Wir versuchen jedes Jahr ein bisschen professioneller zu sein, aber ich meine, der Unterschied zwischen ex -Peer und ex -Alps ist, dass wir einfach nur, ja, wir sind alle freiwillig, niemand wird bezahlt, wir machen es, weil wir alle Piloten sind und weil es uns Spaß macht und ich meine, das kann man, glaube ich, auch sehen von zu Hause, dass es halt immer ein bisschen chaotischer ist und wenn wir Red Bull oder Audi oder Charunter hätten als Sponsoren, wäre das auch was ganz anderes, aber ja, wie gesagt, ex -Peer ist ein bisschen mehr chaotischer und ein bisschen mehr freundlicher. Potz
Glitz, der Lu-Glidz -Podcast.
Geschichten aus dem Kosmos des Gleitschirmfliegens. Heute mit Judith Mohle oder Judith Mohle. Und
Lucian Haas am Mikrofon.
Nach den Red Bull X -Alps sind die X -Peer das international wohl bekannteste Hike -and -Fly -Rennen der Gleitschirmszene. Eine Woche lang haben die Teilnehmer Zeit, um von der spanischen Atlantikküste über etliche Wegpunkte entlang der Pyrenäen ans Mittelmeer zu gelangen. Seit einigen Jahren mit dabei ist Judith Mohle. Allerdings nicht als Athletin, sondern als offizielle Reporterin. Sie folgt den Teams, um immer wieder per Livestream über den aktuellen Rennverlauf zu berichten. Was sie dabei schon erlebt hat und vor welchen Herausforderungen sie und die Teilnehmer, vor dem am 23. Juni 2024 startenden X -Peer -Rennen stehen, das erzählt Judith in dieser 136.
Episode von Podz-Glidz. Darin geht es auch darum, wie sie überhaupt zu ihrem Job als rasende X -Peer -Reporterin kam. Judith war selbst, anfangs als Drachen - und später Gleitschirm -Pilotin, eine erfolgreiche Wettkämpferin. Bis ein heftiger Flugunfall derlei Ambitionen ausbremste. Wie sie sich wieder in die Luft zurückkämpfte. Wie sie zudem mit einem Gleitschirm-Blog und Podcast in der Szene bekannt wurde. Und was sie heute antreibt, sind weitere Gesprächszenen. An dieser Stelle möchte ich einmal allen danken, die meine Arbeit an Podz-Glidz und Lu-Glidz finanziell unterstützen. Ohne eure Förderbeiträge hätte ich Podcast und Blog schon lange aufgeben müssen. Wenn auch du willst, dass es mit diesen Kanälen weitergeht, dann schau doch mal auf die Seite Fördern im Gleitschirm-Blog Lu-Glidz.
Erst einmal wünsche ich gute Unterhaltung. Mit Judith Maul.
Judith, du bist in Schottland geboren, hast einen irischen Pass, soviel ich weiß, lebst in Spanien und sprichst hervorragend Deutsch. Erklär mir mal diese Zusammenhänge.
Gut, hervorragend ist es nicht mehr. Einigermaßen gut, würde ich sagen. Aber ja, meine Mutter ist Schottin, mein Vater ist Irre. Und als ich 13 Monate alt war, bin ich nach Deutschland gezogen. Also zuerst nach Karlsruhe und dann später nach Weinheim in der Bergstraße, in der Nähe von Heidelberg. Und habe meine ganze Schulung in Deutsch gemacht. Aber meine Muttersprache ist Englisch. Also wir haben zu Hause immer Englisch geredet und dann halt in der Straße, in der Schule immer Deutsch. Ja, und jetzt wohne ich seit 15 oder, also ich habe mein Haus hier in Spanien vor 22 Jahren gekauft. Aber ich lebe in Katalonien und die Leute hier sprechen Katalanisch. Also das heißt, wenn man Spanisch auf der Straße hört, ist es nur Touristen.
Kannst du auch Katalan?
Ja, ich spreche fünf Sprachen.
Oh wow. Was ist die fünfte?
Britische Gebärdensprache. Ich war früher Gebärdensprachendolmetscherin.
Ja, da können wir jetzt keinen Podcast in Gebärdensprache machen. Ich glaube, das würde nicht viel Spaß machen. Was hast du denn studiert, dass du dich mit Gebärdensprache beschäftigt hast?
Ja, mein Studium habe ich überhaupt nicht genossen. Es war ein totaler Fehler, dass ich diese Fächer ausgewählt habe. Aber das Studium habe ich gemacht. Ich habe Theaterwissenschaften und Film - und Fernsehstudien. Und bin eine total schlechte Schauspielerin. Und habe aber während dem Studium einen Freund gehabt, der gehörlos war. Und ich habe durch den Gebärdensprache gelernt. Und dann nach dem Studium habe ich jahrelang mit gehörlosen Leuten gearbeitet. Und habe auch fünf Bücher darüber geschrieben, also wie man Gehörlos unterstützt und wie man ihn fremdbekommt. Und ich habe dann angefangen, Gebärdensprachen beizubringen zum Beispiel. Und das war meine Karriere jahrelang, bis ich dann angefangen habe, mit Technologie zu arbeiten.
Ich habe Online -Konferenzen organisiert. Und mittlerweile habe ich eine Unterkunft und bin Übersetzerin auf Deutsch -Englisch und Spanisch -Englisch.
Du bist jetzt irgendwo im Hinterland von Katalonien, einem kleinen Ort, der nennt sich Castell Follit de la Roca. Ich kenne den, weil ich da früher mal in meiner Kindheit in der Nähe Urlaub gemacht habe. Das ist so ein schmaler Felsen, das ist sehr pittoresk, da stehen dann die Häuser direkt am Abgrund. Hast du auch so ein Häuschen, also man könnte bei dir aus dem Fenster springen und erst mal 50 Meter tief fallen?
Ja, es ist eine vulkanische Gegend und unsere Klippe ist aus sechseckigen Zäulen. Und mein Haus, mein Balkon geht über die Klippe drüber.
Oh, wow. Also
das heißt, du kannst dann auf dem Balkon stehen und zurückgucken auf die Säulen. Und ja, es ist recht berühmt in Katalonien. Mittlerweile auch mehr im Ausland wegen Instagram und Facebook. Und ich kriege in meiner Unterkunft oft Gäste, die haben gesagt, wir haben das auf Facebook gesehen, wir mussten dann kommen. Und ja, mittlerweile habe ich Gäste aus Australien, aus Amerika, morgen aus Deutschland. Hast
du denn auch Gäste, die zu dir kommen? Die dann Gleitschirmfliegen? Also gibt es in der Gegend irgendwelche Fluggebiete? Also kann man zu dir kommen und sagen, wunderbar, ich will jetzt einfach die Gegend erkunden, fliegerisch?
Ja, ich meine, ich kann zwei Startplätze von meinem Haus aus sehen. Das Problem ist, es gibt keine Infrastruktur. Es ist nicht so wie Algodonales, wo du halt, es gibt viele Flugplätze drumherum und es gibt eine Bar, wo sich alle Piloten treffen. Und Leute hier sprechen normalerweise nicht Englisch. Manche, aber wenige. Und das heißt, dann um die Infos zu kriegen und alles, ist nicht so gut. Aber wir haben sehr gute Flugberge. Also wir haben einen, der ist klein, da kann man top landen. Und das ist 15 Kilometer von Niviuk. Und Niviuk haben dort ihre Headquarters, weil, aus dem Grund, weil man da, also im Winter fliegt man dort sechs Tage aus sieben. Die Bedingungen sind sehr, sehr gut dort. Und sie können halt viel testen dort.
Und, aber ja. Ja, also ich meine, zum Fliegen ist es hier recht gut. Nicht fantastisch, aber gut. Und, also von wegen, welche, ob ich Gäste hatte, die, die zum Fliegen kommen. In 2018 kam Xpeer Team America hierher. Sie wussten nicht, dass ich die Reporterin für die Xpeer sind, sondern sie wollten einfach irgendwo bleiben. Und haben dann gehört, dass ich Gleitschirm fliege. Und waren dann halt eine Woche hier. Und ich bin dann mit denen rumgefahren. Und die sind halt die Berge hoch gestiegen. Und ich habe sie dann abgeholt. Und ja, war recht lustig.
Wie häufig fliegst du denn eigentlich noch selbst da in deiner Gegend?
Dieses Jahr ein bisschen mehr. Also ich habe wieder, ich bin also wieder im Verband drin. Aber leider habe ich mir vor zehn Tagen den großen Zeh gebrochen. Und jetzt kann ich nicht fliegen, weil, also, ja, ich muss halt jetzt warten, vier Wochen, bis der Zeh wieder gerade
ist. Beim Fliegen gebrochen oder beim Landen? Oder einfach die Treppenstufe runter?
