Acro ist halt nicht diese Hardcore -Tumbling -Manöver, sondern Acro ist im Grunde ein Lifestyle und das ist dieses Spielen mit dem Schirm, also wenn ich schon jemanden sehe, der ganz elegant startet und den Schirm einfach super fein unter Kontrolle hat und sich vielleicht mit dem Flügel die Wiese berührt, quasi diesen Stabby -Touch macht, ist für mich schon Acro -Fliegen. Wenn man quasi verstanden hat, dass Acro -Fliegen eigentlich mehr ist, wie nur dieses Hardcore -Tumbling und diese Geschichten und diese aggressiven Manöver, dann glaube ich, ist das Acro bei uns in der Szene angekommen und dann wird jeder feststellen, dass er auch ein Acro -Pilot ist. Wir alle fliegen quasi schon Acro.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirm -Fliegens. Heute mit Markus Benedikt. Und ich bin Lucian Haas.
In der Schweiz gibt es die Swiss Acro League, in Österreich die Austrian Acro League. Es geht jeweils darum, den Kunstflug mit dem Acro zu machen. Um den Gleitschirm zu fördern und Piloten an diese spielerische Form des Gleitschirm -Fliegens heranzuführen. Und in Deutschland? Da wird das Thema eher stiefmütterlich behandelt. Auf der Website des DHV gibt es nicht einmal eine Rubrik fürs Acro -Fliegen. Das hat auch einen rechtlichen Hintergrund. In der deutschen Luftverkehrsverordnung ist der Kunstflug mit Luftsportgeräten, also auch Gleitschirmen, offiziell verboten. 2009 hat der DHV in seiner Flugbetriebsordnung erstmals genauer definiert, bei welchen Flugzuständen mit dem Gleitschirm es sich überhaupt um Kunstflug handelt. 135 lautet da die Zauberzahl.
Erst wenn der Pilot sich mehr als 135 Grad um die Längs - oder Querachse aufschwingt, gilt das offiziell als Kunstflug. Heli, Fullstall, Spin, Cork, Sat, Bodenspirale, Brawhook, Tailslide etc. Das alles sind technische Flugmanöver, die demnach nicht unter das Kunstflugverbot fallen. Und dennoch sieht man solches in deutschem Luftraum eher selten. Wie aus einer Tradition heraus wird das Acro -Fliegen in Deutschland noch immer diskriminiert. Das muss aber nicht so bleiben. Markus Benedikt setzt sich als eine Art Acro -Lobbyist dafür ein, diese Situation zu verändern. Was er gemeinsam mit einigen Mitstreitern erreichen will und was ihn persönlich dazu motiviert, das erzählt er in dieser Folge 102 von Podz-Glidz.
Einem 36 -Jährigen geht es nicht allein darum, das Kunstflugverbot aus der Welt zu schaffen. Er will das technische Fliegen, also Acro und Freestyle, als vollwertige Disziplin in den Köpfen der Piloten und in der Arbeit des THV etablieren. Hashtag FlySafeFlyAcro Wenn
dir Podz-Glidz gefällt, dann unterstütze doch meine Arbeit als Förderer. Wie das ganz einfach und ohne jede Verpflichtung möglich ist, erfährst du auf der Website meines Gleitschirm -Blogs Lu-Glidz. Und zwar dort, in der Beschreibung. Und auf der Seite Fördern.
Markus, wie wird man zu einem Acro -Lobbyisten?
Das ist eine sehr gute Frage. Zum Acro -Lobbyisten kommt man wie die Jungfrau zum Kind sozusagen. Bei mir war es so, mich hat jemand angesprochen, Thermik gebeten hat, da etwas zu unterstützen. Und da habe ich natürlich als alter Acro -Liebhaber gesagt, klar mache ich auf jeden Fall. Und so bin ich da langsam reingewachsen letztes Jahr.
Warum braucht das Acro -Fliegen in Deutschland eine Lobby?
Weil es nicht ganz so etabliert ist in Deutschland wie in allen anderen Ländern. Also tatsächlich ist das immer für alle umsrum unbegreiflich, wie wir das ganze Thema handhaben. Und in Deutschland ist es tatsächlich so, dass die Disziplin Acro -Fliegen gar keine Plattform hat. Und das natürlich in alle Richtungen ganz viele Nachteile mit sich bringt. Also was die zum Beispiel Athletenförderung antrifft, was die Wettbewerbsförderung anbetrifft. Und auch was den Einstieg in die Acro -Fliegerei anbetrifft.
Wahrscheinlich wird jetzt nicht jeder Zuhörer so die rechtlichen Hintergründe kennen, sage ich mal. Erklär doch einfach mal, wo für das Acro -Fliegen in Deutschland rechtlich gesehen im Grunde der Hund begraben ist.
Ich glaube, es fängt schon mit der Frage an, was ist denn eigentlich Acro -Fliegen? Was ist Acro -Fliegen? Genau, da wäre es mir super wichtig, vielleicht mal so ein bisschen aufzuräumen. Denn für jeden ist Acro -Fliegen was total anderes. Und als ich angefangen habe zu fliegen, war für mich Acro -Fliegen ganz extreme Manöver, Tumplings und was man da nicht alles kennt zu tun. Und mit der Zeit ist mir klar geworden und mit den Gesprächen, die ich mit Leuten geführt habe und auch mit meinen Umfragen, die ich gemacht habe über die Instagram -Kanäle, dass eigentlich Acro -Fliegen für die meisten eine Art Lifestyle ist. Also Acro -Fliegen ist die Community, mit der ich unterwegs bin. Acro -Fliegen ist das Spielen mit dem Schirm. Manche nennen es Freestyle -Fliegen. Manche nennen es technisches Fliegen. Also es ist die Beherrschung des Schirms auf ein Maximum zu treiben sozusagen.
Und dabei mit guten Leuten unterwegs zu sein und gar nicht so immer extreme Dinge zu tun. Und das darf man in Deutschland nicht? Oder was ist der Punkt? Genau, das darf man auf jeden Fall in Deutschland natürlich alles. Und da haben ja auch meine Vorgänger 2009 einen ganz, ganz tollen Erfolg erzielt, indem sie quasi Acro -Fliegen ein Stück weit mehr legalisiert haben. Um das kurz zu erklären. Acro -Fliegen oder Kunstflug ist ja grundsätzlich für Luftsportgeräte in Deutschland verboten. Auch für leichte Luftsportgeräte, zu denen wir zählen. Und der DHV hat zusammen mit einer Arbeitsgruppe eine tolle Lösung gefunden und gesagt, Kunstflug beginnt erst ab 135 Grad Querneigung oder Längsneigung des Piloten. Und dadurch sind super viele Manöver möglich.
Aber natürlich ist generell immer noch Kunstflug verboten, was es in vielen Bereichen einfach einschränkt.
Das heißt, jetzt erstmal nochmal zum Verständnis. In Deutschland, das Gesetz sagt, das ist glaube ich die Luftverkehrsverordnung oder wie heißt das? LuftVO? Genau, die Luftverkehrsverordnung. Dieser Kunstflüge mit Luftsportgeräten sind verboten. Warum eigentlich?
Das ist eine gute Frage. Ich habe das versucht zu recherchieren. Und die Luftverkehrsverordnung ist sehr, sehr alt. Also die wurde 1969 glaube ich irgendwann mal, wurde das so aufgeschrieben. Da stand das damals schon so drin. Dann gab es immer wieder natürlich Updates und es wird auch immer wieder was daran getan. Nur zu den Luftsportgeräten zählen natürlich nicht nur wir als Gleitschirmflieger, sondern da zählen auch noch Trikes dazu, da zählen Modellfluggeräte dazu und was weiß ich nicht alles. Also da zählen auch ganz, ganz viele andere Luftsportgeräte dazu, außer wir Gleitschirm- und Hängegleiter. Wahrscheinlich hat man sich damals in den 80ern gedacht, dass es nicht vorteilhaft ist, mit solchen Geräten Kunstflug zu machen. Nur die Entwicklung ging natürlich weiter, insbesondere ja auch bei uns. Bei den Gleitschirmfliegern hat sich super, super viel getan, was das Material angeht, was die Pilotenskills angeht.
Und da ist es einfach nicht mitgewachsen.
Jetzt gilt aber in Deutschland als im Grunde Einschränkung oder Erweiterung Flugzustände mit einer Neigung von 135 Grad um die Quer - und Längsachse sind Kunstflug. Alles, was drunter bleibt, ist kein Kunstflug. Das hat der DHV so bestimmt. Warum darf der das
eigentlich? In der FBO kann der DHV natürlich sagen, man muss natürlich gewisse Dinge festlegen. Und so hat er auch festgelegt, was dein Kunstflug für Gleitschirmflieger ist. Und so hat er einfach mal für sich gesagt, naja, dann sagen wir, Kunstflug sind Flugmanöver alle über 135 Grad. Und man hat sich damals an der FAI orientiert. Und die FAI für Agro -Wettbewerbe sagt, wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe, dass es mehr Punkte gibt, wenn das Manöver höher als 135 Grad gibt. Und daran hat man sich quasi entlanggehangelt. An dieser FAI -135 -Grad -Regel für mehr Punkte für dieses Manöver. Und das damals so etabliert. Vor 15 Jahren jetzt knapp.
