Irgendwo hochzulaufen, einfach seine Flügel auszuspannen und loszufliegen, also diese Faszination finde ich immer noch, auch heute noch wirklich sensationell, also diese Freiheit findet man sonst nirgends, aber bei uns in den Alpen ist wirklich Start - und Landeplätze können wir wählen und das ist die grosse Freiheit für mich.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Stefan Zaug und ich bin Lucian Haas.
Was für die Surfer Hawaii ist, ist für Gleitschirmflieger das Berner Oberland. Vor allem, wenn es ums Hike and Fly geht. Es gibt so viele Berge, auf die man dort hinauflaufen und wieder herunterfliegen kann. Ein ideales Trainingsumfeld für die vielleicht schönste Form der Fliegerei, findet zumindest Stefan Zaug. Der 31 -jährige Schweizer hat im Hike and Fly seine grosse Leidenschaft gefunden. Fast täglich trainiert er dafür und das grosse Ziel, bei den verschiedensten Wettbewerben dieser Sportart teilzunehmen und wenn möglich unter die Top Ten zu kommen.
Seine Motivation und Ehrgeiz haben ihm bereits einen Platz im Team der X -Alps Academy eingebracht, einem Förderprogramm vom Hike and Fly Großmeister Kriegel Maurer und dem Sponsor Teamwork. Seit Anfang dieses Jahres ist er dort sogar zum Teamleader und Coach aufgestiegen. Wie er zum Fliegen und zum Hike and Fly kam, mit welchen Methoden er für diese Disziplin trainiert, welche schönen, spannenden und auch kritischen Momente er dabei schon erlebte, all das erzählt Stefan Zaug in dieser 84. Folge von Podz-Glidz. Wenn dir Podz-Glidz gefällt, du dich gut unterhalten fühlst und aus der Podcast -Folge vielleicht auch etwas lernst, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Das ist ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich.
Wie? Das erfährst du auf der Webseite meines Blogs Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern.
Stefan, ich habe mir deinen Instagram -Account angeguckt und da steht, ziemlich weit prominent oben, Life begins at the end of your comfort zone. Wo endet deine Komfortzone?
Ja, ich glaube, das ist relativ schwierig zu definieren. Also ich mag es einfach, wenn es ein bisschen auch sportlich zu und her geht, also generell auch körperlich, aber ich denke auch fliegerisch. Es ist cool, wenn man gefordert wird und nicht nur immer in seiner Komfortzone ist und den Puls auch immer in dieser Komfortzone hält. Also sicher im safen Bereich bleiben, aber trotzdem vorwärts gehen.
Wo würdest du denn generell so das Gleitschirmfliegen ansiedeln? Ist das größtenteils bei dir schon noch eine Komfortzone oder ist Fliegen eigentlich immer etwas, was über die Komfortzone hinausgeht?
Nein, das würde ich nicht sagen. Also es ist oft in der Komfortzone und man sollte auch sicher nicht zu weit darüber hinausgehen, aber trotzdem neue Sachen ausprobieren und sich stetig weiterentwickeln. Aber genau diese Steps auch klein halten, dass man besser sein kann und nicht irgendein Unfall passiert.
Wenn du jetzt mal dein Gleitschirmfliegen anguckst, was würdest du denn sagen, was ist noch eine Komfortzone beim Fliegen? Und wann gehst du da drüber? Also welche Teil des Gleitschirmfliegen wird zu sagen, ah jetzt bin ich jenseits dieser Komfortzone, aber jetzt beginnt das, wo ich mich lebendig fühle?
Ja, ich denke gerade im Wettkampf kommt man irgendwann an einen Punkt, wo man über diese Zone hinauskommt. Und dann muss man sich auch bewusst sein, kann ich das noch ändern? Also jetzt gerade 100 Prozent im Gas zu stehen und irgendwo ins Läd zu fliegen ist vielleicht nicht das Intelligenteste. Aber... Vielleicht hat etwas Neues auszuprobieren, wie in einen engen Raum aufzudrehen oder sich dort hochzukämpfen, wo man vorher gedacht hätte, das funktioniert eigentlich nicht. Ist dann schon cool, wenn es aufgeht. Also ich denke, irgendwo dort in dieser Region wird diese Grenze sein.
Erzähl mir mal das letzte Erlebnis, wo du für dich mitbekommen hast, so jetzt bin ich aber wirklich mal über meine Komfortzone hinausgegangen. Was war das?
Letztes Wochenende hatten wir das Jura -Hiking -Tour. Wir sind da 120 Kilometer durch den Jura geflogen. Es war ein super Tag. Also es war ein Hikenfly -Rennen. Und das Ziel war eigentlich, von einem Punkt aus zurück zur Hütte zu kommen, wo dann das Ziel war. Und diese Strecke war 120 Kilometer. Und leider habe ich einen Fehler gemacht. Nach etwa 50 Kilometern bin ich abgestanden und musste irgendwo hochlaufen. Und die, die den Jura kennen, wissen, die Startplatzmöglichkeiten sind erheblich. Also ein bisschen begrenzt. Und dann sind wir mit zwei anderen Piloten noch auf einer Delta -Rampe gestartet. Und das war oben den Schirm wirklich perfekt aufziehen und dann über diese steile Klippe raus.
Ich denke, es war kontrolliert, also es war alles sauber, aber es war der Puls etwas erhöht in diesem Moment.
Life begins at the end of your comfort zone. Hast du dich da besonders lebendig gefühlt?
Ich denke, das Gefühl danach war wirklich cool. Also muss ich schon sagen, ich habe mich schon lebendig gefühlt.
Wie ist das dann im Flug? Also schreist du dann die Freude auch in so einer Situation heraus? Also du startest von der Rampe und dann bricht es raus? Oder realisierst du das erst viel später, dass du dann sagst, am Ende des Rennens, wow, das war ja geil?
Ja, ich denke schon. Also ich bin nicht so der emotionale Typ. Ich zeige das nicht so direkt. Aber dann, wenn ich reflektiere oder vielleicht auch schon mal im Flug, ist dann halt der Puls erhöht oder ich bin dann konzentrierter am Weiterfliegen. Und dieses Gefühl mag ich sehr, ja.
Was bedeutet dir persönlich eigentlich das Gleitschirmfliegen?
Ja, es bedeutet mir sehr viel. Also es ist jetzt wirklich von einem Hobby zur wirklich grossen Leidenschaft geworden. Also das Gleitschirmfliegen kombiniert mit Sport, mit dem Hike & Fly, ist für mich wirklich die grösste Leidenschaft, die ich besitze.
