Die Aufgabe der Sicherheit, also dass gar nicht mal jetzt die Aufgabe der Wohnung jetzt, sondern dass man einfach sich von einer relativ vorgeplanten Karriereweg oder einem relativ gut strukturierten Karriereweg begibt in, hoffentlich gehe ich dieses Jahr nicht pleite, also einfach in einem wetterabhängigen Job, wo auch die Einkünfte oft schwierig sind, einfach nicht zu wissen, was passiert so in der Zukunftsplanung, wo führt das Ganze hin, dass einfach mehr dieses Im -Moment -Leben, das ist sowas, was viele nicht so richtig nachvollziehen können, also diese Entscheidung fürs Abenteuer. Und dann gleichzeitig gibt es wieder Leute, die sagen, ey, sowas würde ich auch mal gern machen.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Celia Viermann. Und ich bin Lucian Haas.
Stell dir vor, du hast Physik studiert, arbeitest sogar an deiner Promotion in......einem so komplexen Themenfeld wie der Quantenphysik, dann machst du einen Gleitschirmkurs und als du das erste Mal in einer Thermik aufdrehst, ist es um dich geschehen. Das Fliegen lässt dich nicht mehr los, sondern beherrscht ab da komplett dein Denken. Statt ins Labor zieht es dich in die Welt, um überall in die Lüfte zu gehen.
Das ist der Anfang der Geschichte von Celia Viermann. In dieser Episode 187 von Podz-Glidz erzählt die 36 -Jährige aus Heidelberg nicht nur davon, sondern auch, wie sie heute, fünf Jahre später, als eine Art nomadisch lebende Fluglehrerin ohne festes Zuhause ständig unterwegs ist, zwischen Lateinamerika und Europa, um Fluggruppen das Streckenfliegen näher zu bringen.
Nebenbei findet sie auch noch die Zeit und Motivation, bei Hike -and -Fly -Wettbewerben an den Start zu gehen. In diesem Sommer 2026 wird sie an den X -Pyr, quer über die Pyrenäen teilnehmen. Wie Celia dafür trainiert und welchen Ehrgeiz sie dabei hat, wird sie in den nächsten Jahren auch noch mal sehen. Auch darum geht es in dieser Podcast -Folge.
Solche anregenden Gespräche kann ich dir übrigens nur präsentieren, weil es Förderer gibt, die meine Arbeit an Podcast und Blog finanziell unterstützen. Mach doch mit. Wie das geht, steht im Gleitschirm Rock Nuglides und zwar dort auf der Seite Fördern.
Celia, wenn ich mir dein Leben so anschaue, dann habe ich so den Eindruck, man könnte dich bezeichnen als eine Gleitschirm -Nomadin. Siehst du dich selbst auch so?
Ja, schon. Auf jeden Fall. Also allein dadurch, dass ich selten länger als ein paar Wochen an einem Ort bin und dann den Ort immer wieder wechsle. Ja, es ist doch, es ist so ein bisschen Nomadentum. Es wird abgeschwächt dadurch, dass ich immer wieder zu ähnlichen Orten komme. Also immer wieder nach Mexiko, immer wieder nach Nordmazedonien, immer wieder auch nach Kolumbien. Und da mittlerweile schon viele, viele Leute kenne. Und dann mittlerweile fühlt es sich eher so an, als habe ich viele verschiedene Zuhause, zu denen ich zu einem nach dem anderen gehe. Aber es ist definitiv auch dieses Nomadentum, dass der Ortswechsel mit dazugehört und dass es jedes Mal wieder so ein kleiner Neustart ist. Das ist aber auch sehr, sehr schön. Also macht es sehr abwechslungsreich.
Gibt es denn einen Ort, wo du trotzdem noch sagst, das ist so mein Hauptzuhause oder was auch immer, wie man das nennen könnte?
Also in Heidelberg habe ich einige Freunde. Da wohnt auch noch mein Vater. Das ist so die, da bin ich zur Uni gegangen. Das ist noch so der Hauptstandort. Aber zeitmäßig ist mein Hauptstandort mittlerweile Mexiko. Also so, dass ich sage, der Ort, wo ich am meisten Zeit verbringe, wo ich mich auch sehr heimisch fühle, das ist Mexiko. Und aber in Deutschland eben Heidelberg.
Also Heidelberg wäre so die genetische Heimat, sagen wir mal. Oder wo du sagst, da bin ich immer noch familiär zu Hause. Und wenn du die Flieger -Community nehmen würdest, die Flieger -Familie, da würdest du sagen, die kommt eher aus Mexiko.
Genau, das ist vor allem dann Mexiko.
Wie kommt das, dass Mexiko so zu einem gewissen Art von ein bisschen Lebensmittelpunkt von dir geworden ist? Zumindest jedes Jahr zeitweise. Wie lange verbringst du da eigentlich immer?
Also Mexiko ist die Winterbasis. Also ich fliege im Oktober an. Anfang November in der Regel nach Mexiko. Und bin dann da bis März, Anfang April. Von da aus aber dann zwischendurch auch in Guatemala und Kolumbien. Aber es geht immer wieder zurück nach Mexiko. Also die langen Flüge sind hin und zurück nach Mexiko. Und dann fliegerisch bin ich da zweieinhalb Monate ungefähr. Und es war wirklich Zufall, dass ich nach Mexiko gekommen bin. Also ich habe irgendwann im ersten Jahr, als ich eben angefangen habe, sehr intensiv zu fliegen. Und dann der Winter kam, war irgendwie klar, ich muss irgendwo hin, wo es warm ist. Also ich hatte damals schon meine Wohnung gekündigt und habe im Auto gewohnt. Und es wurde kalt, sehr kalt.
Und dann war irgendwie klar, ich muss irgendwo hin, wo man den Winter überfliegen kann. Und hatte einige Monate zuvor auf einem Campingplatz in Slowenien zufällig Jochen Henrichs getroffen, der eine eigene Flugschule hat und eben seit, glaube ich, fast 20 Jahren Touren nach Mexiko anbietet.
Flugschule Airtouch ist das, ne?
Flugschule Airtouch, genau. Flugschule Airtouch, für die ich jetzt auch arbeite. Und der meinte dann damals, komm doch nach Mexiko, da ist cool, da kann man jeden Tag fliegen. Was tatsächlich auch so ist. Also wir hatten zum Beispiel diese Saison keinen, doch ein Tag ist ausgefallen. Aber sonst wirklich immer fliegbar.
Und dann habe ich da nachgefragt, so kann ich irgendwie mal zwei Wochen kommen. Ich würde gerne zwei Wochen mitfliegen. Und am Ende sind dann da. Und dann sind da schon irgendwie drei Monate draus geworden, die ich dann in Mexiko war. Ja, seitdem ist irgendwie Mexiko so mein Zuhause geworden. Eben weil ich auch für Airtouch arbeite und dann da jedes Jahr wieder bin. Und aber auch einfach, weil die Flieger -Community sensationell ist da. Also einfach super, super nette Piloten. Ganz, ja, es ist schwer zu beschreiben, muss man erleben. Aber ganz, ganz, ganz, ganz coole Persönlichkeiten und auch wie diese Community als Ganzes interagiert, ist einfach super schön. Aber
ist das dann jetzt ein Ort in Mexiko, wo du dann hauptsächlich bist? Also Valle de Bravo oder sonst irgendwie was? Oder fahrt ihr als Airtouch, bietet ihr Touren an, wo wir sagten, wir touren quasi quer durch Mexiko und wir fliegen mal im Norden, wir fliegen mal im Süden oder was auch immer?
Beides, beides. Also wir haben, unsere Haupttour ist in Valle de Bravo, was so das Flieger -Mecca ist in Mexiko. Und dieses jeden Tag fliegen, das ist auch nur Valle de Bravo. Also alles andere ist auch, hat nicht ganz so dieses Mikroklima. Ja. Wir sind auch viel in Tapalpa, wir sind in Colima, wir sind in Fortín de las Flores und haben jetzt seit diesem Jahr, seit letztem Jahr, Anfang diesem Jahres, auch eine Tour im Angebot, in der wir rumfahren. Also in dem wir verschiedene Fluggebiete anfahren innerhalb von zwei Wochen und eben versuchen, mehr von dem Land zu zeigen. Und die Community ist total vernetzt. Also es ist so, dass immer alle in allen Fluggebieten rumhängen und sich alle gegenseitig kennen.
Und die wissen dann schon immer. Oh, die Deutschen kommen jetzt wieder, AirTouch. Oder seid ihr quasi schon halbe Mexikaner? Seid ihr da schon so adaptiert in die Community, dass die sagen, das ist jetzt eigentlich keine deutsche Flugschule, die jetzt immer irgendwie hier eingeflogen kommt, sondern die sind eigentlich Teil davon? Ja,
lustigerweise, was immer gesagt wird, ist, Advance kommt. Weil wir oft dann Demos von Advance dabei haben. Also wir sind eine Advance -Schule. Und dann heißt es immer, oh, Advance kommt wieder, Advance kommt wieder. Ansonsten ist es... Und dann Jochen und Celia kommen. Also es ist durchaus mit den Namen schon verknüpft, dass dann eben uns alle kennen. Und genau, die Deutschen doch auch schon manchmal. Die Deutschen sind wieder da. Aber vor allem wirklich die Namen.
Du arbeitest jetzt für Jochen Henrichs, beziehungsweise für AirTouch, als Fluglehrerin. Als Fluglehrerin. Aber wenn ich es richtig weiß, ich meine, deinen Schein hast du, glaube ich, angefangen 2021.
Ja. Erzähl mal kurz, wie kam es, dass du... So schnell von, ich fange mal an zu fliegen, ich probiere das mal, dazu hingekommen bist, dass du sagst, Fliegen bestimmt mein Leben in der Form, dass es wirklich dein ganzes berufliches Leben jetzt ausmacht.
Ja, es ging sehr schnell. Es war so, dass ich zu dem Zeitpunkt, als ich Fliegen gelernt habe, noch an der Uni gearbeitet habe.
Du hast Physik studiert, ne?
Genau, ich habe Physik studiert und habe... Und
auch promoviert? Ja. Das heißt, du bist Doktor der Physik?
Ja. Ich bin Doktor der Physik.
Auch schön, eine Fluglehrerin mit Doktor. Gibt es wahrscheinlich auch nicht so viel, aber jetzt, okay. Erzähl weiter. Du hast promoviert und bist irgendwie zum Fliegen gekommen. Wie kam das?
Genau. Also es war das letzte Jahr meiner Promotion, als ich im Prinzip gesagt habe, für einen Sommerurlaub mal zwei Wochen den Kopf freikriegen. Ich melde mich für einen Kompaktkurs an. Also das typische Versprechen, zwei Wochen bis zum A -Schein, hat nicht ganz geklappt. Aber so irgendwie, das war so die... Ja, der Startpunkt. Und dann eben zwei Wochen wirklich im Allgäu mit der Oase war das damals. Geflogen, geflogen, geflogen.
Und dann kam ich zurück oder habe von nichts anderem mehr geredet. Also es war dann so irgendwie im Labor so, okay, Quantenmechanik ist toll und die Atome machen folgendes und was und immer. Aber habt ihr schon mal Paragliden probiert? Das müsst ihr unbedingt ausprobieren. Und das ging irgendwie so den ganzen Winter über. Und da habe ich meine Promotion... Das habe ich zusammen geschrieben und dann auch abgegeben und verteidigt und so weiter. Und dann war es im Juni, Anfang Juni habe ich abgegeben. Und dann war irgendwie klar, okay, jetzt kommt ein freier Sommer. Also irgendwie ein bisschen Zeit nehmen und danach entscheiden, wie es weitergeht. Also ob ich in den Beruf einsteige, in der Industrie oder ob ich in der Forschung bleibe oder so weiter. Und aber erst mal der Plan war, wandern, Radfahren, Paragliden.
Und hatte mich dann auch für eine geführte Tour angemeldet zum Paragliden. Und hatte da dann meinen ersten Thermikflug. Also dass ich zum ersten Mal über einen Startplatz aufgedreht... Und dann war vorbei. Im Nachhinein bin ich relativ froh, dass ich erst fertig probiert habe und dann meinen Thermikflug hatte. Sonst wäre das, glaube ich, kritisch geworden.
Es hätte passieren können, wenn du vorher schon einmal thermisch aufgedreht hättest, dann hättest du gesagt, ich schmeiße das sogar noch. Kurz vor Ende. Ich verteidige gar nicht mehr meine Promotion.
So Leute, ich bin weg.
Was hat dich da so geflasht? Was hat
dich da so geflasht
von dem Thermikfliegen, dass du sagst, das ist es jetzt?
