Grundsätzlich bin ich stolz, dass ich das noch geschafft habe, rückblickend mit all dem Wissen, das ich mir aneignen musste, und dass ich es auch geschafft habe, die Prüfung zu bestehen. Auf das bin ich schon stolz, ja, doch, doch.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Daniel Mignot und Lucian Haas am Mikrofon.
Gleitschirmfliegen kann man bis ins hohe Alter hinein, eine gewisse körperliche Fitness vorausgesetzt. Es gibt etliche Beispiele von Piloten, die sich selbst noch in ihren Siebzigern regelmäßig in die Lüfte schwingen und sogar erfolgreich auf Strecke gehen. In dieser Altersklasse aber überhaupt erst mit dem Gleitschirmfliegen anzufangen, das ist schon etwas außergewöhnlich. Der Schweizer Daniel Mignot aus Interlaken hat genau das getan. Mit 73 Jahren machte er seinen Gleitschirmschein. Warum er erst so spät damit startete, was er bei der Schulung im Rund der vielen jüngeren Mitschüler erlebte, wie er mit Lampenfieber bei der Prüfung umging, worauf er heute bei seinen Solo -Flügen achtet und wovon er fliegerisch noch träumt, all das erzählt Daniel in dieser vierzigsten Folge von Podz-Glidz.
Es ist eine eher ruhigere Geschichte aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Aber auch das gehört in diesen Podcast, der darauf zielt, die verschiedensten Facetten, Spielarten und Charaktere unseres Spieles zu kennen. Bevor es losgeht, noch eine kleine Erinnerung. Podz-Glidz und der zugehörige Blog Looglides können nur bestehen, wenn Hörer und Leser meine Arbeit an diesen Projekten nach freien Stücken finanziell unterstützen. Gehörst du schon zu den Förderern? Wenn ja, dann sage ich danke. Wenn nicht, dann überlege doch mal, ob das, was dir hier geboten wird, nicht auch eine Anerkennung verdient. Alle nötigen Infos, wie du zum Förderer wirst, einen PayPal -Link und Banküberweisungsdaten, findest du auf der Website von Looglides. findest du auf der Website von Looglides. und zwar dort auf der Seite Fördern. Wie viel du geben willst, kannst du selbst bestimmen.
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Daniel, wie alt bist du jetzt?
Ich werde im Dezember 74.
Und wann hast du deine Gleitschirmprüfung gemacht?
Ich habe meine Gleitschirmprüfung am 22. Februar dieses Jahr gemacht. Gerade vor dem Lockdown.
Das heisst, da warst du 73 Jahre alt?
Ja, und einige Monate, zwei Monate, genau.
Das heisst, du bist ein fliegerischer Spätstarter?
Das kann man sagen, ja. Genau, wenn ich auch meine Schulkollegen in der Flugschule gesehen habe, dann bin ich wirklich ein Spätstarter. Und das hat verschiedene Gründe, warum ich so spät bin.
Ja, erzähl mal, wie kommt man überhaupt erst mal auf die Idee, in diesem Alter noch mit dem Fliegen zu beginnen?
Also grundsätzlich fliege ich gerne. Und meine Frau, die hat mir vor einigen Jahren zwei Tandemflüge geschenkt zum Geburtstag. Und diese habe ich auch gemacht. Und einmal waren wir in Zermatt in der Dwerin. Und da hat sie mir spontan in der Luftseilbahn einen Tandempilot, und dann hat sie mich gefragt, ob sie nicht Lust hätte, zu fliegen. Und dann ist sie gleich zu diesem Tandempiloten gegangen und hat ihn gefragt, ob er einen freien Termin hat. Und dann bin ich praktisch wieder runtergegangen mit der Luftseilbahn, um andere Schuhe anzuziehen, und bin wieder hochgegangen und habe in Zermatt einen zweiten Flug gemacht.
Und so habe ich im Ganzen drei Tandemflüge gemacht. Und ich habe immer... In der Schweiz gibt es also viele Orte, wo man Tandemfliegen zuschauen kann. Und ich habe immer bewundert, wie diese Tandemflieger, so wie die Dohlen, also das sind ja da die Bergvögel, wie die da gleiten und in der Thermik Höhe gewinnen. Und habe einfach immer gestaunt. Und immer gesagt, ja, eigentlich möchte ich mal lernen.
Nun gibt es das Gleitschirmfliegen seit 30 Jahren, auch in der Schweiz. Warum hast du dir so viel Zeit damit gelassen?
Also ich habe natürlich sehr viel anderes getan vorher. Und ich wohnte nicht im Berner Oberland, wo ich jetzt wohne. Ich bin vor zehn Jahren zu meiner Frau gezogen, oder die jetzige Frau gezogen. Früher war ich in Bern. Und Bern ist natürlich quasi Flachland, aber man kann auch fliegend lernen in Bern. Aber da hatte ich vieles anderes gemacht. Bergtouren. Ja, Skifahren, Velofahren. Ich habe einfach praktisch keine andere Freizeit gehabt. Und das ist ja eine Frage der Priorität. Und das war für mich damals nicht Priorität, in dem Sinn, ja.
