Und ich bin gelandet und dann kamen die Kinder auf mich zu, gestürmt. Und ein Felix kam auf mich zu, guckt mich mit großen Augen an und sagt, bist du mein Geburtstagsgeschenk? Das war so ein schöner Satz, der ist bis heute hängen geblieben. Fünf Minuten später saß ich mit den Kindern, einigen Eltern ums Lagerfeuer rum, mit einer Wurst in der Hand und einem Kinder -Exotic -Punsch und habe denen erzählen müssen, was ich für ein Flieger bin und was ich da mache und wie das geht.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Ralf Böhm. Und ich bin Lucian Haas. Es gibt Flieger -Persönlichkeiten, denen tanzt die Flugbegeisterung direkt aus dem Herzen auf die Zunge. Und das selbst noch nach 30 Jahren. Ralf Böhm aus Mülheim -Kerlich bei Koblenz ist so einfach. Ich kenne ihn von meinem Nachbarverein, den Fliegerfreunden Rhein -Moselan. Dort koordiniert er nicht nur mit viel Einsatz die Geländepflege, sondern ist vor allem vielen ein Flugmotivator und Vorbild. Das gilt auch für seine spezielle Herangehensweise an die Fliegerei. Ralf verzichtet in den letzten Jahren, wenn möglich, darauf, mit dem Auto in die Fluggelände zu fahren.
Stattdessen steigt er aufs Fahrrad, nimmt Bahn und Bus und liebt natürlich auch das Hike -and -Fly. Was zeitaufwendig und beschwerlich klingt. gehört für ihn zum Gesamterlebnis der Fliegerei dazu. Zumal er ohne Auto am Startplatz viel befreiter auf Strecke gehen kann. Am Ende, nach einer Landung im Nirgendwo, sind es häufig die freundlichen Begegnungen mit wildfremden Menschen, die ihm selbst noch Tage später das größte Lächeln ins Gesicht treiben. In dieser Episode 168 von Podz-Glidz erzählt der 58 -Jährige von all dem. Unter anderem geht es auch darum, wie es ihm gelingt, Flugsucht und Familiensinn Leistungsdrang und Risikominderung unter einen Hut zu bringen. Übrigens, in der Episode 128 hatte ich schon einmal einen Ralf Böhm zu Gast.
Es ist der gleiche Name, aber eine ganz andere Person und Geschichte. Da du den Podcast hörst, werde doch zum Förderer von Podz-Glidz. Wie das geht, steht im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz auf der Seite Förder.
Ralf, ich habe vorhin noch auf Facebook geguckt. Mhm. Und da postest du immer sehr gerne über deine Flüge und wie du dort hinkommst und was du dort so alles erlebst und sowas. Und da hast du einen sehr schönen Post geschrieben. Das war einer deiner letzten Flüge und den will ich einfach mal vorlesen.
Ja, bin
ich gespannt.
Endlich fährt die Bahn wieder durch das Lahntal. Bis 14.15 Uhr gearbeitet, um 14.30 Uhr zu Hause, packen, um 14.50 Uhr aufs Rad, um 14.58 Uhr am Bahnhof und um 15.00 Uhr kommt, fast pünktlich, der Zug. 15.45 Uhr in Nassau, gemütlich in einer Dreiviertelstunde hoch zum Startplatz, wissend, dass es sowieso noch zu früh ist. Start gegen 17.15 Uhr, Landung um 20.30 Uhr, packen, zurück zum Bahnhof. Zug kommt um 21.15 Uhr, 22 Uhr am Bahnhof Mülheim -Kärlich, drei Kilometer radelnd nach Hause, 22.10 Uhr kann ich ein kühles Bier ansetzen.
Ich bin froh, dass ich es probiert habe, nichts erwartet und dann mit einem mehr als drei Stunden dauernden Dreiecksflug belohnt worden. Ralf, sieht so ein typischer Flugtag für dich aus?
Das kann schon mal so sein, dass so ein Flugtag aussieht bei mir. Das kommt immer darauf an, ob ich an dem Tag viel Zeit habe oder wenige Zeit. Aber tatsächlich versuche ich auch die Zeit so zu optimieren, zu sagen, okay, ich weiß, dass nicht der ganze Tag fliegbar ist, zum Beispiel gerade in Nassau, sondern das ist ein Abendfluggelände. Und dann überlege ich mir, gelingt es mir nach der Arbeit noch dahin zu kommen und am liebsten, so wie ich es mir wünsche, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder zu Fuß, um dann vor Ort hoffentlich Flugbedingungen zu haben, die dazu führen, dass man länger in der Luft ist. Das ist ja auch so mein Ziel, länger in der Luft zu sein, als man braucht, um dahin zu kommen und wieder zurückzufahren.
Also du willst immer länger fliegen als fahren? Das ist auf jeden Fall immer das Ziel. Und das gelingt tatsächlich auch sehr häufig, wenn ich die richtigen Fluggelände aussuche. Nassau ist kein gutes Beispiel dafür. Da sind die Flüge meistens kürzer.
Da scheint es ja jetzt zumindest einigermaßen an dem Abend geklappt zu haben. Ja. Du sagst, wenn du, also du versuchst, länger zu fliegen als zu fahren. Ja. Gleichzeitig sagst du, ich versuche auch immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu kommen. Wie geht das zusammen? Weil meistens, okay, öffentliche Verkehrsmittel, wenn man sagt, ich hätte jetzt so ein kleines Fluggelände, wo ich weiß, den kann ich in zehn Minuten mit dem Bus erreichen, wäre das vielleicht leicht umzusetzen. Aber wie ich weiß, fährst du ja nicht nur zu einem kleinen Fluggelände in der Nähe von dir hin, sondern im Grunde alle Fluggelände, die du in deiner Region hier so um Koblenz herum auftreiben kannst.
Ja, so ist es. Aber es, muss man vielleicht einschränkend sagen, ja, früher, wenn ich mit dem Auto gefahren bin, dann war das zuletzt regelmäßig so, dass ich meistens länger in der Luft war, als ich im Auto saß. Und das gelingt teilweise aber auch jetzt, denn ich fahre öfter in die Fluggelände mit öffentlichen Verkehrsmitteln und versuche unter anderem nach Hause zu fliegen. Daher ist der Rückweg gar nicht mehr mit einzigartig. Das ist nicht zu rechnen, fahrtechnisch, weil ich den geflogen bin. Das gelingt auch immer wieder mal. Und vor allem ist es auch so, wenn ich dann auf Strecke gehe, das ist ja so meine Lieblingsdisziplin,
ich bin nicht mehr an das Fluggelände gebunden, wo ich gestartet bin, weil ich da kein Fahrzeug stehen habe, sondern ich mache mich einfach auf den Weg, gucke mal, wo ich hinkomme und versuche von da aus dann mit der Bahn, mit dem Bus dann oder per Anhalter nach Hause zu kommen. Das hat auch noch mal ganz markant auch noch mal das Streckenfliegen verändert bei
mir. Diese Idee, zu den Startgeländen eigentlich hauptsächlich jetzt mit Öffentlichen zu fahren, wie kam es dazu? Ich meine, es ist ja meistens mit deutlich mehr Aufwand verbunden. Es ist so leicht, einfach ins Auto zu steigen und zu sagen, ich fahre jetzt zu den Startplätzen hin. Was hat dich da motiviert?
Es gab Zeiten, da war mir das Fliegen alleine das Wichtigste. Und nach der Arbeit oder wenn ich frei hatte, sofort ins Auto, so schnell wie möglich ins Fluggelände und dann Hauptsache in die Luft kommen und fliegen. Es war teilweise, habe ich mich da selber unter Stress und Druck gesetzt und das hat sich verändert. Zum Glück. Für mich hat das Fliegen zwar immer noch eine große Wichtigkeit, aber das Drumherum gehört inzwischen auch für mich dazu. Bedeutet halt, ich mache einen Flugtag, der besteht aus. Eben diesen Teil, wie komme ich da hin? Am liebsten tatsächlich auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß oder auf jeden Fall mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dann zu Fuß den Berg hoch.
