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96. Antitalent - Martina Hauri

// Martina Hauri, Lucian Haas · 2022-11-25 · 01:25:16 · original episode

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[show notes]
Martina Hauri fliegt erst seit fünf Jahren, doch im XContest ist sie schon ganz vorne mit dabei. Wie geht das? +++ Bevor jemand kommt und sich beschwert, dass ich dieser Podcast-Episode den Titel „Anti-Talent“ gegeben habe, will ich etwas klarstellen: Natürlich ist diese Bezeichnung angesichts der Leistungen Martina Hauris zum einen ironisch gemeint. Zum anderen hat sie auch einen Hintergrund. Aber den will ich nicht vorab verraten. Die nette Geschichte dazu darf Martina im Podcast selbst erzählen. Wer mit dem Namen Martina Hauri noch nichts anfangen kann, sollte mal in den XContest schauen. In diesem Jahr hat Martina bereits zum zweiten Mal hintereinander die Frauenwertung der Schweizer Streckenflugmeisterschaft gewonnen. Sogar in der Weltwertung der Frauen kam sie 2022 auf Platz zwei. Diese Erfolge werden umso bemerkenswerter, wenn man noch etwas über Martina erfährt: Die 34-jährige hat erst vor fünf Jahren ihre Lizenz gemacht, ist dann aber in eindrücklichster Weise durchgestartet. Neben einer ganzen Reihe großer Streckenflüge hat sie auch schon einige Startplatzrekorde von der Schweiz bis Griechenland im Flugbuch stehen. Was sie antreibt und wie man es schafft, so schnell so gut zu werden, darum geht es in dieser 96. Folge von Podz-Glidz. Martina erzählt unter anderem von ihrem Werdegang und ihrer Flugsucht, die sie mehr als 300 Stunden Airtime pro Jahr sammeln lässt. Sie gibt Einblicke, wie wichtig ihr vor Streckenflügen eine umfassende Vorbereitung ist und warum sie dennoch auch das Unbekannte reizt. Wir sprechen darüber, auf welche Widerstände sie als erfolgreiche Pilotin im noch immer männerdominierten Gleitschirmsport stößt; und wie sie es schafft, Momente der Angst im Flug zu überstehen. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Silver Waves | Künstler: TrackTribe Link: https://www.youtube.com/watch?v=Dg6AXTkgGHg No Copyright Music

[transcript]

0:13Martina Hauri

Dann ist es dann so ein bisschen ausgeartet, dass ich wie mein eigener Sportkommentator wurde und dann halt wirklich einfach so gesagt habe, ja, das sind ruppige Bedingungen, aber die Tina, sie fliegt weiter, diese Frau kennt nichts, diese Frau hat Nerven aus Stahl, sie fliegt immer weiter, auch wenn die Bedingungen ruppig sind. Und das hat für mich dann einfach irrsinnig gut funktioniert. Podz

0:56Lucian Haas

-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:59Martina Hauri

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

1:02Lucian Haas

Heute mit Tina

1:04Martina Hauri

Hauri und

1:06Lucian Haas

ich bin Lucian Haas.

1:10Lucian Haas

Bevor jemand kommt und sich beschwert, dass ich dieser Podcast -Episode den Titel Anti -Talent gegeben habe, will ich etwas klarstellen. Natürlich ist diese Bezeichnung angesichts der Leistungen Martina Hauris zum einen ironisch gemeint, zum anderen hat sie auch einen Hintergrund. Aber den will ich nicht vorab verraten. Die nette Geschichte dazu darf Martina gleich selbst erzählen.

1:36Lucian Haas

Wer mit dem Namen Martina Hauri noch nichts anfangen kann, sollte mal in den XContest schauen. In diesem Jahr hat Martina bereits zum zweiten Mal hintereinander die Frauenwertung der Schweizer Streckenflugmeisterschaft gewonnen. Sogar in der Weltwertung der Frauen kam sie 2022 auf Platz zwei. Diese Erfolge werden umso bemerkenswerter, wenn man noch etwas überbewertet. Die 34 -Jährige hat erst vor fünf Jahren ihre Lizenz gemacht, ist dann aber in eindrücklichster Weise durchgestartet. Neben einer ganzen Reihe großer Streckenflüge hat sie auch schon einige Startplatzrekorde von der Schweiz bis Griechenland im Flugbuch stehen.

2:21Lucian Haas

Was sie antreibt und wie man es schafft, so schnell, so gut zu werden, darum geht es in dieser 96. Folge von Podz-Glidz. Martina erzählt unter anderem von ihrem Werdegang. Und ihrer Flugsucht, die sie mehr als 300 Stunden Airtime pro Jahr sammeln lässt. Sie gibt Einblicke, wie wichtig ihr vor Streckenflügen eine umfassende Vorbereitung ist und warum sie dennoch auch das Unbekannte reizt. Wir sprechen darüber, auf welche Widerstände sie als erfolgreiche Pilotin im noch immer männerdominierten Gleitschirmsport stößt. Und wie sie es schafft, Momente der durchaus vorhandenen Angst im Flug zu überstehen.

3:06Lucian Haas

Wenn dir der Podcast gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Blogs Lu-Glidz. Und zwar dort auf der Seite Fördern.

3:25Lucian Haas

Tina, ich habe gehört, in diesem Herbst hast du einen neuen Spitznamen bekommen. Die Drama Queen. Erzähl mal, wie kam es dazu?

3:34Martina Hauri

Ja, das war eine ziemlich lustige Erfahrung. Wir sind da ultraspontan nach Griechenland gefahren. Wir wollten eigentlich in die Dolomiten, aber das Wetter war in ganz Zentraleuropa ziemlich schlecht. Da konnten wir innerhalb von zwei Tagen spontan eine Reise nach Griechenland mit Freunden zu SIPT organisieren. Ich war noch nie dort. Wir waren an verschiedenen Orten. Unter anderem waren wir am vierten oder fünften Tag in diesem Ort, der eben Drama heisst. Und es gab an diesem Tag wirklich einen ziemlich starken Wind. Also in der Höhe war es wirklich so ein Dreißiger. Und das sind eigentlich normalerweise nicht so die Bedingungen, die mir sehr gut liegen, die mir gut gefallen.

4:25Martina Hauri

Aber irgendwie an diesem Tag hat es dann doch irgendwie... Ja, da habe ich mich durchgebissen, habe gekämpft und bin halt irgendwie immer weiter geflogen. Also unser Guide hat irgendwie gesagt, ja, ich könnte vielleicht einmal 50 Kilometer in die eine Richtung gehen. Und dann in einem Ort, der Paranesti heisst, landen gehen. Ich habe dann so beim Briefing noch so ganz schüchtern gefragt, dürfte man auch noch ein bisschen weiter fliegen? Und er hat dann gemeint, ja, ja, aber irgendwann wird es dann hinten im Tal schwierig, weil die Landemöglichkeiten knapp werden. Ich bin dann ja bis nach hinten im Tal geflogen, habe dann den Sprung geschafft, quasi vorne an die Kante in Richtung Meer. Bin dort noch weiter geflogen und ja, bin einfach geflogen, geflogen, geflogen. Respektive einfach der Wind hat mich ja natürlich auch enormstens geschoben.

5:11Martina Hauri

Und ja, bin dann nachher gelandet und habe dann aufs Handy geschaut. Und da war wirklich schon eine Nachricht drauf von einem Freund. Boah, das war jetzt Startplatzrekord. Und ich war wirklich völlig überrascht. Also es waren, glaube ich, irgendwie 128 Kilometer. Überhaupt nicht damit gerechnet. Ja, und dann habe ich das dann irgendwie gepostet. Wir haben eben quasi einen coolen Flug gemacht von Drama. Und dann hat es halt nicht lange gedauert, bis ein Freund dann zurückgeschrieben hat, du bist die Drama -Queen. Also quasi halt, weil es der Startplatzrekord von Drama war.

5:50Lucian Haas

Wie haben denn die Locals, also die Griechen, darauf reagiert, dass da eine Schweizerin kommt und dann quasi ihrem ersten Flug von ihrem netten Hauptstartplatz, den sie dort haben, direkt einen Startplatzrekord aufstellt?

6:01Martina Hauri

Ja, also der Guy, Thermik stehlt, der ist an mich abholen gekommen. Das hat er mir dann schon so gesagt. Also als erstes hat er gesagt, I'm so proud of you. Und dann im nächsten Moment, ja, die Locals, die werden wohl nicht nur happy sein. Also quasi, die sollen sofort meinen Flug hochladen. Die wollen sich das anschauen. Die hätten das irgendwie schon gehört. Und ja, es sei noch nie jemand überhaupt so weit in diese Richtung geflogen. Und ja, also ich glaube, sie waren schon ein bisschen überrascht, dass da jemand eben aus dem Ausland kommt. Vielleicht auch noch, weil es eine Frau war und da gleich so weit geflogen ist. Ich habe dann am einen Abend noch zwei Locals beim Abendessen gesehen.

6:48Martina Hauri

Aber die waren dann eigentlich wirklich ziemlich cool drauf. Die haben mir gratuliert, haben mich halt gefragt, wie die Bedingungen so waren und alles. Und haben gesagt, ja, sie freuen sich für mich. Aber sie werden jetzt dann auch versuchen, weiter zu fliegen von diesem Startplatz aus.

7:04Lucian Haas

Mhm. War das Besondere von diesem Flug, dass du am Ende von diesem Tal halt noch über dieser Ridge drüber bist? Genau. Und dass das die Griechen sich bisher gar nicht getraut haben?

7:12Martina Hauri

Ja, also soweit ich im XContest gesehen habe, ist noch nie jemand dort eben, hat noch diesen Sprung gemacht dann nach vorne Richtung Meer. Sondern die meisten haben halt, sind wirklich einfach nur bis eben dort ans Ende des Tals geflogen. Oder sind bei weniger Wind halt einfach ein Dreieck geflogen. Ja, aber ich glaube, so wie ich es im XContest jetzt gesehen habe oder die Erinnerung habe, aber hat wirklich, dieser Sprung hat noch nie jemand gemacht.

7:37Lucian Haas

Ich habe auch im XContest nochmal nachgeguckt und habe gesehen, du hast auch noch einen zweiten Flug dort gemacht. Und der zweite Flug ist nicht ganz so weit, aber da hast du gedreht, glaube ich, am Ende dieses Tales. Warum?

7:47Martina Hauri

Also es war, die Bedingungen waren wesentlich schwieriger, weil die Basis, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, tiefer war. Und es hatte auch irgendwie, es ist da einfach, die Wolken waren um einiges größer, es war abgeschattet, ich hatte wirklich auch Mühe, dass ich nicht gleich da hinten im Tal abgesoffen bin. Ja, dann ist es halt einfach so, dass mir so die anderen von meiner Gruppe, die waren da eben in diesem Paranesti. Und dann habe ich wirklich so gedacht, anstatt jetzt einfach noch einmal einfach den Sprung zu machen und einen riesenlangen Retrieve zu haben, ja, ist eigentlich doch cooler, wenn ich in Richtung der anderen Leute fliege, weil ich hatte schon auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil, ja, weil halt der Guide natürlich mich am Tag vorher eben, ja, so lange holen gehen will.

8:34Martina Hauri

Weil ich halt jetzt auch wieder fliegen muss. Und dann habe ich mir so gedacht, eben weiter, es war eigentlich wie klar von den Bedingungen her, also weiter als am Tag vorher werde ich eh nicht kommen, eher wahrscheinlich weniger weit. Ja, und dann habe ich wirklich einfach so gedacht, ja, schauen wir mal eben, wie weit ich es zurückschaffe. Es war schon, also ich glaube nicht ganz gegen den Wind, aber schon ein bisschen seitlich gegen den Wind. Und ja, es war auch so ein bisschen, ja, einfach mal eine Challenge, mal schauen, wie weit ich es gegen den Wind schaffe und ob ich es tatsächlich schaffen würde, da nach Paranesti zu den anderen zu kommen. Oder respektive, als ich dann in die Nähe von diesem Paranesti kam, war dann der Guide und auch meine Freundin, haben dann gesagt, ja, versuch doch das Dreieck zuzumachen, easy. Dann hast du doch mal einen Riesenflug.