Aber jetzt hatte ich ja eigentlich dann deine Frau dahingetrieben quasi. Das war jetzt auch nicht aus dir selbst heraus, sondern die hat gesagt, du musst jetzt mal fliegen. Ist sie denn auch fliegen gegangen da? Sie ist vor 15
Jahren, nein, vor 30 Jahren, ist sie eine der ersten Tandempilotinnen gewesen hier in der Schweiz. Und damals kannte ich sie noch nicht und hatte einen Unfall praktisch. Und damals war natürlich, die Flugschulen gab es gar nicht. Es gab einige Konstrukteure, die den Leuten gezeigt haben, wie man fliegen soll. Und das war einfach völlig andere Technik. Und dann hat sie aufgehört, oder? Aber hatte eine Affinität natürlich zum Gleitschirmfliegen. Und dann hat sie mir einmal gesagt, du sprichst immer davon, du musst es auch einmal machen, sonst ist es zu spät.
Wie alt warst du denn, als du deinen ersten Tandempflug gemacht hast?
Ja, da war ich etwa 69, ungefähr, ja, 69. Also das war vor fünf, sechs Jahren so, ja.
Okay. Und dann hast du aber diese, dann drei Tandempflüge gemacht und hast gesagt, okay, jetzt will ich es trotzdem auch noch selber lernen. Warum das? Du hättest ja auch sagen können, wunderbar, es gibt tolle Tandempiloten, die können mich immer mitnehmen. Wahrscheinlich ist das für ein paar Flüge im Jahr sogar günstiger, als wenn man selber einen Schein macht und sonst was alles. Warum bist du nicht einfach nur beim Tandempfliegen geblieben?
Na gut, der Antrieb war auch, die Tochter meiner Frau, die fliegt auch schon seit einigen Jahren. Ja, ja. Ja, ja. Und mein Freund, der ist Tandempilot hier in Interlaken. Also der hat schon über 10 '000 Flüge und das war ja ein grosses Geschäft hier in Interlaken, diese Tandempflüge mit den Indern und den Chinesen. Und die haben mich noch zusätzlich motiviert, muss ich sagen. Lernt doch, dann können wir zusammen fliegen gehen. Das war eigentlich auch noch ein weiterer Grund, wieso ich dann gesagt habe, okay, jetzt packe ich, Hast
du denn zwischendurch, bevor du dann auch zur Flugschule gegangen bist, hast du da grössere Zweifel gehabt und gesagt, wer weiss, ob die mich nehmen und ist das wirklich die richtige Entscheidung?
Also ich bin dann einmal zu der Flugschule gegangen, wo eben die Tochter meiner Frau ihr Pröwe gemacht hat und habe den Fluglehrer spontan gefragt, kann man in meinem Alter noch fliegen lernen? Und der hat gesagt, es gibt keine Altersgrenze als Flugschüler. Ja. Das hängt nur von mir ab. Und so habe ich mich angemeldet und habe dann einen Grundkurs gemacht und dann die ganze
Schulung. Das heisst, die haben aber auch nicht gesagt, sag mal, du bist schon so alt, vielleicht lass uns erstmal so einen Fitnesstest oder sonst irgendwie was machen, ob du überhaupt die Berge mit der Ausrüstung da hochlaufen oder auch eben entsprechend schnell runterlaufen kannst oder sonst etwas.
Nein, haben sie nicht. Sie sind... Sehr offen hier und eben der Bernd Erb war einer meiner Fluglehrer und bei dem habe ich auch den Grundkurs gemacht und die hatten mich immer unterstützt und auch im Sinn von, gut, ich bin relativ fit, also ich kann gut den Hang rauflaufen und wieder runter springen. Also in dem Sinn ist eigentlich die Anstrengung, die körperliche Anstrengung, nicht die mentale, die körperliche Anstrengung ist ja beim Gleitschirmfliegen, wenn ich da nicht einen High -Can -Fly mache von vier Stunden, ist ja eigentlich nicht so anstrengend.
Nein, man sitzt im Sessel und muss ein bisschen an Strippen ziehen im Grunde.
Ja, genau. Und beim Start muss man zehn Sekunden einen Sprint hinlegen, oder?
Das heisst, so gesehen könnte man sagen, ist Gleitschirmfliegen auf jeden Fall fürs Alter dann eigentlich auch noch geeignet, zumindest wenn man eine gewisse Grundfitness dann noch hat. Wann hast du denn mit der Ausbildung dann begonnen, beziehungsweise wie lange hast du insgesamt gebraucht, quasi von der ersten Flugstunde bis, dass du dann wirklich fertig warst mit und das Brevet auch hattest?
Also ich habe vor zwei Jahren mit der Flugschule mit dem Grundkurs angefangen und dann hatte ich, der ging ja vier Tage, das war im September, und nach dem Grundkurs habe ich mich dann vor dem Brevet -Kurs angemeldet. Leider hatte ich dann im Dezember einen Skiunfall und habe mir die Schulter luxiert am Schildhorn und musste diese, hatte noch drei Sehnen gerissen und musste dann Ende Dezember praktisch die Ausbildung nach, ja, ich sage jetzt 20 Flügen, musste ich unterbrechen. Aber in dieser Zeit, das gab mir auch die Gelegenheit, die ganze Theorie zu lernen, weil das ist ja auch,
zumindest in der Schweiz, eine recht grosse Knochenarbeit, sage ich mal, die ganze Theorie zu lernen. Und die kann man ja, die Theorieprüfung kann man vorgängig machen oder während der Ausbildung und erst die praktische nach der Theorie. Und so habe ich dann in der ganzen Rekonvaleszenzzeit habe ich die Theorie gelernt. Hast du die Zeit genutzt dann dafür? Habe die Zeit so genutzt, ja.
