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162. Der Rennleiter - Ferdinand Vogel

// Ferdinand Vogel, Lucian Haas · 2025-06-06 · 01:30:42 · original episode · pdf

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[show notes]
Ferdinand Vogel ist der Race Director bei den Redbull X-Alps 2025. Diese Aufgabe hat mehr Facetten als man denkt +++ Die Redbull X-Alps sind der am meisten beachtete Wettbewerb rund ums Gleitschirmfliegen. In diesem Jahr 2025 müssen die Athleten per Hike and Fly einen Kurs von 1283 Kilometer quer über die Alpen absolvieren. So lang war die Strecke noch nie. Damit beim Rennen alles geregelt oder – besser gesagt – gemäß den Regeln abläuft, gibt es den Race Director. Seit der Edition von 2023 heißt der: Ferdinand Vogel. Aber was macht so ein Race Director genau? Das erzählt der 34-jährige in dieser Episode 162 von Podz-Glidz. Im Gespräch zeigt sich schnell: Die Aufgabe des Rennleiters hat mehr Facetten als man denkt. Das beginnt lange vor dem eigentlichen Rennstart. Von der Auswahl der Athleten über Sicherheitschecks der Route, die Definition von No-Fly-Areas bis hin zu technischen Vorgaben für die Bürzellänge von Gurtzeugen – überall hat der Race Director ein gewichtiges Wort mitzureden. Ferdinand plaudert im Podcast aus dem Nähkästchen und gibt tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Redbull X-Alps. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Pienso Viento | Künstler: Casa Rosa Youtube Audio Library https://www.youtube.com/watch?v=3nT3lZ88Usw +++ Lu-Glidz Links: + Blog: https://lu-glidz.blogspot.com + Facebook: https://www.facebook.com/luglidz + Instagram: https://www.instagram.com/luglidz/ + Whatsapp-Kanal: https://whatsapp.com/channel/0029VaBVs05CHDynzdlJlU34 + Youtube: https://youtube.com/@Lu-Glidz + Soundcloud: https://soundcloud.com/lu-glidz + Spotify: https://open.spotify.com/show/6ZNvk83xxGHHtfgFjiAHyJ + Apple-Podcast: https://itunes.apple.com/de/podcast/podz-glidz-der-lu-glidz-podcast/id1447518310?mt=2 + Linktree: https://linktr.ee/luglidz +++ LINKS zu Ferdinand Vogel: + Redbull X-Alps: https://www.redbullxalps.com + Website Ferdinand Vogel: https://ferdinand-vogel.de/ + Podz-Glidz 13 - Flybird: https://lu-glidz.blogspot.com/2019/08/podz-glidz-13-flybird.html + Ferdi auf Instagram: https://www.instagram.com/ferdinand.bird/

[transcript]

0:02Ferdinand Vogel

Als ich Race Director das erste Mal geworden bin und dann die Liste bekommen habe, wer sich beworben hat, habe ich mir die Mühe gemacht und habe rausgesucht, wie viele Follower haben die, welche Reichweite haben die, sind die Follower eher in der Gleitschirm -Szene, auf wie vielen Social -Media -Kanälen sind die und habe das so alles vorbereitet, weil ich da auch davon ausgegangen bin, dass das ziemlich relevant ist. Also das hat nie jemand angeschaut. Also wenn wir die finale Liste haben, klar, dann wird noch mal auch, Red Bull darf dann auch noch mal drüber schauen und darf auch noch mal sagen, hey, wir hätten aber noch lieber den Bewerber mit drin oder so. Das hatten wir jetzt dieses Mal auch, wo ich dann einfach gesagt habe, na, der ist nicht sicherheitssauglich für das Rennen und dann war das auch keine Diskussion und dann war das erledigt.

0:53Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast.

0:56Ferdinand Vogel

Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens.

1:00Lucian Haas

Heute mit… Ferdinand Vogel. Und ich bin… Lucian Haas.

1:09Lucian Haas

Die Red Bull X -Alps sind der am meisten beachtete Wettbewerb rund ums Gleitschirmfliegen. In diesem Jahr 2025 müssen die Athleten per Hike and Fly einen Kurs von 1.283 Kilometern quer über die Alpen absolvieren. So lang war die Strecke noch nie. Damit beim Rennen alles geregelt, oder besser gesagt, gemäß den Regeln abläuft, gibt es den Race Director. Seit der Edition von Red Bull X -Alps… Von 2023 heißt er Ferdinand Vogel. Aber was macht so ein Race Director genau? Das erzählt der 34 -Jährige in dieser Episode 162 von Podz-Glidz. Im Gespräch zeigt sich schnell, die Aufgabe des Rennleiters hat mehr Facetten als man denkt.

1:55Lucian Haas

Das beginnt schon lange vor dem eigentlichen Rennstart. Von der Auswahl der Athleten, über Sicherheitschecks der Route, die Definition von No -Fly -Areas, bis hin zu technischen Vorgaben für die Bürzellänge von Gurtzeugen. Überall hat der Race Director ein gewichtiges Wort mitzureden. Ferdinand plaudert im Podcast aus dem Nähkästchen und gibt ungewohnt tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Red Bull X -Alps. Da du den Podcast hörst, werde doch zum Förderer von Podz-Glidz. Wie das ganz einfach geht, steht im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz, und zwar dort auf der Seite Fördern.

2:35Lucian Haas

Ferdi… Du warst kürzlich beim Paragliding World Cup in Algozonalis in Spanien. Und da ist ein Task gewesen, bei dem bist du bis an den Strand geflogen. Da war das Goal. Wie ist das, bei einem Rennen bis zum Strand zu fliegen?

2:51Ferdinand Vogel

Ja, war ein geiles Feeling. Na, also der Endernflug, der war schon beeindruckend. Wir sind da mit Gleitsaal 1 zu 15 losgeflogen und alle haben vorher gesagt, da gibt es nichts zum Landen, da ist keine Thermik mehr zum Meer, bleibt es bloß hoch. Und alle so, vorher schon. Ja, wir werden da knapp über den Bergrücken drüber kommen und dann irgendwie uns ins Goal mogeln. Und entsprechend war dann auch die Stimmung im Endernflug. Ein paar haben es einfach riskiert und sind drauf losgezogen. Ein paar andere haben aufgedreht in dem schwachen Steigen, das war dann schon die Meerluft. Das war spannend. Und ja, letztendlich kam fast jeder ins Goal. Ich glaube, es ist keiner da irgendwo gelandet, sondern alle sind am Strand eingelandet. Es war für viele, viele und auch für mich, einer der beeindruckendsten Tasks, die wir bisher hatten. Ist das

3:34Lucian Haas

beeindruckende, dass man am Meer landet? Also ist das irgendwie ein besonderes

3:37Ferdinand Vogel

Hochgefühl? Ja, irgendwie schon, ja. Also dieses Gleiten, nachdem der Stress weg war, dann noch kurz über dem Meer drüber. Ich kam nicht ganz so hoch an, hatte nicht ganz so viel Vergnügen. Aber ja, war schon beeindruckend. Auch das Panorama, speziell dort auf der anderen Seite hat man wirklich Afrika gesehen. Das war schon irgendwie cool, so nach 100 Kilometern am Meer anzukommen. Jetzt in Kürze starten

4:00Lucian Haas

die Red Bull X Alps und da bist du Race Director. Und früher sind die X Alps auch immer am Strand, am Meer gelandet, in Monaco.

4:10Ferdinand Vogel

Ah, ja. Verstehst du

4:12Lucian Haas

nach diesen Erlebnissen von dir in Spanien, dass manche diesem Ziel Monaco nachtrauern?

4:18Ferdinand Vogel

Ja, definitiv. Und das ist ja auch vor allem noch in den Köpfen drin. Also selbst Athleten, die jetzt schon die letzten Editions erlebt haben, dass es nicht mehr ans Meer geht, die sagen dann auch immer, ja, X Alps von Monaco oder von Salzburg bis nach Monaco, und ja, das steckt irgendwie so drin, das stimmt schon, ja.

4:38Lucian Haas

Wenn du jetzt als Race Director Einfluss darauf hättest, die Route vielleicht irgendwann wieder anders zu führen und eben dann bis zum Mittelmeer zu führen, würdest du nach deinen Erlebnissen jetzt sagen, eigentlich wäre das ein Muss?

4:52Ferdinand Vogel

Es wäre traumhaft schön, definitiv. Es gibt aber viele, viele Komponenten, die berücksichtigt werden müssen. Was man immer gern unterschätzt, auch in Frankreich, ist, dass es halt einfach Regularien gibt. Und zwar gar nicht so wenige. Und gerade da Richtung Südfrankreich, da sind dann doch einige Naturschutzgebiete, die das Fliegen ziemlich schwierig machen. Und ich kann mich daran erinnern, dass in den letzten Editions, wo es noch bis nach Monaco runterging, sich da auch der eine oder andere Franzose beschwert hat, weil er gesagt hat, ich darf da nicht rein, sonst wird die ganze französische Community sich melden und die anderen Athleten halt alle da durchgeballert sind und einfach durchgeflogen sind. Und das hat sich schon verändert, dass wir bei den X -Alps mittlerweile sehr, sehr stark auf all diese naturschutzrechtlichen Regularien achten müssen.

5:43Ferdinand Vogel

Also das Pfeil hat früher halt aus den hauptgroßen Lufträumen bestanden, was die Athleten bekommen. Wir haben diese forbidden areas, die es bei den X -Alps gibt. Und mittlerweile ist das, da sind, also ich weiß, ich habe sie nicht gezählt, aber ich würde mal sagen, weit über 400 einzelne Erdbeeren. In der Space ist kleine überall drin. Die Schweiz ist da auch sehr extrem. Da gibt es überall so Jagdschutz -Bann -Gebiete. Da darf halt nicht gestartet und gelandet werden. Auch in Italien gibt es Riesengebiete, das ist den meisten gar nicht bewusst, auch mitten in den Dolomiten. Also da wird freileisig geflogen und alles. Aber rein offiziell, laut dem, was man in so einer AIP nachlesen kann, gibt es da Gebiete, wo das Fliegen plötzlich richtig kritisch und schwierig wird.

6:30Ferdinand Vogel

Und meine Aufgabe ist es, in vielen von den Gebieten Sondergenehmigungen zu kriegen oder irgendwie Schlupflöcher zu finden, wie wir es trotzdem hinkriegen, dass wir den Naturschutz nicht benachteiligen, aber halt auch das Rennen nicht benachteiligt wird. Und gerade Richtung Südfrankreich ist das ein großes Problem, um jetzt wieder auf Monaco zurückzukommen. Und das andere ist, es ist schon eine andere Stimmung. Also ich durfte das ja jetzt, das letzte Edition war ja mein erstes Mal als Race Director. Und ich war ja auch 2017 mit dem Pal Takac als Supporter dabei selber, als offizieller Supporter. Der ist ja auch bis Monaco

7:10Lucian Haas

gekommen, oder?

7:11Ferdinand Vogel

Nein, wir haben es leider nicht ganz geschafft. Wir hatten ja so eine 48 -Stunden -Penalty und saßen dann da in Lucano rum. Aber wir sind dann trotzdem nach Monaco gefahren direkt. Und da war dann auch die Zeremonie und alles. Aber es war ein anderes Feeling, weil da war keiner. Da war wirklich fast keiner. Fast gar kein anderer Gleitschirmflieger. Es waren ein paar typische Monaco -Touristen da. Aber die haben uns eher schräg angeschaut, weil die waren halt alle eher Schickimicki. Und wir waren total fertig. Die Gesichtszüge hingen runter von den ganzen Anstrengungen. Total müde. Kommt da quasi so halb verschwitzte Leute an und wollen dann Party machen. Und das passte irgendwie nicht so richtig geil zusammen. Und wenn ich das jetzt vergleiche mit dem, was in Zell am See abging.

7:59Ferdinand Vogel

Und zwar auch mit Teilnehmern, die jetzt nicht ganz vorne dabei waren. Sondern dieser Zieleinlauf, das war schon was beeindruckendes. Also das steht halt so dem einen oder anderen gegenüber. Und ich glaube, das Feeling bleibt trotzdem, dass man wo ankommt, dass man die X -Alps geschafft hat, wenn man dort ankommt, wo das Ziel halt ist. Und diese Tourtour, diese Alpenüberquerung in dem Fall mehrfach einfach da ist.

8:29Lucian Haas

Ich möchte mit dir reden. Weil wir heute ein bisschen über eben deine Rolle als Race Director sprechen. Aber zuvor erklär mir erst mal, wie wird man das überhaupt? Beziehungsweise wie bist du das geworden?

8:43Ferdinand Vogel

Ja, also ich weiß es auch nicht hundertprozentig. Aber irgendwie kam quasi der alte Race Director auf mich zu und hat einfach mal gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Das war Christoph Weber, der das jahrelang gemacht hat. Ja, genau. Und der Christoph, der hatte irgendwann, hat er gesagt, na, ihm ist das ein bisschen zu viel Stress und er mag es mal ein bisschen gemütlicher. Und mit den Kids daheim und neue berufliche Sachen, die da in Planung waren, hat er einfach gesagt, er braucht jetzt einen Cut. Er hat das lange genug gemacht, aber es ist schwierig, das abzugeben. Und er wollte es ja nur in gute Hände sozusagen abgeben. Da habe ich gesagt, ich weiß ja gar nicht, was da wirklich auf mich zukommt. Also haben wir dann uns auch getroffen und mehrfach telefoniert. Und letztendlich war ich dann halt auch irgendwann bei Zoom Productions,

9:29Ferdinand Vogel

das ist das Unternehmen, was hinter den X -Alps steht. Also es ist nicht direkt Red Bull. Red Bull ist nur der Hauptsponsor. Und ja, dann war das ein ganz normales Bewerbungsgespräch. Und ich glaube, meine Stärken waren einfach, dass ich durch die Deutsche -Liga -Arbeit und Newcomer -Challenge, Junior -Challenge doch recht viel Erfahrung auch schon mit Flugwettbewerben hatte. Und zudem, kurz davor war ich ja selber, wollte ich mal bei den X -Alps teilnehmen. Das heißt, ich war da irgendwie schon drin. Und ich fliege jetzt seit über 20 Jahren selber Gleitschirm und habe viele Editions als Zuschauer mitgekriegt und auch die Insights dann durch das Paragliding -Forum reinschauen oder das THV -Forum. Und ich kenne super viele der Athleten selber persönlich

10:15Ferdinand Vogel

und habe deshalb, glaube ich, einen ganz guten Einblick, was die Szene so für Bedürfnisse hat, was die Athleten für Bedürfnisse haben und was eben auch luftrechtlich möglich ist. Also da kommt dann auch wieder mein Fluglehrer -Dasein, mit den ganzen Gesetzen, die es so gibt, zumindest jetzt mal auf der österreichischen und deutschen Seite. Aber mich hat das dann damals auch voll interessiert, wie das ja auch in Italien zum Beispiel ist. Und ja, für Frankreich und Schweiz, da kenne ich mich mittlerweile auch gut aus, aber da habe ich dann halt einfach die Verbände mit eingezogen.