9:21Martina Hauri

Und da war ich dann aber eher so, wow, ich bin jetzt langsam einfach müde. Ja, also ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das tatsächlich gegangen wäre, dann auch das Dreieck zu schließen. Weil eben die Bedingungen wurden schon schwächer und da eben wirklich voll gegen den Wind zu pushen. Ich habe es noch so ein bisschen versucht, aber dann war da halt auch noch so ein bisschen ein Tal, wo es auch nicht mehr so viele Landemöglichkeiten hatte. Und ja, ich fand es dann wirklich voll cool, in diesem Paranesti zu landen, eben bei den anderen, dass wir da dann alle zusammen waren.

9:53Lucian Haas

Fliegst du gerne so ins Unbekannte hinaus?

9:56Martina Hauri

Ja, ich glaube, ich habe schon einen überdurchschnittlichen, sage ich mal, einen überdurchschnittlichen so Explore -Geist. Also, dass ich halt immer gerne wieder neue Gebiete ausprobieren gehe. Also auch in der Schweiz. Also eben viele Leute in der Schweiz gehen ja dann, jeder hat so ein bisschen seine Spezialität. Irgendwann das Berner Oberland, andere das Wallis, dann nochmal andere da das Bretigau, Van Naas, etc. Und ich war eigentlich schon von Anfang an, eigentlich wirklich, fand ich es einfach immer wieder cool, was Neues zu sehen. Und ein bisschen... Besonders, wenn es auch halt immer, ja, halt wirklich, wenn ich weiss, dass es auch immer Landeoptionen gibt, was ich nicht so gerne, wo ich Mühe habe, wenn ich dann wirklich das Gefühl habe, boah, Basis ist tief und eben,

10:45Martina Hauri

ich versuche über die nächste Ridge zu fliegen, aber habe keine Ahnung, wie es da hinten aussieht. Ja, da bin ich dann schon eher vorsichtig. Aber grundsätzlich, wenn ich immer irgendwelche Landeoptionen sehe, wo man dann auch irgendwie noch wieder rauskommt, dann mache ich es schon sehr, sehr gerne. Einfach neue Sachen entdecken. Ich denke, das ist wahrscheinlich schon auch so ein bisschen meine Hauptmotivation vom Fliegen. Also einfach so dieser Entdeckergeist, immer wieder neue Sachen zu sehen.

11:14Lucian Haas

Woher kommt dieser Explorer -Geist, den du da hast?

11:18Martina Hauri

Gute Frage.

11:20Martina Hauri

Also ich war halt als Kind mit meiner Familie schon sehr oft in den Bergen unterwegs. Fand das eigentlich ziemlich cool. Ich habe vor... Da sind es wahrscheinlich auch schon etwa zehn Jahre oder so mit dem Segelfliegen begonnen. Habe dann aber nie die Prüfung gemacht. Dort kann man natürlich verglichen mit dem Gleitschirm noch viel mehr in sehr, sehr kurzer Zeit sehr, sehr viel entdecken, weil ja natürlich die Geschwindigkeiten einfach sehr, sehr viel höher sind. Ja, und ich habe mal so gehört, also gerade noch eben, als ich da in der Segelflugausbildung war, Männer fliegen so... Ihre Hauptmotivation ist halt immer so die Geschwindigkeitskontrolle, weiß ich nicht was.

12:05Martina Hauri

Und Frauen fliegen wegen der Aussicht. Und ich für mich würde das so... Das ist einfach für mich einfach... Ja, zu einem grossen Teil wirklich einfach um die Aussicht, um die Vogelperspektive, ja, um das coole Erlebnis geht. Also was man dabei halt alles sieht.

12:25Lucian Haas

Wie viele von deinen Flügen, die du heute machst, würdest du auch sagen, da geht es dir darum, gar nicht Punkte zu machen, sondern einfach was zu entdecken, was zu sehen?

12:37Martina Hauri

Das ist noch schwierig zu sagen. Also ich habe diese Saison, so gegen das Ende der Saison, habe ich dann schon so richtig gespürt, wie ich mich so darauf gefreut habe, als ich dann wirklich so gemerkt habe, hey, die Tage, wo man jetzt noch einen oder wo ich noch einen zählenden Flug machen könnte, vorbei waren, fand ich es irgendwie... Ja. Ja, unglaublich erlösend oder unglaublich eigentlich wie schön, halt wirklich einfach nur noch das zu fliegen, worauf man Lust hat. Das ist wahrscheinlich ehrlicherweise während der Saison schon auch ein bisschen zu kurz gekommen, weil man da halt schon, dass ich meine, an einem potenziellen Hammertag, da möchte ich halt natürlich so weit wie irgendwie,

13:22Martina Hauri

wie irgendwie möglich fliegen. Aber ich schaue eigentlich auch immer so, vielleicht so an einem mittelmäßigen Tag, wo ich eh weiss, es ist jetzt nicht irgendwie ein Tag, wo eben um einen in den 200er oder so zu fliegen, dass ich dann wirklich eigentlich einfach das, mir was raussuche eben, ja, wo ich was Neues ausprobieren kann, was Neues, Cooles entdecken kann. Weil meistens, was ich so ein bisschen gemerkt habe, sind diese Flüge, wo ich gar nicht jetzt irgendwie die Riesenambitionen hatte oder so, dann eigentlich fast die coolsten waren. Also wirklich einer meiner absoluten Highlights, diese Saison war, als ich zusammen mit Freunden zum ersten Mal über das Finsterahorn im Wallis geflogen bin.

14:08Martina Hauri

Das ist, glaube ich, so ein Traum, wahrscheinlich für jeden Schweizer Piloten da mal halt, das ist das Finsterahorn, für die, die es nicht kennen, einfach so ein einzelner Berg, der eigentlich wirklich fast rundherum nur Gletscher hat. Und da kann man eigentlich nur rausfliegen oder drüberfliegen, wenn man eine unglaublich hohe Basis hat. Ja, und eben an diesem Tag sah es gut aus, dass die Basis hohe genug ist. Ich war noch mit einer Freundin unterwegs, die noch nicht so viel Erfahrung hat und mit einem Low -B unterwegs war. Und ich habe ihr hoch und heilig versprochen, dass ich auf sie warten werde, dass wir das zusammen machen. Und habe dann das auch gemacht. Und dann, ja, sind wir dann zusammen. Da haben wir zusammen wirklich voll auf 4000 oder sogar noch höher, so hoch, wie es halt irgendwie ging, aufgedreht, sind da rausgeflogen auf dieses Finsterahorn.

14:59Martina Hauri

Dann zur Eifel. Dann zur Eiger -Nordwand. Mönch, Jungfrau. Und dann wäre ich noch fast abgesoffen. Konnte mich dann aber wieder hochkämpfen und bin dann wirklich eigentlich zum krönenden Abschluss des Tages noch quer über den Concordia -Platz. Das ist so ein Ort, wo verschiedene Gletscher zusammenkommen. Wirklich unglaublich spektakulär. Und ich bin da wirklich noch am Nachmittag als einziger Schirm, also ich habe wirklich eigentlich ganz im Himmel sonst keinen einzigen Schirm mehr gesehen. Bin ich da einfach noch rübergeflogen. Und letztendlich sind es ja wahrscheinlich eher die Flüge, die einem dann so wirklich noch sehr, sehr lange in Erinnerung bleiben und gar nicht unbedingt die, die halt die meisten Punkte gegeben haben.

15:44Lucian Haas

Wenn du jetzt gerade so fasziniert von diesen Flügen erzählst,

15:49Lucian Haas

warum jagst du dann auch Punkte? Also nur, um das klarzustellen, du bist in diesem Jahr und im vergangenen Jahr auch schon, hast du die Schweizer XContest -Damenwertung jeweils gewonnen und in diesem Jahr bist du sogar zweite in der Weltwertung geworden bei den Damen. Also du machst wirklich viele große, weite, lange Flüge. Aber jetzt, wie du so erzählst, sind es eigentlich die anderen, die du fast schöner findest. Was reizt dich an dieser Punktejagd?

16:18Martina Hauri

Ja, das ist eine sehr gute Frage, die man wohl nicht nur mir, sondern sehr vielen Leuten stellen könnte. Ja, also ich denke, eine große Faszination ist einfach, wenn vielleicht etwas Ähnliches wie der Lex, der in einem deiner letzten Podcasts, den ich gehört habe, zu Wort kam, halt einfach dieses Fliegen bis der Tag endet.

16:43Martina Hauri

Also das finde ich halt schon auch unglaublich zu faszinieren, weil man geht ja eben diesen Tagesverlauf durch an einem wirklich, wenn man zuerst sehr lange fliegt, man beginnt, man startet, ist noch alles sehr schwach, man muss ein bisschen kämpfen, dass man manchmal überhaupt hochkommt. Und so dann irgendwie um elf, halb zwölf geht der Rennmodus los, wo wirklich einfach jetzt darf ich nur noch irgendwie drei Meter plus ausdrehen und halt wirklich nur noch eigentlich, sobald ich gerade ausfliegen bin, bin ich fast im Vollgas. Und dann, wenn dann so gegen Ende des, also im späten Nachmittag, dann plötzlich alles wieder so ein bisschen ruhiger wird, eher so ein bisschen das grossflächigere Steigen.

17:30Martina Hauri

Und dann der Sonnenstand plötzlich, was ganz anders ist. Ich finde das schon auch ein sehr, sehr faszinierendes Gefühl. Und was ich auch erst so richtig realisiert habe, war wirklich bei einem der ersten halt grossen Dreiecke, die ich gemacht habe, wie schön es auch einfach ist, wieder am Abend über den Startplatz zu fliegen. Weil es ist so für mich auf eine Art, man kennt den Startplatz ja, man ist ja vor ein paar Stunden dort gestartet. Für mich ist es dann trotzdem wie eine ganz andere Welt. Die Sonne steht ja dann ganz anders dort. Als man weggeflogen ist, hat man wahrscheinlich noch einige Leute gesehen, die noch unten waren, die sich für den Start bereit gemacht haben. Und wenn man dann am Abend zurück kommt und dann halt so diesen leeren Startplatz sieht und alles ist so ein bisschen ruhig und so.

18:19Martina Hauri

Ich finde das schon auch einfach ein sehr, sehr befriedigendes oder einfach ein sehr, sehr schönes Gefühl. Und ich denke, das ist der eine Grund. Und der andere ist halt wirklich, wenn wir wieder zurück zum Explorer -Geist kommen, auf einem langen Flug sieht man mehr als auf einem kurzen Flug. Oder auf einem weiten Flug sieht man mehr als auf einem weniger weiten Flug. Das ist sicher auch einfach eine Motivation.

18:46Lucian Haas

Wenn du jetzt sagst, okay, die weiten Flüge motivieren mich, da kommen ja die Punkte quasi automatisch fast. Also wenn man lange fliegt und damit auch weit fliegt, dann wird man automatisch auch viele Punkte sammeln. Was bedeuten dir denn am Ende solche Platzierungen, wenn es dann heißt, okay, jetzt bist du Schweizer XContest -Meisterin und weltweit auf Platz zwei beim XContest?

19:10Martina Hauri

Ja, es ist so ein bisschen ein, wie soll ich sagen,

19:16Martina Hauri

zwiespältiges Ding, finde ich immer. Also es ist ja nicht nur, sagen wir, ein absolut faires Ranking oder so. Weil gerade beim XT -Fliegen ist da wirklich, ja, es ist mega wichtig, dass man halt einfach an den guten Tagen dann auch wirklich freinehmen kann. Und da hatte ich die letzten zwei Jahre sicher auch einen grossen Vorteil, weil ich also letztes Jahr noch eine berufliche Auszeit gemacht habe und jetzt dieses Jahr in den Sommerferien einen ziemlich, ziemlich flexiblen, also einen Job hatte, wo ich ziemlich flexibel freinehmen konnte. Das hat sicher auch sehr geholfen. Ja, wie soll ich sagen? Es ist sicher schön, wenn man das so spürt, so diese Anerkennung. Oder ich fand es auch irgendwie schön, also wir haben doch auch schon ein paarmal Leute wirklich so, sind zu mir gekommen und haben gesagt, ja, sie fühlen sich mega inspiriert und motiviert, wie ich fliege.

