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101. Der Reiseveranstalter - Andy Fluehler

// Andy Fluehler, Lucian Haas · 2023-02-03 · 01:15:18 · original episode

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[show notes]
Andy Flühler hat eine der bekanntesten Marken im Gleitschirmreisemarkt aufgebaut. Wie kam er dazu? +++ Wer das Gleitschirmfliegen lernt, wird bald auch über die heimischen Hausberg-Fluggelände hinaus schauen wollen. Über unbekannten Landschaften dahin zu gleiten ist einfach ein reizvolles Abenteuer. Allerdings will man das mit möglichst wenig Planungsaufwand und Risiko erleben. Hier kommen organisierte Gleitschirmreisen ins Spiel. Die meisten solcher Reisen werden von Flugschulen organisiert. Es gibt allerdings auch einige spezialisierte Anbieter, die keine Schulung, sondern nur noch Reisen anbieten. Der in der deutsch-sprachigen Gleitschirmszene vermutlich bekannteste Reiseveranstalter dieser Art ist „Fly with Andy“. Vor 18 Jahren begann der Schweizer Andy Flühler unter diesem Markennamen Flugreisen nach Spanien und Italien anzubieten. Heute hat er fast die ganze Welt im Programm. Wobei er das alles nicht mehr alleine stemmt, sondern mit einer Handvoll Partnern. Sie sind zwangsläufig alle sehr reiselustig und jeweils ein Großteil des Jahres unterwegs. Andy zum Beispiel ist nur rund zwei Monate im Jahr in seiner Schweizer Heimat. Was sonst noch so alles zum Leben eines Fulltime-Flugweltenbummlers gehört, was ihn nach so vielen Jahren auf Achse noch immer an dieser Aufgabe fasziniert, wie er mit wechselnden Dynamiken in seinen Reisegruppen umgeht, wie der Klimaschutz auch bei Flugreisen zum Thema wird und welche Reisemomente ihm die Liebsten sind, das und mehr erzählt Andy in dieser Folge 101 von Podz-Glidz. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Little Samba | Künstler: Quincas Moreira No Copyright Music, https://www.youtube.com/watch?v=LDDvhkdJEz0

[transcript]

0:08Andy Fluehler

Viele Destinationen sind schon entstanden, weil man Lust hat, selber dahin zu gehen. Das ist wie das Wichtigste. Es gibt Destinationen, gerade im Balkon, da hat man einfach mal gesagt, hey, ich will da fliegen gehen, ist man selber hingegangen und hat dann eine Reise dahin gemacht.

0:39Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:44Andy Fluehler

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

0:48Lucian Haas

Heute mit... Andi Flühler. Und ich bin Lucian Haas. Wer

0:57Lucian Haas

das Gleitschirmfliegen lernt, wird bald auch über die heimischen Hausbergfluggelände hinausschauen wollen. Über unbekannten Landschaften dahin zu gleiten, ist einfach ein reizvolles Abenteuer. Allerdings will man das mit möglichst wenig Planungsaufwand und Risiko erleben. Hier kommen organisierte Gleitschirmreisen ins Spiel.

1:18Lucian Haas

Die meisten solcher Reisen werden von Flugschulen organisiert. Es gibt allerdings auch einige spezialisierte Anbieter, die keine Schulung, sondern nur noch Reisen anbieten. Der in der deutschsprachigen Gleitschirmszene vermutlich bekannteste Reiseveranstalter dieser Art ist Fly with Andi.

1:37Lucian Haas

Vor 18 Jahren begann der Schweizer Andi Flühler unter diesem Markennamen Flugreisen nach Spanien und Italien anzubieten. Heute hat er fast die ganze Welt im Programm. Wobei er das alles nicht mehr alleine stemmt, sondern mit einer Handvoll Partnern. Sie sind zwangsläufig alle sehr reiselustig und jeweils einen Großteil des Jahres unterwegs. Andi zum Beispiel ist nur rund zwei Monate im Jahr in seiner Schweizer Heimat. Was sonst noch so alles zum Leben eines Fulltime -Flugweltenbummlers gehört, was ihn nach so vielen Jahren auf Achse noch immer an dieser Aufgabe fasziniert, wie er mit wechselnden Dynamiken in seinen Reisegruppen umgeht, wie der Klimaschutz auch bei Flugreisen zum Thema wird und welche Reisemomente ihm die liebsten sind.

2:25Lucian Haas

Das und mehr erzählt Andi in dieser Folge Nummer 101. Wenn

2:34Lucian Haas

dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Gleitschirm -Blogs Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern.

2:54Lucian Haas

Andi, wo erreiche ich dich gerade?

2:56Andy Fluehler

Im Moment bin ich mit meiner Partnerin in Buenos Aires. Ich reise eigentlich jeden Winter hier nach Südamerika und jetzt habe ich einen guten Freund besucht. Von mir in Chile und jetzt sind wir in Buenos Aires, schauen uns die Stadt noch an und reisen dann wieder zurück nach Sao Paulo, wo wir eigentlich den ganzen Winter sind.

3:18Lucian Haas

Wie viele Länder bereist du so im Jahr?

3:22Andy Fluehler

Das ist schwer zu sagen.

3:25Andy Fluehler

Zehn, fünfzehn Länder vermutlich. Hauptsächlich europäische und im Winter dann bin ich hauptsächlich in Brasilien und Argentinien.

3:36Lucian Haas

Wenn du das mal so ein bisschen quantifizierst, wie viel Zeit eines Jahres verbringst du im Ausland, beziehungsweise auf Reisen?

3:45Andy Fluehler

Ungefähr zehn Monate bin ich auf Reisen und zwei Monate in der Schweiz. Also Reisen heisst ja dann für mich nicht Reisen und Touren führen, sondern insgesamt Reisen, da bin ich zehn Monate weg von meiner Heimat der Schweiz ungefähr. Es ändert natürlich von Jahr zu Jahr. Dieses Jahr ist es glaube ich ein bisschen weniger, wo ich weg bin. Die letzten Jahre waren es, gut über Corona war ich immer in der Schweiz natürlich, aber vorher war es so zehn Monate im Jahr.

4:19Lucian Haas

Wenn man so viel unterwegs ist wie du, kann man dann, wenn man dann nach Hause kommt, empfindet man das wirklich noch als Zuhause?

4:28Andy Fluehler

Ja, das ist noch wichtig. Also ich habe ein Zuhause, ich bin ja Schweizer und ich bin in der Schweiz zu Hause. Dort, wo ich wohne, bin ich zu Hause, aber ich reise halt wahnsinnig gerne. Das ist eine große Passion und das mache ich jetzt schon seit ungefähr 15 Jahren so. Und es ist immer noch eine berauschende Sache für mich, das Reisen, immer wieder an neue Orte. Das finde ich schon cool.

4:56Lucian Haas

Was berauscht dich daran?

4:59Andy Fluehler

Neues zu sehen. Ich glaube, ich bin nicht der Typ, der Repetitionen gern hat. Das ist beim Fliegen bei mir auch so. Also wenn ich jetzt zum Beispiel Jahr und Tag meine Kleidung, in welchen drei Fluggebieten fliegen würde, dann glaube ich, hätte ich nicht gleich viel Spass. Also der absolute Spass kommt bei mir vom Neuen und Nichtgesehenen. Und darum reizt mich das Reisen auch. Das sind neue Menschen, neue Länder, neue Landschaften vor allem auch jetzt.

5:32Lucian Haas

Gibt es denn trotzdem Situationen, Momente, wo dir das Reisen dann auch mal zur Last wird? Wo du sagst, jetzt habe ich da so eine anstehende Flugreise. Ich weiß, da kommt... Da kommen zehn Leute und ich habe eigentlich gar keine Lust.

5:47Andy Fluehler

Nein. Nein. Also zur Last wird das nicht. Jetzt mache ich das auch schon ein paar Jahre. Und man muss immer schauen, dass die Energie drin bleibt. Und es gibt natürlich anstrengendere Sachen und Sachen, die einem easier laufen. Aber insgesamt würde ich nicht sagen, dass es anstrengend ist. Nein. Also mir gefällt das. Ich finde das eher eine...

6:15Andy Fluehler

Eine coole Geschichte, die mir persönlich sehr viel bringt. Und wo ich auch Energie ziehe vom Reisen. Also die Begegnung mit anderen Menschen, mit anderen Piloten. Irgendwo zu fliegen, wo ich noch nie geflogen bin, das berauscht mich. Das finde ich eine extrem coole Geschichte. Für mich persönlich.

6:37Lucian Haas

Aber du bist ja nicht nur einfach Reisender, sondern du bist auch immer Organisator. Organisator. Reichspartner für deine Fluggäste, die du da mitnimmst. Damit hast du ja auch immer eine grosse Verantwortung. Wie gehst du damit um?

6:52Andy Fluehler

Ja, das stimmt. Aber ich glaube, jeder Mensch hat eine grosse Verantwortung heutzutage. In dem Moment, wo er ins Auto sitzt, hat er schon eine grosse Verantwortung. Und ich glaube, man probiert, sich besser zu geben. Man probiert, energetisch zu sein, fit zu sein. Und dann ist... Mehr kann ich nicht sagen. Mehr kann ich nicht geben. Und das habe ich das Gefühl, das bringt das Ganze in einen sicheren Rahmen. Und somit kann ich die Verantwortung auch tragen. Vermutlich ist es auch ein bisschen die Erfahrung, die das einem leichter macht. Vielleicht, ja.

7:31Lucian Haas

Welche Erfahrung? Auch die Erfahrung, dass du sagst, es geht irgendwie trotzdem noch immer alles irgendwie gut? Oder was ist die Erfahrung, die dazu beiträgt?

7:39Andy Fluehler

Nein, ich glaube, die Erfahrung, Situationen vorauszusehen. Und in fremden Ländern und fremden Fluggebieten auch relativ schnell und gut die ganze Flugsituation abzuschätzen.

7:59Lucian Haas

Was ist denn so die grösste Sorge, die einen Reiseveranstalter wie dich so umtreibt, wenn man unterwegs ist?

8:07Andy Fluehler

Ja, die grösste Sorge ist natürlich, wenn etwas passiert. Was passiert, wenn etwas passiert? Das ist eine sehr grosse Sorge von einem Reiseveranstalter. Also wie, was für Möglichkeiten habe ich, wenn trotzdem etwas passiert? Weil wir als Reiseveranstalter können ja Bedingungen setzen und Empfehlungen geben. Aber wir können den Gleitschirm von unseren Gästen nicht selber steuern. Also sie können eigentlich Unfälle produzieren. Und der grösste... Die grösste Sorge ist, was passiert nachher? Da bereiten wir uns natürlich vor. Aber trotzdem, wenn man aus der Schweiz kommt und Schweizer Standards gewohnt ist, dann ist es im Ausland auch schon in Italien oder in Spanien schon etwas anders.