Wenn man sich heute das Agrofliegen so anguckt, welche von den klassischen Agro -Manövern fallen denn nach deutschem Recht dann überhaupt in diese Rubrik Kunstflug dann noch? Das Tumbling eigentlich, oder? Genau. Infinity -Tumbling. Das wäre es, wo du wirklich sagst, ich bin auf jeden Fall höher als 135 Grad und kipp da einfach ab. Einfach wirklich einmal um die Querachse drum rum. Also das ist ganz klar Kunstflug. Aber so viel mehr ist doch da wahrscheinlich gar nicht. Ein Sat darf man fliegen. Ein Heli, da ändert sich nichts und sowas. Also wahrscheinlich sind ja die meisten Agro -Manöver eigentlich kunstflugmäßig in Deutschland erlaubt.
So ist es genau. Und das stellt auch genau die Diskrepanz dar. Also Loopings sind verboten. Tumblings sind verboten. Alles, was über den Schirm geht, ist verboten. Super hohe Wing -Overs. Also wenn wir so den Tandempiloten oft zuschauen am Landeplatz, wenn die mit den Passagieren schöne hohe Wing -Overs fliegen, dann ist das alles im Grunde nicht erlaubt. Und alles, was da drunter ist, ist aber erlaubt. Also wie du es gerade gesagt hast, Spins, Sackflugs, Stalls, Dynamics, alles erlaubt, Helis erlaubt. Das birgt für mich diesen Sicherheitsaspekt oder da komme ich zu diesem Punkt des Sicherheitsaspektes, nämlich da gibt es einen riesen Gap. Also ich habe quasi den Piloten, der seine Ausbildung gemacht hat, der jetzt gelernt hat, durch den DHV aktiv zu fliegen und ist da aktiv in der Luft unterwegs. Und dann passiert ganz, ganz lange nichts. Da gibt es nichts.
Ich konnte nichts dazu finden. Keine Konzepte, keine gute Handreichung. Bis hin dann zum Kunstflug, bei dem ich dann quasi erst über den Schirm gehen muss, um tatsächlich ein Kunstflugpilot zu sein. Und diese Lücke würde ich gerne schließen. Da gibt es natürlich die Sicherheitstrainings, die da viel anbieten und die da den Piloten hinführen. Aber das findet natürlich alles immer nur im Rahmen eines Sicherheitstrainings statt. Also wenn ich mir jetzt zum Beispiel vorstelle, ich bin ein guter Pilot, habe meine Lizenz, denke ich bin beim aktiv Fliegen einigermaßen sattelfest, kenne die Videos vom DHV und die ganzen Anleitungen dazu und gehe zu einem Sicherheitstraining, trainiere da jetzt meine Manöver, zum Beispiel taste ich mich an das Thema Stall ran und mein Sicherheitstraining geht zu Ende, dann habe ich gar keine Anleitung, gar keinen Rahmen, der mir gegeben wird, um diese Stalls zum Beispiel in meinem Fluggebiet über Grund oder über Wasser weiter zu trainieren.
Und wenn ich natürlich letztes Jahr im Herbst oder letztes Jahr im Sommer meinen letzten Stall geflogen bin, dann ist die Garantie nicht gegeben oder dann ist natürlich der Trainingseffekt super gering, dass ich dieses Jahr noch die Skills habe, um bei einem Schirm, der mir in irgendeiner Form in eine Komplikation gerät, dann richtig zu reagieren.
Was würde sich aber denn da ändern, wenn man jetzt sagt, ACRO hat eine bessere Lobby in Deutschland, dann käme ich aus dem Sicherheitstraining und könnte noch trainieren? Also das verstehe ich nicht ganz.
Zunächst würde ich erstmal sagen, dass ACRO -Fliegen nicht grundsätzlich diese extremen Manöver sind, sondern ACRO -Fliegen ist diese komplette Range zwischen aktiv fliegen bis zum Kunstflug nach oben. Also das sind ganz, ganz viele Manöver. Und wenn ich natürlich eine größere Lobby innerhalb des DHVs habe, ich habe zum Beispiel Vertreter innerhalb des DHVs, die sich um das Thema kümmern, es ist eher etabliert in unserer kompletten Szene, also es ist Teil des Spiels, Teil unserer Disziplin, dann habe ich die Möglichkeit, darauf natürlich auch Schulungen auszubauen, Seminare aufzubauen und einfach Aufklärung zu betreiben. Also es gibt zum Beispiel ganz tolle Ansätze da, genauso wie es die XC -Seminare gibt oder jetzt im Winter finden ja regelmäßig die Videogeschichten vom DHV statt, die donnerstags gezeigt werden.
So könnte ich natürlich auch genauso das Thema ACRO aufgreifen. Und damit meine ich dann nicht immer, ich zeige jemandem, wie er ein Tumbling fliegt, sondern ich erkläre einem zum Beispiel, was ist denn eine Box, was passiert denn innerhalb der Box, wie lege ich die richtig fest, was ist ein Drift innerhalb einer Box, was sind gute Rettungsgeräte, wie bereite ich mich vor etc. etc. Das ist ein riesiges Spektrum. Wo kann ich das gut machen? Welche Gelände eignen sich? Welche nicht? Welche Höhe brauche ich? Welche nicht? Was mache ich? Wie baue ich mein Höhenmanagement auf zu so Geschichten? Das heißt, du würdest
gerne, dass der DHV überhaupt ACRO mitdenkt, sage ich mal, und wie auch immer in sein Curriculum mit rein nimmt, dass man sagt, es gibt Sachen, weil wir offiziell ein Kunstflugverbot haben in Deutschland, das wirkt sich so weit aus, dass selbst die Sachen, die eigentlich alle erlaubt sind, auch nicht so gemacht werden, wie sie vielleicht gemacht werden könnten, weil die Leute das einfach gar nicht auf dem Schirm haben so ungefähr.
Genauso ist es. Es findet einfach nicht statt. Ich bin ja selber Fluglehrer, habe versucht natürlich auch mal zu schauen, was ist so innerhalb der Ausbildung, was wird da gegeben, was steht so in diesen klassischen Ausbildungsbüchern drin und was ich dazu finde zu diesem ganzen Thema, ist einfach super, super wenig. Es findet keine ordentliche Aufklärungsarbeit statt und das möchten wir einfach angehen. Unseren Arbeitstitel, für unser Tun, war ja der Titel die vergessene Disziplin. Das heißt, wenn der DHV den Schwerpunkt mehr auf das Thema technisches Fliegen, Freestyle Fliegen, wie auch immer man es dann nennt, im allgemeinen Akrofliegen legt,
dann dringt das natürlich tiefer, dann hoffe ich, dringt das tiefer in die Community ein und bringt die ganzen Vorteile mit sich, über die wir gesprochen haben.
Als Lobbyist, was würdest du denn gerne erreichen? Jetzt Lobbyist in Anführungszeichen, der Akro -Lobbyist, der du da bist. Willst du einfach sagen, hey DHV, bitte nehmt das Akro -Thema mehr drauf, egal ob da noch immer das 135 Grad Grenze für Kunstflug oder sowas steht oder willst du einfach sagen, hey DHV, nimm auf jeden Fall diese Grenze mal raus, dass es einfach diese Gedankenbremse Kunstflugverbot gar nicht mehr gibt?
Genau, da sind dem DHV auch so ein bisschen die Hände gebunden, weil der DHV natürlich diese Aufhebung des Kunstflugsverboten, nicht einfach selbst bestimmen kann. Zu dem Thema Akro -Lobbyist, also ich sehe mich da so gar nicht, ich war mir auch ganz, ganz lange gar nicht sicher, ob ich überhaupt ein Akro -Pilot bin und weiß auch gar nicht, ob ich in der Form da der ideal richtige dafür bin oder ob es nicht besser wäre, wenn wir hier einen super guten Akro -Piloten hätten, der natürlich auch was vorweisen kann, was ich alles nicht kann. Aber ich denke, was ich ganz gut kann, ist mich für ein Thema engagieren und mich für ein Thema einsetzen, wenn ich von was überzeugt bin. Und was wir machen möchten, es sind zwei Stränge, sagen wir dazu, und die zwei Stränge, da konzentriert sich der eine Strang darauf, mit dem DHV zusammen Möglichkeiten zu erarbeiten, wie können wir dieses Kunstflugverbot auf Gesetzesebene,
also in der LuftVO, für uns so aufweichen, wegarbeiten, dass es nicht mehr besteht. Und da ist jetzt der erste Vorschlag von uns an den DHV der, dass wir sagen, das Kunstflugverbot besteht weiterhin, aber in dem speziellen Fall Gleitschirm und Hengel, Hängegleiter ist der Beauftragte dafür zuständig, das zu lösen. Und das finde ich einen ganz charmanten Ansatz, weil der deutsche Hängegleiter ja ziemlich viele Aufgaben schon delegiert bekommen hat. Da gibt es einen Paragraph zu, der das regelt etc. Und somit würde man natürlich ausschließen, dass für andere Luftsportgeräte, für das wir das gar nicht entscheiden können, weil ich überhaupt nicht weiß, kann so ein Drake überhaupt zum Beispiel, so ein Drake überhaupt Kunstflug machen? Das weiß ich gar nicht.
