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146. XPeaks - Peter von Känel

// Von Kaenel, Lucian Haas · 2024-10-25 · 01:17:50 · original episode · pdf

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[show notes]
Peter von Känel hat mit Chrigel Maurer alle 82 Viertausender der Alpen bestiegen und erflogen. Was trieb ihn an? +++ Das Projekt X-Peaks hat im Sommer 2024 viele Gleitschirmflieger in den Bann gezogen. Auch ich habe mit Staunen im Livetracking und den Social Media Berichten verfolgt, wie die Schweizer Peter von Känel und Chrigel Maurer nur zu Fuß, auf Skiern und mit dem Gleitschirm alle 82 Viertausender der Alpen und die dazwischen liegenden Strecken erstiegen und erflogen. Und das in nur 51 Tagen. Eat – Hike – Fly – Summit – Fly – Hike – Eat – Sleap – Repeat. So lässt sich die Tagesroutine des Duos zusammenfassen. Und dazwischen gab es viele Abenteuer. Diese Episode 146 von Podz-Glidz soll aber keine Nacherzählung des Ablaufs sein. Mich interessieren mehr die Hintergründe. Was treibt einen an bei so einem Projekt? Wie plant man mit all den Ungewissheiten, allem voran dem Wetter? Und: Wie schafft man es, trotz Ehrgeiz und Extremismus, die unweigerlichen Risiken zu reduzieren? Der Bergführer und frühere Weltcup-Pilot Peter von Känel erzählt von all dem. Unter anderem: Wie er überhaupt auf die Idee XPeaks gekommen ist. Wie sich seine größere Erfahrung im Alpinismus mit Chrigel Maurers Flugkünsten perfekt ergänzt haben. Wie wichtig es war, immer in verschiedenen Szenarien zu denken. Wie Schwierigkeiten zu Chancen wurden. Und wie viel Brechstange und wie viel Glück am Ende im Spiel gewesen sind, um zum Erfolg zu kommen. +++ Wenn Dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit daran – als Förderer. Wie das ganz einfach geht, erfährst auf dem Gleitschirmblog Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite „Fördern“: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Last Sunrise | Künstler: Adam MacDougall Youtube Audio Library https://www.youtube.com/watch?v=HCt3-_4Kavg +++ Lu-Glidz Links: + Blog: https://lu-glidz.blogspot.com + Facebook: https://www.facebook.com/luglidz + Instagram: https://www.instagram.com/luglidz/ + Whatsapp-Kanal: https://whatsapp.com/channel/0029VaBVs05CHDynzdlJlU34 + Youtube: https://youtube.com/@Lu-Glidz + Soundcloud: https://soundcloud.com/lu-glidz + Spotify: https://open.spotify.com/show/6ZNvk83xxGHHtfgFjiAHyJ + Apple-Podcast: https://itunes.apple.com/de/podcast/podz-glidz-der-lu-glidz-podcast/id1447518310?mt=2 + Linktree: https://linktr.ee/luglidz +++ LINKS zu Peter von Känel: + X-Peaks Website: https://www.xpeaks.ch + Vortragreihe zu den XPeaks: https://www.xpeaks.ch/vortraege + Peter von Känels Website: https://www.obsig.ch + TV-Dokumentation zu den X-Peaks: https://www.youtube.com/watch?v=HNbXggxuww4 + Peter von Känels Buch "X-Peaks – Neue Wege auf alte Berge": https://www.filidor.ch/de/buecher/xpeaks

[transcript]

0:05Von Kaenel

Die besten Moves sind uns jeweils gelungen, wenn wir das Messer am Hals hatten. Die Magic Moves, die ganz wilden Sachen, da hatten wir jeweils ein Problem, dass zum Beispiel übermorgen schlechtes Wetter kam. Und dann entstanden die kühnsten und die frechsten Moves und sie haben jeweils funktioniert. Und das ist auch so etwas, was ich mitnehme fürs Leben. Wenn ich eine wirklich grosse Herausforderung habe, dann ist das etwas Schönes. Dann ist das eine Chance, auch etwas draus zu machen. Und ich habe ein ganz anderes Verhältnis zu Schwierigkeiten entwickelt, als ich das vorher hatte.

1:03Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

1:07Von Kaenel

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

1:11Lucian Haas

Heute mit Peter von Kerner und ich bin Lucian Haas.

1:22Lucian Haas

Das Projekt Xpeaks hat im Sommer 2024 viele Gleitschirmfliegen den Bann gezogen. Auch ich habe mit Staunen im Live -Tracking und den Social -Media -Berichten verfolgt, wie die Schweizer Peter von Kerner und Kriegel Maurer nur zu Fuß auf Skiern und mit dem Gleitschirm alle 82 Viertausender der Alpen und die dazwischenliegenden Strecken erstiegen und erflogen. Und das in nur 51 Tagen.

1:50Lucian Haas

Eat, Hike, Fly, Summit. Fly, Hike, Eat, Sleep, Repeat. So lässt sich die Tagesroutine des Duos zusammenfassen. Und dazwischen gab es viele Abenteuer. Diese Episode 146 von Podz-Glidz soll aber keine Nacherzählung des Ablaufs sein. Mich interessieren mehr die Hintergründe. Was treibt einen an bei so einem Projekt? Wie plant man mit all den Ungewissheiten, allem voran dem Wetter? Und wie schafft man es, trotz Ehrgeiz und Extremismus, die unweigerlichen Risiken zu reduzieren? Der Bergführer und frühere PWC -Pilot Peter von Kerner erzählt von all dem. Unter anderem, wie er überhaupt auf die Idee der X -Beaks gekommen ist.

2:38Lucian Haas

Wie sich seine größere Erfahrung im Alpinismus mit Kriegel Maurers Flugkünsten perfekt ergänzt haben. Wie wichtig es war, immer in verschiedenen Szenarien zu denken. Wie Schwierigkeiten zu Chancen wurden. Und wie viel Brechstange und wie viel Glück am Ende im Spiel gewesen sind. Um zum Erfolg zu kommen.

3:00Lucian Haas

Wenn dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit daran als Förderer. Wie das ganz einfach geht, erfährst du auf dem Gleitschirm-Blog Lu-Glidz. Und zwar dort auf der Seite Fördern.

3:20Lucian Haas

Peter, stell dir vor, du sprichst mit jemand, der weder vom Bergsteigen, noch vom Skifahren, noch vom Gleitschirmfliegen irgendwelche Ahnung hat. Wie würdest du ihm das Besondere an diesem Projekt X -Peaks erklären? Das ist

3:38Von Kaenel

da schon mal eine ziemliche Einstiegsfrage, die du da stellst. Ich bin bekannt für meine Einstiegsfragen.

3:47Von Kaenel

Wir suchen ein Abenteuer, abseits des normalen eigentlich. Und wir schauen nicht gross links und rechts. Wir machen einfach das, was uns zieht. Was wir das Gefühl haben, weil wir ein grosses Abenteuer erleben können. Und die Berge, das ist für uns so die Spielwiese. Und wir bewegen uns in diesen Räumen und haben eine riesen Freude dabei.

4:13Lucian Haas

Aber ihr hattet ja auch ein Ziel. Oder ist dieses Ziel für dich eigentlich gar nicht so wichtig gewesen?

4:20Von Kaenel

Das Ziel war, ein grosses Abenteuer zu erleben. Das primäre Ziel. Und als ich so die erste Idee hatte für das X -Peaks, also das Projekt heisst X -Peaks, als ich die erste Idee hatte, um die 82 Viertausender zu bestellen, zu steigen, nur aus eigener Kraft, mit Gleitschirm und zu Fuss, wusste ich wirklich nicht, wie realistisch das ist. Ich konnte das nicht einschätzen. Ich habe mir viel Gedanken gemacht darüber. Und ich bin einfach nicht zu einem Schluss gekommen. Aber ich habe gedacht, es ist sicher interessant, das zu versuchen. Und für mich war nicht die Vision, auf dem Gipfel 82 zu stehen, sondern für mich war die Vision, zu Hause los.

5:09Von Kaenel

Mit allem, was ich brauche, um potenziell sämtliche Viertausender der Alpen zu besteigen.

5:16Lucian Haas

Seit wann bist du mit dieser Idee schwanger gegangen?

5:20Von Kaenel

Das war irgendwann im Sommer 22.

5:25Von Kaenel

Ich war vielleicht so ein bisschen in einer Midlife -Crisis, wie das so ist in meinem Alter vielleicht.

5:33Lucian Haas

Damals warst du 50, wenn ich das richtig sehe, oder 49? Ja,

5:36Von Kaenel

49, genau. Und ich war als Bergführer tätig. Und als Bergführer hat man relativ viel Zeit, wenn man am Abend im Bett liegt, oder auch wenn man auf den Gast wartet. Man hat immer recht viel Zeit, um zu überlegen. Und manchmal sind die Gedanken recht oberflächlich, aber manchmal gehen sie auch ziemlich in die Tiefe. Und einer dieser tiefen Gedanken war, was kann ich eigentlich? Und ich bin nirgends wirklich spitze, weder als Alpinist noch als Gleitschimpilot. Aber ich kann gut fliegen und ich kann gut bergsteigen. Und ich habe lange herumstudiert, wie man diese beiden Disziplinen sinnvoll kombinieren könnte.

6:25Von Kaenel

Und das Fliegen in den Bergen hat mich schon immer fasziniert. Und so hat sich das langsam ein bisschen herauskristallisiert, das Ganze. Ich habe ein bisschen kleiner gedacht am Anfang. Ich dachte an die Schweizer Viertausender, das sind 48. Und dann habe ich mal gedacht, was wäre eigentlich noch so ein bisschen die Steigerung? Und das wären natürlich alle Viertausender der Alpen. Und wie wäre der möglichst saubere Stil? Das wäre, wenn man das aus eigener Kraft und ohne Support -Team machen würde. Und schon war eigentlich die Idee im Großen und Ganzen gefixt. Aber wie gesagt, ich hatte keine Ahnung, wie realistisch die Idee war.

7:12Lucian Haas

Hast du denn von Anfang daran gedacht, das als Team zu machen? Oder war das auch eine Idee, du willst das für dich machen? Also hättest du das vielleicht auch alleine in Angriff genommen?

