Du musst dich halt überlegen, wie stark schützt ein Berg. Wenn du einen flachen Berg hast, dann ist der einfach nur überspült und du wirst am Lee nichts finden. Aber wenn du halt weiter drinnen in den hohen Bergen halt was richtig Steiles hast und du ganz tief hinten reinfliegst, dann fliegst du meistens halt nur durchs Lee, aber hochgehend wird es eigentlich wieder da, wo halt Wind geschützt ist. Wo du weniger Lee hast, da steigt es dann meistens wieder.
Podz-Glidz, der RuGlides Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.
Heute mit Christian Schuck und ich bin Lucian Haas. Bei den Red Bull X -Alps in diesem Sommer 2025 besteht rund die Hälfte des Feldes aus sogenannten Rookies. Das sind Athleten, die zum ersten Mal an diesem härtesten Hike -and -Fly -Rennen längs und quer über den Alpenbogen teilnehmen. Wie werden gerade sie sich schlagen? Ist vielleicht jemand dabei, der den Top -Favoriten wie Gregel Maurer, Maxime Pinot oder Simon Oberrauner das Wasser reichen kann? Ein Name, den man auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte, ist Christian Schuck. Spätestens seit seinem zweiten Platz im vergangenen Jahr bei dem Pyrenäen -Pendant der X -Alps, den X -Pure, und einem dritten Platz bei Borns to Fly, ist der 27 -jährige Allgäuer zu einer Art Edel -Rookie avanciert.
Zumal er da auch schon gezeigt hat, dass er nicht nur läuferisch stark, sondern auch zu kriegellesken Magic Moves fähig ist. Und Streckenfliegen kann er auch. 2023 gelang ihm das Kunststück, innerhalb von drei Tagen zweimal ein mehr als 300 Kilometer großes FAI -Dreieck vom Nebelhorn zu fliegen. Mit jeweils über 30 km/h als Nid auf anspruchsvoller, lehlastiger Route inklusive zwei Alpen -Hauptkammquerungen und ohne irgendwelchen typischen Rennstreckentälern. Wie denkt, wie fliegt, wie plant, wie trainiert so einer? In dieser Episode 159 von Podz-Glidz gibt Christian Schuck einen Einblick in seine Fliegerwelt.
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Christian, wir haben Karfreitag, es ist kurz nach neun. Hast du heute Morgen schon trainiert? Nein.
Trainierst du sonst manchmal morgens? Ich meine, heute ist Feiertag, aber sonst morgens vor der Arbeit noch oder so?
Ja, recht oft. Also, es geht sich halt gut aus. Ich bin eh ein Frühaufsteher, ich bin ein Morgenmensch. Und dann macht man ein bisschen was. Und vor allem oft ist ja so, ich glaube, viele kennen das Gefühl, wenn man einfach eine frische Malen -Halken vielleicht gemacht hat oder so, dann startet man schon viel entspannter in den Tag. Und egal was kommt, man fühlt sich irgendwie vorbereitet auf alles, was kommt und schafft alles, was man sich vorgenommen hat. Und wenn man in der Früh noch nichts gemacht hat und dann bei der Arbeit dann länger festhängt,
dann ist es auch manchmal schwierig, dann noch wegzukommen und wieder was zu machen. Darum ist, wenn man in der Früh schon was gemacht hat, immer ein guter Start in den Tag.
Training heißt für dich auf den Berg laufen und runterfliegen?
Ja, das ist die Liebste, die es gibt. Aber gerade für ich selbst denke ich, es ist wichtig, dass man auch viel flach läuft und so. Und gerade jetzt, wenn ich in der Früh was mache, bei mir vor der Haustür, sind es nicht so viele Höhenmails, das sind nur 200 bis ich oben bin oder 400 von oben bis ganz unten. Und dann gehe ich hier einfach, dann sage ich mal, oft noch zehn Kilometer joggen oder so. Und es ist einfacher, braucht weniger Zeit und ist trotzdem immer schön, weil daheim ist bekanntlich am schönsten.
Wie stark bestimmt denn das X -Alps -Training jetzt so dein Leben?
Ja, auf jeden Fall schon ein großer Teil. Aber am Ende bin ich immer noch beim Arbeiten, also bisher ganz normal. Ich werde es am 1. Mai ein bisschen weniger machen.
Es nimmt schon viel Zeit ein, sogar eher mehr, wie ich mir vorgestellt erhofft habe. Klar, manche Sachen sind cool und es ist schon mega cool, wenn man da ein bisschen so in der Szene drin ist und ein bisschen mitwirken kann und sich da ein bisschen Einfluss hat, ein bisschen Input geben kann. Aber so, also meine Freizeit dreht sich da recht stark drum. Aber trotzdem bin ich noch Vollzeit beim Arbeiten. Das heißt, das ist nicht mein ganzes Leben.
Vollzeit heißt, du hast... Fünf -Tage -Woche, 40 Stunden oder 38 -Stunden -Woche und musst dann noch daneben noch ein bisschen trainieren. Ein
bisschen in Anführungszeichen. Ja, ein bisschen. Um halt, keine Ahnung, ich trainiere 10 bis 15 Stunden.
Einfach, ja, zum Schluss macht es mir auch Spaß. Ich glaube sonst, wenn du keinen Spaß beim Trainieren hast, dann ist vielleicht X -Alps auch nicht das richtige Ziel.
Und manche kennen mich vielleicht auch eher ein bisschen als Workaholiker. Also ich bin immer auf Achse, immer unterwegs, immer motiviert. Was zu machen. Also ich bin jetzt nicht der, der rumhockt und Netflix schaut oder so.
Hast du denn sowas wie einen fixen Trainingsplan oder einen Personal Trainer, der dir sowas zusammengestellt hat? Hast du einen Fitness -Check gemacht vorab und lauter so ein Zeug, was so die heutigen X -Alps -Profis alles so hinlegen?
Nein, ich habe es ein bisschen anders gemacht. Also ich kann auch mit Michael Lacher und so, die halt auch schon mit X -Alps mitgemacht haben. Und die waren ja auch... Michael war auf X -Alps auch bei F7 und war nicht so happy. Und ich habe mir gedacht, okay, es gibt bei mir im Dorf, gibt es jemanden, der früher Profiläufer war. Und ich habe mich einfach mit dem öfters getroffen und habe mir von dem so Input holen lassen oder geben lassen. Weil er trainiert auch so 10 bis 15 Stunden die Woche und stotzt ihm einer von den... Ja, immer noch den schnellsten für das, wie viel er macht und aufsetzt eben trotz Kinder. Und mit seinem Input versuche ich eben das halt eigentlich selber bestmöglich umzusetzen. Und eben durch das, dass ich jetzt auch beim Arbeiten bin, habe ich so die Möglichkeiten, dass ich mir das halt so gestalte, wie es mir am besten reinpasst.
