Ich sage immer, damit man ein Parakite richtig begreift, musst du mal bei 40, 50 Sachen irgendwo auf der Kante oben stehen und eine geile Session haben und so das Gefühl haben, das könnte jetzt auch noch ein Mehrwind sein. Erst dann schnallt man so richtig, was die Parakites eigentlich können.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz-Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des
Gleitschirmfliegens. Heute mit... Beni Kälin. Und ich bin... Lucian Haas.
Vor etwas über vier Jahren kam der Flair Mustache als erster sogenannter Parakite auf den Markt. Er hat eine ganz neue Dynamik in die Gleitschirmszene gebracht. Zum einen mit Blick aufs Fliegen selbst. Parakites erweitern das Windfenster, indem er mit Stoffsegeln noch sicher soaren kann. Und sie ermöglichen durch ihre besondere Form der Anstellwinkelsteuerung Flugmanöver, die ein klassischer Gleitschirm nicht beherrscht. Das geht bis hin zum Echtzins. Zum anderen haben die Parakites auch einiges an Bewegung im Gleitschirmmarkt entfacht. Immer mehr Hersteller springen auf diesen Zug auf und versuchen mit eigenen Konstruktionen einen Teil vom Kuchen zu ergattern. Das bringt zum Ausdruck, dass Parakites kein vorübergehender Trend sind, sondern eine neue Form des Fliegens, die bleibt.
Umso wichtiger ist es zu verstehen, was wirklich dahinter steckt. Ich habe deshalb für diese Episode 194 von Podz-Glidz... Beni Kälin zu einem Deep Talk nur über Parakites eingeladen. Er hat die Entwicklung von Anfang an begleitet, hat fast alle Modelle am Markt selbst mal geflogen und weiß sehr gut, wo der Spaß und wo die Risiken dieser Schirmkategorie liegen. Diese Folge ist recht lang geworden, aber für alle, die sich fürs Parakiting interessieren, kann ich nur empfehlen, bleibt dran. Ihr hört eine besonders reichhaltige Info-Schatzkiste.
Solche hintergründigen Gespräche kann ich dir übrigens nutzen. Nur präsentieren, weil es Förderer gibt, die meine Arbeit an Podcast und Blog finanziell unterstützen. Mach doch mit. Wie das geht, steht im Gleitschirm-Blog Blueglides und zwar dort auf der Seite Fördern.
Beni, ich habe vorhin extra nochmal geschaut und habe gesehen, du warst vor sechs Jahren ja schon mal hier im Podcast. Da haben wir nur über hauptsächlich das Speedgliding gesprochen und die Parakites, die gab es damals noch gar nicht. Zumindest nicht so als offizielles Produkt. Wann warst du eigentlich zum ersten Mal mit so etwas wie einem Kite wirklich fliegen? Gute
Frage. Ich glaube 2016 oder 2017. Oh, also noch
viel früher.
Ja, ich bin auf jeden Fall sehr viel mit diesen Ozone R1 Race Kites auf dem Wasser gefahren und dann irgendwann an der Düne angefangen zu fliegen, einen Meter über dem Boden. Und ich weiss noch, 19. Juni 2018.
Ich habe das Ding eingeklappt über dem Schwarzsee in der Schweiz und bin runtergefallen. Ohne Notschirm habe ich meinen Rücken gebrochen im See. Da habe ich einen richtigen Schwein gehabt und das war mein letzter Flug an einem Kite.
Und das mit den Parakites bei Flair, das ging dann glaube ich erst 2019 los.
Aber der Flair Moustache, der kam ja erst Anfang 2022 heraus, also dann noch drei Jahre später. Wie bist du denn damals zu Flair gekommen?
Wie war deine Entwicklung von dem Moustache und wie auch mit daran beteiligt warst du?
Wie gesagt, ich bin viel mit diesen Ozone R1 Kites herum geflogen. Die sind eigentlich so wie ein Bandit heute, kann man sich das vorstellen. Mit Streckung 7, vielen Zellen, sehr viel Leistung und vor allem einfach an der Düne in Frankreich, in der Pila, einen Meter über dem Boden. Also mega vorsichtig, weil es ist ja ein Kite und ich habe mich da ganz langsam daran herantastet, wirklich viel geflogen, in starken Bedingungen. Ich habe mich dann auch mit einem 60 km/h, wo du mit keinem anderen Schirm, den ich hatte, und ich habe auch kleine Speedfly gehabt, da überhaupt hätte es fliegen können und habe dann auch andere Leute probieren lassen und einfach jeder, der sich da dran gehängt hat, der den Mut aufgebracht hat, mit dem Ding zu fliegen, weil es hat schon sehr speziell ausgeschaut, das Ding.
Ich habe da die Krümmung nicht angepasst, du ziehst da quasi die Traggurten zusammen und dann wird das Ding ultra rund, das sieht dann so aus wie so ein Zähkai. Das ist für das Kitesurfen sehr, sehr speziell. Aber jeder hat es geliebt, jeder, der das Ding geflogen hat, hat es geliebt und war einfach total begeistert und ich habe einfach gesehen, hey, also das brauchen wir, wir müssen sowas als Gleitschirm haben, was es offiziell gibt, dass wir da nicht irgendwelche Kites fliegen müssen. Und irgendjemand hat mir eben erzählt, dass Skywalk dieses Projekt hatte, die waren schon an der Entwicklung dran, das
Ding hiess Skycarver.
Ursprünglich mal die Idee dazu gehabt. Also der war, glaube ich, der Erste, der damit auch so ein bisschen rumprobiert hat, glaube ich, 2011 oder 2014 sogar schon.
Gut, wirklich, ja. Ich weiss nicht, wann das angefangen hat, aber ich habe nur gehört, dass die dieses Projekt haben und ja, irgendwann habe ich mich mit denen in Verbindung gesetzt und halt einfach dann ein bisschen meine Erfahrungen geschildert und erzählt, was ich so gemacht habe und Videos gezeigt und so mit diesen Kites und einfach halt geschwärmt und gesagt, wie begeistert ich war. Und wie begeistert alle anderen waren, die mit dem rumgeflogen sind. Das war noch bevor ich mit dem Ding abstürzt bin. Und ja, dann haben die das quasi nochmal neu aufgegriffen. Der Benni Bölli ist dann mal zu mir in die Schweiz gekommen mit diesen alten Protos damals, vom Armin vermutlich, ist er hergekommen und wir haben die da zusammen geflogen und sind da vom Amispiel oder Hohwald Startplatz bei uns auf die Höhenmatte runtergeflogen, weil die Tandems.
Das waren noch so geschlossenzellige Schirme, also da geht die Luft rein und da ist ein Ventil drauf und die kann dann auch nicht mehr raus. Aber ich glaube schon, die Dinger waren safe, aber ja, hat halt schon speziell ausgeschaut und genau, und haben wir dann ein bisschen brainstormt, ich und der andere Benni, also der Benni Bölli und uns ein bisschen überlegt, was das Ding können muss, was wichtig ist und so weiter. Und ja, der Benni hat dann angefangen, da... Ja. Wieder neue Protos zu bauen und so und das ging dann, aber es war wieder ein Jahr Unterbruch, weil er diese Flysurfer Race Kites fertig machen musste, diese VMG, was sie dann bei Olympia letztes Jahr in Paris ja gefahren sind und da war er völlig absorbiert mit dem Projekt und deshalb ging es dann wieder ein Jahr quasi, bis er dann wieder Zeit hatte, neue Protos zu machen und so weiter.
Aber ja, irgendeines Tages hieß es dann nicht. Ja, jetzt ist wieder ein Proto da und dann hat er gleich irgendwie drei Stück bestellt und die hatten alle so einen Schnauz drauf. Weil er es einfach lustig fand und es eine coole Idee fand, hat er einfach so aus Witz mal so einen Moustache drauf genäht. Alle fanden es cool und darum gab es dann den Moustache, ja. Aber von diesem Prototyp gab es dann nochmal ein, zwei Runden und wir haben dann echt lange und viel probiert. Da gab es echt einige Vorserien-Schirme, die viele Piloten auch geflogen haben. In allen möglichen Bedingungen. Wir haben viel Spieflein gemacht mit dem, andere waren viel Küstensohren und so weiter. Bis dann der offizielle Verkauf 2022 gestartet wurde.
Also da hat man sich schon Zeit gelassen und das Ding wirklich fertig gemacht und gut getestet und nicht einfach mal irgendwie so auf den Markt geworfen, geschaut, ob das dann funktioniert oder nicht.
Als der Moustache rauskam, da haben viele auch, ich glaube, Skywalk auch in der Werbung. Ich habe es dann aber auch übernommen auf meinem Blog. Da habe ich dann auch geschrieben von der Parakite-Revolution. Stimmt dieser Begriff überhaupt aus deiner Sicht? Kann man da von einer Revolution sprechen beim Parakite?
Von mir aus gesehen definitiv, ja. Also ein Parakite wird nicht ein Gleitschirm ablesen für Thermik und Streckenfliegen, meiner Meinung nach. Aber an der Küste zum Soaren gibt es für mich eigentlich nicht wirklich einen Grund, das noch mit einem Gleitschirm zu machen. Also das ist einfach geballt. Das ist genau für das gebaut.
Am Anfang ist es eher so, dass die Leute das Gefühl haben, Parakite gefährlich und so. Aber ich glaube, in 10, 20 Jahren ist es genau das Gegenteil, dass man denkt, Küstensohren im Starkwind, mit einem Gleitschirm, heikel, wenn der Wind auffrischt, dann fliegt es dann rückwärts. Also ich glaube, das dreht dann irgendwann. Also ich glaube, das kann jeder bestätigen, der mal mit einem Parakite an der Küste geflogen ist, mit der richtigen Grösse und das man gut erlebt hat. Es ist einfach dafür gebaut. Es ist intuitiver, einfacher und auch sicherer. Ja, bevor
wir jetzt über solche Spezialitäten beim Fliegen sprechen, vielleicht erklärst du einfach mal kurz so für alle. Ich nehme mal an, dass ein paar Leute, die das hier hören, die das zwar den Begriff Parakite schon mal gehört haben, aber nicht so ganz wissen, was eigentlich da wirklich dahinter steckt oder so. Also was macht eigentlich einen Parakite wirklich aus? Beziehungsweise wo liegen die Unterschiede zwischen einem Parakite und einem Gleitschirm? Also der Hauptunterschied, würde ich jetzt mal sagen,
ist der Traggurt oder der Traggurt ist so gebaut, dass du eigentlich den Beschleuniger in den Bremsen integriert hast. Also wenn du Hände hoch gehst, dann beschleunigt der Schirm und zwar relativ viel, eher einen Tick mehr als ein Gleitschirm. Und wenn du die Bremsen ziehst, dann irgendwann so 50, 60 Zentimeter Zug, bist du wieder im besten Gleiten, wo A, B, C Traggurten dann gleich lang sind. Und erst vom Punkt vom besten Gleiten an, wenn du noch tiefer ziehst die Bremse, wird dann die Austrittskampe, die Bremsleine mitgezogen. Und da hast du vielleicht auch nochmal 20 Zentimeter Bremseweg, bist du dann stolz.
Und da hast du vielleicht auch nochmal 20 Zentimeter Bremseweg, bist du dann stolz. Und da hast du vielleicht auch nochmal 20 Zentimeter Bremseweg, bist du dann stolz. Also sprich, du hast eigentlich die ganze Geschwindigkeitsrange vom Stoll bis zum Topspeed, kannst du nur über die Bremsen abrufen. Also das klingt erstmal natürlich völlig gefährlich, wenn du Hände hoch gehst, bist du voll beschleunigt. Und das ist eine Tatsache und genau so ist es auch, dass man eben voll beschleunigt ist. Und damit das nicht brutal gefährlich ist, brauchen halt die Schirme meiner Meinung nach einfach genug Stahl. Du hast ein sehr stabiles Reflexprofil, dass du halt eben eigentlich entspannt Hände hoch durch Toglänzen fliegen kannst, ohne dass du dauernd Angst vor Einklappern haben musst. Also wenn du voll beschleunigt mit einem C oder der Schirm durch die Gegend fliegst, dann musst du aktiv fliegen.
Wenn du nicht aktiv fliegst, klappt die Kiste ziemlich schnell mal ein. Bei einem Parakite ist das anders. Der steckt voll beschleunigt sehr viel weg. Das
heisst, ich muss nicht aktiv fliegen beim Parakite? Der macht alles von alleine?
Bei normalen Soaring-Bedingungen, wo das noch Spass macht, im Boden näher soaren, musst du eigentlich fast nicht aktiv fliegen. Ja, sehr wenig. Also es kommt natürlich auf die Bedingungen an. Irgendwann klappt alles und dann will der auch aktiv geflogen werden. Aber ich sage jetzt mal, zu 90 % von den Bedingungen brauchst du nicht aktiv fliegen. Du machst das automatisch, weil es ein Reflex ist. Vom Gleitschirm ist es man gewohnt, dass man daran zieht. Und es fühlt sich auch besser an, wenn die Leinen weich werden, wenn man zieht. Es ist einfach ein Reflex, den du und ich auch sicher haben. Aber ich habe das mal ganz bewusst letztes Jahr in Dänemark beim Testen eine Stunde lang weggelassen mit dem Bandit. Despektive ich habe sogar ganz bewusst eine Stunde lang das Gegenteil gemacht. Ich habe mich mega konzentriert und jedes Mal, wenn die Leinen weich wurden, habe ich Hände hoch gemacht statt gezogen.