7:22Von Kaenel

Ich denke, das ist schon etwas für ein Team. Der erste Gedanke war eigentlich, ist das eine coole Idee? Der zweite Gedanke war, ist das realistisch? Weil diejenigen, die mich kennen, die wissen, ich habe sehr viele Ideen und sehr viele sind doch recht unrealistisch. Und drittens habe ich gedacht, mit wem möchte ich so etwas machen? Weil mir war klar, ich brauche einen Partner für dieses Projekt. Allein kann ich das unmöglich stemmen. Und ja, der Partner muss ein bisschen verrückt sein, dass er sich überhaupt auf so etwas einlässt. Und der Partner sollte lustig sein, weil man ist dann relativ lange nahe aufeinander in diesem Projekt.

8:08Von Kaenel

Und dass man es gut hat, denke ich, ist das A und O. Weil das Ganze soll ja Freude machen. Ja, und als letztes, wenn einer ein bisschen gut fliegen kann, hilft das natürlich auch.

8:20Lucian Haas

Und so bist du auf Kriegl gekommen? Oder wie seid ihr zusammengekommen? Hast du dem irgendwann mal davon erzählt? Und er hat gesagt, wow, das ist spannend. Da will ich mitmachen.

8:29Von Kaenel

Ich habe Kriegl mal einen Text geschrieben und habe kurz geschildert, wie ich mir das Projekt so vorstelle in groben Zügen. Und hat er mir zurückgeschrieben, er müsse eine Nacht darüber reden, dass wir zusammen schlafen. Am nächsten Tag hat er mir geschrieben, okay, I'm in, sei dabei. Und ob wir uns mal treffen wollen, um was zusammen zu essen und das Ganze ein bisschen zu besprechen. Ich denke, ich habe ein bisschen offene Türen eingerannt bei ihm. Er hat auch Projekte im Kopf gehabt mit Bergsteigen und Fliegen. Er wollte, glaube ich, von allen 48 Gipfeln starten möglichst in der Schweiz und runterfliegen. Aber das Problem, sein Problem war ein bisschen, wie kommt er hoch auf diese 48 Gipfel.

9:18Von Kaenel

Und da war er eigentlich offen für sein Projekt und das eine hat das andere ergeben und wir haben uns da relativ schnell gefunden. Kriegl war auch der Erste, den ich gefragt hatte. Er war der Erste, der mir in den Sinn kam und ich habe ihn als Erstes gefragt und er hat gleich zugesagt.

9:35Lucian Haas

Ihr kanntet euch aber auch vorher schon?

9:37Von Kaenel

Wir kennen uns schon sehr lange, Kriegl und ich, das ist so, ja.

9:41Lucian Haas

Geht ihr denn oder seid ihr vorher auch sonst schon mal zusammen Bergsteigen gegangen oder auch zusammen Fliegen gegangen? Also in der letzten Zeit, jetzt nicht vor der Zeit, als du vor 20 Jahren auch noch Wettbewerbsfliegen gemacht hast und vielleicht auch von daher immer wieder Kontakt mit Kriegl hattest?

9:57Von Kaenel

Wir sind uns ab und zu begegnet und wir haben im 2020 war das, glaube ich, die erste Eiger Tour Winter Edition gemacht zusammen. Das geht in Zweierteams und Kriegl hat mich da gefragt, ob ich mit ihm ein Team bilde und das war seit irgendwie 20 Jahren wieder mal mein erster Wettkampf und da haben wir schon gemerkt beim Training, dass das wirklich viel Freude macht, miteinander unterwegs zu sein, dass wir uns sehr gut ergänzen und ja, es hat einfach funktioniert sehr gut mit uns beiden, auch auf menschlicher Ebene. Bei

10:38Lucian Haas

diesem XP, oder X -Peaks -Projekt habt ihr ja das Ziel gehabt, okay, wir wollen auf alle 82 Viertausender der Alpen, das nur zu Fuss und nur mit dem Gleitschirm und dann habt ihr euch aber auch noch eine Zeitbegrenzung gesetzt. Ihr habt gesagt, das soll in 72 Tagen geschehen. Warum 72 Tage?

10:59Von Kaenel

Die 72 Tage sind eigentlich, waren das Ergebnis eines Reviews unseres Kalenders. Wir haben beide unsere Kalender geschaut und haben geschaut, das ist das grösstmögliche Zeitfenster, das wir hinkriegen. Und dann hatten wir einen Anfangszeitpunkt und einen Endzeitpunkt. Und der ergab sich effektiv aus unseren Verpflichtungen, die wir sonst haben. Aber wir waren recht radikal und haben unsere Sommer, andere Sommerverpflichtungen ziemlich rücksichtslos eigentlich verschoben.

11:37Lucian Haas

Das heisst, ihr habt euch wirklich freigenommen für diese Zeit. Ihr hättet gesagt, 72 Tage, da haben wir jetzt nichts anderes mehr.

11:43Von Kaenel

Wir haben wirklich 72 Tage Zeitfenster uns ausbedungen, um dieses Projekt zu machen. Und auch da, wir wussten nicht, wie realistisch das ist. Wir wussten lediglich, Ueli Steck hat das Projekt in 62 Tagen gemacht. Aber nicht das gleiche Projekt, das finde ich noch wichtig, sondern er hat alles mit dem Fahrrad und zu Fuss gemacht. Und er hatte auch ein Begleitfahrzeug. Also er hat ein Begleitteam. Und wir haben natürlich mit den Gleitschirmen einiges an Vorteilen. Andererseits hatten wir kein Begleitteam und wir wussten nicht, ob die Vorteile überwiegen oder die Nachteile. Und wir haben gedacht, 72 Tage, das wäre,

12:29Von Kaenel

könnte realistisch sein, um dieses Projekt durchzuziehen.

12:32Lucian Haas

Am Ende habt ihr es, glaube ich, in 50 Tagen geschafft. Und wenn man diese Pausentage abzieht, die ihr zwischendurch noch hattet, sind es, glaube ich, ungefähr 40. Ich habe jetzt nicht ganz genau durchgezählt, aber man muss ungefähr da so hinkommen. Also im Schnitt zwei Viertausender pro Tag. Hättest du sowas selbst bei der Planung, beim Träumen und sowas schon für möglich gehalten?

12:55Von Kaenel

Nein, ich habe effektiv nicht daran gedacht, dass es wirklich so einfach von der Hand geht. Also konkret waren wir 38 Tage unterwegs und insgesamt das Projekt vom Start in Frutigen bis zurück nach Frutigen dauerte 51 Tage.

13:15Von Kaenel

Wir hatten ziemlich schwierige Bedingungen am Anfang. Es hatte viel schlechtes Wetter im Frühling, Frühsommer.

13:23Von Kaenel

Und ja, wir konnten schon so trainieren. Unsere Trainingstouren, da war es auch oft schlechtes Wetter. Und rückblickend war das eigentlich sehr gut, weil es hat sich dann durchgezogen ins Projekt. Und wir konnten eigentlich vom 8. Juni weg, hatten wir unser Zeitfenster. Aber das Wetter war wirklich, wirklich schlecht. Und am 10. Juni sah es so aus, als könnte es fliegen. Aber am Morgen hat es noch geregnet bei uns und es war wirklich nicht so gut ausgeschaut. Aber wir haben gesagt, okay, wir gehen einfach mal und wir nehmen alles mit. Und entweder gibt es einen Trainingstag oder es geht dann gleich richtig los. Und dann ist es extrem losgegangen.

14:09Von Kaenel

Wir haben dann umdisponiert. Wir hatten die leichten Gurtzeuge und wir haben die

14:14Von Kaenel

Skiturnausrüstung mitgenommen. Weil es dermassen viel Schnee hatte. Und wir wussten auch, wir können nicht besonders weit fliegen. Der Wetterbericht war wirklich nicht so gut zum Fliegen. Und so haben wir umdisponiert. Und das war so ein bisschen das Motto des Ganzen. Wir waren dauernd am umplanen und uns am anpassen den Bedingungen.

14:35Lucian Haas

Kann man so etwas, wo man so stark von den Wetterbedingungen abhängig ist und danach planen muss, kann man überhaupt so ein Abenteuer in irgendeiner Weise vernünftig planen? Oder muss man einfach nur sagen, man muss den Kopf vorbereiten, dass er auf das Ungewisse sich einstellt und dann jederzeit quasi spontan umdenken kann und die Richtung ändern kann und sagen kann, okay, jetzt machen wir es anders, aber wir machen es trotzdem weiter.

15:01Von Kaenel

Also was nicht funktioniert, um mal mit dem zu beginnen, man kann die Route nicht vorausplanen. Das ist unmöglich. Wir haben zum Teil mehrmals am Tag unsere Planung angepasst. Aber was man kann, man kann sich sehr gut vorbereiten und man kann Entscheidungsstrategien festlegen und wir haben so Blöcke definiert, die wir machen möchten oder die Sinn machen. Zum Beispiel im Bischabelgebiet gibt es verschiedene Kombinationsmöglichkeiten dieser Berge und je nachdem wie gut oder schlecht es fliegt, kann man sich dann entsprechend anpassen. Aber das war eigentlich das genau, was wir gesucht haben. Es ist nicht linear das Projekt, sondern es erforderte die Flexibilität und auch eine grosse Unsicherheit.

15:52Von Kaenel

Und das war eigentlich das, was uns reizte am Ganzen. Unser Ziel war nicht einen vorgegebenen Plan zu erfüllen oder ja, quasi die Gipfel in eine Reihenfolge zu stellen und dann einen nach dem anderen zu knipsen, sondern unser Ziel war eigentlich coole Moves zu machen und das Maximum aus den jeweiligen Bedingungen rauszuholen. Und das ist das, was uns gereicht hat. Die Chancen zu packen, die uns, die sich uns bieten unterwegs. Das ist das, was uns gereizt hat.

16:28Lucian Haas

Wenn man so in der Gleitschirm -Szene guckt, von Kriegel ist ja so als Begriff bekannt der Magic Move, den der bei seinen X -Albs dann immer macht. Bist du auch einer, der als Bergführer in irgendeiner Weise für Magic Moves bekannt ist, in dieser Szene?

