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86. Bir-Koenig - Philipp Zellner

// Philipp Zellner, Lucian Haas · 2022-07-08 · 01:08:37 · original episode

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[show notes]
Philipp Zellner reist jedes Jahr in den Himalaya. Im indischen Bir sorgt er mit Rekordflügen und Biwak-Abenteuern für Aufsehen. +++ Bir Billing ist so etwas wie das Bassano Indiens. Ein Fluggebiet, in dem man vor allem in der Periode Oktober-November fast täglich auf Strecke gehen kann. Entweder reitet man dann die vorderste Kette des südlichen Traufs des Himalayas ab. Das gilt als anfängertauglich. Oder man wagt den Sprung ins Hinterland. Dort wird es wild. Mächtige Berge, tiefe Schluchten, kräftige Talwinde, böse Leefallen, himmelwärts jagende Thermiken und imposante Aussichten. Philipp Zellner, ein Tandem- und Acro-Pilot aus Österreich, kam vor acht Jahren zum ersten Mal nach Bir. Seither verbringt er dort alljährlich mehrere Monate. Bei den Locals hat der 32-jährige mittlerweile den Status einer lebenden Fliegerlegende. Wo er hinkommt, fällt immer wieder ein bewunderndes Wort: record-holder! In puncto Streckenfliegen ist Philipp so etwas wie der ungekrönte König von Bir. Im Mai 2022 schraubte er den Startplatzrekord auf 270 Kilometer. Nur einen Tag später flog er ein FAI-Rekorddreieck über 222 Kilometer und am Folgetag auch noch die weiteste Strecke ab Bir mit einem Tandem. Noch bemerkenswerter ist allerdings ein solo Biwak-Flug über 1300 Kilometer, bei dem er erst in mehreren Etappen Nepal durchkreuzte, um schließlich weiter bis Bir zu fliegen. Von all dem und noch mehr erzählt Philipp Zellner in dieser 86. Folge von Podz-Glidz. Unter anderem geht es um Kung-Fu-Thermiken, die Herausforderungen des Streckenfliegens im Himalaya, die Kunst des Top-Landens im Nirgendwo, sein Umgang mit dem Risiko, hilfreiche Acro-Skills; und wie es sich anfühlt, nach irren Freiheitsmomenten wieder zum alltäglichen Tandem-Business in Tirol zurückzukehren. +++ Wenn Dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit – als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst Du auf der Website meines Blogs Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite „Fördern“. Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Namaster Trip | Künstler: Ofshane No Copyright Audio Library Hören & Download: https://www.youtube.com/watch?v=WTEIrFBQQCU

[transcript]

0:09Philipp Zellner

Ja, dann bin ich da über den Schaltzerpass rübergekupft mit über 5.000 und dann habe ich so gesehen, wenn ich jetzt nach Pyr zurückkomme, das ist mehr oder weniger ein Ableiter, dann mache ich 241, das weiß ich noch ganz genau und dann habe ich gesagt, so, 260 glaube ich ist der Rekord, okay, dann haben wir noch ein bisschen was drauf und da habe ich noch ein bisschen ausgeholt und zufällig habe ich den Rekord dann gemacht.

0:48Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:51Philipp Zellner

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

0:54Lucian Haas

Heute mit Philipp Zellner. Und ich bin Lucian Haas.

1:02Lucian Haas

Bierbilling ist so etwas wie das Bassano Indiens. Ein Fluggebiet, in dem man vor allem in der Periode Oktober, November fast täglich auf Strecke gehen kann. Entweder reitet man dann die vorderste Kette des südlichen Traufs des Himalayas ab, das gilt als anfängertauglich, oder man wagt den Sprung ins Hinterland. Dort wird es wild. Mächtige Berge, tiefe Schluchten, kräftige Talwinde, böse Leefallen, himmelwärts jagende Thermiken und imposante Aussichten. Philipp Zellner, ein Tandem - und Agropilot aus Österreich, kam vor acht Jahren zum ersten Mal nach Bier. Seither verbringt er dort alljährlich mehrere Monate. Bei den Locals hat der 32 -Jährige mittlerweile den Status einer lebenden Fliegerlegende.

1:49Lucian Haas

Wo er hinkommt, fällt immer wieder ein bewunderndes Wort. Rekordholder. In puncto Streckenfliegen ist Philipp so etwas wie der ungekrönte König von Bier. Im Mai 2022 schraubte er den Startplatzrekord auf 270 Kilometer. Nur einen Tag später flog er ein FAI -Rekorddreieck über 222 Kilometer und am Folgetag auch noch die weiteste Strecke ab Bier mit einem Tandem. Noch bemerkenswerter ist allerdings ein Solo -Biwak -Flug über 1300 Kilometer, bei dem er erst in mehreren Etappen Nepal durchkreuzte, um schließlich weiter bis Bier zu fliegen. Von all dem und noch mehr erzählt Philipp Zellner in dieser 86. Folge von Podz-Glidz.

2:34Lucian Haas

Unter anderem geht es um Kung -Fu -Thermiken, die Herausforderungen des Streckenfliegens im Himalaya, die Kunst des Top -Landens im Nirgendwo, sein Umgang mit dem Risiko, hilfreiche Agro -Skills und, wie es sich anfühlt, nach irren Freiheitsmomenten wieder zum alltäglichen Tandem -Business in Tirol zurückzukehren.

2:56Lucian Haas

Wenn dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Blogs Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern.

3:13Lucian Haas

Philipp, bei einem deiner Streckenflüge, die du im Frühjahr in Nepal gemacht hast, ich glaube das war der 5. März, das war etwas östlich von Kathmandu und da hast du einen kurzen Kommentar danach im XContest hinterlassen. Da steht Paragliding -Kung -Fu. Was steckt dahinter? Paragliding -Kung -Fu. Ja,

3:36Philipp Zellner

das ist halt, wenn man irgendwo fliegt, wo ziemlich turbulente Luft ist.

3:41Philipp Zellner

Und ja, da muss man halt dann oft bremsen und freigeben, bremsen und freigeben, dass man halt den Schirm schön stabilisiert und alles. Und ja, da schmeißt es halt schon ganz gut rum und das sage ich so mehr Paragliding -Kung -Fu, wenn es so puh, puh, puh, puh. Ja, ist ganz

3:59Lucian Haas

lustig. Hast du denn selber schon mal das echte Kung -Fu gemacht oder ist das nur von der Bewegung her, dass du sagst, dass du so fliegen wie Kung -Fu -Panda?

4:08Philipp Zellner

Ja, früher habe ich schon mal das gemacht, aber ja, es ist so mehr wie ein Kung -Fu -Panda.

4:15Philipp Zellner

Ja, wenn es so turbulent ist, dann kommt das ab und zu vor. Ich glaube, das kennt ja jeder so, was viel beim Fliegen ist. Und das ist für dich dann auch, so ein Flug, dann auch ein Kampf? Ja, mehr oder weniger, wenn es dann richtig gut rauf geht und dann wieder richtig gut runter, dann rauf, runter, hin und her. Und ja, das ist schon mehr so, wenn wir schon durchhalten können, sagen wir mal so.

4:37Lucian Haas

Durchhalten. Kannst du denn sowas dann trotzdem noch genießen oder kommt der Genuss erst, wenn du dann abends im Zelt da irgendwo liegst?

4:43Philipp Zellner

Nein, der Genuss ist eigentlich immer da. Auch natürlich, wenn es bockig ist oder so. Aber ja, mir macht das schon Spaß auch. Ich sage, ich mag gar nicht, wenn alles zu leicht ist. Man soll ein bisschen Herausforderungen haben, sage ich mal.

4:58Lucian Haas

Wie kann man bockige Bedingungen zum Spaß für sich machen?

5:03Philipp Zellner

Ja, indem man gemütliche Musik bei sich hat.

5:08Philipp Zellner

Das heißt, du

5:09Lucian Haas

hörst im Flug, hörst du Musik?

5:10Philipp Zellner

Ja, genau. Ich habe Speakers dabei und die trage ich auch mit mir immer. Und ja, beim Fliegen ist das ab und zu entspannend, muss ich sagen.

5:19Lucian Haas

Jetzt nur von der Vorstellung her. Du bist da jetzt irgendwo mitten im Hinterland vom Himalaya, irgendwo in Nepal unterwegs. Hast jetzt Musik drauf und was für Musik ist das dann?

5:30Philipp Zellner

Ja, mehr entspannende Musik.

5:34Philipp Zellner

Aber ist das

5:34Lucian Haas

dann so asiatisches? Ja, genau.

5:37Philipp Zellner

So ein bisschen asiatisch auch. So Remix ist das. Das ist ganz fein. Je nachdem, in welcher Situation. Ab und zu, wenn ich ein bisschen Motivation brauche, dann tue ich ein bisschen schneller in die Musik rein. Also das ist so, wenn man so kurz vorkommt.

5:54Lucian Haas

Den Flug, dieser Kung -Fu -Panda -Flug, sag ich mal, ist Teil einer sicher, ich sag mal nicht nur in meinen Augen, außergewöhnlichen Biwak -Flugabenteuers, was du da gemacht hast. Wenn ich das richtig verfolgt habe, dann bist du insgesamt so rund 1300 Kilometer quer durch Nepal und dann hinterher noch bis nach Indien und bis nach Biodan geflogen. War das in dieser Form als Abenteuer von dir so geplant?

6:19Philipp Zellner

Ja, eigentlich nicht wirklich. Also ich bin einfach zufälligerweise wegen der Corona -Situation bin ich nicht nach Hause gereist, wo ich in Indien war, sondern dann weiter nach Nepal, weil es da einfach wegen der Visasituation einfacher war. Und dann habe ich mir gedacht, so ein Kollege hat mir auch noch geschrieben, dass der auch nach Nepal kommt und die wollen da nach Kathmandu runterfliegen. Und dann habe ich gesagt, ja, das will ich auch gerne machen. Wir sind da eigentlich alle zugleich gestartet. Da waren nur zwei andere Oste -Reuer, der Pierre und der Harry. Und ja, die sind aber leider ein bisschen längsamer gewesen. Und dann habe ich gesagt, okay, ich fliege einfach weiter, weil ich nicht ganz gewusst habe, ob sie schon kommen, weil ich kein Funkgerät und nichts habe. Jetzt haben wir da keinen Kontakt haben können.

7:07Philipp Zellner

Und dann haben wir einen Platz ausgemacht, ungefähr 60 Kilometer vom Pokhara. Und dann war ich aber gut in der Zeit und dann habe ich gesagt, ich fliege jetzt weiter, weil ich weiß jetzt nicht, ob die kommen. Und dahinter hat es schon ausgeschaut, wie das Gewicht direkt daherkommt. Und ja, dann bin ich einfach Richtung Osten runtergeflogen und habe mir gedacht, so die ersten Tage, ich tue einfach als Probe, schauen, wie es mir wieder gefällt. Weil ich tue auch das eigentlich schon öfter, das Biwak -Fliegen. Aber es ist halt, man braucht immer so ein bisschen Zeit, bis man wieder reinkommt. Und dann hat mir das gleich so gut gefallen, dass ich gesagt habe, okay, ich fliege einfach weiter.

7:39Lucian Haas

Aber das war jetzt quasi der erste Flug. Ihr wolltet eigentlich zusammenfliegen und beim ersten Flug hast du gemerkt, ach, die sind zu langsam. Ich bin viel schneller unterwegs. Dann düse ich einfach los.

7:48Philipp Zellner

Ja, genau. Ja, ich bin auch das schon relativ viel gewohnt, weil ich in Indien jetzt immer oder oft alleine biwakieren tue. Also ich habe, wenn ich alleine am Berg bin, habe ich eigentlich kein Problem damit. Ich fühle mich da ganz wohl.