Es ist irgendwie diese Freiheit beim Fliegen. Ich finde es jedes Mal noch, wenn man in der Luft ist, unglaublich, dass das möglich ist. Also dass man mit nur so einem, jetzt provokant gesagt, Lappenstoff und ein paar Schnüren und dann mit der warmen Luft, mit dem, was aus dem Wetter entsteht, aus der Sonneneinstrahlung entsteht, auf einmal solche Möglichkeiten hat, mit einer derartigen Leichtigkeit und Geschwindigkeit aufzudrehen, die Blicke, die man bekommt, also wie man auf einmal die Welt komplett anders sieht und das innerhalb von Sekunden sich alles verändert. Und das finde ich nach wie vor unglaublich faszinierend.
Nun bist du ja Physikerin. Und als Physikerin müsstest du dir das ja eigentlich sehr gut erklären können. Ja. Die Zusammenhänge. Also wohl, ich meine, das Wetter ist im Grunde auch ganz viel Physik, was dahinter steht. Ja. Aerodynamik ist ganz viel Physik. Ja. Und sonstiges was. Trotzdem ist es für dich ein Wunder.
Ja. So
hört es sich zumindest an. Es
ist immer noch der Unterschied zwischen erklären können und begreifen können. Also irgendwie, dass wirklich, ich weiß nicht, auf emotionaler Ebene klingt jetzt doof, aber irgendwie auf dieser, nur weil es in den Vordergründen, in den Normeln drinsteckt und nur weil es mathematisch möglich ist, dass es trotzdem existiert und dass wir es erleben dürfen. Und dass dieser Unterschied ist nochmal, finde ich nochmal ganz extrem. Ja, ist schwer zu beschreiben. Aber es ist einfach, dieses Gefühl, das man in der Luft hat, finde ich derart anders als alles, was man sonst erlebt im Alltag.
Und ja, es gibt Leute, die sofort verstehen, was ich meine. Das sind dann oft die, die auch gefesselt sind vom Fliegen. Und... Ja, irgendwie diese Freiheit, auch den, wie präzise man an der Bremse sein kann und wie viel Auswirkung das hat, also wie leicht, wie mühelos man auf einmal fliegt, obwohl wir eigentlich überhaupt nichts im Fliegen gemacht sind. Und dass es dann physikalisch möglich ist, dass da Formeln dahinter stecken, das ist alles in Ordnung. Aber dass wir es wirklich erleben dürfen, ist so was Einzigartiges.
Mit deinem Physikstudium. Es klang gerade an, dass du sogar irgendwie Quantenphysik sowas gemacht hast. Habe ich das richtig rausgehört? Also durchaus Dinge, wo du sagst, das können Otto -Normal -Piloten, nein, nicht Otto -Normal -Menschen auch, können das auch nicht verstehen. Oder selbst viele Physiker sagen, okay, die Quantenphysik, wir können ein bisschen davon erklären, aber ganz viel davon verstehen wir auch immer noch nicht, was da eigentlich wirklich passiert.
Würdest du sagen, diese Suche nach dem Unverständlich, oder... Ja, wo man nur teilweise mit einer Idee, einem Gefühl herangeht, ist das, was dich so fasziniert? Also was dich sowohl an der Physik fasziniert hat, und was dich dann auch beim Fliegen so fasziniert?
Ja, es ist so dieses Verstehen komplexer Systeme. Also Quantenmechanik ist intuitiv, aber erst, wenn man es gelernt hat. Also unsere normale Alltagsintuition scheitert komplett. Und das muss man neu lernen. Und so ein bisschen ist es auch beim Fliegen, unsere Intuition, die wir aus dem Alltag haben, scheitert. Weil dieses System aus Thermik, aus Wind, und wir das einfach davor nicht erlebt haben. Es ist so eine komplett neue Welt. Und sich da wieder reinzudenken, eine Intuition dafür zu entwickeln. Die Formeln sind relativ einfach. Also die Formeln, die die Fluiddynamik bestimmen, sind relativ kurz. Aber die Phänomene, die daraus wachsen, sind unglaublich komplex.
Und es ist auch immer noch eines der komplexesten Probleme der Physik tatsächlich. Also es... Es ist überhaupt keine einfache Physik. Und so dafür die Intuition zu entwickeln, das ist was, was mir sowohl in der Physik sehr, sehr viel Spaß gemacht hat, was auch, glaube ich, meine Stärke war in der Physik. Und jetzt im Fliegen halt nochmal auf einem ganz anderen Level. Weil man es direkt spürt. Weil man jeder Entscheidung eine direkte Auswirkung hat. Weil man sofort das Feedback bekommt, was ist jetzt passiert. Und das macht es so toll.
Was haben deine Physikerkollegen, was hat dein Vater vielleicht gesagt, als du gesagt hast, ich habe jetzt meine Physikkarriere mit dem Doktorat abgeschlossen, aber das droppe ich jetzt erstmal. Ich gehe jetzt erstmal, ja, ich gebe meine Wohnung auf, ich reise nomadisch nur noch rum und gehe eigentlich nur noch Gleitschirmfliegen und suche da mein Glück, meine Intuition, was auch immer, entsprechend umzusetzen. War das für die in irgendeiner Weise verständlich oder haben die nur gesagt, okay, jetzt ist die Celia ganz verrückt geworden?
Ja, sehr unterschiedlich. Also es gibt Leute, die es cool finden, dass ich mich das getraut habe, auch noch ein Stück weit diesen Schritt zu gehen. Also im Prinzip was, worauf ich über Jahre hingearbeitet habe, zu sagen, okay, das ist abgeschlossen, ich mache jetzt was ganz anderes. Es gibt natürlich auch einige, die sagen, ey, spinnst du? Warum, jetzt hast du so viel Zeit da reingesteckt, so viel Zeit und Mühe und hast das alles gelernt und könntest jetzt nicht mehr so viel machen. Jetzt gemütlich einen gut bezahlten Job finden und ohne Probleme und stattdessen fängst du an, in der Welt rumzutouren. Ich spreche einfach nur mit denen, die es gut finden.
Ist natürlich auch eine gute Lösung. Was ist denn für diese Leute, die dich so von außen sehen, was ist denn für die die Hauptschwierigkeit, dass du im Grunde deine Karriere aufgegeben hast, also die Physikerkarriere, oder dass du deinen Lebensstil aufgegeben hast? Ähm... Also, dass du sagst, du hast ja deine Wohnung aufgegeben und hast gesagt, ich wohne jetzt erst mal nur noch in einem Auto und fahre damit rum und dann, okay, wenn du in Mexiko bist, hast du wahrscheinlich, habt ihr eine Unterkunft, wo ihr dann unterkommt, aber das ist dann immer nur für die Zeit dann entsprechend gemietet oder so. Aber dass du sagst, du hast kein Zuhause mehr in Form von einer Wohnung, einem Häuschen, was auch immer, wo du sagst, da ist so meine Basis. Ja. Was ist für die Leute schwieriger zu nehmen?
Es ist sehr unterschiedlich. Also, ich habe irgendwann erzählt bekommen von einem Mittagessen im Physikalischen Institut, bei dem dann irgendjemand erwähnt hat, dass ich mit der Physik komplett aufgehört habe und dann wurde anscheinend dieses Mittagessen beendet. Aha. Weil irgendwie mehrere Professoren so, was, das kann doch nicht sein und dann war irgendwie anscheinend Ende. Die sind dann rausgestürmt und dann war irgendwie... Also, ich habe es nicht miterlebt, ich habe es nur erzählt bekommen.
Also, quasi ein großer Schock. Ein
großer Schock. Das war die, das ist so die Physikseite. Da ist dann die, die Physik ist das Wichtigste, was es gibt und dann die Physik aufzugeben, geht dann gar nicht. Im normalen oder für Nicht -Physiker ist es das Hauptding, die Aufgabe der Sicherheit. Also, dass gar nicht mal jetzt die Aufgabe der Wohnung jetzt, sondern dass man einfach sich von einer relativ vorgeplanten Karriereweg oder einem relativ gut strukturierten Karriereweg begibt in
hoffentlich gehe ich dieses Jahr nicht pleite. Also, einfach in einem wetterabhängigen Job, wo auch die Einkünfte oft schwierig sind. Es ist, ich meine, wissen auch alle, die Fluglehrer sind nicht gerade dafür bekannt, dass sie unglaublich reich sind. Und da einfach nicht zu wissen, was passiert in zwei Jahren, was passiert so in der Zukunftsplanung, wo führt das Ganze hin? Dass einfach mehr dieses Im -Moment -Leben, natürlich auch in Kauf nehmen, dass es kälter ist nachts, dass es einfach viel Aufgabe von Komfort, das ist sowas, was viele nicht so richtig nachvollziehen können. Also, diese Entscheidung fürs Abenteuer. Und dann gleichzeitig gibt es wieder Leute, die sagen, ey, sowas würde ich auch mal gern machen.
Eigentlich, also ich habe viele Leute getroffen, die sagen, ey, ich würde es gerne machen. Ich finde es cool, dass du das machst. Und viele, die vielleicht auch davon träumen, sich dann aber den Schritt nicht trauen. Und so sind, ja, wirklich ganz, ganz unterschiedliche Reaktionen.
Wieso hast du eigentlich diesen ganz harten Schnitt gemacht? Du hättest ja auch sagen können, ich versuche es irgendwie zu, wie auch immer, zu kombinieren. Ich mache was mit Physik und ich gehe auch noch fliegen, entweder nur für mich, aber ich nehme mir dafür ein bisschen mehr Zeit oder, klar, ich mache vielleicht eine Fluglehrerin, aber ich mache nur zwei Monate im Winter, bin ich in Mexiko und mache da irgendwie was und den Rest des Jahres habe ich halt meinen festen Physikerjob und keine Ahnung, was man da in der Industrie dann entsprechend machen kann oder sowas. Warum war das keine Option für dich? Oder war es eine, aber es ist halt bisher noch nicht so gekommen?
Ich bin nicht so die Person für Kompromisse. Also so, ich habe oft die eine Sache, auf die ich konzentriert bin und da fließt dann so viel rein, dass einfach für gar nicht mehr, viel anderes Platz war. Also das war sowohl bei der Physik so, also ich habe dann die, als ich gesagt habe, okay, ich möchte Physik machen und promovieren, da auch wirklich 100 % reingesteckt und dann war das Fliegen so präsent, dass halt klar war, okay, mit nur nebenher geht es nicht. Wenn man die ganze Zeit an diese Sache denkt, wenn man die ganze Zeit davon träumt, wieder in die Luft zu kommen, dann war das so stark, dass ich gesagt habe, okay, ich möchte nicht versuchen, das auszubalancieren.
Ich möchte da wirklich alles reingeben und mal schauen, ob es funktioniert. Und bisher funktioniert es und hoffentlich auch noch länger.
Klingt jetzt fast so ein bisschen, sollte ich negativ sein, wie eine Art Sucht. Ja, zu sagen, ich denke da die ganze Zeit dran und ich muss das wieder haben und quasi der nächste Flugshot muss wieder ins Hirn und sonst irgendwie was. Warum glaubst du, dass dein Hirn so sehr aufs Fliegen reagiert? Ich meine, ich gehe auch nicht so sehr aufs Fliegen, ich würde auch total gerne fliegen, aber ist die Frage, ob ich dann sagen würde, okay, ich droppe jetzt alles andere nur dafür. Aber du hast es gemacht. Also was würdest du sagen, wie ist dein Hirn strukturiert, dass es dann sagt,
ich brauche das? Das sind die Biologen, da habe ich keine Ahnung.
Ich glaube, ein Stück weit war es, weil es tatsächlich auch eine Zeit war, in der ich sehr viel im Umbruch war, also in der eben die Promotion fertig geworden ist und so weiter. Es kann sein, dass wenn ich in dem Moment, in einer stabileren Arbeitsverhältnis gewesen wäre, dass es dann auch anders gekommen wäre oder zu einem anderen Zeitpunkt. Aber das war in dem Moment, ich habe da nicht mal drüber nachgedacht. Das war irgendwie eine offensichtliche Entscheidung, einfach komplett ins Paragliden zu gehen.
Das heißt, du hast aber auch nicht früher schon von so einer Art freien nomadischem Leben für dich geträumt, sondern das ist aus diesem Impuls des Gleitschirmfliegens quasi heraus mit erwachsen, wo du sagst, okay. Ich kann diesen Traum des Gleitschirmfliegens nur leben, indem ich mich total frei mache von allem anderen.