Nee, im Gym. Ich habe meine allererste Kickboxing -Klasse gehabt. Da habe ich den Sack schlecht getreten. Und mir den Zeh gebrochen. Das ist richtig dämlich.
Ja, sowas sollte man auch nicht machen. Kickboxen, da kann man sich ja nur Zehen brechen eigentlich.
Ja, aber Gott sei Dank ist es in dem Fuß, wo ich halt sehr wenig Gefühl habe. Aber das ist ein anderes Thema, über das wir wahrscheinlich später noch sprechen.
Du hast gerade schon das angedeutet oder kurz genannt, du warst Reporter oder bist Reporter bei den X -Pier. Also 2018 hast du das zum ersten Mal gemacht, so als Roving Reporter, wie man das so nennt. So ein bisschen der Tarkin Cooper, was der für die X -Alp macht, machst du für die X -Pier. Mhm. Wie kam es dazu?
Inigo hat mich gefragt, der Meet Director hat mich angerufen und hat gefragt, willst du das machen? Und, ähm, also wir haben uns in den X -Pier... 2014 getroffen, weil ich wohne recht nah am Ziel. Also 45 Minuten weg vom Ziel. Und ich wollte den Kriegel Maurer ein Interview mit ihm machen. Damals hatte ich eine Homepage, die hieß The Paraglider. Und dann bin ich da hingefahren und bin dann ins Headquarters gegangen. Das ist in der Bibliothek in El Puerto de la Selva. Und hab dann gesagt, ja, kann ich euren... euren WLAN -Code haben? Und Inigo hat gedacht, ja, wer ist denn das? Und dann hab ich mich hingesetzt und hab angefangen zu schreiben. Und der hat gedacht, ja, sie ist recht dreist.
Dass die einfach hierher kommt und sagt, ja, ich will jetzt den WLAN -Key. Und, ähm, ja, der hat sich daran erinnert. Und hat gesehen, wie viele Sprachen ich sprechen konnte. Weil ich halt mein Interview mit dem Kriegel auf Deutsch gemacht hab. Und dann hab ich dann mit Leuten in Spanisch gesprochen. Ja, und dann in sechs Wochen vor dem X -Pier. In 2018 hat er mich angerufen und hat gesagt, willst du das machen? Und, ja, klar, sechs Wochen vorher. Also es ist nicht viel Zeit, um sich vorzubereiten. Und ich musste dann einen Assistenten finden. Und dann haben wir geguckt, was wir mit der Technologie machen konnten. Also von wegen Kameras und alles. Ja, und dann ging's los. Also ich hab... Ich weiß nicht, was ich mir vorgestellt habe.
Aber... Also ich wusste nicht, dass ich... Also Interviews und alles, das war kein Problem. Ich hab schon 80 Podcasts gemacht und alles. Und viele Leute mit den Interviews gemacht. Aber zum Beispiel, als wir am ersten Wendepunkt ankamen, hatte Inigo gesagt, ja, wir gehen jetzt live. Und ich hab gedacht, was, live, wie? Und zum Schluss stand ich da zweieinhalb Stunden vor der Kamera live. Und ich hab nicht gewusst, dass ich überhaupt diese Kapazität habe. Und, ja, und dann am letzten Tag hab ich gedacht, ja, gut, ich geh zur Siegerehrung und film das. Und mach vielleicht ein paar Kommentare. Und dann so, ah, nee, nee. Du bist die... Du musstest die Präsentation machen. Auf der Bühne. Und ich...
Die einzige Schuhe, die ich hatte, waren rosa Crocs.
Hättest du mir das nicht gestern sagen können, dann hätte ich richtige Schuhe mitgebracht. Und, ja, richtige Klamotten und alles. Also der kann ein bisschen so ein Schlitzohr sein, der Inigo. Aber wir sind so gut befreundet heutzutage. Und, ja, ich hab jetzt jede Edition seit... Ich mein, 2020 war gecancelt wegen Covid. Aber sonst bin ich halt die Roving Reporterin. Aber wahrscheinlich mach ich's dieses Jahr das letzte Mal. Also ich will immer noch mit der Organisation zusammenarbeiten. Aber ich denke, wir brauchen ein bisschen jüngeres Blut.
Warum? Du hast doch jetzt Erfahrung. Und mit Erfahrung... Ich mein, Erfahrung spricht ja auch an auf gewisse Weise. Ja. Also das ist ja was... Ja. Gerade auch, wenn man so viele XP schon verfolgt hat, wie du sie jetzt verfolgt hast. Sowohl von außen, die ersten und Sonstiges, als auch wirklich als Teilnehmerin. Also reportende Teilnehmerin. Du kennst die Teams viele schon, die auch immer wieder kommen und sowas. Von daher hast du ja auch wahrscheinlich auch teilweise einen leichteren Zugang. Oder weißt auch schon, was war die XP davor? Was ist da passiert? Da kann man ja auch wieder mit Fragen einhaken und sowas. Das bringt doch auch was.
Ja, das stimmt. Und du hast recht, dass... Also die Leute, die jetzt neu kommen, die haben gesehen, dass ich in der letzten Edition dann halt die Roaring Reporterin bin. Und das heißt, sie erwarten dann von mir, dass ich dort bin. Und sie verstehen meine Rolle. Wenn es jemand Neues ist, vielleicht ist es dann anders. Aber in der nächsten Edition werde ich 55 sein. Und mein Gedächtnis ist nicht mehr so gut, wie es vor 10 oder 15 Jahren war. Und... Also ich denke, vielleicht machen wir es so, dass ich... Wenn wir jemand finden können... Wenn wir nicht jemand finden können, dann bin ich es wieder. Aber wenn wir jemand finden können, dann bin ich wahrscheinlich in der nächsten Edition ihr Assistentin oder ihre Assistentin. Sodass ich ja meine Erfahrung da mitbringen kann.
Aber wir schauen mal. Also ich meine, das ist in zwei Jahren. Wir müssen erst mal diese Edition fertig machen. Und dann gucken wir weiter.
Bevor wir da ein bisschen in Details reingucken. Vielleicht erzählst du erst mal kurz, was sind eigentlich die X -Pier? Was ist die Geschichte? Wie kam es dazu, zu diesem Wettbewerb?
Also der erste X -Pier war in 2012. Und das war, weil Inigo... Also Inigo Redin ist der Meet Director, der alles organisiert. Und der ist aus Pamplona. Also vom Baskenland. Oiska, fast im Baskenland. Und der ist total der Fan von den Ex -Alps. Und sie haben halt gedacht, ja, wir haben auch eine Bergkette. Und wir wollen das halt in unserem Land auch machen. Und die erste X -Pier, die war einfach Küste zu Küste. Also von Hondarribia direkt nach El Porto de la Selva im Mittelmeer, am Mittelmeer. Und es waren 400 Kilometer. Also einfach nur Linie, in einer direkten Linie. Und dann, es waren nur Spanier in dieser Edition.
Und der Gewinner war Inigo Gabrinia. Dann die nächste Edition, in 2014, war dann viel mehr international. Und der Kriegel kam. Und natürlich, der Kriegel hat seitdem immer gewonnen. Jedes Mal. Obwohl letztes Mal fast... Also es war richtig brenzlig letztes Mal. Ja, und mittlerweile ist das Niveau halt viel, viel höher. Wir kriegen... Und klar, Ex -Alps ist in... Beide Wettbewerbe sind alle zwei Jahre. Und das heißt oft, die Teilnehmer im X -Pier beweisen dann der Organisation der Ex -Alps, dass sie halt gut genug sind. Dass sie das Niveau haben. Mittlerweile haben wir viele Wendepunkte. Es wird immer mehr komplizierter, unsere Rennen.
Und ja, das Niveau ist sehr, sehr hoch heutzutage. Von wegen Teilnehmern. Und ich meine, Kriegel sagt, dass die X -Pier schwieriger sind als die Ex -Alps. Weil die Pyrenäen sind einfach komplizierter. Das Wetter ist mehr kompliziert. Es gibt weniger Infrastruktur in den Pyrenäen. Und er sagt, er empfindet das als schwieriger als die Ex -Alps.
In den X -Alps, nicht in den X -Alps, in den Pyrenäen gibt es ja auch nicht so diese großen Längstäler wie in den Alpen, wo man sagen kann, man reitet jetzt erstmal 100 Kilometer das Pinzgau runter oder das Goms hinauf, also um Fiesch herum oder Sonstiges. Wo man wirklich sagt, man hat da lange Strecken mit einfach im Grunde langen Bergketten, die man nur abreiten muss. Sondern man hat sehr, sehr viele nach Norden oder von Norden nach Süden oder von Süden nach Norden laufende Quertäler. Und dann muss quasi eigentlich immer über so Bergketten drüberspringen, um so langsam von Westen nach Osten da rüberzukommen. Wie ist das denn jetzt als Roving Reporter? Ist das doch wahrscheinlich auch so ein bisschen albtraummäßig, wenn du die Leute verfolgen musst? Weil im Grunde ja die Straßen auch nicht wirklich von West nach Ost führen, sondern häufig dann irgendwie, wahrscheinlich rein, raus, rein, raus.