Den Flug und dieses Nach, was nach dem Flug passiert, was oftmals teilweise noch spannender ist als der Flug selber. Und das ist für mich inzwischen ein Paket, was für mich spannender ist als das, was ich vorher hatte. Also auch, dass sich bewegen, dass sich Zeit lassen, dass den Startplatz sich erarbeiten laufend und die Erlebnisse, die man hat, wenn man auf Strecke gewesen ist, die anschließend passieren. Die oftmals dann mehr in Erinnerung bleiben
als der Flug selber. Da hast du sicherlich einiges zu erzählen, aber da kommen wir vielleicht ein bisschen später drauf. Ich will erst noch mal gucken. Du hast jetzt gesagt, ja, das hat sich mit der Zeit geändert. Das heißt, du warst mal sehr flugzentriert, hast du gesagt. Mit der Zeit, von welcher Zeit sprechen wir dann eigentlich? Also wie lange fliegst du? Erzähl mal so ein bisschen von deinen Anfängen. Ja. Und wann so langsam diese reife Phase oder wie man es nennen will. Elder Statesman sagt irgendwann, ich fliege jetzt ein bisschen entspannter und suche das Gesamterlebnis. Also wie hat sich das entwickelt? Ja,
also da gab es sehr viele Phasen. Ich fliege ja seit 97. Oh, das ist ja 28
Jahre. Ja,
ist schon eine Zeit. Es war eine Krise damals. Manchmal sind Krisen, nein, eigentlich sind Krisen immer gut. Damals hatte ich eine Trennung hinter mir und mein Freund, mein bester Freund ebenfalls zur gleichen Zeit. Das war sehr gut. Wir haben im deutschen Herbergswerk Zeitschrift, in der Zeitschrift da eine Annonce gesehen. Gleitschirmfliegen im Schwarzwald. Das haben wir gemacht. Wir haben da eine Ausbildung gemacht in Schönau. Und das hat uns beide ziemlich angefixt. Und ja, das war der Beginn. 97 hat eineinhalb Jahre gedauert, bis ich meinen Schein hatte. Der Weg in den Schwarzwald war weit. Die Flugtage waren wenig.
Damals
noch mit dem Auto oder?
Damals auch noch mit dem Auto tatsächlich. Und die Ausbeute war nicht so gut. Und am 99 hatte ich meinen Schein gehabt. Und in der Zeit gab es eine Begegnung an der Mosel gegenüber von La Sergue. Auf der anderen Moselseite war ich gerade unterwegs beruflich und sah einen Gleitschirm in der Luft. Und dachte, wann kommt der denn runter? Und der flog da und flog eine halbe Stunde lang. Und ich habe schnell meine Arbeit beendet und wartete, bis der Gleitschirmflieger gelandet ist. Das war der damalige Vorsitzende des Vereins. Der Rhein -Mosel -Lahner. Thermik auch direkt angesprochen hat. Der wusste das. Der hat das gesehen, dass ich da sehr interessiert war. Das war dann der Werner Schmidt, der damalige Vorsitzende.
Und dem konnte ich gar nicht mehr entkommen. Der hat mich sofort auch gefragt, ob ich nicht in den Verein eintreten wollte. Habe ich auch getan. Hat mir einen Geländeführer in die Hand gedrückt. Und somit war ich dann auch vor Ort. Oder habe ich dann gemerkt. Man kann hier vor Ort fliegen. Das war mir bis dahin überhaupt nicht klar. Du hast immer gedacht, ich muss in den Schwarzwald fahren. Ich muss in den Schwarzwald, in die Alpen oder sonst irgendwo hin, wo es hohe Berge gibt. Und dass man diese Möglichkeiten direkt vor Ort hat, das war für mich neu. Und auch, glaube ich, der Grund, warum ich bis heute fliege. Denn das ist das Schöne. Ich kann innerhalb von kürzester Zeit in ein Fluggelände. Ich fahre, also wenn ich mit dem Auto fahre, eineinviertel Stunde.
Das ist das weiteste Gelände, was ich eigentlich so nutze an der Mosel. Das nächste Gelände ist zehn Minuten mit dem Auto oder eine Stunde mit dem Fahrrad weg. Bis zum
Startplatz dann? Bis zum
Startplatz. Das ist der Rosenberg in Kurven -Gondorf. Dann bin ich direkt am Startplatz, habe mein Fahrrad am Startplatz stehen und kann dann fliegen. Manchmal klappt es, dass ich dann oben in der Top lande. Oder ich lande halt an einem Moselufer und laufe wieder hoch. Und fahre mit dem Fahrrad wieder nach Hause. Das ist für mich neu gewesen. Und dann habe ich sämtliche Fluggelände ausprobiert. Und 2002, eine schöne Fügung, bekam ich mein erstes Kind und bin in Elternzeit. Und zwei Jahre später meinen zweiten Sohn. Und die Elternzeit hatte fünf Jahre gedauert. Und ich kann allen nur raten, nehmt Elternzeit. Dann kommt ihr möglicherweise auch oft in die Luft. Ich habe den...
Die Kleinen hast du dann mitgenommen? Die Kleinen mitgenommen. Deine Eltern abgegeben? Nein. Ja, teilweise auch, wenn es wirklich auch zum Fliegen ging. Ich habe den Kleinen auch mitgenommen. Der wusste nach einem Jahr schon sämtliche Fluggelände im Umkreis von 150 Kilometern. Die hat er alle gekannt. Musste er.
Natürlich. Ich habe da... Am Startplatz abgesetzt und gesagt, Papa geht mal eben fliegen. Schrei nicht. Ich komme in einer Stunde wieder.
Davon erzähle ich jetzt lieber nicht. Nein. Aber zum Glück habe ich im Hintergrund natürlich meine Frau. Und meine... Meine Eltern, die dann in der Zeit auch die Kinder versorgt haben. Ja, das war schon eine sehr gute Zeit. Und vor allem, ich habe halt von Anfang an, weil das auch in der Woche war, gelernt, eigenständig und selbstständig zu fliegen. Es ist anders als heute. Hatten wir ja wenig Informationen insgesamt, auch gerade wettertechnisch. Und dann war man so auf sich gestellt und musste ausprobieren. Musste gucken. Und ich habe die Fluggelände veröffentlicht. Und das habe ich für mich so selber erfahren und kennengelernt. Und ich musste für mich immer entscheiden, gehe ich jetzt in die Luft oder tue ich es nicht.
Und das mit den spärlichen Mitteln, die man hatte, darf ich eigentlich auch nicht verraten. Ich habe hin und wieder mal über die Arbeitsstelle einen Fax abgerufen des Deutschen Wetterdienstes. Damals waren das ein paarundvierzig Pfennig, die die gekostet haben.
Und da stand dann... Fax Polling hieß das, glaube ich. Da konnte man so eine Nummer anrufen, dann hat die gewissermaßen zurückgerufen und dann kriegte man dieses Fax dann.
Man bekam dieses Fax auf diesem Thermopapier und da stand dann drauf, Segelflug, Wetter bricht, es ist irgendwie fliegbar. Wenigstens für Segelflieger. Das heißt, es war früher wirklich ein Try and Error. Und ja, man ist sehr oft in die Fluggelände. Zur Hälfte funktioniert es überhaupt nicht, dass man in die Luft kam. Und hin und wieder ging es dann doch. Aber meistens ein Gleitflug und das war dann auch in Ordnung. Aber mit der Zeit hat man dann schon auch herausgefunden, wann es denn etwas besser geht. Oder irgendwann hatte ich auch die Nase voll, immer wieder hochlaufen zu müssen. Und versuchte halt dann länger in der Luft zu bleiben. Das hat sich dann irgendwann auch relativ schnell eingestellt. Und aus kurzen Gleitflügen wurden dann immer längere Flüge von der Dauer her.
