Also wir haben Beziehungen zu unseren Nähmaschinen. Eigentlich erschreckend, aber ist so. Ja. Ich will nicht eine Belegschaft von zehn Leuten haben, weil ich mich dem Wachstum anstrebe. Da mache ich lieber weniger Produkte, aber das, was ich mache, mache ich selber, als dass ich irgendwie nur noch Produkte entwickle und alles extern produzieren lasse. Ja, dass halt das Ganze noch Spass macht. Wenn du nicht nähst, kannst du auch nicht Gleitschirmfliegen. Es gehört zusammen.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Simon Bratschi und André Bernhard.
Und ich bin Lucian Haas.
In der Gleitschirmszene trifft man immer wieder Menschen, für die das Fliegen mehr ist als nur ein Hobby. Es ist Passion und Lebenseinstellung. Bei Simon Bratschi und André Bernhard wird das noch durch eine zweite Leidenschaft potenziert. Das Nähen. Beide haben sich schon in ihrer Jugend dafür begeistert, unabhängig voneinander. Als sie sich Jahre später beim Gleitschirmfliegen kennenlernten, war der Nährboden gelegt, auf dem ein ungewöhnliches gemeinsames Projekt heranwachsen konnte.
Simon und André führen heute die Flugsau GmbH. Sie entwickeln Gurtzeuge, besondere Rucksäcke, Zubehör wie z.B. Kamerahalterungen. Und sie sind die erste Adresse in der Schweiz, wenn es darum geht, nach Kundenwunsch Spezialanfertigungen rund ums Gleitschirmfliegen zu realisieren. Dabei nähen sie alles noch selbst in einem zur Manufaktur umgebauten alten Schweinestall im Grafenort im Engelberger Tal. Für diese Episode 140 von Podz-Glidz habe ich Simon und André in ihren Produktionsräumen geblieben. Vor einer Kulisse aus großem Lasercutter und gut einem Dutzend Industrienähmaschinen erzählen sie u.a. über die Geschichte von Flugsau.
Wie Nähen und Fliegen für sie Hand in Hand gehen, ihren kreativen Prozess, die Suche nach Perfektion und wie man in der eher preissensiblen Gleitschirmszene auch mit Schweizer Handarbeit ein Auskommen haben kann.
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André und Simon, wer oder was ist Piggy?
Piggy ist eine Gurtzeugserie. Der Name kommt von Flugsau. Und ein Piggy ist ein kleines Schwein und daher haben wir dieser Gurtzeugkategorie den Namen gegeben. Und daher haben wir dieser Gurtzeugkategorie den Namen gegeben. Und daher haben wir dieser Gurtzeugkategorie den Namen gegeben. Uh,
wie umsonst habe's er earliest angesprochen 004 worldwide Und
dabei haben wir diesen Namen gleich mit Piggy genannt. Warum Piggy? Weil Piggy von Saura oder Schweinchen klingt noch herzlich, hat einen Wiedererkennungswert und die ganze Serie Geld im Geld im H redefakt. Weil Piggy von Saura oder Schweinchen klingt noch herzlich, hat einen Wiedererkennungswert und die ganze Serie Geld im Hnunfähigkeitsيت die der stehen werden. Die ganze Serie ist das PiggyB, für das Piloten -Gurtzeug, das PiggyPA für das Passagiergurtzeug usw.
Und wie wird diese Serie noch bezeichnet? Nun habt ihr als Namen von eurem Unternehmen «Flugsau», also einen sehr deutschen Namen, und nutzt jetzt für eure Gurtsäuge einen englischen Namen. Wie passt das zusammen? Ich glaube, so viel Tiefgang hat
das auch wieder nicht. Wir haben den Namen gewählt und du musst was haben. Da haben wir gefunden, das passt doch ganz gut. Gibt so eine Symbiose. Tönt auch gut und freundlich. «Sau» wird oft auch mit etwas Schlechtem assoziiert. Das «Piggi» tönt locker, tönt noch gut, aber wirklich tiefgründig haben wir da nicht dran herum studiert, wieso wir das so nennen.
Wenn mit «Sau» etwas Schlechtes verbunden wird, wieso macht ihr dann als Markennamen «Flugsau»? Das
hat den Ursprung ca. 2009. In der Suche eines Namens. Der Name «Flugsau» besteht aus «Flug» und «SAU», sprich Simon, André und Urs, die Gründer der «Flugsau». Wir wollten definitiv nicht einen Namen nehmen, den es in diesem Bereich schon zu Tausenden gibt. «Flug» irgendwas, sondern es darf auffallen, anders sein. Wir machen ja eigentlich unser Ding. Wir haben auch entschieden, wir können auch einen eigenen Namen generieren, der aus unseren Initialen ist und der aber auch frech ist und der nicht Standard ist.
Was man auch sagen muss und auch zu uns passt. Oft haben Leute, die uns von früher gut kennen, gesagt, der Name passt zu euch, weil ihr seid geflogen wie die Schweine. Ein bisschen so auch assoziiert. Und das andere ist halt, am Anfang wird nachgefragt, wie heisst das? «Flugschau», «Flugsau». Aber wenn die Leute das einmal haben, dann vergessen sie das nicht mehr. Habt ihr auch internationale Kunden? Was sagen die dann? Die wissen oft nicht, wie wir aussprechen. Aber ja, das ist der Firmenname. Ich glaube, die gehen gar nicht tiefgründiger darauf ein. Habe ich so das Gefühl. Vor allem bei englisch - oder französisch sprechenden
Kunden. Wie kommt man als Gleitschirmflieger? Wenn ihr sagt, ihr wart ja Gleitschirmflieger. Ihr seid geflogen wie die Säue. Auf gewisse Weise. Das hast du jetzt gesagt. Genau. Will ich euch nicht unterstellen, aber scheint ihr irgendwie noch dabei zu sein. Aber wie kommt Gleitschirmflieger auf die Idee, wir machen zusammen eine Art, wie soll man es nennen, eine Manufaktur für Gleitschirmzubehör, sage ich jetzt mal hauptsächlich.
Ja, ich würde nicht sagen, dass wir zusammengesessen sind und gesagt haben, wir wollen das machen. Sondern es hat sich so ergeben. Weil wir aus dem Akrobereich und... Wir wollten Sachen aufnehmen, aufzeichnen, filmen und so weiter. Und da gab es nicht so viele Halterungen, sage ich mal. Oder ich wollte einen speziellen Bremsgriff, weil die, die es auf den Markt gegeben hat, haben mir nicht getaugt und so weiter. Und da haben wir Sachen für uns gebastelt, sage ich mal. Und irgendwann sind halt Freunde gekommen. Hey Crew, kannst du mir auch sowas bauen? Und so hat sich das
Ganze eigentlich entwickelt, sage ich mal. Aber es ist ja dann noch ein Schritt von... Schon zu sagen, okay, ich mache es für mich, ich mache es für ein paar Freunde und ich mache ein Geschäft draus. Oder ich mache da meinen Lebensunterhalt, bestreite ich dann irgendwie damit. Wie kam es zu diesem Schritt, dass ihr gesagt habt, okay, wir machen das wirklich professionell? Das hat sich ergeben. Also wir
hatten vor der Firma Flugsau, hatten wir die Firma Acrosound. Und da hatten wir das Ziel, dass einer von uns zwei einen halben Tag bezahlte Arbeit hat. So hat das angefangen. Und wir hatten nie die Idee, dass wir an diesen Punkt kommen, wo wir jetzt sind. Wo wir ja nicht... Wir machen Zubehör, wir machen aber auch vieles anderes. Wir machen... In der Schweiz sind wir sicher eine Marke für den professionellen Tandem -Bereich. Aber wir haben das nie. Wir haben nie ein Business -Konzept gemacht und gesagt, jetzt muss das so und so. Und das andere ist halt sicher auch die Passion.
Wir haben bei uns in der Kindheit, Jugend angefangen, dass wir beide eine hohe Affinität und Freude am Nähen haben. Und dass das für uns nie eine Arbeit war, sondern immer eine Passion, eine Freude. Und das
ist bis heute so geblieben. In der Jugend heisst, schon in der Schulzeit hast du genäht? Ja, beide, ja. Und was habt ihr damals genäht? Ich habe ja keine Gurtzeuge oder Sonstiges genäht. Nein.
Also, komischerweise habe ich im Kindergarten schon das Stricken und in der Schweiz sagt man, man liest man Stricken. Eigentlich, ich wollte das lernen. Keine Ahnung warum, das hat mich interessiert. Dann auch allgemein Sachen nähen oder... Ich habe was nicht zu Hause. Ich habe kein Geld, um etwas zu kaufen. Aber Muttis Nähmaschine steht da und irgendwo ist ein kaputter Rucksack, wo man die Träger, die gepolstert sind, brauchen könnte. Um ein Klettergurtzeug da rauszunähen, um sich zu sichern, wenn man auf Bäume klettert. Dann habe ich das so umgesetzt, weil das Material war da. Das Interesse am Nähen, am etwas zu erstellen oder abändern war auch da.
Und so hat sich das Ganze eigentlich auch ergeben. Wie
alt warst du da, als du sagst, ich habe mir ein Gurtzeug fürs Bäume klettern genäht? Zehn vielleicht. Zehn, zwölf. Oh wow. Und wie kommt man in dem Alter auf? Überhaupt auf die Idee zu sagen, ich brauche ein Gurtzeug, um auf Bäume zu klettern?
Ja, es gibt Hefte, wo da die Kletterer und schon immer an der Höhe interessiert, auch am Klettern interessiert. Dann sieht man, was es alles gibt. Und er hat nicht die Mittel oder wollte das halt selber bauen, weil man es irgendwo in einem Prospekt hat man oder in einem Heft hat man gesehen, die Klettern, die haben sich da gesichert. Und dann wollte man möglichst etwas Bequemes nachbauen. Wo man selber sagen kann, ja, es hält einem, man fällt nicht vom Baum runter. Ob es wirklich gehalten hätte, sage ich mal, ist zu bezweifeln mit den Baumwollfäden, die man da gebraucht hat. Aber so hat es bei mir eigentlich angefangen. Auch Drachen selber nähen und so weiter, das hat mich halt interessiert.
Habt ihr zwei euch denn auch schon in der Kindheit gekannt? Nein. Nein, wir sind mit Simon war circa 20, als wir uns kennengelernt haben, ich etwas älter. Aber als wir dann gesprochen haben miteinander, haben wir uns sehr schnell gefunden. Wie Simon erklärt hat, wie er seine Sachen mit 10 gemacht hat, habe auch ich im Kindesalter schon auch im Kletterbereich statische Versuche gemacht. Also das Kinderklettergerüst hat uns gedient, als Aufhängepunkt, um Lasttests durchzuführen und zu schauen, wie etwas bricht. Und Simon hat so ziemlich dieselbe Geschichte.
Und obwohl wir nur circa 20 Kilometer Luftlinie voneinander aufgewachsen sind, haben wir uns erst sehr viel
später kennengelernt. Aber dann festgestellt, wir sind zumindest, was das Nähen betrifft, vielleicht auch noch mehr Seelenverwandte auf gewisse Weise.
Ja, halt, das wäre ein... Vielen Sachen an gleichen Sachen Interesse haben. Und die Sache zum etwas Machen halt interessiert hat. Und nicht nur irgendwo irgendwas kaufen. Das kommt sicher auch dazu, dass wir nicht die Mittel hatten früher, um irgendwelches Material einfach kaufen. Sondern dass wir, ja, wir haben selber gebastelt, selber gebaut. Und ja, es war eigentlich ein Zufall. Wir waren hier im Engelberger Tal. Es war eigentlich in Engelberg. Wo wir fliegen waren. Mit einem anderen Kollegen war ich hier. Andere waren da schon öfters hier im Tal. Und das war 2005, denke ich.
