Zumindest glaube ich an manchen Küstenabstritten, an manchen Inseln, an manchen Gebieten, dass zumindest sehr, sehr wenige vor uns geflogen sind und das ist einfach so, das Entdeckergen habe ich da in mir und es ist total schön, wenn ich etwas Neues entdecken kann und sei es nur am nächsten Tag vielleicht einen Kilometer weiter die Küste entlang, ein neues, schönes Fleckertl, wo ich starten kann.
Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Tommi Hofbauer und ich bin Lucian Haas.
Wie viele Zellen und welche Streckung hatte eigentlich der Nova Mentor 4? Welche Leichtschirme mit ENC und weniger als 3,5 Kilogramm Gewicht gibt es aktuell auf dem Markt? Wer solche Fragen beantworten will, der kann mühsam das Internet durchstöbern. Dabei wird man zuweilen sogar auf die irgendwo noch archivierten älteren Seiten der Schirme schauen. Oder man nutzt eine Online -Datenbank, in der all diese Infos schon zusammengetragen sind.
Parafinder.at heißt die entsprechende Website. Sie geht zurück auf eine Idee von Tommi Hofbauer, der das Projekt nun zusammen mit seiner Frau Ulrike und dem Programmierer Christian Groß betreibt. Sie alle stecken viel Zeit hinein. Nicht, weil damit Geld zu verdienen wäre. Es ist einfach Teil ihrer gelebten Passion fürs Gleitschirmfliegen. Von der am Ende die gesamte Szene profitiert. Apropos Passion. Schon mal von der Hike & Fly Wettbewerbsserie Border Race gehört? Auch da mischt Tommi Hofbauer mit. Nicht nur als erfolgreicher Teilnehmer, sondern seit gut 10 Jahren auch als Veranstalter. Was ihn bei all seinem Engagement antreibt, das und mehr erzählt der 53 -Jährige in dieser Episode 158 von Podz-Glidz.
Zudem sprechen wir unter anderem von der Geschichte von Tommi Hofbauer. Zudem auch darüber, warum Tommi mittlerweile fast noch lieber an einsamen Küsten fliegt, als in den Bergen.
Da du den Podcast hörst, werde doch zum Förderer von Podz-Glidz. Wie das ganz einfach geht, steht im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern.
Tommi, trägst du eigentlich eine Schwimmweste, wenn du an der Küste so angehst? Ja, muss ich
gestehen, nicht mehr. Nicht mehr? Nicht mehr, ja. Ich habe am Anfang eigentlich immer eine Schwimmweste getragen und meiner Frau, der Uli, lege ich das auch immer nah. Aber ja, mit den vielen Fluggebietwechseln, Weinlanden, rausgehen, es ist einfach beschwerlich. Aber trotzdem ist für mich also höchster, höchster Respekt vor dem Wasser. Und da brauche ich immer einige Optionen, auch wenn es teilweise vielleicht auf Videos und so nicht ausschaut. Aber es gibt es ja wohl. Da halte ich mir da immer Optionen offen. Aber nicht mit Schwimmweste, ja. Aber dass die Schwimmweste ja nicht immer das Schlimmste verhindert, hat man jetzt ja vor kurzem einmal gesehen an der portugiesischen Küste.
Trotz Schwimmweste. Also man sollte sich da glaube ich auch nicht verlassen auf die Schwimmweste. Vor allem, wenn das Meer recht rau ist.
Du gehst häufig Küsten fliegen und in deinen Videos ist zu sehen, du sagst es auch in den Videos, sieht es vielleicht ein bisschen anders aus. Aber du fliegst auch dabei häufig über Wasser. Es ist wirklich Steilküste. Es hat vielleicht manchmal nur einen ganz schmalen Sandstreifen unten, wo man mit Kunst noch einlanden könnte vielleicht so. Aber dann fällt der Schirm vielleicht eh immer noch ins Wasser. Also auch gefährlich. Wie riskant ist sowas eigentlich aus deiner Sicht?
Ja, wie gesagt, die Optionen, die müssen einfach offen bleiben für mich. Das heißt, wenn ich das mache, ist einfach der Wind wirklich ausreichend stark. Und da die Vorhersagen so, dass er nicht abnimmt. Und das halt einfach immer im Auge. Und sehr oft ist es dann natürlich so, dass man trotzdem noch im Gleitwinkel immer an den Strand kommt. Auch wenn es vielleicht unmittelbar, wenn du über eine Klippe fliegst und unten einfach nichts mehr zum Landen ist. Woher kommt deine Faszination
fürs Küstenfliegen?
Mich fasziniert ja nicht nur das Küstenfliegen. Aber für mich ist das einfach ein irrsinnig schöner Kontrast. Also so um die Zeit her. Jetzt eben das Dermekfliegen. Taugt mir viel. Mit meiner Frau am Dandemstreckenfliegen. Aber dieses Gefühl an der Küste. Vor allem, wir haben das einfach zu Hause nicht. Also daheim haben wir zwar hohe Berge, starke Dermek. Aber diese Seele baumeln lassen. Und auch eben in Ländern, die wir gerne bereisen. Das passt einfach für uns irrsinnig schön zusammen. Und das ist auch etwas, was ich sehr gerne mit der Uli, meiner Frau, mache. Die das genauso gerne macht wie ich. Du
hast gesagt, ihr wohnt an den hohen Bergen. Also du bist ein Kind der Berge im Grunde. Was hat dich dann überhaupt zum ersten Mal an die Küste getrieben, um zu sagen, ich probiere das mal aus?
Ja, das war eigentlich ein Freund von mir aus Wien. Ein Fliegerfreund, der durch einen anderen Freund das erste Mal Dänemark bereist hat. Und ja, das weiß ich noch wie heute eigentlich. Dieser erste Ausflug nach Dänemark. Wenn wir da einfach ganz an den Strand gefahren sind. Das Auto abgestellt haben. Und vor dem Auto aus dem Kofferraum praktisch gestartet sind. Geflogen sind. Und dann einfach eher auch glücklich neben dem Auto gesessen sind. Das war eigentlich der erste Kontakt mit Küste und so.
War das so ein Moment der Freiheit, den du dann auch erlebt hast? Dieses Gefühl gewissermaßen aus dem Auto heraus starten zu können. Und dann da Küste auf und abwärts zu fliegen. Ja,
absolut. Also bis zu dem Zeitpunkt war eben das Dänemark -Fliegen bei uns Hauptfokus. Und ja, das Horn habe ich überhaupt nicht gekannt. Und ja, habe da dann natürlich auch gleich gemerkt. Okay, da gilt es jetzt andere Skills noch besser zu lernen. Vor allem der Umgang mit dem starken Wind. Das ist eigentlich bei uns oder zu der Zeit, wo ich geflogen bin, war das tabu. Also bei solchen Windgeschwindigkeiten. Irgendwie denken, dass
man da fliegen kann. War das für dich Teil der Faszination, dass man wirklich bei so starkem Wind noch fliegen kann? Ja, das zum einen. Und
zum anderen eigentlich, wie wenig es braucht, dass man fliegt. Also Wind ist klar. Aber faszinierend war einfach, also die Momente, wo wir beginnen, dann an hohen Kanten. Das war dann irgendwie, das war dann klar, dass das geht. Aber dann, wie wir versucht haben, an so Kanten. Also entlang zu fliegen. Die Kanten wird immer tiefer, tiefer, tiefer. Irgendwann ist die Kante nur mehr so weit, wie ich vom Schirm entfernt bin, so hoch. Und man fliegt nur immer. Und irgendwann steht man am Strand. Und im nächsten Moment eigentlich wieder zwei Schritte zur Kante. Und es trockt dann wieder weg. Also das Gefühl ist einfach irrsinnig schön. Also dieses Bodennahe mit dem Wind spielen, mit den Elementen spielen. Also das war total schön.
Wenn man auf deinem YouTube -Kanal guckt, sieht man ja, du hast eine ganze Reihe von Küsten mittlerweile bereist und da alles Mögliche ausprobiert. Also auch an neuen Fluggebieten immer gesucht. Du warst in Schottland, in der Bretagne, in der Normandie, in Dänemark und Portugal. Was suchst du da immer? Ich
bin leider in dieser Zeit geboren. Oder Gott sei Dank, weil da kann ich Gleitschirmfliegen. Aber ich glaube, wenn ich ein paar hundert Jahre früher geboren worden wäre, wäre ich ein Entdecker gewesen. Also das taugt mir einfach, Neues zu erkunden. Das ist einfach so in der heutigen Zeit. Neues erkunden ist einfach wirklich schwer, weil jeder hat schon irgendwann irgendwas gemacht. Und das ist einfach so das bisschen für mich. Aber ich sage, okay, das ist neu. Und zumindest glaube ich an manchen Küstenabstritten, an manchen Inseln, an manchen Gebieten, dass zumindest sehr, sehr wenige vor uns geflogen sind. Und das ist einfach so. Also ja, das Entdecker -Gen habe ich da in mir. Und das ist total schön, wenn ich etwas Neues entdecken kann.
