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94. Walverwandtschaft - Torsten Siegel

// Torsten Siegel, Lucian Haas · 2022-10-28 · 01:07:08 · original episode

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[show notes]
Gin baut Gleitschirme neuerdings mit gewellten Eintrittskanten. Torsten Siegel erlebt spannende Zeiten als Konstrukteur. +++ Buckelwale haben ungewöhnliche Brustflossen. An der Vorderkante weisen sie wellenförmige Ausbuchtungen auf, sogenannte Tuberkel. Beim Schwimmen strömt das Wasser über diese Buckel und bricht sich in unzähligen Wirbeln. Die Tuberkel kanalisieren den Wasserstrom über den Flossen in streifenförmigen Bereichen mit wechselndem Turbulenzgrad. Das verstärkt zum einen den Auftrieb. Zum anderen kann der Wal seine Flossen steil anwinkeln, ohne dass es gleich zu einem krassen Strömungsabriss kommt. Dieses Prinzip aus der Natur findet sich neuerdings in Gleitschirmen wieder. Der Boomerang 12 von Gin Gliders weist keine gerade, sondern eine wellenförmige Eintrittskante auf. Dem Gleitschirm soll die Wave Leading Edge ähnliche Vorteile in puncto Auftrieb und Abrissverhalten bringen wie den Buckelwalen. Gin will sie künftig in allen Schirmmodellen implementieren. Für Torsten Siegel, seit zehn Jahren Konstrukteur und Testpilot für Gin, ist die Arbeit deshalb wieder sehr spannend geworden – weil sich mit einem Mal neue Möglichkeiten eröffnen. In dieser 94. Folge von Podz-Glidz spricht der 53-jährige freilich nicht nur über seine Begeisterung für die Wave Leading Edge. Er erzählt auch über seinen Werdegang und wie es ist, als Testpilot in Wettbewerben die eigenen Konstruktionen ständig mit der Konkurrenz vergleichen zu müssen. Immerhin ist er dabei sehr erfolgreich. Torsten fliegt seit 1999 für die Deutsche Nationalmannschaft, wurde 2014 Europameister und stand schon mehrfach in der Weltrangliste auf Platz 1. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Power Shutoff | Künstler: Craig McArthur Artist link: https://www.youtube.com/channel/UCraeCs8vcrAbsaFba35XLSQ Music promoted by Happy Soul Music Library https://happysoulmusic.com

[transcript]

0:02Torsten Siegel

Welche Möglichkeiten haben wir denn überhaupt noch im Gleitschirmbereich? Also wir haben festgestellt, dass noch mehr Zellen die Leistung nicht steigern. Wir können die Streckung nicht noch mehr erhöhen. Wir hatten in allen Bereichen Schirme entwickelt, aber es war einfach zu anspruchsvoll zu fliegen. Es hat wirklich nicht mehr so einen Spaß gemacht und der Leistungsgewinn war mehr oder weniger marginal oder nicht spürbar.

0:38Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Thorsten Siegel und ich bin Lucian Haas.

0:52Lucian Haas

Buckelwale haben ungewöhnliche Brustflossen. An der Vorderkante weisen sie wellenförmige Ausbuchtungen auf, sogenannte Tuberkel. Beim Schwimmen strömt das Wasser über diese Buckel und bricht sich in unzähligen Wirbeln. Die Tuberkel kanalisieren den Wasserstrom über den Flossen in streifenförmigen Bereichen mit wechselndem Turbulenz. Das verstärkt zum einen den Auftrieb, zum anderen kann der Wal seine Flossen steil anwinkeln, ohne dass es gleich zu einem krassen Strömungsabriss kommt. Dieses Prinzip aus der Natur findet sich neuerdings in Gleitschirmen wieder. Der Boomerang 12 von Gin Gliders weist keine gerade, sondern eine wellenförmige Eintrittskante auf. Dem Gleitschirm soll die Wave -Leading Edge ähnliche Vorteile in puncto Auftrieb und Abrissverhalten bringen wie den Buckelwalen.

1:42Lucian Haas

Gin will sie künftig aufbauen. Und sich in allen Schirmmodellen implementieren. Für Thorsten Siegel, seit 10 Jahren Konstrukteur und Testpilot für Gin, ist die Arbeit deshalb wieder sehr spannend geworden, weil sich mit einem Mal neue Möglichkeiten eröffnen. In dieser 94. Folge von Podz-Glidz spricht der 53 -Jährige freilich nicht nur über seine Begeisterung für die Wave -Leading Edge. Er erzählt auch über seinen Werdegang und wie es ist, als Testpilot in Wettbewerben die eigenen Konstruktionen ständig mit der Konkurrenz vergleichen zu müssen. Immerhin ist er dabei sehr erfolgreich. Thorsten fliegt seit 1999 für die deutsche Nationalmannschaft, wurde 2014 Europameister und stand schon mehrfach in der Weltrangliste auf Platz 1.

2:31Lucian Haas

Wenn dir der Podcast gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Blogs Looglides. Und zwar dort auf der Seite Fördern.

2:47Lucian Haas

Thorsten, einfache Frage, wie wird man Gleitschirmkonstrukteur?

2:51Torsten Siegel

Hm, die ist gar nicht so einfach die Frage. Wie vieles im Leben hängt ziemlich mit dem Zufall zusammen und den Situationen, wo man sich gerade befindet. Und bei mir kamen ziemlich viele spezielle Sachen zusammen und auf einmal bin ich seit über 30 Jahren Gleitschirmkonstrukteur.

3:13Lucian Haas

Welche speziellen Sachen waren es bei dir?

3:16Torsten Siegel

Ja. Ja, primär war es während dem Studium die Sache, dass mein Bruder mich zum Fliegen überredet hat und es sich dann interessanterweise recht gute Möglichkeiten ergeben haben, dass ich meine Studiumarbeit bei UP damals machen konnte und dann auch über das Wettkampffliegen, wenn ich als Testpilot da gearbeitet habe und das war eigentlich so ein Einstieg, der genau zu dem Zeitpunkt kam, als ich schon Bewerbungen für andere Firmen geschrieben habe. Ich habe bei Daimler Chrysler Aerospace ein wenig gearbeitet und gerade zu diesem Zeitpunkt gab es auf einmal die Möglichkeit, doch bei UP ein bisschen mehr zu machen und damit fing alles an.

4:06Lucian Haas

Hast du denn, was hast du studiert? Luft - und Raumfahrtingenieur oder was? Maschinenbau in Heilbronn und noch der gute alte Diplom -Ingenieur, ja. Das heißt, die Affinität zum Fliegen? Zum ganzen aerodynamischen Hintergrund und sowas, das kam einfach nur durchs Gleitschirmfliegen hauptsächlich und dann hast du gesagt, dann fuchse ich mich da weiter rein.

4:24Torsten Siegel

Das ist richtig. Ja, man hat ja auch Maschinenbauströmungslehre, was recht interessant war. Da hatte ich zwei Semester lang die Kurse belegt und das ist die Sache, sich dann da weiter rein zu spezialisieren, ist ja gerade im Gleitschirmbereich eigentlich relativ einfach und was ich dann da auch gemacht habe, ja. Ja.

4:46Lucian Haas

Ja. Ja. Lass uns mal ganz kurz durch deine Konstrukteurskarriere dann springen. Du hast gesagt, UP hast du angefangen, danach warst du aber auch noch bei Swing und jetzt bist du bei Gin.

4:55Torsten Siegel

Genau, ja. Ich war fünf Jahre zwischendrin bei Swing und bin im April, bin ich dann zehn Jahre bei Gin schon wieder,

5:06Lucian Haas

ja. Also 2013 hast du dann zu Gin gewechselt. Wie läuft sowas? Wird man richtiggehend abgeworben von so einem anderen Hersteller?

5:16Lucian Haas

Und dann kommt jemand zu dir an und sagt, hey Thorsten, ich sehe, du konstruierst da ganz nette Schirme für Swing. Willst du nicht für Gin konstruieren oder wie geht sowas?

5:24Torsten Siegel

Ja, das ist auch wieder im Gleitschirmbereich so, dass es gibt ja nicht so viele Möglichkeiten, auch gerade jetzt von den großen Firmen, wenn man da überlegt, wenn man wechseln möchte, wenn das Team vollzählig ist, ist es recht schwierig eigentlich, woanders zu arbeiten. In dem Fall war es wirklich so, dass bei Gin ein größerer Bedarf... Und bei mir kam auch noch die ganze persönliche Umstellung hinzu. Ich bin dann nach Kanada gezogen. Meine Frau und meine beiden Kinder leben jetzt hier. Deine Frau ist Kanadierin? Ist Kanadierin, ja.

5:59Lucian Haas

Ah, okay. Von daher kam dann auch das Ding, dass es heißt, lass uns in Kanada wohnen.

6:03Torsten Siegel

Genau, ja. Und das war die Sache auch, wo ich in Deutschland dann die Zelte abgebrochen habe. Und mit Gin ist es so, dadurch, dass die Firma sehr international tätig ist. Und auch viele Testpiloten immer zum Testen nach Korea rüberkommen. Hat das natürlich dann besser funktioniert auch, als wenn man jetzt bei Swing oder einer Firma arbeitet, die in den Alpen ansässig ist. Weil da ist es natürlich das Schlauste, dass man vor Ort ist. Und ja, so kam es eigentlich zustande, auch weil der Bedarf da war, weil die Produktpalette bei Gin wirklich mittlerweile auch sehr groß ist. Und da einfach ein zweiter Entwickler noch gesucht wurde und dann die Kombination noch als Testpilot und Wettkampffliegen war natürlich nahezu ideal.