16:45Von Kaenel

In dieser Größenordnung, wenn man die Füsse am Boden hat, hat man zwar gewisse Möglichkeiten coole Sachen zu machen, aber die wirklichen Magic Moves, die gibt es, wenn man dann fliegt. Aber wir hatten tatsächlich auch einen gewaltigen Magic Move in unserer Tour, als wir die Mont Blanc Südgipfel in einer einzigen Tour kombinierten. Das war ein ziemlich wilder Magic Move. Und ich, auch als Bergführer, plane ich lieber nicht zu weit voraus, sondern ich liebe die Flexibilität und auch das Ungewisse. Und meine Gäste, die wissen das und die lassen sich gerne überraschen. Also wir machen einfach ein Zeitfenster ab und dann schauen wir, wo ist es am besten, was macht Sinn und dann gehen wir und machen das Maximum, holen das Maximum aus den Bedingungen, die wir antreffen.

17:42Lucian Haas

Ich möchte nochmal einen Schritt zurückgehen zur tatsächlichen Vorbereitung, die ihr dann trotzdem gemacht habt. Wie sieht sowas aus? Also wie passt, also wie bereitet ihr euch auch als Team darauf vor? Also was habt ihr da im Vorfeld gemacht, um euch aufeinander einzustimmen oder vielleicht auch bestimmte Sachen voneinander zu lernen?

18:01Von Kaenel

Das war eine ziemlich vielschichtige Angelegenheit. Wir hatten auch ein bisschen unterschiedliche Schwerpunkte. Bei mir war es ganz klar das Fliegen. Die letzten 20 Jahre habe ich Tandem geflogen und Hikenfly gemacht. Und so das Streckenfliegen mit modernem Material, das musste ich wirklich wieder üben. Und ich habe das Jahr vom 23 bis jetzt ins 24 zum Projekt hin, war ich wirklich jede freie Minute in der Luft. Und ich habe so quasi einen zweiten Frühling erlebt. Der Kriegel hat mir seinen X -Halbs -Omega gegeben. Und das ist wirklich ein sehr feiner Schirm. Und ich habe mich sofort wohl gefühlt darunter. Und ich habe so viele Flugstunden, Starts und Landungen wie möglich gemacht mit diesem Schirm, einfach um wieder fit zu werden im Fliegen.

18:49Von Kaenel

Der Kriegel hat den Schwerpunkt eher ein bisschen aufs Bergsteigen verlegt. Und dann haben wir sehr viel diskutiert, wie wir als Team unterwegs sein wollen. Wir wussten, es gibt einige Gefahren. Und einfach auch auf mentaler Ebene einige Stolpersteine, potenzielle. Ich kann ein Beispiel sagen, wenn ich mit Kriegel fliege, dann ist es möglich oder wahrscheinlich, dass es Situationen gibt, die Kriegel noch handeln kann. Gerade noch. Und ich gerade nicht mehr. Und ich muss die erkennen und ich muss die Grösse haben, um zu sagen, okay, nein, das ist mir jetzt eine Nummer zu gross, das mache ich nicht.

19:36Von Kaenel

Und hierzu braucht es ein wirklich grosses Vertrauen gegenseitig. Ich muss davon wegkommen, Kriegel beweisen zu wollen, dass ich doch ein sehr guter Pilot sei. Und genau gleich ist es beim Bergsteigen. Der Kriegel, wenn er Angst hat auf einem Grad, wenn es luftig wird, dann ist es gut, wenn er mir sagt, dass er sich nicht mehr gut fühlt. Aber beim Bergsteigen ist es ein bisschen weniger akut in diesem Sinne, weil man ist mit dem Seil verbunden und wenn er selbst Aufstieg beherrscht, dann kommt er eigentlich über jede Stelle hoch, über die ich vorhin, vorher hochgekommen bin. Aber das Mentale, das hat wirklich einen sehr grossen Stellenwert eingenommen in unserer Vorbereitung. Wir haben viel über diese Themen diskutiert.

20:21Von Kaenel

Wir haben beispielsweise auch diskutiert, wie viel Risiko wollen wir nehmen, wie wollen wir risikomässig unterwegs sein auf unserer Tour. Oder wir wollten nicht all in gehen, sondern wir wollten eigentlich

20:37Von Kaenel

vernünftig die Risiken in einem Bereich halten, wo wir das Gefühl haben, das ist gut vertretbar.

20:45Lucian Haas

Was ist für dich in diesem, gerade auf dieses Projekt bezogen, was ist, wo drin lag das Risiko und welche Risiken wart ihr beide bereit einzugehen und welche habt ihr gesagt, die wollen wir ausschliessen?

21:00Von Kaenel

Man hat ja immer ein bisschen Reserve, mehr oder weniger, wenn man unterwegs ist. Wenn man jetzt all in geht, volles Risiko, dann hat man eben keine Reserve. Aber wir haben immer ein bisschen Reserve, in Schweizerdeutsch haben wir ein sehr schönes Wort für das, wir sagen dem Spatzig.

21:24Von Kaenel

Und diese Reserve, das haben wir auch oft diskutiert, wie viel Reserve nehmen wir. Also auf der einen Seite, hatten wir ein, versuchten wir unser ganzes System so ein bisschen risikotolerant auszugestalten. Wir haben beispielsweise früh entschieden, dass wir Notschirme mitnehmen. Das war auch ein Thema, weil immerhin ist das ein Kilo mehr, das man dabei hat und das macht viel aus. Andererseits haben wir auch gesagt, wir nehmen gutmütige Schirme, wir nehmen B -Schirme und nicht Zweileiner für dieses Projekt. Und das bringt eigentlich alles so ein bisschen Sicherheitsmarsche. Wir haben auch gesagt, wenn wir in den Bergen unterwegs sind, Füsse am Boden, dann gehen wir normalerweise angeseilt.

22:12Von Kaenel

Einfach so, wie man üblich geht, wie ich mit Gästen unterwegs bin, sind wir plus minus auch als Team unterwegs gewesen. Und wir haben auch vor und während dem Projekt oft über Risiken diskutiert und wir haben auch oft geschaut, wie viele Sicherheitsmarsche hatten wir jetzt heute noch. War das gut? Das war so ein bisschen ein Ritual. Wir haben oft jeden Abend eigentlich kurz geschaut, heute, wie waren wir sicherheitsmässig unterwegs.

22:42Lucian Haas

Ist das dann wie so eine Liste, die man abarbeitet, zumindest im Kopf oder im Gespräch, wo man sagt, okay, was ist heute gut gelaufen, was ist schlecht, wo waren wir an der Grenze, wo waren wir im Orangenbereich, wo war es vielleicht rot, wo war es grün?

22:55Von Kaenel

Ja, ich denke, das braucht einerseits eine grosse Ehrlichkeit mit sich selber, man muss ein bisschen selbstkritisch sein und das kann ja auch in die andere Richtung gehen, dass man sagt, okay, heute haben wir zu viel Reserve genommen und da wäre mehr drin gelegen, wir hätten mehr aus dem Tag rauskitzeln können. Aber für bei uns ist das eher nicht so die Gefahr, wir müssen uns eigentlich immer eher ein bisschen bremsen, damit wir risikomässig eben nicht aus dem Bereich rausfallen, in dem wir uns bewegen wollen. Gab es denn Situationen,

23:29Lucian Haas

wo ihr euch

23:31Lucian Haas

bewusst eingebremst habt oder bewusst etwas abgebrochen habt? Beispielsweise, ihr wart schon irgendwo in einem Startprozess drin, um dann zu sagen, nee, das stimmt doch nicht, das ist jetzt, kommen wir eigentlich an die Grenze des Risikos heran, was wir nicht mehr haben wollen und wir packen jetzt wieder ein und wir steigen halt einfach ab. Das hatten wir tatsächlich

23:51Von Kaenel

mal, als wir vom Weiss -Mies abgestiegen waren, wussten wir, am nächsten Tag wird das Wetter schlecht. Und wir gehen nach Hause. Wir hatten ja die Regel, wir konnten von einem Talort aus nach Hause fahren, das Wetter absetzen und dann mit den ÖV wieder zum gleichen Talort fahren und quasi unseren Track fortsetzen.

24:16Von Kaenel

Und wir waren auf dem Weiss -Mies, es hatte ziemlich Wind und wir waren uns tatsächlich nicht einig, als wir zurück bei dem Schirmdepot waren, wollen wir jetzt hier fliegen oder nicht? Und für Kriegl war es noch gerade knapp okay. Er hat eher dazu tendiert noch zu fliegen und ich habe, für mich war es gerade nicht mehr ganz okay zu fliegen. Weil es hatte wirklich recht starken Wind und dann haben wir analysiert, okay, wenn wir fliegen, was können wir gewinnen? Und was riskieren wir? Und dann haben wir realisiert, dass wir gar nicht so viel gewinnen können, auch wenn es sogar gut fliegt. Und dann haben wir uns entschieden abzusteigen und dann sind wir am Schluss so weit gefahren, wie wir konnten mit den Skiern und dann sind wir am Schluss

25:06Von Kaenel

mit dem Schirm auf dem Rücken, die Skier auf dem Rücken, mit den Skischuhen abgestiegen durchs Grün runter ins Tal. Und das sind schon nicht so ganz einfache Momente, auch für mich nicht. Weil ich möchte eigentlich nicht derjenige sein, der sich nicht traut und ich wäre auch gerne geflogen, aber es hat eigentlich wirklich keinen Sinn gemacht. Und wir haben das dann mit einer ziemlich umfangreichen Risikoanalyse so beschlossen, dass wir jetzt zu Fuss absteigen und runtergehen. Das hat mir auch ein riesen Vertrauen gegeben in uns als Team. Also das war auch ein wichtiger Schritt für euch? Das war sicher ein wichtiger Schritt, auch dass wir uns getrauen, eben Schwäche zu zeigen und vielleicht

25:52Von Kaenel

unpopuläre Entscheidungen zu fällen, im Sinne der Sicherheit, wenn es nötig ist.

25:56Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, dass die Situation da oben, die war für dich gerade knapp so, dass du sagst, nee, das ist mir eigentlich zu viel. Ist das eine Bauchentscheidung oder hast du wirklich wie so einen Entscheidungsbaum im Kopf, wo du sagst, wir messen und der Wind hat jetzt mehr als, zwischendurch mal in Böden, mehr als 65 und das traue ich mir einfach nicht zu. Bis 63 hätte ich mir zugetraut, 67 ist mir jetzt zu viel.