Erzähl uns mal so ein bisschen von deinem Werdegang beim Gleitschirmfliegen. Wann und warum hast du damit überhaupt angefangen?
Wie viele bei uns ist über den Vater eigentlich dieser Wunsch entstanden. Und dann habe ich relativ früh mit der Schulung angefangen, also schon im jugendlichen Alter. Und dann mit 17 die Prüfung gehabt. Von Anfang an war es eine grosse Leidenschaft von mir, aber halt nicht so wie heute, weil da die Leichtschirme und so noch nicht so da waren. Also das Hike & Fly kam zu mir. Das fand ich da eigentlich nicht. Man ist halt irgendwo von der Bergbahn mal hochgelaufen oder so für einen anderen Startplatz. Aber wirklich vom Grund hoch war schwierig damals.
Bevor wir gleich mal noch intensiver über das Hike & Fly sprechen, ich würde gerne noch einen Schritt zurückspringen. Du hast gesagt, dein Vater hat dich dazu animiert. Ist er selber geflogen oder hat er einfach gesagt, hey mach doch mal, das wäre was für dich? Oder wie kam es dazu?
Nein, er ist wirklich selber geflogen. Hat auch die Lizenz. Ja, fliegt heute immer noch. Nicht mehr so viel wie ich, aber ist immer noch engagiert und hört gerne meine Storys. Und ist da immer noch interessiert in der Szene dabei, ja.
Und der hat dich, also bist du durch das Zugucken bei ihm dazu angeregt worden, zu sagen, das will ich auch? Oder hat er dich quasi aktiv dorthin geschoben und hat gesagt, hey komm doch mal mit, mach das doch auch. Wir könnten zusammen fliegen gehen oder sonst irgendwas?
Ja, es war wirklich so. Also ich denke, dass wir uns da ein Hobby zusammen ausgaben, was wir ausgesucht haben. Und dann auch eine Freundschaft, eine Leidenschaft zusammenzuteilen, hat uns auch enger zusammengeschweißt. Auch heute noch, ja.
Das heißt, du gehst auch heute mit deinem Vater noch häufiger fliegen?
Also es sind mehrere Abendabgleiter oder etwas in diese Richtung. Es sind nicht die großen Streckenflüge, die wir zusammen teilen, aber vielleicht laufen wir mal irgendwo hoch und fliegen dann gemütlich runter.
Ich meine, das sind jetzt Flüge, die wahrscheinlich nicht über deine Komfortzone hinausgehen. Sind das trotzdem besonders schöne Flüge, die du mit deinem Vater zusammen machen kannst?
Ja, ich schätze das schon sehr, ja. Also es ist wirklich, ich teile meine Leidenschaft auch gerne, also auch mit anderen Leuten. Und das ist dann schon schön, auch diese Strahlen zu sehen. Vielleicht, wenn es jetzt für mich nicht so anspruchsvoll war, aber trotzdem Zeit zusammen verbringen ist immer schön.
Du hast gesagt, mit 17 hast du deinen Schein gemacht. Heute bist du 31 und hast gesagt, am Anfang war das Hike and Fly noch nicht so Thema dabei eigentlich. Wann kam das denn eigentlich auf für dich? Ja,
das war etwa vor vier Jahren. Die Mutter meiner Freundin kam zu mir mit einem Zeitungsausschnitt und hat gezeigt, dass da bei uns in der Region ein Hike and Fly -Rennen stattfindet. Und ich habe bis dahin eigentlich im Leistungssport Hallenhockey gespielt. Also bei uns in der Schweiz heisst das Unihockey. Das ist relativ bekannt hier. Und ich war eigentlich sportlich unterwegs und fliegerisch einfach für so ausgleichsmässig. Und dann habe ich gedacht, doch, das klingt eigentlich noch cool. Und bin dort das erste Mal hingegangen. Eigentlich mit kleiner, grosser Erwartung oder auch mit grosser Vorbereitung. Ich hatte damals, das weiss ich noch, die Wanderstöcke meines Grossvaters. Also wirklich ganz rudimentär unterwegs.
Aber ich war da trotzdem irgendwo im Mittelfeld.
Hast du die überhaupt irgendwo im Gurtzeug untergebracht?
Ja, die waren wirklich zum Klappen. Also das ging schon. Aber sie hatten keinen Griff, sondern so einen Knopf oben. Also das war wirklich, ist eine lustige Geschichte.
Das heisst, aber diesen Wettbewerb hast du noch nicht besonders erfolgreich abgeschnitten?
Nein, ich war irgendwo im Mittelfeld. Und ich hatte wirklich, ich bin einfach mal mit denen mitgelaufen. Und ich habe es auch oben gemerkt. Ich bin irgendwie mit der Spitzengruppe unterwegs gewesen und war schon nach dem ersten Aufstieg völlig ausgepowert. Aber ja, auch das Material irgendwie. Ich glaube, doppelt so schwer, wie ich es heute habe. Aber ja, war sicher interessant.
Und dieser Wettbewerb hat dann den Grundstein gelegt, dass du gesagt hast, oh, davon will ich mehr?
Ja, genau. Also ich bin dann wirklich Fan geworden von dem und habe selber Projekte dann gemacht. Gar nicht mehr so gross auf wettkampfspezifische Sachen. Also ich war vom Emmental, wo ich aufgewachsen bin und jetzt noch wohne, bin ich 2018 mit dem Gleitschirm, bis ans Meer, also quer durch die Alpen eigentlich. Und ja, eigentlich so Hike and Fly mässig. Aber es war kein Stress oder so, nicht wettkampfmässig. Einfach, wenn es schönes Wetter war, ging ich weiter. Und meine Freundin hat mich damals begleitet. Und wenn es geregnet hat oder viel Wind hatte, dann sind wir dort geblieben. Und das war eine coole Erfahrung. Und dann kam das Step by Step immer wie mehr.
Wo drin liegt denn für dich die Faszination des Hike and Fly? Ja,
das ist eigentlich ganz einfach zu sagen. Also irgendwo hoch zu laufen, einfach seine Flügel auszuspannen und loszufliegen. Also diese Faszination finde ich immer noch, auch heute, noch wirklich sensationell. Also diese Freiheit findet man sonst nirgends. Wenn man im Segelfliegen oder sonstigen Aviatik -Sportarten schaut, ist einfach alles mit Regeln übersät. Und bei uns ist wirklich, wir haben noch sehr, sehr viele Freiheiten. Klar, die Lufträume und Wildschutzzonen. Müssen wir beachten. Aber bei uns in den Alpen ist wirklich Start - und Landeplätze können wir wählen. Und das ist die grosse Freiheit für mich.