6:57Torsten Siegel

Und da hat mein, der Michi Siegel ist jetzt nicht mein Bruder. Viele vertauschen das immer. Aber er hat bei Swing gearbeitet, Entschuldigung, bei Gin gearbeitet. Und da war es auch so, dass er uns so zusammengebracht hat ein bisschen. Gin kenne ich auch seit. 25 Jahre mittlerweile. Zusammen die, weiß nicht, auch in den USA die ersten Zweileiner getestet und hatten da beide ziemlich Probleme und haben das abends beim Bier immer ein bisschen erörtert, wie wir jetzt an Ozone rankommen. Und ja, man kennt sich natürlich. Und dann war einfach die Situation so, dass es wirklich sehr gut gepasst hat. Und das mittlerweile seit zehn Jahren jetzt. Liebst du deinen Beruf?

7:45Torsten Siegel

Ja, sicher. Ich muss sagen, nach wie vor ist es etwas sehr, sehr Spezielles.

7:54Torsten Siegel

Es kam ein bisschen auch daher, warum ich da rein bin. Mein Vater, der hatte klassische Nachkriegsgeneration, viel gearbeitet, hat einen Bekleidungsbetrieb mit 60 Leuten gehabt und stand da von morgens bis abends immer drin. Und mein Bruder und ich, wir haben uns dann ein bisschen die Sinnfrage gestellt und gesagt, okay, recht interessant ist das Leben ja nicht, wenn man nur arbeiten darf. So kam es eigentlich auch bei uns auf eine Art und Weise, dass wir der Fliegerei verfallen sind und diese Möglichkeiten, die wir haben und jetzt speziell ich in meinem Leben, muss ich sagen, sind ziemlich einzigartig. Und ich möchte eigentlich nichts davon missen, ja.

8:34Lucian Haas

Nun arbeitest du aber für einen südkoreanischen Hersteller, also eine südkoreanische Firma, die ganz speziellen Arbeitsethos wahrscheinlich auch hat. Wie passt das zusammen mit dem Freiheitsdenken? Ja, mein Vater hat so viel gearbeitet. Na gut. Arbeite ich halt für einen südkoreanischen Hersteller, der wahrscheinlich auch viel arbeitet.

8:51Torsten Siegel

Ja, hier wahrscheinlich arbeite ich jetzt mehr als mein Vater.

8:56Torsten Siegel

Es stimmt schon, also die, ich muss gerade sagen, die ersten Jahre waren ziemlich beeindruckend. Chin war dann auch noch ein bisschen jünger und es war wirklich, also Wochenende sind da eher selten, wenn es zum Fliegen geht und auch, wenn man abends noch was ändern kann, um es am nächsten Tag zu testen. Dann wird es auch schon mal sehr, sehr spät und das Essen wird dann in die Firma geliefert, bis man dann fertig ist. Es ist natürlich sehr speziell, wenn man an was arbeitet, für das man auch sehr begeistert ist. Also es ist eigentlich genau dieser Punkt, auch wenn wir in Korea sind, es gibt nicht so viele andere Dinge zu machen. Natürlich geht man mal gerne rennen oder raus, aber primär steht da schon das Projekt im Vordergrund, an dem man arbeitet und da vergeht die Zeit eigentlich brutal schnell.

9:47Torsten Siegel

Es ist eigentlich auch eher so, dass man abends denkt, ah, ich würde das gerne noch machen, dass es dann morgen weitergeht. Also es ist nicht so, dass man auf die Uhr guckt und sagt, naja, jetzt habe ich noch zwei Stunden zu arbeiten, sondern man ist eher überrascht, wie spät es jetzt schon wieder ist und dass man dann am nächsten Tag weitermacht.

10:05Lucian Haas

Wie häufig im Jahr bist du denn dann in Korea, um solche intensiven Arbeitsphasen zu erleben?

10:11Torsten Siegel

Ja, unsere Hauptsaison ist eigentlich, wo es fliegerisch auch sehr gut ist, ist Frühjahr und her. Sommer ist Regenzeit, das ist immer recht schwierig und Winter ist wie auch in Europa oder selbst hier in Kanada ist relativ kühl und auch da sind wir dann meistens woanders. Also ich bin so vier bis fünf Mal im Jahr drüben und jetzt gerade war jetzt zweieinhalb Wochen in Korea, bin jetzt wieder drei Wochen zu Hause und fliege dann im Herbst, also im November nochmal rüber und da machen wir dann intensive Sessions. Im Winter ist es oft so, dass wir uns in Mexiko treffen, da hat sich Valle de Bravo sehr gut angeboten und generell ein bisschen in Südamerika unterwegs sind und Sommer ist es dann eigentlich oft Europa, Schweiz oder ich bin in den USA, Salt Lake City zum Fliegen, wo wir uns dann auch wieder treffen und dort dann primär zum

11:09Lucian Haas

Testen arbeiten. Wenn du jetzt aber in Kanada bist, hast du in den Wochen frei, wenn du sagst, ich bin jetzt drei Wochen in Kanada oder sitzt du auch da ständig vor dem Rechner und musst noch an Irland? Ja,

11:21Lucian Haas

das ist

11:22Torsten Siegel

eigentlich eher so, wenn der ganzen Test Sessions und das ist eigentlich das Positive, wir sind dann in Gebieten, wo wir sehr, sehr viel fliegen und dann bleibt natürlich die ganze Office -Arbeit liegen und die ganzen Entwicklungen, was CAD -Simulationen, dann auch Zulassungen und generell die ganze A &D angeht, das ist das, was sich dann anhäuft und da habe ich genug zu tun.

11:48Lucian Haas

Und da sitzt du dann aber alleine in deinem Office und sagst, das ist so quasi Homeoffice in Kanada, Betrieb ist in Südkorea, aber du hast da deinen großen Bildschirm und bist wahrscheinlich immer online mit denen verbunden und kannst alles schnell hin und her schieben.

12:01Torsten Siegel

Ja, genau, ja, ich meine, das ist ja heutzutage und auch speziell nach Covid ist das ja mehr oder weniger gang und gäbe und dadurch, dass wir zwölf Stunden Zeitverschiebung haben, ist es eigentlich so, dass wir quasi 24 Stunden im Betrieb sind, also wenn es schön aufhört zu arbeiten. Dann haben wir meistens noch ein kurzes Meeting, dann fange ich an und wenn ich ins Bett gehe, übergebe ich an ihn wieder und natürlich sehr, sehr viele Meetings, mindestens einmal die Woche eigentlich, wo man sich zusammensetzt und die Sachen abklärt und dann bespricht, was jetzt als nächstes Sinn macht oder wo wir uns zum Testen treffen und wie es dann immer weitergeht.

12:38Lucian Haas

Wie läuft das eigentlich bei so einer Zusammenarbeit von verschiedenen Konstrukteuren? Bist du immer für einen speziellen Schirm als Hauptkonstrukteur dann verantwortlich? Oder ist es wirklich so, dass du sagst, ich teile mir die Sachen? Ich arbeite mit Jin und ich zeichne halt die einen acht Stunden und wenn der dann wieder aufgewacht ist, dann arbeitet der an den Files von mir genauso weiter.

12:58Torsten Siegel

Die Projekte sind schon ein bisschen geteilt, wo man sagt, jetzt jemand ist federführend, aber nichtsdestotrotz ist es eigentlich so, dass wir immer crosschecken, dass wir uns gerade die Designfiles zusammen anschauen oder auch beim Fliegen hergehen und sagen, man schaut sich es an und sagt, du gib mir noch was Fallen, mir ist was aufgefallen. Man guckt nochmal rein. Das muss ich sagen, das ist extrem gut, wie wir das eigentlich machen, weil dadurch fallen viele Sachen auf. Man hat genug Crosschecks, wir haben genug Piloten auch noch, die fliegen. Dadurch kann man einfach noch auf Dinge aufmerksam machen, die auffallen oder wir haben ja auch wirklich mehr oder weniger unendlich viele Parameter, die aufeinander einwirken und sich gegenseitig beeinflussen.

13:46Torsten Siegel

Und da ist es auch so, dass irgendwelche Alten. Erfahrung, Erfahrung, die man gerade jetzt mit einem neuen Schirm gemacht hat, sich teilweise übertragen lassen und von dem her wäre es fast dumm, wenn wir das nicht nutzen würden und uns gegenseitig eigentlich die Sachen nochmal kontrollieren, durchgehen zusammen und dann immer das Maximum rausholen, um einfach auch effizient und gut voranzukommen.

14:10Lucian Haas

Apropos Erfahrung, du bist ja jetzt schon alter Konstruktionshase, der Gina ist recht. Wie ist es, wenn ein junger Konstrukteur kommt? Würdest du sagen? Wem fehlt eigentlich die Erfahrung, um heute wirklich gute Schirme bauen zu können? Also wie viel Erfahrung braucht man wirklich, um einen wirklich guten Schirm bauen zu können?

14:28Torsten Siegel

Ich würde sagen, dass junge Ingenieure sicherlich weiter eingearbeitet sind in den ganz modernen CAD - und Simulationssoftware -Möglichkeiten, die sich anbieten mittlerweile und die auch sehr, sehr gut geworden sind.

