am nächsten Tag kommt, weil durch das, was kommt, kann ich das, was passiert ist, abkoppeln, weil das, was passiert ist, kann ich ja nicht ändern. Das hilft mir eigentlich in dem Sinne auch nichts, aber eben bewusst an das Nächste denken, am Morgen den Ablauf zum Losgehen, dann den ersten Aufstieg, den ersten Flug zusammen mit möglichen Wetterprognosen koppeln. Und diese Gedanken helfen mir dann eigentlich auch, positiv besser einzuschlafen.
Und eben je nachdem... Und eben je nachdem, auch weiter zu träumen. Und ja, es ist auch da, manchmal mehr, manchmal weniger, kann ich dann nicht so genau steuern, aber mit dem Gedanken, an was kommt, ist das Ganze eigentlich schon positiv.
Was ist mit Tagträumen? Hast du sowas auch schon mal erlebt? Oder dass du, du wanderst lange Strecken und dann kommt man in so einen Modus des Hirns rein, der dann in so einem Trott ist und wo man dann... Und plötzlich kommen einem auch auf gewisse Weise Bilder oder Ideen dort rein. Die fast was Traumartiges haben?
Also ich kann es so ein bisschen vom Auto fahren, wenn ich weiter Strecken fahre und dann irgendwie denke, ja, war ich jetzt da schon vorbei oder so. Wenn man wie eine gewisse Zeit in Gedanken fährt, wo dann eben alles andere vergessen lässt. Jetzt beim Fliegen habe ich das nicht. Eigentlich ist beim Fliegen jede Sekunde präsent. Und ja, von dem her ein bisschen
anders als am Boden. Hast du auch wiederkehrende Träume, wo du sagst, ein Thema... Ja, ich gewinne immer oder was auch immer das dann ist.
Ja, im Endeffekt schon, aber die Details sind dann immer anders. Es gibt nicht etwas, was immer wieder aufbaut.
Und so einen klassischen Angsttraum, der wiederkommt?
Ja, schon halt. Alle Leiden sind weg und ich habe den Retter vergessen.
Das kam schon ein paar Mal vor.
Das ist ja dann so die Angstseite des Fliegens. In welcher Weise oder kommt es überhaupt vor, dass du selber beim Fliegen schon mal richtig Angst hast?
Ja, es gab es schon auch, wenn halt die Situation unkontrollierbar scheint oder wenn gewisse Umstände zusammenkommen, wie zum Beispiel starker Wind und dann noch Outflow vom Gewitter. Wenn man weiß, es hat eigentlich Föhn, man denkt aber, es geht sich noch aus und dann ist trotzdem mehr Wind oder mehr Energie in der Luft als gedacht. Also immer so. Und vorhersehbare Situationen und dann komme ich mir schon hilflos vor und es braucht dann wie die Lockerheit und Coolness eben sich da flexibel zu verhalten. Und wenn man einen klaren Plan hat, wie gerade in einem Rennen, wo man eigentlich von A nach B will und dann diesen Plan zu verlassen zur Sicherheit, das braucht dann jeweils einen kurzen Moment, wo man eben ein bisschen Angst hat, bis man wieder einen Plan hat, bis man wieder klar im Kopf ist.
Wie kann es weitergehen, damit es sicher wird und das kann ich ja so von dem her nachvollziehen.
Wie gehst du mit solchen ängstlichen Momenten um? Hast du da irgendwelche Routinen, irgendwelche Techniken, ein Atmen oder was auch immer, wo du sagst, das setze ich dann ein, um quasi aus der Angst wieder herauszukommen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen?
Selber habe ich nicht eigentlich Techniken und ich fand es noch nie nötig, mir solche anzueignen. Für diese Situationen, weil ich halt immer versuche, einen Plan A und B und C und so weiter mir bereitzulegen. Und wenn eben der Plan A nicht funktioniert oder dieses Gefühl von Unkontrollierbarkeit aufkommt, habe ich dann den Plan B und C, der dann vielleicht nicht mehr effizient ist, aber noch sicher. Und das gibt mir eigentlich die Ruhe, schnell zu handeln und auch vom Gefühl her wieder auf ein Level zu kommen, wo mir Spass macht und nicht nur... Bedenken eigentlich, ja.
Nach den letzten X -Alps erzählte Maxime Pinot von einem Moment, wo er mal richtig Angst hatte. Da war er wohl im Nordwind, ist ein Tal gesunken und dann voll beschleunigt, ist er immer noch rückwärts geflogen und musste dann ein Landefeld finden und sowas. Kennst du solche Momente? Hast du sowas auch schon mal erlebt?
Ja, ich war in dem Tal auch. Bist du auch rückwärts geflogen? Ich bin auch rückwärts geflogen und hoch und runter. Also da war klar Nordfern, das war... Das war klar unfliegbar und die Bedingungen waren sehr heftig. Ich hatte das Glück, ein bisschen früher zu sein. Ich hatte, denke ich, noch mehr Sonne und Thermik auch und die Lehänge haben gespült und trotzdem war da die warme Luft irgendwo im Tal. Also ich habe dann nämlich danach... Ich stelle mir dann jeweils vor, wie ich ein Ballonfahrer wäre, der einfach mit dem Wind fahren muss und ich gehe dann mit dem Wind, bis eben wieder Thermik kommt.
Aufdrehen zu können. Ich habe das Landefeld auch studiert. Das war aber irgendwann mal klar, das landet sicher nicht das Sicherste in dem Tal. Und ich wollte einfach hoch und die Thermik oder Rotoren, was da immer war, haben mich dann wieder hochgebracht. Und ja, zu deiner Frage, für mich war es schon Limit und trotzdem immer noch eine gewisse Portion Zuversicht und eben die Effizienz da. Also wir hatten Nordwind. Wir haben nach Osten. Also das geht sich dann irgendwie schon noch aus.
Und ja, man muss einfach schauen, dass man oben bleibt, dass man den Schirm offen hält. Das ist dann so ein bisschen wie bei hoher See mit einem kleinen Boot über grosse Wellen. Eben ein bisschen Schub, dass man die Welle sauber anfährt und dann wieder die Welle surfen und dann wieder so schauen, dass man weiterkommt und sich nicht kentert. Ich habe mich ein bisschen so gefühlt und eben dieses Bild gab mir dann auch so ein bisschen die Ruhe. Und ich habe gewusst... Ich habe gewusst, dass es geht, ich schwimme ja und es wird weitergehen. Aber es war sicher nicht toll. Es war sicher nicht angenehm, auch weit weg von Spaß. Ich hatte dann am nächsten Tag auch ziemlich Schulter - und Armweh, weil ich noch nie so einen sportlichen Flug hatte über die lange Zeit. Es waren über sieben Stunden Gleitschirmsport. Und es war jetzt nicht einfach so ein Tal, wo es ein bisschen turbulenter war.
Das heißt, dieser Blick von außen, wenn man sich sowas dann anguckt, dann denkt man ja schon, die Leute gehen ja eigentlich in die Luft. Das ist ein unheimlich großes Risiko ein, die da jetzt bei solchen Bedingungen fliegen, wo du jetzt selber sagst, es ist eigentlich unfliegbar. Aber du bist sieben Stunden geflogen und hast es am Ende halt ein bisschen Schulterweh, weil du so viel arbeiten musstest. Wie viel Risiko sind denn dann die X -Alps für dich aus deiner Sicht? Und warum gehst du ein solches Risiko ein?
Ja, das ist eine gute Frage. Und die stelle ich mir nur selten, weil ich mir eigentlich auch das Positive überlege. Also was gibt mir die X -Alps? Und die ganze Vorbereitung bringt mich eben als Mensch und Pilot weiter, weil ich trainiere spezifisch. Ich mache ganz viel, dass ich eben dann am Tag X über diese Wochen am Rennen mehr Fähigkeiten und auch Möglichkeiten habe. Und insofern bringt mir eigentlich das Rennen eben den Fokus und Motivation, mich weiterzuentwickeln. Im Rennen selber ist es schon so, dass man halt irgendwo oben ins Wasser springt und dann mit dem Flugzeug fährt. Und dann mit dem Flugzeug runtergespült wird. Also man ist irgendwo in Kitzbühel eingestiegen und da war noch ruhiges Wasser und schön und alles super.
Und dann im Nordwind in Italien ist man irgendwo knapp am Wasserfall und muss da irgendwo schauen, dass es gut kommt. Und wann man eigentlich aussteigen muss aus dem Fluss, bevor es zu extrem wird, das ist extrem schwierig für uns, für alle Athleten zu erkennen.
Aber wir sehen auch Videos von Kajakfahren, die Flüsse runter, wo wir von aussen auch denken, ja, wenn, dann haben die auch keine Chance. Und trotzdem machen sie es immer wieder und es schaut aus, als haben die noch Spass. Und ich denke, das ist dasselbe wie bei uns, dass wir halt, wenn wir gut vorbereitet sind und den Fokus haben, wir haben ja auch für unsere Verhältnisse einfache Schirme oder kontrollierbare Schirme, wie wir eigentlich sonst fliegen. Und das gibt dann auch dementsprechend ein gutes Gefühl. Und wenn es eben dann Wildwasser kommt, dann haben wir auch noch die gewisse Reserve. Aber wo genau die Grenze ist und schlussendlich was das wert ist, das überlegt man sich da nicht mehr, weil man ist ja im Wasser drin und muss schauen, dass es gut kommt.
Beim Live -Tracking in diesem Jahr gab es eine Situation, du und Maxim, ihr wart auf dem Flug rund um den Mont Blanc. Paul Tackert war schon landen gegangen und sowas. Und ich habe dann einfach mal das Regenradar eingeschaltet, weil ich gesehen habe, da gibt es überall Schauerzellen. Und das sah so aus, als würdest du und Maxim wirklich mitten im Schauer fliegen oder am Schauerrand. Aber wo du auch sagst, das ist sicherlich keine schöne Luft. Und ich weiß nicht, ob man sowas wettertechnisch noch so ausrechnen kann, zu sagen, das entwickelt sich nicht so schnell, dass ich irgendwo mitten dann im Schauer bin. Ist das trotzdem wirklich so, dass du sagst, na, ich muss hier weiter, ich lasse mich von dem Fluss treiben. Dann lasse ich mich jetzt halt auch mal vom Kaltluftausfluss anschieben oder was auch immer?
In der Praxis ist es meist so, dass man optisch schaut. Ich schaue eigentlich nie Wetterradar oder Niederschlagsradar, sondern einfach optisch. Und die Situation in Chamonix war schwierig, weil da war viel Schatten, da war auch Wind. Und die Schauer waren bei uns noch nicht so ein Problem. Bei den Nachzüglern war dann auch die Schauer, das habe ich schon auch optisch eben gesehen, dass hinter uns dann Schauer runtergingen. Vor uns war eigentlich immer schön. Und wir haben da eigentlich nie Regen gehabt, da Richtung St. Berhard war es dann sehr wolkig. Da war dann so ein Nieselregen kurz, aber nicht eigentlich Schauer. Aber ich weiss, dass eben das Radar, je nachdem, je nach Wolke schon viel anzeigt, wo noch nichts runterkommt. Auf der anderen Seite gibt es auch Situationen, wo viel runterkommt und das Radar nicht hinzieht.