Und wenn du einen fixen Trainingsplan hast und den versuchst umzusetzen, dann ist das manchmal auch schwierig und nicht immer so effizient, wie es sein könnte. Also wenn du halt den ganzen Tag schon gearbeitet hast, dann sind Intervalle am Abend dann oft nicht mehr 100 Prozent effizient, sondern bringen nicht mehr alles. Du
hast gesagt, ab 1. Mai wirst du weniger arbeiten. Hast du dann ganz frei oder einfach nur noch reduziert, dass du ein bisschen mehr Zeit fürs Training hast? Oder willst du mehr Zeit für Vorbereitung haben, was alles andere organisatorisch drumherum noch sein muss?
Also ich habe mich ganz frei einfach. Aber Urlaub und Überstunden. Also es ist nicht, dass ich da irgendwie meine Stunden vertraglich reduziert habe, sondern einfach Urlaub und Überstunden. Und ja, ich denke, es gibt so viel. Also klar auch fürs Training. Und auch... Ein bisschen um den Stress rauszunehmen, dass man einfach halt einen Tag ein bisschen reinlegen kann, wenn man was organisieren muss. Einen Termin einfach machen kann, wenn es gerade passt und nicht schauen muss, dass der dann abends neu ist, wo man dann halt an dem Tag dann vielleicht im Training eh nochmal ein bisschen zurückfahren muss. Und die Zeit geht immer schnell rum, bis dann alles so auf sauber steht. Was fällt
dir beim Training am
schwersten?
Ja, ich glaube, das ist eine ganz schwierige Frage. Kommt immer auf... Ein bisschen auf die Tageserfassung an. Was mir am schwierigsten fällt. Klar, das Thema habe ich jetzt aktuell nicht mehr. Aber wenn ich von meiner Arbeit einfach im Ausland bin, auf Montage bin. Wenn du dann zu dritt, zu viert bist und drei andere keinen Sport machen und du aber den Sport noch in deinen Tag unterbringen musst. Oder welch.
Also mehr die organisatorische Schwierigkeit davon.
Ja, und dann auch die Motivation. Wenn du halt dann hier daheim gehst raus und draußen, finde ich, fällt es mir immer leichter. Aber dann, wenn du aufs Lauf fahren musst. Oder halt eigentlich nichts anderes hast. Oder dann... Ich fahre jetzt eben erst in China. Dann so zwischen Hochhäusern rumrennst. Da ist dann die Motivation für den Sport nicht so hoch, dass es mir immer leicht fällt.
Jetzt fragen sich vielleicht viele, was macht dieser bayerische Junge in China? Erklär mal ganz kurz.
Also ja, mein Job. Also ich arbeite im Sondermaschinenbau in der Automobilbranche. Das heißt, wir bauen Anlagen einfach für verschiedenste Teile im Auto. Und... Wir haben ein Werk in China. Da war ich jetzt eben. Also wir bauen die Anlagen für alle weltweiten Standorte. Und darum bin ich da manchmal auch unterwegs. Da musst du immer hin.
Nimmst du da auch immer dein Gleitschirm mit? Oder ist... Bei solchen Reisen, Dienstreisen bleibt keine Zeit mehr, irgendwo noch fliegen zu gehen?
Also im Januar habe ich es verbunden. Da bin ich dann danach nur nach Kolumbien weiter, wo ich dann selber beim Fliegen war, weil ich von der Arbeit schon in Mexiko war. Und dann habe ich gedacht, okay, bis in Südamerika. Dann schaue ich da auch mal vorbei. Aber sonst bleibt meistens der Schirm eigentlich direkt daheim, weil ich schaue eigentlich, dass ich meistens möglichst schnell wieder zurückkomme.
Die Berge rufen. Jetzt stehen die X -Alps an, also Mitte Juni beginnt es. Hast du Respekt vor den X -Alps?
Ja, ein bisschen Respekt gehört, glaube ich, schon dazu. Aber auf der anderen Seite, ich würde sagen, Vorfreude auf jeden Fall überwiegt. Die Route ist auf jeden Fall anspruchsvoll.
Aber deswegen nicht, dass ich was davor fürchte.
Wenn du vor etwas Sorge hast, wovor hast du bei so einem Rennen im Vorfeld jetzt? Was macht dir am ehesten Sorge? Oder wo zieht sich der Bauch vielleicht mal zusammen? Oder wie man auch immer, wie sich das bei dir anfühlt?
Ich glaube, da, wo ich am größten Respekt davor habe, ist einfach, dass... Bisher bist du immer recht gut gemanagt. Aber in den X -Alps fliegst du einfach in allen Bedingungen.
Die Grenze ist manchmal nah. Wo es einfach dann nicht mehr geht. Wo es einfach dann bloß nur rückwärts fliegt oder sowas. Das Bedingungen, ich kann die recht lang gut handeln. Aber irgendwo ist dann halt doch ein Limit da, dass man das Limit überschreitet. Das ist eigentlich das, wo ich am meisten Respekt davor habe.
Ist das auch Sorge vor dem eigenen Ehrgeiz?
Ein bisschen vielleicht.
Bist du ein ehrgeiziger Mensch? Ja. Woher kommt das?
Ich weiß es nicht, keine Ahnung.
Manchmal schon immer. Den Zug habe ich schon immer gehabt. Wenn man was macht, dann will man es auf jeden Fall auch eigentlich auch gut machen. Kommt, denke ich, von meiner Einstellungsmentalität. So wie ich auch zu allen Dingen stehe. Also, was man macht, macht man gescheit. Das würde man bei uns sagen. Und ja, also keine alten Sachen.
Solche Hike -and -Fly -Rennen sind ja ziemlich hart für Körper und Geist. Du musst da tausende Höhenmeter laufen. Dann noch häufig in, wie du selber auch gesagt hast, so schwierigen Bedingungen dann fliegen. Manchmal grenzwertigen Bedingungen. Was reizt dich daran?
Was mich an den Hiken -Ferien am meisten reizt, finde ich immer wieder, dass du einfach, du bist ein bisschen gezwungen, manchmal einfach rauszugehen.
Also, wenn man daheim ist, dann ist es manchmal so, boah, dann zieht dich jeder so. Weil wenn man schaut, das Wetter bricht nachher an. Ah, könnte nachher zu viel Wind haben oder sonst was. Oder das Wetter könnte nicht passen. Das ist bei einem Hiken -Fly -Rennen komplett egal. Du bist draußen, du machst einfach immer das Beste aus dem Tag. Und zum Schluss gibt es meistens so viele so schöne Momente. Und das war dann im Endeffekt so cool, dass du so viele Marmeladenglas -Momente mitnehmen kannst, dass das auf jeden Fall der Wert ist.
Das heißt, der Wert ist, dass man keinen Grund hat, sich abhalten zu lassen?
Auch ja.
Und ja, immer wieder eben halt aufs Neue überrascht wird. Im Fliegen finde ich allgemein so, wenn man Strecken fliegt, man fliegt um das nächste Eck, um den nächsten Berg und man hat eine komplett neue Situation. Wo man damit komplett neue Berge, Landschaften sieht oder auch vielleicht mal voll viel Gegenwind hat, obwohl man davor die ganze Zeit Rückenwind hatte. Ein bisschen ist dann halt das Überraschende und auch schon das, was den Reiz ausmacht. Was ist denn hinter dem nächsten Berg?