26:20Von Kaenel

Irgendwo kommt dann schon der Bauch ins Spiel, aber bei mir kommt der Bauch relativ spät. Ich bin von meinem Naturell her eher auf der mutigen Seite und wenn mir der Bauch sagt, dass es nicht gut ist, dann ist es gar nicht sehr gut und bei mir ist es eher ein Denkprozess und ein Abwägen. Wir hatten auch keine Protektoren an unseren ultraleichten Gurtzeugen und man hat einfach sehr wenig Reserve und man hat, wenn man das Tal rausfliegt, das Saastal rausfliegt, dann hat man wenige Landemöglichkeiten und wenn es einen runterdrückt und man muss irgendwo eng in eine Lichtung landen, noch mit wechselndem Wind, dann ist das einfach ein ziemlich hohes Risiko und das haben wir gegenübergestellt dem potenziellen Gewinn, den wir hätten

27:12Von Kaenel

abholen können, wenn wir geflogen wären und das hat einfach nicht gepasst. Aber es ist wirklich ein ziemlicher Denkprozess und ich fliege sehr lange, ich fliege seit 1991.

27:26Von Kaenel

Wenn ich mich nicht ganz wohl fühle, dann nehme ich das sicher ernst und versuche dem auf den Grund zu gehen. Und wenn man das dann ein bisschen systematisch anschaut, eben was kann ich maximal gewinnen, was kann ich maximal verlieren und wie hoch ist das Risiko, dass ich das verliere, dann kann man vernünftige Entscheidungen fällen, auch wenn es sich emotional im ersten Moment nicht so toll anfühlt.

27:54Lucian Haas

Waren denn die Entscheidungen, die ihr getroffen habt, würdest du sagen, die waren immer vernünftig oder gab es auch Situationen, die aus deiner Sicht, vielleicht hat Kriegel das dann auch wieder anders erlebt, aber aus deiner Sicht im Leben, die letzten Ende eigentlich brenzlig waren und wo man sagen würde, da kam sogar der Faktor Glück ins Spiel, dass da nichts passiert ist und wo du am Ende sagst, haben wir noch gerade so durchgestanden?

28:17Von Kaenel

Beim Fliegen war es schon einige Male ziemlich haarig und wir hatten ja Sicherheitsmarsche dank unserer relativ gutmütigen Ausrüstung und ich denke, diese Sicherheitsmarsche, die haben wir auch gebraucht, sicher einmal am Badeset dort waren die Bedingungen wirklich sehr limitiert und ich denke, dort war ich mehr als froh um den Theta gegenüber dem Omega, weil das war ja die Entscheidung im Vorfeld, gehen wir mit den Omegas oder gehen wir mit Theta. Der Theta ist ein Mittelklassenschirm, Omega ist ein Hochleister und ich denke, der Omega hätte mich möglicherweise in dieser Situation bereits überfordert, weil es war wirklich

29:05Von Kaenel

haarsträubend und was

29:07Lucian Haas

war da? Fürchterliche Abwind oder Turbulenzen oder was habt ihr da gehabt?

29:11Von Kaenel

Das war einfach ein riesiges Lay und das hat uns runtergedrückt wir sind im Badeset gerade gelandet haben dann die Gipfel gemacht windgeschützt sind wir gelandet im Lay und das Starten ging deep top aber als wir dann rausflogen dann war es wirklich ziemlich eine haarige Angelegenheit und wir haben in kürzester Zeit 900 Höhenmeter verloren und mussten nochmals landen unten auf dem Gletscherplateau nach vielleicht nicht mal drei Kilometern das hat uns so runter gewaschen dort Und

29:42Lucian Haas

dann seid ihr von da aus abgestiegen oder seid ihr nochmal gestartet? Nein, wir

29:46Von Kaenel

sind dann nach vorne übers Gletscherplateau ein paar hundert Meter gelaufen zu Fuss und dann ging es wieder runter und wir konnten wieder starten und dann ließen wir uns nochmal ein Stück das Tal rausspülen dann irgendwann haben wir Thermik gekriegt und konnten aufdrehen

30:07Von Kaenel

und dann konnten wir noch ziemlich weit fliegen Richtung Schweiz also das war für mich schon ziemlich Limit und da habe ich auch am Abend gesagt dass jetzt haben wir die Sicherheitsmarsche gebraucht und so möchte ich eigentlich nicht unterwegs sein aber auch der Chrigel hat die Heftigkeit dieses Lays unterschätzt er hat gesagt er hätte es nicht so heftig erwartet und man sieht dass es auch wenn man als Profis unterwegs ist auch Sinn macht wenn man ein bisschen Sicherheitsmarsche ins System einbaut genau für solche Fehleinschätzungen damit das nicht zu einem Unfall führt Nun

30:47Lucian Haas

ist das ja gut ausgegangen kann man eigentlich solche Projekte nur machen indem man am besten nicht im Vorhinein weiss was einen da genau erwartet?

30:56Von Kaenel

Wir haben viel diskutiert am Anfang was uns erwarten möchte und in den 38 Tagen in denen wir unterwegs waren habe ich zwei Situationen erlebt wo ich gedacht habe okay jetzt haben wir jetzt war die Sicherheitsmarsche zu dünn jetzt hat es mir nicht mehr gefallen und ich denke das ist nicht so eine schlechte Ausbeute wenn man auf 38 Tage zwei Situationen von einigen Minuten erlebt bei denen die Sicherheitsmarsche wirklich dann ein bisschen zu dünner wird als man das selber mag aber man darf sich auch keine Illusionen machen das ist nicht ungefährlich dieses Projekt das ist eine Tatsache Macht

31:41Lucian Haas

solches Risiko und letzten Endes auch Gefahr macht das in irgendeiner Weise auch glücklich?

31:47Von Kaenel

Was mich wirklich glücklich macht das ist wenn ich eine für mich schwierige Situation kontrollieren kann das ist das was ich wirklich suche das ist dieses Flow -Gefühl aber die Gefahr selber da habe ich eher ein bisschen Angst ich habe auch nicht besonders gerne Adrenalin muss ich sagen die Gefahr selber der gehe ich lieber ein bisschen aus dem Weg aber auf der anderen Seite habe ich sehr gerne Situationen die mich herausfordern und bei denen ich mich bewähren kann das ist eigentlich das was ich suche so das Gefühl von Kontrolle Wie

32:24Lucian Haas

gehst du im Nachhinein mit solchen wahrscheinlich auch Angstmomenten wie an diesem Parc des Ecrins dann entsprechend um also wie schaffst du es aus der vielleicht Angst und der Enge die da draus kommt wieder was zu machen was kann ich da jetzt für mich positives draus ziehen ich

32:43Von Kaenel

denke das gelingt mir sehr gut ich wenn ich etwas erlebe das mir nicht gefällt und es geht gut dann ist es für mich wichtig dass ich das reflektiere dass ich das einordnen kann ich kann das nicht einfach abhaken und nach vorne schauen sondern ich muss das effektiv verdauen und dann entsteht meist etwas Gutes daraus aber ich kann auch in diesem Moment wir hatten dann immer noch ziemlich harte Thermik und wir hatten einen langen Flug vor uns wir sind bis fast zum Bötti -Sibernahr zurückgeflogen an diesem Tag und ich habe sehr gut funktioniert auch nach diesem Erlebnis und am Abend brauchte ich dann schon noch einen Moment für mich in dem ich das ganze nochmals rekapituliert habe

33:33Von Kaenel

und das einordnen konnte was da genau passierte mir hilft es sehr wenn ich verstehe was passiert ist und in diesem Fall verstand ich es und ich verstand auch dass die Sicherheitsmarge ein bisschen dünn wurde in dieser Situation aber sie war immer noch gut ich war noch nicht offenbar ganz im roten Bereich aber nicht mehr so tief im grünen Bereich wie ich das sein möchte Ist

34:04Lucian Haas

der Kriegel genau so ein Systematiker wie du beim Durchdenken von solchen Risiken oder ist er eher der grössere Bauchentscheider das

34:15Von Kaenel

ist eine sehr interessante Frage finde ich wir sind ähnlich und doch sehr verschieden der Kriegel und ich ich

34:27Von Kaenel

denke der Kriegel macht sich auch extrem viele Gedanken eigentlich untypisch für einen Profi der so lange im Geschäft ist ist er immer noch extrem neugierig und lernt gerne neue Sachen er lernt sich selber auch immer gerne besser kennen wenn wir zum Beispiel Föhn haben und es eigentlich ziemlich sicher nicht fliegt dann nimmt er den Schirm und geht hoch ob dem Haus, geht hoch auf die Alp und schaut ob es wirklich nicht fliegt und er challenged sich mit diesen Entscheidungen und mit diesem Prozess der Unsicherheit und ich finde das wirklich eindrücklich bei ihm da sind wir sehr ähnlich in dieser Beziehung aber wo wir anders sind

35:16Von Kaenel

manchmal ein bisschen überanalytisch ich denke die Sachen manchmal ein bisschen zu weit oder versuche Sachen zu verstehen die im Moment gar nicht relevant sind und der Kriegel hat so eine wunderbar bodenständige Art und er hat mich einige Male während dem Projekt schon auf den Boden zurückgeholt, zum Beispiel was wir beispielsweise Schreckhorn und Lautrahr überschritten, das war die Gipfel der dritte und zweitletzte Gipfel hatten wir wirklich starken Wind oben auf dem Grat und wir hatten die Schirme unten auf dem Gag auf 3300 Meter deponiert und ich habe mir schon die ganze Zeit habe ich mir überlegt wie geht das da mit den Windsystemen und ich habe da die Linsenwolken geschaut und habe mir da sehr viele Gedanken gemacht und habe Kriegel einige Fragen gestellt und dann irgendwann hat es Kriegel genervt und hat er gesagt

36:16Von Kaenel

spielt das eine Rolle? wie viel Wind es auf 4000 Meter hat für den Flug den wir machen wollen da musste ich sagen ähm nein

36:26Von Kaenel

und ich denke er hat so er ist sehr überlegt auf der einen Seite aber auf der anderen Seite ist er auch sehr pragmatisch und er überlegt sich, er ist extrem effizient in seiner Denkarbeit er überlegt sich das was er überlegen muss um gute Entscheidungen zu fällen und ich denke das ist auch eine seiner ganz grossen Stärken Wie

36:50Lucian Haas

habt ihr denn eigentlich so als Team Entscheidungen getroffen? War immer der eine im Lead und der andere ist dem gefolgt und du warst quasi der Bergführer und hast die Entscheidungen getroffen die das Bergsteigerische betreffen und Kriegel hat die Entscheidungen betroffen die das Fliegerische betreffen oder war das noch mehr Befruchtung so ein Mittelweg irgendwo?