Und sei es nur am nächsten Tag vielleicht einen Kilometer weiter die Küste entlang, ein neues, schönes Fleckerl, wo ich starten kann.
Startest du dann immer nur von offiziellen Startplätzen? Oder kann man da wirklich die Küsten entlangfahren und sagen, du, hier steht der Wind drauf, das sieht irgendwie startbar aus von der nächsten Wiese. Ich kann da über den Einzaun drüber springen. Lass uns losziehen.
Im Prinzip sind es diese Küstengebiete. Also es ist relativ wenig erschlossen fliegerisch. Das heißt, Dänemark ja. Also da gibt es sehr viele auch offizielle Fluggebiete. Aber wenn ich da jetzt an Schottland voriges Jahr denke, also da hat es eine Insel gegeben, die Isle of Mull. Da waren erstaunlicherweise vier offizielle Fluggebiete. Da war mir dann auch im Nachhinein klar, warum. Da gibt es ja dann dem Unternehmen und jemand, der das halt tut. Der dort betreibt. Und dann irgendwie am Anfang vor der Reise haben wir gedacht, na gut, schauen wir mal, was uns da erwartet. Weil offizielle Fluggebiete gibt es nur dort. Deswegen haben wir dann, dass eigentlich diese Fluggebiete, na ja, die waren schön, aber die waren bei weitem nicht die Highlights, die wir dort entdeckt haben.
Und das waren in der Regel alles nicht offizielle Fluggebiete. Es ist einfach da, das ist fliegerisch, dass einfach so wenige Leute dort fliegen, dass deswegen, es braucht es auch. Es ist auch nicht ein offizielles Fluggebiet. Was es aus meiner Sicht sehr wohl braucht, ein gewisses Gespür von demjenigen, der das macht. Und anderer Leute Besitz, Eigentum und so weiter, ist absolut zu respektieren. Aber da haben wir eigentlich nur absolut positive Erlebnisse gehabt, auch in diese Richtung. Also wenn man fragt, die Leute sind eh begeistert. Und kurz gesagt, also es waren zu 99 % nicht offizielle Fluggebiete, an denen wir starten.
Gefühl haben für die Situation. Du suchst auch häufig den Kontakt dann zu den Locals, auch zu den Landbesitzern oder sowas. Und sprichst mit denen und sagst du, ich würde hier gerne fliegen gehen, wäre das für dich okay?
Ja, sofern das nicht wirklich so dünn besiedelte Abstriche sind, wo einfach weit und breit sowieso niemand da ist. Also viele, so in Schottland haben wir es wirklich so gehabt, hunderte Schafe, die das überhaupt nicht interessiert hat. Die Schafe kann man nicht fragen. Genau, die kann man nicht fragen. Also so viel Gefühl glaube ich mittlerweile auch zu haben, wo man was machen kann und so, dass man das auch im Einklang mit der Natur und auch mit den Menschen vor Ort
gut machen kann. Von diesen ganzen Ländern und Küstenabschnitten, die du bereist hast, jetzt Schottland, Britannien, Normandie, Dänemark, Portugal und so weiter. Gibt es da etwas, wo du sagen wirst, das war so dein Favorit? Das hat dich am meisten fasziniert? Nein, kann ich so eigentlich
nicht sagen, weil es hat jedes Land was für sich. Also in Dänemark ist es zum Beispiel das Land an und für sich, also das so Ruhe ausstrahlt und dann dort eben speziell das Boden nahe fliegen, weil es eben dort viele Sanddünen gibt. Dafür ist es vielleicht landschaftlich nicht so spektakulär wie Portugal, Kordoama zum Beispiel, oder Normandie, Etretat, also diese weißen Kreidefelsen. Das ist natürlich irrsinnig schön mit diesen Höhlen, wenn man da drüber fliegen kann. Aber es ist eine andere Faszination. Also könnte ich jetzt nicht sagen, also ich würde jedes dieser Länder sofort wieder und mehrmals bereisen.
Du bist jetzt nun ein sehr erfahrener Flieger, aber was würdest du jemandem sagen, der sagt, Tommy, erzähl mir mal, ich will an die Küste fahren, welche Skills brauche ich eigentlich wirklich dafür? Worauf sollte ich achten? Was sollte ich vielleicht trainieren, um an den Küsten sicher in die Luft zu kommen?
Ja, das Um und Auf ist sicher ein gutes Groundhandling, Erfahrung mit Startwind, also was man daheim natürlich auch gut trainieren kann an starkwindigen Tagen, was ja auch viele Piloten machen. Also auf der Wiese hinterm Haus oder irgendwo, eine gut angestellte Wiese, eben dort die Rückwärtsstarttechnik zu perfektionieren, das Handling mit dem Schirm. Also ich glaube, alle, die den Schirm gut handeln können und das gut sind, auch grundsätzlich haben das Spiel in der Luft und das ist sicher eine Voraussetzung. Ich sage einmal, man kann das natürlich auch vor Ort, wenn jetzt, ich sage einmal, an ein ungefährliches Soaring -Gebiet, so wie Dänemark, wo es ganz wenig Lee und so weiter gibt, kann man das natürlich vor Ort auch super trainieren, am Strand.
Die Frage ist immer, will ich das? Weil viele haben eben eine limitierte Zeit Urlaub und wenn ich dann dort bin, möchte ich eigentlich gerne fliegen und will in die Luft kommen und will nicht die Zeit verbringen, jetzt starten zu lernen, damit ich überhaupt dann irgendwann fliegen kann. Also man kann das einfach gut
abkürzen. In den Videos, die du veröffentlicht hast, da ist auch zu sehen, du wechselst im Grunde deine Schirme. Einmal fliegst du irgendwie so ein Low -B, dann mal einen C -Schirm, aber dann fliegst du auch teilweise auch einen Flair Mustache an der Küste. Wonach suchst du aus, welchen Schirm ich jetzt nehme?
Naja, der Flair Mustache, das ist jetzt ein eigenes Kapitel, aber ansonsten ist es sehr oft, dass wir auch das Glück haben, von Nova Schirme testen zu können und dass ich da dann einfach auch gerne mit einem Low -B einmal fliege. Ich persönlich fliege jetzt an einen Xenon, das ist ein D -Schirm, aber ich probiere gerne verschiedene Dinge und die Auswahl des Schirms ist natürlich ein bisschen nach dem Gebiet und hauptsächlich natürlich nach der Windstärke. Und da ist natürlich das Fliegen jetzt mit Flair Schirmen, also das war nochmal, was ich vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten hätte, das ist nochmal eine ganz, ganz andere Dimension, die da jetzt dazu kommt.
Was ist anders an dieser Dimension? Die
Möglichkeiten und die Leichtigkeit. Also hat natürlich aus meiner Sicht dieser Trend zu Flair Schirmen, also ich glaube mittlerweile neun oder zehn Hersteller bieten sowas ja an, ist einerseits faszinierend, eben die Möglichkeiten, andererseits ist es für mich auch ein klarer Appell an Leute, die sowas fliegen, die Schirme lassen sich total leicht starten, total leicht fliegen, das heißt aber nicht, dass es so ungefährlich ist, wie es eigentlich scheint. Also ansonsten, wenn es an der Küste 30 oder 35 km/h Wind hat, dann ist man vor den Flair Schirmen nur dann in die Luft gekommen mit einem sehr kleinem Schirm und mit absolut guten Skills.
Mittlerweile kommt man mit mittelmäßigen bis fast keinen Skills bei 35 km/h mit einem Flair Schirm in die Luft. Das heißt aber nicht, dass das dann sicher ist. Vor allem, wenn man das nutzen möchte, was die Schirme
können. Nutzen heißt also wirklich dieses Fahrt in Höhe umsetzen und wieder die Höhe in Geschwindigkeit umsetzen und wirklich da so hoch und runter sich schwingen und das, was man alles da wirklich über die Bremse bei denen steuern kann. Das meinst du mit Nutzen?