Ich habe so ein Bild jetzt gerade von, ich weiß nicht, ob du das Buch kennst, Ronja Räubertochter.
Und Ronja Räubertochter steht manchmal da und ruft einfach in den Wind hinaus so, Herr mit den Gefahren, weil sie dann einfach sich dem allen aussetzen will, was da so kommt. So ein Bild habe ich jetzt gerade von dir. Ist das manchmal so? Jetzt, wo du gerade auch sagtest, ja, ich habe Rückenwind und dann kommst du um die Ecke und dann hast du voll Gegenwind und musst dich wieder was Neuem aussetzen. Und das ist aber das, was den Reiz eigentlich so ausmacht.
Ja. Ja und nein. Also ich glaube, das heißt dann auch viel so, man erwartet ja gewisserweise etwas hinter dem nächsten Berg. Also man hat ja beim Fliegen schon immer so ein Bild, wo kommen die Winde her? Bin ich gerade im Luft? Bin ich gerade im Lee? Also ich glaube, das ist schon wichtig, dass man das immer im Kopf hat oder sich auch überlegt, wo befinde ich mich gerade? Was könnte hinter dem nächsten Berg sein? Aber trotzdem ist es halt manchmal so, dass es hinter dem nächsten Berg nicht so ist, wie man sich das vorgestellt hat.
Also es ist jetzt nicht so der Reiz her mit den Gefahren, sondern auch einfach sein eigenes Wissen ein bisschen immer wieder auf die Waage zu legen und zu schauen, ob es stimmt.
Und wenn es dann nicht stimmt, streifst du Scheiße oder sagst du, hey toll, eine Haarausforderung? Es kommt immer
darauf an, wie es sich gibt.
Normalerweise bin ich dann schon der, der sagt, okay, ich gehe jetzt damit um. Ich kämpfe mich durch, ich mache weiter. Aber manchmal ist dann eben halt die Flucht doch, die bessere Option.
Bei deinen Hike & Fly Rennen hattest du von Anfang an Erfolg. Ich glaube, bei deinem ersten Border Race, 2022 war das, in Altaussee, hast du gleich gewonnen. Wenn ich es richtig weiß, bist du da sogar, ich glaube, 158 Kilometer gelaufen in diesen 36 Stunden oder 33 Stunden oder wie lange das dauert.
Woher kommt das? Bist du sowas wie ein Naturtalent, ein Läufer -Naturtalent und Flieger -Naturtalent? Oder woher kommt das? Erster Wettbewerb gleich erster Sieg?
Ich glaube, die, die mich jetzt besser kennen, die würden sagen, man sieht mich erst, wenn ich weiß, dass ich gut genug bin.
Also ja, ich habe ja 2018 mit dem Fliegen angefangen. Also ich bin da erst schon vier Jahre geflogen.
Und ich würde jetzt mal sagen, bis 2021 komplett unter dem Radar. Klar, ein paar Leute haben mich schon gekannt, aber eigentlich nicht viele, weil ich am Anfang auch viel alleine unterwegs war. Und dann war Border Race. Und ja, ich glaube, das Rennen ist eh ein bisschen speziell gewesen, weil es ja nur Schlechtwetter war. Also das Rennen war sogar verkürzt auf 32 Stunden, also um eine Stunde kürzer. Und da ist das Rennen wahrscheinlich ich der motivierteste,
weil 158 Kilometer laufen ist nicht unbedingt entspannt. Also es war schon massiv weit.
Also ich könnte es nicht, glaube ich. Und wahrscheinlich die wenigen, die da wirklich auch teilgenommen haben, würden Lust haben, 158 Kilometer erst recht bei schlechten Wetterbedingungen dann entsprechend zu laufen.
Ja, aber ich war halt dann am Abend, wo es dann ging, wann dreht man um, weil ich an zweiter Stelle.
Und das ist beim Border Race dann halt so, okay, dann läuft man halt noch 100 Meter weiter wie der Zweite oder halt wie der Vorheim und dreht erst danach um. Und dann muss man halt noch zurückkommen. Das heißt, man hat schon am weitesten umgedreht. Und dann, wei, da ist dann der Ehrgeiz halt dann, das auch wieder ins Ziel zu bringen.
Im vergangenen Jahr hast du dann auch für Aufsehen gesorgt. Da bist du schon Zweiter bei den X -Peer geworden. Und das Besondere daran war, glaube ich, der letzte Tag, wo du noch mit einem besonderen Flug über Küstengebirge, wo die anderen vorher schon in der Ebene gelandet sind, du hast einen ganz anderen Weg noch genommen in der Luft und hast sie dann, deine Konkurrenz,
die davor noch war, eingeholt, überholt, überflogen. Wie kam das, dass du diese andere Route gewählt hast, die davor kein anderer jemals probiert hat?
Also an dem Tag, ich glaube, ich bin dann ja als Dritter gestartet und,
ja, nee, als Vierter. Und wir sind so geflogen. Und dann waren wir an dem Punkt, wo, wir sind eben von hinten gekommen, von Norden, sind runtergekippt und wir hatten Basis 3000 und waren im nächsten Moment auf Basis 1500, wo wir dann eben dieses Küstengebiet reingeklogen sind oder halt näher zum Meer gekommen sind. Und dann habe ich schon gesehen, heute da links stehen auch schöne Wolken und alle anderen fliegen jetzt eigentlich halt auf optimierter Linie, sagen wir mal, geradeaus Richtung Ziel. Und dann war es so, okay, wenn ich jetzt einfach halt nachfliege, die Wahrscheinlichkeit, dass ich es besser mache, die ist sehr gering. Und wenn ich was anderes mache und muss, kann ich mir vielleicht die 25 Kilometer laufen bei 35 Grad ersparen, weil das auch keinen Spaß macht.
Und habe es dann einfach probiert. Den ersten Versuch habe ich dann wieder abgebrochen, bin wieder zurück. Habe dann in dem Moment eh schon auch, auch wenn ich geradeaus abgeglitten wäre, einen Platz verschenkt gehabt. Und dann war das aber so, beim zweiten Versuch war es dann so, perfekt eigentlich, weil die ganze Talquerung, also von Berg zu Berg, das waren dann, glaube ich, auch fast zehn Kilometer. Bis bei 1500 der Basis, jetzt halt auch nicht übertrieben viel. Aber dann waren die ganze Zeit, haben sich vor mir wieder so Fusselnwolken gebildet. Und ständig waren wieder ein paar Vögel, die wir gedreht haben. Und dann lief das gerade perfekt. Nur zum Schluss war ich dann eigentlich ein bisschen zu langsam, weil ich halt dann auch recht defensiv geflogen bin. Weil wenn du da abstehst in dem Gebiet, dann bist du natürlich weit weg vom Kurs.
Aber dann konnte ich halt bis auf drei Kilometer, das war ans Ziel herangleiten. Das war dann halt schon irgendwie so auch das Highlight dann von dem Rennen und hat einmal mehr Zeit. Man muss sich immer, seine eigenen Gedanken machen und seinen eigenen Weg finden. Nur weil die anderen das eine gemacht haben, heißt das nicht, dass für einen selber auch das Beste ist.