Und ich habe auch relativ schnell, 2002 war das, angefangen mit dem Streckenfliegen. Für meine Verhältnisse schnell. Mein erster Streckenflug, 2,5 Kilometer von La Sergue aus, endete in Wierschem. Ich bin da gelandet. Jemand sah mich und sagte, boah, bist du jetzt von La Sergue ausgeflogen? Das ist ja ewig weit. Ja, 2,5 Kilometer. 2,5 Kilometer. Damals
war das wahrscheinlich?
Es war weg von der Moselkante ins Hinterland. Und das war allein schon der große Unterschied. Also da habe ich mich getraut, wegzufliegen. Und egal ob 2,5 oder nachher etwas weiter. Wo liegt heute dein Rekord? Also in unseren Gefilden? In unseren Gefilden, ich glaube, ich will nicht übertreiben, so bei 130 glaube ich, irgendwann bin ich bis hinter Aachen geflogen von der Mosel. Von der Mosel aus. Ja, genau. Also auch schon länger, auch mehrere Stunden. Das klappt inzwischen ganz gut. Über die Jahre hinweg, immer mal wieder. Aber das hat sich so langsam entwickelt. Da bin ich sehr dankbar. Da gab es einen im Verein bei uns, Ronny hieß der. Der war einer der ganz wenigen, der auch so die Idee hatte, weg vom Hang könnte Spaß machen.
Und der hat gesehen, dass ich auch daran Spaß habe, in die Luft zu gehen und lange zu fliegen. Und schien auch damals schon ambitioniert zu sein. Und dann sagte er, probiere das doch mal. Und da wurde ganz neu, ich glaube, das waren die Moselfalken, die damals den XC -Cup ins Leben gerufen haben, um diese
Zeit herum. XC -Cup ist ein, kann man einfach jetzt einfügen, so ein regionaler Streckenflugwettbewerb, der mittlerweile fast das gesamte deutsche Mittel - und Flachlandgebiete, also vor allem die Mittelgebirgsgebiete abdeckt. Richtig, genau.
Und das hatte mal begonnen, das waren früher nur diese Moselgelände, aber inzwischen tatsächlich einen sehr großen Bereich abdeckt. Und das hat mich... Das hat mich interessiert und gereizt und dann habe ich angefangen damit. Und tatsächlich kamen dann die ersten Strecken. Und jetzt kommt eigentlich so einer der ersten Highlights, die ich dann hatte. Und das hat weniger mit dem Fliegen zu tun, als was dann danach passierte. Aber was sehr dazu beigetragen hat, dass ich bei diesem Streckenfliegen nicht nur dabei geblieben bin, sondern dass ich sage, das ist sowas von schön und das ist so eine der schönsten Seiten des Fliegens. Ich bin nämlich irgendwann auch von der Mosel ausgeflogen bis hinter Bonn.
Oberdres hieß dieses Kaff, eine große Wiese, Kinder, die... Also ich wohne in Bonn, aber ich kenne Oberdres nicht. Aber ist es wahrscheinlich wirklich ein Kaff? Zwischen Rheinbach und Bonn, irgendwo, keine Ahnung. Und ich habe eine große Wiese gesehen. Und auf dieser Wiese liefen Kinder herum. Und es ging runter und ich dachte, ja komm, landest du hier, hast du Platz und dann hast du noch Zuschauer. Und ich bin dann da. Ich bin gelandet und dann kamen die Kinder auf mich zu, gestürmt. Und ein Felix kam auf mich zu, guckt mich mit großen Augen an und sagt, bist du mein Geburtstagsgeschenk?
Das war so ein schöner Satz, der ist bis heute hängen geblieben. Und fünf Minuten später saß ich mit den Kindern, einigen Eltern ums Lagerfeuer rum, mit einer Wurst in der Hand und einem Kinderexotik -Punsch und habe denen erzählen müssen, was ich für ein Pfleger bin und was ich schon mache und wie das geht. Und die waren so interessiert. Und dann haben die mich alle noch begleitet zur nächsten Umgehungsstraße. Die Eltern haben sich kaputt gelacht, weil ich gesagt habe, ich stelle mich jetzt hin und halte den Daumen raus und versuche jetzt nach Hause zu kommen. Es hat keine fünf Minuten gedauert. Dann hielt einer an, russisch sprechender Mensch und fragt mich, wo ich hin wollte. Ja, nach Milan -Kerlich. Ah, ihr wollt nach Koblenz fahren.
Ihr könnt mich in Milan -Kerlich absetzen. Und dieses Erlebnis ist hängen geblieben. Das war mein erster Flug über 50 Kilometer und eben dieses Erlebnis. Und davon wollte ich mehr. Das reizt mich so sehr bis heute. Das hat nichts an der Faszination verloren. Und diese Geschichten, da könnte ich jetzt stundenlang davon erzählen, kommen immer und immer wieder. Und ich versuche halt auch unsere Vereinsmitglieder oder alle, alle Flieger zu motivieren, sowas auszuprobieren. Viele trauen sich deswegen nicht, weil sie sagen, ich weiß nicht, wie ich zurückkomme. Und dann sage ich, das ist gerade das Spannende. Und das ist gerade das Schöne. Und probiere es aus und du wirst deine Erfahrungen machen.
Und ja, ich glaube, den einen oder anderen habe ich schon motiviert, mit diesen Geschichten auch selber auszuprobieren und sich auf den Weg zu machen.
Das war jetzt so dein erster großer Streckenflug, wo du sagst, dieses Erweckungserlebnis gehabt zu haben. Ich kann auch wieder zurückkommen. Und auch das ist eine spannende Geschichte, die sich daraus immer ergibt. Wie ist es denn dann geworden, dass du zu dem Punkt kamst, wo du sagst, ich will auch gar nicht mehr mit dem Auto zu den Startplätzen fahren, weil mir das vielleicht auch neue Perspektiven gibt oder neue Möglichkeiten eröffnet?
Gut, in den letzten Jahren versuche ich sowieso immer mehr auf das Fahrzeug zu verzichten, auch außerhalb der Gleitschirmfliegen und versuche, andere Möglichkeiten auszutesten. Zur Arbeit zu fahren mit dem Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Das gelingt mir immer besser und immer mehr und dann war das selbstverständlich, dass ich das auch so überlegt habe fürs Gleitschirmfliegen. Es ist auch gar nicht so verkehrt, denn unsere Fluggelände, vor allem der Rhein -Moselaner, liegen auch ganz gut gelegen in der Nähe von Bahnhöfen, die meisten, sodass das auch eine gute Option ist. Neben der Tatsache, dass ich es ja auch in früheren Zeiten oft erlebt habe, man fliegt bei uns in Bobbert am Rhein los, hat da oben am Startplatz das Auto stehen, man fliegt weg, man kommt irgendwann abends in der Nacht im Dunkeln am Bahnhof wieder zurück und muss dann noch den Grat hochlaufen.
Über so einen Felsgrat läuft man da hoch zum Startplatz, um da sein Auto einzusammeln. Und dann habe ich einfach überlegt, es müsste doch auch anders möglich sein und hatte auch da so ein Erlebnis, dass ich in Bobbert gestartet bin einmal. Bin ich auch mit dem Zug hingefahren, hochgelaufen, gestartet, bin dann mal eine ganz andere Strecke geflogen, die nicht in den Norden ging oder in den Nordwesten, sondern eher in den Süden. Also
Bobbert ist eigentlich ein Ostgelände. Ist eigentlich ein Ostgelände, genau. Es gibt dann auch noch so einen Luftraum, wo man eher nördlich umfliegen sollte. Oder drunter bleiben muss und sonstiges. Aber da hast du jetzt mal eine andere Route genommen und bist nach Süden geflogen.