14:45Torsten Siegel

Nichtsdestotrotz stellen wir wirklich fest, dass die Erfahrung, das Testen und das ganze Gefühlen. Das Gefühl dahinter auch noch einen extrem großen Einfluss hat und das geht einher dann selbst mit der Produktion. Wir haben textile Materialien und ein Schirm könnte beispielsweise im CAD perfekt sein, aber wenn dort die falschen Materialien zum Einsatz kommen oder man nicht genau weiß, wie es jetzt mit der Dehnung der Leinen funktioniert oder sowas, kommen Resultate raus, die schwer zu interpretieren sind. Oder man wundert sich, warum der Schirm jetzt nicht so gut fliegt. Da ist es natürlich ein extremer Vorteil, wenn man diese lange Erfahrung hat, die Schirme nicht gesammelt haben, weil es gibt dann immer wieder oft Lösungen, die einfach händisch gemacht werden, wo man einfach merkt, das können wir jetzt gar nicht abbilden im CAD oder die Simulation passt da nicht.

15:40Torsten Siegel

Und ich glaube, das ist für einen jungen Ingenieur relativ schwierig und da braucht es doch deutlich an Erfahrung.

15:50Lucian Haas

Nun hast du vorhin auch gesagt, du arbeitest auch als Testpilot für JIN. Also gehst immer wieder auch mit den Modellen, die du selber baust, testen. Welchen Anteil hat dieses Testen an deinem Arbeitsalltag?

16:01Torsten Siegel

Ja, das ist interessant. Früher war es sehr viel. Aber wenn ich mich an die Zeit von UP erinnere, da hat man mehr oder weniger an einem Modell gebaut und dann sehr, sehr lange probiert, es EN -konform zu machen. Mittlerweile bei unseren Modellen und ich glaube, es geht vielen Herstellern so.

16:20Torsten Siegel

Aber meistens sehr, sehr nahe dran. Also es ist eigentlich selten, dass man sagt, ein Schirm fliegt jetzt überhaupt nicht oder hat ein großes Problem primär. Und da muss ich ein JIN -Recht geben. Er sagt immer, wenn ein Schirm gut fliegt, dann ist er eigentlich auch sicher. Und das stimmt schon. Also wenn ein Schirm gut ausbalanciert ist und wenn man da schon ein sehr gutes Gefühl hat, wenn er einem gefällt, dann ist es selten so, dass er dann bei den EN -Manövern große Überraschungen hat. Und ja, die Zahl, die wir dort investieren, ist relativ gering geworden, muss ich sagen, weil die Schirme meistens auf Anhieb relativ gut passen schon.

17:01Lucian Haas

Liegt das auch daran, dass die Software so viel besser geworden ist? Also auch die Simulationssoftware? Oder ist einfach so viel mehr Erfahrung auch eurerseits da und auch allgemein vielleicht in der Branche die Erfahrung nach 30 Jahren Gleitschirmfliegen so viel besser, dass man sagen kann, die Schirme, die heute gebaut werden, da kommt eigentlich kein Schrott mehr erstmal raus. Sondern das ist eigentlich alles schon mal brauchbar.

17:24Torsten Siegel

Ja, es ist eine Kombination von allen. Auch die Sache, was wir ja gesehen haben, ist, dass die letzten Jahre oder sowas gibt es ja keine revolutionären Designs eigentlich mehr. Es ist ja alles auf einem sehr hohen Niveau weiterentwickelt worden. Und wenn man überlegt, welche Probleme man dann auch hatte, also eigentlich von nahezu fünf Linern im Wettbewerbsbereich. Wir hatten D -Line mit E -Abspannung hinten noch, dann zu Drei -Linern und Zwei -Linern, zu den Stäbchenkonstruktionen. Das waren schon große Herausforderungen. Und mittlerweile sind wir in vielen Bereichen, was jetzt Leinanzahl, Zellenanzahl geht, Streckung oder sowas, haben wir uns auf ein Niveau eingependelt, in dem es recht selten noch extrem drüber hinausgeht.

18:19Torsten Siegel

Und deshalb kann man... Kann man das natürlich immer besser handhaben mittlerweile.

18:26Lucian Haas

Du baust alle Arten von Schirmen für Gin? Oder bist du spezialisiert auf hauptsächlich die Wettbewerbsschirme, die CD, CCC und was auch immer? Einfach im normalen

18:40Torsten Siegel

Schirmsegment bauen wir eigentlich alles zusammen. Das liegt so ein bisschen daran, wo man gerade dran war. Und manchmal ergibt es sich dann, dass man sagt, naja, man macht für zwei, drei Jahre dann eher die... Die Hochleisterschirme, so wie das so Oberrang 11 von Leopard war. Jetzt aktuell mit der Wave -Leading -Edge ist die Sache, weil Gin das mit der Universität angefangen hat, dass das jetzt wieder so ein bisschen runter tropft in die Klassen, sodass er jetzt an den nächsten Schirmen arbeitet. Ich an den Lohrschirmen, wo wir das auch probieren zu implementieren. Das ergibt sich eigentlich immer. Aber allgemein bauen wir zusammen eigentlich alle Schirme. Ein bisschen im Motorschirmbereich.

19:24Torsten Siegel

Und auch Mini -Wings. Ja, eigentlich die komplette Palette. Bis hin, ja, teilweise noch unterstützten bei der Kite -Entwicklung für Gin -Kites. So ist es eine große Bandbreite, ja.

19:37Lucian Haas

Du hast gerade das Thema Wave -Leading -Edge genannt. Super spannend. Da will ich ein bisschen später nochmal drauf zurückkommen, weil das finde ich schon eine wirklich sehr spannende Entwicklung. Vorher aber noch eine Sache. Testen bei dir heißt ja auch, du bist auch Wettbewerbspilot. Und fliegst auch. Ich glaube, seit 1999, da warst du gleich zum ersten Mal in der deutschen Nationalmannschaft oder sowas. Also bist wirklich seit vielen, vielen Jahren immer topmäßig dabei. Aber weil du auch Konstrukteur immer bist, hast du im Grunde auch im Wettbewerb immer deine eigenen Konstruktionen da geflogen und getestet. Ist damit für dich Wettbewerbsfliegen eigentlich auch einfach nur ein Job?

20:18Torsten Siegel

Sicherlich, ja. Also gerade früher, als es noch die offene Klasse war, war es, denke ich, eh noch viel anstrengender. Weil wir dort eigentlich jeden Wettbewerb genutzt haben, um neue Prototypen zu entwickeln. Das hatte Vor - und Nachteile. Bisweilen war es wirklich so, wenn die Schirme nicht sauber funktioniert haben, war es relativ schwer, sich auf den Wettbewerb zu konzentrieren. Weil wir mehr oder weniger dann die Nacht durchgearbeitet haben. Das war mehr so Paris -Dakar -mäßig als kleines Team, wenn man nachts über am Schirm schraubt, dass er am nächsten Tag hoffentlich besser fliegt.

20:48Lucian Haas

Du hattest aber nicht immer eine Nähmaschine noch damit.

20:52Lucian Haas

Nähmaschine nicht

20:53Torsten Siegel

unbedingt. Aber teilweise. Da gab es sicherlich die ganzen Situationen. Das waren schon abenteuerliche Sachen.

21:02Torsten Siegel

Doch, ja. Also Nähmaschinen hatte ich sogar auch ein paar Mal dabei, ganz sicher. Nicht bei den Übersee -Wettbewerben, aber in den alten war es schon so, dass wir auch gerade dann noch mit den Hinterkantenspannungen oder Spannungen generell gearbeitet haben, die wir dort geändert haben dann vor Ort. Also da wurde wirklich ziemlich viel gemacht. Gemacht. Als dann die offene Klasse gestorben ist, mehr oder weniger, was wahrscheinlich auch sehr sinnvoll war, wurde es ein bisschen ruhiger. Und jetzt haben wir ja die Möglichkeit, mit AFC -Schirm aber zu mal in den Wettbewerb zu kommen, was wir auch so vielleicht ein-, zweimal mehr machen, um neue Modelle zu testen.

21:45Torsten Siegel

Und es ist ein bisschen angenehmer, muss ich sagen, weil man kann sich mehr aufs Fliegen konzentrieren. Natürlich tritt man vielleicht teilweise nach seinem Schirm. Aber das sind Mieter. Minimale Bereiche. Und es macht, denke ich, also Wettkampffliegen für mich macht mehr Spaß als in den alten Jahren, weil man den Fokus jetzt ein bisschen anders setzen kann.

22:05Lucian Haas

Nur zur Ergänzung, RFC steht für Ready for Certification, also Schirme, die im Grunde schon dem geplanten CCC -Schirm entsprechen, aber halt erstmal nur von Wettbewerbspiloten, die zu der Firma gehören, geflogen werden im Wettbewerb.

22:20Torsten Siegel

Ja, genau. Ja,

22:21Lucian Haas

ja.

22:25Lucian Haas

Egal, ob im Wettbewerb oder auch anderswo, als Konstrukteur, kannst du da das Konstrukteursgen immer komplett ab-, also nicht immer, sondern aber trotzdem manchmal komplett abschalten? Oder geht es dir immer noch so, dass du denkst, du fliegst irgendwas und denkst, ah, hinten die Hinterkantenspannung, irgendwas ist da noch schief oder sonst was. Also, dass das bei jedem Flug in irgendeiner Weise hochkommt. Oder vielleicht, wenn du im Wettbewerb bist und einen Konkurrenten neben dir hast, also auch die Schirmkonkurrenz neben dir hast. Und dann siehst du, der steigt irgendwie besser als deiner. Und dass man dann denkt, aber was hat der jetzt schon wieder gemacht? Oder was fehlt bei mir? Also, hast du solche Gedanken dann beim Fliegen auch ständig?

