Man darf natürlich nicht zu vorsichtig sein, sonst kommt man nicht weiter, aber man darf natürlich auch nicht zu viel pushen, sonst ist man zu lange in so einer Danger Zone. Irgendwie so ein Mittelding wäre super oder halt sich einfach ein bisschen die Regeln für sich selbst machen, zum Beispiel, okay, ab 200 Meter Übergrund mache ich einfach keine Faxen mehr. Da höre ich einfach auf, weil eigentlich ist Agrofliegen ziemlich kalkulierbar.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Gabi
Funk und
Lucian Haas am Mikrofon. Wer beim Agrofliegen zur Weltspitze gehören will, muss vor allem eins trainieren, trainieren und dann noch trainieren. Tage, Wochen, Monate, Jahre. Jedes neue Manöver verlangt ganz eigene Bewegungsabläufe und ein perfektes Timing, um nicht nur sicher, sondern in der Kombination mit weiteren Flugfiguren, auch ästhetisch ausgeführt zu werden. Zur Weltspitze gehört seit diesem Jahr auch eine Frau. Die 34 -jährige Gabi Funk mit deutsch -brasilianischen Wurzeln kam bei der Agro -Weltmeisterschaft 2021 auf Platz 1 der Damenwertung. Der Titel der Agro -Weltmeisterin blieb ihr aber nur inoffiziell vergönnt, denn es gab im Feld überhaupt nur drei Teilnehmerinnen und damit nicht genug, um laut FAI -Reglement einen offiziellen weiblichen Champion zu küren.
Gabi hielt allerdings die Wahl. Sie war übrigens auch im Vergleich mit ihren männlichen Konkurrenten gut mit. Im letzten von vier Durchgängen landete sie auf Platz 15 und damit im guten Mittelfeld. Und das, obwohl sie erst seit diesem Jahr so richtig konsequent trainiert hat. In dieser Folge Nummer 63 von Podz-Glidz erzählt Gabi Funk, wie sie zum Agro -Fliegen kam und was sie dazu treibt, ihr Leben der dynamischen Fliegerei zu widmen. Wie sie als Nomadin ohne festen Wohnsitz durch die Lande zieht, um mit Jobs in Hotels oder als Tandempilotin ihr Leben zu widmen. Und wie sie ihre große, aber brotlose Passion überhaupt finanzieren zu können. Es geht ums Fliegen als Sucht, wochenlanges Training, die weibliche Note beim Agro -Fliegen, Gabis Lieblingsmanöver und ihren Traum, eines Tages vielleicht einmal einen Platz in der Top 10 in der von Männern dominierten Agro -Welt zu erreichen.
Die Aufnahme dieses Podcasts fand übrigens bei Schauerwetter in einem Auto statt. Zwischendrin wirst du ein paar Regentropfen hören. Ich bitte, das zu entschuldigen. Dass du diesen Podcast hörst, ist mir sehr wichtig. Wenn du es hören kannst, verdankst du nicht irgendwelchen interessensgeleiteten, kommerziellen Sponsoren. Ich finanziere Podz-Glidz und den zugehörigen Blog Looglides allein über freiwillige Förderbeiträge meiner Hörer und Leser. Wenn dir Blog und Podcast gefallen, dann hilf doch mit, dass ich diese zeitaufwändigen Projekte auch in Zukunft so unabhängig fortsetzen kann. Wie du einfach und ohne jede Verpflichtung zum Förderer werden kannst, erfährst du auf der Website von Looglides, und zwar dort unter dem Menüpunkt Fördern.
Gabi, du hast gesagt, du bist schüchtern. Warum?
Weil ich unsicher bin, ob ich es richtig mache oder nicht. Aber
beim Fliegen bist du nicht schüchtern?
Ja, also ich glaube nicht. Nein, da bin ich einfach zu neugierig.
Das heißt, du bist so neugierig, dass du sogar zur Agro -Weltmeisterin geworden bist. Aus Neugier.
Ja, also, Entschuldigung. Das weiß ich nicht.
Dann frage ich mal anders. Gabi, wie fühlt man sich, als frischgebackene, inoffizielle Weltmeisterin im Agro -Fliegen?
Ich fühle mich ganz normal. Es wäre nicht viel passiert, aber es ist einfach viel passiert das letzte halbe Jahr. Und das freut mich voll, dass ich das machen konnte, was ich gerne mache, und das ist das Agro -Fliegen.
Warum heißt es eigentlich immer, du bist inoffizielle Weltmeisterin? Warum bist du nicht offizielle Weltmeisterin?
Weil für die Weltmeisterschaft mussten wir mindestens acht Frauenpilotinnen sein und mindestens vier müssen dann auch von unterschiedlichen Nationen sein. Und wir waren nur drei. Und deswegen gab es dann keine offizielle Frauenwertung.
Das heißt, Platz eins bis drei stand von vornherein weg. Was heißt weg? Stand von vornherein fest. Man musste nur irgendwie mitfliegen, dann wärst du zumindest bei der Frauenwertung schon mal auf Platz drei gekommen. Und hättest sagen können, ich habe Bronze gewonnen, so ungefähr. Ja,
eigentlich schon, ja. Aber das wollte dann ja natürlich keiner. Also wir haben alle aus Spaß eigentlich eher mitgemacht. Für mich war interessant zu schauen, wie weit schaffe ich das mit den Männern, ein bisschen mithalte auch.
Nun gab es ja dann die Siegerehrung. Und bei der Siegerehrung standen dann nur Männer auf dem Podium. Und es gab nichts, was die Frauen bekommen haben, obwohl sie auch teilgenommen haben. Und irgendwie auch inoffiziell jetzt du als Weltmeisterin dann da geworden bist. War das für dich ein komischer Moment, wo du gedacht hast, da fehlt doch jetzt was? Oder war das eigentlich, ist halt so?
Ich habe mir ja schon gedacht, dass das so sein wird, weil sie es ja erklärt haben. Irgendwie ganz ein bisschen hat sich das so unkomplett angefühlt, so wie als wäre die Mission nicht completed.
Aber ansonsten habe ich mich natürlich mega gefreut. Für alle, die da standen. Und man hat sich eh ein Teil davon gefühlt. Also es ist ja wie so eine ganze Familie, so die Agro -Familie.
Wie haben die Männer darauf reagiert? Gab es da Leute, die gesagt haben, Veranstalter, wie könnt ihr die Frauen nur vergessen? Oder ist das allen gar nicht so aufgefallen und erst im Nachhinein, dass sie dann gesagt haben, irgendwas hat doch gefehlt?
Ja, die haben sich hinterher eigentlich eher aufgeregt. Ich glaube, in dem Moment selber wurde das so ein bisschen vergessen. Alle waren ja so ein bisschen auf Party -Modus schon irgendwie. Und danach haben sich schon welche aufgeregt. Also die wollten das schon. Für mich persönlich fand ich das jetzt nicht so schlimm, weil ich denke mir, Frauen und Männer können gleich gut fliegen. Vielleicht mental oder weil Frauen vielleicht ein bisschen vorsichtiger sind. Oder irgendwie, ich weiß nicht woher das kommt, aber irgendwie etwas ist anders bei uns. Kann es vielleicht zum Nachteil sein. Oder man muss schon ein bisschen aufregen. Auch deinem Körper trainieren, dass man stark genug ist. Bestimmte Manöver gut zu fliegen. Aber sonst alles gleich eigentlich. Du
hast jetzt ein bisschen meine Frage vorweggenommen. Aber vielleicht kannst du da noch mal ein bisschen tiefer reingehen. Du hast gesagt, Männer und Frauen, die fliegen vielleicht so ein bisschen anders oder verhalten sich ein bisschen anders. Zeigt sich das auch in der Art, wie ihr aggro fliegt als Frau oder wie du als Frau aggro fliegst? Würdest du sagen, mein Stil ist, an irgendeiner Stelle erkennt man, das ist jetzt eine Frau, die hier fliegt, das ist kein Mann?
Also von den Kommentaren von den Männern, wenn man dann so am Startplatz sitzt in der Garnier, kann man das schon sehr sehen. Aber für mich selber eigentlich, also man sieht schon, die Männer, die sind so ein bisschen radikaler und fliegen manche auch sehr aggressiv. Und die Frauen sind so ein bisschen vorsichtiger. Oder bis dann der Schirm auch abreißt, das dauert manchmal so ein bisschen, Millisekunden später oder so. Und dann sieht das dann nicht so krass aus. Aber wir könnten das genauso.
Aggressiv fliegen heißt, Schirme schneller abreißen lassen beispielsweise. Ja. Und das fehlt Frauen da vielleicht auch teilweise die Kraft, das so schnell durchzuziehen? Oder ist das wirklich, dass du sagst, nee, vom Gefühl her, das bin ich nicht. Ich mache es sanft, ich muss das mit Gefühl fliegen und nicht einfach so Kraft einmal rund und dann
geht es weiter. Ja. Ich glaube, dass man da gleich stark ziehen kann. Aber die Frauen, also die Power fehlt glaube ich manchmal den Frauen auch, weil man so sieht, wenn die so Schwung nehmen und so, dass manchmal nicht genug Schwung nehmen. Also so ein bisschen, also ich habe es so durch das Fliegen und Trainieren jetzt herausgefunden, wie viel man eigentlich doch was machen kann. Und dann gemerkt, ja okay, jetzt kann ich mal richtig so mehr Power. Also jetzt ist eher das Schirm das Limit, weil die Schirmbelastung ist zu wenig. Und ja, genau, da gehe ich dann vielleicht mal auf 15 Quadrat oder so und dann sieht es auch vielleicht so aus wie bei den Männern.
15 Quadrat heißt jetzt die Quadratmeter des Schirmes. Welche Schirmgröße fliegst du bisher?
16 Quadrat fliege ich, genau.
Macht dieses Quadrat ein Quadrat weniger, macht das schon so viel aus?
Ja, macht schon ganz viel aus. Also gerade bei den kleinen Größen halt, ja.
Bist du auch schon mal 15er geflogen?
Ja, bin ich schon in Organien, bevor die Competition war. Aber dann für die Competition war mir das dann doch egal. Ich war noch zu knapp davor, den Schirm zu wechseln und dann bin ich lieber auf meinen alten Schirm geblieben.
Von der Weltmeisterschaft. Da hast du gesagt, okay, ich habe mich aber auch, wollte sehen, wo ich bei den Männern so stehe. Wie viele Leute haben da jetzt dann teilgenommen und wo standest du dann am Ende bei den Männern? Oder was ist bei den Männern im Vergleich mit diesen ganzen?
Also wir waren nur 29, das hört sich so wenig an.
Und bei manchen Runs waren wir so die letzten Frauen. Oder war ich auch, also war ich auch weit hinten und dann manchmal so auch im Mittelfeld oder im letzten Drittel so zum zweiten Drittel angeschnitten. Also der beste Run, den ich hatte, das war der letzte, der vierte Run und da war ich dann Platz 15 sogar.
15 von 29, das heißt, bestes Mittelfeld so. Ja. Ja, super. Ich habe gehört, die Weltmeisterschaft war aber dein erster Wettbewerb, den du überhaupt gemacht hast. Beziehungsweise, wahrscheinlich der zweite, weil kurz vor der Weltmeisterschaft war noch so ein kurzer Wettbewerb davor, der aber direkt in die Weltmeisterschaft am selben Standort dann überging. Das eine war die Acromax Wettbewerb und dann die Weltmeisterschaft. Aber das war wirklich dein erster Wettbewerb?
Ja, also eben Paragliding und Akrobatik fliegen. Aber ich habe schon mal einen anderen Wettbewerb mitgemacht. Das war aber beim Kellnern. Also ich habe vorher in Hotels gearbeitet. Und das schon 15 Jahre. Und dort habe ich mal was mitgemacht. Und da war ich dann auch schon bei den Bundesmeisterschaften von Deutschland.
Klingt auch interessant. Aber ich glaube, über das Kellnern können wir vielleicht später noch mal reden. Dann bleiben wir erstmal beim Akrofliegen. Wenn du jetzt, da wusstest, okay, das ist jetzt mein erster Wettbewerb. Wie kommt man auf die Idee, für den ersten Wettbewerb direkt zu einer Weltmeisterschaft zu gehen?
Also irgendwie haben mich dann die Jungs motiviert. Die meinten alle, ja, du fliegst so gut, du musst da unbedingt mitmachen. Und dann... Dann habe ich einfach gedacht, okay, ich trainiere ein bisschen. Und dann habe ich gedacht, eigentlich habe ich ja nichts zu verlieren. Weil wir hatten ja eh die drei Plätze. Nein, das war nicht so. Aber ich habe gedacht, das ist einfach Training. Und dieser kleine Wettbewerb vor der Weltmeisterschaft war auch super gut, dass der passiert ist. Weil dort habe ich dann ganz viel rausziehen können, wie ich es dann in der Weltmeisterschaft vielleicht besser oder stärker machen sollte.
