podz-glidz// transcripts with a synced player

177. Flugschach - Philipp Aeschbach

// Philipp Aeschbach, Lucian Haas · 2026-01-02 · 01:02:59 · original episode

// streaming from the original SoundCloud feed

[show notes]
Philipp Aeschbach saß früher stundenlang am Schachbrett. Heute sammelt er Flugstunden wie kaum ein anderer +++ Was hat Schach mit Gleitschirm-Streckenfliegen zu tun. Auf den ersten Blick nicht viel. Auf der einen Seite ein strategisches Brett-Spiel mit festen Regeln, auf der anderen die freie Bewegung mitten im Chaos der Natur. Schaut man aber genauer hin, kann man doch einige Parallelen entdecken. Vor allem wenn man jemanden fragt, der sich mit beidem gut auskennt. Darf ich vorstellen: Philipp Aeschbach. Der 33-jährige Schweizer hat jahrelang turniermäßig Schach gespielt. Dann hat er das Gleitschirmfliegen für sich entdeckt und ist diesem Hobby verfallen. Heute verbringt er mehr Stunden in der Luft als am Schachbrett. Sogar richtig viele Stunden! Fast 600 waren es im Jahr 2025, und in den Vorjahren nicht viel weniger. In dieser Episode von Podz-Glidz erzählt Philipp Aeschbach von seinen beiden großen Leidenschaften. Dabei geht es auch darum, inwieweit Schach ihm geholfen hat, das XC-Fliegen so erfolgreich zu meistern. In 2025 zum Beispiel hat er in elf von zwölf Monaten mindestens einen Hunderter in der Schweiz erflogen. Das heißt: auch im tiefsten Winter. +++ Wenn Du Podz-Glidz und den Blog Lu-Glidz fördern möchtest, so findest Du alle zugehörigen Infos unter: https://lu-glidz.blogspot.com/p/fordern.html +++ Musik dieser Folge: Track: Chess Pieces | Künstler: Silent Partner Youtube Audio Library https://www.youtube.com/watch?v=mxqfSdp2Isc +++ Lu-Glidz Links: + Blog: https://lu-glidz.blogspot.com + Facebook: https://www.facebook.com/luglidz + Instagram: https://www.instagram.com/luglidz/ + Whatsapp-Kanal: https://whatsapp.com/channel/0029VaBVs05CHDynzdlJlU34 + Youtube: https://youtube.com/@Lu-Glidz + Soundcloud: https://soundcloud.com/lu-glidz + Spotify: https://open.spotify.com/show/6ZNvk83xxGHHtfgFjiAHyJ + Apple-Podcast: https://itunes.apple.com/de/podcast/podz-glidz-der-lu-glidz-podcast/id1447518310?mt=2 + Linktree: https://linktr.ee/luglidz +++ LINKS zu Philipp Aeschbach + Philipps Flüge im XContest: https://www.xcontest.org/world/en/pilots/detail:PhilippAeschbach

[transcript]

0:03Philipp Aeschbach

Auf den ersten Blick haben sie natürlich nichts gemeinsam, aber wenn man jetzt mit dem Streckenfliegen vergleicht, hat es schon gewisse Dinge, die ich quasi übernommen habe aus meiner Schachpraxis. Also offensichtlich ist sicher, dass man ja beim Schach immer vorausdenkt, also weiterdenkt und verschiedene Optionen miteinander vergleicht und dann versucht, die beste Option zu wählen. Und beim Streckenfliegen muss man ja auch, also ich denke, es ist hilfreich, wenn man ein bisschen weiter plant als nur wo man gerade ist. Man überlegt sich vielleicht, soll ich dort durchfliegen oder dort durchfliegen und dann kann man sich so überlegen, welche Option ist besser und dann die bessere auswählen.

0:51Lucian Haas

Podz-Glidz, der Lu-Glidz -Podcast. Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Philipp Aeschbach. Und ich bin Lucian Haas. Was hat Schach mit Gleitschirmstreckenfliegen zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Auf der einen Seite ein strategisches Brettspiel mit festen Regeln. Auf der anderen die freie Bewegung mitten im Chaos der Natur. Schaut man aber genauer hin, kann man doch einige Parallelen entdecken. Vor allem, wenn man jemanden fragt, der sich mit beidem gut auskennt. Darf ich vorstellen? Philipp Aeschbach. Der 33 -jährige Schweizer hat jahrelang turniermäßig Schach gespielt.

1:36Lucian Haas

Dann hat er das Gleitschirmfliegen für sich entdeckt und ist diesem Hobby verfallen. Heute verbringt er mehr Stunden in der Luft als am Schachbrett. Sogar richtig viele Stunden. Fast 600 waren es im Jahr 2025 und in den Vorjahren nicht viel weniger. In dieser Episode von Podz-Glidz erzählt Philipp Aeschbach von seinen beiden großen Leidenschaften. Dabei geht es auch darum, inwieweit Schach ihm geholfen hat, das XC -Fliegen so erfolgreich zu meistern. In 2025 zum Beispiel hat er in 11 von 12 Monaten mindestens einen Hunderter in der Schweiz geflogen. Das heißt, auch im tiefsten Winter.

2:17Lucian Haas

Solche besonderen Gespräche kann ich dir in Podz-Glidz übrigens nur präsentieren, weil es Förderer gibt, die meine Arbeit an Podcast und Blog finanziell unterstützen. Sei auch du mit dabei. Alle nötigen Infos dazu findest du im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz und zwar dort auf der Seite Fördern.

2:35Lucian Haas

Philipp, bist du schon mal im Dezember in der Schweiz einen Hunderter geflogen?

2:42Philipp Aeschbach

Leider noch nicht. Ich habe es aber jetzt diesen Monat ein bisschen probiert, aber es hat nicht ausgereicht. Was war da dein weiterster Flug? Also wie weit hast du es im Dezember jetzt geschafft? Ja, je nachdem wie man zählt, etwas über 60 Kilometer. Also wenn man es als Dreieck zählt oder als freie Strecke mit Wendepunkten, gibt es ja ein bisschen eine andere Anzahl Kilometer. Ungefähr 60? Aber das ist jetzt nicht einmal der Rekord. Also der Rekord ist jetzt schon über 70 in der Schweiz, glaube ich. Von Stefanie Westerhuis.

3:14Lucian Haas

Hältst du denn einen Hunderter im Dezember in der Schweiz für möglich?

3:20Philipp Aeschbach

Ja, also früher war ich mir nicht so sicher. Aber jetzt bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass es möglich ist. Im Wallis, also Fiesch oder vielleicht auch im Tessin irgendwo in den Südalpen. Aber es braucht natürlich schon den perfekten Tag.

3:35Lucian Haas

Ich meine, die Flugzeit, die man zur Verfügung hat, ist ja relativ kurz im Dezember. Und damit auch die thermische Zeit oder sowas. Wann kann man denn im Dezember dann überhaupt deiner Erfahrung nach starten, dass man sagen kann, ich könnte dann einen Anschluss bekommen, mit dem ich dann überhaupt einen Streckenflug letzten Endes schaffen kann?

3:52Philipp Aeschbach

Ja, also ich denke, die Flugzeit ist schon deutlich über 4 Stunden möglich. 4,5, 5 wird wahrscheinlich sehr knapp, müsste auch alles stimmen. Aber also in Fiesch beispielsweise kann man an den guten Tagen wahrscheinlich vor 11 starten. Also ich bin jetzt auch vor 11 gestartet. Neulich. Neulich, irgendwie am 19. Dezember. Und es hat gut funktioniert. Ja, irgendwann zwischen 11 und halb 12 kann man in der Regel starten. Und dann kann man, ja irgendwann so um 3 Uhr ist dann langsam fertig mit Thermik in der Regel. Aber man hat eigentlich schon 4 Stunden oder ein bisschen mehr sogar. Also müsste man so etwa 25 km/h Schnitt fliegen. Was im Dezember oft nicht geht, weil die Thermik ist einfach schwach und zäh.

4:39Philipp Aeschbach

Aber es gibt schon auch Tage eben, wenn der Gradient von Anfang an sehr gut ist, kann man eigentlich schon relativ schnell fliegen. Und dann denke ich schon, dass es möglich ist.

4:50Lucian Haas

Nun steht ja die Sonne im Dezember viel, viel tiefer, als sie in einem Mai zum Beispiel steht oder sowas. Damit sind ja auch vielleicht andere Flächen, die dann thermisch aktiv sind. Wählst du deine Routen im Dezember, fliegst du dann wirklich ein bisschen anders?

5:05Philipp Aeschbach

Ja, also im Winter und eigentlich auch im Frühling hat es ja immer viel Schnee. Besonders in der Höhe. Aber die Wälder sind eigentlich, also die Wälder müssen eigentlich schneefrei sein. Sonst geht das sowieso nicht. Das heisst, man braucht, damit es überhaupt gehen kann im Winter, braucht es natürlich schon auch so die Voraussetzungen von den Schneeverhältnissen. Aber die Wälder, also in den tieferen Lagen, sind schneefrei und generieren gute Thermik. Aber auch im Frühling und Sommer. Also ich denke eigentlich die Wälder sind generell in den Alpen wahrscheinlich die beste Thermikquelle in der Regel. Und ja klar, man fliegt schon, man fliegt eher so die Frühlingslinie und nicht so die Sommerlinie. Weil im Sommer hat es halt oben keinen Schnee.

5:50Philipp Aeschbach

Und dann kann man so an die grossen Berge ran. Das geht natürlich nicht, wenn es viel Schnee hat.

5:56Lucian Haas

Schaut man in den XContest, so sieht man, du hast 2025 in jedem Monat, eben jetzt außer diesem Dezember, in jedem Monat einen Hunderter geflogen. War das ein erklärtes Ziel von dir?