Man muss immer die Täler rausfahren und dann wieder oder über irgendwelche Pässe drüber. Und ist doch wahrscheinlich ungeheuer aufwendig.
Ja, ich meine, die Straßen sind ein Problem. Es gibt nur zwei richtig große Straßen, die Nord -Süd gehen und die beide durch Tunnels gehen, also in Biela, Roviela.
Und das ist für uns, wenn wir von einer Seite zur anderen kreuzen müssen, also von der spanischen Seite zur französischen Seite, ja, das ist dann immer, bis du dann an einem Tunnel bist, dass du überhaupt queren werden kannst, ist schon kompliziert. Für mich oft ist die Strategie, dass ich zu einer Schlüsselstelle gehe, also wo die praktisch alle vorbeikommen müssen und warte dann einfach, dass die kommen. Und dann halte ich die an und mache dann meine Interviews. Und wenn genug Leute durchgekommen sind, dann gehe ich entweder zurück und versuche, mehr Leute mit den Interviews zu machen oder ich gehe vorwärts, je nachdem, wie das Rennen läuft. Ich persönlich mag es nicht so, den Ersten zu folgen, weil diese haben so viel Erfahrung.
Die wissen, wie man Social Media macht. Die wissen, wie sie die Nachrichten rausbringen. Also Kriegel, Maxim, Standermeier, die kriegen so viel Aufmerksamkeit auch. Genau, Aufmerksamkeit. Und die Leute, die halt hinten im Rennen sind, die haben genauso viel trainiert. Die haben genauso viele Fans zu Hause. Und die sollten halt auch ihre fünf Minuten im Spotlight haben. Und deswegen, also für mich ist es dann wichtig, dass ich halt auch die Leute hinten interviewe. Und das heißt, ich kreuze dann hin und her und versuche halt, so viele Leute wie möglich zu treffen. Letztes Mal in der 2022 Edition kam dann Kriegel so schnell ins Ziel, weil das war die erste Edition, wo man ins Ziel fliegen konnte.
Normalerweise haben wir einen großen Raum, den man nicht, also um den Flughafen in Empuria Brava, wo das Skydiving -Zentrum ist, das größte Skydiving -Zentrum in Europa. Aber letztes Mal, weil wir vom Norden kamen, konnte man zum Ziel fliegen. Aber wir haben nicht gewusst, also das war eine Thermik, die der Kriegel gekriegt hat. Und ich war ein Einzer, was eigentlich so halbwegs in den Pyrenäen ist. Und ich krieg ein Telefonat und Du musst zum Ziel! Jetzt! Sofort! Kriegel kommt! Und wir sind da rübergebrätert, so schnell wie möglich. Und ich bin, glaube ich, eine Stunde vor ihm angekommen und hatte gerade Zeit, noch schnell ein Brötchen zu essen und dann hoch zum Ziel.
Die Rosa Crocs anzuziehen wahrscheinlich dann.
Ja, nee, nee, die Rosa Crocs hab ich weggeschmissen. Die wollte ich nie wieder sehen.
Aber ja, nee, also ich meine, alles mit totaler Flexibilität. Nichts kann normalerweise geplant sein. Und letztes Mal hatten wir viel Regen am Anfolgen. Der Kriegel hat gesagt, in allen Ex -Alps und Ex -Piers, die er je oder allen High -and -Fly -Rennen, die er je gemacht hat, hat er noch nie einen Tag gehabt, wo er nicht geflogen ist. Und letztes Jahr in den Ex -Pier, alle sind den ersten Tag gelaufen. Nur gelaufen. Es war furchtbares Wetter. Und ja, das ist halt, wir wissen wirklich vom Start her nicht, wie wir das organisieren müssen. Und normalerweise habe ich einen Assistenten, der mit mir geht, oder die mit mir geht letztes Mal. Und dieses Jahr machen wir es anders. Wir haben einen großen Wohnwagen und ich habe eine Assistentin, die also die Notizen versucht zu kriegen und die dann auch fahren wird.
Und ich habe einen, der dann mir hilft mit dem Editieren von den Videos und halt mit der Technologie, sodass wir ein bisschen mehr veröffentlichen können dieses Jahr hoffentlich.
Das heißt, ihr werdet auch immer professioneller.
Wir versuchen es. Ja, wir versuchen jedes Jahr ein bisschen professioneller zu sein. Aber ich meine, der Unterschied zwischen Ex -Pier und Ex -Alps ist, dass wir einfach nur, ja, wir sind alle freiwillig. Niemand wird bezahlt. Wir machen es, weil wir alle Piloten sind und weil es uns Spaß macht. Und ich glaube, also, wir haben nicht diese riesen Sponsors. Wir haben, und dieses Jahr haben wir Sponsors verloren. Leider. Das heißt, wir haben noch weniger Geld wie normal. Ja, wir sind einfach Piloten und wir machen es aus Spaß. Und ich meine, das kann man, glaube ich, auch sehen von zu Hause, dass es halt immer ein bisschen chaotischer ist. Und, ja, und das, wenn wir Red Bull oder Audi oder Soundtour hätten als Sponsoren, wäre das auch was ganz anderes.
Aber, ja, wie gesagt, Ex -Pier ist ein bisschen mehr chaotischer und ein bisschen mehr freundlicher. Und unsere Regeln sind nicht ganz so streng. Nee, unsere Regeln sind streng, aber sie sind ein bisschen anders als die Ex -Alps. Und das machen wir, weil wir wollen auf unsere Teilnehmer aufpassen, aber auch auf die Organisation. Und zum Beispiel eine Regelwechselung, die wir letztes Mal hatten, war, dass unsere, die Zeit, wo man ruhen muss, ist jetzt von neun bis sieben. Weil früher war es zehn bis sechs. Und ich meine, ich arbeite normalerweise bis um zwölf oder eins in der Nacht und fange dann wieder um halb sechs oder sechs an.
Wir waren einfach zum Schluss, wir waren so fix und fertig. Und dann haben wir gesagt, okay, nee, komm, wir machen das einfach ein bisschen gemütlicher. Und das ist auch für die Teilnehmer. Und die Teilnehmer sagen auch, sie mögen das total. Und wir haben keine Eliminierungen. Jeder kriegt die Chance, nach El Potala selber zu kommen.
Und es gibt ein paar andere Regeln, die halt auch anders sind als die Ex -Alps. Und wir, wir, also für uns ist es halt super wichtig, dass jeder Spaß hat und jeder die Chance hat, ans Ziel zu kommen. Und jeder ist sicher.
Aber das Rennen läuft noch, nicht so lange, bis jeder am Ziel ist.
Nein, nein. Das war früher mal so, dass, also wenn der Gewinner angekommen ist, dann hatten die anderen 24 Stunden. Das machen wir nicht mehr so. Das Rennen ist eine Woche und es hört am, also es fängt am Sonntag, dieses Jahr fängt es am Sonntag, den 23. Juni an. Und am nächsten Samstag um 9 Uhr abends ist es fertig. Egal, ob wir Leute im Ziel haben oder ob nicht. Das ist dann einfach, die Wertung, die sie haben um 9 Uhr am Samstag.
Bei den letzten X4, du hast es auch schon gesagt, konnte man eigentlich immer sagen, ja und am Ende gewinnt immer Kriegel. Auch wenn es beim letzten Mal relativ eng war. Maxime Pinot war vorneweg, ist ihm, also hat er eine, an einem Berg es besser erwischt und war vorneweg geflogen. Dann aber in dem, draußen auf dem Weg nach Porto de la Selva musste er dann doch noch landen. Und Kriegel hat sich irgendwie dann noch über den Berg hoch, ist er hoch gesprintet, ist dann rausgeflogen und hat dann diese eine Thermik erwischt und ist dann dem Maxime doch noch über den Kopf drüber geflogen. Sonst hätte wahrscheinlich dann doch Maxime gewonnen. Aber das Glück des Tüchtigen gehört dann auch noch dazu. In diesem Jahr ist Kriegel aber nicht dabei. Nein. Ist das ein großer Verlust oder ist das eine Chance aus deiner Sicht?
Also er wäre 2020 auch nicht dabei gewesen. Aber klar, wegen Covid wurde das abgesagt. Ich meine klar, Kriegel ist eine Maschine, und es ist immer spannend ihm zuzugucken. Und man weiß nie, der bringt immer was zu einem Rennen. Aber auf der anderen Seite, und ich entschuldige mich beim Kriegel, aber es wird schön, wenn wir mal einen anderen Gewinner kriegen. Es wäre schon schön zu sehen, dass jemand anders mal die Chance hat. Und ich meine nicht nur Maxime, sondern Pierre Rémy hätte auch gewinnen können letzte Ausgabe. Und als wir das veröffentlicht haben, dass der Kriegel nicht dabei ist, haben wir auf einmal viel mehr Leute,
die halt mitmachen wollten, gekriegt. Also auf einmal, ja, ja.