Wann stand das dann im Vorlauf zu der Weltmeisterschaft fest, dass du gesagt hast, ich melde mich jetzt an? Also ab wann hast du gesagt, okay, da muss ich jetzt auch für trainieren und sonstiges?
Das war im März. Da war ich mir auch noch nicht so sicher, soll ich jetzt, soll ich nicht? Und dann habe ich mich da angemeldet. Und das war eigentlich super cool, weil dann ist die Motivation ziemlich gestiegen, dass ich jetzt trainiere. Und dadurch ist das alles so relativ gut, also mit meinen Fortschritten relativ schnell gegangen dann.
Was muss man einfach nur so als Normalpilot, wenn man sagt, Weltmeisterschaft, das klingt erstmal... Das ist ja top of the world so ungefähr. Was muss man als Agropilot oder Agropilotin können, um an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können?
Also man macht so einen Test vorher, also Safety Selection nennen die den Flug. Da muss man einen SAT fliegen, einen Helikopter, Full Stall und Flyback fliegen, also einfach so drin bleiben. Also die vier Manöver und werden dann vor der Jury geflogen. Die schauen sich das an, dass du halt sicher unterwegs bist. Das ist eigentlich das Wichtigste eigentlich für die. Ob du dann danach eigentlich gar nicht so viele Tricks fliegen kannst und dann gar nicht so viele Punkte sammeln kannst, das wissen die noch gar nicht. Also im Prinzip stehen da die Karten ziemlich offen für jeden, der so ein bisschen Agro fliegen kann.
Und da haben jetzt 29 teilgenommen, es hätten aber viel mehr teilnehmen können?
Bis zu 60 hätten mitmachen können und pro Nation, glaube ich, sechs Personen maximal. Mindestens einen. Also vom Geschlecht her mussten wir auch wieder... Ja, schauen. Eine Frau, glaube ich, dann oder so. Also fünf von einem Geschlecht, genau.
Okay. Das heißt, aber bei so einer Weltmeisterschaft könnten jetzt auch Leute kommen und sagen, ich habe noch nie so einen Wettbewerb mitgeflogen, ich will einfach mal machen. Die vier Manöver, die man für diesen Safety Flight Check da können muss, die habe ich drauf. Also probiere ich das einfach mal. Ja, genau. Dann könnte man da teilnehmen.
Genau. Also ich hoffe, die Motivation ist groß für alle, die da noch fleißig trainieren, ja.
Kann man ja eigentlich nur sagen, vor allem Mädels, meldet euch. Ja. Und man kann vielleicht irgendwann mal so ein paar Alibi -Mails zumindest noch mitfliegen, die zumindest diese Grundmanöver können, damit du nicht nur inoffizielle, sondern vielleicht irgendwann mal offizielle Weltmeisterin werden könntest.
Genau. Ja. Es ist halt ein bisschen schwieriger vielleicht bei der Weltmeisterschaft, weil man kann, wenn das Wetter mitmacht, dann macht man bis zu sieben Runs. Und in einem Run macht man ungefähr so vier bis sieben Tricks. Kommt dann ein bisschen auf die Höhe und auch auf die Bedingungen an. Und ja, das muss man halt irgendwie hinkriegen. Und dass man genug Tricks auf Lager hat. Da weiß man, glaube ich, aber dann von sich selber, dass man sich da einschätzt. Also ich glaube, jeder, der bei der Weltmeisterschaft mitmachen will, will auch was zeigen. Und deswegen kommt man dann schon mit genug Tricks in der Tasche.
Darf man keinen Trick wiederholen?
Darf man nicht, nein. Also man dürfte, aber dann gibt es viel Punktabzug und dann wird man wahrscheinlich weiter hinten sein dann.
Okay. Das heißt, wenn ich sage, maximal sind es sieben Runs und ich muss mindestens vier Tricks machen, bräuchte ich mindestens 28 Tricks irgendwo.
Genau. Die
muss ich drauf haben. Was ist der einfachste Trick, der schon als Trick gilt und nicht nur als normales Fliegen?
Flyback gilt schon als Trick, wo man 1,0 Punkte dafür bekommt.
Okay, das ist 1,0. Wie viele Punkte kann man für den Maximaltrick bekommen?
2,2. Das wäre jetzt dieser Superstall to Infinite.
Kannst du den?
Nein. Dann können, glaube ich, nur maximal zwei Hände voll, also zehn Leute maximal auf der Welt. Also bis jetzt, was ich glaube, weiß.
Wenn man sich so die Top Ten anguckt, sind das alle, die in der Top Ten sind, sind auch die, die dieses Superstall to Infinite können, oder?
Nein, gar nicht. Also da sind welche dabei, die sind richtig, richtig gut, aber die haben das auch noch nicht gemacht.
Viele von den Leuten, die hier zuhören, wissen wahrscheinlich gar nicht so viel über das Agrofliegen, vor allem über dieses Agrofliegen im Wettbewerb. Erzähl mal so ganz so ein bisschen, wonach wird überhaupt bestimmt, wer das jetzt gut macht? Es gibt da ja, glaube ich, irgendwelche Richter oder Richterinnen, die das sich angucken und dann Noten vergeben. Wie viele sind da und wonach werden die Noten vergeben?
Ja, da gibt es eine Jury. Ich weiß jetzt nicht, was die Mindestanzahl an Personen ist, aber da saßen dann vier Personen, die dann uns gejudged haben. Und wir fliegen halt raus. Und es wird nur das bewertet, wenn man dann in die Bühne kommt. Wenn man dann in die Box gekommen ist, also rausgeflogen ist und über dem See ist und dann seinen Run anfängt, da muss man vorher auch ganz... Box
ist der Bereich, wo du dich für deinen Run aufhalten sollst.
Ja, genau.
Okay, in diesem Bereich, da ist jetzt derjenige, der hier gerade den Luftraum für sich hat.
Ja, genau. Und dann macht man kurz das kleine Ohr rein und dann sagt man der Jury, ich fange jetzt an. Und dann macht man die Tricks bis runter, bis zum Wasser. Also die Landung auf dem Raft ist dann das Finish. Und bewertet wird, 40 % ist Technical Bart. Das ist halt, wie sauber fliegt man. Jedes Manöver wird dann auch wieder von 1 bis 10 bewertet, so wie dann, was man von Olympischen Spielen kennt. Und dann aber alles zusammengewürfelt. Dann die Choreografie, auch 40%. Da wird aber dann bewertet, fliegt man genug Tricks links und rechts. Dass man gleich von einem Manöver auf das andere gleich reingeht. Und dann sieht das, wie so nach dem Flow, also alles im Flow ist. Und auch, wie man das Driftmanagement gemacht hat.
Also, dass man nicht ganz weit weg vom Raft endet, wenn man seinen Run fertig geflogen ist. Und dann noch 20 % die Landung. Genau, dass man dann so eine Bodenspirale macht und dann auf dem Raft landet.
Die Bodenspirale ist aber Pflicht. Oder könntest du auch auf dem Raft, also dem Floß dort landen und sagen, ich komme da einfach so angeflogen. Und komme auch oben drauf und kriege zumindest die Landepunkte, weil ich auf dem Floß gelandet habe. Genau,
das muss man dann auch für sich selbst ein bisschen entscheiden. Wie wichtig sind jetzt gerade die Punkte, die ich noch brauche, weil ich gerade so nah an dem anderen bin oder so. Oder wenn ich auch keine Höhe habe, kann man natürlich auch nicht mehr die Bodenspirale machen. Aber für die Juries immer super toll, wenn man irgendwas Spektakuläres macht. Weil dann gibt es dann vielleicht mehr Punkte. Also auch Tricks, die man ganz am Ende noch so radikal macht. Die mögen das ziemlich gerne.
Das heißt, wenn man ganz zum Schluss noch Helilandung auf dem Floß macht oder so, gibt es nochmal extra Punkte dazu? Ja,
okay, das nicht. Das ist dann, weil das noch ein Manöver ist, müssen dann auch irgendwann mit dem Manöver aufhören. Weil sonst wäre das wieder Sicherheitskriterium. Zum Beispiel Infinity Tumbling darf man gar nicht als letzten zwei Tricks benutzen. Also da müssen noch zwei andere Tricks danach kommen. Aber genau fürs Landen, wenn man dann so mit dem Fuß ins Wasser noch so streift. Oder Jesus Walk macht. Sieht so aus, als würde man auf dem Wasser laufen, weil man so rein flairt. Das kommt dann super gut an.
Was hast du toll? Was hast du tolles gemacht bei deiner Landung?
Das waren meine ersten Spirallandungen überhaupt. Und das war dann so, okay, ich bin hier auf der Weltmeisterschaft. Und wenn ich alles verloren hätte, hätte ich mir immer gesagt, ich habe freies Bodenspiraltraining hier. Und dann habe ich die Bodenstabspirale probiert. Und die letzte, die ich dann gemacht habe, die ist schon ganz nah über dem Wasser gewesen. Also die dritte, die ist ins Wasser so ein bisschen reingegangen. Und die anderen, also ich bin nie auf den Raft gekommen. Du bist immer
ins Wasser gelandet und du musst dann immer deine ganze Ausrüstung trocknen.
Ja, genau.
Du hast wahrscheinlich auch zwei Rettungsschirme mit oder drei. Zwei hatte ich da nur dabei. Die musst du auch immer trocknen. Das heißt, jeder Tag endet damit, dass du ganz viele Schirme trocknen musst.
Genau, du bist da eigentlich den ganzen Tag. Also ein Competition -Tag ist voll lang, weil man da die ganze Zeit die Sachen noch trocknen muss. Und am nächsten Tag muss dann halt auch alles gepackt und parat wieder sein. Also die Rettung packen und auch die Protektoren, alles muss ja wieder da rein. Und es muss trocken sein und es ist schon ganz schön viel Arbeit.
Das heißt aber auch, an so einem Competition -Tag hast du im Grunde nur einen Flug, den du machst, weil danach ist wahrscheinlich alles nass.
Genau, das ist eigentlich ziemlich lustig. Du wirst für genau zwei Minuten bewertet oder darauf kommt es an. Und alles andere drumherum ist dann die Arbeit einfach. Drumherum und wieder vorbereiten und ausdenken, welchen Run ich fliege oder halt organisieren.
Okay, ausdenken, welchen Run ich fliege. Wonach wählt man jetzt aus? Welche Figuren mache ich da jetzt? Und hast du da eine genaue Strichliste, wo du sagst, okay, die habe ich schon geflogen? Oder hast du das alles im Kopf? Wie geht sowas?
Ich habe mir einfach meine Tricks aufgeschrieben, die ich kann. Und so die, die ich, die hohe Punkte haben und wirklich gut kann, so als erstes. Und dann habe ich so ein bisschen das alles verlagert. Und immer zwischendurch noch den einen und den anderen, der so mittelschwierig ist. Und aber auch immer im Kopf wusste ich, ah ja, wenn ich den nicht hinkriege, könnte ich das auch noch machen, weil den habe ich noch übrig. Also es ist schon ein bisschen Kopfarbeit. Aber irgendwie war ich da so, wusste ich genau, was ich fliege. Also im Run ist mir das auch zweimal passiert, dass ich das erste Manöver nicht so hingekriegt habe, wie ich wollte. Das war Infinity Tumbling. Weil ich eigentlich noch ganz frisch am Lernen bin oder gelernt habe. Seit April mache ich das erst.
Und dann habe ich, bin ich ins Anti -Rhythmik gekommen, also nicht rausgestoppt. Und dann war ich dann in dieser Sat -Drehung und dann musste ich halt direkt was anderes machen. Und dann habe ich einfach einen ganz anderen Run geflogen, als wie ich mir ausgedacht habe.
Den hast du dann improvisiert in dem Moment?
Komplett improvisiert. Zweimal sogar.
Ist das nicht völlig stressig dann in dem Moment? Ja. Oder bist du da so im Flow, dass du sagst, das fließt einfach so?
Also das Fliegen ist ja schon voll im Moment sein. Aber ich glaube, wenn man in so einer Competition ist und das so gerade improvisieren muss, dann bist du noch mehr im Moment. Also das war einfach, okay, jetzt kommt das, jetzt mache ich einfach das. Und ja, das ist einfach so gekommen.