8:02Lucian Haas

Das heißt, ihr wart auch zu dritt, aber jeder hatte im Grunde die Ausrüstung mit, die er braucht, um selber gewissermaßen dort überleben zu können, übernachten zu können und sonst was alles.

8:11Philipp Zellner

Ja, die anderen zwei Kollegen haben ein Zelt zusammen gehabt. Deswegen, ich habe immer meine eigene Ausrüstung, weil ich weiß, wie es ist, wenn du Biwak fliegen gehst mit zwei, drei Leuten. Und das ist meistens, ja, du landest nicht am selben Platz. Und da mag ich halt einfach gerne, dass einfach ich meine ganzen Sachen dabei habe und, wie sagt man, dann unabhängig bin. Das ist halt das Coole.

8:36Lucian Haas

Wenn man sich jetzt deine Flüge dort anguckt, du hast die alle beim XContest hochgeladen. Ja, genau. Wenn man die sich anguckt, dann sieht man, du fliegst, landest wieder. Ich meine, das ist das Übliche, was man beim Biwak wahrscheinlich anstrebt. Du landest irgendwo oben am Berg, aber am nächsten Tag startest du im Grunde genau an derselben Stelle wieder raus. Ja, das ist … Wie macht man das? Ich meine, das ist ja so der Wunschtraum wahrscheinlich von jedem. Aber man sieht, das machst du quasi jeden Tag hintereinander. Wie kriegt man das hin?

9:04Philipp Zellner

Ja, ich habe halt so eine Methode, dass ich sage, ab vier Uhr schaue ich, dass ich einen Schlafplatz finde, wo ich dann wieder früh auf der Ostseite raus starten kann. Dass ich allerspätestens um 11 Uhr wieder starten kann. Und durch das hast du noch von vier, fünf, je nachdem wie hoch du bist, kannst du ab und zu bis sechs fliegen oder so. Aber für das hast du eben noch Zeit, dass du einen Platz findest. Und ich sage immer, lieber lande ich irgendwo auf der Ostseite oder beziehungsweise wo ich dann wieder am nächsten Tag auf der Ostseite weg starten kann. Und muss halt nichts gehen dafür, oder? Dass man lieber, ich fliege zehn Kilometer weniger, bin aber am Berg oben wie am Tal unten irgendwo und da musst du mit 30 Kilo Gepäck irgendwo raufhiken. Das ist halt sehr mühsam und nicht gut für den Rücken.

9:52Philipp Zellner

So, ich mache die gemütliche Variante. Das heißt, du hast 30

9:56Lucian Haas

Kilo Gepäck dabei.

9:58Philipp Zellner

So im Schnitt,

9:59Lucian Haas

ja. Aber bist du dann gar nichts gelaufen dabei? Oder musstest du wirklich doch mal irgendwo 1.000 Meter aufsteigen oder so?

10:06Philipp Zellner

Nein, ich bin einmal 100 Meter rauf gelaufen, weil da oben einfach der schönere Startplatz war.

10:12Lucian Haas

100 Meter?

10:14Philipp Zellner

Ja, 100 Höhenmeter.

10:15Lucian Haas

Übertreib doch nicht. Da hättest

10:18Philipp Zellner

du noch nach unten starten können. Ja, hätte ich auch, aber ich habe mir gedacht, das ist einfach eine bessere Ausgangssituation.

10:24Lucian Haas

Das heißt, 1.300 Kilometer Biwak -Streckenflug mit 100 Meter Zustieg einmal, so ungefähr.

10:32Lucian Haas

Allein das ist wahrscheinlich schon ein Rekord, oder?

10:36Philipp Zellner

Ja, das kann sein. Ich sage immer, Biwak -Fliegen für die faulen Leute.

10:42Lucian Haas

Wenn du gerade gesagt hast, 30 Kilo, was hast du denn da so als Ausrüstung dabei? Gerade wenn man so weit abgelegen irgendwo im Himalaya unterwegs ist, wo man sich wahrscheinlich nicht jederzeit irgendwo mal wieder versorgen kann.

10:54Philipp Zellner

Ja, natürlich habe ich mindestens einmal eine Woche lang zum Essen dabei. Je nachdem, was ich geplant habe. Teilweise habe ich zwei Wochen zum Essen dabei gehabt. So als

11:05Lucian Haas

Trockenzeug, alles in Ordnung? Ja, unterschiedlich. Oder

11:09Philipp Zellner

was hast du da mit? Also da bin ich recht, ja, ich esse ziemlich alles. Und ab und zu habe ich sogar Peanut Butter mitgenommen und Äpfel. Und ich lasse mir halt nichts abgehen. Oder so fertige Reisgerichte, Metall. Und das gibt es ja auch alles zum Kaufen. Oder Couscous. Oder viele Nussen habe ich. Nussen habe ich auch immer viel dabei. Also alles durch die Bank. Also ich esse gerne. Und ich finde es halt einfach gut, wenn man ein bisschen Abwechslung hat. Und nicht immer das Gleiche. Und so Suppen mit Couscous. Ein bisschen andere Suppen jeden Tag oder so. Was ich noch habe, ist so tibetisches Zampa heißt das. Das ist, weißt du, in den Betten die Schafshirten dabei haben. Das ist so ein Pulver. Ich mache es meistens dann im Tee.

11:55Philipp Zellner

Und dann ist das ein gutes Frühstück. Und das hat eine gute Power und alles. Und ja, Zampa. Das mag ich ganz gerne. Also was ist das?

12:01Lucian Haas

Ist das wie so eine Art Müsli am Ende? Oder eher ein Brei?

12:06Philipp Zellner

Genau, es ist eher so ein Brei, wo einfach Getreide gemahlen ist. Und das tust du dann im Wasser, warm im Wasser auflösen. Du kannst es im Kalten auch. Aber natürlich ist es feiner, wenn du etwas Warmes zum Essen hast. Speziell in der Früh. Und dann habe ich da ein paar Nüsse dazu. Und ja. Ja, Müsli habe ich auch dabei gehabt. Recht viel. Ich habe immer recht viel dabei.

12:29Lucian Haas

Also du startest da mit 30 Kilo am Anfang, weil du so viel Nahrung mit dabei hast. Wie viel davon macht dann wirklich quasi das Essen erstmal aus?

12:38Philipp Zellner

Ja, das sind sicher einige Kilos das Essen. So ganz genau kann ich es nicht sagen, weil ich nicht alles abwege. Bei mir ist das, ja. Ich mache das halt so, wie es mir vorkommt. Und so wie ich Platz habe. Solange ich Platz habe, stapfe ich noch rein.

12:54Lucian Haas

Und dann geht es weiter. Du hast wahrscheinlich ein Zelt dabei. Oder ist das einfach so ein Tarp, was du hast?

12:59Lucian Haas

Ja,

12:59Philipp Zellner

zwei -Mann -Zelt. Auch wenn es regnet oder sowas. Dass ich meine längeren Tage aushalten kann. Und dass ich natürlich meinen Schirm, mein Baby nicht mehr reinlegen kann.

13:11Philipp Zellner

Ja. Was habe ich denn noch? 6 Liter Wasser habe ich immer dabei. 6 Liter? Ja, 6 Liter. Und dann einen Wasserfilter habe ich noch dabei. Einen Kocher. Natürlich, dass ich mir immer schön etwas machen kann. Speziell an den kalten Abenden. Dann mache ich mir einen Tee und dann mache ich es in eine Plastikflasche rein. Und dann ist es so wie eine Warmflasche. Das ist auch ganz super. Und die

13:38Lucian Haas

tust du

13:38Philipp Zellner

dann auch in deinen Schlafsack? Ja, genau. Das ist wie eine Warmflasche. Wenn ich jetzt weiß, ich schlafe jetzt hoch oben, dann bereite ich mir das meistens am Abend schon vor. Das sind so Vorbereitungen. Lieber zu warm als zu kalt.

13:53Lucian Haas

Deckst du dich auch mit deinem Schirm zu? So klassisch noch als zusätzliche Isolation über dir drüber? Das brauche

13:59Philipp Zellner

ich nicht. In Wirklichkeit brauche ich es nicht, weil ich einfach eine super Ausrüstung habe. Meine Schlafmatratze geht jetzt zum Beispiel bis minus 17 Grad. Der Schlafsack geht auch bis minus 10. Also ich muss sagen, alles was ich unter 3000 geschlafen habe, habe ich eigentlich schon mehr schwitzen angefangen, als wenn mir zu kalt war.

14:21Lucian Haas

Und was war auf dem Trip so, weil du gesagt hast unter 3000, was war für dich das Höchste, wo du mal übernachtet hast?

14:28Philipp Zellner

Ich sage so 4000. Vielleicht rund 4000, hätte ich jetzt ungefähr gesagt.

14:35Philipp Zellner

Meistens ist es so 3500, 4000, sowas. Ich habe immer geschaut, dass ich nicht unter 3000 lande.

14:42Lucian Haas

Aber immer so hoch zu übernachten, das ist ja schon ziemlich hoch. Also das ist ja auch für den Körper von der Erholung dann quasi schon nicht im optimalen Bereich, sage ich mal. Ist für dich das Fliegen nicht so anstrengend, dass du sagst, das macht mir eigentlich nichts?

14:55Philipp Zellner

Nein, das Fliegen ist recht gemütlich, beziehungsweise je nachdem wo man fliegt.

15:00Lucian Haas

Es sei denn, du musst Kung -Fu kämpfen, dann ist es nicht so.

15:04Philipp Zellner

Dann ist es nicht so gemütlich, aber die Tage gehören natürlich auch dazu. Sonst wäre es ja zu einfach.

15:12Lucian Haas

Wie machst du das mit der Planung dann auch? Hast du irgendwelches Kartenmaterial dabei oder alles nur auf dem Handy oder fliegst du wirklich nur der Nase nach und denkst, ich weiß hier so, die Ridge muss irgendwie nach Osten gehen und ich orientiere mich einfach nach allem, was irgendwie nach Osten aussieht?

15:26Philipp Zellner

Ja, ich mache das immer mehr Freestyle. Also im Prinzip, du kannst ja nur eine Richtung fliegen, oder? Wenn du weißt, okay, ich fliege jetzt nach Osten oder nach Westen, je nachdem wo man hinfliegt. Aber da weiß man halt die Richtung. Aber was ich noch zusätzlich mache, ich fliege mit einem Handy. Und auf dem Handy machen wir eigentlich immer so nach 60 Kilometern einen Punkt, wo ich eigentlich sein würde, wo ich dann am besten Anschluss habe zu der nächsten Ridge oder so. Und so habe ich das eigentlich gemacht. Und wenn ich bei den 60 Kilometern war, dann habe ich wieder in der Luft geschaut. Und dann habe ich mir gedacht, wo wäre es nicht super und wo wäre es nicht gut. Und dann habe ich mir da wieder einen Platz ausgesucht und dann habe ich wieder einen Punkt gemacht und bin dann ungefähr in die Richtung. Wo ich dann mehr südlich oder nördlich war, da habe ich immer geschaut, dass ich ungefähr da hinkomme. Kann sein, dass ich nachher nochmal 20 Kilometer mehr südlich war oder nördlich, je nachdem wie es halt dann zum Fliegen gegangen ist.

16:15Lucian Haas

Das heißt, du hast dann nur so einen Orientierungspfeil noch auf deinem Handy, das du dann als Instrument noch nutzt, oder?

16:20Philipp Zellner

Genau, ich habe nur so einen Punkt, wo ich dann auf den X -Track dann sehe. Ja, schau, das wäre jetzt da hin und ja, dann halte ich mich ein bisschen nach dem. Aber wie gesagt, ich mache jetzt immer alles mehr Freestyle. Wenn mir jetzt vorkommt, da drüben schaut es besser aus, dann fliege ich natürlich da hin, je nach Bauchgefühl halt.