23:05Torsten Siegel

Ständig nicht, aber sicherlich sehr oft. Es ist, gerade wenn du deinen eigenen Schirm neu hast und da schaust du natürlich am Anfang sehr genau hin. Teilweise auch, passt man es leicht seinen eigenen Vorlieben an. Und sobald das aber gemacht ist, muss ich sagen, denke ich an meinen Schirm eigentlich nicht mehr so oft. Das war eigentlich auch die schönste Zeit, als ich mal in Bumerang 11, ich hatte einen Schirm, der sehr gut funktioniert hat, den ich dann mehr oder weniger zweieinhalb Jahre am Stück geflogen habe. Das war für mich eine tolle Zeit, weil ich einfach genau wusste, wie der Schirm funktioniert. Und mir überhaupt keine Gedanken mehr darüber machen musste. Natürlich, wenn da andere Schirme da sind, speziell wie du sagst, wenn da was besser geht oder man sagt, na, ist da irgendwas leicht anders, dann wird man natürlich schon hellwach und fliegt auch gerne mal näher hin.

23:54Torsten Siegel

Und sich das anzuschauen, weil wir natürlich auch, wie ich es vorhin gesagt habe, alle auf einem Level angelangt sind, wo es sehr schwer ist, mehr aus den Schirmen herauszuholen. Also das Leistungsniveau hat sich sehr angeglichen. Den Enzo 3 gibt es jetzt seit, denke ich, fast vier Jahren oder so. Es geht jetzt ins vierte Jahr. Das ist jetzt früher nie gegeben. Und wir sehen jetzt auch andere Marken, die langsam eigentlich auf dem gleichen Niveau mitschwimmen, sodass es interessant ist, welche Konzepte möglich sind und wie weit man gehen kann. Aber was wir aktuell gesehen haben, ist, dass alle Versuche mehr oder weniger ein bisschen scheitern, weil es halt doch vielleicht ein bisschen mehr Leistung bringt, aber dann wieder andere Nachteile, die sich auf Handling oder die Sicherheit ausschlagen, sodass wir sicher ein Plateau haben, wo es sehr spannend ist, wie jeder probiert jetzt halt doch den nächsten Schritt zu machen, um weiterzukommen.

24:51Lucian Haas

Eine Frage habe ich trotzdem noch. Auch wenn die gesamte Branche so auf einem ziemlich hohen Level angekommen ist. Wenn so ein anderer einen Schirm hat und du merkst, der steigt irgendwie besser weg. Inwieweit versuchst du dann, also inwieweit guckt ihr dann wirklich tief in solche Schirme hinein? Sagt, ich leihe mir den mal aus, ich gehe mal damit fliegen, ich drehe den mal quasi auf links und schaue mir an, was hat der für besondere Lösungen innen drin, vielleicht baulich oder von der Spannungsverteilung, was man da von außen als erfahrener Konstrukteur, sicherlich schnell erkennen und sehen kann. Also macht ihr solche Fremdanalysen auch oder ist das heute mit moderner Konstruktionssoftware und Simulation und sowas eigentlich gar nicht mehr nötig?

25:31Torsten Siegel

Ja, meistens ist es so, dass wenn ein Schirm besser steigt, dass es das Fleisch ist, was unter dem Schirm hängt, was es ausmacht, also spricht der Pilot. In seinen Kopf zu schauen, ist immer ein bisschen schwierig. Es ist relativ selten, muss ich sagen, dass wir hergehen und was genauer anschauen. Natürlich haben wir Referenzmodelle von der Konstruktion. Konkurrenz, wo wir uns die Leistung vergleichen und sobald das angepasst ist, haben wir unsere eigenen Referenzmodelle. Ich denke auch, in dem Bereich bringt es relativ wenig, irgendwelche einzelnen Punkte zu kopieren oder abzukupfern, weil man immer auf sein Gesamtkonzept schauen muss. Und das ist einfach deutlich anders, allein schon mit der Entwicklungssoftware, wenn die nicht kompatibel ist, wie Spannungen berechnet werden und wie die Abwicklungen gemacht werden,

26:20Torsten Siegel

macht es. Sehr oft wenig Sinn, irgendwie zu sagen, wir implementieren jetzt irgendetwas, wo wir denken, von einem anderen Hersteller, das wäre besser, weil das fast nie in das Konzept passt. Es ist eher zu überlegen, wie man sein eigenes Konzept verbessert oder an welchen Stellschrauben man da arbeitet.

26:40Torsten Siegel

Und das ist eigentlich so mehr unsere Vorgehensweise.

26:45Lucian Haas

Wie häufig hast du im Wettbewerb schon auch trotzdem noch immer mal Frust geschoben, wenn du siehst, dass irgendwie der Schirm... eines Konkurrenten irgendwie besser geht?

26:57Lucian Haas

Das waren

26:58Torsten Siegel

die meisten Jahre meines Wettbewerbsfliegens.

27:04Torsten Siegel

Irgendwie war das Gras immer grün auf der anderen Seite. Das klingt

27:08Lucian Haas

aber so, als hättest du immer die schlechteren Schirme

27:09Torsten Siegel

gebaut. Ja, es ist, wenn man es sich anschaut, in den ersten Jahren, wo ich angefangen habe, war Firebird, sogar LDK hatte da ganz interessante Schirme. Dann die Cloud. Dann war es auch das mit den glorreichen Jahren von Advance mit dem Kriegel Maurer, als er mehr oder weniger alles dominiert hat. Da ist ja zu der Zeit kein Pilot rangekommen. Das war für zwei, drei Jahre, war das für den Kriegel, glaube ich, die genialste Zeit seines Wettkampffliegens und für alle anderen Piloten relativ frustrierend. In der offenen Klasse MacPara, die extrem schnelle Schirme mal entwickelt haben, wo die Wallitzsch Brüder ein, zwei Jahre dominierten, mit der hohen Geschwindigkeit.

27:56Torsten Siegel

Dementsprechend war es so, wenn man der Firma treu geblieben ist. Ich denke, bei UPI werden teilweise richtig gute Produkte. Aber es gab natürlich immer eine sehr große Konkurrenz. Und bei Swing haben wir lange probiert, richtig ranzukommen. Aber das war alles in dieser Umbruchsphase vom Vier zum Drei zum Zweileiner. Da war das dort sicherlich gerade eine sehr schwierige Zeit, immer wieder Schritt zu halten. Mit den kompletten Neuentwicklungen, das war wirklich in diesen fünf Jahren, war das mehr oder weniger eine Revolution. Selbst dann mit den Carbonstäben, als Osona mit dem BBHPP rausgekommen ist.

28:37Torsten Siegel

Und dann ist es jetzt natürlich so, mit Jin, mit der Erfahrung, auch der ganzen Boomerang -Serie, habe ich dann auch meine erfolgreichsten Jahre gehabt, wo das Material dann wirklich sehr, sehr gut gepasst hat. Und wir uns... Und ja, seit Jahren mit Osona und Nifio duellieren. Das sind so in der letzten Zeit die Verbliebenen. Und mehr oder weniger jetzt mit ein paar kleineren Firmen, die wieder hochkommen, wird es sicherlich noch interessant werden.

29:12Lucian Haas

Du hast gesagt, im Grunde so große Leistungssteigerungen sind nicht mehr möglich. Konstruktiv sind eigentlich die Gleitschirme ziemlich weit ausgereift. Erinnern sich auch von Firma zu Firma. Also es ist alles sehr ähnlich aufgebaut und sowas. Jetzt kommt aber, was wir vorhin schon angesprochen hatten, Jin mit einer neuen konstruktiven Technik daher, zumindest was die Konstruktion der Eintrittskante selbst betrifft. Und das Ganze heißt Wave -Leading -Edge und ist dann eine gewählte Eintrittskante, also wo die nicht auf einer Linie liegt, sondern mal ein paar Zellen weiter vorne sitzen und da wieder zurückgesetzt, jetzt nicht in Stufen, sondern wirklich als Welle gedacht. Erzähl einfach. Erzähl einfach mal, was hat es damit eigentlich auf sich? Ist das einfach nur so wie Advance die Öhrchen hat und das sieht toll aus?

30:00Lucian Haas

Hat jetzt halt Jin eine gewählte Eintrittskante, sieht auch interessant aus? Oder was steckt wirklich dahinter?

30:07Torsten Siegel

Ja, es sieht sicherlich interessant aus. Und ich muss auch sagen, als ich es das erste Mal gesehen habe, habe ich gedacht, um Gottes Willen, was hat er jetzt gemacht?

30:17Torsten Siegel

Und es war ein wirklich sehr interessanter Ansatz, den sie verfolgt haben, weil es genau um die Thematik ging, welche Möglichkeiten haben wir denn überhaupt noch im Gleitschirmbereich? Also wir haben festgestellt, dass noch mehr Zellen die Leistung nicht steigern. Wir können die Streckung nicht noch mehr erhöhen. Wir hatten in allen Bereichen Schirme entwickelt, aber es war einfach zu anspruchsvoll zu fliegen. Es hat wirklich nicht mehr so einen Spaß gemacht und der Leistungsgewinn war mehr oder weniger marginal oder nicht spürbar. Und speziell dann in sehr starken oder harten Bedingungen oder sowas, war es dann eher sogar negativ, dass man es gar nicht ausfliegen konnte und einfache Schirme dann wieder einen Vorteil haben.