Ist es das, was dich am Agrofliegen fasziniert, dieses im Moment sein? Und dass dich gerade dieses Agrofliegen so stört? Oder bist du so stark fokussiert, dass da gar nichts anderes mehr in dem Moment geht?
Ja, das ist auf jeden Fall ein großer Teil, der mir dabei Spaß macht. Ich weiß auch nicht genau, warum. Die Gehkraft, die irgendwas mit mir macht? Nein, ich glaube nicht. Aber es ist auch die Neugier, den Trick irgendwie dann irgendwann zu können. Oder halt das, das ist schon irgendwie ein bisschen wie, wenn man Tanzschritte lernt und dann später dann so richtig schön tanzen kann. Das ist dann, fühlt sich ja auch irgendwie schön an. Fürs
Tanzen lernen geht man ja häufig in eine Tanzschule. Da heißt es ja jetzt hier Samba und Cha -Cha -Cha. Sonst war es so, wenn das Klassische ist oder heutzutage irgendwelche modernen Formen des Tanzes. Bist du bei irgendwem in die Agro -Schule gegangen?
Nein, das habe ich mir vielleicht mal gewünscht irgendwie, so einen Mentor zu haben oder dass jemand mir mal was zeigt. Aber im Prinzip am Anfang habe ich super viel auf eigene Faust mir das beigebracht. Das war vielleicht auch ein bisschen riskant. Aber ich habe dann immer halt gewünscht. Ich habe halt auch meine Sicherheitsregeln berücksichtigt. Und später, wo man dann, also eigentlich erst seit diesem Jahr, wo man dann wirklich in diese Agro -Community reinkommen ist, wo wirklich die Profi -Piloten dabei sind, die haben dann auch schon einen Tipp gegeben. Die haben mir dann ein Video angeschaut und dann gesagt, ja schau mal, da kannst du ein bisschen noch so anders machen. Oder ey, guck mal, so geht das nicht. Also jeder hat aber auch ein bisschen einen anderen Stil. Aber genau, das hilft schon. Wenn man jemanden hat, der einen kurzen Tipp gibt, dann wird man viel schneller gut.
Jetzt hast du aber gerade gesagt, die Anfänge hast du eigentlich es einfach selber probiert.
Erzähl mal von diesen Anfängen. Wann war das?
Wann hast du
mit dem Fliegen überhaupt angefangen und wann kam Agro dazu?
Ja, ich habe mit, in 2011 habe ich den Paraglideschein gemacht. Das war eigentlich so eine Urlaubsaktion mit meinem Ex -Verlobten. Der wollte nämlich unbedingt Paragliden. Und dann habe ich gesagt, das mache ich jetzt auch, weil ich muss ja wissen, was der da macht. Sonst habe ich ja immer Angst um ihn. Und dann habe ich den Paraglideschein sogar in zwei Wochen gemacht. Ne, den habe ich, ich habe nur fünf Flüge gemacht. Und dann ein Jahr später, wir haben uns leider getrennt, habe ich den ganz alleine zu Ende gemacht.
Und genau, danach bin ich wieder studieren gewesen in Deutschland und habe aber die ganze Zeit schon immer ans Fliegen gedacht. Und nach dem ganzen Studium und Arbeiten ein bisschen, bin ich dann irgendwann in die Schweiz gekommen. Und bin dann, habe dann mit dem Fliegen wieder angefangen. Das war 2013.
2014 war auch so spannend, weil ich viel auf eigene Faust gelernt habe. Und danach bin ich so ein bisschen aufmerksam geworden auf Gleitschirmhersteller. Dann war da eine Firma, die heißt Little Cloud, so eine kleine französische Gleitschirmfirma. Die haben mich dann als Testpilotin ausgebildet. Und dann habe ich so gesagt, mein erstes Sicherheitstraining gehabt. Ich hatte nämlich eigentlich nie eins. Dadurch, dass ich da das vorfliegen musste, habe ich das ja dann kennengelernt. Und später... Wie sind
die denn auf dich aufmerksam geworden? Ich meine, du hast jetzt gesagt, ich habe für mich Agro geflogen, ich habe keine Wettbewerbe gemacht. Wie wird dann so eine Firma wie Little Cloud plötzlich sagt, lass uns mal die Gabi fragen, ob die für uns als Testpilotin arbeitet?
Ja, ich war da so im Engadin und dann habe ich mal aus Interesse halber mal meine Rettung ausprobiert. Also es war keine Not oder so. Dann habe ich ein Rettungsfallschirm geschmissen und dann hat...
Interesse halber. Du hast im Flug gesagt, ach, weißt du was,
das habe ich noch
nie gemacht, ich ziehe einfach mal meine Rettung.
Ne, das war eigentlich eher so, da war ein Speedflying -Freund, der meinte so, oh, ich muss meine Rettung packen. Und ich meinte so, oh, ich muss auch meine Rettung packen. Und der so, ja, schmeiß die doch. Und ich so, ja, wirklich? Und dann, da war ich ja auch wirklich Anfängerin, da weiß man immer noch nicht so genau alles. Und dann habe ich halt einen Probeflug gemacht. Und alles war mega ruhig. Es war so Winterluft. Also es war schon so halb Winter. Und unten lag so ganz bisschen Schnee. Und dann habe ich es gemacht. Und es war ganz easy. Also nichts gewesen. Es war sogar ein Frontcontainer. Ja, und dann wurde ich aufmerksam. Also wurde er aufmerksam, der von der Firma Little Cloud, der Chef. Und dann hat er... Hat
er das gesehen? War der da vor Ort? Oder hast du da ein Video von gemacht? Ja, ich habe da ein
Bild gepostet, glaube ich. Genau. Ne, da war keiner vor Ort. Und das, ja.
Und du bist da schon mit einem Little Cloud? Mit einem Little Cloud -Schirm auch geflogen.
Ja, genau.
Und das war dann ein Bild irgendwo auf Instagram oder sonst was? Gab es damals schon Instagram? Weiß ich gar nicht. Wann war das? 2013? 40? Facebook
war das, genau. Da war noch kein Instagram für mich. Also vielleicht gab es das schon. Ja, und dann hat er mir so ein bisschen das Stollen... Also ich habe mich immer weiter herangetastet an alles, weil er wollte ganz viel. Weil ich so leicht bin auch. Also ich wiege jetzt 53 Kilo dort. Und dann habe ich halt immer die Stollen -Geschichten. Ja. Ich bin geflogen für die Schirme, dass er weiß, fliegt der Schirm wieder. Das ist ja für das Leichtgewicht immer ganz wichtig zu wissen.
Das heißt, du warst Testpilotin für die Stollen -Manöver hauptsächlich? Ganz viel, ja. Jetzt gar nicht viel Klapper fliegen, sondern hauptsächlich Stollen bei den Schirmen, weil ich muss wissen, ob der bei dem geringen Gewicht noch anfährt.
Genau. Aber auch Klapper, auf jeden Fall bin ich auch ganz viel geflogen. Aber die Stollen -Geschichten waren das meiste, ja. Und später, ich weiß gar nicht, bin ich mit dem Little Cloud. Mit dem Little Cloud Schirm habe ich dann auch so ein bisschen schon angefangen, dann den andrehen zu lassen, also zum Helikopter. Also für mich war ja eh so, ich will erst ein Akroschirm fliegen, wenn ich Twister kann. Das ist einmal Helikopter links und dann nach Helikopter rechts drehen. Weil ich so Respekt vor diesem Akroschirm hatte. Und der Schritt dann rüber zum Akroschirm war dann so, ach, das ist ja gar nicht so schwierig. Es war sogar einfacher dann als mit dem anderen Schirm.
Weil der einfach ein bisschen dynamischer ist und dann vieles nicht so fein kontrolliert werden muss. Oder warum ist das einfacher?
Mit dem Akroschirm ist so ein bisschen, ich weiß nicht, ob das mit einem Ferrari zu vergleichen ist, aber wenn du auf die Bremse steigst, dann bremst der einfach. Und mit dem Akroschirm ist es genauso. Man kann viel präziser, zack, einfach was machen und es funktioniert. Und der Sackflugbereich ist natürlich auch ein bisschen größer, dass man da mehr im Helikopter drin ist und nicht sofort wieder rausfliegt, weil der Schirm ja eigentlich immer wieder fliegen will, so beim normalen Gleitschirm.
Das heißt, du hast aber die ganzen Anfänge mit so kleinen Little Cloud Schirmen gemacht?
Genau, 18 Quadratmeter, ja. Das war so meine Wohlfühlgröße, weil ich hatte mal mit einem Advance Alpha angefangen, der war 23 Quadratmeter groß. Ein bisschen zu groß für dich wahrscheinlich. Ein bisschen zu groß für mich, also der war ja natürlich super, aber etwas zu groß, ja.
Hast du mit dem auch schon irgendwelche Manöver geflogen oder versucht?
Nein. Nein, mit dem habe ich nur, das war mein erster Höhenflug, der war, dass sich das Funkgerät ausgefallen ist. Also eigentlich mein erster Gleitschirmflug, der Höhenflug nach dem Übungsrang, war einfach ich alleine in der Luft, Funkgerät ist ausgefallen.
Das war meine Erfahrung mit dem Schirm. Genau, aber es hat mir gefallen, weil im Prinzip hat mir das das Zeichen gegeben, ich selber bin hier verantwortlich für das, was ich da gerade mache, es liegt in meiner Hand.
Das war jetzt schon einer deiner ersten Flüge, wo du sagst, okay, es kommt auf die Eigenverantwortung an. Dann hast du deine ganzen Agro -Anfänge, soweit ich das verstehe, hast du auch eigenverantwortlich gemacht, weil du gesagt hast, ich probiere einfach mal was aus. Mhm. Bist an Grenzen gegangen und war vielleicht auch manchmal über die Grenzen hinaus. Wie häufig bist du dabei für dich gefühlt wirklich an eine Grenze gekommen, wo du sagst, scheiße, oh, das war jetzt wirklich knapp?
Ja, ich weiß nicht, ob ich das jetzt gerade so schnell aufzählen kann, also ich hatte auf jeden Fall die Situation, speziell am Anfang, wo ich dann über, also, genau, ich habe sogar schon mal so bei zu starkem Wind bin ich rausgegangen und dann bin ich, habe ich Bodenspirale machen müssen. Stimmt, eigentlich war das meine erste Bodenspirale. Da habe ich im Prinzip Bodenspiral -Toplanding gemacht. Ich bin so mit dem Wind über das Gondelhäuschen so drüber gedriftet und hinten so in die Berge und da waren überall zum Glück so Wiesen. Und dann habe ich immer weiter mehr und mehr Spirale gemacht. Weil ich unbedingt runter wollte, weil es so starker Wind war und war alles super. Also ich glaube, das sah ganz gut von außen aus. Aber ich war einfach nur fokussiert, dass ich jetzt gleich sicher lande irgendwie.
Ja, und ja, man hat schon öfter mal so Situationen gehabt. Zum Glück, also ich habe bis jetzt noch nie den Retter geschmissen.
Außer das eine Mal bewusst.
Genau, also aus Not, meine ich, zum Retter geschmissen. Ja, das ist bis jetzt noch nicht passiert. Letztes Jahr habe ich mich das erste Mal eingetwistet im Oktober. Also, dass man sich so verdreht. Ungewollt. Ungewollt, genau. Und ja, ansonsten, klar, ich habe manchmal so bremsliche Situationen gehabt. Aber ich habe Glück. Also, das ist nur nicht so schlimme Sachen. Weil ich habe immer gehört, dieser Agro -Pilot hat sich mindestens einmal schon mal den Rücken gebrochen. Das fand ich dann eigentlich immer sehr angsteinflößend und schlimm, das zu hören.
Wenn du das für dich jetzt offenbar so schaffst, dass du Grenzen, für dich verschiebst, ohne wirklich in große Extremsituationen zu kommen. Was würdest du Leuten empfehlen, die vielleicht sagen, ich will auch in die Richtung was probieren und auch so versuchen, meine Grenzen zu verschieben. Wie soll man da am besten vorgehen?
Ich denke, man darf natürlich nicht zu vorsichtig sein, sonst kommt man nicht weiter. Aber man darf natürlich auch nicht zu viel pushen, sonst ist man zu lange in so einer Danger Zone. Irgendwie so ein Mittelding wäre super. Oder halt sich einfach ein bisschen die Regeln für sich selbst machen. Zum Beispiel, okay, ab 200 Meter Übergrund mache ich einfach keine Faxen mehr. Da höre ich einfach auf. Weil eigentlich ist Agro -Fliegen ziemlich kalkulierbar. Man hat diese eine Box, diesen Raum in der Luft, wo man das übt. Und man weiß eigentlich auch ein bisschen, was könnte passieren, wenn ich das jetzt falsch mache. Dann müsste ich jetzt den Retter schmeißen oder könnte jetzt noch probieren. Also, genau, dass man da einfach vielleicht nicht zu viel pusht. Weil meistens, wenn man zu viel pusht, sehe ich dann viele, dass die Leute die Rettung schmeißen.