War das sowas wie dein Magic Move? So wie Kriegel seine Magic Moves machen kann? Hast Christian Schuck seinen Magic Move gemacht?
Ich glaube, viele haben es so gesehen. Für mich war es cool, dass halt das, was ich mir im Kopf hatte, selber auch aufging. Weil ich glaube, das, was mir im Kopf liegt, manchmal ist ein bisschen, in die Quere kommt, dass ich zu stark meinen eigenen Kopf habe und so wenig taktisch liege. Wie würdest du deinen Flugstil beschreiben?
Sehr direkt. Nur so hoch wie nötig. Also meistens eher tief.
Ich glaube, das trifft es ganz gut.
Sehr direkt heißt auch, du hast keine Angst vor Lee.
Ja. Also auch wenn man sich 300 anschaut oder so, die ersten Schenkel, nein, immer direkt. Direkt wieder ins nächste Lee, wo es halt in der Früh vernünftig dann schon hoch geht. Klar, in der Früh ist es dann noch nicht so krass. Woher das kommt, weiß ich nicht. Hat sich, glaube ich, mit der Zeit so ergeben. Meistens ist es so, man muss sich halt überlegen, wie stark schützt ein Berg.
Wenn du einen flachen Berg hast, dann ist der einfach nur überspült und du wirst am Lee nichts finden. Aber wenn du halt weiter drinnen in den hohen Bergen halt was richtig Steiles hast, und du ganz tief hinten reinfliegst, dann fliegst du meistens halt nur durchs Lee, aber hochgehend wird es eigentlich wieder da, wo halt Wind geschützt ist. Wo du weniger Lee hast, da steigt es dann meistens wieder.
Wie machst du das mit der Einschätzung von solchen Lees? Also hast du eigene Regeln oder Grenzen, wo du sagst beispielsweise, okay, bis 15 km/h Wind fliege ich noch ins Lee, aber darüber nicht mehr? Oder ich weiß, heute ist eine sehr labile Schichtung, da habe ich keine Sorge mit Lees, bei stabiler schon. Also gibt es da Sachen, wo du das auch unterschiedlich einschätzt? Oder sagst du, da war ich letztes Mal, bin ich dort ins Lee geflogen, fliege ich heute auch wieder rein, egal was kommt?
Also ich glaube, wenn du im Louvre mit mehr als einem Meter aufdrehen kannst, dann bleibst du besser im Louvre.
Und wenn im Louvre so ganz schwach, dann gehe ich meistens dann ins Lee. Egal wie die sonstigen Bedingungen sind? Ja, das heißt, ich glaube, das bezieht sich recht viel ein, wenn man sagt, im Louvre steigt es mit mehr als einem Meter, entweder hat es schon viel Wind, der draufsteht, und
dann geht man die Frage, wie ist die Ausrichtung zum Sonnenstand? Also ist es jetzt 180 Grad zum Louvre? Oder ist es jetzt 90 Grad zum Louvre? Was macht die allgemeine Wetterlage? Hat man Wolken? Sieht man sonst was? Wo erwartet man Steigen? Und dann eben auch, wie das Gelände ausschaut. Also wenn das Gelände jetzt eher Wald ist, Wald und flach, oder Wiese und flach, dann rentiert sich das Lee meistens nicht.
Also möglichst steil, möglichst geschützt, möglichst sonnenorientiert. Genau. Du hast gerade von den Sachen, die du so beschrieben hast, Geländeanalyse, wo steht die Sonne, was macht der Wind, gehst du sowas wirklich beim Fliegen im Kopf sehr überlegt durch? Oder bist du einer, der aus dem Bauch heraus so fliegt und dann nachher feststellt, im Grunde habe ich alles richtig gemacht? Ich
glaube, ein bisschen beides. Also gerade am Anfang habe ich auch,
mal inhaliert man es auch jetzt mal recht stark, die ganzen Vorträge, Medien, alles, was es halt so gibt, die ganzen Infos, jetzt zum Beispiel auch von dir oder so. Und wenn man viel fliegt,
ich glaube, dann kann man auch viel aus dem Bauch entscheiden, weil sich einfach das Ganze schon ein bisschen so unterbewusst
alles gesetzt hat und man einfach darauf zurückgreifen kann. Aber gerade, wenn ich einen langen Gleitflug habe oder so, dann hat man ja Zeit, sich zu überlegen,
was erwartet mich jetzt im nächsten Berg? Wo ist jetzt am besten? Weil wenn ich die Spitze anpeile, habe ich immer noch beide Optionen für beide Seiten, für alle Seiten vom Berg und kann mir auch schon überlegen, wie geht es dann weiter? Also ist schon, denke ich, eine Mischung aus Gefühl, Intuition und einfach vom Kopf her das zu überlegen.
Nun braucht man trotzdem fürs Lehfliegen einiges an Piloten -Skills. Hast du dich in irgendeiner Weise speziell trainiert oder hast du Tipps, wie kann man trainieren, um zu einem guten Lehflieger zu werden? Das
ist die Frage, ob das das höchste Ziel sein sollte. Nein, aber
also Sicherheitstraining haben wir auch mal gemacht und jetzt ist es so, dass wir halt eigentlich oder ich auch selber viel trainiere. Also es gibt ja so Sachen, die sagen, okay, wenn du jetzt den Fußball vergleichst, dann ist das immer Training und beim Gleitschirmfliegen ist oft so, dass halt viele nur zum Fliegen gehen und halt dann einen schönen Abgleiter machen. Ich denke, das gehört auch manchmal dazu. Aber trotzdem, wenn man sich halt in vielen Flügen dann auch ein Ziel vornimmt und sagt, okay, ich will jetzt heute irgendwas Spezielles trainieren und so bin ich inzwischen, dass ich sehr viele Stories fliege auch und ich glaube einfach, durch viele Stunden man dann die Reaktion vom Schirm auch sehr gut deuten kann und dann schon weiß, was einen erwartet.
Hat es dich im Lee schon mal so richtig zerlegt? Ich würde sagen, am Anfang. Also, wo ich dann auf dem C -Schirm war oder so,
war schon mal ein Frontklapper oder so kassiert. Inzwischen habe ich das besser im Griff. Was für Schirme fliegst du heute?
Enzo. Letztes Jahr bin ich Zeolite geflogen. Davor hatte ich einen Zehner. Jetzt fliege ich hier mit Vieh. Also Scala. Also eigentlich nur Zweileiner.
Um mit Zweileiner ins Lee zu fliegen, ist riskanter oder weniger riskant als mit so einem Dreileiner C? Von den Möglichkeiten, die du als Pilot hast, die Kappe jetzt auch über die B händelst, hinten dann als Zweileiner dann vielleicht anders zu steuern als einen klassischen Dreileiner.
Ich kann jetzt da, glaube ich, nicht ganz so viel dazu sagen, weil ich einfach schon ewig auch keinen Dreileiner mehr geflogen bin, wo auch die eine gute PC -Steuerung hat. Also ich hatte damals einen Sigma 10 und da gab es das nicht. Und wenn ich halt den zu einem Zweileiner vergleiche, dann ist das einfach eine andere Welt. Also was man halt über die hinteren Dreiecke heute machen kann.