10:46Lucian Haas

Jetzt war vor zwei Jahren für dich die Premiere als Race Director. Vieles war neu, sicherlich. Jetzt folgt gewissermaßen Episode 2 für dich. Gehst du dieses Rennen mit ganz anderen Leuten? Mit anderen Gefühlen an?

11:01Ferdinand Vogel

Ja, doch. Also das letzte Mal war halt wirklich so Black Box. Was kommt auf mich zu? Klar, es war viel Vorbereitungsarbeit da, aber es ist nicht alles liegt bei mir. Also da ist ein riesen Team dahinter. Also da sind zwei Leute, die sind fulltime angestellt und machen das zwei Jahre Vorbereitung, nur das. Und während dem Rennen ist das ein Team von über 40 Leuten. Das muss alles koordiniert werden. Da gibt es gesetzliche Auflagen und, und, und. Und das zu durchblicken, das ist ja jetzt auch nichts, was mal eben jemand sich mit dir hinsetzen kann und sagen kann, komm, wir gehen das jetzt mal durch. Und dann kriegt man ein Gefühl dafür, wie du machen musst und was wer anderes machen muss. Sondern das war eher so ein bisschen ein grober Überblick und dann einfach ins kalte Wasser.

11:50Lucian Haas

Was ist denn für dich so die größte Vorfreude, die du im Ausblick auf das Rennen empfindest?

11:58Ferdinand Vogel

Das Erlebnis mitzuerleben. Also beim letzten Mal war das spannend, weil ich hatte das Gefühl, ich mag irgendwie mitmachen selber, aber durfte ich ja nicht. Und trotzdem war ich irgendwie bei den Athleten mit dabei. Und so nah dran wie eigentlich zuvor noch nie. Also vor allem bei mehreren Athleten. Klar, beim PAL, da war ich voll involviert, aber halt in einem Team. Und habe nur am Rande mal andere Teams dann getroffen. Und dieses Mal war ja meine Aufgabe, alle Teams im Blick zu haben. Und bin dann auch mit den Athleten einfach mal mitgejoggt eine Zeit lang, wenn die am Boden waren. Gerade mal abends, wenn die ihren letzten Sonnenuntergangsflug quasi gemacht hatten, alles zusammengepackt haben. Dann haben die meistens ein bisschen was zu essen noch für auf den Weg bekommen.

12:46Ferdinand Vogel

Dann rennen die mir auch nicht davon. Und dann konnte ich mitziehen und bin einfach nebenher gejoggt und dann einfach gefragt, wie der Tag war, was für Probleme sie im Team haben. Und dadurch kriegt man plötzlich wieder andere Einblicke. Spannend fand ich es,

13:01Ferdinand Vogel

dass

13:04Ferdinand Vogel

ich war halt plötzlich der Rennleiter und nicht mehr der Kumpel sozusagen von den anderen Athleten. Und das habe ich dann schon gemerkt am Anfang. Am Anfang waren sie sehr zurückhaltend, mir irgendwas zu verraten. Also letztes Mal gab es ja, da war ja super feucht, labil, tiefe Basis, am Nachmittag immer Überentwicklungen. Da haben die schon Sachen erlebt, die wollten sie mir dann nicht erzählen. Es war plötzlich unter ihnen alles weiß vor lauter Graupel. Also da war keine grüne Wiese mehr oder sowas. Das haben sie mir dann meistens erst zwei Tage später erzählt. So nach dem Motto, dann wird es ja schon nicht mehr so schlimm sein. Oder da gab es dann einmal die Situation, da wurde ich angerufen von Bernie, von Burn M App. Der hat mich angerufen und hat gesagt, boah, da ist der und der Athlet ist abgestürzt.

13:51Ferdinand Vogel

Schau dir das mal an, der ist abgestürzt. Ganz sicher, er hat es im Livetracking gesehen. Und dann ist natürlich in dem Moment Panik, oder? Und man muss gucken, wo ist der? Wie kommt das zustande? Und direkt mal anrufen und so. Und dann ging der ran und hat gesagt, na, na, ich bin hier gerade top gelandet, der Wind ist zu stark, ich muss noch ein paar Steine einsammeln, dann bin ich schwerer, dann passt das schon.

14:12Ferdinand Vogel

Und solche Geschichten ist dann schon, dann merkt man halt, ja, es sind halt doch die X -Hives, es ist alles im Extremen. Und ich hatte ja letztes Mal die gelbe Karte eingeführt,

14:24Ferdinand Vogel

um Penalties zu vergeben für zu aggressives,

14:30Ferdinand Vogel

zu sicherheitsunbewusstes, verhalten, was ich aber nicht prüfen kann oder wo ich keinen Videobeweis von habe. Und hauptsächlich kam die Idee durch die Wolkenfluggeschichte, weil Wolkenflug ist immer total ätzend, da eine knallharte Linie zu finden. Klar, wir müssen alle viel Abstand eigentlich zu den Wolken halten, aber wir wissen alle, wie das normalerweise läuft. Und in der Vergangenheit gab es da noch nie wirklich Penalties für Wolkenflug. Und beim Streckenfliegen ist das regelmäßig ein Problem, dass die Leute halt aufdrehen, in die Wolke reindrehen, um die Talquerung besser machen zu können. Und das Gleiche gab es auch reihenweise bei den X -Hives, zumindest munkelt man das. Und ich wollte einfach sagen, Leute, das geht nicht.

15:16Ferdinand Vogel

Wir sind Vorbilder für die ganze Szene und wenn ihr das macht, machen das alle anderen auch. Und dann gibt es irgendwann das Gleitschirmfliegen nicht mehr in der Form, wie wir es gerade haben. Diese Umkehr und dann sagen die anderen, ja, aber wenn der es macht, muss ich es ja auch machen, sonst ist es unfair. Und dann war einfach, hey, wenn ich etwas Auffälliges im Livestecken sehe, seid ihr in der Verantwortung, mir zu beweisen, dass ihr nicht in der Wolke wart. Wenn ihr es dann nicht machen könnt, kriegt ihr eine gelbe Karte. Und eine gelbe Karte bedeutet, ihr habt einfach nur eine gelbe Karte, aber kein Penalty. Aber wenn ihr gelbe Karten sammelt, irgendwann führen die zu Penalties. Und letztes Mal fiel es mir dann trotzdem schwer, gelbe Karten zu verteilen. Und so viele gelbe Karten wurden es dann gar nicht. Also es gab ein paar tatsächlich, wegen Landungen, wegen allen möglichen Zeugs.

16:01Ferdinand Vogel

Aber letztendlich haben wir jetzt entschieden, na, es gibt nur noch eine gelbe Karte, ohne dass etwas passiert. Und bei der zweiten gelben Karte passiert jetzt schon etwas, eine kleine Strafe. Und bei der roten Karte, nachdem es zwei gelbe Karten gab, müssen wir uns dann einfach situativ, was die gelben Karten waren, uns überlegen, wie groß die Strafe dann ist. Kann aber auch zur Disqualifikation führen.

16:23Lucian Haas

Ist das eigentlich dieses Penalty -Geschichte, gelbe Karten, rote Karten und so was, ist das für dich die blödste oder unerfreulichste Ausgabe? Als Race Director? Zumindest während des Rennens? Ja,

16:34Ferdinand Vogel

definitiv. Also ich mag das gar nicht. Ich war jetzt auch in der Jury beim World Cup. Da ging es auch wieder um Wolkenflug. Da war der ganze Pulk eingesaugt worden. Und das ist, ja, man kennt die Leute. Das kommt ja noch dazu. Also irgendwo ist man doch ein bisschen befangen. Bei dem World Cup war ich jetzt sogar selber Teilnehmer. Also noch schwierigere Situation. Ich glaube, die meisten, die mich kennen, die wissen, dass ich das sehr rational versuche zu betrachten und einfach die Fakten, die ich auf den Tisch lege. Und man möchte niemanden wirklich Penalties geben. Und letztes Mal war zum Beispiel, das Rennen war ja wahnsinnig schnell. So schnell waren die noch nie unterwegs. Lag sicherlich daran, dass die Basis eben niedrig war und sie von tief unten raus, einfach im gerade Ausflug, sich wieder hoch basteln konnten und entsprechend super schnell waren.

17:21Ferdinand Vogel

Und die Penalties, die es dann gab, wegen Airspace -Violation, normalerweise ist das ja immer 48 Stunden.

17:28Ferdinand Vogel

Das gab es letztes Mal nicht. Also es gab Violations, aber nicht 48 Stunden, weil wir dann einfach gesagt haben, nach 48 Stunden ist das Rennen vorbei. Und entsprechend haben wir dann im Race -Komitee halt diese inoffiziellen 48 Stunden, die sind ja nirgendswo runtergeschrieben, reduziert und haben zwei neue Stufen gegeben. Also für der Patrick von Kennels zum Beispiel in Locarno, da ist durch das, dass die Grenze so schmal, also die Grenze da ist, ist dann die TMA von Locarno ist nur noch so ein 100 Meter langer Streifen, der ziemlich lang ist. Und da ist er halt versehentlich kurz reingeflogen, hat es dann gemerkt, ist umgedreht und dann außenrum geflogen. Und da haben wir gesagt, okay, ja, früher hieß es ja, ein Trackpunkt ist drin, fertig, aus.

18:14Ferdinand Vogel

Es gibt die 48 Stunden. Und da haben wir dann einfach gesagt, okay, es gibt, es gab Luftraumverletzungen, da sind die geradeaus durchgeballert und haben nichts mitgekriegt. Und die hatten dann das letzte Mal, glaube ich, 12 Stunden bekommen und die anderen dann eben 6 Stunden oder so. Und letztes Mal waren 6 Stunden auch schon ziemlich hart.

18:34Lucian Haas

Lass uns mal ein wenig deine, insgesamt so deine Aufgaben als Race Director durchgehen, dass man so ein bisschen Verständnis dafür gewinnt. Du hast ja nicht nur während des Rennens etwas damit zu tun, sondern auch schon viel Arbeit, soviel ich weiß, liegt ja auch davor. Ja. Und was fällt da gewissermaßen in deinen Hoheitsbereich? Also was musst du da als Race Director machen beziehungsweise wo bist du quasi vielleicht auch das Zünglein an der Waage oder wo bist du entscheidend?

19:04Ferdinand Vogel

Also im Race -Komitee, wo dann auch der Besitzer von Zoom Productions mit drin ist,

19:14Ferdinand Vogel

dort werden die Entscheidungen alle als Team -Entscheidung gefällt. Also es gibt eigentlich keine Entscheidung, die ich alleine fälle. Es fliegen alle Gleitschirme. Also auch der Safety Director, alle haben ein bisschen Gleitschirm -Erfahrung. Bei dem einen oder anderen liegt das schon ein bisschen länger zurück. Aber der Ulrich Grill zum Beispiel, der ist früher auch diese Drachen -Proximity -Rennen geflogen und so. Also war auch ein wilder Hund. Und entsprechend ist das Know -How eigentlich bei allen da. Und trotzdem ist für meine Aufgabe, so sehe ich das mittlerweile auch klar, ich bin der Berater, was gleitschirmspezifische Sachen angeht. Und zwar aktuelle gleitschirmspezifische Sachen.

19:56Ferdinand Vogel

Und meine Connections, die ich einfach jetzt gerade in der Szene habe, die nutze ich und die erfrage ich. Und da geht es eigentlich los, nämlich bei der Athletenselektion herauszukriegen, wer soll jetzt Red Bull X -Alps -Athlet werden. Das ist gar nicht so easy. Und wir machen da immer einen riesen Prozess draus. Und der Prozess ist allein vom letzten Mal zu diesem Mal noch mal wahnsinnig aufwendiger geworden. Ich würde sagen, es liegt auch mit da dran, weil die Athleten werden immer besser. Also die Athleten werden immer besser. Und das Niveau ist immer näher beieinander sozusagen. Und deshalb wird es immer schwieriger auszuwählen, welcher ist denn jetzt wirklich der Beste.

20:42Ferdinand Vogel

Und dann gibt es ja immer das Läuferische und das Fliegerische. Und dann natürlich alle Sicherheitsaspekte. Wir achten in erster Linie mal auf die Sicherheitsaspekte. Da haben wir einigermaßen, wo man es halt machen kann, klare Regeln. Wie viel Flugpraxis braucht die Person? Wie lange sollte sie schon fliegen? Mit welchen Schirmen ist sie regelmäßig unterwegs? Weil das einfach einen Unterschied macht, ob jemand gerade ganz frisch einen C -Schirm fliegt und davor immer nur B -Schirm geflogen ist oder ob die Leute auch CCC -Schirme fliegen und dann bei den X -Alps halt noch was braveres theoretisch fliegen würden. Das macht schon einen Unterschied. Die Agro -Skills, wie gut können die Kunstflugmanöver fliegen? Da behauptet jeder schnell, dass er halt SAT -Heli fliegen kann.