Die alle gedacht haben, dann habe ich vielleicht doch eine Chance, wenn der Kriegel nicht dabei ist. Das ist natürlich auch interessant. Ja.
Wen schätzt du denn in diesem Jahr als Favorit ein, von denen, die jetzt teilnehmen?
Maxime auf jeden Fall. Pierre Rémy auf jeden Fall. Ich denke, Simon Oberhammer auch noch, weil ich meine, der war letztes Mal ein Rookie. Das war seine erste Ausgabe. Pierre Rémy auch. Die beiden waren Rookies und waren beide im Ziel. Standa Meier ist wieder dabei. Der macht jetzt das vierte Mal mit. Also er kennt die Pyrenäen sehr gut. Ich weiß nicht in welcher, also wie seine Fitness ist im Moment. Das werden wir dann sehen. Wir hatten jetzt gerade, und klar, ich meine, Maxime
habe ich jetzt gerade… Ja, ihr
habt noch Pal Takac auch noch
nach nominiert, habe ich gesehen.
Ja, ja, haben wir gesehen. Der hat sich spät gemeldet, aber da konnten wir nicht Nein sagen. Und Pal, denke ich auch, ist da mit dabei. Aber zum Beispiel, also wir haben viel weniger spanische Teilnehmer dieses Jahr als normal. Wir wissen nicht warum, aber es haben sich weniger Leute gemeldet. Wir haben viele Franzosen. Aber wir haben einen aus dem Baskenland, Martin, der gerade den, den Hike and Fly Rekord in Spanien gemacht hat. Der ist 300 Kilometer geflogen in den Pyrenäen. Also von so einem kleinen Berg im Baskenland bis nach Organia. Und das waren 300 Kilometer. Und klar, ich meine, die Leute, die halt in den Pyrenäen wohnen, haben natürlich immer den Vorteil. Und ja, eine Sache über die Route heute,
in dieser Ausgabe ist, dass Pierre Remy an seinem Haus vorbeifliegt. Also er ist dann in, in einem Teil der Pyrenäen, der er sehr gut kennt.
Und Martin auch. Und es gibt ein paar andere, die, die dann den, den Hausvorteil haben. Klar, ich meine, wir haben Leute, die noch nie in den Pyrenäen geflogen sind. Wir haben dieses Jahr unseren ersten afrikanischen Teilnehmer aus Südafrika. Das wird dann auch spannend. Ja, ich meine, das Feld ist, klar, es gibt Leute, die, die den, den Heimvorteil haben. Aber ich glaube, dieses Jahr wird es rennen. Sehr interessant, wenn wir gutes Wetter haben. Wir hatten jetzt ganz lange Dürre. Und ob das halt den, das Wetter viel beeinflusst, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass wenn sie, wenn wir nicht mehr viel Regen kriegen, dass wenn sie nach Katalonien kommen, dann wirklich ein Problem mit Wasser haben werden.
Es gibt keine Brunnen, die offen sind. Und also wir müssen ihnen das dann auch beim Briefing sagen, dass, dass es dieses Jahr ein bisschen anders wird. Einfach von der Organisation her.
Das heißt, wenn man da, wenn man in den Bergen unterwegs ist und quasi seinen Supporter verliert oder sowas, findet man nirgendswo Wasser?
Nee. Also die, die Flüsse sind fast, also unsere, unsere Staudämme sind weniger als 15 Prozent Kapazität. Also wenn, wir müssen ihnen sagen, dass sie an jeder Stelle, wenn sie können, müssen sie Wasser kaufen. Weil man kann sich nicht darauf verlassen, dass irgendwie ein Brunnen offen ist oder, also es gibt, ja, wir haben, wir haben ein riesen Wasserproblem hier in Katalonien.
Ja, ist dann natürlich auch logistisch für sowas dann, dann, dann auch ein Riesenproblem. Was ist denn die Besonderheit von diesem Jahr? Im letzten, nicht letztes Jahr, sondern bei der letzten Ausgabe hattet ihr zum ersten Mal eine ganz besondere Route. Da hattet ihr so ein X in der Mitte der Route, wo es wirklich, die Teilnehmer im Grunde nochmal rückwärts fliegen mussten. Ja, also wo die, die Route sich selber nochmal kreuzte. Was habt ihr an Überraschungen für dieses Jahr geplant?
Ja, gut, das X letztes Jahr mal war, weil das unsere zehnte Ausgabe war. Und natürlich das römische, die römische Nummer ist X. Und unser Sponsor, unser Hauptsponsor ist Munich. Und das ist ein Sport, also die machen Sportkleidung. Und ihr Logo ist ein X. Und, und klar, es ist die X -Pier. Und das heißt, deswegen haben wir dieses X gemacht. Es war sehr kompliziert für die, für die Teilnehmer. Ähm, dieses Jahr haben wir mehr ein Z wieder. Aber wir haben, äh, ja, sie, sie gehen, ähm, nicht, den Berg, den Maxime Pinot so hasst, wo er immer Probleme hat, da gehen wir nicht hin. Sondern wir gehen nach Monte Perdido. Das ist am, am Rand von dem Nationalpark von Odessa.
Aber sie dürfen da nicht reingehen. Aber wir haben Wendepunkte in der Nähe. Aber den Albtraum, den Inigo uns heute, dieses Jahr beschert hat, ist, dass wir einen Wendepunkt in Val de Nuria haben. Und Val de Nuria ist in Katalonien. Und in der 2018 Ausgabe hatten wir einen Wendepunkt, weil, nee, das war in Canigó. Aber Maxime hatte viele Probleme in Pujmal. Und Pujmal bedeutet auf Katalanisch der, der schlechte Berg, der, der böse Berg. Und er hatte viele Probleme dort. Nuria ist auf der anderen Seite. Und das ist in so einem, in einem Kessel drin. Und sie müssen dort landen. Also sie können nicht dorthin fliegen, sondern sie müssen sich einschreiben.
Und der einzige Weg, den man nach, also es gibt ein großes Kloster dort. Es ist sehr hübsch. Aber der einzige Weg, den man dort ankommen kann, ist mit einem, mit einer kleinen Bahn. Also man kann nicht mit einem Auto dorthin fahren. Das heißt, die Supporter, also der offizielle Supporter kriegt freie Bahnfahrt, da hoch. Aber es gibt nur acht oder neun pro Tag. Also im Sommer gibt es mehr. Ich glaube, die fangen so gegen acht Uhr morgens an und die letzte runter ist um neun abends oder so. Aber klar, wenn du, ich meine, die Athleten, die kommen zu Fuß oder fliegend. Aber die Supporter müssen sich halt dann wirklich organisieren, dass sie halt die Bahn kriegen und alles dabei haben, was die, was die Jungs brauchen.
Und für mich, ich muss auch dann für den Ersten, der dort ankommt. Und ich sage Erster, weil wir dieses Jahr keine Frauen haben. Ich muss dann auch dort sein. Und ich habe meinem Team schon gesagt, sobald wir wissen, dass jemand ankommt, müssen wir dann so organisiert sein, dass wir zur Bahnhaltestelle kommen. Wir haben alles in unseren Rucksäcken drin. Und wenn wir es nicht schaffen, wieder zurückzukommen zu unserem Bus, dann müssen wir dort übernachten. Und wir haben Unterkunft dort. Aber klar, wenn, wenn dann der Erste ankommt, den Berg hochläuft und dann fliegt, die sind dann nah genug am Ziel. Dass ich dann vielleicht nicht zum Ziel kommen kann. Und dann so, ah, wer macht dann die Interviews? Und ja, so logistisch gesehen, als, ich meine, es ist, es wird wunderhübsch sein.
Aber als der Indigo mir das gesagt hat, habe ich gedacht, oh, das ist, warum, warum machst du das?
Ja, und warum macht er das? Also bei den X -Alps sind ja viele Wendepunkte. Da sind dann auch Sponsoren dahinter. Also dann sind dann die, die jeweiligen Tourismusbehörden zahlen dann Summe X, keine Ahnung, wie viel die zahlen müssen, dass die da sagen, das geht dann da durch und sie kriegen ein bisschen Werbung davon. Kriegt ihr irgendwelche Gelder von Val de Nuria oder sonst was, die sagen, wunderbar, ihr dürft da mal durchführen?