Und dann haben wir jemanden gebraucht, der mein Auto runterfährt. Und dann ist schlussendlich André mit dem Auto runtergefahren. Hat sich herausgestellt, dass er hier ab und zu auf einer Alm oben ist. Und da eine Nähmaschine hat. Und hat sich so kennengelernt. Und fliegen gegangen. Und auch beim Fliegen zwei, drei ähnliche Sachen hatten. Mit, ja, an selben Sachen Spass hatten, sage ich mal. Wie wir auch so zum Akku -Fliegen
schlussendlich gekommen sind. Ihr habt beide Akku -Fliegerei gemacht? Oder was war das Verbindende?
Das war, wir haben dem lange nicht Akku -Fliegen gesagt. Hatten einfach Freude am Manöver ausprobieren. Es gab auch damals nicht einen YouTube -Kanal, ein Internet. Sondern wir mussten das uns selber beibringen. Und haben das auch auf unsere eigene Art gemacht. Und unsere eigenen Sachen ausprobiert. Und es gab da nicht ein, so muss es sein. Sondern wir hatten einfach Freude an, mach mal dies oder mach mal das. Erst viel später haben wir dann dem Akku -Fliegen gesagt. Eigentlich erst, als es darum ging, dass wir unsere ersten internationalen Wettkämpfe bestritten haben.
Ja, aber auch da haben wir uns eigentlich noch gesträubt, dem ganzen Akku -Fliegen zu sagen. Und wir haben es gehasst, wenn jemand gesagt hat, wir gehen trainieren. Das war nicht unser Spirit. Wir wollten fliegen. Wir wollten in möglichst allen Situationen unter Kontrolle haben, sage ich mal. Aber wir haben, wenn jemand gesagt hat, wir wollen trainieren, über was? Da haben wir halb allergisch darauf reagiert. Weil wir wollten fliegen und Spass haben. Und nicht trainieren und nur den Wettkampf sehen. Sondern es ging in erster Linie ums Spass haben und fliegen.
Nochmal zurückzukommen zur Flugsau und dem Anfangs, dass du gesagt hast, es hiess auch, ihr seid geflogen wie die Säue. Was war das Sauige an eurer Fliegerei?
Heute würde man dies als Akku -Fliegen lernen bezeichnen. Damals war das noch nicht so. Das war noch nicht so wirklich bekannt. Und da wurde eher halt geradeaus und thermisch und streckengeflogen. Und wenn uns dann da die Leute zugeschaut haben, wie wir mit halb offenem Schirm irgendwas probiert haben, bis sehr tief auf den Boden, dann waren wir halt einfach die Verrückten hier im Tal. Bis an den Punkt, als wir dann irgendwann mal eine Medaille nach Hause gebracht haben. Und dann war das Akku -Fliegen. Und dann waren wir nicht mehr nur die Spinner, sondern dann hat sich das ein wenig gedreht.
Was war das für eine Medaille?
SchweizerMeisterschaften, die wir gemacht haben. Als Synchroteam dann? Oder im Einzel habt ihr jeweils eine Medaille mitgebracht? Nein, im Synchro -Fliegen,
aber lustigerweise nicht miteinander. Sondern wir hatten unterschiedliche Partner. Weil das auch fittern muss. Ich denke nicht, dass wir die... Synchro -Fliegen ist lustig, aber nicht als eine sichere Show -Vorstellungen. Da haben wir nicht zueinander gepasst. Eindeutig nicht. Ja, also bei mir zumindest war das Synchro -Wettkampf -Fliegen mehr ein Zufall. Es hatte zu wenig Teilnehmer, dass es offiziell als Schweizer Meisterschaft gezählt hat. Da hat es geheissen, willst du nicht noch Synchro mitfliegen? Aber am Anfang hat man, das mag ich mich noch erinnern, das war 2006,
2007 in Villeneuve. Da hatten sie zu wenig Teams. Da haben sie die Leute zusammengenommen. Hey, würdest du nicht mit Judith zum Beispiel zusammen ein Team machen? Das hat aber irgendwie nicht gepasst. Und dann war noch ein anderer junger Pilot aus dem Wallis. Und ja, sowieso machen wir mit. Wir können nichts verlieren. Und so hat das eigentlich angefangen. Und dann auch noch andere Wettkämpfe mit ihm. Synchro geflogen, aber auch mit anderen Synchro -Partnern. Aber mehr einfach, weil es Spass macht und nicht aus dem Wettkampf hinter Gedanken eigentlich.
Wenn ihr heute so die Akkurszene seht, die ja zumindest was die Weltspitze betrifft sehr professionalisiert ist und wo die Leute im Grunde um 12 Stunden von 24 Uhr ankommen, die am Tag trainieren, so hat man zumindest so den Eindruck. Die fahren immer nur rum, dann sitzen in Organia oder sonst irgendwo und den ganzen Tag in der Luft und trainieren ständig die gleichen Manöver. Wäre das etwas, was euch auch noch faszinieren könnte oder fasziniert hätte damals, wenn das vielleicht schon so weit entwickelt gewesen wäre? Oder ist das etwas, wo ihr sagt, nee, das ist schon drüber über dem, wie wir uns Fliegen vorstellen?
Ich muss die Frage ein wenig umdrehen. Für uns war das zu dieser Zeit voll gut, aber definitiv komplett anders als heute. Da stand schon der Vibe im Vordergrund und die internationalen Wettkämpfe, die hat man besucht, da waren Leute aus dem In - und Ausland und das waren dazumal vielleicht keine Ahnung, keine 100, 200 Leute, die Akku geflogen sind. Und wir haben das nie aus dem tiefgründigen Wettkampfantrieb gemacht, sondern einfach aus der Freude, am Leute zu treffen. Und zu fliegen und auch wir sind nach Iquique gegangen und haben dort eine gute Zeit gehabt.
Heute würde man sagen, trainieren. Ich finde aber auch, dass das, was die Jungen heute machen, total super cool. Und es hat auch immer noch diesen Vibe, wir haben jetzt einfach eine andere Beschäftigung. Und für mich stellt sich diese Frage gar nicht. Wie
viel kommt
ihr noch zum Fliegen? Wenig. Also nicht, weil wir nicht mehr können. Sondern weil wir brauchen es nicht mehr so häufig wie früher, sage ich mal. Früher sind wir bei jedem Wetter auf dem Berg rauf und vielleicht stoppt der Regen mal und dann können wir runterfliegen. Und heute ist es wie, man könnte viel mehr gehen, als wir es machen.
Ist das das Alter? Ist man gesättigt irgendwann? Man hat eigentlich schon alles in der Luft erlebt und gesehen. Vor allem, wenn man ein bisschen sauer ist. Wenn man wirklich rumfliegt und wirklich alles ausprobiert, was der Schirm so hergibt. Ich sage mal, alles hat man
sicher nie erlebt. Aber es ist schon so, dass man wie, wenn man sehr viel fliegt oder manche Leute, wenn sie sehr viel geflogen sind, dass sie wie. Wir haben mal Witze gemacht von einem Akro -Burnout. Dass man wie, wenn man zu viel fliegt, dass man dann nicht mehr den Spass am Fliegen hat, den man eigentlich will. Ich denke, das ist extrem personenfreundlich. Aber ich denke schon, wenn man eine Zeit lang sehr intensiv und sehr viel geflogen ist, dass man irgendwann ein bisschen zur Ruhe kommen will und sich dann eher die schönen Flüge aussucht oder auch mal eine Pause macht, um dann überhaupt den Flug wieder mehr zu geniessen, als man geht einfach immer.
Was ist für dich heute ein schöner Flug? Das kann sein, wenn ich mit meiner Frau einen Hike und Fly mache und dann bei gemütlichen Verhältnissen. Gemütlich runterfliegen nach einem Kaffee in der Berghütte. Oder das kann Sohren in Dänemark sein. Oder das kann eine gemütliche Talrunde hier im Engelbergetal sein mit einem Streckenschirm. Also nichts Sauiges mehr? Muss nicht sein. Wenn ich Lust habe, mit meinem Hike und Fly -Schirm einen Helikopter zu fliegen, dann fliege ich den. Aber muss nicht bei jedem Flug sein. Und bei dir, André? Was mich fasziniert im Moment ist, dass wir eine junge... Dass wir eine junge Person angestellt haben und wir sind ja direkt im Fluggebiet. Und dass diese junge Person uns wieder mehr dazu bringt, dass wir über den Mittag fliegen gehen.
Spontan. Die
hat noch diese Fluglust und steckt euch wieder damit an. Genau,
das muss man so sagen. Die hat uns richtig angesteckt, dass man einfach, wenn es fliegt, geht man... Anstatt Mittagessen geht man fliegen. Im Flug noch. Sind wir in fünf Minuten, in zehn Minuten... In zehn Minuten sind wir auf dem Berg und können vor unserem Geschäft landen. Das finde ich im Moment gerade sehr cool.
Aber ist das dann einfach nur ein Abgleiter, den du machst? Oder ist das dann auch noch... Da kommt wieder das Agro -Gehen oder das spielerische Fliegen -Gehen durch und du sagst, wunderbar, ich turne einmal vom Berg runter in der Mittagspause.
Ich habe schon immer ein wenig geturnt, aber auf eine ganz andere Art. Und das ist so, ja, ziehst du ein wenig mehr und dann darfst du den Schirm schon machen. Ja, ich kann den Schirm schon mal abreissen, aber mittlerweile hast du leicht Schirme und da bin ich eigentlich dazu bedacht, dass ich diese nicht gleich in ein paar Wochen kaputt mache, sondern dass ich ein wenig sorgsamer mit denen umgehe.
Ein bisschen Themenwechsel hin zur Näherei. Ihr habt gerade gesagt, es gab sowas wie beim Agro -Fliegen die Zeit, wo du gesagt hast, ja, war es nicht überdrüssig, aber irgendwann war es auch gewisserweise genug. Nun macht ihr die Näherei seit eurer Kindheit und jetzt sehr intensiv im Job auch, weil ihr täglich mit der Näherei zu tun habt. Gibt es da auch Momente, wo ihr sagt, manchmal bin ich dieser Maschine überdrüssig?
Hatte ich noch nicht. Ich sage mal, kann vorkommen. Es gibt auch Arbeit, die man weniger gern macht als andere. Ich sage mal, wenn man irgendeine mühselige Reparatur hat, wo man lieber etwas Neues bauen oder zusammennähen will, es gibt sicher Arbeiten, die mehr und weniger Spass machen. Ich denke, das hat praktisch jeder beim Arbeiten. Aber es ist nicht so, dass ich das Gefühl habe, jetzt habe ich genug, jetzt will ich etwas komplett anderes machen. Weil wenn ich etwas anderes machen will, auch im Bereich Nähen, dann habe ich die Möglichkeit, ich kann etwas anderes machen. Und von dem her habe ich nie das Gefühl,
ich möchte jetzt wieder komplett. Ich möchte etwas anderes machen, weil es Spass macht und extrem vielseitig ist mit den ganzen verschiedenen Arbeiten, die wir machen.
Was ist das für euch so Faszinierende am Nähen? Dass ihr sagt, eigentlich seit Kinderbeinen an, bis heute, vier Jahrzehnte fast, seid ihr dabei.