Genau, das meine ich. Und ich kann es jetzt aus der, ich sage mal, erfahrenen Sicht, aus meiner Sicht ein bisschen beobachten. Aber auch aus Anfängersicht, was Flair Schirme betrifft, bei der Uli betrachten. Also die Uli ist eine sehr vorsichtige Fliegerin, hat aber für das, dass sie noch nicht lang fliegt, wirklich eine ausgezeichnete Starttechnik. Und eigentlich habe ich ihr gesagt, nein, mehr oder weniger habe ich gesagt, sie soll mit dem Schirm nicht fliegen am Anfang. Und dann haben wir doch, an guten Tagen hat sie probiert und ich habe gesehen, sie handelt. Das war mir auch vorher schon bewusst, dass sie das handelt. Aber sie hat da diese, ja, dass sie den Schirm so fliegt, eigentlich wie einen normalen Schirm.
Das heißt, sie nutzt dieses Diven und diese Speedaufnahme eigentlich nicht. Sie fliegt wie einen normalen Schirm und hat aber diese Sicherheit, wenn der Wind auffrischt, dass sie sofort wieder am Boden steht. Und wenn man so nutzt, dann geht das durchaus auch mit weniger Erfahrung.
Ist man nicht eigentlich gewissermaßen, Anführungszeichen, verdorben, wenn man einmal so ein Flair -Mustache an der Küste geflogen hat? Will man dann überhaupt fürs Küstensoaring noch einen normalen Gleitschirm nutzen? Ja, absolut.
Also ich bin jetzt nicht verdorben. Also es gibt Bedingungen, wo das die perfekte Wahl ist. Aber immer, wenn es zum Kratzen ist, das heißt, wenn der Wind so ist, dass man sich mit einem normalen Schirm, sage ich mal so unter Anführungszeichen, wurscht, ob das jetzt ein A -Schirm oder irgendein D -Schirm ist, halten kann, dann ist es für mich eigentlich immer so, dass das einfach mehr Spaß macht mit einem normalen Schirm. Und vor allem dieses Exploren, wo du sagst, okay, du startest an einem Punkt und du weißt eigentlich nicht, wie geht es links weiter, wie geht es rechts weiter, außer das, was du siehst bis zur nächsten Kante. Also dieses Vortasten zur nächsten Kante, dann abschätzen, okay, schaffe ich jetzt die nächste Bucht? Okay, wo kann ich laufen?
Und dann dieses Weitertasten, also dieses, wie weit kann ich fliegen an dieser Küste? Also das geht einfach mit einem Flareschirm nicht. In Wahrheit haben die ja eigentlich eine grottenschlechte Leistung, was aber bei entsprechenden Windstärken nebensächlich ist, die Schirmleistung. Und dann spielt natürlich der Flareschirm seine große Stärke aus. Aber bei normalen Windgeschwindigkeiten um 20, 25 km/h liebe ich es, mit ganz normalen
Schirmen zu fliegen. Du fliegst ja sonst auch Tandem, auch mit deiner Frau zusammen. Fliegst du auch an der Küste Tandem? An der Küste fliege
ich Tandem eigentlich ganz selten. Wir haben einen meistens mit. Aber das ist dann meistens so keine Zufallsbekanntschaft, die irgendwie mit großen Augen stehen und sagen, wow, wie geht denn das, kann man das machen? Und wenn ich so das Gefühl habe, okay, das könnte cool sein, dann sage ich einfach, du weißt was, ich habe einen Tandem mit. Wie schaut es aus? Ziehen wir eine Runde. Ja, da habe ich schon total schöne Erlebnisse gehabt. Und da ist es eher das Tandemfliegen, weil eben die Uli an der Küste selber gern fliegt. Also die Uli fliegt nicht gern Thermik. Da kann ich sie sofort begeistern, am Tandem mitzufliegen. Aber an der Küste fliegen wir eigentlich beide mit unseren
Soloschirmen. Thermikfliegen, sagst du, mag die Uli, deine Frau, macht das nicht so gerne. Warum nicht? Beziehungsweise warum mag sie es dann beim Tandem? Die
ist das nicht geheuer, wenn sie den Startplatz irgendwie von oben sieht oder sehr hoch von oben ist. Dann natürlich das Unruhige in der Luft, das einfach die Thermik mit sich bringt. Also dieses Schaukeln und so weiter. Warum mag sie es mit mir? Ja, weil sie mir da einfach vertraut, dass ich weiß, was ich tue. Auch wenn es einmal richtig rüttelt und schüttelt. Und bei einem starken Board und wenn wir irgendwo auf Strecke sind, das ist ein bisschen, ja.
Hast du an der Küste auch schon mal erlebt, dass es dort Thermik gibt, mit denen du richtig hoch aufdrehen konntest? Bei besonderen Wetterbedingungen vielleicht?
Eigentlich relativ selten, weil wir versuchen, also wenn es die Möglichkeit gibt, direkt am Wasser zu fliegen und dort ist es eigentlich sehr, sehr selten. Na gut, jetzt, was du sagst. Einmal bei einem Segeltörn in Kroatien, da waren wir auf irgendeiner Insel, Lamm oder so, wie die geheißen hat. Dort war es in der Tat so, dass wir angelegt haben mit dem Katamaran. Dann sind wir da rauf auf den Berg, da waren drei Flieger. Dort war es so, dass wir in dieser Bucht zuerst oben gesort sind. Dann war es einfach langsam zum Runterfliegen. Und in dem klitzekleinen Hafen mit einem Restaurant wollten wir landen. Und als wir landen kamen, sagten wir, okay, eigentlich trocknet es noch recht gut.
Und dann sind wir so das Meer ein Stück raus, immer weiter. Es hat immer besser getragen. Auf einmal hat es angefangen, mit einem Meter zu steigen. Und dann sind wir bei Sonnenuntergang, also weiß nicht wie weit draußen, aber richtig weit draußen hat es über dem Meer gestiegen. Also das war, das ist schon sehr lange her. Und da waren wir total geflasht, weil das hat natürlich über dem Meer aufsteigen, war bis dahin unmöglich. Aber scheinbar waren da alle. Das war eben die Bedingung und so, dass es abends irgendwie nur ein Warmluftpaket ganz gemütlich gekommen hat. Aber sonst eigentlich nicht. Also wenn man relativ nah an der Wasserlinie ist, ist es sehr ruhig, sehr laminar der Wind, aber dafür auch sehr selten irgendeine Thermik drinnen.
Wenn
du jetzt entscheiden müsstest, Küstenzoring oder Thermik fliegen, für was würdest du dich eher entscheiden? Mit jedem Jahr,
dass ich älter werde, würde ich eher dann Richtung Zorn tendieren, weil es einfach für mich gemütlicher ist und viel, viel stressfreier ist.
Woran liegt das? Du sagst, mit jedem Jahr, wo ich älter werde, wird man im Alter ruhiger, sucht man nicht mehr diesen Thrill vom Thermikfliegen? Oder was ist das, was Thermikfliegen und Alter bei dir nicht so gut zusammenpassen lässt?
Ja, ob das jetzt für jeden so ist, kann ich nicht sagen. Aber in jungen Jahren habe ich das Ganze schon öfter herausgefordert und das versuche ich jetzt auch ganz bewusst nicht mehr zu machen. Also wirklich auch, wenn ich umstehe, jetzt nicht beim Zorn, sondern am Bergbonus und ich habe das Gefühl, es passt nicht. Wo ich genau weiß, da hätte es vor fünf Jahren gar keine Option gegeben, da runterzugehen, gehe ich jetzt runter. Und obwohl ich jetzt nie eine Verletzung gehabt habe, aber irgendwie denke ich mir, das Fliegen ist so ein schönes Hobby bleiben für mich und ich möchte, wenn ich lange gelandet habe, ein gutes Gefühl haben. Und bei manchen Fliegen, ja, das war mir einfach vor fünf Jahren egal.
Vielleicht, oder vor zehn Jahren, wo ich gesagt habe, okay, da weiß ich, das wird nicht klasse und das wird richtig sportlich. Und das habe ich trotzdem in Kauf genommen. Die Dinge nehme ich jetzt einfach nicht mehr in Kauf. Weil dann spaziere ich gemütlich runter vom Berg und das passt genauso.
Neben Runterspazieren, du spazierst auch gerne hoch auf die Berge. Also du bist ein Hike -and -Fly -Junkie. Du betreibst auch mit deiner Frau zusammen eine Internetseite, Hike2Fly4Fun, wo ihr auch eure Touren jeweils vorstellt und mit Bildern und teilweise Videos und sowas. Was suchst du bzw. was sucht ihr bei solchen Hike -and -Fly -Touren? Für mich ist es auch
bei den Hike -and -Fly -Touren, dasselbe, was ich schon kurz erwähnt habe, mit den Küsten, mit den neuen Abschnitten. Also ich habe eigentlich so eine kleine To -Do, eine Hike -To -Do -Liste, wo ich mir einfach Gipfel oben stehen habe, die ich gerne begehen und befliegen möchte. Und das Schöne bei der Listen ist, die geht nie aus, weil bei jeder neuen Tour habe ich irgendwo im Horizont, sehe ich einen Berg, wo ich sage, okay, wow, das schaut super aus, da muss ich rauf, dann recherchiere ich das am Abend, der kommt in die Listen unten dazu und irgendwie, ja, ich hoffe, ganz viel von der Listen noch machen zu können, aber sie wird nie ausgehen. Und da ist es auch ein bisschen das neue Entdecken. Und wenn es nur der Nachbar -Gipfel ist, dann ist das für mich komplett was Neues.
