Und dann habe ich mich selber dran gesetzt, habe ein Gehäuse entworfen, habe die Platine entworfen, habe die Software noch ein bisschen angepasst auf meine Hardware und am Ende hatte ich dann ein Vario mit Anzeige, was dann auch wirklich mit GPS funktionierte und einen Beschleunigungssensor und das war eigentlich so der Game -Changer, also dann war ich jetzt wirklich total zeitnah dran. Sobald das kleinste bisschen steigen war, zeigte der das an. Ja und dann hatte ich das erste Vario und dann ging das los, dass meine Fliegerkollegen Interesse hatten. Podz-Glidz,
der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Frank Littemate. Und ich bin Lucian Haas.
Man kennt und bewundert sie als eine Art Daniel -Düsentrieb oder MacGyver. Männer, die irgendwie immer das passende Werkzeug, Metermaß, Lötkolben, Heißklebepistole, Ersatzleine, Schäkel oder 3D -Drucker gewissermaßen am Mann tragen, um damit in der Not oder aus purer Erfinderlust heraus nützliche Dinge zu erschaffen, die es sonst nur für teures Geld zu kaufen gibt. Frank Littemate ist schon seit seiner Jugend so ein Fall. Und seitdem der heute 57 -Jährige aus der Gegend von Porta Westfalica vor acht Jahren mit dem Gleitschirmfliegen begonnen hat, widmet er seine Bastel - und Tüftelleidenschaft auch vor allem diesem Hobby. Das Ergebnis sind zum einen so naheliegende Dinge wie ein Packbrett fürs korrekte Legen der Leine, einen Schlaufen der Rettung oder eine Aufhängung fürs Kurzeug.
Daneben hat er aber auch schon Produkte ersonnen, die es sonst nur als teure Spezialinstrumente zu kaufen gibt. Eine Leinenvermessungsanlage, ein Porositätsmesser für Gleitschirmtücher oder ein Betzometer zur Ermittlung der Weiterreißfestigkeit von Tüchern zum Beispiel. All diese Do -it -yourself -Varianten kosten bei ihm nur einen Bruchteil der Profilösungen, liefern aber ganz ähnliche Ergebnisse. Wie Frank auf solche Ideen kommt, das und mehr erzählt er in dieser Episode 156 von Podz-Glidz. Darin geht es dann unter anderem auch um sein letzten Endes erfolgloses Projekt, die Entwicklung eines ganzen Gleitschirms per Crowdfunding zu finanzieren.
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Frank, bist du eigentlich schon mal als Daniel Düsenträger? Ja,
Daniel Düsentrieb oder Tüftler. Die Thermik hat mich mal als Tüftler bezeichnet, als ich mein Do -it -yourself -Vario entwickelt hatte und die das getestet haben. Genau, aber Daniel Düsentrieb ist auch schon mal genannt worden.
Woher kommt dieser Basteltrieb?
Ja, im Prinzip als Jugendlicher. Ich bin ja 57 Jahre alt, da gab es ja noch keine Smartphones und da war ja die Freizeitgestaltung noch eine etwas andere. Die fand mehr draußen statt. Und das erste Projekt, das ich da gemacht habe, war das Tüftler. Das erste Projekt, das ich gesehen hatte, das war irgendwo, ich glaube im Fernsehen, dass jemand so ein Hochrad hatte, so wie im Zirkus. Da habe ich gesagt, so etwas müsste ich haben und habe dann mich dran gemacht, mir die Teile zu besorgen, das schweißen zu lassen und so weiter. Und das war dann ein Erfolgserlebnis. Ich hatte dann so ein zwei Meter hohes Hochrad gebaut und konnte damit rumfahren nach einer gewissen Übung. Und dann habe ich auch so Sachen wie Mopeds repariert und im Bastelkeller von meinem Vater intensiv genutzt. Ja, und darüber kam dann irgendwo so das Interesse, sicherlich auch über die Erfolgserlebnisse Sachen zu basteln und das zieht sich eigentlich bis heute durch.
Wie verbindet sich das dann mit der Gleitschirmfliegen? Ich meine, das war deine Bastelerfahrung in der Jugend, aber ich glaube, Gleitschirm fliegst du noch gar nicht so lange.
Ne, Gleitschirm fliege ich im Prinzip seit 2017, habe ich die Ausbildung gemacht und dann ja später gleich den B -Schein, weil bei uns im Verein GST heute noch relativ viele Strecken führt. Genau, aber ich habe vorher eben Modellflug gemacht, was der Sache dann auch schon näher ist und da habe ich auch schon einiges entwickelt und auch sogar Flugzeuge entwickelt mit der Aerodynamik zum Beispiel.
Das heißt, du hast die von Grund auf gewissermaßen gezeichnet und dir auch gesagt, welches Profil soll die haben und das dann entsprechend geschnitten?
Richtig, genau. Also bei diesem Modellflug habe ich erst mal angefangen, mich da reinzuarbeiten und irgendwann war es ja so, diese Holzmodelle waren ja relativ schnell kaputt. Und dann kam damals auf, dass man die Modellflüge, die man mit der Gleitschirmfliege verwendet hat, mit der Gleitschirmfliege verwendet hat. Also das ist ein EPP -Verpackungsmaterial, also aus Styroporflügel sich machen konnte, die natürlich länger halten. Und dann habe ich mit einer Heißdrahtmaschine mir diese Profile dann entsprechend selber geschnitten oder mit einem Heißdraht ausgeschnitten. Ja, und dann irgendwann dachte ich, okay, wie kriege ich es hin, dass das Modell besser fliegt, schneller fliegt oder vielleicht auch langsamer fliegt. Und dann bin ich in dieses Thema der Aerodynamik eingestiegen und habe mich um Profilformen gekümmert, über die Schränkung. Ich hatte zum Beispiel auch mal ein Modell gebaut, das flog unheimlich schnell, das hatte keine Schränkung.
Und das habe ich ja nachher gehört, beim Drachen gab es das ja auch mal, wo in diesen Flattersturz reingekommen sind. Und so ging es mir dann mit dem Modell praktisch auch, da konnte man unheimlich schnell fliegen. Aber irgendwann drehte sich das auf den Kopf und war praktisch gar nicht mehr steuerbar. Da habe ich in dem Bereich dann mich so langsam mit meinen Konstruktionen damit beschäftigt und auch einiges zu Aerodynamik gelernt. Und warum fliegen Flugzeuge langsam, schnell, wo auch immer. Warum sind sie dynamisch unterwegs oder eher träge.
2017, sagtest du, kam dann das Gleitschirmfliegen. Ich meine, du wohnst im Flachland, soviel ich weiß. Wie bist du da zum Gleitschirm eigentlich gekommen?
Ja, das war im Prinzip ein Zufall. 2017 waren wir in Marquardtstein und sind in Jena hochgelaufen mit der Familie. Und dann war da jemand mit so einem großen Rucksack, der packte aus. Und meine Söhne und meine Frau wollten dann weitergehen. Ich sagte, nee, lass uns mal gerade warten. Ich will mal gucken, was der da macht. Also ich hatte bis dahin noch nie Gleitschirmflieger gesehen oder wahrgenommen. Und dann packte der aus. Sein Stoff hang sich da ein. Wartete auf einen passenden Moment. Also wahrscheinlich bis jetzt der Wind von vorne kam. Und dann ist er rausgestartet. Und dann dachte ich, okay, jetzt gucke ich mal, bis er runterfliegt. Und dann können wir weitergehen. Aber der flog eben nicht runter, sondern der drehte da in der Thermik auf und blieb oben. Und da dachte ich, oh, das ist ja beeindruckend. Und meine Frau und meine Söhne kennen mich ja. Wenn mich irgendwas packt, dass es dann auch schnell zur Sucht werden kann.
Ja, und so sind wir dann nach Hause gefahren. Und ich bin gleich dann abgeguckt, gibt es denn sowas bei uns im Flachland auch? Und bin dann auch relativ schnell fündig geworden im Sauerland bei Reinhold Schöttler. Der hatte so eine kleine Flugschule, hat mich zum Schnupperkurs angemeldet. Und ich sage mal, gegenüber anderen Flugschulen war es dann schon. Man hat den ersten Tag ein bisschen Groundhandling gemacht. Dann ist man so einen kleinen Hang runtergeflogen. Und am zweiten ist man dann tatsächlich in Wirminghausen schon den 80 -Meter -Hang, natürlich ohne Thermik, runtergeflogen. Da war ich relativ angefixt, weil ich dachte, so schnell kommt man hier schon zum Fliegen. Und habe mich dann auch gleich praktisch zum Ahrschein angemeldet.