Und es fühlt sich komplett falsch an, aber es ist nicht einmal eingeklappt.
Warum klappen die nicht? Du hast gerade den Begriff Reflex benutzt. Vielleicht erklärst du das auch nochmal kurz.
Ja, das ist einfach eine Profilgattung, was auch bei den Gleitschirmen, je länger mehr verwendet wird. Das sind einfach stabilere Profile. Also grundsätzlich kann man das eigentlich relativ einfach erklären. Ein Gleitschirm, das Profil, wenn die Leinen durchhängen, wenn der Gleitschirm die Leinenspannung verliert, egal ob am Boden oder in der Luft, wenn einfach alle Leinen durchhängen, dann ist es ein normales Gleitschirmprofil. Dann ist es ein normales Gleitschirmprofil. Und das unterschneidet. Also sprich, die Eintrittskante, die will runter. Die hat diese Tendenz, nach unten zu gehen. Also das unterschneidet und klappt ein. Und dann gibt es neutrale Profile, die bleiben dann quasi. Und die Reflexprofile, da will die Eintrittskante immer nach oben. Also sobald die Leinen durchhängen, zieht es die Nase hoch statt runter.
Und das ist so ein Beiwert. CM heisst der. Und da kann man wenig Reflexe verbauen. Man kann viele Reflexe verbauen. Das sind alles Vor - und Nachteile. Aber grundsätzlich ist es eigentlich die Tendenz vom Schirm ohne Leinenspannung. Was macht die Eintrittskante? Will die runter oder will die hoch? Einfach erklärt. Und am Gleitschirm, wenn die B nicht Zug hat, wenn die B eigentlich quasi den Zug verliert, oder? Wenn die nicht quasi zwischen A und B mit den Leinen geht. Wenn die Geometrie einen Anstellwinkel macht, dann macht er keinen Auftrieb, sondern dann klappt er einfach ein. Und das ist beim Parakite anders. Bei Kites auch. Jeder Kite, den du zum Snowkiten oder Kitehofen hernimmst, dann kannst du einfach die Bar loslassen, die Steuerstange, den Zenith stehen lassen und der kann dann überschiessen, hinter dich gehen und dann floated er einfach wirklich so zurück, ohne dass er eine Frontklappe macht.
Und das ist bei einem Parakite auch der Vorteil. Also wenn der dich überschießt am Boden und in der Luft auch, dann quasi schwebt der einfach wieder zurück, oder?
Jetzt vielleicht ganz übertrieben vereinfacht gesagt, was ich beim Gleitschirm mit dem Bremsen hinten mache, um den Anstellwinkel wieder zu erhöhen und damit mit dem höheren Anstellwinkel auch wieder ich quasi Spannung auf eine entspannte Leine bekomme, das macht der Parakite, indem er vorne die Schnauze hochnimmt.
Ja genau, der macht das quasi von alleine. Also der hat quasi wie einen Autopilot integriert, oder? Für mich ist Reflex, das ist wie so beim Auto so eine Fahrhilfe, weisst du, so ein ABS. Das ist immer da und hilft dir eigentlich dauernd. Du kannst fliegen und dich ohne auf das Reflex verlassen und aktiv fliegen, aber du musst es eigentlich gar nicht unbedingt, wenn der genug Reflex hat, weil die Eintrittskante geht sowieso immer wieder hoch, wenn die Leinen durchhängen, oder? Hm. Wenn du genug Geschwindigkeit hast und die Trimmung und das Profil und alles stimmt, oder bis zu einem gewissen Grad. Irgendwann, wenn du bei 40 km Wind beim Soaring ins Leve fliegst, dann hat das dann auch seine Grenzen und die Kiste klappt auch ein, ganz klar.
Aber ich sage mal, in diesen normalen Soaring-Bedingungen, wo es noch Spass macht, den Boden näher zu fliegen, geht es erstaunlich gut, ohne aktiv zu fliegen, bei einem safen, stabilen Parakite. Hängt natürlich auch wieder ein bisschen von der Fähigkeit ab, die Flächenbelastung ab. Wenn ich jetzt mit 70 kg und 26 km fliege, klappt der sicher früher mal ein, als wenn ich jetzt einen 13er habe, ganz klar. Vielleicht noch ein Hauptvorteil, was wir jetzt da nicht besprochen haben, ist diese Trageuhr. Das klingt jetzt erstmal nicht so nach einem grossen Vorteil, dass du Hände hoch gehen kannst und du bist beschleunigt. Dann sagt einer, ja gut, ich kann ja auch einfach den Fussbeschleuniger drücken. Faires Argument, kann man. Aber der grosse, grosse Vorteil, von diesen Kite-Reisern,
wie man den sagt, von diesen Traggurten an den Parakites, ist, dass du beim Start am Boden stehend den Schirm beschleunigen kannst, ohne dass der einklappt. Versuch mal, einen Zweileiner bei 50 km/h beschleunigt aufzuziehen am Boden. Das geht nicht, oder? Du kannst ja nicht aufziehen und gleichzeitig beschleunigen. Dadurch, dass du den Schirm schon beschleunigen kannst, während du am Boden stehst, macht der viel weniger Auftrieb und reisst dich eigentlich auch gar nicht weg. Also der zieht dich am Boden nur weg, wenn du daran ziehst, oder? Wenn wir jetzt so Groundhandling mit Anfängern machen, bei viel Wind, sage ich immer, tut die Griffe nicht einschlaufen. Haltet die einfach nur und im Notfall, wenn ihr umfällt und Kontrolle verliert und die liegt auf dem Rücken und es zieht euch mit, einfach loslassen, Hände weg.
Und wenn die Leute das machen, das funktioniert. Es zieht dann niemand über das Feld. Das ist echt erstaunlich.
Das heisst, der Schirm richtet sich wieder einfach quasi über dem am Boden liegenden Piloten dann wieder aus und sagt so, hey, du hast alles losgelassen, hier stehe ich, ich kann nicht anders.
Ja, oder er fällt halt zu Boden und bleibt zu Boden, aber er entwickelt einfach keine Kraft, oder? Also er ist einfach gedepowert in dem Sinn, oder? Also am Gleitschirm kannst du ja zum Beispiel, gibt es es beim Groundhandling, dass du den aufziehst, dann überschießt er, macht einen Frontklapper, fällt zurück in die Powerzone und dann öffnet das Ding wieder und dann reisst es sich erst recht weg, weil du eine ganze Fläche im Wind hast. So ein Zeug macht halt der Parakite eigentlich nicht. Wenn du loslässt, dann, der kann schon mal klappen und einen Meter ziehen oder so, aber wenn du die Finger lässt, dann zieht er auch nicht mehr, oder? Das Dümmste ist, wenn du einen Verhänger hast. Wenn du aufziehst bei Starkwind und einen grossen Verhänger hast und du versuchst gegensteuern, dann hast du natürlich auf beiden Seiten viel Widerstand, viel Fläche, dann zieht es dich auch weg.
Aber ansonsten ist es echt erstaunlich, wie das Ding bei viel Wind dich nicht zieht, solange du nicht dran ziehst. Das
klingt jetzt so ein bisschen sehr verlockend, sage ich mal. Warum werden nicht Gleitschirme dann auch einfach so gebaut? Das klingt ja wie nur so ein super Safety-Feature.
Ja, ist es auch. Zum Gleitschirmfliegen macht es von mir aus gesehen wenig Sinn, weil du hast sehr lange Wege, du bist nicht extrem direkt mit dem Schirm verbunden. Du kannst mit den Thermikfliegen, mit den grösseren umso besser als mit den kleinen, aber es ist ein ganz anderes Gefühl, du bist irgendwie anders connected mit dem Schirm. Wenn du ein Gleitschirm fliegst, dann hast du die volle Autorität über die Bremsen oder beim Zweiliner über die B-Ebene. Wenn du den Schirm vorschießen willst, kannst du ihn 100 % zurückbremsen, du bist voll der Chef. Und beim Parakite musst du erstens relativ weit runterziehen, das heisst, du hast deine Hände eher tiefer unten
und du musst dauernd ziehen, wenn du löst, wenn du zu weit oben bist mit den Händen, dann beschleunigt das Ding und dann hast du viel mehr Sinken. Also du musst so weit runterziehen, für das geringste Sinken, dass es eigentlich anstrengend ist und hat dann auch mehr Kraft, mehr Bremsdruck. Also das heisst, es ist sehr ermüdend und das, was den Schirm, am Vorschießen hindert, also der schiesst da immer wieder vor in Turbulenzen, egal welches Schirm, und damit du den zurückbremsen kannst, musst du am Parakite so weit runterziehen, damit die Bremsleine gezogen wird. Also der Zug auf der Austrittskante, der stoppt den Schirm dann wirklich vom Schießen. Und ab dem Moment, wo die Bremsleine gespannt wird, hast du bei einem guten Parakite vielleicht 20 cm bis zum Stollpunkt und bei einem weniger guten vielleicht nur 5 cm.
Also der Bereich, wo die Bremsleine greift, bis er stollt, ist extrem kurz. Und mich persönlich, mich stört es, ich bin dann gefühlt immer kurz vor dem Klapper oder kurz vor dem Stoll, weil der Bereich einfach so kurz ist, übertrieben gesagt. Kannst du dir das vorstellen? Macht das Sinn?
Ich versuche das nochmal mit meinen Worten zu erklären. Du hast gesagt, die ersten 60 cm, die du ziehst an der Bremse von ganz ausgelassen auf Kontakt gehen, dass irgendwann die Bremskante auch anfängt sich zu verformen. Das verändert erstmal wirklich nur den Anstellwinkel des gesamten Profils. Genau, da
Ziehst du nur B- und C-Leine?
runter. Und erst dann, wenn du das soweit auf neutral gezogen hast, dann ist die ganze Beleinung so ausgelegt, dass dann überhaupt erst die Bremshinterkante unter Zug kommt. Genau, richtig, ja. Und dann ziehst du die halt auch noch runter, aber dann ist dieses ganze Profil und sonstiges so, also von dem ganzen Weg, den du hast, ab diesem Neutralpunkt nach unten hast du dann wirklich nur noch diese 10, 15, 20 cm maximal, die du noch ziehen kannst. Und dann ziehst du ihn dann ab oder ziehst ihn in den Sackflug oder was passiert?
Das wiederum ist dann sehr entspannt. Also die Parakites durch diese Kite Racer, dadurch, dass du halt die B - und C Leinen immer auch mitziehst, wenn du die Austrittskante runterziehst, die wollen, die kriegst du fast nicht in den Tailglide. Also die machen eigentlich fast nur Sackflug. Kommt ein bisschen auf die Einstellung und auf den Parakite drauf an, aber es ist nicht so richtig möglich, einen schönen Tailglide zu machen. Die machen vor allem einfach Sackflug. Ist aber eigentlich viel safer, weil die Chance, dass du dann während dem Rückwärtsfliegen den Schirm wieder anfahren lässt und der Schirm so viel Energie aufnimmt, dass du in die Kappe fällst, ist viel geringer. Dadurch, dass du halt nie rückwärts fliegst, ist die Chance, dass du da in einen eigenen Schirm reinfällst, glaube ich, deutlich kleiner als am Flightschirm.
Und außerdem hat der Schirm selber die Tendenz, sich vorne wieder aufzurichten. Also der will gar nicht, wahrscheinlich gar nicht weit vor dich runterschießen, sondern die Kappe, wenn du dann losgelassen hast, mit dem Reflexeffekt vorne, zieht sie halt wieder hoch und sagt gar nicht so viel, so weit vor dir runter, oder? Könnte ich mir vorstellen.
Genau, wenn du, richtig, wenn du ihn komplett Hände hochschießen lässt, wenn du wirklich ganz löst, dann hat er mehr Reflex und er füllt dann auch ein bisschen langsamer wieder und das dämpft das Schießen tendenziell eher. Wenn du aber im besten Gleiten bleibst und halt vom Stoll nur ein bisschen löst, dann kann er schon ziemlich schießen, weil im besten Gleiten ist eigentlich fast kein Reflex mehr oder kein Reflex mehr vorhanden und dann schaffst du es schon, dass der Schirm extrem vorschießt und dann auch einklappt oder so. Aber wenn du Hände hoch bist, ist es genau wie du sagst, das Reflex, das dämpft das Schießmoment, oder?
Das heisst, man müsste eigentlich beim Parakite kontraintuitiv zu dem vom Gleitschirm reagieren. Also wenn der Gleitschirm schießt, heisst es, okay, einmal die Bremse richtig ordentlich ziehen, den stoppen und dann langsam wieder loslassen, dass du dann wieder in den Normalflug kommst. Und beim Parakite müsstest du sagen, im Idealfall würdest du sagen, der schießt Hände wirklich ganz hoch, dass der sich dann von selber stoppt oder sollte man trotzdem mit den Bremsen dort arbeiten?
Nein, also du kannst tatsächlich, einfach wirklich komplett Hände hoch und das Ding schiessen lassen.