Das heisst, du hast aber schon ein normales Leben. Du hast auch ein Berufsleben und sonst was. Aber deine Freizeit, da spielt Hike and Fly eine enorm wichtige Rolle.
Ja, genau. Also ich bin normal angestellt, aber habe einfach meinen Job auch so gewählt, dass ich in Thun arbeite und freie Arbeitszeiten habe. Und so kann ich auch an guten Tagen, kann ich mal um 6 Uhr beginnen und vielleicht um 10, 11 Uhr dann los. Und so eigentlich viel vom Tag dann noch draussen verbringen.
Wie häufig nutzt du noch Bergbahnen?
Ja, die Bergbahnen werden eigentlich nur benutzt, wenn wir ein Event hatten vorher oder halt wenn es mal am Abend später wurde oder irgendwie zum Akrofliegen oder so. Dann nehmen wir auch mal die Bergbahn. Aber normalerweise nicht. Meiden wir solche Gebiete halt, weil es auch cool ist, alleine unterwegs zu sein. Und dieser Menschentrubel ist nicht so meine Art.
Jetzt hast du gerade gesagt, Menschentrubel ist nicht deine Art. Aber du nimmst ja an Hike and Fly Wettbewerben teil, die ja auch relativ trubelig sind. Also hast du dann immer 50, 60, vielleicht auch mehr manchmal Leute, die wirklich daran teilnehmen, die dann da starten und zusammen loslaufen und sonst wie etwas. Was fasziniert dich eigentlich mehr? Dieses Hike and Fly, wo du für dich irgendwo hochlaufen kannst? Oder ist es wirklich auch der Wettbewerbscharakter, der dich reizt?
Ja, jetzt mit der Zeit ist der Wettbewerbsgedanke schon gekommen. Also ich bin jetzt eigentlich schon gezielt am Trainieren, viel besser zu werden an diesen Events. Aber ich denke, man wird auch gut, wenn man Freude an dem hat, was man trainiert. Und das habe ich. Also es ist ein Trainieren auf einen Wettkampf, aber trotzdem mit viel Freude verbunden.
Wie trainiert man eigentlich? Ja,
es hat verschiedene Aspekte. Wir haben das Körperliche, also Ausdauer. Wir haben das Fliegerische, XC -Fliege, Kompfliegen. Ich war jetzt auch gerade vor einer Woche am Newcomer Challenge. Ich habe schon diverse Kompfliegen gemacht. Aber einfach wirklich zu trainieren, schnell zu fliegen, ist das sehr gut bei uns in der Schweiz. Mit der Swissleague haben wir da die Möglichkeit, auch als Nicht -Enzo -Pilot oder so, ZCC -Schirmpilot da mitzufliegen. Und da die 60 Kilometer oder 100 Kilometer möglichst schnell abzufliegen. Und da lernt man extrem viel. Und auch die Sicherheitstrainings. Also es ist schon sehr vielfältig, denke ich.
Auch Groundhandling ist sehr wichtig, dass man die Schirme beherrscht. Also Start - und Landetechnik. Ja, also es ist eigentlich die komplette Palette deckt es ab.
Welcher Trainingsbereich vom Hike and Fly wird aus deiner Sicht eigentlich am meisten unterschätzt oder am meisten vernachlässigt?
Also ich denke einfach, wenn man nur fit ist, kommt man am wenigsten weit. Also ich denke, das Fliegen ist wichtiger als die Fitness. Wir hatten auch schon an Events Leute dabei, die sind extrem fit. Kommen vielleicht aus dem Langlaufsport oder ich weiss nicht, irgendwo wirklich, wo man halt schon die Grundvoraussetzungen hat, aber vielleicht noch nicht so lange fliegt. Und wenn man dort Fehlentscheidungen trifft und denkt, ich starte jetzt nicht, ich laufe einfach weiter und die guten Piloten starten dann dort, dann ist schnell der Rückstand zu einem Vorsprung ausgebaut. Ich denke, das Fliegen ist wichtiger als die körperliche Fitness, aber es zählt beides in den Modus.
Wie ging es dann mit deiner Hike and Fly Karriere weiter? Du hast jetzt diesen ersten Wettbewerb gemacht. Hast du seitdem dann halt jeden Wettbewerb mitgenommen, den du irgendwie kriegen konntest?
Ja, ich war dann das erste Mal an der Eiger Tour. Eigentlich relativ spaßeshalber. Auch mal zu schauen, wie das funktioniert, auch von Hütte zu Hütte zu gehen. Ich war auch viel in den Bergen sonst unterwegs, also Bergsteigen und mit den Skis. Und dann hat mich dieses Rennmuster eigentlich noch cool gedüngt. Also das ist eigentlich ein Abfliegen von Hütten, die Eiger Tour. Das heisst, man startet im Grindelwald und macht dann eine mehrtägige Tour durch die Alpen und besucht verschiedene Alphütten, also SHC -Hütten heissen die. Ja, da war ich wirklich nicht gut. Also da war ich irgendwie, ich weiss nicht, bei den behinderten Plätzen auf jeden Fall. Aber ich habe einfach das Abenteuer extrem genossen und einfach die Landschaft.
Und dann, ja, habe ich dann von dieser X -Alps Academy das erste Mal, gehört und habe mich dann aktiv gemeldet beim Trainer damals, ob ich da auch mitmachen kann. Und dann ist das eigentlich so gewachsen.
Die X -Alps Academy wurde ja von Gregil Maurer gegründet, beziehungsweise der führt sie ja heute noch und gibt dann dort sein Wissen weiter. Erzähl mal, worum geht es dabei eigentlich, beziehungsweise wie geht es dann dort eigentlich zu?
Also die X -Alps Academy wurde eigentlich 2018 von Gregil gegründet. Das war so der Initialschuss, weil die Swissleague, also unsere Liga, damals noch keine Hike -and -Fly -Liga gründen wollte. Sie haben da gemeint, ja, es ist eigentlich noch nicht nötig oder ist nicht nötig. Dann hat Gregil das selber in die Hand genommen und hat da mit Teamwork, dem Sponsor, eine Gruppe gebildet, wo eigentlich die Athleten gezielt fördert. Ja, dann ist das so entstanden und dann sind da zum Beispiel Patrick von Kennel oder auch Sepp Iniger, eigentlich bekannte Leute, sind dort am Anfang dabei gewesen und ich war noch nie so gut und bin auch noch nie so gut wie die jetzt, aber es war dann eine geschlossene Sache und die haben zusammen trainiert.