Jetzt hast du da angefangen zu fliegen. Wann kam das denn, dass du angefangen hast zu überlegen, dieser Basteltrieb vermischt sich mit dem Gleitschirmfliegen, dass du gesagt hast, ich muss irgendwas für die Gleitschirmfliegen anfangen zu basteln, zu konstruieren?
Ja, also im Prinzip den Basteltrieb hatte ich auch beim Modellflug schon. Da hatte ich auch Sachen entwickelt und auch schon diesen kleinen Modellbau, der so nebenher lief, mit meinen kleinen Erfindungen, sage ich mal. Ja, und als ich dann beim Gleitschirmfliegen angefangen hatte, hat man ja dann irgendwo Bedarf. Der erste Bedarf war praktisch, dass ich gesagt habe, okay, die Rettung möchte ich selber packen. Da brauchst du so ein Packbrett. Und ich hatte vom Modellbau auch schon eine Fräse und habe mir erst mal dieses Packbrett konstruiert, dass ich da mit diesen Stiften die Breite der Schlaufen einstellen kann und dann meine Rettung entsprechend packen kann, so als kleines Hilfsmittel statt dessen, dass man das mit der Hand macht. Das war so praktisch das Erste, was ich gemacht habe. Irgendwann brauchte ich natürlich auch ein Vario.
Da hatte ich ein ganz altes Vario gekauft, also 15 Jahre damals schon alt. Und das war immer so verzögert. Also wenn man da in die Thermik ein, dann merkte man schon, es hebt einen an, aber es kamen keine Töne. Und wenn man dann schon wieder am Sinken war, dann hörte das Piepen auf. Und dann habe ich im Prinzip im Internet geguckt. Da gab es so ein Vario, hatte jemand das entwickelt, die Software, und auf Basis von Arduino -Komponenten. Und dann habe ich mich selber dran gesetzt, habe ein Gehäuse entworfen, habe die Platine entworfen, habe die Software noch ein bisschen angepasst auf meine Hardware. Und am Ende hatte ich dann ein Vario mit Anzeige, so ein Nokia -Display, was dann auch wirklich mit GPS funktionierte, und einen Beschleunigungssensor. Und das war eigentlich so der Game -Changer. Also dann war ich jetzt wirklich total zeitnah dran.
Sobald das kleinste bisschen Steigen war, zeigte der das an. Wenn jetzt aber war, dass man durchgeschwungen ist, nicht, weil da war ein Filter eingebaut. Ja, und dann hatte ich das erste Vario. Und dann ging das los, dass meine Fliegerkollegen Interesse hatten und andere Kollegen Interesse hatten. Und dann ging das auch in die Richtung, dass ich die Produkte dann zu Ende entwickelt habe und auch angeboten habe. Fliegst du heute noch mit deinem Selbstbau -Vario? Teilweise ja. Ich kriege sogar jetzt noch Anfragen zu dem Vario, wo welche das haben möchten, oder ist fliegen und braucht man ein Ersatzteil. Aber ich muss sagen, das Projekt habe ich dann nach einem Jahr eingestellt, weil ich hatte das ja angeboten als Bausatz und als Fertigmodul, also dass es wirklich ready to use war. Ja, und bei den Bausätzen, das war ja 10 Euro günstiger, hat insgesamt glaube ich nur 60 Euro oder so gekostet, haben die Leute dann das zusammengelötet,
aber teilweise nicht die Kenntnisse gehabt. Und das war unheimlich supportaufwendig. Da war ja was mechanisch zu bauen, es war was zu löten, es war Software aufzuspielen und zu konfigurieren. Und das wurde mir vom supportaufwendigen einfach zu viel, weil es ja mehr oder weniger eine Liebhaberei war jetzt nicht, wo man irgendwas kommerziell anbieten kann für den Kurs. Und das habe ich dann eingestellt und die Sachen dann noch abverkauft. Aber ich kriege heute noch Anfragen und es ist ehrlich gesagt auch mein Lieblings -Vario. Das einzige, warum ich es jetzt nicht mehr so nutze, ist, weil es nur Bluetooth 2.0 unterstützt. Und ich fliege ja mit XT -Track und brauche mein Handy kann nur ab 4.0 und deswegen fliege ich jetzt da mit dem MiPi -Vario. Aber du könntest es doch weiterentwickeln
gewissermaßen. Ja. Oder wäre das zu viel Aufwand?
Ja, das ginge. Ich habe mir schon geguckt. Es gibt Module, das sind ja alles einzelne Bauteile, die man einbauen kann. Aber wie gesagt, nach meiner Erfahrung, so vom Zeitaufwand, vom Support und so weiter, ist es sehr aufwendig. Und dieses MiPi -Vario ist ja eine kommerzielle Firma und mit der Firma hatte ich Kontakt aufgenommen und mit dem Entwickler, der ist praktisch auch eine Ein -Mann -Firma. Und wir haben uns ausgetauscht. Ich habe ihm auch geholfen, da was zu flashen bei seinen Geschichten. Also im Prinzip bin ich in dem Thema noch drin, aber helfe jetzt mehr oder weniger ihm ein bisschen und er hilft mir. Also das Vario -Thema hat mich nicht losgelassen, aber jetzt nicht unter meiner Verantwortung.
Ja, mir bist du aufgefallen, als du anfingst, mir dann E -Mails zu schreiben und gesagt hast, du, ich habe schon wieder was Neues entwickelt. Vielleicht willst du das mal wieder im Newsticker irgendwie auf Google Ads ankündigen. Und das waren immer Hilfsgeräte, also viele, ich sage jetzt mal Hilfsgeräte, die irgendwie was mit Checken zu tun haben. Und du hast einen Poro -Sieger, einen Porosimeter entwickelt, mit dem man jetzt die Lufttüchtigkeit oder die Luftdurchlässigkeit von Stoffen dann selber messen kann. Und dann habe ich mal, was für mich Spaß ist, habe mal geguckt, was wird denn so ein Porosimeter, so ein JDC -Gerät eigentlich kosten, wenn ich es kaufe? Und habe dann gesehen, das sind weit über 1000 Euro, die man da eigentlich hinblättern muss. Und dann hast du da eine Lösung gefunden. Ich glaube, das Ding kostet jetzt 70 Euro, so wie du es anbietest.
Was treibt dich an zu sagen so, hey, da gibt es doch teure Lösungen, ich will da was DIY -mäßiges dann selber entwickeln?
Ich bin ja selber Pilot und habe auch Interesse an der Technik. Also als Anfänger hat man ja gebrauchte Schirme gekauft und dachte, okay, der hat jetzt noch ein Jahr Check, hoffentlich ist da jetzt nichts Schlimmes passiert und er kommt gar nicht mehr durch den nächsten Check. Oder man ist beim Starten, hat man den ein paar Mal über den Startplatz gezogen, weil man nicht sauber gestartet ist oder er hat sich vielleicht mal aufgemacht, hat
ein paar
Dornen draufgelegt. Da hatte man immer so das gedacht, oh, was ist denn mit diesem Check? Geht das beim nächsten Mal durch? Wie entwickelt sich der Schirm, wenn ich beim Winden schleppe, wenn er dann ein bisschen zu lange in der Sonne liegt? Das hat mich eigentlich schon immer interessiert und da dachte ich, das hätte ich gerne messbar. Und wie du es gesagt hast, habe ich geguckt, die kann man bestimmt kaufen, die Geräte. Und dann habe ich gesehen, okay, ich bin kein Checkbetrieb, für mich jetzt privat gebe ich nicht 1000 Euro aus, um die Porosität zu messen. Und dann habe ich so nach und nach eigentlich jedes Gerät zum Hobby -Budget entwickelt, für mich. Und wie es dann immer so ist, wenn sich das dann rumspricht, haben auch andere Interesse. Und mittlerweile muss ich sagen, sogar international nach Malaysia, Singapur, nach Südamerika, da sind ja diese Checks teilweise gar nicht Vorschrift. Aber da habe ich jetzt auch mittlerweile
Bestellungen gekriegt und ausgeliefert, weil da anscheinend auch ein Bedarf ist an kostengünstigen Geräten.