Und dann sieht man auf dem Radar auch nichts. Das ist halt sehr unterschiedlich. Aber es war sicher nicht einfach nur schön und einfach. Es war da richtig schwierig. Und ja, wir konnten uns dann so ein paar... Wir mussten den Ballhang wieder hochbasteln. Maxim ist mir da davongestiegen und davongeflogen. Und hankerum konnte ich wieder noch höher steigen und dann weiter mit abkürzen und weiterkommen. Also es war da schon ziemlich spannend. Und eben mit dem Wind auch nicht ganz so einfach, wie es vielleicht von außen auf dem Lifetagging ausgesehen hat.
Gibt es bei solchen Rennen manchmal Situationen, wo du in der Luft bist mit den anderen? Es ist ekelhaft, sage ich mal so. Und man wünscht sich, hey, du anderer, Maxim oder wer auch immer da gerade, geh doch landen, dann kann ich auch landen. Also dass man nicht meint, ich muss weiterfliegen, weil der andere fliegt ja auch noch weiter. Also dass man sich so lemmingemäßig gegenseitig pusht, aber eigentlich schon so am Limit ist, dass man sagt, mir wäre es ganz recht, wenn du landen gingst, weil dann wären wir beide vielleicht am Boden und wir wären beide in Sicherheit.
Ja, das kann ich nachvollziehen. Aber die Gedanken kommen eigentlich nicht, weil wir wollen ja weiterfliegen. Denn bei mir ist häufig der andere Gedanke, ich bin ja nicht alleine hier, da ist noch ein anderer. Und wenn der Maxim da ist zum Beispiel oder den Patrick von Kennel, dann habe ich überhaupt keinen Stress. Dann denke ich, die haben sie auch im Griff. Wenn aber irgendjemand da ist, wo ich denke, der hat vielleicht nicht ganz im Griff, dann habe ich eher Stress, weil ich denke, wenn ich jetzt weiterfliege, dann muss der eigentlich wegen mir auch und hat dann vielleicht ein Problem. Aber er ist ja selber erwachsen und muss selber entscheiden. Man kann da nicht Rücksicht nehmen auf andere. Aber Gedanken habe ich dann.
Dieses Fliegen, was ihr macht, ist ein extremes Fliegen. Man muss mit Starkwind umgehen können, landen an allen möglichen Stellen, starten aus allen möglichen Stellen heraus. Das verlangt ja auch ungeheuer viel Training.
Nun kann man sagen, ja, man kann ganz viel fliegen und das trainiert und sowas, aber man kann ja auch sehr systematisch vielleicht trainieren. Wenn du ein Ausdauertraining machst, hast du ja auch meistens einen Trainer, Trainingsplan, gehst nach bestimmten Sachen vor oder hast sogar einen Trainer, der dir sagt, was du wann wie zu machen hast, damit du die Muskeln aufbauen kannst und sowas. Wie trainierst du das Fliegen systematisch? Oder trainierst du das überhaupt systematisch oder hast du das so drin, dass du sagst, ich gehe einfach nur fliegen und dann kommt das Training von allein?
Ja, ich bin mir bewusst, dass wenn ich am Wettkampf alles Mögliche machen will, weil es auch situativ wichtig ist, dann muss ich das auch, das muss ich auch vorher gut machen und kennen. Beim Ausdauertraining ist ja, das Training hat ja zwei Aspekte eigentlich. Das eine ist fit werden, das ist eigentlich das Offensichtliche. Für mich aber viel wichtiger ist, ich lerne, was ich kann mit meinem Material. Also ich weiss, welche Socke, mit welcher Sohle, in welchem Schuh für mich über mehrere Stunden passen und ab welcher Anzahl Kilometer es einfach Sinn macht, Schuhe zu wechseln, auch wenn sie noch so gut sind. Und das sind Erfahrungswerte und diese Erfahrungswerte, sind eigentlich der Haupteffekt vom Training, weil, wenn man die hat, dann hat man es im Wettkampf einfach normal, sage ich jetzt mal.
Und ich mache häufig einen Vergleich vom Autofahren. Wenn wir Schweizer in Deutschland Auto fahren, haben wir Stress, weil es einfach so schnell geht. Und wenn Deutsche in der Schweiz fahren, denken sie sich, es ist super langsam, weil sie normalerweise schneller fahren. Und das ist einfach ein daran gewöhnen. Was kann man mit seinem Auto, mit welcher Geschwindigkeit? Und, und für mich ist wichtig, dass man beim Fliegen eben auch so denkt und nicht einfach dann ein Auto nimmt und dann mal nach Deutschland und dann einfach nur Stempel runter, weil das ist eigentlich ganz einfach. Aber das Gefühl und wie man sich dann verhalten muss, ist das andere. Ich habe eigentlich das Glück, dass ich von jung auf immer mir überlegt habe, geht das? Und es konnte mir dann manchmal nicht alle, oder den Piloten konnte mir dann nicht alles beantworten.
Auch der Fluglehrer nicht. Und ich habe es dann einfach selber ausprobiert. Und dieses Ausprobieren, das ist irgendwie geblieben. Und das ist eben auch dieses spezifische Training, wo ich dann einfach überlege, kann ich in dieser Waldrichtung landen oder nicht? Und wenn ich nicht wusste, dann habe ich es probiert. Ich hatte ehrlich gesagt in jungen Jahren viel Glück auch, dass das nicht passiert ist, dass mir nichts passiert ist. Das Material nur bedingt ein paar Leinen flicken. Das ging dann. Aber ich habe einfach viel gelernt. Und das ist beim Starten, wo man sich Gedanken macht vorher und dann kommt so der Point of No Return, wo es dann gut gehen muss. Beim Landen ist es dann eher umgekehrt. Es muss dann gut kommen. Da habe ich viel auch im Schnee geübt, einfach mit ein bisschen doppelter Sicherheit.
Oder an einem dünnen Piloten im Sand kann man auch mal ein bisschen übers Limit gehen. Oder G -Force -Train ist ein gutes Beispiel, wo man einfach seine, die eigene Belastung lernen, lernen, kennen und dort weiss, was passiert, wenn man eben auch nichts mehr sieht, dass man trotzdem noch rettet, aktivieren könnte. Das sind so die Ansätze. Und für mich ist nach wie vor das spezifische Training, vor allem das Toplanden, das Speedlanding. Das ist extrem wichtig, dass man das wie ständig übt, weil dieses Feeling vom Einschätzen und Umsetzen, das geht verloren. Das ist, ich würde jetzt sagen Radfahren, das verlernt man nicht. Also Gleitschirmfliegen verlernt man nicht. Aber. Wie muss man sich verhalten, dass man eben sauber einladen kann und auch das Thermikfliegen und Linien finden.
Das ist alles Feelingssache, wo man eben intensiv betreiben muss, dass es wieder auf höchstes Level kommt und dass man dann eben im Wettkampf nicht überlegen muss, sondern einfach spürt, das geht jetzt oder es geht nicht.
Machst du denn dafür vor einer Saison auch eine Art Flug -Trainingsplan, wo du sagst, mindestens drei Wochen, Wochenenden will ich Toplandetraining machen oder irgend so was?
Beim Ausdauertraining mache ich einen sehr genauen Plan, habe ich auch Hilfe und beim Fliegen eigentlich auch, aber nicht ganz so im Detail. Ich sage einfach in den Wintermonaten fliege ich weniger, ich fliege mehr Acro und im Frühling dann wieder Thermik, also sprich zwei Monate vor Thermik -Alps wollte ich jetzt möglichst viele Stunden fliegen und in diese eingebunden auch die ganzen spezifischen Trainings, auch Groundhandling, dass ich einfach. Da wieder auf Form kommen und ich muss jetzt schon auch schauen, nach 25 Jahren fliegen, dass ich eben nicht extrem viel fliege, weil ich dann auch ein bisschen die Lust verliere und mir immer gute Ziele setze. Also dass ich mir so am Morgen überlege, bei der Prognose könnte das ein gutes Ziel sein und dann kann ich das anpacken als Challenge und das gibt mir dann den Fokus und Motivation.
Aber einfach so fliegen gehen, das geht eigentlich nicht mehr.
Du brauchst irgendeine Herausforderung.
Herausforderung. Und Ziel, genau, das gibt eben den Fokus. Das ist auch, ich denke, auch spannend ist und sicher, weil einfach fliegen, das kann ich mal am Abend so mit Freunden rumhängen und genießen, aber eigentlich schon einen Fokus haben, ein Ziel haben, ist dann eben für mich auch Sicherheit.
Viele Normalpiloten gehen ja einfach so fliegen. Also die fliegen, viele fliegen auch gar nicht so viel, aber dann irgendwann gehen sie mal auf den Berg und sagen Jetzt gehe ich mal wieder fliegen und fliegen so ein bisschen rum. Aber weil sie es so wenig machen und vielleicht auch so wenig systematisch machen, entwickeln sie sich auch nicht weiter. Ist das eigentlich aus deiner Sicht vielleicht die falsche Herangehensweise an die Fliegerei?
Ich sage mal, grundsätzlich sollte ja jeder so unterwegs sein, wie es für ihn stimmt. Wenn man sich aber überlegt, dass der Anfang jedes Piloten ist die Ausbildung und wenn man sich überlegt, wie man da rangeht mit Intensivität, und sich darum bemühen und Theorie lernen und so weiter, dann ist meist so, dass nach dem Erstehen der Prüfung des Scheines dann auch der Fokus nachlässt. Also man hört dann häufig Jetzt darf ich ja fliegen. Jetzt habe ich es geschafft und so weiter. Und dann beginnt so ein bisschen die schwierige Zeit, weil man dann eigentlich noch mehr fliegen müsste. Man müsste sich noch mehr darum bemühen, dass man gut wird. Man müsse sich neue Ziele setzen, wie eben die Ausbildung,
dass man da weiter, den Fokus behält und nicht eigentlich nachlässt. Also da sehe ich mal so den ersten Schritt. Und für mich selber war das dann die Wettkampfzeit. Ich wollte im Wettkampf lernen, besser zu fliegen. Also das heißt effizienter. Habe dann aber schnell gemerkt, dass diese Strategien der Top Piloten, die bringen auch Sicherheit. Also ich kann dann auch sicherer fliegen. Und diese Ansicht im Wettbewerb fliegt man gefährlicher, weil man mehr riskiert. Das stimmt eigentlich nicht. So, also es hängt dann auch immer wieder mit der eigenen Zielsetzung zusammen. Und ich denke, mit der Erfahrung über die Jahre kommt eigentlich mehr Können und dadurch eigentlich auch mehr Sicherheit.
Aber man verschiebt auch die eigenen Ziele nach oben. Man will dann dies erreichen oder diesen Flug machen und diese Aufgaben oder Ziele bringen dann wieder Risiko. Also meine Ansicht ist, dass man immer ähnliches Risiko eingeht, aber mit dem mehr oder weniger darum bemühen, sich weiterentwickeln und lernen, dann kann man eben das Verhältnis auch steuern.
Was meinst du damit, man geht immer ähnliches Risiko ein? Sagst du, ein wenig Flieger, der fliegt halt eher auch bei Bedingungen normalerweise, die für ihn nicht so riskant sind, für sein können. Und du fliegst dann halt in einem X -Alps mit ordentlich Nordföhn und sonst was und sagst, trotzdem ist das immer noch in einem für mich steuerbaren Risiko.