Und danach auch wieder besser werden. Aber das kann halt einen ziemlich zurückschmeißen. Also, dann hat man vielleicht Angst oder das kann ja einen traumatisieren. Also, das ist nicht so.
Hattest du mal Erlebnisse, die dich zumindest eine Weile zurückgeworfen haben? Oder war das immer so Step by Step, dass du sagst, nee, konnte ich alles nehmen?
Doch. Also, da, wo ich damals da mit dem starken Wind eingespiralt bin und gelandet bin, bin ich so nach Hause spaziert und habe mir gedacht, uff, heute hätte ich eigentlich sterben können. Aber ich bin trotzdem weiter geflogen. Und dann aber 2016, da war ich mal in Japan. Und da habe ich so, da bin ich so ein bisschen gecrashed. Da ist nichts passiert. Was heißt
ein bisschen gecrashed? Kann man ein bisschen crashen?
Ja, im Prinzip bin ich mit einer Bodenspirale zum Boden zugerasst. Also, ich bin dann so auf. Also, ich habe eigentlich nur versucht, noch den Schirm seitlich zu behalten, dass ich nicht irgendwie so reinknallt. Und dann habe ich so den halben Schirm, hat es den Boden so gestriffen. Und dann mit 50 km/h ungefähr bin ich dann noch so weitergerutscht. Und dann kam so ein Steinhofen, Thermik dann aufgehalten hat. Und der hat mich gestoppt. Genau, nach dem Ganzen war ich ziemlich mal kurz gestoppt. Also, am nächsten Tag bin ich sofort wieder geflogen und so. Weil das war so auch, zum Glück hat keiner so gesehen. Weil das war so eine Businessreise. Da musst du so ein bisschen die Schirme zeigen und so. Aber ja, das hat mich schon zu denken gegeben.
Das heißt, Businessreise, das war für Lidl Cloud auch, dass du dann als Marketingfrau da quasi mitgeflogen bist.
Ja, genau. Also, das Schirm kannte ja nichts dafür. Das war ja 100 Prozent ich. Mir war irgendwie langweilig. Und ich dachte, ich will jetzt ein bisschen so noch Action machen. Und im Prinzip, das war ein Satz, den ich da gemacht habe. Und beim Ausleiten ist man dann erstmal eine Steilspirale. Und dann kam halt schon der Boden. Lass
uns nochmal kurz zu Agro -Weltmeisterschaft beziehungsweise ganzen Manöverfliegen und sowas zurückkommen. Von diesen ganzen Manövern, die du kannst, welches ist denn so dein Lieblingsmanöver?
Uff. Ich glaube, ich habe mehrere. Also, ich mag super, super gerne McTwist Reverse und Cork.
Jetzt erklär mal für einen Nicht -Agro -Flieger, was ist ein McTwist Reverse und was ist ein Cork?
Also, beim McTwist fliegt man in eine Spirale. Und wenn man dann unten am Schirm drunter schwingt, zieht man dann an der Bremse super stark, dass der Schirm abreißt. Dann wirbelt der einmal ziemlich stark durch die Gegend. Und wenn man dann wieder unten angekommen ist, drehe ich dann den Schirm zu der anderen Seite, die ich gezogen habe, zu einem schönen Helikopter. Das war der McTwist to Heli.
Reverse heißt jetzt, du änderst die Drehrichtung dabei.
Genau. Weil eigentlich wären es ja auch zwei Tricks. Es gibt McTwist alleine und Helikopter alleine. Aber McTwist to Heli ist auch ein Manöver für die Competition. Reverse ist immer, wenn man in die andere Richtung dann connectet.
Ist das schwieriger, Reverse zu fliegen, als direkt von McTwist in Heli mit der gleichen Richtung?
Kommt für mich bei dem Manöver jetzt eigentlich nicht. Aber es kann schon schwieriger sein. Man muss auf jeden Fall Twister sehr gut beherrschen, also Helikopter zu Helikopter. Das ist eigentlich das Grundmanöver, um Reverse fliegen zu können.
Und jetzt erklär nochmal den Korg. Was ist das Besondere?
Korg, da macht man ein Looping zu Helikopter. So sieht das ungefähr aus. Also man macht auch wieder eine Spirale. Und dann, wenn man am untersten Punkt gekommen ist, zieht man den Looping, also nicht ohne Abreißen erstmal hoch, dann bist du fast auf dem Kopf. Und dann reißt man den Schirm ab und dann geht man in den Helikopter rein, wenn man gerade so runtergefallen ist. Das ist etwas schwierig zu beschreiben. Ich glaube, das muss man sich unbedingt mal anschauen.
Und warum ist das dein Lieblingsmanöver oder eins von deinen Lieblingsmanövern? Was macht das aus? Also was macht ein Manöver zum Wow, das ist jetzt toll?
Weil es am Anfang so dynamisch ist und dann wieder so in den Helikopter rein, wo es dann so elegant wieder aussieht. Und man ist halt gerade so auf dem Kopf, wenn man dann diese Verbindung macht, weil ich dann gerade den Weg spinne. Irgendwie fühlt sich das schön an. So wie, so flüssig irgendwie.
Wie viel fliegst du sowas mit Kopf und wie viel fliegst du sowas mit Gefühl? Weil du jetzt sagst, das fühlt sich schön an und flüssig und sonst was. Aber gleichzeitig muss ja vieles durchdacht sein. Wann ziehe ich was? Und es ist dann doch ja auch sehr technisch, die ganze Geschichte. Was ist, wie viel ist was bei dir?
So prozentual weiß ich nicht, wie viel das sein könnte. Aber also sehr viel, glaube ich, mit Gefühl. Und ich glaube vorher, wenn man, wenn man dann das Manöver hat. Und fliegen möchte, dann viel mit dem Kopf einfach mal durchdenken. Wann müsste ich ziehen? Wie wann? Wie viel Energie? Oder was drehen? Dann das ist vielleicht mehr mit dem Kopf. Wenn man es gerade macht, ist dann wieder, glaube ich, Gefühl größer als Kopf.
Wenn du dir jetzt viele Sachen davon selber beigebracht hast, wie bist du dabei vorgegangen? Hast du dann gesagt, okay, ich muss mir zehn YouTube -Videos angucken? Oder hast du gesagt, ich gehe auf Paltakas Agro -Seite und lese mir da die Beschreibung genau durch? Oder wie macht man sowas?
Oder wie hast
du das gemacht, besser gesagt? Vielleicht hätte ich... Ja,
das stimmt. Ich hätte vielleicht so machen sollen. Da kann man, glaube ich, schnellere Fortschritte machen. Ich habe es erstmal einfach mal probiert. Also ich finde es schon wichtig, dass man erstmal so ein bisschen eine Ahnung haben sollte, wie es aussieht. Wenn man jetzt gar nicht weiß, wie es geht, dann kann man schon schnell das verhauen. Aber ich habe dann mir das einmal so angeschaut und dann jemanden manchmal gefragt, ja, wie machst du das? Und dann habe ich es einfach mal ausprobiert. Genau so bin ich eigentlich rangegangen. Die ersten Tricks natürlich komplett selber, aber jetzt so die größeren Tricks, wo man dann ein bisschen in der Community auch ist, habe ich dann auch mal gefragt, ja, wie geht denn jetzt ein Joker? Aber im Moment kann es keiner mir so richtig erklären. Also du fragst fünf Leute, die sagen alle fünf verschiedene Sachen und am Ende probierst du dann selber ein bisschen aus.
Gibt es denn einzelne Manöver, wo alle das Gleiche erzählen? Ich
glaube nicht. Weil da fließt dann immer wieder der Stil auch mit rein.
Ich sehe, dass manche Leute, die fliegen etwas super schön und die anderen sagen, ja, das geht so gar nicht, so macht man das nicht. Aber ich denke mir, wenn das trotzdem funktioniert, funktioniert es ja auch.
Wie stark ist das auch schirmabhängig? Dass man vielleicht sagt, der Stil passt zu dem einen Schirm, weil der sagt, der reißt halt entsprechend so ab oder was auch immer. Würde aber mit dem nächsten Agro -Schirm vielleicht überhaupt gar nicht so funktionieren. Ja,
das spielt mega eine Rolle auch, ja. Also die Schirme sind schon sehr unterschiedlich, wenn man jetzt die Profi -Schirme anschaut und die Anfänger -Agro -Schirme. Also zum Beispiel so Emily und Blackout, die würde ich so als zahmere Agro -Schirme beurteilen. Aber wenn man das jetzt bei der Competition sieht, in der Top Ten fliegen die auch einfach eine Emily und es funktioniert. Aber da muss man schon anders ein bisschen rangehen, ja. Aber auch mit dem Gurtzeug mehr genau. Wo ich das Gurtzeug jetzt gewechselt habe, musste ich komplett anderen zu Weight Shift nehmen. Also plötzlich musste ich viel später ein bisschen reingehen, weil sonst wäre das schon zu viel gewesen zum Manöver machen.
Wieso hast du Gurtzeug gewechselt?
Weil ich das Angebot gekriegt habe, das auszuprobieren und ich durfte es danach sogar behalten. Und das hat halt dann für die Zukunft für mich zwei Rettungen und ein Base -System. Und ich habe das jetzt nicht irgendwie doof gefunden, zwar ein bisschen Umgewöhnung, aber deswegen habe ich das dann behalten einfach.
Das heißt, das ist dann auch so eine Art Sponsoring, was aus der Szene herauskommt, wo jemand sagt, hey, die Gabi finde ich klasse, was die macht.
Ja, das war eigentlich so, ja. Oder hast du da
immer so ein Gurtzeug?
Ja, genau. Das war der Beso, der macht diese Fly the Earth. Das Beso of Tcharov. Ja, genau. Und der ist ja selber Agropilot und der hat halt versucht, ein Gurtzeug so zu machen, wie man das braucht als Agropilot. Und das finde ich super. Also jetzt darf ich so als erste Frau das dann halt auch probieren. Und auch wenn ich dann Verbesserungsvorschläge habe, können wir sagen, wir das Prinzip fliegen jetzt so. Profipiloten fliegen das Gurtzeug und geben immer noch so einen Feinschliff für, wenn da noch was sein soll. Aber es ist schon sehr ausgereift eigentlich.
Für diese Weltmeisterschaft warst du jetzt? Hast du gesagt, seit März hast du eigentlich durchtrainiert.
Warst dann wahrscheinlich auch in typischer Weise in Organia und so, wo sich alle immer treffen und wo man dann den ganzen Tag fliegen kann am magischen Berg und sonst was. Ist ja jetzt auch eine gewisse Art von Lebenseinstellung. Aber wie verbindest du das mit einem normalen Leben? Weil irgendwo muss man ja auch Geld verdienen. Ich gehe mal davon aus, dass du als Agro, auch wenn inoffizielle Weltmeisterin bist, noch nicht von Agrofliegerei oder sowas letzten Endes leben kannst.
Einfach ist es auf jeden Fall nicht. Weil leider unsere Agro -Szene nicht so Aufmerksamkeit von den Medien bekommt. Wir sind ja gar nicht im Fußball hier. Aber ich glaube, es ist schon möglich. Man muss halt sparsam leben und ein bisschen kalkulieren, was braucht man. Ich meine, Organia ist ein Berg, der gibt einfach uns diese Bedingungen. Und da muss man gar nicht mal eine Gondelbahn benutzen. Und das ist ja eigentlich umsonst. Und man zahlt dort einfach ganz normal auch eine Miete, so wie wenn man jetzt zu Hause wäre. Also ich empfehle dann nicht, zwei Mieten zu zahlen. Also deswegen lebe ich auch gerade nirgendwo, also so richtig. Also ich bin schon jetzt hauptsächlich in Österreich, aber habe keinen festen Fundsitz, so richtig jetzt gerade.
Das heißt, du
hast eigentlich ein Nomadenleben.
Ja, richtig, genau.
Ein Flugnomadenleben so ungefähr. Ja. Wie fühlt sich das an?