Wie kommst du denn im Grunde auf die Ideen, das dann so einfach zu machen? Also beispielsweise gerade dieses Porosimeter, da arbeitest du im Grunde, du hast einen Wassereimer, du hast letzten Endes eine Art PET -Flasche, sage ich mal, vereinfacht. Da hast du mehrere Striche drauf, mit denen man dann sehen kann, wie das Wasser herabsinkt und dann damit auch die Luft da durchzieht und sowas. Und hast vor allem noch einen magnetischen Dichtring, den man dann halt um die Stoffbereich dann drum packen kann, mit einem Schlauchanschluss dann zur Flasche hin. Wie kommt man auf so eine Lösung? Hast du dir dann erst mal so ein echtes Porosimeter mal gewissermaßen in echt angeguckt und du sagst, wie funktioniert das? Wie kann ich das alles vereinfachen?
Ja, ich habe mich erst mal mit der Theorie beschäftigt. Und das ist ja so, dass da 10 Millibar Druck entstehen muss, eigentlich konstant, und dann auf 37,5 Quadratzentimeter Fläche des Stoffes wirkt dieser Druck. Und mit dieser Theorie habe ich gedacht, okay, wie kriege ich denn jetzt diesen Druck hin, ohne dass ich diese Lösung mit diesem Blasebalk und dieser Digitaluhr, die ja entsprechend, wo du gesagt hast, 1000 Euro kostet, dachte ich, okay, eine Wassersäule wäre schon mal das Richtige. Und dann habe ich recherchiert und habe auch jemanden gefunden, tatsächlich, der hat das so gemacht, mit so einer Flasche, aber ich sage mal, jetzt nicht mit gedruckten Teilen, sondern auch von der Dichtigkeit und wie man damit umgehen muss, halt ein bisschen anders. Dann habe ich gedacht, okay, dann dadurch, dass ich jetzt einen 3D Drucker habe und mittlerweile auch zeichnen kann,
habe ich das dann so gemacht, dass es wirklich zuverlässig ist und gut funktioniert, praktisch so wie das normale Gerät auch und habe das dann entwickelt und dann habe ich mir aus dem Heizungsbereich so ein spezielles Messgerät gekauft, was im Millibar genau misst und habe das nochmal verifiziert, weil erst habe ich gerechnet, kann das ja alles berechnen, diese Striche, wo die sein müssen und diese Höhenunterschiede und dann habe ich tatsächlich mal gemessen, wo in der Mitte der Druck ist, der ist ja am Anfang etwas höher, bei 12 Millibar geht über 10 auf 8 Millibar runter und habe das mal mit einem normalen Gerät gemessen, das hat übrigens auch Cross Country Magazin und Fly with Greg, für den ich ab und zu mal übersetze, gemacht und haben rausgekriegt, da ist kein Unterschied zu den anderen Geräten, vielleicht plus, minus 2, 3 Prozent, das kann aber daran liegen, ob ich die Stoppuhr richtig bediene,
genau und ich gesehen, okay, das funktioniert und messe jetzt meine Schirme auch damit und andere machen das dementsprechend jetzt auch. Hast du Physik studiert oder sowas? Also Physik war schon in der Schule, dass ich das, sagen wir mal, das lag mir, dass ich gut verstanden habe, aber solche Sachen habe ich mir erarbeitet. Heute ist es natürlich einfacher als früher, immer ganz früher hätte man Bücher lesen müssen, die teilweise auch nicht leicht zu verstehen sind mit den ganzen Formeln. Heute kann man natürlich auch bei YouTube sich Videos angucken und so weiter. Also im Prinzip ist überhaupt meine Motivation, wenn ich eine Idee habe, die auch vielleicht richtig komplex ist, mir erstmal die Theorie anzuarbeiten mit Hilfe von YouTube, mit Büchern, mit Communities, wo man reingeht und sich austauscht und das dann zu verwerten und am Ende die Lösung einzubauen.
Ja. Ein
anderes Gerät, was du gebaut hast, ist ein Bezometer, eine Reißfestigkeit für das Tuch. Wie unterscheidet sich da dein Bezometer von professionellen Lösungen?
Ja, im Prinzip ist diese Waage, es ist ja eigentlich eine Waage, ist zugekauft, um was das vorne ist und deswegen ist das Gerät auch so günstig. Ich glaube, das normale Gerät kostet 70, 80 Euro, bei mir vielleicht 20 Euro. Genau, da ist im Prinzip vorne dann diese Nadel, da habe ich auch nachgeguckt, die ist ja genormt, der Nadeldurchmesser und ein 3D -Druckteil, und dass das Ganze dann eben verschraubt wird, plus diese Standardwaage, die man bestellen kann. Und so ist praktisch mit der gleichen Funktion eins entstanden, was vielleicht von der Stabilität nicht ganz so gut ist, aber es lässt sich sogar kalibrieren. Also von der Messgenauigkeit ist es super und wird auch gut angenommen und ich habe auch positives Feedback gekriegt. Das hat sogar Hannes Papisch bei mir bestellt und hat mir noch was Nettes dazu geschrieben, dass er sich freut, dass ich so Produkte entwickle, hat mich natürlich besonders gefreut, dass die Koryphäe der Gleitschirmentwicklung mir ein Feedback gibt.
Weißt du, ob andere wirklich, sagen wir mal professionelle Checkbetriebe mittlerweile deine Geräte mit einsetzen?
Also ich weiß nur von dem Überblick, von den Bestellungen in Österreich, ein Checkbetrieb neu angefangen, also existierende Checkbetriebe gibt es ja keinen Bedarf, aber Checkbetriebe, die neu angefangen haben, sich das ein oder andere dementsprechend bestellt. Da sieht man ja an, dass es Firmen sind oder Gleitschirmbetriebe. Und wie gesagt, international hat mich dann auch sehr verwundert, dass international sich das rumgesprochen hat. Ich denke mal wegen dem Cross -Country -Bericht, die ja diese Gerätschaften getestet haben. Es hat dann auch international seine Runden gemacht und dazu geführt, dass da ein Interesse besteht.
Diese Geräte, die hast du jetzt entwickelt. Inwieweit setzt du sie denn selber auch ein oder sagen wir mal regelmäßig ein? Also ist dein Interesse dann so groß, dass du auch sagst, ich habe jetzt meinen eigenen Schirm, ich vermesse jetzt mal jeden Monat und nach jedem Flug oder nach wie auch immer, vermesse ich mal, wie das Tuch sich so entwickelt, weil ich einfach mal wissen will, wie schnell altert da zum Beispiel mein Tuch. Machst du solche Messreihen für dich selbst auch?
Die mache ich auch. Also was ich nicht so einsetze, ist im Prinzip diesen Reißtest des Tuches, dass man da in das Tuch mit der Nadel rein streckt und zieht. Das macht man ja nicht so gern. Ist zwar nicht schädlich, das zieht sich auch wieder so zu. Ist ja ein Gewebe, was so verflochten ist. Das, ehrlich gesagt, mache ich jetzt nicht oft. Aber zum Beispiel die Leinenlängen, ich fliege ja jetzt zeitweise auch einen Zweileiner und ein Zweileiner ist ja schon empfindlich, was das angeht. Da ist ja kaum Belastung auf der B -Ebene und fast alles vorne. Und wenn sich das dann verkürzt, wird der ja langsamer, der Schirm wird auch vielleicht unsicherer, Stollgefahr und solche Geschichten. Da setze ich das dann schon ein, dass ich da so mal nach drei Monaten, nach einem halben Jahr gucke, wie hat sich das entwickelt. Und dieses Chorysimeter, um zu messen, der Luftdurchlässigkeit ist natürlich einfach.
Gerade zehn Liter einmal Wasser hinstellen, diese Flasche mehr oder weniger eintauchen, diese Klammer auf das Tuch draufsetzen, hochziehen und warten. Je länger man wartet, umso besser. Wenn es 300 Sekunden warten ist, dann heißt es DDC -Wert 300, was gut ist. Schlecht wäre es, wenn es eben nur zehn Sekunden, dann ist das Tuch ja praktisch fast nicht mehr nutzbar. Also das mache ich auch regelmäßig, weil es halt relativ einfach geht. Mal vielleicht so zum Winter hin habe ich das jetzt einmal wieder durchgecheckt bei meinen Schirmen, die ich habe.