Somit könnte man die Kompetenz dahin ziehen, zu dem, der die auch hat, nämlich zum Beauftragten des DHVs. Das ist der eine Strang. Und der andere Strang ist einfach der kürzere, der natürlich etwas einfachere, so der erste Schritt zu sagen, lieber DHV, lasst uns doch nach 15 Jahren mal wieder darüber sprechen, was denn tatsächlich die FBO dazu sagt. Und sind denn diese 135 Grad noch die richtige Lösung? Unser Ansatz ist zu sagen, dieser Bereich Kunstflug ist ein variabler Bereich, der sich für jeden Piloten anders verhält. Das heißt, wenn ich ein aktiv fliegender Pilot bin und gehe über diese aktiv fliegende Grenze hinaus, bewege mich quasi in den Bereich Technikfliegen, Freestylefliegen, Agrofliegen und bin dem Manöver gewachsen und beherrsche das Manöver, weil ich im Training bin, weil ich mich habe einweisen lassen etc., dann ist es für mich kein Kunstflugmanöver mehr.
Also zum Beispiel ein B -Stall ist ja genauso ein Abrissmanöver wie ein Fullstall. B -Stall ist ja auch kein normaler Flugzustand, von dem die Fliegerei spricht. Also die Schrömmung wird abgerissen, ich sink nach unten. Das birgt Gefahren. Das mache ich natürlich nicht super niedrig über Grund. Das muss ich trainieren. Das heißt, wenn ich Herr dieses Manövers bin und im Training bin und eingewiesen bin, dann ist es für mich ein Standardmanöver, was zu meinem Repertoire gehört und ist ein Normalflugzustand. Also ich persönlich finde den ja ganz gut, den B -Stall. Ich fliege den sehr, sehr oft, um mal schnell Höhe abzubauen. Es geht easy. Und damit würde ich sagen, das überrascht mich nicht. Einen Theo de Blick zum Beispiel überrascht einen Stall auch nicht. Das heißt, aus diesem Gedanken heraus könnte man definieren, dass sobald ich eingewiesen bin in ein Manöver und trainiert bin in ein Manöver, dieses Manöver für mich einen Normalflugzustand darstellt.
Und das bringt auf beiden Seiten einen super Vorteil, finde ich. Denn auf der einen Seite ist nicht Heli fliegen, Full -Stall fliegen per se erlaubt, sondern ist per se erstmal Kunstflug. Wenn ich mich in das Thema einarbeite, dann nicht mehr. Dann ist es für mich ein Normalflugzustand. Das heißt, es bringt mehr. Es wird natürlich nicht nachgewiesen in irgendeiner Form durch eine Prüfung oder sowas, aber es ist, es bringt natürlich mehr Eigenverantwortung mit und es legt so ein bisschen den Fokus darauf, hey, bereite dich ordentlich auf so ein Thema vor. Das kann natürlich dann gefüttert werden mit ganz, ganz vielen, mit ganz, ganz viel Unterlage etc. und Anleitung da oben herum. Und das Zweite ist, für die geübten Piloten, die das Thema beherrschen, ist natürlich nach oben alles offen. Das heißt, wenn ich ein guter Pilot bin und jetzt kam ja gestern erst wieder ein Video raus vom Axel, wie der super niedrig über Grund so ein Super Stall to Infinity fliegt, mit einer Umdrehung dann gerade noch auspendelt und landet, den überrascht jetzt wahrscheinlich so ein Tumbling Fliegen in der Luft auch nicht mehr.
Das heißt, für den ist das mehr ein Normalflugzustand, wie das ein Normalflugzustand vielleicht für einen Anfänger ist. Das ist mal so der, die grobe Strategie. Also Strang eins, Aufweichung der Luft -VO in Zusammenarbeit mit dem DAV. Das geht nur mit ihm zusammen. Und auf zweiter Ebene die Anpassung der FBO und dann natürlich noch ganz viele Kleinigkeiten, wie auf der DAV Homepage ist nichts von ACRO zu finden. Also wenn ich mich informiere auf der DAV Homepage, und schaue, welche Disziplinen gibt es denn eigentlich alles, dann finde ich Streckenfliegen, dann finde ich Hike and Fly, dann finde ich Groundhandling und alles mögliche. Aber ich finde nichts zu ACRO Fliegen. Das heißt, das bräuchte hier in erster Linie mal jemanden, der sich dem Thema annimmt und so ein bisschen die DAV Seite damit füttert. Was ist das? Welche Informationen gibt es da? Et cetera, et cetera.
Genau. Und da mehr Fokus auf das Thema zu legen.
Was sagt denn der DAV dazu? Läufst du da quasi offene Türen ein oder läufst du vor verschlossene Türen und musst als Lobbyist da ziemlich ordentlich dran klopfen, dass du da überhaupt irgendwie Gehör findest?
Meine persönliche Erfahrung ist eine super, super gute. Also ich bin da in ganz engem Kontakt mit dem Robin Fries und der ist super offen dem Thema. Der unterstützt mich da total. Der hilft mir dabei, das Ganze auf die richtige Bahn zu bringen und bietet sich immer wieder regelmäßig an, um Themen durchzusprechen. Und mit dem DAV zusammen und dann natürlich auch intern mit dem DAV, das organisiert er. Die richtigen Leute an den Tisch zu bekommen. Alles, was ich aber so außenrum mitbekomme, ist immer wieder, dass ich doch oft höre, dass viele diesen Anlauf schon gewagt haben und viele schon gemacht haben und immer wieder aber dann sich im Sand verlaufen hat, abgeblitzt sind oder nicht die Unterstützung bekommen haben. Da bin ich einfach super gespannt, was da jetzt passiert. Also wir haben ja vor, sehr, sehr kurzfristig jetzt im März den Antrag an die Kommission einzureichen, die FBO anzupassen
und mit einer vorgelagerten Arbeitsgruppe quasi das Thema zu erörtern. Da bin ich sehr gespannt, wie sich der DAV dann da aufstellt und mit uns zusammenarbeitet, da ich ja persönlich auch der Meinung bin, dass das ein Stück weit auch die Aufgabe des DAVs ist. Also wenn man sich das so anschaut und sich mal die Leitlinien des DAVs anguckt, das Leitbild des DAVs anguckt, was Sicherheit angeht, was den Zugang zum Luftraum angeht und so Geschichten, dann habe ich einfach so das Gefühl, dass so ein paar Piloten, ein paar Gleitschirmpiloten nicht gleich behandelt werden. Die wurden vergessen einfach. Und zwar sind es so diese, die Akroflieger, Akroflieger im großen Rahmen genannt. Und daher hoffe ich mir natürlich, dass der DAV erkennt, dass seit 15 Jahren nichts passiert ist und dass es doch Zeit ist, mal sich darüber Gedanken zu machen, dass Materialentwicklung weiter ging, dass Pilotenentwicklung weiter ging und dass da mal wieder was getan werden muss.
Und vielleicht nicht immer nur alle 15 Jahre, sondern in einem kontinuierlichen Intervall. Also selbst das Gesetz passt. Die Luftfrau hat sich ja 2012 wieder angepasst und Dinge geändert, weil einfach alles vorwärts geht.
Nur noch mal vom Verständnis, auch vom zeitlichen Ablauf hier. Du planst jetzt mit dem Geschäftsführer, Robin Fries vom DAV, quasi was vorzubereiten, was man dann der Kommission des DAV vorlegen kann. Kommission ist quasi der Vorstand und ein bisschen erweitert, die dann beschließen können, was wollen wir als DAV denn wirklich machen? Genau. Und diese Kommission soll dann beschließen, okay, wir versuchen jetzt, Akro irgendwie einen Raum im Rahmen des DAV zu geben.
Also zunächst muss die Kommission natürlich erst mal der DAV und der Robin Fries und der Björn davon überzeugt werden, dass unsere Idee sinnvoll ist und dass diese Idee der DAV mitträgt. Und dann kann diese Idee mit dem DAV zusammen in die Kommission eingebracht werden. Da sind ja verschiedenste Berater aus der Wirtschaft et cetera immer dabei. Und das hat sich einfach gezeigt. Und es ist die Empfehlung des DAV, so was nicht grundlegend zur Entscheidung bringen zu lassen in diesem Termin, sondern zusammen mit wiederum weiteren Experten, wie zum Beispiel dem Karl Slesek, der ja auf dem Gebiet der Sicherheit da super viele Erfahrungen hat, das ganze Thema in einer Arbeitsgruppe zu bewerten, auch mal zu verschriftlichen und zu überdenken, welche Vor - und Nachteile denn unser Vorschlag hat und dann diesen Vorschlag von der Kommission entscheiden zu lassen.