Genau, ein Anfänger, der den ersten Flug macht, der hat einen ganz sicheren Schirm, der hat Betreuung, der hat auf alle Fälle sicheres Wetter, hat einfach kein Know -how und kein Können. Und ich habe gutes Können, aber ich habe auch einen schwierigeren Schirm, ich habe schwierigere Ziele. Ich fliege bei fast allen Bedingungen und das macht es eigentlich dann auch wieder schwierig, was meine Skills eigentlich irgendwo fordert. Und ich denke, in der Summe bleibt man bei gleichem Risiko. Und das Risiko, wie viel man riskiert, ist ja aus meiner Sicht auch Charaktersache jedes Menschen. Die einen riskieren grundsätzlich mehr und sehen das nicht als Problem und die anderen riskieren weniger und sehen das schon als hohes Risiko.
Aber grundsätzlich ist Gleitschirmfliegen einfach gefährlich, weil wenn man abhebt, nach zwei Sekunden kann man abstürzen und ist eigentlich kaputt. Und das muss man sich nicht irgendwie unter den Tisch wischen. Und sich vor anderen rechtfertigen, dass es sicher ist, sondern sagen ja, man muss das risikobedingt so nachnehmen, wie es ist und sich darum bemühen, dass man das kompensieren kann.
Wenn man dich so fliegen sieht, auch in schwierigen Situationen, ist ja vieles, also sieht erstmal so aus, du weißt eigentlich immer genau, was du machst. Wie viel davon, würdest du sagen, entscheidest du in dem Moment noch mit Kopf und wie viel ist einfach wirklich Bauchgefühl, Intuition?
Ja, ich denke, schwierige Prozentfrage, vielleicht 90 Prozent Intuition und ein bisschen was überlege ich noch, aber ich mache mir die Gedanken, das Überlegen ist vorher. Und in der Luft ist es dann meistens der Bauch, der dann auf Erfahrung zurückgreift und mich entscheiden lässt.
Kann man das Bauchgefühl, die Intuition, kann man die trainieren?
Auf jeden Fall, ja. Und ich finde das mega spannend, wenn ich auch Coachings anbiete. Und mit Leuten unterwegs bin oder bei Kursen. Ich denke, jeder Mensch hat ein Bauchgefühl und eine Intuition, aber wir haben eigentlich die nie so richtig trainiert. Also wir wachsen auf in der Schule und man muss immer denken und rechnen und alles begründen können. Und wir haben auch ganz viele Daten, die man abrufen kann, jetzt mittlerweile auch aus der Luft, mit dem Handy auf Windwerte zugreifen, auf Prognosen zugreifen. Und man hat immer Zahlen, man hat immer so schwarz -weiss und das verhindert halt, dass man auf den Bauch hört. Weil es wäre ja dumm, wenn man sieht, es hat mehr Wind, wie gut ist, wenn man da jetzt weiterfliegen würde.
Aber vielleicht ist dann fünf Minuten später, wenn ich dort bin, der Wind weg oder es gibt Anzeichen, wo man ganz klar sieht, dass es geht. Und dann ist das eben wichtiger als die schwarz -weisse Zahl. Und ich finde es extrem spannend, eben dieses Thema. Und ich finde es extrem spannend, eben dieses Thema. Und wenn eben Piloten lernen, auf die ganze Intuition zu hören und weniger auf die Facts, haben sie auch mehr Möglichkeiten, gerade beim Gleitspielsport eben.
Glaubst du, dass Piloten vor 20 Jahren mehr gelernt haben, intuitiv zu fliegen, als die Piloten heute? Einfach, weil du heute so viel mehr Technik zur Verfügung hast. Du kannst heute im Flug dir ein Regenradar beispielsweise aufrufen. Du sagst, ich gucke hin, ich sehe, es regnet nicht. Aber das Radar zeigt, es regnet da irgendwie doch. Vielleicht regnet es in der Wolke, aber unten kommt nichts raus. Also fliege ich weiter. Und der andere sagt, ich fliege da nicht hin, weil mein Regenradar sagt, da fliege ich nicht hin. Oder er guckt darauf und sieht, die Windwerte sind so und so, also mache ich das und das nicht. Oder er sieht halt eine Wetterprognose drei Tage im Voraus und sagt, dann fahre ich jetzt nicht in die Alpen. Und früher hatte man das nicht. Und dann ist man in die Alpen gefahren und hat gesagt, ich gucke mal, was geht. Und dann irgendwas geht immer. Und dann hat man trotzdem mehr davon gehabt.
Also verlieren wir durch Technik das gute Fliegen?
Ich würde schon sagen, ja, du hast das schon sehr gut gebracht, die Beispiele. Weil das sieht man einfach jetzt im Laufe der Zeit. Und ich habe es halt so erlebt, dass ich mit 16 begonnen habe mit Gleitschirmfliegen. Und ich war da in der Ausbildung zum Maurer. Und ich hatte einfach immer am Abend und am Wochenende Zeit. Und ich wollte einfach möglichst viel fliegen. Und ich habe eigentlich nie Prognosen geschaut und geplant, weil ich ging eigentlich immer vor. Ich wollte nur fliegen, wenn ich Zeit hatte. Und wenn es dann das Wetter halt schlecht war, dann habe ich vielleicht mehr Groundhandling gemacht oder habe dann irgendwie Theorie studiert und habe einfach Zeit fürs Gleitschirmfliegen investiert. Dann 2012 wurde ich selbstständig. Da wollte ich eigentlich immer bei gutem Wetter fliegen und bei schlechtem Wetter im Büro arbeiten.
Und das hat eigentlich dazu geführt, dass ich häufig frustriert war, weil ich dann bei gutem Wetter im Büro saß und bei schlechtem Wetter am Berg. Weil einfach die Prognosen immer noch gewisse Strömungen haben, die ich nicht im Griff habe. Und ich habe dann selber für mich eben festgestellt und realisiert, dass das eigentlich die falsche Richtung ist, wenn man eben versucht, möglichst alles gut zu planen, weil es so flexibel ist. Und wenn man eben Zeit plant, um sich um den Sport zu bemühen, dass man dann meistens etwas findet, was man eben trotzdem nutzen kann. Und auch für sich nutzen kann, um weiterzukommen. Aber klar, wenn man jetzt weite Streckenflüge machen will, dann brauchst du die Prognosen, dann brauchst du die Planung.
Und jeden Tag probieren geht dann auch nicht. Also man muss dann schon die besten herauspicken. Und das ist ja auf der anderen Seite auch möglich, wenn man die Prognose gut versteht und sich gut bemüht um Thermikprognosen. Dann hat man auch einen Vorteil. Das sieht man schon. Und darum sehe ich beide Seiten. Aber es ist, wie du sagst. Man müsste vielleicht einen Kompromiss finden. Und wir müssen auch lernen, die Flut von Daten zu filtern und zu einfach lernen, was ist nützlich von den Daten und was muss man ein bisschen mit Vorsicht genießen.
Trainierst du es manchmal heute noch, ohne Instrumente zu fliegen? Also dass du sagst, ich mache jetzt einen Thermikflug, aber lass mein Vario aus?
Ja, ich fliege häufig ohne Vario auf dem Tandem. Ich habe eigentlich die Ansicht, dass wenn man tief ist und am Berg, dann sieht man es relativ gut. Man spürt es auch relativ gut. Und wenn ich hoch bin, dann bin ich ja schon mal hoch und spielt es weniger eine Rolle. Aber im Bettbewerb, wenn es dann wirklich ankommt auf jeden Meter, dann habe ich schon gerne das Gefühl von Wissen, was geht, anhand eben vom Varioton.
Lass uns noch ein bisschen über Flugtechnik sprechen, beziehungsweise was heißt Technik?
Flugwissen und auch Flugintuition. Mir ist immer aufgefallen, ich beobachte das ja immer nur von Ferne, aber wenn man so guckt, wie du deine Linienwahl bei den X -Alps beispielsweise machst, wo man halt sehr genau das im Live -Tracking verfolgen kannst, da ist mir bei dieser X -Alps nicht, bei einer anderen ist mir das aufgefallen, da bist du in einem Tal geflogen und hast zum Beispiel sehr häufig die Talseite gewechselt. Ich kann dir leider jetzt nicht genau sagen, wo das war, aber war nur auffällig, wo man normalerweise immer sagen würde, ja, ein normaler Pilot wird immer auf eine Talseite fliegen und bleibt dann da, weil es immer wieder einen Tal schlägt. Der Sprung im Grunde bedeutet, um dann auf die andere Seite zu kommen. Aber du bist dieses Tal längs geflogen, warst mal auf der Nordseite und wieder auf der Südseite und dann ein bisschen später bist du wieder auf die Nordseite gewechselt und so was und man denkt, wieso macht der das?
Und jedes Mal hast du das Risiko des Talsprungs eigentlich. Wie liest du Täler, um zu sagen, ich muss jetzt auf die andere Seite, da ist es besser? Und dann, nee, jetzt muss ich doch wieder auf die andere Seite, weil da ist es besser. Weil vom Track war es eigentlich immer so, dass du deine Höhe halten konntest und man sagt ja, die Entscheidung war wohl nicht falsch. Aber für einen normal denkenden Piloten würde man erst mal sagen, wieso macht er das?
Ja, das ist ganz ein einfacher Grundsatz, nämlich ich bin ja an einem Ort und die Frage ist immer, was kann ich mit meinem Aktionsradius, also mit meiner Gleitzahl? Die ist ja bei Rückenwind größer, bei Gegenwind ist es kleiner. Was kann ich da machen und wo ist die nächste mögliche Thermik, die Abrisskante oder der Hotspot, in welchem Bereich könnte es wieder Thermik haben? Und das ist ganz kleinräumig gedacht und geplant. Und wenn eben auf gerader Route im Tal nordseitig die nächsten zehn Kilometer im Schatten liegen oder der Wind extrem stark ist, dann überlege ich mir eben, könnte es Sinn machen, dass der Talsprung die bessere Option ist.
Und ich überlege dann, da sind so Pläne, also Plan A, B, C. Wenn Plan A nicht funktioniert, dann Plan B und sonst Plan C. Und irgendwo muss ein Landeplatz sichtbar sein oder eine mögliche Notlandung möglich sein. Und auf der anderen Seite überlege ich mir auch noch die Prozentchance, wie gross ist die Möglichkeit, dass es funktioniert. Und zum einen von der Effizienz, zum anderen aber auch von der Sicherheit. Und von der Sicherheit, da will ich immer sehr hoch sein. Also es muss irgendwo bei 99 Grad sein. 100 ist nie, aber irgendwo sehr hoch. Und bei der Effizienz, ja, wenn es so 50 -50 ist, dann weiss
ich manchmal auch nicht. Dann mache ich manchmal das, was ich Lust habe. Aber wenn es 51 -49 ist, dann ist klar, dann wechsle ich auch mal die Talseite, weil ich eben grössere Chancen sehe, um weiterzukommen.
Jetzt hast du vorhin gesagt, eigentlich ist 90 Prozent Bauchgefühl, 10 Prozent ist noch das Denken. Mit dem du fliegst. Sind jetzt diese Prozentabschätzungen, wie du sie jetzt gerade genannt hast, sind das deine 10 Prozent? Und was machen dann noch die 90 Prozent anderen an solchen Tagen?