Für mich ist das nicht explizit das Nähen, sondern das Spielen mit dem Material. Das Spielen mit der Stabilität. Ich weiss, etwas hält so viel, die Verbindung zum Stoff. Und das Nähen ist ein kleiner Prozess im Ganzen. Dazu gehört der Zuschnitt, das Entwerfen von neuen Sachen. Und das macht es halt auch so spannend, weil es super vielseitig ist. Du sitzt ja nicht nur an der Nähmaschine, sondern du überlegst dir, wie kann ich dies oder das lösen. Und für mich war immer klar, ich will ein Niveau erreichen. Wo ich meinen Spielplatz habe. Ich will die Fähigkeiten haben, aus einer Leichtigkeit Sachen zu entwerfen, zu bauen, zu nähen, zu testen.
Das ist so mein Antrieb hinter dem Nähen. Und den kannst du gar nicht. Es ist für mich nicht vorstellbar, dass ich den Antrieb irgendwie ansatzweise verlieren könnte. Weil es so eine extrem vielseitige... Welt ist, die in so viele Bereiche
geht. Die hört nicht auf. Das ist aber dann auch so eine Verbindung, wo du sagst, okay, du hast den Stoff, du hast den Faden, du hast was auch immer. Und spielerisch entsteht das aus dir heraus, wenn es darum geht, ich muss jetzt eine Lösung für irgendein Problem finden oder sowas.
Wenn du das gewisse Know -how hast, dann bist du im Spassfaktor. Und dann kannst du diese Probleme so lösen, ohne dass es für dich oder für mich... Arbeit bedeutet. Es bedeutet für mich nicht Arbeit, sondern ich habe dann Freude, das so umzusetzen. Geht es dir ähnlich? Ja, also für mich heisst das nicht, dass ich sofort eine Lösung auf den Tisch hauen kann, sage ich mal.
Sondern auch wenn eine Lösung nach ein, zwei oder drei Wochen oder man vergisst das Problem wieder und ein Jahr später kommt man auf eine Lösung. Ich denke, es geht mehr darum, dass man spielerisch... Oder dass es Freude macht, eine Lösung zu entwickeln, als ich habe sofort eine Lösung bereit. Und mit der Zeit hat man natürlich für verschiedene Probleme immer bessere Lösungen und hat auch die Möglichkeit, wenn ein Kunde kommt mit einem Problem und sagt, ah, so etwas Ähnliches hatte ich schon mal, das können wir so oder so lösen. Und das macht auch extrem Spass. Es ist nicht, dass ich sage, ich habe für alles eine Lösung. Überhaupt nicht. Das hat, glaube ich, niemand. Aber... Ja. Die Lösung zu suchen und zu finden, dass das halt Spass macht und dass das auch in zehn Jahren noch Spass macht, wenn man für ein Problem eine Lösung findet.
Ich denke, es ist mehr das, als dass ich sagen kann, ich habe für alles eine Lösung. Und da sind wir sicher im Team halt stark, oder? Dass wir halt auch in einem Zusammen etwas besprechen können. Ich will das lösen. Hast du eine Idee? Und zusammen kommt man da viel. Viel weiter. Klar. Manchmal steht man... Manchmal gibt es gar nichts. Ja, das gehört. Aber manchmal gibt es auch voll viele Sachen. Genau so dazu, ja.
Das heisst aber auch, ihr entwickelt alles zusammen? Also an jedem Produkt, wenn es etwas Neues ist, dann setzt ihr euch zusammen und... Ist das eine Art Brainstorming oder wie funktioniert das bei euch? Kaffeepausen. Kaffeepausen,
wo wir doch ziemlich alles miteinander besprechen. Und das kann so sein. Dass das eigentlich, wenn wir zum Beispiel ein Gurtzeugprojekt anschauen, dann mache ich etwas. Und wenn ich das gemacht habe, dann besprechen wir das. Und dann kann ein wichtiger, eine wichtige Idee, die fehlt, kommt Simon und hat die dann gerade. Auf. Ja, sofort. Ich denke, es ist oft so, dass wir nicht von Anfang sagen, hey, wir sitzen zusammen, wir machen das. Das kommt auch vor, wenn wir irgendeine... Ein Produkt entwickeln wollen. Meistens ist es so, dass einer von uns beiden den Lead hat für das Produkt, weil er sowieso schon tiefer da drin ist, mit einem Kunden unterwegs oder schon tiefer da involviert ist.
Aber wenn es darum geht, zu meinem Produkt herauszumachen und auch zu Problemen zu lösen, da wir doch in gewissen Sachen ziemlich unterschiedlich denken, dann schauen wir das natürlich miteinander an. Und gehe ich zu anderen... Und sage ihm, schau mal, ich habe das und das und er gibt seinen Senf dazu, sage ich mal. Und so entsteht dann eigentlich das fertige Produkt in der Regel. Wo denkt ihr unterschiedlich? Puh. Schwierig, schwierig zu sagen. Ich denke, wir sind halt schon sehr lange miteinander am Arbeiten und jeder hat seine Entwicklung in seinem Leben. Und da merken wir, da haben wir sehr viele Unterschiede.
Und gehen sehr unterschiedliche Sachen an,
denken auch vielfach sehr unterschiedlich und wissen, dass es genau das ist, was es braucht, um etwas Gutes am Schluss zu machen. Oder sagen wir, wenn du... Je unterschiedlicher du bist, desto kreativer kommen die Ideen daher. Dann hast du nicht nur einen Weg, sondern hast du... Die ganze Bandbreite.
Ja. Dann hast du... Gibt es dabei auch Streit bei solchen Sachen? Wo man sagt, wie kannst du so einen Blödsinn denken? Oder das ist ja eine bescheuerte Lösung.
Ich denke, es gibt sicher Diskussionen, wo man gewisse Ansätze vom anderen nicht versteht. Aber das gehört wieder dazu. Wie in einer guten Beziehung hast du manchmal heftige Diskussionen. Und manchmal sagt man auch einfach nichts. Weil... Es müssen nicht bei allem beide derselben Meinung sein. Und das ist gut so. Und auch was André gesagt hat. Wenn wir gleich denken würden, dann müssten wir nicht zu zweit sein.
Nun habt ihr ja eine ganze Reihe von Produkten, die ihr selber hier herstellt und sowas. Sind diese Produkte für euch sowas wie eure Babys, eure Kinder, die ihr zusammen produziert habt, gewissermassen geschaffen habt?
Das ist jetzt ein Bild in meinem Kopf.
So weit denken wir gar nicht. Wir sind ein wenig einfach geholt. Für mich sind das nicht meine Kinder. Ein Kind ist etwas Fertiges. Und was wir hier machen, ist ein stetiges Streben nach etwas, was wir versuchen, noch besser zu machen. Und das ist unser Schreben. Daher ist es nicht ein Kind. Es ist immer eine Art und Weise etwas Ungeborenes. Weil die ganze Szene und all die Leute, die in diesem Bereich arbeiten, haben eine permanente Veränderung. Und nie etwas ist...
Man hat ein Produkt, das fertig ist. Aber man arbeitet ja im Kopf schon an etwas Neuem. An dem nächsten Modell, sage ich mal. Wenn alles fertig wäre, dann gäbe es ja keine... Neue Produkte, sage ich mal. Und man probiert immer, etwas zu verbessern oder etwas so zu bauen, dass mehr Kunden daran Freude haben usw.
Gibt es denn irgendein Produkt, von dem ihr sagt, das ist so in der Form, wie ihr es jetzt habt, das ist perfekt? Da gibt es eigentlich nichts mehr zu verbessern?
Das würde ich nicht sagen. Um Gottes Willen. Nein, weil nie... Was ist perfekt?
Was für mich perfekt ist, findet andere scheisse. Jetzt mal übertrieben gesagt. Für mich gibt es nicht ein perfektes Produkt. Ein gutes Produkt ist für mich, wenn viele Leute daran Spass haben und es brauchen können. Das ist für mich ein gutes Produkt. Aber ein perfektes Produkt, ich würde glaube nie sagen, dass
wir ein perfektes Produkt haben. Gibt es denn eins, auf das ihr besonders stolz seid? Wegen irgendeiner besonderen Lösung da drin oder sowas, wo ihr sagt, hey, das ist etwas, was nur wir als Flugsau so liefern können?
Ich denke, das sind,
wenn wir... Du hast am Anfang die Piggy -Serie angesprochen. Und ich glaube, da sind wir schon ein bisschen stolz drauf, weil wir halt Gurtzeuge gebaut haben, ohne irgendetwas abzuschauen, sondern wirklich vom Stoff ausgehend unsere eigenen Modelle gebaut haben. Jeder, der einen Flugsaugurtzeug fliegt, versteht vielleicht ein wenig, von was ich spreche. Das hat einen großen Vorteil. Das hat die Flugsau -Eigenschaften. Und da bin ich ein wenig stolz drauf, dass das eine ganz eigene Schiene ist. Die muss auch nicht perfekt sein. Die muss auch nicht vollendet sein, sondern die ist halt im Charakter von uns beiden so gebaut.
Von nichts aus. Ja, und das haben wir auch von Anfang an ziemlich angestrebt, dass wir nicht andere Projekte, Produkte hinnehmen und, böse gesagt, sage ich mal, die Schnittmuster ableiten, sondern dass wir von der Hand unsere Schnittmuster zeichnen, Kortotypen bauen, reinsitzen, was müssen wir ändern. Schlussendlich sehen einige Schnittmuster klar ähnlich aus wie bei anderen Produkten von anderen Herstellern. Das ist automatisch so, wenn man ein ähnlicher Typ Gurtzeug baut, sage ich mal, dass gewisse Teile ähnlich aussehen. Das ist normal. Aber was ich denke, was wir doch stolz sein können, bei gewissen Sachen, die wir anders gebaut haben, als die meisten Hersteller zu dieser Zeit,
dass sich das durchgesetzt hat. Zum Beispiel? Keine Schnallen verbauen, sondern die Hauptaufhängung bei den Beinen direkt in den Karabiner rein. Das ist so ein Beispiel. Entweder war es fix vernäht, dass man reinsteigen muss in die Leichtgurtzeuge oder, oder es hat eine Schnalle. Ich denke, dort ist sicher das Spezielle, dass man irgendwann gesagt hat, bei den Passagiergurtzeugen zum Beispiel, dass wir die Karabiner nicht an der Hauptaufhängung aussen haben, sondern zwischen den Beinen. Und das hat definitiv eine hohe Sicherheit ergeben und eigentlich eine top Idee, die heute von Verschiedensten
so umgesetzt wird. Das ist cool. Das ist auch cool. Und auf diese Lösung sind wir schlussendlich ein bisschen auch durchs Klettern auf diese Lösung gekommen. Wir hatten den Ansatz, wie kann man machen, dass man nicht vergisst, die Beingurten zu schliessen beim Passagier. Und da war der Ansatz, der Karabiner, den man bei den Spreizen einhängt, der soll runterhängen, den kann man nicht einhängen, solange das Gurtzeug nicht geschlossen ist. Und dann kam auch die Idee, ja, wie machen wir das, dass das einfach geht zum Einhängen. Und dann war mal ein Spruch da, ja, wir drehen den Karabiner um. Und seitdem machen wir das so.
Ja, seitdem haben wir gemerkt, das ist so ein Simons Special. Wenn du nicht weiter weisst, dreh einfach alles mal um. Und das ist so eine Geschichte, die uns bis heute verfolgt, wenn wir bei einer Thematik, technischen Lösungen nicht gerade weiter wissen, dann macht man den Simons Special. Einmal 80 Grad drehen und mal schauen, könnte es so auch gehen. Und manchmal
geht es. Die Produkte, die ihr habt, die verkauft ihr ja nur über euren Shop oder direkt. Kennt ihr eigentlich alle eure Kunden auf gewisse Weise persönlich? Auch weil ihr sagt, wir produzieren hier, wir haben ein kleines Sortiment, wir haben wahrscheinlich auch nur eine kleine Gruppe an Kundschaft, dass ihr sagt, eigentlich sind wir ein sehr, sehr persönlicher Hersteller.