Das würde dann im Sommer stattfinden.
Das heißt so gesehen, die Kommission würde im März vielleicht sagen, okay, wir gründen einen Arbeitskreis oder diese Arbeitsgruppe und bitte berate uns oder liefer uns einen Entwurf, einen entsprechenden Vorschlag, wie wir da, worüber wir dann abstimmen können. Und der sollte dann mit allen Beteiligten und die dann auch schon die rechtlichen Hintergründe haben und juristisch abgeklopft, dass man sagen kann, was könnte man beispielsweise an der FBO in irgendeiner Weise ändern, dass das dann in Deutschland möglich ist.
Genau so ist es ja. Der würde uns idealerweise ein paar Arbeitsaufträge mitgeben, was so sein Bild von dieser Geschichte ist. Also da muss natürlich, wie du sagtest, ein Jurist vielleicht mal draufschauen, mit eingebunden werden. Da muss eine Versicherung dazu befragt werden. Da müssen Experten des DAVs befragt werden, aber auch Experten in der Szene befragt werden, die heute vielleicht noch gar kein Gehör gefunden haben. Und wenn man die Informationen alle zusammengetragen hat und dann was Rundes draus gemacht hat, ein rundes Konzept zu hat, dann finde ich, kann man es der Kommission zur Entscheidung vorlegen.
Wie realistisch hältst du sowas? Also glaubst du, du wirst Erfolg haben?
Ja, sonst würde ich es nicht tun. Also auf jeden Fall. Und ich möchte mich auch nicht mit einem, ich würde mich auch nicht tatsächlich mit einem Nein zufrieden geben, sondern ich würde es nicht zulassen wollen, ein Nein, sondern ich würde nur eine Anpassung zulassen wollen. Also es ist glaube ich irgendwie jedem klar und wenn man die alten Protokolle durchliest, ist es jedem klar, dass im weitesten Sinne Akrofliegen überall stattfindet. Also man kann auf fast keinen Flugberg mehr gehen, jetzt insbesondere in Deutschland, natürlich auch in Österreich, wo ich nicht in irgendeiner Form ein Akro -Manöver finde. Und das ist, das Thema ist da. Es ist tatsächlich total angekommen. Jeder fliegt es damit. Wenn ich
den Kriegel -Maurer beim Endanflug, mein super Beispiel Kriegel -Maurer Endanflug der X -Alp sehe, der ein Heli mit seinem Streckenflügel fliegt, dann zeigt mir das irgendwie, das ist angekommen. Ich sehe Influencer, die ein, zwei Jahre fliegen und mit ihren C -Schirmen Spins fliegen, weil es ihnen Spaß macht. Dann zeigt mir das, das Thema ist irgendwie angekommen und da kann man nicht mehr wegschauen. Also da braucht man in irgendeiner Form eine Lösung. Und die Lösung, die wir jetzt haben, die bietet super viel Freiraum und dieser Freiraum, den finde ich, den darf man ruhig jetzt nicht durch Regel, also nicht durch Gesetze oder durch Verbote oder Einschränkungen in geregeltere Bahnen bringen, sondern einfach durch Maßnahmen, um mehr Sicherheit, mehr Verständnis für das ganze Thema zu schaffen, in geregelte Bahnen bringen.
Also heute ist es ja so, tatsächlich, ich gehe raus und probiere halt, so wie ich das ja damals auch gemacht habe mit meinem Kumpel zusammen. Wir haben uns eine Emily gekauft, sind raus und haben einfach mal probiert. Und das wäre halt ganz toll, wenn es, wenn es so nicht mehr laufen müsste, weil es keine Angebote am Markt gibt, sondern ich fände es toll, wenn es Angebote gibt, die es ja auch gibt. Da gibt es Intentionen zu. Fly Chiemgau ist da ganz aktiv, die Kurse anbieten möchten, so ähnlich wie die Newcomer Challenge, zu sagen, wir erklären euch keine Manöver, aber wir erklären euch mal die Rahmenbedingungen, die es braucht, um überhaupt nach einem Sicherheitstraining zum Beispiel sinnvolle Manöver trainieren zu können. Und da können wir auch schon von normalen Clubhands sprechen oder mal von einem Base -Doll sprechen. Also wie viele Fliegen können dann regelmäßig tatsächlich mit ihrem Schirm dann ein Base -Doll oder mal ein Full -Doll?
Das heißt, das wäre auch so was wie, ich meine, der DRV hat ja so ein Programm des Performance Trainings, wo es dann auch die entsprechenden Fluglehrer weitergebildet werden, dass die dann Performance Trainings machen können, wo es auch teilweise Base -Doll und sonst was geht, aber so der Ansatz des technischen Fliegens. Aber die könnte man quasi noch ausweiten, aus deiner Sicht, dass man auch sagen kann, es gibt dann wirklich was, ob man das jetzt Freestyle oder technisches Fliegen, man muss es ja vielleicht nicht so nennen, weil dann jeder sofort zusammenzucken würde, aber dass man sagt, hey, wir zeigen euch noch etwas mehr, was dann da auch noch auch noch geht, damit ihr spielerischer mit eurem Schirm da noch umgehen könnt.
Wäre das auch ein Ziel? Genau, zum Beispiel ja. Also der Performance Trainer ist ja die Steigerung des Fluglehrers. Da muss ich ja besonders schnell in Acht fliegen können, muss halt überdurchschnittliches Können mit dem Schirm unter Beweis stellen können. Und auf jeden Fall, warum sollte, warum gibt es da kein Programm für den normalen Piloten? Also warum habe ich da keine Möglichkeit für die HV aus? Die Privaten bieten das natürlich an. Also die Sicherheitstrainings, die sind da ganz weit vorne dabei. Die machen dann ganz, ganz tollen Job auf jeden Fall in ihrem, in ihrem Bereich. Aber da drum rum passiert halt nichts. Da denke ich, gibt es viel Potenzial, das auszubauen, um zu sagen, durch ACRO und ACRO löst natürlich immer gleich was aus, was schade ist. Das würde ich gerne ändern wollen in der Zukunft, weil ACRO ist einfach etabliert.
ACRO ist der Begriff in der Szene mit jedem, mit dem man aus dem Ausland spricht.
Und ACRO ist halt, wie gesagt, nicht die Hardcore -Tumbling -Manöver, sondern ACRO ist alles. ACRO ist mit dem Schirm spielen, Ground Spirals, ACRO ist Stubby -Touch. ACRO ist für mich, das ist für mich alles. ACRO sind, sind alle schönen, flüssigen Manöver, die ich mit dem Schirm durchführen kann, außer halt gerade ausfliegen,
links, rechts rollen, nicken. Jetzt hast du, oder du sprichst immer gerne von wir wollen das erreichen. Wer ist denn wir? Gibt es denn so was, wie quasi eine organisierte ACRO -Szene, die gesagt hat, wir gründen jetzt mal einen Arbeitskreis und schieben das dort an und schieben dich dann halt vor, du sollst mal mit dem DHV sprechen? Oder wer ist da wir? Ist das eigentlich so eine selbsternannte Gruppe und sagt, wir nehmen das jetzt mal in die Hand?
Genau. Wir sind im Grunde der Johannes Glatz von der, von RG, der das Thema bei mir initial angestoßen hat letztes Jahr, der gesagt hat, wir müssen hier was tun und mich irgendwie auf den Trichter gebracht hat, zu sagen, lass uns da was tun. Wir ist Fly Chiemgau, der Sigi und die Dani, die super, super erfolgreiche deutsche ACRO -Piloten sind, viele im Chiemgau fliegen und die zum Beispiel dieses Thema Newcomer Challenge auf Ebene ACRO machen wollen. Also wie bereite ich junge Piloten darauf vor? Da gibt es eine Vortragsserie, die an der Gerlitzen starten soll dieses Jahr. Die beiden sind mit dem Boot und ein sehr, sehr guter Freund von mir aus Österreich, auch Fluglehrer, Anwärter, der Norbert Ebner, der zusammen das Thema mit mir anschiebt.
Und dann hoffe ich natürlich auf, das war so ein bisschen mein, das ist so mein Wunsch und mein Ziel natürlich, dass die Community sich erhebt und sagt, ja, hey, ich bin ja eigentlich auch ein ACRO -Flieger. Ich fliege ja da draußen auch rum. Ich spiele ja auch mit dem Schirm. Ich bin ja auch schon mal in Spin geflogen. Ich habe da auch ein Interesse dran, dass da so ein bisschen eine Community gibt. Ich würde mich freuen, wenn es da Angebote gibt und wenn wir da irgendwie zusammenkommen würden und wenn der, wenn ich da mehr, wenn der DHV diese Disziplinen aktiv bewerben oder nicht bewerben, sondern aktiv in seinem Programm etablieren würde und durch Posts oder was auch immer durch seine Stimme einfach versucht, dem Thema Gewicht zu geben. Fly safe, fly ACRO, haben wir mal als Hashtag definiert.