Hast du, wurde anders gefragt, was war bisher so der, die größten Rück, oder der größte Rückschlag, den du beim Fliegen hattest?
Ich weiß es nicht aus, der größte ist es, sagen wir mal, es wird sich noch zeigen, aber ich war ja dieses Jahr zum Beispiel in Kolumbien auch dabei, wo der Kompiloten abgestürzt ist. Also ich war direkt 200 Meter dahinter. Ich war dann auch einer von den Ersthelfern.
Der Franz Schild, war das der?
Ja, genau.
Und ja, das ist schon was, was einen zum Nachdenken ein bisschen anregt. Also gerade in Bezug auf Risiko und es geht immer so schnell. Oder jetzt auch letzte Woche mit dem Unfall vom Jeppi oder so. Ich habe mit ihm am Staufen Cup auch noch geredet. Ich kannte ihn schon länger und einfach zwei Tage später ist er tot. Also zeigt einem immer wieder, wie schnell es geht. Und zum Schluss ist beim Fliegen der Kopf ein entscheidender Faktor. Ja. Und solche Sachen blockieren halt ein bisschen. Ist aber auch nur gut, dass man dann darüber nachdenkt und wieder einen Weg finden muss, wie man damit umgeht.
Was macht so was mit dir? Du hast gesagt, beim Franz Schild da warst du Ersthelfer. Bist du direkt, wenn du sagst, du bist hinter ihm geflogen, bist du direkt dann an der Unfallstelle gelandet gewissermaßen?
Ja. Also ich bin eh, war im Zeolite unterwegs. Also ich sage mal, da tut man sich mit Landen auch so deutlich einfacher. Und das Gelände war eigentlich jetzt nicht so schwierig. Und genau, also wir sind da halt 50 Meter daneben gelandet. Und wir waren dann zum Schluss zu viert. Haben uns da halt um ihn gekümmert und dann haben wir halt die Rettung, sagen wir mal, angetriggert. Aber viel mehr Möglichkeiten hatten wir da noch nicht.
Und sowas hat dich dann bei den nächsten Flügen dann auch deutlich eingebremst? Merkst du das?
Ich glaube beim Fliegen selber nicht direkt, sondern eigentlich mehr dann so danach und davor. Also ich bin auch an dem Tag dann direkt wieder gestartet. Dann drei Stunden später oder zweieinhalb Stunden später und dann wieder zurückgeflogen, so gut es ging. Da war dann aber auch schon der Pazifiko an. Das heißt, ich bin auch nicht ganz zurückgekommen, aber war in der Luft. Und das ist auch, finde ich, das bei mir ein bisschen auch das Coole, dass ich mich eigentlich wirklich nur mit dem Fliegen beschäftigen, abschalten kann
und nichts anderes im Kopf habe.
Obwohl es Situationen gibt, wenn dann halt an einer Felswand drehst oder so. Und das passt jetzt gerade nicht ganz die Unfall -Szenarien aber ein bisschen anders. Aber trotzdem, wenn dann halt die Truppe geht, ist das so.
Früher habe ich die einfach an die Kreise durchgezogen, einfach durchgedreht. Inzwischen ist es so, dass ich dann auch schon mehr Achter und nicht mehr ganz so knallhart die Kreise fliege.
Einfach, um ein bisschen mehr Hangabstand zu haben.
Dieses defensivere Verhalten führst du auch auf diese beobachteten Unfälle zurück?
Ja, auf jeden Fall.
Lass uns noch über was Schönes reden. Ein bisschen auf die X -Alps schauen. In diesem Jahr ist die Route besonders lang und hat so ein interessantes X in der Mitte, Kreuzungspunkt in St. Moritz. Was hältst du davon?
Es ist doch cool, dass es immer wieder was Neues gibt. Die letzten X -Alps, das waren schon fliegerisch auch eigentlich schönes Rennstreckenfliegen, würde ich jetzt mal fast sagen.
Vier ist immer den großen Teil erfolgend eigentlich und nicht viel so Zickzack, so Kreuzen, ein bisschen was so ein bisschen ab vom Schuss ab vom Schuss ist. Ein paar Sachen sind ein bisschen Klettersteige, die Bremsen aus. Also wenn man da zum guten Zeitpunkt ist, dann kann man auch viel gewinnen. Wenn man falschen Zeitpunkt da ist, viel verlieren und es gibt immer in Turnpoint ein Teil. Also und auch in St. Moritz sind es sogar zwei Turnpoints. Das heißt, du musst vom einen zum anderen laufen.
Schon so hat wieder ein bisschen mehr die ganze Route, würde ich sagen, ein bisschen mehr diesen Abenteuer Charakter da auch ein bisschen so in sich und nicht mehr nur so dieses krasse Vollgas fliegen.
Kommt dir das entgegen oder würdest du lieber krass Vollgas fliegen? Ich meine, du hast dieses 300 Kilometer Dreieck vom Nebelhorn geflogen. Man sieht daran, du kannst auch sehr weit, sehr schnell fliegen. Von daher käme dir vielleicht einfach eine Route mit sehr viel Fliegen auch völlig entgegen. Läuferisch bist du auch stark. Vielleicht ist das andere, wo du sagst, eigentlich ist das eine Route, die dir vielleicht sogar besonders gut liegen könnte. Was ist das Aktuelle?
Ich sage mal, sie macht es ein bisschen auf jeden Fall interessanter vom Fliegen, weil man halt manche Querungen kommt immer darauf an, wenn der Tag gut ist, sind viele Querungen einfach. Wenn der Tag schlecht ist, dann muss man sich irgendwo einfach so ein bisschen so
so durchmogeln und das ist auch ein bisschen doch das Coole, dass man halt dann sieht, wie weit man dann doch kommt eigentlich. Aber an so einem schlechten Tag, wenn man nur so immer wieder ums nächste Eck und dann wieder aufdrehen. Klar, also zum Schluss setzt sich ein bisschen aufs Fliegen, aber wer macht das nicht
so, weil das ist einfach deutlich, deutlich entspannter. Aber ich glaube, es ändert es nicht viel, ob das jetzt Rennstrecken fliegen ist oder so. So quer fällt ein, macht für mich jetzt nicht so viel aus. So ist vielleicht für mich der landschaftliche Charakter und der Reit schon noch ein bisschen höher, weil selbst an einem guten Tag muss ich jetzt halt aufpassen, dass du nicht in Baustellen reinläufst, wohingegen du bei einer Rennstrecke und einem guten Tag hast, man fliegt schon von Thermik zu Thermik.
Da ist der taktische Anspruch, der fliegerische Anspruch eher sogar noch eventuell ein bisschen höher.
Bist du ein guter Taktiker?
Also wenn es ums Streckenfliegen geht, glaube ich schon oder dann weiß ich schon recht gut, wie hoch ich aufdrehen muss, dass ich am nächsten Querung wieder Anschluss finde. Aber ich habe das ja vorher schon mal angesprochen, beim Kumpfliegen ist es ein bisschen anders, andere Taktik und da bin ich nicht so gut. Aber mit Erfahrung kommt viel, also da fehlt mir einfach noch die Kumpferfahrung.