Hast du dabei irgendwelche Sachen auch selber schon festgestellt, wo du sagst, oh, das hätte ich nicht gedacht, dass beispielsweise eine Porosität so schnell schlechter wird oder so lange eindeutig gut bleibt?
Ja, ich kann nur bestätigen, also bei Leichttüchern, man sagt ja allgemein, dass Leichttücher eigentlich genauso haltbar sind. Das würde ich aber nur unterschreiben wollen, wenn ich theoretisch nur an schönen Rasenplätzen starte, wenn ich der Schirm nicht unnötig lange in der Sonne liegt, wie beim Windenschlepp oder am Startplatz, wenn ich Paravating habe. Also ich glaube, wenn so ein Leichttuch doch, wir haben an der Portes zum Beispiel so geflastert bei uns, weil da auch noch so ein Betrieb ist, ich glaube, so ähnlich wie bei der Brem, wo wir uns ja schon mal getroffen haben, da ist ja auch oben so eine Restauration. Genau, wenn ich da solche Bedingungen habe, wo das Tuch so irgendwo drüber geschliffen wird, Steine oder irgendwelche Sachen und dann liegt das in der Sonne rum, dann glaube ich einfach nicht, dass die so lange halten. Ich kenne auch zwei, bei denen hat der Schirm nicht mal den zweiten Check geschafft, genau wegen der Porosität.
Hast du viele Vereinskollegen, die dann kommen, hey Frank, kann ich mal meinen Schirm bei dir durchmessen oder durchmessen lassen so?
Ja, wahnsinnig viele, aber ich habe Kollegen da gehabt, die sind gekommen mit ihren eigenen Schirmen, weil die das interessiert, oder weil sie eben ihren Schirm angeboten hatten beim DHV und dann hatte jemand Interesse und sagte, oh, der Check, der hat jetzt ja nur noch vier Monate Check, ich hätte aber gerne aktuelle Werte. Und dann kommen sie vorbei, der nimmt mich mit, ich nehme mein Leinenlängenmessgerät, den Leinenplan da eingeben und dann einmal durchmessen, wie es gerade aussieht mit den Leinenlängen. Ist ja auch grafisch farbig dargestellt, ob das in Ordnung ist. Und Porosität können wir dann auch gerade durchmessen und dann kann er mit den Werten dann den Interessenten sagen, hier, so sieht es aktuell aus.
Für wie wichtig hältst du es eigentlich, seine Schirme so zwischendurch mal zu checken? So ein Otto -Normal -Pilot, der wird immer so sagen, eigentlich geht man ja relativ, wie soll man sagen, viele Piloten glaube ich relativ unbedarft an die ganze Geschichte dran und sagen, ich mache alle zwei Jahre, lasse ich den Schirm mal checken und dazwischen fliege ich ihn einfach und kümmere mich gar nicht mehr drum. Inwieweit würdest du denn sagen, auch aus deiner Erfahrung heraus, nee, es lohnt sich schon, Schirme zwischendurch auch für sich selber mal vielleicht ein bisschen durchzuchecken? Und was würdest du da empfehlen? Welche Checks sollte man vor allem machen?
Ja, also ich denke grundsätzlich, wer jetzt viel fliegt oder wer Zwischenfälle hat, dass der Schirm vielleicht mal nass ist, geworden ist und vielleicht auch nass eingepackt worden ist und zwei, drei Tage lag. Oder wer Wettbewerbe fliegt. Also Wettbewerbspiloten gehört auch zu meiner Klientel, die mit den Zweileinern wirklich einen absolut perfekten Trim brauchen, damit der Schirm auch die optimale Leistung. Ja, oder eben Privatleute, die, wie ich eben sagte, diese Vorfälle hatten, wo sie den Schirm vielleicht mal irgendwo, ist er am Busch hängen geblieben beim Landen und ist nicht sicher, hat sich da irgendeine Leine gereckt. Oder eben, wie gesagt, der Schirm im Saal, Salzwasser am Meer fliegen, reingetunkt ist und dann schön gewaschen und getrocknet wurde. Hat das einen Einfluss auf die Porosität? Hängt sicherlich davon ab, wie viel fliege ich und was ist mit dem Schirm passiert.
Also Vielflieger, wo auch an schlechten Startplätzen unterwegs sind, würde ich schon empfehlen. Nach zwei Jahren kann eine Menge passieren. Da sieht man ja auch, dass Schirme hängen, der startet nicht mehr gut. Kenne ich auch viele Vereinskollegen, die schicken den dann zum Checkbetrieb und sagen, irgendwie ist der nicht mehr gut, der Schirm, der startet, der hängt zurück und dann kommt raus, der
Schirm ist nicht mehr gut. Und
das kann man natürlich auch sehr gut zu Hause herausfinden. Man darf es auch selber ändern. Das muss natürlich dann jeder selber wissen, ob er die Kenntnisse entsprechend hat. Aber wenn man weiß, dass da was nicht stimmt und schickt ihn dann ja hin und kann schon mal sagen, hier, da passt was nicht, trimmen nach, ist das ja auch schon eine Erkenntnis.
Eigentlich wäre es doch vielleicht sinnvoll, wenn man im Grunde einen Schirm neu kauft, dass man den für sich dann einmal durchmessen würde und zu sagen, was ist denn so der Urzustand, so ungefähr, wie sind da die Dichtigkeitswerte vom Tuch und vielleicht auch einmal die Längen so haben, dass man weiß, okay, so hat er angefangen und dass man dann halt nach 20 Stunden oder nach einem halben Jahr oder was auch immer, wie man dann geflogen ist, wirklich noch mal so Vergleichsdinge macht und für sich auch dann vielleicht so ein Gefühl dafür kriegt, wie schnell so ein Schirm sich verändert und altert. Machst du das mit deinem Schirm so?
Ja, richtig, genau. Ich biete ja diese Aktien -Schirme, das ist ja eine Nebenmarke, auch mehr Liebhaberei, weil ich auch gerne, sage ich mal, Marken, die nicht so vertreten sind, selber gerne fliege und ich habe meine Schirme tatsächlich vermessen. Es gibt ja auch diesen Zwei -Liner, diesen Vega 6 von Axis, die habe ich dann vermessen. Ich kenne ja auch die Werte, so wie er ausgeliefert sein muss und kann dann wirklich referenzmäßig nach einem halben Jahr gucken, okay, haben sich tatsächlich die B -Ebenen verkürzt oder auch nicht. Und bei meinem anderen Schirm ist mir auch aufgefallen, da war ich unterwegs, dann ist aber jetzt zu dieser Zeit, ist ja schon, dass er manchmal nass wird, dann liegt er da auf dem Landeplatz rum, dann wird er zwar möglich, schnell getrocknet, dann habe ich aber auch gemerkt, der fliegt irgendwie langsamer. Sieht man ja auch bei fast Nullwind. Sonst flog er 39, jetzt kommt es mir vor wie 35.
Dann habe ich nachgemessen, tatsächlich, die C -Line sind etwas kürzer geworden und habe dann eben kurz eingespannt in meinen Leinenmessgerät und habe das ein bisschen gereckt mit fünf, sechs Kilo und dann waren sie wieder normal lang und dann flog er auch wieder normal schnell.
Du hast es gerade schon gesagt, Axis Paragliders. Dafür bist du ja der Vertreter für Deutschland. Ja, das ist korrekt. Wie ist es dazu
gekommen? Ja, ich sagte ja, dass ich auch gerne vielleicht andere Wege gehe als ein normaler Pilot, sage ich mal, der sagt, okay, welche drei, vier, fünf Top -Marken gibt es, suchen wir dann einen Schirm aus entsprechend meiner Klasse und fliege den. Ich probiere ja gerne Sachen aus und hatte dann recherchiert und gesehen, dass auf dieser Axis -Seite stand drauf, dass wir noch einen Händler in Deutschland suchen und habe mich da einfach mal gemeldet und ich sage mal so, das ist jetzt, so eine Firma, da gab es jetzt keinen Mindestumsatz. Man kann mit dem Chef sprechen. Ich habe ja, war ja sogar vor Ort. Eine Woche können wir gleich nochmal drüber sprechen. Also es ist unheimlich nahbar und es war für mich praktisch jetzt kein Risiko, das einzugehen und habe das probiert und bin jetzt auch keinesfalls enttäuscht worden.