Und da haben wir einfach einige Gebiete bei uns, die wir da schon relativ gut abgegrast haben, sagen wir so. Aber wie gesagt, wir expandieren immer weiter und schauen, was können wir noch machen. Ja, das Schönste ist natürlich, wenn wir das gemeinsam machen. Machen können mit Freunden, ja. Heißt das, ihr macht nie eine Tour zweimal? Bei uns in der Gegend natürlich, weil wenn wir jetzt sagen, wir haben jetzt vielleicht nur zwei, drei Stunden Zeit, dann macht man was, was in der Nähe ist, wo man auch nicht weit hinfahren muss und was man auch schon kennt, wo man die Bedingungen kennt. Aber grundsätzlich, wenn es den Tag hergibt, wenn wir den ganzen Tag Zeit haben, eigentlich versuche ich immer, eine neue Tour zu machen. Du
hast gesagt, du bist jetzt mit dem Alter, wirst du eher etwas ruhiger. Früher warst du aber auch so ein echter Wettbewerbstyp. 2013 hast du sogar mal an den Red Bull X Alps teilgenommen. Was sind deine prägendsten Erinnerungen an diesen Wettbewerb?
Die prägendsten Erinnerungen waren eigentlich, dass es eine irrsinnig, irrsinnig aufwendige Vorbereitung ist, die ich mir selber auferlegt habe. Also ja, mit Sauerstoffzelt und Dingen, wo ich jetzt im Nachhinein sage, ja, war das notwendig? Also das bleibt in Erinnerung. Und dann beim Bewerb war es irrsinnig faszinierend, dabei gewesen zu sein. Aber ich habe auch gemerkt nach dieser einen Teilnahme, das ist nicht meine Welt. Also das ist absolut Profisport und es wird auch so betrieben. Und ja, da ist mir vieles abgegangen, was ich bei kleineren Bewerben, kennengelernt habe vorher und das es auch noch immer gibt und das ich einfach dort schon vermisst habe.
Aber schöne Erfahrung gewesen, klarerweise.
Apropos kleinere Wettbewerbe. Du organisierst ja seit zehn Jahren die Border Race Serie mit. Du bist der Veranstalter. Wie kam es dazu?
Dazu kam es eigentlich aus einer Not heraus, weil ursprünglich zurückgeht der Bewerber auf dem Heli Eichholz. Also den ersten Bewerb überhaupt hat der Heli Eichholz veranstaltet. Das war 2008, glaube ich. Ja, genau, richtig. Und dann gemeinsam mit seinem damaligen Arbeitsgeber, mit der Vorderrecker Petra und dem Jochen, die das übernommen haben dann und daraus eine ganze Serie gemacht haben, wo auch Cross Alps früher dabei war. Und wo ich eigentlich von Beginn an fast ein Fixstarter war, sowohl Cross Alps als auch Cross Border Race. Also da habe ich keinen Reichtum. Und dann habe ich gesagt, ich will das Rennen in keinem Jahr eigentlich auslassen. Ja, und dann hat einfach die Petra gesagt, sie schafft das nicht mehr, nebenher Beruf und hin und her.
Und sie möchte das eigentlich, möchte aufhören. Und da sind dann der Willi Ludwig, also mit dem ich das gemeinsam mache, dann zu ihr gegangen und haben gesagt, du Petra, was hältst du davon, wenn wir das weitermachen, wenn wir das übernehmen? Und ja, und da war sie super happy und hat gesagt, ja gern, das würde ihr taugen, wenn da ihr Baby praktisch weiterleben kann und wir das machen. Ja, und so sind wir dazugekommen und so machen wir es jetzt seitdem.
Worum geht es eigentlich beim Border Race? Vielleicht gibt es manche Hörer, die dieses Wettbewerbsformat nicht so ganz zuordnen können. Also woraus besteht dieser Wettbewerb und was macht aus deiner Sicht das Besondere daran aus?
Ja, die Regeln im Groben sind so, also 33 Stunden dauert der Bewerb. Also er zieht sich mehr oder weniger über zwei Tage und die Aufgabe für die Athleten ist dabei, in irgendeine Himmelsrichtung, das heißt, der Athlet bestimmt selbst, wohin auszuschwärmen, mehr oder weniger. Wie bei allen Hiken, Flybewerben, Fortbewegungsmittel ist einzig zu Fuß und natürlich der Gleitschirm, also kein Supportfahrzeug, mit dem man mitfährt oder keine Bahnen, Seilbahnen und so weiter. Und dann den Wendepunkt zu setzen, an der Stelle, wo man als Athlet glaubt, okay, das ist so weit, dass ich gerade noch ins Ziel komme, also in die 33 Stunden, weil wenn ich das nicht schaffe, dann gibt es eben Abzüge.
Und für mich das Besondere und ich glaube auch, da unterscheiden wir uns zu allen anderen Hiken, Flybewerben, ist, dass sich jeder Athlet seinen Wendepunkt und sein Ziel eigentlich selber definieren kann. Was noch besonders ist beim Start, man kann beim Start mit X -Albsteilnehmern, Simon Oberaner, Friedrich Thomas, Gregl Maurer, also viele bekannte, Paul Guschlbauer waren schon bei den Rennen dabei, also steht gemeinsam mit denen an der Startlinie und das Schöne ist dann, man kommt nach zwei Tagen ins Ziel, gleich wie Gregl Maurer, das heißt, ich bin auch ins Ziel gekommen, wie der Weltmeister oder wie ein X -Albsteilnehmer.
Gut, der Wendepunkt wird ein anderer gewesen sein von einem X -Albsteilnehmer, als wenn ich das das erste Mal versuche, aber das Gefühl, ins Ziel zu kommen, das ist für mich einfach etwas Essentielles. Und bei keinem anderen Hike -and -Fly -Rennen kannst du als Rookie ins Ziel kommen, das geht nicht. Also X -Albs schon gar nicht zu denken, aber auch an allen anderen. Du bist irgendwo auf der Strecke, schaffst einen Wendepunkt, schaffst zwei, schaffst vielleicht drei, aber du wirst nicht im Ziel sein. Und das ist für mich die Faszination beim Borderless. Es kann jeder ins Ziel kommen. Man muss nur seinen Wendepunkt klug für sich wählen, seinen eigenen Wendepunkt am Limit.
Das heißt, jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Erfolge feiern.
Genau, ja. Und das auch wirklich risikolos. Das heißt, und das wird theoretisch reichen, einen Berg raufwalken, einen Gleitflug ins nächste Tal und das Ganze bis ins Ziel zurückgehen, weil 15 Kilometer ist die Minimumdistanz, die man erreichen muss. Und das ist für einen, der einen Berg hochgehen kann,
zu schaffen. Am Anfang gab es ja, glaube ich, nur zwei Wertungen. Einmal die Herren - und die Damenwertung, glaube ich, als Unterschied. Mittlerweile habt ihr eine ganze Reihe davon. Eine Rookie -Wertung, eine Tandemwertung, eine Seniorenwertung und so weiter. Warum habt ihr das immer weiter aufgebaut?
Da sind schon aus dem Teilnehmerfeld einfach die Wünsche gekommen, auch ein bisschen das Ziel, der Sicherheitsgedanke, eben unsere Fernwertung, wo man sagt, okay, nur mit B -Schirmen oder bis maximal B -Schirmen kann man teilnehmen. Weil ansonsten muss man natürlich fairerweise sagen, dass man mit einem B -Schirm zu einem aktuellen Hochleistungsschirm, wenn es einigermaßen fliegt, einfach keine Chance hat oder ein enorm hohes Risiko eingehen muss, um da mitzuhalten. Deswegen haben wir gesagt, okay, das ist zum Beispiel wichtig. Dann, ja, die Senioren, das sagen wir ja gar nicht, wir sagen Master, das klingt ja viel schöner, wie Senioren. Und ja, dann ist es gekommen, ab 50 gilt es.