Dann irgendwann im 2020 haben sie eigentlich für die breite Masse die X -Alps Academy geöffnet. Also es gab dann dieses Pro -Team, wo immer noch die Pros dabei waren und dann das Race -Team, wo eigentlich für alle zugänglich war. Wo man einigermassen fliegen konnte und auch fit war. Also wenn man mal an einem Wettkampf teilgenommen hat und dann konnte man das halt zeigen, ja, ich habe das und das gemacht und dann war am Mittwoch immer Training im Berner Oberland, am Abend und ja, dann bin ich da dazu gekommen. Jeden
Mittwoch Training, was heisst das denn? Was macht
ihr dort? Also damals war es so, dass wir einfach viel Intervall gemacht haben, auch irgendwie mit den kleinen Gym. Irgendwo hoch und am Abend einfach noch runterfliegen zusammen. Einfach körperliches Training und fliegerisches Training. Da war dann vielleicht noch eine Aufgabe dabei, mit drei, viermal Top landen oder am Schluss noch einen Punkt treffen oder irgendwie spielerisch halt noch etwas zu machen.
Und wer legt so ein Training fest? Ist das einfach der Kriegel, der da sagt, heute machen wir das und das? Ja,
das Training ist eigentlich festgelegt durch den Teamleader. Also der Kriegel hat, am Anfang war es Vici, der da mitgemacht hat, also der erste Teamleader, er war auch an den X -Hubs dabei. Und die haben das eigentlich zusammen aufgebaut und dann kam Bernhard Zen, der eigentlich mein erster Trainer war. Also der ist jetzt der Trainer der Swissleague, Hike and Fly Liga. Und ja, ist eigentlich dieser Teamleader war verantwortlich für das Training dann zu führen, nicht Kriegel.
Okay, das heisst, der hat dann festgelegt, was ihr dann jeweils mittwochs macht?
Er war auch dabei und hat mit uns das zusammen gemacht, genau. Kriegel war auch viel dabei, aber das Training, das Programm kam eigentlich vom Teamleader.
Wie viel Input kommt dann noch von Kriegel bei sowas? Wenn du sagst, er ist auch ab und zu dabei?
Ja, ich denke, er ist sehr, sehr individuell am Fördern. Also man merkt es halt einfach beim Hochlaufen, ist er plötzlich bei dieser Person und dann wieder bei mir oder bei einer anderen Person. Und dann werden Sachen gezielt gefördert und das ist auch das Megacoole daran. Also es werden nicht, ja ich weiss nicht, einfach nur Sachen gezeigt, die vielleicht die Hälfte schon kann. Also man schaut dann wirklich, wo braucht dieser Athlet noch Hilfe?
Wenn du jetzt bei dir guckst, wo hat dir die X -Alps Akademie am meisten weitergeholfen?
Ja, ich denke einfach, es sind drei Punkte, die mich weitergebracht haben. Erstens ist es der Spass und die Kameradschaft. Also ich habe Leute kennengelernt, die das Gleiche lieben wie ich. Dann war es das Abenteuer generell, also etwas Neues zu probieren, weiterzukommen in diesem. Also ich habe so viele Startplätze und auch schwierige Startplätze kennengelernt und ich konnte das dann plötzlich auch handeln. Der dritte Punkt ist sicher das Lernen und Weiterkommen. Also dass man untereinander Sachen weitergibt, aber auch von den anderen profitieren kann. Du
hast gerade gesagt, beispielsweise schwierige Startsituationen, das konnte ich dann irgendwann auch handeln. Habt ihr das speziell auch trainiert? Und wie trainiert man sowas, dass man immer an, ja gerade bei Starts oder bei Landungen, halt wirklich an die extremeren Gelände dann herangeht?
Ja, wir trainieren halt viel im Winter solche Sachen. Also bei uns ist in der Lenk so ein bekannter Ort, wo eigentlich die Skipiste perfekt dafür ist. Also man kann mit der Bahn hochfahren. Und dann Toplandings die ganze Strecke nach unten üben. Und dann wieder auf der Piste oder neben der Piste respektive starten. Und wieder mit der Bahn hoch und so halt acht bis zehn Flüge pro Tag machen. Und dann kann man diese Speedlandings oder auch schwierigen Startsituationen mit Rückenwind und so einfach auch simulieren.
Das heisst, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ihr startet oben, landet aber auf dem Weg nach unten fünf, sechs, sieben, acht Mal ein. Genau. Richtig, ja. Und gibt es da festgelegte Punkte, wo es heisst, auf der Höhe müssen wir? Oder macht das jeder, wie er gerade will und sucht sich halt das steilere oder das flachere Stück aus? Oder gibt es da wirklich so quasi Ziellandetraining, wo du sagst, an der Stelle, da muss er auch dann ordentlich ausflirren?
Ja, wir haben es jetzt so gemacht, dass wir in Zweierteams unterwegs waren. Und dann ist immer abwechslungsweise ist einer reingelandet und der andere hat dann probiert, möglichst nahe beim anderen einzulanden.
Und das macht ihr im Winter, weil man halt im Schnee sich weniger wehtun kann, weil wenn man dann da irgendwo einbombt, dann ist noch viel Schnee da und dann federt das das ab.
Ja, genau. Also es ist wirklich ein markanter Unterschied, ob jetzt Schnee dort ist oder halt Wiese, wenn es mal nicht gut geht.
Wie gut bist du jetzt bei solchen Speedlandungen, wo man dann halt mit Beschleuniger anfliegt, um kurz vor dem Aufsetzen dann rauszugehen und dann eben diesen mehr Speed in Höhe umzusetzen, damit weicher aufzukommen?
Ja, ich bin sicher nicht so gut wie da die Profis von uns. Aber es funktioniert immer besser. Also ich habe zwischendurch komme ich noch ein bisschen hoch oder so, aber jetzt kann ich das auch besser handeln, dass man dann korrigieren kann während dem Anflug. Aber ich bin sicher noch in der Lernphase und noch überhaupt nicht so, dass ich jetzt bei einer extrem schwierigen Hütte oder so einlanden würde. Ich bin eher noch der Typ, der oben drüber fliegt und mal anschaut, was haben wir für Wind. Und dann die safe Variante wählt.
Würdest du denn sagen, dass gerade dieses Starten und Landen in diesen schwierigen Geländen, ist das so einer der wichtigsten Skills für einen Hike and Fly Pilot?
Ich denke nicht, dass es der wichtigste Skill ist, aber es ist einfach einer von vielen Punkten. Und wenn man das wirklich sehr gut beherrscht, kann man natürlich schon Zeit sparen.
Und wie häufig kommt es vor, dass Piloten sich selber überschätzen bei sowas?