Ja, ja, so ist es, dass wir von denen Sponsor, dass sie uns, also unsere Sponsoren sind. Da gibt es auch ein Skigebiet und, aber klar, wir hatten so wenig Schnee dieses Jahr, ich glaube, und mit Klimawechsel. Die Skigebiete hier sind, die haben keine Zukunft. Und für Nuria ist es halt attraktiv, dass sie dann halt andere Sportarten dann halt ein bisschen werben können, sodass sie halt sagen können, ja, kommt, kommt im Sommer hierher, weil es so schön ist. Und ja, ich meine, logisch gesehen ist es eine gute Idee, aber halt logistisch gesehen halt ein Albtraum. Aber wir werden sehen. Also für mich, wie gesagt, der Indigo kann ein bisschen so ein Schlitzohr sein und überrascht mich jede, jede Edition.
Und für mich ist es halt ein, ich löse gerne Probleme und wir werden eine Lösung finden. Wir werden es halt, wir schaffen das, wie die Merkel immer gesagt hat.
Du könntest doch auch von da oben runterfliegen. Wenn du sagst, die Bahn fährt nicht mehr, nimmst du dein Gleitschirm mit und dann fliegst du halt zu deinem Bus runter.
Es gibt nicht viele Landeplätze. Es ist sehr steil. Also ich bin schon oft davon runtergelaufen. Das ist, ich mache das, also ich gehe normalerweise mit der Bergbahn hoch und laufe dann runter. Ich habe da auch schon Ski gefahren. Aber die Landeplätze sind nicht so attraktiv. Und auch, ich meine, wenn ich runterfliege, mir fehlt dann trotzdem noch das Team. Wir können nicht alle runterfliegen mit dem ganzen Zeug, das wir dabei haben, von wegen Kameras und Mikrofone. Und das kriegen wir alles nicht ins Kurzzeug rein.
Also wir müssen dann schon wieder mit der Bahn auch runter. Wir schaffen das. Wir machen es eben. Wir müssen dann zugucken und sehen, wie das alle, ich meine alle Teilnehmer, für die ist das, müssen sie dann viel darüber nachdenken, wie man, also von vorher.
Ja. Erzähl mal so ein bisschen über deine Arbeit bei den XB, also als Reporter. Wie sieht so ein typischer Tag aus? Jetzt nicht der erste Tag, wo die gerade losgelaufen sind, sondern du bist so in der Mitte des Rennens irgendwo. Was musst du da machen?
Ja, der erste Tag eigentlich ist recht interessant für mich, weil ich muss immer anfangen, ich muss so Live -Interviews machen und dann halt, also ich fange an mit der,
wie heißt das auf Deutsch? Broadcast.
Übertragung. Genau, danke. Ja, ich fange mit der Übertragung anderthalb Stunden oder eine Stunde vor dem Start an und muss dann halt immer erzählen, ein bisschen über das Rennen und so. Und dann mache ich Interviews mit den Teilnehmern und dann nach dem Start muss ich dann sofort zum ersten Wendepunkt. Und da mache ich halt so Live -Übertragung für, je nachdem, kann eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden sein. Und dann geht's los. Dann muss ich halt los und muss die Leute finden. Und je nachdem, wie die Route geht, der erste Teil im Bastelrand ist immer schwierig. Sie müssen viel laufen. Und wenn sie Glück haben, können sie dann halt berghoch laufend ein bisschen fliegen. Aber es ist dann halt immer diese kleinen Sprünge, mehr als große Flüge. Die großen Flüge passieren eigentlich mehr, wenn sie weiter östlich sind.
Ja, und ein normaler Tag für mich ist halt, ich wache um sechs auf. Es kann sein, dass ich auf einem, also jetzt, dieses Jahr sind wir mit einem großen Wohnmobil unterwegs, aber früher war ich immer nur mit meinem kleinen Kangoo. Da habe ich ein Bett hinten drin. Und es kann sein, dass ich auf einem Bergpass bin oder in einem Tal oder vielleicht in einem Campingplatz oder wenn ich Glück habe, in einem Hotel. Das passiert nicht oft. Ja, und um sechs fangen wir dann an. Mein Reporter macht dann mir normalerweise das Frühstück und ich bin schon am gucken, was passiert ist, wo wer ist. Klar, sie können erst um sieben loslaufen. Das heißt, ich habe dann eine Stunde, um mich zu orientieren, wo wir dann vielleicht hinfahren und wen wir vielleicht dann treffen können.
Und dann geht es ins Auto. Und ja, mit Live -Tracking versuchen wir halt, so viele Leute zu treffen wie möglich. Ich mache dann, und drei - oder viermal pro Tag, mache ich einfach eine Übertragung mit Nachrichten. Was ist passiert? Was wird das Wetter heute sein? Also ein bisschen so Gossip. Johannes Helleland hat letztes Jahr einen Bär getroffen oder die Leute, die halt penalisiert wurden, weil sie was gemacht haben, oder sie haben die Regeln halt gebrochen. Und ja, und dann geht es, ich mache meine letzte Nachrichtenübertragung normalerweise so gegen fünf, gegen neun oder zehn. Und bis es dann halt auf YouTube ist und so.
Und bis wir dann irgendwo gefunden haben, wo wir entweder übernachten oder wir haben das dann, die Unterkunft schon organisiert. Und dann, ja, so gegen Mitternacht, ein Uhr morgens schlafe ich dann und um sechs Uhr morgens den nächsten Tag geht es dann wieder los. Bis ich die Nachricht vom Indigo kriege, der sagt, du musst zum Ziel. Und dann geht es halt los. Und ja, und so weiter. Und ich meine, das Ziel ist so hübsch. Das ist eine ganz alte Kirche in Santa Helena de Rodes. Und nebendran gibt es ein Kloster, abartig schön. Und ja, und dann warten wir halt, wer kommt ins Ziel. Und am letzten Morgen oder am Morgen nach dem, nach dem Zielschluss
fliegen dann so viele Leute, wie wollen, runter und landen am Strand in El Portala Selva. Und das freut halt die Touristen total. Und dann gibt es Preisbeileihung. Wir haben eine große Bühne und dann essen wir alle zusammen und dann geht jeder und schläft für drei Tage.
Was hast du denn in den Zusammenhang mit den drei X -Peer, die du jetzt schon als Roving Reporter gemacht hast? Was waren denn so die kuriosesten Erlebnisse, die du dabei hattest?
Gute Frage.
Um ganz ehrlich zu sein. Es gibt nicht viele Sachen, die so rausstehen, weil das alles, das ist eine Woche, wo alles halt so schnell passiert und es ist so ein Rausch. Alles, alles ist spannend für mich. Ich habe Gott sei Dank noch keinen Bär getroffen. Aber wir sind immer in so schönen Ställen und in so schöner Landschaft. Und es ist immer schön, die Leute zu treffen, die Teilnehmer. Und wir haben immer ein bisschen, also wir haben immer Wasser dabei und wir haben immer Kekse oder ein bisschen Schokolade. Und so dass, wenn sie anhalten und das Interview mit uns machen, halt auch was davon kriegen. Und ja, weil wir halt alle Freiwillige sind und auch Piloten und so.
Die Teilnehmer haben viel Respekt für uns. Wir auch natürlich für sie. Und wir sind halt alle dann irgendwie wie Kumpel. Und die freuen sich, wenn sie meinen Kanko sehen mit den ganzen Aufklebern und alles. Und die Atmosphäre ist einfach immer gut. Also ich habe, okay, letztes Mal wurden ein paar Leute also penalisiert oder auch disqualifiziert zum Schluss, weil sie die Regeln gebrochen haben. Und klar, für die ist es halt ein bisschen tragisch und auch sehr traurig. Aber die Atmosphäre ist immer noch gut. Und die Feier zum Schluss auch, obwohl jeder total müde ist.
Lass uns mal ein bisschen Themensprung machen und lass uns mal über dein Fliegerleben reden.
Okay. Das
ist ja auch schon ganze Spannweite an Zeit, die du da überspannst. Was sind denn so die Highlights und was sind die Tiefpunkte, die du da erlebt hast?
Ja, ich habe 96 mit dem Drachenfliegen angefangen und habe zehn Jahre Drachen geflogen. Und dann in 2003 habe ich mit dem Gleitschirmfliegen angefangen. Und als ich Drachenfliegerin war, habe ich gedacht, ich werde nie Gleitschirmfliegen. Die Dinger fallen ja immer aus dem Himmel raus. Die sind ja überhaupt nicht sicher. Und irgendwann habe ich gedacht, ich habe jetzt schon eine Weile lang nicht mehr einen gesehen, der da zusammengeklappt ist. Vielleicht ist es nicht so unsicher. Und zwei Jahre, nachdem ich mit dem Gleitschirmfliegen angefangen habe, habe ich das Drachenfliegen vergessen. Ich bin das letzte Mal mit dem Drachen 2005 geflogen.
Sowas vergisst man ja nicht einfach. Du hast ja gesagt, Drachenfliegen vergessen. Aber war das so, dass du sagst, Gleitschirmfliegen ist so viel unkomplizierter, deswegen mache ich jetzt Gleitschirmfliegen? Oder warum hast du im Grunde das Gleitschirmfliegen nicht vergessen? Warum hast du in dem Drachenfliegen vorgezogen?