16:39Lucian Haas

Nun hast du das Ganze ja im Grunde dann nach deinem ersten Flug, wo du die anderen schon abgehängt hast, dann ganz alleine gemacht. Kannst du gut alleine sein?

16:46Philipp Zellner

Ja, ich kann recht gut alleine sein. Also alleine Biwak fliegen, das bin ja ich, weil ich viel in Indien bin, das mache ich auch viel. Das Coole ist halt, wenn du allein bist, dann kannst du halt so fliegen, wie du willst. Und wenn ich jetzt zum Beispiel jemand anderen bei mir habe, dann mache ich mir meistens so Sachen, bei so viel Wind kann ich dort reinfliegen, wie geht es einem anderen, hat der einen größeren oder hat, beziehungsweise hat er einen kleineren Schirm, dann ist er ein bisschen längsamer vom Wind her und so. Da mache ich mir halt zu viele Gedanken, wo ich sage, wenn ich alleine bin, dann bin ich nur auf mich gestellt und dann fliege ich halt so, wie ich will und ja, das funktioniert meistens super. Aber

17:22Lucian Haas

was ist mit dem Risiko, gerade wenn du alleine bist? Ich meine, du könntest ja jederzeit bei einer Top -Landung irgendwo die Haxen brechen, dann liegst du da irgendwo auf 3500 Meter im Hinterland von Nepal und wahrscheinlich auch kein Handyempfang da hinten oder sonstiges. Was machst du dann?

17:38Philipp Zellner

Ja, das ist eine gute Frage. Ja, es ist halt so, natürlich bin ich mir als Risiko bewusst, aber ich meine, was ist denn im Leben kein Risiko, oder? Man hat immer so, ich sage immer, man muss immer so nach seinem Bauchgefühl gehen und wenn man jetzt irgendwo vorkommt, da ist es zum Landen schwierig,

17:56Philipp Zellner

weißt, ab und zu probiere ich eine halbe Stunde und fliege wieder an, fliege wieder weg, fliege wieder an, fliege wieder weg und da heißt es einfach, ja, gemütlich sein und einfach keinen Stress haben beim Landen und immer schauen, dass man sicher landet, ohne dass man dann wieder Probleme hat oder beziehungsweise, dass man seinen Schirm oder sein Material zerstört, das ist halt wichtig, weil dann bist du halt sonst, ja, aufgeschmissen.

18:18Lucian Haas

Das heißt, Geduld ist eine der wichtigsten Dinge. Ja,

18:22Philipp Zellner

auf jeden Fall. Also Geduld haben ist eines vom Wichtigsten.

18:27Lucian Haas

Hättest du denn für Notsituationen irgendwie eine Art Plan B? Also hast du, gibt es Leute, wo du sagst, ich bin immer mit zu Hause noch, wie auch immer, verbunden und die verfolgen mich und da gibt es irgendwie eine Form von Live -Tracking und dann könnte ich auch sagen, ich schicke da ein Notsignal, in welcher Form auch immer und dann würden die was in die Wege leiten oder bist du da wirklich auf dich gestellt? Nein, ich

18:48Philipp Zellner

bin da eigentlich mehr auf mich gestellt. Ich habe zum Beispiel in Indien einen Kollegen von mir gehabt, der Ram, den habe ich eigentlich jeden Tag, weil ich zum Glück habe ich jeden Tag im Internet Empfang gehabt, wenigstens ein oder zwei Striche und dann habe ich ihm immer eine Nachricht geschickt, schau, ich bin wieder super gelandet, aber sonst habe ich jetzt eigentlich nichts dabei gehabt und eigentlich mag ich das so, ein bisschen frei sein und ja.

19:11Lucian Haas

Das heißt, du hast auch keinen Spot, beziehungsweise irgendwie so einen In -Reach oder sowas? Nein, ich

19:15Philipp Zellner

weiß, ich weiß, dass es gut wäre, aber ja, nein. Mein Kopf ist einfach, ich weiß nicht, bei einer Aktion hat mir der Kollege sogar einen Spot geliehen und dann habe ich ihn zu Hause vergessen.

19:29Philipp Zellner

Ich sage immer, alles, was man nicht hat, braucht man dann einfach nicht.

19:33Lucian Haas

Ich glaube, Spot ist in Indien eh schwierig, weil es zumindest in manchen Bereichen oder Indien, Nepal, ich weiß nicht, teilweise ist gar nicht der Empfang dafür so gut. Illegal,

19:41Philipp Zellner

ja. Da brauchst du

19:41Lucian Haas

dann, glaube ich, wirklich einen Spot. Ja und das wäre jetzt

19:43Philipp Zellner

eigentlich illegal, aber ich habe jetzt gerade von den Kollegen gesehen in der WhatsApp -Gruppe, dass sie was geschrieben haben, dass das jetzt auch legal ist.

19:51Philipp Zellner

Also ja, davor war es eigentlich illegal, aber es ist jedem auf jeden Fall, jedem zum Empfehlen, wenn er da hinten drin fliegt, dass er so einen Spot mindestens dabei hat. Ich weiß, ich bin jetzt da ein bisschen ein schlechter Einfluss, aber ich habe das halt einfach, ja.

20:08Lucian Haas

Wenn das jetzt Leute so hören, die werden wahrscheinlich denken, boah, was für ein Abenteurer. Wie würdest du das denn sagen für dich gesehen? Was war denn oder was ist an solchem Abenteuer für dich das größte Abenteuer?

20:19Philipp Zellner

Das größte Abenteuer, ja, ist einfach, dass man einfach so viel sieht und so weit fliegen kann. Und ja, einfach, wie gesagt, ich mag das auch echt gerne alleine sein und alleine auf den Bergen und so. Und du triffst halt auch mehrere andere Leute. Ich weiß ein paar Mal, wo ich irgendwo reingelandet bin und dann sind irgendeine Holzarbeiter gewesen und dann haben sie mich eingeladen zum Essen und Essen und Zusammenhucken am Feuer und so. Also das ist halt wahrscheinlich, wenn du zu zweit oder zu dritt bist, hast du immer mehr oder weniger so deine eigene Dinge. Und ja, also ich mag alles gerne, hauptsache fliegen.

20:57Lucian Haas

Lass uns mal so ein bisschen kurz mal zurückspringen in der Zeit. Du warst jetzt den ganzen Winter da in Indien, dann Nepal, dann wieder Indien. Aber soviel ich weiß, fährst du ja seit vielen Jahren, ich glaube seit acht Jahren oder so. Ja, seit acht

21:09Philipp Zellner

Jahren fahre ich regelmäßig. Jeden Winter

21:11Lucian Haas

regelmäßig nach Indien. Und ich glaube auf Instagram zu irgendeinem deiner Bilder habe ich ja schon den Kommentar von einem gelesen, der sagt, du bist ja bald mehr Inder, als du überhaupt Tiroler bist oder sowas. Fühlst du

21:22Philipp Zellner

dich dort wirklich zu Hause? Ja, ich fühle mich da auf jeden Fall zu Hause. Also es ist halt, die Leute sind alle so nett. Und wie gesagt, da im Beerbilling, da kennt mich jetzt eh jeder schon, weil halt immer die Sachen, was ich da gemacht habe. Und ich habe ja früher auch schon schöne Flüge gemacht. Ich bin jetzt nie auf das ausgegangen, dass ich irgendwie einen Rekord mache oder so. Das hat sich immer so ergeben. Ich weiß noch, das erste Mal, wo ich 164 FRI geflogen bin, da ist ein Kollege, der Depo, zu mir gekommen und sagt, Philipp, du hast noch einen Rekord gemacht. Und ich so, ah, okay, cool.

21:55Lucian Haas

Ja. Aber da bist du jetzt quasi im Bier, bist du jetzt sowas wie schon Local Hero so ungefähr?

22:01Philipp Zellner

Ja, ja, mehr auf jeden Fall. Also, das fühlt man auch.

22:07Lucian Haas

Aber wie war das, als du vor acht Jahren das erste Mal dorthin kamst? Wie hast du damals Indien für dich erlebt? War das erst mal ein Schock oder war das erst mal, wow, hier ist eine Freiheit, hier will ich häufiger herkommen?

22:18Philipp Zellner

Ja, natürlich ist am Anfang ein bisschen ein Schock, weil man nicht gewohnt ist, dass alles so dreckig ist und vermüllt.

22:26Philipp Zellner

Ja, aber das ist eigentlich nur in die Städte. Und wenn man dann rauskommt, in den Oden rauf, in die hohen Berge und so, dann ist das einfach gleich wieder, sagen wir mal, schnell vergessen, weil einfach die Berge so schön sind.

22:39Lucian Haas

Was reizt dich so am Fliegen im Himalaya?

22:42Philipp Zellner

Ja, erstens, weil es echt relativ zuverlässig ist. So wie Oktober, November ist eines von den besten Zeiten, da kannst du fast zwei Monate jeden Tag fliegen. Und wenn es einmal einen Tag schier ist oder nicht zum Fliegen geht, dann bist du eigentlich eh froh und sagst, ah, jetzt habe ich endlich meinen Pausetag.

22:58Philipp Zellner

Sonst könnte man ja was verpassen.

23:02Philipp Zellner

Ja, und das ist halt das Coole, oder? Weil es halt echt relativ zuversichtlich funktioniert. Es ist eh bei uns im Sommer oder im Frühjahr, da kann halt sein, dass es viel regnet, beziehungsweise bin ich halt dann auch viel beim Dannenfliegen und am Winter habe ich dann richtig Zeit für sowas.

23:19Lucian Haas

Wann ist denn so die zuverlässigste Zeit für Bier? Also wann empfiehlt es sich, wenn man fliegen will, dann dorthin zu fahren?

23:25Philipp Zellner

Oktober, November. Dann ist es auch nicht so stark und ja, es geht auch gut zum Fliegen. Also da kannst du halt auch mal 200 Kilometer auch fliegen, Oktober, November. Natürlich, wenn du dann die Rekorde fliegen willst, dann musst du dann schon im Frühjahr hingehen. Frühjahr wäre dann März, April oder April, Mai? April, Mai, ja. Aber ich bin jetzt auch erst das zweite Mal April, Mai gewesen.

23:49Lucian Haas

Ist das vom Fliegen her sehr unterschiedlich? Also dass man wirklich sagen kann, das sind zwei unterschiedliche Biers, in denen man dann quasi fliegen geht?

23:57Philipp Zellner

Ja, auf jeden Fall. Erstens hast du dann im Frühjahr viel stärkere Thermik. Du musst da relativ schnell aufpassen, weil es alles schnell überentwickelt. Also du musst dich schon mit der Sache da gut befassen, weil wenn sich das überentwickelt und das alles auslahnt, dann kannst du teilweise einen brutal starken Wind haben und ja, da möchte ich nicht in der Luft sein.

24:19Lucian Haas

Braucht man für das Fliegen im Himalaya irgendwelche besonderen Skills?

24:24Philipp Zellner

Ja, ich meine, es kommt immer darauf an, wo du fliegst. So wie Bier, es ist für Anfänger gut, wie auch für Fortgeschrittene, weil du hast da vorne die Frontridge und da ist mehr oder weniger hast du nur den Südwind und dann kannst du die ganze Ridge da abfliegen. Also es ist für jeden geeignet, sage ich. Das heißt die

24:43Lucian Haas

Frontridge, das ist sowas wie Bassano?