Ja, es ist ganz spannend, wenn ich eben mit dir das Interview machen würde während dem Fliegen, jetzt zum Beispiel bei X -Alps. Und du mich fragen würdest, was machst du jetzt? Dann kann ich dir eben etwas erzählen, aber ich mache dann vielleicht in drei Sekunden später etwas anderes. Weil eben mein Bauch sich für das andere entscheidet. Und ich kann es dir dann nicht erzählen im Moment, aber vielleicht fünf Minuten später kann ich dir dann erzählen, warum ich das jetzt gemacht habe. Und wir haben bei diesen X -Alps versucht, mit Social Media besser zu transferieren, was ich mir überlege oder die Gedanken oder Pläne. Und die Elisa Deutschmann hat das eigentlich sehr gut verpackt in die Storys. Und wir wollten eigentlich aufzeigen, was so die Gedanken sind während dem Rennen.
Und ich wusste aber genau, dass es jetzt etwas vom Stil ist, weil meine Gedanken häufig nicht so viel wert sind, weil dann trotzdem der Bauch entscheidet.
Das Wetter ändert sich so schnell. Meine Verfassung ändert sich. Meine Überlegungen sind dann doch häufig falsch. Und irgendwann mal werfe ich das alles über den Haufen und der Bauch entscheidet dann, auf was er gerade so Lust hat. Und ich denke manchmal, es ist auch ein bisschen unheimlich, wenn ich mir etwas überlege, vor allem gerade mit dem starken Wind. Oder ich überlege, was mir jetzt passiert. Ich überlege mir dann häufig eher negative Sachen. Und der Bauch pusht mich dann und sagt irgendwo, ja, früher ging es ja auch und gerade ist immer besser und Vollgas passt auch. Das ist dann extrem schwierig für mich, diese Gedanken und dieses Gefühl dann zu vereinen und zu sagen, das ist jetzt genau richtig.
Gibt es Situationen, wo dein Bauch etwas entschieden hat, wo dein Körper das geflogen hat, was dein Bauch sagt, und wo du im Nachhinein sagst, es hat zwar funktioniert, aber ich weiß, ich kann es mir auch fünf Minuten später, könnte ich dir jetzt nicht erklären, warum ich diese Entscheidung so getroffen habe?
Ja, ja, das gibt es extrem häufig. Also gerade so eine der bekanntesten war im X -Hubs 21, wo wir da in Wallis waren, auf dem Weg zurück nach Osten. Tag 8, es war Sonntag und der Maxim hat mich überholt. Ich war so leicht genervt und frustriert. Und ich bin dann in den Brig gegangen und wir haben uns viel überlegt über das Wetter. Ich habe auch noch externe Hilfe beigezogen und wir wussten einfach nicht, ob die Südseite oder die Nordseite besser war für den Weg ins Engadin, zum Pics Palü. Eigentlich die Theorie und Wetter war eigentlich klar, man muss über den Simplon in den Süden gehen und das hat der Maxim unter Benua auch gemacht dann.
Und irgendwie, bin ich dann trotzdem nördlich geblieben. Und ich denke, im Nachhinein das war, weil ich den Süden nicht so kenne, also das Domodossola, Centuvalli Gebiet, da habe ich noch nie gehört, dass es da gut fliegt am Morgen. Ich wusste einfach da in Fiesch, dieses Gums, Wallis, das kenne ich, das geht meistens früh los, da kommen dann die Pässe und sind etwas eine Schlüsselstelle, vor allem der Südwind war stark prognostiziert, aber ich dachte, Südwind ist Crosswind, also da kann ich vielleicht auch soren und ich habe mir dann viel so hin und her überlegt und ich habe eigentlich nicht so bewusst im Kopf gehabt, wegen dem mache ich jetzt das, sondern am nächsten Morgen war ich einfach am Startplatz und habe so gedacht, ja, warum bin ich jetzt genau hier?
Und ich denke, das war ganz klar ein Bauchentscheid im Gegen, dass eben die Franzosen im Süden gingen über den Simplon Pass und alle haben mich da angezweifelt und an diesem Morgen war es ein bisschen schwierig, weil eben viele gefragt haben und mich angezweifelt haben, dass ich bei dem starken Südwind nördlich bleibe.
Wie viel ist da bei solchen Sachen auch nicht nur Bauchgefühl mit viel Erfahrung, sondern auch Glück im Spiel?
Im Nachhinein immer viel Glück, aber ich denke, man muss auch versuchen, dem Glück eine Chance zu geben. Das ist ja der Ansatz von Thomas Törje und mir, dass man, wenn man zwei Optionen hat, dann muss man vielleicht schon auch die wählen, wo man denkt, wenn ich Glück habe, dann ist es richtig gut und nicht nur einfach die anständige und brave und theoretisch vielleicht die sicherere, weil wenn man eben dann Glück hat und es effizient ist, dann ist man einen guten Schritt weiter. Also mir war da zum Beispiel in diesem Fall vom Mix 21 auch bewusst, wenn ich jetzt da nicht später in Chur, wenn ich da nicht ins Engadin fliegen kann wegen dem starken Südwind, dann verliere ich extrem viel auf die anderen und ich habe da dann auch den Nightpass aktiviert, dass ich durch die Nacht eben über die Pässe nach Süden hätte wandern können und da den Schaden auf die anderen versuchen Grenzen zu halten
und eben zu wissen, man hat den Nightpass und man hat diese Option und das kann gut kommen, war ich dann wiederum locker drauf und konnte einfach frei fliegen und das hat dann in Summe eben, so ausgeschaut, wie ich sehr viel Glück hatte.
Von deinen 8x -Alps -Siegen gibt es irgendeinen, wo du sagen würdest, der war wirklich durch Glück bedingt und nicht durch Können, Können war immer dabei, aber wo du sagen würdest, eigentlich der eigentliche Sieg war letzten Endes glücklich?
Ja der erste, also ich denke beim ersten Mal 2009, da hatten wir wirklich sehr viel Glück, täglich, täglich mehrmals, weil es einfach, es war ein riesen Abenteuer für uns, wir haben nicht gewusst, wie das funktioniert, wir wussten selten, wo wir waren, weil die ganze Strecke war für uns neu, wir hatten Papierkarten, kein GPS, wir hatten wenig Kommunikation wegen dem Handynetz, was noch nicht so gut war, also es war sehr viel, auch eben kleines Glück dabei, zum Beispiel habe ich mein Handy verloren am ersten Tag in Berchtesgaden im Wald, weil der Velcro nicht gehalten hat und dann habe ich am Startplatz realisiert, mein Handy ist weg, mein Handy braucht es für die Übertragung vom Live -Tracking, also niemand kann sehen, wo ich bin und ich bin dann gestartet und geflogen und habe dann zwei Athleten unten an der Straße wandern sehen, bin bei denen gelandet und mit ihren Handys habe ich dann meinen Supporter, den Thomas, angerufen und der Thomas meinte so, ja ich habe mein Handy gefunden
und ich sage so, ja wie hast du mein Handy gefunden? Und er sagt so, ja eine Person hat geschaut, wem ich als letztes angerufen habe und das war er und dann hat er angerufen und gesagt, ich habe hier ein Handy gefunden, brauchst du das noch? Und der Thomas ist dann hingefahren und hat es geholt, also das ist so ein Beispiel, was halt mehrmals passiert ist und das war eigentlich nur Glück, dass es schlussendlich bis Monaco gereicht hat.
Hättest du, sagen wir mal, diesen glücklichen Sieg nicht gehabt, wärst du bei den X -Alps dran geblieben? Ich kann mir ja vorstellen, dass, wenn man so einen Erfolg hat, direkt beim ersten Mal, man startet und dann gewinnt man sowas, dass man sagt, oh, das will ich natürlich jetzt noch mehr, da steckt was drin. Wäre es vielleicht ganz anders gelaufen, wenn diese X -Alps nicht so erfolgreich gewesen wären, die erste? Wärst du da bei Hike and Fly und sowas dran geblieben? Damals warst du ja auch noch nicht so gut trainiert und sowas, wie du es heute bist.
Das ist eine gute Frage. Ich kann mich erinnern, immer nach den X -Alps habe ich schon gezweifelt, dass ich das nochmal mache. Weil halt die Vorbereitung intensiv ist und dann das Rennen sehr hart, körperlich kaputt. Und ich hatte mehrere Tage, Wochen eigentlich keine Lust mehr auf Wandern, auf Fliegen. Und trotzdem, ein Jahr später habe ich mich wieder beworben. Und ich denke, der Grund war schon immer, dass ich dachte, ich kann weiterkommen. Ich kann da trainieren, ich kann viel erleben. Am Rennen selber erleben wir sehr viel. Und das sind ja die Gründe, die mich motivieren. Und schlussendlich funktioniere ich eher so, dass ich eben sage, ich will das Erlebnis und nicht den Rang. Also rangmäßig hätten wir eigentlich sagen müssen, ja, besser geht nicht. Und das müssen wir nicht nochmal machen.
Aber eben das Erlebnis in der Vorbereitung und beim Rennen motivieren mich eben, immer wieder teilzunehmen und daran zu wachsen.
Was ist für dich Erfolg?
Ich denke, dass Erfolg ist, wenn man sich auf etwas freut und das dann umsetzen kann. Also wenn man etwas im Kopf hat, einen Traum, dann in der Vorbereitung das möglichst versucht zu verstehen und das dann umsetzen kann. Und am Ende sagt jeder, das war jetzt Glück. Ich denke, das ist Erfolg.
Gibt es so etwas wie einen grössten Erfolg deiner Karriere, den du so für dich als solchen einordnest, falls vielleicht auch der grösste Glücksmoment war oder so?
Persönlich sage ich einfach, dass ich jetzt 25 Jahre fliege. Und ich hatte einmal einen Unfall. Mit einem gebrochenen Fuss. Was aber eigentlich eher Pech war als irgendwie Berufsrisiko. Dass ich immer noch gesund bin und mich jetzt mit 40 Jahren immer noch voll belasten kann und auf so grosse Abenteuer einlassen kann, das ist für mich der grösste Erfolg. Weil schlussendlich, wenn man ein bisschen handicapiert ist oder viele Menschen haben irgendwo ein Handicap und können es dann nicht mehr machen und dass ich jetzt zurückschauen kann. Und sage, über 14 Jahre, 8 x Alps. Ich war jedes Mal fit am Start. Manchmal ein bisschen angeschlagen wegen Krankheit. Aber im Grossen und Ganzen konnte ich starten und wurde dann gesund und konnte voll investieren.
Das ist nicht selbstverständlich. Und das ist auf meine Sicht jetzt der grösste Erfolg.
Gab es auch schon mal Momente, wo du deines Erfolgs müde warst?
Ja, ja. Ich denke immer wieder, jetzt ist danach mal genug.
Schlussendlich.
Ja, denke ich auch mal. Ich bin ein bisschen zu extrem, zu fokussiert. Immer, immer noch mehr, noch mehr. Aber ich bin halt auch so erlebnishungrig. Und mit den Wegkämpfen, mit den Projekten habe ich halt die gewisse Vorfreude und kann mich darauf freuen und uns dann ausleben. Aber ja, schlussendlich überlege ich mir jetzt gerade wieder für nächstes Jahr, was anstehen könnte, was ich da machen könnte. Und jetzt gerade so nach dem X -Alps, bin ich schon ein bisschen leer. Und die Planung ist dann schwieriger. Aber ich verlasse mich dann ein bisschen auf mein Wissen, dass, wenn ich jetzt ein bisschen weniger mache, dann irgendwann kommt die Lust wieder und dann kommen auch wieder die guten Ideen. Und das hilft mir dann für nächstes Jahr zu planen.