Das heisst, du hast dann auch dann schon, schon die Theorieprüfung gemacht und hast gesagt, okay, jetzt mache ich mit der praktischen Ausbildung weiter, mit den Höhenflügen.
Ja, das war eigentlich für mich nie ein Thema nach der Theorieprüfung. Die habe ich auch auf Anhieb bestanden. Das war im Februar. Dann habe ich dann im Sommer, letzten Sommer, bin ich dann wieder eingestiegen und habe die 50 Flüge, die man machen kann, haben muss, um das Prövet zu machen in der Schweiz, habe ich dann gemacht. Ich habe die Prüfung dann mit etwa 75 Flügen gemacht.
Nun waren ja wahrscheinlich in diesen Kursen, die du dann belegt hast, andere Flugschüler auch da, die wahrscheinlich alle im Schnitt vielleicht 30 Jahre jünger waren als du. Wie wird man als Senior da so aufgenommen? Also ich muss sagen,
das war ja so natürlich, die waren alle so um die 25, 35, vielleicht einige 50. Und die haben mich aber immer sehr, sehr gut aufgenommen und waren auch hilfsbereit. Für mich war das eine sehr schöne Erfahrung, dass es auch unter diesen Gleitschirmpiloten keine Alterskonkurrenz gibt. Wenn es einen Marathonläufer gibt, dann läuft ein Junger einfach anders als ein 70 -Jähriger. Und beim Tantenfliegen, oder beim Gleitschirmfliegen, denke ich, kommt es nicht auf die körperliche Konstitution, sondern es ist auch mentale Stärke, wie umgehen mit Konflikt und so weiter, mit kritischen Situationen.
Und da denke ich, gibt es weniger Alterslimiten.
Wenn du da jetzt bei der Schulung selber warst, da vergleicht man ja vielleicht auch und guckt so, wie machen die anderen das, welche Fortschritte, wie machen die. Konntest du da mit den Jüngeren auf gewisse Weise mithalten? Oder hast du schon gemerkt, ich als Älterer tue mich etwas schwerer dabei, vielleicht auch bestimmte motorische Geschichten überhaupt in den Körper wieder so reinzubekommen, dass dann bestimmte Sachen müssen ja quasi ein bisschen automatisiert werden von den Bewegungsabläufen, dass du sagen würdest, ja, das habe ich schon gesehen, das fällt den Jüngeren leichter.
Das stimmt natürlich. Und zwar die ganze Startphase,
das Aufziehen, das geht noch, aber dann wirklich das Beschleunigen. Und ich habe auch bei einigen Flügen, wo ein kleiner Rückenwind war, wo die Jüngeren einfach schneller rennen und trotzdem abheben, bei einigen Flügen habe ich dann gesagt, nach zwei Felsstarts habe ich gesagt, so, jetzt gehe ich mit der Bahn runter, weil ich einfach zu wenig schnell beschleunigen konnte.
Im Gelände, im Gelände mit Gras und Wurzeln teilweise. Und da habe ich dann verzichtet. Also in dieser Beschleunigungsphase ist natürlich die Grundschnelligkeit, die ist nicht mehr vorhanden. Und dann habe ich einfach verzichtet. Aber das war nie ein Problem, in dem ich das Gefühl hätte gehabt, oh, ich bin ein Versager, ich kann das nicht und so. Das
heißt, du hast es schon akzeptiert, dass du das da nicht kannst. Ist es dann trotzdem in der Situation, manchmal so, dass man da vielleicht ein bisschen gefrustet ist und dann auch eine gewisse Frusttoleranz entwickeln muss? Oder wie bist du damit umgegangen?
Ja, also die Frusttoleranz, ich hatte immer Respekt von einem Start, wo ich nicht abheben kann, wo ich nicht wegkomme. Weil hier in der Schweiz habe ich ein relativ steiles Startgelände und wenn du da den Hang hinunter purzelst, ist ja das nicht so eher angenehm. Und deshalb habe ich immer Respekt gehabt von der Hangneigung auch. Speziell, wenn der Hang ziemlich steil war, damit ich da genügend Reserve hatte. Aber Frust in dem Sinn, ja, manchmal habe ich gesagt, okay, ich riskiere nichts, ich muss mir nichts mehr beweisen. Ich mache das dann ein andermal. Und in der Gruppe und der Flugschule, muss ich sagen, hatte ich nie, nie das Gefühl, dass der Startleiter zum Beispiel gesagt hat, ja, versuch doch nochmal, du kommst schon weg und so weiter.
Gab es eine Situation, wo der Startleiter dich bremsen musste und gesagt hat, Daniel, mach mal langsam. Vielleicht hier startest du mal nicht. Das sind jetzt hier nicht deine Bedingungen?