24:45Philipp Zellner

Mehr oder weniger, ja. Und da kannst du halt einfach abfliegen und umso mehr weiter das geht, natürlich musst du halt auch dementsprechende Ausrüstung haben. So, wenn ich jetzt hinten drin fliege, ich kenne ein paar Leute, die fliegen da hinten drin, aber die haben keinen Schlafsack, kein Wasser, kein Essen dabei. Wenn du dann halt irgendwo landest, dann ist es halt gut, wenn du die Pflegung dabei hast und unabhängig bist, oder? Und das ist halt mir immer wichtig, immer wenn ich hinten reinfliege, ich habe das immer dabei, dass ich sage, okay, ich komme wenigstens eine Woche aus.

25:15Lucian Haas

Das heißt, wenn du die großen Flüge planst, gehst du wirklich quasi immer mit 30 Kilo an den Start? Genau,

25:21Philipp Zellner

ungefähr 30 Kilo habe ich dann immer alles dabei.

25:25Philipp Zellner

Das ist halt mein Backup, sage ich immer, oder? Weil da hinten kann dir eigentlich im Prinzip keiner helfen, außer du hast das Body und dann können sie dich mit dem Hubschrauber holen. Aber sonst schaut das immer ein bisschen schwieriger aus.

25:39Lucian Haas

Ist es dir denn da schon mal passiert, dass du irgendwo wirklich abgestanden bist, wo du sagst, oh scheiße, hier komme ich fliegend auf jeden Fall nicht mehr so schnell weg, sondern du bist irgendwo unten im Tal gelandet und weißt, ich muss jetzt wirklich mit 30 Kilo mindestens 1000 Meter aufsteigen, damit ich am nächsten Tag da vielleicht weiterkomme?

25:55Philipp Zellner

Also zum Glück habe ich das jetzt noch nicht so schlimm gehabt. Natürlich habe ich schon mal gehabt, dass ich dann irgendwo auf 2000 eine lande und dann wieder auf 3000 drauf lade.

26:05Philipp Zellner

Aber im Idealfall schaue ich immer, dass ich einen Berg umlande. Und dann vielleicht mache ich dann noch ein paar Meter rauf, dass ich einfach sage, okay, am nächsten Tag ist es besser. Oder ich schlafe tief und dann heike die nächsten Tage rauf. Das tue ich ab und zu, aber jetzt nicht so viel wie geplant. Weil wie gesagt, mit 30 Kilo rumsaußen ist dann halt auch nicht so fein.

26:28Lucian Haas

Bei deinen Flügen in Nepal als Teil von diesen 1300 Kilometern, da ist glaube ich einer, da bist du aber doch tief im Tal gelandet. War das Absicht oder war das, ist es so passiert?

26:39Philipp Zellner

Ja, das ist halt meistens dann so passiert. Also wenn ich was plane, eigentlich schaue ich immer, dass ich hochlande. Aber ab und zu kann halt sein, dass man halt dann wieder außen landet irgendwo.

26:51Lucian Haas

Und wie bist du dann dort wieder weggekommen? Ja,

26:53Philipp Zellner

dort war ich dann nicht so motiviert zum Hiken, weil das war echt weit zum Gehen. Ich habe mir das kurz angeschaut auf der Map, beziehungsweise war da eigentlich kein Internetempfang. Und dann habe ich nur gewusst, ich weiß nicht genau, wo ich da jetzt hinkomme. Und dann haben wir so Locals, weißt du, die sind ja alle nett, wenn du da landest. Natürlich hat mich keiner verstanden. Und dann haben sie mich zu der Schule gebracht, wo der Lehrer war. Und der hat dann gesagt, schau, zwei führen dich rüber. Der eine hat meinen Paraglider genommen und ich bin hinten auf dem Moped drauf gesetzt. Dann bin ich mit zwei Mopeds, mehr oder weniger, haben sie mich da zu einer Busseitestelle gebracht.

27:28Philipp Zellner

Und dann bin ich mit dem Bus noch eine halbe Stunde gefahren. Und dann war ich schon wieder auf dem Startplatz da in Taran. Das ist die Stadt, da wo es auch zum Fliegen geht.

27:36Lucian Haas

Das heißt, die Busse fahren irgendwo oben über die Berge, über den Pass. Und dann sagst du, lass mich mal hier aussteigen, weil ich denke, von hier kann ich wieder weiterfliegen.

27:43Philipp Zellner

Ja, genau. Ich habe mir dann das Internet so ein bisschen angeschaut und auf Google Maps. Und dann habe ich den Startplatz gesucht und dann habe ich halt da oben bivakiert.

27:50Lucian Haas

Nutzt du dann auch Google Earth, also nicht nur Google Maps, sondern auch Google Earth, um zu sagen, ich gucke mir das wirklich in 3D an? Wie sieht da das Gelände aus? Wo kann ich da vielleicht einen Startplatz finden? Oder ist das schon zu weit gedacht? Ja, nicht wirklich.

28:02Philipp Zellner

Das ist schon wieder zu weit gedacht. Bei mir ist das, ich mag die einfachen Sachen und alles, was dann mit Computer zu technisch wird, ist dann ein bisschen schwierig für mich. Aber ja, wie gesagt, ich mache eigentlich alles auf Google Maps. Google Map oder entweder habe ich auf XC Trackern Karten runtergeladen und dann schauen wir das dann so an.

28:24Lucian Haas

Wenn man da so quer durch Nepal fliegt, darf man das eigentlich? Oder ist das so eine Grauzone oder müsste man sich eigentlich einen Permit holen? Weil bei ganz vielen Sachen, wenn man da auf die Berge will und sowas, zumindest beim Bergsteigen, lese ich immer, da braucht man dann irgendwie eine offizielle Erlaubnis, dass man dort hochgehen darf und sonstiges. Wie ist das mit dem Gleitschirm? Ja,

28:44Philipp Zellner

eigentlich braucht man eine Permission, aber das Problem ist, du bekommst das nicht. Also, wenn du so eine Sachen machen willst und jeder, der was sagt, der hat eine Permission für das, das ist sehr unwahrscheinlich. Speziell, wenn du da durch ganz Nepal fliegen willst. Weil die wissen ja nicht, was alles in unserem Sport fähig ist, sage ich mal so. Natürlich haben die jetzt halt da so ein bisschen blöde Regeln. Irgendwas sagen, okay, du darfst zum Beispiel in Pokhara, darfst du landen, oben darfst du starten, 10 Kilometer Umkreis darfst du fliegen und der Rest ist halt alles eigentlich illegal.

29:25Philipp Zellner

Und natürlich, wenn du mit den Lokalen redest, die sagen halt dann meistens, du musst halt dann, wenn du irgendwo außen landest, schnell packen und dann abhauen. In den meisten Fällen hat sie eh nichts, aber wie gesagt, es kann halt sein, dass die halt dann, dass die Polizei kommt und dich mitnimmt.

29:40Lucian Haas

Und ist dir das passiert, irgendwo mal?

29:42Philipp Zellner

Ja, das ist mir auf der Westseite passiert. Da sind sie extra in den Berg raufgegangen und ja, ich glaube, die haben auch gemeint, dass ich von Indien rüber geflogen bin. Das war genau an der Grenze. Und ja, das ist halt so eine Sache, wo ich jetzt sage, in Nepal ist eigentlich alles schön, es ist ein super geiles Gebiet, super schöne Berge zum Fliegen. Aber die Politik ist halt immer ein bisschen, ja, ich sage, mit Vorsicht zu genießen. Da gibt es halt wahrscheinlich ein paar Piloten, die die Aufsicht haben. Und ja, es ist halt schade in unserem Sport, dass die nicht zusammenhalten, sondern da immer ein bisschen gegeneinander arbeiten. Und so wie die Einheimischen, es sind echt viele gute Piloten, speziell Junge sind da drüben und die haben einen Haufen Potenzial. Aber wenn die irgendwas reißen, dann werden sofort von der Polizei aufgehalten.

30:29Philipp Zellner

Und dann gibt es Bambumassage und so Sachen. Ja, das finde ich halt überhaupt nicht cool, speziell wenn man ein Vorbild sein sollte für die Leute. Also

30:38Lucian Haas

Bambumassage heißt Schlagstock, richtig?

30:41Philipp Zellner

Ja, also ich habe ein paar schon gehört, die sind dann zwei Tage eingesperrt worden und dann Bambumassage mit Schlagstock und bearbeitet und so, dass die das nicht mehr machen. Weil im Prinzip viele, oder ich habe ein paar Piloten kennengelernt, die haben fast nichts. Aber die haben irgendwie noch einen Paraglider gekriegt und die sind halt voll motiviert und eigentlich haben die ein volles Potenzial. Aber natürlich, wenn du halt nichts kaufen kannst, kannst du ja da nicht besser weiterentwickeln. Und ja, speziell wenn du dann so eine Regel hast, dass du nicht auf Strecken fliegen gehen darfst, ja, das finde ich halt ein bisschen schade. Ich hoffe, dass das in weiterer Zukunft, dass sie da irgendwas einfahren lassen, dass das besser wird mit dem System.

31:26Lucian Haas

Ja, ich habe neulich noch gelesen, dass irgendwie bei Pokhara wird auch ein neuer Flughafen gebaut und da wird es irgendwie auch noch eine CTR und sonstiges soll es da geben. Und die ganze Fliegerei auch da, dass sogar die ganzen Tandempiloten da befürchten, dass sie da gar nicht mehr richtig vernünftig fliegen werden können. Also auch in Sarankot und sonstiges. Hast du da solche Diskussionen mitbekommen?

31:47Philipp Zellner

Ja, natürlich, der Flughafen ist schon alles da. Also das sieht man ja alles von der Luft aus, dass das alles schon eigentlich fertig ist. Sie hätten auch gesagt, dass sie in Jänner das aufmachen, aber die haben jetzt da zwei, drei Probleme gehabt, dass irgendwie noch ein kleiner Berg davor ist. Und irgendwo, da wo sie im Mull alles hinschütten, da sind ein Haufen Vögel rum und das wäre genau in der Startlinie mehr oder weniger oder Landephase. So, jetzt haben sie das noch nicht eröffnet, aber ich glaube, das werden sie wahrscheinlich eröffnen und dann wird es halt das, ja, die Locals meinen immer noch mit dem Tandem, dass sie eventuell dann noch eine oder zwei Stunden aufmachen. Aber ich glaube, wenn das ein internationaler Flughafen ist, dass die das nicht darum kümmern, dass die einfach sagen, das ist zu gefährlich.

32:34Philipp Zellner

Weil wie möchtest du nicht sagen, okay, jetzt hast du zwei Stunden und dann macht einer zwei Stunden zehn.

32:40Philipp Zellner

Ich glaube, dass das nicht so, dass der Intersport da nicht so beachtet wird, wie halt mit den internationalen Sachen da. Und das ist genau Pokhara, wo der See ist, das ist die Einflugschneise oder Startschneise, je nachdem wie der Wind herkommt. Aber du bist da genau drin, also die fliegen dann mitten im Tal raus.

33:01Lucian Haas

Das heißt, Nepal ist vielleicht für das Gleitschirmfliegen rechtlich nicht so dolle, politisch nicht so dolle, wo du sagst und künftig vielleicht auch zumindest von den wenigen offiziellen Startplätzen, die es dort gibt, dann auch wegen möglicher Lufträume und sowas dann auch nicht mehr so dolle. Das heißt, Indien ist vielleicht so gesehen das bessere Ziel.

33:20Philipp Zellner

Ja, auf jeden Fall. In Indien ist das, ja, da gibt es jetzt zum Glück noch keine so Regelungen. Man kann sich sagen, okay, da ist der Zylinder und da darf man fliegen. Es gibt natürlich die CTRs, wo man halt aufpassen muss, Militärstützpunkte und so. Aber das ist mehr geregelt, hätte ich gesagt, ja, auf jeden Fall.