6:10Philipp Aeschbach

Nein, das war kein Ziel. Das hat sich einfach so ergeben. Also im Januar habe ich, ja das war schon schön. Das war mal ein schöner Tag im Wallis. Da hat es gereicht für den ersten Hunderter, schon früh im Jahr. Und dann im Februar auch wieder. Aber im Februar geht es eigentlich sowieso immer. Und dann war einfach so die normale Saison. Da fliege ich eigentlich sowieso immer Hunderter oder mehr. Und dann kommt so der Oktober, November, wo ich in der Regel nicht unbedingt 100 fliege. Aber diesen Oktober hat es einige schöne, sehr schöne Flugtage gegeben.

6:42Philipp Aeschbach

Und dann kommt so der Oktober, November, wo ich in der Regel nicht unbedingt 100 fliege. Und dann kommt noch der November. Der November in der Regel ist dann auch schon wieder von der Saison eigentlich, ja geht es kaum mehr 100 zu fliegen oder nur noch selten. Aber habe ich sogar zwei Hunderter geschafft dieses Jahr. An einem sehr schönen Wochenende. Und dann hat man plötzlich so nachgeschaut und gesehen, eigentlich jeden Monat einen Hunderter geflogen in der Schweiz. Könnte es auch vielleicht im Dezember noch etwas werden. Ja, und dann habe ich es schon auch probiert im Dezember, aber hat jetzt nicht ausgereicht dieses Jahr. Wie

7:14Lucian Haas

viele Flüge über 100 Kilometer waren es denn insgesamt in dem Jahr?

7:20Philipp Aeschbach

Ja, über 50. Also ich glaube auch da gibt es ja wieder, wie man zählt, ob man jetzt so ein 98er Dreieck, über drei Wendepunkte ist es vielleicht über 100. Aber im World League XContest gibt es ja diese, wo aufgezählt wird. Dort sind es glaube ich irgendwie 54 oder sowas in der Saison 25.

7:40Lucian Haas

Es gibt einen Amerikaner, Ariel Slatkowski. Es gibt einen Amerikaner, Ariel Slatkowski. Er hat in der letzten XContest Saison, also XContest 2025, mehr als 100 Hunderter geschafft. Hat das allerdings dann nicht nur in der Schweiz geflogen, sondern überall auf der Welt. Wäre sowas auch ein Projekt nach deinem Geschmack?

7:59Philipp Aeschbach

Also absolut das zu erzwingen, nicht unbedingt.

8:05Philipp Aeschbach

Man macht natürlich viel mehr Hunderter, wenn man reist im Winter an die richtigen Orte. Er hat ja viel im Himalaya, also da Birre in Indien gemacht und dann in Kolumbien. Und dann war er auch in den Alpen. Aber für mich wäre es jetzt eher so interessant zu pushen, wie viele kann man nur in der Schweiz machen. Das wäre mehr so nach meinem Geschmack.

8:27Lucian Haas

Das ist dein Projekt für 2026?

8:31Philipp Aeschbach

Also nicht gezielt. Ich fliege sowieso viel und ich will viel fliegen, das macht mir Spass. Und dann die Hunderter, die kommen dann relativ automatisch.

8:42Lucian Haas

Du sagst, du fliegst viel. Ich meine, auch wenn man da wieder in den XContest guckt und so guckt, wie viele Flüge, aber vor allem auch wie viele Flugstunden da zusammenkommen, dann stehen bei dir unheimlich viele, wenn man das alles aufaddiert. Auf wie viele bist du im letzten Jahr, oder nicht im letzten Jahr, jetzt 2025 gekommen?

9:01Philipp Aeschbach

Ja, sind jetzt nicht ganz 600, irgendwie 589 oder so.

9:08Philipp Aeschbach

589? Ja. Das

9:09Lucian Haas

heißt aufs Jahr gerechnet, 365 Tage, du kommst dann irgendwo so bei einem Schnitt von 1,6 Flugstunden. Wie viel wird das so ungefähr sein? Also pro Tag?

9:20Philipp Aeschbach

Ja, ich fliege natürlich nicht jeden Tag. Ich fliege in den letzten Jahren so zwischen 120 und 150 Tage im Jahr. Und dann ja, pro Flugtag im Schnitt vielleicht drei bis vier Stunden oder so. Inklusive den Winterflügen, die kürzer sind. Und natürlich im Sommer, also die meiste Flugzeit kommt aus den Sommermonaten. Oder also Frühling einfach aus der Hauptsaison. Also wenn man dann halt acht, neun, zehn Stunden an einem Tag fliegen kann, zählt es sich schnell zusammen.

9:52Lucian Haas

Wie schafft man es, so viel fliegen zu gehen? Ich meine, wenn man so guckt, es gibt Gleitschirmprofis. Ich glaube, neulich habe ich das von Kriegel Maurer irgendwo noch gehört in einem anderen Podcast, wo der sagte, ja, in diesem Jahr ist er so auf 300 Stunden gekommen. Jetzt hast du im Grunde das Doppelte. Wie schafft man sowas?

10:09Philipp Aeschbach

Ja, also klar, man muss schon Prioritäten setzen, sage ich mal. Also besonders. Man braucht auch viel Freizeit, damit man überhaupt an diesen über 100 Tagen fliegen gehen kann. Das ist schon viel. Man muss das einfach priorisieren. Und dann, was ich natürlich mache, um viele Flugstunden zu erreichen, ist, an den Tagen, an denen ich fliegen gehe, versuche ich halt Strecken zu fliegen, so lange wie möglich. Und ich gehe, ich reise halt an diesen Ort, wo ich denke, ich kann am besten fliegen. Also jetzt jemand, der eher irgendwo schon wohnt, wo er, ich meine, direkt fliegen kann, der geht vielleicht dann einfach lokal. Und dann halt an den gewissen Tagen ist es halt dann nicht so toll. Und dann fliegt man halt nur kurz oder gar nicht. Und ich versuche, aus meinen Flugtagen halt das, das meiste herauszuholen.

11:00Lucian Haas

Aber nun bist du ja selbst kein Gleitschirmprofi. Du hast noch einen anderen Job.

11:05Philipp Aeschbach

Ja. Ich bin jetzt 50 Prozent angestellt mit relativ flexiblen Arbeitszeiten. Und früher hatte ich mal ein Jahr nicht gearbeitet. Und nur, bin ich nur Gleitschirm geflogen. Also als ich begonnen habe, nachdem ich begonnen habe, mit Gleitschirm zu fliegen. Aber ja, es ist jetzt nicht, dass ich mit dem Gleitschirmfliegen Geld mache, ja.

11:28Philipp Aeschbach

Wann hast du angefangen mit dem Gleitschirmfliegen? Ja, das war 2020. Nach der Corona, also eigentlich erst im Herbst habe ich dann mit dem Gleitschirmfliegen angefangen, ja.

11:39Lucian Haas

Auch wegen Corona? Weil du, hast du was gesucht, wo man aus dem Büro irgendwie

11:44Philipp Aeschbach

rauskommt oder was auch immer? Ja. Wahrscheinlich nicht, also nicht direkt wegen Corona. Aber was passiert war eigentlich ist, also es war die erste Corona -Welle mit Homeoffice und alles war zu. Und dann im Sommer 2020 konnte man wieder so ein bisschen rausgehen. Und da kam ich mit Kitesurfen in Kontakt. Da hatte ich das erste Mal so einen kleinen Trainer -Kite in den Händen. Das hat mir total Spass gemacht. Also ich wusste da eigentlich sonst noch nichts vom Gleitschirmfliegen. Und dann hatte ich so das Gefühl. Jetzt lerne ich Kitesurfen. Das kann man dann in der Schweiz ja auch machen auf den Seen. Besonders halt im Sommer habe ich da noch so einen Kurs gemacht im August. Oder ja, ich glaube, das war August im Talwind halt. Aber das habe ich nicht so richtig hinbekommen.

12:30Philipp Aeschbach

Und dann wurde langsam Herbst und dann wird es sowieso schwieriger mit Kitesurfen in der Schweiz, wenn man, also besonders als Anfänger. Und dann irgendwie bin ich auf das Gleitschirmfliegen, also auf Gleitschirm gekommen über das. Und dann habe ich mich mal bei so einem Schnupperkurs angemeldet.

12:46Lucian Haas

Und dann hat dich das Virus erwischt. Also jetzt nicht das Coronavirus, sondern das Gleitschirmvirus offenbar.

12:53Philipp Aeschbach

Ja, das kann man so sagen, ja. Also eigentlich nicht einmal. Eigentlich erst, als ich, also ich war dann so am Gleitschirm, also am Übungshang ein bisschen. Ein paar Mal hin und hoch und runter und so. Das war cool. Und auch die ersten Höhenflüge, so das war auch super. Ich weiss jetzt nicht mehr genau die Timeline, aber irgendwann habe ich dann x Contests entdeckt. In der Auswählung. In der Auswählung natürlich. Und dann habe ich mir das da so angeschaut und dachte so, wow, da kann man so weit fliegen. Wie ist das überhaupt möglich? Und seither lässt es mich nicht mehr los.

13:27Lucian Haas

Und das war, also du hast gesagt, im Herbst hast du mit diesem Gleitschirmkurs angefangen. Dann kam wahrscheinlich der Winter. War das der Winter, wo du dann einen Winter lang vor x Contests gehangen hast und dir alle Flüge angeguckt hast, die da so drin stehen, wo man überall wie hinfliegen kann und so?