20:14Martina Hauri

Also ich wäre wirklich eine Inspiration für sie. Und das fand ich halt schon auch sehr, sehr, sehr schön. Und ich weiss nicht, ob das, wenn es jetzt keine Plattform gibt, keine Plattformplatzierungen und nichts geben würde. Ja, vielleicht würden die Leute das ja gar nicht unbedingt so merken. Wie soll ich sagen? Ich finde es einerseits schön, eben die Anerkennung, weil eben man investierte eigentlich auch ziemlich viel. Also ich denke da auch gerade so ein bisschen an das Soziale. Also ich habe halt wirklich eigentlich fast den ganzen Frühling keine Wochenenden fix verplant, weil es ja schönes Wetter sein könnte. Und da gibt man natürlich auch einiges auf, wo man Leute dann halt viel weniger sieht, die halt nicht fliegen.

21:01Martina Hauri

Also auf der einen Seite ist es sicher schön, auf der anderen Seite bin ich mir natürlich schon auch bewusst eben, dass sehr vieles dazu gehört und dass es, ja, dieses Ranking, es könnte auch anders aussehen, wenn jetzt vielleicht irgendjemand noch einen Tag mehr frei gekriegt hätte oder so. Also ich will jetzt, also ich, ja, ich will sicher nicht irgendwie alles darauf achten, aber einfach ausrichten, da einfach irgendwie in diesem Ranking so toll zu sein. Oder wie, nachdem ich die Damenwertung letztes Jahr gewonnen hatte, habe ich mir recht so überlegt, ja, was soll ich jetzt mir für ein Ziel setzen fürs nächste Jahr? Und ich wollte mir bewusst nicht als Ziel setzen, die Wertung wiederzugewinnen, sondern dass ich einfach, ich wollte für mich einfach besser werden.

21:51Martina Hauri

Und ja. Und habe mir dann ein zum Beispiel großes Ziel, das ich mir selber gesetzt hatte, war, dass ich in vier verschiedenen Fluggebieten einen grösseren Flug, das muss nicht ein zweihunderter sein, aber einfach bewusst undefiniert gelassen, aber einen grösseren Flug machen möchte. Und das habe ich mir vorgenommen. Und dann hat es trotzdem auch eben gereicht, für den nächsten Platz nochmals zu gewinnen. Und eben, ich glaube, auch wenn es jetzt quasi, wenn es zum Beispiel die Eilmargel ist, noch ein paar Tage mehr XC geflogen wäre, hätte es natürlich auch gut sein können, dass sie es gewonnen hätte. Aber dann wäre ich wie irgendwie nicht frustriert oder traurig gewesen, weil ich habe mir meine Ziele gesetzt. Und ich bin eigentlich happy, wenn ich mir,

22:36Martina Hauri

wenn ich die Ziele, die ich mir selber setze, erreiche. Das ist mir eigentlich wichtiger als die Rankings.

22:43Lucian Haas

Nun ist eine Besonderheit bei dir auch noch, du fliegst erst seit vier Jahren. Also du hast 2018 dein Brevet gemacht. Siehst du dich selbst eigentlich gewissermassen als Shootingstar?

22:57Martina Hauri

Ja, wie soll ich sagen?

23:00Martina Hauri

Ja und nein. Also ich bin natürlich auch sehr, sehr, sehr viel geflogen. Und wenn jemand zu mir kommt und sagt, Tina, wie werde ich so schnell gut? Dann sage ich einfach, ich gehe viel fliegen.

23:12Martina Hauri

Nur in der Luft lernt man fliegen. Ja, ich habe in diesen vier Jahren, glaube ich, um die 900 Stunden Airtime. Das ist natürlich unglaublich viel. Das ist wahrscheinlich so viel, wie andere vielleicht in zehn Jahren machen. Oder irgendwas. Ich kenne kaum jemanden, der auch so viel fliegt. Das wäre wirklich noch interessant zu sehen. Ja, ist das vor allem das? Also ich habe schon gemerkt, ich habe relativ am Anfang auch sehr, sehr schnell Fortschritte gemacht. Ein bisschen sicher hat auch schon geholfen, dass ich da die Segelflug -Ausbildung gemacht habe. Also dass ich schon so einen Grund verstehe. Dass ich das Verständnis der Thermik, der Winde etc. hatte. Also ich bin eigentlich schon in der Flugschule, bevor man das überhaupt hätte dürfen, bin ich thermisch geflogen.

24:05Martina Hauri

Also bei meiner Flugschule hieß es, man darf erst nach 20 Höhenflügen thermisch fliegen. Und ja, ich bin dann schon auf dem 13. Höhenflug, bin ich, glaube ich, in einer Stunde geflogen. Und auf dem 17. Höhenflug hatte ich eine unkontrollierte Außenlandung. Also ich bin da schon ziemlich reingeschossen. Ja, war halt auch einfach immer sehr motiviert. Hab nach der Schulung dann schnell auch den Schirm gewechselt. Das Liga -Fliegen hat sicher auch sehr, sehr viel geholfen. Ja, und sonst denke ich wirklich einfach fliegen, fliegen, fliegen. Ja, so wird man besser.

24:47Lucian Haas

Wenn du so viel fliegst, ich glaube, du bist wahrscheinlich eine der meist fliegenden Pilotinnen dann in der Schweiz und so was. Bist du auf gewisse Weise flugsüchtig?

24:57Martina Hauri

Ja, würde ich schon sagen.

25:00Martina Hauri

Ja, also wie soll ich sagen? Es ist wirklich an einem sehr guten Tag, wenn ich nicht fliegen gehen kann, da bin ich schon ziemlich traurig. Ja, aber jetzt habe ich auch gemerkt, jetzt im Herbst, ich bin diesen Herbst auch ziemlich viel wandern gegangen und nicht Hikenfly. Ich bin auch wirklich wandern gegangen ohne Fly. Bewusst, ich habe die Ausrüstung gar nicht mitgenommen. Ja, ich fand das auf eine Art schon auch irgendwie schön, da dann auch wieder so ein bisschen einen Ausgleich zu haben. Aber eben während der Saison bin ich schon gern. Besonders wenn es ein guter Tag ist, wo man eben einen grösseren Flug machen könnte, dann bin ich wahrscheinlich schon ziemlich flugsüchtig.

25:48Lucian Haas

Nun hast du ja sicherlich auch einen Freundeskreis, der vielleicht nicht fliegt. Zumindest ein Teil davon wird zu der nicht fliegenden Fraktion gehören. Nun bist du vor vier Jahren da eingestiegen und hast gleich quasi alle Wochenenden da rein investiert, so wie es jetzt klingt. Sonst kommt man ja nicht auf diese 300 Flugstunden pro Jahr so im Schnitt. Wie reagieren die denn da drauf? Also wie sehen die das, dass du so viel fliegst? Verstehen die das oder kriegst du von denen eigentlich immer nur Unverständnis? Martina, willst du nicht mal mit uns auch mal wieder was machen? Oder sonst irgendwie?

26:19Martina Hauri

Ja, teils, teils. Also meine Familie, fangen wir mal damit an, die sagen mittlerweile, die lachen halt einfach und sagen, ja, ist eh klar, wir sehen dich nur, wenn schlechtes Wetter ist. Ist okay. Ja, und andere Leute, ja, es kommt halt wirklich, es kommt ganz drauf an, habe ich so gemerkt bei den Leuten immer, wie sie generell so ihr Leben oder was sie so für Werte haben. Ich habe zum Beispiel eine gute Freundin, die nicht fliegt und die, wenn wir irgendwas planen, dann immer noch, immer hintendran anhängt. Aber wenn es dann gut Wetter ist, ich habe Verständnis, wenn du fliegen gehen willst.

27:05Martina Hauri

Du kannst es mir schon schreiben, ist okay. Und es ist nicht so, dass die irgendwie nur zu Hause rumsitzen wird und nichts loshält. Also diese Frau hat wirklich einen Mann. Man hat unglaublich viele Hobbys und so, aber trotzdem einfach irgendwie dieses Verständnis. Und bei anderen ist es dann halt eher schwieriger, halt solche Leute, die halt gerne alles so ein bisschen im Voraus planen und sich dann auch halt darauf einstellen. Wenn man dann halt da sagt, ja, kann ich, können wir es vielleicht doch verschieben oder so. Ja, bin ich schon auch auf, teilweise auf Unverständnis gestossen. Nein, und generell muss man vielleicht noch sagen, eben wie vor vier Jahren, also ich habe damals noch Volleyball gespielt,

27:52Martina Hauri

hatte dann eine Verletzung. Mein Arzt hat mir dann nahegelegt, halt mit dem Volleyballspielen aufzuhören, wegen Knieproblem, weil er einfach gesagt hat, ja, das könnte sonst wirklich längerfristig große Probleme geben. Das hat wirklich, das klingt jetzt zwar ein bisschen gemein oder komisch oder weiß ich nicht was, aber es hat schon auch irgendwie geholfen. Das ist halt ein Hobby, wie weggefallen ist und ich da dann diese Zeit dann halt auch zum Fliegen nutzen konnte, weil beides wirklich so intensiv zu machen, das wäre nicht gegangen.

28:32Lucian Haas

Das waren jetzt deine Freunde, die nicht fliegen. Jetzt hast du ja Freundinnen und Freunde, die sicherlich mit dir zusammenfliegen. Wo ist, ich kann mir das vorstellen zumindest, denen du häufig davonfliegst? Weil du weiterfliegst, weil du vielleicht mehr pusht oder was auch immer, dich länger traust da dran zu bleiben oder sowas, motivierter rangehst oder was auch immer das da ist. Wie reagieren die denn da drauf, dass du vielleicht so schnell so viel besser geworden bist als sie?

29:00Martina Hauri

Ja, das ist auch, das ist ein Punkt, das ist schon auch nicht immer so einfach. Also ich hatte zum Beispiel während der Flugschule, habe ich, ja, eine, eine Frau kennengelernt und wir sind dann eigentlich ziemlich gute Freundinnen geworden, sind auch zusammen auf, sogar auf zwei Flugreisen gegangen und ich habe nach ihr begonnen mit der Schulung und eben sie war für mich dann halt auch wie immer so ein bisschen das Vorbild, weil eben sie konnte eh alles viel besser als ich und dann, ja, hat es dann nach der Schulung halt, ja, bald einmal hat es schon so ein bisschen gedreht, dass eben sie ist halt nicht so, jetzt irgendwie die Thermik fliegt, sie ist halt nicht mehr so die Fliegerin und ja, ich eben habe wirklich schnell einmal halt immer mit dem Streckenfliegen begonnen.

29:50Martina Hauri

Ehrlicherweise, ich sehe sie heute leider nicht mehr oft. Ja, weil es ist schon, schon nicht ganz so, so einfach und gleichzeitig habe ich natürlich auch neue Leute kennengelernt. Ein guter Freund von mir, der Hitti, mit dem fliege ich wirklich teilweise stundenlange zusammen. Es ist wirklich mega, mega cool, dass wir ein sehr, sehr ähnliches Niveau haben und das auch wirklich, dass das auch klappt, dass wir, dass wir so lange zusammen fliegen können. Ja, ich glaube, es ist schon auch wahrscheinlich für die anderen nicht immer ganz so, so einfach könnte ich mir vorstellen, weil ich weiss es ja auch selber, weil ich kenne natürlich auch viele Leute, die viel besser fliegen als ich und ja, ich bin auch schon häufig standig am Boden.