33:39Lucian Haas

Aber in Bier gibt es doch auch immer mal wieder Probleme. Ich habe dann auch gehört, dass beispielsweise da gab es irgendwie einen Tandemunfall und dann hieß es, okay, jetzt darf hier erstmal nicht geflogen werden. Dann wurden alle gegroundet sozusagen.

33:49Philipp Zellner

Ja, das war heuer auch. Zwei Monate haben die Zug gesperrt, weil dann der Unfall. Und dann mit den Passagieren sind sie mal raufgekommen. Und der Jeep ist dann über die Kurve drüber ausgeschossen, weil es ein bisschen Schnee war, weil er ausstellen hat müssen. Und dann ist da ein 14 -jähriges Dirndl draufgegangen, leider.

34:08Philipp Zellner

Das war aber bei der Auffahrt, also gar nicht beim Flug. Nein, das war bei der Auffahrt, ja. Aber durch das, dass das jetzt noch nicht geklärt ist und die Politik hat es auch gewechselt da drüben. Und jetzt hat da jemand andere auf sich. Da haben sie auch komplett die Dinge gesperrt.

34:28Philipp Zellner

Rafting, alle Extremsportarten eigentlich, mehr oder weniger, haben sie dann gesperrt. Und haben gesagt, ohne Versicherung, ohne das und das, funktioniert das nicht. Jetzt haben wieder mehr oder weniger neue Lizenzen machen müssen und solche Sachen. Aber ja, dann haben sie nach zwei Monaten das Glück wieder aufgemacht.

34:49Lucian Haas

Und dann konntest du dort auch wieder fliegen?

34:52Philipp Zellner

Genau, mehr oder weniger. Ich habe auch davor, ich meine jetzt hier in Pir, ich war komplett in Machal Pradesh gesperrt.

35:01Philipp Zellner

Aber in Uttrakhand und so, da habe ich eine Promission bekommen und da war das überhaupt kein Thema mehr.

35:09Lucian Haas

Deine Flüge in Nepal, das war im März. Aber dann im April, dann bist du ja nach Pir geflogen, dann bist du in Pir auch noch toll geflogen. Und da hast du auch einen Startplatzrekord aufgestellt, habe ich gesehen. Ging dann da sogar ein bisschen so durch die Leitschirmmedien. Der Philipp Zellner ist 270 Kilometer flaches FAE -Dreieck von Pir ausgeflogen. Erzähl mal was über diesen Flug. War das was Besonderes oder ist das auch nur zufällig so zustande gekommen? Du bist mal wieder rumgegondelt.

35:38Philipp Zellner

Nein, eigentlich war das mein Plan, dass ich an Kaschmir direkt an die Grenze fliege und dann wieder zurück. An einem Tag oder

35:47Lucian Haas

wolltest du dort übernachten und dann eigentlich fliegen? Nein,

35:49Philipp Zellner

ich hatte Bivouac -Zeug alles dabei gehabt und war wieder vorbereitet für Bivouac. Natürlich, wenn ich da hinten reinfliege, habe ich das immer dabei. Also dann kann ich immer entscheiden, ob ich irgendwo lande oder weiterfliege, je nachdem wie ich mich fühle. Einen Tag davor habe ich zum Beispiel nur 100 Kilometer oder 100 Kilometer geflogen. Und da war ich ein bisschen müde und habe ein bisschen Kopfweh gehabt. Dann bin ich eben in Pir, habe mir gedacht, okay, da können ja ein paar Leute, fliege dahin, bleibe ein bisschen unten und dann fliege ich am nächsten Tag wieder weiter. Und deswegen bin ich von Pir gestartet. Und deswegen habe ich jetzt quasi dann von Pir bis Kaschmir zu der Grenze. Und dann habe ich mir gedacht, vielleicht schlafe ich irgendwo in Dschamba. Aber es ist dann so gut gegangen, dass ich die Dschambawelle auch durchgeflogen bin, noch relativ früh. Und dann, wo die Schlüsselstelle war, Chalcobas, da bin ich dann drüber gekupft.

36:39Philipp Zellner

Im Prinzip habe ich noch einen Kollegen gewusst, wo ich dann gedacht habe, ah, der ist noch fünf Tage da, anders, von Schweden. Und den würde ich gerne noch sehen, weil ich ihn zwei Jahre nicht mehr gesehen habe. Und deswegen habe ich auch probiert und gesagt, so, jetzt fliege ich wieder zurück nach Pir, wenn es geht. Wenn es nicht geht, ich habe ja mein Biwakas -Rüstung, kann eh überall landen. Und ja, dann bin ich da über den Chalcobas drüber gekupft mit über 5.000. Und dann habe ich gesehen, auf mein Handy habe ich dann raufgeschaut und dann habe ich so gesehen, wenn ich jetzt nach Pir zurückkomme, das ist mehr oder weniger ein Ableiter, dann mache ich 241, das weiß ich noch ganz genau. Und dann habe ich gesagt, so, 260, glaube ich, ist der Rekord. Okay, dann haben wir noch ein bisschen was drauf.

37:25Philipp Zellner

Und da habe ich ihn noch ein bisschen ausgeholt. Und ja, so zufällig habe ich den Rekord dann gemacht.

37:32Lucian Haas

Wo du sagst, auf über 5.000 bist du da über diesen Pass drüber. Ist das dann eine sehr knappe Geschichte, wo man so anfliegt und sagt, schaffe ich es gerade? Oder ist Himalaya alles immer so gewaltig, dass du sagst, boah, da unten ist zwar der Pass, aber ich bin trotzdem noch 500 Meter drüber oder 1.000? Nein, also

37:47Philipp Zellner

du musst halt mindestens 5.000 hoch sein, dass du dann da drüber hüpfen kannst. Also der Pass ist so auf 4.500 und ja, 4.500 hätte ich jetzt ungefähr geschätzt. Aber weiter

38:00Lucian Haas

unten wäre der Wind wahrscheinlich zu ungemütlich.

38:03Philipp Zellner

Ja, erstens das und zweitens, da musst du dann auf die Leerseite einlanden, weil du kommst eigentlich von Norden Richtung Süden raus. Und wenn du dann da drunter kommst, dann bist du im Leer, dann schwappst du dich runter, dann musst du wahrscheinlich da irgendwo landen und dann wird da mit den 30 Kilo irgendwo raufhiken, wenn man sicher landen kann, sagen wir mal so. Ja, und wenn man das vermeiden will, dann muss man halt über 5.000 schauen, dass man da raufkommt. Aber den Schlüsselstuhl habe ich schon ein paar Mal probiert und habe mir das angeschaut. Das ist das Einzige, wo ich mal richtig geschaut habe, wie kann ich da wieder raushüpfen aus dem Tal.

38:35Lucian Haas

Wenn du so hoch fliegst, nimmst du da in irgendeiner Weise Sauerstoff mit oder sagst du nein, ich bin so gut akklimatisiert mit der Zeit, ich fliege eh die ganze Zeit in den Höhen rum. Das funktioniert alles so.

38:46Philipp Zellner

Ja genau, das ist wichtig, dass man sich, wie gesagt, gut akklimatisiert. Deswegen brauche ich keinen Sauerstoff, weil ja, bis jetzt hat alles so funktioniert. Warum soll ich dann auch mitnehmen, wenn es nicht so funktioniert.

38:59Lucian Haas

Was man auf den Bildern auch bei Instagram und so bei dir häufiger sieht, du fliegst auch ohne Handschuhe. Teilweise denkt man so, das muss doch auf jeden Fall über 3.000 Meter oder sonst was sein. Wie machst du das? Ist das nicht kalt?

39:14Philipp Zellner

Ja, meistens ist es dann, wenn ich die Handschuhe aus habe zum Filmen oder sowas, weil du einfach besser die GoPro aktivieren kannst und so.

39:25Philipp Zellner

Normalerweise fliege ich schon mit Handschuhen. Aber so wie jetzt im Frühjahr war es dann richtig warm. Da bin ich teilweise auf 4.000 Meter ohne Handschuhe geflogen. Und natürlich, denke ich mal, ist viel auch als Abhärtung. Ich sehe das mehr als Abhärtung. Also ich bin schon oft beim Handyschütteln und so schwinge ich dann meine Hände so. Falls mir wieder kalt ist, kann auch ab und zu vorkommen, dass ich dann eine Stunde oder zwei Stunden, wenn ich dann wieder voll drin bin, dass ich meine Hände nicht spüre, weil einfach, dann habe ich keine Zeit mehr zum Loslassen und dann heißt es einfach durchbeißen. Und ja, es kommt ab und zu einmal vor. Abgefroren ist dir aber noch nichts. Nein, zum Glück nicht. Aber es ist schon ab und zu, dass ich dann zwei, drei Tage später so ein Kitzel noch in meine Finger habe.

40:11Philipp Zellner

Weil es einfach kalt war.

40:14Lucian Haas

Nach diesem 270 -Kilometer -Rekord bist du direkt am nächsten Tag im Grunde nochmal einen Rekord geflogen. Das war dann 222 Kilometer, aber das als FAI -Dreieck. Ich glaube, das hat es von Bier so in der Form auch noch nicht gegeben. War das denn dann wirklich geplant? Weil wenn man sich das als Flug so anguckt, dann sieht man, okay, das ist ein wirklich ziemlich gleichschenkliges oder gleichseitiges Dreieck. Also sehr schön, sehr sauber ausgeflogen, sage ich mal.

40:42Philipp Zellner

Nein, das Dreieck habe ich schon immer mal. Vor Jahren habe ich da mal 200er gemacht. Und ich habe gesagt, da wäre leicht mehr drin. Und das habe ich immer schon im Kopf gehabt. Und ich weiß auch die Wendepunkte. Also da, wo ich zum Beispiel hinten in Manali gesetzt habe, das weiß ich. Mandi und Dharamsala. Das habe ich alles schon gewusst von früher. Und ich habe mir das auf jeden Fall einen Tag davor angeschaut und habe gesagt, so, jetzt probiere ich das auch noch gleich. Weil ich gerade so gut dran bin und alles so gut funktioniert hat. Ich war ja über eine Woche schon jeden Tag beim Fliegen. Und dann habe ich mir gedacht, so, dann schaue ich mir das auch noch gleich an. Und dann hat das eigentlich ganz gut funktioniert.

41:17Lucian Haas

Ein paar Wochen später ist Jakub Benjo dann im Grunde dieselbe Strecke nochmal geflogen. Ein bisschen anders, weil beim Zurückkommen von Manali ist der erst nach Osten und du warst erst nach Westen geflogen und so weiter. Aber letzten Endes hat er dich um 400 Meter überboten. Jetzt hat er den Rekord dort, zumindest den FAI -Dreiecksrekord für Bier. Wie ist sowas für dich? Wurmt dich das dann so ein bisschen oder ist das eigentlich schnurzegal?

41:44Philipp Zellner

Nein, mir ist das eigentlich schnurzegal. Ich freue mich eigentlich mehr für Kubo, dass er das so schön gemacht hat. Und ja, ich meine, das passt ja. 400 Meter, das mache ich nächstes Mal besser.

41:58Lucian Haas

Machst du nächstes Mal besser. Also ein bisschen Ehrgeiz ist ja dann schon dabei, scheint so. Ja,

42:02Philipp Zellner

das schon. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich mich voll ärgere. Warum soll ich mich denn ärgern? Es hat ja auch einen schönen Flug gehabt. Ich habe mir auch angeschaut, wo er geflogen ist und so und tipptopp, hat er gut gemacht, der Mann.

42:14Lucian Haas

Wie wichtig sind dir solche Rekorde?

42:16Philipp Zellner

Nein, prinzipiell halt nicht viel davon.