21:29Ferdinand Vogel

Und was ich dann mir mache ist, heutzutage hat fast jeder von den Athleten halt einen Instagram -Account und ich schaue mir dann einfach an, wie gut starten die, wie gut landen die. Weil auch da sieht man extreme Unterschiede. Ich würde sagen, beim World Cup über die Hälfte kann ich starten und landen. Und auch bei den Leuten, die sich bewerben, gibt es super viele, die nicht starten und landen können. Und das sind aber einfach auch bei den X -Alps mit die kritischsten Momente. Das guckst du wirklich

21:55Lucian Haas

an? Ja. Also du gehst auf die Instagram -Accounts von denen und guckst, sind da Startvideos von denen drauf? Und dann guckst du dir was an und sagst, oh Gott, wie hüpft der denn da in seinen Schirm rein? Das sieht ja ziemlich unkontrolliert aus. Ich weiß ja

22:08Ferdinand Vogel

nicht. Ja, genau. Und wenn ich das Gefühl habe, da passt was nicht hundertprozentig, dann versuche ich halt weiter darauf zu achten und dann auch die Storys von den Personen mir anzuschauen, um einfach ein besseres Gefühl dafür zu kriegen. Und viele posten irgendwas von Starts und Landungen und da sieht man sehr viel. Beim Manövern sieht man es oft gar nicht so, weil die Perspektive dann meistens nicht passt. Und oft werden die Fuck -Ups nur reingestellt und da lernt man dann eigentlich nichts, oder? Und das passiert halt auch mal. Also das ist nicht schlimm, wenn sowas da aufpoppt. Aber ja. Und wenn jemand die letzten drei, vier Jahre viermal runtergefallen ist, dann ist das halt auch ein Zeichen, oh, vielleicht hat er sein Risikomanagement nicht ganz im Griff. Und diese Punkte, weil das Fliegen halt nochmal viel

22:57Ferdinand Vogel

sicherheitsrelevanter ist als das Läuferische, die werden sehr, sehr wichtig. Und ich habe den Fragebogen, den Bewerbungsbogen markant umgebaut zu diesem Mal. Beim letzten Mal habe ich mir gedacht, nein, nein, ich lasse es mal lieber, wie es war. Und jetzt haben wir ihn gut umgebaut, um eben die Fragen speziell in diese Sicherheitsrichtungen zu kriegen, um da halt auch Feedback zu bekommen. Und natürlich beschönigt das jeder Athlet, der sich da bewirbt. Aber trotzdem bekommt man ein gutes Gefühl.

23:27Lucian Haas

Was ist zum Beispiel so eine sicherheitsrelevante Frage? Also was müsste ich, wenn ich mich bewerben will? Was ist eine der markanten Fragen, wo du sagst, daraus kann ich rauslesen, ist der Lucian sicherheitstechnisch für sowas geeignet oder nicht?

23:39Ferdinand Vogel

Ich würde nicht sagen, dass es eine Frage ist. Es ist das Zusammenspiel von allen Fragen. Aber wenn da jemand schreibt, ja, er hat im Sicherheitstraining schon zwei Stalls geflogen, dann klingeln bei mir schon die Alarmglocken, weil, ja, also wir kennen alle die Videos, wenn es die bei Fetzen, Wind irgendwo im Lee mal voll zerstört oder sowas. Und da will ich einfach, dass die Leute ihren Schirm im Griff haben und das heißt auch im Stall im Griff haben.

24:06Ferdinand Vogel

Also wie viel Stallerfahrung haben sie? Und da gehe ich auch teilweise auf die einzelnen Manöver ein und will da mehr Wissen zu den Manövern. Also wenn jemand Heli -to -Heli fliegt, heißt das was anderes, als wenn er mal so einen Bubblecopter gemacht hat. Aber mir geht es auch um die Airtime. Wie viele Stunden haben die im letzten Jahr in der Luft verbracht zum Beispiel? Auch ein wichtiger Faktor, mache ich auch immer, bei den Streckenflugseminaren, wenn ich da die Leute selektiere, wenn ich so mitnehmen will, damit das eine homogene Gruppe ist, dann frage ich die Leute, wie viele Stunden habt ihr im letzten Jahr unterm Schirm verbracht? Und wie viel vielleicht in Summe oder sowas oder durchschnittlich die letzten Jahre pro Jahr? Dass man einfach ein Gefühl bekommt. Und da geht es nicht um Start -Landungen, sondern da geht es beim Streckenfliegen und bei der Auswahl für die X -Alps geht es wirklich darum, zu sehen, wie viel Praxiserfahrung haben sie gesammelt in den letzten Monaten.

25:01Lucian Haas

Jetzt hast du in diesem Jahr, ich glaube, jetzt am Start sind 34, 35 Athleten? Ja, wird sich wahrscheinlich noch mal ein bisschen ändern leider. Ja, okay. Aber das sind die, die du mit ausgewählt hast. Wie viele würdest du sagen, falls man das beziffern kann, wie viele musstest du aussortieren, von denen du sagtest, eigentlich hätten sie von dem, was sie an Skills drauf haben, auch eine Chance gehabt?

25:29Ferdinand Vogel

Ja, also es gibt Länder, da ist es voll einfach. Und dann gibt es halt irgendwann auch den Punkt, wo man sagen muss, wir haben halt nur die 35 Plätze. Eigentlich sind es 30 Plätze plus fünf Joker sozusagen, die wir dann noch mal zusätzlich vergeben. Zumindest läuft das ein bisschen intern. Und ja, in manchen Ländern ist es dann super schwer, weil man kann jetzt nicht Beispiel Franzosen oder man kann nicht zehn Franzosen mitnehmen. Warum nicht?

25:55Lucian Haas

Habt ihr Länderquoten, wo es heißt, es dürfen, also Frankreich kriegt fünf Plätze, Österreich kriegt vier, Deutschland kriegt vier und so?

26:03Lucian Haas

Wir

26:04Ferdinand Vogel

haben, wir haben halt die Idee, dass es ein internationaler Bewerb sein soll. Und es spielen viele Faktoren mit rein. Interessanterweise also, als ich Race Director das erste Mal geworden bin und dann die Liste bekommen habe, wer sich beworben hat, habe ich mir die Mühe gemacht und habe rausgesucht, wie viel Follower haben die? Welche Reichweite haben die? Sind die Follower eher in der Kleidschirmszene? Auf wie vielen Social Media Kanälen sind die? Und habe das so alles vorbereitet, weil ich da auch davon ausgegangen bin, dass das ziemlich relevant ist. Das hat nie jemand angeschaut. Ich fand das total spannend. Also wenn wir die finale Liste haben, klar, dann wird noch mal auch, Red Bull darf dann auch noch mal drüber schauen und darf auch noch mal sagen, hey, wir hätten aber noch lieber den Bewerber mit drin oder so, wenn das irgendein Red Bull Athlet aus was weiß ich welchem Land ist.

26:52Ferdinand Vogel

Und das hat man jetzt dieses Mal auch, wo ich dann einfach gesagt habe, na, der ist nicht sicherheitstauglich für das für das Rennen und dann war das auch keine Diskussion und dann war das erledigt. Also die Sicherheitskriterien sind viel, viel höher als irgendwelche Social Media Reichweiten. Trotzdem muss es ein internationales Rennen bleiben. Also beim World Cup jetzt, da war die Hälfte nur Franzosen. Und klar, es ist immer noch ein internationales Rennen, aber man muss halt irgendwo differenzieren. Und das fällt dann schwer zu sagen, hey, das ist jetzt mal unser Limit. Wir haben es dann eh noch mal ergänzt und haben noch jemand weiteren mitgenommen. Also das Team ist so riesig wie noch nie quasi.

27:36Ferdinand Vogel

Aber es fällt schwer, dann den Leuten abzusagen und dafür aus einem anderen Land jemanden zu nehmen, der theoretisch von dem, was die Daten hergeben, schwächer auf der Pust unterwegs ist und wahrscheinlich ein schlechteres Ergebnis bei Nix ausmachen wird.

27:50Lucian Haas

Aber das muss man dann als Länderquote dann quasi auch, um Red Bull gerecht zu werden, dann auch auf den Markt zu werden, weil die sagen, das ist auch ein Markt, da wollen wir auch jemand davon haben, so ungefähr. Also da spielt dann Marketing eine Rolle mit.

28:03Ferdinand Vogel

Ja, also irgendwo, klar, das ist ein riesen Aufwand. Ich habe ja eben mal gesagt, wie viele Mitarbeiter da sind, oder? Allein die Mitarbeiterkosten kann man hochrechnen, weil das sind ja nicht nur zwei Wochen Rennen, sondern es ist dann noch eine Vorbereitungswoche und danach noch ein bisschen aufräumen und so weiter. Und auch das Live -Tracking, was das Live -Tracking an Geld kostet, das kann man sich gar nicht vorstellen. Also, dass die Kartendarstellung, dass die Karten da sein dürfen, schon zum Beispiel, ist Wahnsinn. Die Klickzahlen, die da stattfinden, das kann man sich auch nicht vorstellen, als ich es das erste Mal gehört habe und dann mal vergleiche. Ich wollte es einfach mal verglichen haben, was so an einem guten Streckenflugtag beim XContest auf der Livekarte abgeht oder bei Flymaster oder sowas. Ja, das war für mich dann so, wow, okay, das ist einfach eine andere Dimension.

28:49Ferdinand Vogel

Da sind viel, viel mehr Leute, die nicht in der Szene sind, die das anschauen. Ist das Faktor 10, Faktor 100, Faktor 1000? Die genauen Zahlen habe ich jetzt gerade nicht parat. Ich merke mir sowas immer nicht, aber es war einfach weit über Faktor 10. Ich glaube, es war eher Faktor 100 oder sonst irgendwas. Also, es war schon enorm. Auch bei Flymaster und XContest sind die Zahlen beeindruckend an guten Tagen, was da Live -Tracking geschaut wird. Ich sehe es selber immer mal wieder. Man sieht es ja dann beim XT -Track, wie viele Leute einen gerade folgen. Und wie die Zahl dann irgendwann mal dreistellig wird, dann denkt man, what? Wer hat da so viel Zeit zum Zuschauen? Aber ja, also Live -Tracking, damit leben die Red Bull League selbst. Und deshalb ist es auch so wichtig.

29:35Ferdinand Vogel

Und da geht dann auch viel in die Programmierung. Und auch während dem Rennen am Anfang wird auf das Feedback gehört. Also die Programmierer sind mit in den Foren drin, wo da immer diskutiert wird. Und wenn irgendwas halt nicht so hundert prozentig funktioniert, dann haben die das meistens so am zweiten, dritten Tag gefixt, um einfach das Erlebnis zu perfektionieren. Und wir haben jetzt für die diesjährige Edition ja geswitcht auf Navita. Navita ist jetzt Sponsor und bietet das ganze Package mit dem Omni als Live -Tracking -Gerät. Und da haben wir halt jetzt auch die Farnet -Sachen mit drin, also Farnet Plus. Weil letztes Mal hatten wir das Ganze per App. Und da gab es dann Probleme mit Netzwechsel und über die Landesgrenze hinweg.

30:23Ferdinand Vogel

Und dann haben wir dann erhoben, dass wir die Meldung mit dem Event abgeben. Und da haben wir dann auch das Ding. Und da haben wir dann auch den Stand der dann, es ging einfach etwas schief. Im Vorfeld gab es spontane Änderungen und da hat keiner mit gerechnet. Aber ich bin damals auch nach Deutschland über die Grenze zum ersten und zum zweiten Turnpoint. Und dann hat dieses Tracking - Handy, was alle Athleten auch hatten, hat dann gesagt, willkommen in Deutschland, wollen sie jetzt ihr Roaming aktivieren? Und ich habe mir gedacht, oh oh. Das ist

30:53Lucian Haas

ein ganz interessantes Thema. Ja, schöne Geschichte. Aber ich meine, Live -Tracking ist jetzt nicht genau deine Rolle, man könnte da über vieles reden, aber ich möchte nochmal auf deine Rolle als Race Director ein bisschen zurückkommen und jetzt nochmal gucken, die Auswahl der Athleten. Ist es eigentlich, ich meine, das Niveau ist über die Jahre immer weiter angestiegen. Wenn das Niveau so hoch steigt, wie zeigt sich das dann bei den Athleten, die sich überhaupt bewerben? Also werden es wenige Athleten, die sagen, ich traue mir das zu? Wo du sagst, einfach die Latte liegt so hoch, dass viele Leute sagen, ich traue mich schon gar nicht mehr dort anzumelden, weil ich habe eh keine Chance. Oder wird die Szene, gerade die Hike -and -Fly -Szene, so viel porträtiert?

31:38Lucian Haas

Oder ist es über die Jahre so viel professioneller geworden, dass die Anzahl der Bewerbungen, die du dann letzten Endes checken musst, auch mit der Zeit eigentlich eher noch angewachsen

31:46Ferdinand Vogel

ist? Also historisch weiß ich es nicht, weil da habe ich keinen Einblick und ich habe jetzt auch nicht groß nachgefragt. Es ist grundsätzlich so, dass es weniger Bewerber sind, als man im ersten Moment denkt. Also ich war positiv überrascht, als ich die Liste bekommen hatte. Trotzdem ist es viel Arbeit, alles durchzuarbeiten. Bedeutet im Umkehrschluss ganz klar, es gibt Länder, da ist jedem bewusst, wer retorisch ist. Und die Leute machen sich dann schneller keine Hoffnung, dass sie da reinkommen. Trotzdem merkt man, dass man halt, also beim ersten Mal waren es so drei Leute pro Nation, wo ich dann noch am Hin - und Herswitchen war. Da müssen wir nochmal das beobachten und so. Man muss es halt irgendwie operationalisieren, in Zahlen machen, damit man die Leute vergleichbar macht.

32:31Ferdinand Vogel

Und jetzt war es halt in manchen Nationen wirklich sauschwer. Da hat man dann fünf Leute, die noch zur Auswahl standen, für einen Restplatz sozusagen. Und ja, das macht es dann natürlich richtig, richtig schwer. Es macht keinen Spaß, diese Auswahl dann. Und wenn man die Leute dann auch noch kennt und ja, also ich würde auch sagen, dieses Mal, um mich da jetzt ein bisschen leider angreifbar zu machen, würde ich sagen, ist uns schon auch ein Fehler passiert, rückwirkend betrachtet. Man kriegt es dann irgendwie, nachdem es announced ist, merkt man es dann plötzlich. Also vor dem Rennen noch. Was war der Fehler? Ja, ob man wirklich die richtigen Athleten selektiert haben. Also da würde ich sagen, gab es dieses Mal schon ein, zwei, wo was schiefgegangen ist.