Ja, das fühlt sich natürlich sehr frei an. Also ich habe dieses halbe Jahr, wo ich das jetzt wirklich auch so nomadenmäßig gemacht habe, das war super, super, super schön. Besser kann es gar nicht sein. Aber mir ist auch bewusst, dass das nicht immer so gehen kann. Weil man muss ja Geld auch verdienen. Oder man muss halt Sponsoren finden. Und ja, vielleicht öffnen sich jetzt Türen, aber ich weiß auch, dass ich dann weiter irgendwie Geld verdiene. Zum Beispiel mache ich das jetzt gerade mit Tandemfliegen auch.
Du hast früher ja auch dein Geld verdient. Das hast du vorhin schon angedeutet. Da hast du als Kellnerin auch gearbeitet. Und das wohl offenbar im gehobeneren Maße, wenn du sagst, da hättest du auch an einem Wettbewerb teilgenommen.
Ja. Ich
finde das jetzt mal einfach kurios. Was macht man bei einem Kellnerwettbewerb?
Ja, beim Kellnerwettbewerb, da werde ich zum Beispiel dir eine Gin -Tomaten -Suppe flambieren vor dir oder einen Fisch filetieren. Da muss man dann einen Tisch einsetzen. Einen Tisch eindecken. Also so einen runden Tisch, aber ganz präzise. Also da muss man sogar eine Schnur nehmen, dass man wirklich genau die Gabel dorthin legt, wo es sein muss. Und man muss auch an Spiriten... Ist das dann
drei Zentimeter oder drei Finger breit neben Tellerrand oder was gibt es da so für Regeln?
Genau, eine Postkarte zwischen dem Besteck und ein Finger breit unten am Tisch und ein Finger breit oben bei den Gläsern und so weiter. Und wieder Postkarten, Schlitz bei den Abständen der Gläser, genau. Ja, man muss auch sich mit dem Lebensmittel auskennen. Also man muss schon alles erkennen, was so zum Essen geht. Also auch exotische Dinge oder einheimische Dinge, die man vielleicht gar nicht mehr so kennt. Oder Spirituosen, also auch nur erriechen. Also dann muss man schon sagen, was das jetzt für ein Whisky ist. Also ich glaube nicht die Marke. Wir hatten schon einen Wodka dabei, der war speziell. Da musste man auch sagen, welcher spezielle. Aber genau, so war es halt alles. Und natürlich in kompletten Bedienung. Also für den Abend. Es kommt so ein richtiges Bankett, wo man dann Bedienung macht.
Also selbst die Laufrichtung um den Tisch war wichtig. Wie man das Brot einsetzt und wie man den Wein serviert und alles.
Muss man dafür auch trainieren?
Ja, da hatte ich sogar einen eigenen Trainer dann. Das war das Tolle.
Das, was du mit dem Akro nicht hast, hattest du beim Kellnern, dass dein Kellner, wie heißt der? Wie nennt sich so einer? Kellnertrainer? Ja,
genau. Also ich habe ein paar Wettbewerbe vorher gewinnen müssen. Als ich überhaupt zu dieser Bundesmeisterschaft gekommen bin. Und dann haben die mir so gesagt, ja, dann kriegt man ja einen eigenen Trainer. Ich glaube, das war so stark in meinem Hinterkopf, dass ich mich deswegen so angestrengt habe.
Und war der hart, so ein Trainer? Sagt der dann auch, hier steht er mit der Stoppuhr und sagt, du musst jetzt aber und da hast du zwei Millimeter.
Ja, der war schon nicht so, also der war schon ganz lieb, aber ja, der war schon streng. Also der hat schon eigentlich die ganzen Tipps und Tricks so beigebracht. Und auch ein bisschen, worauf es ankommt und so. Also der hat das ja selber auch schon mal durchgemacht. Das ist eigentlich das Lustige gewesen.
Wenn man da jetzt bei so einer Bundesmeisterschaft war, hast du die gewonnen?
Nein, habe ich nicht gewonnen, nein.
Warum nicht?
Weil ich, also ich glaube, weil ich nicht ganz an mich geglaubt habe, vielleicht.
Bist du da heute weiter?
Mit dem Fliegen hat mir das schon eine schöne Lektion erteilt. Also jetzt bei der Weltmeisterschaft war das für mich cool, weil ich da wirklich an mich geglaubt habe oder auch mal angefangen habe. Und genau das ist, was aus meinem Herz, also dieses Agrofliegen, das mag ich sehr gern.
Jetzt, wo du diesen Titel oder inoffiziellen Titel Agro -Weltmeisterin hast, merkst du da, dass Leute anders auf dich zugehen? Dich anders kontaktieren oder dass sich plötzlich irgendwelche Türen auch öffnen? Was auch immer, wohin sie führen müssen?
Ja, ich weiß jetzt zum Beispiel nicht, warum du auf mich zugekommen bist, aber es gratulieren mir viele Leute. Und ansonsten sind sie aber ganz normal, was ich auch gut finde. Also ich bin ja auch ganz normal, also es ist jetzt nichts passiert. Außer, dass ich ganz viel Spaß hatte jetzt an so einem Event.
Und ja, aber vielleicht, also ich habe schon jetzt so ein paar Angebote gekriegt, um vielleicht ein paar Projekte in der Zukunft zu machen. Da bin ich gespannt. So vielleicht so Werbeclip oder sowas. Das
heißt auch Projekte, mit denen du dann auch wieder Geld verdienen kannst. Also plötzlich können sich über etwas, wo du vier Monate erstmal nur Zeit investiert hast und dein gespartes Geld wahrscheinlich, weil du sagst, erstmal kriege ich da überhaupt nichts dafür zurück, dass ich jeden Tag in der Luft hänge, kommt dann irgendwann doch was zurück.
Ja genau, also das merke ich jetzt gerade. Also ich erwarte überhaupt nicht viel wegen der kleinen Szene, aber anscheinend im Moment kommt da was. Ich kann nur später dann erzählen, was da rausgekommen ist aus dem Ganzen.
Und wie ist das so, wenn man plötzlich kontaktiert wird und dann kommt einer und sagt, du, ich hätte Lust mit dir einen Werbeclip zu machen? Ist das so, dass man denkt, ich? So? Oder sagst du, hey, super!
Na, also ich bin da schon noch ganz, also ich bin ja eigentlich eher schüchtern und so.
Das hast du am Anfang auch gesagt, aber jetzt bist du schon gar nicht mehr so, du erzählst eigentlich ganz gut.
Ja. Ja, also ich freue mich einfach. Ja. Weil die dann Interesse an mir haben und ich versuche, freue mich, also ja, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es ist einfach, ich bin jetzt nicht so uga uga, ich mache jetzt einfach den Hengst hinein. Also ich mache da ganz bodenständig, glaube ich, einfach das mit und schaue, dass ich das am besten umsetze, was die wollen.
Willst du denn in diesem Agro -Bereich so weitermachen, dass du sagst, da will ich jetzt richtig Zeit investieren? Ja. Und auch noch mehr Meisterschaften pflegen. Jetzt habe ich eine schon mal, inoffiziell zumindest, in der Damenwertung gewonnen. Und da soll es jetzt weitergehen oder ist das so, dass du sagst, Weltmeisterschaft, die nächste ist wahrscheinlich erst in vier Jahren oder sowas. Dann mache ich mal drei Jahre wieder Geld verdienen und dann trainiere ich nochmal ein halbes Jahr und dann mache ich nochmal die nächste Weltmeisterschaft.
Ja, das wäre ja lustig, wenn das so einfach wäre. Also ich glaube, man muss schon was tun, dass man da mithält, weil ich glaube, dass die neue Generation, die da kommt, die kommt richtig stark. Und ich habe schon Lust, da nochmal mehr Trainingszeit zu investieren. Und auch mache ich jetzt noch ein bisschen die normalen Sachen, die jeder auch macht, also arbeiten gehen und so und schaue, wie es dann kommt. Also bis zum nächsten Sommer ist ja noch ein bisschen Zeit und da hat man dann auch noch ein paar Monate, wo ich trainieren kann.
So ein bisschen ist ja so wie so Work -Fly -Balance, den man da irgendwo finden muss. Jetzt hast du in der letzten Zeit sehr viel auf dieses Fly gesetzt. Mhm. Und nur Fly für dich. Du sagst, jetzt machst du auch Tandem -Fliegen. Okay, dann hast du Kundschaft, mit denen verdienst du auch was und dann fliegst du ja im Grunde für die. Wie ist das vom Fluggefühl? Ist das für dich ein großer Unterschied, ob du sagst, ich fliege jetzt Tandem mit anderen Leuten und ich fliege nur für mich? Und was gibt dir dieses Fliegen nur für dich? Was ziehst du da raus?
Also auch wenn ich Tandem fliege, ist das für mich mega wertvoll. Also ich gebe da ja auch mir was, nicht nur dem, der da mitfliegt. Also das auf jeden Fall irgendwie gleich, fast gleich wie selber fliegen. Nur wenn ich selber fliege, dann muss ich nicht so viel auch noch auf jemand anders achten und kann dann wirklich meinen ganzen Bedürfnissen freien Lauf lassen und so.
Und wenn du jetzt so für dich selber zum Fliegen gehst. Neulich, das habe ich bei dir gleich auf dem Instagram gelesen, da war eigentlich ein guter Flugtag. Du hättest auch Tandem fliegen können und dann bist du ins Stubaital gefahren und hast gesagt, nee, ich will lieber Agro trainieren. Ja.
Das ist
ja dann auch so eine Entscheidung, die du treffen musst. Okay, Geld oder Fun oder was auch immer, wie man das jetzt einteilen mag. Wonach entscheidest du das oder wonach hast du das da in dem Moment entschieden, dass du gesagt hast, nein, das muss jetzt sein, ich muss mal wieder irgendwie ein bisschen rotieren in der Luft?
Ja, das ist immer schon ein bisschen sehr ein großer Konflikt in mir drin, weil ich dann immer, das ist wirklich so, der eine Teil sagt, ich muss Geld verdienen und hier arbeiten und der andere Teil sagt, oh, ich muss für Agro fliegen. Und ich habe sogar an dem Tag, dass er irgendwie hingekriegt, alles beides zu managen. Also ich bin ins Stubaital gefahren, habe neun Flüge gemacht, habe fast den Retter schmeißen müssen. Genau, dann bin ich zurückgefahren, habe sogar noch einen Tandemflug gemacht und dann bin ich nochmal, am Nachmittag war hier so Soaring -Bedingungen, da habe ich noch vielleicht sieben oder acht Runs noch gemacht. Also kompletter Flugtag, super cool, da war ich mega glücklich.
Soaring -Bedingungen heißt hier, das ist jetzt am Achensee. Ja. Soaring -Bedingungen heißt am Achensee. Aber auch Run heißt, du fliegst, soarst irgendwie auf, machst was runter, landest halt nicht unten, sondern soarst dann wieder auf.
Genau, ja, das funktioniert hier am Achensee eigentlich ziemlich gut. Man muss halt ein bisschen schauen, wie stark das wird. Und man kann dann halt nicht mehr über Wasser fliegen, muss das halt über Land machen. Und da die Bahn hat halt dazu und zu, aber dann kann man da eigentlich bis zum sieben Uhr abends, kann man hier trainieren. Also vielleicht so ein kleines Organia hier im Sommer.
So gesehen auch eine gute Kombination, dass du sagst, okay, tagsüber Rationale. In normalen Zeiten gehe ich halt dann Tandem fliegen und dann fahre ich nochmal mit der letzten Bahn hoch, warte drauf, dass sich die guten Bedingungen einstellen und dann trainiere ich nochmal drei Stunden. Ja, das
wäre die Wunschvorstellung, aber so einfach ist das leider nicht. Also wenn ich dann Tandem geflogen bin und dann ins Büro wiederkomme, dann habe ich so Hunger und dann bin ich eigentlich schon so müde, dass ich das manchmal gar nicht schaffe, dann noch Agrofliegen zu gehen, weil dafür muss man ja eigentlich auch ein bisschen noch wach sein oder so Reserven haben. Genau.
Agrofliegen, Angst?
Ich habe, wenn ich neue Tricks probiere, habe ich schon öfter mal Angst. Also manche Phasen bin ich auch sehr ängstlich, muss ich zugeben. Also das kommt drauf auf mich selbst an, zum Beispiel, wo ich nach El Hierro geflogen bin. Ich habe echt das Schlimmste gedacht. Ich habe gedacht, ich werde auf dieser Insel sterben. El Hierro ist
eine Kanareninsel, wo viele Agro -Piloten auch immer gerne trainieren.