42:20Philipp Zellner

Das war ja derzeit, das ist halt irgendwie der erste Rekord. Ah, zufälliger Rekord gemacht, cool. Aber wenn man dann FAI, FAI -Rekord habe ich immer schon geschaut, dass ich da ein bisschen mitmische. Aber so hat es die Flachen. Weil ich bin jetzt nicht der Fan, immer die gleiche Route zu fliegen. Und es gibt ja Leute, die probieren das jedes Jahr, immer die gleiche Route. Also wenn ich fünfmal die gleiche Route fliege, dann ist bei mir schon, ah, ist das langweilig. Weil ich kuhle etwas Neues. Und deswegen habe ich eigentlich mehr Spaß an so Sachen fliegen, wo ich noch nie geflogen bin.

42:52Lucian Haas

Fliegst du auch in den Alpen, solche großen Strecken? Also versuchst du da auch FAI -Rekorde vielleicht zu fliegen? Oder ist dir das da gar nicht so wichtig? Sagst du, das mache ich im Himalaya, da habe ich dann wirklich auch Zeit dafür.

43:05Philipp Zellner

Ja, in die Alpen fliege ich auch, aber jetzt nicht so große. Weil erstens ist es in den Alpen so, dass du an dem Tag, wo es gut ist, Zeit haben musst. Und genau am richtigen Platz, an der richtigen Stelle sein sollst.

43:18Philipp Zellner

Und natürlich bin ich halt im Sommer beim Tandem fliegen. Und dann hat es halt ab und zu nicht so viel Zeit, dass ich sage, okay, wenn du dann ein oder zwei Tandems am Tag hast, dann kannst du halt auch nicht immer sagen, nein, das mache ich jetzt nicht. Weil von irgendwas muss ich auch leben.

43:32Lucian Haas

Das heißt Sommer Tandem, Winter Genuss und Rekord fliegen. Genau, mehr oder weniger. Von deiner Erfahrung her, ist es denn schwieriger im Himalaya solche großen Strecken zu fliegen als in den Alpen? Also ist dann so ein 222er FAI, müsste man eigentlich so eine Art Faktor anwenden und sagen, okay, das ist mindestens so viel wert wie 300 Kilometer in den Alpen oder sowas?

43:58Philipp Zellner

Ja, ich meine, das kann man jetzt auch so auch nicht sagen. Ich meine, es sind natürlich überall Berge und Täler und es gibt auch Plätze, wo man nicht sein soll und so. Deswegen sage ich, es ist halt bei uns, sagen wir mal, einfacher, wenn du jetzt die üblichen Routen fliegst, was halt alle fliegen. Und das ist halt da drüben nicht der Fall, weil dann kannst du nicht hergehen und dann auf XContest schauen, wo fliegen die meisten Leute. Weil einfach nicht so viel, da sagt man ja, nicht so viel Feedback da ist, wie bei uns da. Es gibt keine klassischen Autobahnen, die schon im Instrument quasi vormarkiert sind. Natürlich gibt es das Empire zum Beispiel auch, die Frontridge zum Beispiel. Aber wie gesagt, ich bin nicht der Fan, der 100.000 Mal immer die gleiche Strecke abfliegt. Also nach fünf Mal ist bei mir schon so, ah, jetzt muss ich wieder was anderes machen, das gefällt mir jetzt nicht.

44:47Philipp Zellner

Sonst verliere ich dann Spaß an dem, was ich mache und das will ich natürlich auch nicht. Und das andere ist einfach, das sind einfach nur Zahlen. Also bei mir, ich habe meine schönsten Flüge gehabt, da bin ich nicht einmal hoch gewesen und bin nach Dharamsalan zurück geflogen. Und da ist aber alles so tief gewesen, wo die meisten Leute gesagt haben, wie kannst du das machen, alles nur eine Startplatzhöhe bis Dharamsalan wieder zurück. Aber das sind so die Momente, wo du dann einfach andere Strecken fliegst, weil du tiefer bist. Und dann macht das schon wieder alles mehr interessant und du hast weniger Höhe und so. Und das ist mehr so kämpfen und das ist halt das Schöne, sage ich einmal. Was ich halt auch wirklich gerne mache. Also

45:23Lucian Haas

da brauchst du auch diese Herausforderung zu sagen, okay, jetzt mache ich wirklich Konturenflug und versuche mich da noch längst zu hangeln und so weiter.

45:29Philipp Zellner

Genau, genau. Und dann, weißt du, ein bisschen improvisierst und sagst, ah, da drüben müsste es raufgehen. Und du hast halt nicht mehr viel Höhe, dass du sagst, okay, jetzt haben wir 1000 Meter. Dann hast du halt ab und zu einmal noch 400 Meter und sagst, ach, jetzt brauche ich was. Jetzt muss ich irgendwo was finden. Jetzt muss ich irgendwo landen gehen und so. Aber ja, das sind auch die spannenden Momente, wenn man sich mit irgendetwas ausgrabt.

45:50Lucian Haas

Was sind für dich bei solchen Flügen, was würdest du sagen, was ist für dich immer noch so die größte Herausforderung?

45:57Philipp Zellner

Die größte Herausforderung? Ja, natürlich die tiefen Täler und der Haufen Wind. Das ist halt so, es kann schon richtig windig werden in den Himalayas.

46:08Lucian Haas

Das heißt auch wirklich riskant gefährlich?

46:10Philipp Zellner

Ja, es gibt sicher genug Täler. Also ich weiß noch, da wo ich den Rekord zum Beispiel geflogen bin, da bin ich durch das Jamba Valley geflogen. Und da hat es, ich sage einmal, über 30 km/h gehabt. Also ich bin mit, ohne Beschleuniger bin ich 57 km/h geflogen. Das war auf 3000 Meter und dann habe ich mich in den Wind gedreht und dann bin ich nur mal auf 4 km/h geflogen. Und dann, ja, dann schaust du halt noch so runter, es geht noch 1000 Meter runter und du siehst da unten einen Bach oder so einen kleinen See. Und dann siehst du unten, wie da unten richtig die Hacke geht. Wie es da richtig kachelt. Und ja, da muss man halt natürlich schauen, dass man halt noch nicht da zu tief kommt. Dass man halt noch sagt, okay, scheiße, wenn es jetzt da nicht funktioniert, dann muss ich da irgendwo rein landen und muss halt da eine Nacht übernachten und starte den nächsten Tag wieder in der Früh, dass ich da nicht irgendwie einen Blödsinn mache.

47:00Lucian Haas

Wie machst du das bei solchen Situationen, die bei vielen Leuten wahrscheinlich irre Stress auslösen würden? Wenn du siehst, ich habe kaum noch Vorwärtsfahrt, da unten bläst es noch mehr wie Hulle, sonstiges. Wie machst du das, da cool zu bleiben und deine Höhe zu halten und weiter zu fliegen?

47:15Philipp Zellner

Ja, ich sage, bei mir ist halt das Gute, ich habe halt relativ viele Akroskills. Ich habe die ersten Jahre, wo ich Fliegen angefangen habe, alles noch Akro gemacht. Und meine Kollegen und meine Ausbildner, die waren halt super. Das war mehr oder weniger Ricky Basti, James Kahn und die sind halt Weltkampf geflogen, also Wettbewerbe in Akrofliegen. Und die haben mich halt, ja, wo ich angefangen habe, nach 50 Flügen, habe ich schon meinen ersten Fullstyle gemacht. Jetzt haben sie mir gerade einmal mein Flugbuch gezeigt. Das haben sie da irgendwann in der Flugschule im Westen aufgefunden. Und dann haben sie dann gesagt, ach schau, nach 50 Flügen habe ich schon meinen ersten Fullstyle gemacht. Ich bin ein Jahr geflogen, dann habe ich Heli links und rechts geflogen. Und dann bin ich zwei Jahre geflogen, bin Infinity geflogen und alles.

48:01Philipp Zellner

Also das ist halt ein riesen Vorteil, wenn man halt weiß, wie der Schirm reagiert und was man da machen kann. Ob man jetzt schon überzieht, negativ zieht oder dann wieder freigibt, dass er wieder normal fliegt und so. Das ist halt sehr hilfreich und deswegen sage ich, viel im Blatt sein bleiben, weil ich bin da einfach mehr relaxed, wo andere Leute dann wahrscheinlich voll in Panik gehen. Und das ist halt das Wichtige.

48:23Lucian Haas

Wie häufig musst du denn so beim Fliegen in den Bergen da im Himalaya solche Skills auch wirklich abrufen, dass du sagst, okay, jetzt muss ich wirklich wissen oder den wieder rausbremsen, weil ich da eine Riesenklappe hatte? Oder fliegst du eigentlich so sicher, dass du sagst, ich halte den Schirm wirklich immer so gut über mir, dass ich ganz selten dahin komme, dass ich sagen muss, jetzt brauche ich meine Agro -Skills?

48:45Philipp Zellner

Ja, also ich glaube bei allen, die das durchqueren, da bist du froh um jeden Skill, den du hast. Weil natürlich, das sind die Himalayas, das sind nicht einfach irgendeine Berge. Wie gesagt, da ist einfach noch weniger Erfahrung, was man da alles machen kann und wo da Potenzial ist. Natürlich muss man halt auch in die Landkarten schauen und wo längere Täler sind, wirst du mehr Wind haben. Wo es tiefer reingeht, wirst du natürlich auch mehr Wind haben. Also da macht man halt einfach so den Gefühlen, die Erfahrung, was man so hat. Weil ich fliege jetzt vielleicht schon 14 Jahre und ja, da geht man immer so nach Erfahrung, Bauchgefühl.

49:25Lucian Haas

Das heißt, wenn du jetzt jemandem empfehlen würdest, was kann er tun oder was sollte man, welchen Könnenstand sollte man haben, wenn man überhaupt auf die Idee kommen wollte, Biwak -Fliegen im Himalaya zu machen? Was würdest du den Leuten dann raten?

49:39Philipp Zellner

Ja, auf jeden Fall ist einmal das Wichtigste, dass man dort ablanden und gut beherrscht. Das ist einmal das A und O, weil wenn du irgendwo landest und du kriegst da dann einen Fuß irgendwo, dann macht es ja auch keinen Sinn nicht oder beziehungsweise keinen Spaß nicht. Und dass man halt geduldig ist, wie ich zuerst schon gesagt habe, beim Landen. Dass man nicht sagt, wow, ich will biegen und brechen da rein. Da ist es besser, du eierst eine halbe Stunde, Stunde um und probierst irgendwie zum Landen oder gegebenenfalls suchst du dir dann einen anderen Platz zum Landen. Das ist halt dann, je nachdem wie der Tag vorkommt. Da ist es besser, einfach Zeit zu investieren.

50:16Lucian Haas

Nutzt du bei sowas dann eigentlich auch solche, ich sag mal, modernen Flugskills, die jetzt so die X -Alps -Piloten machen, die dann sagen, beschleunigt irgendwo anfliegen, dann noch kurz vor dem Hang aus dem Beschleuniger raus, um dann das Soft noch aufzusetzen? Oder sagst du, nee, das ist eigentlich letzten Endes mit 30 Kilo insgesamt wirklich zu riskant. Ich versuche da wirklich so hinzufliegen, das muss mich am Ende sanft absetzen.

50:39Philipp Zellner

Ja, genau. Ich probiere das eigentlich mehr so sanft machen, wie es geht. Natürlich, jetzt mit Speedbar direkt auf den Berg zufliegen habe ich jetzt noch nie gemacht. Aber was ich halt mache als Wingover ist im Prinzip das Gleiche. Dass ich sage, wenn da ein bisschen Seitenwind ist, dann drücke ich da so einen schönen Wingover rein, wenn da alles passt und dann lande ich dann so. Aber jetzt so richtig mit Vollspeedbar, mit Vollrückenwind irgendwo reinhacken,

51:05Philipp Zellner

das wird sich da einmal verschätzt, weißt, da ist es halt einfach besser, wenn man auf Nummer sicher geht. Weil natürlich, wie gesagt, ich habe keine Spotty, nichts. Ich muss da auf mich schauen, dass ich da fit bleibe und dass ich mir nicht irgendwie Verletzungen zuziehe oder so, weil sonst bist du halt einfach verloren da hinten drin.