Ich mache es gar nicht gerne, weil du verlässt dich quasi auf den Schirm. Du musst dann hoffen, dass der nicht schießt und weniger schießt oder dann nicht klappt auch vor dir. Und als Pilot sind wir uns alle gewohnt, für uns selber Verantwortung zu übernehmen und die Kontrolle zu halten, oder? Und nicht einfach sich aufs Material zu verlassen. Und wenn du den einfach so komplett Hände hoch schiessen lässt, verlässt du dich halt aufs Material.
Aber eigentlich funktioniert es in der Regel. Aber es macht halt ein bisschen Angst. Ich habe auch schon Videos gesehen, wo die Leute absichtlich irgendwelche Manöver gemacht haben und der Parakite dann vorgeschossen ist. Und wie du sagst, der Reflex vom Gleitschirmfliegen, oh, Schirm schießt vor, dann gehen sie auf die Bremse und sie bremsen dann aber zu wenig, um den Schirm wirklich zu stoppen und bremsen aber nur gerade so viel, dass sie halt das Reflex rausnehmen aber das Schießen noch nicht wirklich gestoppt wird und dadurch kriegen sie einen Klapper, weil sie gebremst haben. Wären sie einfach Hände hoch geblieben, wäre nichts passiert. Hätten sie richtig fest gebremst, wäre auch nichts passiert, oder? Aber das Zwischending
war halt dann dumm. Das ist ja ein bisschen fies dann eigentlich. Also wenn du so vom Gleitschirmfliegen kommst und es vielleicht nicht so gewohnt bist bei deinen Schirmen, dass du, wenn Bremsen dann richtig bist, unter den Arsch einmal schnell durchziehen, sondern sagst, ja, ich kriege den meistens gestoppt, wenn ich 40 Zentimeter gezogen habe oder 50, dann machst du das bei deinem Parakite genauso und bist dann genau in dem Bereich, wo du sagst, okay, du hast das Reflexprofil rausgezogen und jetzt schießt er es recht.
In dem genau, in diesem Beispiel ist es so. Aber, und die Leute haben immer Angst davon und denken, oh, ich muss umstellen und Parakite ist doch genau das Gegenteil, ich muss noch alles anders machen. Stimmt nicht. Der Parakite, der klappt, wenn der vorschießt, klappt der auch nur, ab dem Winkel, wo ein Gleitschirm einklappen würde. Du kannst halt einen Parakite 90 Grad vorschießen lassen, wenn du Hände hoch bist, klappt der nicht ein. Und ein Gleitschirm, ich sage jetzt mal, da klappt so ab 60 Grad, klappt der vielleicht. Und ein Parakite klappt ja auch erst bei 60 Grad, wenn du ziehst und es falsch machst. Vorher klappt der nicht. Er klappt ja nicht früher als ein Gleitschirm, er klappt nur später. Also es ist nicht so tragisch, aber ja, man kann den im Extremfall durchs Anbremsen zum Klappen bringen.
Aber nur, wenn er weit vor dem Piloten ist. Also beim Thermikfliegen, wenn er über dem Kopf, sorry, beim Thermikfliegen, wenn er über dem Kopf ist oder Fliegen in turbulenter Luft, ganz normal aktiv fliegen, das Vorschießen stoppen, den Schirm über dem Piloten halten, wenn die Leinen weich werden, ziehen, ist alles genau gleich, es fühlt sich einfach anders an, weil der Bremsdruck und der Bremsweg länger ist usw. Aber eigentlich auch, die Fliegen gehen genau gleich.
Würdest du denn sagen, wenn man das jetzt so hört, würdest du sagen, dass im Durchschnitt des Fliegens der Parakite sicherer ist von seinen Reaktionen her als ein Gleitschirm?
Jetzt nach vier Jahren Parakite fliegen? Ja, definitiv, ja. Wir haben jetzt bei Flair gerade diesen Scout rausgebracht, der erste wirklich komplette Anfänger Parakite, mit wenig Streckung, eher ein dickeres Profil, und da habe ich versucht, am 22. den wirklich in den Tailglide zu ziehen, also den komplett durchzustauen, aber wie gesagt, der macht keinen Tailglide, der bleibt einfach über dir im Sackflug, es kann schon sein, dass der ein bisschen rückwärts geht, das ist schwierig zu sagen, aber grundsätzlich ist er einfach im Sackflug, und du kannst in irgendeinem Moment einfach Hände hochgehen, und das Ding schießt ein bisschen vor, aber nicht so weit nach vorne, dass dir irgendwie klappen würde, oder sonst was Böses machen,
also das hat mich dann wieder an meine Fallschirmausbildung erinnert, beim Fallschirmspringen machst du während den ersten Sprüngen Stalls und Stahldrehungen, also das wäre ja am Gleitschirm komplett gefährlich, bei den ersten Höhenflügen Fullstalls und Frillen zu fliegen, das wäre ja absolutes No-Go, und an diesem Scout 22 habe ich mir ein bisschen gefühlt wie im Fallschirm, ich habe keine Frillen ausprobiert, aber im Stall konnte ich dann einfach ziehen, und loslassen wann ich wollte, und es ist einfach nichts passiert, egal vom Timing her, das war schon extrem verzeihend, und das andere, was halt auch super safe ist, ist das Reflexprofil mit dieser Klappstabilität, dass einfach Klapper, die können klappen, jeder Parakite kann klappen, ganz klar, aber statistisch gesehen passieren viel weniger Unfälle wegen Klapper mit Parakites als mit Gleitschirmen,
kann man definitiv so sagen, finde ich, oder? Also darum in Summe gesehen finde ich es schon, dass so ein Parakite eigentlich super safe ist, ja.
Das heisst, das Unsichere ist aber wahrscheinlich hauptsächlich, dass man so viel in Bodennähe fliegt, und wenn du mal einen Klapper hast, dann kann es halt schnell hart auf hart gehen, nämlich dass man dann voll auf den Boden damit knallt.
Definitiv, also ich will nicht sagen, dass keine Unfälle passieren, aber die Dinger fliegen ja auch schnell und sie sind einfach, sie sind intuitiv und ich glaube, die grösste Gefahr ist, dass die Leute einfach sehr schnell übermütig werden, oder? Und wenn du mit 60 km/h Hände hoch beschleunigt fliegst und dann noch mit Rückenwind an der Düne, dann bist du schnell mal mit 80 oder aus einer Kurve hast du schnell mal einen Hunderter drauf. Und wenn du auch halt wo gegenfliegst oder irgendwo hängen bleibst, ist natürlich sehr viel Energie vorhanden und dann tut es sehr schnell sehr weh. Und wie du gesagt hast, ein Klapper im Bodennähe ist halt grundsätzlich immer gefährlich, weil es einfach ein unmittelbarer Bodennähe ist, oder? Und beim Streckenfliegen, wenn du ein bisschen Höhe hast, muss nicht jeder Klapper gleich dramatisch sein, oder?
Was Parakites auch können, was Gleitschirme nicht so können, was aber vielleicht auch ein gewisses Risiko birgt, ist, du kannst ja damit, wenn du ganz auslässt, viel Schwung aufnimmst, dann tauchen die richtig nach unten durch, holen sich Schwung, und wenn du dann wieder die Bremse durchziehst, oder nicht komplett durch, aber wieder ordentlich setzt, dann setzt der sehr stark diese Fahrt auch wieder in Höhe um. Also du kannst wirklich dreidimensional fliegen, wo der Gleitschirm eigentlich nur weitgehend nach unten gleitet, mit ein bisschen Tricks, manche können auch schon ein bisschen mehr in Höhe gewinnen, aber das machen die Parakites halt viel, viel mehr, dass du auch richtig gelandet einen Flug machen kannst und sowas mit so einem Ding. Damit wirst du natürlich aber auch für andere vielleicht schlechter berechenbar von deinem Flugpfad her, oder du steigst vielleicht irgendwo auf, hast aber nicht geguckt, ob hinter dir einer 30 Meter höher oder 20 Meter höher gerade fliegt, und du steigst plötzlich in seine Flugbahn hinein.
Das heisst, das Zusammenfliegen mit anderen, würdest du sagen, das ist vielleicht ein bisschen riskanter mit den Parakites als mit klassischen Gleitschirmen?
Definitiv, ja. Das siehst du genau richtig, oder? Es ist immer so, wenn halt Leute unterwegs sind mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, dass es einfach problematisch wird, ist ja auf der Strasse genau dasselbe, oder? Wenn alle gleich schnell fahren, ist es eigentlich kein Problem. Wenn einige das Gefühl haben, sie müssen 200 km/h fahren und die anderen nur 80 km/h, dann wird es halt sehr mühsam. Und das ist eigentlich genau das beim Fliegen mit Parakites, wenn noch Gleitschirme in der Luft sind, oder? Aber auch wenn alles nur Parakite-Piloten sind und zu viele in der Luft sind, wird es halt schnell mühsam, weil es fliegen alle schneller, jeder will in die Bodennähe fliegen, jeder will dieses dreidimensionale Fliegen, halt ausleben. Ich selber ja auch, ich zähle mich da auch dazu.
Also da muss man schon den Kopf bei der Sache haben und gut aufpassen, weil ja, Kollision in der Bodennähe ist auch scheisse.
Du hast gesagt vorhin, Parakites sind hauptsächlich fürs Soaren gedacht. Gibt es andere Arten des Fliegens, wo du sagst, da hat ein Parakite auch Vorteile, oder ist es, wenn man in andere Bereiche reingeht, das klassische Gleitschirm, na, Abgleiter jetzt nicht, aber wenn du sobald anfängst, ich will ein bisschen XC fliegen, Thermik fliegen oder sowas, da würdest du sagen, da ist ein Parakite einfach viel am Platz oder geht es auch, aber mit einem Gleitschirm ist es halt viel schöner? Und warum?
Ja, sicher sehr sinnvoll ist es, überall dort, wo du in der Bodennähe fliegst, also sprich beim Speedflying, Proximity fliegen, da ist es mega sinnvoll. Und da sind sicher Parakites auch am Durchsetzen. Es fliegen je länger, je weniger normale Speedflying, weil jetzt zum Beispiel diese Flairline,
da ein 15er fliegt gleich schnell und gleich steil wie ein 11er von einem klassischen Speedflyer. Also du musst eigentlich für die gleiche Geschwindigkeit zum Fliegen musst du einen Schirm nehmen, der vier Quadratmeter kleiner ist. Und der wiederum ist dann halt anspruchsvoller zum Starten und Landen und hat weniger Gleitzahl und kleinen Einsatzbereich und so weiter. Also dort ganz klar, mega sinnvoll. Paramotorfliegen gibt es ja auch, ein Paramotorschirm von Flair, also ein Parakite, spezifisch fürs Paramotorfliegen. Und da vor allem einfach fürs Fliegen in Bodennähe, auch wieder für dieses Proximity fliegen mit dem Motor in Bodennähe, das macht keinen Sinn, wenn du lange Strecken fliegen willst und Genussflüge machen willst und so im Paramotor, dann ist es der falsche Schirm.
Aber für dieses dynamische, schnelle Fliegen in Bodennähe funktioniert das super mit dem, oder? Warum ist es für Leute, die längere Flüge, der falsche Schirm? Also je nach Motor, was du dann hast, musst du halt Vollgas geben, damit du überhaupt nur Level fliegen kannst. Das heisst, wenn du nur Halbgas fliegst, sinkst du, weil das Ding so schnell ist. Dann brauchst du halt mega viel Sprit, wenn du dauernd Vollgas fliegen willst. Es muss, denn es ist mega lärmig und es ist dann auch nicht so entspannt. Und wenn du jetzt irgendwie einen Genussflug machen willst, dann willst du nicht die ganze Zeit Vollgas. Es soll ja Genuss und nicht Vollgasflug sein, oder? Dann ist es, mit einem Gleitschirm kannst du quasi den Beschleuniger einfach lösen, Trimmer schliessen und, ich sage mal, gemütlich dahin fliegen mit wenig Drehzahl, oder?
Ohne, dass du Vollgas fliegen musst, oder? Und du kannst bei den, zum Beispiel bei den Flair Parakites, gibt es kein System, wo du die Bremsgriffe einhängen könntest, damit das Ding im Trim fliegt. Es gibt andere Hersteller, die haben Griff vom Parakite, diese Fidlock Magnetklippen, was ganz viele Gleitschirme ja mittlerweile auch haben, wo du den Bremsgriff nach unten rausziehen kannst, aber nicht nach oben oder geradeaus. Du kannst ihn gerade reindrücken, aber rausnehmen kannst du ihn nur nach unten. Und es gibt einige Parakitehersteller, die haben diesen Fidlock drauf gemacht und dann kannst du theoretisch beim Soaren oder was auch immer, oder bei einem Abgleiter, kannst du im Parakite die Griffe dort einhängen und dann fliegt das Ding eigentlich am besten gleiten.
Ich persönlich würde mich das als Hersteller nie trauen, weil stell dir mal vor, einer macht das in Bodennähe und ein solcher Magnet hängt aus, dann macht das Ding eine Spirale. Eine Seite voll beschleunigt, die andere ist am besten gleiten und dann kommst du ziemlich schnell in eine Spirale rein. Und wenn du dann als Pilot nicht schnell genug reagierst und diese Seite ziehst oder diese auch löst, schlägst du gleich ein.