Es war schwacher Nordwind und ich hatte dann doch das Glück, in einer Thermik aufdrehen zu können an diesem Oststartplatz und bin tatsächlich Richtung Süden geflogen bis in die Nähe von Saarbrücken und in Kirkel gelandet am Ende der Welt.
Kennt wieder kein Mensch, aber ja. Muss man nicht,
aber es hatte einen Bahnhof, den habe ich von oben gesehen und hoffte, dass ich irgendwie nach Hause komme. Dieser Zug, der dann abends um 20 vor 8 kam, fuhr dann tatsächlich über Trier nach Koblenz und ich war super schnell noch, also kurz nach Mitternacht, zu Hause. Hätte ich mein Auto noch abholen müssen, das wäre lange nicht mehr gegangen an dem Tag. Und da habe ich gedacht, okay, das wird auch eine gute Geschichte, wenn das auf Dauer gehen würde. Und man ist nicht mehr an das Fluggelände gebunden. Seitdem fliege ich auch viel öfter wieder auf Strecke anstatt Dreieck. Was bedeutet das? Bei dem Dreiecksfliegen ist mir aufgefallen, dass ich mich selber limitiert habe.
Ich will ja auf jeden Fall zum Auto zurück.
Also machst du nur ein kleines Dreieck, weil du sagst, ich will nicht absaufen, die 20 Kilometer kriege ich geschlossen, aber die 40 vielleicht nicht.
Vielleicht. Und jetzt habe ich die Möglichkeit zu sagen, oh, das Auto ist nicht da. Also ich gehe einfach mal auf Strecke in eine Richtung. Dann kann daraus aber trotzdem noch ein Dreieck werden. Das ist mir dann auch in diesem Jahr passiert. Dann habe ich den Luftraum nicht büschel, daneben. Spandalen. Den Luftraum Spandalen umflogen, genau. Und tatsächlich gelang mir da auch ein Dreieck. Da gibt es auch wieder eine schöne Geschichte. Darf ich die erzählen? Du musst sie sogar erzählen. Ich zwinge dich. Um Spandalen rumgeflogen. In der Nähe von Föhren. Auch wieder in so einer Waldlichtung gelandet. An einer Straße mich hingestellt. Den Daumen rausgehalten. Tatsächlich keine 20 Sekunden später hält ein Auto.
Der macht die Türe auf, sagt Hallo, ich bin der Ralf. Und ich, ich bin auch der Ralf. Und er, aber ich bin der Ralf mit PH. Und ich bin der Ralf mit F. Der wusste aber nicht, dass du der Ralf mit F bist. Nein. Ich weiß auch nicht, warum er sich mit Namen vorgestellt hat. Aber so nett, wie er da kam, so nett war er die ganze Zeit. Er hat mich eingepackt. Er hat dann gesagt, ich fahre dich aber jetzt nicht zu dem Bahnhof, sondern ich wohne da oder dort. Und du hast noch Zeit, weil ich arbeite bei der Bahn. Wir haben noch eine halbe Stunde Zeit. Ich nehme dich erst mal mit nach Hause. Dann bekommst du ein Bier. Und dann schaue ich, dass du auf jeden Fall pünktlich am Bahnhof bist. Zehn Minuten später saß ich dann bei ihm im Garten, habe seinen super tollen gepflegten Garten gezeigt bekommen.
Und er sagte ganz stolz, dass er eben am Wochenende Commun feiert. Seine Frau kam auch noch. Ich wurde vorgestellt. Ich bekam ein Trinken.
Und zehn Minuten später sagte er so, ab jetzt. Ich fahre dich gerade zum Bahnhof. Er hat mich bis zum Bahnsteig gefahren. Sagte dann auch noch, hier, da steigst du jetzt ein. Der fährt dann bis da und dann. Dann steigst du bitte noch um und dann wechselst du in den Express. Das sind Geschichten. Die sind natürlich wunderbar. Wunderschön, ja. Also mit nichts rechnen. Und dann landest du dann wirklich neben irgendwelchen Highland -Rindern, waren das gewesen. Und dann hält einer an und eine super tolle Begegnung. Ich habe ihm nachher auch noch Fotos geschickt vom Fliegen von oben, von seinem Ort. Und er hat mir dann auch noch von seiner Seite dann Fotos geschickt. Schöne Begegnungen, die nachhaltig sind oder die nachwirken und die ich mit in meinen Alltag nehmen kann. Und darum geht es mir auch.
Nicht das reine Fliegen, sondern so einen Flugtag als Eventtag zu begreifen und davon zu zehren in meinem Alltag. Und das gelingt sehr gut. Denn, das muss ich immer noch sagen, dieses Gleitschirmfliegen ist für mich, es gibt mir Energie, es gibt mir Kraft. Das brauche ich auch. Das ist so eine Säule, die ich so habe. Neben natürlich meiner Familie und dem Freundeskreis, die ganz wichtig sind für mich, aber auch meine Arbeit, die mir wichtig ist. Ich arbeite beim Jugendamt und die Arbeit mache ich sehr gerne, obwohl sie auch teilweise sehr anstrengend, auch belastend sein kann. Und für meine Psychohygiene, für meine Gesundheit ist das Gleitschirmfliegen und diese Geschichten, die ich hier so erzähle,
Balsam und Kraft und Energie, die mich dazu bringen, dass ich mit 58 Jahren immer noch sagen kann, ich mache gerne meine Arbeit im Jugendamt. Das hat so auch garantiert was damit zu
tun. Das heißt, solche Geschichten sind auch sowas wie, man erfährt ständig das Gute im Menschen. Also von den Leuten, mit denen du begegnest, die dir plötzlich sehr wohlwollend entgegentreten und dir was im Grunde schenken, was du nur noch annehmen musst.
Sowieso. Ich habe es natürlich einfach. Das weißt du auch. Wenn man so einen Rucksack auf dem Rücken hat, kommt man ganz schnell auch ins Gespräch, wenn man es gut anstellt. Und dann hat man auch immer ein Gesprächsthema. Ja. Ich fange immer an mit, ich habe ein Flugzeug hier im Rucksack. Und dann lachen die sich erst mal kaputt. Und dann hat man aber das Thema schon. Und da gibt es zum Beispiel auch noch so eine Geschichte. Da bin ich auch irgendwo in der tiefsten Eifel gelandet. Ein Junge hat zugeguckt, war acht Jahre alt etwa. Und der hat dann gesehen, wie ich gelandet bin, kam auf mich zu und fragte, wo ich denn herkomme. Da habe ich gesagt, ich bin jetzt hier geflogen ein paar Stunden vom Rhein. Und dann hat ihm das gereicht und er ist dann weggefahren mit seinem Flugzeug. Und dann kam er wieder mit seinem Fahrrad. Und fünf Minuten später kam er wieder mit seiner Mutter im Schlepptau, die sehr skeptisch wissen wollte, was das für ein komischer Mann ist und was der seinem Sohn erzählt hätte.
Und dann sieht sie mich. Und ich kann ihr dann tatsächlich erklären, dass ich wirklich mit diesem Stück Stoff da geflogen
sei. Mit dem
Flugzeug im Rucksack. Und dass das jetzt alles hier so in diesem Rucksack drin ist. Und dass ich jetzt wieder nach Hause. Irgendwie gekommen habe. Und ich versuche jetzt, einen Bahnhof zu finden. Und von dieser Skepsis am Anfang war da nichts mehr zu spüren. Und die war total begeistert, dass das geht. Hat mich mit zu sich genommen. Da waren noch mehrere Kinder dann da. Ich habe was zu trinken bekommen. Und irgendwann hieß es so. Und jetzt steigst du mit ein. Ab in den VW -Bus. Alle Kinder. Wir müssen meine Tochter abholen am Bahnhof. Da bringe ich dich jetzt hin. Zack. Und das ist so die nächste schöne Geschichte. Also es kommen immer wieder solche Geschichten. Und dieses Positive.