Als ich 50 geworden bin, habe ich mir gedacht, das wäre eigentlich cool, wenn es jetzt eine Masterwertung geben würde. Nicht ganz unangenehm, nachdem ich hin und wieder
selber noch teilnehme. Bei den Red Bull X Alps, die wir vorhin erwähnt haben, hat es ja über die Jahre auch noch immer eine noch stärkere Professionalisierung eigentlich gegeben, von den ganzen Teilnehmern. Siehst du solche Trends auch bei den Border Race? Also sind die Leute, die daran teilnehmen, sind die auch irgendwie über die Jahre immer professioneller geworden in der Vorbereitung oder vielleicht nicht professioneller als solches? Das sind jetzt keine Profis, die da antreten, aber dass die Leute immer besser vorbereitet dahin kommen und auch mit immer besserer, zugeschnittener Ausrüstung und Sonstigem?
Ja, das merkt man auf jeden Fall. Also gerade bei dem Bewerb ist, glaube ich, in der Vorbereitung, irrsinnig viel drinnen, weil man einfach sich die Route ja selber zuschneiden muss oder sollte. Das heißt, es macht da jetzt nicht wirklich Sinn, dass man da irgendeinem Bulg hinterherläuft, weil man gar nicht weiß, was die im Endeffekt vorhaben. Also Vorbereitung ist wichtig und ist schon zu beobachten, dass die immer professioneller wird, weil schlussendlich ist von vielen Teilnehmern beim Border Race zumindest die das wirklich, ja, versuchen aufs Podium zu kommen, ist nach wie vor, also die Teilnahme an Red Bull X -Alps. Und das ist, glaube ich, schon eine gute Empfehlung, wenn ich bei Border Race Rennen am Podium stehe oder einige Male am Podium stehe.
Das sieht man auch bei vielen Athleten. Ja, eben der Simon Oberrauner und der Friedrich Dahm, die sind auch zuerst bei Border Race auf den Protesten gestanden und sind dann irgendwann zu X -Alps gekommen.
Du hast ja auch jahrelang daran teilgenommen. Ich weiß gar nicht, nimmst du jetzt noch daran teil oder bist du nur noch Veranstalter? Ich bin Veranstalter.
Teilweise supporte ich meine Frau ein bisschen mit, die jetzt schon zweimal teilgenommen hat, die Uli. Aber theoretisch beim ersten Rennen, das jetzt in einem Monat ist, ist wieder im Raum, dass wir, die Uli und ich, gemeinsam am Tandem mitmachen, sofern sie die Vorbereitung vor Ort so erlässt. Wenn wir genug ausreichend Personal haben und der Willi mir da eines abnehmen kann, dann werden wir höchstwahrscheinlich wieder am Start sein.
Wenn man so in die Ranglisten über die Jahre guckt, du warst auch mal ziemlich erfolgreich in den Border Races. Du warst zweimal Gesamtsieger, habe ich gesehen. Ich glaube, mehrmals Gesamtzweiter. Und 2021, 2022 warst du auch Gesamtsieger mit dem Tandem, mit deiner Frau zusammen. Wie gut funktioniert das eigentlich, Hike and Fly mit Tandem zu machen? Und was ist das Besondere daran? Worauf muss man achten, dass man als Paar da in irgendeiner Weise funktioniert?
Ja, das
hat sich bei uns schon sehr gut eingespielt. Und das ist natürlich ein irrsinniger Vorteil beim Tandemfliegen, gerade wenn es nicht die offiziellen Startplätze sind, weil man sich da gut kennt. Vor allem Starts in Hochalpinengelände, vielleicht irgendwo auf einem Gletscher. Da ist es irrsinnig wichtig, dass ich weiß, dass ich mich auf meinen Co -Piloten verlassen kann. Dass ich weiß, wenn ich sage, es ist zum Laufen, dann läuft er und hört nicht auf. Also das ist irrsinnig wichtig. Und da bin ich mir sehr, sehr sicher, was funktioniert und was nicht funktioniert. Was ich jetzt mit einem Passagier, zum Beispiel, den ich nicht kenne, nicht machen würde, auf keinen Fall machen würde,
kann man da durchaus machen. Ja, und in der Luft gibt es dann halt auch eine klare Aufteilung und auch immer wieder mal ein Briefing zwischendurch vor einer Querung. Okay, machen wir da den Wendepunkt? Fliegen wir weiter? Was glaubst du? Und da stimmt man sich ab. Bis hin, dass die Uli bei Querungen dann einmal den Schirm übernimmt. Also wir haben dann meistens die Bremsgriffe etwas verlängert. Also das heißt, ich habe einen weiteren Bremsgriff, circa 30 cm tiefer, den ich in die Uli dann übernehmen kann. Und dass ich einfach bei Querungen einmal was essen kann, mich vielleicht auf etwas anderes konzentrieren kann. Kurz für ein paar Minuten. Also das klappt sehr gut.
Planst du die Routen, die du fliegst und läufst, ganz anders, wenn ihr mit dem Tandem unterwegs seid?
Also streckentechnisch eigentlich nicht. Also ich bin ja früher auch natürlich Solo -Strecken geflogen. In Wahrheit ist es mit dem Tandem nicht wirklich anders. Also ich finde, Streckenfliegen mit dem Tandem ist, also für mich ist es wesentlich schöner, als am Solo, weil das Ganze viel gedämpfter daherkommt. Und in Wahrheit ist die Leistung eines Tandems gar nicht schlecht. Also ich kann es jetzt nicht vergleichen mit irgendeinem Zweitliner, einem C -Schirm, aber mit einem High -B -Schirm bei den Talg -Querungen komme ich relativ locker mit von der Geschwindigkeit und auch von der Ankunftshöhe und so weiter. Das heißt, da kann man relativ gut mitfliegen und es ist auch einiges möglich mit dem Tandem.
Aber mit dem Solo, kannst du ja zum Beispiel von wahrscheinlich viel kleineren, steileren Flächen einfach starten und auch die Landeeinteilung wird man mit dem Solo vielleicht riskanter in kleinere Flächen sich reinbasteln können, als das mit dem Tandem möglich ist. Also planst du in diese Richtung dann auch einfach anders oder sagst du, nein, meine Skills sind so gut eigentlich überall, wo ich mit dem Solo starten kann, kann ich auch mit dem Tandem starten?
Ja, da muss man vielleicht jetzt trennen, wenn man Strecken auf Strecke sieht. Weil beim Streckenfliegen ist es meistens so, das ist jetzt nicht als Hike and Fly gedacht und dann machen wir Strecken. Das ist eher die Seltenheit. Das ist eher, wenn wir zum Beispiel mit dem Zelt ein paar Tage unterwegs sind mit dem Tandem. Aber ansonsten sind unsere Startplätze für die Streckenfliege zum Beispiel unser Schöckl, unser Hausberg, der bietet sich an oder eben an der Grenze unten, also die klassischen Ausgangspunkte für weite Strecken, für weite Dreiecke. Und da kennen wir die Startplätze und das sind eigentlich alle unproblematisch, unproblematisch Tandem geeignet. Wenn es wirklich einmal auf einen Hike and Fly geht, dann ist ganz klar, entweder sind es Startplätze, die ich Solo schon gestartet und gelandet bin, wo ich es unter den Gesichtspunkten auswähle oder einfach eine wesentlich größere Sicherheitsmarsch einplane, sowohl was den Startplatz betrifft, also keine felsdurchsetzten Startplätze, keine abrupten, also wo einfach nur ein Abbruch möglich ist.
Und bei der Landung das Gleiche. Also Landung ist schon, muss man sagen, mit dem Tandem, also in hochalpinen Gelände, da ist für mich eine Wiese fast ein Muss. Also da äußerst ungern auf felsigen, unwirtlichen Terrain landen mit dem Tandem. Also das ist, wenn das irgendwie geht, vermeide ich das auf jeden Fall.
Wechseln wir nochmal das Thema. Du machst mit deiner Frau noch eine andere Form von Tandem. Rund ums Gleitschirmfliegen. Du hast nämlich ein gemeinsames Projekt mit ihr. Das nennt sich ParaFinder.at. Noch mit einem weiteren Partner dabei. Worum geht es dabei?
Entstanden ist es eigentlich aus einer Not heraus oder aus einer Leidenschaft von mir heraus. Ich schaue einfach gern Equipment. Was gibt es neu am Markt? Vor allem bin ich immer auf der Suche, wenn ich irgendwo für irgendein Teil, es muss jetzt nicht nur das, was fliegt, sondern es kann einmal Stirnlampen oder sonst was sein, zu schauen, wo gibt es das? Gibt es etwas, was vielleicht einige Gramm leichter ist? Also das ist ein bisschen ein Spreng von mir. Und ja, vor einigen Jahren eben auf der Couch im Winter beim Vergleichen für einen Gleitschirm, habe ich einfach gesehen, wie mühsam das ist, da jetzt Dinge zu vergleichen. Sei es jetzt Spannweiten, Streckungen, Gewichte. Da irgendwie herauszufiltern zu können, wie komme ich da zu meinem Wunschobjekt oder wie komme ich da jetzt zu dem Teil, das am besten ist.