Genau. Also viele waren wir nicht. Wir waren vielleicht maximal zehn. Und das hat immer so rotiert. Aber das Gebiet ist halt sehr anspruchsvoll und oft sehr windig und es ist halt nicht sehr gut, um irgendwie die Rettung zu schmeißen. Oder kann halt auch hinter einen Berg geweht werden oder hinter die Insel im Prinzip und dann ziemlich stark ins Lee reinkommen und so. Also muss man immer sehr gut aufpassen. Da ist es eher so vielleicht zum alles verfeinern sehr gut, zum neue Tricks üben, nur für die Mutigen.
Weil unten Lavagestein ist, wo man dann richtig sich aufschlitzen kann. Weil das so scharf ist, oder?
Genau. Also es hört sich ja natürlich radikal an. Also wer ist eigentlich auch so? Aber ich habe jetzt da auch Retterabgänge von anderen gesehen und so schlimm war es dann doch nicht. Aber ich weiß nicht, ob es auch mit Glück zu tun hat.
Die Angst hattest du aber, bevor du auf die Insel geflogen bist. Ist die Angst bei dir dann sofort weg, wenn du in der Luft bist, dass du sagst, jetzt bin ich in meinem Element?
Ja, eigentlich kann man es so sagen. Die Angst ist mehr da, wenn ich irgendwie wieder zu viel über alles nachdenke. Und was ich denn müsste. Und wenn ich aber dann fliegen gehe, dann ist das irgendwie wieder weg. Dann kommt alles wieder natürlich.
Das heißt, du hast aber auch keine Angst vor dem Fliegen, sondern Angst vor den Zwängen des Lebens, sage ich mal. Wie kriege ich mein Geld her? Wo fühle ich mich wohl? Wo wohne ich eigentlich? Wo soll das hingehen? Und lauter so ein Zeug, oder?
Ja, genau. Eigentlich habe ich mehr Angst vor. Also ich habe größten Respekt, dass man sich natürlich auch verletzt beim Fliegen. Aber dafür versuche ich so vorsichtig wie möglich, also auch nicht zu vorsichtig, wie ich schon gesagt habe, aber genau, zu fliegen. Aber ja, mehr Existenzängste als das Fliegen.
Du hast ja auch eine Zwillingsschwester. Fliegt die auch?
Nein, leider nicht. Also ich meine, muss nicht leider sein, wenn sie das nicht möchte, braucht.
Hast du sie mal versucht zu überzeugen oder zu sagen, hey, mach doch auch?
Keiner von meiner Familie ist mit mir bis jetzt geflogen.
Dann eben auch nicht. Nein,
aber die sind halt immer weit weg. Meine Mama ist in Brasilien und meine Schwestern sind in Bonn oder Dortmund. Aber
eigentlich könntet ihr ja so die weiblichen Acro -Twins sein.
Ja, das habe ich auch mal gedacht, könnten dann so Synchro -Thema. Könnt ihr auch super
vermarkten eigentlich. Vielleicht musst du sie doch noch überzeugt bekommen.
Ja, ich glaube, sie hat da so andere Sachen, die sie gerne macht. Bis jetzt konnte ich sie noch nicht überzeugen. Das ist jetzt nicht ihr Element, glaube ich.
Dann ist sie in Bonn und hat dann Heim und sowas. Du bist die Nomadin. Häufig sagt man ja, Zwillinge ähneln sich eigentlich sehr stark. Nun scheint das jetzt wie so zwei Pole zu sein. Wie erklärst du das?
Ich weiß nicht. Also vielleicht zusammen sind wir dann das Ganze, weil wir sind ziemlich miteinander verbunden. Und wenn wir uns jetzt zusammentun würden, wäre vielleicht alles komplett, was man so machen möchte im Leben. Ich weiß es nicht.
Warst du als Kind auch immer die mutigere von euch zwei? Nein. Wenn man jetzt Alkoholfliegen als Mut bezeichnet?
Stimmt, ja. Ich war schon eher die, die so ein bisschen aufgeweckt und durch die Gegend. Bin sehr gerne immer überall raufgeklettert und war schon sehr mutig. Auch so im Dunkeln, irgendwie mitten in den Wald rein und so.
Siehst du es auch als Mut, dass du als Frau so alleine in die Welt rumziehst?
Ja, also klar muss man in manchen Gebieten vielleicht ein bisschen aufpassen. Aber ich glaube, egal. Mann oder Frau, man kann eigentlich ja machen, was man mag auf der Welt. Also es gibt zwar andere Ansichten von anderen Menschen, aber für mich ist das eigentlich alles gleich.
Ganz häufig sagen ja Männer, können das einfach irgendwie machen. Und bei den Frauen heißt es immer, ja, da kommt dann der Mann raus, der ein Beschützerinstinkt hat oder sonst was und sagt, die Frau alleine und sonst irgendwie. Aber du fährst dann ja wahrscheinlich nach Organia, fliegst du da hin oder fährst mit dem Auto dann alleine und sagst, dann suche ich mir hier ein Zimmerchen und organisiere mein Leben alles so für mich.
Ja. Das kann eine Frau genauso. Also da finde ich keinen großen Unterschied. Eigentlich sogar manchmal einfacher, wenn ich sagen muss. Man hat schon Vorteile als Frau irgendwie. Mit dem Charme
der Frau und dem, oh, da will man weiterhelfen und dann kriegst du das Zimmer, was der Mann nicht so leicht gekriegt hätte. Genau, ich habe eigentlich die
tollste Wohnung da irgendwie gekriegt von den ganzen da. Und die Leute helfen einem schon viel. Das finde ich irgendwie ziemlich nett. Also ich will gar nicht, dass so viel geholfen wird. Aber. Sehr hilfsbereit sind die.
Nun machst du, hast ja auch von der Geschichte gesagt, viel ist für dich alleine gemacht. Jetzt kommst du mehr so, habe ich zumindest so das Gefühl, mehr in dieser Akro -Szene drin an, dass du sagst, ich gehöre jetzt zu dieser Familie der Top -Akro -Piloten dazu. Wie groß ist diese Familie in etwa? Sind das diese 29 Leute, die bei der Weltmeisterschaft waren oder sind das noch, eigentlich ist die Akro -Szene die enge, die sich auch in Organia trifft, sind aber dann mindestens 60, die hätten teilnehmen können. Oder wie sieht das so aus?
Ja, also es sind schon mehr, die da, die Familie wäre eigentlich schon größer. Es ist halt schade, dass manche wegen irgendwelchen Papieren oder wegen Reisebestimmungen nicht kommen konnten. Sind glaube ich so zwischen 50 und 100, würde ich sagen, von diesen wirklich starken Piloten, ja.
Wie viele kennst du davon persönlich?
Im Prinzip, die mitgemacht haben bei der WM, sind alle von Organia rübergezogen. Also es war wie, hallo, wir sehen uns wieder von Organia. Rüber.
Hättet ihr einen Reisebus chartern können.
Und ich glaube nur zwei Piloten, der Norbert und der Thomas, die sind glaube ich noch so dazugekommen von Österreich und sonst.
Und alle anderen haben vorher in Organia trainiert. Alle waren
gleich in Organia. Das heißt, alle
sehen ja ständig und wissen auch, was kann der andere eigentlich, wie fliegt der, was macht der eigentlich für Runs, weil der trainiert hier schon so und kann man das so einschätzen.
Ja genau, das ist ziemlich spannend eigentlich, die analysieren sich da immer gegenseitig ziemlich stark.
Wie strategisch ist dann eigentlich so ein Wettbewerb? Also zumindest, wenn man an der Top -Top mitfliegen will, muss man wirklich mit einrechnen und sagen, ich weiß noch, der andere hat noch das Ass im Ärmel, der kann auch noch irgendwie den, was auch immer, Superstar Infinite Twisted oder sonst irgendwie was fliegen. Da muss ich noch mindestens ein so und so viel Punkte Figur fliegen, dass ich da noch gerade mithalten kann oder wie geht das?
Ich glaube, da gibt es so zwei Kategorien. Die einen, die machen einfach ihren Run, den sie sich schon... Ich glaube, die haben schon monatelang trainiert haben, so wie ich das auch von manchen Kollegen dann gehört habe, was, du hast noch immer deine Runs noch nicht? Ich saß dann so im Bus rauf auf den Berg und habe irgendwie noch nicht ganz gewusst, was ich jetzt gleich fliegen soll. Und bei den anderen, die denken schon, ah ja, der macht doch wahrscheinlich das. Auch ich selber wusste ein bisschen, was die anderen fliegen und habe überlegt, ah ja, ich müsste jetzt das und das alles noch fliegen, sonst habe ich keine Chance. Ja, es hat auch dann irgendwie geklappt.
Macht dir diese Form des Strategischen dann eigentlich Spaß? Oder ist es so etwas, wo du sagst, ah, das ist so eine Kopfarbeit, ich bin eigentlich die Gefühlsfliegerin. Dieser Teil des Wettbewerbs ist eigentlich gar nicht so meins.
Ja, das ist eigentlich der einzige Teil, wo man wirklich sagt, ja, wir sind ja hier auf einem Wettbewerb und nicht einfach auf einer Spaßveranstaltung, weil eigentlich hat sich das ja wirklich nach Spaß angefühlt alles. Und da muss man halt ein bisschen das mit reinbringen. Aber es ist so... Am Ende sage ich mir einfach ja, der, der am besten das geflogen ist, was er da fliegt, der gewinnt einfach. Aber das Strategische, finde ich, ist für mich nicht schlimm.
Und wenn man das jetzt so sieht, gibt es dann so Sachen, wo du sagst, okay, für meinen nächsten Wettbewerb sollte ich auf jeden Fall noch die und die und die Figur können. Und die muss ich jetzt trainieren, weil ich glaube, das ist mein nächster Schritt.
Ja, das ist, wenn ich jetzt zu einem nächsten Wettbewerb... Gehen würde, würde ich das so machen. Aber ich denke mir auch ein bisschen persönlich, ich will den Trick und den auch noch können, weil ich möchte jetzt die Jury damit begeistern, dass die sehen, dass ich da eigentlich noch mehr drauf habe.
Welchen Trick würdest du am liebsten jetzt noch können?
Den Joker.
Das war doch schon deine Lieblingsfigur.
Nein, Quark. Ah,
Quark. Dann erklär doch mal kurz, was ist der Joker? Der
Joker, ja, das ist, da macht man ein Tumbling zu Helikopter. Also nicht ein Looping, sondern ein Tumbling. Also man muss auch wieder in Spirale gehen und dann früh aber ein Tumbling reinziehen, dass man so ein bisschen seitlich bleibt, nicht zu hoch. Und dann, wenn der Fischer nach vorne schießen möchte, muss man den dann komplett stoppen. Der wird dann so fast unter dir stoppen und dann schmiert der so zur Seite links ab und dann dreht man den zum Helikopter.
Okay. Ich weiß nicht, ob die Leute jetzt folgen können und sich das vor dem geistigen Auge so vorstellen, was der jetzt macht. Es scheint auf jeden Fall kompliziert zu sein.
Ja, im Prinzip bremsen. Bremsen, bremsen, bremsen, bremsen, bremsen. So ungefähr. Gut.
Leute, jetzt wisst ihr, wie ihr einen Joker fliegen könnt. Vielleicht. Am besten vielleicht noch ein paar YouTube -Videos angucken, um erstmal zu wissen, wie das so funktioniert. Guckst du viele solche Videos? Also auch, dass du immer siehst, es gibt ja ganz viele, die dann, Theo de Blick zum Beispiel, irgendwie täglich postet er auf Instagram -Stories, neuste Filmchen und sein letzter Run und von dem anderen gefilmt und sonst irgendwie was wird immer weitergegeben. Guckst du sowas alles immer durch und sagst, ah, ich muss gucken. Was machen die anderen oder wie geht sowas oder bist du mehr so, nö, ich mache meinen Stiefel oder ich fliege halt meine Geschichten?
Ja, ich habe nicht so viele Videos schaue ich, aber ich versuche es immer mehr zu machen, weil ich habe gemerkt, dass das mega, mega hilft. Also desto mehr man Videos schaut, desto besser kann man da werden, den Manöver fliegen. Und wenn man die schaut, dann muss man sich eins auch dreimal anschauen am besten, weil dann muss man schauen, was der Schirm macht, was man mit den Händen macht und was man mit dem Körper macht. Und dann könnte man es selber ausprobieren eigentlich.
Hast du diese Videoserie von Paul Tackerts gesehen mit den ganzen Agro -Manövern oder das abonniert, dass du sagst, das gucke ich mir alles zehnmal an?