9:02Andy Fluehler

Ja,

9:03Lucian Haas

ich meine, eine Schweizer Reger ist wahrscheinlich, kann man davon ausgehen, nach 20 Minuten ist die meistens spätestens vor Ort, wenn man sie angerufen hat. Was ist, wenn du irgendwo im brasilianischen Nordosten, sonst warst du im Hinterland unterwegs und gibt es da irgendwie auch eine festgeschriebene Notfallgeschichte, wo du sagst, das haben wir für uns mal aufgeschrieben oder hofft man einfach nur darauf, es darf nichts passieren?

9:29Andy Fluehler

Nein, das geht nicht. Also es passiert zum Glück praktisch sehr, sehr wenig, zum guten Glück. Aber wir haben diese Notfall -Szenarios natürlich besprochen und müssen sie auch schon wenige Male anwenden, muss ich ehrlich sagen. Aber zuletzt wird es dann meistens auch ein bisschen von Situation zu Situation wieder anders. Wenn es einen Helikopter braucht, kann es schon sein, dass man Leute einschalten muss, die man kennt, wie die jetzt diese Organisation gut kennen und so weiter. Also es ist ein...

10:05Andy Fluehler

Wir haben so ein vorgeschriebenes Szenario, wie es ablaufen sollte, aber manchmal ist es auch dann wieder ein bisschen anders, als man gedacht hat. Und wir haben ja auch nicht so... Ja, also gerade in Brasilien haben wir eigentlich sehr wenig Übung darin. Und wenn man viel in der Schweiz fliegt, dann hat jeder viel Übung, weil jeder hat vermutlich schon mal mit Regen zu tun gehabt. Nicht wegen dem Fliegen, aber sonst mit irgendwas.

10:34Andy Fluehler

Und das ist natürlich... Natürlich im Ausland jetzt, wir haben wenig Übung in dem. Aber wir bereiten uns vor, natürlich. Das ist ganz, ganz wichtig.

10:44Lucian Haas

Was ich mich immer frage, wenn du solche Reisen machst als Veranstalter, weisst du ja sehr häufig nicht, was du da kriegst. Und mit was meine ich im Grunde die Personen, die du da bekommst. Sind das gute Piloten oder schlechte? Sind das gute Starter oder nicht? Also welches Risiko kannst du denen zutrauen und was nicht? Auf der anderen Seite auch so, sind das angenehme... Oder sind das nervige Zeitgenossen? Also können die dir eine ganze Gruppe zerhacken, weil die einfach doof sind auf gewisse Weise? Wie stellst du dich auf solche Gruppen ein, wenn du weisst, ich kenne die eigentlich noch gar nicht?

11:20Andy Fluehler

Ja, das ist eine gute Frage, Lucia. Also ich kann es dir auch nicht genau beantworten. Also man spürt oder lernt sehr schnell, Piloten einzuschätzen, wie gut sie sind. Ich meine, es spielt ja gar keine Rolle. Aber wie gut jemand fliegt, man muss erkennen können, wo ist das Gefahrenpotenzial von einem Piloten. Gibt es überhaupt eins oder gibt es keins? Bei vielen gibt es eigentlich nicht ein spezielles Gefahrensituation. Das Wichtigste ist, dass jemand weiss, wie gut er fliegen kann und was er sich zutrauen kann. Und wenn das ein bisschen verschoben ist, dann müssen wir eingreifen. Das passiert aber nicht bei allen. Und das lernt man schon mit den Jahren.

12:07Andy Fluehler

Schnell zu erkennen, wenn das passiert. Also wenn sich die Leute ein bisschen falsch, selber falsch einschätzen, dann wird es eher gefährlich. Wenn Leute wissen, was sie können, wird es eigentlich kaum gefährlich, muss ich sagen.

12:22Lucian Haas

Woran erkennst du besonders schnell, ob jemand ein guter Pilot ist?

12:26Andy Fluehler

Das gibt viele Punkte, aber das kann ich dir jetzt nicht sagen. Man beobachtet und dann schaut man vor allem auch bei den ersten fünf Minuten hin, wenn man jemanden nicht kennt. Aber 80 Prozent unserer Gäste, die kennen wir. Da wissen wir genau den Werdegang von denen, da wissen wir genau, was die können und wie sich die in welchen Situationen ungefähr verhalten. Es gibt Leute, die sind eher ängstlicher oder zurückhaltender. Es gibt Leute, die sind eher offensive Piloten. Und solche Sachen sind gut, wenn man das weiss. Dann kann man ihnen persönlich auch... Ein bisschen Unterstützung geben, Beratung geben, wie es heute am besten laufen würde für sie persönlich.

13:16Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, 80 Prozent der Leute kennen wir schon. Das heisst, sind das ganz viele, die regelmässig mit euch fahren? Und deswegen sagst du, ach Peter, kenne ich noch letztes Mal von Sizilien und jetzt bist du in Brasilien dabei, toll. Genau. Das ist quasi so eine Fly -with -Andy -Family, mit der du regelmässig unterwegs bist. Kann man so sagen, ja.

13:39Lucian Haas

Du hast gerade ein bisschen nervtötende Reisende angesprochen, die jeder wahrscheinlich fürchtet und jede Gruppe... Also man bei Gruppenreisen, wo man die Gruppe nicht kennt, auch immer fürchtet, dass vielleicht solche Leute dabei sind. Hast du bestimmte psychologische Techniken, wie du mit solchen Leuten umgehst oder wie du die besser in eine Gruppe integrierst?

13:57Andy Fluehler

Das ist eigentlich der wichtigste Punkt. Der wichtigste Punkt ist, dass eine gut harmonierte Gruppe entsteht. Und wenn jemand Mühe hat, da reinzukommen... Dann unterstützt man denjenigen natürlich als Guide oder als Leiter. Das ist das Allerwichtigste. Also man muss den Leuten nicht nur beim Fliegen helfen, sondern vielleicht auch beim Integrieren in eine Gruppe helfen. Und das machen wir. Das machen wir. Also wir probieren, diesen Leuten beizustehen, die ein bisschen mehr Mühe haben. Nicht jeder Mensch ist ein Gruppenmensch. Und prinzipiell finden wir ja niemanden. Nicht nur nervig in dem Sinn, sondern wenn du diesen Beruf machst, den wir machen, dann, glaube ich, musst du alle Menschen prinzipiell gerne haben.

14:50Andy Fluehler

Und dann gibt es schon Leute, die mehr Energie kosten und weniger Energie kosten. Dass man jetzt, so wie du das nennst, diese Nervensegen hat, das erkennt man nicht. Es gibt dann einfach Leute, die ein bisschen mehr Mühe haben, in eine Gruppendynamik reinzukommen.

15:06Lucian Haas

Was würdest du sagen, was ist mehr gefragt als Reiseguide? Mit dieser fliegerischen Background oder muss man eher Psychologe sein?

15:15Andy Fluehler

Ich glaube, das braucht beides. Ich glaube, das braucht vor allem Sozialkompetenzen. Also dieses gruppendynamische Verhalten muss man ein bisschen kennen. Aber das lernt man eigentlich auch, indem man Reisen führt. Und fliegerisch muss man relativ fit sein bei Beurteilungen von Situationen, dass nichts passiert. Weil natürlich... Natürlich sind alles Piloten, die jetzt bei uns mitkommen. Aber man berät die Leute. Man macht am Morgen ein Briefing, das den Tag ziemlich genau beschreibt. Und da beschreibt man auch die Gefahren, die da entstehen können. Man beschreibt die Möglichkeiten und plant einen allfälligen Flug.

16:04Andy Fluehler

Und das braucht schon ein bisschen Erfahrung, wenn man weggeht vom Hausfluggebiet.

16:11Lucian Haas

Weggehen vom Hausfluggebiet. Das heisst ja auch immer, man muss in so fernen Ländern das Wetter vor allem auch gut einschätzen können, um zu sagen, das geht heute sicher zu fliegen oder nicht. Wie machst du das? Also auf was greifst du da zurück, um weltweit zu sagen, ich weiss, wie das Wetter wird?

16:31Andy Fluehler

Ja, jetzt muss ich dich schon ein bisschen ausholen, Lucien. Weil wir reisen ja in Gebiete, wo wir schon waren. Also das Erste, was wir machen, wir gehen dahin und fliegen dort. Also jetzt waren wir zum Beispiel hier in Argentinien, waren wir vor vier Jahren und sind da zwei Wochen mit dem Team geflogen. Wir haben da die Gegebenheiten, das Wetter und spezielle Wettersituationen probiert zu erkennen. Und das ist wieder das Wichtigste. Natürlich gibt es einen Wetterbericht, der heutzutage ziemlich genau ist. Egal, wo du bist auf dieser Erde, natürlich nicht so genau wie in den Alpen, aber eigentlich genug genau. Um in diesen Ländern sicher zu fliegen. Aber es gibt ja auch immer gebietsspezifische Situationen.

17:19Andy Fluehler

Und die erkennt man, indem man diese Destinationen vorher bereist. Das macht auch richtig Spass. Das ist wirklich eine coole Situation mit unserem Team. Irgendwo hin und schauen, wie läuft das da. Das war im Sertau in Brasilien so. Das ist eigentlich fast auf jeder Reise so.

17:41Lucian Haas

Ein Problem. Ein Problem mit dem Wetter könnte ja auch sein, man kann es ja nicht vorplanen, sondern das Wetter kommt, wie es kommt. Und es kann ja schon mal sein, dass man eine Flugreise wohin macht und sagt, ich bin jetzt eine Woche in Argentinien oder sonst was. Die Leute zahlen viel Geld dafür und am Ende funktioniert das Wetter nicht so, wie es normalerweise immer um diese Zeit funktioniert. Und sagt, ja, jetzt ist es eigentlich in Argentinien immer trocken und heiß. Man kann toll fliegen, aber leider in diesem Jahr, es ist gerade El Niño oder was auch immer. Wir haben viel Feuchtigkeit und es funktioniert nicht so. Ja. Hältst du die Leute bei Laune, wenn es nicht zu fliegen geht?