Aber X -Alps ist ja jetzt nicht Kumpfliegen, wo man im großen Gegel irgendwie unterwegs ist, dem Pulk folgt und möglichst lange zusammenbleibt, um dann irgendwie am Ende noch diesen kleinen Vorsprung da irgendwie rauszufliegen. X -Alps ist ja auch, klar wird da auch manchmal zusammengeflogen, aber trotzdem ist ja ganz viel wirklich das persönliche Flugkönnen, die persönliche Flugroutenwahl und sowas dann absolut entscheidend.
Also so ich jetzt so eine anderen Highflyer -Rennen kenne, ist das Zusammenfliegen auch schon noch ein bisschen anders. Also schon noch ein bisschen mehr wie mit Freunden fliegen.
Also man nimmt, wenn die immer durch alles cool ist, schon so eine Community, wo man sich kennt, kennt sich gegenseitig, man hat Respekt dem anderen gegenüber und zum Schluss, wenn man zusammen ist, dann bin ich auch jemand, der ganz gern mit den anderen zusammenläuft und damit einfach mit denen quatscht. Ja, es macht dann einfach noch mehr Spaß, wenn du ein bisschen so teilen kannst. Wo
siehst du die größten Herausforderungen von dieser Route für dich?
Ich glaube schon, was schon eine große Herausforderung sind die ganzen Lufträume. Also ich glaube, jeder, der die Route anschaut, der sieht die nicht. Aber wir haben ja auch einen Fall. Und wenn man sich mal ein bisschen damit befasst und dann auch anschaut, okay, wo sind Naturschutzgebiete, wo darf man nicht starten, wo darf man nicht landen, wo sind dann, kommen dann noch die normalen Lufträume hinzu, dann gibt es schon einen recht roten fliegenden Teppich. Also auch St. Moritz mit Samanten und so.
Das ist nicht so, dass man da einfach sagt, okay, ich fliege die optimierte Route entlang, sondern man muss an manchen Stellen schon ein bisschen Umweg in Kauf nehmen.
Und Luftraumvergehen sind halt, ja, ich denke, schon gut so, dass es auch hart beschafft wird. Und ich selbst muss auch mit den ganzen Naturschutzgebieten ein gewisses Vorbild sein, weil es halt so stark beobachtet wird. Und darum ist es auf jeden Fall auch gut, dass es die gibt. Aber die machen es nicht einfacher.
Wie machst du das mit der Planung, also so Routenplanung bei euch im Team? Machst du das dann selber oder hast du einen im Team, der speziell für dich dann irgendwie versucht, Routen zu planen und dir dann irgendwie auf dein Instrument zu überspielen oder dir irgendwie Hinweise zu geben, wie es am besten geht?
Also ich denke, teils, teils. Ich glaube, es ist wichtig, dass der Pilot so fähig ist und alleine sich theoretisch zurechtfindet. Aber am Ende ist es schon eine Hilfe, wenn du einfach von außen dann so Inputs kriegst und wo gesagt wird, okay, hier der Pass, da ist vielleicht der vor dir noch drüber, so und so hoch oder das sah gut aus, das sah schlecht aus, dann hat man einfach mit wenig Aufwand in der Luft noch Input, um mal zu seinem gegebenen Bild, dass man vorsichtig dann einfach stärker füttern kann, um dann die beste Route zu finden. Und ich bin auch, also meine Einstellung ist so, dass wichtig ist, dass man sich so gut auskennt
und sich so ein bisschen orientieren kann, dass man weiß, wo man ist, in welche Richtung man fliegen muss, ohne dass man ständig aufs Handy schauen muss.
Weil zum Schluss nimmt das am Ende dann auch viel Konzentration weg vom Fliegen. Man kann die Wolken nicht mehr so gut beobachten, die Vögel nicht mehr so gut beobachten und man wird nicht mehr so schnell fliegen. Also jetzt zum Beispiel auch bei meinem 300er Dreieck, ich bin das da an dem Tag klar zum ersten Mal geflogen in der Art und Weise.
Aber trotzdem war mir das ganze Gebiet so weit bekannt und ich wusste, wo ich meine Wendepunkte setzen muss, dass ich das eigentlich fliegen kann, ohne aufs Handy zu schauen. Und viele lachen dann immer, wo ich sage, okay, ich brauche eigentlich keine Powerbank, weil mein Handy ist eigentlich die meiste Zeit aus. Das heißt, dann hält der Akku den ganzen Tag.
Woher nimmst du dann die Orientierung? Bereitest du dich mit Google Earth oder was auch immer stark vor, guckst dir das alles an und hast dann gewissermaßen roten Bilder im Kopf und kannst du das dann zuordnen oder wie machst du das?
Ich glaube, wenn man schon mal wo war oder sich das auch egal wo, Google Earth oder so die Talverläufe im Kopf hat, dann, wenn man sich orientieren kann, da gehört dann wieder räumliches Denken dazu. Aber wenn man weiß, okay, das Tal weiter, da ist jetzt das eine Tal, muss ich da hinten raus in die und die Richtung. Also einfach so an anderen Bergen, an bekannten Sachen
orientieren und dann mit einer Karte, die man im Kopf hat, matchen zum Schauen, okay, in welchem Tal bin ich jetzt? Okay, da muss es da von Berg XY sein und dann muss ich da hin. Hast du dich schon mal verflogen?
Was ist verflogen?
Ja, dass du eine Route im Kopf hattest und gedacht hast, ich muss jetzt da vorne hin, weil das sieht so aus wie, um dann später festzustellen, naja, der Berg sah in Google Earth vielleicht irgendwie ein bisschen anders aus und ich habe den jetzt mit dem Nachbarberg von da drüben vom anderen Tal verwechselt und bin jetzt ins falsche Tal abgebogen.
Also ich glaube, wenn ich mir unsicher bin, dann nehme ich das Handy. Also darum müsste jetzt nicht, dass ich mich irgendwann mal verflogen habe. Es ist ja nicht so, dass ich da nicht das nicht dabei habe oder mich nicht auskenne, sondern ich finde, dass das Fliegen hat mehr, wenn man nicht auf die digitalen Geräte angewiesen ist, sondern vielleicht nur ein Radio hat, wo piepst und man sich den Rest dann einfach auch manchmal genießen kann.
Für die X -Alps jetzt Routenvorbereitung hängst du trotzdem jetzt nicht beim Fliegen, sondern abends oder sonst wie vorm Rechner und guckst dir viel Google Earth an oder was auch immer und gehst diese Route Stück für Stück fliegst sie gedanklich ab gewissermaßen, versuchst sie zu memorieren oder was auch immer ja
genau also einfach immer wieder mal zwischendurch wenn man auch wenn sie es gerade anbietet Google Earth oder auch einfach XContest Karten Material durchschauen wo sind die klassischen Teilverläufe wo wird viel geflogen in welchen Ecken wird auftreten dann noch ein bisschen im Kopf haben wo der Teilwind halt immer draufsteht schon ein Punkt wo ich als wichtiger achte und auch gerne mache.