Du hast gerade gesagt, du stehst jetzt kurz davor, also am Mittwoch startet, glaube ich, die Eiger -Tour. Heute ist Montag. Wenn du jetzt sagst, du bist nach so einer X -Alps ein bisschen leer, wie motivierst du dich dann für so ein Rennen, wo du dann wieder sagst, hm, also startest du dann, wenn du sagst, jetzt geht das Rennen, dann switchst du um und bist sofort wieder auf 100 %?
Ja, eigentlich schon.
Der Hauptansatz ist eigentlich, dass ich nicht körperlich kaputt bin. Und das war nach diesem X -Alps eigentlich ideal, weil ich viele Hörnmeter gehen konnte und mich nicht kaputt machen musste. Und das andere im Kopf ist halt so das Erlebnis. Das Eiger -Tour ist halt vor der Haustür. Und dieses Konzept mit diesen Hütten besuchen, das Technische, also Top landen und taktieren, das finde ich einen der genialsten Wettbewerbe eigentlich. Und das fällt mir dann einfach, mich dafür zu motivieren. Das ist einfach Spiel für dich vielleicht, oder? Ja, es ist eigentlich so, wie noch mehr dürfen als vielleicht eine X -Alps. Es ist auch kürzer und überschaubarer. Es ist vor der Haustür. Und auch
dort, ich habe jetzt jedes Mal so viel erlebt, und es war immer wieder anders mit dem Wetter, auch schon zu Hause. Und auch jetzt wieder sieht es sehr windig aus. Es sieht mal danach aus, dass es wirklich schwierig ist, zu entscheiden, kann man fliegen oder muss man gehen. Vielleicht wie am X -Alps in den Dolomiten.
Und ja, das ist nicht einfach. Und genau das macht es eben spannend. Also ich freue mich jetzt extrem darauf, zu schauen, was heisst am Mittwoch der starke Wind, also der prognostiziert starke Wind. Was heisst das genau in Kombination mit der Aufgabe, die wir bekommen? Also die wissen wir ja noch nicht. Die kommt dann erst morgen. Und das motiviert mich grundsätzlich, genau.
Wenn du jetzt sowas siehst, da kommt Starkwind, das ist ja eigentlich etwas, wo du sagst, damit kann ich um. Das habe ich schon häufiger bewiesen und das trainiere ich auch immer wieder und sowas. Also sind das eigentlich Bedingungen, die mir entgegenkommen? Die Chancen sind relativ gut, dass ich auch so etwas, so ein Rennen wieder gewinne. Denkst du da manchmal an, ah, das ist ein gutes Wetter oder ärgerst du dich eigentlich, also gutes Wetter für dich, für den Erfolg? Oder sagst du, nee, ich hätte eigentlich viel lieber ein super tolles Flugwetter, was eindeutiger ist, weil ich dann beim Fliegen mehr Spaß habe?
Na, es ist ganz klar das Zweite, weil zu denken, die Bedingungen kommen mir zugute, das ist falsch, weil ich bin ja dann auch gestresst und ich bin auch im Limit und ich weiss auch, wenn etwas passiert, dann ist es auch für mich nicht toll. Ich hätte viel lieber einfaches Wetter, ein schönes Wetter, um es eben auch zu geniessen und dann versuchen, die Effizienz in der Taktik und Strategie zu machen und nicht mit dem Hammer da draufschlagen, bis es geht. Aber ja, schlussendlich gehört alles dazu. Man muss sich immer aufs Wetter einlassen, wie es ist. Das ist vielleicht dort schon auch ein Vorteil im Hinterkopf, weil ich weiss, auch wenn es schwierig ist mit dem Wind, kann ich das besser akzeptieren als vielleicht andere, die dann generell schon ein bisschen gehemmter sind.
Wenn jetzt so windiges Wetter Kriegelwetter ist, ich sage mal in Anführungszeichen, wo dann Leute sagen, oh, bei den Wetterbedingungen hat der Kriegel sehr gute Chancen, gibt es andere Wetterbedingungen, wo du sagen würdest, da gibt es andere Piloten, die vielleicht bei so einem Wetter gegenüber dir Vorteile haben?
Ja, grundsätzlich schon. Es gibt jetzt junge Piloten, die sind schneller im Berg hochgehen, also wenn es stabil ist und nur runtergleiten, dann sind die klar im Vorteil.
Es gibt aber auch so Schwachbedingungen, wenn es feucht ist und so, dann steige ich nicht so gut, dann sind die auch im Vorteil. Also technisch im Steigen bin ich nicht so stark. Woher kommt das? Ja, das frage ich mich schon seit Jahren.
Also noch witzig ist, dass ich eigentlich mit dem Wettkampfschirm im Wettkampf relativ gut steige und mit dem weniger gestreckten Schirm steige ich ein bisschen schlechter. Ich bin im Moment auch relativ leicht, am Schirm, den ich gerade habe, weil ich so zwischendrin bin in der Größe. Vielleicht ist das auch nicht ideal. Aber genau sagen kann ich es nicht, das ist einfach nicht meine Stärke. Ich kann, wie gesagt, schnell fliegen, bei viel Wind mich noch wohlfühlen, das ist sicher die Stärke.
Wenn man manchmal so guckt, Tracks bei X -Alps oder auch beim Dolomiti Superfly und sowas, da gab es häufiger so kleine Situationen, da bist du mit Patrick Haenel zum Beispiel zusammengeflogen. Und dann dreht ihr beide auf und irgendwie sieht man, der Patrick steigt wirklich besser als du oder steigt dann auch ein bisschen weiter als du und sowas. Gibt es sowas, wo du schon mal sagst, hey Patrick, verrat mir mal deinen Trick oder guck mal hin, was ich da nicht so gut mache. Was machst du anders als ich? Also sprecht ihr auch über sowas? Oder ist das gar kein Thema mehr?
Doch, das ist immer ein Thema. Also wir schauen immer, wer kann was gut. Und wir haben auch die Gewissheit, dass im Weltcup, da fliegen 120 Piloten, da fliegen 80 den gleichen Schirm mit gleichem Gewicht und trotzdem steigen immer die gleichen Zehen besser, wenn es ankommt. Und auf der anderen Seite fliegen auch immer die gleichen 8 schneller im Endanflug wie die anderen. Und das ist ja auch durch die Rollen limitiert, also man kann da nichts irgendwie umbauen oder schummeln. Und trotzdem ist eben die Fähigkeit vom Pilot entscheidend und es sind ja immer die gleichen, also es ist nicht wild hin und her. Und das sind eben diese Feeling -Sachen, die ich so, also vorhin schon erwähnt habe, mit dem Fahrradfahren. Man verlernt es nicht, aber man muss es immer wieder praktizieren, dass man gut ist.
Und die einen haben halt diese Fähigkeiten. Und jetzt gerade beim Steigen habe ich viel diskutiert und man sieht ja optisch nichts. Man kann sich dann im Kopf vielleicht anders vorstellen, wann man wie drehen muss. Ich habe auch extrem viel ausprobiert mit mal so, mal so, mal so und finde es einfach nicht herausfordernd. Und ich denke, es ist ein Feeling, wo man sich in der Kurve beim Drehen vorstellen kann, wo blubbert es als nächstes besser, wo kann man mehr Zeit im guten Steigen verbringen. Und die, die gut steigen, spüren einfach besser, wo das beim nächsten Umgang sein wird. Und die spüren noch besser, wann sie weiterfliegen müssen, wann warten. Ja, da fällt mir vielleicht ein bisschen das Feingefühl. Aber man diskutiert und die wollen das auch erklären,
aber die können das auch nicht. Also der Maxim steigt auch mega gut und der kann auch nicht erklären, warum. Und der würde auch gerne schneller fliegen können und ich kann ihm das auch nicht erklären, wie ich das mache. Also das ist immer Thema, aber nicht einfach so transferierbar.
Guckst du dir denn dann manchmal Tracks von anderen an? Auch so von den X -Alps, dass du dann sagst, ich analysiere auch nochmal den Track von Maxim, von Damien oder sowas. Wir waren an derselben Stelle, da ist der mir einfach weggestiegen. Was hat dir vielleicht im Track erkennbar anders gemacht, was du beim selber Kurbeln nebenher nicht so wirklich im Blick haben kannst?
So in der Art schaue ich das nicht, weil ich erlebe es ja dann mit ihnen zusammen. Aber wenn ich zum Beispiel sie nicht mehr gesehen habe und mich hat es dann schon gewundert, wie die das Rätsel gelöst haben, dann schaue ich die Tracks an. Also häufig war so Live -Tracking schauen für mich am Abend vor dem Schlafen. Ein bisschen schauen, wer hat es wie gemacht, weil ich hatte ja diese Aufgabe vorher auch und habe mir dann überlegt, ich probiere mal das und das hat dann vielleicht so oder so funktioniert. Und ich habe dann bei ihnen geschaut, wie haben sie es gemacht und daraus konnte ich eigentlich dann jeweils am meisten noch mitnehmen oder lernen. Aber in der Effizienz vom Drehen oder vom Hangfliegen, das sieht man eigentlich am Track zu wenig.
Was mir aufgefallen ist beim Live -Tracking gucken, auch wenn ich es nicht durchgängig gemacht habe, aber immer wieder so ein paar Stellen und dann versuche ich auch zu gucken, was kann man allein am Track für Unterschiede haben, was kann man für unterschiedliche Flugstile sehen. Also eine Sache, die mir bei dir im Vergleich zu Maxime, aber vor allem auch zu Damien aufgefallen ist, das ist Damien, der kreist extrem eng und dabei dann extrem konstant. Also so, wenn du dir die Thermiken von dem anguckst, das ist wirklich ein Korkenzieher par excellence, der dann ganz gerade, ganz eng hoch geht. Und bei dir sieht man vielmehr, du kreist ein bisschen größer, gar nicht mal so viel, aber ein bisschen größer schon und wackelst da quasi, in der Blase mehr herum, suchst vielleicht mehr noch, wo geht es dann wirklich hoch oder sowas.
Ich weiß nicht, ob der Damien einfach den Kern besser trifft oder war auf jeden Fall im Track mehrmals auffällig. Man sieht allein an der Form des Tracks unterschiedliche Kurbelstile, hauptsächlich von enger, konstanter und weitersuchender. Und da warst du eher so der Weitsuchende, der Damien so der enge Korkenzieher.
Ja, genau. Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Das sieht man auch, wenn man zusammenfliegt. Der Maxim und auch Patrick, die suchen auch immer rum. Sogar der Maxim, der fliegt manchmal extrem weit weg vom für mich gefühlten Zentrum. Und dann gräbt er noch was Besseres aus. Es ist immer wieder spannend, wie der eben ein Gefühl hat, wann muss er wo suchen und fliegt dann weg. Und ich sehe einfach so die Stelle, wo ich drehe, sehe ich so wie kochendes Wasser, also ein Kochtopf und es blubbert dann überall hoch. Und ich fliege dann in dem Bereich, wo das Wasser kocht, ein bisschen hin und her und spüre dann, wo kommt gerade der stärkste Kern oder der stärkste Blubber. Und ich bin immer auch eben neugierig, gibt es noch einen Besseren?