Darum, ganz viele Leute fragen immer, ja aber ist doch scheisse, beim Soaren, dann musst du ja immer halten und kannst niemals relaxen und so. Ja, aber dafür ist es ja auch gebaut. Es ist ja für das sportliche Fliegen gebaut und es ist jetzt auch nicht so anstrengend, dass du das nicht halten kannst. Aber ja, vielleicht findet einer mal wirklich ein sicheres System heraus, wie du das einhängen kannst und damit es auf keinen Fall unabsichtlich aushängt. Ich persönlich wäre da sehr vorsichtig. Aber
wenn du so ein System hättest, dann könnte man theoretisch ja vielleicht auch sagen, man kann dann mit Parakites sogar Strecken fliegen, wo du dann sagen könntest, ich muss es jetzt nicht stundenlang im besten Gleiten halten, sondern kann das auch einfach dann entsprechend vielleicht da einhängen oder so etwas und kann dann sagen, ich kann sogar mal eben zu meinem Butterbrot greifen, wenn ich noch was essen will zwischendurch, was vielleicht mit einem Parakite klassischerweise, den du nicht einhängen kannst, schwierig ist. Weil wenn du einmal was loslässt, dann geht er halt sofort in Fullspeed über.
Ja, absolut. Technisch möglich wäre das. Du müsstest dann halt an den Bremsleinen einen zusätzlichen Bremsgriff anmachen, wo du dann halt, wenn du den Hauptbremsgriff vom Parakite eingehängt hast, hochgreifst und direkt mit den Steuerleinen, was durch die Austrittskante geht, die dann nimmst zum Thermikfliegen. Also denkbar wäre es schon. Ja, absolut. Und ja, ich denke, irgendeines Tages wird es einer mal bauen und ich glaube schon, dass es funktionieren wird. Ich glaube aber, wenn du dir die Gleitschirmentwicklung anschaust, es ist nicht so, dass man Gleitschirme baut, die möglichst viel können sollen, sondern die Gleitschirme werden immer spezifischer, oder? Also früher gab es einfach nur Thermikschirme.
Jetzt gibt es Speedflyer, Paramotor, Parakites, Akroschirme, normale Speedflyer, Miniwings, Zweiliner. Die Palette wird immer grösser. Darum glaube ich eher, dass die Entwicklung eher ins Spezifischere geht. Aber wer weiss, ja.
Hängt vielleicht auch ein bisschen davon ab, wie viel Geld die Leute noch haben irgendwann. Ob die sich dann sechs Schirme leisten können, weil sie sagen, ich habe sechs verschiedene Hobbys. Ein Hobby heisst Soaring, das andere heisst Streckenfliegen, das nächste heisst Bergschirmabgleiter oder keine Ahnung was. Und du brauchst jedes Mal einen Schirm. Aber wenn du dir immer 2-3 Tausend, oder je nachdem, was für ein Schirm bis zu 4000 Euro oder Franken oder sonst was kostet, das muss man sich halt auch erstmal leisten können. Vielleicht ist ja dann irgendwann schon wieder die Eier, wie heisst es ja, Eiermilchwoll, nee, Eierwollmilchlegende.
Eierlegende Wollmilchsau. Das wars.
Dass das wieder als Schirm dann gefragt ist. Absolut, ja. Nun sind ja Parakites, ganz häufig heisst es auch so, das sind die Schirme auch für den stärkeren Wind, weil sie einfach dieses größere Geschwindigkeitsfenster haben. Bei uns jetzt in der Gegend, ich könnte mir auch vorstellen, teilweise war es in der Schweiz vielleicht auch ähnlich, oder sowas, merkt man schon, es gibt viel mehr Tage, ich weiß nicht, ob es mit dem Klimawandel zusammenhängt oder sowas, es gibt teilweise mehr Tage mit stärkerem Wind. Und wo es auch im Tagsüber dann teilweise vielleicht so thermische Ausgleichswinde nur sind, weil es entsprechend heiß war und dann die Thermik sich ausbildet oder eben Talwinde sich viel stärker ausbilden in den Alpen, wenn man dort reinguckt, ist das auch etwas, wo du sagen würdest, Parakites, die kommen gerade jetzt raus und vielleicht ist das die Art, Gleitschirme zu bauen, wie wir sie für den Klimawandelzeiten letzten Endes brauchen, mit mehr
Wind? Ich denke nicht, weil, wie gesagt, das Thermikfliegen mit diesen Kite-Reisen, das für mich persönlich, es funktioniert, aber es fühlt sich nicht so gut an. Ich fühle mich nicht so, ich habe nicht die Kontrolle, wie ich sonst über einen Gleitschirm habe, mit nur normalen Bremsen. Und dass Parakites einen grösseren Geschwindigkeitsbereich haben, das stimmt eigentlich gar nicht. Wenn du einen Enzo nimmst, den kleinsten Enzo, Enzo 3 von Ozone in XXS, ich habe so einen, der fliegt mit meinen 70 Kilo so ca. 5-67 km/h. Wenn ich einen Flair Bandit nehme, dann ist der effektiv 1-2 km/h langsamer. Und der Stahl vom Enzo ist wahrscheinlich auch noch ein bisschen tiefer, als jetzt vom Parakite,
vom Bandit zum Beispiel.
Okay, das macht das Geschwindigkeitsfenster aus. Aber die Frage ist ja, bei welchen Geschwindigkeiten traut man sich überhaupt zu starten und dann zu fliegen, um darauf reagieren zu können. Und da ist vielleicht etwas, wo du sagen würdest, okay, mit meinem Parakite würde ich mich noch trauen bei 30, 35 vielleicht, je nachdem, was das für es ist und wie erfahren man ist, traue ich mich auch bei 40 zu starten. Das würdest du vielleicht mit dem Enzo absolut nicht mehr machen, weil die Gefahr nach hinten weggerissen zu werden, allein beim Start schon, ist riesig.
Genau, das ist eben genau das Ding, was ich vorhin wieder erklärt habe. Du kannst den Parakite eben schon am Start beschleunigen. Den Enzo kannst du nicht am Bodenstehen beschleunigen. Der zieht dich erstmal weg, du fliegst erstmal nach hinten und dann kannst du logischerweise nicht mehr beschleunigen. Das ist der eine Vorteil. Und der andere Vorteil ist, dass eben die Parakites mehr Reflex haben, als jetzt zum Beispiel ein Enzo. Die sind einfach im Vollgas noch deutlich stabiler. Da brauchst du jetzt nicht brutal aktiv fliegen, wo du mit dem Enzo schon aufpassen musst. Es gibt sicher Bedingungen, wo du mit einem Parakite entspannt fliegen kannst und mit dem Gleitschiff, mit einem Zweiliner, wenn es einer richtig gut im Griff hat und sich traut, kann er da auch noch fliegen. Aber das ist definitiv sehr anspruchsvoll und da musst du dann echt ein guter Pilot sein, um die Kiste offen zu halten.
Und am Parakite kannst du übertrieben gesagt, fast einen Anfänger dranhängen, und der kann dort einfach ein bisschen
rumspielen. Nochmal zurück zum Klimawandel. Meine Vorstellung war jetzt auch nicht die, dass man sagt, okay, ich nehme jetzt den Parakite, weil er das größere Geschwindigkeitsfenster als solches hat, sondern du kannst ihn bei Windgeschwindigkeiten noch safe starten oder safe fliegen, wo du mit dem klassischen Gleitschirm vielleicht nicht mehr fliegen würdest. Und wenn du solche Bedingungen hast, wo du viel stärkeren Wind, viel stärkere Talwindbedingungen hast, wo du vielleicht als Gleitschirmflieger sagen würdest, bei solchen Bedingungen möchte ich eigentlich auch nicht bei diesen Starkwindbedingungen in die Luft gehen, weil thermisch fliegen macht auch da keinen Spaß oder ich habe ständig Leh-Effekte irgendwo. Aber ich würde gerne fliegen und dann kann ich ja immer noch sagen, okay, ich suche mir den passenden Talwind-Brallhang. Da steht jetzt der Wind zwar mit 30, 40 km/h drauf, aber mit meinem Parakite kann ich dort fliegen gehen.
Und damit öffnet sich quasi, verschiebt sich das Flugfenster dahin, dass man bei solchen Geschwindigkeiten auch fliegt, aber halt auch eine andere Art des Fliegens dann betreibt.
Absolut, das ist möglich, definitiv. Also du kannst mit einem Parakite bei Bedingungen fliegen, wo es eben mit dem Gleitschirm schon sehr anspruchsvoll bis unmöglich wird. Und mit dem Parakite geht das noch, oder? Aber mir ist wichtig hier anzufügen, dass am Meer Wind, Starkwind ist relativ einfach berechenbar, oder? Je höher die Wellen, desto turbulenter, ansonsten ist es einfach straight forward. Und ruhig. Aber in den Alpen, in den Bergen wird es dann halt schon sehr kompliziert, oder? Und wenn man halt dann bei 40, 50 km/h in ein Lee fliegt, weil man nicht besser weiss, dass dort ein Lee ist.
Und wir alle wissen, jeder Streckenflieger ist mindestens ein oder mehrmals beim Fliegen in den Bergen irgendwo in ein Talwindlee hineingeflogen, als Anfänger sowieso, wo es einfach nicht geschnallt hat, dass dort ein Lee ist, oder? Und wenn dir das dann halt passiert, als Parakitepilot bei 50 km/h Wind, und du da in ein Lee fliegst, dann zerlegst du dir halt den Schirm dann vermutlich auch, oder? Also, es braucht dann, man kann fliegen bei stärkeren Windbedingungen, absolut. Und es muss auch nicht schwierig sein, das Fliegen selber. Aber meine Erfahrung ist, das Einschätzen von den Bedingungen in den Bergen, ist das noch safe? Ist es turbulent?
Bleibt es so? Oder verändert sich das? Das ist schon anspruchsvoll. Auch für mich. Wir haben da einige neue Spots gesucht bei uns in den Bergen, zum Soaren, zum Parakiten mit Ski auch im Winter. Für mich das Geilste ist immer die Kombination mit Ski. Man kann so ein bisschen kiten und soaren gleichzeitig. Und das ist schon manchmal sehr anspruchsvoll, um das dann richtig einzuschätzen, ob die Bedingungen jetzt da safe sind oder nicht, oder?
Apropos anspruchsvoll. Sprechen wir mal so ein bisschen über die Pilotenanforderungen. Wie viel Gleitschirmerfahrung braucht man, um einen Parakite, also sich an einen Parakite zu wagen, sagen wir mal? Und was muss ich vielleicht noch zusätzlich an Skills haben, um sicher mit einem Parakite zu fliegen?
Ich würde mal sagen, es hängt stark davon ab, welche Grösse Parakite du fliegst. Ob du jetzt einen 26er Moustache als erstes ausprobierst oder direkt auf einen 13er Moustache gehst, das ist natürlich ein himmelweiter Unterschied. Und das andere ist der Ort, wo machst du es. Wenn du irgendwo am Meer, an der schönen Sanddüne, wo der Wind 90 Grad ansteht, schön laminar, das zum ersten Mal ausprobierst und es hat weit und breit keinen Felsen, wo du den Kopf anschlagen kannst und keine Bäume, dann ist es auch wieder ganz was anderes, als wenn du irgendwo zu Ohren gehst, wo es eine Klippe hat, kaum einen Strand hat zum Landen oder so Buchten und Rücken und der Wind kommt noch von schräg vorne und so weiter.
Es macht einen riesigen Unterschied, aber es führt eigentlich so weit, dass du direkt am Parakite fliegen lernen kannst. Das machen die mittlerweile an diversen Orten, dass du direkt am Parakite Küstensohren lernen kannst. Und die Leute, die das ausbilden, die sagen auch, dass es einfacher ist, die Leute machen schneller Fortschritt am Parakite, wenn sie erst einen Gleitschirm nehmen. Macht ja auch Sinn, wenn du dir überlegst, mit einem Gleitschirm ground handeln ist anspruchsvoll, weil wenn das Ding nur einen halben Meter vorschießt, klappt es sofort ein. Und bis du mal merkst, dass das Ding vorschießt, musst du halt ein paar Stunden üben. Und der Parakite, der schießt halt vor und klappt halt nicht ein.
Du musst dann eigentlich nur links und rechts steuern. Also das macht es schon massiv einfacher.
Aber ist es nicht sinnvoll, von Anfang an zu lernen, dass dein Schirm klappen kann? Ich könnte mir gut vorstellen, wenn du so einen super einfachen Parakite hast, der im Grunde nicht klappt und du ziehst ihn auf und der schießt ein ganz bisschen vor, aber bleibt dann vor dir stehen und dann steht er halt da und sagt so, kein Problem. Dass man... Ja, dann vielleicht auch das Risiko von der Fliegerei mit solchen Stofffetzen über einen schneller mal unterschätzt.