Macht ihr das auch im Team? Also mit den Leuten mit denen du dann ein Team bildest oder ist das eine Sache wo du sagst das muss ich als Pilot muss ich das in der Luft einfach im Kopf haben?
Ein bisschen also ich gebe einfach ein paar Inputs weiter wo ich mir denke okay das ist jetzt was ist jetzt was wichtiges
Wer ist bei dir überhaupt im Team? Also mein Bruder ist wieder dabei der war ja auch X -Bill dabei er fliegt zwar selber nicht aber
durch das ist er klar ich musste kein Rennen wo er nicht dabei war also auf jeden Fall ein kleiner Rennen wo er supportet war war ein bisschen dabei das heißt er weiß inzwischen auch um was es geht wie man Startplätze findet und kann gut organisieren hat den Rest vom Team im Griff sag ich jetzt mal oder halt weiß auf was es ankommt und kann da glaube ich gut Prioritäten setzen meine Schwester ist dabei also so dann so vom Family Bart meine fliegt inzwischen auch brutal gut und ist auch sehr fit dann der Pirmin ist noch dabei der ist schon ein guter Freund von uns allen drei und dann machen wir noch so einen Wechselpart das ist dann nicht ganz fix wer wie lange mitgeht aber ich denke das ist eine gute Kombi weil das wichtigste ist dass das Team
gut harmoniert dass das Team Spaß hat und dass auch jeder nicht nach zwei Wochen sagt das war jetzt ein Scheiß da habe ich keinen Bock mehr drauf
wenn dein Bruder nicht fliegt was fasziniert den da so dran dich immer zu supporten und da immer mitzukommen
ja ich glaube der Fliegerpart ist ja eh so bei den Hiken Kleinen dass das der Pilot meistens alleine macht aber jetzt Xführer oder so zum Beispiel sind wir einfach zusammen oft in der Früh wo hochgelaufen er hat dann das Fahrrad mitgenommen oder ist dann wieder runter gefahren fahren und so und ich glaube das ist schon ein Punkt das einfach halt so trotzdem diese Bergmomente wo man einfach Neues entdeckt und dann neue Wege einfach wo hochläuft zusammen
dann schon immer wieder so cool ist wenn man das als Geschwister halt auch so so teilen kann und was ich dann auch immer mega cool finde ich habe das so von Born to Fly letztes Jahr im Kopf ich war dann auch im NDR Dritter und ich war am Ziel und sie war noch nicht da und wo sie dann halt auf den Parkplatz gefahren sind und man direkt gehört hat dass dass sie jetzt auf den Parkplatz kommen weil sie sich so gefreut haben und halt Party gemacht haben eigentlich dass ich jetzt da noch noch Dritter geworden bin und ja das ist einfach schon also ich denke für ihn sind auf jeden Fall auch diese Momente dabei wo man in den Bergen dann was Neues entdeckt was Cooles erleben kann und
genau
Macht deine Schwester auch Hike & Fly Rennen mittlerweile? Ja Das heißt demnächst könnt ihr als Schuk -Dynastie irgendwo dominiert ihr die X -Alps?
Schauen wir mal vielleicht wer weiß also gerade so Wanderbird oder so sind wir jetzt ja auch meistens oder recht oft weil das halt kann halt jeder mitmachen du fährst hin hast wenig Aufwand und trotzdem dann ein cooles Wochenende
mit den Mädels da legt sie sich schon gut an und meistens können sie ja das behaupten ich glaube noch ehrgeiziger wie ich
Der Ehrgeiz liegt in der Familie?
Ja
Welche Ausrüstung wirst du bei den
X -Alps fliegen? Ja ich flieg von Flyers Centaur das Cyan eine X -Alps Version ist die neue französische Marke also so ein Submarine Style Gurtzeug und dann Vieh also eine Skala 20 Light
Warum so ein Submarine Gurtzeug aufgeblasene Zigarre fettes Teil also vielleicht vom Packmaß dann her nicht aber in der Luft dann ziemlich fettes Teil und wahrscheinlich auch ein bisschen aufwendiger zum Anziehen weil man da das wie so eine Weste überstülpen muss und sonstiges passt das überhaupt eigentlich zum Hike and Fly?
Was mich einmal vom Feeling her finde ich es halt brutal gut und einfach vom Kopf schon eine Hilfe Vom Kopf eine Hilfe? Erklär mir mal
kurz Ja
wenn man einfach das Beste also gefühlt halt einen Vorteil hat so von der Leistung gegenüber den anderen dann ist das eher ein positiver Gedanke wenn man hingegen halt dann ein ganz einfaches Gurtzeug hat und einfach weiß man hat dann leistungstechnisch in dem Moment immer schon einen Nachteil dann muss der Kopf umso stärker sein dass man sich nicht diesen negativen Gedanken auffasst und der sich breit macht also man hat einen Ansatz weniger wo man einfach halt vom Kopf her verlieren kann
dann zweitens ich glaube das Mehrgewicht vom Gurtzeug gleicht sich aus durch das dass man weniger Klamotten mitnehmen muss weil es einfach wärmer ist da drin oder? weil es einfach mega warm ist also und ich finde auch sogar dass die leichten Gurtzeuge tendenziell vielleicht sogar eher noch
wärmer sind wie ein Submarin also der dünne Stoff wenn da die Sonne durch scheint dann fühlt sich das an wie so eine Heizplatte unter den Füßen also man merkt dann wirklich wie die Sonneneinstellung halt sich ja wie die Wärmestrahlung an der Füße ankommt und jetzt auch grad mit dem mit dem Sian wo ich jetzt flieg da hält sich finde ich das was es schwieriger ist zum oder schwieriger ist zum anziehen hält sich vor den ganzen Grenzen weil ich das Gurtzeug komplett aufmachen kann und ich kann's dann doch recht schnell anziehen das heißt ich muss da nicht irgendwo durchschlupfen sondern ich kann's komplett aufmachen und ist vom Handling schon sehr benutzerfreundlich also wie
ist das mit der Sicht für dich als Pilot ich mein wenn du jetzt rechts und links da so ne bisschen aufgeblasene Tonne hast du kannst schlechter nach unten gucken also dein dein Winkel was du nach unten sehen kannst ist ein bisschen schlechter und sowas würdest du dann Nachteile sehen für beispielsweise Toplandings oder sonstiges was ist damit vielleicht ein leicht erhöhtes Risiko verbunden beim
Toplanden finde ich das nicht also aber was ja man sieht auf jeden Fall schlechter nach unten das ist so und mir geht's dann selber manchmal so dass ich dann wenn ich jetzt Grad folgen will beim Fliegen dann schon auch gezielt mal seitlich nach unten schauen muss wo ich mich jetzt grad vom Grad befinde ob das jetzt überhaupt der optimale Aufwindbereich ist oder ob ich nicht besser zehn Meter links oder zehn Meter rechts fliegen sollte