Ich fliege ja selber die Schirme, habe da super Schreckenflüge mit hingelegt. Klar, habe sie jetzt natürlich auch zu guten Einkauf und gebe sie auch zu guten Preisen weiter, weil ich das Ganze ja, wie gesagt, nicht so kommerziell betreibe. Genau, da habe ich gute Erfahrungen gemacht und deswegen habe ich jetzt ja noch zwei weitere kleine Marken, die hier nicht so bekannt sind, weil bei den großen Marken sind Mindestabnahmen, die man erzielen muss und solche Geschichten. Dafür, dass ich das nebenbei mache, wollte ich das dann entsprechend nicht anfangen. Da gibt es auch genügend, die das angehen.
Andere zwei Marken, die du hast, sind jetzt Sky und DaVinci. Bist du für die auch offiziell quasi jetzt der Vertreter oder bist du nur dann ein Händler, der auch die beiden Marken führt? Also
bei DaVinci gibt es einen Haupthändler in Deutschland, der macht aber nur Motorschirme. Und bei DaVinci hatte ich tatsächlich Anfragen. Die haben ja neue Schirme rausgebracht und die fliegen sehr gut. Und ich hatte auch Anfragen von welchen, die schon DaVinci -Schirme fliegen, die jetzt einen D -Schirm geflogen sind seit vier Jahren und wollten runtergehen auf die C - oder B -Klasse. Und dann bin ich darauf aufmerksam geworden und habe gesagt, okay, obwohl die Marke jetzt ja aus Asien kommt, aus Südkorea, scheint da ein Interesse zu sein. Und habe dann gesagt, okay, dann bestelle ich einfach mal den Schirm für den Kunden und einen für mich und teste das mal aus. Das sind auch gute Schirme. Also ich muss sagen, heute glaube ich, werden überhaupt keine schlechten Schirme mehr produziert. Das ist eher so, möchte ich einen agilen Schirm, möchte ich einen schnellen Schirm und solche Geschichten innerhalb der Klasse.
Das ist dann eher Geschmackssache.
Sagen wir mal, Leib - und Magenmarke wäre weiterhin Axis.
Ja, das ist korrekt. Die Axis -Schirme sind da. Das Einzige ist, bei Axis ist natürlich für die kleinen Firmen alles möglich. Es ist sehr schwierig, alle Größen immer zu zertifizieren. Und das hat Axis dann auch nicht gemacht. Die haben dann zwei, drei Größen zertifiziert, die Hauptgrößen. Und wenn es dann um andere Größen geht oder um einen anderen Fluggeschmack, Sky -Schirme zum Beispiel, haben ja auch sehr so dieses typische Sky -Handling. Dann habe ich diese Sky -Schirme, kann man anbieten. Und Sky ist ja auch jetzt durch diese Drift -Merger sozusagen, haben die auch noch mal ein neues Entwicklerblut in die Firma gekriegt. Und die Schirme sind auch gut. Also ich denke mal, das kann man auch empfehlen. Das ist am Ende eine Geschmackssache, welchen Flugstil man bevorzugt und ob man vielleicht eher so mittelschwere Leichtschirme haben möchte.
Nun hast du mit Axis zusammen vor zwei Jahren mal ein sehr interessantes Projekt gestartet. Ich hatte auf Loglites auch darüber berichtet. Du hast ein Crowdfunding -Aktion gemacht und hast gesagt, Leute, über Crowdfunding, ihr könnt hier euch Anteile kaufen gewissermaßen und ihr beteiligt euch damit an der Entwicklung eines High -B -Schirms. Der sollte Streckung von 5,8 haben und sollte ein 2,5 -Liner werden und so. Und du hast gesagt, okay, wenn ihr euch da Crowdfunding -mäßig beteiligt, da könnt ihr auch noch, habt ihr eine gewisse Mitsprache und am Ende kriegt ihr den Schirm halt auch besonders günstig. Was ist daraus, nee, fangen wir erst mal anders an. Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, sowas zu machen? Also in einer Szene, die normalerweise überhaupt nicht darauf aus ist, dass die Leute sagen, ich finanziere einen Schirm in irgendeiner Weise vor, bevor er überhaupt auf den Markt gekommen ist.
Also im Prinzip hatte ich die Idee, okay, dieses typische Marketing, was es dann in dem Bereich gibt, kann man nicht mal ganz was anders machen. Einfach mal Interesse halber. Und dann hatte ich mit Greg Hammerton so mal die Idee durchgesprochen und er hat gesagt, okay, wenn jetzt einer der besten Konstrukteure sowas vielleicht machen würde, dann würde das vielleicht dann funktionieren. Ich sage mal so, wenn man jetzt nicht so bekannt ist, wahrscheinlich eher weniger und dich vielleicht nicht so bekannt machen würde. Ich hatte ja auch angesprochen über die Idee und wir hatten drüber gesprochen. Du hast ja im Prinzip das ähnliche gesagt. Aber ich habe gesagt, was kann man verlieren? Das kann man ja mal probieren. Das ist eine ganz neue Idee und ich bin ja für neue Ideen zu haben. Ich habe gesagt, okay, dann fahre ich eben nach Tschechien, hatte da ja mit Axis drüber gesprochen.
Die haben gesagt, okay, können wir gerne machen. Sind ja jetzt marketingmäßig auch nicht so stark aufgestellt. Und dann war ich eine Woche da und habe den Entwickler kennengelernt. Wir haben die ganze Woche verbracht mit seinen Testpiloten. Ich habe mir die Idee viermal angeguckt, natürlich ein bisschen gefilmt. Also war super interessant, da mal zu sehen, wie entsteht ein Gleitschirm am PC mit den ganzen Berechnungen. Erinnerte mich ein bisschen an meine nur Flügler Entwicklungszeiten. Ist ja doch ein bisschen vergleichbar. Plus wie wird da produziert und getestet. Da war ich da halt vor Ort, wo sie das letzte Feintuning gemacht haben. Dann wird ja tatsächlich dann an den C -Line da nochmal zwei Zentimeter kürzer, hier ein Zentimeter länger und dann geguckt, okay, wie fliegt er dann? Also war super interessant. Und dann habe ich gesagt, wäre sicherlich für jeden Piloten auch interessant, wer sich für interessiert, das mal zu sehen.
Und deswegen hatte ich es ja auch mit reingenommen ins Crowdfunding, dass es da so eine Art vor Ort Besuch gibt. Aber wie erwartet war es natürlich so, dass jetzt nicht die Piloten Anzahl da war, die sagten, ich schließe mich denen an. So ein Gleitschirm kostet ja auch relativ viel Geld, ist ja nicht wie so ein wie so ein MP3 Player, wo ich 60 Euro ins Crowdfunding stecke und kriege am Ende einen ein. Ist da nicht zustande gekommen. Aber wie gesagt, für mich super interessant, das alles mitzuerleben. Und zu gucken, wie sich das entwickelt. Also ich würde es jederzeit wieder machen aufgrund meiner persönlichen Erfahrung, auch wenn das jetzt am Ende des Tages mich eine Woche Urlaub gekostet hat und natürlich ein bisschen Aufwand, das zu potenzieren. Hattest du denn überhaupt Interessenten? Ja, ich hatte schon viel Feedback bekommen. Es kamen auch ein bisschen Beträge zusammen, aber keiner hat jetzt direkt ein Gleitschirm sozusagen blind gekauft.
So weit ging es da nicht. So diese kleineren Sachen, so wie T -Shirt oder eine Spende, das wurde wirklich ja, ich sage mal geordert. Aber es ist ja am Ende so, wenn diese Zielsumme nicht zustande kommt, bekommen alle ihr Geld zurück und es findet einfach nicht statt. Und so war es dann am Ende natürlich auch, weil die Zielsumme ja auch relativ hoch war, weil diese Entwicklungskosten, dass man mindestens mal ein, zwei Größen zertifizieren kann. Eine Gleitschirmgröße zertifizieren kostet 5.000. Wenn nicht zwei, muss ich schon 10.000 haben. Deswegen war die Summe, musste schon so hoch sein, um sowas zu beginnen.