Ich hatte ein paar Unfälle.
Unfälle mit dem Drachen?
Ja, mit dem Drachen. 1998 habe ich mir den Arm gebrochen. Und ich war damals Gebärdensprachendolmetscherin. Und als sie die Operation gemacht haben, gab es eine 50 -50 % Chance, dass sie durch meine Nerven durchschneiden müssten. Und dann hätte ich halt nie wieder Bewegungen mit meiner Hand. Und das hat mir natürlich viel Bange gemacht.
Vier Jahre später habe ich mir den Ellenbogen ausgekugelt. Das heißt, ich habe zwei Arme, die nicht gerade sind. Aber ich habe die Bewegung, ich habe alles wieder zurückgekriegt. Das war kein Problem. Aber ich war dann halt immer sehr nervös.
Und das Landen war halt immer so...
Zum Schluss, als wir dann zum Berg gefahren sind, habe ich immer gedacht, hoffentlich ist es zu windig. Oder hoffentlich gibt es nicht genug Wind. Oder hoffentlich gibt es Zeitwind. Und irgendwann habe ich gedacht, wenn du hoffst, dass du nicht fliegen kannst, dann was machst du denn dann hier? Und ich hatte dann schon mit dem Gleitschirmfliegen angefangen. Und ich war immer eine viel bessere Gleitschirmfliegen als eine Drachenfliegerin.
Weißt du warum? Also kannst du das erklären? Oder war das einfach nur... Hast du im Drachen so viel Angst gehabt letzten Endes, dass du mit dem Gleitschirm freier fliegen konntest? Ich
glaube, ich habe einfach mehr Selbstvertrauen gehabt. Am Anfang nicht. Am Anfang, jedes Mal, als ich irgendwas gehört habe, oder wenn du mit einem Drachen fliegst, du bist so... Das ist ja... Es bewegt sich ja nicht viel. Und jedes Mal, als ich ein Geräusch über mir gehört habe, oder dass sich der Gleitschirm bewegt hat, habe ich gedacht, jetzt falle ich aus dem Himmel raus. Das hat schon ein paar Jahre gedauert, bis ich dann so Zuversicht in mein Material hatte. Aber ich habe dann ziemlich früh mit dem Streckenfliegen angefangen und habe mich dann total ins Streckenfliegen verliebt. Und klar, mit einem Drachen ist das so unpraktisch.
Und mit einem Gleitschirm, du hast ja alles dabei. Und damals hatten wir eigentlich noch keine Handys. Und ich habe das immer geliebt, einfach irgendwo hinzufliegen und dann in den Kneipen zu laufen und zu sagen, könnt ihr mir sagen, wo ich bin? Und die waren immer so, hä? Wieso weißt du nicht, wo ich bin? Ah, ich bin hierher geflogen. Und dann kaufen sie dir immer ein Bier. Und ja, das Abenteuer einfach, dass man irgendwo hinfliegt und dann muss man zurückkommen. Und ich habe einen Podcast gemacht über Rückholung, weil manchmal ist das Abenteuer, das Rückholen, ist viel interessanter als der Flug. Ja, und ich meine, so wegen Highlights, ich habe dann mit dem Wettbewerb, Fliegen angefangen, war dann in der Organisation von den Women's Opens.
Und ich hatte einen Flug von 123 Kilometern in England und bin dann in Wales, in Swansea gelandet, am Strand oder fast am Strand, es war sehr windig. Und mir hatten zwei Kilometer gefehlt für den Frauenrekord in Großbritannien. Aber ich hatte kein Land mehr. Also es war so, ja. Hast du dich geärgert?
Oder hast du dich einfach gefreut, es war ein schöner Flug? Oder hast du dich geärgert, oh, zwei Kilometer?
Nee. Du wärst am liebsten auf
die See rausgeflogen, um zu sagen, okay. Es
war so windig, das wäre Selbstmord gewesen. Aber ich habe das alleine gemacht. Also ich war nicht mit anderen Leuten. Und der Ex -Rekord, der den männlichen Rekord vor einigen Jahren davor gemacht hat, der hat es nur auf 30 Kilometer geschafft. Und ich bin dann halt 100 Kilometer weiter als er geflogen. Das hat mich halt gefreut. Also es hat mich gefreut, dass ich halt diesen Flug selbst hingekriegt habe. Ich bin nicht irgendjemand gefolgt. Und in dem Jahr war ich die bestplatzierte, nicht Pilotin, sondern aus allen Piloten war ich die bestplatzierte ENB -Pilotin in der britischen Liga. Und für mich, Frauenpreise, es gibt eine lange Diskussion darüber, aber für mich, ich meine, ich war Zweite in den britischen Meisterschaften in 2012.
Aber wir waren nur zwei Frauen. Das heißt, ich habe verloren.
Da muss man nicht stolz drüber sein. Aber halt ja, die beste Pilotin aus allen, da war ich schon stolz drauf, dass ich halt mit meinem ENB mehr Kilometer geflogen bin wie alle anderen in England oder in Großbritannien. Das war schon was.
Das heißt, damals warst du auch ehrgeizig und sportlich.
Was hat das dann eingebremst?
Ja, ich meine, wir waren damals, wir hatten das Haus hier in Spanien und wir hatten ein Haus in England. Und wir waren dann sechs Monate im Jahr in England im Sommer. Ich habe viel Wettbewerb gemacht und viel Liga geflogen. Und im Winter waren wir dann in Spanien. Und wir konnten dann praktisch jeden Tag hier fliegen. Das heißt für mich, ich war immer an Thermik gewöhnt. Ich musste nie eine Pause machen wie andere britische Piloten. Aber in 2012, nee, 2013, am 31. März, habe ich einen Flug gehabt, wo ich gestartet bin von einem Flugberg, den ich sehr gut kenne. Hunderte und hunderte Mal schon dort geflogen. Und ich bin einfach abgesoffen und habe es nicht zum offiziellen Landeplatz geschafft. Und das ist, es gibt so ganz viele Terrassen, so vom Anbau.
Und ich habe gedacht, ja, ich kann in kleinen Feldern landen. Ich bin das gewöhnt von hier. Also ich hatte total zu viel Zuversicht. Und habe das Landefeld dann um einen Kilometer verpasst und habe gedacht, ich will meine Beine nicht brechen. Das heißt, ich ziehe die hoch und bin dann mit dem Arsch in diese Terrasse reingeklatscht und habe mir den Rücken gebrochen. Und leider war es nicht ein einfacher Bruch, sondern ich hatte eine Rückenmarksverletzung und hatte ein Stück Knochen im Rückenmark drin. Und bin dann mit Hubschrauber ins Krankenhaus gekommen. Und ja, und ich wusste, dass ich den Rücken gebrochen habe. Und meine Eltern, also mein Freund war dort mit mir, aber der hat kein Spanisch gesprochen.
Und meine Eltern sind gekommen, die auch hier in Spanien wohnen und Catalanisch und Spanisch sprechen. Und die Ärzte haben sie dann rausgenommen aus dem Zimmer und haben ihnen gesagt, also wir wissen nicht, ob sie wieder laufen wird. Also ob sie dann querschnittsgelähmt wird. Und meine Eltern, ich werde ihnen immer dankbar sein, die kamen ins Zimmer rein und haben gesagt, die Ärzte sagen, es wird alles okay, macht ihr keine Sorgen. Das heißt, ich habe dann mein, weil wenn die mir gesagt hätten, es gibt eine Möglichkeit, dass ich nicht mehr laufen würde, ich wäre in so eine Depression gegangen, weil klar, ich hätte dann denken müssen, ich kann in meinem Haus nicht leben, weil ich hier Treppen habe. Ich muss dann, was mache ich denn, wenn ich in einem, in einem Rollstuhl bin. Aber ich habe dann damit angefangen, so alles wird gut, kein Problem.
Und die Bilder von mir im Krankenhaus, ich lächle die ganze Zeit. Also psychologisch haben die mir so einen Gefallen getan. Ja, und die Operation, um das halt, um das Stück Knochen aus der Wirbelsäule rauszukriegen, war sechs Stunden. Ich hatte nur Frauen in der Chirurgie. Eine Anästhesistin, also alles waren Frauen. Und die haben so einen guten Job gemacht. Also ich bin so dankbar. Ich habe nie Rückenschmerzen. Ich habe viel Metall im Rücken.
Immer noch.