31:04Torsten Siegel

Also war die Überlegung, welche Möglichkeiten bieten sich denn überhaupt? Und das war die Sache, was man in Jin wirklich lassen muss. Er ist jemand, der wirklich gerne außerhalb der Box, der Norm denkt und dann mit der Unternehmenskette. Und dann hat die Universität in Korea, wo er der Uni ist, wirklich einen extrem guten Partner gefunden hat, die genau auf solche Sachen spezialisiert sind. Da dann die ersten Ideen kamen, was gab es, was wurde im Gleitschirmbereich noch nicht richtig ausprobiert und wo sind unsere Probleme und wie können wir die ändern oder wie können wir Parameter, mit denen wir aktuell gefangen sind, in Zukunft doch wieder arbeiten, um dort Sachen zu verbessern. Es war einfach diese Box, in der wir uns gerade befinden,

31:51Torsten Siegel

zu sprengen, mehr oder weniger, um neue Sachen auszuprobieren. Und das war am Anfang ein Weg, wo ich auch sagen muss, war ich relativ skeptisch, weil es natürlich sehr viele Probleme bereitet, auch das abzubilden, die ersten Prototypen zu bauen. Und dann kamen aber auf einmal die Tage, wo man das Potenzial erkennt. Und das war für uns alle extrem aufregend, muss ich sagen, weil es relativ selten stattfindet. Das war... Wie wir es hatten mit den Zwei -Liner -Konstruktionen, das war vielleicht mal so eine Phase auch, wo man dann gesagt hat, wow, das funktioniert ja wirklich. Drei Jahre vorher hat man dann gedacht, alles außer dem Vier -Liner kann ich fliegen. Und ähnlich war es jetzt bei uns wirklich auch mit der Wave -Fleeting -Edge,

32:38Torsten Siegel

als die ersten Protos dann definitiv gezeigt haben, was es für Möglichkeiten auf einmal bietet, war natürlich eine extreme Begeisterung da.

32:48Lucian Haas

In den Anzeigen und in... In dem Video zu dieser Wave -Fleeting -Edge -Entwicklung und sowas, da wird immer gezeigt, als großes Bild im Hintergrund ist immer ein Wal zu erkennen, ein Buckelwal. Was hat der Wal mit dieser Wave -Fleeting -Edge zu tun?

33:05Torsten Siegel

Ja, eigentlich relativ wenig, weil wir ja fliegen und der Wal schwimmt. Aber die Idee oder diese ganzen Ansätze sind ja nicht unbedingt neu. Also wenn man auch mal ein bisschen googelt, wird man erkennen, dass es schon vor etlichen Jahren bei Flugzeugen, bei Ventilatoren und in Fähigkeiten, in vielen Bereichen Anwendungsbeispiele gab und die Idee war das halt aufzugreifen und zu schauen, welche Möglichkeiten hätte das denn ganz aktuell bei einem Gleitschirm. Und es ist halt einfach, wie wir es auch in dem Video zeigen und wie wir es dann auch festgestellt haben, es ist halt einfach die Art und Weise, wie die Strömung jetzt abreißt bei den Schirmen, die uns halt komplett neue Möglichkeiten geben, den Schirm zu gestalten.

33:53Torsten Siegel

Auch speziell, was die Profile, Profildicken angeht, bis hin dann zu einem Eins -zu -eins -Vergleich, wo man bei einem Schirm baut, einen konventionellen, einen mit der Wave -Fleeting -Edge, um dann die Unterschiede wirklich haargenau festzustellen. Und es ging dann so weit, was das Interessanteste war, dass das konventionelle Konzept eigentlich gar nicht richtig geflogen ist.

34:15Lucian Haas

Trotzdem nochmal zurück zu den Walen. Jetzt, wo ich es aufgegriffen habe, die Leute dann gucken, die Walen haben ja auch solche quasi gewellten Flossen an der Vorderkante. Wo dann so bestimmte Buckel dann quasi auf den Flossen dann auch sitzen. Hat der Jin diese Flossen gesehen und hat gesagt, so was will ich mal nachbauen mit dem Gleitschirm? Oder wie kam eigentlich die Uridee zu Jin dann hin?

34:39Torsten Siegel

Die Uridee kam von der Universität, die auf diese ganzen Gebiete spezialisiert ist, die sehr viel einfach aus dem Tierreich probieren zu kopieren. Das ist ein eigener Studium. Wir haben zwei Professoren gehabt. Einer von denen fliegt dann auch. Der ist dann mit uns mitgekommen und hat sich die Sachen angeschaut und die Ideen dann speziell mit unserer Problemstellung, die wir haben und wo wir hin möchten. Und das war dann eigentlich genauso dieser erste Ansatzpunkt, wo von der Universität die Idee kam zu sagen, okay, das könnte wirklich was sein, was ihr einbauen könnt, wenn das möglich ist.

35:24Torsten Siegel

Und Jin war auf Anni begeistert, weil er das mehr oder weniger, glaube ich, fast intuitiv das Potenzial gesehen hat und nicht die Probleme. Ich bin vielleicht zu deutsch, ich sehe erst die Probleme und dann das Potenzial. Und er hat sich wirklich da gleich draufgestürzt und auch zur Überraschung der Universität, die gesagt hat, wow, der legt ja wirklich gleich los und der setzt unsere Ideen um und bringt uns Resultate, mit denen wir weiterarbeiten können. Und dann zusammen haben sich beide halt auch für eine Unterstützung geworben, die sie gewonnen haben, wodurch wir dann auch die ganzen Windkanalversuche und alles finanzieren konnten. Weil das war dann letztendlich ein extrem großes Projekt, was auch sehr, sehr kostspielig war, um die ganzen Resultate halt rauszubringen.

36:12Lucian Haas

Inwieweit verändern denn diese Wellenformen an der Eintrittskante, inwieweit verändert das die Strömung auf dem Obersegel? Also was passiert da?

36:21Torsten Siegel

Ja, das ist einfach mit höheren Anstellwinkeln, heißt die Strömung halt einfach später ab, sie verläuft länger übers Segel. Und was wir als riesen Vorteil noch festgestellt haben zusätzlich ist halt auch, dass sich damit das ganze Sicherheitsverhalten von den Schirmen deutlich verändert. Das heißt, was wir bei allen Schirmen haben, die wir so gebaut haben, ist, dass das Vorschießen, was früher immer ein Riesenthema war und die Dynamik, dass die extrem reduziert ist. Also alle Schirme, die wir bis jetzt so gebaut haben, sind einfach von der Pitch -Stabilität extrem gut und das selbst bei wirklich großen Störungen. Durch diese Kombination mit dem verzögerten Abrissverhalten plus dieses Sicherheits -Plus ist es so, dass wir jetzt komplett neue Konstruktionen im Profilbereich,

37:16Torsten Siegel

in den dicken und in der ganzen, in der ganzen Aufteilung von dem Schirm machen können.

37:22Lucian Haas

Du hast jetzt als Vorteile genannt, zum einen ein späteres Abreißen des Schirmes, ein besseres Abrissverhalten. Dann hast du gesagt, es schießt weniger vor, wenn irgendwelche Störungen da sind oder sowas. Gibt es sonst noch einen Vorteil, den diese Wave -Leading -Edge direkt bringt? Das ist schon ziemlich viel für

37:39Torsten Siegel

uns. Ich meine, wir sind mit den Sachen extrem zufrieden, auch was ich gemeint habe, weil wir jetzt viele andere Parameter ändern können. Also wir können mit, ich meine, wir können mit, ich meine, wir können mit, ich meine, wir können mit, mit Profilen arbeiten, die einfach vorher nicht funktioniert haben oder die einfach mit einer normalen Eintrittskante sicher nicht funktionieren würden und können dadurch halt gerade die ganzen Parameter noch zusätzlich verändern. Die Wave -Leading -Edge als solche hätte jetzt nicht diesen Leistungsgewinn, den wir jetzt merken, sondern das geht natürlich einher mit den Möglichkeiten, die wir haben, jetzt die ganzen anderen Parameter zu verändern, speziell Profilgestaltung und Dicke.

38:18Lucian Haas

Wie ist das denn dann im Schirm selber? Sind dann, da sind ja quasi jede Welle, verteilt sich über mehrere Zellen. Hat dann jede Zelle im Grunde ihre eigene Profilform? Weil die einen, die stehen ja ein bisschen weiter vor, die anderen bleiben ein bisschen weiter zurück. Also ist in diesen beispielsweise rückversetzten Zellen, ist da dann das Profil auch ein anderes oder ist es einfach nur ein bisschen kürzer halt? Aber ansonsten ist die Profilform die gleiche. Oder wird da wirklich so differenziert, dass man sagen kann, da kann man ja ganz viel, auch neue Parameter da ganz fein dran arbeiten und da so einen Feinschliff dran machen?

38:52Torsten Siegel

Ja genau, also das sind jetzt die Sachen, wo wir weiterarbeiten, weil die Möglichkeiten sind jetzt natürlich genau das, das weiter zu optimieren. Und es war eh am Anfang erstmal das große Problem zu sagen, okay, wie viel Wellenform brauche ich überhaupt? Welche Winkel macht man? Wie gestaltet man das? Da gibt es ja auch unzählige Möglichkeiten eigentlich. Und nachdem wir das dann eigentlich optimiert und rausgefunden haben mit wirklich extrem vielen Prototypen, war dann genau der nächste Schritt zu sagen, okay, wie optimieren wir jetzt die ganze Gestaltung? Und das ist, wie du es schon erklärt hast, dass du jetzt natürlich hergehen kannst, kannst sagen, du machst jedes Profil anders, um das natürlich dann optimal wieder an die Konstruktion anzupassen.

39:39Torsten Siegel

Du weißt jetzt auch, da natürlich auch speziell für unsere Anwendungssoftware, mit der wir arbeiten oder sowas, sind jetzt auch viele, viele Neuerungen als nächste Schritte geplant, wo wir uns überlegen, wie wir das alles weiterentwickeln. Weil für uns ist das jetzt sicherlich erstmal der Anfang. Wir haben es in neuen Konzepten gesehen und in anderen Schirmen, dass es überall die gleichen Vorteile bringt. Also es geht jetzt runter in die unteren Klassen.