Und diese schönen Erlebnisse, die man da so hat. Die haben auch alle mit diesem Gleitschirmfliegen zu tun. Ohne den Gleitschirmfliegen gäbe es die nicht. Und das ist eine Kombi. Und das hat sich wirklich entwickelt. Früher war es ab ins Fluggelände. So lange wie möglich. Oder so weit wie möglich fliegen. Ganz schnell wieder einparken. Weil man hatte noch was anderes zu tun. Und nach Hause. Und inzwischen nehme ich mir das. Ich nehme mir da mehr Zeit. Auch wenn ich, glaube ich, insgesamt etwas weniger fliegen gehe. Weniger oft fliegen gehe. Aber ich suche mir die Sahne -Stückchen auch aus. Das gelingt mir inzwischen sehr gut.
Sahne -Stückchen heißt wettertechnisch auch die Sahne -Stückchen? So ist es
natürlich. Bedeutet, ich weiß relativ gut, wann es geht. Ab und zu bekommt man dann am Startplatz auch zu hören. Der Ralf kommt. Es könnte jetzt gehen. Ist auch teilweise auch so. Ja. Und das ist aber schon wohl geplant. Und da ich unsere Fluggelände sehr gut kenne. Seit fast 30 Jahren befliege. Weiß ich, dass eben so ein Nassauer Fluggelände abends erst geht. Ein Bobberter Fluggelände. Aufgrund seiner Besonderheiten. Entweder mittags oder am Nachmittag. Abends zum Rentner suchen. Man weiß halt, wie die Gelände zu nutzen sind. Und das nutze ich. Und versuche daraus ein schönes Erlebnis zu machen. Was ich dann, wie du das eben am Anfang vorgelesen hast.
Auf Facebook festhalte. Das ist natürlich in erster Linie auch für mich. Das nehme ich als Flugbuch. Und für mich zum Nachgucken. Das habe ich alles schon erlebt. Ich lese da immer sehr gerne nach. Aber auch um den vor allem fliegenden Mitmenschen. Aber auch den nicht fliegenden. Also die, die mich auch so kennen. Zu zeigen, wie begeistert ich davon bin. Und die Schönheit der ganzen Geschichte. Denn. Gleitschirmfliegen ist ja nicht nur schön. Das wissen wir. Und wenn wir in den Medien vertreten sind. Dann sind wir meistens negativ vertreten. Das ist ja auch klar. Oder es muss total spektakulär sein. Und ich sage immer. Für mich ist das Gleitschirmfliegen. Banal. Ist wie Fahrradfahren in der Luft.
Das glauben die meisten Menschen nicht. Doch, ist ja eigentlich so. Von der Geschwindigkeit her und von allem. Ist das inzwischen so für mich.
Ein Radeln in der Luft. Und um den Menschen zu zeigen. Das ist nicht etwas spektakuläres. Was total gefährliches. Wo man sein Leben aufs Spiel setzt. Da können wir gleich noch dazu kommen. Wie ich auch dazu gekommen bin. Das so für mich so zu nehmen. Also dass ich da auch Grenzen auch einhalte. Und so weiter. Damit es einigermaßen sicher ist. Aber das möchte ich vermitteln. Ich möchte. Ich möchte. Ich möchte. Den Menschen die Schönheit des Fliegens vermitteln. Dass es ein tolles Hobby sein kann. Wenn man Grenzen und Regeln beachtet.
Und dass das eine Quelle der Energie ist.
Und dass das eine Quelle der Energie ist. Nun bist du ein sehr positiver Mensch. Deswegen kenne ich dich auch schon lange.
Deine Facebook -Posts sind eigentlich immer eine Ausgeburt der Freude. Deine
Facebook -Posts sind eigentlich immer eine Ausgeburt der Freude. So
ungefähr. Die sprühen nur so. Bei diesen ganzen, wo du sagst. Okay, ich bin da im Saarland. Nicht in Saarbrücken, aber im Saarland in Krikl. Oder wie es auch immer heißt. Da bin ich gelandet. Ich habe den Bahnhof gesehen. Und dann fuhr auch gleich die Bahn und sonstiges. Das klingt alles so wie auch sehr viel Glück immer dabei. Also dass du da immer sehr viel glückliche Momente auch erlebst. Also dass du da immer sehr viel glückliche Momente auch erlebst. Die aber auch mit Glück, also Zufällen zu tun haben. Hast du bei dem Ganzen auch mal einen richtigen Reinfall erlebt? Dass du irgendwo im Nichts in der Eifel standest und wirklich festgestellt hast. Dass du irgendwo im Nichts in der Eifel standest und wirklich festgestellt hast. Dass du irgendwo im Nichts in der Eifel standest
und wirklich festgestellt hast. Mein größter Reinfall, wobei der wirklich ein kleiner Reinfall ist. Mein größter Reinfall, wobei der wirklich ein kleiner Reinfall ist. Dass ich einmal zwei Stunden in der Nähe des Nürburgringes gestanden habe. Dass ich einmal zwei Stunden in der Nähe des Nürburgringes gestanden habe. An einer falschen Stelle. Daumen rausgehalten, das hat da keiner gehalten. Nur so ein paar Engländer haben ihre Späßchen dann mit mir gemacht.
Sind fünfmal dran vorbeigefahren oder was? Das
war das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe. Zwei Stunden? Ja, und danach hat mich aber tatsächlich noch ein anderer Flieger dann abgeholt und das war's. Warum sagst
du falsche Stelle?
Genau, man muss ein bisschen strategisch auch denken und gucken und überlegen. Je kleiner die Straße, desto eher nimmt dich jemand mit. Also keine Bundesstraße wählen, da fahren sie
alle eh mit 90 an dir vorbei und haben...
Ja, genau, so ist es. Das ist zum Beispiel so eins. Und man kann da so, da gibt es mehrere Strategien, genau. Zum Beispiel, was noch? Menschen ansprechen, wenn man das tut. Die meisten, wenn man sie freundlich anspricht, mit den meisten kommt man ins Gespräch, zum Beispiel.
Was gibt es denn noch für Strategien?
Hast du ein Schild? Also es gibt ja sowas wie, nimm mich mit Schild und sonstiges was. Habe ich
irgendwann mal von meinem Schwager bekommen, habe ich zwei, dreimal dabei gehabt, aber das war mir dann so umständlich, das auszupacken und ich weiß auch nicht, ob die das wirklich so auf der Ferne her sehen, ich kann es nicht sagen. Nein, man muss sich an die Straße zum Beispiel stellen, ohne Kappe, ohne Sonnenbrille, mit einem freundlichen Gesicht. Und
dickem... Also zeigst du dann auch deinen dicken Rucksack? Ja,
der liegt
meistens neben mir, ja, ja. Also man könnte auch sagen, ich verstecke den erstmal, weil sie sonst vielleicht Angst kriegen, oh, da ist so ein dicker Rucksack, den kann ich nicht mitnehmen. Nein, ich lasse den immer
schön bei mir.
Ist das vielleicht auch Attraktion, dass sie sagen, wer ist das denn mit so einem dicken Rucksack da?
Ja, vielleicht bin ich ja, genau, vielleicht macht es ja neugierig auch, was ist das für einer, ja.