Ja, leider zu viel. Also jetzt gerade, wie gesagt, Eiger Tour ist da einfach schwieriger, weil wir bei den Hütten einlanden. Und ja, es passieren leider viele Unfälle jedes Jahr. Also viele ist vielleicht übertrieben, aber es passieren Unfälle jedes Jahr. Und ich denke, es ist einfach schwieriger so zu landen, wenn dann wirklich thermisch aktiv ist. Also wenn wir sprechen von 11 bis 5 Uhr oder von 1 bis 5 Uhr. Bei einer Hütte, was wirklich, wirklich kachelt, dort zu landen, ist halt schon eine Herausforderung. Und es passiert ab und zu, dass dort Unfälle dann passieren.
Gäbe es denn Möglichkeiten, solche Wettbewerbe durchzuführen, wie sie sind, aber trotzdem irgendwie die mögliche Rate Unfallquote irgendwie zu senken?
Es ist schwierig. Also es gibt verschiedene Ansätze, wo das probiert wird. Auch wir diskutieren das in unserer Gruppe. Was könnte man machen? Aber man will ja erstens einen Wettkampf haben. Und man will ja auch ein Abenteuerrennen haben. Also bei uns in den Voralpen gibt es viele Rennen, die ohne Unfälle passieren. Aber ich denke jetzt gerade die Eiger Tour und auch das Vercofly in hochalpinen Gelände ist halt wirklich heikel. Und man muss wissen, was man da macht. Ich habe die Ansätze schon gehört, dass man von 1 bis 5 Uhr, dann über die Hütte fliegen darf und so den Punkt holen kann und nicht rein landen muss. Das wurde diskutiert. Was ich einen sehr interessanten Ansatz finde.
Also wenn man da nicht um jeden Preis einfach dort landen muss dann schlussendlich. Oder wenn einfach der Kreis, also die Boje sozusagen einfach grösser gesetzt wird, dass man auf einem Schneefeld oder so dann landen kann und so den Punkt holen kann. Ja, eigentlich. Also ich bin eher auf der safen Seite und sage mir halt dann, ich lande lieber 400 Meter neben der Hütte und gehe noch im Blumenkohl bis zur Hütte und starte dort wieder. Besser als mich zu verletzen, ja.
Hast du dich schon mal verletzt bei einem Wettbewerb?
Ja, das ist jetzt gerade lustig. Ich habe mich letztes Jahr bei der Eiger Tour verletzt. Aber es war bei einer Landung im offenen Gelände. Waren wir am Zurückfliegen eigentlich, die Runde am Zurückfliegen. Und dann war ich mit einem Freund zusammen an der Wolkenbasis und wir kamen einfach nicht über einen Pass. Und dann habe ich mich für die Landung entschieden dort. Und es war relativ, ich weiss nicht, es war etwa auf 2, 5 oder 3000 Meter. Bin dort reingelandet und es war halt wirklich so Mondlandschaft, also mit grossen Steinen. Und habe einen Zaun nicht gesehen und bin mit Speed eingeflogen, einen Stacheldraht.
Und bin dann aus dem Gas gestanden, als ich über diesen Stacheldraht komme und bin dann aufs Knie gefallen. Also ich konnte einfach den Sturz nicht mehr auf den Beinen halten und habe mir das Knie aufgeschlagen. Also das war eigentlich alles, aber ich bin dann auch noch weiter und die, die das kennen, Richtung Blümli -Saubhütte konnte ich noch aufsteigen, 1500 Höhenmeter oder so. Konnte ich noch laufen. Habe dann oben übernachtet. Und dann sind wir morgens um 6 Uhr wieder gestartet, los. Und ich habe schon gefühlt, ja, es ist ein bisschen geschwollen, das Knie. Und dann wollte ich beim Hinausfliegen in den Beschleuniger treten und merkte, dass ich mein Knie gar nicht mehr so beugen kann, dass ich zum Beschleuniger komme. Und dann wusste ich, ja, der Niesen wäre der nächste Punkt gewesen und wir sind unten im Tal gelandet.
Das ist nicht mehr möglich. Und dann bin ich direkt eigentlich ins Spital gegangen und hatte wirklich auch nur eine Prellung. Also es war nichts gebrochen oder so.
Das heißt, durch die Prellung war das Knie so geschwollen, dass du es nicht mehr wirklich bewegen konntest, oder?
Ja, genau. Es war natürlich auch nicht förderlich, dass ich auf dieser Höhe übernachtet habe. Also die Blümli -Saubhütte ist auch, ich weiß nicht genau, über 2500. Und dann ist halt für den Körper die Erholung auch nicht so gut.
Ich meine, sowas passiert dir dann auch wahrscheinlich im Wettkampf noch eher, als wenn man es normal fliegend macht. Was reizt dich so am Wettkampf, dass du sagst, dafür bin ich bereit, solche Risiken auch einzugehen? Du könntest ja auch einfach nur so schöne Biwaktrips machen oder Sonstiges.
Ja, aber ich glaube, genau das ist diese Komfortzone dann zu verlassen. Also ich denke einfach, mir passiert es selber beim Training noch relativ oft, dass ich dann sage, ja, ich habe jetzt genug, ist okay. Aber wenn ich dann an einem Wettkampf komme, und dann wirklich bis neun Uhr abends unterwegs bin und noch um sechs Uhr abends einen schönen Abgleiter habe und dann noch irgendwo hochpushe, das ist schon cool, ja. Das ist cool.
Das gibt dir dann einfach noch neue Energie oder was ist das?
Ja, genau. Also das Wettkampffieber ist dann schon da. Und man sieht halt auch auf dem Live -Tracking, ah, der hinter mir ist jetzt schon dort. Und ja, das ist halt dann das Wettkampffieber, das aufkommt.
Gibt es aus deiner Sicht noch andere Schattenseiten, des Hike and Fly, außer diesem möglichen Unfallrisiko?
Das ist noch schwierig zu sagen. Also Schattenseiten, ich denke, das Grösste ist schon das Unfallrisiko. Die anderen Sachen sind eigentlich für mich jetzt persönlich schöne Sachen, ja. Es kommt mir jetzt gerade nichts Schattenmässiges in den Sinn, weil es einfach so eine freie Sportart ist.
Kommen wir nochmal zur X -Alps Academy zurück. Seit Anfang des Jahres bist du dort offiziell, Organisator und Coach. Wie kam es dazu?