18:16Andy Fluehler

Ja, also das, was du jetzt erzählst, das stimmt. Also für jeden Gleitschirmflieger ist eigentlich das Fliegen das Wichtigste. Natürlich reist man auch, um Land und Leute kennenzulernen. Also das Fliegen ist ja ein Teil vom gesamten Reiserlebnis. Das Fliegen ist aber zentral. Und bei uns läuft das so, dass wenn wir in Destinationen gehen, wo ein erhebliches Wetterrisiko stattfindet, dann probieren wir uns auch sehr flexibel zu bewegen. Zum Beispiel in Brasilien. Jetzt wissen wir eher ganz genau, wo wir hingehen müssen, in welcher Jahreszeit. Aber wir gehen auch schon mal zum Beispiel 1500 Kilometer weg, fahren halt einen Tag, um aus einer Schlechtwetterzone rauszukommen und dann die Reise irgend ganz woanders durchführen.

19:13Andy Fluehler

Also wir sind eigentlich eher uns am Bewegen als im schlechten Wetter zu sitzen. Natürlich kann man es nicht ganz vermeiden. Es gibt immer mal einen Schlechtwettertag, das kann man locker überbrücken. Aber schlecht ist es, wenn man eine Schlechtwetterwoche hätte oder Schlechtwetterzehntage. Dann sind eigentlich alle bereit, sich wegzubewegen. Und das ist nicht immer und überall möglich. Aber ich würde sagen, bei 90 Prozent der Reisen bewegen wir uns so. Also wir buchen praktisch keine Hotels voraus. Oder fünf Tage vorher nur. Und dann bewegen wir uns sehr stark der Meter entsprechend. Weil das ist der wichtigste Punkt für uns. Hast

19:52Lucian Haas

du denn schon mal Reisen gehabt, auf denen wirklich fliegerisch gar nichts ging? Auch.

19:58Andy Fluehler

Wo war das vielleicht? Das gab es vielleicht mal in Spanien. Aber das ist sicher schon 15 Jahre her. Also gar nichts. Gar nichts heisst eine Woche praktisch nichts. Ja, das gab es. Weil im Winter... Wir haben ja genauso eine Reise in Südspanien, wo wir eine Woche oder zehn Tage dort sind. Und dann kann es schon mal passieren, dass ein paar Tage das Wetter nicht gut ist. Aber mittlerweile kennen wir auch dort Ausweichmöglichkeiten. Und das schützt uns eigentlich von dem ein bisschen, dass wir nur rumhocken und nichts tun. Oder Sightseeing machen, einen Tag nach dem anderen. Also es gibt es praktisch nicht mehr. Also wir probieren die Reisen auch so zu setzen.

20:43Andy Fluehler

Und dass sie ins beste Wetterfenster passen. Wir gehen im Juli, August auf den Balkan zum Beispiel. Ende August nach Griechenland. Das sind wettersichere Situationen. Wir gehen nach Südbrasilien im Januar nach Argentinien. Das sind ziemlich wettersichere Situationen.

21:04Lucian Haas

Das heisst jemand, der vielleicht überlegt, irgendwelche Reisen zu machen. Und jetzt mal gucken will, wo kann ich zu welcher Zeit am besten wohin fahren. Kann der sich auch einfach... Den Fly with Andy Kalender nehmen, ohne da jetzt mit euch mitzufahren. Aber der kann dann sagen, okay, ich sehe, die bieten zu der Zeitpunkt Griechenland an, zu dem Zeitpunkt Brasilien. Die haben Erfahrung, das ist eigentlich eine gute Wetterphase, wenn ich dann auch parallel da fahren würde.

21:28Andy Fluehler

Genau, das würde ich sagen, ja. Ja, das kann man vermutlich, ja. Also es ist unsere Meinung natürlich, aber das kann man ja.

21:38Andy Fluehler

Unsere Planung ist genau so. Wir schauen genau wie, wo ist es am besten, zu welcher Jahreszeit. Wenn

21:46Lucian Haas

mal trotzdem wirklich nichts geht, auch wenn du jetzt kein Beispiel hast, wo das war damals aber so. Aber es gibt ja schon mal, da hast du drei, vier Tage schlechtes Wetter. Und gerade diese fluggeilen Flieger, die sagen, ich habe jetzt extra die Flugreise gebucht. Meinen sonstigen Familienurlaub habe ich schon verbracht. Und jetzt diese eine Woche habe ich frei von meiner Frau und Kindern. Ich darf jetzt mal fliegen gehen und ich komme nicht zum Fliegen.

22:10Lucian Haas

Wie sehr nimmst du dir das dann zu Herz, wenn du merkst, eigentlich die Stimmung in der Gruppe, nach dem zweiten Tag Sightseeing, kippt so langsam? Was machst du dann?

22:22Andy Fluehler

Ja, man muss schon dafür sorgen, dass sie nicht kippt, oder? Also man schaut natürlich schon, dass sie nicht kippt. Also man schaut, dass die Leute was erleben können, dass man trotzdem eine erlebnisreiche Reise probiert zu machen. Ich habe jetzt gerade darüber nachgedacht, wie mancher Tag gab es im letzten Jahr, wo ich nicht geflogen bin. Also es sind... Lucia, es sind wirklich ganz, ganz wenige. Also wir können praktisch jeden Tag fliegen. Also es ist wirklich nicht so heikel, wie du das beschreibst. Dass es eine Woche schlechtes Wetter gibt, das ist bei mir jetzt 15 Jahre, über 10 Jahre her. Also wenn man, ich glaube, die Treffsicherheit südlich von den Alpen ist schon ziemlich gut.

23:10Andy Fluehler

Und es gibt ja auch Reisen, wie zum Beispiel in Alpernay, die man dann absagt, wenn man sieht, hey, das ist jetzt einfach nicht gutes Wetter. Diese vier Tage, wo wir jetzt auf den San Fermo gehen, dann sagen wir das ab. Also es hat ja keinen Sinn, wenn man eine Gleitschirmreise macht und das Wetter ist schlecht, oder?

23:28Lucian Haas

Jetzt hatte ich dich das vorhin schon mal gefragt, international, wenn ihr wirklich weit ab in Brasilien oder Argentinien oder sonst was seid, für diese Wettereinschätzung, was nutzt du da? Gibt es dann auch lokale Apps oder sagst du, ich gucke hauptsächlich auf Windy und habe da meine Erfahrung mit und das nutzt... Ja... Ja,

23:46Andy Fluehler

wir nehmen, also wir nehmen, glaube ich, das, was ein bisschen alle nehmen. Also wir nehmen Windy und Meteor Blue. Und zuletzt ist es für uns ja wichtig, dass wir diese Information, die wir dort kriegen, auch in ein Gebiet rein planen können. Also die Informationen oder die Erfahrung von einem Gebiet zusammen mit dem Wetterbericht macht einen treffsicher, glaube ich, mit dem Wetter. Und das wächst mit den Jahren. Wo man sich im selben Gebiet befindet. Und da nehmen wir immer diese beiden Wetterberichte. X -Skies auch noch drei. Drei nehmen wir. Also X -Skies, Windy und Meteor Blue.

24:29Lucian Haas

Inwieweit nutzt ihr auch Locals als Mitarbeiter, beziehungsweise vielleicht auch deren Wetterwissen anzuzapfen oder so etwas? Oder stellt ihr fest, dass ihr eigentlich, wenn ihr länger dort schon, also mehrfach dorthin gefahren seid, mit eurem Fliegerblick habt ihr im Grunde genommen... Oder mittlerweile das bessere Wetterverständnis als vielleicht manche vor Ort?

24:50Andy Fluehler

Ja, das würde ich jetzt nicht so sagen. Also ich würde keine Rangliste besser oder schlechter machen. Also wir können uns ziemlich gut ausdauern, wo wir hinfahren. Wir haben natürlich Mitarbeiter, die lokal sind. Also in Brasilien arbeiten wir immer mit dem gleichen brasilianischen Team zusammen. In Argentinien arbeiten wir mit einem argentinischen Freund zusammen. Natürlich nehmen wir immer lokale Leute. Mit ins Team und besprechen auch mal die Wettersituation mit diesen lokalen Leuten. Aber es ist eher ein Teamwork, wo man dann probiert herauszufinden, wie es am besten geht. Das ist speziell wichtig in Süditalien. Da haben wir einen sehr guten lokalen Freund, der unser Team unterstützt.

25:42Andy Fluehler

Und da ist es schon ziemlich wichtig. An anderen Orten ist es wenig. Es ist weniger wichtig, weil wir da schon 10 Jahre sind oder 20 Jahre sogar. Dann ist es nicht mehr gleich wichtig. Dann kennt man die lokalen Gegebenheiten auch langsam ein bisschen.

25:59Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, Bereiche, wo wir schon 10 Jahre oder 20 Jahre sind. Springen wir einfach mal um mehr als 20 Jahre zurück in deinem Leben. Erzähl mir mal deine Fliegergeschichte. Wie bist du dazu gekommen und wie bist du letztendlich zu Fly with Andy gekommen?

26:14Andy Fluehler

Also ich habe mit... 16 Jahre musste man da sein in der Schweiz. Da habe ich mit dem Fliegen angefangen. Und dann, wie viele, die jetzt in dieser Szene sind, irgendwann einen Fluglehrer, mit 21 den Fluglehrerschein gemacht. Damals mit Drachen. Und habe dann angefangen, Drachen auszubilden. Und drei Jahre, das war aber in dieser Zeit, wo das Drachenfliegen schon mehr oder weniger... Auf

26:44Lucian Haas

dem absteigenden Ast war so? Ja.

26:47Andy Fluehler

Ja, das wollte ich fast nicht sagen, aber es war halt so in dieser Zeit. Und jetzt, nach drei Jahren, da war ich ja sehr jung. Mit 25 habe ich dann, 24, 25, den Gleitschirm, Fluglehrer auch noch gemacht. Und habe dann Gleitschirmschule gegeben. 15, 10 Jahre lang, 12 Jahre lang in einer Ostschweizer Gleitschirmschule. Und dann hatte ich irgendwie genug von Schulen. Das war mir dann irgendwie... Das habe ich gesehen, das habe ich gemacht. Und habe dann ein Jahr lang gar nichts mehr gemacht. Und bin in Spanien vor allem rumgereist und bin geflogen. Und habe mir überlegt, was ich jetzt mache. Und dann wurde es mir eher wieder ein bisschen zu langweilig, dass wir da in Spanien leben.