37:10Von Kaenel

Also beim Bergsteigen war tendenziell eher ich in der Verantwortung mit dem Entscheiden und beim Fliegen eher der Kriegel das haben wir mal so als Grundsatz festgelegt aber genauso haben wir festgelegt dass wir uns einmischen das ist nicht nur akzeptiert sondern erwünscht dass wir uns einbringen und wenn wir wenn der Kriegel mich zum Beispiel hinterfragt hat mit meiner Routenwahl dann musste ich wirklich eine gute Begründung liefern eine überzeugende Begründung warum das jetzt Sinn macht und genau gleich beim Fliegen

37:50Von Kaenel

wir hatten einige sehr interessante Diskussionen über Entscheidungen die erste Entscheidung übrigens hatten wir bereits als wir uns in Frutigen trafen und den ersten Hang hochgingen ich wollte eher Richtung Grindelwald fliegen und Kriegel eher Richtung Südwärts also wir mussten uns während dem ersten Aufstieg schon das erste Mal einig werden in welche Richtung wir losfliegen wollen habt

38:19Lucian Haas

ihr da auch manches mal den Zufall überlassen eine Münze geworfen oder sowas oder wurde das wirklich ausdiskutiert oder wie seid ihr dann letzten Endes zu ich meine zwei sind ja 50 50 also wie seid ihr letzten Endes dann zu einer Entscheidung gekommen

38:32Von Kaenel

wir hatten uns immer eigentlich versucht zu mit Argumenten zu überzeugen und wir haben oft in Szenarien geplant also wir wussten so die grobe Richtung und dann haben wir Szenarien entwickelt wie könnte es gehen und meistens gibt es ein wahrscheinliches Szenario ein Szenario wenn es besser geht und dann noch ein Szenario wenn es weniger gut geht dann ist man unterwegs eigentlich nicht so überrascht sondern man ist nicht am reagieren sondern man kann agieren und man folgt einem Szenario und manchmal muss man halt während dem Fliegen zum Beispiel das Szenario anpassen das konnten wir wenn wir Flügel an Flügel

39:16Von Kaenel

flogen konnten wir das per zurufen machen oder manchmal haben wir uns auch angerufen unterwegs beim Fliegen aber wir haben jeweils beim wenn man am Morgen eine Hochtour macht dann kriegt man ein relativ gutes Gefühl für den Tag für wie viel Energie hat es in der Atmosphäre wie viel Wind hat es wie entwickelt sich das Ganze und dann hat man schon recht konkrete Ideen wenn es ans Fliegen geht und dann bespricht man sich man macht die Szenarien und dann geht man los und dann schaut man wie es kommt und ganz interessant wird es wenn sich unterwegs plötzlich Chancen bieten wenn sich Türen öffnen wenn man sieht wow komm wir disponieren um jetzt haben wir hier eine super Chance dann wird es wirklich interessant und das ist oftmals dann der Anfang eines Magic Moves

40:09Lucian Haas

Du hast jetzt gerade schon gesprochen ihr habt so immer verschiedene Szenarien festgelegt welche die besser gehen können welche die schlechter gehen können würdest du sagen unterm Strich ist es eigentlich viel häufiger besser gegangen als schlechter für euch?

40:21Von Kaenel

Das ist wirklich etwas das mich definitiv erstaunt hat wie oft dass es besser lief als gedacht es ist wirklich erstaunlich wenn man ich weiss nicht wenn man den Mut hat etwas zu probieren wenn man sowieso dran ist und man sagt ach komm wir versuchen das oftmals geht es auf das ist wirklich erstaunlich das hat schon beim Training angefangen wir hatten so Carbonplatten die wir testen wollten quasi als Schneeschuhe die Platten kann man einklemmen zwischen den Steigeisen und den Schuhen und wir mussten in den Schnee und es war wieder schlecht Wetter und wir haben gesagt ok komm wir gehen auf den Mönch wir fahren ins Jungfraujoch aber wir nehmen die Schirme trotzdem mit weil wahrscheinlich fliegt es dann nicht aber vielleicht man weiss ja nie

41:16Von Kaenel

wenn man jetzt einfach an diesem Tag ich hätte nie und nimmer das angesagt das zu versuchen auf den Mönch und von dort zu fliegen bei diesen Wetterprognosen never ever ich hätte wirklich gesagt nein die Chancen dazu sind viel zu gering und dann hat es einfach gepasst und wir hatten absolute Top Bedingungen über der geschlossenen Wolkendecke konnten wir sohren und wir sind stundenlang sind wir dort rumgekurvt und das war fantastisch war wirklich cool und das war auch oft so im Projekt dass wir einfach

41:50Von Kaenel

sicher waren haben wir eigentlich recht hohe taktische Risiken genommen

41:58Von Kaenel

weil ein taktisches Risiko ich unterscheide da zwischen taktischen Risiken und Verletzungsrisiken die Verletzungsrisiken die muss man gut kontrollieren aber bei so einem Abenteuer kann man hohe taktische Risiken nehmen beim taktischen Risiko verletzt man sich nicht aber man riskiert dass man zum Beispiel gar nichts machen kann wenn es in die Hosen geht dann gibt es keinen Risiken Viertausender und wenn man vorsichtig geplant hätte hätte man vielleicht ein oder zwei machen können und mit einem hohen taktischen Risiko kann man vielleicht drei oder vier machen an diesem Tag und das sind die taktischen Risiken und wir waren eben bereit hohe taktische Risiken einzugehen weil wir nicht zielfokussiert waren sondern wir wollten möglichst viel Abenteuer erleben und wir sind einige Male haben wir einen Move versucht

42:50Von Kaenel

und wir haben im Vorfeld gesagt okay wir wissen nicht ob das klappt aber wir wissen dass es ziemlich sicher ein cooles Abenteuer geben wird und

42:59Lucian Haas

dann ist es häufig aufgegangen

43:01Von Kaenel

meistens wirklich erstaunlich für mich ich habe einige Male Bauklötze gestaunt wie das gepasst hat

43:09Von Kaenel

es ist wirklich erstaunlich wie oft es gepasst hat und wie oft es aufgegangen ist wie

43:16Lucian Haas

ist das wenn man so als Team unterwegs ist und solche Magic Moves auch überraschenderweise dann aufgehen feiert man dann richtig am Abend lässt es in irgendeiner Weise auf der Berghütte krachen

43:28Von Kaenel

wir haben einige Male als wir die Gelegenheit hatten haben wir ein Glas Wein getrunken zusammen am Abend aber so richtig krachen lassen konnten wir es nicht weil am nächsten Tag ging es jeweils weiter aber ich war manchmal völlig aufgekratzt einfach wenn am Abend nach einem Magic Move wenn alles wieder gut gegangen ist ich konnte es manchmal fast nicht glauben und was mir geholfen hat ich schrieb das nieder ich habe ein Tagebuch geschrieben und ich tippte das eigentlich in mein Telefon was ich heute erlebt habe weil ich wusste wenn ich das nicht mache dann kann ich gar nicht schlafen dann kreisen die Gedanken und ich will das keinenfalls vergessen ich konnte die Erlebnisse manchmal gar nicht verdauen und dann habe ich sie niedergeschrieben und konnte jetzt so abhaken aber es ist mir einige Male passiert dass ich dann mitten in der Nacht erwacht bin und habe gedacht wow das war ein Move

44:29Von Kaenel

und dann war ich so aufgekratzt dass ich nicht mehr schlafen konnte gibt

44:34Lucian Haas

es Dinge die du da aufgeschrieben hast in deinem Smartphone wo du sagen würdest die würde ich nicht veröffentlichen

44:41Lucian Haas

ja also wo du Erlebnisse hast wo du sagst ja ok die hatten wir aber die bleiben im Team die bleiben unter uns die erzählen wir erst gar nicht

44:54Von Kaenel

nein nicht der Fall ich denke nicht ich wüsste jetzt gerade nichts ich habe übrigens auch ein Buch geschrieben also ich habe die Notizen quasi dann ausformuliert und das hat mir auch geholfen das ganze zu verdauen dieses Abenteuer und das nochmals zu erleben und ich habe wirklich eigentlich ziemlich alles ausgeschlachtet und ich denke das ist auch so eine Eigenschaft sowohl von Chrigel wie auch von mir wir sind nicht extrem eitel und uns ist es recht egal auch Seiten von uns preiszugeben die vielleicht nicht so sexy sind sage ich mal

45:36Lucian Haas

hattest du mit all diesen Eindrücken oder auch dem Vorträumen und sonst irgend sowas hattest du da auch mal sowas wie schlaflose Nächte wo du gesagt hast das bewegt mich jetzt so ich kann nicht wirklich schlafen ich ruhe nur und das dreht sich halt alles im Kopf und sortiert sich dann vielleicht neu oder es ist gerade ein Lernprozess der dort abgeht und man versteht so langsam was man da eigentlich gerade macht

46:04Von Kaenel

ich habe eigentlich einen relativ entspannten Umgang zu schlaflosen Nächten ich denke schlaflose Nächte vor einem grossen Projekt sind etwas elementar wichtiges dass man mental bereit ist und dass man wirklich an alles denkt in den schlaflosen Nächten passiert sehr viel Denkarbeit und da passieren ganz wertvolle Sachen man entspannt sich auch wenn man einfach nur liegt man muss nicht unbedingt schlafen man erholt sich auch wenn man entspannt da liegt und die Gedanken kreisen lässt es zieht sich dann natürlich manchmal ein bisschen in die Länge diese Nächte aber ich weiss aus Erfahrung dass das ein sehr wichtiger Prozess ist dass da ganz wichtige Sachen passieren in dieser Phase und

46:49Lucian Haas

gibt es dann Sachen die du quasi oder Moves oder was auch immer die du im Vorhinein so schon visualisierst die dann letzten Endes genauso eingetreten sind also der Kriegel hat mir mal sowas erzählt dass er auch beim Fliegen manchmal in der Nacht davor quasi träumt was er am nächsten Tag Besonderes dann machen wird oder sonst und das tritt dann genauso ein habt ihr das als Team bei diesem Projekt vielleicht auch irgendwie erlebt?