13:44Philipp Aeschbach

Ja, zum Teil sicher, ja. Ja, zum Teil sicher, ja. Natürlich dann, man macht im Winter schon Schulungsflüge in der Schweiz. Es gibt, es hat halt keine Thermik, aber man kann ja gut hoch und runter. Zum Üben ist das eigentlich gut. Also ich bin schon auch, im Winter habe ich schon dann geübt. Aber ja, ich habe, ich war schon zu Hause viel und habe ein bisschen so im XContest rumgeschaut. Aber ja, zu diesem Zeitpunkt konnte ich das noch nicht wirklich natürlich verstehen, weil ich hatte gar keinen Bezug. Also ich habe ja auch viel einfach sonst so Gleitschirmmaterial. Ja. Ja. Gelesen und genau. Habe auch so wirklich so die Standardsachen, die man dann in der Ausbildung lernt. Meteorologie standardmässig, Luftrecht und all das Zeug, was man halt wissen muss.

14:31Lucian Haas

Aber dann bist du, als du das Brevet hattest, soweit ich das sehe, ziemlich schnell richtig, zumindest stundenmäßig voll durchgestartet. Ich glaube, wenn ich das sehe 2022, damals hast du noch einen B -Schirm geflogen, da bist du auch schon auf 450 Flugstunden gekommen.

14:47Philipp Aeschbach

Ja. Also in diesem Jahr habe ich eben gar nicht gearbeitet. Darum hatte ich auch ein bisschen mehr Zeit. Also ich hatte eigentlich mehr Zeit zum Fliegen wie jetzt dieses Jahr, aber weniger Flugstunden gemacht. Also man merkt schon, dass ich damals noch nicht so gut war wie jetzt. Aber ich habe eigentlich, es hat schon recht schnell begonnen. Nach dem Brevet sofort hatte ich den Fokus immer auf das Streckenfliegen. Aber jetzt im ersten Jahr im 21, das Brevet habe ich im 21 gemacht, war ich jetzt noch nicht so der übermässige Streckenflieger. Da war ich sogar noch mit dem Schulschirm unterwegs. Aber ich habe die ersten Erfahrungen gemacht. Und dann war es auch aus persönlichen Gründen. Da bin ich eben gezügelt von Zürich auf Ostermundigen zu meiner Freundin und habe gleichzeitig auch meinen Job damals gekündigt

15:34Philipp Aeschbach

und dann ein Sabbatical für Gleitschirmfliegen gemacht. Dann hatte ich im 22 sehr viel Zeit. Und das ist schon das Jahr, wo ich dann sehr viel gelernt habe, weil ich viel fliegen konnte. Ja.

15:45Lucian Haas

Du bist zu deiner Freundin gezogen, bist aber dann auch viel fliegen gegangen. Was hat die gesagt? Sie ist doch sehr

15:53Philipp Aeschbach

verständnisvoll. Fliegt sie denn auch? Nein, nein. Aber wir haben uns kennengelernt, das war eigentlich gerade kurz bevor ich mit dem Gleitschirmfliegen angefangen habe. Ich habe damals schon, das war nach dem Kitesurfen, aber vor dem Gleitschirmfliegen im 2020, auch so nach der ersten Corona -Welle. Und ich weiß noch, ich habe ihr damals schon gesagt, mit dem Kitesurfen, ich glaube, das wird mein Leben verändern.

16:21Philipp Aeschbach

Also sie hat es einfach von Anfang an mitbekommen und war immer sehr offen dafür.

16:28Lucian Haas

Wenn jemand zu dir käme und diagnostiziert, Philipp, du bist flugsüchtig, würdest du das als Diagnose akzeptieren oder würdest du sagen, nein, das stimmt nicht?

16:40Philipp Aeschbach

Ja, definitiv. Also früher noch schlimmer als jetzt, aber eigentlich bin ich immer noch süchtig. Aber ich versuche eigentlich, das Ziel wäre schon nicht, süchtig zu sein.

16:51Lucian Haas

Sucht hat ja auch viel damit zu tun, dass man so ein Craving hat. Also wenn man das nicht hat, dann fängt man irgendwann an zu zittern oder was auch immer. Die Seele brennt nach dem etwas. Wie äussert sich das bei dir, wenn du nicht zum Fliegen kommst?

17:05Philipp Aeschbach

Ja, genau. Also das war schon immer, also eben besonders früher war das schon kritisch teilweise. Also ich meine, es war einfach dann schlechte Laune oder so. Wenn ich weiss, es ist ja so. Es ist ein guter Flugtag, aber ich kann aus irgendeinem Grund nicht, dann war ich schon eher schlecht gelaunt. Ich denke, mittlerweile bin ich hoffentlich nicht mehr ganz so süchtig wie früher, kann ich das eigentlich besser verkraften, sage ich mal. Weil ich ja weiss, es kommen dann wieder andere gute Flugtage, wo ich dann gehen kann. Aber so gerade in den ersten paar Jahren hatte ich schon immer dieses Verlangen zu fliegen, wenn es möglich ist. Und wenn ich dann weiss, wusste ich es. Ich kann nicht, aus irgendeinem Grund war ich manchmal schon ein bisschen schlecht gelaunt.

17:50Philipp Aeschbach

Was zieht dich da so in die Luft?

17:55Philipp Aeschbach

Ja, das ist einfach eine unglaubliche Faszination. Also genau wirklich das jetzt in Worte zu fassen, ist schwierig. Aber ja, es ist einfach ein unglaubliches Gefühl und eine sehr spannende Aktivität, das Fliegen. Macht einfach viel Spass und eben eine gewisse Sucht ist da

18:15Lucian Haas

vorhanden. Ist es denn so, dass wenn du geflogen bist an einem Tag und dann landest, dass du erstmal die Sucht quasi dann befriedigt hast? Oder landest du und denkst du dann schon, vielleicht wenn du ein bisschen früher gelandet bist, wie könnte ich vielleicht sofort wieder hoch am Berg kommen, damit ich schon wieder gleich in die Luft bin?

18:34Philipp Aeschbach

Ja, also wenn ich den ganzen Tag ausfliege und gelandet bin, dann bin ich schon happy und sage, jetzt ist es gerade mal gut. Also wenn natürlich dann schnell wieder gutes Wetter kommt, will ich wieder fliegen. Aber ja, wenn man an einem guten Tag fliegt, dann ist das schon gut. Wenn man an einem guten Flugtag früh landen muss, dann hat man auch immer so kurz das Gefühl,

18:51Philipp Aeschbach

jetzt könnte ich noch weiter fliegen und so. Das ist schon, das kenne ich natürlich schon auch, dieses Gefühl. Und ja, wenn es möglich ist, das mache ich schon ab und zu, gehe ich nochmals hoch. Also wenn ich früh starte, irgendwo absaufe und landen muss und es gibt eine gute Möglichkeit, wieder zu einem vernünftigen Startplatz zu kommen, dann gehe ich nochmals hoch. Und das ist in der Schweiz noch an vielen Orten möglich.

19:15Lucian Haas

Bist du denn ein, von der Sucht her gesehen, bist du ein Flugzeitmaximierer? Könnte man annehmen bei der Masse an Flugstunden, die du da gesammelst. Oder bist du auch ein Flugstreckenmaximierer? Also was ist für dich heute eigentlich wichtiger? Lange in der Luft zu sein oder letzten Endes die Zahl, die am Ende dabei rauskommt? Wobei man häufig, wenn man lange in der Luft ist, am Ende die Zahl kilometermäßig natürlich auch groß ist, wenn man auf Strecke geht. Aber was ist so wichtig? Was reizt dich mehr oder was gibt dir mehr Zufriedenheit am Ende? Zu sagen, ich habe die grössere Zahl erreicht an Strecke oder ich war eine Stunde länger in der Luft oder so?

19:55Philipp Aeschbach

Ja, also beides grundsätzlich. Früher war ich sicher immer eher darauf fokussiert, so lange zu fliegen wie möglich, also viele Flugstunden zu sammeln. Mittlerweile bin ich eher darauf aus, einfach auch effizient zu fliegen und also schnell und weit zu kommen. In diesem Sinne. Aber wie du gesagt hast, wenn man nicht den ganzen Tag ausfliegt, dann kommt man auch nicht maximal weit. Also man muss, wenn man die Strecke maximieren will, dann muss man erstens schnell fliegen, aber zweitens auch lange fliegen, sonst hat man nie das Maximum herausgeholt. Aber es zieht mich schon immer, also ich versuche immer eigentlich zu maximieren, in diesem Sinne, im Sinne der Effizienz und der, ja, was ist möglich an einem Tag und dann so nahe wie möglich daran zu kommen.

20:45Philipp Aeschbach

Das ist eigentlich das Ziel.

20:47Lucian Haas

Was hältst du in der Schweiz für maximal möglich, was man da mit dem aktuellen Material an Strecke schaffen könnte?

20:55Philipp Aeschbach

Ja, über 400 natürlich. Also es wurde ja schon zweimal 400 Kilometer geflogen von Benni Kählin. Ja, ich denke, es braucht schon super Tage, aber dann kann man jetzt, also man könnte wahrscheinlich, also das flache 400er Dreieck im Wallis ist sicher möglich. Da ist der Rekord jetzt ja schon bei 369. Und die waren zu früh zurück. Also da liegt es, also am absoluten Hammertag wahrscheinlich ist 400 möglich. Für ein FAI -Dreieck denke ich, 400 ist kaum möglich. Aber ja, da ist ja auch, da ist der Rekord immer noch bei 343. Aber es gibt sicher noch mehr. Also in der Schweiz, in Frankreich fliegen sie ja schon über 350.

21:39Philipp Aeschbach

Also ein bisschen mehr, als was schon geflogen ist, ist sicher noch möglich.

21:45Lucian Haas

Wenn man dir so zuhört, merkt man, du hast ziemlich viele Zahlen im Kopf. Also auch von den anderen so, das sehr strategisch orientiert. Du hast ja früher sehr intensiv Schach gespielt, auch Turnierschach. Hast du da auch im Grunde, sagen wir erstmal, Buch geführt, wie viele Stunden du im Jahr damals am Brett gesessen hast, als du noch nicht Gleitschirm geflogen bist? Nein, also

22:09Philipp Aeschbach

beim Schach habe ich nie die Stunden gezählt.