30:40Martina Hauri

Ja, ich bin auch schon häufig standig am Boden. Und alle sind weiter geflogen und über mich drüber geflogen. Es ist nicht das tollste Gefühl der Welt. Ja, wenn man dann halt am Boden steht und die anderen machen den Flug des Tages oder irgendwie halt wirklich einen irrsinnig coolen Flug. Aber ich denke, es ist halt schon auch sehr, sehr wichtig, dass man sich da halt wirklich auch füreinander freut, nicht irgendwie im Frust absäuft oder so. Mir hat mal ein Fluglehrer gesagt, du musst lernen, mit Demut und Grazie abzusaufen. Und je schneller du das lernst, desto besser. Und ja, ich sage mir das jetzt wirklich. Wie

31:25Lucian Haas

gut bist du jetzt da drin, in Demut und mit Grazie abzusaufen?

31:29Martina Hauri

Ja, ich sage es mir jetzt wirklich auch immer selber, wenn ich wirklich so am Boden stehe und dann so denke, scheisse, dann sage ich, nein, jetzt eben mit Demut und Grazie quasi. Ja, es ist jetzt halt blöd gelaufen, weiß ich nicht was. Aber ja, du hast auch noch einen anderen Tag oder weiß ich nicht was. Ja, ich habe das Gefühl, ich bin besser geworden. Also auch einfach so im Sinne von, dass ich mich schneller wieder fange und auch wieder fröhlich bin und das Ganze auch ein bisschen hinter mir lassen kann. Wo es hingegen vielleicht früher schon, vielleicht den Rest des Tages gekostet hat. Ja,

32:14Martina Hauri

und jetzt quasi kann ich das eigentlich schon relativ schnell auch wegstecken und einfach sagen, so what, es kommt wieder ein neuer Versuch.

32:26Lucian Haas

War eigentlich von Anfang an klar, also in deiner Flugschule war es, dass du ein großes Fliegertalent bist?

32:34Martina Hauri

Nein, überhaupt nicht. Nein, ich hatte das. Ja, also meine fliegerische Karriere, die hing mal wirklich am seidenen Faden. Und zwar war das so, ich habe einen Schnuppertag gemacht, bin dann aber nachher vier Monate nach Utrecht arbeiten gegangen und eigentlich hätte ich sofort, hätte ich gerne sofort mit der Schule begonnen, aber eben habe dann so gedacht, es macht jetzt eben auch keinen Sinn, in Holland Gleitschirmfliegen zu lernen, wenn ich in der Schweiz normalerweise wohne. Ja. Ja, und dann habe ich es mir wirklich nach dem ganzen Winter überlegt, ob ich das wirklich machen soll, weil ich immer das Segelfliegen habe ich angefangen, habe wieder aufgehört, das war eigentlich alles ziemlich schade.

33:20Martina Hauri

Und darum habe ich mir wirklich sehr, sehr gut überlegt, ob ich das machen will. Und dann bin ich dann eben zu einer Flugschule gegangen, an den Übungshang. Und dann, nach zwei Tagen Übungshang,. Hat am Abend, eben gab es so ein Deep Briefing, wir waren eigentlich zu dritt am Übungshang und eben zu den anderen beiden hat er gesagt, ja, ihr habt es ziemlich gut gemacht, ja, vielleicht könnt ihr morgen Mittag, morgen Nachmittag dann erst den Höhenflug machen.

33:53Martina Hauri

Und dann hat er mich so angeschaut und dann hat er mir so gesagt, du, du bist ein absolutes Anti -Talent, wirst nie auf die Höhenflüge kommen.

34:05Martina Hauri

Und das war wirklich, das war ein Schock.

34:11Lucian Haas

Das hat der Fluglehrer zu dir gesagt.

34:14Martina Hauri

Das hat der Fluglehrer zu mir gesagt. Und ja, ich meine, mittlerweile lache ich selber darüber. Aber ich meine, da im Moment, ich bin wirklich, ich bin nach Hause gegangen, unter die Bettdecke gekrochen und habe eine Runde geheult. Und dann habe ich gesagt, jetzt habe ich mir Monate verlegt, ob ich beginnen soll mit dem Gleitschirmfliegen und quasi jetzt das. Und dann habe ich aber gesagt, Tina, jetzt reingehen. Jetzt reiß dich zusammen, jetzt komm wieder unter diese Bettdecke hervor. Geh nach draussen an die frische Luft. Dann bin ich wirklich nach draussen gegangen, so ein bisschen rumspazieren gegangen und habe mir gedacht, ja, was mache ich jetzt? Und dann hat wirklich so eine innere Stimme gesagt, so jetzt, jetzt gehst du einfach zu einer anderen Flugschule.

34:59Martina Hauri

Wenn die auch sagen, du bist ein Anti -Talent, ja, dann musst du es vielleicht akzeptieren. Aber vielleicht kann es sein, dass die sagen, ja, es ist doch nicht ganz so schlimm und du kannst die Jahresbildung trotzdem noch machen. Ja, dann bin ich dann zu einer anderen Flugschule, zur Paraworld gegangen und ja, habe da nochmal zwei Tage Übungshang gemacht. Und dann hieß es, ja, du bist super ready für die Höhenflüge, überhaupt kein Problem. Und ja, ich fand es einfach schon ziemlich, ziemlich krass, respektive Ich finde, ein Fluglehrer sollte so etwas wirklich einfach nie, nie, nie sagen. Also es ist ja schon ein ziemlich starkes Wort, Anti -Talent.

35:47Martina Hauri

Also ich hätte es noch verstanden, wenn er irgendwas gesagt hätte. Ja, du brauchst vielleicht mehr Zeit, bis du auf die Höhenflüge kommst oder ja, irgend sowas. Ich meine, mit so einer Aussage kann ich ja nur irgendwas anfangen. Aber einfach Anti -Talent, also das ist ja schon ziemlich, ziemlich heftig. Aber ich glaube, gleichzeitig, ja, das klingt jetzt vielleicht komisch, aber hat es mich schon auch irgendwie motiviert. Also im Sinne von, als ich dann eben in der Ausbildung war, habe ich dann schon ziemlich Gas gegeben. Also im Sinne von, ich habe auch sehr viele Bücher gelesen, habe auch sehr schnell die Theorieprüfung gemacht und alles. Also es hat in mir auch irgendwie vielleicht so eine Art Ehrgeiz geweckt, so à la, ja, dem will ich es jetzt zeigen oder irgendwie so oder quasi.

36:36Martina Hauri

Ich gebe jetzt wirklich alles, damit es klappt. Ja, also ich bin einfach froh, dass ich damals wirklich den Willen hatte oder den genug starken Willen hatte, an mich zu glauben und dass ich da zu dieser anderen Flugschule gegangen wäre. Weil, also viel hätte nicht gefehlt und ich hätte wahrscheinlich einfach wirklich gesagt, ja, dann ist das wohl so, dann muss ich mir ein anderes Hobby suchen.

37:05Lucian Haas

Hast du dir denn später nochmal getroffen? Nein. Und der hat gesehen, welche Erfolge du dann wirklich als Anti -Talent noch erreicht hast?

37:12Martina Hauri

Nein, ich habe ihn nie mehr gesehen. Einige Freunde, also ich meine eben, diese Story ist schon ein bisschen so der Running Gag. Und viele Freunde haben dann auch schon gesagt, ja, du solltest dem mal irgendeinen Auszug aus seinem XContest schicken und irgendwie da dazuschreiben, liebe Grüße, das Anti -Talent oder irgend sowas. Ja.

37:36Lucian Haas

Was würdest du denn heute so im Rückblick sagen, wenn du deine noch immer relativ kurze Fliegerkarriere anguckst? Was ist da von Talent und was ist da von Arbeit?

37:52Martina Hauri

Ja, immer am Anfang, ja, das ist wirklich, ich finde es eine schwierige Frage.

37:59Martina Hauri

Also wie ich schon gesagt habe, eben die viele Airtime hat sicher geholfen.

38:06Martina Hauri

Ja, aber es ist schon auch eben, ich habe auch sehr viel Sicherheitstraining gemacht in dieser Zeit. Das war mir schon auch eigentlich ziemlich wichtig, das halt einfach den Schirm zu beherrschen. Ja, aber ich weiss nicht, ob man es wirklich einfach Talent nennen soll. Ich glaube, was wichtiger ist als Talent ist wirklich einfach so die Motivation. Und wir haben auch schon einige Leute gesagt, einfach diesen Biss, halt wirklich immer weiterzukommen, immer halt wirklich, ja, nicht aufzugeben.

38:43Martina Hauri

Ja, einfach auch an Tagen, die vielleicht nicht so gut aussehen, mal rauszugehen. Früher hat mich das irgendwie immer so genervt, besonders wenn es so ein Tag war, wo nicht so hohe Basis war, habe ich so gedacht, ah, jetzt ist es so mühsam, weiss ich nicht was.

39:00Martina Hauri

Und mittlerweile denke ich immer so, das ist ein gutes Training, weil eben meistens hat man ja auch auf einem wirklich sehr, sehr langen Flug

39:10Martina Hauri

die eine oder andere Baustelle oder dass mal eine grössere Abschattung kommt, wo es einfach dann wirklich nicht mehr darum geht, jetzt irgendwie mega schnell zu fliegen oder irgendwas, sondern einfach oben zu bleiben, das Ganze zu überleben. Und ja, und eben, wenn es dann so, so, so, auf Schweizerisch sagen wir, ein Knorzi -Flug, also ein, wirklich ein Knorzi -Flug. Wo ein Rumgeknorze ist, dann denke ich mir einfach, ja, das ist gutes Training. Vielleicht macht dieses Training am Tag X dann den Unterschied, dass ich eben weiter fliegen kann und nicht am Boden stehe.

39:48Lucian Haas

Bereitest du dich denn neben solchen knarzigen Flügen zum Training, die dann zufällig auch mal auftreten und wo du sagst, ah, das ist jetzt mein Trainingsflug, bereitest du dich denn in irgendeiner anderen Weise auch gezielt auf grosse Flüge vor?

40:01Martina Hauri

Ja. Ja, ich bin schon sehr die Planerin. Also eben, ich denke speziell durch das, dass ich auch sehr gerne eben immer wieder in neue Gebiete gehe,

40:14Martina Hauri

hat mir das Planen, also habe ich das halt eigentlich auch schon sehr, sehr früh gemacht und ja, und Planen ist für mich wirklich sehr, sehr wichtig. Ich weiss, viele Leute sagen so, ah, das nervt sie, das machen sie nicht, das ist Zeitverschwendung oder weiss ich nicht was. Und ich sage dann immer, ja, es ist, für mich ist es auch Zeitverschwendung, wenn ich irgendwie dann nach vier Stunden auf dem Boden stehe, weil ich irgendwie nicht gecheckt habe, dass das eine Schlüsselstelle ist, die ich mit einer guten Planung vielleicht, ja, im Kopf gehabt hätte, dass ich da genügend aufdrehen muss.

40:51Martina Hauri

Das ärgert mich eben mehr, als irgendwie halt am Abend zwei, drei Stunden an dem Computer zu sitzen und das halt wirklich anzuschauen. Und eben mit Planen. Und mit Planen meine ich, ich gehe häufig halt eben so auf den XContest schauen, was ich so ungefähr fliegen will. Dann suche ich irgendeinen Tag, wo im Idealfall vielleicht, weil ich weiss, dass dort irgendwie auch ähnliche Wetterbedingungen waren, also oder sicher, sagen wir mal von der Jahreszeit her, suche ich mir irgendwie ein paar Flüge raus von irgendjemandem und dann blende ich mir die Airbodies ein und bewusst auch solche, wo eben nicht so lange Flüge sind. Und dann schaue ich mir an, wo sind die abgesoffen und warum und ja, versuche dann daraus ein bisschen meine Schlüsse zu ziehen, weil eben da, wo halt dann immer ein paar Leute auf der Strecke bleiben, also am Boden stehen, das sind ja dann eigentlich die Schlüsselstellen.