Ja, also es ist jetzt nicht so, dass ich das,
also das normale Leben fühlt sich nicht als Opfer an, im Gegenteil. Es ist was, was mir sehr gut gefällt, mir sehr viel Spaß macht. Auch davor hatte ich schon mal so Sachen, dass ich meine Wohnung gekündigt habe, aufs Fahrrad gestiegen bin und nach Portugal gefahren bin mit dem Fahrrad für zwei Monate und dann auch nicht wusste, wie es danach direkt weitergeht. Das war zwischen, also bevor ich die Promotion begonnen habe. Und also so Impulse gab es davor auch immer schon wieder. Und es ist auch so, dass ich das im Voraus immer wieder, ich Ortswechsel sehr gerne mochte. Also sei es irgendwie mal umzuziehen oder irgendwie, also die Tendenzen waren definitiv schon da. Das kam jetzt nicht komplett aus dem Blauen.
Aber ich bin halt nie darauf eingegangen. Es war immer so dieses, okay, so funktioniert das Leben. Man hat eine Wohnung. Man hat ein Volk. Das war so eigenermaßen schön alles sortiert. Und dann irgendwie auch der Mut, dann diesen konventionellen Weg zu verlassen. Ich glaube nicht, dass ich den früher gehabt hätte. Also das musste sich erst alles noch aufbauen. Und dann zu dem Zeitpunkt hat einfach alles gepasst.
Als du aber das Ganze aufgegeben hast, war es ja noch nicht, du warst ja da noch nicht Fluglehrerin oder so etwas, sondern du hast gesagt, ich gehe jetzt fliegen. War denn da für dich schon klar, okay, wenn ich so fliegen gehen will, ich muss mir einen Job suchen in dem Bereich, ein professionelles Standing aufbauen, dass ich sagen kann, ich kann wirklich fliegen dann zu meinem Lebensinhalt machen? Also war das so, dass du dann gesagt hast, dann gehe ich jetzt ganz strategisch auch all in an dieser Stelle und ich weiß auch, ich muss diese Fluglehrerin machen und so weiter?
Ja, also das war die Idee, Fluglehrer zu werden, war sehr, sehr schnell da.
Ich habe angefangen bei, bei Papillon mitzuarbeiten. Die haben so ein, im Prinzip so ein Reinwachsprogramm. Also dann ist man eher Supporter, nennen die das, also dass man am Startplatz mithilft und dann im Prinzip anfängt zu lernen, Fluglehrer zu sein. Und ich habe relativ früh auch in meiner Fliegerkarriere, bin ich bei Papillon gelandet für den B -Schein und habe da Johannes Künstler getroffen, der mir auch sehr, sehr viel geholfen hat dann, mir sehr viel beigebracht hat. Und der fragte dann auch irgendwann, ey, hast du nicht eigentlich Lust, Lust, Fluglehrer zu werden? Und von da an war ich im Prinzip dann in dieser Ausbildung mit drin.
War das auch wie so ein Samen in deinem Kopf, wo einer gesagt hat, willst du nicht Fluglehrerin werden? Und dann macht es wieder Puff, die kleine Atombombe im Kopf geht hoch und sagt, ja, ich glaube, das ist es
jetzt. Genau, los geht's. I'm all in.
Da hat es immer nicht viel gebraucht. Es ging immer sehr schnell. Und dann war aber das Problem, dass ich noch gar keinen, auch Fluglehrerassistent noch gar nicht werden durfte. Da gibt es eine Zwei -Jahres -Sperre. Also man muss zwei Jahre den A -Schein haben, bevor man überhaupt zu diesen Kursen zugelassen wird. Und da haben wir noch versucht, irgendwie eine Sonderregelung zu kriegen und so weiter, aber war nichts zu machen. Also war wirklich die harte Sperre.
Das heißt, das war für dich auch die finanzielle harte Sperre wahrscheinlich, weil du sagst, ich muss jetzt hier irgendwie durchhalten, ich muss als Fliegerin durchkommen und kann mir als Supporter vielleicht so ein kleines Zubrot verdienen, aber das ist nicht wirklich was, mit dem man dann groß über die Runden kommt.
Genau. Das
heißt, du hast auch dein Erspartes damit reingesteckt?
Ja. Oh ja. Genau. Ich hatte Gott sei Dank noch Ersparnisse, also gerade aus der Corona -Zeit, wenn man halt dann kein Geld mehr ausgeben konnte, aber Geld verdient hat, da hatte ich eben was angespart und konnte das auch eben verwenden. Und ein großes Ding war aber wirklich einfach, so günstig wie möglich zu leben. Also Wohnung kündigen, damals ins Auto meiner Mutter gezogen, so ein Opel Astra, also Sitzhöhe war nicht drin, aber hatte einen langen Radstart, also man konnte ausgestreckt drin liegen.
Wie
lange hast du in diesem Astra gehaust?
Zweieinhalb Jahre.
Zweieinhalb Jahre im Astra? Ja. Ich meine, so ein Astra, das ist ja wie quasi mit bewegten Home, aber im Grunde wie unter der Brücke schlafen, auf gewisse Weise, oder?
Ja. Ja, man hat noch ein Dach. Also
für alles, was man eigentlich machen muss, muss man erst mal raus. Ja. Also du bist, du hast ja auch keine Küche, du hast keine Toilette, kein nix.
Nee. Ja.
Also man findet erstaunlich viele Tricks mit der Zeit, wie es dann doch irgendwie geht.
Aber ja, also anziehen ging dann irgendwann im Auto, aber waschen und so weiter muss man raus. Auf jeden Fall. Hast
du in dieser Zeit, zweieinhalb Jahre zwischendurch mal gedacht, warum tue ich mir das an? Oder war dein Wille zur Gleitschirm -Normalin so groß, dass du gesagt hast, nein, das ist einfach Teil der Freiheit. So ist dieses Leben halt.
Momente gab es natürlich. Also ich hatte irgendwann mal, das war so der gleichzeitig ein sehr lustiger Moment, wo es in dem Moment dann nicht, da war ich krank und lag eben in dem Auto und hatte auch wirklich, wirklich hohes Fieber für ein paar Tage. Und es hatte, glaube ich, drei, vier Grad draußen. Also es war wirklich kalt.
Hattest du eine Standheizung? Nee. Also draußen waren es drei bis vier und bei dir drin mit deinem Atem und sonst was, hast du es auf zehn gebracht wahrscheinlich im Auto? Ja, aber
unter den Decken war es wärmer. Viele Decken. Und dann war irgendwann der Punkt, dass ich gesagt habe, okay, ich muss jetzt zu einem Supermarkt fahren, ich brauche was zu essen. Und bin dann irgendwie zum Supermarkt gefahren und hatte die, die, dann die Lüftung an und es wurde warm und stellte dann das Auto ab und saß dann da einfach noch so kurz im Auto und habe genossen mit dem Gebläse, dass es warm war. Und dann ging auf einmal das Auto aus und die Batterie war leer. Und dann stand ich da auf diesem Aldi -Parkplatz im Nieselregen und habe Leute angebettelt, ob sie mir Starthilfe geben können mit irgendwie rohem Fieber. Und das war dann so ein Moment, wo ich dachte, ey, du könntest es auch einfach gemütlich haben.
Aber schon kurz danach war so, ey, das ist das Leben, was du dir ausgesucht hast. Und das Leben ist für mich so viel besser, als im Labor zu sitzen. Also es gab nie lange Phasen, in denen ich gesagt hätte, ey, warum machst du das? Aber so kurze Momente gibt es immer mal wieder. Wenn man nass ist, wenn es kalt ist, wenn man so denkt, oh, warum? Aber insgesamt nicht.
Mittlerweile fährst du ja, glaube ich, einen ausgebauten Traffic, also ein etwas größeres Auto. Warum? Warum hat das so lange gebraucht? Ich meine, wenn ich mir das vorstelle, ich wäre so ein Astra. Ich kann mir das schon vorstellen, ich habe auch schon mehrmals in meinem Auto geschlafen, wenn ich irgendwo unterwegs war oder so. Aber jetzt zu sagen, mal zu schlafen gelegentlich oder zu sagen, ich wohne zweieinhalb Jahre da drin. Warum hast du nicht früher schon gesagt, okay, wenn ich schon so all in gehe, dann zumindest in einem Rahmen, wo ich auch sitzen kann in meinem Heim?
Ja, ein großes Stück weit einfach finanziell. Also der Opel, der war eine funktionierende Lösung und dann irgendwann ist der gestorben, dann war er keine funktionierende Lösung mehr. Und dann war er eben, okay, wenn jetzt ein neues Auto eh angeschafft werden muss irgendwie, dann, Gott sei Dank, es ist ein Telekom -Auto, also die Telekom stößt ihren Fuhrpark von Zeit zu Zeit ab und dann bekommt man gute Autos, die schon so 80 Prozent ausgebaut sind zu relativ guten Preisen. Und da habe ich eben Glück gehabt, dass ich so einen gekriegt habe.
Und seitdem bist du damit dann unterwegs.
Ja, viel mehr Komfort als Stehhöhe, das ist großartig.
Erzähl jetzt mal von deinem Fluglehrer -Dasein. Wenn ich es richtig sehe oder verstehe, gibst du ja keine klassischen Ausbildungskurse, also einen Grundkurs oder sowas. Du stehst nicht am Übungshang mit irgendwelchen Leuten, sondern als Fluglehrerin bist du nur bei Flugreisen im Grunde als Betreuerin. Und dann bist du nur bei Flugreisen, mit dabei. Vor
allem, ja.
Was ist für dich dann so die Rolle als Fluglehrerin? Was möchtest du weitergeben deinen Leuten?
Es sind verschiedene Sachen. Also das Einzige, was wir immer versuchen zu erreichen, ist entspannte Starts, entspannte Landungen. Also das muss, warum wir entspannt sagen, ist, weil entspannt auch sicher ist. Also entspannt bedeutet immer, man hat Kontrolle. Der Pilot hat Kontrolle über den Schirm und nicht der Schirm kontrolliert, was da passiert. Und der Pilot springt noch irgendwie hinterher und hofft, dass es gut geht. Deshalb entspannte Starts, entspannte Landungen. Wie man dann genau hinkommt, ist bei jedem wieder ein bisschen anders. Je nachdem, wo der Stressfaktor herkommt. Und da versuchen wir aber ganz viel immer dran zu arbeiten. Wir freuen uns immer, wenn Piloten das annehmen. Also viele sagen auch, ey, ich möchte hier einfach fliegen und lasse mich in Ruhe.
Dann greift man nur ein, wenn es gefährlich wird. Aber das ist so der Anspruch, dass wir sagen, okay, das sind die Grundvoraussetzungen, das sind die Grundvoraussetzungen. Und dann, was mir besonders Spaß macht, ist, mit Leuten Strecke zu fliegen. Also Leute mitzunehmen auf Strecke. Dann zu sagen, okay, ich bin euer Thermit -Joker. Also ich gehe in Thermiken unter euch. Also Spirale ab oder leg die Ohren an und schaue, dass ich unter die Leute komme, um die Thermik zu markieren. Und dann wird Strecke fliegen auf einmal ganz einfach. Wenn man ein bisschen Thermik fliegen kann und dann jemanden hat, der Routen markiert, der Thermiken markiert, dann kriegen Leute auf einmal riesige Flügel hin, die davor einfach
außerhalb der eigenen Reichweite lagen. Und auf einmal wird es einfach. Und das dann selber wieder hinzubekommen, ist auch viel einfacher. Also wenn man mal mit jemandem geflogen ist, die gleiche Strecke dann später nochmal zu fliegen. Und so kann man dann Leuten das Streckefliegen beibringen. Ohne, dass man unglaublich viel Theorie machen muss. Ich mache die Theorie auch immer sehr gerne. Das ist dann ja wieder Physik. Also ich habe da sehr viel Spaß dran. Aber nicht immer alle Leute wollen unbedingt stundenlang dann über Thermik und Luftfeuchtigkeit und Temperaturunterschiede und so weiter reden. Genau. Und das ist so das, was mir am meisten Spaß macht. Also Leute mit auf Strecke zu nehmen.
Ist denn diese Art der Fluglehrerin -Dasein, wo du quasi die Leute in der Luft mitcoacht? Ja. Ist das etwas, wo du sagst, okay, damit kann ich auch als Fluglehrerin, jetzt nicht vom Finanziellen her, sondern vom Emotionalen her gut leben, weil ich komme ja noch selber viel zum Fliegen, weil das ist ja das, was dich eigentlich so flasht und fasziniert. Oder kommst du auch an Punkte dran, wo du sagst, nein, allein dieses Fluglehrerin -Dasein, auch wenn ich am Boden wäre, wäre das immer noch ein Flash für mich?