Ja, war relativ witzig eigentlich. Wir haben darüber diskutiert. In Fiesch war das, war die Rallye -Bog -Trophy. Das ist so ein kurzes Rennen von einigen Stunden nur. Also das geht wirklich hochpushen, dann mit kleinen Schirmen losfliegen, hochpushen, fliegen, hochpushen und ins Ziel. Und dann ist man irgendwie nach, glaube drei Stunden oder so waren wir im Ziel. Und dann war halt das Gesprächsthema jetzt diese neue Hikingfly -Liga und braucht es dann die X -Alps Academy noch? Und wir waren halt so eine eingeschworene Truppe in dieser Zeit. Also wir hatten da unsere eigene WhatsApp -Gruppe. Von diesem Race -Team waren damals, glaube ich, 60 oder 70 Leute dabei.
Und wir waren so 12, 13, die sich viel getroffen haben, um zusammen zu trainieren. Und das hat Krigl mitbekommen. Dass es das gibt. Und dann war er auch plötzlich in dieser Gruppe. Und hat auch rege mitdiskutiert und so. Und das war cool. Und dann haben wir dort übernachtet in Fiesch. Und waren dann am nächsten Tag, haben wir noch eine X -Alps Academy -Training gemacht. So Schwachwindthermik -Fliegen war das Thema. Wir hatten damals neun Meter Steigen. Also es war nicht unbedingt Schwachthermik -Fliegen, aber es war interessant. Und dann haben wir auch Toplandungen trainiert und so. Und dann sind wir unten gelandet. Und dann ist Krigl plötzlich zu mir gekommen und hat gesagt, du, Steffu, kommst du mit mir mit, mit dem Auto?
Und dann habe ich gesagt, ja, okay, gerne. Ich bin bei ihm eingestiegen. Und dann hat er gesagt, ja, er fände es cool, wenn ich das übernehmen könnte. Und haben wir dann die Rahmenbedingungen zusammen besprochen. Von der Fahrt eigentlich vom Wallis zurück ins Berner Oberland.
Und so hast du diesen Job bekommen.
Genau richtig, ja.
Du hast aber deinen anderen Job immer noch. Das ist jetzt quasi, ist das ein Ehrenamt, was du da machst? Oder wirst du dafür, kriegst du auch eine kleine Entlohnung?
Ich bekomme eine kleine Entlohnung für das, aber es ist halt einfach späsendeckend etwa, ja.
Sieht dein X -Alps -Training, was du jetzt als Coach machst, anders aus als das von deinem Coach davor?
Ja, wir haben jetzt unser Ziel ein bisschen anders gelegt. Also wir haben ja jetzt diese Hikingfly -Liga, die zum Beispiel das Mittwochtraining in unserer Region durchführt. Und wir gehen dort, wenn es geht. Also es gibt jetzt überall in der Schweiz, gibt es diese Regionleiter. Und die führen dann diese Trainings durch. Und das ist von der Swissleague organisiert. Und wir haben jetzt einfach so abgemacht, dass wir ein, zwei Wochenenden im Monat ein X -Alps Academy Training machen. Das heisst, wir treffen uns, machen etwas zusammen. Also meist ist es, wie gesagt, Abenteuer. Also wir probieren dann wirklich, etwas Spezielleres zu machen, also einfach nur zusammen zu hiken und zu fliegen.
Dann zu übernachten, also der Teamgedanke dahinter. Und am nächsten Tag geht es dann meistens gleich weiter. Oder probieren wir noch eine Soaring -Session einzubauen. Irgendwas so, dass es wirklich abwechslungsreich ist. Und ja, das sind halt zwei Wochenende normalerweise im Monat. Und probieren auch zusammen an die Wettkämpfe zu gehen.
Apropos Wettkämpfe und X -Alps Academy. Wenn ihr dort auftretet, merkt man dann, dass ihr in irgendeiner Weise einen Vorsprung gegenüber dem anderen habt?
Ich würde jetzt sagen, wir sind nicht diese Top -Top -Top -Piloten jetzt. Aber wir haben einen grossen Fortschritt gemacht. Also wir sehen es jetzt auch im X -Tech XContest zum Beispiel. Schauen geht, haben wir ein paar Piloten. Wir sind jetzt nicht mehr so viele. Wir sind noch etwa 15, die dabei sind in der X -Alps Academy. Wir haben ein paar Piloten, die dieses Jahr schon über 200er -Flüge gemacht haben und wirklich engagiert dabei sind. Und ich denke, wir haben viel Potenzial. Es ist jetzt so, dass wir am letzten Event waren wir von der X -Alps Academy vier in den Top Ten. Keiner hat es wirklich bis ganz nach vorne geschafft. Aber durch dieses Team werden wir alle besser. Also das merkt man schon.
Wie verhaltet ihr euch als Team dann im Wettbewerb selber? Also siehst du dann plötzlich die anderen als Konkurrenten, mit denen du normalerweise immer freundlich trainierst? Oder macht man dann quasi auch beim Wettbewerb selber, hilft man sich da auch noch weiter und es bildet dann so eine kleine Untergruppe?
Wir haben eigentlich vor dem Wettkampf immer am Donnerstag, wenn es jetzt am Freitag losgeht zum Beispiel, haben wir noch ein Online -Meeting, wo wir zusammen die Strecke durchgehen, das Wetter anschauen, wie könnte es welchen Tag aussehen. Können auch am Abend dann während dem Wettkampf noch zusammen telefonieren, und das gibt es schon oft, also dass wir zusammen unterwegs sind, auch während dem Rennen, weil halt das Niveau relativ ähnlich ist bei uns, denke ich mal. Und jetzt speziell bei mir habe ich einen sehr guten Freund, mit dem ich praktisch jedes Rennen, sagen wir manchmal, ja jetzt trennen wir uns, soll jeder mal selber schauen, und zwei Stunden später fliegen wir wieder Flügel an Flügel zusammen weiter. Und ich denke, der Konkurrenzgedanke ist bei uns noch nicht so gross, weil wir wirklich nicht in den Top 3 normalerweise uns bewegen.
Möchtest du gerne in diese Top 3 aufsteigen, oder ist das dir gar nicht so wichtig, sondern einfach nur zu sagen, ich habe diesen Spass am Wettbewerb, aber letzten Endes, die Platzierung ist zweitrangig?
Ich habe immer so das Ziel, eigentlich in den Top 10 zu sein, weil letztes Jahr war es eigentlich Top 10, und dieses Jahr habe ich mir Top 5 bei den Wettkämpfen gesagt, und ich probiere das zu verfolgen, und ich denke noch gar nicht so weit, dass ich mal vielleicht ganz mal zuoberst stehen werde, oder so, ich probiere mich einfach zu verbessern und Step by Step zu nehmen.