41:46Martina Hauri

Und dann versuche ich mir das wirklich einzuprägen. Ah, okay, vor dieser und dieser Querung muss ich wirklich Höhe machen und auch wenn es Zeit kostet und alles. Ja, und ich denke so, es würde sicher auch ohne Planen gehen, aber ich denke, man kommt halt wie gerade in einem Gebiet, das man nicht so gut kennt, kommt man halt mit Planung schon auch schneller zu einem oder mit weniger Versuchen zu einem grösseren Flug, wenn man das halt wirklich die Schlüsselstellen und alles ein bisschen im Kopf hat.

42:19Lucian Haas

Heisst für dich denn Planung, du guckst dir das jetzt nur im XContest an und hast das dann mal gesehen oder gehst du dann auch quasi auf Google Earth und versuchst mal, diese Strecke dir dort anzugucken? Setzt du dir auch, keine Ahnung, 40 Wegpunkte für eine Strecke, wo du sagst, okay, die fliege ich dann alle entsprechend ab oder sind das einfach nur, dass du sagst, okay, ich habe meine drei Dreieckspunkte, wo ich sage, das sind so meine Eckpunkte, die ich vorgeplant habe und das reicht mir und den Rest fliege ich dann irgendwie?

42:50Martina Hauri

Ja, es kommt ganz darauf an, wie gut ich das Gebiet kenne. Wenn ich es noch nicht so gut kenne, dann setze ich mir in der Tat ziemlich viele Wegpunkte. Und zwar auf halt wirklich so die grösseren Thermik -Hotspots. Einfach so als Orientierung. Und ich habe auch schon gemerkt, dass mir das auch einfach mental hilft. Also wenn ich dann auf meinem Gerät sehe, ja, da habe ich einen Punkt gesetzt. Also da muss ein Thermik -Hotspot sein, dass ich wirklich dann einfach dahin fliege und sage, ja, da muss es jetzt gehen.

43:23Martina Hauri

Und meistens geht es dann auch irgendwie, also ja. Und mittlerweile eben für Gebiete, die ich relativ gut kenne, wie zum Beispiel das Tessin, da gehe ich natürlich dann eher in die Richtung, dass ich nur noch irgendwie die Wendepunkte setze und nicht mehr irgendwie tausend Punkte dazwischen. Aber ich finde eben wirklich so für Gebiete, die ich noch nicht so gut kenne, hilft es mir schon, wenn ich da eben die Punkte habe. Und du hast ja noch Google Earth angesprochen. Also was ich mir manchmal dann auch noch anschaue, wenn ich es noch nicht so gut kenne und ja, wie es aussieht mit Landeplätzen. Also wo kann man einfach quasi versuchen gehen und wenn es nicht gut geht und man absäuft, kann man gut landen, kommt man vielleicht sogar idealerweise auch mit öffentlichem Verkehr wieder weg oder es hat zumindest eine Strasse, wo Autos fahren, wo man wieder rauskommt.

44:21Martina Hauri

Und wo ist es dann doch eher? Ja, eher Wandern angesagt. Ja, dass ich mir das halt auch so ein bisschen im Kopf habe. Und schlussendlich ist es dann in der Luft ja auch so ein bisschen ein Abwägen. Ja, versuche ich es jetzt zum Beispiel dann im nächsten Tal mit dem Risiko, dass ich rauslaufen muss, wenn es nicht funktioniert, wenn es ein Tal ist, wo es halt keine Strasse und nichts gibt oder mache ich es nicht? Es hilft, wenn ich weiss zum Beispiel, wenn ich weiss, es hat eine Strasse und so, die kommt dann wieder weg, dann bin ich halt natürlich auch sehr viel motivierter. Also da denke ich einfach so, ja, eben da kann ich jetzt schon einfach probieren gehen. Handkerum, wenn es keine Strasse hat, ist es ja auch wieder motivierend, weil dann will man wirklich nicht absaufen.

45:10Martina Hauri

Also ich glaube, es hat so ein bisschen beide Seiten, merke ich gerade.

45:16Lucian Haas

Was gehört für dich für die Planung und Vorbereitung? Was machst du mit Wetter? Wie gehst du dabei vor? Oder auf was schaust du da für deine großen Flüge?

45:26Martina Hauri

Ja, ich schaue mir sicher XC -Term an, so einfach mal, um zu schauen, hat der Tag überhaupt Potenzial, um wirklich gut zu werden? Also was zeigt es da so kilometerweise an? Oder auch eben Basis, dass man da schon so ein bisschen eine Idee hat, weil eben gewisse Flüge, wenn man irgendwie noch, keine Ahnung, von der Surselva ins Glarnerland kommen will, da braucht man eine gewisse Basis, dass man da überhaupt rüberkommt. Dann Wind natürlich. Da schaue ich entweder auch das Eiken an oder das Cosmo, das wir da noch vom Schweizerischen Verband haben, das aber, glaube ich, auf Ende Jahr abgeschaltet wird. Ja, aber dass ich da nochmal so eine Idee habe, ja, eben, wie wird das jetzt ein einigermassen schöner Tag mit wenig Wind, oder könnte es auch halt sein?

46:20Martina Hauri

Es wird relativ viel Wind geben. Dann natürlich auch Überentwicklungen. Also da schaue ich dann auf den Radar von Meteo Schweiz. Was ich eigentlich grundsätzlich auch gerne mache, ist halt einfach auch Modelle zu vergleichen. Und da dann halt wirklich so, ja, wenn alle Modelle das Gleiche sagen, dann wird es ja wahrscheinlich schon so kommen. Aber wenn alle Modelle so ein bisschen was anderes sagen, dann sage ich mir auch, dann rede ich mich auch selber ein. Tina, das ist jetzt ein Wundertütetag. Also da weißt du nicht, was du kriegen wirst. Und das hilft mir dann auch so ein bisschen, die Erwartungen runterzuholen, dass ich dann auch denke, okay, es könnte sehr gut werden, aber es könnte gerade so gut auch nicht so gut sein.

47:09Martina Hauri

Und dann halt auch wirklich noch so ein bisschen das Abwägen, wenn es jetzt ein bisschen nicht einfach ist zum Freinehmen und immer alle Modelle sagen, ein Modell ist auch gut, alle anderen eher nicht so gut. Dann sage ich dann eher, okay, dann gehe ich halt arbeiten. Ja, so ein bisschen in dem Stil versuche ich, das mir irgendwie zurechtzulegen. Aber gleichzeitig merke ich natürlich auch, dass ich, wie viele andere Piloten, wahrscheinlich auch schon auch dazu tendiere, einfach ein Modell zu suchen und zu finden, das das anzeigt, was man will, um ganz fest daran zu glauben.

47:44Lucian Haas

Und wenn der Flug dann halt nicht so gut wird, dann sagst du, oh, das war mal wieder ein Trainingsflug. Jetzt habe ich halt mal mit nicht so tollen Bedingungen versucht, mich da irgendwie noch oben zu halten. Lass uns mal ein bisschen im Thema springen zu einer anderen, nicht eine andere Geschichte, aber eine andere Sache, die mich interessiert. Du bist ja nun eine Frau. Und nun ist es leider noch so in der Gleitschirmszene, dass da immer noch so ein bisschen unterschieden wird zwischen, ah, das sind Männer, die fliegen und das sind Frauen, die fliegen. Und irgendwie wird den Frauen häufig noch weniger zugetraut. Oder wenn die tolle Leistungen bringen, gilt es als immer etwas, oh, das ist jetzt was. Das ist was ganz besonders herausragendes oder so etwas. Kriegst du dieses Frausein in irgendeiner Weise zu spüren oder gespiegelt oder sonst was, wenn du mit männlichen Fliegerkollegen unterwegs bist und gerade wenn du dann vielleicht die sogar übertrumpfst?

48:37Martina Hauri

Ja, erstmal würde ich sagen, ich bin mir halt aufgrund meines beruflichen Backgrounds und meines Studiums, ich habe eigentlich so mein halbes Leben in einem männerdominierten Umfeld, verbracht. Von dem her ist das eigentlich jetzt nicht so speziell für mich.

48:55Lucian Haas

Erklär mal ganz kurz, was hast du studiert beziehungsweise in was arbeitest du, wo du sagst, das ist jetzt ein männerdominiertes Umfeld?

49:02Martina Hauri

Ich habe Verkehrssysteme studiert und dann noch einen technischen Master gemacht, also eigentlich halt so einen Ingenieurstudiengang. Da war natürlich klar, das sind, in meinem Studiengang waren wir zwei Frauen, der Rest alles Männer. Und Master kann ich das berätlichst nicht mehr ganz genau sagen. Und dann jetzt arbeite ich in der Verkehrsplanung, also eigentlich als Ingenieurin und jetzt in meinem aktuellen Job, da ist es eigentlich, da ist es erstaunlich, da sind wir glaube ich wirklich 50 -50. Aber eigentlich in den früheren Jobs ist halt eben sobald, dass du irgendeinen technischen Beruf machst, gibt es halt eigentlich schon sehr viele Männer als Frauen. Aber ja, um zu deiner Frage zurückzukommen, ich glaube, wenn ich mit Freunden unterwegs, mit männlichen Freunden unterwegs bin, ich glaube, da macht das irgendwie gar nicht

49:54Martina Hauri

so einen grossen Unterschied. Und das finde ich auch cool, weil eben, weil ich finde, es sollte eigentlich auch gar nicht so einen Unterschied machen, weil eben, ja, wir sind Freunde, wir versuchen alle möglichst gut zu fliegen, einander zu helfen und alles. Und wenn es einem gut, wenn es jemand anderem gut läuft, dann freut man sich für ihn. Da ist es weniger ein Problem. Aber so allgemein in der Szene spüre ich schon immer wieder halt so ein bisschen, ja, so Sachen, ja, ich habe jetzt wirklich noch ein Beispiel, wirklich ziemlich genau vor Augen, dass das wirklich ziemlich symbolisiert. Und zwar, da bin ich im Jura über 100 Kilometer geflogen und war dann schon sehr, sehr tief und habe gesehen, ah, da unten ist ein Landeplatz, den ich sogar kannte.

50:48Martina Hauri

Und dann habe ich da gedacht, okay, eben, wahrscheinlich, also ich gehe jetzt da landen, habe gesehen, dass da sogar noch ein paar Leute sind. Und ich wusste, an diesem Landeplatz gibt es einen Kühlschrank mit noch Bier drin. Da habe ich gedacht, ja, das wäre jetzt noch cool, dann könnte ich jetzt mit den Leuten da noch ein Bier trinken gehen. Und bin da eben gelandet, nach irgendwie, keine Ahnung, 110 Kilometern oder so. Und dann laufe ich da zu den Leuten hin, ich habe die nicht gekannt. Und dann haben sie so gesagt, ja, war es oben noch okay zum Starten? Und ich so, ja, ich bin nicht da gestartet, ich bin Weissenstein gestartet. Dann so, oh, dann bist du vom Weissenstein hierher geflogen. Und ich so, ja, aber vorher bin ich noch beim Chasseral vorbei geflogen.

51:34Martina Hauri

Und dann habe ich einfach so, ah, wirklich? Du? Ja. Bist du dann mit jemandem zusammengeflogen? Und das merke ich wirklich, das habe ich schon einige Mal erlebt, dass wirklich einfach, wenn man einen guten Flug macht, dann wirklich kommt so die Frage, bist du mit jemandem zusammengeflogen? Und wirklich so, bitte sag mir das quasi, dass du das ja eh nicht alleine konntest, sondern dass du einfach einem guten Piloten, einem guten Mann hinterher geflogen bist. Also es kommt wirklich im Prinzip so ein bisschen so rüber. Und das finde ich schon, damit habe ich schon ein bisschen Mühe, muss ich sagen. Wie gehst du dann damit um? Ja,

52:14Martina Hauri

ich habe noch keinen wirklich, wirklich guten Weg gefunden. Also ich versuche es dann halt auch einfach irgendwie zu ignorieren oder einfach so zu denken, ja, sollen die doch denken, was sie wollen. Ja, ist mir egal, ich ziehe mein eigenes Ding durch. Und ja, wenn sie das einer Frau nicht zutrauen, finde ich schade, aber dann ist das halt einfach so, ja. Aber ganz grundsätzlich habe ich schon auch so ein bisschen das Gefühl, dass, ja, gewisse Frauen sich halt wie, auch einfach viel mehr auch selber zutrauen könnten. Also dass manchmal, also bei einigen Frauen schon auch einfach vielleicht die Motivation gar nicht so da ist, dass man eben auch versuchen könnte, auf einmal weiter zu fliegen.