Zum einen verkaufen wir einen Grossteil an Gurzeugen, an Tandemunternehmen oder Flugschulen, die wir sehr gut kennen. Mit denen tauschen wir uns aus. Das heisst, wir gehen zum Beispiel nach Interlaken, wo sehr viele Tandempiloten sind, machen ein Meeting mit denen, machen Fragebögen, wo wir explizit fragen, was wird genau gewünscht. Und wenn dann die Mehrheit eine Idee hat, dann setzen wir das um. Genauso wie es eigentlich der Endkunde möchte. Der Verkauf läuft aber schon viel über, ich sage mal, läuft über Freunde oder zu Freunden gewordenen Kunden.
Und Einzelpersonen haben wir nicht mehr so viel hier wie früher, muss man sagen, weil uns dazu ein wenig die Zeit fehlt. Früher kam jeder Kunde hierher und waren Einzelkunden und dann haben wir explizit für die etwas gebaut, geändert und heute sind das schon mehr
Firmenkunden, also Tandemunternehmen oder was auch immer. Tandemunternehmen oder auch Flugschulen, die schon einige Produkte von uns haben, die den Kunden oder Schüler oder auch immer mal etwas zum Probieren, zum Testfliegen geben können, ist auch immer mehr geworden, obwohl ja unsere Produkte verkaufen, rein finanziell für eine Flugschule nicht so spannend ist, wie andere Produkte zu verkaufen, da wir in der Schweiz produzieren und das kostet halt mehr als irgendwo im Ausland
zu produzieren. Apropos in der Schweiz produzieren, ihr näht hier ja im Grunde alles selbst. Aber nun habt ihr ja auch Sachen, wo ihr sagt, wir haben eine Serie, also ihr produziert das auch nicht in Masse, aber zumindest eine gewisse Stückzahl. Wäre es für euch nicht interessant zu sagen, komm, wir geben das einfach an eine Näherei in Asien oder sonst was. Wir kriegen damit Kapazitäten frei, dass wir unser tolles, querqueres, intelligentes, fantasievolles Denken in neue Produkte stecken können. Von der Zeit her. Da haben wir letzten
Sommer, haben wir uns intensiv mit dem beschäftigt, haben wir uns noch mit zwei anderen Firmen, die hier bei uns im selben Haus sind, zusammengetan und haben das mal abgecheckt. Für uns ist dann immer klar, wir wollen das nicht in irgendeine asiatische oder wo auch immer Produktion geben, sondern wollen so etwas unter Kontrolle haben und da haben wir Zeit und Geld investiert, um die ganze Geschichte mal anzuschauen, wie wäre so etwas realisierbar, dass wir aber immer noch Flugsau sind und die Leute dieses Gespür haben, wie wir arbeiten, könnten wir etwas im näheren Ausland machen.
Wir sind dann ins nähere Ausland gegangen, ein paar Tage haben uns das alles angeschaut,
aufgeschrieben, sind wieder zurückgekommen, und haben gemerkt, dass es für uns in diesen Stückzahlen keine Rolle spielt, weil wenn ich im Ausland fair produzieren will und gute Leute haben will, habe ich mal das Problem, ich brauche mal gute Leute, die muss ich dann auch verantwortungsvoll anstellen, aber wenn ich denen die ganzen Versicherungen bezahle, eine saubere Fürsorge, also die gleichen Bedingungen schaffen, wie wir hier in der Schweiz haben, sind wir gar nicht so viel günstiger, in diesen Stückzahlen, die wir produzieren.
Wir haben das so gemerkt, dass eine Produktion im Ausland komplex sein kann, wenn man die Ansprüche hat, andere Leute sehr gut zu behandeln, und hatten aber dann das Glück, dass wir jemanden anstellen konnten, das war eine Näherin, sie war schon hier, hier als Praktikantin, und sie hatte die Schule fertig, und wir konnten sie dann anstellen, und wir sind jetzt sehr happy, dass sie für uns eigentlich Sachen macht, wo wir mehr Zeit für andere Projekte haben. Also haben das wir, das sind immer Gedanken, die wir haben, und unsere Lösungsansätze
müssen so stimmig sein mit unserer Ethik, die wir haben. Wir haben das auch schon mal probiert, mit gewissen, gewissen Produkten bei anderen Herstellern produzieren zu lassen, haben das mal versucht, und ziemlich schnell auch wieder aufgehört damit, weil es wie auch nicht Flugsau ist, man ist nicht flexibel, man kann nicht sagen, wenn jemand einen Bremsgriff will, es gibt denn die Bremsgriffe, der kann nicht sagen, ich will pinkes Logo drauf und nicht braun, oder dass man halt nicht mehr so flexibel ist, und am Anfang, als wir begonnen haben, solche Sachen zu entwickeln, zu nähen, war auch ein bisschen unser Motto, was wir entwickeln, wollen wir selber nähen. Und wir haben auch nie eigentlich den Wachstum angestrebt,
sondern wir machen, was wir nähen können. Und jetzt haben wir ein bisschen etwas dazwischen, dass wir sagen, wir haben zwar jemanden angestellt, für 50%, aber wir wollen nach wie vor die Produkte hier nähen. Es gibt natürlich Werkstätten bei uns in der Region, die uns unterstützen, bei denen wir Aufträge geben. Das eine ist eine beeinträchtigende Werkstatt in Stans, denen wir schon Aufträge gegeben haben, einfach für Teilfertigungen zu machen, dass wir ein bisschen entlastet werden von der Zeit. Und das hat eigentlich sehr gut funktioniert, und die sind auch happy, wenn die einfache Aufträge für ihre Leute haben.
Neben den Serienprodukten, die ihr habt, kommen ja auch immer wieder Leute mal her und wollen irgendwelche Spezialanfertigungen oder mit irgendeiner Idee sagen, vielleicht kann Flugsau das umsetzen oder sowas. Was war denn für euch da bei so etwas die spannendste Aufgabe?
Viele spannende Aufgaben. Total gute, gute, super coole Aufgaben von
Hundegurtzeugen für Minensuchhunde über
Testapplikationen, bei Flugzeugen, ja, über
Keilkissen für Therapien mit Kleidkindern, alles sehr, sehr unterschiedliche und auch spannende Sachen, wo man sagt, da konnte man jemandem helfen. Wie kommen diese Leute
auf euch zu, wenn ihr sagt, also ein Minensuchhund, ein Hundegurtzeug, wie hätte ich mir das überhaupt vorstellen, wird ein Hund am Fallschirm irgendwo über ein Minenfeld abgeworfen und dann darf der dann mal suchen oder was heisst das?
Eine schöne Vorstellung. Diese Aufträge kommen ganz klar aus der Gleitschirmszene, aus unserer, sicher auch Offenheit, anderen gegenüber. Das war von einem Gleitschirmfliegen, den wir beim Akkufliegen kennengelernt haben, der bei einer Firma arbeitet und der irgendwie, der weiss, was wir machen, hey, frag die mal an, die können das vielleicht. Und wie sieht so ein Gurtzeug aus? Da geht es eigentlich darum, dass da eine Halterung drauf ist mit Kamera und GPS und alles, dass die wissen, welche Gebiete wurden schon abgesucht. War hauptsächlich das.
Ihr habt ja auch allgemein Hundegurtzeuge in eurem Sortiment. Sind das Sachen, also ist dieser andere Kollege auf euch zugekommen, weil er gesehen hat, ihr habt schon so Hundegurtzeuge oder habt ihr für den was gemacht und dann wurde da draus, ah, eigentlich ein interessantes Produkt, vielleicht gibt es noch andere Leute, die gerne mal mit dem Hund fliegen wollen oder sowas. Wir nehmen das in unser Portfolio mit auf und machen da eine Flugsau -Serie draus.
Also das sind natürlich super Spezialanfertigungen von grösseren Unternehmen in diesem Fall. Der kommt zu uns und jeder, der zu uns kommt und die Werkstatt sieht, was für Möglichkeiten wir haben, hat dann natürlich relativ schnell den Rückschluss, ah, die könnten auch das oder das machen. Aber ich denke jetzt in diesem Fall ist es nicht so, dass er, weil wir Hundegurtzeuge sonst bauen, zum Gleitschirmfliegen, dass er wegen dem zu uns gekommen ist. Hundegurtzeuge zum Fliegen hatten wir da schon. Aber nicht auf dem Internet. Nicht auf dem Internet, wir haben da schon immer mal Hundegurtzeuge gebaut. Ich glaube nicht, dass er aus diesem Grund zu uns gekommen ist. Er hat gesehen, was wir alles machen und ist eigentlich so zu uns gekommen,
ihr habt eine kleine Näherei, könnt ihr das bauen, können
wir das zusammen entwickeln. Gibt es denn auch andere Kunden, die gar nicht aus der Gleitschirmszene kommen? Die zu euch kommen, über welche Kontakte auch immer?
Ja, es gibt
einige Firmen, für die wir Sachen nähen. Zum Beispiel? Das kann zum Beispiel ein Sicherheitsgurt für eine Achterbahn sein. Das hat ja was mit Agrofliegen fast zu tun. Ja, muss auch halten. Und da haben wir, das interessiert uns natürlich auch, wie kommen die Leute auf uns? Und da ist auch ein Freund von einem Arbeiter, der da arbeitet, der kennt uns. Also kennt uns, der hat wahrscheinlich schon mal bei uns etwas bestellt. Und die waren vermutlich am Feierabendbier und irgendwie, ja, wir brauchen einen neuen Lieferanten für unsere Sicherheitsgurte oder was auch immer da das Gespräch war. Und der hat wahrscheinlich gesagt, ja, frag mal bei denen nach. Oder ein
anderer Kunde, für den wir gewisse Sachen nähen, da arbeitet ein Schulkolleg von früher von André, hat da gearbeitet. Arbeitet immer noch da. Der weiss, was André so macht und fragt immer nach. Oder fragt immer an, ob die sowas können oder wollen. Und so hat sich das auch immer ergeben. Ich glaube auch, die Sache ist auch die, als wir
angefangen haben zu nähen, hatten wir von unserem Setup Sachen, die es nicht so zuhauf in der Schweiz gab. Wer hatte zu dieser Zeitpunkt, einen Laser -Zuschnitt in dieser Grösse? Das gab es gar noch nicht so wirklich viel. Ja, wir hatten halt gewisse Maschinen hier und waren offen für verschiedene Sachen, denke ich mal. Das wurde alles im Ausland gemacht. Nurzeug, eine statische Naht zur Reparatur. Man muss sich zum Hersteller zurückschicken und dann geht es irgendwo hin. Es gab auch welche, die das gemacht haben, aber es gab nicht viele,
die sowas machen. Die haben das Ganze nicht auf dem aufgebaut, sage ich mal. Die haben das nebenbei gemacht, aber das Kerngeschäft war etwas anderes. Und wir haben halt wie mit Dank solche Aufträge angenommen am Anfang, dass wir halt auch was tun.
Wie häufig kommen denn heute noch Leute und sagen, ich habe hier was zu reparieren und ihr macht das dann auch wirklich?