Das heisst aber, wenn man jetzt X -Alps Academy da teilnimmt oder sowas, es ist nicht grundlegend, dass jeder sagt, ich möchte irgendwann mal zu den Red Bull X -Alps selber auch dort hinkommen?
Nein, das ist nicht Voraussetzung, aber wenn jemand das will, sind wir dafür da, diese Person auch zu fördern und auch mit Kriegel zu schauen, was braucht es, dass er mal dorthin kommt.
Würdest du selbst gerne mal in den X
-Alps teilnehmen? Dieses Jahr mache ich jetzt am Dolomiti Superfly mit, und ich denke, das ist so der nächste Step, und ich möchte das zuerst mal ausprobieren, für dann wirklich zu sagen, will ich das, oder möchte ich das nicht, noch weiter zu gehen.
Ich meine, Dolomiti Superfly ist ein bisschen kleinere Strecke, aber trotzdem von den Ansprüchen in vielen Punkten ja schon relativ ähnlich. Wie hältst du es dann damit mit Training, wenn man so die Red Bull X -Alps -Athleten sich anschaut? Die machen das ja schon, zumindest die, die vorne stehen, das sind ja fast alle in der Regel Profiathleten, die dann zumindest im Vorfeld einer X -Alps im Grunde Fulltime darauf hinarbeiten und sowas. Wie viel Zeit steckst du dann in so eine Vorbereitung von so einem Dolomiti Superfly?
Ja, jetzt spezifisch nur auf das trainiere ich eigentlich nicht. Wir haben einfach eine Saisonplanung gemacht. Also bei uns ist es jetzt auch professionell, professioneller geworden durch die Swissleague, Hikingfly, also wir konnten unsere Körper auch ausmessen lassen an einem Sporttest in einer Sportklinik und dann auch wirklich Pulsfrequenz und so anschauen, wo ist es gut zu trainieren, wo kann ich mich verbessern. Und ich denke, bei mir ist so das körperliche Training ist ja vielleicht fünfmal pro Woche, zwei Stunden ist etwa so normal. Wirklich zwei Stunden
pro Tag, das ist ja schon eine ganze Menge.
Ja, also wir haben hier natürlich auch die Infrastruktur. Also wenn ich Feierabend machen kann, bin ich zehn Minuten später am Berg und kann dort mein Training machen und das ist eigentlich, ja, es ist auch mega cool. Ich kann in die Gruppe schreiben, ist jemand dabei oder wir haben unsere fixen Tage, wo wir zusammen trainieren. Und gerade für so Intervall und solche Sachen ist es schon cool, wenn man das in der Gruppe machen kann, weil man da viel mehr pushen kann, als wenn man alleine geht. Ja, es macht einfach sehr viel Spass immer noch.
Wenn man sich so die Red Bull X -Alps anguckt, dann kam von Anfang an, nächstes Jahr ist das das 20. Jahr, wo die Red Bull X -Alps stattfinden und alle Sieger kamen immer aus der Schweiz. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Ich denke sicherlich, wie gesagt, die Berge hier sind genial für das. Also gerade das Berner Oberland ist sehr prädestiniert für diese Art von Sport. Aber gleichzeitig auch ist es die grosse Leidenschaft. Also es ist wirklich krass, wie viele Leute hier fliegen. Und es gibt auch sehr, sehr viele gute Piloten. Also ich bin wirklich auch jedes Mal erstaunt, wenn man so in einen Swiss Cup oder so geht, dann sind da wirklich 100 sehr, sehr gute Piloten dabei. Also das ist schon krass. Und wenn dann jemand von diesen sich für Hikingfly entscheidet, dann wird er innerhalb von 10 Jahren, 2, 3 Jahren wird diese Person fit und fliegt schon sehr, sehr gut.
Und dann ist der Step halt viel kleiner als jemand vielleicht, ich weiss nicht, von Spanien oder so, der hat die Förderung nie so hart wie hier.
Wenn du jetzt guckst, Leute, die jetzt in Hikingfly einsteigen wollen, also die jetzt sagen, ich bin jetzt ein angehender Hikingfly -Pilot, was würdest du mir als angehenden Hikingfly -Piloten auf den Weg mitgeben wollen? Ich
denke, man muss sich einfach realistische Ziele setzen. Also Step by Step weiterkommen. Wirklich sich kleine Ziele setzen. Man muss nicht direkt am ersten Tag 2000 Höhenmeter machen und dann noch glauben, ich muss jetzt noch einen 100 -Kilometer -Flug machen. Einfach wirklich vielleicht mal den Hausberg, den man schon kennt, wo man vielleicht mit der Bahn hochgefahren ist vorher oder mit dem Auto, kann man auch mal hochlaufen und dann mal fliegen. Und einfach mal das Gefühl dafür zu bekommen. Weil es ist wirklich anders, wenn ich irgendwo hochlaufe, ausgepumpt bin und dann noch fliege. Also ist es sicher gut, am Anfang die Region bereits zu kennen und zu wissen, wie fliege ich die Lande wollte etc.
Und dann einfach Step by Step weitergehen, vielleicht mal etwas Größeres machen, etwas Längeres und sich dann an diese Sportart herantasten. Aber immer auch mit dem Auge, was mache ich, wenn Plan A nicht funktioniert. Also wenn ich zum Beispiel in ein Tal einfliege und das jetzt nicht funktioniert mit der Höhe machen, dass ich immer einen Plan B habe, wo kann ich safe landen.
Und wie früh würdest du empfehlen, sollte man mit möglichen Wettbewerben da anfangen oder sollte man das vielleicht sogar relativ spät erst machen, um zu sagen, erstmal für sich selber die Skills halt sammeln?
Ja, erst die Skills sammeln, allein ist sicher gut. Oder in einer Freundesgruppe. Macht sicher Sinn, aber man kann dann schon mit, ich würde jetzt nicht gerade, also bei uns ist es auch nicht möglich, aber zum Beispiel mit einer Eigentour dann beginnen. Es gibt bei uns jetzt drei verschiedene Klassen von Wettkämpfen. Das sind diese C-, B - und A -Wettkämpfe. Und es ist jetzt gerade am Entstehen, aber die Idee besteht, dass wenn man einen A -Wettkampf zum Beispiel, also das ist jetzt ein schwieriger wie Eigentour -Werkhoflei oder so, mitmachen möchte, muss man vorher einen C -Wettkampf und einen B -Wettkampf zum Beispiel gemacht haben. Die Regeln genau kenne ich nicht, aber es ist da etwas am Entstehen, dass man sich da langsam herantastet und nicht gerade mit der Königsdisziplin beginnen kann.