Ich habe es leider nicht abonniert, aber ich finde es mega cool, dass es das gibt und auch für die, die da anfangen, weil genau das kann man dann analysieren. Und also ich sehe das jetzt an der neuen Generation, wie schnell die überhaupt das lernen, weil die einfach das schon so vor serviert bekommen, also in Klammern. Man muss noch immer das Fliegen lernen können, aber man hat dann einen viel besseren Start einfach, um dann das zu machen, wenn man sich das visuell vorstellen kann. Du
sagst jetzt, hast du schon häufiger gesagt, neue Generation. Was definiert neu einfach jung oder einfach nur Leute, die jetzt neu mit dem Agro anfangen?
Ich würde sagen, also jung und aber auch eigentlich die, die gerade so neue Sachen mit einbringen. Da gibt es zum Beispiel einen, der heißt Hugo von Frankreich und der kann auch so.
Der hat sich einen Schirm genommen, hat fünf Zellen rausgeschnitten und den wieder zusammen gebastelt und wollte mit dem Schirm auf die Competition gehen.
Damit
war der zwei Quadratmeter kleiner, oder?
Ja, der war dann irgendwie so 13,8 oder so ganz klein, aber mit dem hat er echt super toll die Tricks gekonnt. Irgendwann leider kurz vor der Competition ist der dann doch nicht mehr so gut gegangen und dann hat er es doch nicht gemacht. Aber sowas, was der dann zum Beispiel... Einfach macht und die neuen Tricks, die versuchen ja jetzt noch immer weiter neue Tricks irgendwie zu entwickeln oder auszuprobieren. Da gibt es noch immer, gibt es ja noch Möglichkeiten.
Gibt es für dich so etwas wie dein Trick, wo es so heißt, keiner fliegt den so schön wie die Gabi oder das ist so ganz typisch, wenn du, egal mit welchem Schirm sie jetzt fliegen würde, jemand, der dich kennt, der dann sagt, das muss die Gabi sein.
Ja, also ich habe ja erst im April. Im April, das ist mein erster Stall Exit gemacht. Ich habe ja mega Angst davor gehabt vor diesem Schritt und dann habe ich...
Was heißt Stall Exit?
Also wenn man so Tumbling macht, also so wie so ein Salto macht und dann halt genau, wenn der Schirm unter einem drunter ist, muss man den halt rausbremsen, dass man nicht, dass man halt rauskommt aus dem Manöver, gerade wenn man tief ist. Und das ist natürlich super viel Überwindung und man darf es auch nicht in den falschen Zeitpunkt machen, weil sonst könnte man ja in den Schirm reinfallen. Genau. Und seit ich das gemacht habe, der erste Versuch war eh sofort zum Helikopter. Also ich habe gar nicht gestoppt und dann raus, sondern gestoppt und zum Helikopter schön gedreht. Und ich glaube, ich habe nur, seit ich das jetzt kann, sechsmal normal rausgestoppt und sonst immer zu Helikopter gedreht. Also alle kennen mich immer, wenn ich dann rausstoppe, ich drehe immer zu Helikopter. Aus Spaß.
Wie kommt man sonst aus den Tumblings raus, wenn du sagst, das habe ich mich da zum ersten Mal getraut? Wie bist du sonst? Das Tumbling konnte es ja. Dann wahrscheinlich schon.
Genau, dann lässt man sich einfach zur Seite rausfallen. Also man tut einfach den Körper einfach auf eine Seite und dann geht man in so einem Sat wieder runter. Antirhythmik nennt man das. Genau, das ist eigentlich die sicherste Art darin, wenn man es lernen will, aber man braucht natürlich Höhe dafür.
Und dieses Stall Exit, da musst du dich einfach nur sagen, jetzt traue ich mich einmal und jetzt ziehe ich jetzt durch.
Genau. Und
genau dann, wenn der Schirm unter mir ist, jetzt muss ich halt ordentlich ziehen und wenn ich nicht ordentlich ziehe, dann hänge ich sonst wo.
Im Prinzip ist es gar nicht so schwer. Es ist wirklich, man muss halt immer den Zeitpunkt das halt machen. Man darf nicht zu früh sein und natürlich nicht zu spät, weil sonst schießt es so sehr nach vorne. Also man braucht dafür vielleicht mentales Training. Und ich habe zum Beispiel, wenn das ein Tipp wäre, ich habe dann einfach die normalen Tumblings gemacht und dann immer an meinen Tragegurten, weil man kann sich ja eigentlich beim Tumbling, wenn man ja so rumtumbelt, einfach sich an die Tragegurte festhalten. Und dann habe ich immer meine Hände so bewegt, wenn ich stoppen würde. Einfach so. Oder halt so zur Seite gedrückt, ein bisschen leicht. Das macht auch nichts zu dem Schirm. Und dann wissen meine Arme schon, oh, der Reflex muss dann kommen. Und dann ging es ganz einfach.
Das heißt, so richtig Muscle Memory, die man vorher schon aufbaut und dann in dem Moment rufst du es ab.
Ja, genau.
Woher nimmst du diese mentale Stärke?
Ich wusste gar nicht, dass ich die habe.
Ja, offenbar doch, weil du sagst, ich ziehe den ersten Stall Exit und direkt in den Helikopter rein und sonst was. Da musst du ja schon in diesem Moment auch wirklich. So in dem Moment sein, dass das alles klappt und das hat ja auch, ich denke, schon mit mentaler Stärke zu tun, oder nicht? Ja, ich
weiß noch, wie das war. Ich bin mit dem Bus hochgefahren und die ganzen Jungs, die haben mich alle gepusht, dass ich jetzt mal den Stall Exit machen soll. Und wir haben so ein Video noch angeschaut und dann habe ich immer jetzt, jetzt, jetzt gesagt, also wann ich das hätte machen würden. Die meinten so, ja, du weißt doch, wann du rausstopfst. Mach das mal einfach. Und dann war ich so aufgeregt und bin ich raus. Und das war in Olodänis, da hat man ganz, ganz viel Höhe. Dann habe ich, glaube ich, zwei so Tumbles schon gemacht. Und habe dann aber nicht rausgestoppt. Und dann habe ich gedacht, oh nein, jetzt habe ich nur noch einen Versuch, weil dann ja die Höhe zu wenig war. Okay, noch einmal probieren. Und dann habe ich das gemacht und das ist dann der gute Versuch gewesen. Rausgestoppt zum Helikopter. Genau, und ich habe das so gemacht und dachte nur so, ach, das ist ja alles super einfach. Okay, let's go. Einfach weiter geflogen mit zum Helikopter und weitere Manöver.
Bei der WM hast du jetzt gesagt, da waren drei Frauen von 29 Teilnehmern oder insgesamt Teilnehmerinnen. Wenn du so in der Agro -Szene unterwegs bist, ist das so das typische Verhältnis von Männern zu Frauen? Definitiv, ja. Oder ist das sogar noch weniger Frauen im Verhältnis zu den Männern?
Weil ich halt die treffe, die dann auch wirklich Agro fliegen, treffe ich schon die Frauen. Also wir waren eigentlich auch beim Agro -Markt sechs Frauen. Aber ja, vom Verhältnis her ist jetzt ein Drittel schaffen wir, glaube ich, gar nicht. Also das sind schon sehr wenige Frauen. Die fliegen leider, also ich meine, die fliegen mehr, aber Agro -Fliegen sind vielleicht verstreut auf der Welt, ich weiß es nicht.
Wie könnte man das erreichen, dass mehr Frauen zum Agro -Fliegen kommen?
Dass die wissen, dass es möglich ist und nicht so schwer. Also man hört ja immer nur die schlimmen Storys meistens und deswegen vielleicht hat man dann zu sehr Angst. Aber ich glaube, das Schwierigste von diesem ganzen Agro -Fliegen ist die Zeit. Die man investieren muss, dass man dann gut wird. Und das hat ja dann wieder mit, wie lebe ich, wie kriege ich das hin, zu tun. Das war für mich jetzt die größte Schwierigkeit, ansonsten geht es schnell.
Was ich immer häufig mitkriege bei so einem, auch dem normalen Fliegen und Streckenfliegen, ist, dass Frauen von ihrer Grundeinstellung nicht so kompetitiv sind wie Männer. Und dann häufig auch, dann die Männer auch immer so einer komischen Rolle den Frauen gegenüber sind, dass sie entweder versuchen, sie ein bisschen zu pushen, aber nicht zu weit,
weil sie
eigentlich noch so die Beschützer sind und so etwas. Und dann gibt es ja jetzt so gerade in der letzten Zeit immer mehr auch Flugschulen, die zum Beispiel sagen, wir bieten spezielle Camps für Frauen an, was jetzt auch Streckenfliegen oder Sonstiges betrifft, weil Frauen mit Frauen fliegen wieder anders. Würdest du das beim Agro -Fliegen auch so sehen?
Ich würde sehen, dass dann mal eine andere Dynamik sein würde. Aber im Prinzip, ich glaube, hätten wir die Männer nicht, dann würden wir gar nicht so pushen können, weil die uns im Prinzip so ein bisschen den Weg, den Weg gezeigt haben, wie es geht und wir müssen einfach nur nachziehen.
Gibt es irgendein Manöver oder gibt es, anders gefragt, könntest du dir vorstellen, dass du irgendwann ein eigenes Manöver entwickelst, wo du sagst, das ist so wie mein Signature -Manöver und das ist meins, dem habe ich einen Namen gegeben?
Oh, ich weiß es nicht, glaube ich. Also, darüber habe ich nicht nachgedacht. Vielleicht kann ich irgendwas, vielleicht kann ich mal einen Rekord von irgendwas machen, aber ein eigenes Manöver, da muss ich erst mal nachdenken. Noch ein bisschen trainieren, noch mehr, weil ich das ganze Twisted muss ich ja dann auch noch im FF können, dass ich dann bereit bin für das ganz Neue.
Twisted heißt, man fliegt die Manöver im eingedrehten Zustand, also rückwärts.
Genau, man schaut dann den Schirm an, hat sich einmal so eingedreht und fliegt einfach die gleichen Manöver noch genauso, nur es sieht anders aus.
Hast du das schon gemacht oder trainierst du sowas schon oder hast du gesagt, nee, ich mache nun erst mal noch das Normale, das ist mir noch einen zu hoch. Na,
ich habe das schon angefangen, aber echt nur ganz, ganz wenig. Und wenn ich dann vielleicht mal wieder zum Trainieren komme, dann will ich das mal gerne probieren.
Ich habe jetzt so Stalls gemacht und halt so Stall und dann so satt gedreht und sowas, genau.
Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Ich habe keine Ahnung, mein Leben ist, das plane ich so spontan, ich weiß es gar nicht.
Okay, kürzer. Wo siehst du dich in fünf Monaten?
Ich weiß nicht mehr, was in fünf Monaten bei mir ist, aber ich hoffe, ich bin dann am Akrofliegen.
Dann ist Winter, dann müsstest du nach Chile irgendwo hinreisen oder wohin?
Genau, Chile oder El Hierro wieder. Das geht
auch im Winter gut dann, oder?
Genau, El Hierro funktioniert so von Januar bis April, eigentlich sogar auch schon vorher, aber manchmal ist es dann noch nicht so stark genug, dass man dann immer diese ganz vielen Rotationen machen kann. Chile ist weit weg, aber wäre noch eine Idee.
Warst du da schon mal?
Ja, da war ich schon mal, da war ich noch nicht, noch keine Acropilotin. Da war, also, so die Anfänge war ich da, genau.
Hast du bei, in der Acroszene, Vorbilder?
Ja, auf jeden Fall. Also, wenn ich jetzt auch beim Wettbewerb die Top Ten gesehen habe. Eigentlich ja sogar die Top 20. Also, ich habe mir nur gedacht, wow. Was die können noch auf dem Floß fast landen, uns so. Also da habe ich schon richtig einen Unterschied gesehen, was man noch eigentlich alles kann. Und da bin ich ja noch gar nicht so weit.
Glaubst du, du kommst da mal hin?
Wenn ich ganz fest trainiere, denke ich, ist es möglich, ja.
Wie viel muss man trainieren, um da hinzukommen?
Boah, das ist eine schwierige Frage. Ich weiß nicht, manches braucht lange, manches braucht nicht so viele Versuche. Aber ich glaube, die Kontinuität, oh mein Gott, ich kann es nicht sagen. Kontinuität? Kontinuität. Oh, ich kann es nicht sagen. Kurz im Portugiesisch. Also man muss schon sehr regelmäßig viel fliegen. Das bringt, glaube ich, viel Erfolg.