Aber immer. Weil eine Wirbel, ein Wirbel ist total zerstört. Den gibt es praktisch nicht mehr. Das ist alles so mit Metall, da hängt es zusammen. Aber weil ich halt Rückenmarks, also diese Flüssigkeit habe ich verloren. Und das heißt, ich habe jetzt halt permanent Schaden in meinen beiden Beinen. Ich habe im lenkenden Fuß praktisch kein Gefühl. Also immer nur so kribbeln. Und mein rechter Oberschenkel und mein Hintern, da habe ich auch kein Gefühl. Das heißt, manchmal setze ich mich auf den Stuhl und falle dann vom Stuhl weg, weil ich ja nicht weiß, dass ich richtig drauf sitze. Das ist amüsiert, Leute. Und wie gesagt, ich habe ja gesagt, dass ich meinen Zeh gebrochen habe. Und Gott sei Dank ist es in dem Fuß, wo ich nicht viel filmen kann.
Ja. Und dann war ich sechs Monate in der Reha, damit ich das Laufen wieder gelernt habe. Also ich war zuerst im Rollstuhl und dann mit einem,
ich weiß nicht, wie das auf Deutsch heißt, auf Englisch Simmerframe. Und dann auf Krücken. Und dann, ja, nach sechs Monaten habe ich dann wieder laufen können. Ich bin dann elf Monate, fast genau nach dem Unfall, bin ich wieder geflogen. Und das Besondere daran war nicht, dass ich geflogen bin, sondern dass ich mein Zeug den Berg hoch getragen habe. Das war es. Und ja, ich meine, mein Rennen ist nicht besonders attraktiv, weil ich halt sehr flattfüßig im linken Fuß bin, aber ich renne wieder. Bin am neunten Jubiläum von dem Unfall, bin ich fünf Kilometer gerannt, das erste Mal in meinem Leben.
Ich versuche jedes Jubiläum irgendwas Besonderes zu machen. Einfach, weil ich es kann, weißt du. Ich hatte diese Chance nochmal. Wenn man in dem Punkt ist, wo man nicht weiß, ob man je wieder laufen wird und dann kann man es wieder. Ich fühle fast eine Obligation, Abenteuer zu haben, Sachen zu machen, weil ich es kann, immer noch. Wenn ich es nicht, weißt du. Und zum Beispiel für meinen fünfzigsten Geburtstag habe ich eine neue Tageswanderung gemacht. Über die ganzen Berge, die ich von meinem Haus aus sehen kann. Und dann habe ich einfach mit Rucksack 16 Kilo, Zelt, alles und dann neun Tage los. Ja, und solche Faxen will ich halt machen, weil ich diese Chance nochmal hatte.
Warum bist du auch zum Fliegen zurückgekehrt? Du könntest auch sagen, hey, das Fliegen hat mich fast das Laufen gekostet.
Warum hast du gesagt, ich will trotzdem wieder fliegen? Mit dem Risiko, was natürlich auch dabei ist, auch mit Metall im Rücken und wenn man dann wieder landet und sich dann vielleicht wieder und wo man dann sagt, und vielleicht ein bisschen wenig Gefühl in dem einen Fuß, also alles sowas, wo du sagst, es ist ja auch vielleicht ein bisschen unfallträchtiger dann noch oder das Risiko ist einfach ein bisschen höher. Warum hast du gesagt, ich will trotzdem weiter fliegen?
Für mich war das, also am Anfang, ich meine, meine Eltern haben auch ein halbes Jahr von ihrem Leben verloren. Und für sie, sie wollten das auf jeden Fall, dass ich nie wieder fliege. Und ich habe immer gesagt,
einmal muss ich nochmal fliegen, weil ich will nicht aufhören mit dieser, wegen dieser Angst vor dem Risiko. Ich will dieses Risiko überwältigen und ich fliege auf jeden Fall nochmal einmal und dann werden wir sehen. Und der erste Flug, ich habe gedacht, ich werde sehr nervös sein, aber das war nicht der, ich war überhaupt nicht nervös. Ich habe einfach mein Zeug ausgepackt, habe mein Gurtzeug angezogen, habe gesehen, dass Leute steigen und ich habe gedacht, ah, ich muss jetzt starten, ich muss jetzt steigen. Ich habe überhaupt nicht mehr darüber nachgedacht. Ich bin einfach raus, habe dann drei Toplandings gemacht und dann waren wir in der Kneipe und ich habe gesagt, hey, das war ganz anders, als ich das erwartet habe. Der zweite Flug, ich habe gedacht, ich scheiße mir in die Hosen. Ich hatte so viel Angst am zweiten Flug.
Und ich meine, ich bin früher obsessiv geflogen, praktisch jeden möglichen Tag. Und klar, heutzutage mache ich es mit viel weniger Enthusiasmus. Ich meine, aber auch nach 30 Jahren Fliegen, irgendwann mal macht man es halt mit weniger Genuss. Also ich suche mir die Tage aus, damit es mir Freude macht, damit ich nicht irgendwie, also ich will nicht so ganz ruppige Thermik und da mit dem, ich will nicht eine Riesenklappe haben und so. Aber fliegen will ich immer noch. Also ich mache es nicht mehr so oft, weil ich eine Unterkunft habe, tue ich praktisch jedes Wochenende arbeiten, obwohl ich jetzt meine Arbeit ein bisschen anders organisiert habe, sodass ich doch fliegen gehen kann, weil man muss sich hier immer mit Leuten treffen, sodass man halt zusammen hochfahren kann und so.
Aber ich habe auch jetzt andere Sportarten, die mich halt auch reizen. In der Reha, in Barcelona, im Institut Gutmann haben sie so eine Idee, dass die Leute, die in der Reha sind, man muss sie darauf konzentrieren, was sie in der Zukunft machen können. Nicht, was sie verloren haben. Und dann versuchen sie dich für Sportarten zu interessieren, die du dann vielleicht in der Zukunft machen kannst. Und für mich war das Tauchen. Und ich habe so Angst vor Haien gehabt. Als ich vier oder fünf war, wir sind ein ähnliches Alter, und damals war der weiße Hai der große Film. Und ich weiß nicht, ob du dich an das Poster erinnerst. Ich habe den Film nie gesehen,
aber das Poster kenne ich.
Und ich hatte dann halt immer Angst, auch im Baggersee hatte ich Angst vor Haien. Und meine Mutter hat mir versucht zu erklären, dass es in dem Baggersee keine Haie gibt. Aber sie hat mich immer gerechnet. Gut, und ich war in der Reha und die haben gesagt, ja, du kannst das Tauchen hier lernen. Im Schwimmbad in der Reha. Und ich habe gesagt, nee, das ist eine Zeitverschwendung, weil ich werde nie tauchen gehen. Und der, der mir das beigebracht hat, hat gesagt, in diesem Schwimmbad bin ich der einzige Hai. Und sobald ich unter Wasser war und atmen konnte, das war für mich total... Und seitdem habe ich meinen ersten Tauchgang im Meer mit der Reha gemacht. Und ich habe vergessen, für Haie auszuschauen. Ich war einfach so fasziniert mit dem, was da passiert ist.
Und letztes Jahr war ich in Südafrika und bin mit Haien getaucht. Das war nicht in einem Käfig, sondern einfach mit Haien zweimal. War super gut. Ich liebe Haie. Mittlerweile.
Und jetzt, ich meine, das Fliegen, früher war es halt nur Fliegen. Und heutzutage mache ich halt Fliegen, aber andere Sachen auch. Und ich denke, das ist so eine bessere... Es ist mehr ausgewogen, mein Leben heutzutage.
Du hast es auch vorhin schon gesagt, du hast mal einen Podcast gehabt. Auch über das Paragliding und hast da 80 Folgen produziert, hast aber 2019 damit aufgehört. Eigentlich zu einer Zeit, als gerade so die Podcasts in der Breite überhaupt erst ankamen. So langsam en vogue wurden die, dass die wirklich viele Leute auch Podcasts gehört haben oder angefangen zu hören und dann ihre Podcatcher dann entsprechend auf ihren Smartphones auch hatten und sowas. Warum hast du im Grunde zu dem Zeitpunkt aufgehört, wo es erst so richtig interessant wurde?
Ich meine, ich habe in 2008 angefangen, wo praktisch niemand wusste, was ein Podcast war. Also ich habe damals meinen Job da, Konferenzen online zu organisieren. Und ich musste dann halt oft lernen, wie irgendwelche Technologie funktioniert. Und ich habe auch damals mit einem Blog angefangen. Und der Blog war auch sehr berühmt in der englischsprachigen Welt.
The Paraglider hieß der.
Äh, no, äh, Judith Moles Blog. Ach so. Also, The Paraglider. The
Paraglider kam später. Ach, das kam später. Okay.
Ja, ja, viel später. Das war in 2014, glaube ich. Ne, ne, das war mein eigener Blog. Und ähm, also ich hasse es, Sachen zu lernen, einfach nur fürs Lernen. Also ich brauche immer einen Grund. Ich musste dann halt lernen, wie man Podcasts macht und editiert und aufnimmt. Und ähm, ja, hab dann halt gedacht, oh, dann mache ich einen Podcast über Paragliding und dann kann ich lernen, wie das funktioniert. Aber wie gesagt, das hat fast keiner. Und ich war, es war einer, der einen Podcast vor mir hatte in England, aber der hat das nie editiert. Und die waren stundenlang. Und da weißt du dann, ach, und willst du eine Tasse Tee? Und ich habe halt meine immer sehr, sehr editiert. Und die waren, also ich meine, ich hatte über Millionen Downloads zum Schluss.