Widerspricht ja eigentlich grundsätzlich dem, was so in der klassischen Wahrnehmung von Piloten so ist, vielleicht auch gerade, weil es dieses Kunstflugverbot so gibt und wo die denken, oh, ACRO fliegen, lasse ich mal lieber die Finger davon. Obwohl vieles wahrscheinlich so ist, dass ich ihn einfach nur sicherheitstechnisch voll weiterbringen würde.
Total. Also in meiner Umfrage kam auch raus oder in meiner, ja, meine Umfrage kam auch raus, dass viele gesagt haben, hey, das ACRO -Fliegen gibt mir beim XC -Fliegen total die Sicherheit. Also wenn ich einfach weiß, was mein Schirm in einem Extremzustand tut und ein Extremzustand wäre zum Beispiel ein einseitiger, kann zum Beispiel ein einseitiger Strömungsabriss sein und ich weiß, wie ich mich verhalten muss, weil ich weiß, wie das aussieht und ich weiß, was danach passiert, dann habe ich natürlich beim XC -Fliegen, in dem ich mal, würde ich mal behaupten,
ein bodennaher Flieger als beim ACRO -Fliegen einen super Vorteil.
Lass uns mal den Fokus so ein bisschen weglenken von der rechtlichen Situation und du als Lobbyist, sondern erzähl mir einfach, wie bist du eigentlich selbst zum Gleitschirmfliegen, aber vor allem zum ACRO -Fliegen gekommen?
Ich habe 2013 meine Ausbildung begonnen bei einer Flugschule im Chiemgau und da ist mir damals dieser Film Something Between in die Hände gefallen und den habe ich dann habe ich mir natürlich 100.000 Mal reingezogen und war total fasziniert von diesem Film, wie elegant und wie ästhetisch diese ACRO -Piloten damals mit dem Schirm geflogen sind, wie die gespielt haben im Gelände, an der Düne Pilat zum Beispiel oder an der Küste etc. Das hat mich total fasziniert und da war für mich irgendwie klar, das möchte ich auch machen, ACRO -Fliegen. Und dann hat es, mein Weg in die Fliegerei war super, super schwierig, also ich habe total zu kämpfen gehabt mit Höhe, ich habe total zu kämpfen gehabt mit Übelkeit und lauter so Geschichten, warum ich dann auch lange auch...
Passt ja zu ACRO -Fliegen. Ja, genau. Von der Grundvorstellung. Total. Deswegen war das für mich ganz, ganz weit weg, dass ich das irgendwann mal in irgendeiner Form machen könnte, aber trotzdem hatte ich so als Ziel und dann bin ich auch recht ehrgeizig und habe gedacht, okay, vielleicht geht sich das irgendwie aus. Und 2018, nachdem ich dann sehr lange Pause gemacht habe und eigentlich nur vielleicht 20, 25 Flüge hatte, da damals 2013, habe ich 2018 wieder angefangen und ganz normal meine A -Lizenz gemacht und war viel am Fliegen und habe mich in das Thema reingekämpft, reingearbeitet in die Fliegerei, habe meine Höhenangst überwunden von ganz, ganz kürzen Flügen und die Abgleiter waren sehr geländernah zu immer, immer längeren Flügen und höheren Flügen. So langsam ging dann die Übelkeit auch weg mit dem Training.
Tatsächlich habe ich dieses Jahr, wenn ich im Winter ein, zwei Monate Pause habe, immer noch damit zu tun, aber ich kriege es in den Griff. Es ist eine Gewöhnung, glaube ich. Das
ist die große Sache,
sagst du. Genau, es ist eine Gewöhnung. Höhenangst und Übelkeit kriegt man durch viel Fliegen auch weg. Die kriegt man auch weg, genau. Und viel Willenskraft auf jeden Fall. Als ich dann den Schein hatte 2018, kam sofort so um das Thema Scheinerwerb der Gedanke auf, mit dem Akku fliegen, das ist ja, das ist schon cool. Das sieht toll aus, was die da machen, das möchte ich doch auch irgendwie. Dann kam mir dieser Film in Erinnerung, den habe ich dann wieder aus dem Regal gezogen, 2018 wieder angeschaut mit einem Freund zusammen und wir haben dann entschieden, dann lass uns so, okay, dann lass uns so einen Schirm kaufen. Und dann haben wir uns... Direkt nach der Schulung. Genau, ich glaube, wir haben den sogar noch davor bestellt. Der kam dann danach
und da wurden super gut beraten, was das Thema auch angeht und immer wieder wurde gesagt, wie vorsichtig wir sein müssen und das war uns allen klar und wir sind ja auch überhaupt keine Draufgänger oder so irgendwas, sondern ich habe ein total gutes Sicherheitsbewusstsein und ich mache das in meiner Meinung nach so sicheren Rahmen wie möglich und dann kam irgendwann dieser Emilie dann bei uns an. Wir hatten natürlich noch gar keine geeigneten Gürtzeuge. Ich bin dann mit meinem Leichtgürtzeug geflogen und dann haben wir wirklich in super, super ruhiger Luft abends ganz viele Abgleiter mit dem Schirm gemacht und uns an diesen Akroschirm gewöhnt, uns dahin gearbeitet. Ob das heute der richtige Weg war, weiß ich gar nicht. Vielleicht hätten wir damals besser mit einem einfacheren Schirm begonnen, aber das war unser Weg damals. Wir wussten es nicht besser und so ging es los. Genau, dann haben wir Sicherheits -Trainings gemacht und versucht uns weiter in das Thema einzuarbeiten, weiter an dem Manöverfliegen zu arbeiten, mehr Manöver zu beherrschen.
Vor allem dieses Full -Stall -Manöver hat uns sehr begeistert damals. Und im Sicherheits -Training haben sie uns dann irgendwann gesagt, mit der Emily, das wird nichts, das kann ich euch nicht ansagen, die ist viel zu dynamisch, die ist viel zu schnell, da müsst ihr irgendwie selber mit klarkommen. Ja, und dann haben wir das gemacht und da für uns die nächsten Seen super weit weg sind und das alles immer mit großem Aufwand verbunden ist, haben wir Akro in großer Höhe so sicher wie möglich über Grund trainiert.
Du wohnst, wenn ich das richtig sehe, in der Nähe von Aschaffenburg. Das ist ja eher, ich sag mal, eine leicht hügelige Landschaft dort. Das ist jetzt nichts, wo man sagen würde, bestes Umfeld, um irgendwie Akro zu trainieren. Gehst du bei dir in der Ecke wirklich auch mit einem Akro Gleitschirmfliegen und machst da auch Akro -Manöver?
Nein, leider gar nicht. Also ich fliege hier überhaupt nicht bei mir und das ist ein weiteres Thema, was es mir schwerfällt, so in diese ganze Fliegerei reinzukommen, weil ich natürlich nicht direkt um die Ecke vom Berg wohnen und abends nochmal schnell eine Runde fliegen gehen kann, sondern ich muss tatsächlich immer ins Auto und los. Und in die Berge fahren, uns dort machen. Ein Versuch war letztes Jahr mal, vorletztes Jahr mal, Segelfliegen anzufangen, was ich ja noch gemacht habe und bis zum Alleinflug dann auch betrieben habe. Um da mehr in die Fliegerei reinzukommen, fliegen ist einfach meine Leidenschaft. Das ist ein sehr, sehr großer Teil meines Lebens geworden. Und ja, leider geht es hier nicht. Und jetzt bin ich gerade dabei, vielleicht dieses Jahr mal hier ein bisschen am Weinberg in einem Verein zu fliegen. Aber tatsächlich findet für mich Fliegen in den Bergen statt und dann muss ich halt in die Berge, weil es hier keine Berge gibt.
Wie häufig fährst
du dann in die Berge,
auch um Agro zu fliegen? Schon sehr oft. Also die Saison geht jetzt für mich quasi dann wieder im Februar los. Dann besuche ich meinen Freund in Salzburg. Dann bin ich bei ihm. Ich habe die Möglichkeit, sehr flexibel von zu Hause aus arbeiten zu können. Und dann versuche ich einfach tagsüber meinen Job zu erledigen, die Aufgaben abzuarbeiten, damit ich dann möglichst schnell raus kann und fliegen gehen kann. Und ich würde mal sagen, also ich versuche nicht zu pendeln mit dem Auto, so dass ich ultra viele Kilometer aufs Auto schruppe. Und die Umwelt liegt mir ja auch natürlich am Herzen, da die Umwelt so stark belastet, sondern dann immer über längere Zeiträume runterzufahren. Also bin ich halt einfach mal zwei, drei Wochen unten in den Bergen und dann komme ich wieder heim. Und so verbringe ich meinen Sommer bis zum Anfang Oktober, indem ich alle zwei, drei Wochen in die Berge pendle.