Ja, glaube ich schon, ja. Also es ist sicher so, dass man eben mit Parakites halt den Eindruck gewinnt, dass alles super easy und super safe ist, wenn man das andere nicht kennt, oder? Ob es das jetzt braucht? Weisst du, es gibt ja Leute, das interessiert sie nicht, Gleitschirmfliegen. Darum haben sie es auch die letzten 30 Jahre nie gemacht. Aber Parakites, das interessiert sie, das finden sie geil. Das wollen sie. Und darum machen sie jetzt das. Von mir aus gesehen, ich meine, ein kompletter Pilot, der kann möglichst alles. Der kann Strecken fliegen, der kann Starkwind soaren, der hat viel Groundhandling gemacht, der kann Akrofliegen. Klar, es ist eine Wunschvorstellung, wenn man alles kann. Du fliegst ja auch nicht Akro. Und trotzdem kannst du ja sicher Thermik fliegen. Oder bin ich falsch, bist du Akropilot?
Nein. Gut. Also ich mache ein paar Wing-Over und da hört es dann auch schon wieder auf.
Ja, ja. Also, weisst du, es ist immer die Frage, braucht man das zum Küssen soaren? Nein, finde ich, brauchst du nicht. Wenn der irgendwann auf einen Gleitschirm wechselt, ganz klar, dann sollte er eine Ausbildung machen. Dann sollte er eine richtige Schulung kriegen. Vielleicht muss er ja nicht alles genau gleich, die gleichen Schritte machen wie ein Gleitschirmpilot, weil er schon viel kann. Aber er muss das Ding neu lernen. Das ist komplett ein anderes Gerät, das wieder andere gefahren hat. Und auch seinen Respekt verdient und definitiv gewählt sein kann.
Aber solange er nur Parakite fliegen will, glaube ich, ja, also, weisst du, es ist ja nicht so, dass du beim Parakite, also wenn ich einen Parakite bediene am Boden, ich bremse ihn jedes Mal an, damit er nicht vorschießt. Aber wenn er vorschießt und genug Wind ist, dann floated er halt meistens wieder zurück. Aber ich mag das auch nicht, wenn er die ganze Zeit vorschießt, weil du verlierst dann in dem Moment so ein bisschen die Kontrolle, oder? Dann musst du einfach hoffen, dass er wieder zurückkommt. Und das machst du, also du lässt es gar nicht erst geschehen, wenn du nicht musst. Aber es ist halt schön, wenn er nicht direkt klappt für die Anfänger, oder?
Ist ja vielleicht auch etwas, quasi eine Frage der Sozialisierung. Du kommst vom Gleitschirmfliegen her, von daher stört es dich völlig, wenn so ein Ding vorzieht. Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht Leute, die direkt, ohne Gleitschirm zu kennen, direkt mit einem Parakite anfangen und man würde denen nicht sagen, hey, du musst den abbremsen, dass er über dir stehen bleibt, sondern du sagst, zieh ihn einfach hoch, schießt er ein bisschen drüber, floated dann aber wieder zurück. Und du weißt als Pilot, machst du von Anfang an die Erfahrung, hey, es ist überhaupt gar kein Problem, dass du da mit diesem komischen Gefühl, ey, da wird ein bisschen Slack von den Leinen her, oder sowas, hast du dann vielleicht gar kein Problem, weil du es gar nicht anders kennst.
Ja, das kann sein. Aber das, weisst du, mit dem Überschießen, das funktioniert auch nur bei genug Wind. Wer schon mal versucht hat, einen Parakite zu handeln, bei wenig Wind, sagen wir so 10, 15 km in einem Hang noch, das ist extrem anspruchsvoll. Also die Parakites bei viel Wind, super easy. Die sind intuitiv, die bleiben oben und so, das ist viel einfacher. Aber bei wenig Wind, die schiessen ja dann vor, die Anfänger ziehen dann oft die Bremse, der Schirm schiesst trotzdem vor, weil sie zu wenig bremsen. Nicht so weit, bis die Austrittskante ergreift, sondern nur halt die B-C-Ebene wird gezogen, oder? Und dann schiesst der Schirm trotzdem vor, aber weil so wenig Wind ist, floated er nicht zurück und klappt dann trotzdem ein. Also Parakite-Groundhandling bei wenig Wind ist extrem frustrierend, würde ich jedem abraten.
Man braucht schon 20 km Wind oder mehr und dann funktionieren die Dinge richtig gut.
Welche typischen Fehler machen Einsteiger, die vom Gleitschirmfliegen her kommen, beim Umstieg auf Parakites? Was ist so deine Erfahrung?
Zum Beispiel bei wenig Wind tun sie sich schwierig, und zwar, weil sie zu wenig anbremsen. Also am Boden Parakite,
der reagiert und folgt dir eigentlich nur so richtig, wenn du die Hände so tief hast, dass die Austrittskante Zug hat. Also nur mit dem Anstellwinkel steuern über B-C-Ebene am Boden bei wenig Wind funktioniert das nicht so richtig gut. Das Ding macht ein bisschen irgendwas. Du merkst dann, du bist nicht so richtig erschärft. Also die Leute am Boden haben oft die Hände zu weit oben, das Ding macht dann halt irgendwas. Beim aktiv Fliegen in der Luft, wenn sie richtig turbulent wird und sie aktiv fliegen, ziehen die Leute dann auch oft runter, aber nur gerade so, bis die Bremse greift, statt nochmal 10-15 cm weiter. Und dadurch im besten Gleiten, wenn die Bremse gerade so Zug kriegt, da ist eigentlich der Parakite am instabilsten.
Durch dieses verhaltene aktiv Fliegen, sage ich jetzt einmal, machen sie das Ding dann eigentlich instabiler. Sie würden besser einfach Hände hoch bleiben. Dann hat das Ding Reflex, und das Reflex fliegt dann für sie aktiv. Aber dadurch, dass sie halt jedes Mal wieder ein bisschen ziehen, aber eigentlich zu wenig, um ihnen richtig zu stützen, nur, dass die Bremse richtig fest greift, machen sie ihn dann instabil. Das habe ich schon ab und zu gesehen. Sonst beim Parakite Fliegen ist mega entscheidend, was macht die Aussenbremse. Also du kannst flache Kurven fliegen, auch Kreise, flache Kreise, und dann musst du einfach die Aussenbremse ziemlich tief halten. Sobald die Aussenbremse hoch geht, fängt das Ding halt an zu tauchen, oder?
Und dann kannst du extrem steile Kreise oder Kurven fliegen, oder auch flache, das ist sicher sowas, wo man sich dran gewöhnen muss. Aber etwas vom Schwierigsten, was sich ganz viele Leute schwer tun, und ich selber auch immer wieder Mühe habe, und am Anfang auch Mühe gehabt habe, musst du dir vorstellen, du willst beim Soaren Top landen. Mit dem Gleitschirm Top landen, da gehst du einfach auf die Bremse, fliegst irgendwo aus dem Aufwind raus, und wartest, bis du da quasi runter sinkst. Hinter dem Aufwind, oder neben dem Aufwind, wie auch immer. Oder du fliegst aus dem Aufwind raus und wartest, bis du runter kommst. Beim Parakite ist die Stollgeschwindigkeit oft höher als die Windgeschwindigkeit. Das heisst, du kannst nicht einfach stehend fliegen.
Ausser es ist mega viel Wind. Du kannst zwar oben bleiben und soaren und dich halten, kein Problem, aber du kannst nicht einfach quasi hinter den Aufwind fliegen und einfach warten, bis du gerade runter kommst. Sondern du fliegst immer vorwärts. Und jetzt fliegst du da wieder vorwärts und dann kommst du wieder in den Aufwind. Und dann bist du wieder oben. Und dann gehst du wieder nach hinten, versuchst nochmal und das gleiche Spiel. Und dann fliegst du einfach immer vorwärts, weil du halt nicht so langsam fliegen kannst. Die Stollgeschwindigkeit ist höher. Und dann kommst du wieder runter und kommst immer wieder ins Aufwindband. Jetzt kannst du natürlich auch einfach Hände hoch gehen, dann tauchst du runter. Und dann bist du unten. Aber mit Schwung. Du hast mega viel Vorwärtsgeschwindigkeit. Und jetzt, was machst du? Du bremst.
Weil beim Gleitschirm, wenn du schnell bist, beim Landen bremst du. Und jetzt fliegt es dich einfach wieder 5 Meter hoch. Dann bist du wieder gleich weit. Du kommst zwar runter, aber du hast dann diese Energie, diese Geschwindigkeit, die du nicht wegbringst. Und dann nimmt es dich wieder hoch ins Aufwindband und dann bist du wieder oben.
Der Trick ist eigentlich, entweder du pumst das Ding runter, weil er jedes Mal kurz abreisst. Das klingt jetzt ziemlich sketchy, aber dieses Pumpen ist viel safer, viel berechenbarer am Parakite. Du kannst sogar, wenn du es gut im Gefühl hast, den Parakite, wenn du weit runter musst,
kannst du den einfach in den Sackflug nehmen. Dann machst du einfach ganz bewusst einen Bodennähe Sackflug mit dem Ding. Und es gibt Parakites, da kannst du den Sackflug schön dosieren. Du hast nicht den ganzen Schirm abgerissen, sondern nur Teile des Schirms sind gestohlt. Und dann kannst du diese Sinkgeschwindigkeit vom Sackflug eigentlich komplett dosieren. Du kannst schneller sinken, mehr Sackflug oder weniger sinken. Und dann beendest du den Sackflug einfach 2-3 Meter über Boden wieder, nimmst nochmal ein bisschen Fahrt auf und flierst dann. Oder die dritte Variante ist, du kommst halt mit viel Speed runter und bremst dann mit den Füssen oder mit dem Arsch. Und dann musst du mit den Füssen bremsen, damit du nicht wieder überschießt und ins Aufwindband kommst.
Im Sand geht das natürlich gut. Dann musst du manchmal mit den Füssen bremsen, wie ein Schwan beim Landen auf dem Wasser. Und einfach versuchen, irgendwie die Energie am Boden zu vernichten. Weil der Schirm setzt die Energie sonst in Höhe um.
Ich sehe jetzt gerade so eine Albatross-Landung vor mir, die da so ein bisschen ziemlich gestolpert dann daherkommt. Wo man sich dann da überschlägt, wenn man da mit zu viel Geschwindigkeit reinkommt. Das ist kaum faszinierend. Mit diesen ganzen, ich sag mal, in Anführungszeichen Steuertricks, die man dann fürs Parakiten lernen sollte, um sowas, auch die Unterschiede zum Gleitschirm dann zu kennen. Was macht der anders? Wie reagiert der? Würdest du sagen, dafür bräuchte es eigentlich eine eigene Ausbildung oder eine Zusatzausbildung oder man macht eine Gleitschirmausbildung und macht dann noch einen Parakiteschein, aber dass es sinnvoll ist, die Leute nicht einfach so auf die Dinger loszulassen, sondern dass man das ein bisschen besser regeln würde?
Ich glaube, wenn du eine Ausbildung Pflicht machst, gibt es einfach viel weniger Unfälle und das ist grundsätzlich sinnvoll. Ein erfahrener Pilot wie du, ich würde dir sofort einen Parakite zuschicken und dich nach Holland an die Düne schicken und ich bin überzeugt, du kommst da mega schnell selber damit klar und diese kleinen Tricks und Sachen, die ich dir jetzt erklärt habe, das findest du ziemlich schnell selber raus. Es ist wirklich für einen Gleitschirmpiloten extrem intuitiv. Das sagen meine Kunden auch immer wieder. Ich habe schon hunderte von Leuten zum ersten Mal einen Parakite gehängt und das geht meistens wirklich sehr gut und die Leute sind immer wieder überrascht, wie intuitiv und wie einfach es eigentlich ist.
Wenn jetzt aber Leute fliegen lernen an einem Parakite, die halt keine Gleitschirmausbildung haben, dann fehlt ihnen ja ein gewisses Grundverständnis für Aerodynamik, für Wetter, und so weiter. Und wenn sie sich das irgendwie aufbauen und holen, dann glaube ich, ist das kein Problem. Wenn sie bei 50 km soaren und die Skills haben, den Schirm in dem Wind zu handeln und so weiter, super. Aber wenn sie nicht verstehen, wo der Rotor ist, weil sie es nicht gelernt haben und bei 50 km an einer Steilklippe mit Felsen einen Rotor erwischen, ja, dann kann es einfach tödlich ausgehen. Dieses Jahr hat es in England einen tödlichen Unfall gegeben, wo der Wind ein bisschen von der Seite kam und das war so eine
Klippe mit Buchten und Kanten, wo es dann halt Rotoren gibt. Und das war ein falscher Springer, der jetzt nicht so vielleicht gar keine Gleitschirmerfahrung hatte. Der hat es nicht geschnallt oder einfach vergessen, ich weiss es nicht, aber der ist halt dann einfach beim Toren in den Rotor gekommen. Ja, dann hatte er einen Klapper und ist irgendwie gegen die Felswand geflogen und ist dort tödlich verunglückt. Also, grundsätzlich der Parakite ist super einfach. Da kommen viele Kitesurfer, kaufen sich so ein Ding und fliegen da selber damit rum oder haben Kumpels, die es ihnen beibringen und wenn die dann ein bisschen Koordination haben und Körpergefühl, kommen die da mega schnell klar damit.