Das ist so, wir machen Reparaturen. Die sind nicht mehr so häufig. Hat aber mehr damit zu tun, dass wir immer mehr Platz brauchen für die Produktion und immer mehr verrückte Maschinen kaufen, umbauen, erfinden und weniger Zeit haben für Endkunden. Und vor circa zwei Jahren, als dieses Corona -Zeugs kam, da haben wir, mehr oder weniger, nur noch den Shop nach Voranmeldung offen gehabt. Dann haben wir so zum Verhältnis, als wir angefangen haben, hatten wir zwei Drittel Lager und ein Drittel Werkstatt.
Und die Werkstatt bei uns hat sich so über die Jahre immer mehr Platz genommen. Und hat den Shop verdrängt eigentlich. Ja, mittlerweile haben wir, sind wir schon, das ist so ein, muss ich das so vorstellen, unser Gebäude ist ein alter Schweinestall, der ist achtmal 24 Meter lang und von diesen 24 Meter sind eigentlich schon 20 Meter Produktion oder stehen Maschinen. Ja, so ist das so ein wenig rausgekommen. Ja, wir sind auch immer mehr vom Handel oder Wiederverkauf weg zu, wir konzentrieren uns auf unsere eigenen Produkte, oder auf unsere eigene Produktion.
Und nochmal kurz zurück auf Reparaturen. Es sind auch in letzter Zeit, also in den letzten paar Jahren, sage ich mal, sind auch immer mehr Produkte auf den Markt gekommen. Es muss alles immer leichter sein. Es sind immer mehr Produkte auf den Markt gekommen, die wir nicht mit gutem Gewissen reparieren wollen. Also wir sagen oft bei Reparaturen, da lassen wir die Finger davon, weil wenn wir was reparieren wollen, dann soll es auch halten und es soll auch wieder gut sein. Aber es gibt viele Produkte, die, ja, man kann die schon irgendwie reparieren. Am nächsten Flug reisst halt da die Naht, weil das so dünnes Material ist.
Wie häufig kommt es denn vor, dass ihr ob Reparatur oder auch so Material von anderen Herstellern bekommt? Ihr seid jetzt die absoluten Fachleute. Und ihr guckt euch das an und denkt so, oh, was ist das denn für eine komische Lösung? Nein, also komische Lösungen
denken wir sicher nicht. Selber haben wir immer Freude, wenn andere Leute, die die meisten, die wir die meisten als unsere Freunde bezeichnen können, etwas machen. Egal, ob das gut oder schlecht, aber andere Lösungen faszinieren uns, finden wir super und finden das cool, dass so eine Dynamik herrscht. Und weil wir so klein sind, können wir auch jedem Hersteller
telefonieren und sagen, hast du von diesem Material oder wo hast du das her oder wie auch immer. Und das ist ein sehr, sehr offener Austausch mit den meisten Firmenkonstrukteuren. Und das ermöglicht uns als kleine Firma überhaupt zu
diesem Material zu kommen. Das heisst, die sehen euch gar nicht als Konkurrenten in irgendeiner Weise, sondern das ist so eine, ach diese kleine überteuerte, also aus internationaler Sicht überteuerte Schweizer Manufaktur, die werden uns eh nicht irgendwie groß was wegnehmen können. Also es ist Fakt, das ist einfach. Das können wir ja nicht, ja. Gibt es denn, dass solche Leute, ich meine, die wissen dann wahrscheinlich auch euer Know -how genauso zu schätzen und finden das toll, wie ihr denkt und so kommen dann wahrscheinlich auch ähnliche Geister zusammen. Gibt es dann schon mal das Hersteller auf euch zu kommen und sagen, hey, könnt ihr nicht für uns mitentwickeln oder wir haben hier ein Problem, da kommen wir nicht weiter. Habt ihr vielleicht dafür eine Flugsau -Lösung oder sowas? Das gibt es immer wieder und
das ist immer spannend und das diskutiert man. Aber wir sind halt schon sehr ausgelastet mit dem, was wir machen und wir möchten ja unsere eigenen Projekte vorantreiben und nicht für jemand etwas bauen. Wir wurden schon von diversen Herstellern angefragt, könnt ihr für uns Prototypen nähen, wollt ihr für uns Gurtzeuge entwickeln, wurden wir angefragt, aber das ist nicht das, was wir wollen. Wollen wir unsere eigene Geschichte bauen, ob es gut oder schlecht ist, das ist schlussendlich auch immer ein bisschen Ansichtssache. Aber das Schöne ist eigentlich, es sind schon viele
Konstrukteure auch bei uns im Haus gewesen von anderen Herstellern und wir sind offen für solche Besuche und ja, die wollen auch ihr Ding machen und das ist natürlich spannend, dass man auch mit solchen Leuten diskutieren oder sprechen kann. Man spricht die gleiche Sprache. Man spricht von Sachen, da würdest du kein Wort verstehen. Und wir sind so tief drin und haben so Freude, wenn wir von diesen, sagen wir, keine Ahnung, 100 Personen, die Gleitschirmgurtzeuge machen auf dieser Welt, wenn du natürlich so Leute triffst und dann tief ins Zeug reingehen kannst, das ist dann einfach nur schön. Das ist einfach nur schön.
Und da hat aber auch jeder seine eigene
Herangehensweise, wie er das macht und so weiter und so fort. Und wir haben da auch unsere eigene
Herangehensweise. Wir haben schon eine sehr, sehr eigene Herangehensweise, nur schon aus dem Grund, weil wir halt extrem, sehr klein sind. Wir können gar nicht so arbeiten, wie die meisten Gleitschirmhersteller. Das geht gar nicht.
Musstet ihr schon mal eine Sicherheitsmitteilung zu irgendeinem Produkt herausgeben?
Früher mal hatten wir mal eine, aber das war nicht unser, das haben wir nicht genäht. Da hatten wir eine.
Sonst haben wir, wir haben halt, die Kunden, die wir haben, sind uns so nah, dass wir die halt einfach direkt gerade anschreiben können. Da wir nicht, weiss ich nicht, wie viele hundert Gurtzeuger pro Serie bauen, wissen wir, wie viele Gurtzeuge und wo die Gurtzeuge sind.
Da kann man direkt mit dem Kunden eigentlich Kontakt aufnehmen. Das ist sicher auch ein kleiner Vorteil, wenn man nicht so gross ist und nicht die Stückzahl hat,
dann braucht es das wie nicht, weil ich weiss, ich habe in diesen Gurtzeugen so und so viel gemacht, die sind da, da und da und dann informiert man die Leute, wenn irgendwas wäre, wo irgendwo ein Material nicht gut gewesen wäre.
Was mich manchmal wundert, also gerade Sicherheitsmitteilungen bei Gurtzeugen, da gibt es jedes Jahr drei, vier wegen irgendwelchen, da geht eine Naht auf, da, der,
Rettergriff irgendwie funktioniert nicht richtig oder löst sich auf und sonstiges. Lässt sich sowas eigentlich nicht entwicklungsmässig und von der Qualitätskontrolle nicht so machen, dass man da ohne auskommen könnte? Also es sind ja selbst namhafte Hersteller, die dann sowas herausgeben müssen und sagen, ja, da die Naht, die hat nicht so ganz richtig funktioniert. Kann man nicht wirklich immer so nähen, dass man sagt, die Nähte sind in Ordnung?
Schwierig zu sagen, ich denke, andere haben im Vorgespräch, was sie sind, essentielles gesagt. Wir selber fliegen auch die Nähe, die bei grösseren Firmen die Produkte nähen, die nähen in der Regel, die fliegen in der Regel selber nicht und ja, es ist wie Also wenn wir an der Nähmaschine sitzen, dann fliegen wir und wenn wir eine statische Naht machen, dann sind wir in der Luft und dass die halten muss, ist ja ganz klar und du hast immer, bei einer Maschine hast du immer mal etwas, das nicht gut sein kann und das kann ein Problem geben und wenn du das unter diesem Aspekt machst, wie wir das machen,
schliesst du das schon ziemlich aus, halt inklusiv Kontrollen und so weiter, die wir machen. Daher haben wir sehr wahrscheinlich, wir haben noch nie eine signifikante Geschichte gehabt, die irgendjemand gefährdet hätte, kommt sehr wahrscheinlich von dem. Und die grossen Hersteller, die müssen das anders angehen, aber das ist desto grösser, desto mehr unterscheiden sich diese Firmen von uns und sind Thematiken, die wir ja für uns anschauen und gar nicht gross für was, wir schauen nicht so, was ist links und rechts, wir gehen unseren Weg. Aber wir verstehen sicher, wieso solche Sicherheitsmitteilungen hier sind, aus rein sagen wir mal material -nähtechnischer Sicht.
Vielleicht nochmal zurück, du hast gefragt, könnte man das nicht verhindern, dass solche Sicherheitsmitteilungen notwendig sind? Ich denke, man könnte das sicher minimieren, mit einem gewissen Aufwand, aber ich denke auch, dass es wichtig ist, dass es diese Sicherheitsmitteilungen gibt und Plattformen gibt, wo solche Sicherheitsmitteilungen geteilt werden, weil alles, was der Mensch macht, da können Fehler passieren und das zu 100 % ausschliessen, das ist unmöglich. Die Frage ist nur, wie viel Aufwand muss man investieren, um das auf einen kleinen Prozentsatz zu minimieren? Ein bisschen das Abwägen, welcher Aufwand lohnt sich und was ist effektiv schon passiert?
Und es ist sicher viel passiert, bei allen Herstellern, alle lernen, wir sind immer, noch in einer jungen Sportart, wenn wir das zum Beispiel mit dem Fallschirmsport vergleichen, wo die ja viel mehr Zeit hatten zu lernen und die setzen Sachen anders um und wir sind sicher auf, oder allgemein die Gurtzeughersteller verbessern sich alle, von mir aus gesehen, zum Guten, weil sie mehr Zeit haben, um zu lernen. Auch eine Rolle spielt sicher, wenn man schaut, wie die Preisentwicklung der Gurtzeughersteller war. Die Preise sind schlichtweg gestiegen in den letzten zehn Jahren und genau diesen Punkt, den du angesprochen hast,
hat auch mit dem Preis zu tun. Wenn wir schauen, wie viel Material ein Fallschirmgurtzeug braucht und was es dann kostet und wie viel Zeit das braucht, ist das ein anderes Preisniveau und beim Gleitschirmfliegen gehen wir auch in eine professionellere Richtung und ich glaube, dass das auch eine große Rolle spielt. Ich denke, diese Sachen werden weniger, weil die Sachen auch teurer angegangen werden in der Produktion, muss man so sagen.
Die Fallschirmszene, ich würde mal sagen, die ist ja ziemlich konservativ. Also das, was sich einmal bewährt hat, so wird es gebaut und da gibt es immer die breiten Gurtbänder und sonstiges, da wird nicht viel verändert. Und in der Gleitschirmszene, da ist noch viel Entwicklung drin, aber auch materialtechnisch wird ständig was Neues ausprobiert. Also da kommen neue Stoffe oder dann sagt man, jetzt leicht Gurtzeug baue, dann verzichten wir halt auf die Bänder, auf Gurtbänder und nehmen dafür dann jetzt Dynamastränge oder sonstiges und sowas. Und da lernt man natürlich auch immer mit dazu, aber trotzdem ist so viel Innovation noch da drin, dass man eigentlich sagen muss, ein wirklich funktionierenden Standard kann sich so gar nicht ausbilden. Sind wir ein bisschen zu forsch in der Gleitschirmszene?