Welchen Anteil hat denn da so das Agro -Fliegen an deinen Flügen und deiner Flugmotivation? Den
größten würde ich sagen. Also Agro -Fliegen ist mir schon super wichtig und Agro -Fliegen mache ich ganz, ganz viel, zumal ich da jetzt kein Talent drin bin, sondern ich muss da, ich brauche viele Wiederholungen und viele Übungen und viele, viele Versuche, um da gut reinzukommen und die Manöver dann auch so sicher zu beherrschen, dass ich sage Okay, jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich einen Step weitergehen kann. Es war schwierig, am Anfang überhaupt herauszufinden, was dann der nächste Step immer ist. Dann macht man natürlich so seine Erfahrungen. Also ich hatte natürlich auch schon meine Retteabgänge gehabt und so. Das wirft einen dann wieder etwas zurück. Dann durch die Ausbildung meines Fluglehrers musste ich leider das Agro -Fliegen ein bisschen hinten anstellen, weil auch da die, da ich natürlich den Anspruch hatte, die Praxis und die ganzen Manöver, die da so gefordert sind, Astra 1 und 1A zu beherrschen.
Und da war ich schon am Üben, auch mit A -Schirmen, schneller Acht zu fliegen, Klapper zu fliegen, B -Stol zu fliegen, die ganzen Manöver ordentlich zu können. Dann kommt es natürlich nicht zum Agro -Fliegen. Dann habe ich letztes Jahr so ein bisschen mit dem Flug zum Streckenfliegen begonnen, mal an einem Wettbewerb teilgenommen, um da mal ein bisschen Wettbewerbsluft zu schnuppern. Das will natürlich auch geübt sein. Und dann passen halt oft auch nicht die Bedingungen zum Agro -Fliegen. Und dann fliege ich halt das, wo die Bedingungen gerade so passen. Und wenn die Bedingungen wieder passen, dann fliege ich wieder Agro.
Würdest du denn sagen, von deinem eigenen Erleben, dass dir dieses Agro -Fliegen auch für deine andere Fliegerei schon was gebracht hat?
Auf jeden Fall. Das war der Schlüssel dazu. Die Fähigkeit zu besitzen, in Full -Stall ordentlich fliegen zu können und das zu beherrschen und zu wissen, wenn der Schirm sehr schnell schießt, aus welchen Bedingungen auch immer, den abstoppen zu können, das gibt mir unglaublich viel Sicherheit beim Fliegen. Also ich weiß einfach, dass mich relativ wenig überraschen kann. Ich konnte schon sehr früh diese, ich hatte diese erzählten Erlebnisse, ich hatte eine Klappe in der Luft, die hat mich relativ wenig beeindruckt, weil die hatte ich natürlich auch am Anfang mittlerweile dann weniger, weil man weiß, wie man reagieren muss. Aber das hat mich alles nie besonders beeindruckt, weil ich wusste, das war ein Fehler von mir und ich muss einfach sagen, ich muss einfach noch ein bisschen mehr trainieren und dann kriege ich das, kriege ich das besser in den Griff und die Fähigkeiten durchs Akrofliegen, die haben das schon mal gleich auf ein ganz anderes Level gehoben.
Und was man auch nicht vergessen darf, ist das Beschäftigen mit dem Rettungsgerät. Also mich, mein erster Retterabgang tatsächlich, der war super unspektakulär. Der lief in meinem Kopf total routiniert ab. Ich habe das trainiert am Boden. Ich habe mich darauf vorbereitet. Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt und dann lief das tatsächlich alles genauso ab, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin super an den Griff, ich habe das Rettungsgerät ausgelöst. Ich habe an der Verbindungsleine gezogen. Ich habe mich mit den Quick Outs ohne Probleme abgetrennt. Ich habe mich ausgetwistet und habe dann versucht, diesen steuerbaren Retter in ordentlichem Gelände zu landen, was mir nicht geklickt ist, weil der Talwind zu stark war. Box und Drift unterschätzt. Auch ein Learning daraus. Und das sind alles Erfahrungen, die gibt einem das Akrofliegen. Und da bin ich sehr froh drum.
Ich
war mal beim Sicherheitstraining an der Gerlitzen. Da war eine ganze Gruppe junger Akro -Piloten, die schon ziemlich gut ihre Manöver flogen. Aber ich fand es immer interessant. Die sagten, sie fürchten sich vorm Thermikfliegen. Das ist denen zu rappelig und so was. Dann habe ich mir gedacht, ihr macht da sonst irgendwie, fliegt da schon eure Helis und Dynamic Full Stalls und so was. Aber Thermikfliegen findet ihr zu rappelig. Kennst du sowas auch?
Nee, eigentlich nicht. Dadurch, dass ich so viel fliege. Ich kann nachvollziehen, was sie meinen, weil natürlich das Akrofliegen per se erstmal, wenn ich so viel fliege, wenn ich tatsächlich viele Runs mache, dann mache ich die ja in ruhiger Luft, weil thermische Luft natürlich das Manöverfliegen beeinflusst. Also habe ich eigentlich vom Ablauf her einen Start, einen relativ ruhigen Flug in einer Box, die auch relativ ruhig ist, an ruhigen Bedingungen, an Tagen, die ruhige Bedingungen bieten. Und dann kann ich da meine Manöver fliegen, lande wieder und dann geht es von vorne los. Dann kann ich mir natürlich schon vorstellen, wenn man dann auch dann nicht so super geübt ist oder da keine Erfahrung drin hat oder weniger Erfahrung drin hat, dass das Thermikfliegen einem zu hoppelig ist. Aber tatsächlich geht es mir nicht so, weil ich immer, immer genauso viel Thermik bestimmt geflogen bin, wie Akro geflogen bin.
Da wir viele auch in Gebieten geflogen sind, wo ich keine Gondel benutzt habe, sondern immer wieder thermisch meine Höhe gewonnen habe, um dann mein Akromanöver zu fliegen.
Sollte deiner Meinung nach jeder Flieger mal ein bisschen Akrotraining machen? Und wenn ja, was würdest du sagen, wie sollte man sich am ehesten dem soften Akrofliegen nähern? Also
in meiner Definition, was Akrofliegen ist, was ich verstanden habe, dass Akrofliegen ist, auf jeden Fall, also ganz klares Ja. Und im Idealfall über ein Sicherheitstraining. Also wenn ich gar keine Ahnung von dem Thema habe und ich weiß, worum es geht, dann gehe ich am besten in ein Sicherheitstraining und taste mich langsam an das Thema Akrofliegen ran. Und da kann Akro für einen vielleicht schon sein, eine Spirale mit einer ordentlichen Sinkgeschwindigkeit zu fliegen und die wieder gut auszuleiten oder einen French Pitch zu fliegen und den Schirmgewehr ordentlich abzufangen. Und das mache ich natürlich. Jetzt erklär mal kurz, was ist French Pitch? Ein French Pitch ist, wenn ich mich aus einem dynamischen Manöver quasi ohne den Schirm, ohne die Energie des Schirms in ordentlichen Bahnen abzubauen, rausschießen lasse, dann habe ich einen sehr hohen Pendler.
Das heißt, ich pendel sehr weit nach vorne, der Schirm kommt sehr weit nach hinten und im Gegenzug kommt dann der Schirm, schießt der Schirm sehr stark nach vorne und ich muss quasi, ich trainiere den Schirm in einem, in einem Zustand abzufangen, ohne dass er zu weit vor mich kommt und klappt. Genau, ich lasse mich quasi aus einem dynamischen Manöver vorne rausschießen. Dadurch provoziere ich einen stark schießenden Schirm und das Training ist, den Schirm zu, im richtigen Moment zu stoppen.
Was ja dann auch fürs Thermikfliegen oder sowas natürlich auch wieder vollkommen nützlich und sinnvoll ist, weil man dann, wenn man dieses extreme Pitchen kann, dann kann man wahrscheinlich das halbextreme Pitchen beim Thermikfliegen dann erst recht doppelt so gut. Also das, das zu kontrollieren.
Genau so ist es und genau das ist der Trainingseffekt. Ich darf nämlich nicht mehr lange überlegen in dem Moment, wenn es mir dann in freier Wildbahn passiert, sondern ich muss einfach super schnell auf der Bremse sein. Das hat mir das Agrofliegen beigebracht, dass ich, dass der sehr dynamische Schirm sehr, sehr schnell nach vorne kommen kann und dann muss ich einfach, ohne zu denken, ohne zu, ohne Verzögerung sehr schnell, sehr intensiv kurz auf der Bremse sein, um den Schirm abzufangen. Nicht so stark, dass ich nicht wieder abreiße etc. Und dieses Gefühl dafür zu bekommen, das ist meiner Meinung nach für jeden wichtig. Das kann für jeden wichtig sein und das lerne ich in einem Sicherheitstraining, um zu wissen, wo ist denn überhaupt der Grenzbereich.