Und da habe ich mir gedacht, das wäre schön, wenn man das wirklich auch mit einigen, wenigen Mausklicks vergleichen könnte, so Dinge wie Streckung, Schirmgewicht und so weiter. Ja und daraus ist einfach unser Parafinder entstanden. Also gemeinsam mit der Uli und dem Chris Gross, der eben das softwaretechnische Know -how hat. Wir haben eben da eine Plattform gemacht, wo eben alle aktuellen und nicht nur die aktuellen, sondern auch die Vorgängermodelle und weiter zurück, einfach drinnen sind. Und wo man auf sehr unkomplizierte Weise die Schirme untereinander vergleichen kann. Aber nicht nur vergleichen, sondern wirklich aussuchen, dass ich sage, okay, ich suche jetzt einen Schirm für Hike & Fly.
Maximal soll er ein C -Schirm sein und Gewicht maximal 3,5 Kilo. Sag mir, was gibt es am Markt? Und das Ganze noch für mein Körpergewicht. Ja und dann kann man die Auswahl, beziehungsweise die angezeigten Modelle so sehr schön runterbrechen und kann man super schön vergleichen und findet da relativ schnell ein passendes
Modell. Das heißt, Parafinder ist im Grunde eine riesige Gerätedatenbank mit guter Filterfunktion so ungefähr.
Ja genau. Also ich kann klassisch filtern, wie auf den gängigen Portalen natürlich auch, dass ich mir alle möglichen Filter setze. Aber ich kann auch, das heißt unserem Know -how vertrauen, dass ich sage, okay, zeig mir einen Acro -Schirm oder zeig mir einfach alle Flare -Schirme und wir wählen dann für den User aus, was es am Markt gibt.
Du hast so ein bisschen deine Anfangsmotivation beschrieben, aber das ist so etwas Kleines, was man für sich macht. Nun habt ihr eine riesige Datenbank geschaffen. Da müssen ja erstmal alle Daten auch reinkommen. Also irgendeiner muss das alles eintippen und sonst was, das ist wahrscheinlich unheimlich viel Arbeit, was damit verbunden ist. Nun verdient ihr, soweit ich es von außen sehen kann, verdient ihr ja damit kein Geld. Also was ist die Motivation, wirklich so viel Zeit da reinzustecken?
Ja, es ist richtig. Wir verdienen kein Geld. Natürlich wäre irgendwann der Wunsch, dass man zumindest die laufenden Kosten decken könnte. Aber die Motivation für uns drei waren wirklich, also wir sind alle drei begeisterte Flieger. Wir waren alle von der Idee von Anfang an überzeugt. Dass das klappt, dass das gut ankommt. Und die Motivation kommt einfach aus netten Mails von Usern, die vielleicht etwas nachfragen oder einfach nur sagen, das ist cool und das ist super. Aber auch mit Tipps, wo sie sagen, der Schirm, den würde ich jetzt anders kategorisieren. Wir haben ja interne Parafinder, also eine Einstufung in den einzelnen Klassen auch noch, wo wir uns das dann einfach anschauen und dann nochmal nachjustieren.
Also das ist unser Motivation. Wie kommt ihr an all die Daten? Teilweise von den Herstellern, aber sehr oft einfach ganz klassisch von der Homepage, wenn der Schirm reinkommt. Also wir haben da schon so einen eigenen Algorithmus, wo wir eigentlich alle ein bis zwei Wochen spätestens alles abgrasen an Portalen. Unter anderem, da bist ja du dabei, was gibt es Neues am Schirmmarkt? Und wenn dann dort steht, vom PGD ist der QR2 neu am Markt, dann ist das auf unserer To -Do -Liste und dann ist die Uli am Zug. Sie erfasst alle Daten in unserer Datenbank. Ja, dann gibt es ein neues Update vom Chris und die Schirme sind drinnen. Also ich glaube, wir sind sehr, sehr vollständig und ganz, ganz nah an der Zeit.
Also nicht ein paar Monate später, dass ein Schirm drinnen ist, sondern wenn er am Markt ist, wenn es Daten gibt, dann ist er bei uns drinnen. Jetzt habt ihr
kürzlich ein großes Update gemacht und habt im Grunde eine Art Gebraucht -Markt -Datenbank auch noch da zusätzlich draufgesetzt. Wie funktioniert das? Ja,
wir haben zu Beginn, also beim Start schon eine Gebraucht -Datenbank gehabt, also wo unsere User kostenlos Schirme reinstellen können. Also der Unterschied zu einer anderen Gebraucht -Datenbank bei uns ist, dass wir im Hintergrund ja alle Daten bereits wissen vom Schirm. Das heißt, wenn du jetzt einen Schirm verkaufen willst, nehmen wir an, es ist ein Novamento 4, dann hat mich immer gestört bei den Inseraten, da steht dann Novamento dabei, wenig geflogen und Preis so und so viel. Ja, da fange ich als Käufer eigentlich nichts damit an. Da gibt es dann drei Mädels mindestens, weil ich das wissen will, das wissen will und das wissen will. Das ist bei uns anders. Bei uns sagt der User, der hat auch sein, der weiß nur, ich habe einen Novamento 4, der liegt im Keller und eigentlich brauche ich ihn nicht mehr.
Und der gibt jetzt auch Novamento 4 ein und wir spülen automatisch von unserer Datenbank sämtliche Daten mit ein. Das heißt, wir haben einen vollständigen Schirm drinnen und der den kaufen will, weiß sofort Bescheid über den Schirm, was für ein Gewichtsbereich, wie schwer, was für Streckung. Und der Kunde oder der Verkäufer gibt dann eigentlich nur mehr seinen Wunschpreis ein. Beim Wunschpreis haben wir dann automatisch, wo angezeigt wird, ist es ein guter Preis, ist es ein fairer Preis, ist er günstig. Also auch für den Verkäufer. Verschnüren wir mal, wo liegt er mit seinem Preis? Ist das realistisch? Ist das marktgerecht? Ja, und der veröffentlicht seinen Schirm. Und das Neue jetzt, wir haben jetzt versucht, aus anderen bestehenden Gleitschirmbörsen einfach dort die Modelle
genau nach unserem Modell bei uns darzustellen. Das heißt, man sieht aber dann auch gleich bei den Inseraten, wenn ich jetzt eingebe, wir suchen egal was für ein Schirm, bei einem Schirmmodell ist es in der Regel so, dass ich dann mal fast die Farbe aussuchen kann, weil ich schon so viele drinnen habe. Das ist wirklich jetzt ein großer Zugewinn. Und man sieht auch, woher kommt das, ob das jetzt Quelle will haben oder von THV ist. Und dann habe ich die kompletten Schirmdaten mit dem Text, den der Verkäufer geschrieben hat. Wenn ich aber den Verkäufer kontaktieren möchte, dann komme ich natürlich, wie verlinkt, auf das U -Inserat. Das will man natürlich in keinster Weise verändern und kann dort mit dem Verkäufer Kontakt aufnehmen.
Und da haben wir jetzt drei Börsen aufgenommen, müssen aber durchaus, also mit relativ wenig Aufwand könnten wir theoretisch viel, viel mehr Börsen noch mit aufnehmen, auch aus dem Ausland, aber da wird noch einiges kommen.
Wie funktioniert das technisch? Also euer System, PowerFinder, scannt gewissermaßen auch den DHV Gebrauchtmarkt? Und wenn da eine neue Anzeige reinkommt, liest euer PowerFinder die automatisch aus, übernimmt die Daten, die da steht, wenn da jetzt steht Mentor 4S oder sowas, dann kommt das bei euch entsprechend in die Datenbank rein. Und dann kann ich halt sehen, okay, ich suche nach einem Mentor 4 oder was auch immer, dann taucht diese Anzeige bei euch mit auf. Und ich werde dann, wenn ich sage, da möchte ich mehr Infos zu haben, werde ich dann halt auf den DHV Gebrauchtmarkt gewissermaßen verlinkt.