Ja, das gab es ein oder zweimal, wo er dann gerufen hat, halt, halt, halt. Und dann habe ich Startabbruch gemacht, weil er einfach gesehen hat, aus seiner Erfahrung, dass ich nicht wegkomme, in dem Sinn. Ja, das hat, für das ist ja auch der Startleiter verantwortlich, natürlich, oder?
Nun hast du gerade gesagt, diese steilen Startplätze waren die, die dir auch Respekt eingeflößt haben, mit denen du immer ein bisschen vorsichtig warst. Gleichzeitig musst du bei flachen Hängen ja viel mehr laufen und damit auch eher quasi an deine läuferischen Grenzen stoßen, möglicherweise, die du im Alter dann von der Geschwindigkeit her hast. Gibt es sowas, wo du sagst, es gibt sowas wie den idealen Start für deine Konstitution? Wie sieht der aus?
Ja, das gibt es. Und es gibt hier in Interlaken, wo wir die Flugschule, die Ausbildung gemacht haben, gibt es so einen, quasi einen Lieblingshang, kann ich sagen, wo es eben zuerst steil ist, ziemlich steil, aber unten läuft es etwas flach aus, oder, wo es nicht einfach immer steiler wird. Ja, das, das gibt es schon. Es gibt Hänge, die ich, oder Startplätze, die ich sehr gerne habe und Startplätze, wo ich einfach Respekt habe. Bei
diesem flach auslaufenden Startplatz, das ist aber mehr so eine psychologische Komponente, dass du sagst, wenn ich hier, wie auch immer, stürze unten, im Flachen kann ich dann quasi ausrollen, so ungefähr, oder wie ist das?
Ja, genau. So, das ist mehr eine psychologische Hilfe, wo mir einfach noch zusätzlich, Sicherheit gibt zum Start, oder, und dann bin ich auch mutiger und beschleunige auch entsprechend mehr, weil ich habe quasi Mentalreserve, auch wenn das nur psychologisch ist. Was
ist dir denn selbst bei der ganzen Ausbildung im Grunde so am schwersten gefallen? Am
schwersten ist mir immer wieder die Landung. Die Landung hatte ich lange, hatte ich Mühe, diese zu... einfach zu stehen, zu stehen beim Landen. Und zwar habe ich lange einfach nicht im richtigen Moment die Höhe eingeschätzt, wo ich dann durchziehen muss, die Bremsen durchziehen muss. Also diese Abschätzung, wann genau, und letztendlich ist das ein Bruchteil von Sekunden, wo man dann wirklich durchziehen muss. Und ich habe dann auch gemerkt, wenn ich fleren kann, also wenn ich so lange wie ein Jumbo -Jet anfliegen kann und das noch über den Boden gleiten und einmal dann durchziehen, also ich liebe das Fleren.
Und das ist ein bisschen entstanden, das gibt mir dann so Sicherheit, ah, jetzt bin ich in der Nähe des Bodens, aber noch nicht ganz am Boden, jetzt kann ich durchziehen.
Ist das denn auch etwas, wo du sagst, vielleicht dieses Höheneinschätzen, ist das auch etwas, wo du sagen würdest, das können Jüngere vielleicht, vielleicht besser als Ältere?
Ja, das würde ich sagen, ja. Heute rückblickend würde ich das sagen, dass die Jüngeren vielmehr schneller einfach die Erfahrung von der Höhenabschätzung irgendwie im Kopf haben, oder diese Einschätzung, wie weit bin ich vom Boden weg, oder. Auch zum Beispiel in der Lande wollte, dass ich da einfach die richtige Höhe jetzt bekomme, dass ich eben eine saubere Landung, machen kann.
Hast du denn während deiner ganzen Ausbildung bei irgendwelchen Flügen oder sowas auch mal negative Erlebnisse, Erfahrungen gehabt?
Ja gut, ich hatte einmal eine Landung im Schnee in Grindelwald, wo es mir durch eine Windböe den Gleitschirm in einen Baum verhackt hat. Und dann musste ich eine Leiter holen beim Bauen, um den Schirm runterzuholen. Aber im Prinzip, hatte ich keine negativen Erlebnisse in dem Sinn. Weil ich doch ja recht vorsichtig bin entsprechend meinem Alter, oder habe ich sicher auch eben bei Rückenwind oder ein bisschen Rückenwind, habe ich dann gesagt, okay, mache ich nicht, fliege ich nicht runter. Aber in dem Sinne hatte ich keine negativen, also einmal natürlich,
wenn ich eine Sitzlandung hatte, statt zu stehen, dann war einfach das Polster manchmal vielleicht einmal Kuhdreck dran. Aber dir selber ist nichts
Schädliches passiert? Nein, nein, nein. Du hast ja ein bisschen was über deine Ausbildung auch im Swissglider, dem Verbandsmagazin vom SAV, geschrieben und da erwähnst du auch, dass du an dem Tag vor deiner Prüfung noch extra von dem Benzerb ein Mentaltraining bekommen hättest. Worum ging es dabei?