33:20Ferdinand Vogel

Kannst du den Namen nennen? Willst du nicht? Nein, mag ich nicht. Ich mag auch nicht die Nationen nennen. Aber es ist, es ist, letztendlich die haben, nachdem sie selektiert sind und auch ab da, wo sie sich beworben haben, fangen die ja trotzdem das Trainieren an. Und ein paar Athleten, die wir auf unsere zweite Liste für die zukünftigen Editions gesetzt haben und jetzt auch schon beobachten, da sind jetzt auch Leute dabei, wo ich sage, wow, die haben sich jetzt, bis jetzt schon so weiterentwickelt, dass sie, wenn sie, wenn jetzt die Selektion wäre, hätten sie viel bessere Chancen. Und deshalb, es gibt immer Überraschungen und letztendlich bleibt das Rennen deshalb ja auch spannend. Also wenn alle genau gleich gut wären, klar, dann wäre es auch spannend. Aber letztendlich würden sie dann wahrscheinlich...

34:05Ferdinand Vogel

Wahrscheinlich nur noch im Pulk fliegen und gemeinsam durch die Gegend rennen. Und so sieht man dann plötzlich auch wettermäßig, welche Routen, Wahlen und Entscheidungen gibt es. Und es ist nicht nur eine Traubenkette, sondern das Rennen wird plötzlich spannend.

34:20Lucian Haas

Auffällig ist in diesem Jahr, es gibt nur eine Frau, die dabei ist, Celine Lorenz. Und vor zwei Jahren, 2023, waren es fünf Frauen. Und damals hieß es so, oh wow, so endlich die Red Bull X -Alps, die Frauen kommen da jetzt endlich. Und das ist natürlich auch so weit. Die Eli Egger ist dann auch noch bis ins Ziel gekommen als erste Frau, jemals in einem Rennen und so weiter. Und das klang so nach, jetzt die Frauen kriegen einen größeren Anteil da dran. Jetzt haben wir wieder nur

34:47Ferdinand Vogel

eine. Was ist los? Ja, das weiß ich leider auch nicht genau. Also ich glaube, die Sachen, die es letztes Mal gab, die frauenspezifisch waren, das war schon cool zum Beobachten. Und das war, glaube ich, auch eigentlich motivierend. Und letztendlich sind wir mit viel, viel mehr Bewusstsein. Mit mehr Bewerberinnen sind wir von ausgegangen. Aber die gab es halt nicht. Und es gab mehr Bewerberinnen als jetzt nur die Celine. Aber es ist halt, letztendlich müssen die trotzdem ein gewisses Niveau mitbringen. Und die einen oder anderen Bewerber, die werden auch irgendwann ready sein für die X -Alps. Aber die, die man eigentlich kennt aus der Szene, da war irgendwie das Interesse ein bisschen verloren gegangen. Weiß ich nicht. Und unsere Idee ist jetzt einfach, dass wir ein bisschen proaktiver auf die entsprechend.

35:35Ferdinand Vogel

Und die Damen, die da in Frage kommen, darauf zugehen und einfach fragen. Und durch Antworten, wenn sie Fragen haben, halt die Entscheidung versuchen können, positiv zu beeinflussen. Inwieweit spielt Vitamin B bei der Auswahl eine Rolle?

35:57Ferdinand Vogel

Ja, wie ich eigentlich eben gesagt hatte, würde ich sagen... Also wenn die Stimme von Red Bull wiegt schwer, wahrscheinlich. Nee, würde ich gar nicht sagen. Also wenn jetzt... Wenn jetzt wirklich ein Red Bull Athlet aus größeren, wichtigen Kernmärkten, also von Red Bull Kernmärkten, sich bewerben würde, aber es gäbe interessantere Athleten und wir würden das rechtfertigen, ich glaube, dann würde Red Bull sagen, okay, dann ist es so. Solange das Rennen spannend ist und wir nicht da anfangen zu tricksen, dann passt es. Also hatte ich ja eben auch schon gesagt, es gab definitiv schon den Fall auch, dass ich dann gesagt habe, na, das macht... Das macht keinen Sinn, die Person zu nehmen und dann war das voll in Ordnung. Man muss es halt nur sachlich argumentieren und das ist die große Hürde eben, dass alles diese ganzen Gefühle, die man so hat oder Eindrücke aus einem Video, das in Zahlen oder in eine Skala zu packen, das ist einfach extrem schwierig.

36:58Ferdinand Vogel

Und da können natürlich dann auch Fehler passieren. Also da bin ich auch dann nur ein Mensch und bei so vielen Bewerbern die Skalierung dann richtig hinkriegen. Das ist super schwer. Deshalb geht man das nicht nur einmal durch, sondern das sind ganz viele Prozessschleifen und es wird auch regelmäßig das hinterfragt, was man gerade entschieden hat.

37:21Lucian Haas

Nun hast du gesagt, ihr entscheidet vieles da im Team, aber würdest du sagen, gerade weil du in der Gleitschirmszene so drin bist, weil du das Gleitschirmfliegen so gut im Blick hast, weißt, was auf Sicherheit ankommt und sowas, dass du gerade, was die Auswahl der Athleten betrifft, schon so etwas wie das Zünglein an der Waage darstellst als Race Director?

37:39Ferdinand Vogel

Ja, ich glaube schon, wenn ich jetzt sage, na, die Person ist total unsafe, dann ist die raus. Also so könnte ich das beeinflussen, definitiv.

37:49Lucian Haas

Und gibt es da auch Diskussionen, dass schon mal Leute kommen und sagen, ey, ich bin nicht dabei, nur der Ferdi mag mich nicht. Deswegen, der hat mich

37:55Ferdinand Vogel

rausgeschmissen. Ich versuche, wenn es sowas gibt, und das gab es auch beim letzten Mal schon, einfach direkten Kontakt zu den Leuten aufzunehmen, mit denen das sachlich zu reden, denen sachlich Tipps zu geben, ihnen zu verraten, warum wir uns gegen sie entschieden haben. Und man sieht das dann eigentlich auch, wie

38:18Ferdinand Vogel

sie plötzlich ihren Trainingsplan anpassen oder ihre, also es gab zum Beispiel mal einen Bewerber, der war total enttäuscht und hat gesagt, er ist voll der Abenteurer und das ist doch ein Abenteuerrennen, warum darf er nicht? Und da habe ich gesagt, ja, ein Sicherheitsaspekt ist Erfahrung im Wettbewerb. Und da geht es jetzt gar nicht um Streckenflugwettbewerbe oder sowas, sondern allgemein einfach Wettbewerbserfahrung. Weil, wenn man das allererste Mal an einem Wettbewerb teilnimmt, und das ist wurscht, das kann auch sein bei einem Skirennen oder sowas, dann verändert das einen. In dem Moment, wo man in einen Wettbewerbmodus kommt und das nicht gewohnt ist, den Wettbewerbsmodus, dann wird man plötzlich risikobereiter. Und es hilft, wenn die Leute einfach viel Wettbewerbserfahrung haben. Und ich versuche es voll rational zu betrachten.

39:05Ferdinand Vogel

Und ich sage das auch im Komitee. Ich kenne die Person, bin mit der befreundet. Und gebe dann auch manchmal die Verantwortung einfach ab und versuche wirklich nur die Fakten denen zu geben. Und da ich eben nur einer von dreien bin und manchmal, wenn es schwierig ist, dann sind wir sogar fünf Leute, die das entscheiden. Und was ich auch noch mache, ist, ich versuche Expertenwissen quasi auch noch von den Leuten einzuholen. Also ich bin immer im direkten Kontakt mit dem Inigo, heißt er, glaube ich, von den X -Pure. Und wir tauschen uns da auch einfach aus. Welche Erfahrungen hat er gemacht mit den Athleten oder auch andersrum, wenn er selektieren muss und er sagt, hey, hat sich die Person bei dir beworben?

39:51Ferdinand Vogel

Was hat sie denn bei dir angegeben? Und so kriegt man halt auch Zusatzinfos, die sehr, sehr wertvoll sein können. Und wenn die halt irgendeinen Scheiß gebaut haben bei den X -Pure, dann gab es auch das schon mal, dass ich dann einfach den Athleten kontaktiert habe und gesagt habe, hey, mir ist das und das zu Ohren gekommen, erklär es mal bitte noch. Und ich glaube, dieses von vielen Seiten die Selektion betrachten, das ist das, was es nachher wertvoll macht. Und trotzdem bleibt es irgendwo ein bisschen unfair, weil es gibt nicht die eine Liste, auf die man hinarbeiten kann als Bewerber. Es ist schwierig.

40:33Ferdinand Vogel

Da mache ich mich jetzt voll angreifbar, aber es ist einfach so.

40:37Lucian Haas

Es ist ja verständlich und man muss halt auch sehen, das ist ein Rennen, was nicht......nicht nur den sportlichen Aspekt hat, sondern halt viele andere Aspekte auch, Marketing und Sonstiges, was da alles damit reinfällt. Lass uns mal die Auswahl ein bisschen jetzt abhaken. Aber es gibt ja noch andere Sachen, die du als Race Director auch im Vorfeld machen musst. Eine Sache ist, glaube ich, du legst auch fest oder bestimmst mit darüber über das Reglement, was da gemacht wird. Und in diesem Jahr gab es eine Regel, die du eingeführt hast oder die du wahrscheinlich mit dafür plädiert hast, dass die eingeführt wird. Und die ein bisschen für Diskussionen gesorgt hat. Da ging es um Gurtzeuge und wie lang deren Bürzel sein darf. Ja. Warum

41:21Ferdinand Vogel

oder worum ging es dabei? Ja, das Thema kann ich schon mittlerweile eigentlich nicht mehr hören. Aber es wurde einfach kurz nach den letzten X -Hypes ist mir zu Ohren gekommen, dass die ersten Hersteller daran arbeiten, solche aufgeblasenen quasi Gurtzeuge, diese Riesengurtzeuge, die man eben vom World Cup kennt, auch für die X -Hypes zu bauen, in Ultraleicht. Und zu dem Zeitpunkt war das definitiv noch so, dass eigentlich fast alle World Cup -Piloten gesagt haben, das ist nicht sicherheitssafe, es ist schwieriger zu fliegen, man sieht weniger, man kommt nicht an die Instrumente ran und all diese Probleme. Und das habe ich dann alles aufgelistet und gesammelt, diese ganzen Probleme, die da sind.

42:09Ferdinand Vogel

Aber es gibt auch Positives, zum Beispiel da drin ist schön warm. Also wenn man verschwitzt. Wenn man verschwitzt, in kurzen Klamotten startet und dann oben an der Basis klebt, dann ist da drin immer noch schön warm und die Athleten brauchen nicht zittern. Aber du hast ja trotzdem einen Husten

42:24Lucian Haas

aus Spanien mitgebracht. Eher aus dem Flieger. Na okay, Spaß beiseite. Okay, es ist schön warm, das ist der Vorteil. Aber jetzt zurück, warum hast du da eine Regel eingeführt?

42:34Ferdinand Vogel

Ja, also letztendlich von all den Nachteilen ist dann das als sicherheitsrelevantesten rausgekommen, dass eben wenn man mal eine blöde Situation hat, man muss stallen und man fliegt leicht rückwärts, dann sieht man nichts mehr. Man sieht nichts mehr, weil? Weil das Heck dann so lang ist, dass das sich dann einmal um den Kopf wickelt sozusagen und dann sieht man wirklich gar nichts mehr. Aha. Muss den Stall nur nach Gefühl fliegen? Also es geht, man kann mit, glaube ich, jedem Gurtzeug, was es jetzt draußen gibt, so einen Stall fliegen, dass das Heck gerade senkrecht nach oben zeigt und dann sieht man halt noch die Hälfte vom Schirm oder so. Das geht. Aber wenn man jetzt einfach nur mit dem... Wenn man mit den Leuten, auch mit den Athleten ins Sicherheitstraining geht und sagt, mach mal ein paar Stalls oder die das über Grund irgendwie mal ausprobieren, dann gab es da einfach viele Videos und viel Feedback.

43:23Ferdinand Vogel

Ja, das ist wirklich richtig krass. Ich habe es selber nie ausprobiert, muss ich auch gestehen. Hätte ich vielleicht einfach mal machen sollen. Aber da es dann beim World Cup in der Kommission, bei der FAI in der Kommission, also in der Civil, überall ist es aufgepoppt. Und beim World Cup gab es... Und nachdem die Gurtzeuge rauskamen, einfach eine Serie an Unfällen, auch mit Rückenverletzungen, weil das ist einfach bei der Landung ein zusätzlicher Stress. Zu dem Zeitpunkt, wo das Ganze aufgepoppt ist, gab es diese Magnetlösungsidee noch nicht. Da war das alles noch mit Reißverschluss. Und ich habe einfach gesagt, hey, es gibt keine gesetzliche Grundlage, auf der die Außenhülle definiert ist. Und jeder Athlet darf, ohne die Zulassung zu verlieren, an der Hülle rumbasteln.

44:11Ferdinand Vogel

Und da können richtig heftige Sachen bei passieren. Wenn man am Retter hängt, wird man plötzlich erdrosselt. Das testet niemand. Das ist kein Zulassungskriterium. Klar, der komplette Bereich vom Rettergriff und so weiter, das ist zulassungsrelevant. Aber wie das Heck aussieht und wie groß oder wie das um den Hals ausschaut, ist nirgendwo definiert. Wir brauchen da eine Regel und die brauchen wir so schnell wie möglich, weil die Firmen arbeiten da dran. Und ich bin dann mit einigen Firmen in Kontakt gegangen.