40:07Torsten Siegel

Und dadurch wird es natürlich so aussehen, dass wir auch von der Software, von der Abwicklung und von der Auslegung der einzelnen Profile, jetzt wirklich sehr, sehr viel gearbeitet haben, das weiter zu optimieren. Aber das sind die nächsten Schritte.

40:21Lucian Haas

Du hast gesagt, es geht auch in die unteren Klassen runter. Wie weit runter kann das denn gehen? Also wird es auch A -Schirme künftig mit einer Wave -Leading -Edge geben? In

40:31Torsten Siegel

den ganz unteren Klassen sind wir ein bisschen reglementiert, einfach wegen der geringeren Zellenzahl. Dadurch ist es schwieriger, die Wave -Leading -Edge so abzubilden. Wobei wir jetzt auch schon wieder neue Ideen hatten. Also wir haben es jetzt im Prototypen bis runter im B -Bereich gehabt, um einfach mal zu schauen, wie sich das auswirkt. Und deshalb kann ich auch sagen, dass es mehr oder weniger überall sehr, sehr positiv aussieht. Nichtsdestotrotz wird es da mehr Arbeit werden. Das ist ganz interessant, dass die Hochleister eigentlich einfacher abzubilden sind. Und in den unteren Klassen wird es schwieriger. Aber wir haben jetzt recht interessante Lösungsansätze.

41:16Torsten Siegel

Und ich denke, mit etwas Verzögerung wird das auch sicherlich in ein, zwei Jahren dort ankommen.

41:22Lucian Haas

Man könnte ja auch mit nur Teilzellen arbeiten. Ich kenne zum Beispiel von Abko frühere Schirme. Die hatten mal nur in dem vorderen Drittel, da haben sie quasi noch eine extra Zellwand reingezogen. Und dann waren die halt vorne nochmal geteilt. Nach hinten waren es aber dann die breiteren Einzelzellen dann so etwa. Und so könnte man ja im Grunde dann auch beim A -Schirm sagen, die Zelle ist zu breit für die Wave -Leading -Edge. Aber dann mache ich sie halt zumindest vorne kleiner, damit ich diese Edge dann entsprechend abbilden

41:50Torsten Siegel

kann. Genau, was man hinten als Mini -Rip hat, könnte man ja auch vorne machen. Jin hatte ja schon vor 20 Jahren, glaube ich, 15 Jahren das Patent auf sein erstes Ritchie -Foil mit den Verstärkungen auf der Oberseite. Das sind natürlich jetzt auf einmal wieder Lösungen, die man mal gehabt hat, die jetzt wieder aktuell werden. Und genau dann das ermöglichen, dass wir das dort gut ablegen. Es braucht ein bisschen mehr Arbeit und irgendwie will man auch das Gewicht und das Packmaß im Auge behalten. Dementsprechend ist es eine schöne Herausforderung gerade. Also ich freue mich jetzt richtig auf die Arbeit, auch bei den Schirmen. Dann auch was jetzt im ENC -2 -Liner -Bereich, was wir da gerade bauen. Das war richtig aufregend, das jetzt auch in Korea zu fliegen.

42:37Torsten Siegel

Und ja, wir lachen recht viel gerade bei Jingleiders, weil wir viel Spaß an der Arbeit haben.

42:45Lucian Haas

Weil auch richtig wieder was vorangeht. Man merkt, da ist wieder Drive drin. Es ist genau die

42:50Torsten Siegel

Sache, die Tage werden wieder länger, die Arbeitszeiten. Aber es ist genau so ein Punkt, auch ich muss sagen, weil wir so wirklich ein super Team haben. Weil jetzt mit dem Tim Bollinger unten und Martin und wir haben sehr viel Spaß bei der Arbeit zusammen und arbeiten alle da gezielt dran. So dass es einem wirklich nicht so vorkommt. Es ist definitiv mehr so eine Truppe von Freunden, die halt zusammen was machen dürfen. Es ist wie Weihnachten gerade.

43:28Lucian Haas

Dann haben wir vorhin über Erfahrung gesprochen und die alten Hasen und sowas. Jetzt kommt aber eine neue Technik, mit der du auch noch gar nicht so viel Erfahrung hast oder sowas. Was bedeutet das jetzt, wenn du jetzt am Rechner sitzt und da jetzt mit einer Wave Leading Edge irgendwas zeichnen musst? Und dir da was überlegen musst, aber sagst, Mist, da fehlt mir eigentlich der eigene Erfahrungshorizont. Als Hintergrund, von dem ich einfach sagen kann, ja, das funktioniert jetzt, diese Lösung. Super, oder? Es

43:57Torsten Siegel

ist einfach,

44:01Torsten Siegel

muss ich sagen, für uns als Konstrukteur oder was ich mag, sind natürlich solche Herausforderungen. Speziell, wenn man sieht, welches Potenzial es hat oder was man daraus macht. Es ist quasi so ein Baukasten, den man neu aufmacht und der einem wieder die Möglichkeiten bietet und wirklich eine sehr schöne Abwechslung reinbringt. Speziell ist auch wieder die Entwicklungssoftware weiter zu überarbeiten, um das entsprechend anzupassen, dass es in Zukunft einfacher geht.

44:34Torsten Siegel

Und dann habe ich natürlich mit Jim recht viel Rücksprache, weil er die meisten ersten Prototypen gebaut hat. Ich habe dort genug Erfahrung jetzt mittlerweile über die letzten zwei Jahre. Dass wir sagen, okay, diese Auslegungen haben nicht so funktioniert und wir haben jetzt ein paar Formeln uns zusammen erarbeitet, mit denen wir recht einfach eigentlich die Wave Leading Edge abbilden können. Und da schauen wir dann zu, wie wir es im Schirm implementieren. Je nach Streckung, Zellenzahl und Auslegung von dem Schirm.

45:08Lucian Haas

Wo liegt die größte konstruktive Herausforderung dabei?

45:13Torsten Siegel

Ja, wie du gesagt hast. Das ist eigentlich, dass wir bisweilen noch nicht so gut einschätzen können, wie das Endergebnis aussieht. Das war natürlich mit den konventionellen Designs deutlich einfacher, weil man mehr oder weniger schon fast alles ausprobiert hat. Und dann immer zu sagen können, okay, zu 80 Prozent wird das jetzt mal rauskommen. Natürlich gab es da auch immer noch einen Unsicherheitsfaktor. Bei den neuen Konzepten jetzt ist es so, dass wir bei ein paar Parametern nicht genau wissen, wie die sich immer umsetzen. Oder ob sie immer auswirken werden oder ob es immer denselben Einfluss haben wird. Also das sind auch viele Sachen, die wir neu überdenken oder wo wir ein bisschen alte Gewohnheiten über Bord werfen müssen, um da auch jetzt wieder das Optimum rauszufinden.

46:00Lucian Haas

Wenn man sich den Boomerang 12 anguckt, der ja schon fliegt mit der Wave Leading Edge und auch im Wettbewerb jetzt fliegt und auch mittlerweile frei verkäuflich auch erhältlich ist. Da ist ja diese Wave Leading Edge nur, sag ich mal, auf zwei Drittel des Flügels. Aber die Außenflügel sind jeweils noch ganz klassisch konstruiert. Warum?

46:18Torsten Siegel

Ja, wir hatten alle möglichen Variationen gebaut und entwickelt, auch über den Außenflügel hinweg. Was wir aber festgestellt haben da, dass es für das, was wir wollten, kein Vorteil war eigentlich. Und dass es deutlich besser ist, wenn der Außenflügel halt nach wie vor noch konventionell gebaut wird. Speziell was eigentlich dann die Stabilität vom Schirm angeht. Und auch die Leistung und Abspannung. Also das war ein Punkt, auch mit der Abbildung außen wurde es ein bisschen problematischer, auch weil der Druck dann nicht mehr so groß ist. Ich glaube auch in dem Video sieht man, dass wir jetzt sind bei dem Prototyp Nummer 23 angelangt. Es waren dann eigentlich dann auch primär die Tests aus dem Windkanal, die Versuche,

47:06Torsten Siegel

dann wieder ein Prototyp gebaut zu schauen, wie funktioniert es und dann auch wie fliegt er. Ich meine, das sind natürlich immer so Sachen, man kann zum einen die Leistung natürlich gut im Windkanal analysieren, optimieren und das Abreißverhalten. Aber wie ein Schirm dann wirklich vom Handling ist, wie er gerade bei den höheren Streckungen in sich bewegt und auch in der Thermik zu fliegen, ist es dann nochmal ein ganz anderer, ein zusätzlicher Punkt, der natürlich sehr schwierig zu simulieren ist.

47:43Torsten Siegel

Da waren es eigentlich viel Try and Error, bis man dann eigentlich an dem Konzept angelangt ist oder an dem Layout, wie es jetzt aktuell aussieht.

47:51Lucian Haas

Das jetzt mit dem Runterreichen in die unteren Klassen, auch mit weniger Streckung, dann entsprechende Anpassung der Parameter heißt dann aber auch wieder, auch dort werdet ihr wahrscheinlich deutlich mehr Protos brauchen, als ihr davor standardmäßig gebraucht habt wahrscheinlich.

48:07Torsten Siegel

Sehr wahrscheinlich, ja. Wir hatten jetzt schon, ich meine, es ist schon interessant, wenn so ein Konzept funktioniert und das auch runter zu skalieren ist relativ einfach und da auch was so eigentlich, dass jetzt nach dieser hohen Anzahl von Prototypen, die wir für den Boomerang gebraucht haben, es für die unteren Klassen schon ein bisschen weniger wird, weil wir haben jetzt mittlerweile Tools, auf die wir gut zurückgreifen können und es ist jetzt kein Schuss mehr ins Blaue, sondern eher was, wo man sagt, okay, mit dem ersten Prototypen ist man schon in einem Bereich drin, dass er gut fliegt und dass man die ersten Erkenntnisse gewinnen kann. Und auf dem sogar dann weiterentwickeln. Das ist nicht so, dass man sagt, man verwirft das jetzt nochmal alles, sondern eher in einem Bereich, wo man sagt, okay, man kann eigentlich gleich von dem ersten oder zumindest zweiten Prototypen einen Evolutionsprozess beginnen und die Sachen verbessern.