27:39Andy Fluehler

Und habe Fly the Sandy gegründet. Und habe diese Firma später zusammen mit Michael Gebber. Und habe diese Firma später zusammen mit Michael Gebber. aufgebaut und jetzt reisen wir seit über zehn Jahren in der Welt mit interessierten Leuten und das Allerwichtigste für uns ist, dass wir eigentlich eine gute Zeit erleben mit guten Leuten, vor allem auch mit Freunden im Team, das ist ein ganz, ganz wichtiger Aspekt für uns, weil wir so viel unterwegs sind, sind die Team Bodies extrem wichtig für uns natürlich.

28:17Lucian Haas

Du hast ja als Partner den Michael Gebert und noch nicht ganz so lange, aber dann auch den Dominik Rohner dabei, trotzdem heisst das ganze Unternehmen immer noch Fly with Andy, obwohl man auch sagen könnte Fly with Dominik oder Fly with Michael oder sowas. Warum, als du mit Michael zusammengekommen bist, warum habt ihr diesen Namen Fly with Andy dann auch gemeinsam behalten?

28:39Andy Fluehler

Also das war nicht mein Wunsch oder irgendwas, sondern da haben wir einen Marketingmenschen gefragt und der hat uns das empfohlen zu dieser Zeit, weil dieser Brand hat zu dieser Zeit schon einen gewissen Wert gehabt und die haben uns unbedingt empfohlen, den mal beizubehalten und jetzt ist es so und es kommt ja schwer auch darauf an, wie steht Michael dazu und Michael ist es egal, war es egal von Anfang an und mir ist es eigentlich auch egal, ob mein Name da steht oder nicht, also ob jetzt da Fly with Andy, Fly mit Michael oder Fly with Dominik da steht, ist mir völlig, unwichtig, aber es ist halt der Name, der hat in der Schweiz einen gewissen Erkennungswert und darum sind wir damals,

29:27Andy Fluehler

haben wir das nicht gewechselt oder er war damals schon sechs Jahre alt, als wir zusammenkamen und dann hat man es ein bisschen gekannt.

29:35Lucian Haas

Wenn ich es richtig sehe, ist Fly with Andy, zumindest im deutschsprachigen Raum, ja, kann man sagen, das bekannteste und grösste flugschulunabhängige Gleitschirmreiseunternehmen oder Anbieter, den es so gibt. Ist diese Grösse, die Fly with Andy mittlerweile hat, ist das für dich ein Segen oder ist das auch ein bisschen ein Fluch?

29:56Andy Fluehler

Nein, das ist ein Segen. Nein, das ist super, weil früher, als ich alleine war, da war man so auf einer One -Man -Show, man hat die gesamte

30:08Andy Fluehler

Firmenverantwortung oder Geschäftsverantwortung selber getragen und jetzt bin ich auch ein Zahn im Zahnrad, sozusagen, oder? Ich bin niemals mehr so wichtig wie zum Anfang und wir haben sehr gute Mitarbeiter und ich bin eigentlich mittlerweile sehr relaxed und kann viel Freizeit, kann viel fliegen gehen und das war das ganze Ziel, dass man ein bisschen aus der Spannung rauskommt, in eine relaxte, gute Berufs - und Freizeitphase. Das ist jetzt so.

30:46Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, ich kann viel fliegen gehen. Das ist aber in der Zeit zwischen deinen Reisen, wo du dann noch viel fliegst oder fliegst du auch auf deinen Reisen teilweise mit? Oder verzichtest du da eigentlich ganz drauf?

30:59Andy Fluehler

Nein, wenn wir zum Beispiel Weiterbildung machen, XC -Camps, dann reise ich auch mit, klar. Aber das ist der kleinere Teil. Meistens fliegt man nicht, fliege ich nicht mit. Michael glaube ich auch nicht, weil wir oft am Startplatz die ganze Situation, überwachen, das ist so die Geschichte. Wir überwachen das Fliegen, wir überwachen die Logistik und da kommen wir fast nicht zum Fliegen. Aber ich fliege trotzdem 150 bis 200 Stunden im Jahr. Also ich habe genug Zeit, neben den Reisen zum Fliegen, das geht sehr gut.

31:38Lucian Haas

Aber dann fliegst du nicht mit Kunden zusammen, sondern dann für dich alleine oder mit Freunden oder mit eurem Team, wo ihr dann

31:47Lucian Haas

neue Destinationen dann irgendwie erkundet.

31:49Andy Fluehler

Ja, man geht dann fliegen mit dem Team oder auch mit Freunden und wenn wir im Ausland sind, oftmals auch irgendwo, wo man es jetzt ein bisschen abchecken will, wie das genau geht zum Fliegen. Aber da ist man natürlich nicht mehr in der Tätigkeit vom Reiseleiter drin, sondern da fliegt man ohne irgendwelche Verantwortung, nur Verantwortung für sich selbst natürlich.

32:18Lucian Haas

Aber schon im Hinterkopf, das spielt immer eine Rolle, wenn du beispielsweise, du kommst an ein neues Gelände, guckst dir das an und sagst, oh, das könnte ja vielleicht auch für eine Reise interessant sein. Oder kannst du auch wirklich in bestimmten Bereichen fliegen gehen und dieser Job -Hintergrund, es bleibt wirklich vollkommen im Hintergrund.

32:35Andy Fluehler

Ja, wenn ich in die Schweiz fliege, dann bleibt es völlig im Hintergrund. Dann gehe ich mit meinen Buddys fliegen und dann fliege ich, weil es richtig Spass macht. Ich bin ja auch nicht so lange in der Schweiz. Ich bin zwei Monate im Jahr in der Schweiz und dann fliege ich richtig gerne dort. Ich bin dort aufgewachsen und die Berge in der Innerschweiz kenne ich sehr gut. Ich wohne in Luzern und das freut mich jedes Mal, wenn ich da fliegen gehen kann mit Freunden. Das ist eine super Geschichte. Ich fliege wahnsinnig gerne. Das gibt mir viel. Und in der Schweiz denke ich gar nicht an den Beruf. Und wenn ich irgendwo bin auf dieser Welt und fliegen gehe, dann denke ich schon immer darüber nach, wer das jetzt was, um eine Reise hierher anzubieten oder eher nicht.

33:24Andy Fluehler

Das kommt schon immer in den Kopf.

33:28Lucian Haas

Wenn du da jetzt unterwegs bist auf Reisen, was schleppst du persönlich alles noch mit? Also hast du immer drei Gepäckwagen hinten dran, weil du hast deinen eigenen Gleitschirm, du musst vielleicht eine Schleppwinde irgendwo hinfliegen und sonst irgendwie was? Oder wie geht das?

33:44Andy Fluehler

Die Schleppwinde haben wir ein Equipment hier in Südamerika und haben Schleppwinden in Europa. Da schleppt man nirgends mehr hin. Also vielleicht hier in Südamerika von Brasilien nach Argentinien, aber nicht das ist nicht eine grosse Geschichte. Ich persönlich reise mit meinem Gleitschirm, 14 Kilo und Funk und Tracking -Ausrüstungen und einem kleinen Handgepäck -Koffer. Das ist gar nicht so schlimm. Ich kann gar nicht mit sehr wenig Gepäck reisen. Ich glaube, desto mehr man reist, desto weniger Gepäck hat man auch. Ich brauche nicht so viel. Das Wichtigste ist eine gut funktionierende Ausrüstung für mich selbst und die ganze

34:30Andy Fluehler

Infrastrukturausrüstung ist auch nicht so schwer. Vielleicht 5 Kilo. Ich komme locker mit dem Gleitschirm, 23 Kilo komme ich locker durch und ein Handgepäck, das ist kein Problem.

34:40Lucian Haas

Du hast gerade Tracking -Ausrüstung genannt. Früher gab es das ja mit Live -Tracking noch nicht so. Das ist erst in den letzten Jahren, immer besser geworden, weil auch die Handynetze auch in den entfernteren Ländern auch immer besser geworden sind und sowas. Fliegst du heute oder lässt du heute alle deine Kunden mit Live -Tracker fliegen, damit du auch weisst, wo die unterwegs sind?

35:04Andy Fluehler

In 95 % der Fälle ja. Es gibt ja natürlich Reisen, wo man vor allem rückwärts Starts und Top -Landern übt, zum Beispiel, da braucht man keine Tracker. Aber in dem Moment, wo man aus dem Sichtbereich oder aus dem Gleitwinkelbereich rausfliegt, haben unsere Gäste alle Tracker. Das ist uns sehr, sehr wichtig. Das lässt so einen wichtigen Sicherheitsaspekt und ermöglicht Möglichkeiten, um Trecken zu fliegen und auf einer sicheren

35:43Andy Fluehler

Basis. Und für uns ist, wir können einfach viel ruhiger schlafen, wenn wir immer wissen, wo sind die Leute, wo sind sie gelandet und das ist schon ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Also ich kann mich noch ganz früh erinnern, da ist dann um 4 Uhr mal jemand nicht aufgetaucht. Ich kann mich genau nach meinem Fall erinnern und war auch nicht erreichbar mit dem Telefon, auch nicht mit dem Funk und das hat dann schon ein bisschen Stress ausgelöst. Es ist zum Glück nie was wirklich passiert, aber diese

36:18Andy Fluehler

Aktionen früher, die hat man heute der Haupt nicht mehr, weil die Trecker funktionieren, dort wo wir fliegen eigentlich zu 100%.

36:27Lucian Haas

Das heisst, das hat auch das Guiding für dich deutlich entspannter gemacht insgesamt.

36:32Andy Fluehler

Total. Ja, wirklich um Welten, ja, das ist ganz, ganz wichtig geworden für uns und die Logistik auch gut aufzubauen. Also wenn man Strecken fliegen geht, gibt es ja auch einen Rückhol -Service und dieser Service kann man viel entspannter und besser aufbauen, wenn die Leute mit Trecker fliegen. Ja.

36:51Lucian Haas

Gebt ihr denen dann einen Trecker mit oder sagst du, hey, lade dir diese App aufs Handy und das muss damit funktionieren?

36:57Andy Fluehler

Nein, wir haben uns entschieden dazu mal einen für Flymaster Trecker und die geben wir den Leuten mit, ja. Jeder, der bei uns auf eine Reise kommt, hat zuletzt einen Flymaster dann noch mit im Fluggepäck und das ist eine wichtige Geschichte geworden für uns, ja.

37:18Lucian Haas

Nochmal zurück, wir haben vorhin das Wort Schleppwind erwähnt. Du warst ja, glaube ich, einer der Ersten oder vielleicht sogar der Erste, der im Grunde den Schleppstart nach Nordost -Brasilien eingeführt hat und gesagt hat, um große Strecken dort zu fliegen, startet man am besten aus der Winde. Wie kam es dazu? Wie kam diese Idee dazu, dass du gesagt hast, wir machen jetzt wirklich den Windenstart?