Und so die Haltung, ich suche jetzt den Besten, gibt dann eigentlich dieses Herumgeeier. Und ich kann mir vorstellen, der Damien, wenn der dann mal was hat, dann sagt er sich, das packe ich jetzt und drehe dann eben eng und bleibe da, bis ich oben bin. Und das ist je nach Tag, je nach Charakteristik, von der Thermik, hängt ja da mit der Labilität der Luft zusammen, aber auch mit der Feuchtigkeit. Ist das eine besser oder das andere? Und wir sehen schon auch, dass je nach Tag, Qualität, die einen Piloten besser sind oder am anderen dann die anderen.
Sollte man als Pilot nicht so flexibel sein, dass man sagt, ich habe im Grunde sieben Kurbelstiele drauf und je nach Situation wähle ich und sage, heute mache ich den Damien, morgen mache ich den Kriegel und übermorgen oder bei der nächsten Thermik, da ist vielleicht eher der Maxim gefragt und ich eier mal weit raus und suche noch das bessere Steigen sonst wie.
Ja, das ist eigentlich genau der Ansatz und das haben wir eigentlich auch vor. Es spielt auch noch etwas mit, wie der Schirm ist, also was für ein Material man fliegt und eben das, wie schnell kann man sich daran gewöhnen. Also ich habe ja den Ansatz, wenn man am Morgen startet, dass man in den ersten Minuten mal lernt zu verstehen, was ist heute für Thermik eigentlich angesagt und was ist dann die beste Drehtaktik dazu. Und es gibt ja Tage, das kennt man gut, da ist man wirklich fokussiert und man steigt gut, aber es gibt auch wieder Tage, wo die Anfänger, die Schüler mit ihren Anfängerschirmen eigentlich genauso gut steigen und die fliegen einfach ein bisschen durch und rum und ja, es steigt überall ein bisschen und nie richtig fokussiert und dann hilft dann eben das eng drehen und fokussiert fliegen auch nichts.
Probierst du denn sowas dann aus, dass du sagst, ich probiere einfach mal einen anderen Stil oder ist man, wenn man 25 Jahre schon fliegt, sagt, man hat eigentlich seinen Stil gefunden und du bist ja auch erfolgreich mit dem, wie du fliegst. Also sagt man da, ich will mich trotzdem noch in diesem Detail irgendwie verbessern?
Ja, ich bin schon bemüht, da anzupassen und ich denke, so 80, 90 Prozent passt eigentlich dieses Rumsuchen und an Ort mehr oder weniger zu steigen, aber es gibt halt immer wieder so Orte oder charakteristisch andere Bedingungen, wo man sich dann ein bisschen anschaut, was man anpassen muss oder auf dem Hang mal achten statt drehen. Ich bin der Typ, der eher hangnah sucht. Es gibt auch weiter draußen gute Thermik. Das musste ich auch lernen und besser verstehen. Von dem her, ja, man hat nie ausgelernt und das Feeling anpassen ist sicher auch ein Thema, aber ja, es ist, wie gesagt, nicht meine Stärke, bei schwachen Bedingungen gut zu steigen.
Vielen giltst du so als einer, der komplett oder der kompletteste Pilot, den es so gibt, sagen viele. Damit bist du auch mit deinen Erfolgen ein sehr großes Vorbild für viele und für die Szene und sowas. Wie gehst du damit um, damit halt auch so immer im Fokus zu stehen, im Rampenlicht, also so ein Vorbild zu sein? Ist das auch manchmal belastend?
Ja, ich bin mir das Vorbild eigentlich bewusst, so seit ich X -Albs mache, 2009. Und vorher war mir das zu wenig bewusst, irgendwo will ich das gar nicht sein und habe dann auch häufigen Stress. Ich bin eher so der Lausbub, der dann immer mal was ausprobiert, was vielleicht nicht ganz für alle gut ist. Und ich habe jetzt zwei Söhne und für die bin ich Vater und will natürlich ein gutes Vorbild sein. Ich merke da extrem schnell, wie mich die Jungs kopieren, wie die mir nachmachen und nachahnen. Das war für mich dann eigentlich auch sehr gut zu spüren. Das war auch so 2009, 2010, wo die klein waren. Und dann, ja halt, wenn man beobachtet wird, wie beim X -Albs, sei das im Lifetalking oder auch beim medialen Begleiten, dass man einfach dort möglichst sich so verhaltet, dass man mit gutem Gefühl sagen kann, ich würde es nochmal so machen.
Also die ganze Überlegungen halt so machen, dass man sagen kann, das ist nachhaltig, das macht man so. Ich versuche auch, immer mit Helm zu fliegen, mit Protektor, mit Retter, mit gut gewahrtem Material, dass man eben von aussen auch möglichst sieht, wie es normalerweise gut ist. Ich mache auch extrem gerne zum Beispiel mit einem kleinen Schirm, also Speed Riding im Winter mit den Skiern oder auch im Sommer, weil man halt schon schnell und cool unterwegs ist, aber halt nicht vorbildlich. Man hat nichts dabei, man ist sehr schnell unterwegs und das ist nicht eigentlich der nachhaltige Gleitschirmsport. Aber das ist für mich jetzt zum Beispiel eine Situation, wo ich sagen muss, ja, da wäre ich vielleicht ein bisschen weniger, lieber weniger bekannt und weniger Vorbild, dass ich dann diesen Sport mehr oder für mich besser ausleben kann.
Davon gibt es aber auch wenig Bilder von dir mit Speed Riding oder sowas. Hältst du das bewusst zurück, auch wegen dieser Vorbildrolle?
Ja, ich habe viel erlebt, eben auch seit es die Mini Wings gibt. 2008 habe ich da begonnen und ich habe sehr viel gemacht und würde gerne mehr machen, auch Fallschirmspringen, Basejumpen. Das ist alles so halt nochmal eine Stufe extremer oder spannend. Aber auf der anderen Seite ist es eben nicht, für mich nicht nachhaltig und auch, ich denke auch nicht, wirklich auch nicht sicher, weil ich da so schnell unterwegs bin. Da halte ich mich jetzt extrem zurück, aber irgendwo im Inneren spüre ich schon, das wäre noch cool.
Nun gibt es andere Piloten beispielsweise, Aaron Drogati oder sowas, der macht das alles. Und der macht das auch sehr offensiv in Social Media und sonst was, präsentiert das, wo er dann auf den Berg geht, dann mit dem Speedglider dann darunter zischt, wie er wirklich jetzt kürzlich auch, glaube ich, habe ich gesehen, seinen ersten Basejump wirklich von der Klippe gemacht hat und sowas. Bist du dann manchmal neidisch, wenn Leute noch so unbedarft daran gehen und du dann sagst, ich bin an der Stelle vielleicht zu sehr, Bedenkenträger?
Es gibt die Gedanken, ja. Aber ich denke auf der anderen Seite, ich bin ja frei, ich kann das auch machen und ich habe es auch schon gemacht und ich weiß, was es bedeutet und ist und ich denke da schon frei. Aber ich denke eben, das so zu veröffentlichen, das nützt dann niemandem. Also meine Haltung zur öffentlichen Kommunikation ist ja, es soll informativ sein, es soll inspirierend sein und auch für meine Partner eine Hilfe und eine Unterstützung in Kommunikation und am Ende auch Wertschätzung. Und da braucht es dann nicht noch das andere Extreme auch noch. Also ich denke da, es bringt dann niemandem was. Und ja, schlussendlich muss das jeder für sich irgendwo einschätzen. Ich denke, die Partner von Aaron schätzen das natürlich, wenn er solche Sachen macht.
Von dem her ist es auch nachvollziehbar, dass er das so macht.
Warum bist du eigentlich nie auch ein Red Bull Athlet geworden, obwohl du eigentlich, ja, deine größten Erfolge zusammen mit Red Bull als X -Alps dann eben gefeiert hast und wo es eigentlich, man sagen könnte, du wärst eigentlich von daher quasi ein natürlicher Athlet, der da in die Familie von denen reinpasst. Aber wolltest du nicht? Haben die dich nie gefragt? Hast du nie angeklopft? Oder warum nicht?
Ja, das ist eine spannende Frage. Ich habe eigentlich zweimal verhandelt mit Red Bull Schweiz. Beim ersten Mal habe ich gepusht und habe dann eine Absage bekommen, weil es zu viele Red Bull Athleten gab damals in der Schweiz für den Pool. Und dann hat Red Bull mich angefragt und ich hatte da schon meine Sponsoren, meine Partner und schlussendlich war es damals für mich eigentlich passender, mit den Lowa Schuhen und Advance meine Wege zu gehen. Und mit Red Bull hatte ich schon die Gewissheit, ganz tolle Projekte zu verwirklichen und trotzdem war ich als Familienvater dann eher auf Budget angewiesen, was ich dann in dem Fall eben nicht hatte damals.
Hat von der Philosophie damals nicht ganz gepasst und das hat dann so nicht ganz harmoniert in der Umsetzung inhaltlich. Aber ich bin eigentlich so Red Bull Family. Ich habe viel mit Red Bull gemacht, eben auch Aquashows machen dürfen und Fotoshootings und bekomme auch alle Dosen und mag das Getränk eigentlich sehr. Und von dem her passt es super so.
Bei einer XF, ich weiß nicht, 2013 oder irgend sowas, da hast du mal eine Cola -Dose in die Kamera gehalten und hast gesagt, das schmeckt viel besser als Red Bull, weil du dich ein bisschen über die Veranstalter geärgert hattest. Gab es da eigentlich im Hintergrund richtig Ärger damals?
Das hatte natürlich eine Vorgeschichte, dass ich das so gesagt habe, weil ich hatte eigentlich keinen Grund. Und der Grund war, dass die uns beim Briefing gesagt haben, die werden, also wir müssen posten, wir müssen Videos, wir müssen Interviews machen und die werden aber alles kontrollieren, dass gar nichts Falsches rausgeht. Und ich habe dann damals mich geäußert und gesagt, für uns als Schweizer klingt das ein bisschen arrogant und nicht so sympathisch, wenn ihr das uns so sagt. Und wenn ihr das aber will, ich werde ihn gerne testen. Also ich werde ja schon testen, ob er alles kontrolliert. Und dann war es ja so, wir hatten eine Strafe bekommen. Also 27 von 30 Athleten bekamen eine Strafe. Und das Interview war eigentlich die Frage, wie fühlst du dich, wenn du so eine Strafe bekommst?
Und was machst du jetzt? Und ich habe dann einfach so eine klassische Antwort gegeben, das ist jetzt halt so. Und der Kameramann sagte dann so, es sollte ein bisschen emotionaler sein, das Interview. So ein bisschen sich ärgern und nicht einfach so brav. Und dann habe ich so ein bisschen hutschräg gemacht und war eben da in Lermos mit der Cola -Dose. Und dann habe ich mich mal ein bisschen, sage ich mal, emotional geäußert. Und dann am Schluss eben den Spruch gemacht mit der Cola -Dose. Und er hat noch gelacht und gesagt, das werden die sowieso wegschneiden. Und er hat dann das Video geschickt und die haben den Anfang angeschaut und gedacht, es passt gut und haben dann das ganze Video so hochgeladen. Und das war dann auch ein paar Minuten auf Facebook. Und jemand hat das dann aber auch kopiert.