Nein, denke ich nicht. Ich denke nicht. Ich denke, wenn du diesen Punkt ansprichst, müssen wir klar sagen, unsere Materialien, unsere Entwicklungen sind immer in nahem Zusammenhang mit der Outdoor -Branche. Sprich, eine Weberei, die etwas fürs Klettern macht, etwas Neues, was besser ist und gut, wird dann auch zum Gleitschirmfliegen genommen. Das ist etwas sehr Nahes und dort gibt es natürlich super coole Neuentwicklungen und ich glaube nicht, dass wir nach 30, 34 Jahren Gleitschirmfliegen schon am Punkt sind, wo wir das sagen könnten. Das macht es ja auch so spannend. Falsch im Springen ist 100 Jahre alt.
Wir
reden dann von 30. Gibt es denn Trends aktuell am Markt, bautechnische, sowas, wo ihr sagt, das geht in die falsche Richtung, aus eurer Sicht, von Qualitätsvorstellung her? Nicht unbedingt
von Qualitätsvorstellung her, sondern das ist nicht nur im Gleitschirmbereich, da sehe ich, dass allgemein alles immer leichter sein muss. Carbon statt Kondition, sage ich da mal. Das ist meine persönliche Meinung und das Problem ist, dass man nicht tiefgründige, langfristige Erfahrungen hat mit dem leichten Material, sondern man geht davon aus, das wurde getestet, wie früher mit dem schweren Material, und man geht davon aus, dass das in 5, 6 Jahren immer noch genau so stark ist und so gut ist. Das ist aus meiner Sicht oder respektiv, muss ich auch sagen, die Kunden, die gehen mit dem leichten Material gleich um, oder ähnlich um, wie früher mit dem schweren Material.
Das Bewusstsein für leichteres Material hält vielleicht auch nicht so gut oder so lang. Das fehlt aus meiner Sicht bei einigen Piloten. Die wollen das leichteste Gurtzeug mit hauchdünnem Stoff als Beinsack, gehen aber da mit steigeisenfesten Schuhen rein, und haben das Gefühl, das soll dasselbe halten wie das alte Gurtzeug, das 3 -4 Kilo schwer war, das er zuvor hatte. Und ein bisschen das Verständnis zum leichten Material, das fehlt aus meiner Sicht vielen Piloten noch. Und das Schöne ist ja, wir als kleine Firma können immer selber entscheiden, welche Materialien
wollen wir verwenden, wie leicht wollen wir etwas bauen und für welchen Zweck. Wenn uns auch ein Endkunde anruft, dann sagen wir nicht, wir haben das Produkt und das wäre gut, sondern dann schaut das so aus, erst mal, wie gross und schwer bist du, bist du ein Bergsteiger, was machst du, was hast du gerne, und dann können wir sagen, dieser Stoff und diese Gewichtsklasse ist vonnöten, oder diese, diese oder diese. Zum Beispiel, wenn man das gerade so anspricht, einen riesigen Impact auf diese Leistung, Leichtgewichts -Geschichte hatte sicher das X -Alps, haben wir auch, haben wir vor über 10 Jahren ein Gurtzeug, 2009, 2013, 2013 war das.
Habt ihr für Kriegel das Gurtzeug entwickelt? Da haben wir ein Gurtzeug gebaut, das hatte 850 Gramm, ein Liegergurtzeug mit 850 Gramm, ich glaube, es gab nie mehr etwas in der Gewichtsklasse mit Kabinen und Interaktionen. Das
war ein
integriertes Notschirmfach. Ja. Und da war ganz klar das Ziel, wenn Kriegel in Zell am See auf dem Fluss landet, soll das Gurtzeug, äh in Monaco, Entschuldigung, andere Richtung. Damals noch. Genau. Dann soll das Gurtzeug gefetzend sein. Nur noch die statischen Gurten sollen halten, sonst haben wir zu schwer gebaut. Ein Jahr später hat er das X -Pyrénée mit demselben Gurtzeug noch gemacht, aber das ist wieder ein ganz anderer Ansatz. Da schaut man, wie leicht kann ich bauen, weil es ist genau für diese Anwendung. Oder wir haben Gurtzeuge gebaut, die es nicht gab vor zig Jahren, wo zum Beispiel der Ueli Steck auf den Mount Everest wollte und von dort starten.
Und dann haben wir ein Trainingsgurtzeug gebaut mit schwerem Material und das effektive Material, das er dann hinaufgetragen hat, er konnte leider nicht runterfliegen, war dann super leicht. Und nur für diesen Zweck. Und so kannst du halt schon geil, da kriegst du ganz andere Gewichte hin. Da gehst du auch ans Limit. Und das Trainingsgurtzeug, das musste er uns zurückbringen, dass es nicht in Umlauf geht, dass es nicht weiter geflogen wird. Und dann kann man natürlich schon experimentieren.
Wie häufig, oder nicht wie häufig, sondern testet ihr eigentlich alle eure Produkte auch selbst? Also seid ihr im Grunde auch eure Tandempiloten, Testpiloten, die sagen, man sitzt gemütlich drin? Oder ist das, ihr arbeitet mit den Kunden zusammen und die liefern die Rückmeldung und dann ändert ihr einfach nur noch ab?
Also mittlerweile haben wir Leute, die für uns testen oder hatten schon immer. Also gerade im Tandembereich, da reden wir von Piloten, die machen mittlerweile 1500, 1600 Flüge pro Jahr. Da kannst du denen ein Gurtzeug für drei Monate geben und hast für einen Normalpilot in so kurzer Zeit so viel getestet, wie das für uns gar nicht möglich wäre. Natürlich gehst du selber fliegen, weil wir auch vor der Haustüre fliegen gehen können. Wir können näher von der Nähmaschine auf den Berg fliegen, probieren, können in der Luft mit einem Schreiber Sachen anzeichnen, können runterkommen, landen, verändern und eine halbe Stunde später sind wir wieder auf dem Berg.
Also das machen wir schon. Aber da gibt es schon, bei Tandempiloten, da gibt es halt Leute mit sehr viel Erfahrung. Es gibt aber auch dann spezielle Sachen, die du explizit testen kannst und da haben wir diverse Leute, die das auch für uns testen. Also einfach, ja. Ja, ich denke, es ist auch wichtig, dass wir Leute haben, die die Sachen für uns testen, weil wir sehr unkompliziert sind und, böse gesagt, zufrieden sind, wenn wir in eine Ikea -Tasche reinsitzen können und runterfliegen. Es fliegt ja, passt. Wir sind nicht heikel, was das anbelangt, sage ich mal. Und die besten Testpiloten sind eigentlich die etwas heiklen Piloten.
Die schlimmsten Testpiloten sind, wenn du jemandem was gibst zum Testen und der sagt, hey, super. Weil, ja, du brauchst die Leute, die sagen, ja, hier hat es vielleicht noch ein bisschen gedrückt und da war es nicht ganz gut und da muss man noch etwas ändern. Leute, die die Produkte einfach super finden, das sind eigentlich die guten Testpiloten, sage ich mal, die dich weiterbringen.
Nehmt ihr denn dann, wenn ihr solches Feedback oder Kritik oder sowas bekommt, nehmt ihr das immer so positiv auf und sagt, ah, super, dann muss ich mir nochmal Gedanken machen? Oder ist das auch frustrig, dass man denkt, ich dachte, ich hätte eine tolle Lösung? Für mich ist es frustrig, wenn
ich keine, also eher, wenn ich höre, alles super. Ja, genau, wenn ein Kollege sagt, hey, geh das mal fliegen, gib uns das Feedback und er kommt zurück, hey, super. Das ist eigentlich wie, das will ich nicht hören, ich will hören, wie wir es verbessern können, nicht, dass alles super ist. Und da habe ich selber, da unterscheiden wir uns schon definitiv da, es geht für mich immer besser. Es kann nicht sein, dass etwas vollendet ist. Und das musst du aber auch, das musst du halt mit den Jahren lernen, wenn jemand etwas sagt und es ist dann auch gut, dass du das dann auch so verwenden kannst. Genau, es muss nicht immer nur für uns gut sein, sondern schlussendlich muss der Kunde zufrieden sein. Ich sage jetzt mal, wenn wir eine Spezialanfertigung machen, müssen nicht wir zufrieden sein, wir müssen dahinter stehen können.
Aber zufrieden muss der Kunde sein, der das auch bezahlt schlussendlich. Und das ist auch etwas, das muss man manchmal auch lernen, dass andere Leute etwas anderes gut finden, als wir selber. Wenn es um technische Details und so weiter geht, dann ist es wieder ein anderes Thema. Aber ich sage mal, bequemlichkeitstechnisch oder vom Handling her, heisst nicht, dass wenn wir etwas nicht gut finden oder etwas gut finden, dass das der Kunde gleich sieht. Da reden wir explizit von Kundenanfertigungen für zum Beispiel Flugschulen, Tandemunternehmen. Wir haben viele Kunden, die haben ihre eigenen Uhrzeuge von uns und da stehen wir auch dahinter. Vielleicht ist mal ein Detail nicht so, wie wir das machen würden, aber es sind Flugzeug -Uhrzeuge.
Die findest du meist, lustigerweise die machen wir seit Jahren, haben die aber nie irgendwie publiziert oder so. Beworben. Oder beworben oder so. Es gibt einige Produkte, die wir nie beworben haben, aber bauen wir eigentlich schon seit Längerem. Und bei unseren eigenen Produkten stehen schon wir dahinter, dass das immer ein wenig besser sein kann. Und ist das nur eine ganz kleine Idee, Applikation, welche uns ein Kunde gebracht hat, weil er mit dem nicht zufrieden ist. Wir haben es verbessert und so gehen wir immer weiter und weiter und weiter. Aber wir würden nicht, ich sage mal, ein Detail verändern, das einem Kunden nicht taugt an unserem Serin -Produkt und wir finden das aber nicht gut, sage ich mal, oder wir finden das nicht perfekt.
Dann würden wir das nicht in der Serie ändern. Wenn neun von zehn Kunden sagen, hey, da will ich eine andere Schnalle haben beim Brustgurt. Ich will da eine Stahlschnalle haben, dass die Passagiere hören, klack und es ist zu. Auch wenn es nichts Statisches hat, wenn das neun von zehn sagen, dann machen wir das natürlich. Auch wenn wir wissen, eine Kunststoff -Schnalle würde ausreichen. Und sonst, klar, wir probieren, probieren, so gut es geht auf die Feedbacks von unseren Testpiloten, sage ich mal, einzugehen. Wir wissen ja auch ein bisschen, an welchen Leuten wir das Material zum Testen geben müssen. Es bringt ja nichts, wenn wir einem Tandem -Rookie, sage ich mal
ein Gurtzeug, ein Gurtzeug geben, zum Testen. Der macht irgendwie drei Tandem -Flüge im Jahr und es soll aber ein Gurtzeug sein zu 1000 Flügeln im Jahr zu machen. Das bringt natürlich nichts.
Jetzt kommt ihr vom Gleitschirmfliegen, macht Produkte für Gleitschirmflieger, macht aber auch ein paar Produkte für andere. Was wäre, wenn dieser andere Markt wachsen würde? Würde das euch dann vielleicht weniger Spaß machen? Hat dieses Gleitschirmfliegen und dieses Fluggefühl und du sagst beim Nähen, das ist wie Fliegen oder beim Nähen fliege ich und sowas, hat das was an dieser Faszination? Trägt das Fliegen zum Arbeiten mit dazu bei und wäre das mit anderen Produkten nicht so viel Herzblut beim Nähen dann dabei? Es gibt schon Projekte, die
nicht das gleiche Gefühl auslösen. Bei mir ist das zum Beispiel, wenn ich etwas nachpläne. Wenn
ich eines
Konstrukteurs machen muss, der genau vorgibt, so will ich es haben, ich brauche so viele Stücke davon, dann kann das für mich schon Arbeit sein. Wenn es aber in die Entwicklung geht für andere Sachen, dann ist es spannend, weil du so viele Symbiosen hast, auch wiederum zum Gleitschirmfliegen, dass das halt cool ist und dass das mehr wird und anderes, das entscheidet sich von Jahr zu Jahr. Für uns ist es wichtig, dass wir nicht nur im Gleitschirmfliegen zu Hause sind, da unsere Geschichte schon immer war, dass wir ein nachhaltiges Unternehmen haben wollen.