Genau, da wird man dann zurückgeleitet. Also das Ziel war einfach, dass man für den User eben den Komfort hat, dass ich nicht drei, vier, fünf verschiedene Börsen abklappern muss, um zu schauen, ob jetzt mein Wunschschirm dort irgendwo angeboten wird, sondern er wird automatisiert, ganz egal wo er inseriert wird, wird er bei uns dargestellt. Also es wäre dann theoretisch egal, ob ich den im DHV Forum inseriere oder direkt bei uns, der Vorteil für einen User, der einen Schirm sucht, wenn es bei uns inseriert ist natürlich, dass er die Kontaktdaten für den Verkäufer direkt dann schon bei uns hinterlegt hat. Also dieses einmal weiterlinken zum Originalinserat, das würde man sich ersparen, aber man hat dann einen super Überblick mit dem kompletten Datensatz, den es für den Schirm gibt, den es im Originalinserat natürlich nicht gibt.
Da steht wieder nur Nova Mentor 4 und der Preis. Und vielleicht ein paar Sätze vom Verkäufer.
Scantern euer System die anderen auch so durch, dass der sofort erkennt, ah, der Schirm ist jetzt rausgenommen aus der ursprünglichen DHV oder will haben Datenbank und so weiter, der ist jetzt verkauft, dass das bei euch sofort auch entsprechend gestrichen wird? Oder kann es sein, dass einmal ausgelesene Anzeigen bei euch noch drinstehen, die aber letzten Endes schon lange weg sind?
Nein, schon lange gibt es nicht. Also es wird täglich ausgelesen. Du müsst jetzt den Christian fragen. Das ist das Softwaregenie dahinter. Aber zumindest zweimal am Tag wird ausgelesen. Wir haben, also auch vor Parafinder hat die KI nicht hart gemacht. Also das sind natürlich wirklich hunderte Inserate pro Tag. Also das wäre eigentlich, also das wird unser, ja, nachdem wir das eigentlich alles noch hobbymäßig betreiben, also quasi wird unsere Zeit einfach nicht zulassen, dass wir jeden Schirm kontrollieren, sondern das macht eigentlich... Mittlerweile eine sehr ausgeklügelte KI. Und mit, ich glaube, wir sind mittlerweile bei 98 Prozent der Inserate werden vollautomatisch erkannt, übernommen.
Also einzig zwei Prozent von den Inseraten müssen wir noch händisch was draufschauen und vielleicht was richtigstellen.
Was ist mit anderen Geräteausrüstung? Also beispielsweise was ist mit Gurtzeugen? Was ist mit Rettungen?
Da sind wir zurzeit dabei. Also das wird das nächste ganz, ganz große Update werden. Vielleicht schaffen wir es sogar, beides gemeinsam dann zu launchen. Also erst die Geräte -Tantenbank und Gleitschirm. Da gibt es jetzt noch einige Herausforderungen, wo wir jetzt gerade am Tüfteln sind, wie wir das machen. Eben zum Beispiel ist, was ist, wenn einer ein komplettes Set inseriert? Wo wird das dann dargestellt? Wird das bei den Schirmen dargestellt? Wird das beim Retter dargestellt? Wird es beim Gurtzeug dargestellt oder als Set oder zusätzlich als Set? Also das ist zum Beispiel so eine Sache, wo wir jetzt gerade dabei sind, wie wir das lösen. Aber ansonsten wird es dann die Geräte -Neu -Datenbank geben. Und ich glaube, das könnte nochmal richtig, richtig super cool werden.
Weil Schirmen vergleichen ist eins. Da gibt es ja ältere Seiten, die super gemacht wurden, die aber nicht mehr gewartet sind, weil man zumindest ältere Modelle an Gleitschirmen noch vergleichen kann und Daten hat. Zwar jetzt glaube ich nicht in dieser Form, wie wir es machen, aber wo es sowas gibt. Aber Gurtzeug -mäßig, glaube ich, gibt es gar nichts. Und da, glaube ich, das könnte richtig cool sein, wenn ich sage, okay, entweder ich mache eine normale Filtersuche über alle Gurtzeuge drüber und schränke mir einfach ein, was ich will. Oder ich sage einfach, okay, Parafinder sucht für mich alle Bot -Gurtzeuge unter 3,4 Kilo, die als Protektor einen aufblasbaren Protektor haben und eine Zertifizierung haben.
Das auf einen Blick. Das ist, glaube ich, eine richtig große Hilfestellung für manche, die auf der Suche sind nach
Equipment. Das wird ja aber dann richtig anspruchsvoll, wenn ich mir vorstelle, okay, wenn du jetzt die aktuellsten Gurtzeuge nimmst, dafür sind ja die Daten teilweise auf den Webseiten entsprechend zu finden. Aber gerade im Gurtzeugmarkt gibt es ja auch viele, wo du sagst, ich kann auch ein fünf Jahre altes Gurtzeug noch verkaufen und fliegen. Und die sind immer noch gut und entwickeln, wurden vielleicht ein bisschen weiterentwickelt, aber die alten funktionieren noch genauso. Aber diese Daten sind halt häufig nicht mehr im Netz direkt zu finden. Wie wollt ihr da drankommen? Schreibt ihr die Hersteller an?
Wenn es wirklich wichtige oder Hersteller, die gut am Markt vertreten sind, schreiben wir direkt die Hersteller an. Mittlerweile funktioniert das auch recht gut, weil die Hersteller unsere Seite auch kennen und, glaube ich, nicht unfroh sind, wenn ihre Produkte dort auch platziert sind. Wobei wir da jetzt nichts davon haben, ob sie jetzt drinnen sind oder nicht. Wir umzusetzen. Es ist nur wichtig, dass wir vollständig und komplett sind. So kommen wir dran. Aber bei dem Gurtzeugen wird es natürlich so sein. Wichtig sind einmal die neuen Geräte, dass die drinnen unvergleichbar sind, weil das ist das, was der Kunde kaufen kann. Nachdem aber die Gurtzeug -Datenbank -Pflege jetzt schon seit Beginn an, seit zwei Jahren. Also ich habe jetzt schon eigentlich teilweise die zweite Generation der Gurtzeugen in der Datenbank, die mir aber noch nicht nützen.
Das heißt, jetzt kommen schon die neuen Geräte. Was weiß ich? Jetzt für X -Arps die neuen Gurtzeuge, die leichteren Gurtzeuge, was weiß ich. Oder neue Hersteller wie Bogdanfly und so weiter mit jetzt aktuell das Pizzarace und das X -Race, das wir schon drinnen haben. Aber auch die älteren. Und für den Verkauf hast du natürlich recht. Da haben wir ein Problem, dass wir bei älteren Gurtzeugen nicht zu jedem Datensatz kommen. Aber da gibt es natürlich dann trotzdem die Möglichkeit, dass der Verkäufer sagt, okay, das weiß er ja zumindest. Ich habe ein Bot -Gurtzeug. Als Protektor habe ich einen Schaumstoff und so weiter. Dann gibt es zumindest im Gebrauchtmarkt auch bei den älteren Modellen, wo wir vielleicht keinen kompletten Datensatz haben. Also da reden wir dann von Modellen, die älter als vier, fünf, sechs, sieben Jahre sind.
Dann haben wir zumindest diese Filtermöglichkeit, dass ich sage, okay, zeig mir alle Wendegurtzeuge. Also das haben wir dann immer. Da ist dann die Frage, wie viele Modelle und Sachen gibt es, dass man das überhaupt noch, ob es da überhaupt eine Notwendigkeit gibt, jetzt wirklich bei Älteren noch genauere Datensätze zu haben. Ansonsten wären wir auch verdämmlich zurückzuschrecken, dass wir die Hersteller auch schauen, dass wir von alten Gurtzeugen noch die kompletten Datensätze kriegen, wenn das notwendig ist.
Alles sehr viel Aufwand sehe ich immer oder denke ich mir immer. Wie könntet ihr denn mit sowas irgendwann mal Geld verdienen? Oder ist das gar nicht das Ziel letzten Endes?
Zu
Beginn? Ja. Nein, also das Ziel, das ist wie bei fast allen, was ich mache, das am besten funktioniert bei mir, wenn das Ziel am Anfang erstens kein Muss ist, also das heißt, das musst du jetzt machen, sondern wenn es von mir kommt, dass ich es mache. Und wenn ich für mich überzeugt bin, dass das eine super Sache ist, dann kommt das Verdienen oder kann man damit was verdienen eigentlich relativ weit hinten. Ja, und das ist jetzt nach wie vor relativ weit hinten. Natürlich wäre es schön. Also was wir aber auf keinen Fall wollen und das sind wir uns ganz, ganz einig, alle drei, also Chris, Uli und ich, der Joffin User, sollte es auf jeden Fall kostenlos bleiben. Natürlich wäre es schön, wenn man von den Herstellern irgendwie einen kleinen Betrag kriegen kann, für das, dass es die Datenbank gibt, für das, dass verglichen wird und so weiter.