47:13Von Kaenel

Ja ich denke schon das sind eben die Szenarien die wir denken und einige Szenarien die groben Szenarien die macht man am Vortag oder in der Nacht und dann korrigiert man das dann sieht man die ein bisschen oder passt sie ein bisschen an aber so die grossen Linien was man machen will das ist schon etwas das vorausgedacht wird und das ist auch eine der grossen Stärken denke ich von Kriegel er ist enorm kreativ was Szenarien anbelangt und enorm flexibel um das Ganze anzupassen aber ich hatte auch so im Vorfeld beispielsweise ein Szenario das hat mir gar nicht gefallen ich habe mir echt Sorgen gemacht wenn wir irgendwo in einer Fernflanke landen dass ich abrutsche

48:04Von Kaenel

weil wir flogen mit Liegegurtzeugen und die sind nicht kompatibel mit Steigeisen logischerweise und wenn man jetzt irgendwo ich sage am Weisshorn oder irgendwo in einer steilen Fernflanke landet und man kommt ins Rutschen ohne Steigeisen das ist nicht lustig das will man nicht und das hat mir wirklich Sorgen gemacht und da habe ich auch in einer Nacht habe ich eine Technik ausgeheckt wie ich den Pickel mein Ankergerät mitnehmen kann ich kann den Pickel in eine Beinschlaufe stecken meines Klettergurts und der Pickel ist fixiert mit einer Bandschlinge im Anseilring und ich kann mit dem Pickel in der Hand starten oder ich kann auch mit dem Pickel in der Hand landen und wenn ich ins Rutschen komme kann ich ankern Hast

48:54Lucian Haas

du das auch mal ausprobiert? oder hast du dir das nur überlegt oder hast du gesagt das sollte ich mal trainieren ich gehe mal wirklich ins steile Gelände und guck mal ob ich mit Gurtzeug an und sonst was ob ich mich da mit dem Pickel dann einfach ankern kann

49:09Von Kaenel

also das Ankern selber das musste ich nicht trainieren das mache ich regelmässig auch in meinen Kursen ich weiss nicht genau wie das funktioniert aber was ich trainieren musste war kann ich mit dem Pickel in der Hand starten oder kann ich den Pickel in eine Hand nehmen und gleichzeitig habe ich die Bremse in der Hand und so landen und ich habe einige Starts und Landungen gemacht mit der Pickel mit dem Pickel in der Hand wie gut kann ich nach dem Start den Pickel verstauen alles diese Sachen und das haben wir geübt und das hat mir sehr viel Zuversicht gegeben um das dann auch anwenden zu können und ich hatte einige Male habe ich den Pickel tatsächlich mitgenommen griffbereit

49:54Von Kaenel

es war dann nie wirklich nötig aber es hat mir einfach die nötige Zuversicht gegeben beispielsweise wenn man unterhalb der Mischschabelhütte in diesem steilen Schneefeld landet dann funktioniert das sehr gut wenn der Schnee weich ist aber wenn er hart ist dann könnte es wirklich sehr nützlich sein den Pickel zu haben und für diesen Flug hatte ich den Pickel griffbereit dabei

50:21Lucian Haas

Gibt es Dinge die du im Nachgang anders machen würdest oder gibt es Fehler die du gerne ausgelassen hättest?

50:29Von Kaenel

Einen ja tatsächlich ich hätte mehr das Starten in starkem Wind üben sollen in der Höhe das habe ich ein bisschen unterschätzt ich war früher als ich noch aktiv Wettkampf geflogen bin ein sehr kompetenter Starter hatte das wirklich gut im Griff und ich habe gedacht es sei immer noch so aber die Technik hat sich weiterentwickelt ich habe dann festgestellt dass ich dann doch nicht ganz so gut bin im Starten wie ich geglaubt habe selber

51:06Von Kaenel

weil in der Höhe wenn man so auf 3.800 oder 4.000 startet dann hat man einfach eine ganz andere Dynamik und wenn man dann noch wenig Platz hat dann wird das Ganze schon ein bisschen sketchy Der Krigl der ist ein hervorragender Starter auch in den Bergen auch an engen windigen Startplätzen und er hat mich einige Male wirklich gut unterstützt indem er zum Beispiel meinen Gleitschirm festgehalten hat damit ich starten konnte Das

51:37Lucian Haas

heisst du bist dann immer als Erster gestartet sicherheitshalber und er dann hinterher Ich

51:41Von Kaenel

durfte immer wünschen ob ich als Erster starten will oder als Zweiter und ich bin allermeisten als Erster gestartet im Hochgebirge tatsächlich

51:50Lucian Haas

Gab es denn Situationen wo du gesagt hast wegen deiner obwohl sie sicherlich gut war deine Starttechnik oder gut ist aber wegen deiner nicht perfekten Starttechnik für solche Windverhältnisse dass du gesagt hast deswegen verzichte ich auf einen Start und wäre ich da nur besser gewesen dann hätten wir dort auch noch fliegen können

52:08Von Kaenel

Nein wir konnten wirklich überall starten am Schluss wo wir starten wollten wo es wirklich Sinn machte wir mussten wegen dieser kleinen Schwäche eigentlich keinen Startplatz auslassen aber ich wäre sicher ein bisschen entspannter gewesen wenn ich das ein bisschen besser im Griff gehabt hätte ich wäre einfach weniger nahe an meiner eigenen Grenze gewesen Ich

52:31Lucian Haas

habe mir auf der xPeaks Seite da sind glaube ich wahrscheinlich auch deine Notizen die dann da als Story aufgeschrieben sind da habe ich mir mal so durchgelesen und wenn man irgendwo immer wenn es ums Starten geht ist ganz häufig so ja wir sind im Lee und der Wind ist ziemlich stark oder von hinten ziemlich stark und ihr seid auch häufiger mit Rückenwind gestartet und mit speziellen Starttechniken und sowas habt ihr das vorher auch geübt?

52:55Von Kaenel

Ja das haben wir geübt und mit Rückenwind mit Skiern starten das kann ich nicht machen das war für mich ziemlich gut das brachte ich mit einfach meine Schwäche wenn man das so sagen will war wirklich mit sehr starkem Wind an kleinen Startplätzen einfach wie viel darf ich dem Schirm entgegenlaufen um ihm Energie zu entziehen bevor es dann hinten rausgeht dass ich genug Platz habe und da war ich wirklich froh wenn mir der Chrigel den Schirm gehalten hat beispielsweise das war wirklich enorm hilfreich einige Male Das

53:33Lucian Haas

waren jetzt die auch schwierigen Situationen gibt es Sachen wo du sagst das war so ein richtig genialer Moment auch fliegerisch wo du sagst das bleibt dir absolut als Highlight in der Seele mit eingebrannt?

53:48Von Kaenel

Ich hatte einige solch geniale Momente wir sind zum Beispiel auf der Egwido Bionasssee gestartet das war unser letzter 4000er im Mont Blanc Gebiet und dann sind wir rausgeflogen und das war wirklich magisch das war absolut top auch ein eher kleiner Startplatz aber der Wind war dermassen perfekt ich konnte wirklich stillstehen rückwärts aufziehen den Schirm schon kontrollieren und dann einfach ein bisschen Vorlage geben und abstossen und das war ein wunderschönes Gefühl und sonst beim Fliegen ich hatte einige absolut traumhafte Flüge die zum Besten gehören was ich erlebt habe da komme ich schon fast ein bisschen ins Schwärmen

54:35Von Kaenel

der Flug beispielsweise zum Piz Bernina und zurück das war absolut fantastisch das war so schön dieser Flug und als wir beim Piz Bernina waren hat der Wetterbericht perfekt gepasst und die Basis ist gerade so weit angestiegen dass wir unter dem Gipfel landen konnten 15 Minuten zu Fuss unter dem Gipfel konnten wir landen hoch auf den Bernina wieder runter bevor es wieder reinpackt mit Null Wind starten und dann aufdrehen und dann sind wir noch ziemlich weit zurück geflogen und das war schon ganz grosses Kino das sind so Momente die vergisst man nie mehr Wie

55:19Lucian Haas

viel schreibst du so etwas Glück zu und wie viel davon kann man trotzdem noch in irgendeiner Weise planen?

55:26Von Kaenel

Man muss vor allem schauen dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist also wir hatten oft Glück aber wir haben das Glück auch immer ein bisschen auf unsere Seite gezogen denke ich indem wir einfach geschickt geplant und ungeplant hatten aber beispielsweise beim Flug vom Piz Bernina den ich vorhin geschildert habe ich hatte einen Low -Safe dort und habe etwa ja vielleicht 3 -4 Stunden verloren einfach musste wieder hoch kratzen nach einer Querung kam ich tief und hatte Mühe wieder hoch zu kommen und das Timing war dann goldig als wir beim Piz Bernina waren hat es wirklich auf 5 Minuten genau gepasst dass wir oben rein landen konnten und ich weiss nicht wenn wir 45 Minuten früher dort gewesen wären was wir gemacht hätten vielleicht hätten wir versucht zur Marke Rosehütte zu fliegen und den Piz Bernina am nächsten Tag zu machen also das war sicher Glück und zu unseren Gunsten dass ich diesen Low -Safe hatte und ein bisschen hängen blieb war das Timing dann perfekt

56:34Von Kaenel

aber oftmals haben wir wirklich das Glück auf unsere Seite gezwungen ich weiss auch noch eine Geschichte als wir vom Bündnerland zurück ins Berner Oberland geflogen sind wir hatten starken Südwestwind und bei diesen Tis kamen wir einfach nicht mehr voran es war fertig wir sind dort in einem Talwindle gestanden nein sogar der Wind kam wirklich von Südwesten und hat so drüber gezogen und wir sind angestanden und dann haben wir uns zurückspülen lassen an einen Prallhang sind dort aufgesohrt und dann sind wir reingelandet und haben die Situation besprochen etwas kleines gegessen und dann haben wir umgeplant und dann hat Gregor gesagt ach komm wir fliegen über das Maderanertal das ist eine nördlichere Route