22:12Philipp Aeschbach

Das bringt wahrscheinlich auch beim Gleitschirmfliegen nicht per se viel, aber beim Schachspielen kann man natürlich sowieso sehr einfach noch viel mehr Stunden trainieren, sage ich mal, oder damit verbringen, weil man ist nicht an das Wetter gebunden. Man kann jeden Tag einfach noch am Abend zwei, drei Stunden Schach machen, dann kommt man natürlich schnell auf viele Stunden. Aber die habe ich nie gezählt.

22:36Lucian Haas

Warst du denn damals ähnlich schachsüchtig, wie du heute flugsüchtig bist?

22:42Philipp Aeschbach

Ja, phasenweise sicher. Also ich war, also ich spiele Schach schon, seit ich ein Kind bin. Weil das hat mir mein Vater beigebracht als Kind. Und dann hatte ich, mit dem Turnierschach habe ich so mit 12, 13 Jahren angefangen. Da war ich aber nicht besonders ambitioniert. Ich habe einfach so im Club gespielt, ab und zu ein Turnier. Und dann irgendwann gab es schon so die Phase, wo ich sehr intensiv Schach gespielt habe und auch, ja, ich würde schon sagen, eine gewisse Obsession entwickelt habe.

23:14Philipp Aeschbach

Aber eben das, ja, da kann man dann sehr gut. Ja, da kann man sehr gut halt jeden Tag einfach daran arbeiten. Weil man ist, ja, man kann das zu Hause machen, man kann das eben unterwegs machen mit einem Schachbuch oder man kann, ja, man kann einfach immer, wenn man wirklich will, kann man immer sich mit dem Thema befassen.

23:32Lucian Haas

Haben denn Schach und Fliegen aus deiner Sicht und deiner Erfahrung heraus irgendetwas gemeinsam von der Herangehensweise

23:41Philipp Aeschbach

oder was auch immer? So auf den ersten Blick haben sie natürlich nichts gemeinsam. Aber wenn man jetzt mit dem Streckenfliegen vergleicht, hat es schon gewisse Dinge, die ich quasi übernommen habe aus meiner Schachpraxis. Also ich denke jetzt beispielsweise, das Offensichtlichste ist sicher, dass man ja beim Schach immer vorausdenkt, also weiterdenkt und verschiedene Optionen miteinander vergleicht und dann versucht, die beste Option zu wählen. Und beim Streckenfliegen muss man ja auch, also ich denke, es ist hilfreich, wenn man ein bisschen weiter plant als nur wo man gerade ist. Man überlegt sich vielleicht, soll ich dort durchfliegen oder dort durchfliegen? Und dann kann man sich so überlegen, welche Option ist besser und dann die bessere auswählen. Oder was man beim Schachspielen auch immer machen muss halt, ist man muss sehr

24:29Philipp Aeschbach

aufpassen, was der Gegner machen kann. Also was eigentlich, was sind die Risiken jetzt bezogen auf das Gleitschirmfliegen? Was kann quasi schiefgehen? Das muss man beim Schachspielen auch immer im Kopf behalten, weil wenn man die Möglichkeiten des Gegners unterschätzt, dann wird man, ja, dann wird man, ja. Dann wird irgendetwas schlecht laufen für einen selbst. Jetzt beim Gleitschirmfliegen haben wir keinen Gegner, aber man muss halt einfach trotzdem immer so ein bisschen die Risiken im Blick behalten. Also besonders als Anfänger, ich denke, kann man das, ist das hilfreich. Und dann gibt es aber auch noch andere Punkte. Also jetzt beispielsweise beim Schachspielen lernt man einfach Konzentration über eine längere Zeitdauer aufrechtzuerhalten.

25:16Philipp Aeschbach

Das ist dann wieder bei langen Streckenflügen ähnlich.

25:20Philipp Aeschbach

Oder was man auch beim Schachspielen immer hat, also es geht ja eigentlich darum, Entscheidungen zu treffen beim Schachspielen, oder? Und auch unter Zeitdruck oder manchmal, sagen wir mal, psychologischem Druck. Und dann beim Gleitschirmfliegen muss man ja auch immer gute Entscheidungen treffen. Das ist dann eigentlich das Zentrale.

25:39Lucian Haas

Du hast gerade gesagt, beim Gleitschirmfliegen hat man keinen Gegner. Hat man das wirklich nicht? Also man könnte ja auch sagen, vielleicht auch von Tag zu Tag wechselnde Gegner. Es gibt Tage, sagen wir da, da habe ich starken Wind und ich weiß, ich habe dann starke Leh -Effekte oder sonst was. Ich muss meine Strategie darauf anpassen und muss sagen, okay, ich darf von diesem Gegner starker Wind nicht geschlagen werden. Ich will nicht irgendwo runtergedrückt werden, wo ich dann am Boden stehe, sondern ich muss gucken, okay, der Gegner hat jetzt in dem Fall keinen schwachen Punkt, aber wo ich sagen kann, da ist der Punkt, wo ich meine Stärke dann entsprechend entwickle. Ist das nicht dann auch eine Denke, wo man sagt, wirklich strategisch gegen den anderen und vielleicht manchmal mit dem anderen entsprechend zu arbeiten?

26:24Philipp Aeschbach

Ja, also das kann man, man kann es natürlich so formulieren und das stimmt schon. Also quasi die Natur, man könnte sie als Gegner formulieren, aber eigentlich eher als eben miteinander, nicht gegeneinander beim Gleitschirmfliegen. Aber klar, die Risiken wie eben Leh -Situationen oder Überentwicklungen oder so, muss man natürlich in die strategische Planung mit einbeziehen. Das sicher, ja. Nun ist

26:49Lucian Haas

ja beim Schach, sitzt man am Brett mit einem Gegner, man spielt das Spiel und das entwickelt sich in diesem Moment.

26:57Lucian Haas

Und da musst du in diesem Moment sehr, sehr viel vorausdenken, um mit dem Gegner dann entsprechend mithalten zu können. Beim Gleitschirmfliegen ist es ja so, wenn man das auch als solches Spiel und strategisches Spiel betrachtet, gibt es ja zwei strategische Ebenen, sage ich mal. Es gibt eine der Vorbereitungen, wo du sagst, ich bin noch gar nicht in der Luft. Das kann ja auch Wochen vorher sein, wo man sagt, ich lege mir schon Strecken zurecht. Wo ich weiß, okay, die Berge sind immer dieselben, die da sind. Das Schachbrett ist auch immer das Gleiche. Aber trotzdem weiß man nie, wie der Gegner sich einstellt. Aber man kann da schon entsprechende weite Züge vorausplanen. Bist du jemand, der auch ganz viel diese Theoriearbeit, die Vorbereitungsarbeit zu Hause macht? Oder bist du einer, der sagt, ich gehe an den Startplatz und jetzt gucke ich in das Schachbrett Natur und lege da mal los?

27:50Philipp Aeschbach

Also ja, ich würde sagen. Ich bin da ähnlich wie im Schach. Weil beim Schach kann man auch sehr, sehr viel vorbereiten. Man kann wirklich sehr, sehr viel vorbereiten in der Eröffnungstheorie. Weil das Schach ja, das Brett ist immer das Gleiche. Und es gibt sehr viel Wissen, das man sich da aneignen kann. Wie auch beim Gleitschirmfliegen. Und ich bin eigentlich beim Schachspielen auch so mässig interessiert an der Vorbereitung. Aber ich mache natürlich schon viel. Weil auf einem gewissen Niveau Schach zu spielen bedeutet einfach, dass du eine gute Vorbereitung hast. Dass du deine Eröffnungen im Griff hast, weil sonst wirst du da überspielt. Oder hast einfach einen grossen Nachteil. Und ich habe schon auch beim Gleitschirmfliegen natürlich eben gerade in den Wintermonaten oder bei Schlechtwetter Zeit investiert, um eben Flüge zu analysieren von anderen oder Routen sich zu überlegen, wo könnte es wann wie gehen und so.

28:45Philipp Aeschbach

Dass man ein bisschen vorbereitet ist und nicht komplett in der Luft von allem überrascht wird. Wie

28:52Lucian Haas

sieht so eine Vorbereitung bei dir aus? Also wenn du sagst, du analysierst jetzt mal einen Flug eines anderen. Ist das einmal, du rufst in den XContest aus und guckst so ein bisschen, wo ist der längst geflogen? Oder ist das wirklich eine sehr detaillierte Analyse, wo du sagst, ich lade diesen Flug jetzt mal in Google Earth rein. Ich lege da noch eine KK7 -Overlay -Karte drüber. Guck mir, wo die Thermiken da stehen. Ich gucke in den Wetterbericht von dem Tag. Was war, wie war denn der Wind angesagt oder sonstiges. Also gehst du da sehr, sehr detailliert rein? Oder ist das nur so eine überblicksmässige, was hatte der so als Grundstrategie gehabt?

29:27Philipp Aeschbach

Also beides, je nachdem. Also KK7 brauche ich nie, das ist schon mal klar. Aber sonst. Warum nicht? Ja, ich denke, das ist nicht so hilfreich eigentlich. Weil es zeigt dir einfach, wo hat es oft Thermik. Aber ja, irgendwie, das ist ja dann eigentlich klar. In der Regel. Aber es ist auch nur, es zeigt dir vor allem, wo fliegen die Leute durch. Nicht unbedingt, wo die Thermik ist. Weil es gibt auch Orte mit guter Thermik, die auf der KK7 -Map dann vielleicht nicht so ein grosser Hotspot sind. Weil einfach dort selten jemand durchfliegt. Aber die Thermik wäre dort genauso gut, oder? Auch gut. Man kommt vielleicht nicht so einfach dorthin, oder? Also ich glaube, darum die KK7. Also ich glaube, die nützt einfach nicht so viel. Ehrlich gesagt. Aber jedem das Seine.