Es ging dabei einfach, diese ganzen Abläufe noch einmal durchzugehen mit ihm. Und wir hatten damals noch einmal Flugschule. Er wusste, jetzt kommt die Prüfung. Und ich habe einfach mit ihm gesprochen, auf was ich speziell achten soll. Und insbesondere eben, dass ich in dieser Startphase mich nicht unter Druck setzen soll durch die Prüfungskolleginnen und Kollegen, die ja letztendlich am gleichen Tag das Gleiche wollen wie ich. Und ich habe dann für mich ein bisschen meine Strategie entwickelt, dass ich immer als Erster starten wollte.
Man fährt ja hier bei der Prüfung mit einem kleinen Bus hoch. Und dann wird ausgelegt. Und ich habe immer relativ oder immer schnell meinen Schirm ausgelegt. Bin zum Experten gegangen. Ich sei bereit und so weiter. Und ich denke, das hat mir viel Druck weggenommen. Nicht zu sehen, ah, der ist jetzt schon weg und uns ist unten. Und ich bin praktisch bei diesen drei Flügen bin ich immer als Erster gestartet. Und das hat mich auch irgendwie im Zielgelände ein bisschen Sicherheit gegeben. Es war noch niemanden unten, ausser der Experte, der neben dem Kreis stand und geschaut habe mit dem Feldstecher, ob ich die Figuren geflogen bin.
Und ich muss sagen, das war eine gute Strategie. Einfach als Erster da unten zu sein auch. Das
heißt, auch gar keine Zeit für irgendwelches Lampenfieber aufkommen zu lassen? Nein, nein,
nein. Keine Zeit für Lampenfieber. Und das habe ich so ein bisschen mit dem Benz vorbesprochen. Und er hat ja speziell seine Ausbildung jetzt gemacht, um eben diese Stressphasen im Startgelände zu minimieren und mit diesem Stress umzugehen. Wie
ging es denn mit deiner Fliegerkarriere nach der Prüfung weiter? Du hast gesagt, okay, du hast die Prüfung gemacht, kurz bevor der Lockdown wegen Corona kam. Wann hast du denn zum ersten Mal wieder selber dann Flüge gemacht?
Das war ja am 21. Februar habe ich die Prüfung gemacht und bin gleich am anderen Wochenende, also bin dann zwei-, dreimal fliegen gegangen. Das war noch vor dem Lockdown. Und ich bin auch in der Phase vom Lockdown bin ich eben mit dem Freund und meiner Tochter, meiner Frau, sind wir einige Male einfach so für uns gegangen. Und das war auch während dem Lockdown. Es war ja kein absolutes Flugverbot, sondern es waren einfach keine kommerziellen Flüge mehr. Aber Individualflüge waren eigentlich nie verboten. Es war zwar vom Hängegleiterverband empfohlen, man solle nicht fliegen gehen wegen Unfallgefahr, dass die Spitäler da nicht mit Unfallpatienten belegt werden.
Aber da sind wir zwei-, dreimal trotzdem fliegen gegangen. Und das war natürlich im Gelände, das ich kenne. Auch die Startplätze, die ich hier in Interlaken kenne. Also das ist dann sehr gut abgelaufen. Und dann, ich denke im Mai, habe ich dann wirklich wieder angefangen zu fliegen. Also so für mich. Gehst
du denn dann jetzt alleine fliegen oder suchst du immer den Anschluss an die Tochter deiner Frau, den Freund davon? Oder hast du andere Leute, vielleicht auch sogar andere ältere Flieger, mit denen du sagst, wir haben da so eine kleine Gruppe gebildet, mit denen wir jetzt immer losziehen?
Nein, also ich gehe alleine oder dann gehe ich eben mit dem Freund, der Tochter und mit ihr. Wir sind auch schon zu dritt fliegen gegangen. Oder dann gehe ich alleine hier in Interlaken und fahre mit dem Fahrrad rauf und parkiere das Auto unten. Und dann gehe ich das Fahrrad holen oder oben am Startplatz. Also so mache ich das. Und dann habe ich auch meine Ruhe. Ich bin alleine und kann mir eben die Zeit nehmen, habe keinen Stress. Also ich bin grundsätzlich auch sehr gerne alleine unterwegs.
Und dann hast du auch kein Lampenfieber oder auch keine Sorge, dass du da alleine am Berg bist?
Nein, da habe ich keine. Da kann ich wirklich so bei mir sein und den Fünf -Punkte -Check durchmachen und wirklich warten, bis der Wind gut ist und starten. Und das stresst mich überhaupt nicht dann.
Viele jüngere Piloten, die wollen ja dann Action, die wollen ein bisschen Agro machen oder große Streckenflüge oder sonst was. Was reizt dich beim Fliegen? Was sind deine Ziele? Also
meine Ziele sind noch das Hike and Fly. Ich gehe auch mit meiner Frau viel wandern auf die Berge und einfach rauf zu laufen und runter zu fliegen. Das reizt mich, weil ich laufe grundsätzlich nicht gerne den Berg hinunter. Und hier gibt es einige Berge oder Hügel, wo man das sehr gut mit dem Gleitschirm runterfliegen kann. Und das reizt mich in dem Sinne eben Hike and Fly. Aber ich muss da nicht möglichst schnell rauf rennen und so weiter. Also einfach Genuss und Genuss. Und ich bin gerne in der Luft und schaue gerne von der Luft aus die Gegend an.