Und das ist jetzt auf YouTube sichtlich. Gibt es immer noch, ist immer noch ein Highlight. Und ja, es hatte dann einen Anruf zur Konsequenz, wo ich aufgefordert wurde, nach Hause zu gehen. Weil ich disqualifiziert werde. Das war sehr, sehr hektisch dann, kurz. Und ich habe dann, der Thomas hat mir dann geholfen beim Telefonieren, weil ich da den Nanoschirm gepackt habe und wollte da weitermachen im Wettkampf. Das war ja während dem Wettkampf in Lermos. Ja, und schlussendlich habe ich nur gesagt, er soll mal abchecken, wer das gepostet hat. Das waren nicht wir, das war jemand von ihm. Und ich habe ihm ja gesagt, ich werde ihn testen. Und eben... schauen, ob sie alles gut kontrollieren. Und aus meiner Sicht haben sie das nicht gut gemacht.
Und darum ist das jetzt online. Dann bekamen wir ein paar Minuten später wieder einen Anruf, wir dürfen im Rennen bleiben. Und im Ziel haben wir schon wieder Witze gemacht. Aber kurz war es, glaube ich, schon angespannt.
Kann ich mir vorstellen. Als ich das damals gesehen habe, habe ich gedacht, bin ich mal gespannt, ob du überhaupt zur nächsten XF -Saison noch wieder eingeladen wirst oder so. Musst du dich eigentlich noch wirklich neu bewerben? Jedes Mal? Oder gibt es nicht so ein... Also schreibst du da wirklich eine ausführliche Bewerbung immer noch? Oder heißt es... Komm, Bewerbung heißt nur noch 8 -facher X -Alb -Sieger.
2025 bin ich eigentlich wieder dabei.
Den Hintergrund kenne ich nicht so gut. Ich muss natürlich auch die offizielle Einschreibung machen. Da ist ja ganz viel gefragt. Ich muss da sicher nicht alles im Detail ausfüllen, um mich zu bewerben. Aber das wird dir dann auch auf der offiziellen Webseite, publiziert, was wir Athleten da schreiben an Erfahrung. Und das natürlich für die Fans schreibe ich da gerne ein bisschen ausführlicher, was ich schon gemacht habe. Und von dem her mache ich das jedes Mal neu. Ich habe jetzt zwar angefangen, seit drei Austragungen, diese Geschichten jeweils zu speichern, um eben bei der nächsten Anmeldung gleich wieder einzufügen. Mit einem leichten Update. Dass ich da nicht... Also X -Alb -Einschreiben geht sicher eine Stunde, wenn man nicht so geübt ist.
Also das heißt, du machst jetzt immer mehr Paste & Copy an der Stelle. Genau. Und dann schickst du es einmal durch eine KI -Text -Umschreibung und sagst, jetzt formulier das ein bisschen salopper und dann kommt das entsprechend.
Ja, nächstes Mal wird das dann möglich sein. Aber was ich gemacht habe, ich habe die KI auch getestet. Oder mein Sohn hat die getestet. Und dieses Mal war es ganz witzig. Im Mai hat er gesagt, schreibe einen Text über Gretel Maurer. Und dann hat die geschrieben, dass ich schon acht Mal die X -Albs gewonnen habe. Und dann habe ich gesagt, das ist jetzt mal ein gutes Abend.
Das heißt, demnächst verzichtest du aufs Träumen und nimmst immer eine KI, die dir dann voraussagt, was du eigentlich machen musst. Genau. Vielleicht gibt es irgendwann so Flug -KIs, wo du sagst, ich fliege heute bei den Wetterbedingungen von Mont Blanc zur Dufour -Spitze oder sonst irgendwie was. Gib mir mal die beste Flugroute aus und die berechnet dir das dann. Könntest du dir so etwas vorstellen, irgendwann so technisch zu fliegen? Das wäre wahrscheinlich nicht mehr dein Spaß.
Also es gibt schon im Ansatz, es gibt die Burner -Wetterprognose mit der XTER -Planung, wo man eigentlich sagt, ich will von da nach da fliegen und sieht dann eigentlich immer anhand der Hotspots, wo man durchfliegen könnte, welche Basis man haben sollte, um weiter zu fliegen. Und von dem her ist das nicht weit weg von dem.
Du machst ja auch die, oder hast sie gegründet, die X -Albs Academy. Was hat dich dazu getrieben, das zu machen, dass du sagst, ich will dir jetzt auch da noch was weitergeben?
Es gab 2018 diverse Gründe. Zum einen schon die fehlende Nachwuchsförderung im Hikenfly. Also wir haben den Verband und die Swissleague, wo man einfach Flugtrainings macht, Flugwehrkämpfe. Und wir haben diverse Ausdauerförderungssysteme in der Schweiz, aber eigentlich keine Hikenfly -Förderung gehabt. Und mein Hauptsponsorteamwork, wir haben immer so philosophiert und dann gesagt, eigentlich würde es schon Sinn machen, wenn ich dann mal nicht mehr will oder kann, dass man einen Nachwuchs hat, der dann stark ist. Und das hat dann ein 5 -Jahres -Aufbauprojekt zur Verfolge gehabt, wo ich wieder über 5 Jahre das geplant habe. Und ich konnte dann auch einen Teil meiner Gangleistungen für Teamwork von meinen Sponsoren beitragen, wo wir eben gesagt haben, wir haben was Neues in der Schweiz, innovatives, wir haben eben das richtige Teamwork.
Und das war für mich auch motivierend zu schauen, wie kann ich mein Wissen transferieren? Also was hilft anderen Athleten und was hilft nicht? Oder was kann ich beitragen, dass die die Fehler, die ich gemacht habe, selber nicht machen? Einfach die ganzen Sicherheitsaspekte, aber auch eben die Effizienz. Und am Ende habe ich gelernt, wenn ich etwas formulieren kann, also mein Können formulieren kann, dann verstehe ich es noch besser. Also das war für mich eigentlich das ganze Learning, so mit dem Erfahrung weiterzugehen. Dass ich für mich noch besser verstehe, wie ich es eigentlich mache. Und das hilft mir immer wieder.
Würdest du das Leuten empfehlen, zu sagen, hey, wenn ihr weiterkommen wollt, fangt an zu lehren?
Auf jeden Fall, weil ich habe bei mir gesehen, dass ich eigentlich viel kann, was ich nicht erklären kann. Und ich denke, es gibt viele Bereiche, gerade so im Computer, IT -Sachen, da kann ich das, aber ich kann nicht erklären wie, weil ich bin nicht so gut. Also ich kann einfach try and error, wie es geht. Und ich kann dann meiner Mutter nicht erklären, wie ich es gemacht habe,
sondern weil ich eben nicht genug gut weiß. Und ich denke, beim Gleitschirmsport bin ich mittlerweile so gut, dass ich auch wieder erklären kann, wie es geht. Und das ist dann auch mit dem Überlegen, wie mache ich es und wie kann ich es formulieren, gekommen.
Wie häufig bist du dann bei der X -Alps Academy mit den Leuten auch wirklich unterwegs, um ihnen dann Sachen zu erklären und dein Wissen dann wirklich weiterzugeben? Ja,
wir haben jetzt pro Jahr so 10 Trainings, 10 Wochenende, wo wir zusammen unterwegs sind. Und da bin ich so 7, 8 dabei. Und dann noch ein paar Bewerbe, wo wir vorher planen und debriefen. Und ja, ein bisschen online noch. Es wird so an die 20 Tage sein im Jahr.
An diesen Tagen lernen die Academy mit Pilotinnen und Piloten mehr von dir oder du mehr von ihnen, beziehungsweise dadurch, dass du ihnen etwas lehrst?
Schwierig zu sagen. Also ich denke, wir machen jeweils eine Aufgabe anhand vom Wetterbericht. Und da kann ich natürlich auch wiederum profitieren. Das Coole ist eigentlich die WhatsApp -Gruppe, die wir haben. Also irgendjemand hat immer eine Antwort auf irgendeine Frage. Oder Leute haben eine Idee, wo sie sich informieren können. Und darum, ich sehe mich ganz privilegiert, dass ich so viele Leute, engagierte Leute habe. Und wir da zusammen besser werden können. Flugtechnisch sicher profitieren sie von mir und auch durch die Aufgaben. Also wenn man es schafft, das richtige Tagesziel zu setzen auf sein Können, dann profitiert man am meisten. Das ist wie wenn man ins Fitness gehen würde
und man überlegt sich, welche Muskeln will man wie trainieren? Dann macht es auch Sinn, einen Trainer zu haben, der sagt, für diese Muskelpartei macht es Sinn, auf dieser Maschine mit so viel Gewicht und so vielen Übungen, zu beginnen und dann so und so zu steigen. Und ich bin eigentlich der Fitnesstrainer im Fitness, der sagt, jetzt gehen wir hier, bei dem Wetter macht das Sinn und bis hier und nicht weiter. Ja, das ist für mich auch spannend, zu lernen, was kann ich anderen zutrauen? Also wie schätze ich die ein und was traue ich denen zu? Dass die möglichst ans Limit kommen, dass die müde Muskeln bekommen, aber nicht eine Zerrung.
Aber nun sind da ja die unterschiedlichsten Leute auch dabei. Wahrscheinlich mit teilweise unterschiedlichen Trainingszustand auch, auch wenn sie viel wahrscheinlich mittlerweile relativ gut trainiert sind, aber vielleicht auch unterschiedlichen Flugfähigkeiten schon, die sich entwickelt haben mit der Zeit. Wie bringst du dann so eine Gruppe dann da zusammen, um zu sagen, da haben alle etwas davon?
Ja, man muss die Aufgaben so stellen, dass sowohl als auch funktioniert. Klar ist das manchmal dann für die einen zu wenig und für den anderen ist es zu viel. Die stehen dann vielleicht im Boden und gehen auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Und wenn es richtig schwierig oder gefährlich wird, ist einfach wichtig, dass jeder für sich dann entscheidet, was er macht und frühzeitig entscheidet. Und die Philosophie muss einfach bekannt sein oder das Vorgehen muss bekannt sein. Und dann sind alles erwachsene Leute und die können das relativ gut dann umsetzen. Aber es braucht da schon auch eben die Philosophie, die man sich da einfach irgendwo zurechtlegen kann und sich dann eben nicht von der Gruppe pushen lässt,
bis etwas passiert. Wir haben jetzt immer wieder Trainings gehabt, wo wir gut am Limit waren, wo wir wirklich gefordert waren und trotzdem ist nichts passiert, wo wir sagen müssen, das war jetzt zu viel oder das war jetzt zu hart oder zu schwierig. Darum ist es passiert. Aber ich bin auch sehr besorgt, dass man eben immer die nötige Vorsicht einbaut oder gewisse Übermutaufkommen wieder dämpft und relativiert.
Manchmal machst du auch Kurse für Flugschulen, wo du dann sagst, ja, wir machen hier so einen Streckenflugkurs oder sowas. Neulich habe ich was gesehen bei dir dann auch auf Facebook. Da warst du mit einer Gruppe und bist die Eiger Nordwand hochgeflogen, gesort, gethermigt, weiß ich jetzt auch nicht. Kriegt man dann eine ganze Gruppe bis über den Gipfel der Eiger Nordwand?
Ja, grundsätzlich. Grundsätzlich bin ich eben motiviert mit Leuten wie Tobias Dimmler, der mit mir am X -Hubs war. Er hat jetzt eine Flugschule und dass ich ihm wieder was zurückgeben kann. Und wir machen zusammen im Sommer diesen Streckenflugkurs, im Herbst einen Hikenflykurs.