Ich glaube, wenn ich nur am Boden wäre, wäre es schwierig irgendwann. Wobei auch dieses, es gibt einem so viel. Also die Augenblicke, wenn die Leute landen und sich freuen. Das ist so bereichernd, das ist so toll, dass ich sage, das ist ein Aspekt, der jetzt nicht direkt was mit Fliegen zu tun hat, aber der auch einfach großartig ist. Und aber wenn ich selber gar nicht mehr fliegen könnte, das wäre dann auch, so wie es ja bei vielen Fluglehrern ist, dass die Fluglehrer kaum noch fliegen, das würde für mich nicht funktionieren. Aber jetzt die Mischung, dass ich eben manchmal am Startplatz helfe, dann meistens mit in der Luft bin und mit flieg. Und dann eben, es
ist ganz anderes Fliegen. Also wenn man guidet, fliegt man sehr anders, als wenn man alleine fliegt. Aber auch diese Aufmerksamkeit auf die anderen macht unheimlich Spaß und bringt dann auch wieder was fürs eigene Fliegen. Also es wächst irgendwie so alles zusammen. Die Gesamtmischung ist einfach großartig, macht super viel Spaß.
Inwieweit unterscheidet sich dieses Guiding -Fliegen von dem eigenen Fliegen? Also was sind die Hauptunterschiede?
Der Hauptunterschied ist, dass der Fokus nicht auf einem Flug ist, sondern auf den anderen.
Normalerweise versucht man ja irgendwie, möglichst effektiv Thermik zu fliegen oder freut sich, wenn man höher ist als andere. Und den Aspekt, den muss man komplett vergessen und realisieren, dass es bei dem Flug nicht um einen selbst geht, sondern es geht um die Leute, die man dabei hat. Und das Tempo muss angepasst werden an die Leute, die dabei sind. Der Spaßfaktor muss angepasst werden. Also vor allem, wenn es darum geht, was ist noch sicher, was wird schon anspruchsvoll, dann ist es bei vielen so, dass der Spaß aufhört, bevor es wirklich gefährlich wird. Also dass man sagt, okay, die Bedingungen traue ich dem Piloten noch absolut zu. Ich weiß aber, dass er oder sie wahrscheinlich schon keinen Spaß mehr hat.
Und dann ist auch so, okay, das geht alles noch, macht aber keinen Sinn mehr, weil wir sind ja nicht da, um, also die meisten Leute kommen ja zum Fliegen, um schöne Erlebnisse zu haben, um coole Erlebnisse zu haben. Und nicht unbedingt, um das allerletzte da jetzt noch rauszukitzeln. Und da ist es oft so, dass man dann auch so seinen eigenen Ehrgeiz vergessen muss, so ich würde dich aber noch zehn Kilometer weiterbringen und zu sagen, okay, wir beenden jetzt hier, das war ein geiler Flug und wir landen jetzt mit einem breiten Grinsen statt in zehn Kilometern mit, boah, ich hatte schon Herzschlag ohne Ende. Und da gibt es auch Persönlichkeiten, die wollen das. Also die sagen, ich möchte bis zum letzten Moment kämpfen. Und das eben rauszukriegen, das ist so, da geht es dann ganz viel bei den geiligen Flügen drum.
Also mehr um, da ist viel Psychologie mit drin und oft dann weniger Fokus auf die Thermik selber. Also das Thermikfliegen, das ist dann automatisch irgendwie.
Wie kriegst du die Leute in der Luft dann mit? Funkt ihr viel? Also dass du auch mitkriegst, oh, jetzt kommt der so langsam an seine Grenze? Oder kannst du das auch am Flugstil des anderen erkennen, wo du sagst, okay, da ist er noch konzentriert Thermikreise geflogen. Jetzt macht er ständig auf und dreht da sonst wie. Das funktioniert eigentlich, funktioniert nicht mehr. Ich glaube, der ist jetzt an seine Grenze angekommen.
Definitiv Flugstil. Also über Funk sagen, es gibt auch Leute, die über Funk sagen, ich kann nicht mehr, gehe jetzt landen. Man sieht es aber sehr gut am Flugstil. Also wenn wirklich die Bewegungen hackig werden, also wenn nicht mehr mit dem Schirm geflogen wird, sondern irgendwie rechts rum, links rum. Oder das Zentrieren nicht mehr klappt, eben keine Kreise mehr geflogen werden, sondern irgendwie große Ellipsen oder Zickzack. Also man merkt sehr schnell, wenn jemand müde ist.
Überträgst du das auch auf dich? Also in der Form, dass du merkst, das, was ich bei anderen beobachte, die Fehler, die die dann plötzlich machen oder sowas, dass du für deinen eigenen Flugstil dann auch eine andere Beobachtung entwickelt hast? Also für dich selbst, dass du merkst, ich fliege überhaupt nicht mehr rund. Das ist jetzt gar kein Kreis, den ich hier noch auf meinem Vario sehe oder sonst irgendwie was. Das ist ja ein Hexagon, ein Sechseck oder keine Ahnung was. Das ist ja total nicht mehr schön. Absolut. Vielleicht sollte ich landen gehen und nicht noch zehn Kilometer weiter.
Also meine Grenze liegt, glaube ich, höher als bei den Leuten, die bei uns dabei sind. Aber ich habe genau die gleichen Phänomene dann auch. Wenn man müde wird, wenn man zu wenig getrunken hat, wenn man nicht genug gegessen hat. Also so die ganzen Faktoren. Absolut.
Sind das Sachen, die du vorher schon bei dir auch beobachtet hast oder Sachen, wo du sagst, da hat mir im Grunde dieses Guiding, das Fluglehrerendasein, durch die Beobachtung der anderen unheimlich viel gebracht, was deinen eigenen Flugstil oder deine eigene Herangehensweise auch ans Fliegen betrifft und dann vielleicht Umgang mit Risiko und sowas?
Ja. Ich kann es gar nicht so sehr trennen, weil ich so zeitgleich da reingewachsen bin. Also ich bin sehr früh dann eben über AirTouch auch angefangen, an dieses XC -Guiding herangeführt worden. Also hatte da im Prinzip ein Mexikaner, Luis Yepes heißt der, ein sehr, sehr guter XC -Guide, also phänomenal, Thermik da sehr schnell unter seine Fittiche genommen hat. Und dann kriegt man sowohl das persönliche Feedback als auch das Feedback, wie man das jetzt als Guide machen würde. Und deshalb kann ich es gar nicht so wirklich trennen, was mein eigenes Fliegen oder diese Lektionen für mein eigenes Fliegen und was sind die Lektionen als Guide, weil das für mich irgendwie alles gleichzeitig stattgefunden hat.
Also XC fliegen lernen und gleichzeitig als Guide schon herangezüchtet werden.
Und genau, Igor Todevsky, Nordmazedonien, der ist auch sehr, sehr guter XC -Guide, Thermik da auch viel mitgenommen hat und viel gezeigt hat. Und das sind so die,
ja, eigentlich alles, was man als Fluglehrer erzählt. Kann man auf sich selber übertragen. Man ist vor nichts gefeit. Jetzt vor kurzem, jetzt hier auch beim Pyrenäen -Training, man erzählt den Leuten ja immer, ihr sollt nicht auf das Hindernis schauen, schaut nebendran. Und vor zwei Wochen bin ich bei einer Top -Landung.
Eigentlich keine kritische Situation, aber dann irgendwie doch kurz Rückenwind bekommen und Stress und dann volle Kanne in den Dornbusch rein. Hindernisfixierung und ab rein. Also man ist da selber auch nicht vorgefeit. Also alle Fehler, die man bei Flugschülern oder dann auch bei fortgeschrittenen Piloten sieht, die macht man alle selber auch. Ja,
das ist wirklich alles. Zu Pyrenäen kommen wir gleich noch. Eine Frage habe ich noch zu deinem Guiding. Wie viele Leute nimmst du unter deine Fittiche auf einmal? Also sagst du, ich fliege mit maximal fünf oder mit maximal einem? Oder also wie groß kann eine Gruppe sein, mit der du, wenn du alleine unterwegs bist mit denen, wo du sagst, die kann ich noch anleiten, die kann ich noch kontrollieren, da kann ich noch so weiterhelfen, dass ich keinen verliere? Nach den ersten zehn Kilometern schon oder sowas.
Sechs bis acht bekomme ich hin, wenn sie ein bisschen mitspielen. Also wenn sie auf die Tipps hören und wenn Teile der Gruppe gewillt sind, auch mal zu warten. Also sozusagen okay, ich setze mich in der Thermik auch über die anderen und wir bleiben so ein bisschen zusammen. Wir preschen nicht vor. Oft ist es so, wenn Leute dann zu sehr vorpreschen muss ich irgendwann sagen, sorry Leute, ihr seid jetzt, wenn wir euch wieder einholen, bin ich wieder dabei.
Aber vor allem, wenn sie zu weit weg sind, also so, ich glaube, drei Kilometer in beide Richtungen bekomme ich hin und dann irgendwann sind sie aber aus dem Sichtfeld raus. Also dann kann ich auch nicht mehr helfen. Aber so sechs bis acht funktioniert gut. Es wird natürlich viel intensiver, wenn ich mit eins, zwei Leuten fliege. Also da, wenn man nur ein bis zwei Piloten dabei hat, dann kann man sich halt wirklich auf das individuelle Tempo einstellen. Und wenn die Gruppe größer ist, muss man oft ein bisschen langsamer werden, damit eben alle eine Chance haben mitzukommen.
Wie gehst du damit zu Gruppen um? Ich könnte mir vorstellen, dass gerade in so Gruppen die sagen, ich buche mir mal Mexiko. Und dann gibt es die Leute, die schon ziemlich gut fliegen können eigentlich, wo du sagst, die können vieles schon alleine machen. Klar nehmen die beim Guiding noch was mit, aber eigentlich sind die schon ziemlich selbstständige Pilotinnen und Piloten. Und dann gibt es wahrscheinlich die, die sagen, ja, ich habe mal gehört, die machen auch Guiding. Ich habe noch nicht viel Streckenerfahrung oder sonst was, aber das nehme ich da mal mit und gerne im Winter in Mexiko. Klingt ja auch toll. Und dann hast du wahrscheinlich in so Gruppen manchmal eine ziemlich große Spanne von dem, was die Leute können. Wie kannst du, wenn du sagst, du gehst wirklich mit denen zusammenfliegen, wie kann man so eine Spanne überbrücken? Und wie kann man die vielleicht schon erfahreneren, vielleicht auch ehrgeizigeren oder so was so weit einbremsen, dass die sagen, die sind dann auch bereit im Sinne der Gruppe
zu warten oder sonst was zu machen?
Also gerade in Mexiko funktioniert es hervorragend, weil wir nehmen maximal zwölf Leute mit, sind zwei Fluglehrer, also Jochen und ich, maximal zwölf Leute. Und es staffelt sich viel zeitlich. Also der normale Ablauf ist so, dass wir Piloten dabei haben, die so erste Thermikerfahrungen machen, teilweise auch frisch aus dem Arsch rein, dass wir sagen, okay, dann jetzt, wir helfen euch in den ersten Thermiken. Die starten früher. Und da ist die Aufteilung oft so, dass Jochen die Leute startet oder beim Start hilft und ich vom Boden aus Thermikfunk, also den Leuten in die Thermik helfe und Thermikkreise. Und dann irgendwann übernimmt Jochen die Leute in der Luft und ich mache ein Streckenflug -Briefing für den Tag mit den erfahreneren.
Also irgendwie, dass man sagt, okay, wir versuchen mal, auf folgende Strecke zu fliegen ungefähr. An folgenden Stellen müsst ihr heute aufpassen mit dem Wind, mit den Wetterbedingungen, und so weiter. Und wir treffen uns in einer halben Stunde über am Startplatz. Und dann können die Leute auch schon mal raus und anfangen aufzudrehen und Höhe zu machen. Und dann gehe ich als Letzte raus und versuche eben von unten alle mitzunehmen und dann geht's los. Ist natürlich so, dass man an manchen Tagen sagt, okay, wir fliegen mal einen kleineren Task. Die sehr erfahreneren können selber was probieren. Und an manchen Tagen sagen wir auch, okay, gestern sind wir ja einen kleinen, kleineren Task geflogen. Den versucht ihr heute mal alleine zu fliegen für die weniger erfahrenen. Und ich mache einen großen mit den erfahreneren.