Du hast vorhin gesagt, du bist auch Fluglehrer. Arbeitest du auch als Fluglehrer oder hast
du nur den Schein gemacht? Nein, ich arbeite auch als Fluglehrer. Ich habe natürlich noch meinen Hauptjob, mit dem ich mein Geld verdiene. Das mache ich nicht über die Fluglehrerei, aber ich arbeite als Fluglehrer und ich bin ganz motiviert und ganz stark dabei, mein Leben noch mehr in die Fliegerei zu bewegen, also mein Tun noch mehr in die Fliegerei zu bewegen. Und mal schauen, was kommt. Also das große Ziel ist, in der Gleitschirmszene, in der Branche, als Fluglehrer, als Tandempilot, als whatever, mehr zu arbeiten. Und da wird die Fluglehrerei ein großer Bereich von sein, bestimmt.
Und als Lobbyist, willst du dann irgendwann der erste Agro -Fluglehrer Deutschlands
werden? Da bin ich wahrscheinlich gar nicht der Richtige für. Da bin ich zu schlecht. Also da gibt es auf jeden Fall Bessere, die das besser können, als Agro -Fluglehrer zu arbeiten.
Wenn du jetzt deine Agro -Künste mal so einschätzen würdest, fällt das denn eigentlich schon nach deutscher Definition unter Kunstflug, was du machst?
98 Prozent davon nicht, aber zwei Prozent davon schon. Also ich habe begonnen, letztes Jahr rhythmisch satt zu fliegen. Das ist ein Manöver, in dem ich quasi in einer Satt -Rotation den Schirm so aufschaukel, dass ich rückwärts mich langsam, mich quasi hocharbeite und rückwärts über den Schirm gehe, muss ich langsam quasi ins Tumbling reinarbeite. Und da würde ich sagen, bin ich schon oft in einem Zustand, wo ich über diesen 135 Grad bin. Und trainierst du immer nur über Wasser oder machst du das auch über Grund?
Beides. Also ich habe letztes Jahr das erste Mal den Galaseit kennengelernt als Trainingsgebiet, was mir sehr, sehr getaugt hat, weil es einfach eine unglaubliche Höhe bietet. Aber in den meisten Fällen trainiere ich über Grund, aufgrund dessen, weil einfach die Wassertrainingsgebiete zu weit für mich weg sind. Also ich komme ja aus Aschaffenburg, das ist in der Nähe von Frankfurt, da oben. Und da bin ich natürlich schnell mal nach Kössen gefahren oder an Bischlingen gefahren oder sonst wo gefahren, wie jetzt zum Beispiel an den Galasee oder an die Gerlitzen. Ist dir das nicht so riskant, über Grund zu trainieren? Nee, gar nicht. Also dieses Agro over Ground ist bei mir ja ein großes Thema und finde ich überhaupt nicht. Also wenn man sich mit dem Thema beschäftigt und dann finde ich, dann hat beides seine Vor - und Nachteile.
Und ich könnte nicht per se sagen, dass Agro over Ground also das Fliegen über Grund, das akrobatische Fliegen, das Trainieren über Grund gefährlicher ist, zumal es ja in 99 % der Fällen der Realität entspricht. Also was für mich ein wichtiger Faktor ist, ist die Höhe, die ich habe beim Trainieren, ist die Ausrüstung, die ich dabei habe beim Trainieren, ist die Vorbereitung, die ich getroffen habe während des Trainings. Also wie gesagt, die Box richtig zu wählen, den Drift richtig zu wählen, die richtigen Rettungsgeräte dabei zu haben für das Gelände, in dem ich trainiere, die Höhe zu haben, dass ich ordentlich und gut trainieren kann. Das ist für mich auch so ein Kopfthema. Ich höre sehr, sehr rechtzeitig auf zu trainieren und ein gutes Höhenmanagement habe. Also dass ich immer in der Lage bin, rauszuschauen und zu sehen, wie hoch ich noch bin, um zu sagen, jetzt muss ich abbrechen und jetzt ist es zu niedrig zum Beispiel, genau.
Bei Wasser birgt auch viele Gefahren. Also wenn ich über Wasser trainiere, ohne dass fix unten einer im Boot ist und ich keine ordentliche Schwimmweste dabei habe, dann würde ich sogar sagen, ist über Wasser zu trainieren gefährlicher wie über Grund zu trainieren.
Weil da einfach absolut
nicht mehr
saufen kannst, wenn dich das Gurtzeug dann im Grunde unter Wasser drückt und so.
Ja, total. Also das Gurtzeug sorgt ja dafür. Der Protektor, der uns ja normalerweise schützt, der bietet ja Auftrieb, der sorgt dafür, dass der Kopf unter Wasser gedrückt wird. Wenn die Weste zu klein ist, arbeitet die dem nicht entgegen. Dann habe ich immer noch das Problem, dass ich in den meisten Fällen den Schirm noch an mir hängen habe. Dann habe Thermik nach unten ziehen kann, wenn der sich mit Wasser füllt und es vielleicht eine kleine Strömung gibt. Und das größte Problem, das habe ich letztes Jahr sehr, sehr eindrücklich gesehen, ist Wind und das Rettungsgerät. Also das Rettungsgerät, wenn ich ins Wasser gehe, kann natürlich in sich zusammenfallen, wird aber in der Regel aufgeblasen bleiben. Und bei einem relativ starken Wind, den ich am See habe, zum Beispiel am Gardasee, durch den Südwind, der dann da am Nachmittag durchzieht, zieht mich das Rettungsgerät rückwärts, mit dem Kopf nach unten, über das Wasser.
Und da hätte ich letztes Jahr im Sicherheitstraining fast einen ertrinken sehen, wenn das Boot nicht schnell genug da gewesen wäre. Da geht es ja dann um wenige Sekunden. Und von daher würde ich fast sagen, fühle ich mich in einer ordentlichen Höhe mit einem ordentlichen Rettungssystem über Grund wohler, wenn ich weiß, es ist unten kein Boot für mich vorgesehen und so Geschichten wie über Wasser.
Aber du würdest schon sagen, wenn man da anfängt, auch im kleineren Manöver zu trainieren, es wäre schon klasse, letzten Endes zumindest zwei Retter zu haben, dass man sagt, selbst wenn du das mit einem normalen Gurtzeug machst, baue dir am besten vielleicht noch einen Frontretter vorne dran, dass du noch einen Ersatz
hast irgendwie. So sicher wie möglich gestalten, ist die Devise. Also ein ganz wichtiger Punkt ist einfach, es darf nichts passieren. Also das ist für mich immer so die oberste Prämisse. Es darf nichts passieren. Also das heißt jetzt nicht, dass ich eine Wetterauslösung habe, sondern es darf mir einfach nichts passieren. Das ist die oberste Prämisse. Und darum baue ich alles auf. Ich gestalte das so sicher wie möglich. Das heißt, das fängt bei den Bedingungen an. Wenn ich weiß, es ist zu thermisch, sind zu viele Leute in der Luft, die Box ist zu klein, ich habe zu viel Wasser, Wind unten am Landeplatz oder innerhalb der Box, der Drift ist zu groß, es ist nicht gewährleistet, dass ich da unten ankomme. Ich habe nicht die Möglichkeit, genügend Höhe aufzubauen oder ich habe nicht das richtige Rettungs -Equipment dabei. Ich fliege ja mittlerweile mit einem Base -System. Das heißt zwei Rettungsgeräte, zwei klassische Rettungsgeräte und ein Base -System.
Und genau, so versuche ich mir einfach, das Training, mein Training, so sicher wie möglich zu gestalten. Und das sollte immer die Devise sein.
Du sagst, Übergrund in großer Höhe. Bis in welche Höhe gehst du selber, wo du sagst, da traue ich mich an den Grund ran? Oder ich sage, in der Höhe leite ich alles immer aus, weil ich sage, das ist einfach meine Sicherheitshöhe, die ich immer einhalten will?
Ich glaube, 450 Meter ist die Pflicht. Ich weiß es jetzt gar nicht. Aber ich würde mal so sagen, so ab 250 Meter höre ich auf mit dem, wo ich mir nicht mehr zu 100 Prozent sicher bin. Sondern dann kommen halt nur noch Kleinigkeiten, die ich dann unter 250 Meter mache. Und ich würde mal sagen, ab 150 Meter allerspätestens bereite ich mich eher auf Landungen vor.
Du bist verheiratet, hast zwei Kinder. Wie gehst du damit um? Ich meine, was sagt deine Frau zu dem Risiko Agroflieger? Oder sieht sie das gar nicht so, sondern ach, der geht mal wieder fliegen und hat Spaß und er kommt dann entspannt nach Hause und ich freue mich dann an dem.