Sprich, wenn wir die Corona -Krise anschauen, da ist jetzt klar, da ist keiner Tandem geflogen, da hat auch keiner Uhrzeuge bestellt und da war es für uns zum Beispiel wichtig, dass wir für...
Dass wir Helikopter -Zubehör machen können oder dass wir dies oder das oder dass wir viel, was wir halt schon auch machen, sind Entwicklungen, die in ganz andere Richtungen gehen, also wir versuchen gewissermassen auch ein wenig Technologien zu entwickeln, die, ob das dann für das Gleitschirmfliegen oder für irgendetwas anderes gebraucht wird, spielt nicht so eine Rolle. Aber dass wir als Betrieb arbeiten können.
Unabhängig davon, ob zum Beispiel die Wirtschaft fällt zusammen und wir machen nichts mehr eigentlich für die Wirtschaft und dann haben wir das Gleitschirmfliegen, ja, dass wir verschiedene Kunden haben, ist wichtig. Ja, möglichst breit aufgestellt zu sein und trotzdem Spass haben und auch neue Sachen entwickeln zu können, wie auch zum Beispiel das eine Projekt, das wir hatten oder immer noch... Ja, das war eine Idee auch von alten Gleitschirm -Akro -Kollegen, wie kann ich einen ausgemusterten Gleitschirmretter noch sinnvoll weiterbrauchen, wie kann ich den mit einem alten Gleitschirmretter -Hilfsgüter zu einem kleinen Flugzeug rausschmeissen, dass das Ganze sicher funktioniert.
Da haben wir den Großteil der Entwicklung gemacht. Mit Tests und so weiter, dass man auf eine sichere Art mit diversen unterschiedlichen alten Gleitschirmrettern Hilfsgüter zum Flieger rausschmeissen kann.
Ja, das ist die Humanitarian Pilots Initiative. Genau, ja. Den Fabio Zragen hatte ich auch schon mal im Podcast, der hat da dann darüber erzählt. Und ihr habt, glaube ich, einfach den Sack entwickelt, der unter dem Schirm dann hängt und der dann so gebaut ist, dass möglichst das, was da drin ist, einigermassen heile bleibt. Das war das eine. Das andere
war sicher das ganze System, wo der Rettungsschirm reingepackt wird, wie die Leinen aufgenommen werden, die Packart, wie der Rettungsschirm oder die Rundkappe meistens oder Kreuzkappe gepackt wird, dass du nicht einen Spezialpacker brauchst, sondern dass das jemand packen kann, dem man das zweimal zeigt und der kann das packen, dass es funktioniert. Also das ganze System da, wo der Rettungsschirm reinkommt, der Sack, wo die Hilfsgüter drin sind. Mit dem Aussencontainer dran, eigentlich das ganze System, hatten wir hier auch die Möglichkeit, das zu testen und das hat uns natürlich extrem Spass gemacht. Also wir konnten das entwickeln und die Schlüsselstellen produzieren wir nach wie vor hier in der Schweiz.
Alles, was sensibel ist, machen wir nach wie vor hier in der Schweiz.
Kommen wir mal langsam zum Ende. Ich habe nur eine Frage. Wir sitzen hier bei euch. In der Werkstatt, da stehen so ein Dutzend Nähmaschinen alleine herum. Warum braucht man so viele? Das sind
Industrienähmaschinen. Die können etwas. Die können zum Beispiel geradeaus nähen. Und nur geradeaus nähen. Das können die nur geradeaus nähen und das können die dann aber. Das können die 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche, über eine längere Zeit. Und die können auch schnell sein. Daher haben wir so viele Maschinen hier.
Und seid ihr als Nähnerds, sage ich mal, habt ihr zu jeder Maschine wie so eine persönliche Beziehung? Schon ein bisschen, würde ich schon mal
sagen. Ja, ich denke, es hat jeder ein bisschen seine Lieblingsmaschine auch.
Was macht das aus? Was macht eine Maschine zur Lieblingsmaschine? Das ist doch schwierig zu sagen.
Oft ist es so, man sitzt am liebsten. Man hat vielleicht drei Maschinen, die eigentlich das Gleiche können. Aber wenn man auswählen kann, nimmt man immer diese. Weil sie anders klingt oder weil sie so
schön sauber näht?
Sie klingt anders. Sie hat ein anderes Handling.
Das Gaspedal, sage ich mal, reagiert ein bisschen anders. Die Einstellungen sind so kleine Sachen. Man kann mit jeder nähen, kein Problem. Aber wenn alle frei sind und ich kann wählen, dann überlege ich. Sondern ich sitze an dieser. Also wir haben Beziehungen zu unseren Nähmaschinen. Eigentlich erschreckend, aber ist so. Wir hatten schon eine Nähmaschine. Nein, sprechen tun wir nicht, aber gedanklich schon. Jetzt mach voran oder uns,
und wir was? Also gedanklich
habt ihr Beziehungen, eindeutig. Ja, definitiv. Wir hatten auch eine der ersten Nähmaschinen, eine Dreifachtransportnähmaschine für etwas stärkere Farben. Die habe ich in Riccardo. Gekauft, habe ich lange rumgedoktert, bis die irgendwann mal selber gelaufen ist. Und das ist eine der ersten Nähmaschinen, die wir hatten. Noch bei uns zu Hause in der WG in einem kleinen Kammer haben wir die ersten Sachen genäht. Und da haben wir mal gesagt, wenn wir diese Nähmaschine nicht mehr haben, dann können wir aufhören. Dann können wir wieder auf den Bau arbeiten gehen. Dann macht es keinen Spass mehr. Und mittlerweile auch. Die hat auch einen Namen. Es ist eine Singer -Nähmaschine, aber es steht nur noch Inge drauf.
Das ist die Inge.
Haben alle Maschinen von euch einen Namen?
Ja, mehr technisch halt. Also die heissen D.D.L. oder... Also es sind nicht die Inge, die wir hatten
und die Susanne, die war die Inge.
Aber sind die Nähmaschinen immer weiblich?
Nein, ich würde es nicht so sagen. Die meisten Bezeichnungen, die wir haben, haben mehr damit zu tun, was sie können. Und vielleicht nicht, wie sie aussehen, sondern die Einfasse oder die Dreifachzig -Zack oder der Reglautomat, der Regler oder der Nähfeld. Also auch auf Schweizerdeutsch reden wir dann so, das klingt dann... Simon, du hast gesagt, an der D.D.L., weisst du, die Unterfadenspannung ist komisch, kannst du das nicht schnell nachschauen? Und dann sagt Simon, hey, aber geh doch schnell auf den Jukkeregler, weisst du, es läuft doch besser dann. Ja, genau, das klingt dann ungefähr so. Und
wenn ihr hier diese Maschinen so habt, gibt es dann auch sowas wie, auch wieder so als Näh -Nerd gesprochen, wo man sagt, es gibt eine Maschine, die will ich unbedingt irgendwann auch noch haben. Also dass man jedes Jahr eine neue kauft und sagt, man erweitert das Sortiment, man will noch was anderes produzieren können. Sagt man, es gibt so eine, wie so eine Traummaschine, der Edelroboter oder was auch immer es da so ist.
Träumen tun wir gerne, das ist definitiv so. Aber schlussendlich, was wir kaufen oder was wir an neuen Maschinen anschaffen, das hat schon immer einen Grund, dass ein Arbeitsschritt einfacher macht oder angenehmer zum Nähren oder auch schneller auf jeden Fall. Und im Idealfall geht ja eine Maschine weg und eine neue kommt. Ja. Weil wir mussten schon viele, die Inge haben wir noch. Aber in dieser Inge -Zeit haben wir schon viele Nähmaschinen gehabt und geschaut, dass die auch wieder... Oder weggehen, weil wir halt einfach neue Maschinen haben.
Die waren dann nicht kaputt, sondern du sagst, es kommt jetzt was Besseres ins Haus. Nein, oder etwas anderes. Genau. Wir brauchen nicht diese,
sondern wir brauchen spezieller diese und daher, im Idealfall bleibt die im Haus, wandert ein Stück tiefer runter. Die werden da noch gebraucht.
Wo seht ihr Flugsau in fünf Jahren oder zehn Jahren? Habt ihr so eine Vision, wo ihr euch noch hinentwickeln wollt oder arbeitet ihr immer nur im Moment? Ich habe da immer recht viele
Visionen. Ich bin einer, der sehr gerne in der Zukunft von zehn, 15 Jahren gerne sich Überlegungen macht. Und da kommst du als anderer Teil.
Ich bin grundsätzlich schon eher im Hier und Jetzt. Und klar macht man sich Gedanken, wo will man in fünf Jahren sein und ich will in fünf Jahren noch Spass haben an dem, was ich mache. Ich will nicht eine Belegschaft von zehn Leuten haben, weil ich mich dem Wachstum anstrebe. Da mache ich lieber weniger Produkte. Ja, ich mache weniger, aber das, was ich mache, mache ich selber. Als dass ich irgendwie nur noch Produkte entwickle und alles extern produzieren lasse. Das ist das, was ich eigentlich will oder was mir Spass macht. Und nicht irgendwie... Ich will nur zwei Produktionen aufbauen, die dann für mich die Sachen produzieren und ja, dass das halt das ganze noch Spass macht.
Und wie gesagt, mir zum Beispiel macht auch Spass, wenn ich mal 200 Sicherheitsgurten für Achterbahnen mache, die selber Arbeit ist. Das ist was, das macht mir extrem Spass und halt auch nicht nur der Prozess der Arbeit, sondern wie kann ich es vereinfachen mit Schablonen bauen und
so weiter. Wie kann ich es vereinfachen mit Schablonen bauen und so weiter. Das heisst, du entwickelst deine eigene Fliessbandarbeit so ungefähr. Also du bist nicht nur der Fliessbandarbeiter, sondern dabei auch der Fliessbandentwickler auf gewisse Weise. Ja,
das macht mir extrem Spass. Wie kann ich etwas bauen, basteln, dass mir dann die Serienproduktion einfacher geht. Dass mir die 200 Stück Nähen auch Spass macht. Und das Entwickeln dieser Apparatur oder Klapparatismen, das macht mir zum Beispiel extrem Spass. Ich würde das als Fetisch von Simon bezeichnen und das ist das Herrlichste, mit anzusehen. Das ist nur schön, das mit anzusehen. Hast du auch einen Fetisch? Uh, viele.
Simon, sag mal deinen Fetisch.
Was ist
das Nerdigste am André? Das Nerdigste,
dass er praktisch jeden Morgen in der Woche am Morgen beim Kaffee mit irgendeiner neuen Idee mich belästigen kann. Und eine von... Oder eine Idee von den Tausenden, die ist dann richtig geil.
Also für mich ist es wie, er träumt und hat Visionen und Ideen und ist auch der brutal kreative Typ. Morgen zum Teil etwas zu viel, wenn er mich da zutextet, was er alles geträumt hat oder was er alles denkt. Aber kommt immer wieder mit eigentlich geilen Inputs, wo, ah, das ist mal richtig geil. Viel auch. Auch muss ich ein bisschen abschalten, ein bisschen selektives Gehör einschalten, weil es sonst einfach zu viel wäre für mich. Aber es kommt, also sehr extrem kreativ und meistens überhaupt nicht zu Ende gedacht, sondern einfach die Idee. Irgendwie ist eine Idee rum. Und Simon, der Arme, der muss das wirklich jeden Morgen anhören, was mir da durch den Kopf geht.