Und so spielt sich das eigentlich ganz gut ein. Es muss auch nicht immer jeder unbedingt an jedem Tag was Großes fliegen. Das wollen die Leute auch gar nicht. Das ist dann zu viel. Also gerade in Mexiko, wo man so viel fliegen kann, ist es so, dass die Leute oft dann freiwillig sagen, okay, ich möchte heute einfach mal einen Pausentag. Ich fliege heute runter und gehe essen. Und alles gut. Und das Coole dann in Valle de Bravos ist, dass man abends nochmal einen ganz, ganz tollen Flug hat. Oft mit so einer Restitution, nennen es die Spanier. Es ist nicht wirklich unkehrtarmig, aber ein ähnliches Phänomen, dass eben die ganze Ebene noch heiß ist und anfängt abzulösen. Und dass es dann sehr sanft ist. Und da
mache ich dann oft mit den absoluten Anfängern so die ersten XC -Sprünge. Dass man sagt, okay, zum ersten Mal fliegen wir drei Kilometer an eine neue Stelle und drehen da wieder auf. Und das ist halt die Abendflüge. Und da bei den Erfahrenen sagen wir dann, okay, habt einfach Spaß. Genießt noch ein bisschen. Keine Außenlandungen. Einfach genießt nochmal den Anblick. Genießt den Sonnenuntergang. Und da fangen wir dann an, weil die Bedingungen so sanft sind, mit den weniger Erfahrenen so ein bisschen XC zu fliegen. Und so stellt sich das eigentlich super gut alles ein. Und dann haben wir aber auch Touren, also in Kolumbien zum Beispiel. Da sagen wir, wir machen große Strecken. Also wir versuchen mit den Leuten an, die 80 an die 100 Kilometer ranzukommen.
Und da nehmen wir keine Anfänger mit. Also da sagen wir, okay, ihr braucht Streckenerfahrung. Und das macht keinen Sinn, da
jemanden mitzunehmen, der noch mit Thermikfliegen beschäftigt ist. Also wir haben dann wirklich auch die zitierten Touren, wo wir sagen, okay, da geben wir Power. Und da sind die langen Strecken. Und aber sonst vieles, diese gemischten Touren, je nach Gebiet, funktioniert hervorragend.
Wenn du jetzt so dein Jahr betrachtest, wie viel von diesem Jahr bist du wirklich
fluglehrertechnisch unterwegs? Sind das vier Monate? Sind das sieben von zwölf? Also welchen Anteil würdest du sagen, du gehst ja auch noch selber fliegen, da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen, aber welchen Anteil davon bist du wirklich fluglehrermäßig, guiding -mäßig unterwegs?
Also,
durchgehend, das ist unsere starke Saison, also dass wir sagen, okay, es beginnt im Mitte November, fangen wir an zu guiden. Und dann geht es wirklich durchgehend bis Mitte März. Also mit ein paar Tagen Pausen mal zwischendurch. Also auch nicht Wochenende, sondern wirklich durchgehend. Und dann sind zum Beispiel bis Mitte Januar sind Samstagnachmittage sind frei. Und ansonsten ist wirklich jeden Tag durchgehend guiding. Und dann eben mit Guatemala eingelagert, Kolumbien eingelagert. Da haben wir in der Regel zwei, drei Reisetage. Und dann geht's aber sehr durchgehend. Jetzt im Sommer ist mehr Zeit. Also gerade dieses Jahr sehr viel Zeit.
Aber sonst ist es so, dass man da in der Regel zwei Wochen Tour hat, eine Woche Pause hat, zwei Wochen Tour hat. Jetzt neu in diesem Jahr ist, dass ich auch anfange für ein Sicherheitstraining den Startplatz zu haben. Also bei Sicher Fliegen fange ich jetzt an, da auch am Startplatz zu arbeiten. Mit Roman Schäffner. Genau, da freue ich mich auch drauf. Das wird, glaube ich, auch ganz cool. Genau, also da sind dann auch eher mal so Wochenabstände dazwischen. Und dieses Jahr ist eben Ausnahme, dass wir gesagt haben, wir oder Jochen ist dann mein Supporter auch für EXPUR, dass wir gesagt haben, als Team treten wir an bei diesem Hike & Fly Wettbewerb und nehmen uns wirklich auch viel Zeit für die Vorbereitung. Das habe ich dieses Jahr so ein bisschen anders.
Nochmal zurück zu dem Winter, wenn du sagst, okay, im Grunde drei Monate am Stück arbeitest du mindestens sechs Tage die Woche und der Samstag ist frei. Samstagnachmittag. Oder Samstagnachmittag, ja okay. Wie geistig erschöpfend ist so etwas oder ist das, weil es Fliegen ist, für dich so viel Leben da drin, dass du sagst, das erschöpft mich nicht, sondern das gibt mir im Grunde Energie?
Es kann erschöpfend sein. Es hängt sehr von der Gruppe ab, die gerade da ist. Also es gibt Gruppen, da ist es einfach nur super, super, super. Und es gibt Gruppen, so Nörglergruppen manchmal, wo irgendwie man gibt sich Mühe und man denkt so, ey, das war gerade optimal, super geiler Tag und die Leute sind so, mein Klopapier ist nicht weich genug.
Wirklich. Also es ist dann eher das nicht
flugbezogene, was es anstrengend machen kann.
Das kann dann sehr anstrengend werden. Also
alles andere, zwischenmenschliche und Schwierigkeiten, die dann da so irgendwie auftreten können.
Genau, das kann sehr anstrengend werden, weil man halt eben als Guide ist man ja immer auch dann eingespannt mit Frühstück, mit abends noch essen gehen, also man ist so rund um die Uhr beschäftigt eigentlich. Und wenn da Leute dabei sind, mit denen es läuft, dann ist es super, super schön. Und eben kann aber dann auch vor allem emotional echt anstrengend werden. Da muss man dann natürlich ein bisschen schauen, dass man, weil man ja auch für die Sicherheit der Leute verantwortlich ist, dass man das frühzeitig erkennt. Also dann ist es auch so, dass wir im Team kommunizieren können, okay, ich brauche jetzt doch mal eine freie Mittagspause oder ich muss mich abends mal rausziehen oder irgendwie sowas. Und das kriegen wir dann schon gemanagt.
Also das geht dann schon, dass wir uns da gegenseitig auch mal die Pausen geben können. Sonst wird es tierisch. Du
hast keine irgendwo mal eine psychologische Ausbildung oder sonst irgendwas als Teil gehabt, wo du sagst, ich lerne so ein paar Tricks oder ein paar Möglichkeiten, wie kann man mit solchen Leuten dann, wie kann man so kritische Situationen ein bisschen abmildern oder sonst was. Oder das ist eher Küchenphysik, mit dem man das macht. Also Küchenpsychologie, nicht Küchenphysik, sondern Küchenpsychologie. Ich habe so ein Gefühl, wie ich den jetzt vielleicht noch kriegen kann.
Wir reden viel drüber. Also gerade, wenn wir Leute haben, wo wir, kann ganz unterschiedliches sein, irgendwo bei sagen,
Startblockade zum Beispiel. Hat seit zwei Tagen eine Startblockade. Wie lösen wir das jetzt? Dass wir darüber reden, wie kommen wir an die Person ran.
Jetzt, Jochen hat 30 Jahre Erfahrung im Fluglehrer sein, der hat so einige Tricks drauf. Auch selbst gelernt. Aber da einfach mal drüber zu sprechen, den Schritt zurück zu machen, gerade wenn man selber emotional auch irgendwie ein bisschen mit drin hängt, dann irgendwie Schritt zurück machen. Manchmal auch einfach Fluglehrerwechsel hilft schon. Einfach mal mit einer anderen Person das Ganze durchgehen.
Und dann jedes Mal, wenn wir irgendwie eine andere Flugschule sehen, da sind die Ohren ganz groß, wie die das machen. Was für Tricks die drauf haben. Es gibt sehr, sehr viele Tricks.
Ja, viel Psychologie, viel Tricks. Und dann versucht man da irgendwie wieder ranzukommen. Und das macht es oft auch spannend.
Nun bist du eine Frau. Gleitschirmfliegen ist ganz viel eigentlich immer noch Männerdomäne. Wahrscheinlich auch bei euren Reisen ist wahrscheinlich deutlich mehr Männer dabei als irgendwelche Frauen, die dabei sind. Würdest du sagen, als Fluglehrerin bei sowas, als eine, die dann aber auch sehr gut fliegen kann, hast du damit einen Vorteil oder ist das ein Nachteil fürs Guiding?
Unterschiedlich. Am Ende sind es ja immer zwei Persönlichkeiten, die irgendwie aufeinandertreffen. Der Guide und der, der mitkommt. Und das muss irgendwie passen.
Wenn jetzt jemand sagt,
es kann in beide Richtungen gehen. Es kann sein, okay, ich finde das super cool, da ist eine Frau, die fliegt und wunderbar. Wir haben aber auch einen, der klipp und klar sagt, mit Frauen fliege ich nicht. Punkt.
Das gab es schon?
Dann geht es halt nicht. Die
haben die Reise gebucht, ich muss jetzt mit Celia hier Strecke fliegen und von der will ich mich nicht guiden lassen. Der bucht auch immer wieder. Nee, nee. Ich nehme nur irgendwelche Tipps von Jochen an, nicht von der Celia.
Ja, ja. Und ich meine, da hat man dann keine Chance. Da brauchen wir uns auch gar nicht probieren. Aber da wissen wir halt, okay, das macht dann Jochen und dann ist alles in Ordnung.
Da wirst du auch nicht ehrgeizig zu sagen, ich versuche den noch irgendwie zu knacken. Der wird schon lernen, was er eigentlich an mir haben könnte.
Wenn es so explizit ist, dann ist es schwierig. Also ich habe da schon dann oft Ehrgeiz, dann die Leute noch zu knacken. Aber manchmal, ja, in dem Fall habe ich aufgegeben. Wenn er möchte, kann er gerne auch wieder mit fliegen. Manchmal tut er das auch und leugnet es dann später. Also es gibt Fälle. Und das muss eben passen. Da ist aber oft, also ich glaube, manchmal ist dieses, oh, das ist eine Frau, die guidet, macht für manche einen Unterschied, aber für viele nicht. Und das ist einfach, dass man dann mit den Persönlichkeiten klarkommen muss. Und da gehört Geschlecht natürlich mit dazu. Aber es kann genauso gut sein, dass jemand sagt, okay, ich kann mit deiner Art nicht oder ich kann mit deiner Art besonders gut.
Oder auch Leute, die sagen bei einer Flugreise, ich möchte abends, möchte ich mich besaufen. Und da sind wir halt nicht die richtige Schule für. Weil wir halt sagen, okay, jetzt seit anderthalb Jahren trinkt man gar keinen Alkohol mehr. Also nicht, auf Tour nicht und auch sonst nicht. Und was die Qualität des Guidings glaube ich nochmal deutlich erhöht hat, weil man einfach fitter ist, weil man
auch diesen Abschuss abends, der ja bei Touren oft auch kommen kann, den nicht hat und er eben einfach viel ausgeschlafener ist, viel fitter ist, viel mehr Fokus auf fliegen legen kann. Und es gibt aber auch Piloten, die sagen, ey, ich gehe doch auf die Flugreise, weil ich danach das Landebier haben möchte. Und nicht nur ein Landebier, sondern ich möchte abends Party machen mit den Leuten. Und da sind wir halt die komplett falsche Schule für. Und so findet halt jeder dann die Guides, mit denen er mitgehen möchte.
Steht das denn bei euch in der Ausschreibung quasi mit drin? Also von den Touren, die ihr anbietet? Wir sind eine alkoholfreie Flugschule gewissermaßen. Oder wir bieten nur alkoholfreie Reisen an. Du musst akzeptieren, es gibt keinen Landebier bei uns. Die Leute
trinken Landebier, ist überhaupt kein Problem. Wir trinken bloß nicht. Also auch wenn die Leute sich trinken möchten, haben wir da keinen Stress mit. Aber es beeinflusst unglaublich stark. Also wenn wir sagen, okay, wir trinken nix, dann trinkt die Hälfte der Gruppe auch nix. Dann
trinken die auch weniger. Und
dann ist automatisch so ein anderer...
Also auch damit bist du dann gewissermaßen als Fluglehrerin Vorbild?