Aber in 2019 gab's dann so viele Leute, die halt dann Podcasts gemacht haben. Und da gab's viel Konkurrenz und zum Schluss habe ich gedacht, ich meine, ich hatte in meinem, in meinem Ideenbuch noch viele Ideen für Podcasts. Und ich meine, meine Podcasts waren auch ab und zu über Sachen, die halt, über die niemand geredet hat. Zum Beispiel Fliegen, wenn man schwanger ist. Ich meine, das ist so Nisch, ne?
Oder, ja. Aber wie gesagt, ich hatte noch viele Ideen, aber zum Schluss habe ich gedacht, ach, es gibt viel Konkurrenz. Und jetzt mache ich's schon über zehn Jahre und ich lass jetzt halt andere Leute mal ran.
Das heißt, du suchst immer wieder auch neue Herausforderungen. Einen neuen High, dem du dich stellen kannst, um dann zu sagen, an dem will ich wachsen.
Ja, und zum Beispiel auch dann, ich meine, ins 2018 habe ich dann angefangen mit den Ex -Peer. Und ich war dann auch im Vorstand von der Cloud -Based Foundation. Und man kann nur so viele Sachen machen. Und ja, ich hab dann halt andere Horizonte. Und, ja. Und ich denke, 80 war auch genug, ne? Irgendwann
mal. Also 80 Ausgaben von dem Podcast, meinst du. Was sind denn, um im Bild des Highs zu bleiben, was ist denn jetzt noch ein aktueller High, den du dich stellen willst? Vielleicht auch in fliegerischer Hinsicht.
Es gibt noch Länder, wo ich gerne fliegen würde.
Ironischerweise, ich habe noch nie in einem deutschsprachigen Land geflogen. Nicht in Österreich, nicht in der Schweiz und nicht in Deutschland. Wie
bitte? Und es
gibt einen Fliegerberg. Ja, ich weiß auch nicht, warum. Ich bin in Südamerika geflogen, ich bin in Afrika. Ne, nicht in Afrika. Also in vielen Ländern in Europa bin ich geflogen. Aber noch nie in Deutschland. Und es gibt einen Flug, bei dem ich noch nie geflogen bin. Ich bin in einem Flugwerk in der Nähe von wo ich aufgewachsen bin, in Schriesheim. Und da würde ich super gerne mal fliegen. Über die Gegend, die ich so gut kenne. Und ja, es gibt so ein paar Plätze oder Länder, wo ich denke, oh ne, da würde ich richtig gerne fliegen. Also Kolumbien, da war ich zwei Monate und habe eine, ich bin in ganz, ganz vielen Orten, nicht nur Roldanillo, sondern zwei Monate lang sind wir nur von Flugberg zu Flugberg gegangen. Ich bin in Ecuador geflogen. Ne, es gibt schon Orte, wo mich das noch reizt, einfach mal zu fliegen und das zu entdecken, fliegerisch.
Bist du denn schon in den französischen Alpen geflogen? Oder, weil du sagst, in den deutschsprachigen Ländern sind ja so die klassischen Alpenländer Deutschland, Österreich, Schweiz. Na, dann gäbe es ja auch noch quasi das deutschsprachige Teil, also Südtirol von Italien und Frankreich ist jetzt nicht deutschsprachig. Aber bist du in den Alpen überhaupt schon geflogen? Oder dann auch in den Alpen noch gar nicht?
Anzi, ja, in der französischen, in den französischen Alpen. Nicht viel, aber ich habe für NOVA gearbeitet und war immer eingeladen für ihr Pilots Meeting, was auch immer in den, entweder in Tirol oder in Italien ist. Aber das ist immer genau zu dem Zeitpunkt, wo ich nicht hinkommen kann. Ich habe immer was anderes und es ist auch recht weit für mich, von Spanien da hinzufahren, ist ziemlich weit. Und normalerweise ist es so die Woche nach San Hilaire.
Und ja, wenn man nach San Hilaire sieben Stunden hin und zurück gefahren ist, hat man dann nicht Bock, das nächste Wochenende dann nach Tirol zu fahren. Aber ja, es ist auf der Liste. Irgendwann mal, wenn ich Zeit habe. Ich hoffe, dass ich mich in ein paar Jahren in Ruhe setzen kann und dann habe ich genug Zeit, um dann mit meinem kleinen Wagen rumzufahren und das
zu entdecken. Ja, man sollte nicht so viel aufschieben und immer sagen, irgendwann werde ich mich zur Ruhe setzen. Ich kenne Leute, die sagen, ah und wenn ich mich zur Ruhe setze oder dann irgendwann pensioniert bin, dann kaufe ich mir ein Motorrad und dann fahre ich und so und so. Und als sie dann zur Ruhe kamen und sowas, war das Motorrad dann, dann fühlten sie sich zu alt dafür oder sonst irgendwie was. Also eigentlich müsstest du jetzt.
Ja, ich meine, um ganz ehrlich zu sein, ich habe viel in meinem Leben unternommen und Erfahrungen gehabt. Letztes Jahr war das mein zehntes Jubiläum von meinem Unfall und ich habe meine Nichte und Neffen oder ich habe versucht, mir zu überlegen, was mache ich dieses Jahr, das besonders ist. Ich meine, ich bin mal Fallschirm gesprungen und habe alles mögliche gemacht und mir ist nichts eingefallen, was mir fehlt, was ich noch nicht gemacht habe. Also von wegen Abend, das einzige, was ich nicht machen will, ist Bungee Jumping, weil ich Angst um meine Augen habe, aber sonst, weißt du,
Rafting, Canyoning, Tauchen, ich habe oder ich war letztes Jahr in Südafrika, in Kruger Nationalpark und habe ein Dreitageswanderung gemacht und normalerweise darf man ja nie aus dem Auto raus und jede Nacht hatten wir Hyänen ums Zelt und wir haben Löwen überrascht, wir haben Krokodile gesehen. Ich meine, wir sind in den Fluss geschwommen, also nicht mit den Krokodilen, aber weißt du, solche Erfahrungen habe ich sehr viele gemacht in meinem Leben und, ähm, also diese Idee, dass man es jetzt machen muss und es nicht verschieben muss, das habe ich jetzt in den letzten zehn Jahren, also total gemacht. Ich habe keine Zeit verschwendet in den letzten zehn Jahren und, ja, ich muss halt noch ein bisschen mehr Geld verdienen, bis ich mir mehr Zeit nehmen kann, um diese letzten fliegerischen
Erfahrungen zu machen. Aber, aber, ich habe es im Kopf, also es ist schon und ich werde es auch machen. Also ich bin eine sehr, sehr aktive Person und, ähm, wenn ich mir was vornehme, dann mache ich es normalerweise auch.
Judith, ich danke dir für das schöne Erzählen rund um Xpeer und, ähm, deine persönlichen Fliegergeschichten mit Unfall und wieder zurückkommen ins Leben und wieder laufen lernen und dem allen, was dazu gehört. Vielen Dank dafür und dir wünsche ich dir besonders viel Spaß für den Xpeer, die in diesem Jahr anstehen. Ich bin mal gespannt, wer letzten Endes gewinnt, wer diesen schwierigen Turnpoint dann da schafft, wo man nur mit der Bahn hinkommt und die ganzen anderen Supporter da irgendwie sich dahinarbeiten müssen und bin mal gespannt, ob du es dann pünktlich von dort ins Ziel schaffst, damit in diesem Fall nicht Kriegel dorthin fliegt, aber vielleicht einer der anderen großen Pinots, Remis, Oberrauners, Takats oder wer auch immer am Ende dann dort durchkommt.
Ich danke dir.
Vielen Dank für die Einladung. Es war richtig nett mit dir zu plaudern.
Podz-Glidz ist der Podcast des Gleitschirmblogs Lu-Glidz. Dort findest du auch die Shownotes zu dieser Folge mit einigen weiterführenden Links. Wenn dir Podz-Glidz gefällt, dann kannst du den Podcast im Podcatcher deiner Wahl abonnieren. Empfehle Podz-Glidz auch an deine Fliegerfreunde weiter. Last but not least kannst du meine Arbeit daran als Supporter finanziell unterstützen. Welchen Betrag du gibst, kannst du frei wählen. Wenn du dich gerne an anderen orientierst, dann sind 60 Euro im Jahr oder umgerechnet 5 Euro im Monat ein üblicher Beitrag. Aber egal was du gibst, jede Summe hilft, dass sich Podz-Glidz und Lu-Glidz im Dienste der Gleitschirmszene weiter betreiben und entwickeln kann. Dafür sage ich danke.
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