30:13Philipp Aeschbach

Aber was ich sicher auch schon gemacht habe oder regelmässig mache, ist, dass ich irgendwelche Flüge im Google Maps, äh Google Maps, Google Earth anschaue, weil dann kann man so ein bisschen 3D und so. Das ist schon noch eine schöne Visualisierung.

30:27Philipp Aeschbach

Was ich auch schon gemacht habe, aber eher selten, ist eben so alte Wetterdaten zu suchen für Flüge. Also einfach ein bisschen um zu bestimmen, was die Wetterlage war.

30:38Philipp Aeschbach

Das ist ein bisschen immer das Problem, weil man hat die alten Flüge und man weiss ja nicht, wie war das Wetter denn damals. Weil das Wetter ist natürlich auch relevant für die Flüge. Ja, manchmal schaue ich da irgendwelche Archive an. Um ein bisschen so ein Gefühl zu bekommen für den Tag. Aber in der Regel nicht. Was ich aber oft, also was ich oft mache, ist einfach so ein kurzer Überblick. Also jetzt, es gibt ja so zwei Dinge. Es gibt das Historische, die Flüge von vor meiner Zeit quasi. Und dann gibt es das, was jetzt während der Saison läuft. Oder während der Saison kenne ich das Wetter ungefähr. Ich habe das Wetter wahrscheinlich auch angeschaut. Und dann kann ich am Abend relativ schnell die Flüge durchgehen. Und einfach so schauen. Ja. Dann habe ich das Wetter von heute im Kopf.

31:24Philipp Aeschbach

Vielleicht bin ich sogar selber geflogen. Also mache ich das am nächsten Tag oder so. Kann ich die Flüge kurz anschauen. So ungefähr die Route. Und was mich dann eigentlich oft interessiert sind so die Stellen, wo die Leute tief gekommen sind. Oder wo es spannend wurde. Weil wenn sie einfach weit über den Gipfel geradeaus fliegen, dann ja, das ist nicht so spannend. Aber immer wenn sie irgendwo tief kamen oder eine Baustelle hatten, dann schaue ich mir das ein bisschen genauer an. Um ein bisschen ein Gefühl für diesen Ort und diese Situation. Das heißt,

31:54Lucian Haas

scannst du wirklich so Flüge durch, wenn du sagst von so einem Tag, ich bin geflogen, jetzt gucke ich mir mal die anderen fünf großen, weiten Flüge an, die dann auch gemacht wurden. Und dann guckst du auf das Höhenprofil in XContest, also das Flughöhenprofil und siehst, da ist er tief gekommen. Ich zoome mal da rein. Was war da die Baustelle und wie hat er sich dort rausgebastelt?

32:13Philipp Aeschbach

Absolut, absolut. Und das mache ich eigentlich fast täglich während der Saison. Weil ich habe dann immer einen Bezug zum Wetter, auch wenn ich nicht geflogen bin. Und dann kann man so die Top -Flüge vergleichen. Manchmal gehe ich auch sogar ziemlich weit runter auf die nicht so Top -Flüge. Oder auf Flüge in anderen Gebieten. Weil meistens sind dann die grössten Flüge sind alle aus dem selben Gebiet oder mehr oder weniger selben Gebiet. Aber ja, das ist für mich eine wichtige Analyse. Einerseits für die eigenen Flüge, aber auch für den Flugtag als Gesamtes, also was die anderen geflogen sind.

32:49Lucian Haas

Wenn du das so gegenrechnen würdest. Ich weiss nicht, ob du da das quasi auch buchführst oder sowas. Du weisst, du bist jetzt in diesem Jahr auf mehr als 580 Flugstunden gekommen. Wie viele Stunden Vor - und Nachbereitung sind dann damit verbunden?

33:09Philipp Aeschbach

Ja, also da führe ich jetzt nicht Buch. Aber mit dem Meteor kann man sowieso viel Zeit investieren.

33:18Philipp Aeschbach

Vorbereitung von Flügen, aber auch generell. Und die Nachbereitung sage ich jetzt mal. Die Analyse. Die Analyse vom eigenen Flug mache ich in der Regel relativ kurz, also schnell. Also ich gehe einfach den Flug nochmal durch. Auch irgendwie 3D visualisiert und überlege mir schon immer Sachen. Was habe ich gut gemacht? Was habe ich vielleicht schlecht gemacht? Wo gab es Fehler oder was habe ich nicht so richtig verstanden? Einfach so relativ kurz, sagen wir so fünf bis zehn Minuten, manchmal auch weniger. Und dann ja, meistens ist man ja dann auf der Heimreise vom Flugtag, hat man dann Zeit, ein bisschen zu schauen, was die anderen geflogen sind. Man ist ja eh im ÖV. Dann sitzt du im Zug und guckst mal. Genau.

34:02Lucian Haas

Also manchmal mache ich das auch zu Hause. Aber so geschätzt würdest du sagen, du fliegst trotzdem mehr, als du in die Vorbereitung und Nachbereitung investierst? Oder hält sich das ungefähr die Waage?

34:13Philipp Aeschbach

Ja, ich denke, das hält sich wahrscheinlich ungefähr die Waage am Schluss. Ja, also es kommt darauf an, was man alles als Vorbereitung und Nachbereitung noch zählt. Also wenn ich einfach irgendwelche anderen gleitschirmrelevanten Informationen, eben Bücher lese oder so, wenn man das auch noch dazuzählt, dann hält es sich sicher die Waage. Wenn man das alles nicht dazuzählt, dann vielleicht schon ein bisschen mehr fliegen.

34:38Lucian Haas

Nun hast du gerade gesagt gehabt, KK7 braucht man eigentlich nicht so. Es ist doch eigentlich klar, wo die Thermik ist. Woher ist dir das klar? Also es gibt, ich kenne viele Piloten, die so ungefähre Vorstellungen davon haben. Aber du sagst ja, das ist doch eigentlich klar. Also scheinst du eine ziemlich genaue Vorstellung davon zu haben.

34:59Philipp Aeschbach

Ja, also ich persönlich denke, das absolut Wichtigste für den Streckenflieger oder eigentlich das Entscheidende ist, wie gut ist das mentale Modell der Atmosphäre? Also wer hat eigentlich die beste Vorstellung davon, wie die Situation, also das Wetter, die Atmosphäre, wie sie sich verhält? Weil derjenige, der ein genaueres Modell hat, in seinem Kopf, der fliegt einfach besser, weil der fliegt dann an die richtige Stelle und dort steigt es und der andere fliegt einfach rum und hofft, in eine Thermik zu fliegen. Also von dem her ist natürlich bei jedem Flugtag, also immer eigentlich arbeitet man an seinem eigenen Modell der Atmosphäre. Man überlegt sich, wo steigt es, wo sinkt es, wo ist nichts zu holen, wo geht es schnell.

35:43Philipp Aeschbach

Und dann hat man ja immer, man fliegt viel, also ich fliege viel, aber bei jedem Flug hat man ja immer das Feedback, das sofortige Feedback. Man überlegt sich, da vorne ist eine Thermik und dann fliegt man da hin und entweder es ist eine dort oder es ist keine dort. Und so baut man sich so dieses mentale Modell auf oder verbessert es. Es wird immer genauer, sage ich jetzt mal, sollte es werden. Das wäre das Ziel. Und dann, ja, dann sagt mir mein Kopf, wo die nächste Thermik ist. Da brauche ich keine KK7 -Karte.

36:12Lucian Haas

Das heisst, es läuft so ein bisschen ab wie das Training einer KI, wo die immer sagt, aus dem Erfolgen lerne ich. Und du vergleichst immer, okay, ich erwarte dort die Thermik, ich erwische dort die Thermik, dann weiss ich, okay, beim nächsten Mal fliege ich vielleicht einen ähnlichen Spot auch wieder an und du sagst, ich erwarte eine Thermik. Nein, dann habe ich sie dort nicht gefunden. Dann wird das vielleicht irgendwie in deinem Kopf strategisch etwas anders gewichtet und du sagst, beim nächsten Mal denke ich das Modell vielleicht ein bisschen anders und fliege gleich eine andere Stelle an.

36:41Philipp Aeschbach

Ja, also ich denke, Menschen lernen generell eigentlich so. Also es gibt verschiedene Strategien, um Sachen zu lernen, aber wenn man etwas hat, wo man direkt sagt, wenn man das Feedback bekommt, dann ist das natürlich sehr hilfreich für das Lernen, weil dann kann man immer, also das passiert dann eigentlich automatisch, aber ja, es ist natürlich gut, wenn man schon eine Prognose erstellt beim Fliegen, anstatt wenn man einfach nur herumfliegt und sich quasi überraschen lässt, dann wird man auch automatisch ein Modell bauen, also im Unterbewusstsein sage ich jetzt mal. Aber es ist vielleicht nicht so effizient, wie wenn man gezielt also Prognosen quasi erstellt, so kurzfristig sozusagen. Ich fliege dort rüber und dann hat es drei Meter Steigen und dann fliegt man rüber und dann kommt man das Feedback und dann kann man das eigene Modell quasi updaten.

37:28Philipp Aeschbach

Also auf eine gewisse Art und Weise wird das schon so funktionieren.

37:32Lucian Haas

Ist dir beim Fliegen, mit diesen vielen Fliegen, vielen Flugstunden, die du da sammelst, ist dir schon mal irgendwann in der Luft langweilig geworden?

37:42Lucian Haas

Nein, eigentlich nicht, weil eben es,

37:44Philipp Aeschbach

also manchmal kann man natürlich einfach relaxen und die Aussicht geniessen, aber das ist ja auch nicht langweilig. Und wenn man nicht relaxt und geniesst, dann ist man eigentlich am Überlegen, also quasi was mache ich als nächstes, wieso mache ich das oder wie schätze ich, oder für mich ist schon viel Zeit in der Luft, ist einfach nur Einschätzen der Bedingungen. Wie denke ich, ist der Zustand der Atmosphäre? Und das kann ich immer machen, das ist nie langweilig.