37:41Andy Fluehler

Ja, das war eigentlich ein Zufall, muss ich sagen. Also wir haben uns schon immer gedacht, das Windenfliegen wäre ja viel einfacher als von diesen windigen Kanten loszufliegen, weil in Nordost -Brasilien ist das Starten vom Berg schon recht windig, das muss man sagen. Und da sind wir zu einer Winde gekommen, zu einem Schuhwerk dazu mal und dann sind wir im Team auch losgezogen, nach diesem geradeaus Fliegen sind wir da in der Umgebung, haben wir uns bewegt und haben mit dieser Winde so das Abenteuer gesucht. Es ging zwei, drei Jahre dann so mit dem Team oder in ganz kleinen Gruppen.

38:26Andy Fluehler

Das war dann wirklich der Kick für uns und dann haben wir gemerkt, hey, da gibt es gute Möglichkeiten, gute Voraussetzungen, um da das ganze XT -Fliegen im Sertau von der Winde anzubieten und dann haben wir das gemacht und heute fliegen eigentlich praktisch alle nur noch von der Winde im Nordost -Brasilien. Bei uns ist es so langsam gewachsen, auch aus diesem Abenteuer, das wir selber erlebt haben, die ersten zwei, drei Jahre und dann hin zu dem, was es heute ist.

39:01Lucian Haas

Seit einigen Jahren ist ja auch jedes Jahr im September oder ich glaube im September ist es oder Anfang Oktober die Schweizer Liga im Grunde bei dir zu Gast oder nutzt deine Infrastruktur in der Hoffnung, auch in Brasilien neue Weltrekorde und sowas zu fliegen. Sind das für dich in irgendeiner Weise besondere Wochen?

39:18Andy Fluehler

Also ich bin sehr gerne im Nordosten von Brasilien. Es ist eine sehr

39:23Andy Fluehler

inspirierende Gegend. Mir gefällt es dort. Es ist speziell, speziell auch von den Voraussetzungen her. Es hat speziell interessante Leute dort auch, finde ich. Es ist wirklich ein Abenteuer und die Schweizer Liga, das finde ich eine ganz coole Sache, wenn die kommen. Ich finde es gut, die Möglichkeiten eines Gebiets mal richtig auszuloten. Das kann ich selber nicht. Das können diese Top -Piloten schon, wie ein Michael Siegel, Kriegel Mauer war auch schon da. Also die haben dann schon gezeigt, wie weit und wie gut man da fliegen kann. Das erstaunt uns und das ist klar eine inspirierende Sache.

40:10Lucian Haas

Nun ist ja da das Fliegen quasi von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Du musst also jeden Morgen sehr früh aufstehen, um Winde und Sonstiges dann da parat zu haben. Wenn die dann alle schon relativ früh gestartet sind, was machst du eigentlich dann im Nordosten Brasiliens den Rest des Tages?

40:28Andy Fluehler

Das ist eine ganz gute Frage. Also wir beobachten natürlich, wir müssen auf dem Lifetrack beobachten, was passiert, wie weit fliegen sie. Es braucht ein bisschen Erfahrung. Dann müssen wir einen Rückholservice organisieren. Der ist über 500 Kilometer gar nicht so einfach. Also man muss auch schauen, was denken die Piloten. Man kommuniziert mit den Piloten auch über WhatsApp zum Beispiel und fragt, was sie vorhaben, ob sie einen Flug zu Ende fliegen oder so abbrechen, dass sie am gleichen Tag noch zurückfahren können. Man organisiert eigentlich die Logistik für diese Piloten und das Sicherheitsbackup. Das ist so der Job von mir dort und es gibt dann vier, fünf, sechs Rückholer, die die

41:19Andy Fluehler

Piloten begleiten. Und dann mit dem Auto.

41:23Lucian Haas

Und du bist der Mann im Hintergrund, der das alles so koordiniert. Und du telefonierst dann mit deinen Rückholerautos und sagst, hey, der Kriegel ist jetzt gerade nach rechts abgebogen, der fliegt doch nicht hinten über die Kante, sondern landet wahrscheinlich hinten am Stausee oder was auch immer.

41:37Andy Fluehler

Ja, das ist natürlich nicht so

41:41Andy Fluehler

krass, wie du jetzt das schilderst, sondern die Leute, die bei uns in dem Team sind, die sind auch schon jahrelang dabei. Also die wissen selber, sie sehen den Track selber, sie sehen alle, die haben alle Instrumente selber an Bord und da wird dann eigentlich selber viel entschieden. Am Schluss vom Tag muss man oft ein bisschen aufteilen, wer kümmert sich jetzt um wen und wer kommt zurück und wer fährt weiter. Da mische ich mich auf jeden Fall ein, aber sonst fahren die extrem gut und sehr selbstständig diese Gruppe vom ersten zum letzten Piloten ab. Das ist eigentlich sehr wichtig. Nicht so eine grosse Geschichte. Wegen dieser Erfahrung von diesen

42:27Andy Fluehler

brasilianischen Mitarbeitern, das ist top, muss ich sagen.

42:31Lucian Haas

Wenn so jemand 500 Kilometer fliegt, one way, wie viel Autofahrtstrecke ist das dann letzten Endes? Weil man kann ja wahrscheinlich nicht so Luftlinie mit dem Auto fahren, wie derjenige dort fliegen kann.

42:45Andy Fluehler

Das läuft, also wenn jemand 400 plus Kilometer fliegt, fährt man mit dem Auto dahin, die Landnahme kurz vor der

42:56Andy Fluehler

Dämmerung und dann übernachtet man dort. Dann fahren die Fahrer diesen Tag dahin, das ist dann von morgens um sieben bis abends um sechs oder elf Stunden. Die übernachten dort vor Ort und am nächsten Tag fahren sie zurück. Das passiert jetzt auch nicht jeden Tag. Es gibt zwar dort schon sehr zuverlässige Flugbedingungen, aber noch lange nicht jeder Tag ist ein 500 Kilometer Tag. Es gibt viele Tage, die sind 400 Kilometer, die meisten sind mindestens 300 Kilometer. Es gibt auch kürzere Tage. Wir sagen, wir müssen kurz nach der Dämmerung zurück sein, sonst ist es uns wie ein bisschen zu gefährlich, eine Rückfahrt nachts zu organisieren.

43:41Andy Fluehler

Dann übernachten wir und lassen den nächsten Tag aus und starten dann mit diesen Leuten am nächsten Tag wieder.

43:48Lucian Haas

Wie viele Fahrtkilometer macht das aus? Also wenn jemand 400 Kilometer fliegt plus, sind das dann immer quasi die doppelte Strecke, die man auf jeden Fall allein one way mit dem Auto rechnen muss, weil man so viele Kurven fährt?

44:00Andy Fluehler

Nein, das würde ich jetzt nicht sagen. Ich glaube, ein Faktor 1,3 oder 1, irgendwie so. Also es ist nicht so schlimm, wie man, ich denke für 500 Kilometer fährt man vermutlich 650 Kilometer. Schätze ich jetzt mal, ja. Aber es gibt keine Autobahnen, also es braucht dann schon Zeit. Also um diese 600 Kilometer zurück, zu fahren, braucht man schon 10 Stunden dann am nächsten Tag.

44:24Lucian Haas

Und dann ist wahrscheinlich das in dem Fall, auch wenn man es sonst vielleicht nicht so gut vergleichen kann, aber in dem Fall wahrscheinlich wirklich die Autofahrt gefährlicher als der eigentliche Flug, oder?

44:34Andy Fluehler

Ja, das kann sein, ja. Das ist eigentlich unsere grösse Sorge, muss ich ehrlich sagen. Also das Winden, starten, das ist stufig aus extrem Sicherheit, das kennst du auch gut, Lucien. Dann das Fliegen, das finde ich jetzt,

44:52Andy Fluehler

nicht ausserordentlich schwierig. Das Landen kann schon schwierig werden, wenn es sehr viel Wind hat, oder? Und das Rückholen, da muss man schauen, dass diese Leute relaxed fahren können, ohne Druck und ohne Stress und vor allem bei Tageslicht. Das entspannt die ganze Situation stark, ja. Also ohne, jetzt muss ich zurück sein, weil ich will morgen wieder starten, all das haben wir, das machen wir nicht bei unserem, bei uns ist das zu gefährlich, wie du selber sagst. Also das Autofahren kann gefährlich werden, ja.

45:27Lucian Haas

Ist dabei schon mal was passiert, bei den Rückholern?

45:29Andy Fluehler

Bis jetzt noch nicht, nein. Das Holzangreifen, aber das ist noch nie was passiert beim Autofahren, zum guten Glück.

45:40Lucian Haas

Wenn man solche Rekordflüge in Brasilien macht, auf dem Papier klingt das ja immer toll, oder das sind wirklich tolle Leistungen, die da gebracht werden. Wenn man aus heutiger Zeit guckt, wo man auch über Klimawandel und so weiter diskutiert, kann man das natürlich auch kritisch sehen und kann sagen, ja, die müssen erst so, erst machen sie ihre Interkontinentalflüge, um nach Brasilien zu kommen und dann fliegen sie da 500 und dafür muss das Auto nochmal 1300 Kilometer fahren, nur um sie dann wieder zurückzuholen und sowas. Also da kommt ja einiges zusammen. Ist das für dich oder für die Leute, die da vor Ort sind, ist das irgendwie ein Thema? Wird auch darüber gesprochen, wie man damit umgehen kann?

46:21Andy Fluehler

Ja, ich glaube, wir sind in einer bewussten Welt. Ich glaube, jeder ist sich bewusst, was für einen Fingerabdruck er hinterlässt und natürlich ist es kein guter Fingerabdruck, das, was wir machen im Nordost -Brasilien, aber wir reden eigentlich nicht bewusst darüber, weil es ist jedem klar, dass das nichts, dass es keine positive Klimabilanz gibt oder keinen positiven Fingerabdruck gibt, das ist wie die Voraussetzung, also da hat jeder seine eigene Einstellung und wir sind Anbieter und solange es Leute gibt, die das machen wollen, machen wir es.