Was mir halt, oder was ich oft feststelle, was den Leuten fehlt, ist der Respekt vom Fliegen. Ich sage meinen Gleitschirmschülern immer, sobald ihr drei Meter in der Luft seid, habt ihr einfach genug Energie, dass ihr im Rollstuhl landen könnt. Das braucht so wenig, weil du sitzt beim Gleitschirmfliegen, ich meine, steig mal auf den Tisch und spring auf den Arsch. Ja, das geht nicht gut aus. Und dieser Respekt, dieses Bewusstsein, dass es so wenig braucht, weil wir sitzen und halt auch schnell unterwegs sind, Parakites sowieso, das fehlt den Leuten manchmal ein bisschen. Ja, und darum finde ich schon, dass es viel gescheiter ist, wenn man
Lizenz machen muss. Egal, ich glaube an einem Land, wo Dänemark, wo Meer hat und Küste hat, finde ich das voll, also von mir aus gesehen, müsste man da zwei Lizenzen machen, eine Gleitschirm-Lizenz und eine Parakite-Lizenz und man muss einfach das entsprechende machen und wenn du Parakite fliegst, dann kannst du vielleicht eine einfachere Gleitschirm-Ausbildung machen später und wenn du Gleitschirm fliegst, kannst du eine vereinfachte Parakite-Ausbildung machen, aber ich würde es so machen, jetzt in der Schweiz wird es so sein, dass du Parakite fliegen nur darfst, wenn du schon eine Gleitschirm-Pröve, eine Gleitschirm-Lizenz hast und du musst dann nochmal einen Kurs besuchen für die Parakite-
Lizenz zu erwerben und das ist, glaube ich, bei uns schon mega sinnvoll, weil wir einfach diese einfachen Sanddünen, was an der Küste das Fliegen hat, so einfach machen, nicht haben.
Springen wir mal ein bisschen im Thema und gucken uns mal verschiedene Kites oder Parakites an, einfach von der Entwicklung her, weil der Mustache war ja der erste, der kam vor vier Jahren raus und ich habe so weit ich das verfolgt habe, gab es im Grunde, vielleicht vereinfacht gesagt, wie so drei
Entwicklungswellen von den Vorstellungen, wie so ein Kite ist. Der Mustache war der erste, dann kam Flow, Mullet, glaube ich, und Mullet X und sowas, die hatten aber alle ähnliche Streckungen, irgendwas von 5, oder 6, ein paar zerquetschte, also alles in so einem Bereich, wo du sagen würdest, wenn du in den Gleitschirmbereich guckst, ist es wahrscheinlich ähnlich zu sehen, wie so ein B-Schirm, so ein Allrounder. Dann kam so eine zweite Welle, plötzlich sahst du, ah, die Leute fangen an, viel gestrecktere Kites zu bauen. Dann gab es irgendwie von so einem niederländischen Dune Rider oder wie er heißt, gab es den Scraper, der hatte dann Streckungen von 7, dann kam irgendwann der Flair Mustache, nicht Mustache, der Bandit raus, der auch teilweise Streckungen von 7 hat, dann gab es den Albatrox von Flow und sowas, also plötzlich ging es in die Leistungsebene
und jetzt in der neuesten Zeit habe ich dann gesehen, ah, jetzt plötzlich kommen die Hersteller mit wenig gestreckten Parakites heraus, also so wie du gesagt hast, von Flair Scout, also quasi ein Anfängerschirm, der hat dann glaube ich auch nur noch Streckung 4,8 oder sowas, dann gibt es genauso Anfängerschirme, ich glaube von Der Scout, der
Scout ist bis jetzt der einzige so richtig, richtig Anfängerschirm, speziell für Anfänger.
Ja, wenn man es als solchen bezeichnet, aber wenn du auf die Streckung guckst, ja, ist jetzt also der Scout, ich glaube der BGD Kiss 2, der hat auch eine Streckung von 4, irgendwas, also knapp unter 5 oder so, wenn ich es richtig gesehen habe. Da muss man sagen, das
ist wirklich ein Gleitschirm und der hat einfach diese Option von Kite Reisern, was du nutzen kannst, das ist aber ein Gleitschirm, das ist kein Parakite, also der kann nicht überschiessen und zurückfloaten am Boden, oder? Und das schreiben sie auch ganz klar, also es ist, ich finde die machen das echt super mit der Kommunikation und ich finde das auch eine mega coole Idee, was sie da haben, aber es ist kein richtiger Parakite.
Dann, ich bleibe jetzt auch nochmal bei der Streckung, auch wenn du vielleicht sagst, okay, das passt vielleicht noch nicht so ganz, Air Design hat jetzt kürzlich den X da rausgebracht, das ist auch anders als andere Parakites, die sagen, wir bauen einen Parakite gewissermaßen für die Berge, der ist als leichter Bergschirm gedacht, wie weit das sinnvoll ist oder nicht, kann man vielleicht sehen, aber der ist auch eher von der Streckung so reduziert, dass man sagen könnte, das ist vielleicht eher ein
einfacherer, ich weiß nicht, ob die Streckung da so viel die Einfachheit macht, das kannst du mir gleich ein bisschen erklären. Anderes Beispiel noch, V-Rowdy hat auch nur eine Streckung von 4,7, ist im Grunde auch ein A-Schirm, wobei der Rowdy, ich weiß nicht, ob du den schon geflogen hast, ich find's vom Konzept her ganz interessant, weil der als Zweiliner aufgebaut ist und sagt, der hat nur noch A - und B-Line, also gar nicht mehr so einen völlig komplexen Trageord, ob das sinnvoll ist oder nicht, bleibt dahingestellt. Aber jetzt, also im Grunde diese drei Stufen, der Allrounder, der am Anfang rauskam, oder die Allrounder-Schirme alle so mit Streckung 5, irgendwas und Anfang 6, dann die Leistungsschirme und jetzt die reduzierten Schirme. Wenn ich so ein Normalpilot bin, was würdest du mir denn empfehlen?
Wann kann ich zu welchem Schirm greifen? Oder wann sollte ich auf welche Art von Schirm dort setzen? Das ist eine
ganz gute Frage. Beim Gleitschirmfliegen bin ich extrem konservativ. Wenn du dir einen Schirm kaufst mit zu viel Streckung und mit dem du im Wallis oder wo auch immer in starken Bedingungen thermisch und streckenfliegen gehst, dann machst du dir überhaupt keinen Gefallen. Du hast mehr Angst, mehr Klapper, du gehst früher landen und fliegst weniger weit und es wird auch noch gefährlich. Also du musst an einem Gleitschirm die Streckung aktiv kontrollieren mit aktiv fliegen und die Kiste offen halten und je gestreckter, je schwieriger und die Konsequenzen, sprich die Chance, dass du einen grossen Verhänger hast, wenn du es nicht gut machst, ist je höher die Streckung, je grösser. Jetzt beim Parakite ist es, habe ich ja gesagt, so, dass du selbst am Bandit bei normalen Küstensoring-Bedingungen eigentlich gar nicht extrem aktiv fliegen musst.
Selbst wenn da vorne grosse Wellen sind und du bei 40-50 Km fliegst und es ruckelt und zuckt und macht und es... Also Küstensoren, für diejenigen, die es noch nie erlebt haben mit grossen Wellen, das sind zum Teil extrem starke Turbulenzen. Also wer Küstensoren nur von Dürrn-die-Pila kennt, der hat es einfach noch nicht, der hat kein vollständiges Bild. An der Dürr-die-Pila ist ja einfach Flachwasser und Sandbank, zwei Kilometer und darum ist da die Luft eigentlich extrem ruhig. Aber wenn du irgendwo Soaren gehst, wo das Meer direkt vor dir ist mit zwei, drei Meter hohen Wellen, kann das brutal turbulent sein. Und jetzt eben, weil die Parakites so viel Reflex haben, tun die für dich ja eigentlich aktiv fliegen.
Also sprich, ein Pilot wie du, ich glaube, du würdest super klarkommen mit einem Bandit. Der Bandit, der ist am Boden, den kenne ich jetzt einfach gut, darum nehme ich jetzt den als Beispiel, am Boden mit Streckung 7 viel anspruchsvoller. Da kommen gerne die Ohren zuerst, du musst fast einen Cobra machen mit dem, der kann auch mal schiessen, der kann Verhänger oder die Ohren nicht füllen usw. Einfach all die Nachteile, was ein gestreckter Schirm mit sich bringt beim Groundhandling, haben die Parakites. Ist einfach viel anspruchsvoller. Wenn du einen Scout hernimmst, dann kannst du einfach hinschmeissen, alles loslassen, du nimmst dir einmal die Bremsgriffe, ziehst einfach nur mit der Hüfte, der füllt sich dann so langsam, der schiesst nicht und die Ohren gehen auf und
dann drehst du dich mal um und nimmst die Bremsgriffe und los geht's. Super entspannt. Die Chance, dass der verhängt oder schiesst oder sonst irgendwas ein Hufeisen macht oder so, ist viel viel kleiner, also es ist viel einfacher am Boden. Aber in der Luft ist der Bandit ein auch stabil genug, dass du gar nicht gross aktiv fliegen musst, bei den Bedingungen, wo Küstensohren noch Spass macht. Also von mir aus gesehen ist dort, ich sage jetzt mal nur zum Küstensohren, wenn du dann in den Bergen herumfliegst, ist es wieder eine andere Geschichte. Aber nur Küstensohren ist, denn der Hauptunterschied ist dann echt vor allem einfach am Boden. In der Luft ein Bandit ist nicht viel schwieriger zu fliegen als ein Mustache.
Wenn du jetzt mal hypothetisch gesehen einen Frontklapper hast, an einem Parakite mit Streckung 7, ob es ein Bandit, ein Scraper oder ein Albatrox ist, ist auf jeden Fall die Chance, dass der auch verhängt und du irgendwie abstürzt mit dem Teil viel grösser als bei Streckung 5. Ganz klar. Ich habe aber noch nie ein Video gesehen, wo so ein Schirm einen Frontklapper macht. Also scheint beim Küstensohren zumindest bis jetzt kein Problem zu sein. Also sprich, die Streckung beim Gleitschirmfliegen ist wirklich mega entscheidend oder viel entscheidender als beim Küstensohren. Und darum glaube ich persönlich, dass man beim Küstensohren in Zukunft tendenziell eher gestrecktere Schirme fliegt als beim Gleitschirmfliegen.
Ist dann der Scout von Flair dann nicht eine Fehlinvestition gewissermassen? Eine Fehlentwicklung, wenn du sagst, eigentlich geht es doch eher dahin, dass man sagt, die schlechteren Schirme sind das, wofür braucht man dann einen Scout? Oder sind nicht die Leute, oder ist das wirklich, dass du sagst, das ist so ein Schulungsschirm? Und wenn du wirklich anfängst, sagst, wir machen Parakite-Schulungen dann irgendwann, dass man wirklich sagt, es gibt diese Klasse der wenig Gestreckten, die starten völlig von alleine, du musst nur ein bisschen mit der Hüfte zucken und dann gehen die schon hoch und machen alles für dich. Und dass man erstmal sagt, fangt mal damit an und wenn ihr damit die ersten 10 Stunden durch habt, dann könnt ihr auf dem Moustache oder was auch immer umsteigen und dann auch relativ schnell auch beim Bandit landen und sagen, an der Küste könnt ihr den auch fliegen.
Genau, ich sehe es ein bisschen so wie du, oder? Für jemand, der jetzt wirklich ein bisschen älter ist, nicht so das Feingefühl hat, weisst du, wie sich die Leute, die Anfänger am Anfang beim Groundhandlen anstellen, man sieht entweder zu viel oder zu wenig, bis man nochmal das Gespür für den Schirm entwickelt und so weiter, ist es halt schon cool, wenn du einen Schirm hast, der dir das aktiv vereinfacht, oder dass du einfach schneller Fortschritte machst und weniger Frustrieren bist und ja, oder eben vor allem auch dann für Leute, die halt nicht Gleitschirmfliegen, Kitesurfer und so weiter, oder eben für Schulen glaube ich, ist es absolut berechtigt und braucht so ein Ding. Oder auch, wenn du halt in sehr turbulenten Bedingungen fliegen willst, wo halt einfach ein kompakter Schirm nochmal stabiler ist als ein gestreckter, oder?
Also der hat schon seine Daseinsberechtigung, aber ich würde dir jetzt keinen Scout empfehlen, also du wärst jetzt so ein normaler Gleitschirmpilot, der schon länger fliegt, der kann direkt mit einem Moustache anfangen, oder? Vielleicht, es ist nicht dumm, mal ein paar Flüge an einem Scout zu machen, wenn du die Flugschule, wo dir das beibringt, einen hat, aber von mir aus gesehen, könntest du jetzt direkt auf einen Moustache gehen, kein Problem, oder?
Das heisst für so einen, sagen wir mal, Durchschnitts-ENB-Pilot würdest du immer sagen, da ist eigentlich diese Mittelklasse von Parakites, die Moustache-Klasse mit Streckung 5860, in der den Bereich oder sowas, ist eigentlich the way to go.