44:46Ferdinand Vogel

Damals war ich auch noch kein Nova -CEO. Und diese Änderung zusätzlich, die hat dann doch zu der einen oder anderen Missstimmung geführt. Weil es dann hieß, ich habe Spionage betrieben und so weiter. Aber bei Nova, wir haben da gerade 0,0 Ideen in diese Richtung, irgendwas zu bauen.

45:07Lucian Haas

Spionage betrieben in der Form, weil du über die Projekte schon Bescheid wusstest, dass die solche Gurtzeuge mit so langen Bürzeln bauen, oder?

45:14Ferdinand Vogel

Ja, also zum Beispiel Super, die haben sich bereit erklärt und haben mit mir ein Videocall gemacht und haben mir ihren Proto gezeigt und haben mir wirklich sehr detailliert darauf hingewiesen, welche Gedanken sie sich gemacht haben, was sie verbessert haben, um eben diesen ganzen Katalog an negativen Punkten von diesen Gurten zu verbessern. Und das hat mich beeindruckt und es war auch sehr, sehr viel abgearbeitet, aber eben diese Stolz -Geschichte nicht. Und ich habe mir dann gesagt, okay, keiner, die haben mir dann alle versprochen, sie schicken mir Videos und so weiter, keiner hat mir irgendwas geschickt und keiner konnte mir versprechen, dass das cool ist, was die da machen mit den riesenlangen Hecks. Und dann habe ich irgendwann gesagt, so, da brauchen wir jetzt eine Regel. Zum einen für die Schwimmweste, weil wenn sie große Seen überqueren, brauchen sie eine aufblasbare Schwimmweste.

46:02Ferdinand Vogel

Zwar eine ziemlich kleine gegenüber dem, was man heutzutage im Sicherheitstraining hat, aber wenn die in dem Gurtzeug aufgeht, dann dürfen die halt trotzdem nicht erwürgt werden. Das heißt, da brauchen wir irgendeine Regel und eben für das Stolz -Problem. Und wir haben dann viele Ideen gesammelt, viel diskutiert. Ich habe versucht rauszukriegen, was die in der Civil -Arbeitsgruppe für Überlegungen sich gemacht haben. Ich hatte immer die Hoffnung, dass die Civil -Working -Group schneller ist, dass irgendwas bei der EN mit reinkommt. Ich habe da bei der WG6 mit versucht reinzuhören, ob die irgendwas planen beim World Cup. Und alle haben immer gesagt, ja, sie planen was. Aber als sie mir dann mal die Unterlagen geschickt haben, was sie bisher hatten, war da nie irgendwas wirklich Relevantes drin, was das Problem löst.

46:50Ferdinand Vogel

Und auch kein Hersteller hat mir irgendeine Innovation nennen können, eine Innovationsidee, wie man... Weil da gibt es Möglichkeiten. Mittlerweile gibt es auch erprobte Möglichkeiten. Aber zu dem Zeitpunkt, ich meine, wir reden da von vor über einem Jahr, gab es noch nichts. Und dann habe ich irgendwann gesagt, so, jetzt reicht es.

47:10Ferdinand Vogel

Wir limitieren jetzt einfach die Hecklänge auf das, was in den letzten Editions das längste Gurtzeug war. Fertig. Und dann habe ich mich ans Messen gemacht und habe zwei Gurtzeuge herausgefunden, die auf den Fotos, also nach Fotos von der Seite, die längsten Hecks hatten. Und habe dann mit den Herstellern Kontakt aufgenommen und habe einfach gesagt, hey, bitte mess mal so und so, wie lang euer Heck ist. Und darüber haben wir eine Zentimeterangabe definiert. Und dann ging es halt nur darum, wie misst man das am besten, sodass der Hersteller... Am Anfang hatte ich nicht den Hersteller im Kopf, sondern den Athleten, dass der halt nichts vor die Nase bekommt, oder? Und dann aber irgendwann halt auch, ja, der Hersteller muss es halt auch auf den Zentimeter genau nachbauen können. Jetzt haben die Gurtzeuge eine Leine irgendwo aus dem Nackenbereich bis an den hintersten Punkt,

47:57Ferdinand Vogel

damit man dann, wenn man hinten zieht, nicht das Tuch lang zieht, sondern die Leine das Ganze stoppt. Und dann ist es klar definiert. Also totaler Schmarrn. Nur für die X -Hypes so eine Leine reingebaut. Und ich sage auch nicht, dass diese Regel... Bestehen bleibt, sobald die Civil oder die EN oder irgendwas einen Standard definiert. Und bei der Civil gibt es jetzt Ideen dazu, aber die tun sich auch super schwer. Genau diese Themen haben die sich richtig schwer getan, was zu definieren. Viele von den Arbeitsgruppen haben dann irgendwann, als wir unsere Regeln veröffentlicht haben, gesagt, klingt irgendwie logisch, man tut zwar die Innovationen einstampfen oder einschränken, was ich auch nicht cool finde für die X -Hypes, aber es ist so schwierig. Und bei der Civil ist jetzt die Idee, dass Zulassungstestpiloten von den Prüfstellen die Gurtzeuge fliegen und einen Full -Stall fliegen.

48:49Ferdinand Vogel

Wo ich aber mittlerweile weiß, wenn man je nach Gurtzeug weiß, wie man den Stall einleiten muss, dann kriegt man das mit jedem Gurtzeug hin. Von daher ist das eigentlich auch schon wieder... Man hat eine Regel definiert, die aber dann nichts bringt. Aber solche Möglichkeiten hatte ich halt nicht. Ich kann schlecht Testpiloten finden, die dann auch noch in die jeweiligen Gurtzeuge passen bei den X -Hypes. Das sind ja meistens Spezialanfertigungen. Und die meisten Leute sind kleiner wie ich. Und das ist einfach unrealistisch. Und deshalb die Entscheidung einfach, es darf kein Gurtzeug mitfliegen, was länger ist als das, was die letzten Editions schon mitgeflogen ist. Das ist so ein bisschen die gesamte Geschichte dahinter. Es ist traurig, die Civil hat bis heute nichts veröffentlicht. Der World Cup hat nichts veröffentlicht. Es gibt keinen Standard. Es darf jeder machen mit der Außenhülle, was er will.

49:38Ferdinand Vogel

Und dann kam immer das... Totschlag -Argument war dann immer, ja, fertig. Das ist doch nicht so sicherheitsrelevant. Viel relevanter sind doch die dünnen Protektoren. Mach doch da was. Dann habe ich gesagt, dafür gibt es aber Standards. Und die X -Hypes sieht sich nicht als Standardbringer. Also wir wollen keine neuen Standards oder zusätzlich höhere Standards entwerfen wie das, was es schon gibt. Sondern nur das, was es gibt, das nehmen wir her. Und wo es nichts gibt, da müssen wir halt eine Regel finden. Okay. Genug über die Bürzel gesprochen.

50:15Lucian Haas

Gibt es noch irgendeine andere Regeländerung, zusätzliche Regel bei dieser X -Alps -Edition, die man auf dem Schirm haben sollte?

50:26Ferdinand Vogel

Wir haben die Eliminierung. Alle 48 Stunden wird der letzte eliminiert. Ein bisschen geändert. Früher war das, glaube ich, um 6 Uhr. Jetzt ist es um 8 Uhr. Zum einen war die Erfahrung, um 6 Uhr sind eigentlich nur die Frühaufsteher. Meistens eher auf dem Weg zur Arbeit. Die kriegen das also gar nicht so mit. Und es war dann oft eigentlich auch schon entschieden, hat die Person noch einen Nightpass oder nicht. Und irgendwie hat sich dann in der Nacht entschieden. Da, wo es keiner mitbekommt. Und jetzt war die Idee, wir machen es angenehmer. Es ist auch angenehmer für die ganzen Runner und so, die dann ja auch außenrum sind. Und jetzt haben sie einfach nach der Nachtruhe nochmal ein bisschen Zeit zum Zeigen, dass sie den anderen noch überholen können.

51:13Ferdinand Vogel

Ich glaube, das macht es ein bisschen spannender. Ja, ich denke, das ist eine wichtige Änderungsgeschichte, die man wissen sollte. Und dann haben wir versucht, den Zieleinlauf etwas safer zu gestalten. Und haben eine Regel versucht zu definieren, ohne das Rennen zu unterbrechen. Also man könnte jetzt einfach sagen, wer oben ankommt, der hat gewonnen. Also der letzte Turnpoint oben am Berg. Und dann darf man halt noch runterfliegen. Dann hat man einfach die Idee, nein, das Rennen hört unten auf. Und jetzt müssen wir das irgendwie safer machen. Da haben wir dann gesagt, okay, dann gibt es so eine Art End -of -Speed -Section. Also das ist meistens halt ein Zylinder um einen Turnpoint drumherum. Wer da als erstes reinfliegt, der hat die Zeit gestoppt.

51:58Ferdinand Vogel

Aber die Zeit stoppt nicht, sondern man kriegt nur eine Gutschrift gewissermaßen. Ja, oder eine Pausierung für zehn Minuten, in der man safe top landen kann, die Schwimmweste anziehen kann, unterschreiben kann und dann sich wieder startklar machen kann. Und derzeit kann man nicht überlegen. Man kann nicht überholt werden. Das ist so vereinfacht gesagt, diese Regel.

52:19Lucian Haas

Das heißt, top landen oben auf der Schmittenhöhe und dann stoppt die Zeit. Du sagst, zehn Minuten hast du jetzt so und dann geht es wieder weiter und letzten Endes stoppt die

52:26Ferdinand Vogel

Zeit unten. Ja, genau. Also es kann zum Beispiel sein, dass einer sich entschieden hat, er läuft runter und oben wartet einer und dann kann der trotzdem noch ihn überholen. Also sie dürfen, wenn sie jetzt alle mehr oder weniger gleichzeitig ankommen, dann detektieren halt die Live -Tracker. Wann wer diese Linie überflogen hat und dann dürfen die mit einem maximalen, minimalen Abstand zueinander von einer Minute raus starten. Also der Zweite muss dann auch eine Minute oben noch warten, weil sonst ging es nur darum, wer im Vollgas rausfliegt über den See und am schnellsten abspiralt. Und so haben sie eine Minute Puffer und mit mehreren Athleten darüber diskutiert. Manche finden es nicht cool, manche sagen, okay, nee, das passt. Das macht es auf jeden Fall safe genug und wir werden es jetzt einfach sehen.

53:13Ferdinand Vogel

Es ist... Es ist eine Idee, um die X -Alp safer zu machen und trotzdem noch den Renncharakter dazulassen. Kommen wir zur Route. Ja. In

53:22Lucian Haas

diesem Jahr sind es 1.283 Kilometer, so lang wie noch nie. Ich glaube 50 Kilometer, Pi mal Daumen, länger als noch im letzten Mal, 2023. Gibt vier Alpenüberquerungen, ein markantes X in der Mitte, zweimal ist St. Moritz in der Schweiz der Turnpoint, wo sich alles wieder trifft.

53:44Lucian Haas

Welchen Anteil... Hast du da dran?

53:48Lucian Haas

Also, dass es so gekommen ist, wie es jetzt läuft. Hast du überhaupt einen Anteil da dran? Oder kriegst du Route gewissermaßen von dem Race Committee und den ganzen Organisatoren, die zwei Jahre darauf hinarbeiten oder sowas? Kriegst du das einfach auf den Schreibtisch und sagst,

54:02Ferdinand Vogel

das soll es sein? Ich würde sagen, ein paar Sachen sind vorgegeben, einfach auch deshalb, weil die Turnpoint -Destinationen sind Vertragspartner, sind Sponsoren teilweise. Und da, wo man halt Sponsoren findet... Und dann wird halt noch diskutiert, sind die zu nah beieinander? Können wir es irgendwie mit der Route so legen, dass sie halt nicht in einem kurzen Abstand, wie man es jetzt zum Beispiel in Locarno und dann in Zona haben?

54:30Ferdinand Vogel

Aber man versucht es halt und diskutiert drüber und muss aber halt auch irgendwie gucken, dass man ein paar Sponsoren an Land zieht, damit die ganzen X -Alps überhaupt weiter möglich bleiben. Weil mit den ganzen Auflagen, die es da gibt, ist so ein Event ohne Sponsoren nicht mehr stemmbar. Ja, dann geht es halt nachher darum, die so aneinander zu legen, dass es trotzdem eine spannende Route gibt, damit es mal was Neues ist. Und ich glaube, dieses Mal gibt es durchaus ein paar Ecken, wo die Athleten auch bei den X -Alps noch nie vorbeigekommen sind oder wo es mal von der anderen Richtung aus ist. Und dann versucht man halt noch zu gucken, müssen wir da noch irgendwo einen zusätzlichen Turnpoint dazwischen legen? Wie jetzt zum Beispiel am Mont Blanc, wo sie dann einen Klettersteig gehen müssen.

55:16Ferdinand Vogel

Also Mont Blanc... Da muss man durchaus dieses Mal zum ersten Mal nicht nördlich umrunden, sondern auf der Südseite von Mont Blanc müssen sie einen Klettersteig hochgehen, relativ weit rauf und dann dürfen sie oben starten. Solche Sachen, solche Kleinigkeiten sind das. Und dann ist es viel, viel Arbeit nachher zu definieren an den Turnpoint -Destinationen, wo setzt man das Turnpoint -Schild hin? Brauchen wir irgendwo eine Fläche außenrum, wo sie nicht landen dürfen? Also wenn man jetzt mitten im Dorf das Turnpoint -Schild hinstellt und dann... Dann kommen die Athleten plötzlich auf die Idee, oh, der Park, der schaut doch groß genug aus, da stalle ich mich jetzt rein, damit ich nicht reinlaufen muss, damit man sowas umgeht. Haben wir dann halt jetzt so No -Landing -Areas außenrum gelegt oder Landeplätze definiert teilweise auch.

56:04Ferdinand Vogel

Das ist dann viel Briefing -Arbeit bei den Athleten. Man kommt mit in das File rein, man muss dann mit den GPS -Koordinaten eben neue Lufträume erzeugen, die es noch so gar nicht gab. Dafür gibt es kein Tool, das muss man dann teilweise händisch machen mit den... Koordinaten in das File eintragen und so. In Summe bleibt dann nachher viel, viel organisatorischer Aufwand trotzdem noch übrig.