47:10Andy Fluehler

Ich glaube, das ist jetzt schwierig, darüber zu diskutieren. Natürlich ist es nichts, was man sagen muss, es ist gut, aber jeder macht sich selber eine Prävalenz mit allem, was er macht und dann sagen die einen, das mache ich jetzt alle vier Jahre oder mache es eben nicht. Da ist jeder selber und stellt sich selber darauf ein, auf die Klimasituation. Ich persönlich möchte mich da gar nicht politisch darüber äussern. Natürlich ist, wenn du ein Reiseanbieter bist, bist du eher auf der negativen Klimaseite. Man kann halt überlegen, wie wichtig ist kulturell

47:56Andy Fluehler

für

47:59Andy Fluehler

die Menschen das Reisen heute und ich glaube, es ist ein wichtiger kultureller Teil, dass man reisen geht und darüber über die Klimabilanz vom Reisen muss man nicht schreiten. Das ist, glaube ich, einfach immer eher negativ.

48:17Lucian Haas

Fliegen, also jetzt nicht das Gleitschirmfliegen, sondern auch das allgemeine Fliegen dürfte ja in Zukunft eher wieder etwas teurer werden, in Zeiten der ganz Billigflüge, ist wahrscheinlich vorbei.

48:28Lucian Haas

Glaubst du, dass sowas auch an deinem Geschäft ein bisschen was kratzen könnte?

48:34Andy Fluehler

Ja, wir stellen uns natürlich schon auch auf die Wünsche unserer Gäste ein. Also wenn man jetzt merkt, dass die Leute nicht mehr gerne in der Flieger sitzen, dann bieten wir natürlich, haben wir jetzt schon gemacht, Angebote, die mit dem Auto erreichbar sind. Also wir stellen uns schon auf den Zeitgeist ein. Und auf die Bedürfnisse und Wünsche der Gäste. Das ist das Wichtigste bei so einem Geschäft, das wir führen.

49:06Lucian Haas

Du bietest ja zum Beispiel sogenannte Büssli -Touren an. Was ist eine Büssli -Tour? Was wird da gemacht?

49:12Andy Fluehler

Ja, da geht man natürlich mit dem das ist nicht eine Büssli -Tour, dass man mit dem Bussiegel hinreist, sondern es ist eine Büssli -Tour, wo man mit dem Camper irgendwo hinreist und wir dann vor Ort die Infrastruktur vom Campingplatz aus organisieren, zum Beispiel nach ich sage jetzt irgendwas, nach England und dann geht man in England auf den Campingplatz und dort organisieren wir uns dann mit Bussen vor Ort und gehen zusammen fliegen. Das ist die Büssli -Tour. Aber wir haben andere Touren, wie zum Beispiel nach Mittelitalien, wo man jetzt mit dem Bus hinfährt, mit dem Zug zurückfährt oder auch mit dem Zug hinfährt. Das gibt es auch. Also wir bieten das an, was im Zeitgeist und die Kunden anspricht. Das ist für uns ja das Wichtigste. Es gibt schon auch jetzt diesen nicht Trend, aber diese

50:00Andy Fluehler

Entwicklung, dass es Leute gibt, die eigentlich nicht mehr in den Flieger sitzen, bei Europa fliegen und für die haben wir auch ein Angebot natürlich.

50:11Lucian Haas

Wie findet ihr neue Destinationen? Also wonach geht ihr dabei vor oder worauf achtet ihr dabei? Ist das einfach so mich interessiert mal Albanien, komm lass uns Albanien ins Programm mit aufnehmen oder sind das auch irgendwie, ist das irgendwo eine strategischere Denke sogar noch dahinter?

50:28Andy Fluehler

Nein, nein. Ich glaube, da hat man Lust, irgendwas selber zu erleben, eine Reise selber zu machen und dann erlebt man das und natürlich im zweiten Gedanken denkt man, wäre das vielleicht was, um eine Reise dahin zu machen. Viele Destinationen sind schon entstanden, weil man Lust hat, selber dahin zu gehen. Das ist wie das Wichtigste. Es gibt Destinationen, gerade in dem Balkon, da hat man einfach mal gesagt, hey, ich will da fliegen gehen, ist man selber hingegangen und hat dann eine Reise dahin gemacht. In Kosovo sind wir auch, in Bosnien -Herzegowina ist auch so eine Idee, es war genau auch so, da waren wir und sind Micha und ich zusammen dahin gereist, eine Woche fliegen gegangen und haben gedacht, hey, das ist doch cool, das ist wirklich eine sehr spezielle

51:21Andy Fluehler

Landschaft, ein spezielles Land und jetzt fliegen wir dort.

51:26Lucian Haas

Ich glaube, ich glaube, in diesem Jahr, also 2023, bietest du auch eine Büssli -Tour in die Tatra an. Wie ist die Tatra? Ich kenne die Tatra nicht, also vom Namen her natürlich schon, ich weiß so ungefähr, wo sie liegt, aber das ist, glaube ich, das ist irgendwie so eines der vergessenen europäischen Gebirge, würde ich mal sagen, weil

51:46Lucian Haas

viele Piloten haben vielleicht mal den Namen gehört, aber keiner war bisher dort irgendwie fliegen, zumindest von der deutschsprachigen Gemeinde. Man liest auch wenig drüber und sonst was. Wie ist die Tatra? Wie bist du da drauf gekommen?

51:58Andy Fluehler

Also wir haben uns das genau gleich überlegt wie du, also haben wir uns gesagt, hey, das ist ein Gebirge, das ein bisschen vergessen gegangen ist, wie du und dann ist Michael dahin gereist, ist da geflogen. Er hat auch schon eine Tour dahin gemacht und dieses Jahr gehe ich auf eine Büssli -Tour dahin. Wir wollten das schon die letzten Jahre machen, die letzten drei, vier Jahre und dann war das Wetter einfach nie gut, da gehst du irgendwo anders hin, da sind wir halt nach Italien gegangen oder nach einmal glaube ich nach Spanien, also das passt mir dann schon noch ganz genau dem Wetter an und ich hoffe, dass es dieses Jahr klappt, dass wir in die Tatra gehen können, das wäre jetzt ganz cool, also das interessiert mich sehr, persönlich auch.

52:43Lucian Haas

Sind das eigentlich unterschiedliche Typen von Menschen, die solche, eher die Abenteuertouren bei euch mitmachen und die ansonsten so die Standard -Touren, ob jetzt Südspanien oder Abruzzen oder sowas, wo man sagt, das sind schon die bekannteren Gebiete und wo ihr schon noch länger hinfahrt und sowas, also ist das einfach ein anderer Typ Menschenschlag, der dann da mitkommt zu den Abenteuern?

53:06Andy Fluehler

Ja, das ist, ich glaube, es gibt

53:11Andy Fluehler

zwei unterschiedliche Reisende, ich glaube, es gibt Reisende, die sind am liebsten weit weg vom Tourismus und wollen eine Lampe reisen, wo es wild zu und her geht, auf touristischer Ebene, oder? Jetzt nicht insgesamt gesehen, und das sind schon eher aus meiner Sicht die Abenteurer und da gibt es Leute, die gehen gerne in bekannte Gebiete, wo man nicht stark überrascht wird von Kultur und Land und Leute. Das ist dann die andere Art vom Reisen. Ich glaube, bei uns haben wir einen guten Mix zwischen diesen Reisen in eher touristisch nicht erschlossene Gebiete, sage ich mal, und Reisen in touristisch erschlossene Gebiete.

53:58Lucian Haas

Bei diesen Charakterunterschieden von den Reisenden, zeigt sich sowas irgendwie auch in der Art, wie die fliegen? Oder im Könnenstand oder sowas, dass man sagt, die Abenteurer sind nur die, die auch schon wirklich super Flieger sind, oder sind auch manche sehr Unerfahrene eigentlich sehr abenteuerlustig und man muss die eher einbremsen?

54:17Andy Fluehler

Nein, also die Fliegerei wird eigentlich nie abenteuerlich. Also die wird schon abenteuerlich, weil man über ein Gebiet fliegt, das man noch nie beflogen hat. Also wenn man das jetzt, jetzt als das Abenteuer bezeichnet, ist es das natürlich, aber dass man, Abenteuer kann ja auch was Gefährliches sein mit unbestimmten Ausgang, und das darf ja beim Fliegen nicht passieren. Also in dem Moment, wo man in der Luft geht, bereitet man sich vor und schaut eigentlich alles zu tun, dass es in einem sicheren Rahmen abläuft. Auch bei Abenteuerreisen ist das Abenteuer dahingesehen, dass es in einem Gebiet ist, wo es wenige touristische Infrastrukturen hat und wo man, wo fliegt, wo man noch nie geflogen ist,

55:03Andy Fluehler

Landschaften, die man das erste Mal sieht und in einer Umgebung, wo es wenig bis gar keine Flugszene gibt. Das würde ich jetzt als Abenteuer. Aber dass man in die Luft geht und dann denkt, ja, ich schau doch mal, wie es ausgeht, das darf natürlich nicht passieren, ja. Das wäre total gegen das Grundgesetz vom Fliegen.

55:26Lucian Haas

Welcher Kontinent ist noch ein weisser Fleck auf der Erde? Auf der Fly with Andy -Karte?

55:31Andy Fluehler

Ich glaube, Asien. Asien hat noch niemand so von uns, noch niemand richtig Lust gezeigt, dahin zu gehen. Ich

55:39Lucian Haas

glaube, Georgien habt ihr im Programm. Und Georgien könnte man so halb zu Asien dazuzählen.

55:47Andy Fluehler

Eurasien oder wie auch immer man es nennen will.

55:49Lucian Haas

Aber dann wahrscheinlich so Südostasien und sowas habt ihr gar nicht. Thailand und sonstiges. Warum nicht?

55:55Andy Fluehler

Australien gehen wir, das weiss ich gar nicht. Also, oder bei uns, geht es ja ein bisschen nach dem, wo hast du selber Lust hinzugehen? Bis jetzt hat von uns noch niemand so richtig Lust gehabt, dahin zu gehen, von uns, die das machen, also Michael, Verena, Dominik oder ich. Also, wir haben, ja, wir gehen dahin, wo wir vor allem Lust haben. Viele haben jetzt Lust, nach Südamerika zu gehen. Wir waren auch schon in Nordamerika. Aber Asien waren wir, also, ja, genau, waren wir jetzt noch nie. Vielleicht gibt es das in nächster Zeit. Aber, ja, im Moment sehe ich es nicht. Also 2024 glaube ich auch nicht. Vielleicht. Bin gespannt, was meine Kollegen möchten.