Ja, würde ich sagen, ja. Es kommt da halt extrem auch auf das Feingefühl von den Piloten an, du weisst ja an der Gleitschirmszene, es gibt Leute, die fliegen echt gut, aber haben null Erfahrung, oder null Erfahrung, haben einfach kein Können am Boden, Groundhandling, und sind da halt wirklich schlecht, ungeübt, und dafür fliegen sie super, und es gibt auch das Gegenteil, dann macht es dann vielleicht auch Sinn, wieder ein paar Wochen zu haben, oder? Aber grundsätzlich ist es so, wie du sagst, ja.
Kommen wir dann zum zweiten Punkt, der da wahrscheinlich entscheidend ist, das ist die Grössenwahl. Absolut. Der beeinflusst ja hauptsächlich die Dynamik und die vielleicht Maximalgeschwindigkeit, oder die Maximalwindgeschwindigkeit, die man dort haben kann. Was ist denn so eine ideale
Einsteigergrösse, Durchschnittsgrösse für so einen Piloten, der irgendwas so um die 80 Kilo wiegt?
Ich sage immer, es kommt darauf an, ob du deinen Gleitschirm ergänzen willst, oder ersetzen. Viele Piloten fliegen gerne Gleitschirm, sie soaren gerne mit ihrem Schirm, solange das geht, und möchten sich dann einen Parakite zulegen, damit sie, wenn der Wind zu stark ist, für ihren Schirm immer noch fliegen können, oder? Und dann ist so für einen 80 Kilo Pilot so ein 22er oder 18er sicher sinnvoll, oder? Mit einem 18er und 80 Kilo, wenn du die Skills hast, kannst du locker bei, also bis 50 km/h fliegst du da, oder? Also 55er.
Und von den Größen her, wenn du jetzt sagst, das wäre jetzt auf den Moustache bezogen, dass du sagst, ein 22er oder ein 18er. Sind denn diese Größen von den Quadratmeterzahlen, reagieren die quasi über alle Parakites ähnlich, oder muss man sagen, okay, beim Moustache braucht man vielleicht einen 22er, wo du bei einem anderen einen 18er oder einen 24er oder sowas bräuchtest, oder kann man das schon relativ gut einheitlich sagen, die 22er Klasse ist bei den Parakites sehr ähnlich von dem, was sie kann, oder von den Geschwindigkeitsfenstern, die sie dann entwickeln kann?
Es sind schon nicht alle gleich, auch von den verschiedenen Herstellern, aber ich würde sagen, der Hauptunterschied ist die Streckung.
Je gestreckter der Schirm, desto kleiner kannst du den wählen, das ist ja bei den Hochleistern auch so. Der grösste Enzo ist glaube ich 25,5 Quadratmeter und der grösste Anfängerschirm ist so 31, 32 Quadratmeter für den gleichen Gewichtsbereich, also je gestreckter die Parakites, desto kleiner kannst du sie nehmen. Als Beispiel beim Bandit ist die grösste Grösse 22 und beim Mustache gibt es einen 26er. Aber einen 26er Bandit braucht es nicht, weil mit einem 22er Bandit kannst du, der geht gleich früh los wie ein 26er Mustache, ungefähr.
Wenn jetzt so ein 80 Kilo Pilot, also wer mal versucht hat, daraus irgendeine Regel abzuleiten, so ein 80 Kilo Pilot, der würde normalerweise wahrscheinlich einen 26er Gleitschirmfliegen. Würdest du dann sagen, okay, für einen ähnlichen Durchschnitt, wenn das so ein B-Schirm wäre oder so was und Mustache, dann würdest du sagen, okay, nimm deinen klassischen Gleitschirm und zieh vier Quadratmeter ab, dann hast du das in etwa so als Parakite, in ähnlicher Dynamik vielleicht und wenn du dann nochmal mehr willst, dann zieh nochmal zwei oder nochmal vier Quadratmeter ab. Dann bist du dann entweder beim 22er beziehungsweise dann beim 18er.
Gute Frage, das habe ich mir noch gar nicht überlegt, wie viel du da abziehen musst. Also ähnliche Dynamik hast du eher, wenn du die gleiche Größe nimmst, würde ich sagen. Wenn du einen kleineren nimmst, ist er immer dynamischer und schneller. Aber die meisten Leute wollen ja den Gleitschirm ergänzen und es ist halt schon so, dass es einfach bei ein bisschen mehr Wind mehr Spaß macht, weil es einfach dynamischer und schneller ist als bei wenig Wind, muss man klar sagen. Bei Flair sind die meist verkauften Grössen schon 18 und 22 glaube ich. Also ich würde mal sagen, so zwischen 18 und 22 für einen 80 Kilo Pilot ist sicher keine schlechte Größe, damit du eben auch den
Windbereich vom Gleitschirm noch erweitern kannst. Wenn du dann mit 80 Kilo auf einen 15er gehst, wird es dann schon sehr dynamisch.
Da muss ich dann schon erfahrener Pilot sein.
Ja, oder einen einfachen Spot haben und so weiter. Aber wenn du jetzt mit 80 Kilo mit einem 15er Parakite auch in den Bergen fliegen willst, starten und landen bei null Wind, also da kommst du schon schnell. Wir fliegen ja mit dem 15er auch Loopings und Luca hat ein bisschen gemessen mit dem GPS. Wenn du da Spirale machst vor dem Looping mit dem 15er, hast du glaube ich 145 km drauf.
Aber dann machst du auch drei Kreise vorher. Aber schon nur wenn du so eine schnelle 180 Grad Drehung machst oder so, mit 15m² kommst du auf über 100 km. Also das wird dann schon schnell mal sportlich. Vielleicht noch etwas Interessantes. Viele Leute denken immer, ein Parakite ist schwierig, wenn es schnell ist. Also die Leute stellen sich vor, der Mustache ist mega schnell oder der Bandit ist mega schnell und darum ist er anspruchsvoll. Aber das, was ein Parakite anspruchsvoll macht, ist nicht die maximale Geschwindigkeit, weil du bist freiwillig. Wenn du nicht schnell fliegen willst, gehst du einfach nicht weiter hoch mit den Händen, als du willst. Du musst nur so schnell fliegen, wie du willst.
Aber wenn der Schirm nicht langsam fliegen kann, sprich, wenn der einfach ziemlich schnell stohlt und vor allem ohne Vorwarnung stohlt und das ist leider bei vielen Modellen auf dem Markt so, dass die einfach nicht so richtig hart werden. Also die Parakites obenrum sind sie alle weich und komisch und jeder Pilot sagt immer, ich fühle so nichts, es ist so weich. Das ist so, aber untenrum, wenn dann die Bremsleine gezogen wird, die Austrittskante, müssen sie eben hart werden, damit du weisst, wo du bist. Jetzt weisst du, ich bin jetzt im angebremsten Bereich, der Reflex ist weg und jetzt habe ich nicht mehr viel Weg, jetzt reisst er dann bald mal ab. Also du musst es dort wirklich gut spüren und langsam fliegen können. Ein Parakite, wo du wirklich langsam fliegen kannst, bevor der stohlt, der ist einfach, oder?
Ob der jetzt mega schnell ist oder nicht, spielt gar nicht so eine Rolle, aber der Langsamflug ist mega entscheidend, haben wir gemerkt.
Bisher gibt es ja keine Zulassung in irgendeiner Weise für die Parakites. Wäre das für dich ein Kriterium, wo man sagen würde, man kann keine Klapper ziehen an diesen Kites, also man kann keine klassischen EN-Tests damit machen. Wenn man jetzt sagt, man wollte was anderes einführen, um zu sagen, zumindest was Grundtesten, wäre das dann auch zum Beispiel, dass du sagen würdest, ein einfacher, ein Anfänger-Kite sollte vielleicht bestimmte Streckungen nicht übersteigen, aber er sollte auch besonders gute Langsamflug-Eigenschaften haben, dass du sagst, den kannst du wirklich weit runter bremsen, sodass du auch vernünftig landen kannst mit dem Ding.
Absolut, ja. Wir haben letztes Jahr ein bisschen gebrainstormt und uns Punkte aufgeschrieben, was für so eine Parakite-Zertifizierung in Frage käme und da habe ich genau das aufgeschrieben oder vorgeschlagen, dass er einen bestimmten Bremsweg haben muss vom Moment an, wo die Bremsleine gezogen wird, bis er abreisst. Das ist ja beim Gleitschirm auch so, du musst insgesamt irgendwie für einen ENA-Schirm, glaube ich, 80 cm haben und das hätte ich jetzt beim Parakite auch vorgeschlagen, nicht in Summe, nicht den ganzen Bremsweg, aber von dem Moment an, wo die Bremsleine, also die Austrittskante runtergezogen wird, dass dort man weit genug ziehen kann und dass er dort hart genug wird, zum Beispiel.
Also ich fände es super, wenn es eine einfache Zertifizierung geben würde für Parakites, glaube ich,
solange die ich sage dann die Hersteller nicht zu sehr einschränkt, aber ich glaube schon, dass das gut ist, weil jetzt aktuell gibt es auf dem Markt diverse Parakites von Herstellern und die einen haben relativ viel Reflex und die sind extrem klappstabil, und andere, die haben halt weniger Reflex und die können dann schon auch mal bei normalen Bedingungen plötzlich einklappen, also es haben nicht alle gleich viel
Autopilot drin, sage ich mal, die fliegen nicht alle gleich viel aktiv für dich, oder? Und als Kunde ist das ja gefährlich für dich. Du weisst jetzt ja nicht, wenn du ein Modell kaufst, fliegt der jetzt für mich aktiv oder muss ich selber aktiv fliegen? Darum fände ich wäre es wahrscheinlich besser, wenn es irgendwo eine gewisse Zertifizierung gäbe, die das halt ein bisschen normieren würde, oder? Und ich persönlich hoffe, dass Parakites wirklich immer dieses extrem klappstabile behalten und die Entwicklung nicht zu sehr auf Speed und Leistung geht, sondern dieses super stabile, dass du dich einfach auf den Schirm verlassen kannst oder meistens auf den Schirm verlassen kannst, dass man das beibehält, oder?
Du hast vorhin gesprochen von ja, mit dem Parakite wurden ja auch schon Loopings geflogen. Wären Parakites auch in irgendeiner Weise vielleicht etwas anders, aber auch quasi Akro-fähig? Wäre das eine andere Art von Akro, die man mit Parakites dann machen könnte und wäre das vielleicht quasi eine eigene Sportkategorie, wo du sagen würdest, jetzt gibt es Parakite Akro?
Das glaube ich nicht, weil du kannst mal ein Looping machen, du kannst eine Barrel fliegen, ein Sudgate, Wing-Overs gehen, Spirale gehen, aber das ist es dann auch, also du kannst keine Helis machen, keine Frillen, Tailglide und so weiter, also du bist da ziemlich limitiert.
Wie sieht es mit anderen Formen von Wettbewerb aus? Also Gleitschirm definiert sich ja auch dadurch, dass sich die Leute vergleichen, dass sie sagen, ich mache meine Streckenflüge und am Ende kann ich sagen, ich habe 100 und du hast nur 98 Kilometer oder ich habe 250 und du hast nur 200 oder was auch immer und da ziehen die Leute auch so ein bisschen ihre Motivation draus. Voll. Beim Parakite habe ich das jetzt nicht, da kann ich für mich soaren und kann sagen, oh toll, ich hatte tolle Dynamik oder sonst irgendwie was und mit dem kleinen Ding, vielleicht hat irgendeiner, kann man die Fassrolle fliegen oder sonst irgendwas, aber man hat jetzt nicht das, wo man sich mit dem anderen messen kann. Oder siehst du irgendwann sowas, dass es quasi Rennen an Küsten gibt, wo es heißt, die Parakites machen da jetzt quasi 20 mal rauf und runter fliegen mit drei Bojen, wo sie da immer irgendeine kleine Wende fliegen müssen oder was auch immer.
Ja, wie du sagst, gibt es tatsächlich nicht. Ich glaube, ich fände es cool, wenn es das geben würde, wenn es da ein lustiges Format, ein interessantes Format an Wettbewerben eines Tages geben wird. Es gibt da auch schon Ideen und Projekte im Raum von gewissen Leuten. Flair hat sogar mal in Dänemark so ein Rennen ausgeschrieben, wo du irgendwie um zwei Bojen, ich war da nicht mit dabei, fliegen musstest und wer da schneller war, also ja, ich hoffe, dass es das eines Tages gibt.
Zum Ende hin will ich noch ein Thema angucken. Die Parakites kommen jetzt auf und damit lernen die Hersteller auch wieder einiges, was vielleicht Reflexprofile betrifft oder sowas, weil sie da mehr ausprobieren können. Inwieweit können Parakites Gleitschirmen auch was nicht nur vielleicht ein bisschen vom Markt wegnehmen irgendwo, sondern wo können Parakites die Konstruktion auch von Gleitschirmen in irgendeiner Weise befruchten?