53:00Martina Hauri

Aber dann sage ich mir gleichzeitig auch, es gibt ja auch viele Männer, die einfach nur in ihrem Hausberg herumfliegen. Also eigentlich fände ich, das könnte man ja da mal eine Auswertung machen, wie viel Prozent der Frauen haben Streckenambitionen und wie viel Prozent der Männer haben Streckenambitionen. Wahrscheinlich, vielleicht wird das sogar einigermaßen ausgeglichen. Ich weiß es gar nicht.

53:21Lucian Haas

Ja, weiß ich auch nicht. Aber könnte durchaus so hinkommen. Also dass man wirklich, wenn man die große Masse der Piloten nimmt, dass es gar nicht so viele sind, die wirklich darauf aus sind, ganz große Strecken zu fliegen. Und jeder mal stolz ist, wenn er ein paar Kilometer zusammenkriegt. Aber viele doch wirklich einfach nur sagen, ich gleite ab oder ich mache halt so, so ein bisschen am Hausberg hin und her und freue mich, wenn ich zweimal eine Thermik aufgedreht habe. Und das war es dann eigentlich schon. Wäre es denn für dich denn interessant, es gibt ja sowas wie so Frauenfliegerfeste und irgendwelche XC -Camps nur für Frauen und sowas. Würdest du an sowas gerne mal teilnehmen oder sowas gerne anleiten vielleicht sogar? Oder sagst du, nee, dieses nur Frauenfliegen ist mir eigentlich auch schon zu eng?

54:03Martina Hauri

Also in der Schweiz gibt es die sogenannten XC -Frauen. Und das ist, das wird geleitet von der Gabi Jakober, einer sehr, sehr guten Schweizer Streckenflugpilotin und der Steffi Westerhuis, die auch sehr gut fliegt und dazu noch Meteorologin ist. Und sie war auch schon Supporterin vom Kriegerl. Also wirklich, das ist eine geballte Ladung Know -how bei den beiden vorhanden. Und eben, die machen zweimal im Jahr ein sogenanntes XC -Frauencamp, das dann auch von der Liga unterstützt wird. Und da bin ich schon sehr, sehr gerne dabei. Weil eben da kann man dann halt eben auch mal über frauenspezifische Themen reden. Aber ich habe sowieso das Gefühl, all diese Frauen, die da dabei sind,

54:51Martina Hauri

die sehen das ähnlich. Also für die ist es schön, mal eben mit Frauen unterwegs zu sein, aber die gehen sonst auch, so wie ich, sehr viel auch einfach mit Männern fliegen. Also dass das nicht irgendwie so ist, dass wir uns nur wohlfühlen würden, wenn Frauen unterwegs sind. Überhaupt nicht. Also meiner Meinung nach ist es eigentlich wirklich wichtig, dass man mit Leuten unterwegs sind, die auf einem ähnlichen Niveau fliegen, von denen man viel lernen kann. Und ob das jetzt Männer oder Frauen sind, ja, das ist eigentlich wie sekundär, habe ich das Gefühl.

55:24Lucian Haas

Ein typisches Frauenthema, gerade wenn man so lange Strecke fliegt, wird wahrscheinlich wenig öffentlich darüber gesprochen. Aber wie machst du das denn, neun Stunden einzuhalten oder eben nicht einzuhalten? Also wie gehst du damit um, dass du vielleicht zwischendurch mal etwas Wasser lassen müsstest?

55:40Martina Hauri

Ja, da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten. Ich habe mich auch wirklich mit diesem Thema schon sehr früh auseinandergesetzt, respektive musste ich mich damit auseinandersetzen, weil ich habe im Dezember 2018 die Prüfung gemacht und bin dann gleich auf eine Flugreise nach Andalusien gegangen und bin dann dort an einem der letzten Tage bin ich drei Stunden thermisch gefahren. Das war damals mit Abstand mein längster Flug, mega cool, mega Freude gehabt und ich hätte eigentlich auch noch länger fliegen können, hätte ich nicht müssen und bin da halt wirklich runter und quasi gelandet, Gurtzeug auf den Boden geworfen und hinter den nächsten Baum verschwunden.

56:26Martina Hauri

Genau, genau. Aber ich glaube, es war noch gut, weil eben da habe ich mich dann früh damit auseinandergesetzt, habe dann halt andere Frauen gefragt. Ja, ich mache jetzt eigentlich relativ gute Erfahrungen mit Windeln oder wie wir es in der Schweiz sagen, wir nennen das die XC -Hössli, weil ich finde Windeln, das klingt so etwas wie für alte Leute. Es ist ja nicht, dass wir das nicht unter Kontrolle hätten, sondern ganz im Gegenteil, man braucht ja einige so eine Kontrolle, damit es überhaupt funktioniert. Ja, und das funktioniert für mich eigentlich, ja, ganz gut. Andere Frauen haben auch dieses sogenannte Schipi, wo sie ja dann wie auch einen Schlauch haben und das hat halt den Vorteil dann, dass man beliebig viel halt rauslassen kann,

57:17Martina Hauri

wohingegen das bei den Windeln dann irgendeinmal schon auch ein Limit hat. Habe ich zum Glück nie erreicht, aber ja, also ich glaube, da muss wie jede Frau selber halt so ein bisschen herausfinden, was am besten für sie funktioniert. Und ja, wichtig ist, dass man es halt einfach auch ausprobiert und keine Hemmungen hat, darüber zu reden und ja, und einfach testet. Also als ich mir die ersten Windeln gekauft habe, bin ich dann halt wirklich nach Hause gegangen, habe die angezogen, bin mit den Kleidern in die Badwanne gesessen, also ohne Wasser und ja, habe das halt einfach mal versucht, wie das so ist, mit Kleidern da loszulegen.

58:04Martina Hauri

Das

58:05Lucian Haas

ist glaube ich auch wichtig, dass man einfach überhaupt die Psychologie dahin bekommt, zu sagen, ich lasse jetzt einfach laufen.

58:11Martina Hauri

Ja, ja.

58:12Lucian Haas

Wenn ich so ein Urinalkondom nutze, ich versuche auch immer mindestens einmal vorher noch am Startplatz dadurch schon einmal was abzulassen. Das machst du wahrscheinlich mit der Windel nicht so, weil es vielleicht sich nicht ganz so angenehm anfühlt, aber dass du zumindest weißt, es läuft alles ganz normal durch. Und dann weiß ich, dann kann ich auch im Flug laufen lassen. Wenn ich das vorher nicht gemacht habe, dann ist es viel schwieriger, im Flug einfach zu sagen, okay, jetzt lässt man da mal eben los.

58:37Martina Hauri

Ja, wie noch ein Test. Man testet ja eigentlich auch sonst alles. Man macht den Fünf -Punkte -Check und weiß ich nicht was und schaut, dass alles funktioniert. Und das gehört halt auch irgendwie dazu für einen langen Flug.

58:50Lucian Haas

Jetzt lass uns noch über eine andere, keine Tabu -Seite, aber vielleicht eine andere unschöne Seite des Fliegens reden, nämlich das Risiko, was man eingeht. Wie häufig ist es dir, trotz deiner, oder gerade wegen deiner sehr, sehr vielen Flugstunden bei den unterschiedlichsten Bedingungen, die du da schon gehabt hast und auch mit Explorer -Gedanken in Gebiete reinzufliegen, wo man das vielleicht noch nicht so gut kennt und sowas, wie häufig ist dir da schon passiert, dass du wirklich sagst so, oh, da habe ich echt kritische Situationen schon erlebt, die dich vielleicht auch irgendwo mental vielleicht eine Weile zurückgeworfen haben?

59:27Martina Hauri

Ja, ich habe schon die eine oder andere kritische Situation erlebt, die allererste erstaunlicherweise schon am Low -B und mit einem Sitzkurzeug, wo es mich eingetwistet hat. Also ich bin eigentlich wirklich in, an der Rigi in eigentlich eher ruhigen Bedingungen, habe ich gedacht, geflogen und dann hatte ich wirklich so 70 Prozent Klapper und es hat mich 180 Grad herumgenommen. Und das war dann schon, das war, glaube ich, sogar noch vor meinem ersten Siku, den ich gemacht habe. Und das war dann schon so ein bisschen wow.

1:00:06Martina Hauri

Ja, und ein anderes Mal hat es mich auch noch getwistet. Das war dann mit dem Zeolite im Wallis. Das war eigentlich klar, dass es relativ heftige Bedingungen sind, aber da ist irgendwie, ja, so ganz genau sagen, was passiert ist, kann ich, also wahrscheinlich ist die Front gekommen, aber irgendwie asymmetrisch. Und dann bin ich dann halt auch, hat es mich 180 Grad herumgenommen und ich finde einfach schon nur das Gefühl, wenn man diese überkreuzenden Tragkurve vor sich hat. Das ist einfach, das ist nicht schön. Das, ja.

1:00:46Lucian Haas

Aber wie gehst du denn dann damit um? Ist das für dich dann so, Scheiße, jetzt, ich lasse den Flug, ich gehe jetzt landen oder beißt du dich dann durch? Wie ziehst du dich aus diesem psychischen, ich nenne es mal Loch oder sowas wieder heraus?

1:00:58Martina Hauri

Ja, das ist eine gute Frage. Also ich versuche eigentlich immer, wenn es irgendwie geht, weiter zu fliegen und habe damit eigentlich gute Erfahrungen gemacht, einfach im Sinne von verarbeiten, hoffentlich wieder gute Erfahrungen sammeln, quasi gute Erinnerungen dann hauptsächlich an den Flug haben und nicht, weil ich denke mir dann immer, wenn ich jetzt sofort auf der Stelle landen gehe, dann ist eigentlich die letzte Erinnerung, die ich an den Flug habe, ist halt immer diese kritische Situation. Und zum Beispiel eben in diesem Flug da im Wallis mit dem CO -Light, da habe ich schon ziemlich lange rumgebissen. Also da war es sicher etwa eine Stunde lang, wo der Hitte, ein Freund von mir, der mit mir geflogen ist,

1:01:46Martina Hauri

verdankenswerterweise auch wirklich, am Anfang bin ich eigentlich immer vorausgeflogen und da hat er dann auf mich gewartet, weil ich nur noch schwache Sachen ausgedreht habe und halt nicht mehr in die starken Thermiken rein wollte. Also da hatte ich schon Angst und habe mir wirklich so gedacht, eigentlich möchte ich schon lieber landen gehen, aber habe dann wirklich einfach so gedacht, versuche jetzt mal eine Viertelstunde weiter zu fliegen. Als das um war, habe ich gesagt, ja versuche doch nochmal eine Viertelstunde und okay, jetzt hast du schon eine halbe Stunde, jetzt versuchen wir doch nochmal eine halbe Stunde.