56:41Lucian Haas

Was ist mit Afrika? Ich meine, Afrika ist ja zum einen ein Riesenkontinent und eigentlich böte doch Afrika auch sehr viele abenteuerliche Gegenden, wo man, vor allem, wenn man auch eine Schleppwinde mitnehmen würde, auch auf ganz abenteuerlichen Ecken dann fliegen könnte. Beispielsweise wir bieten Expeditionen in die Sahel an oder sowas. Alles platt, man kann wunderbar starten und dann über vielen Affenbrotbäumen dahin segeln.

57:06Andy Fluehler

Ja, da sind wir, da sind wir, also, es ist ein sehr reizvoller Gedanke und da sind wir eigentlich auch dran. Also, wir waren schon jetzemal in Namibia mit der Seilwinde. Das waren sehr eindrückliche, spannende Reisen, muss ich sagen. Das war eine sehr coole Geschichte. Dann waren wir in Südafrika. Michael war oft schon in Äthiopien. Dominik war öfter schon in Kenia. Also, wir bereisten schon einige Länder in Afrika und wir machen das auch sicher wieder. Mal schauen, was sich da so ergibt in den nächsten zwei, drei Jahren. Ich glaube schon, dass wir dorthin reisen in nächster Zeit wieder, weil das ist ja auch

57:56Andy Fluehler

kulturell und vom Land her extrem spannend. Natürlich.

58:01Lucian Haas

Wenn du jetzt selbst eine Flugreise bei dir buchen dürftest, welche wäre dein Favorit?

58:09Andy Fluehler

Oh,

58:12Andy Fluehler

ich glaube, ich würde

58:16Andy Fluehler

Expedition Sertau heisst die. Die würde ich, glaube ich, am liebsten mitmachen. Da war ich auch schon dabei, muss ich ehrlich sagen, als Teilnehmer sozusagen. Und das ist eine Reise, die wir machen von Rezive, 1000, 1200 Kilometer ins Landesinnere, wo wir von Flugplatz oder von Schleppplatz zu Schleppplatz fliegen, in so 100 Kilometer Takt und dort landen und dort auch übernachten. Am nächsten Morgen wieder von dieser Schlepppiste bei dieser Stadt losfliegen, wieder weiter fliegen und das ist schon etwas, was mich extrem reizt. Das ist etwas, was ich extrem cool finde, dieses

59:01Andy Fluehler

Step -by -Step -Vorwärtsfliegen. Das gefällt mir persönlich richtig gut.

59:07Lucian Haas

Schlepppiste ist aber jetzt nicht fürs Schleppen vorhergesehen, sondern das sind immer kleine Airstrips, die es da irgendwo gibt, wo man dann von starten kann.

59:15Andy Fluehler

Da gibt es jenseits verlassene Flugfelder, da kriegen wir allermeisten easy eine Bewilligung, dass wir da drauf können und dann fliegen wir von dort weiter. Das sind so 10 Flugfelder, also 10 Flugpisten auf 1000 Kilometer und dann fliegen wir da von Flugpiste zu Flugpiste. Das ist richtig cool, das gefällt mir.

59:40Lucian Haas

Und da gibt es neben den Pisten auch immer ein Hotel oder wie macht ihr das?

59:44Andy Fluehler

Ja, die Pisten sind schon meist in der Nähe von einer kleinen Stadt oder einem Städtchen, da gibt es immer in der Nähe ein Hotel. Also die Pisten sind nicht so abgelegen, dass gar nichts ist, sondern es waren eigentlich Infrastrukturanstrengungen der Brasilianer vor 20, 30 Jahren haben sie da Pisten hingebaut und zuletzt wie viele es einfach auch nicht gebraucht und jetzt verfallen die wieder und da können wir optimal schleppen auf diesen Pisten.

1:00:10Lucian Haas

Wie lang sind die, also was kriegt ihr dann da für Ausklinkhöhen hin?

1:00:14Andy Fluehler

Ich würde mal sagen 1000 bis 1600 Meter, das kommt natürlich auf die Bedingungen drauf an, 400 bis 800 Meter Höhe ungefähr. Manchmal auch 1000.

1:00:25Lucian Haas

Jetzt fahren ja auch viele Schweizer bei euch mit, ich nehme an, dass ein Großteil eurer Kunden schon immer noch Schweizer sind, stimmt das so? Ja. 70,

1:00:36Andy Fluehler

80 Prozent.

1:00:38Lucian Haas

Und nun sind die Schweizer ja wahrscheinlich nicht unbedingt die, die viel an der Winde fliegen, wenn sie überhaupt schon mal an der Winde geflogen sind. Wie macht ihr das dann am Anfang? Im Grunde musst du ja mit denen erstmal vor Ort eine Windenschulung machen, oder wie macht ihr das?

1:00:52Andy Fluehler

Ja, aber es ist ja auch nicht so schwierig, finde ich jetzt. Winden fliegen, findest du das schwierig, Lucien? Ich finde das nicht so schwierig. Nein, aber in

1:01:01Lucian Haas

Deutschland muss man einen offiziellen Windenschein machen, um dann mit der Winde fliegen zu können. Auch wenn es kein Hexenwerk ist, sondern das geht ja relativ schnell. Aber es ist jetzt so, also es werden wahrscheinlich schon viele bei euch sein, die kommen und sagen, das ist jetzt der erste Flug, jetzt hier in Brasilien ist auch mein erster Windenstart.

1:01:20Andy Fluehler

Ja, das gibt es ja, da machen wir eine Einweisung, theoretisch, praktisch, aber es ist wirklich nicht so schwierig. Ich glaube, die grosse Sicherheit oder die grosse Gefahr, wenn man da überhaupt davon reden kann, ist bei der Logistik, beim Windenfahren und beim Ablauf. Und da kann der Pilot eigentlich, hat eigentlich nicht so viel damit zu tun. Das, was der Pilot macht, ist eigentlich nicht anspruchsvoll beim Windenfliegen. Das, was der Windenfahrer macht, finde ich natürlich auf der anderen Seite ziemlich anspruchsvoll. Der entscheidet, ob er jetzt sehr oft über einen Startabbruch, also allermeisten über einen Startabbruch oder dann nicht, weil er sieht, der Schirm ist schräg, ist zu weit hinten, das funktioniert oder das funktioniert nicht.

1:02:07Andy Fluehler

Und ich glaube, das Team, das Schleppteam ist der wichtigste Punkt für die Sicherheit. Schleppen kann relativ jeder, der einigermassen Gleitschirmfliegen kann, schnell und sofort. Würdest du das auch so? Du bist ja ein Windenflieger, oder würdest du das auch so sehen? Auch.

1:02:24Lucian Haas

Also ich fliege auch Winde und ich würde sagen, es ist überhaupt nicht schwer, sondern im Grunde kann man einen erfahrenen Piloten dranhängen, ihm ungefähr erklären, wie es geht und dann wird es beim ersten Mal, wenn du einen Windenfahrer hast oder einen Startleiter hast, der wirklich darauf achtet, dass beim Ausbrechen der Schirm sofort abgebrochen wird, wenn das Ausbrechen nicht stattfindet, dann funktioniert das wunderbar. Eine zweite Frage zu den unerfahrenen Schweizern, jetzt nicht nur beim Windenfliegen erstmal unerfahren, was dann leicht geht. Schweizer als Bergflieger sind ja auch unerfahren mit Flachland, Fliegerei und dieser etwas anderen Thermikentwicklung im Flachland und da in Brasilien und sowas. Wie häufig kommt es denn davor, dass da die Leute eigentlich dann gar keine Erfolgserlebnisse haben?

1:03:10Lucian Haas

Du sagst, die fliegen jetzt von Airstrip zu Airstrip idealerweise 100 Kilometer weiter, aber wie viele davon von so einer Gruppe, die du dabei hast, musst du eigentlich ständig irgendwo auf der Strecke einsammeln, weil die alle zwischendurch schon abgestanden sind, weil sie das System nicht verstanden haben, wie es funktioniert?

1:03:29Andy Fluehler

Ja, ich meine, es gibt ja auch sehr unterschiedliche Tage. Es gibt einfachere Tage und schwierigere Tage. Flachlandfliegen ist eine andere Art, Thermik und Strecken zu fliegen, wie bei uns in den Alpen. Das macht sie genau reizvoll, finde ich, für mich auch. Also ich bin in den Alpen aufgewachsen und habe die allermeisten Fliege in den Alpen erlebt. Oder in den Bergen jetzt in der Vergangenheit. Kürzer in der Vergangenheit, aber Flachlandfliegen finde ich extrem cool, extrem reizvoll, weil es etwas anderes ist, weil es einen neuen Horizont auftut. Aber man muss es auch ein bisschen lernen und da kommt es halt darauf an, was für Ziele setze ich mir selber. Wenn jemand anfängt, Flachland zu fliegen, ist es eine Frage der Zielsetzung.

1:04:17Andy Fluehler

Natürlich kommt dann

1:04:20Andy Fluehler

der Wille alleine reicht nicht, um an das Ziel zu kommen auf so einer Wintertour, sondern da muss man wie sonst auch Erfahrung haben und viel fliegen, aber

1:04:34Andy Fluehler

Gleitschirmfliegen heisst ja sowieso üben und im Flachland kann man auch sehr viel üben und oftmals ist auch der Zeitpunkt vom Start entscheidend. Also man kann sehr früh starten, zum Beispiel bei diesen Rekordflügen im Sertau, wenn man eine Stunde oder zwei Stunden später startet, ist es schon deutlich einfacher, aber auf ein Erfolgserlebnis zu kommen.

1:04:56Lucian Haas

Was würdest du als die grösste Schwierigkeit des Flachlandfliegens für einen aus dem Alpenfliegen kommenden Piloten bezeichnen?

1:05:05Andy Fluehler

Die Distanz zum Boden, wo das ähm wo

1:05:14Andy Fluehler

das

1:05:17Andy Fluehler

ich denke jetzt gerade zurück, bei mir selber war es schwierig, ab welcher Höhe wird es absaufgefährlich und wann ist man eigentlich auf einer sicheren Ebene, wo man gut weiterfliegen kann, weil in den Bergen fliegt man ja eher nah am Gelände und im Flachland fliegt man dann eher immer hoch, aber hoch ist auch sehr relativ. 200 Meter über dem Grund ist ja eigentlich dann schon ziemlich tief, oder? Und in den Bergen, 200 Meter über den Bergen ist eigentlich noch alles okay, oder? Also diese diese 600 bis 800 Meter Höhe gut einzuschätzen,

1:05:56Andy Fluehler

wo es dann heikel wird, abzusaufen, ich glaube, das ist da eine Schwierigkeit, glaube ich, ja. Dass man einfach immer hoch sein muss, auch wenn man das Gefühl hat, man ist hoch,

1:06:09Andy Fluehler

da muss man, glaube ich, auf den Höhenmeter schauen und schauen, hey, jetzt bin ich wirklich nur noch 350 Meter über dem Grund, jetzt muss ich eine andere, oder wird es langsam absaufgefährlich, sage ich jetzt mal, ja.