56:24Lucian Haas

Du hast gesagt, bei der Sicherheitsgeschichte, da kommt halt deine ganze Gleitschirmerfahrung und sowas mit rein als Berater. Inwieweit kommt deine Gleitschirmerfahrung auch als Berater für die Route mit rein? Oder ist das letzten Endes, sagt man, okay, die Turnpoints liegen fest und wie da gelaufen und vor allem geflogen wird, das ist dann eh Sache der Athleten. Also da muss man gar nicht so viel voranbringen. Rausdenken, was da gemacht wird.

56:49Ferdinand Vogel

Nee, also es ist schon so, dass, wo wir jetzt wussten, okay, wir haben L 'Estée Alpes noch mit drin. Das ist der südlichste Turnpoint unten in Frankreich. Ja, genau. Wir haben den mit drin, die Route wird lang, weil Start und Ziel war schon definiert. Und dann ging es schon darum, wie können wir jetzt die Turnpoints so legen, dass die Routen dazwischen Rennstraßen werden sozusagen, wo die Athleten sich es leicht tun. Wie können wir die Turnpoints...... an Stellen stellen, sodass sie nicht weit hochlaufen müssen, um gleich wieder zu starten. Solche Themen sind da schon auch mit relevant. Und meine Gleitschirmerfahrung ist dann eher so Sachen wie, kann man auf der Wiese landen oder ist das nicht safe?

57:34Ferdinand Vogel

Und da war es dieses Mal, es sind zwei Destinationen, wo ich selber noch nie war. Das eine ist St. Moritz und das andere ist eben das in Frankreich. Und da habe ich dann auch erst noch lernen müssen. Ich habe mir zwar von Piloten vor Ort...... Informationen einholen lassen. Aber als wir entschieden haben, dass die Destinationen werden, waren wir zum Beispiel noch nicht ganz so bewusst, dass die Winde tagsüber so stark werden. Oder dass die genau da, wo wir gedacht haben, dass wir einen Landeplatz setzen, dass es da so turbulent werden kann. Weil einfach zwei Talwinde über einen Berg drüber schwappen und dann da voll die Waschküche machen und, und, und. Was ist in St. Moritz das Problem, oder? Nein, in St. Moritz haben wir eher das Windproblem, dass da ziemlich schnell mal an einem normalen Mittag...... halt 40 km/h Wind im Tal sein können und dann muss der Landeplatz plötzlich groß werden und so ein See im Rücken haben ist dann nicht so geil zum Beispiel und der Wind kann aber auch von einer anderen Richtung ähnlich stark kommen und dann wird es plötzlich ziemlich komplex.

58:34Ferdinand Vogel

Dann haben wir in St. Moritz noch den Flughafen, der halt noch einen Luftraum oben drüber hat. Mit denen haben wir dann verhandelt, aus Sicherheitsgründen, dass die Athleten auch da und da noch landen dürfen und einfliegen dürfen. Und solche Themen sind dann... Und die Erfahrung, die hilft, um sinnvolle Kooperationen auch hinzukriegen. Also ich glaube, mit dem Flughafen fand ich es voll angenehm zu kommunizieren, das war schon vorbereitet, aber als die dann, glaube ich, gemerkt haben, dass ich mich jetzt auch nicht auskenne, dann haben sie gesagt, okay, das passt schon und dann kann man auch plötzlich über andere Sachen verhandeln. Es gibt viele Athleten, die es kennen sich nicht aus mit Lufträumen, aber das habe ich ja dann noch mit im Blick und kann das bei...... in der Vorbereitungswoche wird dann aufsehen. Ich bin auf solche Punkte ziemlich eingegangen, bis die Athleten verstehen, was Sache ist, aber es funktioniert nicht immer.

59:25Lucian Haas

Scoutest du sowas auch vor Ort? Also fährst du dann mal nach St. Moritz oder Les Deux Alpes und sagst, ich fliege da einfach mal, ich mache mal so einen Landeanflug, um mir einfach einen Eindruck davon zu bekommen, was wirklich am Ende realistisch sein wird?

59:41Ferdinand Vogel

Wäre sicherlich sinnvoll, habe ich nicht gemacht, bei beiden Editions nicht. Die meisten Sachen kenne ich durch WorldCast. Und durch selber Strecken fliegen und rumreisen. Aber ich versuche halt einfach dann durch Google Earth Bilder, Google Street View, Fotos, die ich von der Destination bekomme, Gesprächen mit den lokalen Piloten, mit Tandempiloten und und und, Informationen rauszukriegen. Jetzt bei St. Moritz war es einfach schwierig, weil genau an der Stelle ist halt normalerweise der Luftraum. Das heißt, da ist wenig gleitschirmspezifische Erfahrung da. Aber ich glaube, wir haben jetzt eine coole Lösung. Also die Athleten müssen jetzt erst runter an den See, können dort landen auf einer großen Fläche.

1:00:27Ferdinand Vogel

Wenn der Wind zu stark ist, haben sie noch Ausweichlandeplätze, müssen dann dort ein Selfie machen und dann erst ins Dorf hoch. Und wenn man direkt ins Dorf gegangen wäre, dann hätten sie oben irgendwo am Hang einlanden müssen oder so und dann runterlaufen. Das haben wir gut umgangen.

1:00:43Ferdinand Vogel

Und in Frankreich, da werden wir sehen, wie wir das jetzt noch gestalten. Das sind wir immer noch nicht ganz final. Wenn wir uns final für entschieden hatten, das ist jetzt raus. Die haben da noch neue Seilbahnen aufgestellt.

1:00:58Ferdinand Vogel

Plötzlich ist ein Seil quer über der Landeplatz. Ja, also Seil ist so semi -relevant, aber sie haben jetzt einfach einen Zaun da noch hingestellt und der hat die Landefläche jetzt nochmal halbiert. Und jetzt suchen wir da nochmal eine andere Lösung. Mal schauen, vielleicht wird die Route noch ein bisschen länger.

1:01:18Ferdinand Vogel

Wo siehst du die größten Schwierigkeiten von der Route? Ja. Boah, das ist so wetterspezifisch. Die meisten Athleten haben Angst, dass sie nicht ins Ziel kommen, weil sie so lang ist. Hast du diese Angst auch?

1:01:32Ferdinand Vogel

Das ist eine meiner Aufgaben, zu sagen, was ist das realistisch Schnellste, was die Top -Athleten schaffen werden? Was ist, wenn das Wetter jetzt so eher durchschnittlich ist, das Realistische? Und was ist, wenn es mehr oder weniger die ganze Zeit nur pisst und sie ab und zu mal abgleiten können? Wie weit sind sie an welchem Tag? Und da gibt es jetzt... Da gibt es eine aufwendig gebastelte Liste. Ich habe mir teilweise mit einer Wander -App -Karte, so wie das die Athleten auch machen, die Kilometer, Höhenmeter rausgesucht und bin die ganze Route selber entlang gegangen.

1:02:05Ferdinand Vogel

Sozusagen virtuell und auch fliegerisch, was ist wie möglich. Und ja, wenn das Wetter richtig grausam ist und sie nur selten Abgleiter machen können, klar, dann wird es ziemlich unrealistisch. Ich glaube, dann bräuchten sie, was hat ihr ausgegeben, 24 Tage oder sowas? Ja, 12. Das haben sie. Also, wirklich unrealistisch, aber wenn man jetzt die Durchschnittswerte der letzten Jahre hernimmt und sieht, in welche Entwicklungsrichtung das geht, dann werden sie nach sieben Tagen im Ziel sein. Und das ist dann eigentlich schon wieder fast zu früh.

1:02:41Ferdinand Vogel

Die sollen sicher ein bisschen länger da draußen in den Alpen

1:02:44Lucian Haas

ihr Abenteuer haben. Beim letzten Mal waren es 23 Athleten, glaube ich, die am Ende ins Ziel gekommen sind innerhalb der Rennzeit.

1:02:55Lucian Haas

Jetzt ist es länger geworden und so. Und letztes Mal war auch das Wetter sehr flugträchtig, auch wenn es nicht einfach zu fliegen war. Aber die sind alle sehr, sehr viel geflogen dabei auch noch. Was ist so deine Prognose, wie viele von den Athleten können es in diesem Jahr realistischerweise ins Ziel schaffen?

1:03:12Ferdinand Vogel

Ja, es ist auch so wetterabhängig. Also, es kann ähnlich laufen wie beim letzten Mal. Aber dadurch, dass die Route schon ein bisschen kniffliger geworden ist, gehe ich davon aus, dass es nicht mehr ganz so viele sind. Also, die wesentliche Änderung, warum das auch das letzte Mal so viel ist. Und das, was wir erfahren haben, ist ja, dass das Rennen nicht mehr beendet ist, nachdem der erste im Ziel ist und dann noch ein paar Stunden läuft. Sondern es gibt jetzt einfach eine harte Deadline. Bis dahin läuft das Rennen. Fertig. Und dadurch hatten die einfach viel mehr Zeit. Weil wenn man die alten Regeln hergenommen hätte, dann wären einige nicht ins Ziel mehr gekommen.

1:03:44Ferdinand Vogel

Wir werden es sehen. Müssen wir uns überraschen lassen. Ich glaube, man kann es irgendwann abschätzen.

1:03:50Ferdinand Vogel

Und wir sind sehr optimistisch, dass jemand ins Ziel kommen wird und das schaffen wird.

1:03:58Ferdinand Vogel

Und das Ziel ist nicht, dass 20 Leute ins Ziel kommen. Definitiv nicht. Das ist nicht unser Ziel, auf das wir hingearbeitet haben. Es sollen weniger sein.

1:04:08Lucian Haas

Aber die Route ist nicht so lang geworden, weil ihr sagt, okay, es sind zu viele im Ziel. Wir müssen mehr aussieben. Oder doch?

1:04:16Ferdinand Vogel

Schon auch. Doch. Also, es ist einfach der Trend. Es ist jetzt nicht markant mehr geworden. Aber ja, das Niveau steigt. Also darf auch die Rennstrecke anspruchsvoll sein.

1:04:30Lucian Haas

Die Leute gucken dann während des Rennens immer, was machen die Athleten. Die können um 5 Uhr loslaufen, können bis 22 Uhr nachts noch laufen. Aber das ist das, was die Athleten machen. Wie sieht so ein Tag eines Race Directors aus? Also die Athleten stehen um 5 Uhr auf. Musst du da auch schon auf der Matte stehen oder im Auto sitzen, schon wieder Telefonate machen?

1:04:50Ferdinand Vogel

Ja, also es war ehrlich gesagt mit einer der Gründe, warum ich die Eliminierung, die 48 -Stunden -Eliminierung etwas nach hinten geschoben habe. Weil das war halt jeden zweiten Tag. Die verpflichtende Frühaufstehaktion. Vor allem, man musste nicht nur aufstehen, sondern ich musste bis um, also es war, glaube ich, morgens um 5 Uhr. Ich musste bis um die Uhrzeit einen Videodrehplatz finden, wo man mich filmen konnte, wo es still genug war. Also nicht neben der Zugstrecke, wo der Hintergrund schön ausschaut und wo ich dann mit dem Athleten halt telefonieren kann und ihm sagen kann, dass er jetzt leider draußen ist. Und das habe ich gehasst. Weil ich oft erst um 2 Uhr, 3 Uhr nachts ins Bett gegangen bin, weil die meisten Anfragen kommen einfach, nachdem die Athleten in ihre Ruhephase kommen, gehen, also in die Nachtruhe gehen oder kurz bevor sie aus der Nachtruhe wieder weiter dürfen.

1:05:45Ferdinand Vogel

Da kommen die meisten Rückfragen zum Regelwerk. Gilt der Tunnel? Dürfen sie da durch? Weil das halt irgendwie nur so eine Überbauung ist, Lawinenschutz mäßig oder so. Und solche Rückfragen kommen dann. Und entsprechend ist meine Nacht ziemlich kurz. Und das letzte Mal war, dadurch, dass halt voll viel fliegbar war, sehr viele zeitlich relevanten Themen kamen auch tagsüber auf. Ich glaube, wenn das Wetter ein bisschen mehr durchwachsen ist und die Leute mal längere Zeit einfach nur laufen müssen und so, dann ist das alles ein bisschen entspannter. Aber bei mir war es eigentlich auch, ich saß nur im Auto, also musste zum Glück nicht selber fahren. Meine Freundin ist gefahren und hat mich da durchgezogen. Ich habe die Gegend coachiert, aber wir saßen eigentlich nur von morgens bis abends im Auto, um überhaupt irgendwie den Athleten hinterher zu kommen, weil die viel schneller waren als das, was man im Auto machen konnte.

1:06:37Ferdinand Vogel

Also wir haben es geschafft, aber knapp. Und entsprechend war ich von morgens bis abends unterwegs, super viel am Handy, am Telefonieren, Live -Tracking selber schauen, habe Infos bekommen von Freunden, die halt irgendwas Auffälliges im Live -Tracking gesehen haben, weil ich auch nicht ganz genau alles im Live -Tracking anschaue. Und letztes Mal war dann eben auch noch tatsächlich wirklich mit dem Live -Tracking, weil ich war dann plötzlich der Experimentierer, weil ich ja auch ein Live -Tracking -Gerät hatte, um die Software, die dann währenddessen entwickelt wurde, zu testen und probiere mal das noch aus. Also ich war, ich glaube, ich hatte mal nachgeschaut, ich glaube, ich hatte sieben, acht Stunden pro Tag reine Telefonzeit, wo ich nur am Telefon hing. Oh wow, rotes Ohr.