57:25Von Kaenel

Maderanertal, Innerschweiz, Sustenpass und zuerst habe ich leer geschluckt und gesagt boah das ist schon noch spezieller Routervorschlag und er hat gesagt ja er sei dann schon durchgeflogen und das geht dann schon und dann war es wirklich genau das Richtige für diesen Tag also es hat auch so gut gepasst weil das entsprechende Wissen vorhanden war

57:49Lucian Haas

auch weil Gregor da in diesen Bereichen schon so viel geflogen ist wie viel Erfahrung hattest du denn mit dieser wirklich Hochgebirgsfliegerei bist du ich meine du hast sicherlich auf einigen dieser 4000er vorher schon mal als Bergführer und Kletterer und sonstiges gestanden aber wie häufig bist du in diesen Höhen dann auch wirklich hast du deinen Gleitschirm schon vorher mal mitgehabt und bist selber von diesen Höhen auch hike and fly mässig dann runtergeflogen also ich

58:14Von Kaenel

bin einige Male im Hochgebirge geflogen das hat mich immer mehr gereizt als das Streckenfliegen es hat mich immer in so Hochgebirge gezogen und ich bin schon recht oft auch im Hochgebirge gestartet und gelandet auch und ich kannte das es war wirklich nicht so unbekannt was ich nicht kannte war mit so viel Wind das habe ich eigentlich gar nie in Erwägung gezogen wenn du einen 35er oder 40er Wind hast auf 4000 an einem kleinen Startplatz zu starten das habe ich einfach nicht gemacht dann bin ich ein paar hundert Meter abgestiegen und dort gestartet mit 20 Wind das war so ein bisschen der Unterschied und jetzt sind wir halt oft oben gestartet und haben dadurch auch einiges gewonnen an Zeit und Höhe

59:06Von Kaenel

und das war für mich so ein bisschen neu einfach so bei den grenzwertigen Bedingungen es war auch so beim Streckenfliegen da nimmt mir Kriegel eigentlich nicht viel ab bei regulären Bedingungen sind wir ist der Unterschied relativ gering manchmal bin ich ein bisschen vorne manchmal ist Kriegel ein bisschen vorne und wir können wirklich so wie früher beim Wegkampffliegen reissen wir da voran und helfen einander und zeigen einander wo es gut steigt und so da komme ich gut nach da komme ich gut mit aber sobald es dann wirklich grenzwertig wird mit den Bedingungen bin ich an einem bestimmten Punkt überfordert und bin froh wenn ich einfach Kriegel hinterherfliegen kann

59:55Lucian Haas

jetzt bist du bei den X -Peaks auf diesen Höhen auch mit diesem starken Wind gestartet ist das etwas wo du jetzt sagen würdest ah das habe ich jetzt erfahren gesehen das geht oder es kann gehen wenn man seine Risikoabschätzung vernünftig macht ist das etwas wo du sagen würdest in Zukunft würde ich das häufiger machen oder ist das jetzt so mal für die X -Peaks hat das gepasst und mit Kriegel als Begleitung hat das gepasst aber das ist jetzt nichts was ich in mein Standardrepertoire mit aufnehmen würde

1:00:21Von Kaenel

doch unbedingt es hat mir wirklich den Ärmel reingenommen und ich habe mir auch fest vorgenommen ich habe schon damit angefangen bei starkem Wind mehr Groundhandling zu machen und mehr zu sohren wieder um einfach besser zu werden und das besser zu kontrollieren ich habe gesehen bei Kriegel was ist möglich in Sachen Schirmkontrolle bei Starkwind und ich möchte unbedingt auch in diese Region kommen das ist so eines der Ergebnisse auch dieses Projekt wirklich eine neue Welt eröffnet in dieser Hinsicht Nun

1:00:58Lucian Haas

ist dieses Projekt ja aus bergsteigerischer Sicht so ein bisschen wie eine Art Erstbegehung also von dem Stil wie ihr das gemacht habt so als hättet ihr eine neue Route eröffnet oder sowas mit neuer Technik die da halt entsprechend kombiniert wird beim Bergsteigen werden Routen ja auch dann teilweise von anderen nachgestiegen und je häufiger die nachgestiegen werden desto berühmter werden diese Routen auch teilweise glaubst du dass es von irgendwelchen Leuten eine Wiederholung des X -Peaks Projekts irgendwie geben könnte das das Interesse weckt ich

1:01:30Von Kaenel

habe mir das eigentlich so gar noch nie überlegt für uns ist eigentlich bisschen egoistisch vielleicht unser Projekt im Vordergrund gestanden aber wenn wir natürlich Leute inspirieren können so etwas ähnliches zu machen dann finde ich das sehr schön und das würde ich schon ich denke man kann es auch in kürzerer Zeit machen wenn man gute Freude hat kann man das in deutlich kürzerer Zeit machen diese Runde

1:01:59Lucian Haas

würdest du es selber nochmal probieren wahrscheinlich jedes Abenteuer wenn du im nächsten Jahr das nochmal machen würdest die Bedingungen wären ja grundsätzlich andere weil das Wetter wiederholt sich einfach nicht und die Verhältnisse auch nicht somit könnte es ja auch wieder ein ganz neues so gesehen ein neues Abenteuer sein wäre das für dich interessant oder sagt man nein die 82 Gipfel die habe ich jetzt abgehakt in dieser Form und wenn müsste es etwas ganz anderes sein

1:02:25Von Kaenel

also ich kann mir vorstellen das teilweise zu machen mit Leuten mit Gästen ich habe Gäste die fliegen selber gut und die wollen so gewisse Teile machen

1:02:38Von Kaenel

und da gibt es natürlich schon einen gewissen Reiz und auch kommerziell natürlich ist das interessant wenn ich das noch ein bisschen machen kann mit Leuten auch sehr interessant aber ich denke das ist zwar schon so ein bisschen ein once in a lifetime Projekt für mich und es reizt mich nicht unseren in Anführungszeichen Rekord wenn man so sagen will nochmals anzugreifen ich denke das ist nicht der Rekord oder wie lange wir brauchen das war eigentlich gar nicht das Thema es war eher die Frage ist es überhaupt realistisch dass man da durchkommt wie viele Berge schaffen wir in diesen 72 Tagen und

1:03:23Von Kaenel

ja es ehrlich gesagt es reizt mich nicht wirklich da das nochmals zu versuchen und zu versuchen beispielsweise das in einer kürzeren Zeit zu machen aber ich kann mir durchaus vorstellen vermehrt Bergsteigen und Fliegen zu kombinieren vor allem auch von zu Hause aus ich habe das schon gesehen bei der Vorbereitung haben wir schon so wirklich ganz coole Sachen gemacht wir sind von zu Hause aus ans Stockhorn geflogen und dort geklettert die Nordwand geklettert und das ist wirklich das gibt so eine gewisse Würze diesen Touren und das ist schon eine coole Sache das

1:04:05Lucian Haas

Buch was du geschrieben hast das heisst ja auch Xpeaks neue Wege auf alte Berge ist das vielleicht so dein neuer Fokus für deine Arbeit auch als Bergführer wo du sagst das will ich noch viel mehr kombinieren halt Bergsteigen und dieses Abfliegen oder hinfliegen

1:04:23Von Kaenel

also ich bin schon heute eigentlich ziemlich Rosinenpicker und das Fliegen mit Leuten ich habe ja auch einen leicht Tandem das pushe ich eigentlich nicht allzu sehr weil das ist ziemlich stressig finde ich ich empfinde das als stressig und ich promote das eigentlich nicht allzu sehr ich mag sehr gerne mit Leuten Touren machen die selbst fliegen so Hikingfly oder Climbingfly Sachen und wenn es passt ist es super aber es ist einfach so schwer planbar und ich habe für anspruchsvollere Touren bereits als Bergführer eigentlich alle Hände damit zu tun gute Entscheidungen zu fällen und wenn nun noch das zusätzliche Element des Gleitschirms dazu kommt dann bin ich irgendwann mal so ein bisschen überfordert ich habe einfach gemerkt das ist recht stressig und es klingt so auf den ersten Blick super aber in der Praxis ist es dann nicht ganz so einfach umzusetzen

1:05:23Lucian Haas

In einem Podcast mit Clark den du zusammen mit Kriegel schon mal vor ein paar Wochen aufgenommen hast oder wo jeder präsent war da hast du in Bezug auf dieses Projekt auch ein Wort verwendet was interessant war da hast du gesagt es ging auch um Eleganz und ihr seid elegant vorangekommen was heisst für dich in diesem Zusammenhang Eleganz

1:05:46Von Kaenel

elegant ist wenn es einfach von der Hand geht oder man kann sich die Berge erarbeiten man kann wirklich ich sage dann eher ein bisschen Murks man kann einfach rohe Gewalt anwenden und auf die Berge hoch stampfen oder man kann es eben elegant machen man kann von Berg zu Berg fliegen man kann die kreativ kombinieren die Gipfel und für mich ist das elegant wenn man die Voraussetzungen oder die Verhältnisse wie sie sind optimal nutzen kann das ist für mich so der Inbegriff von Eleganz

1:06:28Lucian Haas

gab es während des ganzen Projektes mal ein paar der so schwierig war dass du sagen würdest im Grunde haben wir auf dem Gipfel nur mit der Brechstange gestanden

1:06:39Von Kaenel

eine Brechstangen Aktion haben wir geliefert als Einstieg ins Monte Rosa Gebiet also wir sind ja zuerst im Jungfrau Gebiet haben wir die Gipfel abgegrast und sind dann wir hatten dann einen guten Flugtag und flogen rüber zum Rimpfischhorn das war ein ganz cooler Move übrigens wir haben das Finsterarhorn gemacht mit den Skiern sind runter haben einen Streckenflug gemacht ins Wallis sind unter dem Rimpfischhorn gelandet sind dann hoch aufs Rimpfischhorn dann haben wir noch das Strahlhorn mitgenommen und sind in die Monte Rosa Hütte und dann hat das Wetter schon wieder umgeschlagen

1:07:21Von Kaenel

und wir haben dann beschlossen die Schirme in der Monte Rosa Hütte zu lassen und zu Fuss einfach mit den Skiern quasi als Skihochtour das Monte Rosa Gebiet abzugrasen und der erste Tag da gingen wir über den Nordend

1:07:41Von Kaenel

Dufour Zumstein und dann rüber auf die Signalkuppe bei wirklich schlechtem Wetter und das war schon ein bisschen mit der Brechstange muss ich sagen das war ziemlich Hardcore Sturm Bergsteigen das wir dort praktiziert haben aber es hat sich ausgezahlt wir waren dann im Monte Rosa Gebiet und hatten dann in den folgenden Tagen die Möglichkeit das ganze Gebiet dort abzugrasen

1:08:08Lucian Haas

Wusstet ihr das es so schlecht wird? Also war das eine bewusste Brechstangenaktion so gesehen?