Schwierige Frage, aber ich glaube schon, wie du sagst, dass diese ganze Geschichte mit diesen Reflexprofilen, das gibt es ja beim Paramotorsport schon länger. Dort braucht man aber eher viel Reflex, wenn ich das richtig verstanden habe, wo das dann sogar auch im Obersägel sichtbar ist. Bei den Parakites ist es eher im Untersägel integriert, da ist das Obersägel noch nicht hochgewölbt und ich glaube auch, dass Parakites ein super
Platz ist, um neue Erkenntnisse zu gewinnen für diese Reflexprofile. Also ich selber hätte nie gedacht, dass die Schirme so stabil sind, als wir den Mustard vor vier Jahren auf den Markt gebracht haben. Wir haben da bei Flare den Leuten gesagt, hey, wenn es turbulent wird, fliege langsam, fliege angebremst und nicht einfach nur Vollgas, verlasse dich nicht auf das Reflex, sondern fliege besser langsam und aktiv. Aber jetzt rückblickend gesehen, alle Videos, die aufgereizt sind, wo ein Schirm klappt, ist meistens der Pilot eben langsam geflogen oder hat er kurz den Schirm langsam gemacht und den Reflex rausgenommen. Also mittlerweile weiss man eigentlich und sagt man, hey, wenn es turbulent ist, musst du besser schnell fliegen.
Fliegst besser Hände hoch, wo das Reflex mehr vorhanden ist und seinen Job machen kann und schaust, dass du Dynamik hast, vielleicht ein leichtes Carven oder Wing-Over hast und so weiter und verlässt dich aufs Reflex-Profil. Du kannst schon immer noch ein bisschen aktiv fliegen im oberen Bereich, aber oft vielleicht gar nicht so weit runterziehen, wie die Bremse gezogen wird. Und für mich ist es schon eindrücklich, wie viele Parakites da draußen herumfliegen, jeden Tag auf der ganzen Welt bei wirklich krassen Bedingungen. Also du kannst mit Parakites in Bedingungen fliegen, wo du nie denken würdest, wo du dir an den Kopf also Kopf langen würdest, sagen wir in der Schweiz, und denkst, das ist einfach bescheuert, da zu fliegen.
Und das geht, das funktioniert und die Dinge funktionieren da, das ist schon echt erstaunlich. Und ich hoffe schon, dass die Gleitschirme auch mehr in die Richtung gehen. Von mir aus gesehen sind Gleitschirme einfach immer noch viel zu klapprig. Und ich hoffe, dass in Zukunft Gleitschirme auch deutlich stabiler werden und weniger einklappend werden. Aber momentan ist halt bei A - und B-Schirmen musst du halt für die Zertifizierung Klapper ziehen können über die A Leinen. Und solange du keine Faltleinen benutzen darfst, für ein Gleitschirm A und B zertifizieren zu können, ist es halt echt schwierig. Skywalk hat jetzt gerade mit dem Chili 6 was gemacht, so ein Heck am Traggurt, wo es dann trotzdem geht, da ziehst du die A runter und dann geht die B hoch und nur weil die B dann höher geht,
verliert der Schirm dann den Reflex und erst dadurch kann man zu den Klappern ziehen. Aber das ist eigentlich einfach nur ein Trick.
Ja, ich hoffe schon, dass eines Tages man diese Faltlein-Geschichte auch erlauben wird in den tieferen Kategorien. Einfach, dass die Hersteller die Schirme nicht absichtlich klapprig bauen müssen. Das ist einfach zur Zeit so, dass die Hersteller die Schirme, die könnten sie viel stabiler bauen, aber sie dürfen nicht, weil du kannst sie nicht mehr zertifizieren. Das ist ja eigentlich schade.
Man könnte sich ja so etwas vorstellen, dass wenn es mal eine Norm für Parakites gibt, also eine Zertifizierungsnorm, die irgendwie sagt, okay, du musst einen solchen Bremsweg haben oder der Schirm darf nicht einklappen, wenn du aus vollgezogener Bremse, wenn du voll freilässt, der schießt vor, der darf halt da nicht klappen. Der muss sich immer automatisch selbst einbremsen und das ist jetzt der Beleg dafür, dass das Reflex funktioniert. Und wenn so eine Norm einmal steht, dann könnte man sich sogar vorstellen, wenn es heißt, okay, damit kriegen wir viele sichere Parakites quasi zugelassen, dass man dann vielleicht irgendwann sagt, hey, sollen wir nicht die EN-Norm für Gleitschirme auch entsprechend anpassen, dass wir es gar nicht mehr unbedingt auf die Klapper so viel schauen, sondern eher sagen, okay, lass uns vielleicht
Streckungsklassen definieren, weil über die Streckung ist ganz viel definiert, wie reagiert ein Schirm, wenn der mal verhängt oder wie schnell kann er sich verhängen und das ist das Gefährliche. Aber wenn ich weiß, die Schirme haben selber dann Profile, die so unklappbar sind sie nicht, aber so wenig klappanfällig dann entsprechend sind, dass man sagen kann, vielleicht müssen wir diese Klappertests gar nicht mehr machen, sondern wir führen dann die Tests, die wir bei den Parakites eingeführt haben, übertragen wir jetzt einfach auf den Gleitschirm und mit einem Mal fliegen wir dann letzten Endes mit Gleitschirmen, die ganz, ganz viel von den Parakites selber beeinflusst worden sind.
Ja, wäre eine schöne Vorstellung. Das Problem am Gleitschirm ist halt, du musst ja zum Thermik fliegen, die Austrittskante runterziehen, die Bremsen. Und wenn du die Bremsen runterziehst, machst du hinten am Schirm Wölbung, das heisst, du machst hinten Auftrieb, sprich jeglicher Reflex, egal wie viel du da reingebaut hast, ist dann weg. Und am Parakite ist das ja eben anders. Am Parakite fliegst du ja die meiste Zeit ohne gezogene Bremsleine durch die Gegend. Also du fliegst am Parakite eigentlich meistens im Reflexbereich und nur selten nutzt du die Bremse. Und beim Gleitschirmfliegen, beim Thermicfliegen ist es ja genau andersrum. Dort fliegst du eigentlich die meiste Zeit auf der Bremse, wo halt der Reflex weg ist, sprich der Schirm wird dann auch wieder
anfälliger auf Klapper und nur wenn du dann quasi beschleunigt oder geradeaus fliegst, löst du halt die Austrittskante. Von dem her, plus, ich glaube einfach auch, dass die Turbulenzen in den Bergen, in den richtig starken Thermiken, da hast du einfach viel krassere vertikale Windscherungen, als du das an der Küste beim Soaren hast. Und darum glaube ich, werden Gleitschirme nie unklappbar sein, selbst wenn es Parakites eines Tages fast sind,
wird das Klapper immer ein Thema bleiben bei Gleitschirmen und ich glaube, dass es gut ist, dass man das überprüft und schaut, wie verhält sich ein Schirm bei Einklappen. Aber von mir aus gesehen, ist es momentan so, dass man sich vor allem, oder sicher nicht bei allen Herstellern gleich, ich weiss auch nicht, wo die da den Wert legen, aber von mir aus gesehen legt man viel zu viel Wert auf wie klappt der Schirm ein und nicht darauf, dass er stabil ist und nicht einklappt. Und beim Parakites ist es genau umgekehrt. Beim Parakites, die meisten Hersteller, die Parakites bauen, die ziehen gar keine Klapper. Die überprüfen es gar nicht, wie der reagiert, wenn der klappt.
Sondern die schauen einfach, dass der so stabil ist, dass du vorher eigentlich Angst bekommst und nicht mehr fliegen willst. Und erst dann klappt der dann. Weisst du, wie ich meine? Solange das eigentlich noch Spass macht und sich einigermassen okay anfühlt, soll der nicht klappen und erst dann, wenn es sich eigentlich komplett ungut anfühlt, wenn eh niemand mehr fliegt, darf der dann auch klappen.
Das heisst, du gehst davon aus, es wird nie eine quasi Konvergenz beider Techniken geben, dass du irgendwann sagst, irgendwann sehen Gleitschirme aus, vielleicht andere Tragegurte, aber letzten Endes sind die eh nicht aufgebaut wie Parakites, sondern dass du sagst, die Parakites werden vom Reflex immer extremer sein als die klassischen Gleitschirme, weil ich fürs Thermikfliegen doch noch etwas andere Profile brauche.
Vermutlich, aber schwer zu sagen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Gleitschirme mehr Reflex bekommen und stabiler werden. Aber Reflex heisst halt auch weniger Wölbung, weniger Auftrieb und damit du gut steigst, musst du halt auch eine gewisse Wölbung im Profil haben, damit du halt Auftrieb generierst. Beim Parakite ist jetzt das Wichtigste nicht, dass der gut steigt, ist eher die Stabilität im Vordergrund. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es eines Tages Schirme gibt, die beides relativ gut können, weil ein guter Gleitschirm, der so schnell fliegt, der soll stabil sein, der soll langsam fliegen können ohne Stollen, der soll wendig sein und beim Parakite ist es eigentlich ähnlich.
Er soll schnell sein, er soll stabil sein, er soll wendig sein und er muss auch langsam können ohne abreissen. Es ist nicht komplett unterschiedlich, oder? Von den Anforderungen her. Und ja, vielleicht haben wir eines Tages einen Schirm, wo man echt strecken fliegen kann und dann hängst du irgendwas aus am Traggurt oder hängst was um oder nimmst einen anderen Traggurt her oder nimmst einen anderen Steuergriff in die Hand und gehst dann soaren. Wer weiss?
Letzte Frage. Ist vielleicht ein bisschen fies. Wenn du in einer Welt wärst, wo du sagen könntest, okay, du kannst entweder nur das eine oder nur das andere machen. Also entweder nur Parakite fliegen, sorenmäßig oder du könntest strecken fliegen, Thermik fliegen mit dem Gleitschirm. Wo hängt dein Herz noch mehr dran oder wo würdest du sagen, auf die Dauer gibt mir das dann doch noch mehr, wenn ich entscheiden müsste zwischen dem einen oder dem anderen, würde ich das wählen? Und was wäre das? Ich glaube zur Zeit würde ich Parakite
wählen. Aber ich habe ADHS und Leute mit ADHS, dann wird ja Zeugs immer wieder langweilig und dann empfinden sich die wieder neu und brauchen wieder neue Herausforderungen und darum für heute würde ich Parakite wählen. Warum?
Weil Speed, Geschwindigkeit dabei ist. Ich mag Sportarten, wo Flow und Geschwindigkeit im Spiel sind und beim Streckenfliegen ist zwar mega schön und mega cool, aber die Geschwindigkeit die ist nicht im Spiel. Ich fliege ja auch schnell Strecken und mag das, schneller Schnitt hinkriegen, aber dieses Gefühl von Geschwindigkeit fehlt komplett wie im Flugzeug. Du hast halt diesen Geschwindigkeitsrausch nicht. Adrenalin. Vielleicht, ja. Ich glaube es ist weniger Adrenalin, es ist vielmehr einfach dieses Flow-Gefühl. Was mir beim Streckenfliegen ein bisschen fehlt und beim Parakite fliegen oder beim Wellenreiten, beim
Snowboardern oder beim Skifahren im Tiefschnee hast du das halt. Oder beim Mountainbiken da hast du voll dieses Flow-Erlebnis und beim Parakite zu Ohren hast du das auch.
Das lasse ich einfach mal so stehen. Das Flow-Erlebnis hat man beim Parakite mehr als beim Gleitschirmfliegen. Danke dir für die ganzen Ausführungen. Ich denke, einige Leute werden jetzt noch mehr Lust bekommen haben, vielleicht mit dem Parakite zu fliegen. Das mal auszuprobieren. Gleichzeitig haben sie vielleicht auch ein paar Tipps bekommen, worauf man achten sollte. Wie man vielleicht beim Toplanden trotzdem noch runterkommt oder worauf man bei der Größenwahl ein bisschen achten sollte. Ich denke, für viele war das eine gute Einführung und dir noch viel Spaß bei allen Flow-Erlebnissen, wo auch immer du sie dann haben magst.
Danke, Lucian. Und ich hoffe, du kannst auch bald mal den Flow an einem Parakite geniessen. Ich werde es probieren.
Groundhandling-mäßig habe ich das schon mehrmals gemacht, aber so richtig Flow-mäßig an Küsten mit dem Parakite längst gedüst bin ich selber noch nicht. Aber das kann ja noch kommen.
Ich sage immer, damit man einen Parakite richtig begreift, musst du mal bei 40, 50 Sachen irgendwo auf der Kante oben stehen und eine geile Session haben und so das Gefühl haben, es könnte jetzt auch noch mehr Wind sein. Erst dann schnallt man so richtig, was die Parakites eigentlich können.
Der wachsende Markt und das Interesse für Parakites spiegelt sich bisher nur wenig in den Szenenmedien wider. Es gibt noch kein Magazin, das zum Beispiel unabhängige Tests neuer Parakites veröffentlicht. Wer hier Infos sucht, wird auch wieder schnell bei Beni Kälin landen. Auf seiner Website speedflyingschool.com bietet er unter dem Punkt knowledgebase eine ganze Reihe kurzer Reviews an, indem er die aus seiner Sicht wichtigen Eigenschaften verschiedener Modelle beschreibt. Den Link dazu und Links zu noch mehr Infos rund ums Parakiten findest du in den Shownotes. Hat dir die Episode gefallen? Dann abonniere doch Podz-Glidz, schreib einen Kommentar und empfehle den Podcast deinen Freunden. Wenn du zudem nachhaltig dazu beitragen willst, dass ich dich mit Podz-Glidz und dem zugehörigen Gleitschirm-Blog Lu-Glidz weiterhin so gut unterhalten und informieren kann, dann werde doch zum Förderer.
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