Ja, das ist eine ganz, ganz gute Frage. Und die hat mich auch und meine Frau, als wir unsere Tochter zur Welt gebracht haben, vor jetzt knapp ein, eineinhalb Jahren natürlich wieder beschäftigt. Aber ehrlich gesagt ist das, also ich liebe einfach das Fliegen und Fliegen ist für mich per se nicht gefährlich. Also ich finde, es gibt viele, viele Sachen, die viel gefährlicher sind wie Fliegen. Und für mich ist das nicht so dieser klassische Risikosport wie Basejumpen oder so irgendwas, was man manchmal im Kopf hat, sondern ich gestalte das einfach sicher. Und das ist, das ist immer das oberste Ziel. Und da das meine Passion ist, wollte und konnte ich das nicht aufgeben. Und damit müssen einfach alle leben um mich herum, sozusagen genauso wie ich auch. Und dass dieses Risiko, dass es lebensgefährlich ist und ich das jetzt aufhöre, weil ich, weil ich eine Tochter habe oder zwei Töchter habe und eine Frau habe, das sehe ich gar nicht so, sondern es ist,
wir gestalten das so sicher wie möglich und wir haben da alle Spaß dran. Meine Frau selber fliegt ja auch und dann gehört das einfach mit dazu. Risiko ist Teil des Lebens. Fliegt die auch aggro? Ne, die fliegt am liebsten aggro. Sie ist ein Abgleiter in ruhiger Luft und ist da total happy mit und fühlt sich da sehr wohl. Wir fliegen sehr gerne Tandem zusammen. Das ist so ihre Welt. Aber weiß Gott, was da noch kommt. Also wenn man mir wahrscheinlich damals gesagt hätte, mit meiner Übelkeit und meiner Höhenangst und allem und mit dem, was ich da damals, mit dem, mit dem allen, was ich zu kämpfen hatte, um in die Fliegerei, in die Gleitschirmfliegen zu kommen, dass ich jemals mich nur ansatzweise über den Schirm bewegt, dann hätte ich das auch nie für möglich gehalten.
Wenn du am Anfang solche Probleme hattest, was war dein Antrieb, da trotzdem so dran zu bleiben? Ich meine, wenn einem da immer übel wird, dann sagt man immer, es ist ja vielleicht doch nicht meins, auch wenn ich Lust hätte, mal fliegen zu gehen. Aber was hat dich da getrieben, quasi zu sagen, da will ich drüber kommen?
Die Faszination am Fliegen, die Perspektive des Fliegens, das Gefühl vom Fliegen, alles das, was so die Leidenschaft des Gleitschirmfliegens ausmacht, hat immer allen Hindernissen, hat immer allen Hindernissen getrotzt und in dem Fall für mich überwogen. Also wenn ich zum Beispiel, Meduno ist ja fast mein Hausberg, kann man sagen, da fliege ich sehr, sehr viel. Und wenn ich einen ganz tollen Abendflug habe in Meduno und nach einer halben Stunde Sonne am Berg und fliege nochmal sehr geländenah über die Wiesen und genieße den Sonnenuntergang und die Perspektive und das Gefühl, da entlang zu gleiten, am besten noch mit meinem Kumpel zusammen, der direkt neben mir fliegt, dann ist das einfach alles so überwältigend und so toll, dass ich nicht den Wort habe, den Wort zu fassen und übertrifft diese Schwierigkeiten in Längen.
Kleiner Ausblick noch nach vorne. Wenn du jetzt diesen DHV davon überzeugt bekämst, also auch die Kommission überzeugt bekämst, dass man da Agro irgendwie wieder weiter nach vorne bringen muss in Deutschland. Wann glaubst du, ist es soweit, dass man wirklich sagen kann, vielleicht dass zumindest pro forma irgendwie in der FBO oder sowas das Kunstflugverbot ist gefallen? Und die Denkbegrenzungen sind damit auch gefallen und es kann wieder vorangehen?
Alle spätestens in der, oder sagen wir mal, frühestens in der zweiten Kommissionssitzung. Die wäre dann, die ist glaube ich angesetzt für Juni diesen Sommer. Und wenn die Kommission zu dem Entschluss kommt, im Juni diesen Sommer, dass uns ein Vorschlag, die Arbeitsgruppe, das was ausgearbeitet wurde, noch nicht passt und nichts richtiges ist, dann geht es weiter, dann arbeiten wir weiter daran. Also ich habe keinen Grund aktuell und sehe keinen Anlass, da nachzulassen und da nicht weiterzuarbeiten, bis wir eine Lösung erzielt haben, die passt, die alle berücksichtigt, die die Sicherheitsthematiken berücksichtigt und die natürlich auch unseren Sport berücksichtigt in Form von Agro ist ein Teil dessen, was da draußen mit dem Gletschern passiert. Das heißt,
so wie du dich gegen Übelkeit und Höhenangst hartnäckig quasi durchgesetzt hast als eigener Fluglobbyist und sagst, ich will das machen, so wirst du das auch im Agro -Bereich schaffen.
Das ist das Ziel. Genau. Dafür bin ich jetzt angetreten sozusagen. Mit meinen Jungs natürlich im Hintergrund, die mich unterstützen. Auf jeden Fall. Jungs und
Mädels. Gut, Markus. Dann wünsche ich dir viel Erfolg damit. Jetzt erst mal mit den weiteren Gesprächen beim DRV, der ersten Kommissionssitzung Anfang März. Möge das alles dir nicht zu viele Knüppel oder die hohen Herren des DRV dir da nicht zu viele Knüppel zwischen die Beine werfen, sondern dass da irgendwie etwas vorangeht. Und ich bin mal gespannt, ob sich vielleicht wirklich in den nächsten Jahren dann auch einstellungsmäßig bei der deutschen Fliegerschaft ein bisschen andere Einstellungen auch gegenüber dem Agro -Fliegen, Kunstfliegen, Freestyle -Fliegen oder vielleicht nennen wir es einfach nur technisches Fliegen, da eine andere Herangehensweise dann auch ergibt.
Finde ich schön. Die Frage ist einfach, was ist Agro? Und Agro ist halt nicht diese Hardcore -Tumbling -Manöver, sondern Agro ist im Grunde ein Lifestyle. Und das ist dieses Spielen mit dem Schirm. Also wenn ich schon jemanden sehe, der ganz elegant startet und den Schirm einfach super fein unter Kontrolle hat und sich vielleicht mit dem Flügel die Wiese berührt, quasi diesen Stubby -Touch macht, ist für mich schon Agro -Fliegen. Wenn man quasi verstanden hat, dass Agro -Fliegen eigentlich mehr ist wie nur dieses Hardcore -Tumbling und diese Geschichten und diese aggressiven Manöver, dann glaube ich, ist das Agro bei uns in der Szene angekommen. Und dann wird jeder feststellen, dass er auch ein Agro -Pilot ist. Wir alle fliegen quasi schon Agro.
Das war die Folge 102 von Podz-Glidz, der Agro -Lobbyist mit Markus Benedikt. Wenn du noch mehr über die hier angesprochenen Themen erfahren willst, so findest du in den Shownotes im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz einige weiterführende Links. Mein Name ist Lucian Haas. Ich bin der Produzent von Podz-Glidz und Herausgeber von Lu-Glidz. Kürzlich erhielt ich von einem Piloten namens Thomas, einen Förderbeitrag von 100 Euro. Thomas schrieb dazu, Hallo Lucian, ich bin ein begeisterter Podcast -Fan von dir. Finde jede Folge super spannend, informativ und unterhaltsam. Bitte mache weiter so. Freue mich schon auf die nächsten 100 Folgen. Solche Rückmeldungen sind für mich natürlich sehr schön und motivierend.
Genauso freut es mich, dass Thomas meine Arbeit dahinter anerkennt und deshalb auch finanziell unterstützt. Offensichtlich hat er sogar meinen unverbindlichen Vorschlag aufgegriffen, mir einen Euro pro Podcast -Folge zu geben, in diesem Fall dann aufsummiert als Förderbeitrag. Ein Euro für jeweils rund eine Stunde und mehr an guter Unterhaltung und einer Portion Weiterbildung ist meines Erachtens nicht viel und trotzdem gut investiertes Geld. Wenn auch du und viele weitere Zuhörerinnen und Zuhörer es so halten wie Thomas, dann kann ich Blog und Podcast auch weiterhin so professionell und völlig werbefrei betreiben und weiterentwickeln. Aus etlichen anderen Rückmeldungen weiß ich, ein Angebot wie Lu-Glidz und Podz-Glidz gibt es kein zweites Mal in der Gleitschirmszene.
Wenn dir das etwas wert ist, dann sei wie Thomas. Alle nötigen Infos, wie du ganz einfach und ohne jede Verpflichtung zum Förderer werden kannst, findest du auf www.Lu-Glidz.blogspot.com und dort auf der Seite Fördern. Lu-Glidz schreibt sich L U minus G L I D Z. Bis zum nächsten Mal. Ciao.