und was viele ja auch sagen also beim Starten zum Beispiel aber den Purzel kann man sich wo reinstecken das funktioniert ganz gut und ich fliege ja ich selbst auch nicht mit einem Vollvisierhelm weil ich finde der macht auch nochmal einen erheblichen Teil aus wenn ich jetzt Submarine mit Vollvisierhelm fliege fühlt sich das an wie so eine Kapsel oder halt wirklich scharf nach vorne gerichtet und nicht so links und rechts und jetzt einfach da macht der Helm finde ich auch schon viel aus dass du einfach sagst okay du hast jetzt ganz normalen jetzt haben sie ja diese Skihelm -Norm auch noch mit reingenommen ein ganz normalen Skihelm oder halt einen normalen Helm da kannst du schon viel besser nach links und nach rechts schauen wie wenn du einen Vollvisierhelm hast aber
ich glaube ich habe noch keinen X -Alps -Athleten mit einem Vollvisierhelm gesehen ich denke die haben ja alle immer relativ kleine Nussschalen irgendwie oben drauf was gerade so in die Norm da noch reinpasst möglichst leicht möglichst klein
aber das war jetzt nur allgemein so Thema Submarine muss dann schon dann finde ich immer die ganze gesamte Kombi ein bisschen betrachten und nicht nur das Gottsack allein an sich sondern einfach was hat der Pilot sonst noch dabei und da ist der Helm halt auch so ein Faktor wo ein bisschen einschränkt finde ich
Und warum Scala und warum nicht Zeolite wenn du den früher schon mal geflogen bist
Ja einfach Gesamtpaket bin jetzt so ganz happy damit und
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Fii Ja ich glaube da kommt jetzt auch ganz coole Sachen also ich bin denn z.B. bei der Planung einen D &D Schirm zu bauen wo wirklich halt auch ein bisschen auf Fleisch getrimmt ist bin immer geflogen Brote davon und der hat mir voll zugesagt also vom Handling her sehr direkt
Zeolite hat auch Schwachpunkte und da hab ich gesagt okay nee das passt für mich gibt das ein rundes Paket ab und bin jetzt auch zufrieden damit Es gibt
drei andere deutsche Athleten noch oder eine Athletin davon die bei den X -Alps teilnehmen hast du mit denen oder bist du mit denen im Austausch trainierst du vielleicht sogar manchmal mit denen oder ist das Konkurrenz
Ne also ich glaube wir sind recht freundschaftlich miteinander und das ist auch echt cool wir haben uns ja im Herbst haben uns alle mal bei Celine getroffen oder jetzt auch im Staufen KV da war auch der Markus und der Philipp wieder da und auch schon zwei Wochen davor hat der Markus mit seinen Supportern ein Meeting gemacht oder halt genau und die waren in Sonthofen also eh bei mir ums Eck und wir sind dann am Sonntag zum Fliegen gegangen fahren auf den Parkplatz machen grad Tür auf und dann fährt der Markus vorbei und ich so hä wieso ist der jetzt hier bei uns und dann ohne dass wir uns abgeschwollen haben sind wir dann alle alle zusammen zum Fliegen gegangen und das ist schon cool also ich glaube Markus hat einfach schon viel Erfahrung geht das auch sehr professionell an
und da kann man sich dann schon ein paar Infos Inputs mitnehmen und die
gibt er auch weiter
ja also ich hab bisher mal auf jede Frage eine vernünftige ehrliche Antwort denke ich bekommen
das ist glaube ich eh eines der schönen Seiten der Gleitschirmszene das soweit ich es sehe eigentlich nie die Konkurrenz so groß ist dass man nicht wenn man einfach freundlich fragt auch ehrliche Antworten kriegt also dass dass da Leute viel zurückhalten würden oder sowas sondern so meine Erfahrung ja
man muss sich auch ganz ehrlich in die Augen schauen was geht's denn was gibt's denn es geht eigentlich nur darum selber Spaß zu haben und einfach so Marmeladen Glasmomente zu sammeln da gibt's keinen Grund sich gegen den anderen gegenüber zu verschließen weil wieso sollte man ihm das verwehren oder ihm da nicht unterstützen
wo siehst du dich am Ende der X -Alps
glücklich im Ziel und direkt danach wieder mal fliegen also nicht in ein mentales Loch zu fallen und sonst irgendwie Probleme zu machen sondern einfach halt das Jahr geht weiter das Leben geht weiter und sagen wir mal X -Alps 27 gibt's ja dann auch wieder
bist du nach den X -Peer in dein Loch gefallen
nein
also wir sind aber zum Beispiel wo wir im Ziel waren auch wieder jeden Tag zum Radeln gegangen das war auch ein bisschen zum Kreis zum Anfang zu schließen mein Energieniveau ist normalerweise immer hoch oder halt immer am Start was zu machen also die zwei Tage wo wir im Ziel waren bis dann zur Siegerehrung oder war es sogar länger ich weiß gar nicht mehr haben wir einfach jeden Tag so weiterhin Aktivurlaub gemacht
Aktivurlaub machen sind so Hike & Fly Rennen vielleicht auch Aktivurlaub für dich möge es so werden X -Alps als eine gute Gelegenheit lauter ganz viele Marmeladenglas Momente zu sammeln und am Ende ins Ziel zu kommen Christian ich wünsche dass das genauso aufgeht mit allen Erfolgen die du vorher schon erzielt hast würde ich dich so ein bisschen als Edel -Rookie einstufen der da vielleicht auch ganz gute Chancen hat um wirklich auch ins Ziel zu kommen möge das Wetterwitz mitspielen dass ihr nicht einfach nur ganz viel laufen müsst und dass die Strecke dann vielleicht doch etwas zu lang werden könnte aber ich denke so wie in den letzten Jahren immer viel geflogen wurde wird wahrscheinlich in diesem Jahr dann auch wieder viel geflogen egal was das Wetter dann letzten Endes macht ich
bin gespannt auf jeden Fall vielen Dank die Lucien für die Einladung und ich wünsche allen die den Podcast jetzt bis zum Ende gehört haben immer schöne Pflege und gute Landung
falls du Christian Schuck bei seinem auch kostspieligen X -Alps -Abenteuer unterstützen möchtest er hat auf GoFundMe eine Spendenseite eingerichtet den Link dazu und noch einige weitere findest du in den Shownotes zur Folge im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz und falls du auch meine Arbeit an Podz-Glidz und Lu-Glidz fördern möchtest kannst du das genauso tun als freier Journalist stecke ich viel Zeit Arbeit und auch Kosten in Podcast und Blog damit ich das auch weiterhin so professionell
veröffentlich deine Unterstützung auf meiner Homepage www.Lu-Glidz.blogspot.com findest du die Seite fördern dort stehen alle nötigen Infos und Links um mir finanziell unter die Arme zu greifen
welchen Betrag als Förderer du gibst kannst du ganz frei wählen falls du dir unsicher bist mein unverbindlicher Vorschlag sind 60 Euro im Jahr das entspricht nur 5 Euro im Monat ich denke das ist ein sehr faires Angebot für so viel aktuelle und hintergründige Informationen und Unterhaltung rund um das schönste Hobby der Welt allen Förderern sage ich danke bis bald bleibt gesund und genießt die Freiheit Ciao