1:07:23Ferdinand Vogel

Ja, und dann halt gucken, dass die Handys wieder geladen sind. Und all die Probleme, die die Athleten eigentlich auch haben, plus halt dann solche Geschichten wie, dass die Athleten als Gruppe ziemlich am Anfang vom Rennen war, dass mal über einen Bergkamm drüber sind und direkt hinter dem Kamm waren Pferde auf der Koppel und die sind dann durchgedreht. Und dann sind solche Themen, poppen dann plötzlich auch auf, dann muss man da mit dem Landwirt halt wieder das versuchen hinzukriegen und versierungstechnisch das Ganze, das kann man dann abgeben an die. Helferleins, die es da so gibt, aber trotzdem, initial ist man erstmal der Ansprechpartner. Alles, was die Athleten brauchen und die Supporter, landet im ersten Moment mal bei mir. Du hast gerade so das

1:08:07Lucian Haas

Beispiel genannt, jemand läuft, kommt an einen möglichen Tunnel, durch den er nicht durch darf oder vielleicht ist es nur eine Lawinenüberbauung und sowas. Ich meine, du kennst nicht alle Routen, wo jemand längs laufen kann. Wie entscheidest du dann sowas? Google Earth gucken und gucken, gibt es Bilder davon und sagen, echter Tunnel, kein echter Tunnel? Oder wie machst du das?

1:08:28Ferdinand Vogel

Ja, also zum Glück gibt es fast überall Google Street View. Das heißt, man kann halt in einer 360 -Grad -Darstellung die Straßen entlang und sich einen guten Eindruck davon machen. Dann nutze ich die Wanderkarten am Handy und überlege mir, welche Alternativen gibt es für den Athleten gerade. Und dann muss man sich das einfach anschauen. Und ich weiß noch, das war in der Schweiz, kurz nach Fiersch. Da waren mehrere Athleten. Die durch den gleichen Tunnel wollten. Und das war die einzige sinnvolle Möglichkeit für die Athleten zu dem Zeitpunkt. Und wir haben dann diskutiert, ob man den für allen einfach zulassen. Weil die Allerersten hatten danach gefragt. Und ich finde, das Rennen muss safe sein.

1:09:16Ferdinand Vogel

Es muss aber auch fair sein. Und es muss auch immer noch sportlich sein. Und die Fairness ist mir wichtig. Also gleiche Regeln für alle.

1:09:25Ferdinand Vogel

Und dann haben wir aber gesagt, na, es gibt eine Alternative. Ihr müsst die Alternative gehen. Und das ist definitiv ein Tunnel, der halt wirklich in ein anderes Tal hineinführt. Zwar nur so halb, aber trotzdem. Und ja, dann mussten sie alle außenrum. Ist dann so. Und das ist halt wirklich zeitkritisch. Weil da gibt es wirklich Athleten, die nicht, jetzt in dem Fall, haben die eine halbe Stunde vorher schon Bescheid gegeben. Und haben gesagt, hey, dürfen wir das oder dürfen wir es nicht? Aber manchmal stehen die wirklich vor dem Tunnel und sagen, äh, Ferdi, da ist jetzt ein Tunnel. Darf ich da jetzt durch oder nicht?

1:10:02Lucian Haas

Und dann musst du ganz schnell in deinem Handy nachzoomen, Google Street View aufrufen und Sonstiges. Und dann sage, bleib mal stehen. Ich habe es gleich. Ich habe es gleich. Warte mal noch. Warte mal noch. Ah, ja, nee, nee, doch nicht.

1:10:14Ferdinand Vogel

Geh außenrum. Ja, genau. Und wenn es eine schwierige Entscheidung ist, dann muss ich das ja zusätzlich auch noch mit dem Rennkomitee abstimmen, weil ich die Entscheidung eben nicht alleine fälle. Ja, dann muss ich alles kurz dokumentieren, zusammenfassen. Wir haben dann da mehrere WhatsApp -Gruppen. Zur Verfügung stellen und dann, ja, gibt es eine Entscheidung. Und entsprechend sind die auch rund um die Uhr parat während dem Rennen. Gucken sie auch Live -Tracking, schauen sich das an und man versucht es irgendwie, gemeinsam über die Bühne zu ziehen. Du fährst

1:10:45Lucian Haas

den Athleten hinterher, hast du gesagt, oder versuchst sie mitzuverfolgen. Irgendwann zieht sich ja das Feld ziemlich weit auseinander.

1:10:54Lucian Haas

Wonach entscheidest du? Fahre ich jetzt vorne mit, wo vielleicht Pino, Kriegel und sonst wer unterwegs ist? Oder halte ich mich eher im Mittelfeld auf und sowas? Also was ist da das Entscheidende für dich, wo du dich positionierst?

1:11:08Ferdinand Vogel

Ich versuche grundsätzlich alle abzudecken. Ist natürlich nicht möglich, wie du gerade gesagt hast, weil das Feld dann irgendwann zu weit auseinander ist. Aber ich versuche da zu sein, wo es am meisten Probleme geben kann. Wo ich auch die Situation vom Boden her am besten dann noch abschätzen kann. Also zum Beispiel, als die das letzte Mal da im Föhnsturm durch die Dolomiten geflogen sind, da war ich unten drunter mit dabei. Um ein Gefühl zu haben. Und um im Zweifel reagieren zu können auch.

1:11:38Ferdinand Vogel

Hättest du denen auch eine Zwangslandung befehlen dürfen, theoretisch? Also ja, könnten wir. Das Regelwerk ist grundsätzlich so aufgebaut, dass der Athlet immer selber entscheiden muss.

1:11:49Ferdinand Vogel

Und das ist auch ganz wichtig, weil ich eben nicht überall immer dabei sein kann. Und das ist der Unterschied zum World Cup. Also beim World Cup, ob die Athleten oder die Piloten die Aufgabe abbrechen, die Aufgabe und landen gehen, das entscheidet nicht der Pilot, ganz selten, zumindest jetzt bei dem Führungspulk, sondern das entscheidet der Rennleiter. Und wenn der Rennleiter nichts entscheidet, dann fliegen die weiter, bis es halt irgendwann den Leuten ein bisschen zu viel wird. Aber das ist sehr, sehr spät. Und bei den X -Hypes muss das der Athlet selber machen. Und das ist der große Unterschied. Und Leute, die hauptsächlich vom World Cup kommen, also als Beispiel jetzt zum Beispiel der Maxim Pinot, der hatte mir mehrfach Nachrichten geschickt, das ist viel zu extrem, er hat keinen Bock mehr, das geht nicht, das müssen wir stoppen,

1:12:38Ferdinand Vogel

so in die Richtung schon fast. Quasi Level 2 gefunkt so ungefähr oder Level 3 schon so, oder? Genau, also Level 4 würde ich sagen war das.

1:12:46Ferdinand Vogel

Bei dem Dolomitenflug, also das war sicherlich auch, ich habe dann die finale Landung von ihm nicht mehr gesehen, aber ich glaube, das war weit drüber über dem, was er sich jemals vorgestellt hat, was er erleben wird bei den X -Hypes. Und danach hat er mir dann auch nur geschrieben, er gibt sich freiwillig eine gelbe Karte. Wegen unsicherem Fliegen. Ja, also solche Gespräche finden da auch statt. Und ich versuche grundsätzlich vorne dabei zu sein, weil da ist es auch relevanter, was nachher Ranking relevante Entscheidungen angeht. Wir haben aber super viele Runner, nennen wir die. Das sind Helferlines, die eben auch während dem Rennen unterwegs sind. Wir haben ein Medical Team, das ist ein Rennarzt und dann noch einige Rettungssanitäter, die auch einzeln.

1:13:32Ferdinand Vogel

Und im Rennen unterwegs sind, sich die Leute anschauen, auch weiter hinten vor allem, sich im Live -Ranking bewusst anschauen, wer ist viel gelaufen, wer läuft plötzlich langsamer. Und dann fahren die die Person einfach mal an und gucken, was macht die Blasensituation an den Füßen zum Beispiel. Oder ja, da gibt es viele medizinische Sachen, die dann da im hinteren Feld hauptsächlich angeschaut werden müssen. Und vorne kriegt man es dann meistens eh mit, wenn das Supporter -Team, meldet sich dann. Also wir haben ja auch eine gewisse Verantwortung an die Supporter abgegeben. Die müssen jetzt immer bestätigen, dass ihr Athlet flugtauglich ist, bevor der Athlet pro Tag in die Luft geht. Um mehr Sicherheitsfeatures einzubauen, die mit der heutigen Technik ja easy machbar sind.

1:14:21Ferdinand Vogel

Um das Rennen einfach an den Stellen, wo man es in der Hand hat, sicherer zu machen.

1:14:26Lucian Haas

Jetzt ganz gesponnen. Ihr habt aber noch keine KI eingesetzt oder sonst was im Hintergrund laufen, die beispielsweise die typischen Flug -Taktiken und Lauf -Geschwindigkeiten und sowas von den Athleten kennt, um zu sagen so, hey, wir sehen, da irgendwas stimmt nicht bei dem und dem, also die quasi automatisiert Alarm schläft.

1:14:45Ferdinand Vogel

Ja, also diese automatisierten Alarme, die gibt es, aber nicht KI -gestützt, sondern einfach mit Parametern definiert. Also zum Beispiel, es würde auffallen, wenn sich jemand ins Auto hockt oder hinten in den Kofferraum hockt und eine ganz schöne Zeit lang mit der gleichen Geschwindigkeit etwas zu schnell unterwegs ist, sowas würde sofort aufpoppen oder wenn irgendein Athlet kurz mal das GPS abdeckt und dann im Auto irgendwo vorne ranfährt und dann wieder da pausiert sozusagen, solche Sachen werden poppen auf und dann guckt man sich die an und im Zweifel verlangt man dann halt den Alternativ -Track. Ist sowas schon passiert? Ja, regelmäßig. Also auch einfach, wenn das GPS ausgefallen ist oder so oder der Live -Tracker ausfällt, warum auch immer, dann ja.

1:15:33Ferdinand Vogel

Ja, also letztes Mal, durch die ganzen Probleme mit dem Live -Tracking, gab es, glaube ich, keinen Athleten, der nicht mal irgendwann einen alternativen Track -Log schicken musste.

1:15:43Lucian Haas

Aber ich meine, ist das auch schon passiert, dass du wirklich dann nachweisen konntest, hey, du hast im Auto gesessen? Nee. Also das cheatet da jemand?

1:15:51Ferdinand Vogel

Nee, also davon gehe ich nicht aus, weil die Athleten, das merkt man auch, wenn man draußen im Rennen unterwegs ist, man steht ständig unter Beobachtung. Es gibt so viele Zuschauer, die wissen, der kommt da gleich vorbei. Ich stelle mich jetzt an die Straße und wenn man da irgendwo einen Scheiß bauen würde, dann fliegt man sofort auf. Also da ist die Community außenrum, ist da zusätzlich quasi Big Brother und ständig am Schauen. Und das merkt man auch als Athlet, dass man eigentlich nie nicht unter Beobachtung steht. Und dann gibt es ja auch, also selbst wenn du irgendwo hochalpin unterwegs bist, den Athleten wird oft nicht Bescheid gegeben, dass das Kamerateam jetzt ums Eck kommt und dann steht da plötzlich vor dir das Kamerateam. Weil die sie halt wissen, wo der nächste Startplatz ist und wo die sich jetzt positionieren und dann wo sie die abgreifen und also man ist nie alleine in dem ganzen Rennen.

1:16:43Ferdinand Vogel

Es ist zwar irgendwo Abenteuer und klar, es gibt auch diese Momente, wo man das Gefühl hat, boah, jetzt bin ich alleine in den Alpen unterwegs, was sehr beeindruckend ist, gerade wenn so Abend - oder Morgenstimmung ist. Aber letztendlich haben wir sie immer irgendwo ein bisschen unter Kontrolle. Also man ist nie

1:16:59Lucian Haas

vor einem Runner sicher, der dann irgendwo da irgendwo längs kommt. Was ist mit

1:17:03Ferdinand Vogel

Doping? Ja, also wir haben, unser Rennarzt, der kennt sich damit aus und wenn ihm was komisch vorkommt, dann haben wir auch Tests dabei und können die machen. Und es gab in der Vergangenheit auch schon Athleten, die aus dem Rennen ausgeschieden sind. Wegen Dopings? Weil sie gedopt haben, aber das sind, Doping ist schwierig greifbar, also das fängt zum Beispiel an, wenn es so mega heiße Editions, wo es einfach konstant fast an die 40 Grad

1:17:33Ferdinand Vogel

Temperaturen gab. Dann fangen wir an. Dann fangen die Athleten ja teilweise auch an, sehr stark zu dehydrieren. Und wenn die dann den ganzen Tag noch mit zu wenig UV -Schutz oder Kopfbedeckung oder sonst wieder rumgelaufen sind, weil es boxstabil ist, dann kann es schon mal sein, dass die einen Sonnenstich kriegen. Und dann ist es zum Beispiel schon schmaler Grad, wenn man dem Athleten eine Infusion verpasst. Dann kann das schon als Doping gelten. Und solche Probleme, die gab es. Oder wenn jemand ein Nasenspray. Oder. Oder ein Asthma -Spray oder sowas, genau, kann auch schon Doping sein. Und es gibt, also bei den X -Hypes gelten die allgemeinen Doping -Regularien, ich weiß gar nicht, wie das heißt. Da gibt es klare Definitionen und es gab wirklich schon Athleten, die nicht offiziell als Doping -Fall aus dem Rennen ausgeschieden sind, weil das hat dann nämlich richtige, auch teilweise strafrechtliche Probleme.

1:18:31Ferdinand Vogel

Das heißt, das wird dann so unter der Hand irgendwo gemacht. Aber ich kenne zwei Fälle. Wo das schon stattgefunden hat. Jetzt nicht bewusstes Doping. Also es war immer irgendwie so grenzwertiges. Also klar, man wusste, das hilft. Aber es war jetzt nicht echtes Doping, dass man sagt, die Person hat deshalb zwei Tage durchlaufen können.

1:18:52Lucian Haas

Das heißt Red Bull trinken, Red Bull verleiht Flügel und sowas gilt nicht als Doping bei euch.