Unglaublich, ja. Was manchmal für mein eigenes Training sogar schwierig ist, weil ich zum Beispiel gerne auch mal kompliziertere Landungen trainieren würde, ich aber ganz genau weiß, wenn ich das vor den Leuten mache, dann machen die das nach. Sofort. Und dann muss man immer sehr vorsichtig sein. Also man ist sehr, sehr viel Vorbild. Sowohl beim Fliegen als auch beim... als auch sonst im Alltag, im Leben. Was lustig ist, aber das hätte ich nie gedacht, dass zum Beispiel nur weil wir sagen, okay, wir trinken kein Landebier mehr, dass auf einmal die Hälfte der Gruppe keines mehr trinkt. Hätte ich nicht gedacht.
Apropos komplizierte Landungen. Es ist ein schönes Stichwort, um jetzt mal endlich zu dem Punkt zu kommen, warum ich eigentlich dich ursprünglich angefragt habe. Ich fand jetzt den ganzen Rest so auch interessant, da ein bisschen über die Psychologie der nomadischen Fluglehrerin -Daseins ein bisschen erzählen zu lassen. Aber du hast auch angefangen Hike & Fly -Wettbewerbe zu machen. 2024 war, glaube ich, dein erster. Da warst du bei der X Slovenia. Was ist dir davon in Erinnerung geblieben?
Von der X Slovenia?
Das war ein sehr lustiger Wettkampf. Mich hat es fasziniert, Hike & Fly. Und ich habe gesagt, ich möchte es unbedingt mal ausprobieren. Und hatte aber auch noch keine Ahnung, was so die großen Rennen überhaupt sind. Die ganz großen kennt man natürlich, aber so diese Einstiegsrennen, mit denen man dann 2 -Tages -Rennen, 3 -Tages -Rennen machen kann. Und hatte dann irgendwie, ich wusste, die XC, Wettkämpfe findet man zum Beispiel bei Air Tribune. Und das einzige Hike & Fly auf Air Tribune war X Slovenia. Und da habe ich mich einfach dafür angemeldet. Ich hatte keine leichte Ausrüstung, also eine normal schwere Ausrüstung. Und eigentlich auch nicht wirklich eine Ahnung, wie man das macht. Und habe mich einfach
eingeschrieben. Und dann hieß es, okay, du brauchst unbedingt einen Supporter. Also es ist ein Supporter des Rennens. Und da war so irgendwie hat keiner Zeit. Und dann hatte ich mit ein paar von dem Orga -Team abgeklärt, so okay, ich komme einfach trotzdem ohne Supporter. Und hatte dann irgendwie noch eine Isomatte mit drin, dass ich zur Not im Schirm schlafen kann. Und dann, also irgendwie wild geplant. Oder nicht geplant, eher gesagt. Und das ist halt komplett schief gegangen. Und ich dachte irgendwie so, ja, wenn du in der Luft bist, ist das mit dem Gewicht eh nicht so schlimm. Beim Fliegen ist es ja egal. Und auf dem Boden, ja, wird schon irgendwie. Und dann war das Wetter so schlecht, dass man eigentlich nur
gelaufen ist die ganze Zeit. Und dann bin ich da drei Tage gelaufen. Ich bin bis zum letzten Moment gelaufen. Ich bin auch ein paar Mal geflogen, aber vor allem am Gleiter. Aber irgendwie war cool, war spannend. Dann Telefonsupport hatte ich. Also ich konnte von Zeit zu Zeit mal Jochen anrufen, der eben dann aus der Ferne supportet hat zum ersten Mal. Und der war dann mit Leuten unterwegs zeitgleich. Und dann eben mal anrufen konnte und sagen so, ey, ich steh hier an dem Startplatz. Kannst du mal Regenrad da checken? Ich hab hier kaum Empfang. Genau, das war das Erste. Und hat irgendwie trotzdem Spaß gemacht. Also so die Stimmung bei Hike & Fly ist unglaublich cool. Also ich wurde dann mit supportet von allen anderen Teams.
Also jedes Supportauto, das vorbeikam, hat mir dann auch Essen gegeben und so dieses Ganze. Es ist irgendwie so, man ist, obwohl man eigentlich gegeneinander antritt, ist es mehr so, okay, wir stehen das jetzt gemeinsam durch irgendwie. Und das ja, war super cool. Und seitdem, mittlerweile habe ich dann natürlich eine super leichte Ausrüstung auch und es ist alles professioneller geworden. Wir haben den richtigen Support. Jetzt eben mit Jochen schon mehrfach, dass er Support für mich gemacht hat. Jetzt zum ersten Mal auch mit dem zweiten Supporter. Ich glaube, mittlerweile ist das alles ein bisschen mehr gewachsen, ein bisschen professioneller.
War denn dann für dich so gefühlt diese X Slovenia, wo du sagst, ich habe durchgehalten? Ja. Also ich habe alle drei Tage durchgemacht. Du würdest auch sagen, irgendwie bringt das nichts mit meiner Ausrüstung. Das ist es ja nicht der Sinn der Sache dann letzten Endes. War das für dich so der Erfolg? Dass du auch gesehen hast, für dich, ah, ich halte durch und das ist der Erfolg, für den ich dann eigentlich gehe?
Es ist ein großer Teil davon, ja. Also so dieses Durchhalten, die glaube ich bei allen in diesem Endurance -Sport, also diesen, ja, heißt ja schon irgendwie durchhalten, dieses, man stößt sehr schnell an die eigenen Grenzen. Also, weil man eben pusht bis an die Grenze und dann passiert es eben sehr schnell, dass man einfach merkt, boah, es wird schwer, es wird anstrengend und da dann durchzukommen, dann wird es irgendwann auch wieder leichter, lustigerweise, aber so durch diese schweren Stellen durchzukommen, dass es, ja, gibt einen unheimlich viel. Es macht alles intensiver, also so dieses, sich das erkämpfen und dann klappt dann irgendwie doch ein Flug und dann, also viele meiner schönsten Flüge sind, waren, wären Hike and Flys, obwohl es nur Abgleiter waren teilweise, aber so dieses Gefühl, das hat jetzt geklappt und da fliegt man oft in, in
von Startplätzen, wo man sonst nie gestartet wäre und sieht Dinge, die man sonst nie gesehen hätte und das macht irgendwie alles so, so intensiv. Also es ist eine sehr, sehr intensive Erfahrung, vielleicht jedes Mal, egal, ob es gut läuft oder nicht, aber es ist wirklich eine ganz einmalige Erfahrung.
Du hattest ja so gesehen auch mal, wenn ich das richtig weiß, einen, in Anführungszeichen, Misserfolg. Du hast mal bei den Eiger -Tour mitgemacht und musstest am zweiten Tag abbrechen oder hast abgebrochen. Wie hast du das erlebt und warum war das überhaupt?
Da war es wirklich so, dass ich, dass ich mental am Ende war, also da, Eiger -Tour ist ein Viertagerinnen und das Besondere daran ist, dass es erstmal unsupported ist, also man ist alleine unterwegs, man muss sich auch selber darum kümmern, wo schläft man, also eben nochmal als zusätzliche Schwierigkeit auch, dass man so planen muss, dass man abends eine Hütte erreicht oder in irgendeiner Form schlafen kann und es funktioniert viel über, über Top -Landungen, also es gibt unheimlich viele Wendepunkte, was alles Hütten sind, also Berghütten. Man muss immer wieder an den Berghütten -Top landen, ein Selfie von sich machen, also das ist das, man steht da so vor der
Berghütte, macht das Selfie und das, damit hat man den Wendepunkt genommen und dann geht's wieder, kann man da in der Regel raus starten und es geht wieder zum nächsten Wendepunkt und es ist ein unheimlich schneller Rhythmus, also weil immer wieder, man fliegt kurz, wieder landen, weiter geht's.
Zwischendurch dann immer auch wieder laufen, also wirklich Höhenmeter, viele Höhenmeter wenn man es nicht ganz geschafft hat zu landen und dann das Ganze startet in Grindelwald, also die hohen Berge in den Alpen und also fantastisch von der Landschaft her, absolut super, aber eben wirklich, wirklich hohes Niveau. Dann war es so, dass am ersten Tag jetzt ein bisschen was schief gegangen, also bin mal abgesoffen, musste dann weiter, war ein bisschen hinten dran und der zweite Tag lief super, also lief richtig, richtig gut, bis wir dann irgendwie in der großen Gruppe standen wir an der Wildstrobelhütte, also irgendwie vor den Gletschern am Hauptkamm und es war viel zu starker Nordwind und es war jetzt klar, okay, wir müssen über den Hauptkamm rüber, also der nächste
Turnpoint war dann in Wallis und da war irgendwie so, ey, wir sind hier im Lee, es ist sau starker Wind, es ist irgendwie, und dann sind wir da trotzdem rausgestartet, also irgendwie so, okay, das geht irgendwie, es ging auch und dann hoch bis zur Wolke und mit Rückenwind rüber, immer auf den Hauptkamm und rüber über den Gletscher und das war gleichzeitig so fantastisch und so beängstigend dann so mit diesem megastarken Wind und dann da in den Abwind vom Gletscher rein und runter gewaschen und was auch immer und dann da ins Rodental, in den Talwind rein und dann saß ich dann irgendwann im Rodental und war so, okay, genug Abenteuer, das war's und da war einfach so von der Intensität, was da in diesen zwei Tagen passiert ist, sowohl an
Sachen, die ich da gesehen habe, an Hütten, die ich angeflogen bin und dann eben dieser Abschlussflug, dass ich gesagt habe, okay, ich bin jetzt einfach,
ich saß da im Feld und habe gesagt, ich bewege mich keinen Meter mehr, ich bleibe jetzt hier einfach sitzen und ich glaube, ich saß zwei Stunden in diesem Feld und das war einfach so zu viel in dem Moment.
War so Adrenalin -Overflow und sonst was alles?
Ja, einfach auf vielen, vielen Ebenen so, dass ich sage, okay, das war wahrscheinlich über meinen Grenzen und einfach sagen, okay, wenn ich jetzt weitermache, dann wird's gefährlich oder ich weiß gar nicht, ob ich so viel gedacht habe, ich saß einfach und so im Nachhinein, das waren gleichzeitig so intensive, so tolles Erlebnis, aber auch so diese Grenzen, wirklich auch mal eine harte Grenze erleben, wo ich wirklich sage, okay, Schluss. So weit und nicht weiter. Es war gleichzeitig ein Misserfolg, weil ich eben aufgeben musste, aber auch was, was mich unheimlich weitergebracht hat, also sowohl fliegerisch als auch von dem, wie ich weiß, dass ich funktioniere.
In diesem Jahr nimmst du dann an den X -Pier teil, also jetzt startet das im Juni, Mitte Juni. Was reizt dich da dran oder warum hast du gesagt, jetzt will ich auch noch ein quasi das, so gesehen, das zweitgrößte Hike -and -Fly -Rennen, da will ich jetzt auch schon mal teilnehmen?
Es ist ein wahnsinniges Abenteuer. Einfach so dieses zu sagen, vom Atlantik zum Mittelmeer, die Pyrenäen entlang. Ich habe das vor Jahren mal mit dem Fahrrad gemacht und jetzt eben mit Hike -and -Fly ist einfach die Größe dieser Aufgabe reizt mich unheimlich. Ich sage jetzt, ich weiß viel besser, wie ich mit mir selber umgehen muss, also dass ich eben nicht an Tag 2 so weit push, dass ich nicht mehr kann, sondern eben dass ich sage, okay, ich bin jetzt besser vorbereitet im Sinne, ich weiß, wann ich langsamer machen muss, um durchzuhalten
und eben auch fliegerisch nochmal deutlich weiterentwickelt seit letztem Jahr. Ja, und es ist einfach dieses
Abenteuer mitzumachen, mitzuerleben, das ist irgendwie ein ganz großer Reiz. Ich kann es auch gar nicht sagen, es ist so ein bisschen, warum laufen Leute einen Marathon? Was ja eigentlich auch keinen Sinn macht. Aber so diese Challenge,
irgendwas anzugehen, was man nicht weiß, ob man es schafft. Und das einfach mal zu probieren und versuchen, das durchzuhalten. Also das Ziel ist jetzt auch, am siebten Tag noch im Rennen zu sein, also bis zum Ende durchzuhalten.
Also du hast nicht das Ziel, ich will unbedingt ins Ziel kommen, wenn es so käme, warum auch immer, weil das Wetter vielleicht auch so toll ist, man nicht so viel laufen muss, sondern viel fliegen kann, dann ist das noch realistisch, das in den sieben Tagen gut zu schaffen. Aber du würdest auch sagen, darauf kommt es gar nicht so, also dir kommt es nicht so darauf an, am Ende zu sagen, ich war Finisher im Ziel, sondern ich war Finisher von mir aus auch auf der Strecke, aber ich habe wirklich die sieben Tage durchgehalten.