38:11Lucian Haas

Bist du ein visueller Mensch? Also ich stelle mir vor, so Schachspieler, die gucken auf ein Brett, schauen einmal drauf, sehen eine Stellung, als Gesamtes nehmen das irgendwie auf und haben dann direkt relativ schnell so einen Eindruck, wie eine Stellung so ist, wo die Stärken oder Schwächen so sind. Also jemand, der schon sehr erfahrener Schachspieler ist. Und so könnte ich mir auch vorstellen, dass ein sehr erfahrener Pilot eine Stellung, die es irgendwo gibt, also die Situation in dem Flugregion, wo du gerade bist, du siehst, da sind ein paar Wolken und sonst etwas, dass man eigentlich relativ schnell die Stärke oder Schwäche einer Lage erkennen kann. Würdest du das so ähnlich sehen?

38:50Philipp Aeschbach

Ja, das denke ich schon. Auf alle Fälle. Aber also visuell, ja, wahrscheinlich bin ich schon eher visuell. Aber also klar, beim Gleitschirmfliegen, wir nehmen das Ganze mit den Augen, also die meiste Information wahrscheinlich schon visuell auf, aber auch viele andere Informationen, die wir halt spüren über den Flügel und wie sich die Thermik anfühlt und so. Aber was sicher ist, ist, dass ein guter Streckenflieger viel schneller die Situation erfasst oder einfach schneller, aber auch genauer. Oder ein Anfänger versteht nicht wirklich, was abgeht in der Atmosphäre. Und ein erfahrener Streckenpilot hat eine viel bessere Vorstellung. Das ist, denke ich, zwangsläufig der Fall.

39:36Lucian Haas

Von diesen Strecken, die du fliegst, du sagst, du bereitest viel vor und nach. Heisst Vorbereitung auch, du sitzt am Computer und legst dir Strecken zurecht, du setzt eine ganze Reihe von Wegpunkten, die du dann auf dein Instrument laden kannst? Oder bist du jemand, der solche Strecken nur im Kopf hat und sagt, okay, ich habe so die verschiedenen Dreiecke, die ich mir schon mal überlegt habe, die kann ich abrufen, so wie ich als Schachprofi 50 Eröffnungen im Kopf habe und die eigentlich relativ blind runterspielen könnte, zumindest so die ersten Züge, die da sind. Ist das so etwas, wo du sagst, das ist beim Fliegen ähnlich?

40:18Philipp Aeschbach

Ja, also ich lade jetzt keine Wegpunkte bis jetzt ins Gerät. Normalerweise, also habe ich noch nie gemacht, sagen wir so, für normale Streckenfliege. Aber ich spiele schon teilweise rum, eben mit irgendwelchen Ideen für Dreiecke und so. Gerade wenn man wirklich Dreiecke fliegen will, dann wird es schon sehr wichtig, dass man sich etwas überlegt, wo die Wendepunkte sein müssen, dass es überhaupt aufgeht am Schluss.

40:45Philipp Aeschbach

Für das mache ich schon auch Vorbereitung. Aber vor allem geht es so ein bisschen darum zu überlegen, welche Routen wären überhaupt möglich oder könnten möglich sein. Das mache ich schon. Aber viele von meinen Flügen sind dann eigentlich relativ freestyle, sage ich mal. Also die Dreiecks -Ideen sind eigentlich nur für die Hammer -Tage relevant, weil dann nur an diesen Tagen kann man wirklich irgendwie ein riesen Dreieck fliegen. An den normalen Flugtagen kann man vielleicht irgendwo durchfliegen, aber es wird nicht gehen, jetzt ein riesiges Dreieck zu fliegen, aus Wetterbedingungen oder irgendwelchen. Und dann fliege ich in der Regel nur mit sehr losen Flugplänen rum.

41:33Philipp Aeschbach

Also ich habe schon eine Idee am Anfang des Fluges, vielleicht fliege ich so da durch oder das könnte ich mal probieren, aber nichts genau geplantes.

41:44Lucian Haas

Am 2. Mai in diesem Jahr, also 2025, bist du von Fiche aus einen One -Way -Rekord geflogen, 365 Kilometer bis tief nach Österreich hinein. War der Flug so geplant oder war das auch Freestyle? Ich fliege mal los und du sagst, ach, es geht ja noch weiter, es geht noch weiter, ach, da hinten steht das nächste Wölkchen, ah, da muss ich auch noch hin, oh, hups, jetzt bin ich schon über die Grenze nach Österreich, na gut, dann fliege ich noch weiter.

42:08Philipp Aeschbach

Ja, also der Flug war schon geplant, aber das ist natürlich das Schöne, also ich sage mal, das finde ich das Schöne an so One -Way -Flügen, dass man das eben nicht so ganz genau planen muss. Man fliegt einfach so weit es geht. Aber ich weiss noch, ich habe da, auf der Anreise habe ich noch mit den Kollegen gescherzt, ja, Zell am See ist das Ziel, oder? Hat dann beinahe gereicht. Aber ja, klar, also da, das habe ich jetzt schon ein paar Mal probiert in den letzten Jahren, also One -Way mit halt Rückenwind gegen Österreich. Da gibt es verschiedene Routen, die man fliegen kann, aber die plane ich dann nicht im Detail, da entscheide ich dann in der Luft, welche Route, dass ich eher fliegen will. Aber ich kenne natürlich das, also ich sage mal, bis zur österreichischen Grenze kenne ich das, die Länder sind relativ gut, und dann in Österreich so ein bisschen von den einigen Flügen, die ich schon gemacht habe.

42:57Philipp Aeschbach

Aber das ist dann nicht mehr so genau geplant. Aber das merke ich dann schon, wenn man jetzt Dreiecke fliegen will, dann kann man nicht einfach so gar nichts planen, also einfach so weit es geht, weil dann muss man sich schon etwas überlegen, wo wende ich, dass es am Schluss aufgeht.

43:12Lucian Haas

Sind dann Dreiecksflüge für dich die interessanteren Flüge, weil es eben deutlich strategischer dann vielleicht noch ist, oder sagst du nein? Ich fliege auch gerne ins Ungewisse, ins Unbekannte, irgendwo hinein.

43:27Philipp Aeschbach

Ja, also ich denke, Dreiecksflüge sind schwieriger von der Flugplanung und von der Umsetzung, aber persönlich habe ich immer schon viel Freude an so One -Way -Flügen, weil dann hat man einfach den ganzen Tag neues Gelände und es ist so ein bisschen mehr Abenteuer, wo kommt man am Schluss raus, man weiss es nicht, man weiss nicht, wie weit es geht, aber die Dreiecksflüge haben natürlich den Vorteil, dass man am Abend wieder dort, etwa dort landet, wo man zuhause ist in der Regel, oder halt einfach, also man kommt schnell wieder zurück. Aber von der Planung und Umsetzung sind Dreiecke sicher schwieriger. Darum geben sie auch mehr Punkte bei XContest beispielsweise.

44:08Lucian Haas

War denn dieser Rekordflug von Fisch aus bis fast Zell am See, war das für dich dein Highlight des Jahres? Es

44:15Philipp Aeschbach

war sicher ein super schöner Flug, ja, aber Highlight, also für mich sind alle Flüge schön, also mehr oder weniger alle, aber es war schon eines der Highlights, ja, aber ich würde jetzt diesen Flug, also so in meiner persönlichen Erinnerung sticht er jetzt nicht mehr hervor wie andere schöne Flüge.

44:34Lucian Haas

Sind es denn dann, von der Erinnerung, wo du sagst, ah, da denke ich dran zurück, sind es dann wirklich gesamte Flüge, die man irgendwo im Kopf hat und sagt, das war ein toller Flug, oder sind es immer so einzelne Flugmomente, wo du sagst, wow, das war, da habe ich die tolle Entscheidung getroffen, oder sind es die Low Saves, wo man sagt, hey, da bin ich besonders stolz, weil ich mich noch aus zehn Meter Ameisenkniehöhe über der Tanne hinten im Tal noch irgendwie hochgekämpft habe?

45:02Philipp Aeschbach

Ja, ich denke schon, es sind eher die einzelnen speziellen Momente, die hängenbleiben, also eben Low Saves oder gute Entscheidungen oder sehr schöne Situationen oder mit irgendwelchen Vögeln oder anderen Tieren am Boden, die man sieht. Das bleibt mehr hängen als die Flüge als ganz. Wobei es dann schon auch gerade für so gewisse Routen, kann man sich dann so die Strecken, die man geflogen ist, also die schnellen Routen, die kann man sich so wie quasi im Zeitraffer fast schon vorstellen, einfach weil man sich schon so ein paar Mal geflogen ist. Ja, kann man sich so vorstellen, wie das gehen könnte an einem Supertag. Aber ich denke, die einzelnen, es sind eigentlich einzelne Erinnerungen,

45:47Philipp Aeschbach

die eher hängenbleiben.

45:49Lucian Haas

Gibt es beim Schach eigentlich so etwas Ähnliches? Also, dass man sich an besondere Parteien, zurückerinnert, die man ausgefochten hat oder an besondere Situationen, wo man sagt, hey, da habe ich mich, der Gegner hatte mich schon in der Klammer und ich habe mich da irgendwie noch wieder rausgekämpft mit einem tollen Zug irgendwie.

46:09Philipp Aeschbach

Ja, ja, das gibt es schon, denke ich. Also im Schach kann man sich schon auch an ganze Partien erinnern vielleicht, aber es bleiben schon auch immer gewisse kritische Momente zurück quasi. Das war die wichtige Entscheidung, die oder irgendwie ein Opfer, das dann den Angriffssieg bringt oder eine Verteidigungspartie, wo man lange verteidigen muss und am Schluss kann man dann in den Gegenangriff. Solche Sachen bleiben schon auch im Gedächtnis, ja.