1:06:22Lucian Haas

Was war dein bisher weitester Flug, den du da in Brasilien gemacht hast?

1:06:27Andy Fluehler

Ich glaube, 290 Kilometer, irgend sowas im Nordosten, ja.

1:06:32Lucian Haas

Das heisst, so richtig Rekordfliegerei ist gar nicht dein Ding. Also das war jetzt ein persönlicher Rekord für dich, aber dass du jetzt sagen würdest, ah, diese grossen, da muss eine 4 vor den zwei Nullen oder was auch immer stehen, das reizt dich gar nicht so.

1:06:48Andy Fluehler

Ja, also wenn ich jetzt an dem Tag am Start bin, würde mich das schon reizen, aber es ist jetzt nicht, ich richte meine Fliegerei nicht auf das. Also ich persönlich bin ein Erlebnispilot und ich will gute Erlebnisse, das heisst nicht, dass ich nicht Streckenfliegen gehe, ich gehe sehr gerne Streckenfliegen, aber ich schaue dann, was der Tag hergibt und schaue meinen Horizont je nach Tag halt an, persönlich auf mich, oder? Und dass ich jetzt 500 Kilometer fliege, ist unwahrscheinlich, also da müsste ich einen, glaube ich, das würde ich nie fertig bringen, aber bei sehr guten Tagen wird es vermutlich weiter als 300 gehen, aber das ist gar nicht so das Ziel, also ich richte mich gar nicht darauf aus, möglichst weit zu fliegen, sondern ich möchte möglichst gute Erlebnisse haben.

1:07:38Andy Fluehler

Um das geht es mir beim Fliegen und das ist ja mit guten Leuten, in schönen Gebieten, gute Bedingungen, gute Flüge und nach dem Fliegen wieder eine gute Zeit mit Leuten zusammen zu erleben, um das geht es mir. Ob ich dann eine höhere oder ein bisschen weniger hohe Kilometerzahl im XContest sehe, ist eigentlich gar nicht so wichtig, weil es ist ja auch sehr abhängig von den Bedingungen, das weisst du selber, oder? Es ist ja nicht nur das Können an und für sich, natürlich braucht es Erfahrung und man muss ein guter Pilot sein, um weit zu fliegen, aber man braucht auch gute Bedingungen.

1:08:18Lucian Haas

Was macht für dich nach so vielen Jahren der Fliegerei noch hauptsächlich den Reiz aus?

1:08:25Andy Fluehler

Ich fliege gerne. Ich bin gerne da oben, ich spiele gerne mit dieser Materie, Luft, Thermik. Das

1:08:34Andy Fluehler

bringt mir wahnsinnig viel. Ich bin wahnsinnig gerne in dieser Umgebung. Also jedes Mal, wenn ich abhebe, ein paar hundert Meter über Boden bin, das ist eine Dimension, die ich sehr mag. Ich kann es auch nicht beschreiben, es ist noch besser, wenn ich immer irgendwo anders wieder fliege. Wenn ich jetzt in den gleichen drei Startplätzen immer wäre, wäre es vermutlich auch nicht gleich spannend, aber da ich immer irgendwo anders fliegen kann, ist es schon sehr inspirierend für mich und das bringt mir viel, viel Energie und viel Lebensfreude.

1:09:09Lucian Haas

Was ist das letzte wirklich Wichtige, was du beim Fliegen neu gelernt hast?

1:09:14Andy Fluehler

Geduld. Geduld und

1:09:17Lucian Haas

Gelassenheit. Das hast du erst jetzt neu gelernt?

1:09:21Andy Fluehler

Nein, aber das ist ein ständiger Lernprozess, glaube ich. Also ich habe ja mit 16 angefangen oder noch früher eigentlich, auf dem Bauernhof vom Vater. Und da waren schon sehr viele ungeduldige und unentspannte Sachen zuerst in der Fliegerei drin. Und nach Jahren wird man immer entspannter und geduldiger und auch gelassener. Und zuletzt muss man ja schon sagen, das Hobby Gleitschirmfliegen ist manchmal gar nicht so ernst, wie man das selber sieht oder sich das vornimmt, sondern es ist gelassen und mit viel Geduld und offenen Augen kann man extrem schöne Sachen erleben beim Fliegen, finde ich.

1:10:03Lucian Haas

Was sind für dich die liebsten Momente auf deinen Reisen?

1:10:08Andy Fluehler

Mit guten Leuten gute Erlebnisse zu erleben, am Boden und in der Luft, also auch nach dem Fliegen oder vor dem Fliegen zusammen sein mit Fliegen, das ist für mich eine ganz, ganz gute Sache und das mag ich. Ich mag mit Piloten, Pilotinnen zusammen zu sein und diese Leidenschaft zusammen zu erleben, das ist eigentlich das aller, allerbeste für mich. Das

1:10:37Lucian Haas

heisst, Gleitschirmfliegen ist für dich eigentlich ein Gemeinschaftssport?

1:10:40Andy Fluehler

Ja, würde ich sagen. Natürlich nicht in der Luft, aber auch da, man fliegt ja nie alleine und dann sieht man, da ist jetzt Ramona, jetzt fliegen wir zusammen oder

1:10:51Andy Fluehler

da ich habe

1:10:54Andy Fluehler

ein paar Fliegerfreunde, mit denen fliege ich immer in der Innerschweiz, das ist dann schon auch in der Luft zusammen, aber am Boden, spätestens am Start oder am Landeplatz ist man ja voll zusammen und

1:11:07Andy Fluehler

teilt die Freude oder teilt die Erlebnisse, das finde ich schon cool.

1:11:12Lucian Haas

Andy, ich danke dir für deine Erzählung über 30 Jahre, ich weiss nicht, wie lange gibt es Fly with Andy jetzt genau? Ich glaube

1:11:19Andy Fluehler

18 Jahre, glaube ich jetzt, ja. Du fliegst 30

1:11:23Lucian Haas

Jahre und 18 Jahre davon als Fly

1:11:26Andy Fluehler

with Andy. Jetzt fliege ich dann genau 40 Jahre schon. 40 schon? Also mit

1:11:29Lucian Haas

Drachen dazugerechnet dann noch?

1:11:31Andy Fluehler

Ja, genau.

1:11:33Lucian Haas

Und dann 36

1:11:36Lucian Haas

von Gleitschirmen, wenn du 86 danach hast. Ja, genau. Ja,

1:11:39Andy Fluehler

genau. Und es macht immer noch wahnsinnig Spass, das muss ich schon sagen.

1:11:45Lucian Haas

Dann möge es so bleiben.

1:11:47Andy Fluehler

Wie lange fliegst du schon, Lucia?

1:11:49Lucian Haas

Ja, noch nicht ganz so lange, aber ich komme jetzt mittlerweile auch schon auf, oh, jetzt muss ich kurz rechnen, 18.

1:11:55Andy Fluehler

Ah, super. Also 18 Jahre. Du bist auch deutlich jünger als ich vermutlich.

1:12:00Lucian Haas

Nein, ich habe deutlich später angefangen als du, wenn du gesagt hast, du hast mit 15, zumindest, oder mit 16 mit dem Drachen angefangen. Ich war damals schon 34, als ich angefangen habe, Gleitschirm zu fliegen. Aber es ist dann, als ich dann dran war, dann so eine Passion geworden, dass ich dem halt jetzt ziemlich viel widme.

1:12:19Andy Fluehler

Ja, das spürt man bei dir, dass du ein passionierter Gleitschirmflieger bist. Das finde ich ganz cool, super.

1:12:26Lucian Haas

Danke. Andy, vielen Dank nochmal und dir noch eine schöne Zeit in jetzt Buenos Aires, demnächst dann wieder Brasilien und ja, viele tolle Erlebnisse bei den ganzen Flügen und vor allem Reisen mit den vielen verschiedenen Gruppen, die dann in diesem Jahr dann kommen.

1:12:41Andy Fluehler

Ja, vielen Dank für das spannende Gespräch, Lucia, und hoffentlich sehen wir uns mal irgendwo auf einem Startplatz, würde mich freuen.

1:12:49Lucian Haas

Ja, wir haben uns schon mal auf einem Startplatz gesehen. Ich glaube nämlich vor so, müsste 2006 oder sowas in Algodonales gewesen sein. Da war ich, da war ich damals auch mit einer Flugschule da und da warst du mit einer Tour da und da hieß es schon, oh, das da drüben, das ist der Andy von Fly with Andy, der macht hier auch immer so Touren. Also, da habe ich auch kurz mal mit dir gesprochen, du wirst dich nicht mehr daran erinnern, aber ich weiß es noch. Du warst berühmter als ich damals

1:13:15Andy Fluehler

schon. Aber jetzt bist du natürlich berühmter als ich und wir sehen uns sicher mal, also irgendwie wieder.

1:13:22Lucian Haas

Bestimmt. Andy, ich wünsche dir was und dann sage ich mal bis bald.

1:13:26Andy Fluehler

Lucia, eine gute Zeit, bis dann, tschüss, ciao, ciao.

1:13:34Lucian Haas

Wie immer findest du die Shownotes zu dieser Podcast -Folge samt einiger weiterführender Links im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz. Lu-Glidz steht im Netz unter www.Lu-Glidz.blogspot.com. Lu-Glidz schreibt sich L U minus G L I D Z. Podz-Glidz wiederum findest du auch überall dort, wo es Podcasts gibt. Abonniere Podz-Glidz, um keine Folge zu verpassen. Und gib dem Podcast ein 5 -Sterne -Rating, damit auch andere darauf aufmerksam werden. Besser noch, empfiehl den Podcast im direkt Gespräch mit deinen Flickr -Freunden. Vom Hören allein kann Podz-Glidz freilich auf Dauer nicht überleben. Zumal ich hier, so wie im Blog Lu-Glidz, bewusst auf störende und beeinflussende Werbung verzichte. Stattdessen setze ich darauf, dass auch du als Hörer und Leser Lust bekommst, beide Projekte finanziell zu unterstützen.

1:14:23Lucian Haas

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1:15:09Lucian Haas

Ciao!

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