49:00Lucian Haas

JIN hat die Wave Leading Edge patentiert. Glaubst du denn, dass diese Technik so gut ist, dass sie vielleicht in Zukunft von anderen Herstellern übernommen werden könnte? Oder auch übernommen werden will, dass die sagen, okay, wir sind bereit, Lizenzgebühren dafür zu bezahlen, weil das bringt wirklich was? Rechnest du der Wave Leading Edge wirklich quasi was Revolutionäres in der Gleitschirmbranche zu? Also ich denke, dass es für

49:29Torsten Siegel

uns, für JIN Kleiders, sicherlich eine Zäsur ist, auch wie wir in Zukunft Schirme gestalten werden. Weil mittlerweile, und das ist das Schöne, dass eigentlich auch alle Testpiloten und das ganze Team überzeugt ist. Es ist jetzt nicht so, dass wir da zwiegespalten sind, sondern die Vorteile auch, das war speziell nach dem Superfinale in die Sentes, wo wir zwar noch nicht ganz da waren, aber wo wir alles erstmal festgestellt haben, wow, das ist wirklich was Großes für uns. Dementsprechend bin ich überzeugt, dass es für uns, also für JIN Kleiders, richtungsweisend sein wird. Es gibt, wie wir wissen, im Gleitschirmbereich viele Möglichkeiten, Ziele zu erreichen.

50:17Torsten Siegel

Ob jetzt Hersteller, natürlich werden Hersteller andere Wege gehen oder andere Möglichkeiten nutzen. Wenn es soweit ist, dass wir einen Vorsprung erreichen, ich meine, dann wird es zwangsweise so sein, dass andere Hersteller eventuell da auch aufsteigen wollen oder wir werden halt führend werden, was ja auch schön ist.

50:39Torsten Siegel

Es wird sich zeigen.

50:43Torsten Siegel

Die Sache, die ich definitiv sehe, ist aktuell, was ich vorhin schon angesprochen habe, wirklich das gute, sicherheitsrelevante Verhalten. Auch wenn man jetzt von einem Boomerang 11 auf einen 12er umsteigt, ist es fast so, als würde man eine Klasse niedriger fliegen.

51:03Torsten Siegel

Dadurch, dass ich jetzt auch in die Jahre komme, ist es für mich auch deutlich angenehmer...

51:37Torsten Siegel

Und das war sicherlich für viele Piloten der Fall. Ich glaube, der Erfolg wird kommen, wenn wir die Leistung haben, aber mit einem deutlich einfacheren Flugverhalten und Handling, was dann auch wesentlich mehr Piloten anspricht. Da denke ich auch, dass wir sicherlich jetzt auch im ENC -Bereich etwas sehr Interessantes auf den Markt bringen werden..

52:04Lucian Haas

Bonanza 3, der dann kommt, oder?

52:06Torsten Siegel

Genau, ja.

52:07Lucian Haas

Oder wird der wegen Wave Leading Agent einen eigenen Namen dann bekommen?

52:11Torsten Siegel

Das wird das Sales Meeting entscheiden, aber ich denke mir nicht, es sind einfach natürlich so Namen, auch wie Boomerang, die sind so eingeführt und

52:21Torsten Siegel

dort hat man dann auch keine Unterscheidung gemacht. Werden wir sehen, wie wir es machen wollen, aber ich hoffe, dass wir bei Bonanza bleiben. Das ist ein schöner Name.

52:32Lucian Haas

Nun habt ihr da ja ungeheuer viel Forschung reingesteckt. Soviel ich weiß, ihr habt dafür sogar staatliche Förderung erhalten, also Fördergelder von Südkorea, die gesagt haben, okay, ihr dürft hier in dieser Sache, sollt ihr mal forschen und dann arbeitet ihr mit einer Uni in Südkorea zusammen. Das sind ja eigentlich schon auf gewisse Weise paradiesische Zustände wahrscheinlich für einen Gleitschirmhersteller. Glaubst du denn, dass ohne solche Hintergrund, also staatliche Förderung und diese Uni als Unterstützer, dass überhaupt andere Hersteller so was nachbauen können?

53:06Torsten Siegel

Also ich glaube, sowas zu starten wäre sehr, sehr schwierig gewesen, weil einfach die ganzen Parameter oder die Erfahrungswerte, die man braucht, das wäre extrem langwierig gewesen. Und auch der technische Background, auch gerade was wir mit der Universität zusammen gemacht haben, auch von den Simulationen, ich meine, das wäre finanziell nicht möglich gewesen, wenn man das, wenn Schinkler das alleine gemacht hätte. Was wir alle wissen, ist, wenn ein Schirm in Serie geht und existiert, ich meine, was mehr oder weniger jener machen kann, ist, ein Schirm zu kopieren. Ich meine, also die Auslegung selber, die ist da und wir machen die ja aus einem gewissen Grund. Also das heißt, die

53:52Torsten Siegel

Grundparameter sind jetzt erstmal offen. Ich denke aktuell nicht, dass bis jetzt andere Hersteller das natürlich machen werden. Zum einen haben wir das Patent drauf, zum anderen muss es sich auch noch zeigen, längerfristig, wie weit wir dort kommen und was wir noch erreichen werden damit und wir sind, denke ich, erstmal an einem Anfang und bin aber extrem zuversichtlich, dass das uns über die nächsten Jahre einen größeren Vorteil bei Schinkler das bringen wird und dann wird man sehen, wie andere Hersteller reagieren. Aber es ist ja auch schön, mal vielleicht ein bisschen die Nase vorne zu haben und so sieht es für uns danach aus gerade.

54:38Lucian Haas

Wenn ich es richtig verstehe, ist eigentlich einer der Hauptvorteile, den du jetzt auch beim Boomerang 12 und sowas nennst, ist eigentlich das verbesserte Handling beziehungsweise die vereinfachte Fliegerei. Die Leistung ist gar nicht unbedingt, also die Nennleistung, die der Schirm von sich aus bringt, ist jetzt gar nicht mal unbedingt höher als bei einem Konkurrenzprodukt. Aber vielleicht die erfliegbare Leistung dann für den Piloten einfach eine höhere.

55:02Torsten Siegel

Genau, ja. Also das würde ich aktuell so sehen. Ich bin mir sicher, dass wir im Steigen extrem gut sind. Aber wir wissen halt auch immer, was der Pilot ausmacht, was jetzt natürlich noch in Zukunft hinzukommt und alles ein bisschen verfälscht sind die Gurtsäuge. Wir wissen, dass das Submarine eine extrem gute Performance hat, sodass auch da die 1 zu 1 Vergleich gegenüber der Konkurrenz natürlich ein bisschen schwierig sind. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass ein Boomerang mit einem Submarine die beste Wahl herkommt.

55:39Torsten Siegel

Soll ich mal bei Ozone anfragen.

55:43Torsten Siegel

Das ist das eine. Also ich denke fast jetzt nach den Erfahrungen würde ich fast sagen, dass unser Schirm vielleicht ganz leicht die Nase vorne hat, aber natürlich nicht so, dass man sagt, man braucht den, um zu gewinnen. Das ist zu minimal. Aber für uns der definitiv größte Fortschritt war dieses extrem einfache Flugverhalten. Der Schirm hat ja auch bei den mit dem 10 Zentimeter Beschleunigerweg, was bei der CCC vorgeschrieben ist, haben wir beim THV, ist als END durchgekommen. Wir haben ihn in Anführungsstrichen spaßhalber mal so testen lassen, auch weil wir das Resultat natürlich, weil das sehr interessant war, auch für unsere Förderung, um auch dort zu zeigen, was das System wirklich bringt, also welche

56:35Torsten Siegel

Änderungen es wirklich mit sich bringt, im Vergleich auf die Vorgängermodelle. Das ist ganz klar ein Punkt, der ausschlaggebend ist für den Boomerang 12. Das ist genau, wie du gesagt hast, eigentlich die fliegbare Leistung, die ein Durchschnittspilot damit haben kann sogar. Ich glaube, das ist der große Vorteil und war jetzt auch, muss man sagen, war ja beim World Cup in Südkorea und das war jetzt der erste World Cup, wo wirklich eine Riesenanzahl am Boomerang 12 auf einmal da war. Logisch war ein Heimspiel, wie so ein Bayern -München -Heimspiel. Aber auch da jetzt das ganze Feedback, was wir von

57:15Torsten Siegel

Piloten bekommen, die halt Wettkämpfe fliegen, aber jetzt nicht auf einem absolut hohen Niveau, war auch wirklich extrem gut. Und das Bestätigung ist eigentlich immer mehr, dass das Konzept wegweisend ist für uns.

57:29Lucian Haas

Trotzdem gerade im Wettbewerbsbereich ist ja auch noch Topleistung letzten Endes immer auch noch entscheidend. Ein Top -Pilot, der das auch einen anspruchsvolleren Schirm noch fliegen kann, dann kann er dann halt, wenn der dann jetzt einen Leistungsvorteil bringt, kann er das auch noch ausfliegen. Du hast gerade selber gesagt, Ozone hat mit seinem Submarine dann auch ein sehr aerodynamisches Kurzeug, was dann auch wieder im Gesamtgespann dann wieder deutliche Vorteile bringen kann. Ist sowas, wenn ihr das bei Gin sowas seht, heißt es dann, hey, wir müssen auch einen eigenen Submarine bauen, aber wie auch immer er dann genannt wird?