Also in dem Sinne habe ich überhaupt keine Ambitionen, irgendetwas in Richtung Agro oder weiss ich was zu machen. Einfach das Fliegen geniessen.
Machst du denn auch längere Thermikflüge oder sind das hauptsächlich Abgleiter? Weil du sagst, das ist einfach so die 20 Minuten vom Berg zum Tal, das reicht mir dann vielleicht vollkommen schon.
Nein, wenn ich natürlich Kollegen oder andere Gleitschirmpiloten sehe, die in der Thermik sind, dann fliege ich natürlich dorthin und geniesse auch die Thermik. Oder das Sohren hier in Interlaken. Da gibt es so eine Form, eine Felswand, wo am Abend sehr stark mit der Sonne bescheinen wird. Da schaue ich schon natürlich, wo sind andere Piloten. Und ich habe auch so ein kleines Gerät bekommen, wo man sieht, wenn man steigt oder das pfeift ja. Und dann fliege ich den anderen nach. Aber in dem Sinn, wenn ich jetzt zu einem Schlauch hinaus fliege und ihn nicht mehr finde, dann finde ich den Schlauch nicht mehr.
Das ist auch nicht ein Drama.
Dann bist du ganz entspannt. Passiert es dir denn manchmal, dass du, wo dir das Fliegen jetzt so Spaß macht, dass du manchmal denkst, wieso habe ich so spät damit angefangen?
Nein, das habe ich nie. Es war einfach nicht die Zeit. Ich bereue auch nicht, dass ich das nicht früher gemacht habe. Ich habe so viel anderes Sportliches gemacht und jetzt fliege ich vielleicht einige Jahre, weil das ist ja auch limitiert. Ich werde nur älter. Aber von dem her habe ich keinen Stress, hätte ich das. Es nützt auch nichts. Die Vergangenheit ist Vergangenheit und ich lebe im Hier und Jetzt. Wie lange wirst du noch
fliegen können, deiner Schätzung nach?
Ich schätze jetzt vielleicht noch, ich sage jetzt einmal fünf Jahre. Es gibt da in Interlaken zwei Kollegen, die fliegen schon seit Jahren. Die sind über 80 jährig. Sie kommen immer auch zu mir, wenn ich lande. Die sind viel in Interlaken beim Landeplatz. Man kennt sich natürlich hier. Das ist eine Familie, die jeden kennt. So tauschst du dich ein bisschen aus. Aber ich hätte noch nie jemanden gefragt, kann ich mal mit euch kommen? Weil ich möchte auch niemandem im Weg stehen, dass die auf mich achten müssen.
So bin ich eben gerne alleine unterwegs.
Aber diese zwei 80 -Jährigen, die haben das nicht erst mit 70 gelernt, das Fliegen, sondern machen das schon viel länger.
Ja, genau. Ja, ja. Die haben natürlich andere Erfahrungen. Ich messe mich auch nicht mit denen. Es ist mehr so am Schluss ein Bier trinken. In dem Sinn am Landeplatz, ja.
Wenn du jetzt heute so ein bisschen selbstkritisch zurückblickst, würdest du sagen, wenn ich die Chance noch mal hätte, also du würdest jetzt noch nicht fliegen, würde ich das auf jeden Fall auch noch mal machen? Oder würdest du sagen, es war in vieler Hinsicht doch auch sehr anstrengend und dann vielleicht doch nicht?
Ja, ich denke, ich hätte den Biss vermutlich nicht mehr, das noch einmal so alles zu machen mit der Theorie lernen, die ganze Flugschule. Und ich wurde auch sehr gut unterstützt von meiner Frau, von Beatrice, die immer gesagt hat, geh doch, geh in die Flugschule. Also ich hatte auch die nötige Unterstützung natürlich. Aber jetzt noch einmal, es ist noch schwierig zu sagen, ob ich das noch mal machen würde. Jetzt, wo ich sehe, was der Aufwand war in dem Sinn. Aber das ist jetzt Geschichte. In dem Sinn, ich habe es jetzt gemacht. Ich habe das Prövé gemacht. Und für wie lange das mir nützt oder gültig, also gültig ist das ja auf Lebzeiten.
Und in dem Sinn muss ich ja nicht
bis 85 fliegen. Ich habe keinen Druck, wie lange kann ich das machen.
Wenn jetzt andere ältere Leute auf dich zukommen würden oder vielleicht erlebst du das ja manchmal, dass Freunde von dir kommen und sagen so, Daniel, würdest du mir das auch empfehlen? Kann ich das auch mal machen? Was sagst du dann? Oder was würdest du dann sagen? Ich weiss ja nicht, ob das wirklich schon vorgekommen ist.
Also erstens ist es noch nie vorgekommen. Ich werde sehr viel bestaunt, dass ich das jetzt noch gemacht habe. Aber in dem Sinn würde ich versuchen zu erklären, was der Aufwand ist. Dann muss jede Person das für sich entscheiden, ob das alles zeitlich Platz hat. Du weisst ja, die Rentner sind grundsätzlich alle überbeschäftigt und haben vieles andere los und reisen viel. Ich habe mir jetzt die Zeit genommen, für dieses Gleitschirmfliegen zu lernen und die Ausbildung abzuschliessen. Aber in dem Sinn würde ich einfach darstellen, was der Aufwand ist. Dann müsste diese Person das selber für sich entscheiden.