46:38Lucian Haas

Was war eigentlich deine längste Schachpartie? Weisst du das noch?

46:41Philipp Aeschbach

Zeitlich? Das war wahrscheinlich so sieben Stunden oder so. Auch sieben? Also ich weiss noch, da waren wir im Tessin mit der Mannschaft. Wir haben irgendwie, ja, ich glaube, wir haben um halb eins begonnen und dann waren wir kurz vor acht fertig. Das war die längste Partie und dann mussten wir noch nach Hause fahren vom Tessin. Das war ein bisschen... Aber ja, also im Schach hat man natürlich die Bedenkzeit, die vorgegeben ist, die die Dauer der Partie, also eine maximale Dauer eigentlich festlegt.

47:15Lucian Haas

Von der Anstrengung her, wenn du jetzt sagen würdest, sieben Stunden Schach spielen, sieben Stunden fliegen im Vergleich, was würdest du sagen, also wonach bist du am Ende mehr geschlaucht?

47:29Philipp Aeschbach

Ja, ich denke, gerade beim Gleitschirmfliegen ist das auch schon sehr abhängig von der Routine und der Erfahrung, die man hat. Also früher, also sage ich mal so, bei meinem ersten Sieben -Stunden -Flug war ich sicher mega, mega geschlaucht am Schluss. Aber mittlerweile so ein Sieben -Stunden -Flug mit schönen Bedingungen, dann lande ich und es ist alles super, oder? Weil ich einfach schon mehr Erfahrung habe und das Ganze nicht mehr so an die Substanz geht. Also ja klar, ein ganz, ganz langer Flug, zehn, elf Stunden ist trotzdem anstrengend, aber ist dann nicht mehr zwingend so anstrengend. Also je nach Bedingungen, wenn es dann sehr turbulent oder so ist, dann wird es auch wieder ein bisschen anstrengender. Aber so ein schöner Flugtag ist dann eigentlich für mich jetzt nicht mehr so anstrengend.

48:15Philipp Aeschbach

Aber früher war es schon eher anstrengend. Schach ist immer anstrengend, war von Anfang an anstrengend und ist auch als guter Spieler immer noch anstrengend. Ich würde sagen, als guter Spieler ist es sogar eigentlich noch anstrengend. Weil

48:29Lucian Haas

man noch weiter vorausdenkt.

48:32Philipp Aeschbach

Ja, weil man mehr von der Konzentration umsetzen kann. Also man kann wirklich dann, man wird dann eigentlich gezwungen, die Konzentration voll aufrecht zu erhalten, um das Maximum herauszuholen. Und beim Gleitschirmfliegen muss man das eben eigentlich nicht immer. Also man muss schon konzentriert sein und gute Entscheidungen treffen, aber es gibt viele Situationen, wo man so ein bisschen auf Autopilot fliegen kann eigentlich. Und das ist dann relativ entspannt.

48:57Lucian Haas

Nun gibt es beim Gleitschirmfliegen ja immer die Empfehlung, hey, wenn du wirklich lang fliegen willst, kümmere dich auch gut um Ernährung zwischendurch, trinke immer regelmäßig,

49:08Lucian Haas

sorge für ein bisschen Futter für dein Hirn oder sowas. Machen das, also hast du das als Schachspieler auch so gemacht? Also wo du gesagt hast, alle halbe Stunde,

49:18Lucian Haas

keine Ahnung, ich brauche mal ein Powergel, um Zucker ins Hirn zu bekommen oder was auch immer. Das verbrennt da so viel weg, wenn ich mir da strategisch was überlege.

49:26Philipp Aeschbach

Ja, also zuerst mal, also trinken muss man natürlich schon auch immer. Das mache ich auch beim Fliegen und beim Schachspielen. Ich denke, das ist mal das Wichtigste, weil wenn man da dehydriert, dann geht das mit der Konzentration schnell bergab.

49:40Philipp Aeschbach

Und Essen, ja, beim Fliegen esse ich auch immer gerne was. Und beim Schachspielen eigentlich auch so eine Banane oder vielleicht irgendeinen Riegel zwischendurch mal. Hilft schon. Mache ich schon. Ist eigentlich normal. Für längere Partien oder längere Flüge.

49:59Lucian Haas

Schach hast du früher wettbewerbsmäßig gespielt oder auch gespielt. Wie weit ist es bei dir mit der Wettbewerbsfliegerei beim Gleitschirmfliegen? Reizt dich das auch?

50:11Philipp Aeschbach

Ja, es reizt mich schon auch ein bisschen. Also bis jetzt habe ich relativ wenig Erfahrung. Ich habe jetzt dieses Jahr ein paar Tasks hier in der Schweiz gemacht. Und eigentlich das nächste Jahr so als Ziel will ich auch wieder ein paar Mal mitmachen. Ist schon auch spannend. Aber eine andere Herausforderung als das Streckenfliegen, weil man halt dann in der Gruppe unterwegs ist und braucht auch ein bisschen Angewöhnungszeit an das Pulkfliegen. Aber sonst ist es schon auch spannend.

50:42Lucian Haas

Warst du denn erfolgreich bei deinen ersten Versuchen

50:45Philipp Aeschbach

in diesem Jahr? Ja, war eigentlich ganz okay. Also ich habe jetzt nicht gewonnen, aber das war auch nicht das Ziel. Zuerst einmal herausfinden, wie das Ganze funktioniert mit den Tasks und so. Also bei meinem ersten Task, oder war das der zweite, da habe ich dann auch den Task falsch abgeflogen am Schluss. Also ganz am Schluss habe ich dann... Aber ja, das muss man auch üben. Das ist dann wieder eine spezifische Fähigkeit für das Wettkampffliegen. Ich denke, das kann man dann relativ schnell, wenn man das ein paar Mal gemacht hat. Was mich immer am meisten abgehalten hat vom Wettkampffliegen früher, war eigentlich mehr so, dass ich den ganzen Tag fliegen wollte. Und nicht nur halt die drei, vier, fünf Stunden, oder wie lange der Task geht.

51:29Philipp Aeschbach

War dir zu wenig. Die

51:31Lucian Haas

Flugsucht war noch nicht gestillt. Nach drei Stunden Taskfliegen steht man schon am Boden und muss schon das Landebier trinken oder was auch immer. Wir haben vorhin über Wettbewerb gesprochen, also diesen Wettbewerbscharakter von Schach und was das beim Fliegen ist. Wenn du jetzt wirkliche Gleitschirmwettbewerbe fliegst, dann hast du ja dann die anderen Piloten, die dann quasi deinen Gegner darstellen. Gleichzeitig, das ist vielleicht ein bisschen anders als beim Schachspielen. Beim Schachspielen hast du einen eindeutigen Gegner, der immer gegen dich spielt.

52:09Lucian Haas

Beim Wettbewerbsfliegen ist es immer so eine Mischung von man fliegt zwar gegeneinander, aber man fliegt auch ganz viel miteinander.

52:16Lucian Haas

Hast du für dich beim Wettbewerbsfliegen die anderen als Gegner auch gesehen? Oder hast du gesagt, das ist ein schönes gemeinsames Fliegen und irgendeiner steht am Ende vorne?

52:26Philipp Aeschbach

Es ist natürlich nicht ein Gegner wie im Schach, der gegen dich arbeitet, sondern es geht darum, wer ist schneller. Aber schon, ich habe dann schon gemerkt, jetzt vom Mindset her, dass man so in dieses Kompetitive reinrutscht, wo man dann wirklich versucht zu gewinnen oder so schnell wie möglich. Zu pushen und so, dass man sich ablenken lässt von den anderen. Klar, die anderen sind eine Hilfe, weil sie zeigen, wo steigt es und wo steigt es nicht. Aber sie sind auch ein Störfaktor für die eigene psychologische Verfassung.

53:05Lucian Haas

Es heisst immer, beim Wettbewerbsfliegen lernt man schnell zu fliegen. Wie gut warst du im Schnellfliegen schon vorher? Oder hast du dann gemerkt, ich habe wirklich Aufholbedarf, also ich habe noch Lernbedarf, die anderen steigen hier so ins Gas. Das würde ich ja bei meiner Freifliegerei niemals so machen. Und dass du damit letzten Endes vom Wettbewerbsfliegen vielleicht dann auch was lernst, wo du sagst, davon profitiere ich dann auch vielleicht, wenn ich dann wirklich selber mal wieder zehn Stunden in der Luft bin, schaffe ich vielleicht zwei Kilometer mehr als Schnitt.

53:35Philipp Aeschbach

Ja, also das ist eigentlich schon so einer der Gründe, wieso es mich reizt, da an Wettkämpfen mitzufliegen, weil man da wirklich das Maximum als quasi die Schnittgeschwindigkeit maximieren muss, also zwangsläufig, das ist ja eigentlich das Ziel. Also ich glaube jetzt nicht, dass das der einzige Weg ist, um schnell fliegen zu lernen, weil beim Streckenfliegen versucht man ja dann auch die Schnittgeschwindigkeit zu maximieren. Also klar, man versucht zuerst mal die Fluglänge zu maximieren und dann die Schnittgeschwindigkeit zu maximieren. Und man macht es halt für sich alleine, ohne die anderen. Vielleicht ist man dann deswegen ein bisschen weniger effizient oder nicht ganz am Maximum. Und man muss natürlich eben damit verknüpfen, dass man den ganzen Tag

54:22Philipp Aeschbach

sage ich jetzt mal, durchhalten muss. Dann kann man vielleicht wie ein Marathonläufer nicht so schnell rennen wie ein Sprinter. Aber grundsätzlich von der Idee her ist es beim Streckenfliegen dasselbe. Also schnell zu fliegen beim Streckenfliegen funktioniert genau gleich wie schnell zu fliegen im Wettkampf. Du musst einfach die Thermik optimieren, also immer gute Thermik erwischen und effizient steigen. Und dann je nach Bedingungen die richtige, also genug Gas geben, sage ich mal.