1:02:17Martina Hauri

Also was mir schon auch hilft bei eigentlich all den Sachen ist, dass ich das Gefühl habe, wenn wirklich etwas passiert, dass ich sehr ruhig bleibe und dass ich wie? auf eine Art so, ich sage dem immer die Fluglehrerstimme in meinem Kopf habe, also die mir dann eigentlich auch wirklich ganz genau sagt, was ich jetzt machen soll. Also ein wirklich krasses Beispiel diesbezüglich war, das war noch mit dem Flow Fusion Zehenschirm, bin ich nach einer Querung wirklich in ein sehr, sehr, sehr starkes Steigen reingekommen und ich weiss nicht, ob ich, ja wahrscheinlich habe ich schon nicht so gut reagiert, also der Schirm ist dann halt einfach nicht wieder raus und der Schirm ist unglaublich geschossen

1:03:06Martina Hauri

und ich habe den wirklich so aus den Augenwinkeln kommen sehen über meinem Kopf und während der am nach vorne schiessen war, hatte ich einfach ja diverse Stimmen in meinem Kopf. Die erste hat so wie gesagt so, shit, warum lässt du den so schiessen? Die zweite hat gesagt, boah, das wird jetzt einen riesen Klapper geben und die dritte hat gesagt, wird es wohl einen Frontklapper oder einen Seitenklapper geben? Und das alles war ja eigentlich, ich würde mal sagen im Bruchteil einer Sekunde quasi von dem Moment eben, wo der Schirm eigentlich schon vor meinem Kopf war, bis er dann wirklich vorne war und tatsächlich eingeklappt ist. Und er ist dann seitlich eingeklappt, ziemlich viel sogar und wollte natürlich eigentlich gleich in die Spirale, aber auch da hat dann wirklich,

1:03:59Martina Hauri

also in dem Moment, wo das dann passiert ist, hat sofort dann auch eine Stimme gerufen, quasi Außenbremse, du musst die Drehung stoppen. Ich habe dann auch so nur so mit dem Augenwinkel in Richtung Klapper geschaut und dann hat sofort auch eine Stimme gesagt, du musst jetzt nicht diesen Klapper anschauen, du musst jetzt einfach den Flug stabilisieren. Und ja, und ich glaube, das hilft mir einfach enorm. Also irgendwie habe ich, wie das Gefühl eben, die Stimme in meinem Kopf sagt mir dann dann eigentlich sofort, was ich tun muss. Ja, und so konnte ich mich bis jetzt im Glück eigentlich aus allem dann irgendwie wieder rausmetzgen, rausbasteln.

1:04:42Lucian Haas

Hörst du diese Stimmen auch in positiven Situationen? Also dass dir eine Stimme sagt, du musst jetzt da drüben hinfliegen, da ist die Thermik?

1:04:50Martina Hauri

Ja, also wie soll ich sagen, ich hatte einen Fluglehrer, der hat immer gesagt,

1:04:56Martina Hauri

speziell irgendwie, wenn man nach Manöver geflogen ist, hat er gesagt, lächeln. Und das, eben manchmal sagt die Stimme auch so, ich bin so, ach, du bist so angespannt, schau doch mal, wie wunderbar dieses Panorama hier ist, entspann dich doch mal, ist doch wunderschön und ah, schau mal, da drüben steigt es quasi oder ah, schau mal, da vorne sehen die Konditionen noch viel besser aus. Ja, die kann auch wirklich sein, sehr, sehr motivierend sind die Stimmen.

1:05:28Lucian Haas

Zurück nochmal zu dieser Klappersituation, oder nicht dieser, sondern Klappersituation und sowas. Ich habe gelesen in einem deiner Flüge, das war irgendwann 2021, da hast du auch eine unschöne Erfahrung gemacht und da hast du geschrieben, dort hätte dir Kinesiologie am Ende hinaus geholfen. Was ist das und inwieweit hat dir das geholfen, diese Klappersituation aufzuarbeiten?

1:05:53Martina Hauri

Ja, also wie soll ich sagen, ich bin schon eine Person, die wahrscheinlich überdurchschnittlich viel Angst oder sagen wir Respekt vor dem Fliegen hat. Obwohl du so viel fliegst. Ja, keine Ahnung. Aber es ist bei mir noch schneller mal, speziell wenn es dann halt richtig ruppig ist und es zu schütteln beginnt, dass ich dann so denke, wow, was ist jetzt das? Oder zu mir dann denken, ich könnte jetzt eigentlich irgendwo gemütlich zu Hause auf dem Sofa sitzen und werde jetzt hier einfach durchgeschüttelt. Warum tue ich mir das an?

1:06:38Martina Hauri

Eine Zeit lang hatte ich auch wirklich ziemlich gekämpft, so ein bisschen mit dieser Absturzangst. Also ich hatte mal,

1:06:49Martina Hauri

bin mal mit einem zusammengeflogen, der den Flow Fusion, also den gleichen Schirm, den ich damals hatte, Test geflogen ist. Und der ist dann wirklich in sehr, sehr rauem Gelände, musste er den Notschirm werfen und ja, ist dann da am Notschirm runtergekommen. Und das ist mir schon sehr, sehr eingefahren. Also er blieb zum Glück unverletzt, aber es war, er ist wirklich in sehr, sehr steilem Gebiet runtergekommen. Ich habe dann auch der Rega, also der Rettung per Helikopter angerufen. Und, weil ich mir gedacht habe eben, selbst wenn er unverletzt ist, wird er da wahrscheinlich ohne Hilfe, ohne Equipment nicht rauskommen. Das war dann auch so. Ja, und obwohl er unverletzt war und eigentlich alles, alles gut, alles okay war.

1:07:39Martina Hauri

Ja, also einfach so diese, diese eben, diese krassen Felswände, dieses raue Gelände, hat dann doch irgendwie ziemlich Spuren hinter mir, in mir hinterlassen, im Sinne von, was immer. Wenn, wenn ich irgendwo so an so, ja, halt Orten geflogen bin, wo ich so wirklich berechtigterweise das Gefühl habe, ja, wenn ich jetzt da am Notschirm runtergehen würde, wäre es nicht so gesund. Ja, dass ich mich vor dem gefürchtet habe. Und eben auf eine Art ist es ja berechtigt, aber auf die eine oder andere darf man ja schon auch nicht die ganze Zeit einfach rumfliegen und immer denken, ja, könnte ich jetzt hier mit dem Notschirm runtergehen. Ja, und dann war es so, dass eine, eine gute Freundin von mir, die Isa, die macht eben Kinesiologie, also sie ist auch studierte Psychologin und dann hat sie mir eben so gesagt,

1:08:36Martina Hauri

ja, vielleicht könnte, könnte ich das mal ausprobieren bei ihr, vielleicht würde mir das helfen. Sie, sie hat das Gefühl eben, dass, dass das schon, ja, helfen könnte. Und dann zuerst war ich schon ein bisschen skeptisch und eben ich wusste auch gar nicht so genau, was es eigentlich ist, aber habe mich dann einfach wirklich dem, dem hingegeben. Und dann, ja, war, war ich in so einer Session und es ist auch schwierig, das jetzt so zu erklären. Also ich glaube, man muss man schon fast irgendwie wie erleben und rausprobieren. Aber wir haben dann wie so ein bisschen rausgefunden, dass es ja eigentlich fast zwei, zwei Arten von Angst gibt. Also die, die eine ist wie so der Respekt, wo ja eigentlich auch gut ist, wenn man das hat, damit man nicht leichtsinnig wird oder irgendeinen Blödsinn macht.

1:09:29Martina Hauri

Aber dann halt auch die Angst, die halt mehr in so richtig Panik geht oder auch irrational ist. Und dann haben wir in dieser Kinesiologie Session, haben wir das dann wie, diese beiden Ängste, diese verschiedenen Angsttypen haben wir dann wie so getrennt und haben wir diese mehr Panikangst dann auch noch so rausfließen lassen. Und ja, und dann in der Kinesiologie gibt es auch noch so verschiedene Farben von Sonnenbrillen. Und bei mir hat, glaube ich, die rote ziemlich gut irgendwie gepasst. Und das hat mir dann auf weiteren Flügen wirklich so geholfen, dass ich mir dieses, dieses rote Licht, das ich halt gesehen habe durch diese Sonnenbrille, dass ich mir das wie vorgestellt habe und dadurch halt wie,

1:10:17Martina Hauri

ja, das halt irgendwie dieser, dieser Zustand der Ruhe oder eben wirklich dieses, des Vertrauens, dass es gut kommt und eben das, dass es einfach Angst ist im Sinne von Respekt und keine Panik, konnte ich mir das so vergegenwärtigen. Und das hat dann eigentlich wirklich ziemlich, ziemlich gut funktioniert.

1:10:35Lucian Haas

Um das jetzt noch richtig zu verstehen, hast du dann eine spezielle Sonnenbrille beim Fliegen betragen, die, die ein bisschen, das war nur eine Vorstellung dann entsprechend, oder?

1:10:44Martina Hauri

Ja, genau. Also in der Kinesiologie, in der Session selber, da, da hat sie tatsächlich Sonnenbrillen in, in allen Farben. Das finde ich, ist ziemlich lustig. Und die trägt man dann auch und, und sieht dann halt die ganze Welt auch in, in dieser Farbe. Aber nachher rein beim Fliegen habe ich die ganze normale Sonnenbrille getragen und habe es mir einfach vorgestellt. Aber was mir auch noch geholfen hat, eben so ein bisschen mit der Angst, ich habe auch noch Mentaltraining gemacht. Das unterstützt auch die, die Swissleague. Finde ich wirklich ziemlich, ziemlich cool. Und da habe ich mit meinem Mentaltrainer auch noch so über die Angst gesprochen. Er hat dann mir so gesagt, ja, ich soll mir überlegen, wie das von aussen aussieht, wenn ich, wenn ich Angst habe.

1:11:31Martina Hauri

Dann habe ich mir das überlegt und habe mir gesagt, du Toni, ich glaube, das, da sieht man mir nichts an. Also das, das, da sieht man nichts. Das ist quasi alles, alles ganz normal. Und dann hat er mir gesagt, ja, denke einfach mal darüber nach. Und dann ist es dann so, ich weiß nicht, ob das seine Absicht war, aber ich habe es dann halt einfach, für mich hat das dann ziemlich gut funktioniert, dass ich eben im Flug, wenn ich Angst habe, dass ich dann wirklich mir überlegt habe, wie sieht das von aussen aus? Und dann ist es dann so ein bisschen ausgeartet, wie, dass ich wie mein eigener

1:12:10Martina Hauri

Sportkommentator wurde. Und dann halt wirklich einfach so gesagt habe, ja, das sind ruppige Bedingungen, aber die Tina, sie fliegt weiter. Sie, diese Frau kennt nichts. Diese Frau hat Nerven aus Stahl. Sie fliegt immer weiter, auch wenn die Bedingungen ruppig sind. Und das hat für mich dann einfach irrsinnig gut funktioniert. Also ja, ich glaube, man muss einfach wie jeder sein eigenes Rezept, seinen eigenen Weg finden, wie, wie man halt mit den, mit den Sachen umgeht. Ne, weil das können auch lustige Sachen.

1:12:46Lucian Haas

Du hast halt die verschiedensten Stimmen im Kopf, die dir da in irgendeiner Weise weiterhelfen. Jetzt hast du gerade gesagt Sportkommentator. Du fliegst ja auch Wettbewerbe. Ja. Wenn du jetzt entscheiden dürftest, ich will Strecken fliegen, also du hast einen guten Tag, der für Streckenfliegen super geeignet wäre, der aber vielleicht auch fürs Wettbewerbsfliegen gut geeignet wäre, wo du sagst, aber das wäre eigentlich der super Tag, um wirklich weit zu fliegen. Was reizt dich dann mehr?

1:13:14Martina Hauri

Ganz klar das Streckenfliegen. Und ich stand schon häufig mal vor dieser Entscheidung. Auch gerade diesen Sommer war ich am Palz Open und die Bedingungen waren jetzt eigentlich so wahnsinnig toll zum Fliegen. Es war ziemlich windig. Ja, und dann habe ich gesehen, am letzten Tag, am Sonntag, wäre im Berner Oberland ein ziemlich guter Streckenflugtag. Und dann bin ich halt abgestimmt. Abgehauen vom Komp und bin Streckenfliegen gegangen. Ja, also, es ist, also, ich habe da auch, das fanden, glaube ich, auch ziemlich viele Leute lustig, habe dann da auch in den Kommentaren vom Flug geschrieben, wenn das Herz einer Komp -Pilotin halt eben doch für XC schlägt.