Was hast du für dich daraus gelernt? Oder wenn du sowas nochmal machen würdest, wenn überhaupt, was würdest du anders machen? Also
ich sage mal so in der Art, einen Gleitschirm, sage ich mal, durch ein Crowdfunding zu finanzieren, ist so mein Schluss, ist wahrscheinlich nicht machbar. Also die Piloten, es gibt ja reichlich Schirme auf dem Markt und die fliegen die dann Probe und kaufen die. So groß ist das Interesse der Piloten anscheinend nicht, dass man da so involviert ist und seine persönlichen Wünsche einbringen kann. Insofern würde ich das jetzt nicht nochmal machen. Die anderen Sachen, die ich so entwickelt und auf den Markt gebracht habe, habe ich ja auch nicht gemacht. Ich habe ja auch nicht über das Crowdfunding gemacht, sondern weil sie eben machbar waren und im ersten Schritt auch nur für mich waren, rausgebracht. Und die sind ja gut gelaufen. Also insofern würde ich dieses Crowdfunding Gleitschirm jetzt in der Form natürlich nicht nochmal starten, weil das Erlebnis habe ich gehabt, das positive Erlebnis.
Und das war ja gut so. Aber nochmal, müsste man es jetzt nicht machen.
Nun suchst du ja immer wieder nach neuen Sachen, die du noch weiterentwickeln kannst. Einfach das Bastelkrickelinchen, was du da wahrscheinlich irgendwie so bist. Was ist denn so, was schwebt dir als Idee derzeit vor, mit dem du dann vielleicht die Gleitschirm -Szene wieder auch allein von der Lösung und dann vielleicht auch von den Kosten mäßig dann deutlich überraschen kannst?
Ja, also im Prinzip ist es jetzt nicht meine Idee. Wir sind ja ein Windschleppverein bei uns und es ist schon manchmal so, wir haben dann eben diese große Zweidrommel -Winde, ist mittlerweile eine E -Winde. Aber wir kriegen dann so einen Schleppbetrieb nicht immer so zusammen in der Woche schon gar nicht und am Wochenende. Klar, wir haben jetzt hier das Sauerland in der Nähe, also die kleinen Berge, die Porta Höxter, wo man fliegen kann. Und wenn es da fliegbar ist, dann verteilt sich das. Dann gehen einige Leute, sagen okay, dann bevorzuge ich Bergfliegen und dann kommt nichts zustande. Und deswegen gibt es aktuell schon, das hat jemand aus Österreich gebaut, eine E -Winde mit einer Trommel, mit so einem E -Motor, so wie er im Prinzip auch so in kleinen Autos verbaut ist, plus ein Regler, plus die Technik, wo man einen Selbstschlepp machen kann.
Und das heißt, das ist so eine spezielle Fernbedienung, spezielles Board, das eine Antenne hat, ist auch zugelassen. Und damit kann ich dann praktisch mit einer Fernbedienung, kann das der Windführer den Piloten schleppen bis zu einer gewissen Sicherheitshöhe. Dann kann ich dann die Zugstärke erhöhen, so wie das bei einer normalen Winde ist. Und dann kann ich am Ende des Tages, wenn ich mich ausklinke, rollt er sogar automatisch alles, das Seil wieder auf bis auf zehn Meter und legt dann den Fallschirm nieder. Und damit kann ich einen Selbstschlepp machen, was der Entwickler aus Österreich auch tut. Schleppt sich selber hoch, fliegt rum, geht auf Strecke, holt am Ende seine Sachen ab. Und das hat jemand aus dem Verein in der Form so nachgebaut. Erstmal auch mit ein bisschen Lehrgeld, weil diese ganzen mechanischen Themen und so weiter sind natürlich auch nicht ohne.
Und dann haben wir bei uns im Verein noch den ehemaligen Meister, deutschen Meister im Drachenfliegen, Bernd Otterpoel. Er ist auch, was entwicklungsmäßig geht, mechanisch, elektronisch, alle Themen auch super fit. Und hat sich dem jetzt angenommen, das Ganze dann, wenn es so fertig wird, als do -it -yourself anzubieten, sodass eine Komponentenliste da ist, dass alle Pläne da sind, dass die Leute sich dann im Prinzip diese Teile fertigen lassen können und sich diese Winde entsprechend bauen können. Und dann hat man so einen Akku je nach Größe. Ich habe jetzt für mich die Teile schon gekauft. So zehn bis zwölf Schlepps kann ich damit machen, was für eine kleine Schleppgemeinschaft von zwei, drei Leuten reicht. Beim guten Tag, dann hat man im Prinzip Thermikanschlüsse und kann fliegen. Ja, und das sollte dann dokumentiert und als do -it -yourself Angebot zur Verfügung stehen.
Das wäre so das nächste Projekt, wo ich mich dann mit einklinke, das selber baue und dann vielleicht bei der Dokumentation oder Veröffentlichung, wie es so ist, dass es sicherlich auch ein bisschen Support benötigt. Ob das jetzt, wann das kommt und wie schnell das kommt, ist die Frage. Bernd Otterpoel hat durch seine Connections als Drachenflieger, dass er ja auch mit dem DAV enge Kontakte hat, auch schon eine Zulassungsfähigkeit des Selbstschlepps ist in der Prüfung. Und wenn das ist, wäre natürlich super, weil dann könnte man sagen, okay, die kleine Schleppgemeinschaft brauche ich ja immer noch einen, der am Ende da steht und die Winde bedient. Das wäre ja dann hinfällig. Dann könnte der Letzte sich ja selber in die Luft schleppen und dann wären praktisch alle bedient und könnten alle fliegen. Wenn das zugelassen werde vom DAV, ich glaube, da gibt es auch schon so ein Probeprogramm, das wäre natürlich super.
Wenn
du so viel selber baust, hast du auch schon mal darüber nachgedacht, dir einen ganzen Schirm selber zu bauen?
Ja, ich würde sagen, so einen Schirm würde ich mich jetzt nicht ranwagen. Also im Prinzip, das ist ja unheimlich zu nähen. Ich weiß, so ein Zweileiner, der ist ja zum Beispiel durchgelattet, da sitzen gute Näherinnen, sitzen da alleine vier Tage dran, alleine diese ganzen Zellen zu nähen und im Prinzip, dass die Stäbchen, die Taschen da sind für die Stäbchen und so weiter. Also das wäre mir dann doch zu aufwendig. Das zu machen, Ergebnis, was dabei rauskommt. Also ich glaube, das würde ich dann Leuten überlassen, die das können und machen als Hauptberuf.