Wie viel Zeit investierst du heute ins Gleitschirmfliegen?
Ich würde sagen, alle zwei Wochen einen Nachmittag durchschnittlich. Oder einen
Tag. Das heisst, es ist nicht dominierend für dein Leben geworden, wie es für manche andere Leute ist, die da sagen, jede freie Minute muss ich jetzt in der Luft verbringen.
Nein, nein. Definitiv ist es nicht dominierend geworden. Und es ist schön zu wissen, dass ich das machen kann. Wir gehen auch viel ins Tessin und dort gibt es unseren Hausberg, in Locarno. Da nehme ich den Gleitschirm mit. Jetzt war ziemlich starker Nordwind und schönes Wetter, aber wahnsinnig windig. Ich bin nie fliegen gegangen. Ich habe das schöne Wetter genossen. In dem Sinn habe ich keinen Druck, jetzt will ich fliegen gehen. Ich will fliegen gehen. Nein.
Unterlaufen dir manchmal Fehler beim Fliegen, von denen du sagen würdest, das hängt auch mit dem Alter und der mangelnden Erfahrung zusammen?
Es sind Erfahrungen. Zum Beispiel, wenn ich in die Thermik fliege und es beginnt zu rütteln,
dann spreche ich ganz kurz immer mit meinem Gleitschirm. Ich habe einen A Gleitschirm, der ist einfach Leinen loslassen und es kann eigentlich nichts passieren. Das gibt mir wahnsinnig Sicherheit. Ich würde auch nicht eine andere Klasse von Schirmen steigern, sondern ich fliege einfach diesen A Gleitschirm und bin sehr zufrieden und der gibt mir Sicherheit. Ich muss einfach ein bisschen lernen, mit der Luft umzugehen. Ich bin immer noch am Lernen. Das holpert jetzt und das bewegt sich. Die Luft ist ja unsichtbar. Deshalb muss ich einfach zu meinem Gleitschirm schauen, und schaue hinauf, wie sich das da ein bisschen bewegt.
Aber in dem Sinne gibt es mir sehr viel Sicherheit. Dass ich jetzt einen groben Fehler gemacht hätte, das ist mir zum Glück noch nicht passiert. Mit diesem A Gleitschirm, der ist natürlich auch feldertolerant. Du hast gerade gesagt, du sprichst mit ihm. Was
sagst du ihm denn dann?
Ich sage so, das ist schon gut, jetzt kommt einfach ein bisschen Turbulenz, und dann bewegen sich die Ohren, zum Beispiel, und so weiter. Oder zwischendurch mache ich auch für mich,
schaukele ich, um diese Übungen einfach wieder immer wieder zu wiederholen und sage einfach, Achtung, jetzt schaukeln wir, und dann schaukele ich mit meinem Schirm. Also in dem Sinne, so ein Zwiegespräch mit dem Schirm, und das gibt mir Sicherheit. Also ich spreche zu niemandem anderen in der Luft und geniesse die Ruhe. Und zwischendurch, wenn es ein bisschen rüttelt, dann spreche ich mit meinem Schirm.
Bei diesen Artikeln im Swissglider hat dein Fluglehrer oder einer deiner Fluglehrer, der Benzerb, schreibt er auch, ja, so wie so ein bisschen kommentierend, eigentlich für Piloten Ü60 könne er eigentlich nicht unbedingt empfehlen, dass sie nochmal mit dem Fliegen anfangen, auch wegen halt motorischen Schwierigkeiten und so etwas. Was macht das mit dir, wenn du so etwas liest und du weisst, ja, hm, ich war aber schon 72, als ich angefangen habe? Sagst, also ist das für dich, dass du das kritisch siehst, oder sagst du, ist das eher, dass du stolz darauf bist, dass das, ha, dem habe ich es trotzdem gezeigt?
Ja, also dieser Gedanke, dem habe ich es trotzdem gezeigt, hätte ich nie, weil ich habe eigentlich sehr großes Vertrauen zu Benzerb, und er war mein Fluglehrer schon im Grundkurs, und in dem Sinn hat er mich immer unterstützt, das schaffst du in dem Sinn, aber die kritische Betrachtung, die kann ich durchaus unterstützen. Also in dem Sinn finde ich nicht das, was er dort kommentiert hat, zu dem kann ich stehen. Ja, das ist natürlich so. Ich bin nicht mehr 30, und da gibt es einige sicher auch gedankliche oder geistige Hürden, oder die Reaktionszeit ist nicht mehr die gleiche, also ich kann zu dem stehen, was er dort geschrieben hat, durchaus, auf jeden Fall.
Hast du noch
fliegerische Träume?