Das hieße, ein einfacher Wettbewerb wäre einer, der dich nicht schon zwangsläufig verpflichtet, du musst irgendwo oben bei einer Hütte einlanden, sondern da geht es halt wirklich um irgendwo gemütlich hochlaufen und dann, oder was ist gemütlich? Also natürlich wahrscheinlich auf Zeit irgendwo hochzulaufen, aber wo du dann keinen hohen Anspruch an Start - und Landebereiche dann so hast und das steigert sich dann entsprechend.
Genau, richtig. Also ein C -Wettkampf ist jetzt zum Beispiel bei uns in den Voralpen, da kann man ohne Probleme starten und auch landen, praktisch überall. Also es gibt sehr viele Startplätze und unten sind dann riesige Wiesen, wo es kein Problem ist zu landen. Und so ist es sicher im selben Rahmen, ja.
Welchen Rat oder welchen Tipp hättest du gerne selbst schon früher einmal in deiner Pilotenkarriere bekommen?
Ein Rat?
Ja, wenn du so zurückguckst an das, was du auch an Lernkurve durchgemacht hast, gibt es vielleicht etwas, wo du sagst, oh, das hätte ich schon gerne viel früher erfahren?
Jetzt gerade beim Streckenfliegen gibt es sicher ein paar Sachen, die langsam kommen, wo man denkt, ja, das hätte ich auch früher erfahren können. Also gerade so Wolkenflug, also Wolken anzuschauen und zu wissen, wo ist die Thermik, also generell Thermik, Hotspots, solche Sachen. Aber das kommt, glaube ich, einfach mit der Zeit. Und ich glaube, ich habe mich da relativ gut herangetastet. Ich war mit 23, ist mein Vater verurteilt, mit dem Gleitschirm, und ich war da dabei. Und das war so ein rechter Dämpfer damals. Aber ich glaube, das hat es auch gebraucht für mich damals, dass das wirklich nicht ausgeartet ist.
Ja, vielleicht ein bisschen kompliziert gesagt, aber ich denke einfach, dass man wirklich Schritt bei Schritt weitergehen soll und nicht zu früh zu schwierige Sachen machen sollte. Und das habe ich eigentlich auch gemacht.
Bei dem Unfall von deinem Vater, da hast du gesagt, du warst dabei. Das heisst, ihr wart beide am Fliegen und er ist dann verunfallt.
Genau, ja, er ist eigentlich in den Hand geknallt und hat sich den Rücken gebrochen. Und wir waren da wirklich lange mit dem Hubschrauber. An der Rettungsreaktion war ich auch dabei. Also ich habe da gesichert und geschaut und gemacht. Und das hat mich dann schon geprägt. Also auch für die heutige Zeit, dass ich einfach auch gesehen habe, es geht relativ schnell und die Welt sieht anders aus. Aber ihm geht es zum Glück heute wieder gut. Also es ist da nichts Bleibendes, was er für Verletzungen hatte, geblieben zum Glück.
Hattest du aus der Zeit so etwas wie ein kleines Trauma oder so etwas, wo du gemerkt hast, ich bin danach anders geflogen als vorher, also bevor du diesen Unfall beobachtet hast und dabei warst?
Ja, also ich bin eine Zeit lang nicht mehr viel geflogen, praktisch nichts mehr. Und das hat mir schon ein bisschen einen Knick gegeben. Und irgendwann ist dann die Leidenschaft oder das Verlangen nach dem Fliegen wieder da. Dann hat man wieder angefangen und es kam wieder immer mehr.
Wie bist du da rausgekommen oder war das einfach nur die Zeit, halt alle Wunden und irgendwann hast du gesagt, das ist jetzt so weit zurück. Jetzt hat das andere wieder überwogen.
Ja, ich denke durch Analysieren. Man kann dann schauen, was ist falsch gelaufen. Ich habe auch viel mit ihm geschaut. Ich habe viel mit ihm gesprochen. Und ich finde, so ein Unfall ist immer etwas Tragisches. Aber wenn man dann sehen kann, was ist falsch gelaufen, dann kann man daraus lernen. Und ich glaube, ich versuche auch solche Unfälle dann zu analysieren und zu schauen, dass mir so etwas nicht passiert.
Und was ist damals falsch gelaufen?
Ja, sehr wahrscheinlich so, wie es aussieht, ist auf der rechten Innenseite ein Strömungsabriss geschehen, also durch zu grosses Anbremsen und dann einen Baum gestreift und den Stabilo eingehängt. Und wenn er den Stabilo einhängt, dann räumt es halt den ganzen Schirm weg. Und
dann hat es ihn einfach gegen den Hang geschleudert.
Genau richtig, ja.
Lass uns zum Abschluss lieber noch dann trotzdem auf etwas Schönes gucken. Was hast du als wirklich schöne Hike -and -Fly -Erlebnisse bei dir abgespeichert?
Ja, es sind unzählige schöne Sachen. Also ich kann wirklich, ich bin relativ fleissig auf Instagram unterwegs und da kann man ja sein Archiv durchschauen, was man so gepostet hat mit den Storys. Und wenn ich da zurückschaue vor zwei, drei Jahren, wo das begonnen hat, ist eigentlich praktisch jedes Wochenende ist irgendetwas Cooles passiert. Sind wir, ich weiss nicht, mit den Skiern irgendwo hoch eine super Abfahrt gemacht und dann wurde der Schnee schlecht und wir haben unsere kleinen Schirme ausgepackt und sind runter geflogen. Und ja, es gibt unzählige Sachen. Also auch mit der X -Ups Academy irgendwo übernachten und am nächsten Tag auf einen sehr hohen Berg hoch und am Sonnenaufgang rausfliegen. Also wirklich, das ist genial.
Das ist dann das, wo du auch wieder sagst, da fühlst du deine Lebendigkeit.
Genau, ja, richtig.
Wo du dann aus deiner Komfortzone dann auch herauskommst. Mhm. Stefan, vielen Dank für das schöne Erzählen. Sehr gerne. Ich wünsche dir viel Erfolg, vor allem beim Dolomiti Fly. Dolomiti Superfly heißt das, glaube ich. Das ist ja dann der nächste wirklich große Wettbewerb, der für dich ansteht. Davor, nimmst du auch noch an der Eiger -Tour teil in diesem Jahr wieder? Genau, richtig, ja. Ja, dann verletz dich nicht bei der Eiger -Tour, damit du bei dem Dolomiti Superfly auch wirklich dann teilnehmen kannst. Ist mein Ziel, genau. Super. Dann danke dir fürs Erzählen und alles Gute.
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