54:53Lucian Haas

Von diesem Jahr, wo du so viel geflogen bist jetzt, ich meine die ganzen Jahre davor bist du auch ungeheuer viel geflogen, aber jetzt dieses Jahr fast 590 Stunden. Was würdest du denn sagen, was hast du in diesem Jahr noch herausragendes gelernt?

55:10Philipp Aeschbach

Ich denke schon, dass ich immer noch deutlich besser werde. In den letzten vier Jahren, wo ich jetzt viel geflogen bin, einfach vom Verständnis, vom generellen Verständnis des Wetters eigentlich. Das ist eigentlich das Zentrale. Und das ist halt nicht so etwas, wo man einen klaren Punkt herausfassen kann, sondern einfach, man bekommt ein besseres Gefühl oder eine genauere Vorstellung davon, wie das funktioniert. Und wo das steigt und was, ja. Ich denke, das wird einfach besser mit mehr Flugstunden.

55:47Philipp Aeschbach

Ich merke schon, dass es dann eine gewisse Abflachung gibt. Also die Lärmkurve quasi dann abflacht, aber das ist ja dann normal. Aber ich denke, gerade im Verständnis des Wetters gibt es da noch einiges zu lernen.

56:02Lucian Haas

Wenn ich es richtig verstanden habe, hast du früher deutlich mehr Schach gespielt als heute? Ja. Ist das auch so, dass du irgendwann ein bisschen die Lust an Schach verloren hast? Oder ist es einfach nur, dass das Gleitschirmfliegen zurückgekommen ist und du hattest keine Zeit mehr für Schach?

56:20Philipp Aeschbach

Das Gleitschirmfliegen war schon der Hauptfaktor wahrscheinlich. Aber ich hatte schon auch, ja, da hatte ich mal schon eine Phase, wo ich nicht mehr so schachmotiviert war. Also nicht mehr so ganz so wie vielleicht vorher. Aber ich denke, das ist eigentlich normal, dass es so ein bisschen ein Wellenbild gibt quasi. Also mal Phasen, wo man mehr motiviert ist und Phasen, wo man wieder nicht so motiviert ist. Besonders wenn man wie jetzt beim Schach, kann man einfach wirklich 365 Tage dranbleiben. Beim Gleitschirmfliegen hat man so jeden Tag jetzt die automatische eingebaute Off -Season im Winter, wo man nicht mehr so viel fliegt. Und dann hat man plötzlich wieder Lust im Frühling.

56:58Lucian Haas

Wenn man bei dir guckt, so viel Off -Season scheint da ja gar nicht drin zu sein. Könntest du dir denn vorstellen, dass es einen Moment kommt, wo du sagst, jetzt bin ich des Gleitschirmfliegens

57:10Lucian Haas

überdrüssig? Oder zumindest so, dass du sagst, das müssen keine 500 Stunden im Jahr mehr werden, sondern mir reichen dann vielleicht auch 150?

57:20Philipp Aeschbach

Ja, so vorstellen kann ich mir das nicht. Aber es kann auch sein, dass es nicht so kommt.

57:27Philipp Aeschbach

Also momentan, also bis jetzt hatte ich noch nie das Gefühl, dass ich nicht mehr so viel fliegen will. Also ich will eigentlich immer wieder fliegen, aber man weiss ja nie, so nach 10 Jahren, 20 Jahren, irgendwann ist dann schon genug vielleicht.

57:42Lucian Haas

Wenn du jetzt in der Schweiz gucken würdest, was glaubst du, was wäre möglich an Flugzeit wirklich zu sammeln, wenn du nur in der Schweiz fliegen würdest, so mit so typischer Wetterentwicklung im Jahr? Bist du da schon so langsam an der Oberkante angekommen, oder würdest du sagen, ach da schafft man, wenn man unbedingt darauf anlegt, kann man auch 1000 Stunden schaffen?

58:02Philipp Aeschbach

Ich denke schon, dass wahrscheinlich 1000 Stunden möglich wären, aber da müsste man wirklich an jedem Tag quasi den längsten Flug machen. Ich denke, das könnte man ja eigentlich bei XContest zusammenzählen, von allen Tagen der Saison immer die längste Flugdauer nehmen, von jedem Tag, und dann mal schauen, was rauskommt am Schluss. Wäre mal ein spannendes Projekt. Aber ich denke schon, dass es 1000 gehen. Aber da muss man wirklich dann auch immer am richtigen Ort sein, oder da müsste man viel beispielsweise im Tessin sein, weil in den Südalpen hat man teilweise gutes Flugwetter, wenn es in den Nordalpen schlecht ist, oder so. Ja, wenn man da wirklich und man müsste 365 Tage Zeit haben, aber

58:47Philipp Aeschbach

ich denke, ich bin relativ am Maximum von dem, was ich mit vernünftigem Aufwand

58:55Philipp Aeschbach

herausholen kann, sage ich mal.

58:57Lucian Haas

Vernünftiger Aufwand ist gut, viele würden wahrscheinlich sagen, der Junge ist schon unvernünftig, wenn er so viel fliegen geht und so viel danach ausrichtet. Philipp, zum Ende hin, ein paar wenige letzte Fragen. Welche Schachfigur ist dir die liebste?

59:13Philipp Aeschbach

Wahrscheinlich der Springer. Der Springer ist eine lustige Figur. Warum? Weiss nicht, er ist

59:20Philipp Aeschbach

einfach die speziellste Figur, weil er ist der einzige, der springen kann, also über andere Figuren drüber kann, und er hat so ein spezielles Muster, wie er halt fährt. Das gibt dann schon, also macht dann auch geometrisch die ganze Sache etwas spannender, oder es gibt einfach mehr Muster, die dann da wegen dem Springer, die es nur gibt wegen dem Springer, das ist eine schöne Sache. Hast

59:47Lucian Haas

du einen Lieblingsmove in der Luft?

59:52Philipp Aeschbach

Also meinst du jetzt akromässig oder einfach?

59:56Lucian Haas

Nein, das kann ja auch sein, irgendwie beim Fliegen, wo du sagst, bestimmte Sachen, wie man Dinge anfliegt oder auch, wenn du jetzt so eine Landschaft als Schachbrett siehst, oder so, wie man sich dort fortbewegt, wo du sagst, so, das finde ich besonders elegant, oder da reizt es mich immer so, um die Ecke dort zu fliegen. Der Springer springt dann auch, macht komische Figuren, wo du sagst, da fliege ich, statt direkt drüber, immer mache ich noch den Bogen, oder was auch immer. Das ist so mein Special Move, man erkennt daran, da ist Philipp wieder in der Luft.

1:00:29Philipp Aeschbach

Das weiss ich nicht, ob es einen Special Move gibt, aber was ich denke, was schon sehr elegant ist beim Fliegen, wenn man halt so, wenn man viel geradeaus fliegen kann, und halt viel das Steigen mitnimmt, im richtigen Abstand zum Gelände, am richtigen Ort durchfliegt, dann muss man gar nicht so oft drehen, oder oft, also ist natürlich vom Tag abhängig, aber das ist sehr elegant, wenn man große Strecken effizient das Steigen mitnehmen kann, ohne dass man eindrehen muss, eigentlich. Das finde ich sehr elegant. Aber es ist, ja, wetterabhängiger. Standardmässig muss man schon immer Thermik ausdrehen und dann einfach weiter fliegen.

1:01:04Lucian Haas

Das heisst, Flug, technisch mässig bist du eher Läufer oder Königin.

1:01:12Philipp Aeschbach

Ja, okay, Läufer. Alles geradeaus. Turm, der Turm geht geradeaus.

1:01:19Lucian Haas

Ja, aber Läufer kann schräg, das sieht dann auch wieder vielleicht schöner aus als geradeaus. Königin könnte alles, die kann geradeaus und schräg. Und quer übers Brett. Philipp, ich danke dir für deine tollen Erzählungen hier rund um Fliegerei und Schach. Vielleicht ein paar Leute denken dann strategisch ein bisschen anders, darüber nach, wie sie demnächst ihre Flüge planen und was das vielleicht bei ihnen auch mit Schach zu tun haben. Ich bin mal gespannt, was du im nächsten Jahr an Flugstunden dann sammeln kannst und ob vielleicht dann zumindest im nächsten Jahr der Hunderter im Dezember dann auch noch fällt. Bin ich auch gespannt. Aber irgendwann wird der Fall. Auf jeden Fall viel Spaß dabei und möge dir diese große Fluglust nicht so schnell abhanden kommen.

1:02:03Philipp Aeschbach

Danke. Wenn

1:02:07Lucian Haas

dir diese Folge von Podz-Glidz gefallen hat, dann hinterlasse doch einen Kommentar auf Lu-Glidz oder eine 5 -Sterne -Bewertung auf der von dir genutzten Podcast -Plattform. Und wenn du noch mehr inspirierende Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens hören willst, dann abonniere Podz-Glidz im Podcatcher deiner Wahl, um keine Folge zu verpassen. Außerdem werde doch zum Unterstützer meiner Arbeit. Auf dem Gleitschirm-Blog www.Lu-Glidz.blogspot.com findest du unter dem Punkt Fördern alle nötigen Infos und Links, wie du diesem Projekt mit einem frei wählbaren, großen oder kleinen finanziellen Beitrag weiter eine Basis geben kannst. Allen Förderern sage ich Danke. Startet früh, landet spät, fliegt weit, aber bleibt safe.

1:02:54Lucian Haas

Bis bald. Euer Lucian.

·top