1:08:13Von Kaenel

Ich wusste das es ein bisschen hart wird aber es kam früher als prognostiziert und es kam auch ein bisschen heftiger als ich gedacht habe aber wir wussten auch wir können zu jeder Zeit zurück in die Monte Rosa Hütte die Möglichkeit hatten wir wir haben uns nicht in eine Sackgasse manövriert kann man sagen aber es war schon Limit von den Bedingungen her man musste ja auch schauen wegen den Erfrierungen im Gesicht wir mussten auch regelmässig die Nasen massieren und die Kapuze so richten dass das Gesicht ein bisschen windgeschützt war aber das war schon ein bisschen Brechstange dort Jetzt

1:08:55Lucian Haas

im November macht ihr eine ganze Reihe von Vorträgen zu dem xPeaks ihr seid da eine Tour in der Schweiz unterwegs ich glaube Anfang Januar seid ihr auch noch mal in den Erwald in Österreich und du hast ja auch ein Buch über diese xPeaks geschrieben haben wir gerade schon gesprochen darüber wie wichtig ist dir eine solche Nachbereitung für so ein Projekt also auch das Präsentieren des Erfolges und sowas ist das Teil des Projektes oder ist das nur quasi die Kirsche oben auf der Sahne noch drauf oder?

1:09:26Von Kaenel

Es ist Win -Win für mich ich mache es extrem gerne das Buch wirklich gerne und ich habe mich da richtig rein verbissen und fast Tag und Nacht habe ich an dem Buch geschrieben und das war für mich auch ein super Prozess um das ganze nochmals zu erleben und da nochmals eintauchen zu dürfen und auch die Vorträge ich halte extrem gerne Vorträge und ich erzähle extrem gerne die Geschichte und die Faszination und für mich ist es immer wieder ein bisschen ein nochmals Erleben des Ganzen und ich finde das extrem inspirierend und schön und was ich auch feststelle ist die Leute die freuen sich riesig über unser die freuen sich mit uns

1:10:14Von Kaenel

und es gibt so eine positive gute Stimmung wenn man so Vorträge hält oder auch sonst Leute trifft unterwegs die sagen klopfen einmal auf die Schulter das streichelt der Mega natürlich schon das ist klar aber es ist einfach so wirklich schön zu sehen wie man die Leute Freude haben und wie man die Leute vielleicht auch inspirieren kann zu sowas Wie

1:10:37Lucian Haas

seid ihr dann als Team auch bei der Vorbereitung von solchen Vorträgen sprecht ihr dann auch alles ab und verteilt die Rollen oder hat da auch irgendeiner mehr den Lead für bestimmte Sachen oder du erzählst die Sachen wo es ums Bergsteigen geht und Kriegel erzählt die fliegerischen Sachen oder wie macht ihr das da?

1:10:54Von Kaenel

Also für die Vorbereitung war es so ich habe mich aufs Buch fokussiert der Kriegel ist übrigens auch beteiligt also auch finanziell mit den Risiken aber auch mit dem Gewinn und der Kriegel hat die ganze Vortragstournee organisiert so haben wir uns eigentlich schon mal aufgeteilt und in den Vorträgen selber ist es ziemlich spontan wir haben nicht ein Skript wo wir an fixen Punkten übergeben sondern wir haben einfach so Sachen die wir erzählen und quasi uns ab und zu mal gegenseitig eine Frage stellen wir haben auch einen Blog im Vortrag also wir haben uns überlegt beim Vortrag wie wollen wir das aufbereiten für die Leute und wir haben dann gesagt wir wollen den Leuten nicht sagen was wir gemacht haben sondern wir wollen den Leuten zeigen was wir erlebt haben auf diesem Vortrag und wir sprechen recht viel über Gefühle und ich denke das ist faszinierender und besser nachzuvollziehen

1:12:03Von Kaenel

ich habe zum Beispiel einen Blog in dem ich über meine Gefühle beim Fliegen spreche und Kriegel hat dann einen Blog in dem er über seine Gefühle beim Bergsteigen spricht und unterwegs geben wir eigentlich das Wort hin und her wir hatten jetzt einen Vortrag bisher von einer Firma und der hat eigentlich sehr gut funktioniert und ich freue mich riesig auf die Vortragstournee dann

1:12:28Lucian Haas

kannst du zum Abschluss hier auch nochmal kurz erzählen was ist so das bewegendste Gefühl was du beim Fliegen hast wenn

1:12:36Von Kaenel

man am Morgen Hochtouren gemacht hat und am Nachmittag noch einen richtig weiten Flug und man weiss es ist wirklich viel passiert heute man hat einen riesen Fortschritt gemacht es ist ein Magic Move gelungen dann gibt das ein so riesig schönes Gefühl das sind so Momente fürs Fotoalbum des Lebens das ist absolut grandios und wenn man dann noch das macht was man wirklich gerne mag nämlich das Fliegen und vielleicht noch schöne Landschaft und schönes Licht dann ist das schon ein bisschen überwältigend Du

1:13:13Lucian Haas

hast zwei Töchter soviel ich weiss vielleicht irgendwann auch mal Enkelkinder was würdest du denen dann vielleicht in 20 Jahren oder sowas von diesem Projekt erzählen was wäre so deine Lieblingsgeschichte wo du sagst die muss ich auf jeden Fall meinen Enkeln mal erzählen ja

1:13:30Von Kaenel

ich denke ich werde sie fleissig nerven mit meinen Geschichten ich denke was wirklich was mich beeindruckt hat das war einerseits mal das Team Riegel und ich es ist uns sehr gut gelungen unsere Egos zurückzustellen wir sind beide Alpha Tiere und wir haben uns wirklich in den Dienst des Teams gestellt wir haben uns gegenseitig getragen und dieses getragen sein und selber tragen das ist etwas enorm schönes und bereicherndes und das fühlt sich wirklich toll an wenn man etwas so aufziehen kann ein anderes Highlight für mich das ist die besten Moves sind uns jeweils gelungen wenn wir das Messer am Hals hatten die

1:14:24Von Kaenel

Magic Moves die ganz wilden Sachen hatten wir jeweils ein Problem das zum Beispiel übermorgen schlechtes Wetter kam und dann entstanden die kühnsten und die frechsten Moves und sie haben jeweils funktioniert und das ist auch so etwas was ich mitnehme fürs Leben wenn ich eine wirklich grosse Herausforderung habe dann ist das etwas Schönes dann ist das eine Chance auch etwas daraus zu machen und ich habe ein ganz anderes Verhältnis zu

1:14:58Von Kaenel

als ich das vorher hatte das

1:15:01Lucian Haas

heisst Schwierigkeiten sind auch immer die Chance für etwas ganz Besonderes was man dann erleben kann

1:15:07Von Kaenel

ja genau es gibt in Englisch das Sprichwort Use the Difficulty und ich denke das hat einen sehr starken Warenkern dann

1:15:19Lucian Haas

lieber Peter will ich es damit mal bewenden lassen Use the Difficulty kann man lernen für alle möglichen Seiten im Leben toll was du da für ein Projekt

1:15:30Lucian Haas

gemacht hast oder uns jetzt auch hier ein bisschen davon einen Einblick gegeben hast wo es auch gar nicht so darum ging genau zu erzählen wie ihr von wo nach wo gekommen seid sondern ein bisschen mehr von den Hintergründen die dann in die Planung und sonstiges alles mit eingeflossen sind fand ich sehr interessant vielen Dank dafür

1:15:46Von Kaenel

Danke bestens dir war ein sehr interessantes Gespräch und ich bin da gespannt auf das Ergebnis Wenn

1:15:59Lucian Haas

dir das Ergebnis gefallen hat und du noch mehr über die X -Peaks erfahren willst so findest du einige weiterführende Links in den Shownotes Das Buch von Peter von Kenel X - neue Wege auf alte Berge erscheint Anfang November in der Edition Filitor Die Termine und Locations zu den geplanten Vorträgen von Peter und Kriegel sind auf der Website der X -Peaks zu finden Podz-Glidz ist der Podcast von Lu-Glidz Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge Wenn du nicht so lange warten willst dann stöbere doch im Archiv Über 150 Stunden interessante Gespräche über den Kosmos des Gleitschirmfliegens sind darin schon zu finden auf Lu-Glidz und überall dort wo es Podcasts gibt Wenn du auch in Zukunft mehr von Podz-Glidz hören und Lu-Glidz lesen willst dann werde doch zum Unterstützer beider Projekte Ich stecke als freier Journalist viel Zeit und Arbeit dort hinein kann mir das auf Dauer aber nur leisten wenn auch du mir finanziell unter die Arme greifst Welchen Betrag als Förderer du gibst kannst du ganz frei wählen Mein unverbindlicher Vorschlag sind 60 Euro im Jahr was umgerechnet nur 5 Euro im Monat entspricht Ist das nicht ein faires Angebot für so viel aktuelle und hintergründige Information und Unterhaltung rund um das schönste Hobby der Welt Alle

1:17:20Lucian Haas

Infos wie dein Förderbeitrag mich erreicht findest du auf der Website www.Lu-Glidz.blogspot.com Dort gibt es den Menüpunkt Fördern Lu-Glidz schreibt sich L U minus G L I D Z

1:17:35Lucian Haas

Bis bald Fall nicht vom Himmel Ciao

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