Aber was du mal nähtechnisch entwickelt hast, du hast mal eine Schleppklinke auch entwickelt und eine textile Schleppklinke, aber mit einer besonderen Funktion. Was ist das? Genau. Also da,
Historie ist auch wieder, wie fast immer, ein Eigenbedarf. Wir haben ja bei uns im Verein die Möglichkeit, mit der neuen Winde, aber auch vorher schon Stufenschlepp zu machen, was ja dann wirklich ein Vorteil ist, dass ich mehrere Stufen mache und wenn dann die Thermik dann gerade über den Platz geht und ich hänge noch am Seil bei meiner zweiten Stufe, dann kann ich genau in die Thermik einsteigen, komme hoch. Also die Wahrscheinlichkeit, dass ich Thermikanschluss finde, ist relativ hoch. Und ich habe dann den Schein gemacht. Da waren wir zur Mannschaftsfahrt an der Müritz und die einzige zugelassene Schleppklinke ist ja jetzt dieser Metallbügel, den es zurzeit gibt. So und dieser Metallbügel. Also zugelassene Schleppklinke, für Stufenschlepp meinst du? Richtig, genau. Und ja, dieser Metallbügel, ja ich sag mal, ich fliege ja mit dem Handy und dann mit meinem kleinen Vario da drauf und wenn die man dann ausklingt, dann fällt diese Metallklinke runter auf meine Instrumente und da habe ich mir gedacht, okay, es gibt ja auch schöne Stoffklinken, ganz normal, aber ohne Stufenschleppzulassung
und gedacht, das wäre mal so ein nächstes Projekt, jetzt wo ich selber so eine Klinke brauche, bevor ich mir jetzt eine Metalltinkklinke kaufe, die übrigens, glaube ich, nicht mehr angeboten wird. Ich glaube, im Moment gibt es gar keinen Anbieter mehr für diese Klinken. Da versuche ich das mal und habe recherchiert und dann gibt es einen Thomas Jiergal, der hatte auch schon mal beim DAV das Thema angefangen, wo dann im Prinzip die Seitenzugkräfte mit Federn arbeiten und bei einer gewissen Federkraft löst das aus, hat sich aber relativ lange hingezogen, wo sie dann nicht durchging. Also ich weiß gar nicht, Jahre hat sich das hingezogen und am Ende hat er das Projekt auch eingestellt. Und ich habe dann überlegt, okay, das mit diesen Federn scheint dann auch nicht so zuverlässig zu sein. Die Auslösekraft muss ja zwischen 25 und 45 Kilo liegen
und bin dann darauf gekommen, dass ein Magnet hat ja eigentlich eine genau feste Auslösekraft und habe das Ganze dann über einen Magnet gelöst. Genau, wenn man dann entsprechend so ein Trapez hat, wo man dran geschleppt wird, wenn dann man einen gewissen Winkel erreicht, dann ist es ja so, dass dann die Kraft auf den Magneten geht und wenn der losgeht, der Magnet sich löst, weil er in meinem Fall jetzt über 35 Kilo zieht, löst er den Splint aus und man klingt aus. Ja, und das habe ich dann prototypenmäßig genäht und gemacht und probiert und gemessen. Da habe ich dann auch meine Selbstentwicklung, dieses Lastgerät eingemessen, weil da muss ja auch eine Zulassung von 300 Kilo eine Bruchlast aushalten. Also das war schon ein etwas längerer Entwicklungsprozess, auch in enger Abstimmung mit dem DRV. Und ja, und das habe ich am Ende dann geschafft, diese Klinke, dass sie jetzt zugelassen ist, innerhalb der Spezifikation funktioniert und eben 100 % funktioniert.
180 Gramm glaube ich wiegt, also recht leicht die Klinke, auch transportabel, weil ja die Nömer -Schlüre sind plus diesen Stoffteil, der da vorne genäht ist mit der Peripherie, lässt sich recht gut verpacken. Genau, das war das Ziel und das hat dann auch Anfang letzten Jahres funktioniert.
Mit den Magneten kann man wirklich so genau bestimmen, dass du sagst, okay, ich brauche einen Magnet, der 35 Kilo hält. Also kann man den als solchen dann irgendwo bestellen und sagen, ich brauche 35 Kilo Haltekraftmagneten?
Ja, also eine Seite ist ja der Magnet, die andere Seite ist ja eine Metallplatte, also was magnetisch ist. Da musste ich natürlich probieren. Also ich habe verschiedene Magneten bestellt und die Gegenseite war ja praktisch eine bessere Unterlegscheibe, sage ich mal so. Und da war es dann so, es hängt dann auch wieder von der Dicke der Unterlegscheibe ab. Also da habe ich sehr viel probiert, dass ich danach das Optimale gefunden habe, weil ich wollte ja auf jeden Fall, dass das Ganze leicht bleibt, also nicht unnötig viel Material, nicht einen unnötig schweren Magneten oder unnötig schwere Scheibe benutzen. Da habe ich zig Versuche gemacht und am Ende habe ich dann das passende Material gefunden, dass das genau so in der Spezifikation funktioniert.
Vielleicht gibt es ein paar Piloten, die nicht genau wissen, was Stufenschlepp eigentlich ist. Erklär das doch mal kurz.
Also der normale Schlepp ist ja so, nehmen wir mal davon aus, das ist eine klassische Winde, die steht jetzt irgendwie am Anfang des Schleppfelds und am Ende des Schleppfelds steht dann der Pilot und der wird dann mit der Winde ganz klassisch hochgezogen. Also es ist ein Startleiter dabei und dann wird er in die Luft gezogen auf Sicherheitshöhe auf 50 Meter und dann zieht die Winde voll an und dann fliege ich praktisch bis vor die Winde oder dass ich noch eine gewisse Gradzahl vor der Winde bin. Ja und dann klinke ich aus und je nach Schleppstrecke, wenn ich jetzt 800 Meter habe, habe ich vielleicht 350, 300 Meter Ausklinkhöhe oder wenn ich eine 1000 Meter Schleppe habe, erreiche ich vielleicht auch 450 Meter, was auch überhaupt das Maximum ist, was ich darf. So und dann klinke ich aus und wenn dann gerade keine Thermik da ist, dann habe ich Pech gehabt.
Dann lande ich ja relativ schnell wieder ein, weil 250 Höhenmeter, kann man sich ausrechnen, ist nicht lange. So und beim Stufenschlepp ist jetzt die Idee, ich will ja länger am Seil sein und ich lasse mich dann ganz klassisch vorne vorschleppen. Dann muss die Winde das können, dass sie ausgekoppelt wird und dann kann ich mit losem Seil wegfliegen von der Winde, wieder die ganze Strecke zurück und kann schon mal gucken, ist da vielleicht Thermik, geht es da ein bisschen nach oben. Dann mache ich meine Einkehre und bin wieder so ausgerechnet, dass ich wieder auf die Winde zufliege, aber bin schon mal höher. Also bei dieser kurzen Schleppstrecke, wo ich nur 350 habe, kann ich im nächsten Schlepp, den ich dann ja schon mit 100 Meter Höhe, wenn ich zurückfliege oder 200 habe, komme ich ja noch mal höher auf die maximalen 450 Meter, die zum Beispiel erlaubt sind und habe zweimal, im Prinzip dreimal mit dem Rückweg den kompletten Platz abgeflogen, ob da gerade Thermik ist.
Und das erhöht die Chancen ungemein, dass ich einen Thermikeinstieg finde und dann oben bleibe.
Das heißt, wenn du jetzt dich schleppen lässt, fliegst du immer mit deiner Schleppklinke und machst auch Stufenschlepp?
Genau, wenn der Platz eine Zulassung hat. Wir haben zwei Plätze. Der kurze hat eine Stufenschleppzulassung, da mache ich das so. Jetzt haben wir aber noch einen Segelflugplatz, der ist die Strecke 1,1 Kilometer lang. Da ist es jetzt nicht nötig und er hat auch keine Zulassung dafür, weil ich da sowieso schon die maximale Ausklinkhöhen erreiche. Insofern wird das dann da nicht praktiziert. Aber gerade bei kurzen Plätzen, wenn ich so eine 600 Meter lange Schleppstrecke habe, 800 Meter, da lohnt sich das auf jeden Fall.
Von deiner Erfahrung her, die du da jetzt mitgemacht hast, würdest du sagen, also wo ist eigentlich die Einstiegschance letzten Endes größer? Möglichst lange Schleppstrecke haben oder lieber die Möglichkeit haben, in Stufen geschleppt werden zu können? Ich
würde sagen beim Stufenschlepp, weil ich das Gelände ja dann so praktisch, ich bin länger am Seil und die Thermik ist ja jetzt auch nicht stationär. Bei manchen Plätzen vielleicht schon, aber nicht bei unseren Plätzen. Und dann ist einfach manchmal gar keine Thermik da. Und wenn ich dann eine längere Schleppzeit habe, dann ist die Thermik, die vielleicht vorher nicht da war, die steht dann wieder an am Platz. Also man sagt ja schon, dass die Wahrscheinlichkeit erheblich steigt, dass ich das im ersten Seil, also Stufenschleppseil kriege. Ist natürlich 80 Prozent, wenn halt ein thermischer Tag ist, wäre nicht beim normalen Schlepp vielleicht 20 Prozent. Aber es ist schon so, die anderen müssen länger warten. Ist ja, dass die anderen Piloten, die am Boden sind, natürlich auch länger warten müssen. Aber wenn ich den ganzen Tag nur Jojo fliegen mache und keiner bleibt oben, das ist ja auch nicht das Ziel.
Dann ist es besser, man macht diesen Stufenschlepp, alle warten ein bisschen länger, aber am Ende des Tages sind fast alle oben.