Und das ist schon auch spannend, zu überlegen, wie kann man hier das Wissen transferieren, wie kann man da Aufgaben stellen, wo man daran erleben kann, was man kann und dann im Daybriefing analysieren, wo war es schwierig, wo einfach, was war möglich, was nicht. Das Spannende an dem Tag war ja, dass wir anhand der Prognose eigentlich nicht damit rechnen konnten, über den Eiger zu fliegen. Aber halt, wir hatten eine Aufgabe definiert und wir haben auch gesagt, dass wir gewisse Spielräume lassen, dass man eben am Tag üben kann. Und es ging darum, Erfahrungen zu sammeln. Und ja, wir waren zehn und mit einem Haken, habe ich es geschafft, oder er eigentlich mit mir, weil er hat mich inspiriert,
über den Eiger zu fliegen, weil ich habe nicht gedacht, dass es geht. Und er war dann schon ziemlich hoch, oben am Gipfel, und ich dachte, wenn der das kann, dann kann ich es vielleicht auch. Und eigentlich ging es so rum. Und am Ende waren wir zusammen über dem Gipfel und es war ein extrem schönes Kurserlebnis, wenn man solche Momente teilen kann.
Das heißt, da lernst du aber auch wieder oder lässt dich halt motivieren, auch wirklich von den anderen, dass du sagst, wenn der so hoch ist, dann schaffe ich das auch. Ja,
auf jeden Fall. Und ich denke, das ist eben auch das Tolle, wenn man es so angeht und sagt, ich bin einer vom Kurs und nicht der Leiter.
Ich habe zwar eine gewisse Struktur vorgegeben, theoretisches Know -how transferiert, aber dann beim Fliegen auch eben mich gesehen als einer von der Gruppe und ich gehe mit der Gruppe, ich analysiere, ich filme auch viel, dass ich dann beim Debriefing da aufzeigen kann, wer was wie gemacht hat. Und schlussendlich habe ich dann durchaus auch die Möglichkeit, von den anderen zu profitieren, wenn eben einer so etwas probiert, was sein Traum ist und ich dann sehe, okay, wenn der das, dann ich vielleicht auch und wenn es dann funktioniert, ist es umso schöner.
Das sind jetzt kleine Gruppen, zehn Leute. Hast du da jetzt gesagt, was ist mit ganz großen Gruppen? Wann kommt dein Buchprojekt, sage ich mal, damit alle was lesen können und alle was von dir lernen können?
Ja, Buch bin ich auch dran. Das war schon mein vierter Versuch über die Jahre, aber jetzt ist es so weit wie noch nie. Jetzt ist so textlich, inhaltlich viel gemacht. Ich habe so sinnbildlich das Buch als Inhalt oder wie soll ich sagen, das Buch zeigt eigentlich auf, was alles so passiert ist in meinem Leben, was mich so weit gebracht hat. Und es gibt ja nicht eigentlich, dass die Zauberformel oder so ein Punkt, wo ich sage, das macht es aus, sondern es ist die Masse von vielem und darum eigentlich auch das Bild vom Eisberg. Im Moment sehen die Leute von außen die Spitze vom Eisberg, das ist etwa zehn Prozent.
Und ich sage, im Buch steht eigentlich, was unter dem Wasser ist, also wie ich aufgewachsen bin, was ich da erlebt habe, was ich für Wettkämpfe gemacht habe, wie und wo. Und wenn du das Buch gelesen hast, dann sage ich eigentlich so, ist viel klarer, warum die Spitze aus dem Wasser ragt.
Ist es eine Art Autobiografie?
Autobiografie mit Geschichten aus dem Gleitschirmfliegen und Ansichten, was es ausmacht, dass ich so weit gekommen bin.
Wenn du jetzt schon deine Autobiografie schreibst, hast du schon mal an ein Ende deiner Karriere nachgedacht?
Von dem steht noch nichts drin. Ich habe es eigentlich so definiert, dass solange ich vom Sport lebe, leben kann, sprich auch gesund sein kann, trainieren kann und mir motivierende Ziele setzen kann, möchte ich das weiterführen. Und das andere ist eben schon auch, dann die Erfahrung weitergeben. Darum mache ich auch immer wieder Coachings, Personal Trainings und Kurse, dass ich eben das auch besser verstehe. Wie kann ich mein Wissen gut transferieren? Weil ich denke dann, die Wettkämpfe durch so Kurse und Coachings zu ersetzen und so trotzdem noch mit Gleitschirmfliegen arbeiten zu können.
Wie ist das mit deinen zwei Söhnen? Coacht du die auch? Also lernen die auch schon das Fliegen von dir?
Die dürfen mitfliegen. Aber wenn ich fliege, sage ich, wie es geht und erkläre denen schon ein bisschen, was ich da überlege und so. Klar. Aber grundsätzlich müssen die zur Flugschule und dort sagt eigentlich der Fluglehrer genau, wie es geht. Also ich denke, das ist auch wichtig, das zu trennen oder dass sie von einer Person das lernen, die eben irgendwo von der Hierarchie ein bisschen Respekt gibt und nicht der Vater, denn glaubt man sowieso nichts in ihrem Alter.
Wie alt sind die jetzt?
13 und 15.
Das heißt, die können jetzt auch wirklich anfangen, also mit 15 anfangen, den Schein zu machen und so was. Werden dann demnächst auch frei fliegen können. Wollen die die nacheifern?
Schwierig zu sagen. Fliegen ja, aber so richtig Wettkampf eigentlich nicht. Also es gibt keine klaren Aussagen jetzt, was sie genau wollen. Aber sie finden das Fliegen toll. Sie finden es irgendwo spannend und herausfordernd. Und eben Groundhandeln ist schon lange ein Thema. Selber fliegen dann irgendwann mal und selber das Ding im Griff haben. Und jetzt der Ältere fliegt schon ein Jahr und hat schon über 80 Flüge, 50 Stunden. Er fliegt eigentlich sehr viel und ich bin auch schon mit ihm geflogen. Ja, es ist eigentlich schön, wenn man sieht, dass es funktioniert, dass die Leidenschaft überschlägt. Und wir da zusammen die Momente teilen können in der Luft.
Ja, die Wettkampf -Leidenschaft kann ja dann noch kommen. Man könnte ja sagen, hey Kriegel, mach du doch noch die zehn X -Alps -Erfolge voll. Also jetzt musst du noch mal vier Jahre ranhalten. Dann ist dein Ältester, zumindest dann ist er 19, wenn ich jetzt richtig gerechnet habe, ist bis dahin vielleicht so weit trainiert, dass er dann oder zwei Jahre später könnte er dann quasi in deine Fußstapfen treten mit 21. Der dann vielleicht jüngste Sieger, in der X -Alps werden und dann gäbe es eine Maurer -Dynastie, die die X -Alps einfach dominieren. Wäre das eine schöne Vorstellung für dich?
Ist eine Vorstellung, ist mir aber noch nie so durch den Kopf gegangen. Ist, glaube ich, auch nicht wichtig. Ich denke, wir haben das ja auch in der Familie. Mein Bruder fliegt auch. Ich sehe eigentlich, er ist ein bisschen weniger ehrgeizig und das hindert ihn vielleicht auch, noch mehr Erfolge zu haben. Aber er ist eigentlich besser wie ich und kann das Fliegen auch gut genießen und arbeitet auf dem, also als Gleitschirm-Blog. Und das ist eigentlich das Wichtige, dass man da irgendwo einen Weg findet, der einen motiviert. Ehrlich gesagt habe ich mir gewünscht, dass meine Söhne nicht fliegen, weil ich auch weiß, wie gefährlich es ist und wie stressig es ist, wenn sie jetzt da rumfliegen. Aber ich denke, wenn sie nicht fliegen, dann würden sie sonst was machen, was nicht ganz stressfrei wäre für die Eltern.
Insofern bin ich ganz zufrieden, dass sie jetzt auch fliegen, weil ich vielleicht beim Gleitschirmsport, kann ich ihnen am meisten auf den Weg geben, weil ich es am besten kenne.
Und schlussendlich, was sie dann daraus machen und wie weit das geht, das werden wir dann sehen, sind wir
völlig offen. Gregel, diesen Ausblick lasse ich mal zum Ende hinstehen. Ich danke dir für das sehr bunte, sehr breite Erzählen über dein vor allem Wettbewerbsleben und ein paar Einblicke in die Randbereiche dann auch noch. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich denke, vielen beim Zuhören auch. Und es ist immer wieder schön, dich fliegen zu sehen, aber dann auch wieder zu sehen, wie du zwar so bauchorientiert fliegst, aber doch sehr viel reflektierst zu dem, was du dann damit machst und das dann auch immer noch so weitergeben kannst. Danke dir dafür.
Herzlichen Dank dir für die Fragen und eben das Transferieren von Know -how. Da bin ich immer motiviert und hoffe, dass es dem einen oder anderen hilft. Gerne wieder,
irgendwo, irgendwann. Wenn dein Buch raus ist, dann müssen wir mal wahrscheinlich über ein paar Inhalte aus dem Buch dann auch wieder reden. Dann lade ich dich wieder zum neuen Podcast ein.
Genau. Das wird schon im Herbst sein. Im September ist der Druck geplant. Dann im Oktober halte ich Vorträge und die haben immer gesagt, bei Vorträgen kann man Bücher verkaufen. Also von dem her ist die Planung schon perfekt.
Ja gut, dann vielleicht lade ich dich sogar schon bald wieder dann ein. Vielleicht gibt es da wirklich ein paar Sachen, über die wir dann noch mal tiefer reden können. Kriegel, ich danke dir.
Danke dir und schönen Tag. Ciao Lucia.
Das war die Podz-Glidz Episode Bauchgefühl mit Kriegel Maurer. Sein Buch, das im Herbst erscheint, wird Der Überflieger heißen. Wer vorab noch weiteres über Kriegel erfahren will, der findet in den Shownotes einige weiterführende Links. Ich bin Lucian Haas und der Produzent von Podz-Glidz und Loglites. Podcast und Blog sind für mich Herzensprojekte. Als freier Journalist lebe ich aber auch von diesen Angeboten. Allerdings verzichte ich bei der Finanzierung bewusst auf kompromittierende Werbung, störende Paywalls, Abonnierungs - oder Aboregelungen. Stattdessen setze ich darauf, dass, so wie die Natur mir beim Fliegen die Aufwinde schenkt, du mir als begeisterter Hörer und Leser finanziellen Auftrieb gibst. Als Förderer darfst du so viel geben, wie du willst, beziehungsweise selbst entscheiden, was dir so ein Angebot wert ist.
Ein häufig gewählter Förderbeitrag ist 60 Euro im Jahr oder umgerechnet 5 Euro pro Monat. Aber egal, was du zahlst, jeder Betrag trägt in der Summe seinen Teil dazu, dass sich Podz-Glidz und Lu-Glidz im Dienst der Gleitschirmszene auch in Zukunft weiter betreiben und entwickeln kann. Alle nötigen Infos, wie dein Förderbeitrag mich erreicht, findest du auf www.Lu-Glidz.blogspot.com. Dort gibt es den Menüpunkt Fördern. Lu-Glidz schreibt sich L U minus G L I D Z. Bis zum nächsten Mal. Fall nicht vom Himmel. Ciao.