1:14:00Martina Hauri

Ja, also, wenn ich mich entscheiden muss, dann ist klar, XC mache ich lieber. Das hat vielleicht schon auch damit zu tun, dass man das halt nicht immer machen kann. Also einen Komp kann man ja, wie, da muss das Wetter dann nicht so gut sein. Wenn es nicht so gut ist, kann man einfach einen kurzen Task fliegen. Aber halt diese wirklich, wirklich guten XC -Tage sind halt schon, schon sehr, sehr begrenzt und da, die nutze ich halt schon sehr, sehr gerne. Das, ja.

1:14:30Lucian Haas

Nun hast du beim Streckenfliegen im Grunde schon ganz viel erreicht mit der Schweizer Meisterschaft und auch Platz zwei jetzt, Weltwertung und so was. Ist dann vielleicht so, dass du sagst, naja, auch wenn es mich da hinzieht zum Streckenfliegen, würde ich aber vielleicht im nächsten Jahr, um auch noch was Neues zu haben, künftig will ich mehr noch auf dieses Wettbewerbsfliegen setzen?

1:14:51Martina Hauri

Ja, also ich möchte eigentlich wie auf beides setzen. Also ich bin auch dieses Jahr ziemlich viel Komp geflogen. Fast ein bisschen zu viel habe ich so gegen das Ende gemerkt. Also ich finde, dass man grundsätzlich halt sehr, sehr viel lernt von, also eigentlich in beide Richtungen. Von dem einen fürs andere. Und ja, mir haben auch schon viele Leute gesagt, ja, du musst dich jetzt entscheiden. Du kannst nicht einfach beides machen. Aber schlussendlich dieses Jahr hat es auch irgendwie geklappt. Ja, beim Kompfliegen, was ich sehr schätze, ist noch so ein bisschen das Soziale, dass man da halt eben ja dann alle am gleichen Ort landet, dass man dann zusammen noch was trinken kann, zusammen über den Flug reden und so.

1:15:38Martina Hauri

Das ist schon auch immer eine ziemlich, ziemlich coole Stimmung. Wohingegen, ja, nach einem XC -Flug bist du halt oftmals alleine auf irgendeinem Feld und musst zuerst mal schauen, wie du nach Hause kommst. Das schätze ich schon auch sehr. Ja, aber wenn ich es jetzt halt wirklich im Komp wirklich, wirklich weit nach vorne bringen möchte, dann müsste ich wohl auf einen CCC -Schirm wechseln. Und dazu bin ich einfach wie momentan nicht bereit dazu.

1:16:11Lucian Haas

Nicht bereit wegen des Risikos, dass du sagst, das ist mir zu hoch, das Risiko, was ich damit eingebe. Ich meine, du fliegst ja jetzt auch schon einen Zweiliner und einen D -Schirm. Das ist ein CoLight GT von Ozone, den du jetzt mittlerweile fliegst. Meinst du, das ist noch so ein großer Schritt, um dann wirklich bis zum CCC zu kommen, die ja, wie man hört, auch immer einfacher zu fliegen werden? Ja.

1:16:35Martina Hauri

Ja, vielleicht ist es auch ein mentales Ding. Ich weiß es nicht. Also ich müsste sicher noch mal viel mehr

1:16:43Martina Hauri

Sicherheitstraining machen, um so eine Maschine, sage ich mal, zu fliegen. Ja, ich stelle es mir halt auch einfach ziemlich, ziemlich herausfordernd vor. Also bei meinem CoLight, da lasse ich die Bremsen los. Ganz los.

1:17:01Martina Hauri

Häufig. Es ist noch nie etwas passiert. Ich weiss natürlich, wenn dann Bewegung kommt, muss ich natürlich schon sehr, sehr schnell wieder an den Bremsen sein. Aber das hat bis jetzt immer geklappt. Und ebenso kann ich auch 10 Stunden fliegen. Und ich weiss auch gar nicht, ob ich mental einfach genug stark wäre, 10 Stunden lang so ein Ding zu fliegen. Und ich möchte eben schon irgendwie alles mit dem gleichen Schirm machen. Jetzt einfach irgendwie für den Wettkampf CCC -Schirm und sonst einen anderen. Ja, ich weiss es nicht. Und ja, eben die, so ein Schirm, die Marschen sind natürlich halt einfach kleiner, dass wenn irgendjemand etwas isst.

1:17:46Martina Hauri

Ich habe auch schon ein paarmal mit Freunden so ein bisschen darüber diskutiert, wenn ich am Notschirm runtergehen würde, selbst wenn ich unverletzt wäre, ich habe das Gefühl, ich würde nicht mehr gleich fliegen. Ich glaube, ich könnte das nicht so einfach wegstecken. Und klar, ich kann auch am CoLight, ich kann an jedem Schirm mit dem Notschirm runtergehen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist halt schon, finde ich, um einiges kleiner

1:18:13Martina Hauri

mit einem CoLight als mit einem CCC -Schirm. Und ich fände es halt irgendwie schade, wenn einem ein ungutes Erlebnis dann halt wirklich einfach Monate oder vielleicht sogar Jahre zurückwirft, wenn man das dann halt einfach fast nicht mehr irgendwie wegbringt oder so. Also klar, das kann, also im Moment ist es wie einfach kein Thema. Es kann sich irgendein Mal ändern, aber momentan habe ich einfach das Gefühl, ich fühle mich wohl auf dem CoLight. Eventuell könnte das jetzt ja nur zweimal noch ein Thema werden, aber momentan finde ich es auch einfach schön, dass ich mich da wohlfühle, dass ich den Schirm gut kenne. Weil ich habe, ja, in den vier Jahren habe ich eigentlich schon ziemlich viele Schirme

1:19:00Martina Hauri

durchgelassen, also bin einige Wechsel hinter mir. Von dem her ist es schon auch einfach schön, mal quasi, ich bin jetzt angekommen auf dem Schirm und, ja, kann auf dem fliegen. Und eben, ich finde, für XC -Fliegen reicht der. Also brauche ich eigentlich nichts, nichts Krasseres.

1:19:18Lucian Haas

Das heißt, 2023 wirst du auch wieder mit dem CoLight wahrscheinlich dann an den Start gehen. Was hast du, also, oder nicht was, sondern hast du überhaupt für nächstes Jahr denn dann neue Ziele, wo du sagst, in diesem Jahr wolltest du mindestens vier große Flüge machen? Hast du schon ein großes Ziel, was du dir für nächstes Jahr vorgenommen hast? Ja,

1:19:40Martina Hauri

also ich habe gerade jetzt noch am Wochenende war ich mit einer Freundin wandern und dann haben wir so, so geträumt oder eben so XC -Sachen gesagt, die wir unglaublich gerne, gerne mal machen würden. Und da gibt es schon, habe ich gemerkt, noch ziemlich, ziemlich vieles. Also zum Beispiel von der Cimetta im Tessin nach Hause fliegen, nach Zürich. Das wäre mal, finde ich, ein wirklich mega cooles, mega tolles Erlebnis. Dann auch vielleicht mal vom Jura nach Hause fliegen. Von, ich bin einmal von Fiesch bis nach Österreich geflogen, bis kurz vor Landeck.

1:20:26Martina Hauri

Ein Freund von mir, der ist an diesem Tag noch bis ins Stubaital gekommen und der war noch hinter mir. Also ich glaube, wenn ich da nicht halt das so, das Nachhausekommen im Kopf gehabt hätte, dann hätte ich es wahrscheinlich auch noch bis dahin geschafft. Ja, das, das fände ich auch einfach so cool, weil ich war im Stubaital auch schon so mal fliegen und einfach so dieses, eben Fiesch und Stubaital, die auch wirklich sehr, sehr weit davon einander weg sind, diese so miteinander zu verbinden. Ja, fände ich irrsinnig schön. Dann gibt es auch einfach noch so schöne Spots im Engadin, zum Beispiel der Biancograd oder mal auf der Diavolezza zu starten. Ja, es gibt wirklich einfach noch so viele Sachen,

1:21:14Martina Hauri

ja, die ich gerne noch fliegen, erfliegen möchte. Ja, aber eben wie du siehst, sind es wirklich vor allem eigentlich so Strecken, also halt eigentlich einfach Routen, die ich gerne fliegen möchte und jetzt weniger, dass ich jetzt einfach sage, ja, jetzt nächste Saison muss der 250er oder irgend sowas sein, sondern eben eigentlich bin ich ja bis jetzt damit gut gefahren, dass ich mir wirklich einfach

1:21:40Martina Hauri

Ziele im Sinne von Routen gesetzt habe und dann bin ich mega motiviert und dann klappt es auch meistens gut, dass es dann gleichzeitig auch noch einen Weitenflug gibt.

1:21:55Lucian Haas

Gut, Tina, dann hoffe ich mal, drück dir die Daumen beziehungsweise von dem, wie viel du fliegst und sowas, wird zumindest ein Teil davon sicherlich vielleicht im nächsten Jahr oder danach auf jeden Fall noch in Erfüllung gehen. Ich denke, man wird von dir auch im XContest immer noch wieder viel entdecken können, vielleicht auch auf den vorderen Rängen, vielleicht im nächsten Jahr dann sogar mal auf Platz 1 in der Weltrangliste vom XContest. Wer weiß, ich will dich jetzt nicht unter Druck setzen, sondern das ist einfach nur so als kleiner Ausblick. Auf jeden Fall wünsche ich dir dafür sehr, sehr viel Spaß dabei, möglichst wenig negative Erlebnisse oder Sachen, die dich etwas ausbremsen, sondern dass es da immer weitergeht und danke dir für die tollen Erzählungen über deine vielen Abenteuer, die du da schon erlebt hast.

1:22:38Martina Hauri

Vielen Dank dir für die Einladung. Hat Spaß gemacht. Dankeschön.

1:22:49Lucian Haas

Podz-Glidz ist der Podcast des Gleitschirm -Blogs Lu-Glidz. Ich bin der Produzent beider Angebote. Mein Name ist Lucian Haas. Lu-Glidz steht im Netz unter www.Lu-Glidz.blogspot.com. Lu-Glidz schreibt sich L U minus G L I D Z. Auf Lu-Glidz findest du auch die Shownotes zu dieser Podcast -Folge samt einiger weiterführender Links. Wenn du schon ein Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz bist, danke. Wenn nicht, dann bitte unterstütze mich doch dabei, der Gleitschirm -Szene weiter dienlich zu sein. Als freier Journalist investiere ich viel Zeit hier hinein und die will irgendwie finanziert sein. Zumal das kein Hobbyprojekt ist, sondern Teil meiner Arbeit, von der ich lebe.

1:23:37Lucian Haas

Als Förderer von Podz-Glidz und Lu-Glidz musst du dich zu nichts verpflichten. Es gilt nur diese einfache Regel. Du darfst geben, wann, so oft und so viel du willst. Das kann ein einmaliger oder auch wiederkehrender Förderbeitrag sein. Du entscheidest. Zahlungen sind ganz einfach per PayPal oder Banküberweisung möglich. Alle nötigen Daten findest du auf meinem Blog Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern. Falls du dir unsicher bist, welche Summe vielleicht angemessen wäre, dann mache ich dir einen unverbindlichen Vorschlag. Wie wäre es mit einem Euro pro Tag? 1 Euro pro Podcastfolge und 2 Euro pro Lesemonat auf Lu-Glidz. Selbst übers Jahr zusammengerechnet ist das für dich immer noch günstiger als die Abogebühren eines klassischen Magazins.

1:24:27Lucian Haas

Übrigens, ich bin stets auf der Suche nach weiteren interessanten Gesprächspartnern mit hörenswerten Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Hast du einen Vorschlag? Dann erzähle mir davon und schicke, wenn möglich, gleich auch die Kontaktdaten. Am besten per E -Mail an lugleitzkontakt at gmail.com.

1:24:48Lucian Haas

Bis zum nächsten Mal. Ciao.

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