Ist ja wahrscheinlich auch, wenn man mit relativ kurzen Schleppstrecken schleppt, du hast gerade 350 Meter gesagt, oder so, dass man da ja auch diese Strecke im Grunde schnell abgeschleppt hat. Und wahrscheinlich mit dem ein-, zweimal zurückfliegen ist gar nicht so viel länger dauert, als wenn jemand mit 1000 Meter Seil entsprechend hochgezogen wird.
Ja, das ist so, genau. Also ich sage mal, unsere Strecke ist so ungefähr 800 Meter. Von 600 habe ich auch schon gehört, ich glaube 350 Meter. Das war
die Ausklinkhöhen. Ausklinkhöhen. Okay, habe ich verwechselt. Sorry. Und wenn du jetzt so viel bastelst und so viel, also sehr systematisch offenbar auch an die Dinge drangehst und dir immer überlegst, was du da machen kannst, bist du ein eben solcher Flieger?
Ja, also letztes Jahr bin ich relativ viel geflogen, also fast an die 100 Stunden. Jetzt war ich natürlich, letztes Jahr hatte ich das Glück, ich war zweimal in Bassano bei guten Tagen und dann hatte jemand aus dem Verein angeboten, dass ich mit nach Gimona fliegen kann in unserer WhatsApp -Gruppe. Die Kollegen kannte ich jetzt aber gar nicht. Bin ich einfach ins Auto eingestiegen, sind wir da hingefahren und da hatte ich entsprechend Glück, dass ich am ersten Tag dann gleich von Gimona nach Tolmin, fast bis Tolmin und zurückgeflogen bin. Wow. Und da es jetzt nicht so ein ganz super starker Tag war und ich mich da auch gar nicht auskannte, den Rückweg musste ich alleine zurückfinden, weil wir uns irgendwie verloren hatten, war ich dann sechs Stunden unterwegs. Und sechs Stunden Flugzeit ist ja schon eine Menge. Und es waren insgesamt mal Tage, da waren auch nur eine halbe Stunde Fliegen, wo wir dann irgendwo in andere Fluggebiete geflogen sind.
Aber ich glaube, die Woche hatte ich irgendwie 18, 20 Flugstunden. Und in Bassano war es ähnlich. Das heißt, ich hatte alleine schon durch diese drei Reisen, hatte ich irgendwie 55 Flugstunden und der Rest war dann hier entsprechend, hier unser Höchster, Korta, Sauerland plus Windenfliegen. Da hat sich das dann so summiert. Aber was ich eigentlich,
wo ich mit der Frage darauf hinaus wollte, bist du so auch im Grunde ein kopfiger Flieger oder kannst du beim Fliegen auch, hast du da auch eine sehr gefühlige Seite? Das auf
jeden Fall. Das kommt alleine vom Modellflug her. Das hatte ich ja gesagt. Also beim Modellflug habe ich ja fast nur Hangfliegen gemacht. Da war hinter uns dann so ein kleiner Wald und vorne so ein Hügel wieder mit so einem Plateau. Und da habe ich damals ja beim Modellfliegen auch schon festgestellt, okay, bei der Windrichtung fliege ich mit meinem Modellflieger in die Waldecke und da geht es dann hoch. Oder in dem Hügel, wenn ich in diesem Plateau bin, da ist irgendwie so ein Wirbel drin, so eine Art Leh -Effekt, da ist es schwer zu landen. Und das steckt bis heute praktisch in mir drin. Also wenn ich fliege, gucke ich die ganze Zeit, wo sind Abrisskanten, wo sind Bewegungen in den Bäumen. Und auch manchmal versuche ich dann tatsächlich gar nicht aufs Vario zu hören, sondern einfach mal, wo zieht der Schirm hin, lasse ich den da mal hinfliegen, dann sehe ich, okay, das passt soweit.
Genau, also ich glaube, das ist äußerst wichtig, dass man mit allen Sinnen arbeitet und mit den Erfahrungen arbeitet, die man hat, gerade im Flachland, weil ich ja im Flachland recht viel unterwegs bin. Und wenn man da auf Strecke ist, der sieht ja von unten, okay, da sind dann, wenn eine gute Jahreszeit ist, auch Kornfelder oder wenn ich jetzt von der Porta wegfliege, geht die Weser lang mit so ein paar Weserschleifen. Das ist eigentlich auch ein guter Abrisspunkt. Also man muss schon gucken, das Gelände lesen. Und wenn man das alles macht, hat man auf jeden Fall bessere Karten, dann auch erfolgreich unterwegs zu sein. Was wünschst du dir
noch für die Zukunft? An Flügen oder an Sachen, die mit Parafly24 noch besser laufen könnten?
Ja, wir fangen mal mit Parafly24 an. Im Prinzip das, was ich so erreichen wollte, dass ich die Sachen, die ich selber haben wollte, habe, ist aktuell der Stand. Was aber nicht heißen will, dass ich nicht in einem Monat wieder eine Idee habe und dass das Ganze wieder von vorne losgeht. Ich bin gespannt, was da von dir noch kommt. Genau, das ist jetzt so das Standardsortiment, was ich da so vertrete und auch jetzt erstmal so bleibt, gehe ich mal von aus, bis zur nächsten Idee. Genau, und fliegerisch. Habe ich ja das Glück, dass ich jetzt noch anderthalb Jahre arbeiten muss. Dann bin ich in Altersteilzeit und dann kann ich natürlich noch besser die Tage aussuchen, was im Moment nicht der Fall ist. Wenn ich hier zu Hause bin, dann sieht man manchmal schon aus meinem Arbeitszimmer raus, diese schönen Thermikwolken, aber man muss halt arbeiten.
Da habe ich schon die Hoffnung, dass ich viel mehr zum Fliegen komme. Und ich, ehrlich gesagt, auf Strecke fliegen, habe ich auch gar keine Berührungsängste, selbst wenn ich irgendwie zurückkommen muss. Weil ich habe früher viel getrampt als Jugendlicher. Und als ich das jetzt bei meinen ersten Streckenflügen wieder anwenden musste, bin ich mitgenommen worden von Leuten, die früher getrampt sind und sagten, oh, früher auch viel getrampt. Das ist ja super, dass man jetzt mal wieder einsieht. Oder junge Leute haben mich mitgenommen und gesagt, man soll ja im Leben mal einen Tramper mitgenommen haben. Heute ist der Tag dafür. Und ich habe super Erfahrungen gemacht, auch in Italien, in Bassano bin ich auch nicht mal zurückgekommen. Also Trampen macht dermaßen Spaß. Das gehört irgendwie bei mir dazu. Deswegen gucke ich auch meistens, wenn ich lande, gar nicht ist da ein Bahnhof oder eine Busverbindung, weil ich denke, du fliegst so weit wie du kommst und der Rückweg ist Abenteuer.
Also noch ein Flieger der alten Schule, wo es noch keine Handys gab, da hat man noch alles selber gebastelt und hatte noch kein Auto und ist da überall hingetrampt. Und das machst du heute noch weiter. Frank, vielen Dank für deine Erzählung. Ich finde das sehr inspirierend, wie jemand so viel Fantasie in Produkte reinstecken kann und da wirklich tolle Sachen bei rauskommen. Ich wünsche dir noch viel Erfolg damit und natürlich auch besonders viel Erfolg mit den Flügen. Mögen sie noch mehr werden, wenn du in zwei Jahren dann wirklich in Rente bist.
Ja, ich sage ganz herzlichen Dank für das Interview und dass du mich eingeladen hast und wünsche allen Piloten dieses Jahr eine super Saison. Dankeschön.
Jetzt am Ende muss ich für Frank noch etwas nachholen. Denn er hatte sich zwar fest vorgenommen, aber im Eifer des Gefechts dann doch vergessen, im Podcast seiner Frau Tanja zu danken, die ihm bei allem, in all den Bastelstunden, aber vor allem auch in der Buchhaltung und im Vertrieb seiner kleinen Firma parafly24.de so kräftig unterstützt. Diesen Dank gebe ich wirklich sehr gerne weiter. So wie man allen Fliegerfrauen und auch manchen Fliegermännern nur danken kann, die ihren Partnern für das schönste Hobby der Welt den Rücken frei halten. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann erzähle doch deinen Fliegerfreunden davon. Und wenn du jemanden kennst, von dem du meinst, dass er auch mal ein interessanter Gast in Podz-Glidz sein könnte, dann erzähle mir davon.
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