Spannenderweise, ich bin auch irgendwann mal gelandet und stand an der Straße und dann hat ein alter Mann angehalten und hat gesagt... Er hat mich deswegen mitgenommen, nicht wegen deinem Sack, sondern weil ich deine Schuhe gesehen habe, was du für Wanderschuhe anhattest oder dass du Wanderschuhe anhattest. Und dann hat er mich mitgenommen. Also manchmal sind es banale Dinge, ja, aber es gelingt immer wieder. Und tatsächlich, es ist ganz, ganz, ganz selten der Fall gewesen, dass mich Anhalter nicht mitgenommen haben. Aber tatsächlich, je weiter im Land, auf dem Land, in der Eifel, wir fliegen ja meistens in der Eifel, wenn wir jetzt an den Fluggeländen denken, die wir... die wir jetzt hier bei uns so vor Ort haben oder ich vor Ort habe,
je ländlicher, desto einfacher ist das Ganze, ja. Oder dass eben man ins Dorf geht und man da ins Gespräch kommt und nachfragt, wo ist die nächste Bushaltestelle, der nächste Bahnhof? Kein Problem, dann wäre ich mit dem Probe gerade mal zum nächsten Bahnhof gefahren oder... Probe? Was ist das? Das ist so ein schnelleres Auto. Ah, ja. Ja, glaube ich. Ja, das ist es. Hatte ich schon gehabt oder ich bin auch sogar schon mit einem, nicht Mini, hier von so einem kleinen Mercedes, wie einer Smart, der hatte schon sein Mountainbike hinten drin gehabt und trotzdem hat er noch Platz für mich und meinen Schirm. Also es ist unglaublich, mit wem man alles mitkommen kann und wer einen mitnimmt. Und meine Erfahrung zeigt, die Frauen nehmen einen mehr mit als die Männer.
Auch das ist für mich sehr überraschend, weil ich dachte so, Männer könnten ja auch etwas bedrohlich wirken. Und deswegen würden die Frauen da nicht anhalten. Also die meisten sind Frauen, die einen mitnehmen. So, interessante Geschichten. Und das Interessante ist, sobald man dann im Auto sitzt, man hat angefangen zu erzählen. Höre ich nicht mehr auf zu erzählen. Manchmal sitzt man dann irgendwo,
sind schon längst angekommen. Der Zug ist schon abgefahren und sagt, oh Mist, jetzt habe ich den verpeist. Und man erzählt immer
noch. Aber das sind ganz wertvolle Begegnungen, die man da hat. Und die sind, die wirken so nach. Und ich denke an so viele schöne Geschichten zurück. Und dieser Erfahrungsschatz, der bleibt. Ich habe ja immer, ich habe ja so meine Befürchtung, irgendwann, früher oder später, werde ich ja aufhören zu fliegen. Und dann hoffe ich, dass diese Kiste mit diesen schönen Geschichten dann aber trotzdem weiterhin mir zeigen, es war eine sehr, sehr schöne Zeit.
Hast du auch Leute schon mal mehrfach getroffen? Also, dass dich jemand ein zweites Mal sagt. Ja, sag mal, vor drei Jahren bist du doch schon mal bei mir im Vorgarten gelandet oder sonst irgendwas. Nein, dafür bin ich zu selten an einem Ort gelandet. Das ist mir noch nicht gelungen. Also, du fliegst jedes Mal ein Stückchen weiter und so, bist immer erfolgreicher.
Auch da hat sich was entwickelt. In den ersten Jahren, so ab 2002, als ich angefangen habe zu fliegen, habe ich natürlich versucht, in meiner Klasse, Sportklasse, immer besser zu werden. In diesem XT Cup ist es mir auch schon gelungen. Also, bester war dann am Ende der Saison.
Und irgendwann wandelte es sich. Denn dann rannte man oder flog man den Punkten hinterher. Und das hat was von der Qualität genommen oder von dem Schönen des Fliegens. Und es hat mehrere Jahre gedauert, bis ich damit leben konnte, zu sagen, hey, ist doch schön, wenn andere auch weit fliegen oder besser fliegen. Das ändert doch nichts daran, dass du schöne Flüge hast.
Ich muss nicht den Tagessieg haben. Aber das hat
gedauert. Ja, ich durfte da teilweise abends nicht mehr reinschauen in diese Übersicht. Wer ist denn heute am weitesten geflogen an dem Gelände? Weil es dann wirklich auch meine Freude nahm an den schönen Flug, den ich hatte. Und das gelingt mir inzwischen sehr gut. Und da merke ich auch, dass ich da etwas reifer geworden bin in dieser Sache. Und es ist gar nicht mehr die Strecke alleine, sondern was ich mir jetzt auch seit ein, zwei Jahren gesagt habe, ich möchte lange in der Luft bleiben. Das ist inzwischen für mich mehr wert, wenn es mir gelingt. Das mache ich immer noch gerne. Und wenn ich nur fünf Stunden lang auf engstem Raum die Wolken küssen kann, also Wolken küssen, also bis an die Wolke fliegen oder in der Nähe der Wolke rumzufliegen und von oben die Seele baumeln zu lassen, mir die Landschaft ansehen können.
Und das ist traumhaft. Wenn
würdest du denn auch fünf Stunden in La Sergue oder Boppart oder sowas einfach nur fliegen? Ritsch, Ratsch, 100 Meter an der Kante längs fliegen? Das würde ich
nicht tun, nein. Es muss schon mehrere hundert oder tausend Meter vertikal dazwischen liegen. Nein, sobald ich einige hundert Höhenmeter habe, gehe ich natürlich auf Strecke. Aber es geht nicht mehr darum, nur noch Strecke machen, sondern einfach auch zu genießen. Und das gelingt. Und mir gelingt es auch tatsächlich nach 30 Jahren immer noch zu sagen, es ist immer noch ein Geschenk, dass es mehr wird als ein Gleitflug, dass es ein schöner Streckenflug ist oder dass ich es jetzt schaffe, irgendwo bis an die Wolke zu fliegen. Und je nachdem, manchmal sage ich auch, das ist für mich wie eine Gnade, also was ganz Besonderes. Und dieses Besondere hat sich über die ganzen Jahre gehalten.
Wie hast
du das geschafft? Ich kenne einige, denen irgendwann so ein bisschen der Spaß am Fliegen, Flöten geht, aus welchen Gründen auch immer. Weil
ich immer noch mal geschaut habe, was ist mir wichtig oder was ist mir weniger wichtig und immer noch mal nachjustiert habe. Wie am Anfang war es mir Hauptsache, ich konnte überhaupt in die Luft gehen. Also jeden Fliegtag kann ich nutzen.
Ich muss ins Gelände fahren.
Also der Aufwand zum Beispiel, das einzige Fluggelände, was in der Nähe war damals, wo ich mich getraut hatte, das war La Sergue. Und da liegt der Fluss dazwischen und keine Brücke. Und damals gab es... Da war damals ein Klabautermann, der fuhr... Eine kleine Fähre. Der hatte so eine kleine Fähre an seiner schwimmenden Kneipe und dann musste ich halt dahin laufen. Da hat er mich rübergefahren und dann habe ich das teilweise viermal am Tag gemacht.
Hauptsache ich war in der Luft. Und meistens waren die Flüge zwei bis drei Minuten lang.
Abgleiter über die Mosel drüber, auf der anderen Seite gelandet, warten, dass der Klabautermann mal endlich wieder losfährt und dann wieder auf der anderen Seite hochzulaufen.
Dann wieder hochzulaufen für den nächsten Flug. Und genau das... War dann irgendwann zu wenig. Und gerade La Sergue, da habe ich viel gelernt. Da habe ich auch gelernt, den Wind kennenzulernen oder zu sehen, wie sehr müssen die Blätter rascheln, damit ich oder der Baum wackeln, dass ich auch da sohren kann oder dass ich gemerkt habe, okay, jetzt hier kommt eine Thermik an, in die steigst du rein und da kannst du dann rein starten und Höhe machen, um dann anschließend top zu landen. Das ist ein Gelände, wo man das machen kann. Und irgendwann hat man festgestellt, okay, oder habe ich festgestellt, wenn ich jetzt das und das mache, dann könnte es sein, dass ich hier wirklich sehr gut einen guten Tag erwische und dann schön auf die Strecke gehen kann. Das hat sich entwickelt und so habe ich mich weiterentwickelt.
Und nachher, als ich dann gemerkt habe, so viel weiter kann man auch bei uns nicht mehr fliegen. Wir haben die Lufträume, die ja das Ganze ziemlich limitieren. Zum Beispiel, auch da hat man das natürlich immer weiter ausreizen können, zu sagen, ja, geradeaus geht es zwar nicht, aber dann einfach um die Lufträume rum. Das. Das hat man dann natürlich auch versucht. Aber irgendwann kommt man an seine Grenzen, auch an seine Leistungsgrenzen. Also ich habe nicht irgendwann mich weiterentwickelt. Das zu sagen, okay. Also Leistungstechnik. Leistungstechnik, ja.