Also das Ziel wird schon sein, da so weit zu kommen, wie es irgendwie geht. Aber das Hauptziel ist eben, am Tag sieben noch kämpfen zu können, also am Tag sieben noch fliegen zu können, noch laufen zu können. Noch krabbeln zu können, wenn es sein muss und so weit zu kommen, wenn es, wie es irgendwie möglich ist. Natürlich mit dem Ziel, auch das Mittelmeer zu erreichen, wenn das irgendwie geht. Aber da spielen so viele Faktoren mit rein. Wenn das Wetter gut ist, geht das.
Wenn es sieben Tage regnet oder stürmt, dann wird das Ganze schwierig. Genau, und dann das einfach das zu erleben, das durch dieses Rennen zu gehen, dieses Abenteuer erleben zu dürfen. Das ist das Große.
Wenn man sich so die Hike and Fly Szene anguckt, die ist ja in Teilen sehr, jetzt schon fast zumindest so die Spitze ist ziemlich professionalisiert. Die auch sehr ernsthaft trainieren und so was und richtige Trainingspläne haben und die dann mal zum medizinischen Check gehen und sich genau durchchecken lassen und wo liegt ihre VO Max und keine Ahnung was. Also sie lauter solche Daten haben und damit dann sich einen Trainingsplan speziell zusammenstellen lassen und so was. Machst du sowas auch?
Ich habe es jetzt mal probiert mit einer Trainerin, das ist jetzt leider ein bisschen schief gegangen. Ich muss es nochmal mit jemand anderem probieren. Viel ist, dass wir im Moment einfach dieses Spiel spielen, also dass wir das Hike and Fly inszenieren. Nicht ganz so lang die Tage, aber dass wir sagen, okay, wir haben die Zeit, um die Strecken zu laufen, um Startplätze zu finden, um da zu fliegen. Also das Training ist das, was am Ende auch im Rennen relevant ist. Klar, wenn man jetzt gezielt, wenn man am Tag nur eine Stunde Zeit hat oder nur zwei Stunden Zeit hat, dann braucht man diese ganz speziellen Trainingspläne. Gerade hoffe ich, dass es einfach, indem man das trainiert, was dann am Ende auch gefordert wird, das auch ganz gut klappt, dass man dann mal auch Intervalle einbaut und sagt, okay, heute
mache ich nicht so lang und dafür intensiver und so, das ist auch klar. Aber ich habe jetzt keinen komplett durchstrukturierten Trainingsplan.
Aber als du dich beworben hast für diese XP, das war ja im Winter, da warst du wahrscheinlich auch gerade in Mexiko oder Guatemala oder sonst wo unterwegs, dann kriegst du die Nachricht, ja, du bist genommen und dann weißt du, okay, in einem halben Jahr habe ich ein großes Rennen, ist dann etwas, wo es bei dir im Kopf auch irgendwo Switch macht, wo du sagst, ja, dann habe ich überlegt, wie kann ich jetzt auch in Mexiko anfangen zu trainieren oder war das da noch gar kein Thema und du sagst, ich guide jetzt erstmal und erst, wenn ich Ende März wieder zurückkomme, dann überlege ich mal, wie ich mir ein vernünftiges Trainingsprogramm aufbauen kann.
Das ist zu kurz. Nur von Mai bis Juni das hochzutrainieren ist absolut unrealistisch. Also das dauert Jahre. Es ist so, dass ich auch bei Touren immer am Laufen bin. Jetzt zum Beispiel bei der
Kolumbientour, die wir gemacht haben, bin ich zwei von drei Tagen morgens zum Startplatz gelaufen. Und das sind 900 Höhenmeter und 12 Kilometer. Also da kriegt man schon, wenn man es regelmäßig macht, ganz gut Training rein. Und auch in Mexiko bin ich zwischendurch dann manchmal je nachdem, wie es zeitlich passt, morgens schon am Laufen oder laufe in der Mittagspause. Da ist oft die Mittagspause ein bisschen länger. Und dass ich da dann zumindest so eine kurze Intensitätssession reinbekomme. Und das läuft das ganze Jahr über. Also das ist nicht so, dass das
pausiert. Und jetzt eben, direkt vor dem Rennen, jetzt nochmal intensiver, aber so diese Grundfitness, da muss man das ganze Jahr über dran arbeiten. Auch da reicht nicht ein Jahr Training. Das ist einfach viel, viel, viel. Um die Ausdauer aufzubauen, um auch die Stabilität in Knien, in Gelenken, in das... Also viel ist, dass man keine Verletzung bekommt. Dass man nicht am Tag drei ausfällt, weil das Knie aufgibt oder sowas. Und das dauert, das aufzubauen. Das ist einfach viel. Aber
wahrscheinlich hast du mit den anderen Aufgaben, die du noch hast, jetzt als Fluglehrerin oder sowas, ist dein Risiko, dich zu überzutrainieren, ist wahrscheinlich etwas geringer.
Das weiß ich gar nicht. Keine Ahnung. Man kann sich sehr schnell sehr kaputt machen, wenn man es darauf anlebt. Das Übertrainieren geht oft schneller, als man denkt. Also so dieses, gerade okay, ich habe jetzt mal einen freien Nachmittag, den freien Nachmittag gehe ich komplett rennen. Das ist nicht unbedingt eine gute Idee. Also je nachdem, wie fit man ist, je nachdem, wie... Also es geht relativ schnell, dass man sich irgendwie einen Knöchel ruiniert oder einen Knie ruiniert oder irgendwie sowas. Also das kann sehr schnell gehen.
Jetzt bei den X -Bier. Soviel ich weiß, ist ja die Route zu dem Zeitpunkt, wo wir jetzt diesen Podcast aufnehmen, das ist Mitte Mai, da ist die Route noch gar nicht öffentlich bekannt. Wie trainierst du dann da drauf? Oder sagst du einfach, es gibt so die typische Route, die von den letzten Jahren und ich suche mir die Hauptberge, die es da so gibt. Ich will die auf alle vorher schon mal raufgelaufen sein.
Ja, es gibt typische Wendepunkte, die oft angeflogen werden. Wir haben die Routen von den letzten Jahren, wir haben auch die Tracks von den letzten Jahren und es gibt nur begrenzt viele Möglichkeiten, was den macht und da eben die spanische Seite, also man fliegt in der Regel entweder auf der spanischen oder auf der französischen Seite. Man muss eine hohe Basis haben, damit man direkt über den Hauptkamm fliegen kann. Der geht auch auf 400, das ist glaube ich der höchste. Und dann, ja, die möglichen Startplätze mal anlaufen oder es gibt ja viele, aber einfach auch irgendwie die Geländestrukturen, wo sind die ausgestreckten Täler, wie funktionieren die Talwindsysteme hier. Manche funktionieren sehr anders.
Also, jetzt irgendwann musste ich sehr lachen, weil in einer Geländebeschreibung stand, an thermisch aktiven Kragen kommt der Talwind von den Bergen. Okay. Talwind von den Bergen ist irgendwie komisch, aber es war tatsächlich so. Und dann kam dann, dann schwappt es von der anderen Seite rüber und dadurch, dass man eben hier in den Pyrenäen nur diesen einen Kamm hat und dann die Seitentäler orthogonal dazu ausgerichtet sind, kann es sein, dass der Wind dann von der anderen Seite stärker ist und rüberschwappt. Und so diese Phänomene dann kennenzulernen, das ist halt, das zu verstehen, wie hier das Wetter funktioniert, ist halt super interessant gerade.
Du hast gesagt, wir haben auch die ganzen Tracks von den letzten Malen. Guckst du dir das auch sehr intensiv an? Also gehört das für deine Vorbereitung mit dazu, dass du sagst, also bist du vielleicht auch irgendwie so ein optischer Mensch, der sagt, ich kann mir so Karten einprägen und kann mir so gucken, wie da so ein Track da drüber lag und...
Also nicht fotografisch in dem Sinne, dass ich das einmal sehe und danach das nachvollziehen kann, das nicht. Aber jetzt gerade dann zu sagen, okay, hier ist ein Gelände, sind die in den letzten Jahren eher Richtung Ebene oder eher Richtung Hauptgang, also wie tief sind die Linien geflogen worden, wo sind gute Thermikpunkte, das kann ich mir dann schon einprägen auch. Aber es funktioniert halt viel besser, wenn man im Gelände ist und sich dann wirklich auch klar machen kann, in dem Augenblick, in dem man die Berge sieht, dann sagen, okay, da sind die gestartet schon mal und da wurde gestartet. Im Rennen selber ist es dann so wetterabhängig, dass dann eh wieder alles anders ist. Aber einfach so es hilft unheimlich dabei, über Optionen schon mal nachzudenken, also schon mal Strategien zu formulieren.
Das hilft sehr. Da sind wir gerade dabei. Also immer wieder auch sowohl Laufrouten, also wenn das Wetter wirklich richtig schlecht ist, jetzt hatten wir die letzten Tage, war hier so ein fast schon Föhnphänomen, also auf der französischen Seite Staudruck. Da hat es nur geregnet und geschneit. Und dann auf der spanischen Seite Fallwinde, aber kräftig. Also da brauchte man über Fliegen überhaupt nicht denken. Und dann an so Tagen muss man halt dann 80, 90, 100 Kilometer laufen. Und dann auch die Laufstrecken, was sind effektive Laufstrecken, wo sind Lücken, also wo sind Übergänge, wo man dann nicht mit 2000 Höhenmeter bezahlen muss, sondern wo man das Ganze mit 800 Höhenmeter abhandeln kann.
Und so Sachen gehören auch zur Vorbereitung. Also dass man diese Pforten sich schon mal anschaut, wo kommt man gut durch. Und dann aber eben auch, wo sind die guten Flugrouten. Es gibt hier erstaunlich wenig Kanten, die man einfach entlang fliegen kann. Also diese Autobahnen wie in den Alpen, die gibt es hier fast gar nicht. Man muss immer irgendwie Talsprünge machen. Das so auszubasteln, wo gute Stellen sind, um zu springen und so weiter. Das ist so das, womit wir gerade beschäftigt sind. Und gerade noch ein Zweierteam. Bald kommt dann Matthias Harwald, der Dritte im Team, kommt dann auch dazu. Und dann können wir das zwei Wochen nochmal intensiver machen.
Welche Rolle hat der dann?
Zweiter Supporter. Also es ist so, dass allein die Aufgabe, den Piloten oder den Athleten zu verfolgen, ein Vollzeitjob ist. Also das Auto zu fahren und irgendwie halbwegs an der Stelle zu sein. Und es hilft schon, wenn es einfach zwei sind. Also dann, wir werden auch zwei Autos im Einsatz haben, dass man sagt, es kann so Pingpong gespielt werden. Also einer kann schon mal vorausfahren, kann auch schon mal sagen, okay, der Wind hier passt. Also es ist landbar zum Beispiel.
Und Matthias wird auch viel Aufgabe haben, mit mir zu laufen. Also auch Material an den Startplatz zu bringen, beim Start zu helfen und so weiter. Also dann wirklich am Startplatz präsent zu sein.
Du hast vorhin noch eine Sache gesagt, da wollte ich nochmal nachfragen. Du hast gesagt, ich habe mich im letzten Jahr auch nochmal fliegerisch sehr verbessert. Ja. In welcher Form? Also was hast du dann dich noch verbessert, wo du sagst, jetzt auch bei so einer X -Pier rechne ich mir vielleicht bessere Chancen aus als damals bei einer Eiger -Tour oder so?
Ja, Top -Landen ist ein großer Punkt. Also einfach auch was, was ich jetzt gezielt einfach dann angefangen habe, mehr zu machen. Also zu sagen, okay, wie fliege ich eine schräge, eine auch angeströmte Wiese an, die eventuell dann auch thermischen Aufblick hat? Wie schaffe ich es da dann trotzdem irgendwie reinzukommen? Wie schaffe ich es mit auch kritischerem Wind irgendwie in den Winkel da rein zu landen? Da ist nochmal viel passiert. Und viel ist auch einfach Stressbewältigung im Flug. Also bin jetzt dann, wenn ich alleine geflogen bin, auch absichtlich mal anspruchsvollere Strecken geflogen. Also da ich viel mit Leuten fliege, fliege ich oft die sichereren Routen. Und dann eben, wenn ich alleine unterwegs war, gezielt dann mal die tieferen Sachen auch geflogen.