51:23Lucian Haas

Jetzt erzähl mir zum Ende hin noch eine andere Geschichte. Ich habe nicht gehört, du warst auch an der Rettung eines Piloten beteiligt, der irgendwo weit hinten in den Bergen mal abgestürzt ist. Ja, der ist ungefähr

51:36Philipp Zellner

30 Kilometer im Norden hinten gelandet. Nördlich hinter Bir ist das, oder wo war er? Genau, genau, hinter Bir. Also der ist da irgendwie ein bisschen in die Wolke gekommen, dann hat er irgendwie die Orientierung verloren und dann hat er gedacht, der fliegt Richtung Manali raus, ist aber eigentlich im Prinzip Richtung Parabangal reingeflogen. Und ja, jetzt bei der Rettung war ich selber nicht dabei, da haben sie mir einen Hubschrauber gerufen und am nächsten Tag, zum Glück, weil er eine Spotty gehabt hat, haben sie ihn am nächsten Tag mit dem Hubschrauber um 10 Uhr abgeholt. Er ist da im Bach drin gelegen mit seinem ganzen Equipment. Und das hat er natürlich alles hinten gelassen. Oh, die ganze Nacht im Bach verbracht, oder was? Ja, er ist dann neben dem Bach gewesen, aber er war schon nass. Also ich habe mit ihm geredet, einen Tag darauf, und er war nass und alles.

52:23Philipp Zellner

Und er hat ein bisschen eine Verirrung gehabt, weil er mich gefragt hat, ob das normal ist, dass seine Zehen immer noch kitzeln und ich sage, ja, das ist normal, wenn du gefroren hast.

52:36Philipp Zellner

Und ja, ich bin dann vier Tage später reingeflogen und habe mir das alles angeschaut. Und er hat mir Details gesagt, zum Beispiel habe ich die Punkte gewusst, wo er genau gelandet ist. Er hat auch gesagt, der Hubschrauber -Pilot hat zu ihm gesagt, ah schau, den Schirm hast du super platziert, den sieht man super gut von der Luft aus, das habe ich mal gemerkt. Und dann habe ich da in der Nähe ungefähr vier, viereinhalb aufgedreht und bin am Bach rausgeflogen und habe geschaut, ah ok, da unten liegt der Schirm. Und dann habe ich mir ungefähr so von oben angeschaut, wo könnte ich denn schlafen, wie wäre der beste Weg zum raufgehen, zum runtergehen. Und natürlich habe ich ihm da schon ein paar Bilder gehabt und habe gesehen, dass das ein Felsen ist, wo man sich abseilen muss und deswegen habe ich auch ein 100 -Meter -Seil dabei gehabt zum Abseilen und Klettergurtzeug und ja, gutes Schulwerk.

53:25Philipp Zellner

Dann bin ich da reingeflogen, auf drei, neun gelandet, habe da meinen Paraglider und meine ganzen Sachen nach und oben gelassen, was ich zum Beispiel nicht brauche zum Biwakieren oder zum Runterklettern, bin in den Zipfers gehabt, der Schirm und Gurtzeug. Und danach bin ich auf drei, vier runtergegangen, habe da unten quasi mein Basecamp gemacht, habe mir natürlich am gleichen Tag nochmal ein paar Videos runtergeladen, wie ich mir alles, so quasi Sicherungen, Knöpfe, wie das alles, einfach alles nochmal wiederholt, dass ich ja keinen Scheiß brauche am nächsten Tag. Und dann bin ich am nächsten Tag um fünf Uhr aufgestanden, um halb sechs bin ich dann runtergegangen, und habe mich abgeseilt und habe mir dann das Gurtzeug angeschaut. Das Gurtzeug war noch super, habe ich das rausgezogen aus dem Bach und der Schirm war halt komplett kaputt.

54:11Philipp Zellner

Also da ist halt vier Tage im strömenden Wasser, die war ungefähr ein bisschen weniger wie hüfthoch. Also da hat der Pilot zum Glück, wäre er ziemlich Glück gehabt, dass da nichts passiert ist, weil es wäre ungefähr zehn Meter dahinter wieder unter eine Schneemasse reingegangen. Also das hätte er wahrscheinlich nicht überlebt, wenn er da reingekommen wäre. Aber zum Glück ist das alles gut ausgegangen.

54:34Philipp Zellner

Dann habe ich ihm das Gurtzeug rausgemacht, den Schirm habe ich drin gelassen, und dann habe ich noch gewusst, ich habe eigentlich nur zwei gute Tage, beziehungsweise der Tag, wo ich hingeflogen bin, und der andere Tag, wo ich dann wieder wegfliege. Ich habe dann noch zwei Tage und dann habe ich mich ein bisschen geschleint und habe dann alles zusammengepackt und da raufgeklettert. Dann bin ich noch 100, 200 Höhenmeter raufgegangen, dann habe ich noch einen Bären gesehen. Einen Bären? Ja, genau. Einen Braunbär

54:59Lucian Haas

oder was gibt es da im Himmel? Ja, das

55:01Philipp Zellner

war ein Braunbär. Es gibt Schwarzbären auch, aber das war ein Braunbär. Da habe ich dann eher kurz ein Video gemacht.

55:10Lucian Haas

Und der hat freundlich geguckt in die Kamera, aber hat dich in Frieden gelassen oder wie?

55:15Philipp Zellner

Ja, der hat so schöne Flaschen gewonnen gehabt.

55:19Philipp Zellner

Nein, er war ganz entspannt, sage ich mal so.

55:24Lucian Haas

Wie nah warst du an dem dran?

55:26Philipp Zellner

Ja, so 20 Meter ungefähr. Also der hat schon richtig auf mich gestarrt. Der ist auf so einem Baumstumpf gestanden und hat so auf mich gestarrt. Dann habe ich mir gedacht, so, ich gehe die andere Richtung, kein Stress, bleib gerade da, du gehst vielleicht die andere Richtung. Und dann habe ich aber noch aufgedacht, dass ich in der Früh noch ein paar Nussen drin gehabt habe, was ich zum Frühstück gegessen habe und dass halbe die Backe noch hinten drin war. Und dann habe ich natürlich ein paar Geräusche gemacht, weil man denkt, er starrt mich schon die ganze Zeit an, ich gehe natürlich da. Und dann habe ich mir gedacht, auch gescheit ein paar Geräusche machen, vielleicht haut er ab. Und genau so war es dann.

55:59Lucian Haas

Das heißt, ein Risiko des Biwak -Fliegens im Himalaya ist auch, man könnte von Bären angefallen werden.

56:05Philipp Zellner

Ja, aber ich denke immer so, ich mache denen nichts und sie machen mir nichts.

56:11Lucian Haas

Dann bist du aber noch weiter hochgeklettert, hast immer dieses Gurtzeug mitgehabt und bist dann letzten Endes mit deiner ganzen Ausrüstung und diesem zusätzlichen Gurtzeug rausgeflogen. Wie hast du das gemacht?

56:22Philipp Zellner

Ja genau, dann habe ich das Gurtzeug natürlich alles getrocknet und bin mit allem Sachen dann, wieder von 3,4 auf 3,5 raufgegangen. Natürlich alles super schwer, wenn es auch teilweise nass war und so. Und dann bin ich da oben gestanden und habe mir gedacht, so, wir machen das. Und dann habe ich noch zwei so Bandschlingen dabei gehabt. Dann habe ich die Bandschlingen bei der Karabiner eingehängt und einmal über den Backsack bei den Tragegurten eingehängt. Und einmal komplett rund um den Backsack herum. Habe selbst zweimal gesichert gehabt, falls einmal irgendwas nicht so gut ging. Dass das ja nicht irgendwie abhaut. Das war mir ganz wichtig. Und ja, dann bin ich so bei 35 km/h Seitenwind mit dem ganzen Klumpa da gestartet.

57:10Philipp Zellner

Ich habe natürlich dreimal gebraucht, weil mit Seitenwind und du kannst nicht dem Schirm entgegenlaufen, wenn du direkt hinter dir nochmal eine Baktelzone hast. Ja, das war, sag ich mal, ich hätte gesagt, das war so ein Kung -Fu -Start.

57:25Lucian Haas

Also Kung -Fu Panda 2 war das dann? Ja, genau.

57:33Lucian Haas

Ja, schön. Aber sag mal, wie kommt man auf die Idee zu sagen, der ist da hinten irgendwo abgestürzt, 30 km weg. Ich fliege jetzt dorthin und rette dessen Ausrüstung. War das deine Idee oder hat er dich gebeten oder wie kommt man da drauf?

57:47Philipp Zellner

Nein, das war einfach meine Idee, weil ich habe schon so viel erreicht gehabt in den letzten Tagen. Und ich war schon die ganze Zeit immer so, was könnte ich denn noch machen? Was wäre denn noch cool? Und dann habe ich eben gehört, dass der da hinten reingelandet ist. Und dann, wo ich gehört habe, dass der super rausgekommen ist wieder und nichts passiert ist, dann meine ich, das war eigentlich eine Mission. Da reinfliegen und das da wieder rausholen.

58:07Lucian Haas

Das heißt, man muss sich dann, auch wenn man so lange dann vor Ort ist, irgendwelche Aufgaben setzen sozusagen?

58:13Philipp Zellner

Ja, ich habe auch gerne so eine Aufgabe. Und am liebsten habe ich so eine Aufgabe, wo man sich natürlich schon ein bisschen reinbeißen muss. Und ja. Wo jetzt nicht alles einfach ist. Ich bin ja dort zum Beispiel in Manali gestartet und in Manali, weil, wo das passiert ist, haben sie das Bier wieder gesperrt. Und in Manali hat man aber noch starten dürfen. Und dann bin ich den ersten Tag in Solang gewesen und dann ist es da aber nicht gut gewesen zum Starten. Dann ist ein Sturm reingekommen. Danach bin ich mit meinem ganzen Equipment von 2.000 auf 3.000 draufgegangen am nächsten Tag. Und bin dann dort gestartet und dann von da weg bin ich dann reingeflogen.

58:49Lucian Haas

Und der Pilot hat sein Gurtzeug zurückbekommen? Was hat er dir dann gesagt? Ist er aus allen Wolken gefallen? Oder wusste er, dass du auf dem Weg bist?

58:57Philipp Zellner

Nein, er hat das schon gewusst, weil ich mich mit ihm in Manali getroffen habe und habe mit ihm gequatscht. Und er hat von Anfang an gesagt, alles was du da rausholst ist deins, weil er dort ist sowieso nicht. Er schickt da keine Leute rein. Weil da musst du mindestens fünf Tage reingehen, dass du in dem nächsten Tal oder im nächsten Ort bist. Der Ort ist zum Beispiel nur zehn Kilometer weg, aber du musst dort fünf Tage reingehen. Und der Ort besteht mit fünf Häusern und einem Heli -Badge.

59:26Philipp Zellner

Und er hat gesagt, das ist die Sache nicht wert und alles was du da drin findest, das kannst du da behalten, das ist dann deins. Und jetzt ist es

59:34Lucian Haas

deins, hast du es noch?

59:36Philipp Zellner

Ja, ich habe es schon verkauft. Was war es für ein Gurtzeug? Es war ein Neo -Suspender. Oh, sogar ein recht wertvolles Ding. Ja, ja, aber wie gesagt, ich kann nicht alles mitnehmen und mit dem Flieger hätte ich noch übergepackt zahlen müssen. Dann habe ich gesagt, ich lasse es in Indien.