58:04Torsten Siegel

Das Interessante bei Gin, dass er nach all den Jahren den Wettkampfreiz nie verloren hat. Das ist wirklich jemand, der mit Herz und Blut im Wettkampfbereich noch tätig ist und ich glaube, jetzt ist ja die Asian Tour in Mungyong, die startet am Samstag und da wird der Gin mit einem Prototypen fliegen. Wir werden ein bisschen anderes Konzept machen und auch das wurde jetzt wieder die Entwicklung, die letzten drei Monate, auch wieder mit der Universität zusammen durchgeführt. Diesmal muss man es dummerweise selber zahlen.

58:44Torsten Siegel

Was aber auch wirklich sehr interessant ist, was ich schon gemeint habe mit Gin, dass er eine extrem hohe Motivation hat und auch, dass das Potenzial sieht und auch natürlich weiß, dass Osonda sehr gut gearbeitet hat, dass sie was entwickelt haben, was ich glaube, in Australien ist der Robert Bernhard und Bruce Goldsmith ist erst mal mit so einem Prototypen rumgeflogen bei einer Weltmeisterschaft. Denen war es dann ein bisschen zu warm da drin noch und dieses Konzept aber jetzt so weit zu machen, wie es der Lück und sein Team gemacht hat, muss man schon sagen, das ist Respekt, da haben sie denke ich die Grenzen und die Leistung im Gurtzeugbereich definitiv verschoben, also gerade auch was im Geschwindigkeitsbereich

59:32Torsten Siegel

angeht

59:34Torsten Siegel

und ja, wir werden, wir werden sicherlich nachlegen, also das ist das Ziel, wir haben das Genie Race 4 denke ich mal recht erfolgreich gehabt, aber sind damit jetzt hinten dran und was ich gesehen habe, was wir entwickeln, wird auch wieder sehr speziell sein und bin mir auch da ziemlich sicher, ja, dass wir innerhalb, wird ein bisschen länger dauern, aber dass wir da auch in einem Jahr oder so sicherlich mit was Gutem rauskommen und schon nächste Saison mit ein paar Prototypen fliegen werden.

1:00:07Lucian Haas

Bin ich ja mal gespannt, wie das dann bei euch aussieht, die Gin -Lösung davon. Du hast gerade zum Boomerang 12 gesagt, du wirst ja, oder im Zusammenhang mit Boomerang 12, du selber wirst auch älter, das passt dann auch, dass du so einen Schirm hast, der etwas weniger anspruchsvoll im Wettbewerb zu fliegen ist. Wie lange wirst du noch Wettbewerbe fliegen?

1:00:29Torsten Siegel

Das fragt mich meine Frau auch immer.

1:00:33Torsten Siegel

Ich ja, der Punkt ist einfach, der zum einen macht es mir nach wie vor noch sehr viel Spaß und solange wir in dem Bereich entwickeln, ist es halt auch einfach notwendig zu schauen, wie stehen wir mit den Modellen da. Ich meine, das war dasselbe. Ich war jetzt im April das erste Mal nach Covid wieder in Korea, bin mit dem Gin dann die Korean League mitgeflogen und es ist einfach auch schön zu sehen, dass selbst er in den Wettkämpfen noch munter mitfliegt und

1:01:05Torsten Siegel

ja, auch noch richtig gut Gas gegeben hat. Ich meine, das ist das Schöne eigentlich beim Gleitschirmfliegen, dass man in dem Bereich eigentlich relativ lang tätig sein kann und solange eigentlich da der Spaß und die Motivation noch da ist, werde ich das sicherlich noch eine Weile machen. Ich denke, die, natürlich jetzt die jungen Leute, die wir alle in Deutschland haben und zum Glück auch genug Nachwuchs, dass das mit der Nationalmannschaft sich irgendwann jetzt nicht mehr ausgeht, ist okay und ich habe auch mehr Interesse, muss ich jetzt auch sagen, Wettbewerbe hier in Amerika zu fliegen. Die US -Wettbewerbe, die einfach genial sind, auch nochmal was Neues, landschaftlich anders mit

1:01:51Torsten Siegel

richtig hoher Basishöhe, 5.500, 6.000 Meter, das sind so Sachen, die mich jetzt auch nochmal reizen, einfach um nochmal ein paar andere Sachen zu fliegen, aber ja, solange der Gin noch dabei ist, bin ich auch dabei und dann sehen wir mal. Wie viel? Wie viel älter ist der Gin als du? Ich glaube, uns trennen neun oder zehn Jahre.

1:02:13Lucian Haas

Na, dann hast du ja jetzt noch zehn Jahre quasi, wo

1:02:17Torsten Siegel

du mindestens noch dabei

1:02:18Lucian Haas

sein musst.

1:02:21Lucian Haas

Wenn wir schon so weit sind, letzte Frage jetzt, wenn du auf deine lange, auch wenn du immer noch jünger bist als Gin, aber auf deine lange Fliegerkarriere zurückschaust, was siehst du eigentlich als deinen größten Erfolg und was als deinen größten Misserfolg? Das muss jetzt nicht unbedingt nur Wettbewerb sein, sondern wo du sagst so, was ist dir da hängen geblieben?

1:02:47Lucian Haas

Ja, ich glaube, der größte

1:02:49Torsten Siegel

Erfolg

1:02:52Torsten Siegel

rein persönlich ist zum einen, dass ich mir in den Weh getan habe, richtig. Ich habe, glaube ich, nie einen Knochen gebrochen, aber das war vielleicht auch mehr Glück. Das Schönste, muss ich eigentlich sagen, ist die Freunde, die ich überall in der Welt gewonnen habe und mit den Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Ich glaube, das ist was, was man ein bisschen unterschätzt und was viele Leute, denke ich mal, die normale Arbeit nicht so haben, aber es war jetzt gerade in Korea wieder, sind so viele Freunde rübergekommen und wir hatten so eine gute Zeit zusammen und das ist schon außergewöhnlich. Das ist wirklich beglückend und ich glaube auch, je älter man wird, desto mehr wird einem bewusst, wie wichtig sowas ist. Man kann auch so einen tollen Job haben, aber wenn man nicht im Team gut

1:03:39Torsten Siegel

zusammenarbeitet und das ist auch das, was hängenbleibt am Ende, macht es gar nicht so viel Spaß und auch, dass das finanzielle natürlich irgendwo wichtig ist, dass man über die Runden kommt. Aber ja, was am Ende bleibt, sind eigentlich die ganzen Eindrücke und die Momente, die man mit Menschen erlebt hat, die das Gleiche teilen, wie zum Glück die meistens sehr liberal von ihrer Denkweise sind und die wenigsten von uns, die einen in irgendwelchen Grenzen denken und alles und deshalb ist es umso irritierender heutzutage, die Nachrichten zu verfolgen, weil ich glaube, ich lebe gerade in einem Paralleluniversum oder in einer anderen Welt und das muss ich sagen, das ist das Glücklichste eigentlich, was ich beruflich hatte, muss ich sagen.

1:04:30Torsten Siegel

Negativ, negativ, Misserfolg.

1:04:35Torsten Siegel

Ich weiß nicht, ich bin ein glücklicher Mensch.

1:04:40Lucian Haas

Dann lassen wir es doch einfach dabei stehen, weil wir müssen jetzt auch nichts Negatives rausgezählen. Und das, was du da vorgesagt hast über im Grunde die hohe soziale Qualität, die dann auch die Gleitschirmszene eigentlich von sich aus bietet und auch durch die als Flieger vielleicht auch in irgendeiner Weise besonderen freiheitsliebenden Menschen, die dann auch die Freiheit des anderen dafür verteidigen wollen, also gedanklich halt auch liberal sind in der Form, dass das eigentlich von mir aus auch ein sehr schönes Ende war. Wir können ja mal, wir können ja mal positiv verändern. Das ist doch mal was. Ja, Thorsten, ich danke dir für deine Erzählung. Alles Gute nach Kanada und noch viel Erfolg weiterhin mit der Entwicklung von Wave Leading Edge.

1:05:25Lucian Haas

Und ich bin mal gespannt, was da von Jin in den nächsten Jahren alles so kommt und wann ich selber dann vielleicht irgendwann mal den ersten Wave Leading Edge Schirm dann fliegen kann und ob ich dann sage, in meinem Alter ist das jetzt genau der Schirm, den ich brauche.

1:05:39Torsten Siegel

Wir sorgen dafür, dass du noch ein bisschen was zu schreiben hast. Okay, das ist gut.

1:05:55Lucian Haas

Wenn du noch mehr über Thorsten Siegel und die Technologie der Wave Leading Edge erfahren willst, so findest du in den Shownotes zu dieser Folge auf Lu-Glidz einige weiterführende Links. Lu-Glidz ist der Gleitschirm-Blog, zu dem Podz-Glidz als Podcast gehört. Ich bin der Produzent beider Angebote. Mein Name ist Lucian Haas. Wenn du schon ein Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz bist, danke. Wenn nicht, dann bitte unterstütze mich doch dabei, der Gleitschirm Szene weiter dienlich zu sein. Als freier Journalist investiere ich viel Zeit hier hinein und die will irgendwie finanziert sein. Zumal das kein Hobbyprojekt ist, sondern Teil meiner Arbeit, von der ich lebe. Als Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz musst du dich zu nichts verpflichten. Es gilt nur diese einfache Regel.

1:06:42Lucian Haas

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