Also dann zu sagen, okay, vieles geht man damit um, wenn man keinen Landeplatz hat. Was man natürlich mit Leuten nie macht. Also wenn ich jemanden dabei habe, fliege ich immer so, dass Landeplätze erreichbar sind. Aber dann für mich selber auch zu sagen, okay, ich komme mit dem Stress klar, dass ich gerade keinen Landeplatz habe. Dass ich in der Luft bleiben muss. Oder sonst geht es halt in den Baum. Aber so diese, diesen Stress wegzuschalten, ein Stück weit. Das habe ich im letzten Jahr auch, glaube ich, deutlich besser hinbekommen. Genau, das ist was, was hier sehr wichtig ist. Hier gibt es oft sehr wenig Landeplätze.
Nun ist ja so ein Wettbewerb, hat nochmal so seine eigene Dynamik. Auch da, dadurch, dass du ja dann Konkurrenz hast. Also du hast andere Leute, die auch mitlaufen, die dich vielleicht auch unterstützen. Aber gleichzeitig sind es ja auch in irgendeiner Weise Konkurrenten. Siehst du die wirklich als, also ist das für dich etwas, was dich auch antreibt? So eine Konkurrenzsituation? Oder ist das etwas, wo du sagst, nee, für mich ist es eigentlich nur, ich bin meine Konkurrenz. Also ich will das durchhalten diese sieben Tage. Und bis zum Ende kommen. Und auf welchem Platz ich dann letzten Endes bin, ist mir völlig egal.
Ja, es ist nicht ganz egal, aber es ist nicht die Hauptpriorität. Also schon so, dass man so viel gibt, wie es irgendwie geht. Das ist auch, wenn man überholt wird, ist es oft so.
Wobei es bei mir so ist, dass ich oft am Tag eins langsamer bin und dann anfange aufzuholen, was dann wieder cool ist, wenn man Leute überholt. Also das ist dann psychologisch wieder gut. Aber es ist nicht so, dass ich sage, boah, ich kämpfe da gegen die anderen. Also es ist auch so, dass wenn man sich trifft, also oft ist man dann auch wieder an den Startplätzen gemeinsam oder läuft aneinander vorbei oder es ist immer eine freundliche Interaktion. Also es ist immer ein abklatschen und einschlagen und sich miteinander beraten, was geht. Also es ist wirklich eher diese Herangehensweise, wir stecken jetzt alle zusammen in diesem Rennen und versuchen das so gut wie möglich irgendwie hinzukriegen. Wie das im Liebgeist Gaggle ist, keine Ahnung.
Also die, die ganz vorne ums Podium fliegen. Aber ich glaube auch da ist es so, dass die sich gegenseitig beraten und einfach jeder nach bestem Können das irgendwie macht. Ich meine, es geht halt so viel um die eigenen Grenzen, was man selber machen kann, was startbar ist, was fliegbar ist. Und da ist es für jeden Piloten die Fähigkeiten so individuell und dementsprechend müssen die Entscheidungen auch so individuell sein. Dass es irgendwie mehr ein Miteinander ist als ein Gegeneinander. Das macht es irgendwie cool.
Hast du denn trotzdem sowas wie ein Ergebnisziel auch im Vergleich zu den anderen, also so ein Rankingziel, dass du sagst ich würde aber schon, da starten jetzt über 40 Piloten, ich würde trotzdem gerne in die Top 20 kommen oder sowas. Also ist das noch ein Ziel oder wo du sagst vielleicht nicht das gesamte Feld, aber es gibt, ich weiß nicht, vier, fünf Frauen sind glaube ich dabei.
Fünf Frauen sind dabei, ja.
Dass du sagst, zumindest bei den Frauen will ich mindestens zweite werden oder so. Also gibt es auch solche Ziele noch oder spielt das gar keine Rolle für dich?
Es ist untergeordnet irgendwie. Also ich weiß gar nicht, ob es überhaupt ein weibliches Podium gibt. Keine Ahnung. Es ist das erste Mal, dass so viele Frauen überhaupt mitmachen. Von daher machen wir viel mehr Gedanken über das Wetter, über die Route, über wie man fliegen kann, als wirklich darüber, was dann am Ende das Ranking sagt. Also ich weiß, dass ich nicht ums Podium mitfliegen werde, das ist einfach so weit entfernt, das wird nicht passieren. Mit den Piloten, die da mitmachen,
das, ich glaube tatsächlich, wenn ich sage, okay, es ist der letzte Tag, ich bin noch dabei und ich bin aber die Letzte, die noch dabei ist, dann bin ich happy.
Dass man dann trotzdem natürlich versucht, irgendwie Leute zu überholen und Ranking zu bekommen und so weiter, das ist was anderes. Aber es ist nicht, dass ich sage, das ist ein Misserfolg, wenn ich jetzt von denen, die noch dabei sind, Letzte werde. Also es ist so, dass ein Drittel des Feldes in der Regel ausscheidet, also dann irgendwann einfach nicht mehr kann. Dass viele, viele, viele gute Piloten auch immer wieder nicht ins Ziel kommen und aufgeben müssen und so weiter. Also da sind einfach so viele, so viele Dinge, die stimmen müssen, damit das Ganze funktioniert. Das ist einfach so viele Sachen, die schieß gehen können. Irgendwie ein verknackster Knöchel und das Ganze ist rum. Was beim Landen passieren kann, was aber auch einfach sein kann, dass man auf dem Stein ausrutscht. Und da kann so viel passieren.
Das ist daher das Wichtigste ist eigentlich, dass wir sind da zu dritt im Team und wenn wir am letzten Tag noch Spaß haben, dann ist das alles gut.
Wie du immer lächelst und strahlst, glaube ich, kann man mit dir auch wahrscheinlich wirklich nur sieben Tage zusammen dann immer Spaß haben. Ja. Da ist
durchaus auch eher Ehrgeiz dabei.
Ah, da kommt dann doch noch ein bisschen der Ehrgeiz. Kommt dann doch. Auf diese XB hast du dich jetzt ziemlich lange dann auch vorbereitet oder investierst ja jetzt auch viel Zeit. Also jetzt vor den XB bist du schon die ganze Zeit in den Pyrenäen und guckst dir das an und trainierst und sonstiges. Könntest du dir vorstellen, ich kenne das von, oder habe das von so ein paar X -Alps -Leuten schon gehört, die dann auch so lange noch viel, viel mehr trainiert haben, dafür und dann ist das vorbei und dann fällt man vielleicht in so ein Loch, weil so ein bisschen der Sinn des Lebens in dem Moment fällt. Befürchtest du sowas bei dir?
Hoffentlich nicht. Kann schon passieren, ja. Das Gute ist, dass ich relativ zeitnah danach einen Einsatz beim Sicherheitstraining habe, also dass da gar nicht so die Zeit ist, in so ein Riesenloch zu fallen und es dann auch relativ zügig weitergeht mit Touren und so weiter. Also da ist dann nicht so das große Nichts. Ja, also man hört es immer wieder, sowohl von X -Alps oder auch Marathons, große Rennen, die die Leute sich vorgenommen haben, dass danach dieses Durchsacken kommt und wie immer, ich glaube, wenn das so viele Leute haben, dann ist das wahrscheinlich was, was tief in uns reingebaut ist und da ist, glaube ich, dann niemand vorgesichert, dass das passieren kann. Ich hoffe, dass es nicht so stark ausfällt.
Wenn es kommt, dann muss man damit umgehen und dann wieder neue Motivation finden.
Dann letzte Frage. Ich gehe mal davon aus, dass du in irgendeiner Weise Erfolg hast bei den X -Pier.
Das ist schön. Auch wenn es nur der
Erfolg ist, durchzuhalten und nicht zu sagen, ein Ranking -Erfolg oder sonst was, aber dass du das für dich als Erfolg erlebst und das Durchhalten ist ja wirklich bei sowas dann auch schon der Erfolg. Und dann kommt eigentlich immer die Sache, ja, wenn sie schon die X -Pier macht, denkst du auch an die X -Alps? Also wäre das auch noch eine nächste Option quasi? Würdest du dich dann für 2027 für die X -Alps bewerben? Oder ist das etwas, wo du sagst, nee, das ist eine Nummer zu groß für mich oder das ist etwas, wo ich sage, diese zwei, also so viel investieren auch an Zeit dann dafür für diese zwei Wochen, die dann da laufen, das passt eigentlich dann nicht mehr in mein Gleitschirm -Normadenleben.
Ja, also der Vorteil am Normadenleben ist, dass man Entscheidungen immer relativ spontan treffen kann. Also das X -Pier ist jetzt definitiv auch, um rauszufinden, ob so große Rennen was sind. Also für mich, ob das einfach zu groß ist, die Nummer, ob dieses Abenteuer was ist, was mir Spaß macht, wo es auch dem Team Spaß macht. Und dann weiter haben wir noch gar nicht gedacht. Also haben wir auch nicht drüber gesprochen, ob es dann eine Option ist, dann später über X -Alps. Der Gedanke ist manchmal da, aber irgendwie nur so als erstmal X -Pier und dann schauen. Also es kann durchaus sein, dass wenn X -Pier gut läuft und so weiter, dass wir dann anfangen da über X -Alps zu reden. Ist natürlich auch finanziell immer nochmal ein Riesending. X -Alps ist glaube ich nochmal
deutlich kostspieliger als X -Pier. Also auch X -Pier ist schon was ist alles an Vorbereitung, an Material, an Fahrzeug, an die ollen Spritpreise, ist finanziell ein Riesending. Da muss man einfach schauen. Erstmal X -Pier, das ist erstmal jetzt das Abenteuer, was auf jeden Fall stattfinden wird, was ansteht. Und was dann weiter passiert, da fangen wir an drüber zu reden, wenn wir wissen, wie X -Pier gelaufen ist. Wenn es Spaß gemacht hat. Wenn es keinen Spaß macht, macht es keinen Sinn.
Gut Celia, dann wünsche ich dir zum einen X -Pier möge Spaß machen. B, X -Pier möge so enden, dass du die sieben Tage auch wirklich durchhältst und am Ende sagst, es war zumindest dieses Ziel habe ich erreicht und in Erfolg. Vielleicht kommst du am Ende auch noch zu einem wie auch immer gearteten Ranking -Erfolg, wo man sagen kann, vielleicht gibt, also ich könnte mir schon vorstellen, dass die Spanier sagen, wenn wir schon fünf Frauen dabei haben, dann machen wir auch auf jeden Fall ein Frauenpodium. Ich glaube, das lassen die sich nicht nehmen. Würde ich jetzt mal so sagen. Aber vielleicht stehst du dann auch da irgendwo auf dem Frauenpodium und sowas. Drücke ich dir auf jeden Fall die Daumen dafür und danke erstmal für das Erzählen über das Nomadenleben, also guiding Nomadenleben bis hin zum ehrgeizigen Nomadenleben, was das sportliche Ehrgeiz dann entsprechend betrifft.
Vielen Dank Lucia. Sehr
gerne.
Weiterführende Links zu dieser Episode findest du in den Shownotes.
Podz-Glidz ist der Podcast des Gleitschirmblogs Lu-Glidz. Dahinter steht keine große Redaktion, keine Anzeigenabteilung, sondern nur ich, Lucian Haas, als passionierter Gleitschirmflieger und freier Journalist. In Podcast und Blog bringe ich beides zusammen, um die Gleitschirmszene über alle möglichen Facetten dieses faszinierenden Sports und Hobbys auf dem Laufenden zu halten. Und das völlig werbefrei und ohne Bezahlschranke. Aus Rückmeldungen meiner Hörer und Leser weiß ich, dass viele Lu-Glidz und Podz-Glidz als wichtige und unabhängige Infokanäle sehr schätzen. Vielleicht geht es dir ja auch so. Für mich ist beides nicht nur Passion, sondern auch Teil meiner Lebensgrundlage. Leider habe ich noch nicht im Lotto gewonnen oder ein fettes Erbe auf dem Konto. Deshalb muss ich noch schauen, dass die Zeit, die ich hier hineinstecke, mit mehr als nur intrinsischen Spaß und freundlichen Worten honoriert wird.
Und hier kommst du ins Spiel. Wenn du regelmäßig Podz-Glidz hörst und Lu-Glidz liest und davon profitierst, dann gib doch etwas zurück. Wie viel du mir als Förderer via PayPal oder Banküberweisung zukommen lässt, bleibt ganz dir überlassen. Alle nötigen Infos und Links findest du auf der Seite www.Lu-Glidz.blogspot.com unter dem Punkt Fördern. Das wär's für heute. Die nächste Episode von Podz-Glidz sollte dann, wie üblich, wieder in zwei Wochen erscheinen. Bis dahin, geh doch mal selbst wieder in die Luft. Starte früh, lande spät, vor allem aber, bleib safe und hab Spaß dabei. Bis bald, euer Lucian.