Ansonsten hast du dich ja schon entwickelt, wenn du sagst, du hast deine Einstellung eigentlich immer geändert.
Genau, ich kann schöne Strecken fliegen, genau. Aber da geht jetzt nicht mehr sehr viel mehr. Aber man kann dann nochmal schauen, wie ich das eben so, so gesagt habe, okay, die Punkte ist nicht alles, sondern das Drumherum möglicherweise oder das Ganze als Event sehen und auch den Tag insgesamt zu genießen. Denn es ist doch eine tolle Geschichte, nicht arbeiten zu müssen, sondern an dem Tag in der freien Natur zu sein, wandern zu dürfen, fliegen zu dürfen, Begegnungen mit Menschen haben zu dürfen und einen schönen Tag verbringen zu dürfen, der einen wieder Kraft gibt.
Jetzt hast du vorhin mal angedeutet als Thema, du hast auch mit der Zeit gelernt, die Risiken für dich, die mit dem Fliegen verbunden sind, etwas einzuengen. Ja. Wie hast du das gemacht oder welche Erkenntnisse hattest du da? Hattest du vielleicht irgendwann auch mal etwas, wo du sagst, das war ein wirklich negatives Erlebnis, was Risiko betrifft? Also hast du dich immer mal wirklich beim Fliegen verletzt und darauf gesagt, ich muss was anders machen? Oder wie kam es dazu? Ich habe das
große Glück, dass ich niemals groß verletzt war. Liegt möglicherweise. Das liegt am Glück, auf jeden Fall.
Also harte Landungen gab es, aber es ist nicht passiert. Harte Landungen
gab es, aber da ist mir nichts Großartiges passiert. Baumlandungen natürlich auch, alles schon gehabt. Ich habe aber über die Jahre hinweg viele Flieger kommen und gehen sehen, die sich oftmals überfordert haben, vor allem mit dem Material.
Oder eben, dass sie halt die Bedingungen herausgefordert haben, die sie überfordert haben. Die Wetterbedingungen, die Bedingungen. Am Startplatz oder in der Luft. Und für mich waren manche Sachen ganz klar. Ich wollte es einigermaßen verantwortungsvoll machen, damit ich auch morgen noch in die Luft gehen kann und dieses Hobby auch morgen noch ausüben kann. Ich sehe es aber auch als Verantwortung meiner Familie gegenüber. Und ich habe immer überlegt, was braucht es denn, um eine schöne Zeit zu haben? Dementsprechend habe ich das Material auch ausgesucht. Es gab sehr viele, die nach der Schulung ganz schnell auswählen. Auf heißere Kisten umgestiegen sind. Auf Gleitschirme, die gut
waren, aber den neuen Piloten überfordert haben. Und ich habe viele gehen sehen, die ein negatives Erlebnis hatten, die auch sich böse wehgetan haben und die dann aufgehört haben. Und ich wollte immer die Möglichkeit haben, dieses schöne Hobby auf Dauer auszuüben und habe daher so meine Grenzen so abgesteckt, zu sagen, unter anderem, ich fliege damals. Eins - bis Zweierschirme und jetzt die B -Schirme. Das reicht für meins, für das, was ich mache, völlig aus. Ich behaupte sowieso, für unsere Gelände hier an Rheinland -Mosel, die meisten, die ich hier so kenne, für 90 Prozent der Piloten reichen diese Schirme, also diese A -Schirme oder B -Schirme, reichen aus, um hier superschöne Sachen und eigentlich alles zu erleben, was man vielleicht auch mit C - und D -Schirme erlebt, leben kann.
Man hat weniger Stress. Ich fühle mich so wohl unter einem B -Schirm. Ich habe zwar seit ein paar Jahren auch einen C -Schirm. Den fliege ich immer dann, wenn ich weiß, dass es einigermaßen ruhig ist und ich den auch beherrschen kann. Ich habe nie eine schlechte Erfahrung auch mit diesem C -Schirm gemacht. Aber ich fühle mich halt von Anfang an und immer zu jeder Zeit unter einem B -Schirm wohler.
Daher habe ich auch möglicherweise auch nicht die Heftigkeit, die ich in den richtigen Erfahrungen gemacht habe, da ich keine Flugsituation hatte, die wirklich so war, wo ich gesagt habe, jetzt bin ich nur noch derjenige, der reagiert und das Schicksal entscheidet jetzt. Das habe ich, glaube ich, niemals erlebt in dieser ganzen Zeit. Bedeutet aber auch viel fliegen, immer und immer wieder fliegen, sich mit diesen Themen auseinandersetzen, Grenzen beachten, und dann Ground Handling. Ground Handling. Auf jeden Fall betreiben. Das ist neben dem Fliegen selber, finde ich, eine superschöne Spielart auch.
Und alles, was man in Ground Handling lernt, kann man auch in der Luft anwenden. Da habe ich zum Glück vor vielen, vielen Jahren mal den King, da habe ich den Mike King erleben dürfen. Und auf der Wasserkuppe, da habe ich so ein, einen Kuss mitgemacht.
Es hat zweieinhalb Tage geregnet. Und es waren nur acht Teilnehmer. Und er hat uns so motiviert. Und ich bin so geflasht da weg. Und mit solchen tollen Ideen. Wir sind mit nassen Schirmen, sind wir da rumgeturnt, haben wir rumgeturnt und hatten unseren Spaß gehabt. Und ich war so fasziniert vom Mike King damals, weil der uns so motiviert hat. Und er hätte auch sagen können, ja, scheiß Wetter, wir lassen das sein. Nein. Und wir haben zum Glück auch in der Nähe ein Gelände, ein Übungsgelände. Rodenbach nennt sich das. Und da bin ich sehr, sehr oft. Das Schöne ist, ich stelle mich in meinen Hof auf eine Haushaltsleiter und schaue mit einem Fernglas rüber. Und dann sehe ich, okay, da liegen Gleitschirme.
Und da sehe ich, wie sie liegen, ob sie stehen in der Luft, wie sie stehen. Du kannst die
Windrichtung erkennen. Kann
alles erkennen. Und denke, ja, das lohnt sich. Ich setze mich aufs Fahrrad und bin eine Dreiviertelstunde später dann in diesem Gelände. Ich habe das Glück, dass das halt alles in der Nähe ist. Aber ich sage allen auch, die anfangen oder die fertig sind mit der Ausbildung, viele melden sich bei mir, weil ich Fluggeländemat bin, Geländekoordinator der Gelände der Rhein -Muslaner. Und die fragen dann, wo kann man denn fliegen? Und dann sage ich immer, da oder dort gibt es Möglichkeiten. Aber ihr habt auch auf jeden Fall immer die Möglichkeit, da zu üben. Bei Nullwind, selbst bei Rückenwind. Zu jeder Zeit kann man da. Da üben. Und die, die das tun, die haben auch ganz schnell Erfolgserlebnisse. Vor allem dann in unseren Geländen, wenn da der Wind etwas stärker ist.
Die Flugstartplätze sind ja sehr klein und das ist manchmal sehr tricky. Und man erkennt sofort, wer auch am Boden viel geübt hat und wer das beherrscht. Und es macht super Spaß. Und das sind solche Dinge, die ich regelmäßig mache. Also Groundhandling bis heute. Viel fliegen. Grenzen einladen. Einhalten vom Material her, also von den Gleitschirmen, die sollen mich nicht überfordern. Ich muss mich darauf verlassen können, der Schirm auch auf mich und ich glaube, das gelingt. Und das sind alles so Komponenten, die dazu führen, dass ich hoffentlich auch die nächsten Jahre einigermaßen unfallfrei das Ganze betreiben kann. Es kann immer mal was passieren. Ich habe wirklich auch viel Glück gehabt.