Für mich, nein, das kann ich nicht sagen, das sind noch fliegerische Träume. Einfach einmal vielleicht von einem höheren Gipfel zu starten, und das konnte ich ja schon, als Tandemflug ist eben unser zukünftiger Schwiegersohn, der hat mich mal mitgenommen aufs Jungfraujoch, und das ist ja 3400 Meter hoch, und dort haben wir einen Tandemflug gemacht, und dass ich vielleicht einmal in grösserer Höhe, nicht gerade 3000 Meter, einen Start machen muss, aber zu wissen natürlich, dass die Luft auch dünner ist, und dass es mehr Speed braucht zum Starten, also das ist mir alles auch bewusst, in dem Sinn.
Was ich noch machen möchte, und da hatte ich eben, weil ich diesen Skiunfall hatte, ich möchte noch das Starten, das Fliegen mit den Skiern, das will ich noch lernen, weil ich habe es einfach verpasst, weil ich bis im letzten Winter, meinen Unfall hatte, und konnte dort nicht teilnehmen, wenn die Flugschule mit den Skiern da nach Mürren gegangen ist, und da würde ich mir mal mit der Flugschule mich dort einhängen und fragen, ob ich mitgehen kann, weil das ist ja eigentlich nicht schwierig, weil man hat ja in dem Sinn schon auf den Skiern eine gewisse Geschwindigkeit, aber das Fliegen mit den Skiern, das habe ich noch,
das will ich noch lernen.
Gibt es auch etwas, wo du dir so etwas wie Grenzen gesetzt hast, wo du sagen würdest, wenn bestimmte Erlebnisse eintreten oder bestimmte Sachen, wo du sagst, ich merke, die Geschwindigkeit habe ich nicht mehr, dann würde ich auf jeden Fall sofort auch aufhören mit dem Fliegen?
Muss ich sagen, habe ich mir noch gar nicht überlegt. Ja, ich denke, wenn ich irgendeine gravierende Bruchlandung hätte, also eine sehr gravierende, kritische Landung hätte oder zum Beispiel die Windverhältnisse falsch eingeschätzt hätte und dann vielleicht einen Baum berühren würde oder eine Landung im Wald, also das wäre natürlich, ein Unfall wäre für mich sicher dann das Ende. Aber auch dort bin ich immer höher als die anderen Gleitschirme, auch über den Wäldern. Also ich gebe mir dort auch eine gewisse Reserve, baue ich auch noch ein, damit ich sehe, wo sind die, die unter mir fliegen.
Und das gibt mir auch wieder zusätzlich Sicherheit. Also ich muss nicht an die Baukronennahege fliegen.
Gibt es Sachen, wo du sagen würdest, da hast du durch Lebenserfahrung oder durch was auch immer jüngeren Piloten gegenüber einen Vorteil?
Ja, ich würde sagen, dass ich mir eben nichts, ich muss mir nichts beweisen, ich muss niemandem anderen etwas beweisen, dass ich so lange in der Luft war zum Beispiel oder so weit geflogen bin. Ich bin sehr stark auf mich bezogen dann beim Fliegen, wirklich. Gibt
es dann auch noch Sachen, die dich trotzdem stolz machen? Ja
gut, grundsätzlich bin ich stolz, dass ich das noch geschafft habe. Rückblickend mit all diesem Wissen, das ich mir aneignen musste und dass ich es auch geschafft habe, die Prüfung zu bestehen. Auf das bin ich schon stolz. Ja, doch, doch.
Gut Daniel, ich danke dir für deine Erzählung. Gut. Vielen, vielen Dank. Ist gerne geschehen. Mögen noch einige schöne Flügel auf jeden Fall noch dazukommen. Inklusive Skistart. Ja, danke. Und dann bin ich mal gespannt, wie lange du dann wirklich es noch schaffst, immer wieder in die Luft zu kommen. Okay. Ich drück
dir die Daumen. Okay. Lucian, danke. Besten Dank für das Interview.
Das war Daniel Mignot im Gespräch mit Lucian Haas. Der Bericht im Swissglider über Daniels Ausbildung ist übrigens in der Ausgabe 5.2020 ab Seite 40 zu finden. Dort äußert der Fluglehrer Bens Erb aber auch Vorbehalte und schreibt in einem Kommentar, Zitat, Als Silberfuchs diese Sportart noch im Alter von 73 Jahren zu lernen, kann ich aus Sicherheitsgründen nicht empfehlen. Es gibt aber Ausnahmefälle. Es macht dann Sinn, wenn die Person für ihr Alter körperlich und geistig überdurchschnittlich unterwegs ist und über große Ausdauer verfügt. Der Lernprozess erfordert im Vergleich mit 30 -Jährigen eine hohe Frustrationstoleranz.
Wer regelmäßig Podz-Glidz hört, dem wird Bens Erb übrigens kein Unbekannter sein. In Folge 35 erzählte er, über den Faktor Mensch und sportpsychologische Aspekte, v.a. beim Umgang mit dem Startstress. Du findest sie wie alle anderen Folgen auf Looglites und Soundcloud, aber auch weiteren Audiokatalogen wie Spotify, iTunes, Google Podcasts etc. Wenn du keine Folge mehr verpassen willst, dann empfehle ich dir, Podz-Glidz einfach im Podcatcher deiner Wahl zu abonnieren. Wenn du dann auch noch zum Förderer von Podz-Glidz und Looglites wirst, trägst du mit dazu bei, dass künftig noch viele weitere interessante Folgen dort einlaufen werden. Bis dahin! Ciao!