Aber da haben wir jetzt auch noch keine Lösung. Aber wie gesagt, das ist deswegen nicht ein Problem. Das ist eine Priorität, weil es für uns keine
Priorität ist. Wenn man das alles so sieht, du organisierst die Border Races, steckst viel Arbeit mit deinen Kollegen zusammen in dieses Parafinder und sowas. Was ist für dich dieser Antrieb, dich gerade für diese Gleitschirmszene so stark zu engagieren? Du könntest ja auch einfach nur für dich fliegen gehen. Also was treibt dich an, zu sagen, ich will da irgendwie den anderen auch was mitgeben, was zurückgeben, was auch immer?
Ja.
Das ist wahrscheinlich das, warum ich seit 36 Jahren fliege und warum ich jeden Tag gern fliege und warum ich immer noch neue Projekte und Ideen habe, weil ich es einfach gern mache und weil ich da auch gern was teile und anderen zurückgeben möchte.
Was sind deine, oder hast du schon noch neue Projekte quasi in der Pipeline für dich?
Neue Projekte, also da bin ich ein bisschen wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Beim Aeroclub bin ich zur Ehre gekommen, dass ich für alle Belange rund um Hike & Fly zuständig bin. Und da ist jetzt ein neues Projekt entstanden, unter anderem also nicht nur die Wettbewerbsszene, sondern was ich in letzter Zeit sehe, auch persönlich und mit Gesprächen mit anderen Piloten, es wird immer mehr zum, es kommt immer zu größeren Projekten. Zu größeren Reibungspunkten bei Hike & Fly. Also Stichwort Grundstückseigentümer, Jagdpächter, verschiedene Interessensgemeinschaften, die halt nicht unbedingt da immer erfreut sind, wenn da Piloten irgendwie starten.
Und da haben wir jetzt im Aeroclub begonnen, eine Initiative um eben Fluggebiete, Hike & Fly Gebiete, also nicht offiziell zu überlegen, wie können wir das schützen, wie können wir aber auch da geht das gemeinsam machen, mit allen Interessensgruppen, also mit der Jägerei, mit dem Tourismusverband und so weiter. Und da einfach so Leuchtturmprojekte zu schaffen mit gewissen Gebieten, die auch dann, die man copy -paste in anderen Gebieten vielleicht verwenden kann, wenn es Probleme gibt. Oft sind die Probleme ja wirklich hausgemacht. Also wir sehen das an einigen Stellen, an einigen Ecken oft hilft es wirklich, dass wir ein erklärendes Gespräch mit dem Grundstückseigentümer und dann sieht man, aha, okay, um die Kleinigkeit ist es einem eigentlich gegangen.
Wenn ich das berücksichtige, ist alles gut. Dazu gehört so aus meiner Sicht ein Hike & Fly Codex. Das heißt, nur weil wir das Privileg haben, eigentlich überall fast fliegen zu dürfen, heißt das nicht, dass man das, ja, keine Ahnung, so kommunizieren sollte mit dem Grundstückseigentümer und so weiter, sondern das geht nur miteinander. Und ich glaube, da ist wichtig und das sehe ich als eine große Aufgabe von dieser Initiative. Also es sind mehrere begeisterte Hike & Flyer dabei, die da mittun. Und ja, das ist unser, da bin ich zurzeit jetzt aktuell
und neu dabei. Nun ist ja die Gleitschirmszene oder sehr viele Gleitschirmflieger, sag ich mal, das ist,
vom Grundcharakter her sind sehr viele Individualisten dabei. Die sagen so, ich mache mein Ding, ich gehe auf den Berg, wenn ich will, auf diesen Berg zu gehen. Und sowas wie ein Codex, wo man gemeinsam Sachen einhält und sowas, ist vielleicht nicht so ganz leicht, die alle dafür zu begeistern. Wie wollt ihr das machen? Also wie soll das funktionieren mit so einem Codex, dass die Leute auch wirklich sagen, den schreibe ich mir auch auf meine Fahnen?
Wir haben da
jetzt, ja. Also wir haben schon natürlich ein grobes Gerüst mit so zehn Verhaltensregeln einmal drinnen, die natürlich noch ausgefällt werden. Aber da steht auch nichts drinnen, wo man sich als normaler Mensch irgendwie komplett befremdlich sagt, boah, das kann ich auf keinen Fall, kann ich mich mit dem anfremden. Also da geht es ums Campieren. Also da geht es um Müll. Da geht es, wie bereite ich mich vor? Da geht es um Sicherheitsthemen. Da geht es um, was mache ich, wenn ich einem Grundstückseigentümer, wie begegne ich dem? Aber natürlich auch ein entsprechendes Hintergrundwissen. Das heißt, was ist grundsätzlich erlaubt? Was darf man? Was darf man nicht? Also da gibt es ja jetzt zwischen Deutschland und Österreich doch sehr große Unterschiede, was das betrifft.
Also bei uns ist ja grundsätzlich Staaten überall erlaubt mit Einverständnis des Grundstückseigentümers. Bei euch ist es ja grundsätzlich überall verboten, außer auf offiziellen Startplätzen. Also so ganz grob. Aber da gibt es natürlich rechtlich noch einiges, was trotzdem nicht klar ist. Und in dem Kodex, da steht dann drinnen, ja gut, wenn es ein Jagdschutzgebiet gibt, wenn es ein Naturschutzgebiet gibt, dass man das einfach respektiert. Also alles Dinge, wo man eigentlich als mündiger Pilot, der das macht, sagt, ja, eigentlich macht absolut Sinn. Wir wollen damit eigentlich nichts verbieten, sondern wir wollen diese schöne Spielart des Paragleitens, des Hike and Fly, dass es noch viele, viele Jahre möglich ist und dass wir einfach auch akzeptiert werden.
Also bei uns ist ein guter Beispiel zum Beispiel der Alpenverein. Der hat ähnliche Probleme gehabt aus meiner Sicht. Und zwar nicht mit Wandern. Da ist ja dieses Wegerecht relativ klar geklärt, wer was wann darf, was zu begehen ist. Aber neue Sportarten, zum Beispiel wie das Mountainbiken, jetzt speziell dann die E -Bikes, die dazukommen oder das Skitourengehen, für den Alpenverein war das eine Riesenherausforderung eigentlich. Weil das auch Sportler sind, die auch dem Alpenverein angehören, aber die waren irgendwie links liegen gelassen. Und da hat das der Alpenverein relativ gut gelöst. Also auch mit ähnlichen Dingen, Verhaltenskodex, was soll ich machen, was darf ich nicht.
Und das ist mittlerweile zumindest in Österreich, habe ich das Gefühl, was Skitouren betrifft und auch Mountainbiken zumindest in Teilen schon besser geregelt. Und was aus meiner Sicht nicht geht, dass man sagt, okay, ihr dürft nirgends mehr starten. Und wenn man fragt, warum darf ich da oben nicht starten? Da sind an einem schönen Tag 50 Wanderer auf der riesengroßen Wiesn. Warum darf ich da nicht starten? Weil es so ist. Also das ist aus meiner Sicht natürlich nicht akzeptierbar. Also da muss Gespräche geben. Und je früher, dass es Gespräche gibt, desto weniger werden sich diese Fronten verhärten und desto eher werden wir Lösungen finden, mit denen alle gut leben können. Und das wäre eigentlich das Ziel.
Und leider natürlich, wenn sich da einige über alles hinwegsetzen, und sagen, das ist mir komplett egal, ich mache sowieso, was ich will, dann werden das alle halt das Leid irgendwie dann spüren, wenn alles immer mehr verboten wird.
Gut. Dann wünschen wir uns mal, dass solche Initiativen wie ein Hike -and -Fly -Kodex breite Akzeptanz findet in der Szene. Dass die Leute die Regeln oder die Empfehlungen, die dann dort drin stehen, auch entsprechend berücksichtigen. Toll, dass du an sowas arbeitest und mitarbeitest. Und das voranbringst. Tommy, insgesamt interessant, wo du dich alles rumtreibst, sowohl in der Weltgeschichte oder in den Weltregionen, wo du überall fliegen gehst, aber auch thematisch, wo du, mit was du fliegen gehst und der Gleitschirmszene insgesamt so viel dann auch zurückgibst. Vielen Dank für dein Erzählen und vielen Dank für dein ganzes Engagement. Danke Lucian, auch dir. Viel Zeit.
Wenn dir die Folge gefallen hat, dann erzähle doch deinen Fliegerfreunden davon. Und wenn du jemanden kennst, von dem du meinst, dass er auch mal ein interessanter Gast in Podz-Glidz sein könnte, dann erzähle mir davon. Ich bin immer auf der Suche nach interessanten Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Schreibe einfach eine E -Mail an
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