Das muss man auch sagen. Ich habe natürlich auch Grenzen überschritten, die haben aber nicht Gott sei Dank dazu geführt, dass mir irgendwas passiert.
Was ist mit anderen Flugregionen? Also wir sprechen jetzt die ganze Zeit hier von der Region Mosel, Eifel und sonstiges. Wie häufig wählst du es auch mal zu sagen, ich will mal, in Anführungszeichen, wie du früher vielleicht gedacht hast, man kann es nur dort machen, also richtig fliegen. Ich will in die Eifel, ich will in die Alpen fahren und sowas.
Da ich Familie habe und war das für mich natürlich klasse, dass ich direkt vor Ort diese Fluggelände habe. Und da verbringe ich die meiste Zeit. Das sind 90 Prozent meiner Flüge sind halt, es werden da vor Ort gemacht. Natürlich sind wir auch, bin ich auch unterwegs. Ich kenne relativ viele Fluggelände auch in Europa.
Wenn ich, wenn wir mit Familie unterwegs waren oder ich jetzt mit meiner Frau unterwegs bin, ist natürlich auch immer der Schirm dabei. Deine Söhne sind aus dem Haus. Die Söhne sind mehr oder weniger aus dem Haus, genau. Und der Ältere übrigens auch Gleitschuhflieger. Der macht sich jetzt gerade auch wieder auf den Weg Richtung Alpen. Und der Schirm ist immer dabei. Wobei ich, wenn ich mit Familie unterwegs bin, ist es in erster Linie ein Familienurlaub. Und dann hat das überhaupt keine Priorität. Und dann war das in zwei Wochen, ein oder zwei Nachmittage, wo ich mir das dann mal gegönnt habe und der Familie zugemutet habe, dass ich dann wieder fliegen bin. Das heißt, es war auch so ein Abwägen, Zeit mit der Familie zu verbringen und Zeit des Fliegens. Und daher ist es meistens so.
Aber es ist auch so gewesen, dass ich da gefliegen bin. Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, passiert es wieder, dass ich häufiger auch in den Alpen unterwegs bin. Aber ich war auch mit dem Schirm schon in Norwegen, in Schweden. Relativ viel bin ich an der Düne unterwegs, in Dänemark oder in Holland.
Selbst auf Island bin ich schon geflogen. Neben den anderen Hotspots, die man so kennt, natürlich in den Alpen. Die kenne ich natürlich auch.
Deine Frau fliegt nicht so viel, ich weiß. Nein. Wie?
Hast du es geschafft, dass sie dir dieses dich doch sehr faszinierende Hobby und vielleicht eine Zeit lang auch sehr aufsaugende Hobby, dass sie dir das nicht übel genommen hat?
Du hast eben was von Glück gesagt. Ich habe sehr viel Glück gehabt, auch mit meiner Frau. Die hat mich zum Glück fliegenderweise kennengelernt, gerade in dieser heißen Phase.
Sie wusste, auf was sie sich einlässt. 97
habe ich angefangen, 98 habe ich sie kennengelernt. Sie wusste es. Und trotzdem, ich bin so froh, dass sie mir das erzählt hat. Dass sie mir das so gegönnt hat und gönnt und dass sie teilweise sehr großmütig war. Ich habe es gerade in den Anfangsjahren auch teilweise übertrieben. Und sie hat es mitgetragen und sie hat es ausgehalten. Denn als dann mein Sohn angefangen hat zu fliegen, habe ich gemerkt, was ich mir plötzlich für Sorgen mache um meinen Sohn. Und ich konnte teilweise, als er seinen Schein hatte, wir waren zusammen fliegen, bin ich landen gegangen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, weil ich mir so Sorgen um meinen Sohn gemacht habe. Und dann dachte ich, was musste meine Frau all die Jahre so aushalten? Und da hat sie mitgetragen.
Und mein Sohn ist ja schon seit dem 14. Lebensjahr schon auch am Schirm und hat vorher schon auch Groundhandling gemacht. Also seit seinem 9. Lebensjahr ist er mit Gleitschirm irgendwie unterwegs.
Also der ist damit aufgewachsen, eigentlich dürftest du dir keine Sorgen machen, weil du sagst, wenn einer drauf hat, dann er wahrscheinlich
auch. Ja, natürlich. Und Groundhandling -mäßig ist er tausendmal besser als ich. Aber ja, und das hat sie alles mitgemacht. Und was mir... Was aber schon für mich immer ein Thema war, und das sage ich auch gerade, die, die anfangen und Feuer und Flamme sind, schaut darauf, dass ihr immer genügend Sozialpunkte sammelt zu Hause. Sozialpunkte? Was verstehst du da drunter? Da verstehe ich drunter, dass es geht nicht nur ums Gleitschirmfliegen, sondern wenn ihr euch nur noch aufs Gleitschirmfliegen konzentriert, dann könnte das eine oder andere möglicherweise in die Brüche gehen, was ich auch schon erlebt habe. Also ab und zu mal auf den Flug verzichten und was Schönes mit der Frau oder mit der Familie machen. Und diese Balance zu halten, das ist, glaube ich, auch diese große Kunst. Die große Kunst, also zu sagen, ja, ich habe Familie, Freunde, ich habe meine Arbeit und ich habe meine Leidenschaft des Fliegen.
Und das in der Balance zu halten, ist gar nicht so einfach. Ich hoffe, dass es mir in den letzten Jahren immer besser gelungen ist. Und ich bin froh, dass meine Frau das bis heute mitträgt. Nicht nur mitträgt, sondern auch ab und zu sagt, Ralf, geh endlich fliegen. Du
nervst. Du nervst. Ich merke, dir fehlt was. Du kommst dann etwas zufriedener wieder nach Hause. Also die kriegt das positiv mit, dass du dann wirklich ausgeglichener bist oder was auch immer. Ja, definitiv.
Ralf, mit so viel Glück am Ende würde ich einfach sagen, wir lassen es damit für diesen Podcast. Danke fürs Erzählen. Ja. Ich denke, dass einige Leute gerade auch ein bisschen Spaß vielleicht selber kriegen. Das probiere ich auch mal aus. Nicht an den Startplatz mit dem Auto zu fahren und dann mich gezwungen zu sehen, ich muss dort wieder landen, sondern ich gucke mal, an welchen Startplatz ich irgendwie anders dran kann und mich dann wirklich mal in ein kleines Gesamtabenteuer fliegen und wieder zurückkommen und sowas zu stürzen. Das würde ich jedem wünschen.
Das war Ralf Böhm. Bevor ich hier wie üblich auf die Fördermöglichkeiten für Lu-Glidz und Podz-Glidz hinweise, lasse ich einfach nochmal Ralf zu Wort kommen. Denn am Ende der Podcastaufnahme sagte er mir noch,
Das sind so viele Menschen, die so schöne Geschichten zu erzählen haben. Ich finde das so toll, dass du das machst. Dass du denen das aus der Nase rausziehst. Und das ist wirklich was Besonderes. Früher gab es ja so Sachen wie Gleitschirmzeitschrift und so weiter. Das brauchst du alles gar nicht. Aber das, was du so aus den Leuten rausziehst, das finde ich klasse. Aus der ganzen Welt des Gleitschirmfliegens, wie du das immer sagst. Aus dem Kosmos. Und das finde ich so schön. Und das zeigt halt die ganzen Facetten. Und genau, das hier war jetzt eine kleine Facette.
Wenn für dich Podz-Glidz auch wertvoll ist,
findest du unter dem Punkt Fördern alle nötigen Infos und Links, wie du dieses Projekt mit einem frei wählbaren, großen oder kleinen finanziellen Beitrag mit am Leben halten kannst. Allen Förderern sage ich Danke. Bis bald. Genießt die fliegerische Freiheit in allen Facetten. Ciao. Euer Lucian.