Spannend. Wir lachen auch. Ja, voll. Wir nehmen das nicht. Nicht allzu ernst. Nein, darf man nicht. Und wir tun uns auch gegenseitig manchmal leid, wenn wir da unsere Gedankengänge so anhören mussten. Aber ich denke, das macht uns als Flugsau. Ja, also wenn wir nicht so wären, wären wir nicht an dem Punkt,
an dem wir jetzt sind. Jeder Morgen träumst du vom Nähen? Träumst du solche Produkte dann auch? Nein, aber ich habe schon so fast
jeden Tag eine neue Idee. Das kann man, glaube ich, schon so sagen. Und wenn nicht, dann ist Simon in den Ferien. Das heisst, du hast eine Idee, wenn er da ist, damit du ihn damit behelfen kannst.
Was war denn die letzte, wo du sagst, richtig geile Idee von den Tausend, die er genannt hat? Meistens ist es,
wie soll ich sagen, ich kann jetzt nicht sagen, das ist die Idee, sondern meistens ergibt es sich aus einem Hirngespinst, jetzt ein bisschen böse gesagt, ergibt sich eine geile Lösung für ein Problem. Wo wir eigentlich über... Meistens oder oft ist es so, dass irgendeine Idee da ist, aber überhaupt nicht irgendwie für ein Problem oder irgendwas. Das heisst, du hast
die Idee und denkst, für was ist das die Lösung so ungefähr?
Kann auch vorkommen, ja. Und dann stehst du irgendwie da und denkst, hm, ah, hey André, du hattest doch da eine Idee. Und dann, es ist meistens nur so der Initialzünder, dass schlussendlich was daraus entsteht auch. Wenn man das so sagen kann,
glaube ich. Ja.
Woher kommen diese ganzen Ideen?
Das liegt in der Persönlichkeit meiner Natur, dass man einfach Sachen anders angehen will. Ich bin Fan,
wenn ich etwas selber erstellen kann, sei dies noch so komplex. Also ich mache immer... Lieber etwas Neues, was für mich passt,
anstatt etwas Bestehendes zu nehmen. Und da hat man einfach... Da hat man Ideen und sind aber auch unsere... Wir haben so coole Kunden. Ja. Wir haben so gute Kunden. Und mit denen telefonierst du. Also du hast jeden Tag einen Kunden, der ja irgendetwas irgendwie... Und das gibt natürlich dann schon uns... Oder mir gibt es... Das dann zu denken und dann versuche ich, Lösungen zu haben und das äussert sich dann... Ja, und wenn du über ein Problem nachstudierst oder überlegst, wie man das lösen kann, dann kommt vielleicht die Lösung oder kommt ein nächstes. Und so entwickelt sich das Ganze. Das geht dann manchmal ziemlich schnell und da sind einige Ideen stehen im Raum.
Oder auch Lösungen. Wenn du am Abend mit deinem Kunden telefonierst, ja, ich hätte da gerne... Das und das und dann erzählt er mir am Morgen drei oder vier verschiedene Lösungsansätze und dann diskutieren wir kurz drüber und meistens hat man dann eine Lösung oder auch
erst eine Woche später. Von der Rollenverteilung, wenn du jetzt die Ideenquelle bist in ganz vielen Sachen, was ist das, was du, Simon, dann sagst, das ist da, wo ich meine Stärke hier reinspiele?
Also es ist nicht so, dass nur ich die Ideen bringe, ich bringe einfach die Quantität an die Ideen. Aber Simon ist genau gleich, also da würde ich nicht sagen, ich bin jetzt der... Das heisst, du hast die
Quantität und er hat vielleicht die Qualität? Nein, ein bisschen... Nein, nein, er ist ein qualitativer Filter vielleicht.
Ja, eindeutig. Das trifft ziemlich gut, ja. Dann braucht es aber auch, also ohne Ideen geht es nicht.
Wie soll ich sagen? In manchen... In manchen Dingen bin ich eher der Theoretiker als andere. Wo auch, klar, jetzt ist das Problem oder die Lösung da, aber ich überlege mir auch schon viel weiter, was das für Folgen hat, auch wirtschaftlich, wie geht das, wie müssen wir das machen mit dem Verrechnen usw. Ich mache auch den grössten Teil der Buchhaltung, sage ich mal. Andere hat zwar immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich am PC sitze und rechne und kontrolliere, dann tut er mir leid, Simon. Ich mache es noch gerne. Und ich hätte schon längst jemanden angestellt für das. Dann sitzt er so da im Büro und tut mir leid, aber er macht das noch gerne und das ist auch gut.
Es ist ja schön, wenn es solche ergänzenden Qualitäten dann auf jeden Fall dort gibt. Das kann man eigentlich allgemein
sagen, durch das, dass wir auch so verschieden sind, wie wir sind, ergänzen wir uns sehr gut. Und nur durch das Verschiedensein, und trotzdem miteinander auskommen oder Lösungen zu finden, sind wir auch da, wo wir sind. Weil, wie gesagt, wenn wir alle bei allem dieselben Meinungen hätten... Nein, das geht ja gar nicht. Ja, dann braucht es nicht zwei Leute.
Könntet ihr euch vorstellen, weiterzumachen, wenn der eine sagen würde, ich will nicht mehr?
Ja, dieser Tag will kommen. Irgendwann werde ich fasziniert sein. Ja, das denke ich auch. Dann werde ich fasziniert sein. Dann werde ich fasziniert sein. Dann werde ich vielleicht hier noch rumgehen. Dann werde ich
fasziniert sein. Dann sind
ja noch 20
Jahre hin, so ungefähr. Dann sind ja noch 20 Jahre hin, so ungefähr. Aber dass ihr sagen würdet, diese Passion, die ihr habt, habt ihr diese Passion auch hauptsächlich, weil ihr als Team das macht? Oder ist diese Passion auch aus euch selber heraus, dass ihr sagen würdet, okay, wenn der eine jetzt nicht wäre, ich wäre trotzdem so ein Visionärer näher geworden? Ich
weiss nicht, ob ich... Ich weiss nicht, ob ich... Ich sage mal, ob mein... Ich sage mal, ob mein Leben sich so entwickelt hätte, wenn ich andere nicht kennengelernt habe. Grundsätzlich haben wir beide das in uns drin, weil schon von unserer Kindheit, was wir gemacht haben und nicht von einander nichts gewusst haben, ob wir in diese Richtung etwas gemacht hätten, das kann man nicht sagen.
Er hat gefragt... Er hat gefragt, ob wir das weiter machen. ob wir das weiter machen würden. Für uns war mal eine klare Regel, dass jeder jederzeit sagen kann, wenn er nicht mehr möchte, und dann schauen wir dann. Aber jeder soll sich persönlich so entwickeln können, weil wir sind ja eigentlich selbstständig, arbeiten relativ viel, und dann haben wir nie gewollt, dass der andere etwas machen muss, was er nicht will. Mittlerweile sind wir natürlich schon tief in Geschichten verwickelnd, die einfach nicht nur zwei, drei Jahre laufen, sondern die jetzt übertrieben gesagt Jahrzehnte laufen können.
Und da haben wir eine gewisse Verantwortung, die wir, glaube ich, gerne für unsere Kunden übernehmen wollen. Das passt, glaube ich, auch ganz gut. Definitiv. Aber es kommt der Tag X. Also wenn ich morgen mit dem Roller Graz -Dobel abfahre, gerade unter den Berg fahre, dann musst du schauen. Ja, dann wird geschaut. Und wir sind schon... Also ja, ich mache mir diese Gedanken eigentlich gar nicht wirklich, weil wenn jemand mal wegfällt, irgendwie wird es weitergehen, vielleicht auch auf eine komplett andere Art.
Aber ich sage jetzt mal, wenn ich sage, ich möchte gerne nach zehn Jahren wieder auf dem Bau arbeiten, ja, dann rechnen wir das so ein, und dann wird die Flugsau auf ihre Art weiterlaufen. Ich denke nicht, dass sie dann morgen nicht mehr gibt. Was wir aber schon ganz klar schauen, weil wir ja... Wir wollen ja was machen, was nachhaltig ist. Und das heisst für uns zum Beispiel, wir haben zwei Server, die laufen. Einer netzunabhängig, der andere nicht netzunabhängig. Wir dokumentieren unsere Arbeitsprozesse. Wir hinterlegen die. Wir haben andere Leute, die wir einarbeiten.
Wir sprechen miteinander. Schau, so, so, so. Dass eigentlich jeder alles machen könnte. Falls jetzt zum Beispiel bei dem einen etwas passieren kann. Aber das braucht viel Zeit und da muss man seinen Weg finden. Und da bringen uns junge Leute wie unsere Arbeiterin, die zeigen uns auf, wie können wir das machen, dass das funktioniert.
Nun ist letzte Frage, Gleitschirmfliegen und nähen eure Passion? Worauf könntet ihr eher verzichten? Schwierige Frage.
Ja, ich denke, man muss nicht...
Ich würde auf nichts verzichten wollen.
Das geht gar nicht. Die Frage geht ja nicht auf. Es gehört für beides ein bisschen zusammen. Wenn du nicht nähst, kannst du auch nicht Gleitschirmfliegen. Es gehört zusammen. Du kannst nicht aufs Nähen verzichten, weil dann hättest du kein Gleitschirm.
Daher kann ich diese Frage nur so bezeichnen. Es braucht beides. Das eine geht nicht ohne das andere. Kannst du drehen, wie du willst? Ja, ich könnte diese Frage auch nicht beantworten, weil was für einen Grund gibt, dass ich eines nicht mehr machen könnte.
Lass ich das einfach so stehen? Ihr werdet weiter fliegen, ihr werdet weiter nähen und noch viele schöne Produkte wahrscheinlich für die Gleitschirm -Szene machen. Danke für das Gespräch. Danke für die vielen interessanten Hintergründe, Einblicke, die ihr geliefert habt. Und ja, noch viel Spaß an der weiteren Arbeit mit Flugsau. Danke vielmals.
Podz-Glidz ist der Podcast des Gleitschirm -Blogs Loglites. Beides wird produziert von mir, Lucian Haas, und ist, zwar ganz anders als bei Flugsau, auch das Ergebnis von viel Passion und Handarbeit. Wenn dir gefällt, was ich hier biete, und du gerne noch mehr davon bekommen würdest, dann freue ich mich auf deine Anerkennung in Form einer finanziellen Förderung. Dafür sage ich schon mal Danke.
Podz-Glidz und Blueglides stehen werbefrei und ohne Paywall zur Verfügung. Dahinter stecken allerdings viel Zeit, viel Arbeit und einiges an Kosten. Als Förderer kannst du deinen Teil dazu beitragen, dass ich beide Projekte für die Gleitschirm -Szene weiter anbieten und entwickeln kann. Welchen Betrag du gibst, bestimmst du selbst. Mein unverbindlicher Vorschlag sind 60 Euro im Jahr oder umgerechnet 5 Euro im Monat. Alle Informationen, wie dein Förderbeitrag mich erreicht, findest du auf der Website www.Lu-Glidz.blogspot.com. Dort gibt es den Menüpunkt Fördern. Blueglides schreibt sich Lu-Glidz.
Bis zum nächsten Mal. Fall nicht vom Himmel. Ciao.