Regelmäßig viel fliegen, bei Agro heißt das eigentlich ständig trainieren. Und wahrscheinlich hat diese ganze Agro -Gemeinschaft dasselbe Problem wie du. Oder was heißt Problem? Ob man das als Problem sieht, ist ja immer eine andere Frage. Aber okay, ich muss mein Leben irgendwie bestreiten und gleichzeitig will ich fliegen gehen und muss ganz viel dafür trainieren. Und am Ende... Wenn ich jetzt nicht wirklich ganz oben am Top bin, werde ich kaum davon leben können. Wie gehen die anderen damit um? Oder ist das auch Thema manchmal in der Agro -Gemeinschaft, wo man darüber spricht? Oder ist das so ein Thema, wo sich jeder für sich selber durchwurschtelt?
Na, die Leute sprechen schon darüber. Und wir versuchen irgendwie so ein bisschen Projekte zu machen, wo man vielleicht so versucht, dass das in die Medien kommt vielleicht. Oder das vielleicht... Weil zum Beispiel die Sponsoren, die es jetzt gibt, die gibt es vielleicht nur für drei oder maximal fünf Leute in der ganzen Agro -Szene. Und vielleicht gibt es ja auch was Großes, was uns fördern kann. Ich weiß es nicht. Also es ist schwierig. Aber ich meine, wir machen ja eigentlich was mega Schönes. Und wenn man das so anschaut, also warum nur Fußball? Verstehe ich nicht.
Wenn jetzt Leute euch sehen, was kriegst du da so? An Kommentaren? Kriegst du auch ganz viel so, du bist ja irgendwo verrückt? Oder finden das die meisten Leute toll?
Ja, also ich weiß gar nicht, wer so zugeschaut hat. Also die finden das alle sehr... Also die finden das toll. Und die haben, glaube ich, keine Ahnung, wenn wir jetzt gerade eigentlich halb abstürzen oder so. Die denken immer so, wow. Genau. Also die finden das eigentlich immer ganz so wie eine Show eigentlich. Auch wenn man nur einen Dynamic -Full -Stoll macht, was eigentlich sehr einfach ist. Und sieht halt... Sieht spektakulär aus. Kommt manchmal besser an, als jetzt so ein Joker oder so.
Jetzt hast du gesagt, so ein Run dauert zwei Minuten. Genau. Für einen so einen Run, für die paar Figuren, die du da fliegst, vier bis sieben, trainierst du Monate. Ja. Wenn nicht gar Jahre.
Verrückt, ja.
Was ist der Antrieb zu sagen, hey, ich will diesen Joker und ich will den Infinity und ich will... Ich will das können. Dass ich da so viel Zeit investiere, wo du eigentlich sagst, für was ist das eigentlich gut?
Ich glaube, wenn man das mit der Competition vielleicht einfach nicht zu ernst nimmt, dann hat man die Motivation schon, weil es einfach so Spaß macht, das zu machen. Also klar, die Leute, die da mitmachen wollen, gerade die Top Ten, die wollen ja auch eigentlich ganz hoch kommen. Aber im Endeffekt sind die super glücklich in Organia und sind in anderen Orten am Trainieren und haben echt ein schönes Leben. Wir gehen ja auch da baden und kochen gemeinsam. Manchmal, so Abende sind es echt schön. Und manchmal hängen wir einfach da ab am Startplatz und machen eine Pause. Also es ist nicht die ganze Zeit so mega streng. Das
heißt, Agro ist jetzt nicht nur dieses Fliegerei, sondern im Grunde ist Agro ein Lifestyle.
Genau, ich glaube schon.
Und was fasziniert dich an diesem Lifestyle dann als Gesamtpaket?
Einfach die Menschen, die man da kennenlernt. Also es sind schon besondere Charaktere, muss ich sagen. Also es ist auch nicht nur eine Schiene von Charaktere, weil man könnte meinen, die haben alle ziemlich großes Ego, die das fliegen. Aber ist gar nicht so. Und es ist schon echt schön anzuschauen. Es gibt da einen, der hat in der Mine gearbeitet und fliegt mega krass. Das ist zum Beispiel der Igor, der ist aus Russland. Und der andere, der arbeitet ganz normal, macht Webpages und arbeitet wirklich. Fast den ganzen Winter normal und kommt dann wieder im Frühling, Sommer zum Trainieren und boom, macht den dritten Platz jetzt in der Weltmeisterschaft der Lug.
Das Lug der Welt. Genau. Wo würdest du dich da einordnen, wo du sagst, so, meine Besonderheit ist?
Ja, also für mich hat das erst dieses Jahr eigentlich richtig angefangen, dass ich so das geschnuppert habe, was die da eigentlich machen. Vorher habe ich schon ein bisschen, ich habe ja ein bisschen Agro, da fliege ich eigentlich erst Agro. Und da habe ich das immer nur so und so gemacht. Aber jetzt habe ich es einmal wirklich viel gemacht. Und jetzt merke ich, wow, das geht ja jetzt schnell und man kann da schon gut werden. Aber wie lange ich dafür brauche, das kommt auf die Stimmung und auf die Schwierigkeit der Manöver und auf alles Mögliche kommt es an.
Wovon träumst du?
Also ich fände es schon mal cool, wenn wenigstens eine Frau unter die Top Ten kommt. Das muss nicht mal ich sein, sondern vielleicht auch jemand anders. Und wenn ich es vielleicht auch anderen vielleicht mal zeigen kann, wie das funktioniert oder so erklären kann.
Als Agro -Lehrerin quasi.
Ja. Ein
Frauen -Agro -Kurs geleitet von Kabi Fonk. Das ist eine
große Challenge. Aber wer weiß. Das
ist doch eine schöne Aufgabe.
Oder wenigstens die mentale Vorbereitung oder so. Das ist schon auch sehr Gold wert. Ich
wollte jetzt gerade aufhören, aber jetzt schneidest du gerade ein interessantes Thema noch an. Mentale Vorbereitung. Was verstehst du für dich darunter? Wie machst du mentale Vorbereitung?
Ich versuche nicht zu gestresst zu sein. Also ich, klar, die Manöver habe ich mir schon vorher angeschaut. Ich überlege gleich, was ich mache. Ich ändere eh die ganze Zeit immer wieder meine Meinung, bevor ich dann den Trick anfange. Vielleicht kommt auch ein anderer Trick. Aber ich glaube, das Wichtigste ist, dass man ruhig bleibt.
Bleibst du denn ruhig? Fährst du ganz entspannt? Auf den Berg und sagst, super, jetzt kommt gleich der Run und haha, ich mache die und die vier Manöver? Oder ist das eigentlich top Anspannung, da hochzufahren?
Ja, es ist manchmal mega Anspannung und manchmal einfach super Vorfreude. Also das ist gar nicht, dass ich da irgendwie die ganze Zeit super gelassen bin. Aber irgendwie, wenn in dem Moment, wo ich dann anfange, das zu machen, dann ist wieder dieses im Moment sein und gar nicht mehr denken so.
Letzter Komplex, den ich gerade nur interessant finde. Du hast ja erzählt, du hast auch diesen Wettbewerb mit den Kellnern mitgemacht. Und da war so absolut akkurat und alles musste sowas sein. Gibt es denn Sachen, die du aus dieser Hotelfachfrau -Lehre oder ich glaube, du hast eine Lehre da gemacht.
Ja, genau.
Und dem vielen Üben da drin und auch so perfekt zu sein und Sonstiges und auch einen gewissen Mindset da mitzunehmen, dass du sagst, ich muss hier so genau. In bestimmten Formen funktionieren. Dass du davon was auf die Fliegerei mit überträgst oder sind das zwei konträre Welten eigentlich, die du für dich irgendwie getrennt hast?
Also da beim Wettbewerb speziell oder dieses Kellnern, weil man da so akkurat und genau ist mit allem?
Kann beides sein.
Okay.
Ich müsste gerade mal überlegen. Also beim Fliegen, finde ich, muss man ja auch mega genau sein, wenn du nicht in dem genauen Punkt, dass der abreißt oder das machst, dann machst du halt was anderes. Genau, das würde ich damit schon vergleichen. Aber beim Fliegen ist irgendwie noch mehr dieses Gefühl und noch mehr so stark. Also finde ich mehr mehr das Gefühl als der Kopf.
Das Kellnern ist vielmehr auch die Regel, die du einhalten musst und die Vorgabe. Genau. Und Fliegen ist die Freiheit.
Genau. Fliegen ist einfach dein Stil auch. Ganz so, wie du möchtest. Das machen eigentlich.
Ist das dann auch wie so Yin und Yang, was du in deinem Leben gesucht hast, dass du gesagt hast, hey, ich arbeite als Kellnerin, wo ich so eine dienende Funktion habe und nach Regeln und richtig da wahrscheinlich auch möglichst immer lächeln sollst und sonst irgendwie was und gewisse Freundlichkeit und vielleicht manchmal Fassade oder sowas abgeben und das andere, wo du sagst, hey, da kann ich einfach ich sein und muss mir keine Regeln von irgendwem anders, das unterwerfen.
Ja, das habe ich. Das ist beim Fliegen. Definitiv hat man das dann zu 100 Prozent. Also sein Autonomiebedürfnis ist, glaube ich, sehr gut gedeckt. Man selbst bestimmt, das machen kann, was man mag. Klar, natürlich ein paar Regeln muss man schon einhalten, sonst fliegt es gleich in den anderen rein, aber ja.
Und ist dieses Erleben der Freiheit, ist das was, was einen auch süchtig machen kann?
Ja, ich habe mich der Frage schon öfter gestellt. Ob es nicht vielleicht sogar eine Sucht ist und so. Gerade auch, es wäre echt mega interessant zu wissen, was eigentlich mit unserem Adrenalin so abgeht, also bei so einem Akropiloten, weil ich habe ja eigentlich, mein Adrenalin steigt ja eher bei ganz neuen Manövern, die ich probiere oder jetzt so wie beim Competition, da war ich echt, das war super hohes Adrenalin. Aber ansonsten kann ich schon entspannter da diese Tricks fliegen. Und ich habe aber auch gemerkt, dass ich nicht mehr so wie früher, manchmal, wenn ich eine Woche nicht mehr geflogen bin, dann bin ich schon echt unentspannt geworden und so. Das habe ich jetzt nicht mehr so stark. Also irgendwas hat sich geändert. Ich glaube, ich bin einfach zufriedener geworden mit beidem, also mit weiß nicht was, woher das kommt.
Das heißt, so viel Zeit, die du dem Fliegen im Grunde eingeräumt hast in deinem Leben, dann muss das Fliegen nicht mehr so an dir zergeln und sagen, hey, du musst. Ich
glaube, es war ein Bedürfnis von mir, ein starkes. Und das habe ich jetzt dem halben Jahr gewidmet. Und deswegen ist es jetzt wieder so ausgeglichen.
Spannend. Dann hoffe ich mal, dass es ausgeglichen weitergeht mit allen neuen Projekten, die jetzt vielleicht kommen und neuen Angeboten, die da reinkommen. Und wer weiß, Werbefilm und du fliegst irgendwie, wagerst an irgendwelchen Dünen vor irgendwelchen Edelautos und Sonstiges. Danke. Sicherlich spannend. Wünsche ich dir alles Gute.
Vielen Dank. Danke, dass ich hier mitmachen durfte und euch was erzählen durfte von mir.
Ja, super. Gerne.
Das war Folge Nummer 63 von Podz-Glidz mit der Agro -Pilotein Gabi Fonck im Gespräch mit Lucian Haas. In den Shownotes zu dieser Folge im Blog Lu-Glidz findest du noch einige weiterführende Links rund um das Thema Agrofliegen. Der Podcast Podz-Glidz ist Teil des Angebots des Gleitschirm -Blogs Lu-Glidz zu finden im Netz unter www.Lu-Glidz.blogspot.com. Lu-Glidz schreibt sich L U minus G L I D Z.
Hat dir diese Folge gefallen? Es gibt schon viele weitere interessante Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Du findest Podz-Glidz auf Lu-Glidz und Soundcloud sowie bekannten Audiokatalogen wie Spotify, iTunes, Google Podcasts etc. Du kannst Podz-Glidz auch gleich im Podcatcher deiner Wahl abonnieren. Podz-Glidz und Lu-Glidz sind übrigens völlig werbefrei. Dennoch muss ich meine Arbeit daran irgendwie finanzieren. Denn als freier Journalist lebe ich auch davon. Ich setze darauf, dass Hörer und Leser, die sich von mir gut informiert oder auch gut unterhalten fühlen, das auch irgendwie anerkennen wollen. Und zwar mit einmaligen oder wiederkehrenden Förderbeiträgen, ganz nach eigenem Ermessen. Anders gesagt, du darfst geben, so viel du willst.
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