1:18:59Lucian Haas

Kommen wir zum Ende des Rennens, beziehungsweise auch zum Ende des Podcasts. Irgendwann ist ja nach dem Rennen auch für dich. Bei Athleten gibt es sowas, dass manche sagen, sie fallen danach in so ein Loch, weil das war so intensiv, das Rennen selbst. Und danach ist so der Sinn ein bisschen weg, wo man erst mal sagt, was mache ich jetzt eigentlich? Ich habe mich so lange vorbereitet und alles war dadurch auf das Rennen ausgerichtet und sonst was. Und man muss erst wieder zurück in den Alltag finden. Hast du sowas auch erlebt nach dem letzten Rennen, wo du dann zwei Wochen lang als Race Director auf voller Pulle unterwegs warst?

1:19:35Ferdinand Vogel

Es ist so. Ja und nein. Also ich glaube, ich war einfach nur extremst übermüdet und habe erst mal wieder einen Schlafrhythmus finden müssen. Bin oft aufgewacht und habe gedacht, ich habe das Handy nicht gehört oder so. Ich habe bestimmt irgendeinen Athlet angerufen. Also so in die Richtung definitiv. Aber ansonsten war zumindest bei der letzten Edition mein Lebensalltag. Ich war draußen unterwegs, ich habe viele Streckenflugseminare gegeben, ich war am Testen, ich war die ganze Zeit immer draußen. Also das war so. Der Unterschied war jetzt nicht da, eher dieses Telefon, ich habe das Telefon überhört oder so. Ich habe verschlafen und habe es nicht mitgekriegt, oje, das war so ein bisschen, wo mein Loch quasi da war. Aber ich kenne das von den Athleten, dass die auch dieses Schlafproblem haben und dass die sich alle eigentlich denken, das tue ich mir nie wieder an.

1:20:28Ferdinand Vogel

Und bei dem einen oder anderen ist am nächsten Tag schon so, wann kann die nächste Edition losgehen? Und bei anderen ist es dann manchmal erst nach ein paar Monaten.

1:20:36Lucian Haas

Ist das bei dir auch

1:20:37Ferdinand Vogel

so? Ist es auch

1:20:37Lucian Haas

so, dass du denkst, okay, jetzt wird jetzt mein zweites Mal Race Director, aber macht das so viel Spaß, du sagst, das will ich auch bleiben?

1:20:44Ferdinand Vogel

Ja, also es macht schon Spaß, aber es ist aktuell ein bisschen schwierig mit der Doppelrollenverteilung.

1:20:53Lucian Haas

Weil du auch Geschäftsführer bei Nova bist und da vielleicht auch jemand sein könnte, da gibt es Interessenskonflikte oder sowas.

1:21:00Ferdinand Vogel

Ja, genau. Also das Thema ist bei mir gerade, das poppt schon regelmäßig auf. Ich versuche das dann immer durchzusetzen. Ich versuche, Gespräche wieder hinzukriegen und das funktioniert eigentlich auch ganz gut. Aber trotzdem ist es halt nicht cool. Wir versuchen das dann so zu managen, dass halt gewisse Videonachweise oder so nicht von mir geprüft werden, sondern von anderen Mitarbeitern im Team und z.B. jetzt, dass die ihr Equipment schon haben, damit halt auch da wieder nicht irgendwelches Know -how theoretisch zu Nova wandern könnte. Und solche Sachen haben wir jetzt einfach eingebaut, um da die Transparenz zu haben.

1:21:36Ferdinand Vogel

Aber na, es macht mir Spaß. Es ist ein Erlebnis. Manchmal wäre ich selber gerne in der Luft in der Zeit, weil als Renndirektor darf ich nicht einmal in die Luft. Letztes Mal habe ich es irgendwann nicht mehr gepackt und bin dann ein bisschen groundhandled mal kurz gegangen. An einem Turnpoint war ein bisschen Wind. Dafür war noch Zeit. Wow. Ja, also wenn ich am Turnpoint ankam und die Athleten dann doch ein bisschen langsamer waren, als wir gedacht haben, dann stand ich da und habe ein bisschen gegroundhandled und bin dann auf dem Pickup hochgehandled. Und dann bin ich da. Und so.

1:22:09Ferdinand Vogel

Ja, aber in die Luft darf ich nicht in der Zeit. Und das sind dann halt auch drei Wochen für mich nicht fliegen. Und aktuell ist das Gewohnheit. Aber letztes Mal war es nicht Gewohnheit. Das war dann schon hart. Also ich war dann schon wieder fluggel danach.

1:22:23Ferdinand Vogel

Nun hast

1:22:24Lucian Haas

du es gerade angesprochen, mit deiner Doppelrolle auch als Nova -Geschäftsführer, dass andere sagen können, okay, da ist so ein Interessenskonflikt. Spionierst du die vielleicht aus oder sonst irgendwie was? Inwieweit ist die, dadurch, dass du auch so viel Zeit in die X -Axis hast? Damit reinstecken musst? Inwieweit ist das auch wieder ein Interessenskonflikt für Nova? Weil deine Zeit fehlt ja dann damit auch. Also du bist da zwei Chefs und solltest vielleicht vieles managen, aber kannst in der Zeit, hast halt wahrscheinlich wenig den Kopf frei für die eigene Firma.

1:22:53Ferdinand Vogel

Ja, also ich glaube, ich habe das jetzt ganz gut hingekriegt. X -Axis ist halt in den meisten Fällen einfach nach dem Feierabend und am Wochenende. Ich habe auch im Team gesagt, als das aufgepoppt ist, dass ich jetzt die Chance habe, Geschäftsführer zu werden, dass ich jetzt halt weniger Zeit habe und da sind jetzt einfach ein paar Punkte im Team verteilt worden, sodass ich dann nur drüber schaue oder halt nur Tipps gebe. Und das macht es eigentlich entspannt für mich. Es ist jetzt nicht super viel Arbeit, die da ist. Und ja, als Chef kann man sich halt ein bisschen einteilen, wie man jetzt wann wie arbeitet. Und dann gibt es halt Tage, wo ich am Freitagabend spät noch arbeite für Nova und dafür, wie jetzt zum Beispiel heute montags morgens. Ja. Und dann kann ich dann ein Podcast machen für die X -Alps.

1:23:41Lucian Haas

Letzte Frage, was alle immer wissen wollen und sowas. Dein Tipp, wer wird die Red Bull X -Alps 2025 gewinnen? Ja,

1:23:50Ferdinand Vogel

die Frage kriege ich tatsächlich oft. Ich gebe keinen Tipp ab, weil es gibt wahnsinnig viele, die super, super gut unterwegs sind. Ich kenne die Leute persönlich. Ich weiß ihre Stärken und Schwächen und was sich verändert hat gegenüber der letzten Edition. Ich glaube, dass es spannend wird. Ich glaube, es war letztes Mal schon spannend.

1:24:12Ferdinand Vogel

Und der Titel Verteidiger tut sich schwer, würde ich sagen, mittlerweile manchmal. Und er beweist dann aber trotzdem immer, dass er einfach am meisten Erfahrung hat. Und ich glaube, auf diese Erfahrung, wenn er auf die ankommt, dann punktet er. Und die Verteidiger, die das versuchen, ihn vom Thron zu stoßen, die werden immer, immer besser. Und haben auch immer mehr Erfahrung. Und deshalb bleibt es spannend.

1:24:41Lucian Haas

Und würdest du sagen, täte es den X -Alps gut, wenn mal ein anderer gewinne, gewönne, was auch immer der Konjunktivteil und sowas ist, gewinnen würde? Oder ist es eigentlich für die X -Alps auch gut zu sagen, okay, jetzt hat ein Kriegel dann vielleicht ein neuntes Mal gewonnen und vielleicht kann er sogar ein zehntes Mal dann irgendwie beim nächsten Mal dann noch gewinnen und so weiter. Also, dass so eine Serie letzten Endes halt auch den Reiz ausmacht. Dass du sagst, da ist wirklich ein Adler, der von allen gejagt

1:25:10Ferdinand Vogel

wird. Ich glaube, das macht schon ein Stück weit den Reiz aus. Aber ich glaube, wenn ab sofort jemand anderes ständig am Podium stehen würde oder wenn es jedes Mal jetzt spannender wird, dann bleiben die X -Alps trotzdem das abenteuerreichste, abwechslungsreichste Event. Und ja, also ich glaube, letztes Mal war es ja bis zum Schluss eigentlich ziemlich knapp. Und das macht das Rennen irgendwie spannend. Wie wenn einer da so richtig weit vorne raus führt. Trotzdem habe ich es dem Kriegel auch immer gegönnt, wenn er da vorne raus war. Und auch beim letzten Mal habe ich gedacht, da war er dann noch auf dem Weg Richtung Westen. Hat er sich einmal verbastelt und musste dann da so drei Stunden unten im Tal sohren, bis es wieder hoch ging. Wo ich dann gedacht habe, schauen wir mal, wie das diesmal wird.

1:25:58Ferdinand Vogel

Und dann schwuppdiwupp war er trotzdem wieder in der Führungsgruppe. Und das ist das, was das Rennen ausmacht. Das Wetter ist unberechenbar. Sozusagen oder schwierig fassbar. Und die Entscheidungen, die die Athleten da treffen, teilweise ja mit innerhalb von Sekunden, wo sie entscheiden müssen, fliegen wir jetzt auf die Nordseite oder Südseite? Solche wichtigen Entscheidungen, die machen nachher das Rennen aus. Und es ist weiterhin für mich auch so spannend, dass ich manchmal denke, ich müsste eigentlich einen Arsch hochkriegen und wieder mehr sporteln und dann nochmal versuchen teilzunehmen. Aber ich glaube, mittlerweile bin ich da ein bisschen zu alt, meinen Körper da nochmal so umzuformen.

1:26:44Ferdinand Vogel

Aber das Abenteuer, was man da erlebt, bei den Hike & Fly Rennen, wo ich selber teilgenommen habe, ist schon beeindruckend. Und manchmal vermisse ich es, dass ich da nicht noch mehr gemacht habe in die Richtung. Wenn du jetzt,

1:26:57Lucian Haas

das ist jetzt viel wenn, aber wenn du jetzt sagen würdest, das Alter, mein Körper, das wird alles klappen, würdest du lieber Athlet sein als Race Director?

1:27:04Ferdinand Vogel

Ja, doch. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Es ist immer so, dass ich damals entschieden habe, weil ich so viele Rückenprobleme hatte, dass ich gesagt habe, okay, na, ich hänge das jetzt weg und will nicht mehr daran teilnehmen und habe meine Bewerbung damals dann auch zurückgezogen, kurz bevor die Selektion stattgefunden hatte.

1:27:27Ferdinand Vogel

Und ich glaube, die Entscheidung ist gut. Das hat meinem Körper gut getan, weil ich einfach nicht so gebaut bin, wie man es als Athlet heutzutage eigentlich sein müsste.

1:27:37Ferdinand Vogel

Aber die Abenteuer, die man da erlebt, also allein dieses da entlang fliegen, wo man beim Streckenfliegen nie vorbeikommen würde, das hatte ich, wo ich beim PAL mit dabei war, eben erleben dürfen, weil damals durften die Supporter noch mitfliegen. Und wir haben atemberaubende Flüge gemacht über den Alpenhauptkamm mehrmals drüber und Monte Rosa massiv da entlang. Und das war schon beeindruckend. Also da waren Flüge dabei, die werden mir niemals aus dem Kopf gehen. Schöne Erinnerung auf jeden Fall.

1:28:11Lucian Haas

Ferdi, vielen, vielen Dank für deine Zeit, fürs tolle Erzählen. Ich glaube, die Leute werden nach dem Anhören, wenn sie bis hierhin durchgehalten haben, sehr, sehr viel mehr über deine Rolle als Race Director erfahren haben. Danke, dass du auch ziemlich offen darüber gesprochen hast. Finde ich klasse. Ich glaube, dass manche Leute dann auch das Rennen vielleicht in manchen Dingen etwas anders angucken werden oder manche Entscheidungen von dir, die dann irgendwo mal aufpoppen, vielleicht nicht so gut sind. Vielleicht anders auch lesen werden und sagen, ah, hat vielleicht seinen Sinn gehabt. Oder vielleicht ist dahinter sogar noch eine andere Geschichte zu sehen, die jetzt nicht ganz öffentlich gemacht wird. Aber wer weiß, vielleicht ist Doping oder Wolkenflug oder sonstiges dann dabei gewesen, was dann nicht so sein soll. Danke dir für deine

1:28:50Ferdinand Vogel

Zeit. Ich danke dir, dass ich dabei sein durfte wieder. War wieder richtig spannend und cool. Deine Fragen sind immer richtig nice. Und ja, ich glaube, die X -Hype sind für uns alle in der Gleitschirm -Szene ein richtig cooles, tolles Event. Und ich wünsche euch viel Spaß beim Zuschauen und man hört sich und sieht sich.

1:29:16Lucian Haas

Ferdinand Vogel war schon einmal bei Podz-Glidz zu Gast. In der Episode 13 Flybird. Damals erzählte er, wie er zu einem erfolgreichen Wettbewerbspiloten geworden ist und was man dafür können muss. Viele seiner Hinweise und Tipps sind immer noch wertvoll, zeitlos und hintergründig. Es lohnt sich, da nochmals reinzuhören. Der Link dazu steht in den Shownotes zu dieser Folge.

1:29:41Lucian Haas

Wenn dir diese Episode gefallen hat, dann empfehle Podz-Glidz doch weiter. Erzähle deinen Fliegerfreunden davon. Oder schreib einen Kommentar auf Looglights, Soundcloud, Spotify, iTunes oder wo auch immer du den Podcast hörst. Und wenn du mir persönlich etwas Gutes tun willst, dann werde doch zum Förderer von Podz-Glidz und Looglights. Als freier Journalist stecke ich viel Zeit, Arbeit und auch Kosten in diese Projekte, damit ich das auch weiterhin so professionell, unabhängig und werbefrei tun kann, brauche ich deine Unterstützung. Auf meiner Homepage looglights.blogspot.com gibt es die Seite Fördern. Dort findest du alle nötigen Infos und Links, um mir finanziell unter die Arme zu greifen. Allen Förderern sage ich Danke.

1:30:28Lucian Haas

Bleibt gesund und genießt die fliegerische Freiheit. Ciao.

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