59:53Lucian Haas

Aber ich meine, so kann man sich ja auch einen Urlaub finanzieren, indem man sagt, pass mal auf, ich fliege immer die Ausrüstung raus, die andere Piloten irgendwo in den Bergen hinterlassen und dann verkaufe ich sie. Und am Ende, Indien ist nicht so teuer, dann komme ich damit zurecht, wenn ich so einen Neo -Suspender da irgendwie verkaufe.

1:00:10Philipp Zellner

Ja, das passt auf jeden Fall.

1:00:14Philipp Zellner

Nein, die anderen haben mir schon gesagt, nächstes Mal runter. Ich glaube, das ist nicht nur Hubschrauber, sie sagen einfach mir Bescheid.

1:00:19Lucian Haas

Ja, kannst du ein neues Unternehmen da machen.

1:00:21Philipp Zellner

Ja, dann kann ich mit Tandem da reinfliegen und die rausholen.

1:00:28Lucian Haas

Jetzt bist du aber wieder zurück in den Alpen und da hast du vorhin schon gesagt, du fliegst Tandem im Sommer, du hast da dein eigenes Tandem -Unternehmen an der Hohen Salve, Tirol eher.

1:00:39Philipp Zellner

Ja, genau.

1:00:41Lucian Haas

Wie ist es denn für dich, wenn du so in diesen, ich sage mal, Alltag zurückkommst? Wenn du nach so vielen abenteuerlichen Sachen, die du da erlebt hast im Himalaya und jetzt bist du wieder in Termine eingebunden, musst was absprechen mit Leuten, wann du was, wie fliegst und dann machst du halt seine kurzen Tandem -Flüge, vielleicht 20 Minuten oder sowas. Wie fühlt man sich da, wenn man davor eigentlich die absolute fliegerische Freiheit genossen hat und jetzt ist man der Tandem -Pilot halt?

1:01:08Philipp Zellner

Ja, es ist ja auch wieder schön, dass man wieder so in die Routine zurückkommt. Das ist ja, also es hat sich im Prinzip ja nicht viel verändert für mich. Also es ist ja alles gleich geblieben, zum Beispiel hier zu Hause, du kommst zurück, du hast deine alten Kollegen, du hast wieder deine Passagiere und du fliegst wieder. Also von mir, ich bin halt gerne in der Luft und das ist das Einzige, was zählt. Das ist halt das Beste. Oder wenn man jetzt zum Beispiel beim Paragliden gut sein will und dann vielleicht noch irgendwie aus das arbeitet. Also ich verbringe halt meine Zeit viel in der Luft und das ist für mich wichtig.

1:01:43Lucian Haas

Aber so dieses Tandem -Fliegen im Vergleich zu diesem super spannenden Fliegen, was du da in den Hochbergen vom Himalaya machst, wird dir das dann manchmal langweilig oder sagst du wirklich, das ist eigentlich gefühlt eine ganz andere Geschichte?

1:01:57Philipp Zellner

Nein, es ist gefühlt eine andere Geschichte, weil du zeigst ja da eigentlich jedem anderen Piloten oder beziehungsweise anderen Passagieren zeigst ja du, was du magst. Du zeigst immer nur die Kleinigkeit, was du magst, oder? Es gibt natürlich ein paar, ich biete jetzt zum Beispiel so Streckenfliege mit dem Tandem auch an. Das ist alles, weißt du, wenn jetzt einer sagt, er will da eine Stunde lang Strecken fliegen oder sowas, das ist alles kein Problem, das mache ich natürlich auch gerne. Und es kommt immer wieder mehr, dass die Leute wollen einfach länger in der Luft bleiben. Das ist dann richtig cool, wenn man halt mit einem zweiten Passagier dann so lange fliegen kann. Und wir sind jetzt auch beim schauen, ob wir nicht was in Indien machen, dass wir entweder so Bivouac -Guiding machen oder beziehungsweise mit Tandem. Wenn jetzt einer sagt, okay, er will das machen, da können sie mich gerne anschreiben und dann mache ich halt so Sachen.

1:02:49Lucian Haas

Bei den Piloten jetzt in den Alpen, oder nicht Piloten, bei deinen Passagieren jetzt in den Alpen, die sagen, ich will auch Streckenflug machen. Hast du da noch manchmal quasi gestandene Piloten, beziehungsweise schon ausgebildete Piloten, die sagen, hey, vom Philipp kann ich sicherlich was lernen? Ich gehe mit dir Strecken fliegen und du erklärst mir mal, wie und was du da genau machst?

1:03:09Philipp Zellner

Ja, auf jeden Fall. Also ich sage, man kann ja auch bei irgendwas lernen. Das Wichtige ist halt dann, dass man halt das alles schön erklärt, oder? Wenn jetzt ich da hinfliege, warum fliege ich da hin? Warum kommt man vor? Der Wind, die Thermik, woher das kommt? Und natürlich können viele Leute da auch was daraus lernen, oder? Weil das ist halt einfach, ich sage mal, Tandem fliegen ist halt, zufällig, da wo ich noch einen Rekord gemacht habe im Bier, habe ich einen Tandem -Rekord auch gemacht.

1:03:32Lucian Haas

Auch noch? In diesem Jahr?

1:03:34Philipp Zellner

Ja, das war in drei Tagen habe ich drei Rekorde gemacht.

1:03:39Lucian Haas

Erst den 270er, dann den 222er FAI und dann hast du noch den Tandem -Rekord hinterhergeschoben.

1:03:44Philipp Zellner

Ja, die 139 habe ich einen Tandem -Rekord gemacht. Und da bin ich mit den Einheimischen auch hinten reingeflogen und habe ihm gesagt, schau, jetzt drehen die anderen alle gut auf mit den guten Schirmen. Also die haben halt alle die Hochleister gehabt. Und dann habe ich gesagt, schau, wir fliegen jetzt mit dem Tandem da tief rein. Ich weiß, dass da der Wellewind ein bisschen reindrückt, also der Talwind. Und dass sie oben gegen den Wind fliegen müssen und wir fliegen mit dem Wind. Ich weiß, es ist eine gute Stelle, da drehen wir dann auf und dann wirst du sehen, haben wir es alles überholt. Und genau so ist es gewesen. Also ich habe ihm da genau das erklärt, wo da alles gut zum Fliegen ist und wie du da mit dem Wind reinfliegen kannst. Und natürlich musst du da immer reinaufpassen, falls irgendwas nicht funktioniert, dass du wieder rauskommst. Aber wie gesagt, ich fliege da schon so oft und das Gebiet, das kenne ich ganz gut.

1:04:30Philipp Zellner

Und das habe ich ihm gezeigt und die anderen alle so, das gibt es ja nicht. Da überholt uns der Philipp schon mit dem Tandem.

1:04:38Lucian Haas

Und dein Passagier, der da mitgeflogen ist, hat der Schiss gehabt? Ich meine, du sagst ja, das funktioniert, das machen wir da und wir fliegen tief hinten ins Tal rein. Ist ja vielleicht auch erstmal eine Überwindung für den, der vorne sitzt und denkt so, ach du Scheiße, der muss schon wissen, was er tut da hinter mir.

1:04:54Philipp Zellner

Ja, auf jeden Fall. Wie gesagt, ich bin da drüben halt so ein bisschen eine Legende und da vertrauen wir die Leute halt erstens. Und zweitens, mit ihm bin ich schon ein paar Mal da hinten reingeflogen. Er wohnt da hinten drin, ein bisschen weiter hinten drin ist eine kleine Ortschaft, da wohnt er. Und dann hat er mich mal gefragt, ob ich mit ihm da hinten reinfliege und über sein Tal da fliege. Und dann habe ich gesagt, ja fix, tun wir das, überhaupt kein Problem. Das ist das, was mir halt auch richtig taugt, wenn man die Leute, so wie beim Tandem, da kannst du das richtig coachen, oder? Du bist da richtig da und kannst ihnen sagen, warum du genau da hinfliegst und warum du das jetzt machst. Das finde ich halt, ja, da schauen wir mal, vielleicht bauen wir das da in einem Bier ein bisschen aus, dass man da sagt, okay, man kann da so Coaching, entweder Tandem oder Biwak.

1:05:40Philipp Zellner

Einfach nur ein Guideservice machen oder sowas. Das wäre schon ganz cool, wenn man den Leuten was beibringen kann und so, das gefällt mir auch ganz gut.

1:05:48Lucian Haas

Das heißt, du planst jetzt auch schon wieder, okay, den Sommer bin ich jetzt an der Hohensalbe, fliege da meine Tandems und dann fliege ich im Oktober wieder nach Bier und mache dann da vielleicht meine Coachings und sonstige Arbeiten. Ja,

1:05:59Philipp Zellner

dass ich vielleicht sage, ich habe da ein paar Leute oder keine Ahnung, dass ich eine Woche das mache oder keine Ahnung. Weil mich hat der Kollege drüben gefragt, der will da etwas aufziehen und der hat mich gefragt, ob ich da mitmache. Und ich sage, ja, ja, wenn du etwas hast, ich glaube es gerade immer nicht, dann machen wir etwas. Weil jetzt habe ich da schon ein bisschen einen Namen von dem her, ja, was heißt Name, nicht wirklich. Aber wie du sagst, die Medien haben schon ein bisschen aufgezeigt, dass ich da irgendwo einen Rekord geflogen habe.

1:06:25Lucian Haas

Die Himalaya -Legende.

1:06:27Philipp Zellner

Ja.

1:06:31Philipp Zellner

Ja, so außerhin brauchst du mich jetzt nicht.

1:06:36Philipp Zellner

Ja.

1:06:38Philipp Zellner

Ja.

1:06:41Lucian Haas

Gut, Philipp, ich danke dir für dieses schöne Erzählen. Himalaya -Legende und Kung -Fu -Panda gefällt mir sehr gut. Ich hoffe, dass die Leute Spaß dabei gehabt haben, das dann jetzt auch anzuhören. Ich danke dir fürs Erzählen, hab noch viele, viele Abenteuer. Ja, danke. Ich hoffe, du wirst immer, immer wieder sauber landen, auch ohne Spot und inReach und sonstiges da immer rauskommen. Ich wünsche dir dafür auf jeden Fall, die Skills hast du ja, aber dann vielleicht auch im Extremfall vielleicht mal das nötige Glück. Und bin mal gespannt, was von dir da noch alles an spannenden Geschichten in deiner Zukunft noch kommt.

1:07:15Philipp Zellner

Ja, wunderbar. Ich bedanke mich auch noch einmal recht herzlich. Hat mich gefreut.

1:07:20Lucian Haas

Ja, sehr gerne.

1:07:27Lucian Haas

Wenn du schon bis hierhin zugehört hast, dann vermute ich mal, dass dir die Geschichten des Bierkönigs Philipp Zellner gefallen haben. So ein Podcast fällt freilich nicht vom Himmel. Ich stecke einiges an Zeit, Herzblut und Arbeit hinein. Professionelle Recherche, Redaktion, Aufnahme, Schnitt, Hosting und noch vieles mehr wollen irgendwie finanziert werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn du dazu einen Beitrag leistest als Förderer. Wie das ganz einfach geht, erfährst du auf der Website meines Blogs Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern. Auf Lu-Glidz findest du auch die Show Notes zu dieser Folge, mitsamt einer Reihe von zugehörigen Links, etwa zu den Tracks der Himalaya -Flüge von Philipp. Lu-Glidz steht im Netz unter www.Lu-Glidz.blogspot.com.

1:08:13Lucian Haas

Lu-Glidz schreibt sich Lu-Glidz. Mein Name ist Lucian Haas. Die nächste Podcast -Folge ist schon in Arbeit. Bis bald. Ciao.

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